Protokolle Compressed
Protokolle Compressed
99)
-Inklusive Antworten-
Vorwort
Hallo zusammen,
Ich habe die Protokolle von 2021, die als sog. 99 bekannt sind, sorgfältig
durchgearbeitet und alle darin enthaltenen Fragen beantwortet. Für die meisten
Antworten (über 95 %) habe ich auf Amboss und 444 zurückgegriffen, während ich
ergänzend DocCheck, Wikipedia und OpenAI genutzt habe. Mein Dank gilt Manar,
Abdallah Hanar und Moustafa Hendy, die diese Protokolle und Antworten ursprünglich
zusammengetragen haben – obwohl wir uns persönlich nicht kennen.
Ich bin ein Arzt aus Kurdistan. Die Kurden sind ein Volk mit einer jahrtausendealten
Geschichte und einer reichen kulturellen Tradition. Trotz der Herausforderungen und
Unterdrückungen, denen sie ausgesetzt waren und noch immer sind, haben sie ihre
Identität, Sprache und Kultur bewahrt. Es ist mein tiefster Wunsch, dass die Kurden
eines Tages in Freiheit und Würde leben können – in einem Umfeld, in dem ihre
Sprache gepflegt und weitergegeben wird, in dem ihre Kinder die Möglichkeit haben,
in ihrer Muttersprache Bildung zu erhalten und Medizin zu studieren, und in dem
Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Diese Wünsche gelten für alle Völker und
Menschen, die unterdrückt werden und deren Rechte genommen wurden.
Ich hoffe, dass diese Arbeit allen Prüflingen von Nutzen sein wird und ihnen den Weg
zum Erfolg erleichtert.
Viel Erfolg!
Serkeftin!
2
Rojhat aus Kurdistan
3
Rojhat aus Kurdistan
Inhalt
I. Kardiologie: ............................................................................................................................................ 8
A. PAVK: ........................................................................................................................................................ 8
B. ACS und KHK: .......................................................................................................................................... 22
C. Thoraxschmerzen: .................................................................................................................................. 28
D. Aortendissektion: .................................................................................................................................... 29
E. Aortenaneurysma: .................................................................................................................................. 32
F. TVT: ......................................................................................................................................................... 34
G. Lungenembolie: ...................................................................................................................................... 36
H. Herzinsuffizienz:...................................................................................................................................... 39
I. VHF: ........................................................................................................................................................ 45
J. Reanimation und Synkope: ..................................................................................................................... 63
K. Arterielle Hypertonie: ............................................................................................................................. 68
L. EKG: ........................................................................................................................................................ 75
M. Aortenklappenstenose: ......................................................................................................................... 104
N. Endokarditis: ......................................................................................................................................... 106
O. Perikardtamponade: ............................................................................................................................. 107
P. ZVK: ...................................................................................................................................................... 107
Q. Kardiomyopathien: ............................................................................................................................... 108
4
Rojhat aus Kurdistan
K. Kolorektalkarzinom:.............................................................................................................................. 215
L. Analkarzinom:....................................................................................................................................... 228
M. CED: Colitis Ulzerosa/M. Crohn: ........................................................................................................... 231
N. Mesenterialischämie: ........................................................................................................................... 233
O. Clostridium-Diffizile: ............................................................................................................................. 236
P. Leistenhernie: ....................................................................................................................................... 238
Q. Hiatushernie: ........................................................................................................................................ 265
R. Leber (Zirrhose, PoHT, Tumoren): ......................................................................................................... 267
S. Gallengangskarzinom: .......................................................................................................................... 282
T. GERD:.................................................................................................................................................... 284
U. Ösophaguskarzinom: ............................................................................................................................ 284
V. Hämorrhoiden: ..................................................................................................................................... 285
W. Laparoskopie: ....................................................................................................................................... 287
X. Mischung Gastroenterologie: ............................................................................................................... 288
5
Rojhat aus Kurdistan
6
Rojhat aus Kurdistan
7
Rojhat aus Kurdistan
I. Kardiologie:
A. PAVK:
1. Klassifikation nach Fontanie?
2. Ratschow-Lagerungsprobe?
Der Patient wird auf dem Rücken gelagert hebt die Beine 90° an macht Bewegungen mit Sprunggelenk hält diese
Position über 2 Minuten (oder bis zu Schmerzen) Dann wird der Patient mitherabhängenden Beinen hingesetzt die
Färbung und Venenfüllung werden beurteilt:
*Normal: Leichte Rötung in 5s, Venenfüllung in 20s.
*Pathologisch: Bei pAVK dauert dies deutlich länger.
Kontraindiziert bei pAVK Stadium III und IV.
3. 6Ps?
o Pain (Schmerz)
o Paleness (Blässe)
o Pulslosigkeit
o Paralyse/Parese
o Parästhesie
o Prostration (Schock)
4. pAVK-Zeichen?
Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit):
- Belastungsabhängige, krampfartige Schmerzen.
- Besserung durch Pausen.
- Häufig verbunden mit Schwäche- und Kältegefühl.
- Lokalisation distal der vorliegenden Stenose: Beckentyp (Gesäß, Oberschenkel), Leriche-Syndrom (Gesäß, Oberschenkel,
Impotenz), Oberschenkeltyp (Unterschenkel), Unterschenkeltyp (Fuß)
Symptome bei kritischer Extremitätenischämie:
- Ischämischer Ruheschmerz: Besserung durch Tieflagerung.
- Trophische Störungen: Gangrän, Ulkus (Ulcus cruris arteriosum), Nekrosen. Sehr schmerzhaft. Häufig an der Außenseite
des Unterschenkels, am Außenknöchel und an den Zehen.
- Blasse, kühle Haut.
5. Was ist Mesothrombose? A: s. 161.
8
Rojhat aus Kurdistan
9
Rojhat aus Kurdistan
Arterien: Aorta abdominalis → Iliaca communis → Iliaca externa (&interna) → Femoralis communis → Femoralis
superficialis (&Profunda femoris) → Poplitea → Tibialis anterior (& posterior & Fiburalis) → Dorsalis pedis.
10
Rojhat aus Kurdistan
Tiefe Vene: V. cava inferior <- Iliaca communis <- Iliaca externa (&interna) <- Femoralis (&Profunda femoris & Saphena
magna) <- Poplitea (&Saphena parva) <- Tibialis anterior & posterior & Fibularis.
Oberflächliche Vene: V. cava inferior <- Iliaca communis <- Iliaca interna <- Saphena magna (&Femoralis) <- Saphena parva
(aus Femoralis) <- Dorsalis pedis.
11
Rojhat aus Kurdistan
Nerven hinten: Ischiadicus (L4-S3) → Tibialis + Fibularis communis → Fibularis profundus & superficialis → Suralis →
Plantaris.
12. Pat ist wg. pAVK operiert und 4 Std später hat sehr starke Schmerzen, was kann das sein? (Duplex unauffällig)
Reperfusionssyndrom → führt durch Schwellung zu Kompartment-Syndrom. (A: s. Frage 8).
13. Wie behandeln Sie Reperfusionssyndrom? A: s. Frage 8.
Symptomatische Therapie, Überwachung, evtl. Amputation.
*Bei Kompartmentsyndrom: Ggf. Dermatofasziotomie. Evtl. Amputation.
*Bei Nierenschaden: Hydratation, Diurese, Nephrotoxische Medikamente absetzen, Alkalisierung des Urins.
14. pAVK, Klassifikation nach Fontaine? A: s. Frage 1.
15. Gangrän als Komplikation.
St. IV: Trophische Störungen wie Ulcus cruris arteriosum, Nekrose, Gangrän.
Gangrän ist eine ischämische Nekrose aufgrund eines Gefäßverschlusses:
-Trockene Gangrän: Eintrocknen des Gewebes durch Wasserverlust. Das nekrotische Areal verfärbt sich durch
Abbauprodukte des Blutes schwärzlich. Typische Beispiele sind der diabetische Fuß und Raucherbein.
-Feuchte Gangrän (Faulbrand): Verflüssigung der trockenen Gangrän mit bakterieller Infektion und fauligem Geruch. Ein
Beispiel für die feuchte Gangrän ist das Ulcus cruris. Infektionen mit Clostridium perfringens oder anderen anaerob
Bakterien bezeichnet man als putrid-gangräneszierende Wundinfektionen.
12
Rojhat aus Kurdistan
Ursachen: Durch Autolyse (Verdauung durch körpereigene Enzyme) oder Heterolyse (Verdauung durch bakterielle Enzyme).
Gewebe wird weich → Flüssige Nekrose → Bildung von Pseudozysten.
Insb. bei Schädigung von fetthaltigem Gewebe wie Hirn und Pankreas.
Bsp: Schlaganfall, Pankreatitis, eitrige Infektion, Organschädigung durch Laugen.
-Fibrinoide Nekrose:
Ursachen: Kollagene und elastische Fasern fragmentieren.
Fragmente sind in Zelldetritus, Serum und Fibrin eingebettet.
Bsp: Peptisches Magenulkus, rheumatoide Arthritis.
16. Therapie des akuten arteriellen Verschlusses?
Allgemeine Maßnahmen:
- Heparin 5000 IE iv als Bolus, dann Heparinperfusor 15 IE/kg/h.
- Analgesie: Morphin 5-10mg iv.
- Extremitätentieflagerung.
- Watteverband.
Interventionelle Therapie:
- Katheterthrombembolektomie nach Fogarty (insb. bei Embolie): Ein Ballonkatheter wird über den Thrombus noch weiter
vorgeschoben, dann der Ballon befüllt und mit Thrombus zurückgezogen wird.
- Lokale Thrombolysetherapie mittels Alteplase (insb. bei Thrombose).
Chirugische Therapie:
- Thrombendarteriektomie mittels Katheter (insb. bei Thrombose).
- Bypassverfahren (insb. bei Thrombose)
- Ultima ratio: Amputation.
17. 6P?
Pain, Pulslosigkeit, Paleness, Parästhesie, Paralyse/Parese, Prostration (Schock).
18. Dann wurde nach Subklavian-Steal-Syndrom gefragt. Pathophysiologie? Anatomie des Aortenbogens und ihre Äste?
Arteriosklerose bedingte Stenose der A. subclavia proximal der A. vertebralis Um die Perfusion des betroffenen Armes
aufrechtzuerhalten, Kompensation aus der anderen A. subclavia via der beiden Aa. vertebrales. Durch diesen
Kollateralkreislauf wird die Durchblutung des Armes verbessert, jedoch entsteht eine zerebrale Minderdurchblutung Das
führt bei körperlicher Aktivität zu Schwindel und Drop Attacks Diagnostisch ist eine RR-Differenz der Arme von >20
mmHg charakteristisch.
Äx: Arteriosklerose, Takayasu-Arteritis.
Patho: Stenose in der A. subclavia proximal der A. vertebralis → Kollateralkreislauf durch ipsilateralen A. vertebralis →
verminderter Blutfluss in der A. basilaris → Verbesserung (aber nicht Normalisierung) der Durchblutung des betroffenen
Armes → Verminderung der zerebralen Perfusion.
Kx: Zentral: Schwindel, Sehstörungen (Diplopie), Drop-Attacks (plötzliches Hinstürzen, Synkopen). Bei Armen: RR-Differenz
>20mmHg , belastungsabhängige Ischämieschmerzen, Parästhesien.
Dx: RR-Differenz >20mmHg, FKDS, MRT-Angio.
Tx: Perkutane Angioplastie → Stenting. Chirurgisch: Bypass zw. A. carotis communis und A. subklavia.
Quelle: Amboss.
Äste des Aortenboges: Truncus brachiocephalicus, A. carotis communis sinistra, A. subclavia sinistra.
13
Rojhat aus Kurdistan
14
Rojhat aus Kurdistan
15
Rojhat aus Kurdistan
16
Rojhat aus Kurdistan
-Ein Video wurde gezeigt, in dem Pat plötzlich Ataxie bekommt. Was sind die möglichen Ursachen? Man muss seine
Antwort begründen.
Romberg-Stehversuch: Untersuchung der Ataxie (Störung der Koordination): Spinaler, vestibulärer oder zerebellärer Ataxie.
Mit geschlossenen Füßen und vorgestreckten Armen anfangs die Augen offen danach für mind. 20s schließen.
*Romberg positiv: Verschlechterung nach dem Augenschluss (Schwanken verstärkt sich) = spinale Ataxie.
Fallneigung in eine Richtung nach Augenschluss = vestibuläre Ursache.
*Romberg negativ: Unverändert nach dem Augenschluss (Schwanken verstärkt sich nicht) = zerebelläre Ataxie.
*Fallneigung in eine Richtung:
-Bei offenen Augen: Kleinhirnschädigung.
-Erst oder zunehmend nach Augenschluss (Romberg positiv): Zentral- oder peripher-vestibuläre Ursache, Polyneuropathie.
-Welche Klassifikation gibt es und welche Grad liegt bei diesem Pat vor? A: s. Frage 29.
St IIa oder IIb.
-Warum haben Sie bei der Untersuchung das Gefäß auskultiert?
Wg. Stenose: Systolisches Stenosegeräusch über betroffenem Gefäß.
-Hat der Patient pAVK wg der bekannte Diabetes oder weil er 50 Jahre lang geraucht hat und warum?
o Beides verursachen Atherosklerose. RF von Atherosklerose: Nikotin, DM, aHT, LDL.
o Nikotinabusus ist auch RF von Thromboangiitis Obliterans: Vaskulitis mit Thrombosierung der kleinen und mittelgroßen
Gefäße der oberen und unteren Extremität ohne Atherosklerose. Kx: Thrombophlebitis, Raynaud, Nekrose, In-Step-
Claudicatio. Tx: Vasodilatation, Thromboembolektomie, Amputation.
-Therapie der pAVK bei jedem Stadium? A: s. Frage 32.
-Woran kann der Patient sterben?
Wg. erhöhtes Risikos: MI, Schlaganfall, Sepsis.
39. Fall: Frau Metzner, 50J, hatte Unterschenkelschmerzen links, vor 2 Tagen beim Spazieren plötzlich aufgetreten. Ihr
Bein war kalt, blass, und sie hatte Parästhesien im Unterschenkel. Die Schmerzen waren dauerhaft, auch in Ruhe.
VE: DM Typ 1 (Insulinpumpe), aHT (Ramipril) und Hypothyreose (Levothyroxin).
KU: Alles habe ich so gut wie möglich untersucht (inklusiv Ratschow, Pulse überall). ABI habe ich versucht aber die
Manschette war zu klein für das Bein. Der Prüfer hat mir die Auffälligkeiten bei der KU gesagt: Keine Pulse ab die
Leiste links, linkes Bein kalt und blass, sonst war alles unauffällig. Ich habe gesagt ich wäre dann fertig, aber ich
hatte noch Zeit... Er hat dann gesagt, dass ich etwas vergessen habe: Nieren KS. Ich habe es untersucht. Dann sollte
ich die Patientin erklären, was sie hat und was ich als nächstes machen würde.
-ABI, warum könnte ABI >1,3 sein?
Wg. Mönckeberg-Mediasklerose: Eine spezifische Form der Arteriosklerose durch eine Verkalkung der Muskelschicht
(Media) der Arterien mit Ablagerung von Calciumsalzen in den Gefäßwänden.
Bei der klassischen Arteriosklerose sammeln Fett- und Cholesterinablagerungen in der Intima.
Deswegen verursacht Mediasklerose keine Verengung der Arterien.
-Klassifikation von pAVK? A: s. Frage 1.
-Therapie? A: s. Frage 7 und 32.
-Was kann man außer Sono und DSA bei Pat mit Niereninsuffizienz machen?
CO2-Angiographie: Anstatt eines jodhaltigen Kontrastmittels wird das Gas Kohlendioxid benutzt. Als Alternative zur DSA bei
fortgeschrittener Niereninsuffizienz; kontraindiziert in der Diagnostik der thorakalen Aorta und supraaortalen Gefäßen.
*MRT-Angio ist auch nicht geeignet bei CNV Es besteht ein erhöhtes Risiko für die nephrogene systemische Fibrose (NSF)
bei Gadolinum-basierte Kontrastmittel.
-Außer Thrombektomie und Bypass was gibt es gegen Arterisklerose und Verschluss?
Thrombolyse mit Alteplase.
Thrombendarteriektomie.
Sonst: Lebensstiländerungen, Medikamente: ASS, Clopidogrel, Statine, RR-Meds.
-Bei KM-Gabe was muss man merken?
KM-Allergie, Nierenfunktion, SD, Gerinnung, Metformin (48h davor absetzen wg. Laktatazidose-Risiko bei ANV).
-Warum?
Anaphylaxie, ANV, Kumulation der KM und Kontrastmittel-induzierte Nephropatie, Thyreotoxische Krise, Laktatazidose.
40. Therapie und Komplikationen des akuten peripheren arteriellen Verschlusses? A: s. Frage 8 und 9.
Tx: Thromboembolektomie nach Fogarty (Embolie), Thrombolyse (Thrombose), Bypass, Amputation.
Komplikation nach der Therapie: Reperfusionssyndrom = Post-Tourniquet-Syndrom (PTS) = Postischämie-Syndrom.
-Was kann man als Prophylaxe tun?
Lebensstiländerungen: Ernährung, Alkohol, Rauchen, Gewicht.
Medikamente: ASS, Clopidogrel, ACE-H, CCB, Statine, RR-Meds, NOAK (wg. VHF).
41. Ursachen des akuten arteriellen Verschlusses? A: s. Frage 9.
Ätiologie:
*Embolie (80%): Meist femoropopliteale Arterien:
o Kardial (90%): VHF, Klappenvitien, Herzwandaneurysma, Endokarditis.
o Aneurysma: Aortenaneurysma, Popliteaaneurysma.
*Thrombose (20%): Arteriosklerose (pAVK in Anamnese), Gefäßprothese, hormonelle Kontrazeption, Thrombozytose.
-Therapie und Kontrolle der Verschluss? A: s. Frage 9.
17
Rojhat aus Kurdistan
Allgemeine Maßnahmen:
- Heparin 5000 IE iv als Bolus, dann Heparinperfusor 15 IE/kg/h.
- Analgesie: Morphin 5-10mg iv.
- Extremitätentieflagerung.
- Watteverband.
Interventionelle Therapie:
- Katheterthrombembolektomie nach Fogarty (insb. bei Embolie): Ein Ballonkatheter wird über den Thrombus noch weiter
vorgeschoben, dann der Ballon befüllt und mit Thrombus zurückgezogen wird.
- Lokale Thrombolysetherapie mittels Alteplase (insb. bei Thrombose).
Chirugische Therapie.:
- Thrombendarteriektomie mittels Katheter (insb. bei Thrombose).
- Bypassverfahren (insb. bei Thrombose)
- Ultima ratio: Amputation.
-Was machen Sie als Prophylaxe?
Meistens passiert wegen Arrhythmien (VHF) und geben wir Antikoagulanzien.
42. Kann akute arterielle Verschluss durch TVT ausgelöst werden?
Ja, durch paradoxe Embolie:
Normalerweise schließt sich das Foramen ovale nach der Geburt. Bei einigen Menschen bleibt es teilweise oder ganz offen,
was als "persistierendes Foramen ovale" bezeichnet wird. Dieses persistierende Foramen ovale kann dazu führen, dass
Blutgerinnsel aus dem venösen System, direkt in den arteriellen Kreislauf gelangen, ohne durch die Lunge gefiltert zu
werden.
43. Fall: Herr Maurer, 65J, hatte vor 2 Tagen, während Spaziergang nach ca 2km Laufen, akut aufgetretene Schmerzen im
linken Fuß, von stechendem Charakter, ausstrahlend bis in die Wade, Intensität 5-7, begleitet von
Kribbelparästhesien und Hypästhesie. Die Schmerzen waren schlimmer beim Auftreten oder beim Hochlagern. Er
berichtete auch die Beschwerden wurden danach nicht komplett weggegangen und würden nach dem Laufen einer
strecken wieder anfangen.
VE: aHT, DM2. Meds: Ramipril, Bisoprolol, Metformin, Hygroton. Raucher 45py.
Familienanamnese: Mutter: DM, Vater: Schlaganfall, und Demenz.
-Was ist Ihre Verdachtsdiagnose?
Ich: pAVK, als DD konnte eine TVT sein, ist aber atypisch.
Prüfer: Gut, genau, TVT wäre atypische Präsentation ist aber gut, das auch im Hinterkopf zu haben.
(Für DDx s. Frage 28).
-Womit machen Sie danach weiter, wenn man schon am RR ist?
RR am Unterschenkel messen für ABI-Index.
-Zeigen Sie wie?
Zuerst Pulse tasten (Tibialis post. und dorsalis pedis) Wenn kein Puls tastbar ist, kann kein RR gemessen werden.
-Zeigen Sie bitte wo man die Pulse abtastet?
Bei diesem Pat war es bds nicht tastbar (Prüfer hat auch gesucht und nicht gefunden).
-Prüfer wollte, dass ich die weiteren Pulse zeige (Poplitea, Femoralis).
Immer beidseitig tasten, eins hintereinander.
18
Rojhat aus Kurdistan
-Prüfer wollte noch, dass ich zeige, wie man Leber tastet.
Palpation:
Vor der Palpation sollte der Patient erst ausatmen, dann kann man während der Einatmung den Leberrand mit
Fingerspitzen abtasten. Bei Hepatomegalie kann Leber bis in Unterbauch vergrößern, deshalb soll die Palpation
ausreichend kaudal beginnen.
-Wie auskultiert man die Lungen?
Ablauf: den Patienten bitten, durch den geöffneten Mund tief ein- und auszuatmen.
o Von dorsal: Im oberen Thoraxbereich → Oberlappen. Mittlere und untere Thoraxabschnitte → Unterlappen.
o Von lateral: Links → Ober- und Unterlappen. Rechts → Mittellappen.
o Von ventral: Obere Thorax bds → Oberlappen. Im unteren Thorax → rechts Mittel- und Unterlappen, links Unterlappen
19
Rojhat aus Kurdistan
Da wollte er Familienanamnese auch hören. Schlaganfall beim Vater sei auch ein wichtiger Faktor.
-Wie würden Sie jetzt diagnostisch vorgehen? A: s. Frage 7.
ABI, FKDS, Labor. Ggf Angiographie (CT-MRT-DSA)
-Wie könnte man therapeutisch vorgehen? A: s. Frage 7 und 32.
-Dann wollte er wissen, welche Möglichkeiten es gibt interventionell und chirurgisch?
Int: PTA => Ballondilatation und Stenting.
Op: Bypass oder Amputation.
-Bei diesem Pat welche nicht medikamentöse Möglichkeiten gibt es?
Lebensstiländerungen: Nikotinverzicht, Gewichtabnehmen, RR-Einstellung, Alkoholverzicht, Sport.
-Er sagte Alkohol spielt nicht große Rolle bei pAVK. Welche Sportart?
Ausdauersport wollte er spezifisch hören.
-Dann wollte er eine spezifische Übung hören, die der Pat machen könnte.
Gehtraining Zur Bildung der kollateralen Kreisläufe.
-Wissen Sie, was genau Gehtraining ist und was man da macht?
Dem Patienten beigebracht wird seine Gehstrecke zu kennen und weniger Meter zu laufen. Z.B. wenn Gehstrecke 100m
ist, dann lauft der Pat 80mt und macht Pause, dann lauft weiter, sodass keine Schmerzen auftreten Somit wird im Verlauf
die Ausdauer der Muskeln besser und die Gehstrecke langer und auch wird kein Stress verursachen.
44. Fall: KU: Bein, Pulsstatus (im Seitenvergleich!!!), Herz. Hier hat der Prüfer (Unfallchirurg) unterbrochen und nach
Knie-Untersuchung gefragt (Erguss‚ tanzende Patella, vorderes Kreuzband, Lig. kollaterale tibiale „Innenband“).
-VD?
Typische Anamnese für pAVK Stadium II-b (Claudicatio intermittens).
-DDx? A: s. Frage 28.
-Was muss man untersuchen? A: s. Frage 7.
KU (Auskultation, Puls, Sensibilität, Ratschow), KAI, Labor (Krea, HbA1c, LDL), FKDS, CT-MRT-DSA-Angio.
-Es gibt spezifische Labor in solche Situation?
-1. Wahl für Diagnostik?
Farbduplexsono.
-Möglicher Befund?
Flussgeschwindigkeit vermindert und Strömungsturbulenzen Stenose.
-Weiteres Vorgehen?
CT-Angio, MRT-Angio Der Prüfer hat gesagt: MRT-Angio kommt in Deutschland nicht im Einsatz!!!
Digitale Subtraktionsangiographie (DSA): Goldstandard.
-Was ist DSA? Wie wird DSA durchgeführt?
Vorschieben eines Katheters über einen Führungsdraht Native Röntgenaufnahmen (ohne KM) mit Darstellung aller
Strukturen Iv Gabe von KM Erneute Röntgenaufnahme derselben Strukturen Gefäße kommen kontrastiert zur
Darstellung (Füllungsbild) Eine digitale Subtraktion des Leerbildes vom Füllungsbild ermöglicht die nahezu selektive
Darstellung der Gefäße.
-Warum machen Sie DSA?
Zur Operationsplanung bei komplexen Befunden der MRT- oder CT-Angio.
-Welche interventionelle Therapie ist möglich?
Perkutane transluminale Angioplastie (PTA).
-Wie? A: s. Frage 7.
Mit Ballondilatation und ggf. Stenting.
-Warum Stent?
Aufrechterhaltung der Perfusion und Verhinderung des Rezidivs.
-Operative Revaskularisation?
Bypass.
Thrombendarteriektomie.
-Wie behandeln Sie dann medikamentös? A: s. Frage 32.
Prostaglandin E1 in St. III, wenn Revaskularisation nicht möglich ist.
-Wie behandeln Sie konservativ? A: s. Frage 7.
*Nikotinverzicht, RR-Einstellung, BZ-Einstellung (HbA1c <7 %).
*Regelmäßiges Gehtraining (Stadium II).
*Wundbehandlung (Stadium IV).
-Warum Gehtraining?
Förderung von Bildung der kollateralen Kreisläufe (Prüfer war mit dieser Antwort zufrieden).
-Ist Gehtraining bei diesem Pat. indiziert?
Ja, in Stadium II.
-Was sind die Stadien von pAVK? Nach wem? A: s. Frage 1.
Nach Fontaine.
-Ultima Ratio?
Amputation.
20
Rojhat aus Kurdistan
21
Rojhat aus Kurdistan
22
Rojhat aus Kurdistan
23
Rojhat aus Kurdistan
DDx:
Kardial: Perikarditis, Myokarditis, Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.
Pulmonal: LAE, Pneumonie, Pleuritis, Pneumothorax.
Mediastinal: Aortendissektion.
Gastrointestinal: GERD, Ulcus v., Ösophagusspasmus, Pankreatitis.
Da-Costa-Syndrom: Herzneurose = funktionelle Herzbeschwerden.
Tx:
Erstmaßnahmen:
- Gefäßzugang, Monitoring, O2-Gabe bei sO2 <90%.
- Reanimationsbereitschaft: Defibrillator bereithalten.
- Intensivmedizinische Überwachung: Mind. 24 h erforderlich (nach Reperfusionstherapie).
Medikamentöse Therapie:
- Thrombozytenaggregationshemmer: ASS 250 mg i.v./p.o. + Ticagrelor 180 mg p.o. (Prasugrel oder Clopidogrel).
- Antikoagulans: UFH 5000IE. Alternativ: NMH Clexane 50mg.
- Analgesie und Beruhigung: Morphin (2,5-5 mg i.v.), Diazepam (10mg iv).
- Antianginöse Therapie (Bei instabiler AP oder NSTEMI): Nitrate (Nitroglycerin sublingual/i.v.) + Beta-Blocker (Bisoprolol,
bei stabilen Patienten).
- Ggf. Statine: Atorvastatin.
- Ggf. PPI.
Weitere Therapie:
STEMI:
PTCA = PCI: mit Ballondilatation und ggf. Stent-Einlage.
- Indikation: Immer, wenn innerhalb von 120 min verfügbar.
*<12h nach Symptombeginn.
*>12h nach Symptombeginn, falls weiterhin Symptome, hämodynamische Instabilität oder Arrhythmien.
*12–48 h nach Symptombeginn möglich als Routine-PCI.
- Bevorzugter Zugangsweg: Radial (vs. femoral).
- Bevorzugtes Verfahren: Stent-Implantation (vs. Ballonangioplastie).
- Stent der Wahl: DES (Drug-eluting-Stent = Medikamentenfreisetzender Stent) vs. BMS: Bare-Metal-Stent.
Alternativ: Thrombolytische Therapie („Lysetherapie“) = Fibrinolytika, Thrombolytika (Tenecteplase oder Alteplase i.v.)
- Indikation: PTCA nicht binnen 120 Minuten verfügbar und Beschwerdebeginn <12h.
- Bei Fehlgeschlagene Fibrinolyse: Sofortige Angiographie und Rescue-PCI.
- Auch nach erfolgreicher Lyse sollte im Verlauf eine Koronarangiographie erfolgen.
NSTEMI:
-PTCA in 2–72 h.
Operative Therapie (Bypass-Operation):
-Bei ungeeigneter Anatomie für eine PTCA.
-Bei persistierender Symptomatik trotz optimaler konservativer Therapie: Jede Stenose >50%
-LCA-Stenose >90% (bzw. >50%)
-Proximale RIVA-Stenose >50%
-Zwei- oder Dreigefäßerkrankung mit Stenosen je >50% und LVEF ≤35%.
12. Wie ist Blutversorgung des Herzens?
24
Rojhat aus Kurdistan
13. Wie ist die Therapie nach dem Stent mit Dosierungen?
SABA: Statin + DAPT oder Triple-Therapie + Betablocker + ACE-Hemmer/Sartan.
*DAPT (Duale Thrombozytenaggregationshemmung): 12 Monate dann Monotherapie mit ASS.
-ASS 100 mg.
-ADP-Rezeptor-Hemmer: Prasugrel 10 mg/Tag, Ticagrelor 2 × 90 mg, Clopidogrel 75 mg/Tag.
-Triple-Therapie: Obligate Vollantikoagulation bei VHF, LAE oder TVT nach PCI OAK + DAPT.
*Betablocker: Bisoprolol 1,25 mg 1-0-0, Metoprolol 12,5mg 1-0-1.
*ACE-Hemmer: Ramipril 1,25 mg 1-0-0.
14. Wie ist Reanimation bei Kammerflimmern? Antiarrhythmika?
Kammerflimmern (>320/min) ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert eine sofortige Reanimation.
[Link] mit mind. 150 Joule biphasisch (360 Joule monophasisch).
[Link] für 2 Minute 30x2.
[Link] Schock HDM weiter.
[Link] 3. Erfolglosem Schock 1mg Adrenalin alle 3-5 Min, 300mg Amiodaron.
[Link] 5. Schock Amiodaron 150mg.
Bei beobachtetem Auftreten von KF oder pVT: Sofortige Defibrillation bis zu drei schnell Schocks aufeinander (3er-Salve).
-Wie viel Energie als Joule?
Energiemenge: Monophasisch (360 Joule). Biphasisch (200 Joule bei der ersten, 360 bei allen weiteren Schockabgaben)
15. STEMI bei Verschluss der rechten Koronararterie?
Hinterwandinfarkt: RCA oder RCX (Inferiorer HWI: II, III, aVF. Posteriorer HWI: V7-V9)
16. Alles über ACS-Therapie? A: s. Frage 11.
17. Was ist Troponin?
Troponin T und I sind Strukturproteine der Skelett- und Herzmuskulatur nachweisbar 2 bis 4 Std nach Infarkt.
-Kardiale Ursachen: Myokarditis, Herzinfarkt.
-Extrakardial: LAE, Niereninsuffizienz, Schlaganfall und Sepsis.
18. Welche Koronararterie versorgt die Vorderwand/Hinterwand/Lateralwand?
LCA: RIVA (Ramus interventricularis anterior), RCX (Ramus circumflexus).
RCA (Rechte Koronararterie).
-Vorderwandinfarkt: RIVA (V1-V4. ggf. auch V5, V6, I, aVL)
-Seitenwandinfarkt: RCX oder RIVA (V5, V6, I, aVL)
-Hinterwandinfarkt: RCA oder RCX (Inferiorer HWI: II, III, aVF. Posteriorer HWI: V7-V9)
19. Pneumothorax: Drainage, warum ist der Zugang in dieser Stelle? A: s. 90.
- Bülau-Drainage: 4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie
- Monaldi-Drainage: 2. ICR auf Medioklavikularlinie
Durchführung:
Lokalanästhesie → Hautinzision mit Schere am Oberrand der unteren Rippe → Tunneling nach kranial → Eröffnung der
Pleura parietalis (ca. 1-2 ICR höher als Hautinzision) → Einführung der Drainage (ca. 20 cm) → Platzierung apikal bei
Luftansammlung, kaudal bei Flüssigkeitsansammlung → Fixierung des Drainageschlauches an der Thoraxwand (durch
Tabaksbeutelnaht)
20. Was ist der Unterschied zwischen STEMI, NSTEMI?
- STEMI: Transmurale Nekrose durch kompletten Verschluss.
- NSTEMI: Nekrose der Innenschicht durch teilweisen Verschluss.
21. Was sind die mechanischen Komplikationen von MI? A: s. 19
Rupturen: Herzwandruptur mit Perikardtamponade, Ventrikelseptumruptur, Papillarmuskel der Mitralklappe.
Herzwandaneurysma (Ventrikelaneurysma).
22. Welche Klappe ist am meisten betroffen?
Mitralklappe.
23. Wie behandelt man Mitralklappeninsuffizienz in diesem Fall?
Klappenersatz.
24. Welches Septumdefekt ist hier am häufigsten?
VSD.
25. Was ist der Druck im rechten Ventrikel und der pulmonale Druck?
Rechte Ventrikel: 25/10 mmHg (systolisch/diastolisch).
Pulmonale Druck: 25/10 mmHg (systolisch/diastolisch).
Linke Vorhof: 2-6 mmHg.
Rechte Vorhof: 2-8 mmHg.
26. ACS (instabile AP und MI nur nennen), was machen Sie?
Instabile AP: Teilweiser Verschluss.
MI: Kompletter Verschluss mit Nekrose.
Troponin: Bei instabiler AP negativ und bei MI positiv.
27. Was sind STEMI-Zeichen in EKG?
ST-Elevation in mind. zwei benachbarten Ableitungen ≥0,1 mV.
Indirekte Infarktzeichen: spiegelbildliche ST-Senkungen ≥0,05 mV (= 0,5 mm) in V1–4 bei posteriorem Hinterwandinfarkt.
25
Rojhat aus Kurdistan
26
Rojhat aus Kurdistan
*Indikationen: VT und KF bei HI mit EF <35%, nach überlebten VT und KF, Kardiomyopathien.
*ICD muss nicht immer gleichzeitig ein HSM sein, aber viele ICD-Systeme haben auch die Funktion von (Einkammer‑)SM!
l. Was implantieren Sie, wenn der Patient als Komplikation von MI eine EF 25% hat?
Das heißt schwergradige HI mit LSB, dann implantiere ich CRT.
m. Und wenn er Kammerflimmer entwickelt, welchen Herzschrittmacher benutzen Sie?
ICD.
30. Was ist Troponin?
Troponin T und I sind Strukturproteine der Skelett- und Herzmuskulatur, nachweisbar 2 bis 4 Std nach Infarkt.
-Kardiale Ursachen: Myokarditis, Herzinfarkt.
-Extrakardial: LAE, Niereninsuffizienz, Schlaganfall und Sepsis.
27
Rojhat aus Kurdistan
C. Thoraxschmerzen:
1. Wie ist Umgang mit thorakalen Schmerzen in der Praxis und Klinik?
*Anamnese (SAMPLE, OPQRST) → KU (Vitalparameter, Herz, Pulse, Lungen) → EKG → Labor (Herzenzyme, D-Dimere, BGA,
BB, CRP, Lipase) → ggf. Bildgebung (Röntgen, Angio-CT) → ggf. weiterführende Diagnostik.
*Redflags: ACS, LAE, Spannungspneu, Aortendissektion, Perikardtamponade, Boerhaave.
2. Wie gehen Sie bei Dyspnoe vor? A: s. 69.
→ Anamnese: SAMPLE, OPQRST.
→ KU: Vitalparameter (AF, HF, RR, sO2), Pulse, Herz, Lungen.
→ EKG.
→ Labor: BGA, BB, Trop, D-Dimere, CRP, BNP.
→ Bildgebung: Rö, Echo, CT.
→ LuFu.
DDx:
Akut:
-HERZ: ACS, Dekomp. HI, HRST, Perikardtamponade.
-LUNGE: LAE, Pneumonie, Pneumothorax, Hämatothorax, Asthma, COPD
-Panikattacke, M. Azidose, Sepsis.
Chronisch: COPD, Asthma, HI, Anämie.
3. Was sind die Ursachen vom Thoraxschmerz? A: s. 13.
-HERZ: ACS, Perimyokarditis, Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.
-LUNGE: LAE, Spannungspneu, Pneumonie, Pleuritis.
-Mediastinal: Aortendissektion.
-GIS: GERD, Mallory-Weiss, Boerhaave, Ulkus v., Pankreatitis.
4. Wie differenziert man Aortendissektion und LAE?
AD: Plötzliche, starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in Rücken Echo, Angio-CT.
LAE: Dyspnoe, plötzliche Brustschmerzen, Tachykardie, Husten (evtl. mit Blut) Wells-Score, D-Dimere, Echo, CT-Angio.
28
Rojhat aus Kurdistan
D. Aortendissektion:
1. Patient mit Thoraxschmerzen und Pulsdifferenz?
Unterschied in Puls und RR zwischen den beiden Extremitäten oder zwischen den unteren und oberen Extremitäten:
-Aortenisthmusstenose: + Herzgeräusch.
-Takayasu: + Vaskulitis.
-Aortendissektion: + starke Brustschmerzen.
-pAVK.
-Subclavian-Steal-Syndrom.
Quelle: Amboss.
3. Was sind die Äste der Aorta?
29
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
4. Was sind die Komplikationen bei Dissektion Typ A?
-Myokardinfarkt: Durch Verlegung der Koronararterien.
-Aortenklappeninsuffizienz.
-Herzbeuteltamponade mit kardiogenem Schock.
-Ischämischer Schlaganfall: Durch Verlegung hirnversorgender Gefäße.
Einengung mediastinaler Strukturen:
o Stridor (Trachea)
o Dysphagie (Ösophagus)
o Obere Einflussstauung (V. cava superior)
o Heiserkeit (N. laryngeus recurrens)
o Horner-Syndrom (Zervikal Ganglion): Ptosis, Miosis, Enophthalmus.
5. DDx von Aortendissektion (RR-Differenz in beiden Armen)? A: s. Frage 1.
6. Standford-Klassifikation, diagnostisches Vorgehen und Behandlungsmöglichkeiten? A: s. 20.
Stanford-Typ A: Betrifft die Aorta ascendens.
Stanford-Typ B: Betrifft die Aorta ab Arcus aortae.
Dx:
Anamnese: Plötzliche Vernichtungsschmerz.
KU: Puls und RR-Differenz (A. carotis, A. subclavia, A. radialis oder A. femoralis).
Warnzeichen bei Typ A: Pulsdefizite der A. carotis.
Labor: Zum Ausschluss anderer Diagnosen D-Dimere, Trop, BB, BGA, Laktat, AST, ALT, LDH.
EKG: Ausschluss von MI.
CT-Angio: Mittel der Wahl.
Echo.
Tx:
Allgemeine Maßnahmen:
-Einstellung von RR und HF: Ziel-SRR 120 mmHg, Ziel-HF 60/Min mit Gabe von Betablockern.
-Analgesie mit Opioiden, insb. Morphin.
Chirurgische Therapie:
-Notfall-Indikation: Stanford-Typ A Offen chirurgische Implantation einer Kunststoffprothese.
Thorakale endovaskuläre Aortenreparatur ((T)EVAR):
-Indikation: Stanford-Typ B Zugang über A. femoralis Einsatz eines Stentgrafts.
7. Wieso ist Typ A gefährlich?
Wg. Komplikationen:
30
Rojhat aus Kurdistan
31
Rojhat aus Kurdistan
E. Aortenaneurysma:
1. Aneurysma: Definition, Klassifikation?
Aneurysma: Aussackung der Gefäßwand einer Arterie.
Klassifikation:
-Aneurysma verum: Aussackung aller Schichten.
-Aneurysma dissecans: Einriss der Intima als Folge der Aortendissektion Spaltung der Gefäßwand Ausbildung eines
zweiten (Pseudo)Lumens.
-Aneurysma spurium/falsum: Perforation der Gefäßwand mit Bildung eines extravasalen Hämatoms.
Quelle: Amboss.
***Man kann Aneurysma spurium/falsum mit Drucken z.B. mit Kompression behandeln wie bei Aneurysma von A.
femoralis oder A. radialis nach Koronarangiographie.
2. Fall: Hypotonie und Bauchschmerzen bei einem 93J Patienten. EKG gezeigt, war VHF mit Tachykardie.
Akutes Abdomen bei Mesenterialinfarkt als Folge der Thrombose bei VHF. Diagnose? Therapie? Aufklärung? A: s. 161.
3. Dann Sonobild von Aortenaneurysma gezeigt, danach CT mit Perforation und Hämatom.
32
Rojhat aus Kurdistan
33
Rojhat aus Kurdistan
F. TVT:
1. Was sind TVT-Zeichen?
Meyer-Zeichen: Wadenkompressionsschmerz Thrombus komprimiert und verursacht Schmerzen.
Homans-Zeichen: Wadenschmerz bei Dorsalextension des Fußes Die Wade streckt und komprimiert Thrombus und
verursacht Schmerzen.
Payr-Zeichen: Fußsohlenschmerz bei Druck auf mediale Fußsohle.
2. Virchow Trias?
-Hyperkoagulation: Verdicktes Blut Genetisch oder vorgehabte Thrombose.
-Stase: Verminderte Strömungsgeschwindigkeit Postop-Immobilität usw.
-Endothelschädigung: Katheter, Wunde usw.
3. Was sind die Komplikationen von TVT?
-LAE.
-Aszendieren der Thrombose (bis in die Beckenvenen oder die V. cava inferior)
-Postthrombotisches Syndrom:
Chronische Rückflussstauung wg. Dekompensation des Venensystems Insuffizienz der Venenklappen Das nennt man
Postthrombotisches Syndrom Blut läuft durch Perforansvene von tiefen Venen in oberflächliche Vene Es entsteht
Varikosis: Erweiterung und Aussackung oberflächlicher Venen Dann CVI: Haut- und Venenveränderungen, Ödemen bis
zu Ulzera.
4. 60J Pat hat keine OP, keine lange Reise gemacht, nimmt keine Kontrazeptiva. Was könnte die Ursache von TVT sein?
Prüfer wollte Malignom hören.
*Andere Ursachen: Antiphospholipid-Syndrom (Autoimmun: Lupus-Antikoagulans, Cardiolipin-Antikörper), Hereditäre
Thrombophilie: Aktiviertes Protein C (APC)-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation), Faktor-VIII-Erhöhung, Prothrombin-
Mutation, Protein S-Mangel, Protein C-Mangel, Antithrombin-Mangel.
5. Wie ist die Gefäßversorgung der Beine?
Arterien: Aorta abdominalis → Iliaca communis → Iliaca externa (&interna) → Femoralis communis → Femoralis
superficialis (&Profunda femoris) → Poplitea → Tibialis anterior (& posterior & Fiburalis) → Dorsalis pedis.
34
Rojhat aus Kurdistan
Tiefe Vene: V. cava inferior <- Iliaca communis <- Iliaca externa (&interna) <- Femoralis (&Profunda femoris & Saphena
magna) <- Poplitea (&Saphena parva) <- Tibialis anterior & posterior & Fibularis.
Oberflächliche Vene: V. cava inferior <- Iliaca communis <- Iliaca interna <- Saphena magna (&Femoralis) <- Saphena parva
(aus Femoralis) <- Dorsalis pedis.
6. Was sind die Beinvene?
Tiefe Vene: Femoralis, Poplitea, Tibialis anterior & posterior, Fibularis.
Oberflächliche Vene: Saphena magna, Saphena parva.
7. Was ist der Unterschied zwischen weißem und rotem Thrombus?
Weißer Thrombus: Thrombozyten + Fibrin Er bildet sich in Arterien und ist die Ursache für arterielle Thrombosen wie
einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Roter Thrombus: Erythrozyten + Fibrin Er bildet sich in Venen und ist die Ursache für venöse Thrombosen wie eine
tiefe Venenthrombose.
Primäre Hämostase = Weißer Thrombus:
Ein Netzwerk aus Thrombozyten.
Die primäre Hämostase besteht aus drei Schritten:
-Thrombozytenadhäsion: Ankleben an den Endotheldefekt mit Hilfe des von-Willebrand-Faktors.
-Thrombozytenaktivierung: Freisetzung gerinnungsfördernder Substanzen wie Thromboxan-A2 ins Blut.
-Thrombozytenaggregation: Vernetzung untereinander durch Fibrinogenmoleküle.
Sekundäre Hämostase = Roter Thrombus:
Gerinnungsfaktoren sind aktiviert.
Die Gerinnungskaskade besteht aus zwei Wege:
*Beide Wege laufen parallel und münden in der Aktivierung der Thrombin.
*Thrombin umwaldelt Fibrinogen in Fibrin und bildet den stabilen Thrombus.
-Intrinsisch: F 8-9-11-12
-Extrinsisch: F 3-7
-Gemeinsam: F 1-2-5-10
35
Rojhat aus Kurdistan
G. Lungenembolie:
1. Wells-Score für LAE?
-Z.n. LAE/TVT. OP ˂1 M. Malignom. Zeichen der TVT. HF >100/min. Hämoptysen. LAE wahrscheinlicher als andere Dx.
-0-1: Lungenembolie unwahrscheinlich, ≥2: Lungenembolie wahrscheinlich.
2. Hypotonie als Hinweis auf massive LAE, was machen Sie?
Sofort Intensivstation und Lysetherapie.
3. LAE-Diagnostik? A: s. 26.
Anamnese: Dyspnoe, Tachypnoe, Husten, Hämoptysen, Rechtsherzbelastung (Hypotonie, Tachykardie, Synkope), ggf. TVT.
KU: Einseitige Beinödeme, gestaute Halsvene (Rechtsherzbelastung).
Wells-Score.
EKG: Sinustachykardie, HRST (VHF), Rechtsherzbelastung (Sagittaltyp: SIQIII o. SISIISIII, P-pulmonale, RSB, T-Neg in III, V1-V3)
Labor: D-Dimere, BGA, Troponin&BNP (Rechtsherzbelastung).
Röntgen: Hampton's hump (keilförmige Transparenzminderung = Lungeninfarkts), Westermark-Zeichen
(Transparenzerhöhung)
CT-Angio: 1. Wahl.
Perfusions- und Ventilationsszintigraphie: Bei schwerer Niereninsuffizienz.
Echo: Dilatation und Hypokinesie des rechten Ventrikels. Systolischer Pulmonalarteriendruck↑
4. Wells-Score? A: s. Frage 1.
36
Rojhat aus Kurdistan
37
Rojhat aus Kurdistan
38
Rojhat aus Kurdistan
H. Herzinsuffizienz:
1. Welches Diuretikum wirkt nicht nur physiologisch, sondern auch prognostisch bei Herzinsuffizienz?
Spironolacton (bei NHYA II-IV).
*Herzleistung nimmt bei Herzinsuffizienz ab Nierenperfusion nimmt ab Renin wird ausgeschüttet ACE und
Aldosteron werden ausgeschüttet Salz- und Wasserretention nimmt zu durch Aldosteron Dies ist schlecht für das
Herz, weil das zum Herzen gelangende Blutvolumen zunimmt Die Herzbelastung steigt und die Herzinsuffizienz
verschlimmert Daher werden Aldosteronantagonisten eingesetzt.
2. Definition von Herzinsuffizienz: Akut-chronisch, links-rechts?
Die Pumpleistung des Herzens reicht nicht aus, um den Blutkreislauf normal zu erhalten.
Amboss: Die Folgen von strukturellen oder funktionellen Veränderungen des Herzens, die zu einer Reduktion des
Herzzeitvolumens (HZV: l/min) führen.
*Systolische HI: Gestörte Kontraktionsfähigkeit Reduzierte Pumpkraft (EF) HFrEF.
*Diastolische HI: Gestörte Relaxationsfähigkeit HFpEF.
-Akute HI: Die Symptome der HI erfordern eine dringende Krankenhausbehandlung und iv Therapie Dekompensation
einer chr. HI oder Erstdiagnose.
-Chronische HI: entwickelt sich über Monate oder Jahre. Die Symptome beginnen schleichend und nehmen allmählich zu
ohne Aussicht auf vollständige Genesung.
*LHI: HI von linkem Herz Pumpen des Blutes im Körper nicht effizient.
*RHI: HI von rechtem Herz Pumpen des Blutes in die Lungen nicht effizient.
3. Wie NYHA-Einteilung?
St. I: Asymptomatisch.
St. II: Beschwerden bei stärkerer körperlicher Belastung (2 Stockwerke Treppensteigen).
St. III: Beschwerden bei leichter körperlicher Belastung (1 Stockwerk Treppensteigen).
St. IV: Beschwerden in Ruhe.
4. Wie Einteilung nach EF?
-HFrEF (HI mit reduzierter EF): LVEF <40% + Symptome der HI.
-HFmrEF (HI mit mittelgradiger EF): LVEF 40–49% + Symptome der HI. nNT-proBNP↑ u/o BNP↑. Strukturelle
Herzerkrankung oder diastolische Dysfunktion.
-HFpEF (HI mit erhaltener EF): LVEF ≥50% + Symptome der HI. nNT-proBNP↑ u/o BNP↑. Strukturelle Herzerkrankung oder
diastolische Dysfunktion.
5. Medikamente von HI?
-Bei HFrEF: Medikamente ICD oder CRT-D Herztransplantation.
-Bei HFmrEF und HFpEF: Diuretika (symptomatisch).
Medikamente nach NHYA-Stadien:
St. I: ACE-H/ARNI (+BB).
St. II: ACE-H/ARNI + BB + Spironolacton + SGLT-2-Hemmer.
St. III: ACE-H/ARNI + BB + Spironolacton + SGLT-2-Hemmer.
St. IV: ACE-H/ARNI + BB + Spironolacton + SGLT-2-Hemmer.
+ Schleifen/Thiazid-Diuretika: Bei Stauungszeichen.
+ If-Kanal-Hemmer (Ivabradin): Mit BB oder Ersatz für BB Nur bei nicht-beherrschbare Tachykardie.
+ ARNI (Neprilysin-Inhibitoren): Ersatz für ACE-H Bei Pat, die trotz optimaler Therapie symptomatisch sind.
+ Digoxin: Als letzte Option.
+ Eisen iv: Bei Eisenmangel.
Wirkungen:
*ACE-H: Vasodilatation.
*BB: Verminderung des HF (- chronotrop), der Kontraktilität (- inotrop), AV-Leitung ist langsamer (- dromotrop), Erregung
Erschaffung langsamer (- barthrotrop)
*Spironolacton: Verminderte Wasserresorption (s. Frage 1).
*Neprilysin-Inhibitor: Neprilysin bauet ANP ab. Sacubitril hemmt Neprilysin und ANP bleibt im Körper und macht Diurese.
*Ivabradin: Nur bei nicht-beherrschbare Tachykardie.
*Digitalis: Positive inotrop: Blockiert Na-Ca-Kanal erhöht Ca in Myokardzellen Das verstärkt die Kontraktilität
Negativ chronotrop: Blockiert AV-Knoten.
Herzschrittmacher:
*ICD: EF ≤35% + QRS <130ms.
*CRT: EF ≤35% + QRS ≥130ms + LSB.
39
Rojhat aus Kurdistan
40
Rojhat aus Kurdistan
-Anämie.
-Verschlechterung einer CNV.
-Schlecht eingestellte aHT.
-NSAR.
-Glucocorticoiden.
-Exzessiver Alkoholkonsum.
-Hyperthyreose und Hypothyreose.
-Unzureichende Medikation.
7. Pat stellt sich in der Notaufnahme mit Luftnot vor. Vorgehen? DDx? A: s. 69.
→ Anamnese: SAMPLE, OPQRST.
→ KU: Vitalparameter (AF, HF, RR, sO2), Pulse, Herz, Lungen.
→ EKG.
→ Labor: BGA, BB, Trop, D-Dimere, CRP, BNP.
→ Bildgebung: Rö, Echo, CT.
→ LuFu.
DDx:
Akut:
-HERZ: ACS, Dekomp. HI, HRST, Perikardtamponade.
-LUNGE: LAE, Pneumonie, Pneumothorax, Hämatothorax, Asthma, COPD.
-Panikattacke, M. Azidose, Sepsis.
Chronisch: COPD, Asthma, HI, Anämie.
8. Kennen Sie einen Laborwert, um die kardiale Dyspnoe von einer pulmonalen Dyspnoe zu unterscheiden?
Brain Natriuretic Peptid, kurz BNP:
-Werte > 400 pg/ml sind ein Hinweis auf eine Herzinsuffizienz.
-Werte < 100 pg/ml schließen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine HI aus.
9. Was sind die Ursachen von Halsvenenstauung?
-Rechtsherzinsuffizienz.
-Hypervolämie.
-Struma.
-Thrombose der Vena cava superior.
-Mediastinaltumor.
-Spannungspneumothorax.
-Perikardtamponade.
-Rechtsherzbelastung bei LAE.
10. Pat mit HI hat LSB und Sinusrhythmus in EKG: Was ist die Behandlung? A: s. Frage 5.
Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) + ICD: CRT-D.
ICD: EF ≤35% + QRS <130ms.
CRT: EF ≤35% + QRS ≥130ms + LSB.
41
Rojhat aus Kurdistan
-Entweder im rechten Vorhof u/o im rechten Ventrikel. Bei biventrikulären Systemen zusätzlich im Sinus coronarius.
13. Wie ist die Klassifikation (HFpEF, HFmrEF, HFrEF)? A: s. Frage 4.
14. Wie ist die Therapie von Herzinsuffizienz HFrEF mit LSB?
Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): EF ≤35% + QRS ≥130ms + LSB.
15. Was ist NYHA IV?
Beschwerden in Ruhe.
16. Wie behandeln Sie NYHA 1 konservativ?
ACE-H/ARNI (+BB).
17. Woher bekommt man Energie zum Leben?
Kohlenhydrate 55%, Protein 15%, Fett 30%, O2, Wasser, Elektrolyte (Er wollte wissen, wie ist der prozentige Anteil jeweils).
In Ruhe:
a. Fettreserven:
Lipolyse: Triglyzeride werden in Fettsäuren und Glycerol gespalten. Fettsäuren werden in den Mitochondrien durch
Beta-Oxidation zu Acetyl-CoA abgebaut, das in den Citratzyklus eingespeist wird, um ATP zu erzeugen.
b. Kohlenhydrate:
Glykogenolyse: Glykogen in der Leber und in den Muskeln wird zu Glukose abgebaut, die in den Blutkreislauf
abgegeben und zur Energieproduktion genutzt wird.
Glykolyse: Glukose wird in den Zellen zu Pyruvat abgebaut, um ATP zu produzieren.
Unter Belastung:
a. Kreatinphosphat:
Anaerobe alaktazide Phase: In den ersten Sekunden intensiver Belastung wird ATP schnell durch die Spaltung von
Kreatinphosphat regeneriert.
b. Anaerobe Glykolyse:
Anaerobe laktazide Phase: Bei intensiver Belastung, wenn der Sauerstoff nicht ausreicht, wird Glukose anaerob zu
Laktat abgebaut, wobei ATP produziert wird. Dies liefert schnell Energie, führt jedoch zur Ansammlung von Milchsäure
(Laktat), was zu Muskelermüdung führt.
c. Aerobe Glykolyse und Fettverbrennung:
Aerobe Phase: Bei längerer und weniger intensiver Belastung nutzen die Muskeln Glukose und Fettsäuren unter
Sauerstoffverbrauch zur Energiegewinnung. Dies geschieht effizienter und produziert mehr ATP, allerdings langsamer
als die anaerobe Glykolyse.
d. Glykogen:
Muskeln und Leber speichern Glykogen, das schnell zu Glukose abgebaut und zur Energieproduktion verwendet
werden kann.
18. Wie viel Kalorien braucht man täglich?
2000 kcal.
19. Was sind die Typen von HI? A: s. Frage 2-3-4.
NYHA, nach EF, Akut-Chronisch, Rechts-Links-Global, Systolisch-Diastolisch.
20. Was sind die Ätiologien von HI? A: s. 29.
- KHK.
- aHT.
- HRST (VHF).
- Herzklappenfehler: Aortenklappenstenose, Aortenklappeninsuffizienz, Mitralklappenisuffizienz.
- Seltenere Ätiologien: Kardiomyopathien (dilatatativ, hypertroph oder restriktiv). Myokarditis.
- Systemische Erkrankungen: Amyloidose.
- Medikamente: Anthrazykline, Trastuzumab.
- Drogen: Kokain, Alkohol.
21. Was sind die Symptome von HI? A: s. 29.
Allgemeinsymptome:
- Schwächegefühl, Leistungsminderung, Nykturie, Tachykardie.
Symptome der Linksherzinsuffizienz:
- Dyspnoe (Belastungsdyspnoe bis Ruhedyspnoe mit Orthopnoe).
- Tachypnoe.
- (Nächtliche) Hustenanfälle mit Dyspnoe Asthma cardiale.
- Pulmonale Stauung. Pleuraergüsse. Lungenödem.
- Renale Minderperfusion.
- Zerebrale Minderperfusion Vigilanzminderung, Verwirrheit.
Symptome der Rechtsherzinsuffizienz:
- Beinödeme.
- Hepatomegalie => Leberkapselspannungsschmerz => evtl. Ikterus, Aszites.
- Halsvenenstauung.
- Hepatojugulärer Reflux.
22. Was sind die Komplikationen von HI?
- Kardiale Dekompensation (Akute Herzinsuffizienz), ggf. mit Lungenödem.
42
Rojhat aus Kurdistan
- Kardiogener Schock.
- HRST.
- Thrombenbildung mit Gefahr des ischämischen Schlaganfalls, insb. bei VHF.
- Kardiorenales Syndrom (Nierenverschlechterung durch renale Minderperfusion).
- Zentrales Schlafapnoe-Syndrom.
- Stauungsdermatitis.
23. Fall: Verdacht auf HI.
-Was hören Sie auskultatorisch?
Herz: 3. Herzton (Galop-Rhythmus) u/o Klappenvitien.
Lunge: Feuchte RG (bei Lungenödem), Pleuraerguss.
-Dann wurde mir eine EKG mit VHF gezeigt. Was ist die Therapie?
Thromboembolieprophylaxe:
*DOAK oder Vit-K-Antagonisten nach CHA2DS2VASc-Score über ≥1 bei Mann, ≥2 bei Frau (bei valvuläres VHF nur Vit-K-A).
-Blutung-Risiko bei HASBLED-Score ≥3 Engmaschige Antikoagulasyon-Kontrolle.
*Vorhofohrverschluss
Frequenzkontrolle (zw. 80-110/min):
-BB (+Digitalis) bei TAA.
-Atropin/Orciprenalin + HSM bei BAA.
*Orciprenalin: B1- und B2-Mimetikum:
B1: Positiv inotrop, chronotrop und dromotrop (AV-Überleitung schneller).
B2: Broncho- und Vasodilatation.
Wirkungseintritt 1 min, -dauer 2-5min.
*Atropin: Positiv inotrop und dromotrop.
Rhythmuskontrolle:
o Indikation: Bei Symptompersistenz trotz Frequenzkontrolle.
o Notfallkardioversion: TAA mit kardialer Dekompensation und hämodynamischer Instabilität, als EKV.
o Elektive Kardioversion: Hämodynamisch stabil, aber Symptompersistenz: Elektrische oder medikamentöse KV.
-TEE zum Thrombenausschluss:
o VHF <48h: KV ohne TEE.
o VHF >48h: Immer TEE vor KV!
o Ausnahme: Glaubhaft dokumentierte therapeutische Antikoagulation für min. 4 Wochen.
o Bei Vorhofthrombus-Nachweis: Einleitung therapeutischer Antikoagulation für 4 Wochen.
o Nach der KV: Therapeutische Antikoagulation für min 4 Wochen.
Therapie Optionen:
*EKV nach TEE bei symptomatischen Pat.
*Medikamentöse KV Klasse Ic: Flecainid, Klasse III: Amiodaron.
*Katheterablation: Bei symptomatischer VHF-Rezidiven unter Antiarrhythmika.
-Nach der Kardioversion hat die Patientin thorakale Schmerzen und EKG mit Hinterwandinfarkt. Was nun?
Ich: ASS 250mg iv/po, Ticagrelor 180 mg po, Heparin 5000IE, Morphin 5mg iv, Diazepam, Nitrate, BB.
-Das war aber nicht, was die Prüferin hören möchte. Ich bin schon im Krankenhaus, deswegen die Antwort:
PTCA.
-Wann?
STEMI: in 120 Minuten.
*<12 h nach Symptombeginn.
*>12 h nach Symptombeginn, falls weiterhin Symptome, hämodynamische Instabilität oder Arrhythmie.
*12–48 h nach Symptombeginn möglich als Routine-PCI.
NSTEMI:
2-72h.
-Weitere Möglichkeiten?
Thrombolyse PTCA nicht binnen 120 Minuten verfügbar und Beschwerdebeginn <12 Stunden.
-Was noch kann man machen?
Bypass-OP:
*Bei ungeeigneter Anatomie für eine PTCA.
*Bei persistierender Symptomatik trotz optimaler konservativer Therapie: Jede Stenose >50%
*LCA-Stenose >90% (bzw. >50%)
*Proximale RIVA-Stenose >50%
*Zwei- oder Dreigefäßerkrankung mit Stenosen je >50% und LVEF ≤35%.
-Wie ist die Behandlung der dekompensierten HI?
Man muss auch beachten, wo die Situation passiert, z.B.: in einer Praxis. Also nicht sofort Furosemid iv geben und alles
erzählen, sondern erstmal ins Krankenhaus einweisen. Die Prüferin war auch sehr hilfsbereit.
-Was sind die Ursachen von VHF?
– Idiopathisch 15 %
– Kardial: HI, KHK, Klappenvitien, Kardiomyopathien.
43
Rojhat aus Kurdistan
44
Rojhat aus Kurdistan
I. VHF:
1. Was ist die Therapie von VHF? A: s. 37.
Thromboembolieprophylaxe:
*DOAK oder Vit-K-Antagonisten nach CHA2DS2VASc-Score über ≥1 bei Mann, ≥2 bei Frau (bei valvuläres VHF nur Vit-K-A).
-Blutung-Risiko bei HASBLED-Score ≥3 Engmaschige Antikoagulasyon-Kontrolle.
*Vorhofohrverschluss
Frequenzkontrolle (zw. 80-110/min):
-BB (+Digitalis) bei TAA.
-Atropin/Orciprenalin + HSM bei BAA.
*Orciprenalin: B1- und B2-Mimetikum:
B1: Positiv inotrop, chronotrop und dromotrop (AV-Überleitung schneller).
B2: Broncho- und Vasodilatation.
Wirkungseintritt 1 min, -dauer 2-5min.
*Atropin: Positiv inotrop und dromotrop.
Rhythmuskontrolle:
o Indikation: Bei Symptompersistenz trotz Frequenzkontrolle.
o Notfallkardioversion: TAA mit kardialer Dekompensation und hämodynamischer Instabilität, als EKV.
o Elektive Kardioversion: Hämodynamisch stabil, aber Symptompersistenz: Elektrische oder medikamentöse KV.
-TEE zum Thrombenausschluss:
o VHF <48h: KV ohne TEE.
o VHF >48h: Immer TEE vor KV!
o Ausnahme: Glaubhaft dokumentierte therapeutische Antikoagulation für min. 4 Wochen.
o Bei Vorhofthrombus-Nachweis: Einleitung therapeutischer Antikoagulation für 4 Wochen.
o Nach der KV: Therapeutische Antikoagulation für min 4 Wochen.
Therapie Optionen:
*EKV nach TEE bei symptomatischen Pat.
*Medikamentöse KV Klasse Ic: Flecainid, Klasse III: Amiodaron.
*Katheterablation: Bei symptomatischer VHF-Rezidiven unter Antiarrhythmika.
Durchführung der EKV:
EKG-Monitoring Kurznarkose mit Propofol iv unter Beatmungsbereitschaft Energie einstellen (150 J) Elektroden
anbringen; rechts parasternal im 3. ICR, links im 5. ICR über die Herzspitze Laden Kardiovertieren Bei Erfolglosigkeit
ggf. Klebeelektroden in anterior-posteriore Position bringen.
2. Patient mit VHF kommt zum HA und fragt seine Medikamente. Man sollte den Patienten die Therapie erklären.
DOAK 4 Wochen + B-Blocker:
Apixaban 2x5mg/Rivaroxaban 1x20mg/Edoxaban 1x60mg/Dabigatran 2x150mg + Bisoprolol 1,25mg/Metoprolol 12,5mg.
3. Wie behandelt man akute VHF? A: s. Frage 1.
4. Was muss man immer vor KV machen und warum?
TEE zum Thrombenausschluss.
5. Wo wird der Thrombus gebildet und in welchem Vorhof?
Im linken VorhofOHR.
6. Was sind die Komplikationen von VHF?
• Thromboembolie: Schlaganfall, Nieren- oder Milzinfarkt, Mesenterialinfarkt, akute AVK.
• Kardiale Dekompensation: Bei bek. HI und TAA.
• Tachykardiomyopathie: Eine Form der chronischen Herzinsuffizienz bei längerfristig unkontrollierter Tachykardie.
7. Eine Patientin klagt über Palpitationen, aber im Moment nicht, was machen Sie?
LZ-EKG oder Event-Rekorder.
-Welche DDx?
Tachykardien:
Supraventrikuläre Rhythmusstörungen:
-Sinustachykardie.
-SVES.
-VHF/-flattern.
-Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie:
*Atriale Tachykardie Bei Hyperthyreose und Digitalisintoxikationen.
*AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT) Häufig bei Herzgesunden, P-Wellen sind nicht sichtbar.
Zwei funktionale Leitungsbahnen im AV-Knoten.
*AV-Reentry-Tachykardie (AVRT) Levine-Ganon-Logan-Syndrom, Wolff-Parkinson-White-Syndrom (Kent-Bündel):
Akzessorische Leitungsbahn zw. Vorhof und Kammer.
Ventrikuläre Rhythmusstörungen:
-VT.
-VES.
-KF/-flattern.
45
Rojhat aus Kurdistan
46
Rojhat aus Kurdistan
47
Rojhat aus Kurdistan
48
Rojhat aus Kurdistan
Polymorphe Breitkomplextachykardie mit einem chaotischen Bild aus stark unterschiedlichen QRS-Komplexen und
schwankenden R-R-Abständen (HF schwer bestimmbar, aber deutlich über 150/min). Ein Übergehen in ein
Kammerflimmern ist wahrscheinlich. (Quelle: Amboss)
49
Rojhat aus Kurdistan
VT (Quelle: Amboss).
50
Rojhat aus Kurdistan
51
Rojhat aus Kurdistan
52
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
53
Rojhat aus Kurdistan
17. VHF bei einem 50-jährigen Mann in NA mit HF 180 bpm. Was machen Sie?
-Antikoagulation, wenn CHA2DS2VASc-Score ≥2 ist.
-B-Bloker (+Digoxin)
-KV: TEE dann medikamentöse mit Flecainid (Kl. Ic) / Amiodaron (Kl. III) Oder elektrisch.
18. Ein junger Mann mit 170 bpm, Schmalkomplextachykardie. Was könnte das sein?
54
Rojhat aus Kurdistan
55
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Springer.
56
Rojhat aus Kurdistan
57
Rojhat aus Kurdistan
30. Nach Behandlung der Allergie, sollen wir EK wieder geben? Was sollen wir machen?
Dann benutzen wir Antihistaminikum + ggf. Steroide + gewaschene EK die Leukozyten, Thrombozyten und Blutplasma
werden entfernt, um potenzielle allergene Substanzen zu minimieren.
Also gewaschenes EK = hauptsächlich Erythrozyten.
31. EKG mit VHF gezeigt. Ich musste es nur beschreiben. Dann ein HSM-EKG. Warum sind die QRS-Komplexe
verbreitert?
Wenn HSM direkt den Ventrikel stimuliert, dann ist QRS breit Wie bei natürliche Ventrikel-ursprüngliche Erregungen.
Einkammerschrittmacher: AAI.
Einkammerschrittmacher: VVI.
Zweikammerschrittmacher: DDD.
58
Rojhat aus Kurdistan
59
Rojhat aus Kurdistan
*BB (+Digoxin).
*KV nach TEE: Flecainid, Amiodaron oder EKV.
37. Was sind die Nebenwirkungen von Amiodaron?
-Einlagerung in die Kornea → reversible Beeinträchtigung des Sehvermögens (90%).
-Photosensibilität der Haut.
-Lungenfibrose.
-Leberfunktionsstörungen.
-Verlängerung der QT-Zeit.
-Periphere Neuropathie.
-Schilddrüsenfunktionsstörungen: Hyperthyreose oder Hypothyreose.
38. EKG von VHF. Was passiert bei VHF?
Meist nach einer Extrasystole Atriale Arrhythmie aufgrund multipler atrialer Mikro-Reentry-Kreise AV-Knoten
bremsen die Impulse nicht mehr so effektiv Unregelmäßige atrioventrikuläre Überleitung:
*Wg. 300-400 Frequenz in Vorhöfen ist die Kontraktilität im linken Vorhof/Vorhofohr eingeschränkt Blutfluss
verlangsamt Eine Thrombusbildung im linken Vorhofohr Eine arterielle Embolie.
*Ventrikelfüllung um 20% reduziert führt zu Herzinsuffizienz.
39. EKG mit VHF und EKG mit AV-Block 1. Grades.
60
Rojhat aus Kurdistan
61
Rojhat aus Kurdistan
62
Rojhat aus Kurdistan
63
Rojhat aus Kurdistan
64
Rojhat aus Kurdistan
65
Rojhat aus Kurdistan
*EPU: Spezielle Herzkatheteruntersuchung mit intrakardialer EKG-Ableitung und Elektrostimulation zur Diagnostik von
HRST. Häufig wird das Verfahren mit einer anschließenden therapeutischen Katheterablation verbunden.
Quelle: [Link]
12. Fall: 75J Pat kommt mit rezidivierendem Sturz. Was kann die Ursache sein?
Ich: Zuerst Anamnese.
Prüfer: Patient hat aHT und nimmt Ramipril, Betablocker und HCT.
Ich: KU und Vitalparameter.
Prüfer: RR systolisch 90 mmHg.
Ich: Patient ist hypoton und wir sollen die Medikamente pausieren.
Prüfer: Welche Ursachen für rezidivierendem Sturz bei alten Leuten gibt's noch?
Ich: Exsikkose, Demenz, Gangstörung und Parkinson.
Prüfer: Was sind Synkope-Ursachen?
-Kardial: Brady- oder Tachykarde HRST, Herzklappenstenose, HOCM, LAE, Aortendissektion.
-Reflex-Synkope: Vasovagal (Angst, Schmerz, langes Stehen), Situativ (Miktion, Defäkation, Husten, Niesen, Lachen),
Karotissinussyndrom.
-Orthostatisch: Neurogen (Parkinson, MS, DM), Nicht-neurogen (Exsikkose, Blutung, Diarrhoe, Vasodilatantien).
13. Was machen Sie bei Reanimation? A: s. Frage 1 und 2.
14. Wie tief gehen Sie beim Drucken?
5-6 cm.
15. Was sind die Schwindeltypen?
Schwindeltypen: Vestibular, nicht-vestibular.
Vestibularorgan: Ein Teil des Innenohrs, besteht aus drei Bogengängen und zwei Makulaorganen (Sacculus und Utriculus),
die von Endolymphe ausgefüllt sind.
Gerichteter Schwindel (eng. Vertigo): Durch eine vestibuläre Störung.
„Die Welt um mich herum bewegt sich!“
*Drehschwindel → „Wie im Karussell“
*Liftschwindel → „Wie in einem hinauf-/hinabfahrenden Aufzug“
Entstehung: Dissoziation von vestibulärer und visueller Wahrnehmung durch vestibulär Störung der Okulomotorik
(Augenbewegung).
Ätiologie: Eine Funktionsstörung im vestibulären System, also Störung von:
[Link].
2.N. vestibulocochlearis.
[Link] Strukturen (Hirnstamm, Kleinhirn).
Peripher-vestibuläre Ursachen:
-Funktionsstörung des Vestibularorgans: z.B. Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS), Morbus Menière.
-Funktionsstörung des N. vestibulocochlearis: z.B. Neuropathia vestibularis.
Zentral-vestibuläre Ursachen:
-Läsionen des Hirnstamms oder des Kleinhirns Ischämien, Tumoren.
Ungerichteter Schwindel (eng. Dizzyness): Durch eine nicht-vestibuläre Störung.
-Schwankschwindel → Unsicherheitsgefühl, Benommenheitsgefühl, Drieseligkeit, Schwummerigkeit → „Wie auf einem
schwankenden Schiff“
Ätiologie: Eine systemische Störung oder eine Störung des nicht-vestibulären Gleichgewichtssystems.
[Link]äre: HRST, aHT, Hypotonie, Antihypertensiva-Überdosierung, Volumenmangel, Kardiale Insuffizienz.
[Link]-/Hyperglykämie, Elektrolytentgleisung.
[Link] oder primäre okulomotorische Störung.
66
Rojhat aus Kurdistan
67
Rojhat aus Kurdistan
K. Arterielle Hypertonie:
1. Wie misst man genau den Blutdruck?
Kleidung am Oberarm entfernen, um Blutstau zu verhindern 5-minütige Pause im Sitzen bevor die Messung Die
luftleere Manschette 2 bis 3 cm oberhalb des Ellenbogens anlegen Arm sollte entspannt und auf Herzhöhe sein
Stetoskop an der Ellenbeuge ansetzen Die Manschette aufpumpen, bis Blutfluss kurz unterbricht Dann die Luft
wieder ablassen Geräusch beginnt beim systolischen Druck und Geräusch verschwindet beim diastolischen Druck.
2. Wie entstehen die Geräusche bei der Blutdruckmessung?
Manschette drückt A. brachialis Beim Ablassen der Luft wird die Kompression allmählich reduziert An einem
bestimmten Druck beginnt das Blut wieder zu fließen Aber zunächst ein turbulenter Blutstrom, da A. brachialis immer
noch teilweise abgedrückt ist Man hört dumpfes, klopfendes Korotkow-Geräusch Der Zeitpunkt des Geräuschbeginns
entspricht dem maximalen arteriellen, d.h. dem systolischen Blutdruck Bei weiterem Ablassen der Luft erreicht der
Manschettendruck schließlich einen Punkt, an dem keine Kompression der Arterie mehr vorhanden ist das Blut strömt
laminar und ist daher nicht mehr hörbar Dieser minimale Wert des arteriellen Blutdrucks entspricht dem diastolischen
Blutdruck.
3. Warum blutet Nase bei arterieller Hypertonie?
Der erhöhte RR erhöht die Belastung auf die kleinen Blutgefäße in der Nase, was zu Verletzungen in kleinen Arterien
führen kann.
4. Was sind die Komplikationen arterieller Hypertonie?
Herz:
- Hypertensive Kardiomyopathie: Durch Druckbelastung des linken Ventrikels → Herzinsuffizienz.
- KHK durch Makro- und Mikroangiopathie.
Gefäße:
- Karotisstenose.
- Aortenaneurysma.
- Aortendissektion.
Gehirn:
- Hämorrhagische oder ischämischer Schlaganfall.
- Vaskuläre Demenz.
Niere:
- Hypertensive Nephropathie:
1. Beginn mit Mikroalbuminurie.
2. Nephrosklerose mit Makroalbuminurie zunehmende chronische Niereninsuffizienz.
3. Schrumpfniere und terminale Niereninsuffizienz.
Auge:
- Hypertensive Retinopathie (Fundus hypertonicus): Veränderungen der retinalen Gefäße
5. Wie ist die Diagnostik arterieller Hypertonie?
Das Schema von Allgemeinmedizinerin Dr. Seifert-Bach bei allen Pat mit erhöhtem RR:
-3 Messungen morgens&abends für 3 Tage.
-LZ-RR Non-dipper RR?
-EKG Herzhypertrophie?
-Urinstatus Proteinurie?
-Blut K, Na, Krea, Aldosteron, TSH, Lipide, BZ, HbA1c.
-Duplexsono Nierenarterienstenose.
-Echo Aortenisthmusstenose.
Schema in 444:
Anamnese: Salz, Rauchen, Alkohol, Koffein, Stress, Adipositas, Familienanamnese, Erkrankungen? Medikamente?
KU:
-Blutdruckmessung an beiden Armen und auch im Aufstehen.
-Puls an beiden Armen und Beinen (Aortenisthmusstenose?).
-Ggf. Pulsus durus (harter Puls).
-Ggf. Strömungsgeräusche im seitlichen Oberbauch (Nierenarterienstenose?).
Häusliche RR-Selbstmessung:
- 2-mal morgens und 2-mal abends für 5 Tage. (oder 3-mal morgens und 3-mal abends für 3 Tage = 3-Regel).
- Hypertonie ist definiert bei RR ≥ 135/85 mmHg.
- Indikationen: V.a. Weißkittel-Hypertonie, V.a. maskierte Hypertonie (normal in Praxis, hoch Zuhause), V.a. resistente
Hypertonie. V.a. Hypotonie unter Behandlung.
LZ-RR:
- Wiederholte Blutdruckmessung mithilfe eines tragbaren Geräts über 24 h.
- Hypertonie ist definiert als RR ≥ 135/85 tagsüber, ≥ 120/70 in der Nacht, ≥ 130/80 über 24h.
- Indikationen:
*V.a. Weißkittel-Hypertonie
*V.a. maskierte Hypertonie (normal in Praxis, hoch Zuhause)
68
Rojhat aus Kurdistan
69
Rojhat aus Kurdistan
DIURETIKA: 5 Untergruppen:
1. Thiazide: z.B. HCT, Chlortalidon.
W: Verminderte Na- und K-Resorption im distalen Tubulus.
NW: HCT ist Melanom-erregend. Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↑. Harnsäure↑. BZ↑.
LDL↑.
I: aHT, Ödeme bei chr. HI.
KI: Bei GFR <50ml/min oder Krea >2mg/dl funktionieren Thiazide nicht deswegen geben wir
Schleifendiuretika.
2. Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid.
W: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht
Hypovolämie Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert
Niere vermehrt Na nach diesen 6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper
haben Deswegen geben wir Furosemid nur bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur
Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-
Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT, aber nicht bei akuten Situationen
70
Rojhat aus Kurdistan
wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von Lungenödem
sterben.
Furosemid = Lasix Last Six Hours.
NW: Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca2↓. Harnsäure ↑. BZ↑. Ototoxizität.
I: Ödeme (HI, Zirrhose). HyperCa.
KI: HypoCa, HypoK, HypoNa.
3. K-sparende Diuretika: z.B. Amilorid, Triamteren.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
4. Aldosteron-Antagonisten: z.B. Spironolacton, Eplerenon.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑. Spironolacton hemmt den Abbau von Östrogen und macht Gynäkomastie, deswegen
wollen die Männer dieses Med nicht.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
5. Osmotische Diuretika: Mannitol.
W: Mannitol erhöht die Osmolalität in Gefäß Wasser kommt von Zellen raus in Gefäße Dadurch wird
Hirndruck erniedrigt.
nur i.v.
I: Hirnödem, Glaukomanfall.
KI: aHT weil die ziehen Wasser von Zellen ins Gefäß und erhöhen den RR.
Da Körper verliert Na und Wasser zusammen, sehen wir extreme selten HypoNa und HyperNa. Wenn wir
Thiazide oder Furosemid geben, damit Pat mit dekomp. HI 1kg verliert, verliert der Pat 1lt Wasser mit Na Aber
verliert keine Erythrozyten oder Thrombozyten Das bedeutet Hct wird erhöhen Viskosität wird erhöhen
Thrombose-Risiko wird erhöhen.
Beta-Adrenoceptoren-Blocker:
1. B1-Rezeptoren: Herz.
Erhöhung von HF (+ chronotop), Erhöhung der Kontraktilität (+ inotrop), AV-Leitung ist schneller (+
dromotrop), Erregung Erschaffung schneller (+ Barthrotrop), Vasodilatation.
2. B2-Rezeptoren: Gefäße, Bronchien, Uterus, Pankreas.
Vasodilatation, Bronchodilatation, Uterus-Relaxation, Insulin-Sekretion.
Alfa-Rezeptor: Vasokonstriktion der Gefäße.
71
Rojhat aus Kurdistan
Gefäße haben Alfa- und Beta-Rezeptoren zusammen Die arbeiten zusammen und Alfa macht Vasokons,
Beta macht Vasodilatation und halten das Gefäß im normotonen Zustand Wenn wir Betablocker
benutzen, hemmt BB den Betarezeptor und dann wird nur Alfa stimuliert Das macht Vasokonstriktion.
Aber weil Betarezeptoren auch im Herzen gibt, verursachen BB negative Inotropie und Chronotropie und
senken den RR.
In Bronchien verursachen BB die Bronchokonstriktion.
In Uterus UteroKonstriktion Deswegen Beta-2-Agonisten sind Tokolytika die relaxieren Uterus und
verhindern Premature-Geburt.
In Pankreas hemmen BB die Insulin-Sekretion Dadurch Hyperglykämie.
KI von BB: Asthma, COPD (wg. Bronchokons), pAVK (wg. Vasokons), dekomp. HI (wg. neg. chrono/inotropie),
Bradykardie & SSS (wg. neg. chronotropie), AV-Block III (wg. neg. dromotropie).
Beta-1-Selektive-Blocker: Die blockieren hauptsächlich Beta-1-Rezeptoren, aber das bedeutet nicht, dass Sie
nur Beta-1 blockieren, jedoch blockieren die auch Beta-2-Rezeptoren, aber die Affinität ist weniger
Deswegen geben wir auch Beta-1-selektive-blocker bei Asthma, COPD, pAVK usw nicht. Also gleiche
Kontraindikationen gelten auch hier.
Ein junger Mensch zw. 20-40J arbeitet zumeist körperlich (Handwerker), die brauchen eine gute
Durchblutung der Muskulatur und dafür muss HZV hoch sein Aus diesem Grund bei diesen Menschen ist
BB nicht günstig Dazu können BB eine Erektionsstörung wg. verminderte Perfusion verursachen
Bei Frauen ist auch Perfusion der Genitalenareal gestört, deswegen auch bei jungen Frauen nicht 1. Wahl.
Ca-Canal-Blocker:
W: Blockade von Calciumkanälen.
Niemals als Monotherapie bei aHT.
Es gibt 3 Unterfamilien:
1. Nifedipin-Typ: Amlodipin, Nitrendipin, Nifedipin, Nisoldipin usw.
=> W: Vasodilatativ.
=> NW: Angioödem, Knöchelödem, Reflextachykardie.
=> I: aHT, Stabile AP, Raynaud-Syndrom.
=> KI: ACS.
=> Retard-Nifedipin statt Nifedipin Weil Nifedipin senkt aHT sehr schnell und das kann zerebrale
Minderperfusion verursachen.
2. Verapamil-Typ:
=> W: Negativ inotrop + Neg. chronotrop + Neg. dromotrop.
=> NW: Bradykardie, Verschlechterung der HI.
=> I: SVT z.B. TAA (klassisches Med bei nicht-konvertierbarem VHF), Prophylaxe bei Clusterkopfs.
=> KI: HI, AV-Block, Komb mit BB (wg. Gefahr von AV-Block).
3. Diltiazem-Typ:
=> W: Verapamil + Vasodilatativ.
=> NW: NW von Verapamil + Dihyropyridine.
=> I: SVT z.B. TAA, aHT, Prinzmetal-AP.
=> KI: Verapamil.
Sonstige Antihypertensiva:
Vasodilatatoren: Minoxidil, Nitroprussid, Dihydralazin.
Alfa-Blocker: Urapidil.
Zentrale Antisympathotonika (Zentrale Alpha-2-Agonisten): Clonidin, Moxonidil, alfa-Methyl-Dopa.
Renin-Inhibitoren: Aliskiren.
Na-Nitroprussid: Am Perfusor So können wir den RR wie wir möchten einstellen Toll bei aHT-Notfall
Spätestens in 12h müssen wir ein zweites Antihypertensivum hinzufügen z.B. ACE-H Nach 24h sollen wir
Nitroprussid absetzen.
Laut Studien sehr wenige Patienten erreichen Ziel-RR mit Monotherapie, deswegen fangen wir immer mit Duale-
Therapie Warum? Weil 3 Systeme für RR-Regulation zuständig sind:
1. Sympatikus.
2. ADH.
3. RAAS.
Deswegen wir geben eine Kombination, die 2 Systeme blockiert z.B. ACE-H blockiert RAAS, Diuretika blockiert ADH
Wenn wir nur ACE-H geben, dann wird die Stimulation von ADH und Sympatikus den Effekt von ACE-H kompensieren RR
wird immer noch erhöht bleiben.
10. Was sind die Reserve-Medikamente?
Vasodilatatoren: Minoxidil, Nitroprussid, Dihydralazin.
Alfa-Blocker: Urapidil.
Zentrale Antisympathotonika: Clonidin, Moxonidil, alfa-Methyl-Dopa.
Renin-Inhibitoren: Aliskiren.
11. Sekundäre Hypertonie bei jungem Mädchen, was kann das sein?
*Nierenarterienstenose wg. Fibromuskuläre Dysplasie.
72
Rojhat aus Kurdistan
73
Rojhat aus Kurdistan
das Herz, Blut zu erhalten. Bei diesem Test sehen wir bei Hyperplasie einen Anstieg des Aldosterons, da die Zellen
bereits normal funktionieren und nur Hyperplasie vorliegt. Aber wir sehen es nicht beim Adenom, weil es bereits
unabhängig ist.
DDx:
- Pseudohyperaldosteronismus (Aldosteron↓. Renin↓): Lakritzabusus.
- Sekundärer Hyperaldosteronismus (Aldosteron↑. Renin↑): Nierenarterienstenose, CNV.
- Inzidentalom: Zufällig entdeckte Raumforderung der Nebenniere.
Tx:
-Hyperplasie Aldosteronantagonisten (Spironolacton).
-Adenom Unilaterale Adrenalektomie.
15. Prüfer: Was noch als endokrine Ursache kann aHT verursachen?
Phäochromozytom: Tumor von Nebennierenmark, die Katecholamine produziert.
Cushing-Syndrom: Wg. Minerokortikoide-Wirkung wie bei Aldosteron.
16. Welche Symptome macht Phäochromozytom? A: s. 233.
Anfallsartig:
-Hypertonie, Tachykardie, Palpitationen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüche.
-Unruhe, Angst, Tremor.
17. Wie können wir Phäochromozytom diagnostizieren? A: s. 233.
Anamnese: Anfallsartig RR, Tachykardie, Schweißausbrüche. Therapieresistente RR.
Labor: Katecholaminemetabolite (Meta- und Normetanephrine) im Blut und 24h-Urin.
CT, MRT.
18. Was sieht man in MRT bei Phäochromozytom? A: s. 233.
Lightbulb Sign.
19. Was wissen Sie über Hypertonie-Therapie? A: s. Frage 9.
74
Rojhat aus Kurdistan
L. EKG:
1. ST-Hebungen in II, III, aVF?
Hinterwandinfarkt: RCA oder RCX:
-Inferiorer HWI RCA: ST-Hebung in II, III, aVF & Spiegelbildliche ST-Senkung in I, aVL, V1-V4.
-Posteriorer HWI RCX: ST-Hebung in III, aVF, V7-V9 & Spiegelbildliche ST-Senkung in V1-V4.
75
Rojhat aus Kurdistan
76
Rojhat aus Kurdistan
77
Rojhat aus Kurdistan
-P-Wellen und QRS-Komplexe sind unabhängig, aber regelmäßig Vollständige Entkopplung = AV-Dissoziation.
-Bradykarde Kammerersatzrhythmen meist im Bereich des AV-Knotens oder des His-Bündels.
-Sekundärer (junktionaler) Ersatzrhythmus (AV-Knoten): ca. 40–50/min.
-Tertiärer (ventrikulärer) Ersatzrhythmus (HIS-Bündel oder Tawara-Schenkel): ca. 20–30/min.
Je peripherer das Autonomiezentrum:
*Desto langsamer der Ersatzrhythmus.
*Desto deformierter (verbreiterter) der QRS-Komplex.
*Desto schlechter die Prognose.
-Tx:
*Atropin 0,5–1,0mg i.v. max 3mg (kontraindiziert bei AV-Block unterhalb der HIS-Bündel) Dann Orciprenalin über
Perfusor (Adrenalin als Alternative).
*Ggf. Temporärer HSM.
*Nach Stabilisierung: Permanenter HSM (meist DDD).
78
Rojhat aus Kurdistan
79
Rojhat aus Kurdistan
- Antianginöse Therapie (Bei instabiler AP oder NSTEMI): Nitrate (Nitroglycerin sublingual oder i.v.) + Beta-Blocker
(Bisoprolol, bei stabilen Patienten).
- Ggf. Statine: Atorvastatin.
- Ggf. PPI.
Weitere Therapie:
STEMI:
- PTCA = PCI: mit Ballondilatation und Stent-Einlage.
- Indikationen der primären PCI: Immer, wenn innerhalb von 120 min verfügbar.
- <12 h nach Symptombeginn
- >12 h nach Symptombeginn, falls weiterhin Symptome, hämodynamische Instabilität oder Arrhythmien
- 12–48 h nach Symptombeginn möglich als Routine-PCI
- Bevorzugter Zugangsweg: Radial (vs. femoral).
- Bevorzugtes Verfahren: Stent-Implantation (vs. Ballonangioplastie).
- Stent der Wahl: DES (Drug-eluting-Stent = Medikamentenfreisetzender Stent) vs. BMS: Bare-Metal-Stent.
Alternativ: Thrombolytische Therapie („Lysetherapie“) = Fibrinolytika, Thrombolytika (Tenecteplase oder Alteplase i.v.)
- Indikation: PTCA nicht binnen 120 Minuten verfügbar und Beschwerdebeginn <12 Stunden.
- Bei Fehlgeschlagene Fibrinolyse: Sofortige Angiographie und Rescue-PCI.
- Auch nach erfolgreicher Lyse sollte im Verlauf eine Koronarangiographie erfolgen.
NSTEMI:
-PTCA in 2–72 h.
Operative Therapie (Bypass-Operation):
-Bei ungeeigneter Anatomie für eine PTCA.
-Bei persistierender Symptomatik trotz optimaler konservativer Therapie: Jede Stenose >50%.
-LCA-Stenose >90% (bzw. >50%).
-Proximale RIVA-Stenose >50%.
-Zwei- oder Dreigefäßerkrankung mit Stenosen je >50% und LVEF ≤35%.
8. Was muss man machen, bevor man ins Krankenhaus fährt?
Korolabor Bescheid geben.
9. Wie lange muss bei Stent-Einlage die Antikoagulation laufen und womit?
DAPT (Duale Thrombozytenaggregationshemmung): 12 Monate, dann Monotherapie mit ASS.
-ASS 100 mg.
-ADP-Rezeptor-Hemmer: Prasugrel 10 mg/Tag, Ticagrelor 2×90 mg, Clopidogrel 75 mg/Tag.
Triple-Therapie: Obligate Vollantikoagulation bei VHF, LAE oder TVT nach PCI: OAK + DAPT.
10. Wenn man in dieser Zeit einen elektiven Eingriff machen möchte, darf man die AK absetzen?
Nein.
11. EKG mit Hinterwandinfarkt gezeigt: EKG ordentlich beschreiben.
Rhythmus Frequenz Lagetyp Zeiten Morphologien (P, QRS, ST, T).
12. Was ist die T-Welle?
Der Erregungsrückbildung des Ventrikels Repolarisation.
13. Die Erregungsüberleitung ab Sinus Knoten beschreiben.
Erregungsleitungsbahnen:
Sinusknoten AV-Knoten His-Bündel rechte und linke Schenkel Purkinje-Fasern.
[Link]: Natürliche SM, erzeugt elektrische Impulse im rechten Vorhof.
[Link]-Knoten: Verzögert und filtriert die elektrischen Impulse, damit die Ventrikel ausreichend gefüllt werden. Befindet im
rechten Vorhof.
[Link]-Bündel und Tawara-Schenkel: Transport des elektrischen Signals zu den Ventrikeln.
[Link]-Fasern: Transport das elektrische Signal zu den Muskelfasern der Ventrikel Kontraktion der Ventrikel.
80
Rojhat aus Kurdistan
81
Rojhat aus Kurdistan
*Atropin (Parasympatholytika): Positiv chronotrop und dromotrop. Atropin 0,5–1,0mg iv, b.B. wiederholen, max. 3mg.
*Orciprenalin (Sympathomimetika): Positiv inotrop, chronotrop und dromotrop.
HSM gegen HRST:
Antibradykarde Schrittmachertherapie:
1) Einkammerschrittmacher:
*VVI VHF mit BAA.
*AAI Sinusbradykardie mit Symptomen (Synkopen, Adams-Stokes-Anfälle, Herzinsuffizienz).
2) Zweikammerschrittmacher: VAT und DDD AV-Block II Typ Mobitz, AV-Block III.
3) Dreikammerschrittmacher = Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): Eine Sonde im rechten Vorhof, eine im rechten
Ventrikel und eine im Sinus coronarius Bei HI mit EF ≤35% + QRS ≥130ms + LSB.
Antitachykarde Schrittmachertherapie:
1) ICD (Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator):
*Indikationen: VT und KF bei HI mit EF <35%, nach überlebten VT und KF, Kardiomyopathien.
*ICD muss nicht immer gleichzeitig ein HSM sein, aber viele ICD-Systeme haben auch die Funktion von (Einkammer‑)SM!
15. Welche HRST sind lebensbedrohlich?
Absolut lebensbedrohliche Rhythmusstörungen:
-VT.
-KF.
-Kammerflattern.
-Torsade de Pointes: Paroxysmale ventrikuläre Tachykardie kann in KF übergehen wg. HypoK, HypoMg.
-AV-Block III.
16. Er hat eine EKG mit VHF gezeigt und zuerst die Diagnose erfragt, und erzählt über eine Patientin mit dieser EKG und
abdominelle Schmerzen. Diagnose? A: s. 161.
Mesenterialinfarkt.
82
Rojhat aus Kurdistan
83
Rojhat aus Kurdistan
-Kardiogener Schock.
-Pericarditis epistenocardica („Frühperikarditis“).
c. Und was macht man auf Station?
Monitoring, O2-Gabe bei sO2 <90%.
d. Und was für Medikamente soll der Patient zuhause einnehmen?
SABA: Statin + DAPT/Triple-Therapie + Betablocker + ACE-Hemmer/Sartan.
*DAPT (Duale Thrombozytenaggregationshemmung): 12 Monate dann Monotherapie mit ASS.
-ASS 100 mg.
-ADP-Rezeptor-Hemmer: Prasugrel 10 mg/Tag, Ticagrelor 2 × 90 mg, Clopidogrel 75 mg/Tag
Triple-Therapie: Obligate Vollantikoagulation bei VHF, LAE oder TVT nach PCI OAK + DAPT.
*Betablocker: Bisoprolol 1,25 mg 1-0-0, Metoprolol 12,5mg 1-0-1. Prävention von Arrhythmien nach MI
(antiarrhythmisch), Senkung der Herzarbeit (antiischämisch).
*ACE-Hemmer: Ramipril 1,25 mg 1-0-0. Remodeling im Infarktareal.
e. Und was soll er noch tun, damit es nicht zu Rezidiv kommt?
Einstellung von DM, aHT, Adipositas, Dyslipidämie und Nikotinabusus.
23. EKG mit HWI: Beschreibung und Behandlung?
Hinterwandinfarkt:
-Inferiorer HWI: II, III, aVF RCA
-Posteriorer HWI: III, aVF, V7-V9 RCX
Tx: Ballondilatation und ggf. Stenteinlage.
24. Bradyarrhythmia absoluta mit HF 36/min. Was machen Sie?
84
Rojhat aus Kurdistan
85
Rojhat aus Kurdistan
Energiemenge: Monophasisch (360 Joule). Biphasisch (200 Joule bei der ersten, 360 bei allen weiteren Schockabgaben)
Beendigung der CPR:
*Wiedereinsetzen des Spontankreislaufs („return of spontaneous circulation“, ROSC):
-Zeichen: Puls und RR kommt. Bei intubierten Patienten: Anstieg des exspiratorischen CO2 in der Kapnographie.
-Nach KF: Hypothermie-Behandlung für 12–24 h erhalten (32–34 °C Körperkerntemperatur)!
*Erfolglose Reanimation (nach 30 min).
c. Welche Medikamente?
▪ Defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg nach der 3. erfolglosen Defibrillation, danach alle 3–5 Minuten).
Amiodaron (300 mg nach der 3. Erfolglosen Defibrillation, danach evtl. nochmals 150 mg).
▪ Nicht-defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg alle 3–5 Minuten).
d. Welche Rhythmen sind defibrillierbar?
Defibrillierbar: KF und pulslose VT.
Nicht-defibrillierbar: Asystolie und pulslose elektrische Aktivität.
e. Welches Medikament geben Sie bei Asystolie?
Adrenalin 1mg alle 3-5 Minuten.
f. Wie wirkt Adrenalin und warum wird bei Schock gegeben?
Adrenalin stimuliert α > β1 > β2 Rezeptoren verursacht Vasokonstriktion in peripheren Gefäßen und erhöht
Preload verstärkt so den koronaren Blutfluss:
-α: Vasokonstriktion.
-β1: Positiv chronotrop, inotrop, dromotrop (AV-Leitung schneller) und lusitrop.
-β2: Vasodilatation, Bronchodilatation.
Indikation:
-Reanimation.
-Anaphylaktischer Schock.
29. EKG mit typischen LAE-Zeichen. Ich sollte EKG beurteilen, es war supraventrikuläre Tachykardie mit RSB, S1Q3.
Therapie?
Quelle: [Link]
86
Rojhat aus Kurdistan
87
Rojhat aus Kurdistan
32. EKG von einem Pat, der morgen Dialyse bekommt: Hohe T-Welle, arrhythmogen, kompl. RSB. Was kann die
Ursache sein?
Hyperkaliämie:
*Spitze T.
*QRS-Verbreitung.
*PQ-Verlängerung.
88
Rojhat aus Kurdistan
89
Rojhat aus Kurdistan
-Langfristige Tx: Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) und Katheterablation der zusätzlichen AV-Knoten-Leitungsbahn.
35. Was ist Schweigepflicht? A: s. 397.
Der Arzt verpfichtet, über alles was Pat betrifft, zu schweigen:
-Über die Situation des Pat dürfen wir Ehegatte, Kinder, Angehörigen nicht informieren.
-Wenn Pat das nicht will, dürfen wir keinen Brief auch zum HA schicken.
-Mündliche, schriftliche Mitteilungen sowie alle Befunde, sogar ob der Pat beim Arzt in Behandlung ist.
-Gilt auch nach Sterben.
Entbindung:
-Durch Pat.
-Gefährdung der Gesellschaft (Mord, Völkermord).
-Gesetzliche Auskunftspflicht: Meldepflicht, Geburt, Todesfall, Berufskrankheiten, Krankenkasse.
-V.a. nicht-natürliche Todesursache.
-Für Schutz der Pat und anderen (z.B. Meldung an Führerscheinbehörde).
36. Wie funktioniert Röntgen?
Röntgengerät erzeugt energiereiche Strahlung. Die Strahlen durchdringen den Körper, treffen auf das Aufnahmegerät und
erzeugen ein Bild. Je dichter das Gewebe ist, desto weniger Strahlung durchgeht.
37. Was ist Laktat? Normwerte? Wie entsteht Laktat?
Normwerte: 4,5 – 20 mg/dl (0,5 – 2,2 mmol/l)
Laktat: Marker für Organdysfunktion Endprodukt der anaeroben Glykolyse infolge einer gestörten Mikrozirkulation bei
Schock (bei intravasalem Volumenmangel) Dann wird in der Leber mit Gluconeogenese wieder zu Glucose aufgebaut.
Laktaterhöhung bei:
-Hypoxie (z.B. Lungenfunktionsstörung, schwere Anämie, Herzinsuffizienz, Schock, Kohlenmonoxidvergiftung).
-Minderperfusion bei Gefäßverschluss, Verletzungen oder Verbrennungen.
-Biguanidbehandlung bei DM.
-Verschiedene angeborene Stoffwechselstörungen (z.B. Fruktoseintoleranz, Pyruvat-Decarboxylase-Mangel, Fruktose-1,6-
diphosphatase-Mangel).
Die Höhe des Laktatspiegels ist proportional zur Schwere der Erkrankung und bestimmt die Prognose. Bei gleichzeitig
vermindertem pH-Wert spricht man von Laktatazidose.
38. Fall: Patient nach einer Synkope in die Klinik gebracht und wurde mir ein EKG gezeigt: AV-Block Grad 2 Mobitz-Typ
oder III. Grades, das war nicht klar.
a. Wie kannst du es bestätigen?
Mit Langstreifen-EKG:
AV-Block II Typ-Mobitz: Regelmäßiger Ausfall eines QRS, PQ-Zeit bleibt konstant.
AV-Block III: P und QRS sind unabhängig voneinander, aber regelmäßig jeweils.
b. Therapie?
Zweikammerschrittmacher: DDD bei beiden.
c. SM-Typen und Indikationen?
Antibradykarde Schrittmachertherapie:
1) Einkammerschrittmacher:
*VVI VHF mit BAA.
*AAI Sinusbradykardie mit Symptomen (Synkopen, Adams-Stokes-Anfälle, Herzinsuffizienz).
2) Zweikammerschrittmacher: VAT und DDD AV-Block II Typ Mobitz, AV-Block III.
3) Dreikammerschrittmacher = Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): Eine Sonde im rechten Vorhof, eine im rechten
Ventrikel und eine im Sinus coronarius Bei HI mit EF ≤35% + QRS ≥130ms + LSB.
Antitachykarde Schrittmachertherapie:
1) ICD (Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator):
*Indikationen: VT und KF bei HI mit EF <35%, nach überlebten VT und KF, Kardiomyopathien.
*ICD muss nicht immer gleichzeitig ein HSM sein, aber viele ICD-Systeme haben auch die Funktion von (Einkammer‑)SM!
d. Kann diese EKG-Veränderung reversibel sein?
Ja, bei Medikamenten (Digitalis, B-Blocker, Amiodaron) und bei HyperK.
e. Welche Medikament macht Hyperkaliämie?
Spironolacton.
39. 38J Patient kommt mit dieser EKG, er hat Infektion und neurologische Auffälligkeiten, was kann es sein?
Lyme-Borreliose äußert sich meist durch AV-Block wechselnden Grades.
40. Fall: Er hat mir EKG gezeigt: SVT. DDx: Vorhofflimmern/-flattern.
a. Was machen Sie, falls es SVT ist? A: s. Frage 34.
b. Was macht Adenosin (Wirkungsmechanismus)?
Kurzfristige Blockierung der AV-Leitung.
c. Falls VHF oder -flattern ist, was machen Sie?
Thromboembolieprophylaxe:
-DOAK nach CHA2DS2VASc-Score.
Frequenzkontrolle:
-BB (+Digitalis) bei TAA.
90
Rojhat aus Kurdistan
91
Rojhat aus Kurdistan
ALARA-Prinzip: "As Low As Reasonably Achievable" = "So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar" = möglichst hohe
Dosisreduktion unter Berücksichtigung des durchführbaren Strahlenschutzes.
Abstand-Quadrant-Regel: Strahlendosis nimmt proportional mit dem Quadrat der Entfernung zur Strahlungsquelle ab.
Wenn der Abstand verdoppelt sich, verringert sich die Strahlungsbelastung auf 4 zu 1.
47. Dann ein Foto mit nekrotischem Ulkus ventrikuli? Behandlung? Staging?
PPI + HP-Tx (falls vorhanden) + Endoskopische Debridement (wenn nicht, dann chirurgisch).
Forrest I Aktive Blutung
Ia Spritzende arterielle Blutung ca. 85–100%
Ib Sickerblutung ca. 25–55%
Forrest II Inaktive Blutung
IIa Läsion mit sichtbarem Gefäßstumpf ca. 20–50%
IIb Koagelbedeckte Läsion ca. 20–40%
IIc Hämatinbelegte Läsion ca. 5–10%
Forrest III Läsion ohne Blutungszeichen
92
Rojhat aus Kurdistan
93
Rojhat aus Kurdistan
-Massage des Karotissinus für maximal 5s: Druck auf Höhe des Karotissinus.
-Gesicht in sehr kaltes Wasser halten.
Medikamentös:
-Adenosin: 1. Versuch 6mg iv, 2. Versuch 12mg iv.
-Alternativen: Verapamil, Betablocker, Ajmalin (Mittel der Wahl, wenn eine VT nicht ausgeschlossen werden kann).
Bei Versagen der medikamentösen Therapie oder bei kreislaufinstabilem Patienten:
-Kardioversion (mit zunächst 100 Joule)
Langfristige Therapie:
-Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) und Katheterablation der zusätzlichen AV-Knoten-Leitungsbahn.
AVRT: Akzessorische Leitungsbahnen zwischen Vorhof und Kammer (WPW). Antegrad (Vorhof → Kammer) oder
retrograd (Kammer → Vorhof).
Kx: Plötzlich paroxysmale SVT für Mins bis Std., Schwindel, Synkope.
Dx: EKG: WPW: Delta-Welle, PQ <12ms.
Tx: Ajmalin. Bei Versagen oder Instabilität EKV.
94
Rojhat aus Kurdistan
95
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Springer.
96
Rojhat aus Kurdistan
97
Rojhat aus Kurdistan
98
Rojhat aus Kurdistan
KU:
-Hämatochezie.
-Auskultation des Abdomens: Totenstille beim paralytischen Ileus.
-Abwehrspannung bei Peritonitis.
Labor: Laktat↑, LDH↑, CK↑, Leukozytose, M. Azidose.
EKG: Evtl. Vorhofflimmern.
Sono: Suche nach freier Flüssigkeit im Abdomen und nach stillen Darmschlingen.
Farbduplexsono: Detektion von Abgangsstenosen.
Röntgen:
-Erweiterte Dünndarmschlingen mit Luftspiegeln.
-Ggf. Intramurale Lufteinschlüsse als Zeichen der Darmwandnekrose.
Angio-CT, -MRT, DSA: Nachweis von Verschlüssen.
Tx: Ischämietoleranz des Darms ist 6h!
-Notfall-OP: Revaskularisation durch Embolektomie (bei Embolien) oder Bypass-OP (bei Thrombosen).
-Bei Darmnekrosen: Resektion.
-Ggf. interventionelle Therapie:
*Bei Verschlüssen ohne Darmnekrosen oder Peritonitis
*Embolektomie (bei Embolien) oder lokale Lyse (bei Thrombosen), ggf. mit PTA und Stent (bei bestehenden
Stenosen)
Mesenterialvenenthrombose:
Äx:
-Angeborene oder erworbene Thrombophilie.
-Myeloproliferative Erkrankungen: PV, ET, CML, OMF.
-Operationen.
-CED.
-Pankreatitis.
-Appendizitis.
-Leberzirrhose PuHT.
-Malignomen.
Patho: Venöse Stauung → Ödembildung → Beeinträchtigung der mesenterialen Mikroperfusion → Ischämie →
Darmnekrose.
Kx:
Infolge der venösen Stauung Inappetenz, Nausea und Bauchschmerzen Auch Blut im Stuhl ist möglich.
Dx: CT-Angio. Farbduplexsono. Labor: Wenig aussagekräftig.
DDx:
Mesenterialarterienstenose.
Tx:
-Schmerztherapie + Volumensubtitution.
-Sofortige Antikoagulation mit NMH.
-Bei frischen Thrombosen größerer Venen: Intravasale Thrombolyse.
-Ältere Thrombosen: Dilatation der Gefäße + ggf. Stent.
-Darmresektion: Bei Versagen der medikamentösen Therapie + Darmnekrose.
Komplikationen:
-Darmischämie mit Nekrose.
66. EKG mit Hinterwand-MI, welche Arterien?
Inferiorwand: II, III, aVF RCA.
Posteriorwand: III, aVF, V7-9 RCX
-Wie gehen Sie vor? A: s. Frage 7.
67. Zeichen der Rechtsherzbelastung im EKG?
Rhythmus: Sinustachykardie.
Lagetyp:
-Sagittale Herzachse (ca. 10%)
-SIQIII-Typ: S in Abl. I und Q in Abl. III
-SISIISIII-Typ: Große R und S in den Abl. I–III
-RT oder ÜRT möglich.
Wellen:
P-Welle: P-pulmonale (dextroatriale) (ca. 10%)
QRS-Komplex: Inkompl. oder kompl. RSB (ca. 10%)
T-Negativierungen: III, aVF und V1–V3
ST-Senkungen: V1–V3
ST-Hebungen: III und V1 (schwer Verlauf)
68. Diagnostik und Therapie der LAE? A: s. 26,
Dx:
99
Rojhat aus Kurdistan
100
Rojhat aus Kurdistan
Allgemein: Stationär -> Halbsitzend -> O2-Gabe -> Analgesie bei Schmerzen: Morphin -> Ggf. Anxiolyse: Diazepam ->
Intensiv.
Ohne Lebensgefahr: Therapeutische Antikoagulation NMH, DOAK, Vit-K-Antagonisten mind. 3-6 Monate.
Mit Lebensgefahr (hämodynamischer Instabilität und Reanimationspflichtigkeit): Thrombolyse mit Alteplase -> Kompl.
Blutung -> Bei Blutung unter Lyse: Gabe von Aprotinin, Protamin und ggf. FFP. -> Beim Versagen interventionelle
Embolektomie oder OP.
69. EKG mit Vorderwand MI. Akut oder alt? Warum akut?
Akut: Q mit ST-Hebungen und T-Negativierungen.
Alt: Q ohne ST oder T.
70. Röntgen mit Pneumothorax. Was ist Spannungspneumothorax? Behandlung?
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Flexüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Wo legen wir Drainage?
Prüfer wollte Safe Triangle hören.
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
*Standardmäßiger Zugang für die meisten Indikationen.
101
Rojhat aus Kurdistan
102
Rojhat aus Kurdistan
Es war eine HSM-EKG. Ich fange an; man sieht keine P, aber QRS regelmäßig.
-Was bedeutet P?
P: Elektrische Aktivität der Vorhöfe Depolarisation (Erregungsausbreitung) der Vorhöfe führt zu Atriumkontraktion.
-QRS?
QRS: Elektrische Aktivität der Ventrikel Depolarisation der Ventrikel Beginn der Ventrikelkontraktion.
-Und T?
T: Repolarisation (Erregungsrückbildung) der Ventrikel Rückgang der elektrischen Aktivität Entspannung der Ventrikel.
-Ok, wo ist hier der HSM-Elektrode?
Im Ventrikel, weil hier keine P zu sehen ist, direkt HSM-Potential und dann QRS.
-Gut, welcher Ventrikel?
Rechts.
-Welche HSM benutzt man normalerweise?
Da habe ich gezögert (wenn nur im Ventrikel: EinkammerHSM -> VVI)
-Dann fragte sie, wie man ein HSM implantiert?
Ich sagte man kann es operativ machen.
Transkutaner Herzschrittmacher:
Externe Schrittmacher kommen i.d.R. nur für kurze Zeit (max. einige Tage).
Transvenöser Herzschrittmacher:
Hier wird durch einen zentralen Venenkatheter eine Elektrode bis ins Herz geführt und das Myokard dort stimuliert.
Vena jugularis interna: Jugularis-Katheter, Vena subclavia: Subclavia-Katheter.
-Wenn man schon in einer OP ist, kann man, aber normalerweise?
Transvenös durch V. jugularis interna oder V. subclavia.
-Wo kommt man dann leichter heran?
Rechtsherz.
-Was passiert mit Fremdkörper im Blut?
ThromboEmbolien.
-Wenn das im linken Ventrikel passiert?
Schlaganfall. Deshalb wird HSM im rechten Ventrikel implantiert.
72. Prüfer zeigt eine EKG:
-Was sehen Sie dort?
Vorhofflimmern: Keine P. QRS unregelmäßig.
-Welcher Name hat auch VHF?
Arrhythmia absoluta:
Tachyarrythmia absoluta, wenn HF hoch,
Bradyarrythmia absoluta, wenn HF niedrig.
73. EKG mit Sinustachykardie.
-Was sind die Ursachen einer Sinustachykardie?
Fieber, Maligne Hyperthermie, Anämie, Dehydratation, Hypovolämie (Schock), Hyperthyreose, Phäochromozytom, Sepsis,
HI, Myokarditis, MI, LAE, Arzneimittel, Drogen (Koffein, Kokain, Ecstasy).
-Diagnose und Behandlung der LAE? A: s. Frage 68.
-Während der Behandlung hat der Patient Blutung, was machen Sie?
Bei Blutung unter Lyse: Gabe von Aprotinin, Protamin und ggf. FFP.
Bei Blutung unter Heparin: Als Antidot Protamin, ggf. FFP Labor: PTT.
Bei Blutung unter Rivaroxaban und Apixaban: Andexanet alfa, ggf. PPSB oder FFP.
Bei Blutung unter Dabigatran: Idarucizumab, ggf. PPSB oder FFP.
Bei Blutung unter Vit-K-Antagonisten: PPSB (Ersatz der Faktoren II, VII, IX und X), ggf. FFP.
-Was ist PTT?
Partielle Thromboplastinzeit: Auskunft über das intrinsische System der Blutgerinnung gibt: F8,9,11,12.
-Intrinsisch: F 8-9-11-12 Extrinsisch: F 3-7 Gemeinsam: F 1-2-5-10.
103
Rojhat aus Kurdistan
M. Aortenklappenstenose:
1. Der Patient hatte in der Vorgeschichte eine OP (Biologische Aortenklappenersatz) und der Prüfer hat mich ein
bisschen über Klappenersatz gefragt, aber überhaupt nicht tief, nur warum ist es wichtig zu wissen, ob die Klappe
biologisch oder mechanisch ist?
Wg. Antikoagulation, wollte er hören.
104
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
3. Warum macht man Aortenklappenersatz, welche Verfahren gibt es? A: s. 53 und Frage 2.
Chirurgische und interventionelle Therapie:
-Offene OP.
-Perkutaner Klappenersatz (TAVI).
-Ballondilatation (nur bei Kindern ohne Klappenverkalkung).
105
Rojhat aus Kurdistan
N. Endokarditis:
1. Was ist Endokarditis? A: s. 54.
Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard).
2. Welche Erreger verursachen infektiöse Endokarditis?
S. aureus 50%, Strep. viridans 30%, Staph. epidermitis (Katheter), Enterokokkus faecalis.
3. Klinik, Diagnostik, Therapie von infektiöser Endokarditis? A: s. 54.
Quelle: Amboss.
4. Bei welchen Patienten wird Trikuspidalklappe bei Endokarditis betroffen?
Drogen-Abusus Wg. intravenöse Drogenspritzen.
106
Rojhat aus Kurdistan
O. Perikardtamponade:
1. Perikardpunktion mit und ohne Ultraschall? A: s. 77.
Die Verwendung von Ultraschall erhöht die Sicherheit und Genauigkeit.
Perikardpunktion:
*Indikationen: (drohende) Perikardtamponade, diagnostisch.
*Durchführung:
-Reanimationsbereitschaft, EKG-Monitor.
-Lagerung: halbsitzend (30 – 60°).
-Lokalanästhesie.
-Punktion: Echokardiografische Bestimmung von Punktionsrichtung und -tiefe Einstichstelle: unter Xiphoid
Punktionsrichtung: linkes Schulterblatt wiederholte Aspirationen während der Punktion, bis Perikarderguss aspiriert wird
Dann Stahlkanüle etwas zurückziehen und Plastikkanüle vorschieben Dreiwegehahn, Spritze und Ableitungsschlauch
anschließen und Erguss mit der Spritze ablassen.
*Komplikationen: Arrhythmien, Pneumothorax, Myokardperforation, Verletzungen von Oberbauchorganen.
P. ZVK:
1. Wie legen wir einen ZVK an? A: s. 417.
V. jugularis interna oder V. subclavia → V. cava superior.
V. femoralis → V. cava inferior.
*Rückenlage → Kopf zur Seite geneigt → Betäubung und Desinfektion → Punktion mithilfe des Sonos → Blut aufziehen, ob
Lage korrekt ist → Über Nadel ein Führungsdraht vorschieben → Nadel entfernen → Draht in Zielposition schieben bis 2-
3cm vor dem rechten Vorhof → EKG und Röntgenkontrolle.
2. Und wie können wir feststellen, ob der Katheter im rechten Vorhof ist?
Bei korrekter Lage: Normale P-Welle.
Bei inkorrekter Lage, zu nahe am oder sogar im Vorhof: Überhöhte, spitze P-Welle (ähnlich wie eine SM-Stimulation).
Im Anschluss wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um ein Pneumothorax auszuschließen.
3. Und wenn der Katheter im Röntgenbild im linken Vorhof ist, was kann die Ursache sein?
Offene Foramen Ovale.
4. ZVK-Aufklärung, ob wir das machen dürfen?
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
• Bei OP von Kindern braucht man Einwilligung von beiden Eltern Obwohl die Eltern geschieden sind.
• Bei Dementer Patienten entscheidet Vollmacht (Kinder, Freunde usw.).
• Bei Ausländern muss ein Dolmetscher dabei sein.
• Bei Dementen oder Kindern oder Ausländern wenn wir den Eltern, Vollmacht oder Dolmetscher nicht erreichen
dann rufen wir Richter an und Richter entscheidet was zu machen.
• Aufklärung muss durch Facharzt erfolgen Facharzt kann das zum approbierten, kompetenten Arzt übergeben Wenn
ein Problem auftritt, dann 50% FA und 50% AA schuldig.
• Aufklärung soll mind. 24h vor Vorgehen gemacht werden Damit der Pat nachdenken kann, mit Freunden und Familie
diskutieren kann.
107
Rojhat aus Kurdistan
Q. Kardiomyopathien:
1. Was sind die Arten von Kardiomyopathien? A: s. 82.
Kardiomyopathie: Erkrankung des Herzmuskels.
Primär (genetisch) oder sekundär (als Folge von Virusinfekten, toxischen Einflüssen):
[Link] Kardiomyopathie: Häufigste Form → Idiopathisch oder sekundär (nach viraler Myokarditis) →
Kontraktionsverlust des Myokards → Herzinsuffizienzsymptomatik.
[Link] (obstruktive) Kardiomyopathie: Eine der häufigsten kardial bedingten Todesursachen beim jungen
Menschen → Hypertrophie des Myokards sowie verminderte diastolische Dehnbarkeit → Je nachdem, ob die
linksventrikuläre Ausflussbahn durch die Hypertrophie eingeengt wird oder nicht, unterscheidet man die obstruktive von
der nichtobstruktiven Form.
[Link] Kardiomyopathie: Verminderte diastolische Erschlaffung der Herzkammern → Rückstau des Blutes in die
Vorhöfe und vor dem Herzen.
[Link] rechtsventrikuläre Kardiomyopathie: Plötzlicher Herztod bei jungen Erwachsenen → Zelluntergang des
rechtsventrikulären Myokards → Herzmuskelschwäche und Dilatation des rechten Ventrikels.
[Link]-Tsubo-Kardiomyopathie: Akute, reversible Dysfunktion des linken Ventrikels → durch intensiven emotionalen oder
physischen Stress → Symptome wie bei ACS und kardialer Dekompensation.
[Link]-compaction-Kardiomyopathie: Angeborene Kardiomyopathie → Gestörten Morphologie des linksventrikulären
Myokards.
108
Rojhat aus Kurdistan
109
Rojhat aus Kurdistan
II. Pneumologie:
A. Pneumonie:
1. Patient mit Husten und Fieber. Was kann das sein?
Influenza, Rhinitis, Bronchitis, Pneumonie.
2. BB + Rö-Thorax wurde gemacht. Was sieht man bei Pneumonie?
Blut: Leukozytose, CRP↑, BSG↑, PCT↑
Röntgen: Infiltrate.
- Lobärpneumonie: Verschattung, auf den Lungenlappen begrenzt mit positivem Aerobronchogramm.
- Bronchopneumonie: Unscharf begrenzte Infiltrate, Bronchopneumogramm nichttypisch.
- Interstitielle Pneumonie: Retikuläre Verschattung.
110
Rojhat aus Kurdistan
Lobuläre Pneumonie (Bronchopneumonie): Auf das gesamte Lungenparenchym multiple, unscharf begrenzte
Fleckschatten, die teilweise konfluieren. (Quelle: Amboss)
3. Was ist CRB-65?
- C = Confusion → Bewusstseinseintrübung.
- R = Respiratory Rate → AF ≥30/min.
111
Rojhat aus Kurdistan
112
Rojhat aus Kurdistan
a. Pathophysiologie: Die atypischen Erreger verursachen eine interstitielle Entzündung, anstatt eine konsolidierende lobäre
Pneumonie. Dies führt zu weniger ausgeprägten Symptomen wie geringerem produktiven Husten und weniger Atemnot.
b. Immune Antwort:
Typische Pneumonie:
Die Immunantwort auf typische Erreger beinhaltet eine starke neutrophile Infiltration im Lungenparenchym, was zu
Lappen- oder Segmentkonsolidierung führt. Diese Immunantwort ist meist schnell und intensiv mit einer starken
Entzündungsreaktion, Fieber, Husten, und ausgeprägten Atemgeräuschen (Knistern oder Rasseln).
Atypische Pneumonie:
Die Immunantwort auf atypische Erreger beinhaltet eine geringe neutrophile Infiltration, aber oft erhöhte Lymphozyten
und Monozyten, was zu einer weniger ausgeprägten Entzündung führt. Die Symptome sind eher schleichend mit weniger
dramatischen klinischen Befunden wie leichtem Fieber, trockenem Husten und allgemeiner Müdigkeit.
c. Kreuzreaktion=Autoimmunreaktion: Die Toxine der atypischen Erreger können systemische Reaktionen auslösen. Die
verursachen Kreuzreaktionen und das führt zu Autoimmunreaktionen, die sich in Gelenkschmerzen, Hautausschlägen,
Hämolyse, gastrointestinale Beschwerden äußern können.
12. Was ist Nosokomialinfektion? Was ist der häufigste Erreger? A: s. 282 und Frage 8.
Gramnegative (Pseudomonas, Klebsiellen, Proteus, [Link]), Staphylokokken.
13. Welche Menschen sind besonders von Nosokomialinfektionen betroffen? A: s. 282.
Allgemeine prädisponierende Faktoren:
Alter, Langer stationärer Aufenthalt, DM, Immunsuppression, Katheter, Venenverweilkanülen, Endotrachealtubus.
14. Fall: 66J Patient hat seit 3 Tagen produktive Husten, Fieber (37,8) und belastungsabhängige Atemnot. Diffuse
thorakale Schmerzen vorwiegend rechts, durch Inspiration stärker. Dazu diffuse Oberbauchschmerzen.
Vitalparameter: Puls: 65/min, RR: 130/80mmHg, AF: 30/min, sO2: 89%, Temperatur: 38,7°C.
Erste Runde: Alles über Pneumonie detailliert gefragt. A: s. 84.
-Wie kann ich nosokomiale und ambulante Pneumonie behandeln? Ambulant: s. 86. Nosokomial: Amboss.
Ambulant-Leicht: CRB-65 = 0 und SaO2 ≥90%:
Amoxicillin 1000mg po 1-1-1 für 5-7 Tage (Allerg: Clarithromycin 500mg 1-0-1).
Bei Risikofaktoren: Amoxi/Clav po 875/125mg 1-0-1 + ggf. Makrolid bei V.a. atypische Erreger für 5-7 Tage.
Stationär-Mittelschwer: Zw. leicht und schwer:
Ampicillin/Sulbaktam 2/1g iv 1-1-1 für 5-7 Tage (+ Makrolide bei V.a. atypische Erreger)
Bei Allergie: Fluorchinolone Levofloxacin 500 mg 1-0-0 für 5-7 Tage als Infusion 60 mins.
Stationär-Schwer: Akute respiratorische Insuffizienz u/o septischer Schock u/o dekompensierte Komorbidität (kardiale
Dekompensation, exazerbierte COPD, akutes Nierenversagen):
Pip/Taz 4/0,5g iv 1-1-1 für 8-15 Tage + Makrolide (Clarithtomycin)
Bei Allergie: Cephalosporine 3. Gen (Ceftriaxon 2 g iv 1-0-0 für 5–7 Tage) + Makrolide.
Nosokomial:
Pat ohne RF: Amp/Sul o. Cephalosporin Gr. 3a (Ceftriaxon) o. Fluorchinolone (Levo-, Moxifloxacin).
Pat mit RF (HI, COPD, Bettlägerig): Pip/Taz o. Carbapeneme (Imi-, Meropenem) + Vancomycin/Linezolid bei V.a. MRSA.
-Warum soll ich dieser Pat stationär behandeln?
Wg. CRB-65: AF und Alter => 2 Punkte. Dazu sO2 89%.
-Dann habe ich Laborwerte bekommen: CRP 129 mg/l, Leuko 1.800/mcl und Krea 4mg/dl. Was ist VD nach diesen
Laborwerten?
Ich: V.a. Tumor bei diesem CRP-Wert.
-Prüfer: Was gibt es noch?
Ich: Akute Niereninsuffizienz und Sepsis aufgrund Pneumonie.
15. Was sind die häufigsten Erreger der ambulanten und nosokomialen Pneumonie?
- Ambulant: Pneumokokken (häufigste), H. influenzae, Mycoplasma pneumoniae und Chlamydia pneumoniae.
- Nosokomial: Gramnegative Erreger (Pseudomonas aeruginosa und Enterobacteriaceae) und Staphylokokken.
16. Was sind die drei häufigsten nosokomiale Infektionen?
Wunde > HWI > Lungen.
17. Welche ist gefährlicher; nosokomiale oder ambulante Pneumonie?
Nosokomial, weil der Pat schon vorbelastet ist und Pneumonie oft von antibiotikaresistenten Bakterien verursacht wird.
18. Wie ist die Behandlung von Pneumonie? A: s. 86 und Frage 14.
19. Was sind die Erreger von nosokomialer Pneumonie?
Gramnegative Erreger (Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella und E. coli) und Staphylokokken.
20. Dann atypische Pneumonie? A: s. Frage 11.
113
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Quizlet.
-Warum macht atypische Pneumonie keine richtigen Beschwerden oder Befunde? A: s. Frage 11.
-Die Erreger sind Mykoplasmen, Chlamydien oder Viren und die führen zu milden Krankheitsverlauf.
a. Pathophysiologie: Die atypischen Erreger verursachen eine interstitielle Entzündung, anstatt eine konsolidierende lobäre
Pneumonie. Dies führt zu weniger ausgeprägten Symptomen wie geringerem produktiven Husten und weniger Atemnot.
b. Immune Antwort:
Typische Pneumonie:
Die Immunantwort auf typische Erreger beinhaltet eine starke neutrophile Infiltration im Lungenparenchym, was zu
Lappen- oder Segmentkonsolidierung führt. Diese Immunantwort ist meist schnell und intensiv mit einer starken
Entzündungsreaktion, Fieber, Husten, und ausgeprägten Atemgeräuschen (Knistern oder Rasseln).
Atypische Pneumonie:
Die Immunantwort auf atypische Erreger beinhaltet eine geringe neutrophile Infiltration, aber oft erhöhte Lymphozyten
und Monozyten, was zu einer weniger ausgeprägten Entzündung führt. Die Symptome sind eher schleichend mit weniger
dramatischen klinischen Befunden wie leichtem Fieber, trockenem Husten und allgemeiner Müdigkeit.
c. Kreuzreaktion=Autoimmunreaktion: Die Toxine der atypischen Erreger können systemische Reaktionen auslösen. Die
verursachen Kreuzreaktionen und das führt zu Autoimmunreaktionen, die sich in Gelenkschmerzen, Hautausschlägen,
Hämolyse, gastrointestinale Beschwerden äußern können.
21. Fall: 66J Pat mit Husten, eitrigem Auswurf, Fieber von 38,7. Dazu Dyspnoe bei Treppensteigen, vor 3W war er in
Dänemark für eine Woche. OP: Vor 7J biologischer Aortenklappenersatz.
KU: Unauffällig bis auf Systolikum über Aorta.
Bei der Untersuchung habe ich gesagt, ich möchte den Mund anschauen und Kopf untersuchen => wir dürfen die
Maske vom Pat nicht abmachen. Dann hat der Prüfer gefragt, was wollten Sie bei einem Pat mit Fieber im Kopf
schauen oder untersuchen?
Ich: Meningismus-Zeichen, Zyanose, Nasenflügel, Blässe.
22. Was sind DDx von Pneumonie?
-Bronchialkarzinom.
-Tuberkulose.
-Lungenembolie mit Infarkt.
-Lungenfibrosen.
-Covid.
23. Erreger? Behandlung? A: s. 84, Frage 4 und 14.
24. Atypische Pneumonie? A: s. Frage 20.
25. Was sind die Komplikationen von Pneumonie?
-Pleuritis.
-Pleuraerguss.
-Pleuraempyem.
-Lungenabszess (entsteht v.a. bei Aspiration).
-Sepsis.
-Respiratorische Insuffizienz.
26. Untersuchung? A: s. 86.
27. Blutbild und Kulturen?
Leukozytose, CRP↑, BSG↑, PCT↑
Erregerdiagnostik bei stationärer Aufnahme:
- Blutkulturen: Mindestens zwei aerobe und zwei anaerobe Kulturen.
- Sputumkultur.
114
Rojhat aus Kurdistan
115
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Wie überprüft man das Gleichgewicht (Romberg)?
Romberg-Stehversuch: Untersuchung der Ataxie (Störung der Koordination): Spinaler, vestibulärer oder zerebellärer Ataxie.
Mit geschlossenen Füßen und vorgestreckten Armen anfangs die Augen offen danach für mind. 20s schließen.
*Romberg positiv: Verschlechterung nach dem Augenschluss (Schwanken verstärkt sich) = spinale Ataxie.
Fallneigung in eine Richtung nach Augenschluss = vestibuläre Ursache.
*Romberg negativ: Unverändert nach dem Augenschluss (Schwanken verstärkt sich nicht) = zerebelläre Ataxie.
*Fallneigung in eine Richtung:
-Bei offenen Augen: Kleinhirnschädigung.
-Erst oder zunehmend nach Augenschluss (Romberg positiv): Zentral- oder peripher-vestibuläre Ursache, Polyneuropathie.
-Wie untersucht man die Beweglichkeit des Schultergelenks?
Schulteruntersuchung:
Inspektion: Angehängte Schulter: Asymmetrie der Schulter: Schulterschiefstand Skoliose, Beinlänge-Differenz.
Palpation: Klavikula, Scapula, Tuberkulum majus von Humerus und angebundene Rotatormanschettenmuskeln (M.
infraspinatus, supraspinatus, teres minor, subscapularis), Akromioklavikulärer Gelenkspalt (Fossa infraclavikularis).
Beweglichkeitsprüfung:
-Nackengriff: Außenrotation und Abduktion.
-Schürzengriff: Innenrotation, Extension und Adduktion.
-Neutral-Null-Methode:
Ante-/Retroversion: 90°/0°/30°
Ad-/Abduktion: 20°/0°/90°
Innen-/Außenrotation: 70°/0°/60° (in Neutral-0-Stellung)
Innen-/Außenrotation: 70°/0°/70° (bei 90° abduziertem Oberarm)
116
Rojhat aus Kurdistan
Rotatormanschette-Untersuchung:
117
Rojhat aus Kurdistan
Impingement-Tests:
-Painful-Arc-Test:
-Neer-Test Schmerzen bei Innenrotation dann Anteversion zwischen 90° und 120°.
118
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Wie sieht die obere Extremität nach der Neutral-Null-Methode mit 180-0-15 aus?
Adduktion ist eingeschränkt.
Normale Werte:
*Abduktion/Adduktion: 180/0/40
*Außenrotation/Innenrotation: 60/0/90;
*Retroversion/Anteversion (bzw. Extension/Flexion): 40/0/160
-Was sieht man beim großen Blutbild?
Arten von Leukozyten, Links-Verschiebung.
Indikation: Infektionen, Leukämien.
119
Rojhat aus Kurdistan
120
Rojhat aus Kurdistan
121
Rojhat aus Kurdistan
122
Rojhat aus Kurdistan
Im Sitzen: Dorsal nahe der Skapularlinie, zwischen hinterer Axillarlinie und bis zu 6 cm an die Wirbelkörper heran.
Im Liegen: Zwischen mittlerer Axillarlinie und Skapularlinie.
123
Rojhat aus Kurdistan
124
Rojhat aus Kurdistan
*Exspiratorischer Stridor oder exspiratorisches Giemen und Brummen bei Obstruktionen der intrathorakalen Atemwege:
Asthma bronchiale, COPD.
*Inspiratorischer Stridor durch Verengung der extrathorakalen Atemwege: Epiglottitis, Pseudokrupp,
Fremdkörperaspiration, beidseitige Stimmbandparese.
*Knisterrasseln: Insb. endinspiratorisch auftretendes Nebengeräusch.
*Crackles: Tritt bei der Bronchiolitis im Säuglingsalter auf.
*Sklerosiphonie: Tritt bei Lungenfibrose insb. in den basalen Lungenabschnitten auf (sog. „Fibroseknistern“, bei
fortgeschrittener Lungenfibrose lautes "Korkenreiben")
Pleurale Nebengeräusche: Pleurareiben („Lederknarren“) bei Pleuritis sicca.
-Wie gehen Sie vor?
Stationär aufnehmen. Monitoring ggf. Sauerstoffgabe.
-Ab wann geben Sie O2?
SaO2 <92%
-Rö-Thorax in 2 ebenen, was erwarten Sie?
Verschattung in der oberen rechten Lunge, Lobärpneumonie.
-Und dann?
Ich: Labor: BB, Covid-Test, CRP, E-lyten, Gerinnung, Blut- und Sputumkultur.
-Was erwarten Sie bei jedem?
Leukozytose, CRP-Erhöhung, nach 2 Tage Kulturergebnisse a.e. Pneumokokken.
-Machen Sie ein Corona-Test?
Ich sagte, auf jeden Fall wg. Pandemie!
-Was machen Sie bei Covid als bildgebende Verfahren?
Röntgen, ggf. CT.
-Was erwarten Sie bei Covid 19 in Rö-Thorax?
Bilaterale und multilobäre Milchglastrübungen unter Betonung der peripheren und/oder dorsalen Lungenabschnitte, insb.
in den Unterlappen; am wenigsten betroffen ist der Mittellappen.
-Wird die Infiltration zentral oder peripher?
Peripher.
-Und wie geht's weiter?
CRB-65 (hier war 1), dann stationäre Aufnahme, und Antibiose.
-Mit welchem?
Ampicillin/Sulbactam, aber zuerst muss ich nach Allergien fragen. Bei Allergien Levofloxacin 500 mg 1-0-0, 5-7 Tage.
-NW von Fluorchinolone?
QT-Verlängerung, Achillessehnenruptur, Muskelbeschwerden (Rhabdomyolyse), Hyper-/Hypoglykämien, Aortenaneurysma
und -dissektion, Herzklappeninsuffizienz, Neurotoxizität.
-Falls der Pat 64J war, was würden Sie machen?
Ambulante Therapie mit Kontrolle nach 48-72h.
-Welches Antibiotikum?
Amoxicillin 1000mg 1-1-1 für 5-7 Tage.
-Dann Sepsis, wie kann man erwähnen? Über SOFA und qSOFA diskutiert. A: s. 280.
Lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer dysregulierten Immunantwort auf eine Infektion.
*SOFA-Score: zur Erkennung einer akuten Organdysfunktion:
Kreislauf, Lunge, Niere, Leber, Hämato, Gehirn:
Mittlerer arterieller Druck (MAP), PaO2/FiO2, Kreatinin, Bilirubin, Thrombozytenzahl, GCS.
*qSOFA-Score: Vereinfachte Sepsis-Kriterien:
AF ≥22/min, SRR <100 mmHg, Vigilanzminderung.
-Was bedeutet SOFA?
Sequential Organ Failure Assessment.
125
Rojhat aus Kurdistan
B. COPD, Asthma:
1. Raucher und kann nicht gut atmen, was kann das sein?
COPD.
2. Was ist die Ursache von Obstruktion bei COPD?
Obstruktive Lungenerkrankungen:
Die Atemwege sind verengt Das Hauptproblem ist Ausatmen:
*Wir stimulieren das Zwerchfell, um einzuatmen Das Zwerchfell senkt sich Der intrathorakale Druck wird negativ
Die Lunge dehnt sich aus Hier wird Energie verbraucht, weil die Inspiration durch die Stimulation des Zwerchfells erfolgt
Also wenn man einatmet, zieht man die Luft gegen Wiederstand in die Lunge.
*Aber beim Ausatmen wird keine Energie verbraucht Weil die Lunge ihre eigene Rückstoßeigenschaft (Recoil) hat, das
heißt, sie hat die Eigenschaft, sich selbst zu deflationieren Also wenn eine Stenose in den Atemwegen vorliegt, gibt es ein
Problem beim Ausatmen der Luft, nicht beim Einatmen der Luft Deshalb sammelt sich Luft in den Alveolen
EMPHYSEM.
-Pathophysiologie von obstruktiven Lungenerkrankungen:
1. HYPERIRRITABILITÄT: Die Atemwege sind reizempfindlich wg. Rauchen, Noxen, Allergene usw.
2. Inhalative Noxen (Rauchen, Pollen vs.) führen zu einer Chemotaxis und Aktivierung von Leukozyten, Lymphozyten und es
entsteht eine CHRONISCHE ENTZÜNDUNG.
3. Um diese Entzündung zu beseitigen, wird Schleim produziert: ERHÖHTE MUCUS.
4. Dann kommt es zu einer HYPERTROPHIE DER GLATTEN MUSKELN DER BRONCHIEN, FIBROSE und führt zu einem
Wandverdickung und BRONCHOSPASMUS Das nennt man CHRONISCHE BRONCHITIS.
Die elastische Struktur von Alveolen wird zerstört und Luft bleibt in Lunge Das nennt man EMPHYSEM.
Wenn dieser Bronchospasmus zu 100% reversibel ist, spricht man von Asthma bronchiale Wenn er zu 10% reversibel
ist, spricht man von COPD. Wenn er zu 1% reversibel ist, wird er BRONCHOEKTASIE genannt.
3. Warum kann Sauerstoff-Gabe bei Patienten mit COPD gefährlich sein?
*Der größte Atemtrigger für Atemzentrum ist der CO2-Anstieg im Blut.
*COPD-Patienten mit einer chronischen Hyperkapnie sind an hohe CO2-Spiegel im Blut gewöhnt (chronische
hyperkapnische respiratorische Insuffizienz).
*Es bleibt der O2-Abfall als wichtigster Atemtrigger bei COPD-Patienten Wenn man den COPD-Patienten mit 5l/min O2-
Gabe behandelt, wird dieses Atemtriggers (O2-Abfall als Atemtrigger) auch nicht funktionieren Weil O2 im Blut erhöhen
wird Dadurch wird Atemzentrum weniger stimuliert und die geringere Atemarbeit wird für die "Stillung des O2-Durstes"
ausreichend Die Pat wird weniger Ein- und Ausatmen Das wird die Elimination von CO2 verschlechtern und eine
lebensgefährliche Hyperkapnie verursachen.
4. Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma?
126
Rojhat aus Kurdistan
127
Rojhat aus Kurdistan
128
Rojhat aus Kurdistan
C. Bronchialkarzinom:
1. Wie ist histologische Einteilung von Bronchialkarzinom? A: s. 94.
NSCLC: Plattenepithel- (zentral), Adenokarzinom (peripher).
SCLC: Neuroendokrine Zellen:
Sezernieren Hormone oder Neurotransmitter (Serotonin) und verursachen dadurch spezifische klinische Symptome.
Hormone bei SCLC: ADH (SIADH), ACHT (Cushing), Parathormon-ähnliche-Peptid (HyperCa), Insulin-Like-Growth-Factor
(Hypoglykämie), Antineuronale Antikörper (Polyneuropathie).
Neuroendokrine Neoplasien:
Gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien (GEP-NEN): 70%.
-NEN der Appendix (häufigste GEP-NEN).
-NEN des Pankreas.
-Karzinoid-Syndrom (NEN des Dünndarms) Serotonin Kx: Flush, Diarrhö, Bauchkrämpfe.
-Gastrinom Gastrin Zollinger-Ellison-Syndrom: UV, Reflux, Diarrhö.
-Insulinom Insulin Hypoglykämie.
-VIPom VIP Verner-Morrison-Syndrom: Achlorhydrie, Diarrhö, Flush.
-Glucagonom Glukagon DM, Gewichtsabnahme.
-Somatostatinom Somatostatin DM, Gewichtsabnahme, Gallensteine.
-GHRHom GHRH Akromegalie.
-ACTHom ACTH Cushing.
Andere neuroendokrine Neoplasien:
-NEN der Lunge (SCLC): 25% aller NEN.
-Phäochromozytome.
-Medulläres Schilddrüsenkarzinom.
-Hypophysenadenom.
2. Unterteilung und Behandlung von Bronchialkarzinom? A: s. 94.
129
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
130
Rojhat aus Kurdistan
Arterien:
*A. gastrica sinistra (aus Truncus coeliacus).
*A. gastrica dextra (aus A. hepatica communis).
*A. gastroomentalis dextra (aus A. hepatica communis A. gastroduodenalis).
*A. gastroomentalis sinistra (aus A. splenica).
Vene:
V. gastrica sinistra (in V. portae).
V. gastrica dextra (in V. portae).
V. gastroomentalis dextra (in V. mesenterica superior).
V. gastroomentalis sinistra (in V. splenica).
3. Aorta abdominalis zeichnen.
131
Rojhat aus Kurdistan
132
Rojhat aus Kurdistan
133
Rojhat aus Kurdistan
erbrochen, ohne sichtbare Hämatemesis. Der Stuhlgang sei auch in letzter Zeit dunkler. VE: Gastritis Typ-B wurde
vor 5J medikamentös behandelt ohne Probleme.
I. Wie möchten Sie vorgehen? A: s. 112.
Labor: BB und Tumormarkers CA 72-4, CA 19-9, CEA.
II. Warum BB?
V.a. Anämie.
III. Welcher Typ?
Normochrom, normozytär oder bei Eisenmangel mikrozytär, hypochrom.
IV. Was kontrollieren wir noch bei Eisenmangel-Anämie? A: s. 264.
*Ferritin, Transferrinsättigung↓, Transferrin↑, sTfR↑(löslicher Transferrinrezeptor), Retikulozytenzahl↓
*Dann ÖGD mit Bx Danach Staging mit Sono + Endosono + CT-Abdomen-Thorax-Becken.
V. Warum machen wir Endosonographie?
Tiefe des Tumors zu sehen.
VI. Wie behandeln wir bei T2? A: s. 114.
Bis T1a (nur Mukosa betroffen): Endoskopisch.
Ab T1b (NxM0) bis T3:
-Totale Gastrektomie mit D2-Lymphadenektomie (15 LKs).
-Resektion von Omentum minus und majus.
-Roux-Y-Anastomose.
Ab T3: Adjuvant und Neoadjuvanter RadioChemo.
T4b, N3, M1: Palliativ.
134
Rojhat aus Kurdistan
135
Rojhat aus Kurdistan
stimuliert und keine Enzyme freisetzen Deswegen nach Billroth II und Roux-en-Y geben wir Kreon (Pankreas-
Enzyme).
136
Rojhat aus Kurdistan
B. Cholezystitis, Cholelithiasis:
1. Wie viel mm ist DHC bei Choledocholithiasis erweitert? A: s. 119.
≥ 7 mm.
2. Was sind Cholestase-Parameter?
AP↑, GGT↑, Bilirubin↑
3. Was sind die Ursachen für Hyperbilirubinämie? A: s. 134.
Prähepatischer Ikterus:
-Hämolyse Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Sphärozytose, PNH, Pyruvatkinase-Mangel,
Sichelzellanämie, Thalassämie, HUS, TTP, Transfusion, Kälte/Wärme-AK, mechanische Herzklappe, Malaria.
-Ineffektive Erythropoese Perniziöse Anämie, Folsäure-Mangel, Thalassämie, MDS.
Intrahepatischer Ikterus:
-Nicht-obstruktive Cholestase:
Hepatitis (z.B. viral, autoimmun, alkoholisch)
Leberzirrhose
Stauungsleber
Primär biliäre Cholangitis
-Obstruktive Cholestase:
Lebertumoren (z.B. HCC, Metastasen, cholangiozelluläres Karzinom)
Intrahepatische Gallensteine
Primär sklerosierende Cholangitis
Posthepatischer Ikterus (= obstruktive posthepatische Cholestase):
Choledocholithiasis
Primär sklerosierende Cholangitis
Fehlbildungen der Gallenwege
Tumoren (Pankreaskarzinom, Gallengangskarzinom)
Gallengangsstrikturen (postoperativ, entzündlich)
-Was ist die Pathophysiologie von nicht-obstruktiver Cholestase?
*Bei intrahepatische nicht-obstruktive Cholestase ist Gallebildung und/oder -ausscheidung innerhalb der Leber gestört,
ohne dass eine mechanische Blockade der Gallenwege vorliegt.
**Beeinträchtigung des Galleflusses**
**Akkumulation von Gallenbestandteilen**
*Bei der intrahepatischen nicht-obstruktiven Cholestase ist direkte Bilirubin im Blut erhöht. Weil Bilirubin in der Leberzelle
konjugiert, aber aufgrund der gestörten Galleausscheidung nicht effektiv in die Gallenwege ausgeschieden wird. Dadurch
sammelt sich das konjugierte Bilirubin in der Leber an und gelangt vermehrt ins Blut.
4. Welche Struktur wird bei laparoskopische Cholezystektomie unterbunden? A: s. 121.
Ductus cysticus und A. cystica.
5. Bitte malen Sie die Gallenwege.
137
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
10. Was muss man innerhalb 24 Stunden operieren? A: s. 120.
-Akute Cholezystitis: in 24h Laut Heidelberg-Uni in 6h.
-Choledocholithiasis + Cholezystolithiasis: Zuerst ERCP, dann in 72h Cholezystektomie.
11. Wie ist die laparoskopische Procedere? A: s. 121.
Allgemeinnarkose Trokare einbringen Leber anheben Callot-Dreieck vorbereiten (Ductus cysticus, Ductus
hepaticus communis und Leberunterfläche) Ductus cysticus und A. cystica unterbringen Gallenblase bergen
Die Wunde nähen.
138
Rojhat aus Kurdistan
139
Rojhat aus Kurdistan
-Gallensäureverlust-Syndrom bei Morbus Crohn oder nach Resektionen des terminalen Ileums.
-Hämolytische Anämien (Bilirubinsteine).
-Hyperparathyreoidismus (Calciumcarbonatsteine).
19. Wie verursachen die Steine Cholezystitis? Also Pathophysiologie? A: Amboss
Akute kalkulöse Cholezystitis: Stein Obstruktion u/o Mikrotraumen der Gallenblasenwand Zunächst sterile
Entzündungsreaktion (inflammatorische Mediatoren) Im Verlauf steigen Darmerreger in die Gallenwege auf
führen zu einer bakteriellen Entzündung.
Akalkulöse Cholezystitis: Bei schwerer Krankheit, Operationen und Traumata Minderperfusion Schädigungen der
Gallenblasenwand Begünstigte bakterielle Infektionen.
Cholangitis: Steine oder Strikturen Begünstigtes Aufsteigen von Bakterien aus dem Duodenum.
20. Welche Entzündungswerte bestimmen Cholezystitis? A: s. 119.
Leukozytose, CRP↑, PCT↑
21. Gibt's noch einen Entzündungswert, der leider nicht häufig verwendet wird?
BSG: Blutsenkungsgeschwindigkeit.
-Wird es verlängert oder verkürzt?
Verlängert.
*Sturzsenkung: BSG >100mm/erste Stunde Wenn wir das sehen, dann machen wir Protein-Elektrophorese mit V.a.
Multiples Myelom:
Wenn Gammafraktion erhöht ist, dann machen wir Knochenmarkbiopsie Wenn Plasmazelle erhöht ist (>10%),
dann ist die Diagnose multiples Myelom.
Wenn Protein-Elektrophorese in Ordnung ist, dann machen wir Tumorsuche mit Abdomensono, Rö-Thorax, ÖGD,
Kolo.
22. Alle Laborwerte sind da, was wollen Sie noch Diagnostik machen? A: s. 118.
Abdomensono.
23. Wie ist Sono-Befund? A: s. 119.
-Cholezystolithiasis: Konkremente in Gallenblase mit dorsalem Schallschatten / ggf. Sludge.
-Cholezystitis: Wandverdickung >3mm (postprandial >5mm) / Dreischichtung der Wand / Konkremente.
-Choledocholithiasis und Cholangitis: DHC-Durchmesser ≥ 7 mm / Intrahepatische Gallenwege erweitert / Ggf.
Gangkonkremente.
24. Erklärung von Murphy-Zeichen? A: s. 118.
Schmerzbedingter Abbruch der Inspiration bei Palpation des rechten Oberbauchs: Zeichen der Cholezystitis.
25. Was ist Gallenblasenhydrops? Therapie? A: s. 117
Gallenblasenhydrops = Courvoisier-Zeichen:
Prall-elastische Vergrößerung der Gallenblase (Transversaldurchmesser >5 cm).
Äx:
-Obstruktion durch Konkrement, Sludge, Strikturen übergeht in Cholezystitis schmerzhaft.
-Malignome (Pankreaskarzinom, cholangiozelluläres Karzinom) Courvoisier-Zeichen schmerzlos.
Tx:
-Symptomatisch (Zeichen der Cholezystitis): Cholezystektomie.
-Asymptomatisch (Courvoisier-Zeichen, schmerzlos): Ursachen-Abklärung.
26. Was geben Sie als Antiemetikum, Schmerzmittel mit Dosierung bei Cholelithiasis/Cholezystitis?
-Antiemetikum: MCP 10 mg iv 3x1.
-Spasmolytikum: Butylscopolamin 10-20mg iv bis 5x1.
-Leichte Schmerzen: Paracetamol 1000mg iv 4x1.
-Mittel/Starke Schmerzen: Metamizol 1000mg iv 5x1.
-Starke Schmerzen: Opioide. Opioide verursachen Glattmuskel-Verspannung, also Papillenspasmus, deswegen nicht
1. Wahl.
27. Was sollen Sie die Patientin noch fragen?
Allergien.
28. Was geben Sie als Antibiotikum bei Cholezystitis und Cholangitis? A: s. 120 und Amboss.
-Ampicillin/Sulbaktam 2/1g iv 1-1-1 für 5 Tage.
oder
-Moxifloxacin 400 mg iv 1-0-0 für 5 Tage.
oder
-Ceftriaxon 2g iv 1-0-0 + Metronidazol 500mg iv 1-1-1.
Bei Sepsis: Piperacillin/Tazobactam 4/0,5g iv 1-1-1 oder Meropenem (Breitspektrum).
29. Welche Keime verursachen Cholezystitis? A: s. 116.
Aufsteigende Bakterien vom Darm: Gram negativ (E. coli, Klebsiella, Enterobacter) und Anaerobier.
30. Gibt man immer Antibiotikum, auch perioperativ? A: s. 120.
Bei jeder akuten Cholezystitis oder Cholangitis muss man Antibiotikum für 3-5 Tage geben.
31. Wann sofort operieren oder wann ein bisschen Zeit lassen? A: s. 120.
-Symptomatische Cholezystolithiasis: Frühzeitig, elektiv.
-Akute Cholezystitis: In 24h.
140
Rojhat aus Kurdistan
141
Rojhat aus Kurdistan
142
Rojhat aus Kurdistan
- Endoskop wird bis Papilla Vateri eingeführt Ein kleiner Katheter wird durch Endoskop in Papilla Vateri platziert
Kontrastmittel wird in Gallenwege und Pankreasgänge injiziert Dann werden 5 bis 10 Röntgen-Aufnahmen zur
Lokalisation der Pathologie gemacht Leitbefund bei Choledocholithiasis: Gangkonkremente zeigen sich als
Kontrastmittelaussparung.
Therapeutisches Vorgehen:
- Papillotomie.
- Steinextraktion: Häufig mittels aufblasbarem Ballonkatheter.
40. Wie ist die Physiologie der Bildung der Galle? A: s. 134.
Physiologie (und Pathophysiologie):
1) Hämoglobin wird in der Milz (%80) und im Knochenmark (%20) zu Häm und Globin abgebaut.
2) Häm wird in Makrophagen zu unkonjugiertem Bilirubin aufgespaltet Bilirubin bindet an Albumin und wird im Blut
zur Leber transportiert. (Albumin Mangel: Hepatitis, Zirrhose, Stauungsleber)
3) In der Leber wird Bilirubin mit UDP-Glucuronsäure konjugiert Davon 20% geht wieder ins Blut Also im Blut ist
Bilirubin 80% unkonjugiert und 20% konjugiert 80% von konjugiertem Bilirubin wird mit der Galle in Darm
ausgeschieden. (Konjugationsproblem: Hepatitis, Zirrhose, Stauungsleber), (Intrahepatische Obstruktion: PBC, PSC,
Gallensteine, Tumoren: HCC, Gallengangskarzinom, Metastasen), (Extrahepatische Obstruktion: Choledocholithiasis,
PSC, Gallengangsstrikturen, Tumoren: Pankreaskarzinom, Gallengangskarzinom).
4) Im Darm wird Bilirubin durch Bakterien dekonjugiert dann zu Urobilinogen reduziert.
5) Urobilinogen wird 80% mit dem Stuhl zum Stercobilin umgewandelt und ausgeschieden.
6) 20% des Urobilinogens im Darm resorbiert und verlässt den Körper auf zwei Wegen:
7) Der Großteil wird erneut über die Leber in Darm ausgeschieden (enterohepatischer Kreislauf).
8) Ein kleiner Teil wird über den Urin ausgeschieden, wo ein Teil davon in das gelbe Urobilin oxidiert.
41. Was sind die Arten und Klassifikation der biliären Karzinome? Wie heißen die Operationen? A: s. 176 und Amboss.
Cholangiokarzinom:
-Meist extrahepatisch (eCCA):
*Am Ductus hepaticus dexter, sinister.
*Am Hepatikusgabel = Klatskin-Tumor = Perihiläre Cholangiokarzinom: Cholezystektomie + DHC-Resektion +
Hepatikojejunostomie mit Roux-Y-Schlinge.
*In Ductus choledochus (dCCA): OP wie bei Klatskin-Tumor.
*Papillenkarzinom: Whipple-OP: Resektion von Pankreaskopf, distalen Magenteil, Duodenum, Gallenblase und DHC
+ Rekonstruktion durch Roux-Y-Schlinge mit Hepatiko-, Pankreatiko-, Gastrojejunostomie.
-Selten intrahepatisch (iCCA): Leberteilresektion.
Gallenblasenkarzinom: Cholezystektomie (+Leberresektion rechts).
143
Rojhat aus Kurdistan
144
Rojhat aus Kurdistan
145
Rojhat aus Kurdistan
146
Rojhat aus Kurdistan
147
Rojhat aus Kurdistan
148
Rojhat aus Kurdistan
a) V.D?
Choledocholithiasis.
b) Was erwarten Sie im Labor und Sono?
- Cholestasezeichen: AP↑, GGT↑, Bilirubin↑.
- Transaminasen↑.
- Ggf. Lipase↑ bei biliärer Pankreatitis.
- Entzündungswerte normal.
Sono: DHC ≥ 7 mm / Intrahepatische Gallenwege erweitert / Ggf. Gangkonkremente.
c) Was führt zu erhöhten Transaminasen bei Cholezystitis?
-Direkte Schädigung der Leberzellen, weil Leber benachbartes Organ ist.
-Bei Choledocholithiasis wg. Obstruktion Rückfluss der Galle in Leber und Schädigung der Leberzellen.
d) Was ist die Funktion von Transaminasen?
-Synthese und den Abbau von Aminosäuren.
-Entgiftung von Ammoniak.
-Umwandlung von Stickstoff in Harnstoff, der dann über den Urin ausgeschieden wird.
e) Warum bestimmen Sie Lipase?
DDx Akute biliäre Pankreatitis: Bei >180 U/L besteht der V.a. eine Pankreatitis.
f) Was ist die Pathophysiologie von Pankreatitis? A: s. 138.
Autodigestion von Pankreas durch seine proteolytischen Enzyme → Inflammatorische Reaktion → Ödeme,
Vasodilatation, Blutungen, Pseudozysten, ggf. Nekrotisierung.
Akute biliäre Pankreatitis:
*Gallenwegsobstruktion: Ein Gallenstein kann den DHC blockieren, der sowohl Gallenflüssigkeit als auch Pankreassaft
transportiert.
*Rückstau von Gallenflüssigkeit und Enzymen: Die Obstruktion führt zu Rückstau von Gallenflüssigkeit und
Pankreassaft in den Gangsystemen von Pankreas und Gallenblase. Dies führt zu einem erhöhten Druck in diesen
Gängen.
*Aktivierung von Pankreasenzymen: Die Pankreasenzyme, wie z.B. Lipasen, Amylasen und Proteasen, werden in ihrer
inaktiven Vorstufenform (Proenzymen) produziert und in den Gangsystemen gespeichert. Durch den Rückstau und den
erhöhten Druck können diese Enzyme aktiviert werden, bevor sie das Darmlumen erreichen.
*Selbstverdauung und Entzündung: Die aktivierten Enzyme beginnen, das Pankreasgewebe selbst zu verdauen, was zu
einer entzündlichen Reaktion führt. Dies führt zu einer Freisetzung von entzündlichen Mediatoren wie Zytokinen und
Leukozyten, die die Entzündungsreaktion verstärken.
*Verbreitung der Entzündung: Die entzündliche Reaktion kann sich auf benachbarte Gewebe ausbreiten, was zu
weiteren Komplikationen wie Nekrose, Peritonitis und systemischer Entzündungsreaktion (SIRS, systemisches
inflammatorisches Antwortsyndrom) führen kann.
Alkoholische Pankreatitis:
Die alkoholische Pankreatitis wird durch langfristigen Alkoholkonsum verursacht, der zu einer direkten Schädigung der
Pankreas führt. Hier ist der typische Pathophysiologieprozess:
*Toxische Wirkung des Alkohols: Alkohol und seine Stoffwechselprodukte können direkt toxisch auf die Azinuszellen
von Pankreas wirken, die für die Produktion und Freisetzung von Pankreasenzymen verantwortlich sind.
*Störung der Enzymaktivierung: Alkohol kann die normale Aktivierung von Pankreasenzymen stören, was zu einer
vorzeitigen Aktivierung und Freisetzung von Enzymen führen kann.
*Selbstverdauung und Entzündung: Die Aktivierung der Pankreasenzyme innerhalb des Pankreas führt zur
Selbstverdauung des Pankreasgewebes und zur Auslösung einer entzündlichen Reaktion. Wie bei der biliären
Pankreatitis führt die entzündliche Reaktion zur Freisetzung von Zytokinen und Leukozyten, die die Entzündung
verstärken.
*Chronische Schädigung: Langfristiger Alkoholkonsum kann zu einer chronischen Pankreatitis führen, die durch
wiederholte Entzündungs- und Heilungsprozesse gekennzeichnet ist und zu einer dauerhaften
Funktionsbeeinträchtigung der Pankreas führen kann.
-Pseudozysten: Pankreaszelle durch Autodigestion sterben und es besteht Löcher in Pankreas.
149
Rojhat aus Kurdistan
150
Rojhat aus Kurdistan
151
Rojhat aus Kurdistan
Relative Indikationen:
-Blutgerinnungsstörung.
-Verwachsungen (ausgeprägte Adhäsionen).
-Mirizzi-Syndrom.
68. Welche Parameter nutzt man zu prüfen, ob NMH wirkt?
Antifaktor Xa.
69. Welche Bildgebung macht man bei Choledocholithiasis?
Ich: Nach Sono, zuerst ERCP.
Prüfer: Nein MRCP! ERCP nur therapeutisch!
70. Was macht man bei ERCP?
Lokalisation der Gallenwege mittels KM und Röntgendurchleuchtung.
Dann Papillotomie und Steinentfernung.
71. Wenn bei Cholezystitis die Schmerzen abklingen, freut das uns?
Nein, weil Nerven der Gallenblasenwand bei gangränöser Cholezystitis kaputtgehen.
72. Fall: Zunehmende Bauchschmerzen seit 2 Tagen, beträfen den gesamten Oberbauch mit Punctum maximum im
rechten Oberbauch. Fieber 38, Übelkeit, Erbrechen (2-mal gallig), hellem Stuhl und dunklem Urin. Schmerzintensität
beträgt 5-6 mit Ausstrahlung in die rechte Schulter.
a) Verdachtsdiagnose?
Choledocholithiasis mit Cholangitis.
b) Wie gehen Sie vor?
Labor und Sono.
c) Wenn DHC erweitert ist, was macht man hier?
Zuerst EUS oder MRCP, dann ERCP.
d) Wann macht man OP bei Cholezystitis?
In 24h.
e) Was macht man mit Galleleck, wenn die Leckage mehr als 300 ml pro Tag ist? A: s. Frage 6.
-ERCP mit Stenting: Um den Gallenfluss von der Leckstelle wegzuleiten und die Heilung zu fördern.
-Perkutane Drainage: Falls sich ein Biliom (Ansammlung von Galleflüssigkeit) gebildet hat, kann eine perkutane
Drainage notwendig sein.
-Revision-OP: Wenn das Leck konservativ oder interventionell nicht kontrolliert werden kann, wird das Leck genäht
und Gallenwege rekonstrukturiert.
73. Fall: Die Pat hat nach der Operation Luftnot bekommen.
a. Was würden Sie machen?
KU.
b. Was ist wichtig bei KU?
TVT-Zeichen. Dann Labor: D-Dimere.
c. Wenn D-Dimere positiv ist?
Dann CT mit KM.
d. Was ist die Therapie von Lungenembolie? A: s. 27.
Allgemein: Stationär Halbsitzend O2-Gabe Analgesie bei Schmerzen: Morphin Ggf. Anxiolyse: Diazepam
Intensiv.
Ohne Lebensgefahr: Therapeutische Antikoagulation UFH, NMH, DOAK, Vit-K-Antagonisten mind. 3-6 Monate.
Mit Lebensgefahr (hämodynamischer Instabilität und Reanimationspflichtigkeit): Thrombolyse mit Alteplase
Kompl.: Blutung Bei Blutung unter Lyse: Gabe von Aprotinin, Protamin und ggf. FFP Beim Versagen der Lyse:
interventionelle Embolektomie oder OP.
e. Pat hat nach OP erhöhte RR, was würden Sie machen? Unterschied zwischen Hypertensive Krise und Hypertensiv
Notfall und Behandlung? A: s. 47.
Krise: >180/110 mmHg, ohne Organschäden Tx: Ambulant.
Notfall: >180/110 mmHg, mit Organschäden Tx: Stationär.
Tx: Keine RR-Senkung >30% innerhalb der ersten Stunde.
- Nitrate: Glyceroltrinitrat sublingual oder iv.
- CCB: Nifedipin po.
- Alpha-Blocker: Urapidil iv ggf. über Perfusor unter Monitoring.
- Zentrale Alpha-2-Agonisten: Clonidin iv ggf. über Perfusor unter Monitoring.
- Direkte Vasodilatatoren: Dihydralazin iv ggf. über Perfusor unter Monitoring.
f. Was sind die Komplikationen von aHT? A: s. 47.
Herz:
- Hypertensive Kardiomyopathie: Durch Druckbelastung des linken Ventrikels → Herzinsuffizienz.
- KHK durch Makro- und Mikroangiopathie.
Gefäße:
- Karotisstenose.
- Aortenaneurysma.
- Aortendissektion.
152
Rojhat aus Kurdistan
Gehirn:
- Hämorrhagische oder ischämischer Schlaganfall.
- Vaskuläre Demenz.
Niere:
- Hypertensive Nephropathie: Mikroalbuminurie CNV Schrumpfniere.
Augen:
- Hypertensive Retinopathie (Fundus hypertonicus): Veränderungen der retinalen Gefäße.
g. Warum nimmt die Pat BetaBlocker? BetaBlocker Indikation? A: Amboss.
Kardial: KHK, aHT, ACS, Supraventrikuläre HRST, Komp. Herzinsuff.
Extrakardial: PoHT, Hyperthyreose, Migräne, Essenzieller Tremor, Glaukom.
h. Welche weitere Blutdruck Medikamente kennen Sie? A: s. 45
Es gibt 5 Gruppen der Antihypertensiva: ABCD:
1. Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer und Angiotensin-1-Rezeptor-Blocker.
2. Beta-Adreno-Rezeptoren-Blocker.
3. Ca-Kanal-Blocker: Dihydropyridin / Verapamil / Diltiazem.
4. Diuretika: Thiazide / Schleifendiuretika / K-sparende Diuretika / Aldosteron-Antagonisten.
5. Sonstige:
Vasodilatatoren: Minoxidil, Nitroprussid, Dihydralazin.
Alfa-Blocker: Urapidil.
Zentrale Antisympathotonika: Clonidin, Moxonidil, alfa-Methyl-Dopa.
Renin-Inhibitoren: Aliskiren.
74. Fall: 71J Pat hat starke, rechtsseitige Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter. Vor 3 Tagen
nach einer eiweiß- und fettreichen Mahlzeit mit Alkoholkonsum angefangen (auf eine Party Eigelb mit Salat und
Wurst gegessen). Fieber 38.3°C, Inappetenz und 3-mal Erbrechen. Urin dunkler, Stuhl heller.
KU: Positives Murphy-Zeichen.
a. Welche Laborwerte bestimmen Sie und warum?
-Blutbild: Leukozytose? Anämie (Hämolyse)?
-Nierenwerte: Kreatinin, Harnstoff, Na, K Wichtig bei KM-Gabe für ERCP.
-Leberwerte und Cholestasezeichen: AST, ALT, GGT, AP, Bilirubin, Lipase
-Hämolyseparameter: LDH
-Entzündungszeichen: CRP, (PCT)
-Gerinnungsstatus: Quick, PTT Wichtig für OP, ERCP.
b. Wie würde Sono aussehen?
Cholezystolithiasis: Konkremente in Gallenblase mit dorsalem Schallschatten, ggf. Sludge.
Cholezystitis: Wandverdickung >3mm (postprandial >5mm). / Dreischichtung der Wand, ggf. mit umgebender freier
Flüssigkeit. / Konkremente.
Choledocholithiasis: DHC ≥ 7 mm / Intrahepatische Gallenwege erweitert / Ggf. Gangkonkremente.
Cholangitis: Wie bei Choledocholithiasis.
Wenn man die Diagnose gestellt hat, soll man den Pat. von einem chirurgischen Kollegen untersuchen lassen (akuter
Abdomen?) mit ggf. Aufnahme auf chirurgische Station.
c. Pat ist 10 Tagen nach OP wieder gelb geworden, wieso?
Er wollte so hören: Verletzung der Gallenwege mit anschließender Stenose.
75. Fall: Druckende stechende Oberbauchschmerzen rechts mit Ausstrahlung in die rechte Schulter seit 2 Tagen. Seit
gestern schlimmer, 7/10 Schmerzskala. Fieber 38.2, Inappetenz, Übelkeit, kein Erbrechen.
KU: Druckschmerz Oberbauch rechts.
a. VD, DD, 6F-Regel, med. Behandlung, OP-Indikation? A: s. 116.
VD: Akute Cholezystitis.
DD: Akute Leberkapselschwellung (z.B. bei akuter Hepatitis, Stauungsleber), GERD, Gastritis, UV/UD, Appendizitis,
Pankreatitis, Gallenblasenpolyp, Nephrolithiasis, Hinterwandinfarkt, Pneumonie.
6F-Regel: Fat, Female, Fertile, Forty, Fair, Family (Cholesterinsteine).
Meds: -Ampicillin/Sulbaktam 2/1g iv 1-1-1 für 5 Tage oder -Moxifloxacin 400 mg iv 1-0-0 für 5 Tage
Oder -Ceftriaxon 2g iv 1-0-0 + Metronidazol 500mg iv 1-1-1
-Bei Sepsis: Piperacillin/Tazobactam 4/0,5g iv 1-1-1 oder Meropenem (Breitspektrum)
-Butylscopolamin 20mg 5x1, Metamizol 1000mg 5x1, MCP 10mg 3x1.
OP-Indikationen:
-Cholezystitis: OP in 24h.
-Cholangitis und Choledocholithiasis: ERCP.
-Choledocholithiasis + Cholezystolithiasis: ERCP + OP in 72h.
-Symptomatische Cholezystitis: Frühelektive OP.
-Asymptomatische Cholezystitis: Keine OP! Ausnahmen: Polyp >1cm, Stein ≥3cm, Chr. Cholezystitis.
-Asymptomatische Choledocholithiasis: Je nach Pat.
b. Wann offene OP und wann Laparoskopie? A: s. 121.
Absolute Indikationen von Laparotomie = KI von Laparoskopie:
153
Rojhat aus Kurdistan
-Gallenblasenkarzinom.
-Intoleranz zu Kapnoperitoneum:
*Dekomp. Resp. Insuff (COPD): Anstieg von pCO2 Hyperkapnie HRST.
*Dekomp. Herzinsuffizienz: Verminderte venösen Rückstrom Verminderte Herzvolumen.
Relative Indikationen von Laparotomie = KI von Laparoskopie:
-Blutgerinnungsstörung.
-Verwachsungen (ausgeprägte Adhäsionen).
-Mirizzi-Syndrom.
c. Was ist der Name von Schnitt bei offener OP? A: s. 121.
Rippenbogenrandschnitt rechts.
d. Wie ist der Verlauf von OP?
Allgemeinnarkose Trokare einbringen Leber anheben Callot-Dreieck vorbereiten (Ductus cysticus, Ductus
hepaticus communis und Leberunterfläche) Ductus cysticus und A. cystica unterbringen Gallenblase bergen.
e. Komplikationen bei und nach OP? A: s. 121 und Frage 63h.
76. Fall: Frau Erika Sabine hat zunehmenden Bauchschmerzen seit 2 Tagen, beträfen den gesamten Oberbauch mit
Punctum Maximum im rechten Oberbauch, dazu Fieber (38), Übelkeit, Erbrechen (2-mal gallig), hellem Stuhl und
dunklem Urin. Die Schmerzintensität 5-6 auf einer Schmerzskale mit Ausstrahlung in die rechte Schulter.
-Verdachtsdiagnose, wie gehen Sie vor?
Cholangitis mit Choledocholithiasis. Labor (Bil, ALP, GGT, AST, ALT, Lipase, LDH, CRP, PCT, BB) und Sono.
-Was sieht man im Ultraschall?
DHC-Erweiterung ≥7mm.
-Wenn DHC erweitert ist, was macht man hier?
EUS oder MRCP, dann ERCP.
-Wann OP?
Innerhalb 24h bei akuter Cholezystitis.
-Was sind die OP-Komplikationen? A: s. 121 und Frage 63h.
Blutung, Nachblutung, Infektion, Leckage, Verletzung von DHC, Ductus hepatikus, A. hepatika.
-Was macht man mit Leckage, wenn die Leckage mehr als 300 ml pro Tag ist?
Konservativ:
*Wenn die Leckage <300ml/Tag und der Patient stabil ist:
-Überwachung.
-Flüssigkeit und Elektrolyte.
-Ggf. Antibiotika.
Interventionell:
-ERCP mit Stenting: Um den Gallenfluss von der Leckstelle wegzuleiten und die Heilung zu fördern.
-Nasobiliäre Drainage: Ein nasobiliärer Katheter kann zur temporären Ableitung der Galle gelegt werden.
-Perkutane Drainage: Falls sich ein Biliom (Ansammlung von Galleflüssigkeit) gebildet hat, kann eine perkutane Drainage
notwendig sein.
Chirurgisch:
Revision: Wenn das Leck konservativ oder interventionell nicht kontrolliert werden kann, wird das Leck genäht und
Gallenwege rekonstrukturiert.
154
Rojhat aus Kurdistan
C. Divertikulitis:
1. Klassifikation nach Hansen und Stock? A: s. 123.
Typ 0: Asymptomatische Divertikulose.
Typ 1: Akute, unkomplizierte Divertikulitis.
Typ 2: Akute, komplizierte Divertikulitis:
o 2a: Mikroabszess <1cm.
o 2b: Makroabszess.
o 2c: Freie Perforation.
Typ 3: Chronische Divertikelkrankheit:
o 3a: Symptomatische, unkomplizierte Divertikelkrankheit.
o 3b: Rezidivierende Divertikulitis ohne Komplikationen.
o 3c: Rezidivierende Divertikulitis mit Komplikationen.
Typ 4: Divertikelblutung.
2. Patient mit linkem Unterbauchschmerz und dann mit akutem Abdomen. Was machen Sie?
Im Notfall gibt es 2 Möglichkeiten:
-Hartmann OP (Bild 2 und 4): Sigmaresektion + Blindverschluss vom Rektum + Endständige Ileo- oder Kolostoma.
Zunächst keine Anastomose, nur Stoma. Nach 3-6 Monaten Anastomose und Wiederherstellung der Kontinuität.
Warum keine Anastomose direkt?
Weil es eine Entzündung im Darm gibt und das Risiko von Anastomose-Insuffizienz sehr hoch ist.
-Zweizeitiges Vorgehen (Bild 3 und 4): Sigmaresektion + Anastomose + protektive passagere doppelläufige Ileostoma.
Nach 6 Wochen Rückverlagerung von doppelläufigen Ileostoma und End-zu-End Anastomose und Wiederherstellung der
Kontinuität.
Warum protektive passagere doppelläufige Ileostoma?
Weil wir eine Anastomose machen und die schwere Entzündung (Divertikulitis) die Gefahr von Anastomose-Insuffizienz
erhöht, deswegen machen wir protektive Stoma vor Anastomose. Nach 6 Wochen lagern wir diese Ileostoma zurück.
Warum doppelläufig?
Weil es einfacher ist, bei Rückverlagerung die Anastomose zu machen.
155
Rojhat aus Kurdistan
156
Rojhat aus Kurdistan
157
Rojhat aus Kurdistan
Akute Sigmadivertikulitis: Die Darmkontur (weiße gepunktete Linie) hat vier Divertikel (Pfeile). Die Darmwand ist hier
verdickt und die Wandschichtung ist aufgehoben und völlig wolkig erscheint. Über die Divertikel liegen Omentum majus
und perikolisches Fettgewebe (gelb), die deutlich echoreich sind und somit auf eine entzündliche Reaktion hindeuten. Das
echoarme Areal (blau) ist ein Hinweis auf freie Flüssigkeit (DD Abszess). (Quelle: Amboss).
Kotstein im Divertikel mit Schatten + Imbibierung des umliegenden Fettgewebes + kleiner Abszess + Kokarden-Phänomen.
(Quelle: [Link]
6. Machen Sie noch was anderes an Diagnostik oder fangen Sie mit der Behandlung an? A: s. 125.
-Wenn Sono nicht ausreicht CT mit KM (oral, rektal und i.v.)
-Bei akutem Abdomen Röntgen im Stehen Freie Luft bei Perforation.
7. Könnte man eine Koloskopie machen? A: s. 126.
-Nein! Wg. Perforationsgefahr. Erst im entzündungsfreien Intervall nach Abklingen der Akutsituation: nach 4–6 Wo.
-Koloskopie soll immer erfolgen zum Ausschluss von Stenosen oder Malignomen.
8. Etwas weniger invasiv?
Ich: Hämoccult.
-Noch was?
Ich: CT mit KM als Tumorsuche.
Prüfer: Ja!
158
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: DocPlayer.
11. Was ist Fistel?
Unphysiologische Verbindung zwischen zwei Hohlorganen, Gefäßen oder Körperhöhlen.
12. Wo sehen wir Fistel am häufigsten? A: s. 126.
Meist kolovesikal.
Auch kolovaginal, koloenteral und kolokutan.
13. Was sind die Komplikationen einer Fistel? A: s. 126.
Enterovesikaler Fistel: Pneumaturie/Fäkalurie Rezidivierende Harnwegsinfekte bis zur Urosepsis.
Enterovaginaler Fistel: Vaginaler Stuhl-Luftabgang.
14. Wieso muss man Fisteln früh entdecken?
Je früher entdeckt, desto bessere Prognose.
15. Was machen Sie bei zweizeitiger Operation? A: s. Frage 2.
Zweizeitige OP:
Erste Zeit OP: Sigmaresektion + Anastomose + protektive passagere Ileostoma: Diskontinuität.
Zweite Zeit OP: End-zu-End Anastomose und Rückverlagerung der doppelläufigen Ileostoma: Rekontinuität.
Einzeitige OP:
Sigmaresektion mit direkter Anastomose bei Entzündungsfreie Phase (geplante Operation).
Niedriges Risiko von Anastomoseinsuffizienz, aber trotzdem kann passieren.
16. Was ist künstlicher Darmausgang?
Künstlicher Darmausgang = Stoma.
17. Was ist der Unterschied zwischen einem endständigen und doppelläufigen Stoma?
Sowohl Kolostoma als auch Ileostoma können doppelläufig oder endständig angelegt werden.
Endständige Stoma:
*Die orale Schlinge ausgeleitet (Stoma) und die aborale blind verschlossen (wie bei Resektion nach Hartmann).
*Häufig dauerhaft angelegt.
Doppelläufige Stoma:
*Zwei Öffnungen (Stoma) zwischen Darm und Bauchdecke angelegt (oral und aboral).
*Oft nur eine vorübergehende Maßnahme.
159
Rojhat aus Kurdistan
160
Rojhat aus Kurdistan
161
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: DocPlayer.
162
Rojhat aus Kurdistan
163
Rojhat aus Kurdistan
Freie Luft bei perforierter Sigmadivertikulitis: 1: Freie Luft ventral in der Bauchhöhle. 2: Divertikelbesetzter Darm, 3: M.
iliacus, 4: A. iliaca interna. 5: Rektum mit Darminhalt. (Quelle: Amboss).
164
Rojhat aus Kurdistan
Diabetes: Immunsystem wird beeinflusst und das Risiko von Sepsis erhöht.
39. Mein Fall war Divertikulitis. DDx? A: s. 125.
- Colitis ulcerosa. Morbus Crohn.
- Bakterielle Durchfallerkrankungen.
- Appendizitis.
- Ischämische Kolitis.
- Kolorektales Karzinom.
- Reizdarmsyndrom.
- Urozystitis.
- Gynäkologische Erkrankungen: Extrauterine Schwangerschaft, Adnexitis, Ovarialzystruptur, Ovarialtorsion, Endometriose.
- Hodentorsion.
40. Was sind die Komplikationen von Divertikulose? A: s. 126.
Divertikelblutung / Perforation / Fistel / Darmstenosen.
41. Was ist die häufigste Ursache von Darmblutung?
-Medikamente (Antikoagulation).
-Divertikelblutung:
5% bei Divertikulose Häufigste Ursache für untere GI-Blutung Sistiert zu 90% spontan.
Dx: Koloskopie (bei hämodynamischer Stabilität innerhalb von 12–24 h).
Falls koloskopische Lokalisation der Blutungsquelle nicht möglich: CT-Angiografie, Angiografie oder Szintigrafie.
Tx: Koloskopische Blutstillung Falls nicht möglich: Angiographische Embolisation oder OP.
42. Was sind die diagnostischen Maßnahmen von Divertikulitis?
Anamnese und KU:
-DS mit ggf. Resistenz im linken Unterbauch.
-Akutes Abdomen mit lokaler oder generalisierter Abwehrspannung und Loslassschmerz: V.a. Perforation mit peritonealer
Reizung.
-Digital-rektale Untersuchung: Schmerzen.
-Temperatur: >37,5 °C
Labor: Leukozyten↑, CRP↑, U-Status: DD Urolithiasis oder HWI.
Sono:
-Entzündeter Divertikel.
-Darmwandverdickung >5mm mit Aufhebung der Wandschichtung und ggf. Kokardenphänomen.
-Entzündliche Fettgewebsreaktion in der Umgebung.
-Ggf. Nachweis freier Flüssigkeit oder eines Abszesses.
CT-Abdomen mit KM (oral, rektal und i.v.):
Indiziert, wenn Sono-Befund nicht ausreicht.
-Entzündeter Divertikel.
-Darmwandverdickung.
-Entzündliche Fettgewebsreaktion in der Umgebung.
-Entzündliche Schwellung und Wandverbreiterung.
-Ggf. Nachweis von Komplikationen: Perforation (freie Luft), Abszess oder Fistel.
Röntgen im Stehen: Beim akuten Abdomen: Freie Luft bei Perforation.
43. Was ist echtes und falsches Divertikel?
Echtes Divertikel: Ausstülpung aller Wandschichten Tunica Mukosa + Tela Submukosa + Tunica Muscularis + Tunica
Serosa (oder Tunica Adventitia).
Falsches Divertikel: Aussackung der Schleimhaut (Mukosa + Submukosa).
44. Mein Fall war Typ-Ilb, Therapie?
Typ 2b: Akute, komp. D. + Makroabzess (>1cm): Stationär + AB + CT/Sono-gesteuerte Abszesspunktion oder -drainage.
*Bei Versagen der Abszesspunktion: in 48h frühelektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei erfolgreicher Therapie: Elektive OP nach 4 Wochen Einzeitige Sigmaresektion + Anostomose.
*Bei Sepsis/akutem Abdomen Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP:
-Zweizeitige OP: Sigmaresektion + Anastomose + protektive passagere doppelläufige Ileostoma. Nach 6 Wochen
Rückverlagerung und End-zu-End Anastomose von doppelläufigen Ileostoma Wiederherstellung der Kontinuität.
-Hartmann OP: Sigmaresektion + Blindverschluss vom Rektum + endständige Kolostoma. Zunächst keine Anastomose, nur
Stoma. Nach 3-6 Monaten Rückverlagerung und Anastomose von Kolostoma Wiederherstellung der Kontinuität.
45. Was bedeutet Divertikel?
Ausstülpung der gesamten Darmwand.
46. Was genau passiert histopathologisch bei Divertikulitis?
Endoluminale Druckerhöhung (z.B. Obstipation) Aussackung der Schleimhaut (Mukosa und Submukosa) in einer
muskelschwachen Stelle der Muskularis, wo die Gefäße sind.
165
Rojhat aus Kurdistan
166
Rojhat aus Kurdistan
167
Rojhat aus Kurdistan
-Bei Rezidivrisiko, Fisteln, Stenosen: Elektive OP nach 4 W & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
-Bei Sepsis, akutem Abdomen, Perforation, Ileus: Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
56. Welche Antibiotika bei Divertikulitis und auch die Dosen? A: Amboss.
Ambulant (St. 1):
-Amoxi/Clav 500/125mg po 1-1-1 für 7–10 Tage.
-Bei Allergien: Cipro 500mg 1-1-1 + Metro 500mg 1-1-1 für 3-7 Tage.
Stationär (St. 2a/2b/3b/3c):
-Cefuroxim 3x1,5g oder Ceftriaxon 1x2g iv + Metro 2x500mg iv für 5-10 Tage.
-Alternativ: Pip/Taz 3x4,5g oder Amp/Sul 3x3g.
57. Fall: 71J Pat hat Unterbauchschmerzen links seit 3 Tagen. Diese Beschwerden hat er vorher auch gehabt, aber seit 3
Tagen schlimmer geworden. Helle Blutauflagerung im Stuhl. Die Beschwerden sind nach dem Stuhlgang verbessert.
Er mag Fleischreich Essen.
a. Wann macht man Koloskopie?
Nach 4-6 Wochen: Im entzündungsfreien Intervall.
b. Welche Ops gibt es? A: s. Frage 55.
c. Hier braucht man elektive oder Notfall OP?
Hier hat der Pat Blutung, daher würde ich erstmal koloskopische Blutstillung machen, sonst elektive OP (Resektion und
Anastomose).
d. Warum sind Divertikel im Sigma häufig?
Weil das Colon sigmoideum den geringsten Durchmesser hat, liegt dort der höchste intraluminale Druck vor.
Das begünstigt das Entstehen von Divertikeln.
e. Er hat Röntgen gezeigt: Welche Kontrastmittel wurde hier benutzt?
-Intravenös: Jodhaltige Kontrastmittel.
-Rektal: Bariumsulfat oder Gastrografin.
-Oral: Bariumsulfat oder Gastrografin.
Bei Perforation niemals Bariumsulfat als KM Barium ist giftig für Körper Stattdessen wasserlösliche Gastrografin.
168
Rojhat aus Kurdistan
f. Dann hat er ein Foto gezeigt und gesagt, wenn es ein Divertikel im Dünndarm wäre?
Meckel-Divertikel.
g. Ist das echte Divertikel?
Ja. Ausstülpung aller Wandschichten Tunica Mukosa + Tunica Muscularis + Tunica Serosa.
Meckel-Divertikel: Im Terminal Ileum. Überrest von embryonalen Ductus omphaloentericus (Dottergang).
h. Welche Antibiotika bei Divertikulitis?
Ambulant (St. 1):
-Amoxi/Clav 500/125mg po 1-1-1 für 7-10 Tage.
-Bei Allergien: Cipro 500mg 1-1-1 + Metro 500mg 1-1-1 für 3-7 Tage.
Stationär (St. 2a/2b/3b/3c):
-Cefuroxim 3x1,5g oder Ceftriaxon 1x2g iv + Metro 2x500mg iv für 5-10 Tage.
-Alternativ: Pip/Taz 3x4,5g oder Amp/Sul 3x3g.
58. Fall: 67J Patientin hat seit 3 Tagen Unterbauchschmerzen links mit Übelkeit, Obstipation und Inappetenz. Fieber
38,3. VD: Akute Sigmadivertikulitis.
Was ist Divertikulitis? Echte & Pseudodivertikel? DD? Sono-Befunde? Therapie, Komplikationen? A: s. 124.
59. Fall: 67J Patient mit UB schmerzen seit 1,5 Wochen. Letzte 2 Tage schlimmer geworden. Fieber 38,5.
a. Zum Schluss der Anamnese sollte ich dem Pat mitteilen, was VD ist, was das ist und wie ich weitermache?
V.a. Sigmadivertikulitis KU, Labor, Sono Ggf. CT mit KM (oral, rektal, iv).
b. Was sind die Komplikationen? A: s. 126 und Frage 34.
Divertikelblutung / Perforation / Fistel / Darmstenosen (Gefahr des mechanischen Ileus)
c. Warum gedeckte Perforationen sind häufiger als freie?
Wegen der Lage des Sigmas: Das Sigmoid ist in der Nähe von anderen Organen wie der Blase, Uterus, Dünndarm,
mesenterische Fettgewebe (Mesenterium). Die Nähe zu diesen Strukturen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine
Perforation lokalisiert bleibt und gedeckt wird.
d. Wo gibt es noch Pseudodivertikel?
- Zenker-Divertikel (Pulsionsdivertikel): Oberer Ösophagussphinkter.
- Epiphrenisches Divertikel (Pulsionsdivertikel): Unterer Ösophagussphinkter.
- Sigmadivertikel.
e. Tritt in Ösophagus echtes Divertikel auf? Warum?
Echtes Divertikel: Ausstülpung aller Wandschichten Tunica Mukosa + Tela Submukosa + Tunica Muscularis + Tunica
Serosa (oder Tunica Adventitia).
- Meckel-Divertikel: Terminales Ileum. Überrest des embryonalen Ductus omphaloentericus (Dottergang).
- Traktionsdivertikel (Bifurkationsdivertikel): Mittlerer Ösophagus.
Äx: Gestörte Entspannung der ösophagealen Schließmuskel.
*Meist aufgrund von Adhäsionen, Entzündungen, Tumoren oder Lymphknotentuberkulose.
*Evtl. auch Motilitätsstörung an der Genese beteiligt.
Falsches Divertikel: Endoluminale Druckerhöhung Aussackung der Schleimhaut (Mukosa + Submukosa) in einer
muskelschwachen Stelle der Muskularis, wo die Gefäße sind.
- Zenker-Divertikel (Pulsionsdivertikel): Oberer Ösophagussphinkter.
- Epiphrenisches Divertikel (Pulsionsdivertikel): Unterer Ösophagussphinkter.
- Sigmadivertikel.
169
Rojhat aus Kurdistan
170
Rojhat aus Kurdistan
60. Fall: 64J Pat hat seit 3 Tagen plötzliche, linksseitige, dauerhafte Unterbauchschmerzen, ohne Fieber. Obstipation seit
Jahren ohne Behandlung, dazu Unwohlsein, Inappetenz und Übelkeit, kein Gewichtsverlust.
a. Sie haben als VD Divertikulitis gestellt, was steht dafür?
Lokalisation der Schmerzen, Druckschmerzen, Obstipation als Risikofaktor sowie das Alter.
b. Wieso verursacht eine Divertikulitis Schmerzen?
Stuhlverstopfung im Divertikel Druck auf Darmwand Schwellung (Ödem) Mikroverletzungen Keime kommen
Entzündung Reizung von Peritoneum viszerale Viszerale Schmerzen Im Verlauf Perforation oder Schwitzen
von Keime auf Peritoneum parietale Reizung von Peritoneum parietale Lokale Peritonitis Parietale
(Somatische) Schmerzen.
c. Wie sind die viszeralen Schmerzen? (Detaillierte Antwort in Pharmakologie Frage 2)
*Viszeraler Schmerz ist der Schmerz von inneren Organen durch Reizung von Nozizeptoren in den Kapseln (Leber, Milz,
Niere, Pankreas) und serösen Häuten der Organe (Peritoneum viszeralis) und den Wänden der Gefäße und Hohlorgane.
*Viszerale Nozizeptoren reagieren auf Reize wie Dehnung von Kapseln/Hohlorgane, Veränderungen im Blutfluss,
Entzündungen.
*Die Schmerzen sind tief, diffus, dumpf, krampfartig, kolikartig und schwer lokalisierbar (C-Fasern).
*Die Schmerzen sind intermittierend und die Intensität ab und zunimmt (wie kolikartig, krampfartig).
*Viszerale Schmerzen sind schlecht lokalisierbar, weil die Innervation der abdominellen Organe multisegmental über die
sympathischen Fasern der Nn. splanchnici erfolgt (s. Bild unten).
*Das Peritoneum viszerale besitzt nahezu keine sensiblen Fasern; deswegen werden die Schmerzen hauptsächlich über
sensible Fasern in der muskulären Wand der Hohlorgane wahrgenommen.
*Sie werden häufig als kolikartig und nahe der Mittellinie empfunden.
*Sie können mit vegetativen Begleitsymptomen (Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen) einhergehen.
Zum Beispiel:
Viszeraler Schmerz bei Appendizitis: Zunächst diffuse epigastrische/periumbilikale Schmerzen.
Parietaler Schmerz bei Appendizitis: In den rechten Unterbauch nach 4-24h.
d. Wie sind die parietalen (somatischen) Schmerzen?
*Somatische (parietaler, peritonealer) Schmerz ist der Schmerz von Haut, Muskeln, Knochen, Gelenke, Bindegewebe
und Peritoneum parietale durch Reizung von Nozizeptoren.
*Somatische Nozizeptoren reagieren auf äußere Reize wie Wärme, Kälte, Druck und Schmerz.
*Somatische Schmerzen sind stark, schneidend, hell und gut lokalisierbar (Aδ-Fasern).
*Schmerzen sind dauerhaft da und Intensität immer zunimmt.
*Schmerzen strahlen in andere Regionen aus.
*Parietale Schmerzen sind gut lokalisierbar, weil die Innervation von Peritoneum parietale erfolgt über sensible Fasern
von segmentalen somatischen Nerven (Spinalnerven: s. Bild unten).
Viszeraler Schmerz: Kolikartig => kommt und geht.
Somatischer Schmerz: Dauerschmerz => Es ist immer da.
171
Rojhat aus Kurdistan
172
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Schmerzhafte Manöver:
- Rovsing-Zeichen: Schmerzen im re. UB durch Ausstreichen des Kolons längs des Kolonrahmens in Richtung Appendix.
- Douglas-Schmerz: Schmerzen beim Palpieren des Douglas-Raums bei der rektalen Untersuchung.
- Psoas-Zeichen: Schmerzen im re. UB durch Anheben des re. Beines gegen Widerstand (Hinweis auf retrozökale
Appendizitis)
- Baldwin-Zeichen: Schmerzen in der Flanke nach Fallenlassen des gestreckten, im Liegen angehobenen rechten Beines
(Hinweis auf retrozökale Appendizitis)
Quelle: Amboss.
k. Was sind die Ursachen von Peritonitis? A: Amboss.
Primäre Peritonitis (ca. 20%):
Ohne akute abdominelle Begleiterkrankung.
Infektionsweg: Hämatogen, lymphogen, Durchwanderung von Bakterien durch die Darmwand:
- Kinder: Meist hämatogene Infektion.
- Erwachsene: Insb. spontan bakterielle Peritonitis bei Aszites.
- Selten: Tuberkulöse Peritonitis, Chlamydien, Gonorrhö, Pilz-Peritonitis, virale Peritonitis.
In der Regel Monoinfektion: Meist E. coli, Klebsiella, Bacteroides spp.
Sekundäre Peritonitis (ca. 80%):
Mit akuter abdomineller Vorerkrankung:
- Hohlorganperforation (Magen, Divertikel, Gallenblase).
- Entzündungen intraabdomineller Organe (z.B. Appendizitis, Cholezystitis, Divertikulitis).
- Postoperative Komplikationen (z.B. Anastomoseninsuffizienz, unsterile Punktionen oder Operationen).
- Durchwanderungsperitonitis (Ileus, Mesenterialischämie).
- Traumatisch (Perforation der Peritonealhöhle von außen).
173
Rojhat aus Kurdistan
- Mesenterialgefäßabriss.
Mischinfektion: E. coli, Klebsiella, Enterokokken, Bacteroides spp. (Bacteroides fragilis) und Fusobacterium spp.
l. Wie schließen Sie Kolonkarzinom aus?
Koloskopie im entzündungsfreien Intervall nach 4-6 Wochen.
m. Ist diese Pat in Gefahr? Würden Sie stationär aufnehmen? Würden Sie die Chirurgen anrufen und Alarme
anschalten?
Nein, stationäre Aufnahme nur zur Diagnosestellung, sie wirkt stabil und bei KU keine Zeichen für Peritonitis durch
Perforation, also das sieht nicht wie ein Notfall aus.
61. Fall: Seit einer Woche ziehende Schmerzen am linken Unterbauch. Die Schmerzen verbessern sich mit dem
Stuhlgang, aber seien seit 2 Wochen dauerhaft da. Schmerzintensität 5/10. Keine Ausstrahlung. Fieber 38,2.
VD: Akute Divertikulitis, DD: Colitis Ulcerosa (keine blutige Diarrhoe), Sigma-Karzinom.
a. Wie gehen Sie weiter?
Stationär, BB, CRP, U-Status, Sono ggf. CT-KM (po, iv, rektal).
b. Wie viel Divertikel wissen Sie? A: s. Frage 57.
c. Welche wird häufig perforiert?
Pseudodivertikulitis.
d. Pat hat keine Perforation, keine gedeckte Perforation und kein Abszess, wie behandeln Sie ihn?
- Kühlung des Unterbauchs („Eisblase“).
- Analgesie: Metamizol. Opioide bei starken Schmerzen (Pethidin oder Buprenorphin).
Ambulant (St. 1):
-Amoxi/Clav 500/125mg po 1-1-1 für 7-10 Tage.
-Bei Allergien: Cipro 500mg 1-1-1 + Metro 500mg 1-1-1 für 3-7 Tage.
Stationär (St. 2a/2b/3b/3c):
-Cefuroxim 3x1,5g oder Ceftriaxon 1x2g iv + Metro 2x500mg iv für 5-10 Tage.
-Alternativ: Pip/Taz 3x4,5g oder Amp/Sul 3x3g.
62. Fall: Seit 3 Tagen Unterbauchschmerzen links. Diese seien dem Patienten schon seit lange bekannt. In letzten 3
Tagen schlimmer. Die Schmerzen seien dumpf und auf einer Schmerzskala bei 6/10. Nachlass der Schmerzen beim
Stuhlgang. Pat leide an Obstipation und dagegen nimmt er Laxantien ein. Zusätzlich über Blutbeimengung im Stuhl,
aber er denke, dass kann von Hämorrhoiden entstehen. Keine Übelkeit oder Erbrechen. Fieber 38.2°.
a. Verdachtsdiagnose und DD? Was spricht dafür und was spricht dagegen?
Akute Sigmadivertikulitis: UBS links, Fieber, Obstipation als Risikofaktor
DDx:
- Colitis ulcerosa. Morbus Crohn
- Bakterielle Durchfallerkrankungen.
- Appendizitis
- Ischämische Kolitis
- Kolorektales Karzinom
- Reizdarmsyndrom
- Urozystitis
- Gynäkologische Erkrankungen: Ovarialzystenruptur, Extrauterine Schwangerschaft, Adnexitis, Ovarialtorsion,
Endometriose.
- Hodentorsion.
b. Was ist Divertikel? Pseudo- und echte Divertikel, welche Unterschiede? A: s. Frage 57.
c. Warum entsteht ein Divertikel, Pathophysiologie?
Endoluminale Druckerhöhung durch Obstipation Aussackung der Schleimhaut (Mukosa und Submukosa) in einer
muskelschwachen Stelle der Muskularis, wo die Gefäße eintreten.
-Dickdarm absorbiert Wasser vom Stuhl und scheidet den Rest mit Kontraktionen aus Wenn es Obstipation gibt und
Stuhlvolumen gering sind, muss sich der Darm viel stärker kontrahieren, um den Stuhl nach distal zu drücken, und die
beiden Darmwände berühren sich fast gegenseitig Bei diesen harten Kontraktionen werden Mukosa und Submukosa
an die schwachen Stellen, wo die Gefäße in den Darm eintreten, ausstülpen Dies nennt man PSEUDODIVERTIKEL.
d. Wo sind die Schwachpunkte der Muskeln in diesem Fall?
Wo die Gefäße eintreten.
174
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Hirslanden.
e. Warum kommt es zu Entzündung?
Stuhlverstopfung im Divertikel Druck auf Darmwand Schwellung (Ödem) Mikroverletzungen Keime kommen
Entzündung Reizung von Peritoneum viszerale Viszerale Schmerzen Im Verlauf Perforation oder Schwitzen
von Keime auf Peritoneum parietale Reizung von Peritoneum parietale Lokale Peritonitis Parietale
(Somatische) Schmerzen.
f. Welche Untersuchungen? Was sieht man in Sono? A: s. Frage 60f.
g. Kann die freie Flüssigkeit in Sono uns etwas sagen?
Ja, Perforation! Wenn Divertikel perforiert, sammelt sich freie Flüssigkeit im Bauchraum.
h. Ja, aber wie war der Bauch bei der Untersuchung?
Mit lokaler Abwehrspannung.
i. Welche Komplikationen können auch dabei sein?
Divertikelblutung / Perforation / Fistel / Darmstenosen (Gefahr des mechanischen Ileus).
j. Wie ist die Behandlung im akuten Schub?
Stationär (St. 2a/2b/3b/3c):
-Cefuroxim 3x1,5g oder Ceftriaxon 1x2g iv + Metro 2x500mg iv für 5-10 Tage.
-Alternativ: Pip/Taz 3x4,5g oder Amp/Sul 3x3g.
Typ 3a: Chr. symptomatische, unkompl. Divertikelkrankheit: Ambulant + Mesalazin (5-Aminosalicylsäure) po 1,5-3g x1.
Typ 3b: Chr. rezidivierende Divertikulitis ohne Kompl.: AB im Schub:
*Ggf. Elektive OP nach 4 Wochen & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
Typ 3c: Chr. rezidivierende Divertikulitis mit Kompl.: AB im Schub:
*Bei Fisteln und Stenosen: Elektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei Ileus: Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
k. Was wollen Sie noch bei dem Patienten machen?
Koloskopie zum Ausschluss Kolonkarzinom im entzündungsfreien Intervall.
l. Nach 2 Wochen kommt der Patient wieder mit gleichen Beschwerden, was nun?
Es handelt sich jetzt um eine rezidivierende Divertikulitis. Dann würde ich ihm eine Resektion empfehlen:
Typ 3b: Chr. rezidivierende Divertikulitis ohne Kompl.: AB im Schub:
*Ggf. Elektive OP nach 4 Wochen & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
Typ 3c: Chr. rezidivierende Divertikulitis mit Kompl.: AB im Schub:
*Bei Fisteln und Stenosen: Elektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei Ileus: Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
m. Was sind die Risikofaktoren der Divertikulose?
- Fetthaltige Nahrung und rotes Fleisch.
- Ballaststoffarme Ernährung.
- Wenig Flüssigkeitsaufnahme.
- Adipositas.
- Rauchen.
- Wenig Bewegung.
- Obstipation.
n. Welcher Nahrungsmittelbestandteil kann ein Risikofaktor sein?
Fleisch.
o. Was haben Sie im Unterschenkel gesehen?
Varikosis. Chronische venöse Insuffizienz.
p. Wie entstehen Varikosis?
Varikosis (Krampfaderleiden):
Zylindrische Erweiterung und Aussackung oberflächlicher Venen mit Bildung von Knäueln und Schlängelungen.
[Link]äre Varikosis:
Idiopathische Insuffizienz der Venenklappen des oberflächlichen Venensystems wg. genetischer Disposition.
Begünstigende Faktoren der venösen Stase:
175
Rojhat aus Kurdistan
-Stehende Tätigkeiten,
-Adipositas,
-Rechtsherzinsuffizienz,
-Schwangerschaft.
[Link]äre Varikosis:
-Phlebothrombose (TVT) Erworbene Abflussbehinderung der tiefen Venen als Folge einer TVT: Postthrombotisches
Syndrom.
Wie entstehen Varizen?
Venöse Abflussstörung (z.B. TVT) → Insuffizienz der Venenklappen → Reflux vom tiefen Venensystem ins oberflächliche
Venensystem (durch Perforansvene) → Venöse Hypertonie mit verzögertem Rückstrom → Ausbildung von Varizen.
Entstehen von CVI:
Varizen → Verstärkte transendotheliale Filtration von Eiweiß und Blutzellen ins Bindegewebe → Hyperpigmentierung
durch Eisen von Erythrozyten → Weitere Schädigung und zunehmende Durchlässigkeit der Venenwand → Überlastung
des lymphatischen Systems → Ödembildung → Reaktive Bindegewebsproliferation → Minderperfusion des Gewebes
(Hypoxie) → Ausbildung eines Ulcus cruris venosum.
q. Wie heißen die Verbindungen zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem?
Perforansvenen.
63. Fall: Seit einer Woche ziehende Schmerzen am linken Unterbauch. Die Schmerzen verbessern sich mit dem
Stuhlgang, aber seien seit 2 Wochen dauerhaft da. Schmerzintensität 5/10. Keine Ausstrahlung. Fieber 38.3.
a. Verdachtsdiagnose?
Akute Sigmadivertikulitis (mit der Antwort akute Divertikulitis war er nicht zufrieden).
b. DDx? A: s. Frage 62a.
c. Was spricht dafür und was spricht dagegen?
Dafür: Schmerzen am linken Unterbauchschmerzen, Fieber, Alter.
d. Wie ist die Klassifikation?
Typ 0: Asymptomatische Divertikulose.
Typ 1: Akute, unkomplizierte Divertikulitis.
Typ 2: Akute, komplizierte Divertikulitis.
o 2a: Mikroabszess <1cm
o 2b: Makroabszess >1cm
o 2c: Freie Perforation
Typ 3: Chronische Divertikelkrankheit
o 3a: Symptomatische, unkomplizierte Divertikelkrankheit
o 3b: Rezidivierende Divertikulitis ohne Komplikationen
o 3c: Rezidivierende Divertikulitis mit Komplikationen
Typ 4: Divertikelblutung
e. Diagnostik?
Labor: Leukozyten↑, CRP↑
Sono:
-Entzündeter Divertikel
-Darmwandverdickung >5mm mit Aufhebung der Wandschichtung und ggf. Kokardenphänomen
-Entzündliche Fettgewebsreaktion in der Umgebung
-Ggf. Nachweis freier Flüssigkeit (Perforation) oder eines Abszesses
f. Wenn die Sonographie wegen Adiposität nicht ausreicht?
CT mit KM (po, iv, rektal).
g. Therapie, wann ambulant und wann operativ?
Typ 1: Akute, unkompl. D.: Ambulant + AB (AmoxiClav oder Cipro+Metro):
*Bei Versagen in 48h frühelektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei hohem Rezidivrisiko Elektive OP nach 4 Wochen & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
Typ 2a: Akute, komp. D. + Mikroabzess (<1cm): Stationär + AB (Cefuroxim 1,5g oder Ceftri 2g + Metro 500mg o. PipTaz):
*Bei Versagen in 48h frühelektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei hohem Rezidivrisiko Elektive OP nach 4 Wochen & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
Typ 2b: Akute, komp. D. + Makroabzess (>1cm): Stationär + AB + CT/Sono-gesteuerte Abszesspunktion oder -drainage.
*Bei Versagen der Abszesspunktion: in 48h frühelektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei erfolgreicher Therapie: Elektive OP nach 4 Wochen Einzeitige Sigmaresektion + Anostomose.
*Bei Sepsis/akutem Abdomen Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
Typ 2c: Akute, kompl. D. + Perforation: Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
Typ 3a: Chr. symptomatische, unkompl. Divertikelkrankheit: Ambulant + Mesalazin (5-Aminosalicylsäure) po 1,5-3g x1.
Typ 3b: Chr. rezidivierende Divertikulitis ohne Kompl.: AB im Schub:
*Ggf. Elektive OP nach 4 Wochen & erfolgreicher Tx Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
Typ 3c: Chr. rezidivierende Divertikulitis mit Kompl.: AB im Schub:
*Bei Fisteln und Stenosen: Elektive OP Einzeitige Sigmaresektion + Anastomose.
*Bei Ileus: Notfall-OP Zweizeitige OP oder Hartmann-OP.
176
Rojhat aus Kurdistan
177
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: DocPlayer.
k. Die konservative Behandlung mit 3 Namen von Antibiotika?
Ambulant (St. 1):
-Amoxi/Clav 500/125mg po 1-1-1 für 7-10 Tage.
-Bei Allergien: Cipro 500mg 1-1-1 + Metro 500mg 1-1-1 für 3-7 Tage.
Stationär (St. 2a/2b/3b/3c):
-Cefuroxim 3x1,5g oder Ceftriaxon 1x2g iv + Metro 2x500mg iv für 5-10 Tage.
-Alternativ: Pip/Taz 3x4,5g oder Amp/Sul 3x3g.
l. Warum stationäre Aufnahme?
Fieber, starke Schmerzen. V.a. Abzsess, Perforation, Sepsis.
m. Warum Blutkultur?
Wg. Fieber und Alter sowie V.a. Abzsess, Perforation, Sepsis.
Mittels Resistogramm kann man Antibiotikum anpassen.
n. Patient kommt wieder nach Entlassung mit starken Schmerzen. Was würden Sie tun?
-KU, Labor, Sono.
Prüferin: Sie finden Peritonismus Zeichen, dann?
-CT um Perforationen, Abszesse zu finden.
Perforation wurde bestätigt, was würden Sie tun?
-Notfall-OP: Zweizeitige OP oder Hartmann-OP
65. Fall: 65J litt unter Obstipation, progrediente Unterbauchschmerzen links seit 4 Tagen und vor zwei Tagen schlimmer.
Zusätzlich hatte sie sich heiß gefühlt, aber das Fieber nicht quantifiziert. Sie hatte schon ihren Hausarzt wegen
Unterbauchbeschwerden konsultiert und immer Medikamente gegen Verstopfung empfohlen bekommen, aber so
akut und schmerzhaft war es noch nie gewesen (also erstmal Typ-1).
a. Was ist Ihr diagnostischer Verdacht, welche Differentialdiagnosen?
VD: Akute Sigmadivertikulitis. DD:
- Colitis ulcerosa. Morbus Crohn
- Bakterielle Durchfallerkrankungen.
- Appendizitis
- Ischämische Kolitis
- Kolorektales Karzinom
- Reizdarmsyndrom
- Urozystitis
178
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Springer.
g. Wie kann man den Dickdarm sonst noch sehen?
In 4-6 Wochen Koloskopie, wenn der Patient Entzündungsfrei ist, um ein Kolonkarzinom auszuschließen.
h. Bei der Stratifizierung hatte der Patient ein Bild von 1cm im oberen Teil der rechten Lunge, was kann das sein?
Metastase von Kolonkarzinom bei diesem Pat.
179
Rojhat aus Kurdistan
180
Rojhat aus Kurdistan
D. Gastritis:
1. Was sind Gastritis Typen? A: s. 127.
▶ Typ-A-Gastritis (5 %): → Autoimmun:
- Autoantikörpern gegen Belegzellen (Parietalzellen) und Intrinsic-Faktor.
Belegzellen produzieren Magensäure und Intrinsic-Faktor.
- Achlorhydrie=Anazidität Erhöhtes Risiko für Magenkarzinome.
- Hypergastrinämie Erhöhtes Risiko für Karzinoidtumoren (Gastrinoma = Zollinger-Ellison-Syndrom).
- Mangel an Intrinsic-Faktor Perniziöse Anämie.
▶ Typ-B-Gastritis (am häufigsten: 60 %): → Bakteriell:
- Helicobacter pylori.
- Hypochlorhydrie (keine Achlorhydrie) und intestinale Metaplasien Erhöhtes Risiko für MagenCa und MALT-Lymphome.
▶ Typ-C-Gastritis (30 %): → Chemisch:
- NSAR oder Gallereflux (häufig beim operierten Magen).
- Folgen: Erosionen und Ulzera der Magenschleimhaut.
- Hypochlorhydrie, ggf. Metaplasien Erhöhtes Risiko für Magenkarzinome.
2. Was ist die Pathophysiologie und Klinik von Typ-A?
- AK gegen Belegzellen (Parietalzellen) u/o Intrinsic-Faktor Belegzellen produzieren Magensäure und IF.
Kx:
-Häufig keine Symptome.
-Evtl. epigastrische Schmerzen (Nüchternschmerz oder postprandialer Schmerz), Übelkeit, Völlegefühl, Aufstoßen.
-Bei schwerem Vitamin-B12-Mangel: Trias aus hämatologischer, neurologischer und gastrointestinaler Störung.
3. Wie passiert Vit-B12-Mangel? A: s. 270.
Cobalamin wird im Magen durch Magensäure freigesetzt bindet sich an R-Faktor B12+R gehen in Duodenum wo
durch Pankreasenzyme B12+R werden getrennt B12 bindet hier an Intrinsic Factor B12+IF gehen in Ileum und
werden hier absorbiert.
Ursachen von B12-Mangel: Achlorhydrie, Gastrektomie, Typ-A-Gastritis (AK gegen IF), Chr. Pankreatitis, Crohn,
Ileumektomie.
Kx:
- Antriebslosigkeit, Depression.
- Funikuläre Myelose: Spinale Demyelinisierung Distale symmetrische Parästhesien.
- Megaloblastäre Anämie: Blässe, Müdigkeit. Ggf. Ikterus.
- Panyztopenie: Anämie + Thrombozytopenie + Leukopenie.
- Glossitis.
4. Chr. Gastritis-Typ-C oder Ulkus mit chronischer Blutung bei Ibuprofen-Einnahme seit einem Jahr. Hb 8 g/dl, Patient
stabil. Was machen Sie?
ÖGD.
5. Wie macht man Endoskopie, Sedierung?
-Aufklärung und Allergien.
-Nüchtern 6 bis 8 Std vor der Untersuchung.
-Position: Auf der linken Seite.
-Lokalanästhesie: Lidokain als Spray oder Gel für Rachen.
-Endoskop: Flexibles, beleuchtetes Rohr entnimmt Biopsien.
-Luftinsufflation und Reinigung: Luft wird in den Magen eingeblasen, um die Sicht zu verbessern, und überschüssige
Flüssigkeit wird abgesaugt.
-Ggf. Sedierung mit Propofol Aber nicht unbedingt nötig Manche Pat bevorzugen ohne Sedierung, damit Aufenthalt
kürzer wird.
6. Patient stabil, keine VE, aber fühlt sich schlapp, was machen Sie?
Keine Transfusion! Nur Eisen p.o.
7. Schemata der H. Pylori Behandlung, Dauer? A: s. 130.
-Je nach Resistenzen Fr oder It.
-Bei Penicillinallergie Italienisch.
-Beim Versagen von Triple Quadrupel.
-Bei Clarythromycin-Resistenz Bismut-Tx.
-Letzte Linie Flourchinolon-Tx.
Fr: PPI 40x2 + Clarythro 500x2 + Amoxi 1000x2 7-14 Tage
It: PPI 40x2 + Clarythro 500x2 + Metro 500x2 7-14 Tage
4-Fach: PPI + Clarythro + Amoxi + Metro 7 Tage
Bis: PPI + Bismut + Tetra + Metro 10 Tage
Fl: PPI + Amoxi + Levo 10 Tage
8. Was sind die Risikofaktoren der Ulkuskrankheit? A: s. 129.
-Typ-B-Gastritis: >90% von Ulcus duodeni und 75% Ulcus ventriculi.
HP-negative Ulkuskrankheit:
181
Rojhat aus Kurdistan
182
Rojhat aus Kurdistan
183
Rojhat aus Kurdistan
E. Ulkus Ventrikuli/Duodeni:
1. Wie ist die Diagnose von UV?
ÖGD mit Biopsien:
*2× Antrum (an kleiner und großer Kurvatur)
*2× Korpus (an kleiner und großer Kurvatur).
2. Was muss man diagnostisch unbedingt machen?
Biopsie: HP oder Karzinom 10% der Ulcera ventriculi >2 cm sind malign (Magenkarzinom!)
3. Was muss man den Patienten fragen?
Ob er regelmäßig NSAR oder Kortikoide einnimmt.
4. Was ist es, wenn man freie Luft in Abdomen-Übersicht sieht?
Perforation Notfall-OP.
5. Was sind andere extra abdominelle Krankheitsbilder, die mit Oberbauchschmerzen vorkommen?
Herzinfarkt, basale Pneumonie.
6. Wie äußern sich die Schmerzen bei intraperitonealen und retroperitonealen Organen?
Intraperitoneale Organe:
*Schmerzen sind oft viszeral, dumpf und schlecht lokalisiert.
*Begleitsymptome wie Übelkeit sind häufig.
Retroperitoneale Organe:
*Schmerzen sind oft somatisch, scharf und gut lokalisiert.
*Rückenschmerzen sind häufig.
184
Rojhat aus Kurdistan
F. GI-Blutung:
1. Pat kam zu Ihnen als Hausarzt mit Meläna, was machen Sie?
Zügig zwei periphere VVK anlegen Bluttransfusion vorbereiten (Blutgruppe, Kreuzblut, Antikörpersuchtest)
Notarzt anrufen und in KH überweisen.
-Stabil station.
-Instabil intensiv.
2. Was ist die Behandlung der Ösophagusvarizenblutung? A: s. 173.
I. Allgemein: Intensiv 2 Venenzugänge Ggf. Kreislaufstabilisation (Flüssigkeitssubstitution, Bluttransfusion)
Magensonde (Ableitung des Blutes) Ggf. Intubation wg. Aspirationsrisiko.
II. Medikamentös: Terlipressin i.v. 3-5 Tage für portale Drucksenkung PPI i.v. Antibiotikum i.v. Vit-K bei
Gerinnungstörung.
III. Endoskopisch: Erythromycin iv (starkes Prokinetikum) vor der Gastroskopie
Gummibandligatur, Sklerosierung (Injektion von Histoacrylkleber), Unterspritzung (Adrenalin), Clips, Koagulation,
Ballontamponade (Sengstaken-Blakemore-Sonde).
IV. Interventionell-radiologisch: Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt (TIPS)
Indikation: Bei unstillbarer oder früh und wiederholt rezidivierender Blutung.
185
Rojhat aus Kurdistan
186
Rojhat aus Kurdistan
187
Rojhat aus Kurdistan
9. Vor ÖGD bei einem stabilen Pat was sollen Sie machen?
Vor Invasive-Diagnostik immer Aufklärung.
10. HP bestätigt, was ist die Behandlung? A: s. 130.
-Je nach Resistenzen Fr oder It.
-Bei Penicillinallergie Italienisch.
-Beim Versagen von Triple Quadrupel.
-Bei Clarythromycin-Resistenz Bismut-Tx.
-Letzte Linie Flourchinolon-Tx.
Fr: PPI 40x2 + Clarythro 500x2 + Amoxi 1000x2 7-14 Tage
It: PPI 40x2 + Clarythro 500x2 + Metro 500x2 7-14 Tage
4-Fach: PPI + Clarythro + Amoxi + Metro 7 Tage
Bis: PPI + Bismut + Tetra + Metro 10 Tage
Fl: PPI + Amoxi + Levo 10 Tage
11. Wie ist Forrest-Klassifikation? Was müssen wir den Patienten gezielt fragen? A: s. 132.
-Teerstuhl, Blutstuhl oder Bluterbrechen.
Forrest I: Aktive Blutung
Ia Spritzende arterielle Blutung ca. 85–100%
Ib Sickerblutung ca. 25–55%
Forrest II: Inaktive Blutung
IIa Läsion mit sichtbarem Gefäßstumpf ca. 20–50% Man sieht das Gefäß.
IIb Koagelbedeckte Läsion ca. 20–40% Koagel am Ulkus.
IIc Hämatinbelegte Läsion ca. 5–10% Schwarze Punkt am Ulkus.
Forrest III: Läsion ohne Blutungszeichen
188
Rojhat aus Kurdistan
12. Fall: Pat mit GI-Blutung, tachykard, hypoton. Wie gehen Sie vor?
Schock! Verlegung auf Intensivstation, 2 Viggos, Monitoring, Volumen, Bluttransfusion vorbereiten (Blutgruppe,
Kreuzblut, Antikörpersuchtest).
13. Geben wir kristalloide oder kolloide Volumen?
Heutzutage wird kolloide Lösungen nicht mehr benutzt, weil sie die Gerinnung stören.
Man benutzt immer Kristalloide Lösungen: Lösungen mit Elektrolyten u/o Glukose.
Kolloidale Lösungen:
*Neben Elektrolyten beinhalten Proteine (wie Albumin => Humanalbumin) oder Kohlenhydrate (HES:
Hydroxyethylstärke).
*Sie haben längerer Wirkdauer, weil bei Kristalloide Lösungen geht Flüssigkeit schnell wieder von Gefäßen in
Interstitium. Aber bei Kolloidalen wg. Protein in der Lösung, ziehen sie das Wasser oder halten Wasser in Gefäßen.
*Kolloidale Lösungen haben 3x mehr Effekt als Kristalloide, jedoch sie stören die Gerinnung deswegen wird
heutzutage nur Kristalloide Lösungen benutzt.
*Also bei Hypotonie durch Hypovolämie (Blutung usw.) können wir natürlich kolloidale Lösungen geben, die sind 3-
mal effektiver gegen Volumenmangel im Gegenteil von Kristalloiden. Aber kolloide Lösungen stören Gerinnung
das verursacht erhöhte Blutungsrisiko bei OP Deswegen geben wir immer Kristalloide, aber immer mehr als
Kolloide.
*Nur wenn Kristalloide bei akutem Blutverlust nicht reichen, als 2. Wahl können wir Kolloidale Lösungen benutzen.
14. Ursachen für GI-Blutung: alles genannt und Prüfer hat über Mallory Weis Syndrom gefragt? A: s. 132.
Obere GI-Blutung (90%): Proximal des Treitz-Bandes (Übergang Duodenum–Jejunum).
-Ulkus ventriculi/duodeni (50% aller Fälle, häufigste Ursache).
-Ösophagusvarizen.
-Mallory-Weiss-Syndrom.
-Tumoren (Ösophaguskarzinom, Magenkarzinom).
-Erosive Gastritis bzw. erosive Duodenitis.
-Schwere Ösophagitis, Hiatushernie, Angiodysplasie.
Untere GI-Blutung (10%): Distal des Treitz-Bandes (zumeist Kolon).
-Divertikulose (häufigste).
-Vaskuläre Ursachen: Hämorrhoiden, Angiodysplasien.
-Tumoren: Kolorektales Karzinom, Analkarzinom. Kolonpolypen. Karzinoide des Dünndarms.
-Entzündliche Ursachen: CED (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
Mallory-Weiss-Syndrom: 5% aller GI-Blutungen.
Einrisse der Schleimhaut (Mukosa und Submukosa) am gastroösophagealen Übergang.
Äx: Durch Erbrechen bei vorgeschädigter Schleimhaut Alkoholismus, GERD, Alter.
Kx: Epigastrische Schmerzen und Hämatemesis.
Dx: ÖGD.
Tx: Sistiert meist spontan. Sonst ÖGD mit Unterspritzung (Adrenalin) oder Fibrinkleber.
15. Was sind die Ursachen und Behandlung von Ösophagusruptur (Boerhaave-Syndrom)?
Boerhaave-Syndrom:
Ruptur aller Wandschichten des Ösophagus.
Äx: Forcierten Erbrechens (Barotrauma) bei Alkoholismus >90% im distalen Drittel des Ösophagus links
dorsolateral, da dort der geringste muskuläre Widerstand der Ösophaguswand.
Kx: Retrosternaler Vernichtungsschmerz nach massivem Erbrechen + Mediastinalemphysem.
Tx: OP.
189
Rojhat aus Kurdistan
190
Rojhat aus Kurdistan
G. Ikterus:
1. Klassifikation? A: s. 134.
*Sklerenikterus: Bilirubin >2mg/dL
*Hautikterus: Bilirubin >3mg/dL
Prähepatischer Ikterus:
o Hämolyse Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Sphärozytose, PNH, Pyruvatkinase-Mangel, Sichelzellanämie,
Thalassämie, HUS, TTP, Transfusion, Kälte/Wärme-AK, mechanische Herzklappe, Malaria.
o Ineffektive Erythropoese Perniziöse Anämie, Folsäure-Mangel, Thalassämie, MDS.
Intrahepatischer Ikterus:
-Nicht-obstruktive Cholestase:
o Hepatitis (z.B. viral, autoimmun, alkoholisch).
o Leberzirrhose.
o Stauungsleber.
o Primär biliäre Cholangitis.
-Obstruktive Cholestase:
o Lebertumoren (z.B. hepatozelluläres Karzinom, Metastasen cholangiozelluläres Karzinom).
o Intrahepatische Gallensteine.
o Primär sklerosierende Cholangitis.
Posthepatischer Ikterus (= obstruktive posthepatische Cholestase):
o Choledocholithiasis.
o Primär sklerosierende Cholangitis.
o Tumoren (Pankreas-, Gallengangskarzinom).
o Gallengangsstrikturen (postoperativ, entzündlich).
191
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
2. Was ist Gallengangskarzinom, DDx? A: s. 176.
Risikofaktoren:
- Chronische Cholangitis.
- Primär sklerosierende Cholangitis.
- Colitis ulcerosa.
Einteilung nach Lokalisation:
- Cholangiokarzinom (CCA):
1. Meist extrahepatisch (eCCA):
- Perihilär am Ductus hepaticus dexter, sinister oder communis: pCCA = Klatskin-Tumor
- Am Ductus choledochus: dCCA
2. Selten intrahepatisch (iCCA)
- Gallenblasenkarzinom: Gallenblase und Ductus cysticus.
Kx:
- Courvoisier-Zeichen: Vergrößerte, schmerzlose Gallenblase (bei distalen extrahepatischen Karzinomen).
- Cholestasezeichen: Ikterus, heller Stuhl, dunkler Urin, Pruritus.
- Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust.
Dx:
- Anamnese und KU.
- Labor: Cholestaseparameter (GGT, ALP, Bili). CA 19-9 (zur Verlaufskontrolle).
- Sonographie, EUS, MRCP, ERCP, ggf. CT.
Pathologie:
- Meist Adenokarzinome.
DDx:
- Metastasen.
- Hepatozelluläres Karzinom.
- Hepato-Cholangiokarzinome (Mixed HCC-CCA).
- Gemischte neuroendokrine/nicht-neuroendokrine Neoplasien (MINEN).
- Gallengangsadenome.
- IgG4-assoziierte Cholangitis.
Tx:
Kurativer Ansatz: Operativ (<25%):
- Intrahepatische Gallengangskarzinome: Leberteilresektion.
- Perihiläre Gallengangskarzinome (Klatskin-Tumoren):
DHC-Resektion + Cholezystektomie + ggf. Leberteilresektion + Hepatikojejunostomie mit Roux-Y-Schlinge.
- Distale extrahepatische Gallengangskarzinome:
DHC-Resektion + Cholezystektomie + Hepatikojejunostomie mit Roux-Y-Schlinge.
- Papillenkarzinome: Whipple-OP.
Palliativer Ansatz: Konservativ (>75%):
192
Rojhat aus Kurdistan
193
Rojhat aus Kurdistan
Symptome:
- Heller Stuhl.
- Dunkler Urin.
- Pruritus (Reizung der peripheren Nerven wegen Retention von Gallensäuren).
- Steatorrhö, Gewichtsverlust (durch Fettmalabsorption; die Galle ist zur Emulsion der Lipide notwendig).
4. Was sind die Bilirubin-Arten und wie wird Bilirubin in Leber metabolisiert? Der Name von zuständigem Enzym?
Direkte und Indirekte Bilirubin.
- In Hepatozyten wird Bilirubin mit UDP-Glucuronsäure glucuronidiert (= mit Zucker konjugiert/verbunden).
- Dadurch wird Bilirubin wasserlöslich.
- Konjugiertes Bilirubin wird aktiv in die Gallenwege ausgeschieden.
5. Was bedeutet SGOT und SGPT?
SGOT: Serum Glutamat-Oxalacetat-Transaminase = Aspartat-Aminotransferase, AS(A)T.
SGPT: Serum Glutamat-Pyruvat-Transaminase = Alanin-Aminotransferase, AL(A)T.
Funktion: Transfer von Aminogruppen im Aminosäurestoffwechsel Synthese und Abbau von Aminosäuren Entgiftung
von Ammoniak.
ALT: in Zytoplasma von Hepatozyten in den Leberzellen ca. zehnfach höher als in der Muskulatur.
194
Rojhat aus Kurdistan
AST: in Mitochondrien von Hepatozyten Leber, Gehirn, Niere, Pankreas, Herz- und Skelettmuskulatur.
6. Was macht Leber mit Bilirubin?
In Hepatozyten wird Bilirubin mit UDP-Glucuronsäure glucuronidiert (= mit Zucker konjugiert/verbunden).
7. Nach einer Woche kommt Patientin wieder mit rechten Oberbauchschmerzen, was machen Sie?
Ultraschall.
-Sie sehen Raumforderung in Sono, danach was machen Sie?
OP?
Prüfer: Nein, USG-Punktion oder CT-Punktion.
8. Patient mit Ikterus aus Ägypten (ich komme aus Ägypten), DDx?
Hepatitis, Schistosomiasis.
9. Was sind die Komplikationen von Ikterus?
-Komplikationen der Cholestase: Hepatomegalie (Gallenrückstau).
-Bei Neugeborenen: Gefahr eines Kernikterus (Biliriubinenzephalopathie).
10. Fall: Pat kam mit Acholie und dunkler Urin. Ihre Taktik? A: s. 136.
KU, dann Labor:
- Cholestaseparameter: ALP↑, γ-GT↑, Bilirubin↑ (Direkt&Indirekt).
- Entzündungsparameter.
- Erhöhte Cholesterinspiegel (bei Cholestase).
- Ggf. Hämolyseparameter, Hepatitis-Serologie, Autoantikörper.
- Transaminasen: AST, ALT De-Ritis-Quotient (AST/ALT): Einschätzung der Schwere einer Leberzellschädigung (ALT
befindet sich im Zytoplasma, AST in den Mitochondrien der Hepatozyten. Der Zytoplasmainhalt wird bereits bei einer
geringeren Schädigung in das Serum freigesetzt als der Inhalt der Mitochondrien. Daher überwiegt erst bei schwerer
Leberzellschädigung das AST gegenüber dem ALT).
*AST/ALT < 1 = „Entzündungstyp“ Hepatitis, Medikamente, Toxine, PBC.
*AST/ALT ≥ 1 = „Nekrosetyp“ Alkoholische Leberschaden, Zirrhose, Leberversagen, HCC.
Sono:
- Obstruktive Cholestase: Gestaute Gallenwege:
- Extrahepatisch: Dilatierter DHC (Ductus hepatocholedochus),
ggf. Double- Duct-Sign (Dilatation des Ductus choledochus und pankreaticus).
- Intrahepatisch: Doppelflintenphänomen (Dilatation der intrahepatischen Gallenwege).
- Ggf. Stauungsursache wie Steine, Tumoren, Cholangitis.
- Nicht-obstruktive Cholestase: Fehlen der o.g. Stauungszeichen.
- Ggf. Nachweis der Grunderkrankung (z.B. Leberzirrhose).
Evtl. CT, MRCP, ERCP je nach Klinik.
DDx:
Intrahepatische obstruktive Cholestase:
o Lebertumoren (z.B. hepatozelluläres Karzinom, Metastasen cholangiozelluläres Karzinom)
o Intrahepatische Gallensteine
o Primär sklerosierende Cholangitis
Posthepatischer Ikterus (= obstruktive posthepatische Cholestase):
o Choledocholithiasis
o Primär sklerosierende Cholangitis
o Tumoren (Pankreaskarzinom, Gallengangskarzinom)
o Gallengangsstrikturen (postoperativ, entzündlich)
11. Was sind DDx eines schmerzlosen Ikterus?
- Cholangiokarzinom (CCA):
1. Meist extrahepatisch (eCCA):
- Perihilär am Ductus hepaticus dexter, sinister oder communis: pCCA = Klatskin-Tumor
- Am Ductus choledochus: dCCA
2. Selten intrahepatisch (iCCA)
- Gallenblasenkarzinom: Gallenblase und Ductus cysticus.
- Pankreaskopfkarzinom.
12. Was sind kurative und palliative Therapieansatz bei Pankras-Ca? A: s. 141.
Kurative Therapie: Operation + adjuvante Chemotherapie (nach R0-Resektion)
- Pankreaskopfkarzinom:
- Pyloruserhaltende partielle Duodenopankreatektomie (nach Traverso): 1. Wahl.
Resektion von Pankreaskopf + Duodenumteil + Gallenblase + DHC + Lymphadenektomie + Roux-Y-Schlinge
mit Pankreatikojejunostomie, Duodenojejunostomie und biliodigestive Anastomose
- Partielle Duodenopankreatektomie (Whipple-OP) bei Infiltration des Bulbus duodeni.
Resektion von Pankreaskopf + Duodenum + Gallenblase + DHC + Lymphadenektomie + Distalem Magen +
Roux-Y-Schlinge mit Pankreatikojejunostomie, Gastrojejunostomie und biliodigestive Anastomose.
- Karzinome des Pankreaskorpus und -schwanzes:
- Pankreaslinksresektion + Splenektomie.
195
Rojhat aus Kurdistan
- Totale Duodenopankreatektomie.
Palliative Therapie:
- Palliative Chemotherapie: Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom.
- Strahlentherapie: Bei symptomatischen Metastasen, v.a. in Knochen und Gehirn.
- Blockade des Plexus coeliacus: bei Versagen der Schmerztherapie nach WHO-Stufenschema.
- Bei Tumor-bedingter Cholestase: ERCP mit Stenteinlage.
- Bei Tumor-bedingter Passagestörung: Medikamentöse Therapie (mit Prokinetika) oder Perkutane endoskopische
Jejunostomie (PEJ)
- Bei exokriner Pankreasinsuffizienz: Substitution pankreatischer Enzyme.
196
Rojhat aus Kurdistan
197
Rojhat aus Kurdistan
H. Pankreatitis, Pankreaskarzinom:
1. Was ist Lipase? Was ist Amylase? Alles über ihre Physiologie?
*Lipase: Verdauung von Fett im Dünndarm Pankreasspezifisches Enzym.
*Amylase: Verdauung von Kohlenhydraten im Dünndarm Nicht-pankreasspezifisches Enzym erhöht bei Pankreatitis,
Entzündung der Speicheldrüsen (Parotitis epidemica).
Verdauungsenzyme von Pankreas:
-Amylase Kohlenhydrate.
-Trypsin und Elastase Proteine.
-Lipase Fette.
-Ribonuklease und Desoxyribonuklease RNA und DNA.
2. Was ist die Pathophysiologie von Pankreatitis?
*Aktivierung von pankreatischen Verdauungsenzymen → Autodigestion vom Pankreas durch proteolytische Enzyme →
Inflammatorische Reaktion → Proteolyse, Blutungen, Ödeme, Vasodilatation → Bei schwerem Verlauf Nekrotisierung →
Evtl. Infektion der Nekrosen, Abszess, Sepsis.
*Die Pankreaszellen wird autolysiert und sterben → deswegen wird Blut voll mit toxische Substanzen und HyperK → Dazu
auch Hypovolämie → Nierenversagen.
Fettgewebsnekrose:
Enzymatische Selbstverdauung durch Lipasen, Proteasen und Elastasen → Nekrose des Parenchyms → Akute
hämorrhagische Pankreatitis → Freiwerdende Fettsäuren binden Ca2-Ionen → Verseifung zu Kalkseifen (Saponifikation) →
HypoCa.
Serum-Ca2 ist daher ein quantitativer Marker für den Gewebsschaden und damit ein Prognoseparameter!
Intravasale Volumendepletion:
Durch Vasodilatation und Kapillarleckage kommt es zu einem Entzug von Flüssigkeit aus dem Kreislauf → Flüssigkeit
sammelt sich in Pankreas, retroperitoneal, intraperitoneal (Aszites), intrapleural (Pleuraerguss) → Hypotonie → Reduzierte
Organperfusion (v.a. Niere).
3. Fall: Oberbauchschmerzen mit Strahlung nach Rücken.
a. Wie gehen Sie vor? A: s. 138.
KU:
- Prall-elastisches Abdomen („Gummibauch“) Wegen extravasaler Flüssigkeiten und Gase (mögliche Darmparalyse)
aufgeblähter Bauch. Wenn man drückt, wie ein Ballon, wird Bauch sofort wieder zurück.
- Evtl. Tachykardie, Hypotonie, Oligurie/Anurie (Schockzeichen).
- Evtl. Aszites, Pleuraerguss.
- Evtl. Ekchymosen (Periumbilikal: Cullen. Flanken: Grey-Turner. Leisten: Fox).
*Diese Zeichen sind Blutungen ins Subkutis und deuten auf schwere, nekrotizierende Pankreatitis aufgrund
der Schädigung von Blutgefäße und Nachbargewebe durch Pankreasenzyme.
Labor:
- Lipase↑ (>180 U/L V.a. Pankreatitis), ggf. Amylase↑
- ALT↑: Biliäre Pankreatitis.
- γ-GT↑ und MCV↑: Alkoholische Pankreatitis.
Sono:
- Verminderte Echogenität mit unscharfer Begrenzung der Pankreasloge.
- Peripankreatische Flüssigkeitsansammlung.
- Ggf. Nachweis von Komplikationen: Nekrosen, Abszesse, Pseudozysten.
- Nachweis einer Choledocholithiasis mit erweiterten Gallenwegen (biliäre Pankreatitis).
MRCP: Bei V.a. biliäre Genese.
ERCP: Steinextraktion.
b. Was ist die DDx von Pankreatitis?
UV/UD, Gastritis, inferior MI, Pneumonie, Hepatitis, Cholezystolithiasis, Pankreaskarzinom, Pyelonephritis.
c. Welche Parameter korreliert am besten mit dem Schwergrad der Pankreatitis? A: s. 138.
Serum-Ca2 ist ein quantitativer Marker für den Gewebsschaden und damit ein Prognoseparameter!
HypoCa bedeutet, Ca auf Nekrose fällt und verursacht Kalkseifen.
Ranson-Kriterien für PROGNOSE:
1. Bei AUFNAHME:
• Alter > 55J
• Leu > 16.000/mcl
• LDH > 350 U/l
• AST > 250 U/l
• Glu > 200 mg/dl
2. NACH 48H:
• Hct > %10 lindert.
• BUN > 5 erhöht
• HipoCa < 8 mg/dl
198
Rojhat aus Kurdistan
199
Rojhat aus Kurdistan
Die alkoholische Pankreatitis wird durch langfristigen Alkoholkonsum verursacht, der zu einer direkten Schädigung der
Pankreas führt. Hier ist der typische Pathophysiologieprozess:
*Toxische Wirkung des Alkohols: Alkohol und seine Stoffwechselprodukte können direkt toxisch auf die Azinuszellen von
Pankreas wirken, die für die Produktion und Freisetzung von Pankreasenzymen verantwortlich sind.
*Störung der Enzymaktivierung: Alkohol kann die normale Aktivierung von Pankreasenzymen stören, was zu einer
vorzeitigen Aktivierung und Freisetzung von Enzymen führen kann.
*Selbstverdauung und Entzündung: Die Aktivierung der Pankreasenzyme innerhalb des Pankreas führt zur
Selbstverdauung des Pankreasgewebes und zur Auslösung einer entzündlichen Reaktion. Wie bei der biliären Pankreatitis
führt die entzündliche Reaktion zur Freisetzung von Zytokinen und Leukozyten, die die Entzündung verstärken.
*Chronische Schädigung: Langfristiger Alkoholkonsum kann zu einer chronischen Pankreatitis führen, die durch
wiederholte Entzündungs- und Heilungsprozesse gekennzeichnet ist und zu einer dauerhaften Funktionsbeeinträchtigung
der Pankreas führen kann.
200
Rojhat aus Kurdistan
*Gastrologen machen bei Pseudozysten eine Gastrozystostomie mit ÖGD Gastrozystostomie: Eine Öffnung zwischen
Pseudozyste und Magen.
*Alle Zysten in chr. Pankreatitis haben immer Malignomrisiko Deswegen müssen wir immer drainieren und untersuchen.
9. Welche Antibiose benutzt man bei Pankreatitis?
Indikation: Infizierte Nekrose oder Cholangitis.
- Carbapeneme: Meropenem und Imipenem/Cilastatin.
Alternative:
- Ciprofloxacin + Metronidazol: Cipro nicht mehr Mittel der ersten Wahl! Macht Aortendissektion.
- Ceftriaxon + Metronidazol.
- Piperacillin/Tazobactam.
10. Chronische und akute Pankreatitis? A: s. 138 und 194.
-Chronische Pankreatitis: Bei chronischem Alkoholismus (entwickelt sich bei 10% der Alkoholiker):
-Man soll 10 jahrelang jede Nacht trinken. Kurzfristiger Alkoholkonsum verursacht keine chr. Pankreatitis.
Kx:
Rezidivierende, gürtelförmige Oberbauchschmerzen.
Exokrine Insuffizienz: Diarrhö, Steatorrhö bei Fettmalabsorption → Mangel an fettlöslichen Vitaminen → Osteoporose.
Endokrine Insuffizienz: Diabetes mellitus.
Dx:
Blut: Lipase, Amylase ↑ bei akutem Schub.
Stuhl: Elastase-1 <200 μg/g Stuhl → Exokrine Pankreasinsuffizienz (Goldstandard).
Sono: Pankreasverkalkungen.
Tx:
-Substitution pankreatischer Enzyme bei exokriner Pankreasinsuffizienz.
-Insulin bei endokriner Insuffizienz Orale Antibiotika sind wirkungslos, da es kein Insulin gibt.
Interventionell:
- Stenosen und Strikturen des Pankreasganges → Ballondilatation, Stents.
- Pankreasgang-Konkremente → Papillotomie und Steinentfernung.
OP:
-V.a. Pankreaskarzinom.
-Therapieresistente Schmerzen.
11. Wie gehen Sie bei Pankreaskopfkarzinom vor? A: s. 140.
Labor: Lipase↑ bei Begleitpankreatitis. Tumormarker zur Verlaufskontrolle: CA 19-9 und CEA.
Sono: „Double-Duct-Sign“ (Dilatation des Ductus choledochus und pankreaticus).
Abdomensono, EUS, CT+KM, ggf. MRCP.
12. Wann macht man Operation? A: Amboss, Doccheck.
Keine OP bei Infiltration von Arterien oder Metastasen Sondern palliativ.
13. Welche Schmerzmittel benutzt man? A: s. 142.
Schmerztherapie nach WHO (Morphin) Bei Versagen: Blockade des Plexus coeliacus.
14. Was macht man zum Ausschluss von Pankreas-Ca?
Bildgebende Untersuchungen mit hoher Sensitivität: EUS, CT mit KM, ggf. MRT.
15. Bei der körperlichen Untersuchung hat er gefragt: Was können Sie beim Ileus abhören?
Mechanischer Ileus: Hochgestellte, klingende Darmgeräusche.
Paralytischer Ileus: Totenstille.
16. Wie kommt es zum Pleuraerguss bei Pankreatitis?
Entzündungsmediatoren wie Zytokine (TNF-a, IL-1, IL-6) und proteolytische Enzyme erhöhen die Gefäßpermeabilität
(Kapillarleck-Syndrom) und verursachen Vasodilatation → Durch Vasodilatation und Kapillarleckage kommt es zu
201
Rojhat aus Kurdistan
Verschiebung von Flüssigkeit aus dem Kreislauf → Flüssigkeit sammelt sich in Pankreas, retroperitoneal, intraperitoneal
(Aszites), intrapleural (Pleuraerguss mehr links) → Hypotonie → Reduzierte Organperfusion (v.a. Niere)
202
Rojhat aus Kurdistan
I. Appendizitis:
1. Was sind die Appendizitis-Zeichen? A: s. 144.
Schmerzhafte Druckpunkte:
-McBurney-Punkt: Zw. rechter Spina iliaca anterior superior und Bauchnabel, zw. lateralem und mittlerem Drittel
-Lanz-Punkt: Zw. beiden Spinae iliacae, zw. rechtem und mittlerem Drittel.
-Blumberg-Zeichen: Kontralateraler Loslassschmerz (im rechten Unterbauch) nach Palpation des linken Unterbauchs.
Schmerzhafte Manöver:
-Rovsing-Zeichen: Schmerzen im rechten Unterbauch durch Ausstreichen des Kolons längs des Kolonrahmens in
Richtung Appendix.
-Douglas-Schmerz: Schmerzen beim Palpieren des Douglas-Raums bei der rektalen Untersuchung.
-Psoas-Zeichen: Schmerzen im rechten Unterbauch durch Anheben des rechten Beines gegen Widerstand (Hinweis auf
retrozökale Appendizitis).
-Baldwin-Zeichen: Schmerzen in der Flanke nach Fallenlassen des gestreckten, im Liegen angehobenen rechten Beines
(Hinweis auf retrozökale Appendizitis).
Quelle: Amboss.
2. Was für Schnitt macht man bei offener OP? A: s. 146.
Wechselschnitt im rechten Unterbauch: Entsprechend dem Verlauf der Muskelfasern (M. obliqus externus und internus)
lateral des M. rectus abdominis.
203
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
3. Wo ist die anatomische Lage vom Appendix?
Hoch hinter dem Zäkum (= aufsteigende retrozäkale Lage): 64% retrozäkal 2cm von der Ileocaecalklappe.
Quelle: Lecturio.
4. Iliac-Schmerzen rechts bei einem 80-jährigen Patienten, was ist VD?
Zuerst Appendizitis.
DDx:
Gastrointestinale Erkrankungen:
-Gastroenteritis (häufigste DDx!).
-Crohn.
-Divertikulitis.
-Tumoren/Karzinoide.
-Entzündung des Meckel-Divertikels.
Pseudoappendizitis:
-Lymphadenitis mesenterialis bei einer Yersiniose.
-Pseudoappendicitis diabetica (bei Ketoazidose).
-Bronchiale Infekte bei Kindern.
Gynäkologische Erkrankungen:
-Adnexitis.
-Extrauteringravidität.
-Stielgedrehtes Ovar (Ovarialtorsion), stielgedrehte Ovarialzyste.
-Ovulationsschmerz.
-Endometriose.
Urologische Erkrankungen:
-Harnwegsinfekt.
-Urolithiasis.
-Hodentorsion.
204
Rojhat aus Kurdistan
205
Rojhat aus Kurdistan
J. Ileus:
1. DDx paralytisch/mechanisch?
Mechanisch: Aufgrund eines mechanischen Hindernisses Durch Tumoren, Morbus Crohn, Divertikulitis, Kotstein,
Invagination, Volvulus, Fremdkörper, Gallenstein, Verwachsungen (z.B. Bridenileus), inkarzerierte Hernie,
Peritonealkarzinose.
80% Dünndarmileus: Verwachsungen (65%) oder Hernien (15%).
20% Dickdarmileus: Tumor (70%) oder Entzündungen (10%).
Auskultation: Hochgestellte, klingende Darmgeräusche.
Sono: Pendelperistaltik.
Paralytisch: Aufgrund einer Motilitätsstörung. Durch M. Hirschsprung, Manipulation, Trauma, Peritonitis, HypoK,
HyperCa, Opioide, Mesenterialischämie, Kompression des Rückenmarks.
Auskultation: Totenstille.
Sono: Fehlende Peristaltik.
206
Rojhat aus Kurdistan
207
Rojhat aus Kurdistan
208
Rojhat aus Kurdistan
209
Rojhat aus Kurdistan
Durch Vasodilatation und Kapillarleckage kommt es zu einer Verschiebung von Flüssigkeit aus dem Kreislauf ins
Extravasalraum → Flüssigkeit sammelt sich in Pankreas, retroperitoneal, intraperitoneal (Aszites), intrapleural
(Pleuraerguss) → Hypotonie → Reduzierte Organperfusion (v.a. Niere)
*Auskultation von Darmgeräusche durch Aszites abgeschwächt (gedämpft).
*Auskultation von Lungen durch Pleuraerguss abgeschwächt (gedämpft).
5. Fall: Pat hat seit gestern diffuse Bauchschmerzen, mit Übelkeit und einmal Erbrechen. Stuhlgang normal, was
machen Sie?
Ich habe nach Beschwerden näher gefragt. KU-Befunde und Peristaltik gefragt.
Prüfer: Hochgestellt und klingelnd.
Ich: Wir machen eine Rö-Abdomenübersicht zum Spiegelbildung und Ausschluss der Perforation, sowie Sono.
Im Anschluss eine Gastrografin-Passage-Aufnahmen, um den Verschluss zu lokalisieren.
CT-KM po und iv: Um die Ursache zu finden und die Therapie (konservativ oder Notfall-OP) zu entscheiden.
Prüfer: Sonographisch 2cm erweiterte Dünndarmschlinge. Was denken Sie?
Ich: Hier stand der V.a. mechanischen Ileus.
Dann hat Prüfer CT-Abdomen mit deutlich erweiterter Dünndarmschlinge sowie gefühltem Magen gezeigt (s. Frage 3).
Ich sollte das Bild nur Beschreiben: Dilatierte, flüssigkeitsgefüllte Dünndarmschlingen.
CT-KM po und iv: Goldstandard bei Diagnostik des mechanischen Ileus für Ursache.
- Nachweis einer mechanischen Obstruktion → Entscheidung für die konservative Therapie oder Notfall-OP!
- Nachweis einer Perforation.
- Nachweis von Aszites, Peritonealkarzinose, Gefäßstrangulationen und -verschlüssen.
6. Welche Ileus-Typen kennen Sie außer mechanischem Ileus?
Paralytischer Ileus.
-Ursachen?
Ich habe hier Mesentrialischämie erwähnt.
(Andere Ursachen: M. Hirschsprung, Manipulation, Trauma, Peritonitis, HypoK, HyperCa, Opioide, Kompression des
Rückenmarks).
-Kennen Sie die Medikamente, die paralytischen Ileus verursachen?
*Opioide.
*Langzeitanwendung von Laxanzien.
*Tranquilizer = Benzodiazepine.
*Hypnotika = Schlafmittel Sedativa + Narkotika
*Antipsychotika = Neuroleptika.
*Anticholinergika = Parasympatholytika.
*Katecholamine.
-Was sind die Ursachen vom mechanischen Ileus?
Ich habe paar Sachen erwähnt, er wollte aber GIST hören.
(Andere Ursachen: Stenose durch Tumoren, Crohn, Divertikulitis, Kotstein, Invagination, Volvulus, Fremdkörper,
Gallenstein, Verwachsungen (z.B. Bridenileus), inkarzerierte Hernie, Peritonealkarzinose.)
-Was sagt GIST zu Ihnen?
Gastrointestinaler Stromatumor:
*Semimaligner Tumor des Gastrointestinaltrakts insb. Magen und Dünndarm von mesenchymaler Herkunft (Sarkome).
*Semimaligne Tumoren wachsen lokal destruierend und invasiv-infiltrierend (wie maligne), bilden aber (wie benigne) keine
Metastasen.
7. Fall: Patient kommt in NA mit starken Bauchschmerzen. Was machen Sie?
Anamnese, KU, Labor (BB, CRP), Röntgen, Sono.
-Dann Röntgenbild und CT gezeigt: Ileusbild mit Kalibersprung. Welche Ursache von Ileus kennen Sie?
210
Rojhat aus Kurdistan
Kalibersprung: Eine plötzliche Änderung im Durchmesser in einem Teil des Darms. Bei einem Kalibersprung im Darm
verengt sich ein Abschnitt des Darms abrupt, was zu einer Behinderung des normalen Darmpassageflusses führt. Diese
Verengung kann aufgrund verschiedener Ursachen wie Tumoren, Narbengewebe, entzündlichen Erkrankungen oder
anderen strukturellen Anomalien auftreten.
211
Rojhat aus Kurdistan
212
Rojhat aus Kurdistan
213
Rojhat aus Kurdistan
214
Rojhat aus Kurdistan
K. Kolorektalkarzinom:
1. Definition des kolorektalen Karzinoms?
Karzinome des Kolons ≥16 cm oral der Anokutanlinie.
Karzinome des Rektums <16 cm entfernt von der Anokutanlinie:
*Oberes Drittel: 13-16cm.
*Mittleres Drittel: 6-12cm.
*Unteres Drittel: <6cm.
2. Was sind die Risikofaktoren von Kolorektalkarzinom? A: s. 152.
-Genetisch: Familiäre Polyposis-Syndrome. Lynch-Syndrom. Kolorektale Karzinome in der Familie.
-Ernährung, Lebensstil: Rauchen, Alkohol. Adipositas. Fett- und fleischreiche, ballaststoffarme Nahrung.
-Krankheiten mit erhöhtem KRK-Risiko: Kolorektale Adenome. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
-Alter: >40 J.
Protektive Faktoren:
-Körperliche Aktivität.
-Schnelle Stuhlpassage.
-Ernährung: Ballaststoff- und gemüsereich, fleischarm.
3. Was sind die Symptomen von Kolorektalkarzinom?
- Obstipation.
- Rektale Blutabgänge (sichtbar oder okkult).
- Bleistiftstühle.
- Leistungsabfall.
- Gewichtsverlust.
- Evtl. Fieber.
„Die Hälfte aller Kolonkarzinom-Patienten hat zusätzlich Hämorrhoiden. Daher sollten rektale Blutabgänge auch bei
vorliegendem Hämorrhoidalleiden zum koloskopischen Karzinomausschluss führen!“
4. Was ist die Therapie von Kolorektalkarzinom?
Kolonkarzinom:
*Operative Therapie:
-Indikation: Keine oder resektable Lungen- oder Lebermetastasen + Patient operabel.
Verfahren: Offene Chirurgie No-Touch-OP: Chirurg fasst den Tumor nicht an ein Tuch wir auf Tumor gedeckt und 8-
10cm von Tumor entfernt wird reseziert Um die Metastase zu verhindern.
-Kolonresektion mit Anastomose + Komplette mesokolische Exzision (CME) + Lymphadenektomie (mind. 12 LK):
-Colon ascendens/Zökum: → Hemikolektomie rechts + CME + 12 LK + A. mesenterica sup.
-Colon transversum: → Transversumresektion + CME + 12 LK + A. mesenterica sup.
-Colon sigmoideum/descendens: → Hemikolektomie links + CME + 12 LK + A. mesenterica inf.
-Lokal inoperable Tumoren: → Zur Erhaltung der Passage: Anlage eines endständigen Stomas.
*Adjuvante Chemotherapie (Keine Radiatio am Kolon):
-UICC Stadium II: Monotherapie mit 5-Fluorouracil.
-UICC Stadium III: FOLFOX: 5-FU + Folinsäure + Oxaliplatin
-Voraussetzung: R0-Resektion.
-Kontraindikationen: Schwere Infektion, Einschränkung der Lebenserwartung durch Komorbiditäten.
Leberzirrhose (Child B oder C). Schwere KHK oder Herzinsuffizienz. (Prä-)terminale Niereninsuffizienz. Blutbildungsstörung.
215
Rojhat aus Kurdistan
Rektumkarzinom:
*Neoadjuvante Radio- oder Radiochemotherapie:
- Senkt die Lokalrezidivrate um bis zu 50%.
- UICC Stadium II und III im mittleren und unteren Drittel.
Durchführung:
- Kurzzeitbestrahlung: OP 10 Tage nach Radiotherapie.
- Radiochemotherapie mit 5-FU: OP nach 6-8 W.
*Operationsverfahren:
- Standard: (Tiefe) anteriore Rektumresektion + totale oder partielle mesorektale Exzision + Lymphadenektomie +
Rekonstruktion mit Anlage eines protektiven Ileostomas: TAR + TME o. PME + LAP + Ileostoma.
- Oberes Rektumdrittel: AR + PME + LAP + Ileostoma.
Distaler Sicherheitsabstand von mind. 5 cm.
- Mittleres und unteres Rektumdrittel: TAR + TME + LAP + Ileostoma.
Distaler Sicherheitsabstand von mind. 2 cm (bei Low- Grade-Tumor) bzw. 5 cm (bei High-Grade-Tumor).
- Falls Sicherheitsabstand nicht einzuhalten ist: Abdominoperineale Rektumexstirpation (APR) mit TME.
*Ggf. adjuvante Radiochemotherapie:
- UICC-Stadium II und III bei Vorliegen von Risikofaktoren für ein Lokalrezidiv.
216
Rojhat aus Kurdistan
5. Fragen über Polypen, Mode of Inheretence, wie behandelt man die Polypen? A: s. 197 und Amboss.
Kolonpolypen sind Gewebevorwölbungen im Lumen des Kolons.
Einteilung:
1. Entzündliche Polypen (Pseudopolypen).
2. Hyperplastische Polypen.
3. Adenome Häufigkeit: tubulär>tubulovillös>villös, Entartungsrisiko: villös>tubulovillös>tubulär.
4. Hamartome.
-Hamartome, hyperplastische und entzündliche Polypen: Nicht-neoplastisch, fast immer gutartig.
-Adenomatöse Polypen: Neoplastisch Die meisten Kolonkarzinome entwickeln sich aus Adenomen.
Entartungsrisiko:
- Villös>Tubulovillös>Tubulär.
- Größe >1cm.
- Anzahl ≥3.
217
Rojhat aus Kurdistan
218
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Wikipedia
219
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
14. Was ist die Funktion von Corpus cavernosum recti (Schwellkörper = Gefäßpolster)? A: Amboss.
-Kontinenz: Anschwellung und Abdichtung durch venösen Rückstau.
-Defäkation: Abschwellung durch venösen Abfluss.
15. Was ist das neue Screening bei Männern seit 2-3 Jahren mit Prostata- und Kolon-Ca? A: s. 441.
NEU: Ab 65 Jahren Sono-Check-up der Aorta abdominalis wg. Bauchaortenaneurysma.
Die anderen:
-ab 20 Gebärmutterhals-Abstrich (PAP-Abstrich) jährlich.
-ab 30 Mamma-Untersuchung jährlich.
-ab 35 Hautkrebs alle 2 Jahre.
-ab 45 Prostata PSA jährlich.
-ab 50 Stuhltest + DRU jährlich.
-von 50 bis 70 Mammografie alle 2 Jahre.
-ab 55 Koloskopie alle 10 Jahre.
16. Was sollen wir in Koloskopie-Vorsorge sehen?
Polypen sehen und entfernen.
17. Wie viel Typen von Polypen gibt es? A: s. Frage 5.
18. Fall: Sie haben einen Pat mit Diagnose Sigma-Adenokarzinom.
a. Wie gehen Sie vor?
Staging:
- Abdomen-Sono + Koloskopie mit Biopsie + Röntgen-Thorax.
- Evtl. CT von Abdomen-Becken-Thorax und Angio-CT der Leber.
- Tumormarker: CEA Ausgangswert vor Therapiebeginn.
b. Pat hat keine Metastasen, wie behandeln Sie den Fall?
Operative Therapie:
Indikation: Keine oder resektable Lungen- oder Lebermetastasen + Patient operabel.
Verfahren: Offene Chirurgie No-Touch-OP: Chirurg fasst den Tumor nicht an ein Tuch wir auf Tumor gedeckt und 8-
10cm von Tumor entfernt wird reseziert Um die Metastase zu verhindern.
*Kolonresektion mit Anastomose + Komplette mesokolische Exzision (CME) + Lymphadenektomie (mind. 12 LK):
-Colon ascendens/Zökum: → Hemikolektomie rechts + CME + 12 LK + A. mesenterica sup.
-Colon transversum: → Transversumresektion + CME + 12 LK + A. mesenterica sup.
-Colon sigmoideum/descendens: → Hemikolektomie links + CME + 12 LK + A. mesenterica inf.
-Lokal inoperable Tumoren: → Zur Erhaltung der Passage: Anlage eines endständigen Stomas.
c. Wie bringen Sie die Kolonenden zusammen, um Anastomose zu machen?
End-zu-End-, End-zu-Seit- oder Seit-zu-Seit-Anastomose.
d. Was kann intraoperativ bei linker Kolonmobilisation passieren?
Milzriss, Blutungen, Verletzung von Harnblase, Ureter oder Nerven.
e. Wenn ein Dünndarmabschnitt mit Tumor klebt, was machen Sie als Chirurg?
En-Bloc-Resektion: Betroffener Darmabschnitt wird als Ganzes entfernt mit betroffenen benachbarten Strukturen. Um
die Metastasen zu verhindern.
f. Pathologie hat Ihnen die Befunde geschickt und darauf steht pT3 was bedeutet das?
Infiltration der Subserosa nach Pathologie.
220
Rojhat aus Kurdistan
221
Rojhat aus Kurdistan
222
Rojhat aus Kurdistan
223
Rojhat aus Kurdistan
224
Rojhat aus Kurdistan
225
Rojhat aus Kurdistan
-Probleme bei der Einheilung des Stomas: Wundheilungsstörung, Wundrandnekrose oder Ödem.
-Hautprobleme: Allergisches Kontaktekzem, Zwei-Phasen-Ekzem, Hautmazeration, bakterielle/mykotische Hautinfektion.
-Parastomale Hernie: Sicht- und tastbare Vorwölbung in der Stomaregion.
-Stomaprolaps: Vorfall des Darmes durch das Stoma.
-Stomaretraktion: Absinken des Stomas unter das Hautniveau mit trichterförmiger Einstülpung des Stomas.
-High-Output-Ileostoma: Vermehrter Flüssigkeits- und Elektrolytverlust über das Stoma.
-Drohende akute Nierenschädigung: Malnutrition, chronisches Nierenversagen.
35. Bedeutung der folgenden Buchstaben von pathologischer Untersuchung: T-N-M-G-L-R-pN? A: s. Frage 19c.
226
Rojhat aus Kurdistan
227
Rojhat aus Kurdistan
L. Analkarzinom:
1. Was ist die Therapie vom Analkarzinom?
Analrandkarzinom <1cm mit T1N0M0 Exzision in Toto.
Analkanalkarzinom und andere Analrandkarzinome Radiochemotherapie mit 5-FU und Mitomycin C.
*Bei Resttumor, Rezidiv, Fistel Palliativ: Abdominoperineale Rektumexstirpation mit Kolostoma.
228
Rojhat aus Kurdistan
229
Rojhat aus Kurdistan
230
Rojhat aus Kurdistan
Strikturplastik OP: Mit Faden ziehen wir 2 Seite von Stenose (Striktur) auseinander.
231
Rojhat aus Kurdistan
232
Rojhat aus Kurdistan
N. Mesenterialischämie:
1. Welches Gefäß verursacht Angina Abdominalis bei chronischer Mesenterialischämie?
A. mesenterica superior.
*Angina abdominalis = Hypoxisch bedingter Bauchschmerz nach dem Essen!
*Postprandiale Dehnung von Darm erhöht Strömungswiderstand im A. mesenterica superior → Minderperfusion von Darm
→ Schmerzattacken.
2. Was ist die Versorgungsgebiet von A. mesenterica superior?
Duodenum, Jejunum, Ileum, Zäkum, Appendix, Colon ascendens und 2/3 von Colon transversum.
3. Wie lindert Riolan-Anastomose die Beschwerden?
-A. mesenterica superior ↔︎ A. colica media/sinistra ↔︎ A. mesenterica inferior.
-A. colica media (aus A. mesenterica superior) mit der A. colica sinistra (aus A. mesenterica inferior) verbindet.
-Bei einem Verschluss erfolgt Kollateralversorgung des Colons über diese Anastomose.
4. Was ist Rheumatisches Fieber, kurze Pathophysiologie?
Patho: Eine Autoimmunreaktion, 2-3 Wochen nach einer Streptokokkentonsillitis durch β-hämolysierende Streptokokken
der Gruppe A, führt zu einer exsudativen Entzündungsreaktion an Herz, Gelenken und Haut. Diese Autoimmunreaktion ist
wg. molekuläre Mimikry. D.h. die Antigene von Bakterien sind ähnlich wie die Antigene von endo-, myokardialen
Strukturen. Deswegen attackiert Körper neben Bakterien auch sich selbst.
Kx: Fieber, Müdigkeit, Schwäche.
Herz:
-Pankarditis (Endo-, Myo- und Perikarditis).
-Mitralklappe (ca. 70%): Mitralklappenstenosen (häufigste), kombinierte Vitien (Mitralklappenstenose und -insuffizienz).
-Aortenklappe (ca. 30%).
Gelenke: Wandernde, asymmetrische Polyarthritis (insb. der großen Gelenke).
Haut:
-Rheumatische subkutane Knötchen.
-Erythema anulare rheumaticum.
-Erythema nodosum.
ZNS:
-Chorea minor Distal betonte Hyperkinesien.
Tx: Penicillin (Goldstandard) + Antiphlogistika + ggf Glucocorticoide.
Rezidivprophylaxe: Penicillin für 5-10 Jahre, ggf Lebenslang.
233
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
5. Fall: Ein Pat kommt mit plötzlichen Bauchschmerzen seit Minuten bis 1-2 Stunden.
Ich: Wo sind die Schmerzen genau?
-Überall. Auskultation regelrecht. Was machen Sie weiter?
Puls tasten, ob VHF gibt wg. V.a. Mesenterialembolie. Bauchschmerzen + VHF + Laktaterhöhung bedeutet
Mesenterialarterienverschluss (Mesenterialinfarkt) Wir sichern diagnose mit CT-Angio mit KM.
234
Rojhat aus Kurdistan
235
Rojhat aus Kurdistan
O. Clostridium-Diffizile:
1. Pat kam 10 Tage nach OP und nach Antibiotikum-Tx mit Bauchschmerzen und Durchfall, wie gehen Sie vor? VD?
Anamnese. KU. Labor: BB, CRP, Stuhlprobe. Sono.
VD: Clostridium difficile. DD: Ileus wg. Verwachsungen, Narbenbildung.
-Diagnose und Behandlung? A: s. 164
Dx:
Bei V.a. C. diffizile-Infektion in Reihenfolge:
1. BB (Leukozytose), Temperatur.
2. Aus frischem Stuhl (max 2h, danach zerstören die Toxine):
*Antigentest: Common Antigen (Glutamatdehydrogenase).
*Toxin A und B Nachweis: Elisa < PCR < Kultur (dauert 72h).
*Kultur: Difficile ist lat. „schwer“ erschwerte Anzucht in Kultur.
3. Ggf. Koloskopie bei fehlendem Erregernachweis: Typische Pseudomembrane.
Tx:
-Isolierung, antiseptische Maßnahmen Absetzen der Antibiotikatherapie Volumen.
-Antibiotische Therapie für 10 Tage:
*1. Wahl: Fidaxomicin 200 mg po 1-0-1 für 10 Tage.
*Alternative: Milder Verlauf: Metronidazol 500mg 1-0-1 po. Schwerer Verlauf oder Rezidiv: Vancomycin po (++).
-Stuhltransplantation: bei Versagen mehrerer Antiobiotika.
2. Fall: Patient mit der Diagnose Clostridium diffizile, Toxisches Megakolon. Wie geht man vor?
Toxisches Megakolon: Akute, lebensbedrohliche Dilatation des Dickdarms.
-Ursachen: Pseudomembranöse Kolitis, CU, MC, Amöbenruhr, Shigellose, M. Hirschsprung.
-Kx: Akutes Abdomen (gebläht) mit septischem Krankheitsbild, erhöhte Perforationsgefahr.
-Dx: Röntgen-Abdomenübersicht → Stark dilatierter Kolonrahmen.
-Tx: Im Anfangsstadium (<72 Std.) ggf. konservative Therapie: Anlage einer Dekompressionssonde.
Später operative Therapie: Kolektomie und terminales Ileostoma.
3. Weicher Keim verursacht Tetanus?
Clostridium tetani Tx: Metronidazol +- Impfung und Ig.
4. Welche Clostridien kennen Sie und welche Krankheiten verursachen sie?
-C. tetani: Tetanus Tx: Metronidazol +- Impfung und Ig.
-C. diffizile: Pseudomembranöse Kolitis Tx: Fidaxomicin. Alternativ: Metronidazol, Vancomycin.
-C. perfringens: 1. Gasbrand 2. Lebensmittelvergiftung Tx: Penicillin G + bei Gasbrand chirurgische Debridement.
-C. botulinum: Botulismus Durch Konservendosen Neurotoxine hemmen an peripheren Nervenenden irreversibel die
Freisetzung von Acetylcholin Lähmungen der Skelettmuskulatur mit der Gefahr einer tödlichen Atemlähmung Tx:
Botulismus-Antitoxins, kein Antibiotikum.
5. Was ist pseudomembranöse Kolitis? Wie kann man behandeln? Warum heißt es Pseudomembran?
Pseudomembran: Eine Schicht aus entzündetem Gewebe von Schleim und Bakterien gebildet sieht wie eine Membran.
Tx: Fidaxomicin, Metronidazol oder Vankomycin p.o. gegen C. diffizile In schweren Fällen Stuhltransplantation.
Quelle: Doccheck
6. Diarrhoe nach Cephalosporin, was kann das sein?
Clostridium-Diffizile-Infektion.
-Pseudomembranöse Kolitis diagnostische Verfahren? A: s. 164.
Pseudomembran: Weißlich-gelbe fest anhaftende Schleimhautbeläge aus Fibrin und Zelldetritus (nekrotische Epithelzellen
und Leukozyten) als Folge lokaler Entzündungen.
Dx: Koloskopie.
-Warum gibt man kein Antidiarrhoikum wie Loperamid?
Gefahr von toxischem Megakolon und Perforation.
7. Fall: Ein Patient aus Station hat Ampicillin genommen und Diarrhoe bekommen. Woran könnte es liegen?
236
Rojhat aus Kurdistan
237
Rojhat aus Kurdistan
P. Leistenhernie:
1. Was ist Leistenhernie = Inguinalhernie?
Ausstülpung von Peritoneum, ggf. mit intraabdominellen Strukturen, durch eine Schwachstelle der Bauchwand.
2. Anatomie, Ein- und Austrittspförte von Leistenhernie?
Verlauf von Leistenkanal:
Faszie transversalis (innerer Leistenring) M. transversus abdominis (unterhalb seiner Fasern) M. obliquus internus
abdominis (durch oder unterhalb seiner Fasern) Aponeurose des M. obliquus externus abdominis (äußerer Leistenring).
Wände des Leistenkanals:
Vordere Wand: Aponeurose des M. obliquus externus abdominis.
Hintere Wand: Fascia transversalis.
Obere Wand (Dach): Untere Ränder des M. obliquus internus und M. transversus abdominis.
Untere Wand (Boden): Ligamentum inguinale.
Inhalt von Leistenkanal:
Bei Männern:
N. ilioinguinalis: innerviert die Haut vom äußeren Genitalbereich und oberen Teils des Oberschenkels.
Samenstrang (Funiculus spermaticus):
Ductus deferens (Samenleiter): Transportiert die Spermien vom Hoden zur Prostata.
A. testicularis.
Vv. testicularis (Plexus pampiniformis): Ein Venengeflecht für Temperaturregulation des Hodens.
Processus vaginalis peritonei Normalerweise obliteriert, bei Persistenz führt zu indirekten Leistenhernien
und Hydrozeleen.
M. cremaster.
Lymphgefäße.
Nerven.
Bei Frauen:
Nervus ilioinguinalis: innerviert die Haut der großen Schamlippen und des oberen Teils des Oberschenkels.
Ligamentum teres uteri (Rundes Mutterband): Dieses Band ist von Vorderseite des Uterus bis große Schamlippen
(Labia majora) Es spielt eine Rolle bei der Fixierung der Gebärmutter.
Nuck-Kanal: entspricht dem männlichen Processus vaginalis peritonei Normalerweise obliteriert, bei Persistenz
führt zu indirekten Leistenhernien und Hydrozeleen.
238
Rojhat aus Kurdistan
Direkte Leistenhernie:
- Medial der Vasa epigastrica.
- Verlauf ohne Beziehung zum Funiculus spermaticus (=Samenstrang), orthogonal zur Bauchwand.
- Bruchpforten: Hesselbach-Dreieck* (innere Bruchpforte) und äußerer Leistenring (äußere Bruchpforte).
*muskelfreie Stelle der Bauchwand: M. rectus abdominis + Inguinal Ligament + V. epigastica inferior.
- Bruchsack/-hüllen: Peritoneum und Hüllen von Bauchwand:
*Peritoneum + Fascia Transversalis + M. obliquus externus (Externusaponeurose) + Fettgewebe + Haut.
- Bruchsackinhalt: Dünndarm, evtl. auch andere Organe.
Indirekte Leistenhernie:
- Lateral der Vasa epigastrica.
- Verlauf im Leistenkanal innerhalb des Samenstrangs, parallel zur Bauchwand.
- Bruchpforten: Innerer und äußerer Leistenring.
- Bruchsack/-hüllen: Peritoneum und Hüllen des Samenstrangs:
*Peritoneum + Fascia Transversalis + M. obliquus internus (Falx inguinalis) + M. obliquus externus
(Externusaponeurose) + Fettgewebe + Haut.
- Bruchsackinhalt: Dünndarm, evtl. auch andere Organe.
239
Rojhat aus Kurdistan
240
Rojhat aus Kurdistan
241
Rojhat aus Kurdistan
242
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
243
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Doccheck.
Leistenkanal: Zwischen tiefem Ring (Faszia transversalis) und superfiziellem Ring (Externusaponeurose).
244
Rojhat aus Kurdistan
Leistankanal tritt durch Faszia transversalis Falx inguinalis (Sehne von M. tranversalis und M. obliquus internus)
Externusaponeurose (Sehne von M. obliquus externus).
Länge: 4-5cm.
4. Was sind die Unterschiede zwischen direkte und indirekte Leistenhernien?
Quelle: Amboss.
Quelle: ResearchGate.
5. Was ist eher erworben, was eher angeboren?
Direkt: Immer erworben.
Indirekt: Angeboren oder erworben.
6. Was sind die Austrittspforte von Schenkelhernie? A: Amboss.
Innere Bruchpforte: Lacuna vasorum (meist medial der V. femoralis).
Äußere Bruchpforte: Hiatus saphenus.
Verlauf: Entlang des Schenkelkanals (Canalis femoralis)
245
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
7. Inkarzerierte Leistenhernie? A: s. 166.
Inkarzeration = Einklemmung von Bruchinhalt → Minderperfusion des Darms → Darmischämie, Nekrose und Peritonitis.
Kx:
- Irreponible Schwellung.
- Schmerzen und Rötung im Unterbauch und ggf. Skrotum.
- Ileussymptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverhalt.
- Ggf. septisches Krankheitsbild, Perforation, Peritonismus.
Dx:
- Auskultation: Hochfrequente, spritzende Geräusche.
Tx:
- Notfall-OP:
Minimalinvasiv: TAPP, TEP/TEPP (Netzbasiert).
Offen: Shouldice (Naht), Lichtenstein (Netz).
- Ggf. Entfernung des Darmabschnitts.
8. Was ist die Therapie von Leistenhernie?
Konservativ:
Abwarten: Nur bei asymptomatischen und nicht-progredienten Leistenhernien beim Mann.
246
Rojhat aus Kurdistan
Operativ:
Das Prinzip der Behandlung ist der Verschluss von Bruchpforte.
- Alle symptomatischen oder progredienten Hernien.
- Alle Hernien bei der Frau (hohes Inkarzerationsrisiko).
- Bei reponibler Leistenhernie: Elektive Operation.
- Bei inkarzerierter Hernie: Notfalloperation.
Offene OP:
- Nahtbasiert nach Shouldice.
- Netzbasiert nach Lichtenstein.
Minimalinvasive OP (Netzbasiert):
- TAPP (= Transabdominelle präperitoneale Plastik)
- TEP/TEPP (= Total extraperitoneale Plastik/Total extraperitoneale Patch-Plastik)
Wahl des Verfahrens:
Immer minimalinvasive OP:
- Bei allen Hernien der Frau.
- Bei beidseitigen Hernien.
Minimalinvasiv ODER offen:
- Bei einseitiger Hernie des Mannes.
*Vorteil von netzbasierten Verfahren: seltener Rezidive.
*Vorteil von minimalinvasiven Verfahren: seltener chronische Schmerzsyndrome (M. Sudeck).
Shouldice:
-Öffnung von Bauchdecke: Haut + Fettgewebe + Falx inguinalis + Faszia transversalis.
-Resektion des Bruchsacks: Peritoneum parietale + Hüllen von Bauchwand.
-Doppelnaht von Faszie transversalis + Naht von Peritoneum, Falx inguinalis, Fettgewebe, Haut.
247
Rojhat aus Kurdistan
Lichtenstein:
-Öffnung von Bauchdecke: Haut + Fettgewebe + Falx inguinalis + Faszia transversalis.
-Resektion des Bruchsacks: Peritoneum parietal + Hüllen von Bauchwand.
-Naht von Peritoneum, Faszie transversalis.
-Einlage eines Kunststoffnetzes zw. M. obliquus internus und Externusaponeurose + Naht von Netz an Externusaponeurose.
-Naht von Fettgewebe und Haut.
248
Rojhat aus Kurdistan
10. Wie können wir direkte und indirekte durch Untersuchung differenzieren?
-Finger wird durch die Skrotalhaut bis zum äußeren Leistenring vorgeschoben.
-Der Patient wird husten, wodurch es zum Anprallen gegen den Finger kommt.
-Indirekte Hernie stößt von lateral, direkte Hernie von kranial an den Finger.
249
Rojhat aus Kurdistan
250
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
12. DDx von Leistenschwellung?
-Schenkelhernie.
-Leistenhernie.
-Lymphknotenschwellung.
-Leistenabszess oder Weichteiltumoren.
-Varikosis oder Gefäßaneurysma.
-Nuck-Zyste (bei Frauen).
-Nuck-Hernie (bei Frauen).
13. Pat mit Leistenhernie hat Erbrechen, was machen Sie?
V.a. Inkarzeration Magensonde, Zugänge, Volumen, Metamizol 1000mg iv 1-1-1-1, bei Fieber AB, Notfall-OP.
14. Wie macht man die Diagnose der inkarzerierten Hernie?
Kx & Dx:
- Irreponible Schwellung.
- Schmerzen und Rötung im Unterbauch und ggf. Skrotum.
- Auskultation: Hochfrequente, spritzende Geräusche.
- Ileussymptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverhalt.
- Ggf. septisches Krankheitsbild, Perforation, Peritonismus.
15. Therapie der inkarzerierten Hernie?
- Notfalloperation:
Minimalinvasiv: TAPP, TEP/TEPP (Netzbasiert).
Offen: Shouldice (Naht), Lichtenstein (Netz).
16. Post-OP hat der Patient wieder Bauchschmerzen?
Komplikationen der OP:
-Inguinale Sensibilitätsstörungen & chronische Schmerzen durch Läsion von N. ilioinguinalis u/o. N. genitofemoralis.
-Beeinträchtigung der Hodendurchblutung Gefäßverletzung: A. testicularis und V. testicularis.
-Fertilitätsstörung durch Läsion des Samenstrangs (Funiculus spermaticus).
17. Bitte Leistenbereich malen?
Medial zu lateral: Lymph-Vene-Arterie-Nerv.
251
Rojhat aus Kurdistan
Symphisis Pubis Os pubis Lig. Inguinale LK. Inguinalis VAN. Femoralis M. psoas major + M. iliacus Os ilium.
18. Typen der OP bei Leistenhernien? A: s. Frage 8.
Offene OP:
- Nahtbasiert nach Shouldice.
- Netzbasiert nach Lichtenstein.
Minimalinvasive OP (Netzbasiert):
- TAPP (= Transabdominelle präperitoneale Plastik).
- TEP/TEPP (= Total extraperitoneale Plastik/Total extraperitoneale Patch-Plastik).
19. Was sind Unterschiede zwischen direkter und indirekter Leistenhernie? A: s. Frage 9.
20. Welche Leistenhernie ist häufig bei Kindern und welche bei Erwachsenen?
Indirekt: Kinder.
Direkt: Erwachsene.
21. Warum ist indirekte Leistenhernie häufiger bei Kindern?
Wg. offener Processus vaginalis peritonei.
*Processus vaginalis peritonei ist eine Ausstülpung des Peritoneums in den Hodensack (Skrotum), die durch den Abstieg
des Hodens aus der Bauchhöhle entsteht.
*Processus vaginalis peritonei obliteriert nach dem Abstieg der Hoden und bleibt nur einen kleinen Rest.
*Ein Offenbleiben des Processus vaginalis peritonei (Processus vaginalis peritonei persistens) verursacht eine kanalartige
Verbindung zwischen der Bauchhöhle und dem Hodensack.
*Das kann beim Kind zur Hydrozele testis oder einer indirekten Leistenhernie verursachen.
Quelle: Doccheck.
252
Rojhat aus Kurdistan
253
Rojhat aus Kurdistan
254
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: ResearchGate.
34. Der Pat kam wegen Schmerzen im Leistenbereich, was muss man Fragen?
Ich habe versucht, er hat selbst geantwortet: Etwas Schweres aufgehoben?
35. Fall: Pat kam mit Vorwölbung in der Leiste. DDx von Leistenhernie?
- Hydrozele testis (Flüssigkeitsansammlung im Skrotum): schmerzlose Größenzunahme des Skrotums ohne Rötung
- Varikozele testis (Erweiterung der Hodenvenen): schmerzlose Größenzunahme des Skrotums ohne Rötung
- Hodentumor: schmerzlose Größenzunahme des Skrotums ohne Rötung
- Abszess: überwärmt und gerötet sowie deutlich druckschmerzhaft
- Schenkelhernie.
- LK-Schwellung (ganz wichtig).
- Leistenabszess oder Weichteiltumoren.
- Nuck-Zyste (bei Frauen).
- Nuck-Hernie (bei Frauen).
36. Pat hat reponible Leistenhernie aber keine Schmerzen, Therapie?
Konservativ: Nur bei asymptomatischen und nicht-progredienten Leistenhernien beim Mann.
37. Fall: Patient hat Leistenschmerzen, was kann das sein?
- Leistenhernie.
- Abszess: überwärmt und gerötet sowie deutlich druckschmerzhaft
- Schenkelhernie.
- LK-Schwellung (ganz wichtig).
- Nuck-Zyste (bei Frauen).
- Nuck-Hernie (bei Frauen).
38. Bei Säugling welche Hernie kann es sein?
Indirekt.
39. Warum?
Wg. offener Processus vaginalis peritonei.
40. Warum sollen die Hoden im Skrotum sein?
Wegen optimaler Temperatur für Spermatogenese.
41. Was ist häufiger, indirekte oder direkte Inguinal-Hernie bei Kindern?
Indirekt Wg. unvollständiger Verschluss von Processus vaginalis peritonei.
42. Kann eine direkte Inguinal Hernie bei Kindern passieren?
Warum nicht? Durch die Schwäche in der Bauchwand wie bei Erwachsenen.
43. Wie heißen die Inguinal Hernie-OPs? A: s. Frage 8.
Offene OP:
- Nahtbasiert nach Shouldice.
- Netzbasiert nach Lichtenstein.
Minimalinvasive OP (Netzbasiert):
- TAPP (= Transabdominelle präperitoneale Plastik).
- TEP/TEPP (= Total extraperitoneale Plastik/Total extraperitoneale Patch-Plastik).
44. Patient kommt zu Ihnen in die Praxis hat starke Schmerzen am Unterbauch, was machen Sie?
*Immer fragen: Hat der Pat etwas Schweres getragen?
*Anamnese und KU sind bei der Diagnostik einer Leistenhernie i.d.R. ausreichend!
255
Rojhat aus Kurdistan
*Man darf die Vorwölbung nicht reponieren -> Gefahr von Inkarzeration -> Patient ins KH überweisen.
Anamnese, KU, ggf. Sono und MRT:
-Inspektion: Reponible Vorwölbung in der Leiste.
-Beschwerdezunahme bei Belastung oder Husten.
-Palpation des Leistenkanals im Stehen und im Liegen, bds.
Beim Mann: Im Stehen durch die Skrotalhaut bis zum äußeren Leistenring tasten, dann Patienten husten lassen:
Hustenanprall an Finger? => Lateral: Indirekte Hernie, Kranial: Direkte Hernie.
Bei der Frau meist nicht möglich
-Auskultation: Ggf. Nachweis von Darmgeräuschen.
-Kaltlichtlampe: Differenzierung von Skrotalhernie und begleitender Hydrozele.
Sono: Darstellung von Bruchpforte und Bruchinhalt.
MRT: Bei unklaren Befunden.
45. Anatomische Unterschiede zwischen direkt und indirekte Hernien? A: s. Frage 9.
- D-> Medial der Vasa epigastrica. I-> Lateral der Vasa epigastrica.
- Innere Bruchpforte: D-> Hesselbach Dreieck. I-> Innerer Leistenring
- Bruchsack: D-> Peritoneum, Hüllen von Bauchwand und Hoden. I-> Peritoneum, Hüllen von Samenstrang.
- Verlauf: D-> Durch Faszie transversalis. I-> Durch Leistenkanal (M: In Funiculus Spermatikus (duch proc. vaginalis
peritonei), F: Entlang des Lig. Teres uteri).
46. Welche ist bei Kindern häufig und welche bei Erwachsenen?
Kinder: Indirekt Wg. unvollständiger Verschluss von Processus vaginalis peritonei.
Erwachsene: Indirekt, rechts, Männer.
Häufigste: Indirekte Leistenhernie bei offenem Processus vaginalis peritonei.
-Aufgrund von Abstieg der Hoden sind Leistenhernien bei Männern deutlich häufiger: Verhältnis 9:1.
-Indirekt > Direkt: Verhältnis 2:1
-Nach Lokalisation: Rechts 60% > links > beidseitig.
47. Welche Hernien sind bei Frauen häufiger? Anatomie? A: s. Frage 11.
Femoral Hernie:
- Innere Bruchpforte: Lacuna vasorum (meist medial der V. femoralis).
- Äußere Bruchpforte: Hiatus saphenus.
- Verlauf: Entlang des Schenkelkanals (Canalis femoralis).
48. Die Hauptschritte für die OP?
Bruchinhalt reponieren Bruchsack entfernen Bruchpforte schließen.
49. Fall: Älterer Patient hat seit 3 Stunden Leistenschmerzen. Wie gehen Sie in der Praxis vor?
*Immer fragen: Hat der Pat etwas Schweres getragen?
*Anamnese und KU sind bei der Diagnostik einer Leistenhernie i.d.R. ausreichend!
*Man darf die Vorwölbung nicht reponieren -> Gefahr von Inkarzeration -> Patient ins KH überweisen.
Anamnese, KU, ggf. Sono und MRT:
-Inspektion: Reponible Vorwölbung in der Leiste.
-Beschwerdezunahme bei Belastung oder Husten.
-Palpation des Leistenkanals im Stehen und im Liegen, bds.
Beim Mann: Im Stehen durch die Skrotalhaut bis zum äußeren Leistenring tasten, dann Patienten husten lassen:
Hustenanprall an Finger? => Lateral: Indirekte Hernie, Kranial: Direkte Hernie.
Bei der Frau meist nicht möglich.
-Auskultation: Ggf. Nachweis von Darmgeräuschen.
-Kaltlichtlampe: Differenzierung von Skrotalhernie und begleitender Hydrozele.
Sono: Darstellung von Bruchpforte und Bruchinhalt.
MRT: Bei unklaren Befunden.
-Reponieren Sie die Hernie?
Nein! Man darf die Vorwölbung nicht reponieren Gefahr von Inkarzeration Patient ins KH überweisen.
-Der Pat möchte nach Hause gehen, darf er?
Ich sagte nein, er braucht Notfalloperation bei Inkarzeration.
-OP erklären? A: s. Frage 8.
Stichwörter bei OP: Bruchinhalt reponieren Bruchsack entfernen Bruchpforte schließen.
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
• Bei OP von Kindern braucht man Einwilligung von beiden Eltern Obwohl die Eltern geschieden sind.
• Bei Dementer Patienten entscheidet Vollmacht (Kinder, Freunde usw.).
• Bei Ausländern muss ein Dolmetscher dabei sein.
• Bei Dementen oder Kindern oder Ausländern wenn wir den Eltern, Vollmacht oder Dolmetscher nicht erreichen
dann rufen wir Richter an und Richter entscheidet was zu machen.
256
Rojhat aus Kurdistan
• Aufklärung muss durch Facharzt erfolgen Facharzt kann das zum approbierten, kompetenten Arzt übergeben Wenn
ein Problem auftritt, dann 50% FA und 50% AA schuldig.
• Aufklärung soll mind. 24h vor Vorgehen gemacht werden Damit der Pat nachdenken kann, mit Freunden und Familie
diskutieren kann.
50. Indirekt und direkte Hernie, was ist häufiger bei Kindern?
Indirekt Wg. unvollständiger Verschluss von Processus vaginalis peritonei.
Quelle: ResearchGate.
52. Warum entsteht Schenkelhernie bei Frauen häufiger?
Frauen haben ein breiteres Becken und damit auch eine größere Lacuna vasorum (Bruchpforte).
257
Rojhat aus Kurdistan
258
Rojhat aus Kurdistan
259
Rojhat aus Kurdistan
-Dann Therapie?
Ich: Notfall-OP bei eingeklemmter und frühelektiv bei nicht eingeklemmter Hernie.
o Bei Säuglingen/Kleinkindern: Abwarten (Hohe Rückbildungsrate).
o Bei Erwachsenen: Netzbasierte OP, offen oder laparoskopisch:
-Onlay-Netzplastik
-Sublay-Netzplastik
-Präperitoneale umbilikale Mesh-Plastik (PUMP)
-Intraperitoneale Onlay-Mesh-Plastik (IPOM)
260
Rojhat aus Kurdistan
67. Was ist wichtig bei der Aufklärung vor der Notfall-OP?
Ggf. Darmresektion aufzuklären.
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
• Bei OP von Kindern braucht man Einwilligung von beiden Eltern Obwohl die Eltern geschieden sind.
• Bei Dementer Patienten entscheidet Vollmacht (Kinder, Freunde usw.).
• Bei Ausländern muss ein Dolmetscher dabei sein.
• Bei Dementen oder Kindern oder Ausländern wenn wir den Eltern, Vollmacht oder Dolmetscher nicht erreichen
dann rufen wir Richter an und Richter entscheidet was zu machen.
• Aufklärung muss durch Facharzt erfolgen Facharzt kann das zum approbierten, kompetenten Arzt übergeben Wenn
ein Problem auftritt, dann 50% FA und 50% AA schuldig.
• Aufklärung soll mind. 24h vor Vorgehen gemacht werden Damit der Pat nachdenken kann, mit Freunden und Familie
diskutieren kann.
68. Unterschied zwischen mechanischem und paralytischem Ileus: Diagnose, Ursachen?
Mechanisch: Aufgrund eines mechanischen Hindernisses Durch Tumoren, Morbus Crohn, Divertikulitis, Kotstein,
Invagination, Volvulus, Fremdkörper, Gallenstein, Verwachsungen (z.B. Bridenileus), inkarzerierte Hernie,
Peritonealkarzinose.
80% Dünndarmileus: Verwachsungen (65%) oder Hernien (15%).
20% Dickdarmileus: Tumor (70%) oder Entzündungen (10%).
Auskultation: Hochgestellte, klingende Darmgeräusche.
Sono: Pendelperistaltik.
261
Rojhat aus Kurdistan
Paralytisch: Aufgrund einer Motilitätsstörung. Durch M. Hirschsprung, Manipulation, Trauma, Peritonitis, HypoK,
HyperCa, Opioide, Mesenterialischämie, Kompression des Rückenmarks.
Auskultation: Totenstille.
Sono: Fehlende Peristaltik.
69. Was sind die OP-Namen von Leistenhernie? A: s. Frage 8.
Offene OP:
- Nahtbasiert nach Shouldice.
- Netzbasiert nach Lichtenstein.
Minimalinvasive OP (Netzbasiert):
- TAPP (= Transabdominelle präperitoneale Plastik)
- TEP/TEPP (= Total extraperitoneale Plastik/Total extraperitoneale Patch-Plastik)
70. Bild von der Schenkelhalsfraktur gezeigt: Typen, Behandlung? A: s. 343.
Medial (über 80%):
Intrakapsulär. Frakturlinie zwischen subkapitalem Oberschenkelhals und Schenkelhalsmitte:
- Adduktionsfrakturen: Niedrigrasanz bei Älteren.
- Abduktionsfrakturen: Hochrasanz bei Jungen.
Lateral: Meist extrakapsulär. Frakturlinie zwischen Oberschenkelhalsmitte und distalem Oberschenkelhalsende.
262
Rojhat aus Kurdistan
Konservative Therapie:
- Hochrisikopatient: Multimorbider, inoperabler Patient.
- Pipkin I- und II-Femurkopffraktur.
Verfahren: Mobilisation je nach Frakturform. Schmerztherapie. Thrombose- und Dekubitusprophylaxe.
Ggf. Hüftgelenkpunktion bei intrakapsulären Hämatom.
Operative Therapie (Option der Wahl):
-Dringlicher Eingriff (<24 h): Möglichst frühzeitig Femurkopfnekrose-Risikos bei späterem Operationszeit.
Hüftkopferhaltende Osteosynthese:
Indikation:
-Junges biologisches Alter.
-Hohes Aktivitätsniveau und gute Knochenqualität.
-Eingestauchte, nicht-dislozierte Fraktur.
-Frische Fraktur (<24 h).
-Multimorbider, immobiler Patient.
Verfahren:
Extramedullär:
-Schraubenosteosynthese.
-Dynamische Hüftschraube (DHS).
Intramedullär:
-Proximaler Femurmarknagel (PFN).
-Gammanagel.
Endoprothetischer Gelenkersatz:
Indikation für eine Prothese: 6 P: M. Paget, M. Parkinson, pathologische Fraktur, Plegie, Polyarthritis und (Osteo‑)Porose!
Indikation:
-Hohes biologisches Alter.
-Grobe Dislokation.
-Erhöhtes Risiko einer Femurkopfnekrose und Pseudoarthrose.
-Geminderte Knochenstruktur (Osteoporose, -penie, -dystrophie).
263
Rojhat aus Kurdistan
-Ausgeprägte Koxarthrose.
-Pathologische oder nicht reponierbare Fraktur.
-Neurodegenerative Erkrankungen.
Verfahren:
-Hemiprothese: Duokopfprothese:
Indikation: Lebenserwartung <5 J.
Vorteil: Kleinerer Eingriff, geringere Destruktion von Knochengewebe, niedrigere Luxationsraten.
Nachteil: Langfristig schlechtere funktionelle Ergebnisse als Totalendoprothesen.
-Hüft-Totalendoprothese (TEP):
Indikation: Lebenserwartung >5 J. und Koxarthrose.
Vorteil: Geringere Revisionsraten als Hemiprothesen, bei zementierter TEP: Lange Standzeiten, bei zementfreier TEP:
Geringere Knochendestruktion.
Nachteil: Großer operativer Eingriff, längere OP-Dauer.
264
Rojhat aus Kurdistan
Q. Hiatushernie:
1. Röntgenthorax mit ballonförmigem Schatten vor dem Herzen mit Gas- und Flüssigkeitsstand, was ist das?
Ich: Abszess.
Prüfer: Das kann sein, aber ist nicht.
Ich: Magen
Prüfer: Ja, und was bedeutet das?
Ich: Hiatushernie.
Prüfer: Wie ist die Behandlung?
Ich: Operativ; entweder Fundoplicatio oder Hemifundoplicatio.
Prüfer: Nach wem?
Ich: Nach Nissen.
Fundoplicatio: Fundus + Plicatio Plicatio bedeutet Faltung, Biegung.
265
Rojhat aus Kurdistan
266
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
4. Was sind die Ursachen von Leberzirrhose? A: s. 169.
-Toxisch:
o Alkoholabusus (häufigste Ursache)
o Medikamentös (z.B. Amiodaron, Zytostatika wie z.B. Methotrexat)
- Entzündlich:
o (Chronische) Virushepatitis B, C, D (zweit häufigste Ursache)
267
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
5. Was ist Leber-Abszess? A: s. 208.
Eiteransammlung in Leber.
Äx:
-Pyogener Leberabszess (meistens) Aszendierend durch Cholangitis (häufigste Ursache).
-Hämatogen.
-Pilze sowie Amöben (selten).
Kx: Rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Fieber, Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Dx:
- Labor: Entzündungsparameter, Blutkulturen, Ggf. erhöhte Leberwerte.
- Sono: Echoarme, meist unregelmäßig begrenzte Läsion, ggf. Gaseinschlüsse.
- CT: Hypodenses Areal mit randständiger Kontrastmittelaufnahme.
- Erregernachweis: Polymikrobiell (anaerobe Bakterien sowie gram-negative Bakterien).
Tx: Kalkulierte Antibiose: Aminopenicillin + Betalaktamaseinhibitor (AmoxiClav/AmpSul) dann nach Antibiogramm.
- Interventionelle Therapie: Drainage (Sono/CT-gesteuert).
- Operative Ausräumung: bei erfolgloser Drainage.
6. Lebertumoren: Klassifikation, Chemotherapie?
Barcelona-Klassifikation, Milan-Kriterien, TNM-Klassifikation.
TNM-Klassifikation und UICC-Stadium von HCC (2010)
T1 Solitärer Primärtumor ohne Gefäßinvasion St. I: T1N0M0.
T2 Solitärer Primärtumor mit Gefäßinvasion oder multiple Primärtumoren (alle <5 cm) St. II: T2N0M0.
T3a Multiple Primärtumoren >5 cm ohne Gefäßinvasion St. IIIa: T3aN0M0.
T3b Solitärer Tumor oder multiple Tumoren >5 cm mit Gefäßinvasion St. IIIb: T3bN0M0.
T4 Tumor mit Penetration in extrahepatisches Gewebe bzw. Perforation des viszeralen Peritoneums St. IIIc.
DDx von Leber-Raumforderungen:
-Maligne Tumoren: Metastasen, Hepatozelluläres Karzinom (HCC), Intrahepatisches Cholangiokarzinom (iCCA)
-Benigne Tumoren: Leberhämangiom, -adenom, Fokale noduläre Hyperplasie.
-Andere RF: Regeneratknoten bei Zirrhose, Echinokokkuszyste, Leberabszess, Leberzyste.
7. Laktat-Pathogenese?
*Laktat ist Marker für Organdysfunktion infolge einer gestörten Mikrozirkulation als Endprodukt der anaeroben Glykolyse.
*Laktat kann anschließend in der Leber mittels Gluconeogenese wieder zu Glucose aufgebaut werden.
268
Rojhat aus Kurdistan
*Die Höhe des Laktatspiegels ist proportional zur Schwere der Erkrankung und bestimmt die Prognose.
*Bei gleichzeitig vermindertem pH-Wert spricht man von Laktatazidose.
Ursachen von Laktat-Erhöhung:
-Hypoxie: z.B. bei Lungenfunktionsstörung, schwere Anämie, Herzinsuffizienz, Schock, Kohlenmonoxidvergiftung.
-Minderperfusion von Geweben: z.B. bei Gefäßverschluss, Verletzungen oder Verbrennungen.
-Biguanidbehandlung (Metformin).
-Verschiedene angeborene Stoffwechselstörungen: z.B. Fruktoseintoleranz, Pyruvat-Decarboxylase-Mangel, Fruktose-1,6-
diphosphatase-Mangel.
8. Tumoren des Lebers: Benigne und maligne + Echomuster? A: s. 174.
Benign:
*Hämangiom echoreich, inhomogen.
*Fokal noduläre Hyperplasie echoarm, zentrale Narbe.
*Adenom isoechogen.
Malign:
*Hepatozelluläres Karzinom inhomogen, unscharf.
*Intrahepatisches Cholangiokarzinom (iCCA)
*Metastasen relativ scharf echoarm (Mamma-, Bronchialkarzinom), echoreich (Gastrointestinale Tumoren).
Leberzirrhose mit HCC und Pfortaderthrombose: Zirrhose mit höckriger Oberfläche und verkleinerten Leber. HCC: Multiple
hypodense Strukturen (grün). Frische Pfortaderthrombose (blau). Geringe Mengen Aszites perihepatisch, perisplenisch
(rot). Nierenzyste (gelb). Ao: Aorta, V: Vena cava inferior (Quelle: Amboss).
269
Rojhat aus Kurdistan
270
Rojhat aus Kurdistan
Fokale noduläre Hyperplasie: Scharf begrenzte Raumforderung. Zentral eine hypodense, nicht-kontrastierte Narbe,
typischer Befund der FNH (Quelle: Amboss).
Lymphom der Leber: Rundliche, echoarme RF (dunkelgrün), zentral echoreich (hellgrün). Zusätzlich eine dorsale
Schallverstärkung (weiß); typisch für ein Leberlymphom. DDx bei echoarmer RF: Eingeblutete Zysten, Abszesse, maligne
Tumoren. (Quelle: Amboss).
Leberzyste: Echofreie RF mit dorsaler Schallverstärkung (weiße Fläche). Der kaudale Rand (gestrichelte Linie) ist aufgrund
Darmgase (grüne Fläche) nicht erkennbar. (Quelle: Amboss).
271
Rojhat aus Kurdistan
Leberhämangiom: Scharf abgrenzbare, echoreiche, inhomogene RF (grün). Die echoarmen Anteile in Hämangiom sind a.e.
Thrombosierungen. 1: Lebervenenast, 2: Pfortaderast. (Quelle: Amboss).
Leberhämangiom: Scharf abgrenzbare, echoreiche, inhomogene RF (grün) mit dorsaler Schallverstärkung (weiß) (Quelle:
Amboss).
272
Rojhat aus Kurdistan
Leberlipom: Scharf begrenzte, homogene, echoreiche RF. DDx der echoreichen Lebertumoren: Adenome, Hämangiome,
HCC, Metastasen. (Quelle: Amboss).
Leberadenom: Echoreiche, scharf abgrenzbare RF (grün). HCC: Echoarme, rundliche RF (weiße Pfeile). Leberzirrhose:
Inhomogene Echogenität (Lig=Lig. falciforme/teres hepatis) (Quelle: Amboss).
Leberadenom: Isoechogene RF (rot). DDx: Adenom, Hämangiom, HCC, Metastase. (Quelle: Amboss).
9. Lebersegmenten?
273
Rojhat aus Kurdistan
274
Rojhat aus Kurdistan
275
Rojhat aus Kurdistan
276
Rojhat aus Kurdistan
277
Rojhat aus Kurdistan
Radiofrequenzablation.
18. Leber Raumforderungen ausführlich: Vorgehen bei Adenom, Hämangiom, Echinokokkus? A: s. 174.
Benign: Hämangiom, Fokal noduläre Hyperplasie, Adenom, Zyste (inkl. Echinokokkus).
Malign: Hepatozelluläres Karzinom (HCC), Intrahepatisches Cholangiokarzinom (iCCA), Metastasen.
278
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
23. Was sind die Komplikationen von Leberzirrhose?
Folgen einer portalen Hypertension:
- Ösophagusvarizenblutung.
- Aszites, spontane bakterielle Peritonitis.
Organfehlfunktionen:
- Ikterus.
- Hepatische Enzephalopathie.
- Hepatorenales Syndrom.
- Hepatopulmonales Syndrom.
Pfortaderthrombose.
Hepatozelluläres Karzinom (HCC).
279
Rojhat aus Kurdistan
280
Rojhat aus Kurdistan
281
Rojhat aus Kurdistan
S. Gallengangskarzinom:
1. Biliäre Karzinome? Arten und Klassifikation? Wie heißen die Operationen? A: s. 176 und Amboss.
Cholangiokarzinom:
-Meist extrahepatisch (eCCA):
*Am Ductus hepaticus dexter, sinister.
*Am Hepatikusgabel = Klatskin-Tumor = Perihiläre Cholangiokarzinom: Cholezystektomie + DHC-Resektion +
Hepatikojejunostomie mit Roux-Y-Schlinge
*In Ductus choledochus (dCCA): OP wie bei Klatskin-Tumor.
*Papillenkarzinom: Whipple-OP: Resektion von Pankreaskopf, distalen Magenteil, Duodenum, Gallenblase und DHC
+ Rekonstruktion durch Roux-Y-Schlinge mit Hepatiko-, Pankreatiko-, Gastrojejunostomie.
-Selten intrahepatisch (iCCA): Leberteilresektion.
Gallenblasenkarzinom: Cholezystektomie (+Leberresektion rechts).
282
Rojhat aus Kurdistan
283
Rojhat aus Kurdistan
T. GERD:
1. Was ist Pathophysiologie von gastroösophagealer Refluxkrankheit?
Transientes Erschlaffen (Insuffizienz) des unteren Ösophagussphinkters Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre.
Je nach Schweregrad unterschiedliche Charakteristika der Schleimhautdestruktion:
-Oberflächliche Koagulationsnekrosen im Plattenepithel.
-Verbreiterte Basalzellschicht.
-Verlängerung der Bindegewebspapillen mit Hyperämie (Kapillarektasie).
-Entzündungszellen (Granulozyten, Lymphozyten, Makrophagen).
-Übergang in Zylinderepithel → Barrett-Metaplasie.
U. Ösophaguskarzinom:
1. Ein Patient hat Dysphagie, Gewichtsabnahme und B-Symptome. Was ist die Diagnose?
Ösophaguskarzinom.
Kx:
-Leitsymptom: Dysphagie (schleichend seit Wochen bis Monaten).
-Gastrointestinale Blutung (Hämatemesis oder Meläna), Erbrechen, Völlegefühl, Pseudohypersalivation, Heiserkeit
(Dysphonie), Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust.
2. Wie wird Diagnose und Staging gemacht?
Diagnostik:
-Anamnese: Schluckstörungen.
-ÖGD mit Bx: Goldstandard.
Staging:
-EUS: Infiltrationstiefe des Tumors und Befall regionärer Lymphknoten.
-CT-Abdomen/Thorax: Lymphknotenstatus und Metastasen.
-Abdomensono: Lebermetastasen.
-Zervikale Sono: Zervikaler Lymphknotenmetastasen.
-Ggf. Röntgen-Breischluck-Untersuchung: Ausschluss lokaler Komplikationen (z.B. Fisteln).
-Fernmetastasen: Leber, Lunge, Skelett.
284
Rojhat aus Kurdistan
V. Hämorrhoiden:
1. Welche Untersuchungen brauchen Sie für Hämorrhoidalleiden?
DRU, Proktoskopie und Koloskopie (zum Tumor-Ausschluss).
2. Hämorrhoiden? A: s. 204.
- Hämorrhoiden: Erweiterung des Corpus cavernosum recti (Gefäßpolster) mit Aussackung.
- Sie sind keine Varizen (= Erweiterung einer Vene) Anorektale Varizen entstehen bei PoHT.
- Hämorrhoidalleiden: Symptomatische Hämorrhoiden.
Äx:
- RF: Familiäre Prädisposition. Ballaststoffarme Ernährung, unzureichende Flüssigkeitsaufnahme. Erhöhter
intraabdomineller Druck (Adipositas). Chr. Diarrhoe oder Obstipation. Langes Sitzen.
Kx:
- Transanale Blutung (häufigstes Symptom).
- Schleimige Sekretion, mit Pruritus und Brennen.
- Analschmerz.
- Fremdkörpergefühl.
Stadien:
I. Nur proktoskopisch sichtbare Knoten, ohne Prolaps.
II. Prolaps beim Pressen, spontan reponierbar.
III. Prolaps beim Pressen, nur manuell reponierbar.
IV. Fixierter Prolaps, nicht reponierbar.
Dx:
Anamnese, KU (DRU), Rektoskopie und Koloskopie (zum Tm-Ausschluss).
Tx:
Konservativ:
- Ballaststoffreiche Ernährung, Gewichtsreduktion, Sport.
- Salben/Suppositorien (=Zäpfchen): Lidocain.
- Ggf. Laxantien.
Interventionell:
- Sklerosierung Stadium I
- Gummibandligatur Stadium II
Operativ (ab Stadium III - IV):
- Segmentäre Verfahren: Offene Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan.
- Zirkuläre Verfahren: Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo.
285
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Medpertise.
3. Hämorrhoiden Klassifikation, Symptomatik, Therapie? A: s. Frage 2.
286
Rojhat aus Kurdistan
W. Laparoskopie:
1. Welches Gas insufflieren wir, um die Organe besser zu schauen?
CO2.
2. Was wird damit in Bauchhöhle geschaffen?
Pneumoperitoneum = Kapnoperitoneum Dadurch entsteht ausreichend Raum zum Inspizieren und Operieren.
3. Was sind die Konsequenzen für die Lunge und Herz? A: s. 208.
Komplikationen:
-Verletzung intraabdomineller Organe.
-Hyperkapnie HRST.
-Verminderte venöse Rückstrom Verminderte HZV.
-Durch Erhöhung des intraabdominellen Drucks:
*Beeinträchtigung der Atemmechanik und der Hämodynamik.
*Pneumothorax.
*Aspirationsrisiko.
4. Können wir Laparoskopie bei allen Patienten machen?
Nein, wg. Kapnoperitoneum:
-Dekomp. Resp. Insuff (COPD) Anstieg von CO2 Hyperkapnie HRST.
-Dekomp. HI Verminderte venöse Rückstrom Verminderte Herzvolumen.
5. Wenn wir CO2 am Ende der OP absaugen, aber eine Menge davon drin bleibt, was kann passieren?
Ich: CO2 wird nochmal resorbiert und über die Lunge entsorgt.
Prüfer: Genau! Und das führt zu einer Hyperkapnie im Blut und deshalb ist Laparoskopie bei COPD kontraindiziert.
6. Wie ist der Ablauf einer laparoskopischen Cholezystektomie? Haben Sie eine OP gesehen?
Allgemeinnarkose Trokare einbringen Leber anheben Callot-Dreieck vorbereiten (Ductus cysticus, Ductus
hepaticus communis und Leberunterfläche) Ductus cysticus und A. cystica unterbringen Gallenblase bergen.
7. Was sind die Grundsätze bei der laparoskopischen OP?
Minimalinvasive Schnitte.
Einbringen der Trokare.
Inspektion aller 4 Quadranten mit Kamera.
Durchführung der erforderlichen Maßnahmen.
Entfernung der Trokare.
Ablassen des Kapnoperitoneums.
Verschluss der Haut.
8. Was sind die anderen OPs im Bauch, die auch häufig laparoskopisch gemacht werden?
Appendektomie, Hernie-OP, Kolektomie, Hysterektomie, Ovarektomie.
287
Rojhat aus Kurdistan
X. Mischung Gastroenterologie:
1. WHO-Schema für Schmerzmedikation mit Beispielen? A: s. 385.
I: Nicht-Opioid-Analgetikum (± Koanalgetikum ± Adjuvans).
II: Nicht-Opioid-Analgetikum + niedrig-potente Opioide (± Koanalgetikum ± Adjuvans).
III: Nicht-Opioid-Analgetikum + hoch-potente Opioide (± Koanalgetikum ± Adjuvans).
Nicht-Opioid-Analgetika:
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR):
-Unselektive COX-Hemmer: Diclo, Ibu, ASS, Naproxen, Indometacin.
-Selektive COX-2-Hemmer (Coxibe): Celecoxib.
Weitere Nicht-Opioid-Analgetika:
-Paracetamol, Metamizol.
Opioide:
-Niedrig-potente Opioide: Tramadol, Tilidin, Dihydrocodein.
-Hoch-potente Opioide: Morphin, Oxycodon, Levomethadon, Fentanyl, Pethidin, Buprenorphin, Piritramid.
Koanalgetika:
Neuropathische Schmerzen (Bspw. diabetische Neuropathie, Post-Zoster-Neuralgie):
-Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin, Doxepin.
-Antikonvulsiva: Carbamazepin, Pregabalin.
-Antiepileptika, Antipsychotika (Neuroleptika).
Hirndruck und Nervenkompression: Glucocorticoide.
Knochenmetastasen und -schmerzen: Bisphosphonate.
Adjuvantien (gegen NW):
Laxantien (immer mit Opioiden), Antiemetika (b.B. mit Opioiden), PPI (mit NSAR).
Weitere Verfahren der Schmerztherapie:
-Regionalanästhesie: Lokalanästhetika.
-Physikalische Maßnahmen: Massagen, Thermotherapie, Physiotherapie.
-Psychotherapie: Entspannungsverfahren, Kognitive Verhaltenstherapie.
-Patientenedukation, Akupunktur
288
Rojhat aus Kurdistan
3. Schmerztherapie über WHO-Stufenschema, Wirkung-Mechanismus, NW, Medikamente von Stufe II, Opioide,
Analgetische Potenz, Wirkung und NW? A: s. 385.
I: Nicht-Opioid-Analgetikum (± Koanalgetikum ± Adjuvans)
II: Nicht-Opioid-Analgetikum + niedrig-potente Opioide (± Koanalgetikum ± Adjuvans)
III: Nicht-Opioid-Analgetikum + hoch-potente Opioide (± Koanalgetikum ± Adjuvans)
Nicht-Opioid-Analgetika:
a. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR):
-Unselektive COX-Hemmer: Diclo, Ibu, ASS, Naproxen, Indometacin.
*Wirkmechanismus: Reversible Hemmung von Cyclooxygenase 1 und 2 → Verminderte Prostaglandinsynthese.
*W: Analgetisch, antipyretisch und antiphlogistisch (antirheumatisch). Thrombozytenaggregationshemmung
(Acetylsalicylsäure, COX-1-vermittelt).
*NW: Magen- und Darmulzera, Renale NW (ANV, Verschlechterung des CNV, Chronische Analgetikaniere). Erhöhung des
kardiovaskulären Risikos (außer ASS und Naproxen).
-Selektive COX-2-Hemmer (Coxibe): Celecoxib.
*Wirkmechanismus: Reversible Hemmung von Cyclooxygenase 1 und 2 (COX) → Verminderte Prostaglandinsynthese.
*W: Analgetisch, antiphlogistisch.
*NW: Erhöhung des kardiovaskulären Risikos, Verschlechterung des CNV, Hypertonie, kaum gastrointestinale
Nebenwirkungen.
b. Weitere Nicht-Opioid-Analgetika:
Paracetamol, Metamizol.
*Wirkmechanismus: Reversible Hemmung der Cyclooxygenase + zentrale Effekt Wirkung.
*W: Analgetisch, antipyretisch, spasmolytisch (Metamizol). Metamizol hat die höchste antipyretische und analgetische
Potenz.
*NW:
Paracetamol: Hepatotoxizität. Begrenzte Nephrotoxizität.
Metamizol: Allergie, Agranulozytose, Hypotonie.
Opioide:
-Niedrig-potente Opioide: Tramadol, Tilidin, Dihydrocodein.
-Hoch-potente Opioide: Morphin, Oxycodon, Levomethadon, Fentanyl, Pethidin, Buprenorphin, Piritramid.
*W: μ-, κ- oder δ-Rezeptoren des ZNS.
*NW:
-Atemdepression CO2↑ Hirndruckanstieg PCO2-Anstieg oder pO2-Verminderung verursacht Vasodilatation, um
mehr CO₂ abzutransportieren und mehr O2 zu erhalten Das verursacht intrakranielle Druckerhöhung.
-RR↓.
-Miosis.
-Übelkeit und Erbrechen.
-Schwitzen.
-Kontraktion der glatten Muskulatur Obstipation, Harnverhalt.
-Juckreiz.
-Sedierung.
-Opioid-Toleranz-Entwicklung Opioidabhängigkeit.
*Analgetische Potenz: Sufentanil (1000) > Fentanyl (125) > Levomethadon (3) > Oxycodon (2) > Morphin (1) > Codein (0,2)
> Tramadol (0,1)
*Antidot: Naloxon (0,4–2 mg langsam i.v).
Koanalgetika:
Neuropathische Schmerzen (Bspw. diabetische Neuropathie, Post-Zoster-Neuralgie):
-Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin, Doxepin.
289
Rojhat aus Kurdistan
290
Rojhat aus Kurdistan
-Prädelir: Grobschlägiger Tremor, Angst, Übelkeit, Brechreiz, Tachykardie, evtl. Halluzinationen (z.B. Ungeziefer),
epileptische Anfälle.
-Delirium tremens: Zusätzlich Desorientierung, schwere psychomotorische Unruhe, Tachypnoe, Halluzinationen,
Bewusstseinsstörungen.
Tx: Benzodiazepine (Lorazepam 1mg alle 6h) + Clomethiazol 2 Kapsel alle 2h.
Komplikationen von C2-Abusus:
*Leber: Am meisten betroffen, weil Leber 95 % des Alkohols abbauen muss Fettleber, Hepatitis, Zirrhose.
*Pankreas: Akute und chronische Pankreatitis DM wg. gestörter Insulinproduktion.
*Niere und Lunge: Chronische Entzündungen.
*Herz: KMP, HI, HRST (VHF).
*Haut: Pickel und Ekzeme, Haut wirkt teigig und gealtert.
*Ösophagus: Refluxösophagitis, Ösophaguskarzinom, Ösophagusvarizen bei Zirrhose, Mallory-Weiss-Läsionen.
*Magen, Duodenum: Akute Gastritis bzw. Duodenitis, UV/UD.
*Dünndarm: Resorptionsstörungen.
*Mund und Rachen: Karzinome.
*Stoffwechsel: Hyperlipidämie, Hyperurikämie.
*Endokrines System: Hypogonadismus (Impotenz), Hyperkortisolismus (Pseudo-Cushing-Syndrom).
*Gehirn: Hirnzellen sterben, bei einem Vollrausch (intox.) mehrere tausend Geistige Leistungsfähigkeit sinkt.
Hirnatrophie, Epilepsie, Depressionen.
*Periphere Nervenzellen: Lähmungen, Gangstörungen (Polyneuropathie).
*Erkrankungen durch Vitamin-B1-Mangel:
-Wernicke-Enzephalopathie: Augenmuskellähmungen, Ataxie, Bewusstseinsstörungen.
-Korsakow-Syndrom: Gedächtnisstörungen (insb. Kurzzeitgedächtnis), Desorientierung.
*Folgen der Malnutrition:
-Vitamin-B12-Mangel: Funikuläre Myelose, megaloblastäre Anämie.
-Folsäuremangel: Megaloblastäre Anämie.
-Vitamin-B1-Mangel (Thiamin-Mangel): Wernicke-Korsakow-Syndrom, alkoholische Polyneuropathie.
-Vitamin-B6-Mangel: Alkoholische Polyneuropathie.
5. Arterielle Hypertonie Basis Therapie: ABCD? A: s. 45.
Es gibt 5 Gruppen der Antihypertensiva:
1. Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer und Angiotensin-1-Rezeptor-Blocker
2. Diuretika
3. Ca-Kanal-Blocker
4. Beta-Adreno-Rezeptoren-Blocker
5. Sonstige
ACE-Hemmer:
Kaptopril hat sehr kurze HWZ. Lisinopril, Enalapril haben sehr lange HWZ.
I: aHT.
KI:
*Beidseitige Nierenarterienstenose.
*Schwangerschaft (embryotoxisch) Fertile Frauen geben wir nicht, da Frauen erst verstehen, dass sie
schwanger sind, wenn sie keine Periode bekommen haben und das wäre 2 Wochen zu spät.
NW:
1. Erhöhung der Serum K-Wert (nicht HyperK), wg. weniger Aldosteron.
2. Reduktion von GFR.
3. Sehr selten unproduktive (trockene, reiz) Husten ACE-H inhibiert Abbau von Bradykinin.
o Was ist trockene Reizhusten?
Akademisch: unproduktive Husten. Normalerweise hustet man Fremdkörper ab, bei Reizhusten gibt es kein
Fremdkörper im Körper. Bei Reizhusten husten die Pat tags und nachts und sie können nicht schlafen.
Bei produktiven Husten können die Pat gut schlafen, weil sie nur tagsüber husten und dadurch müde werden.
o Warum sollen wir immer mit ACE-H statt ARB anfangen?
*Weil wir ACE-H besser und länger als ARB kennen und fast alle Studien mit ACE-H gemacht wurden.
*ARB ist 10-mal teuer als ACE-H.
Deswegen fangen wir immer mir ACE-H an Nur bei sehr seltenen Reizhusten-NW setzen wir ACE-H auf ARB um.
o Wirkungen und Nebenwirkungen sind immer gleich, jedoch in unterschiedlichen Stellen: z.B. wir geben Penicillin
gegen Pneumonie, tötet Bakterien dort, jedoch tötet auch die Bakterien in Darm und verursacht Durchfall.
291
Rojhat aus Kurdistan
DIURETIKA: 5 Untergruppen:
1. Thiazide: z.B. HCT, Chlortalidon.
W: Verminderte Na- und K-Resorption im distalen Tubulus.
NW: Melanom, Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↑. Harnsäure ↑. BZ↑. LDL↑.
I: aHT, Ödeme bei HI.
KI: Bei GFR <50ml/min oder Krea >2mg/dl funktionieren Thiazide nicht deswegen geben wir
Schleifendiuretika.
2. Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid.
W: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht
Hypovolämie Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert
Niere vermehrt Na nach diesen 6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper
haben Deswegen geben wir Furosemid nur bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur
Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-
Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT, aber nicht bei akuten Situationen
wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von Lungenödem
sterben.
Furosemid = Lasix = Last Six Hours.
NW: Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↓. Harnsäure ↑. BZ↑. Ototoxizität.
I: Ödeme (HI, Zirrhose). HyperCa.
KI: HypoCa, HypoK, HypoNa.
3. K-sparende Diuretika: z.B. Amilorid, Triamteren.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
4. Aldosteron-Antagonisten: z.B. Spironolacton, Eplerenon.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑. Spironolacton hemmt den Abbau von Östrogen und macht Gynäkomastie, deswegen
wollen die Männer dieses Med nicht.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
5. Osmotische Diuretika: Mannitol.
W: Mannitol erhöht die Osmolalität in Gefäß Wasser kommt von Zellen raus in Gefäße Hirndruck
wird erniedrigt.
nur i.v.
I: Hirnödem, Glaukomanfall.
KI: aHT weil die ziehen Wasser ins Gefäß und erhöhen den RR.
Da Körper verliert Na und Wasser zusammen, sehen wir extreme selten HypoNa und HyperNa. Wenn wir
Thiazide oder Furosemid geben, damit Pat mit dekomp. HI 1kg verliert, verliert der Pat 1lt Wasser mit Na Aber
verliert keine Erythrozyten oder Thrombozyten Das bedeutet Hct wird erhöhen Viskosität wird erhöhen
Thrombose-Risiko wird erhöhen.
292
Rojhat aus Kurdistan
Beta-Adrenoceptoren-Blocker:
1. B1-Rezeptoren: Herz.
Erhöhung von HF (+ chronotop), Erhöhung der Kontraktilität (+ inotrop), AV-Leitung ist schneller (+
dromotrop), Erregung Erschaffung schneller (+ Barthrotrop), Vasodilatation.
2. B2-Rezeptoren: Gefäße, Bronchien, Uterus, Pankreas.
Vasodilatation, Bronchodilatation, Uterus-Relaxation, Insulin-Sekretion.
Alfa-Rezeptor: Vasokonstriktion der Gefäße.
Gefäße haben Alfa- und Beta-Rezeptoren zusammen Die arbeiten zusammen und Alfa macht Vasokons,
Beta macht Vasodilatation und halten das Gefäß im normotonen Zustand Wenn wir Betablocker
benutzen, das hemmt Betarezeptor und dann nur Alfa wird stimuliert das macht Vasokonstriktion.
Aber weil Betarezeptoren auch im Herzen gibt, verursachen BB negative Inotropie und Chronotropie und
senken den RR.
In Bronchien verursachen BB die Bronchokonstriktion.
In Uterus UteroKonstriktion Deswegen Beta-2-Agonisten sind Tokolytika die relaxieren Uterus und
verhindern Premature-Geburt.
In Pankreas hemmen BB die Insulin-Sekretion Dadurch Hyperglykämie.
KI von BB: Asthma, COPD (wg. Bronchokons), pAVK (wg. Vasokons), dekomp. HI (wg. neg. chrono/inotropie),
Bradykardie & SSS (wg. neg. chronotropie), AV-Block III (wg. neg. dromotropie).
Beta-1-Selektive-Blocker: Die blockieren hauptsächlich Beta-1-Rezeptoren, aber das bedeutet nicht, dass Sie
nur Beta-1 blockieren, jedoch blockieren die auch Beta-2-Rezeptoren, aber die Affinität ist weniger
Deswegen geben wir auch Beta-1-selektive-blocker bei Asthma, COPD, pAVK usw nicht. Also gleiche
Kontraindikationen gelten auch hier.
Ein junger Mensch zw. 20-40J arbeitet zumeist körperlich (Handwerker), die brauchen eine gute
Durchblutung der Muskulatur und dafür muss HZV hoch sein Aus diesem Grund bei diesen Menschen ist
BB nicht günstig Dazu können BB eine Erektionsstörung wg. verminderte Perfusion verursachen
Bei Frauen ist auch Perfusion der Genitalenareal gestört, deswegen auch bei jungen Frauen nicht 1. Wahl.
Ca-Canal-Blocker:
W: Blockade von Calciumkanälen.
Niemals als Monotherapie bei aHT.
Es gibt 3 Unterfamilien:
1. Nifedipin-Typ: Amlodipin, Nitrendipin, Nifedipin, Nisoldipin usw.
=> W: Vasodilatativ.
=> NW: Angioödem, Knöchelödem, Reflextachykardie.
=> I: aHT, Stabile AP, Raynaud-Syndrom.
293
Rojhat aus Kurdistan
294
Rojhat aus Kurdistan
295
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Springer.
14. Z-Linie (ora serrata) und Linea dentata (anorektalis)?
Z-Linie: Übergang vom Plattenepithel des Ösophagus zum Zylinderepithel des Magens.
Linea dentata: Übergang vom Rektum zum Anus.
296
Rojhat aus Kurdistan
297
Rojhat aus Kurdistan
298
Rojhat aus Kurdistan
Massive Dilatation des Colon descendens (grün) sowie ein verengtes Sigma (rot) und Magenblase (gelb). (Quelle: Amboss).
26. I.v. Drogensüchtiger kommt mit Ikterus und Bauchschmerzen, woran denken Sie?
Hepatitis B mehr als C.
27. Tieren- und Menschenbiss und Fleischerei-Hautschnitt?
Bisswunden (durch Tiere/Menschen) haben erhöhtes Infektionsrisiko, weil die bakterielle Flora des Munds die
Wundheilung behindert.
-Häufige Erreger (auch bei Menschenbiss): Streptokokken, Staphylokokken, Anaerobier.
-Bei jedem Hundebiss muss auch an Tollwut gedacht werden.
Tx: Immer offene Wundversorgung:
Bei Bisswunden, aber auch bei schmutzigen, infizierten, zerfetzten, fremdkörperhaltigen Wunden oder kontaminierten
Stichverletzungen.
Durchführung:
-Wundreinigung, evtl. Débridement in Lokalanästhesie.
-Abfluss gewährleisten (z.B. durch Lasche, Gazestreifen).
-Feuchter Verband und Ruhigstellung.
-Nach 3–8 Tagen evtl. Sekundärnaht.
Tetanusschutz: Impfung gemäß STIKO-Empfehlungen.
Antibiotische Therapie bei erhöhtem Infektionsrisiko: Aminopenicillin + β-Laktamase-Inhibitor: AmoxiClav oder
Cephalosporine 2./3. Generation + Clindamycin oder Metronidazol.
28. Warum spritzt man Lidocain mit kontinuierlicher Aspiration?
Um von intravasaler Injektion zu vermeiden Weil Lidocain auch Antiarrhythmikum ist (Na-Kanal-Hemmer)
Kardiotoxische NW: negativ chronotrop, dromotrop, inotrop, HRST, RR ↓.
29. NW von Lidocain?
• Herz: negativ chronotrop, dromotrop, inotrop, RR ↓.
• ZNS: Verwirrtheit, Schwindel, Sehstörungen.
• Übelkeit, Erbrechen.
• Kribbeln oder Taubheit um Mund oder in Extremitäten.
30. Lokalanästhetika: Gruppen und Beispiele?
299
Rojhat aus Kurdistan
Äx:
-Hormonell: OKS, Schwangerschaft, Wochenbett, Hormonersatztherapie bei Menopause.
-Hereditäre Thrombophilie: APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation), Protein-C- und S-Mangel.
-Erworbene Thrombophilie: Antiphospholipidsyndrom.
-Hämatologische Erkrankungen: Polycythaemia vera, Sichelzellanämie.
-Malignome.
-Infektiös: Otitis Media, Sinusitis, Gesichtsinfektionen.
Kx: Kopfschmerz (90%), Übelkeit, Sehstörungen, epileptischer Anfall, Parese.
Dx: Labor (D-Dimere, BB, CRP), MRT/CT-Angiographie.
DDx: Schlaganfall, SAB, Tm, aHT.
Tx: Akutphase: NMH oder UFH Nach klinischer Stabilisierung: DOAK oder Vitamin-K-Antagonisten. Dauer: 3–12 Monate.
Bei septischer Sinusvenenthrombose: Kalkulierte Antibiotikatherapie, Dringliche Sanierung des Entzündungsherds.
32. Pat hat Dyspnoe bei Z.n. WS-Trauma. Dazu hat Nervenwurzel in BWS eine lokale Infiltration. Wie gehen Sie vor?
Röntgen-Thorax bei V.a. Pneumothorax.
-Was ist alternative diagnostische Methode?
*KU:
-Inspektion (asymmertrische Thoraxexkursion),
-Perkussion (hypersonorar),
-Palpation (abgeschwächte/fehlendes Stimmfremitus),
-Auskultation (abgeschwächte/fehlende AGs).
*Sono: Fehlende Pleuragleiten Keine Atemverschieblichkeit.
*CT ohne KM.
-Punktion mit Details?
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
*Standardmäßiger Zugang für die meisten Indikationen.
300
Rojhat aus Kurdistan
301
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
33. 65 J Pat hat 3-mal in letzten 2 Wochen umgekippt, aber ist wieder völlig normal. Was kann das sein?
Ich: TIA.
Prüfer: Richtig. Er hat ein EKG gezeigt, war Vorhofflimmern.
34. Fall: Ein mittelaltriger Mann kam zur Routine-Untersuchung, bekam die folgenden Werte zufällig: TSH 14 mU/l, fT4
1,1ng/l.
a. Was ist das?
Latente Hypothyreose.
b. Was kann der Grund sein?
Antikörper gegen SD.
c. Was bestimmen Sie dann?
Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK): %90
Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK): %50
d. Behandlung?
Levothyroxin
35. Fall: RTW bringt ein 25-jähriger Junge mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma und ausgedehnter Blutung mit fast
Klemmung. Er ist intubiert und die Neurochirurgen in Ihrem Klinikum haben versucht, Druck zu entlasten, aber kam
es zu weiterer Blutung, deswegen wollen Sie nicht operieren.
a. Wie erkennen Sie, ob das Gehirn noch in Ordnung ist?
Neurologische Notfalluntersuchung:
*Quantitative Bewusstseinsstörung Schweregrad des SHT nach GCS:
-Leichtes SHT: GCS 13–15
-Mittleres SHT: GCS 9–12
-Schweres SHT: GCS ≤8
*Qualitative Bewusstseinsstörungen: z.B. Orientierungsstörungen, Gedächtnis Defizite.
*Akute fokal-neurologische Defizite: Seitenungleiche sensomotorische Defizite, einseitige Reflexabschwächung oder
pathologische Reflexe, Hirnnervendefizite, Ausfall von Pupillenreflexen, Streck- und Beugesynergismen,
Koordinationsstörungen.
*Regelmäßige Reevaluation!
b. Was sind die Reflexe? A: s. 409.
302
Rojhat aus Kurdistan
Mit Reflexen prüfen wir das ganze Rückenmark und seine Läsionen.
Hirnstamm: Physiologische Fremdreflexe:
-Lichtreaktionsprüfung.
-Prüfung des vestibulo-okulären Reflexes.
-Kornealreflexprüfung.
-Würgereflexprüfung.
-Hustenreflex.
Zervikales Rückenmark (Myelon = Medulla spinalis):
-C5/6 => Bizepssehnen-, Radiusperiostreflex.
-C7/8 => Trizeps, Fingerbeugereflex.
Thorakales Rückenmark:
-T6/12 => Bauchhautreflex.
Lumbales Rückenmark:
-L2/4 => Patellarsehnen-, Adduktorenreflex.
-L5 => Tibialis-posterior-Reflex.
Sakrales Rückenmark:
-S1/2 => Achillessehnenreflex.
-S3/5 => Analreflex
Pathologische Fremdreflexe der unteren Extremität:
-Babinski-Reflex.
-Oppenheimer-Zeichen.
Quelle: Amboss.
Gesteigerte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 1. Motoneurons (zentrale Störung) Schädigung der Pyramidenbahn (zuständig für Motorik von Extremitäten-
und Augenmuskulatur) Babinski positiv.
Kx: Erhöhte Muskeltonus (Spastik), Hyperreflexie, Pathologische Fremdreflexe (Babinski).
Äx:
-Neurologische Erkrankungen: MS, Schlaganfall, Parkinson, Hirntumor, Rückenmarkverletzungen, Neuropathien.
-Hyperthyreose: Nervensystem überstimuliert.
-Elektrolytstörungen: HyperK, HyperCa.
-Medikamente: Antidepressiva (SSRI: Fluoxetin, Sertralin. Trizyklische: Amitriptylin), Antiepileptika, Antipsychotika,
Antiparkinson, Amphetamine.
Verminderte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 2. Motoneurons (periphere Nervenläsion).
Kx: Verminderte Tonus, Faszikulationen, Hyporeflexie, Muskelatrophie.
Äx:
-Spinalnervenkompression: BSV, Spinalkanalstenose, Verletzungen, Degenerative Erkrankungen.
-Muskelkrankheiten: Myasthenia gravis, Muskeldystrophien.
303
Rojhat aus Kurdistan
304
Rojhat aus Kurdistan
- Starre Rektoskopie: Abstand von Karzinom zu Schließmuskel (Linea dentata) für die Therapieplanung und den
Kontinenzerhalt entscheidend.
- Rektale Endosonographie → Bestimmung der Infiltrationstiefe (T-Stadium).
- MRT-Becken (alternativ CT-Becken).
f. Welche LK-Metastasen gibt es bei KRK?
Rektumkarzinom:
-Obere Rektumdrittel 13-16cm: Nur paraaortale LK Beste Prognose.
-Mittlere Rektumdrittel 6-12cm: Paraaortale und Becken LK Schlechte Prognose.
-Untere Rektumdrittel <6cm: Paraaortale, Becken und Inguinale LK Schlechteste Prognose.
305
Rojhat aus Kurdistan
306
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
50. CT von SAB?
Subarachnoidalblutung der basalen Zisternen cCT-nativ: Hyperdenses Material im Bereich der basalen Zisternen (grün).
Hirnödem: Verschwommene Gyri und diskrete Aufweitung der Temporalhörner der Seitenventrikel.
307
Rojhat aus Kurdistan
Subarachnoidalblutung cCT-nativ (axial Schnitte): Hyperdensitäten in den basalen Zisternen (grün) und im Sylvischen Fissur
beidseits (blau). Blutansammlung (rot).
308
Rojhat aus Kurdistan
Zerebrales Aneurysma mit Subarachnoidalblutung cCT-nativ: Hyperdense Blutansammlungen in den basalen Zisternen und
entlang des Tentorium cerebelli sind (grün). Mediabifurkationsaneurysma (rot). Zudem Hirnödem mit Volumenzunahme
des Parenchyms und verschwommene Gyrierung.
309
Rojhat aus Kurdistan
310
Rojhat aus Kurdistan
311
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
55. Was ist First-Pass-Effekt? Wann? Wann nicht?
*Metabolisierung eines Medikamentes bei seiner ersten Leberpassage nach der Resorption im Magen-Darm-Trakt.
*Man kann den First-Pass-Effekt durch parenterale, sublinguale, bukkale oder rektale Applikation umgehen.
56. Wie ist Heimlich-Manöver? (Man muss das wirklich bei dem Prüfer durchführen).
Wenn Husten gibt: Beobachte das Bewusstsein Bei Bewusstlosigkeit: Reanimation.
Wenn kein Husten:
*Erwachsene: Schläge auf Rücken zur Unterstützung des Hustens Wenn kein Erfolg, Heimlich-Manöver 5-mal Wenn
kein Erfolg, dann KONIOTOMIE Bei Bewusstlosigkeit: Reanimation.
Wenn Fremdkörper tief ist und wir das nach Koniotomie nicht rausnehmen können, dann wir müssen noch runter
schieben Es geht auf re. Bronchus So atmet Pat mit linker Lunge Später im KH wird Fremdkörper mittels
Bronckoskopie entfernt.
*Kind: Bauchlage Kopftief Schläge auf Rücken Wenn kein Erfolg, Heimlich-Manöver 5-mal Bei Bewusstlosigkeit:
Reanimation.
*Säuglinge: Bauchlage Kopftief Schläge auf Rücken 5× Thoraxkompression in Rückenlage und Kopftief.
312
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
313
Rojhat aus Kurdistan
IV. Endokrinologie:
A. Hyperthyreose:
1. Pat mit Z.n. Thyreoidektomie hat Tetanie, was denken Sie?
Parathyreoprive Tetanie wg. HypoCa:
-Nach Schädigung/Entfernung der Nebenschilddrüsen wird Ca infolge einer gestörten PTH-Sekretion erniedrigt.
-Häufig vorübergehend Die Ca-Werte stabilisieren sich innerhalb weniger Wochen.
Tx: Ca-Substitution mit Ca-Glukonat 10%.
2. Meine Patientin hat sehr gut Hyperthyreose geschildert. Ich habe Logorrhö und Wärmeintoleranz erwähnt. Warum
haben Sie Pulsdefizit gesucht?
Weil Hyperthyreose eine extrakardiale VHF verursachen kann.
*Logorrhö: Krankhaft gesteigerten Drang zur Sprachäußerung, häufig durch Mangel an Selbstkontrolle bedingt.
3. DDx von Hyperthyreose? A: s. 212.
-Hashimoto in früher Phase, Autonomes Adenom, Thyreoiditis de Quervain.
-Neoplasie: SchilddrüsenCa, Hypophysenadenom, Paraneoplastische TSH-Produktion.
-Psychosen
-Drogenabusus: Kokain, Amphetamine.
-Unbehandelter Diabetes mellitus Gewichtsverlust trotz Heißhunger.
4. Was ist Morbus Basedow Triade?
Merseburger Trias: Struma, Tachykardie, Exophtalmie.
5. Was ist Thyreoiditis de Quervain?
Subakute Entzündung, die nach viralen Atemwegsinfektionen auftritt.
Tx: Spontanheilung Symptomatische Therapie mit NSAR.
6. Wie ist erste Phase von Hashimoto Thyreoiditis?
Passagere Hyperthyreose.
7. Was für Antikörper untersucht man im Labor bei Hashimoto?
-Hashimoto: TPO-AK, Tg-AK.
-M. Basedow: TRAK.
TRAK (TSH-Rez-AK): M. Basedow 90%
TPO-AK (Thyreoperoxidase AK): M. Basedow 70%, Hashimoto 90%
Tg-AK (Thyreoglobulin AK): M. Basedow 20%, Hashimoto 50%
8. Wie ist Sono und Szintigraphie bei Hyperthyreose? A: s. 212.
Bei jeder TSH-Erniedrigung machen wir als Routine TSH, T3, T4, TRAK, Sono, Szintigraphie.
Sono:
-Vergrößerte Schilddrüse.
-Homogen, echoarm.
-Vermehrte Vaskularisation:
*Echoarme Areale mit vermehrter Perfusion.
*Bei M. Basedow typischerweise „Vaskuläres Inferno“.
Szintigraphie:
-Technetium-Uptake erhöht (>5%. Normal 0,5-2%).
a. Vorbereitung:
-Absetzen einer SD-Medikation.
-Iodkarenz für 4 Wochen.
-Ausschluss Schwangerschaft/Stillzeit.
b. Durchführung:
-Iv-Gabe von Tc-99m-Pertechnetat.
-Aufnahmen mit der Gammakamera bei rekliniertem Hals, 5–25 min nach Injektion.
-Die Strahlung kommt nicht von außen auf den Körper, sondern entsteht durch die radioaktiven Teilchen im Körper.
Suppressionsszintigrafie:
a. Indikation: V.a. Autonomie der Schilddrüse bei peripherer Euthyreose und nicht supprimiertem basalen TSH.
b. Durchführung:
-Gabe von hochdosierten Schilddrüsenhormonen (150–200 μg L-Thyroxin täglich für 14 Tage) zur Verminderung des normal
arbeitenden Schilddrüsengewebes.
-Vor Tc-99m-Gabe Bestimmung des basalen TSH zum Nachweis einer ausreichenden Supprimierung.
-Intravenöse Applikation von Tc-99m → Aufnahme und dadurch Demaskierung von autonom agierenden
Schilddrüsenarealen.
314
Rojhat aus Kurdistan
Vaskuläres Inferno bei Morbus Basedow: Schilddrüse ist durch die starke Farbüberlagerung kaum mehr zu erkennen.
Autonomes Adenom der Schilddrüse: Stark vaskularisierter Randbereich gegenüber nur schwach vaskularisierten Zentrum.
Als Folge der starken Vaskularisierung ist dorsal des Areals eine deutliche Schallverstärkung (grün) sichtbar.
315
Rojhat aus Kurdistan
Schilddrüsenknoten mit Kalzifizierungen: Im rechten Schilddrüsenlappen (RL) ist eine halbmondförmige, echoreiche
Kalkspange (Pfeil) mit dorsalem Schallschatten (grün) erkennbar, die a.e. Teil eines Schilddrüsenknotens ist. Der eigentliche
Kontur (weiße, gepunktete Linie) liegt dorsal der Kalkspange und ist aufgrund des ausgeprägten Schallschattens nicht zu
erkennen. Es handelt sich a.e. um ein Adenom. (ACC =Arteria carotis communis, I =Isthmus, T =Trachea).
Quelle der Bilder: Amboss.
316
Rojhat aus Kurdistan
-Schwangerschaft/Stillzeit.
-V.a. SD-Karzinom Zuerst OP, dann RAI.
*Relative KI: Endokrine Orbitopathie wg. Gefahr der Verschlechterung von Exophtalmie.
Durchführung:
-Stationäre Einzeitbehandlung unter Einhaltung der Strahlenschutzmaßnahmen.
-Iodkarenz:
*2-4 Wochen jodarme Diät.
*8 Wochen nach letzter KM-Gabe.
*12 Monate nach letzter Amiodaron-Einnahme.
-Perorale Gabe (Kapsel oder Flüssigkeit): Mind. 4 h vor und 1 h nach Gabe nüchtern bleiben.
-Dosis je nach Therapiekonzept:
*Funktionsoptimiert vs. ablativ = Hypothyreose-Risiko gering vs. hoch.
-Entlassungsfähigkeit: Bei einer Dosisleistung von ≤3,5 μSv/h in einem Abstand von 2m.
-Nachsorge: Kontrolle der SD-Werte alle 2-3 Wochen.
11. Was ist TRH und wo findet man das?
TRH: Thyreotropin-releasing-Hormon, Thyreoliberin.
Syntheseort: Hypothalamus.
TSH: Thyreoidea-stimulierendes-Hormon, Thyreotropin.
Syntheseort: Adenohypophyse (Vorderlappen).
12. Welches Risiko gibt es bei Kontrastmittel mit supprimierte TSH?
Thyreotoxische Krise.
-Bei Amiodaron?
37% von Amiodaron besteht von Iod, deswegen kann Amiodaron Hyperthyreose oder Hypothyreose verursachen.
Amiodaron kann bei einer supprimierten TSH thyreotoxische Krise verursachen.
13. 52J Pat ist seit 4 Monaten nervös geworden. Dazu hat sie Zittern in ganzen Körper, Haarverlust, Herzrasen,
Durchfälle. Was ist Ihre VD?
Hyperthyreose.
Quelle: Amboss.
14. Was ist Morbus Basedow?
Stimulierendes Immunoglobulin (TRAK) geht in den TSH-Rezeptor und schaltet SD wie TSH ein Mimics TSH.
15. DDx von Morbus Basedow?
-Hashimoto in früher Phase, Autonomes Adenom, Thyreoiditis de Quervain.
-Neoplasie: SchilddrüsenCa, Hypophysenadenom, Paraneoplastische TSH-Produktion.
317
Rojhat aus Kurdistan
-Psychosen.
-Drogenabusus: Kokain, Amphetamine.
-Unbehandelter DM Gewichtsverlust trotz Heißhunger.
16. Welche Labor Untersuchung macht man bei Hyperthyreose?
TSH, fT3, fT4, TRAK, TPO-AK.
17. Welche weitere Untersuchung machen Sie?
Sono, Szintigraphie.
18. Welche weiteren Erkrankungen erhöhen die Thyreose-Hormone, welche DDx?
-Hashimoto in früher Phase.
-Autonomes Adenom.
-Thyreoiditis de Quervain.
-Neoplasie: SchilddrüsenCa, Hypophysenadenom, Paraneoplastische TSH-Produktion.
19. Symptome und Therapie von Hyperthyreose? A: s. 211 und Frage 13.
-M. Basedow: Thyreostatika für 12-18 Monate Bei Rezidiv OP oder RAI.
-Autonomie: Thyreostatika bis Euthyreose, dann OP oder RAI.
-De Quervain: NSAR + ggf. Propranolol.
-Hashimoto: Ggf. Propranolol.
-SD-Karzinom: OP + Adjuvante RAI.
20. Vegetative Anamnese bei Hyperthyreose? Insbesondere Stuhlgang; Diarrhö oder Obstipation?
-Diarrhoe.
Ursache der vegetativen Symptomen: Gesteigerte Sensibilität auf Katecholamine:
-Tachykarde HRST, AP, aHT, Wärmeintoleranz, Hyperreflexie, Tremor und Schwitzen.
-Diffuser Haarausfall.
21. Was machen kalte Knoten bei Hyperthyreose?
-Kalte Knoten sind eher mit Hypo- oder Euthyreose verbunden, da sie oft weniger Hormone produzieren als normales
Schilddrüsengewebe.
-Jedoch in seltenen Fällen kalte Knoten maligne sein können und eine Hyperthyreose verursachen können.
-Bei Malignitätsverdacht und kaltem Knoten in der Schilddrüsenszintigrafie:
Feinnadelbiopsie oder OP histologische Sicherung der Diagnose.
*Bei FNP können wir nur Zelle durch Nadel bekommen und nur Zelle sehen, also nur Zytologie.
*Bei Biopsie bekommen wir Gewebe und können wir histologische Untersuchung machen.
Bei Knoten <1 cm wird in Deutschland auf eine Punktion verzichtet, da die Treffsicherheit sehr gering ist und ein negativer
Befund ein Karzinom daher keinesfalls ausschließt.
22. Zuerst Hypothyreose, dann wurde zusätzlich ein Labor gezeigt mit Hyperthyreose. Was muss man den Patienten
fragen?
Ob er Behandlung mit Amiodaron bekommen hat oder ob er in letzter Zeit Untersuchungen mit KM hatte.
23. Welche Beta-Adrenorezeptor-Blocker benutzt man bei Hyperthyreose?
Propanolol Senkung des Tremors und der Agitation sowie hemmt Konversion von T4 zu T3.
24. Welche bildgebenden Untersuchungen macht man bei Hyperthyreose?
Sono, Szintigraphie.
25. Wie unterscheidet man warme oder kalte Knoten?
Szintigraphische Unterscheidung:
Kalte Knoten: Geringe bis keine Aufnahme des Radionuklids (Technetium-99m) malignomsuspekt.
*Bei Malignomverdacht histologische Sicherung mit FNB oder OP Weil 4% der kalten Knoten malign sind.
*DDx: Zyste, Entzündung, Einblutung, Verkalkungen, Narben.
Warme Knoten: Leicht erhöhte Aufnahme Wenn es keinen Unterschied bei der Aufnahme im Vergleich zum paranodalen
Gewebe gibt, nennt man Indifferenter Knoten.
Bei V.a. Autonomie ist eine Suppressionsszintigrafie indiziert (s. Frage 8).
Heiße Knoten: Starke Aufnahme: Autonomie.
318
Rojhat aus Kurdistan
319
Rojhat aus Kurdistan
320
Rojhat aus Kurdistan
41. Was sind die Ursachen für Hyperthyreose? A: s. 211 und Frage 30.
42. Welche Krankheiten der Schilddrüse kennen Sie?
Nach Funktion:
-Hyperthyreose.
-Hypothyreose.
Nach Ätiologie:
-Autoimmunerkrankungen:
*Hashimoto.
*M. Basedow.
*Ord-Thyreoiditis.
-Infektionen:
*Infektiöse Thyreoiditis.
*Akute eitrige Thyreoiditis.
Hypertrophie:
-Struma.
Tumoren:
-Schilddrüsenkarzinom.
-Schilddrüsenadenom.
Unklare Ätiologie:
-Thyreoiditis de Quervain.
-Riedel-Thyreoiditis.
43. Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Autoimmune SD-Unterfunktion: Anti-Thyreoperoksidase-AK und Thyreoglobin-AK.
-Welche Immunerkrankungen kennen Sie?
Alopecia areata
Autoimmunhepatitis
Primär biliäre Zirrhose
Primär sklerosierende Cholangitis
Autoimmunhämolytische Anämie
Hashimoto-Thyreoiditis
Morbus Basedow
Ord-Thyreoiditis
Bullöses Pemphigoid
Dermatomyositis
Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)
Goodpasture-Syndrom
Guillain-Barré-Syndrom
Lupus erythematodes
Myasthenia gravis
Primär chronische Polyarthritis
Polychondritis
Psoriasis
Purpura Schönlein-Henoch
Rheumatisches Fieber
Riesenzellarteriitis (RZA)
Sjögren-Syndrom
Sklerodermie
Typ-A-Gastritis
Vitiligo
Zöliakie
-In welcher Altersgruppe ist Hashimoto häufig?
30-50 LJ.
F/M: 9/1.
-Welche Antikörper sollen bei Hashimoto bestimmt werden?
Anti-Thyreoperoksidase-AK und Thyreoglobin-AK.
-Sollte Hashimoto immer behandelt werden?
Unbehandelt: Entwicklung einer chronischen Hypothyreose mit Risiko für Komplikationen (Myxödemkoma).
Myxödemkoma: Hypothermie, -ventilation, -tonie, -frequenz, Myxödem, Schock.
Tx: L-Thyroxin iv + Glukokortikoide.
Bei adäquater T4-Substitution: Normale Lebenserwartung.
-Bis wann soll therapiert werden?
Lebenslang.
-Wie zeigt sich im Ultraschall?
321
Rojhat aus Kurdistan
Hashimoto-Thyreoiditis: Deutlich verkleinerte, inhomogene, flockige, echoarme (im Vergleich zu Muskeln) Schilddrüse und
seine Kontur (weiße Linie) ist klobig verändert. Trachea (T), Arteria carotis communis (ACC).
-Welche Frequenz vom Ultraschall ist hier benötigt?
8-12 MHz: Schilddrüse liegt direkt unter der Haut, nicht notwendig, eine höhere Frequenz zu verwenden, um eine tiefere
Penetration zu erreichen.
44. Wie ist Sono-Befund bei Hashimoto?
Echoarm (gegen Muskeln), inhomogen, verkleinert, narbig, klobige (unscharfe) Konturen.
45. Wie funktioniert Sono?
Sonografie:
-Radiologisches Verfahren, das mithilfe von Ultraschallwellen die Morphologie innerer Organe sichtbar macht.
-Ultraschallwellen sind hochfrequente Schallwellen, die im Ultraschallkopf erzeugt und wieder empfangen werden.
Sono-Typen:
-B-Bild: 2D-Anatomisches Bild von Organen Reguläres Sono.
-M-Bild (Motion-Mode-Sono): Darstellung der Bewegung von Strukturen Man benutzt in Kardiologie.
-Doppler: Blutflussmessung mittels Geräusche (Doppler-Effekt) und Darstellung in Wellenformen Man kann Blutfluss
hören.
-Duplex: Kombination aus B-Bild und Doppler Man kann Blutfluss auch sehen.
-Farbduplex: Duplex-Sonographie mit farbcodiertem Blutfluss. Man kann Blutfluss auch mit Farben sehen
46. Diagnostik und Therapie von Hashimoto? A: s. 224.
Dx: TSH, fT4, TPO-AK, Tg-AK, Sono, Szinti:
Szinti bei Hashimoto: Technetium-Uptake↓
Tx:
-Bei TSH ≤10 mU/L: Keine Hormonsubstitution.
-Bei TSH >10 mU/L: L-Thyroxin.
47. Dann hat mir Sono-Befund von Schilddrüsenzysten gezeigt, ich habe vorher keine Schilddrüsenzysten gesehen,
deshalb habe ich nur beschrieben was ich gesehen habe: Echofreie RF.
Dann hat mir gesagt einfacher.
Ich: Zyste!
322
Rojhat aus Kurdistan
323
Rojhat aus Kurdistan
-SD-Werte sind wie folgendes: TSH erhöht, fT4 normal, fT3 erniedrigt.
Hier Vorsicht: Das kann nicht stimmen, dass T4 normal, aber T3 erniedrigt ist (T3 entsteht vom T4). Fehler im Labor.
Die Prüferin hat bestätigt: Richtig, die Schwester schimpfen.
fT3 ist für den Nachweis einer Hypothyreose nicht besonders aussagekräftig:
*Durch eine verstärkte Konversion von fT4 → fT3 kann fT3 trotz Hypothyreose normwertig sein.
Euthyreotes Sick-Syndrom: TSH, fT4 normal, fT4 erniedrigt.
Äx: Konversion von T4 auf T3 ist wegen folgenden Ursachen gestört:
-Stress: Hunger, Malnutrition, systemische Krankheiten, Trauma, Post-OP.
-Medikamente: Amiodaron, Propilthiourasil, Steroide, B-Bloker.
54. Wir sollen vor Thyreoidektomie immer HNO-Konsil machen und Heiserkeit bzw. Parese des N. laryngeus rekurrens
ausschließen.
55. Wann soll man die Schilddrüse im Rahmen einer Hyperthyreose trotz euthyreoter Stoffwechsellage entfernen?
Wenn der Pat eine Chemo-Tx bekommen soll, weil die Thyreostatika zur Panzytopenie (Agranulozytose) führen.
56. Im OP das N. laryngeus rekurrens Signal ist verloren, was machen Sie?
Die OP soll unterbrochen werden und der Pat soll zur HNO-Kontrolle gehen, um das Nervus zu beurteilen.
57. Was passiert, wenn das N. laryngerus rekurrens verletzt ist? Einseitig und beidseitig?
Einseitig: Heiserkeit, Schluckstörung
Beidseitig: Atemnot.
58. Wie gehen Sie bei Wunde-Infektion vor? A: s. 391.
Offene Wundversorgung:
Indikation:
-Schmutzig
-Infiziert
-Zerfetzt
-Fremdkörperhaltig
-Bisswunde
-Kontaminierte Stichverletzungen
Durchführung:
-Wundreinigung, evtl. Débridement in Lokalanästhesie.
-Abfluss gewährleisten.
-Feuchter Verband und Ruhigstellung.
-Nach 3-8 Tagen evtl. Sekundärnaht.
-Tetanusschutz.
-Antibiotische Therapie bei erhöhtem Infektionsrisiko.
324
Rojhat aus Kurdistan
B. Schilddrüsenkarzinom
1. Schilddrüsenkarzinom? A: s. 226.
2. Schilddrüsenkarzinom Typen? A: s. 226.
3. Tumormarker?
-Papillär und Follikulär: Thyreoglobulin → nach Thyreoidektomie zur Verlaufskontrolle
-Medullär: Calcitonin → zur Dx und Verlauf.
4. Bei medullärem Karzinom machen wir keine adjuvante Radiojodtherapie, warum?
Unwirksam, weil Karzinom von C-Zellen vorkommt und die nehmen kein Jod auf.
5. Schilddrüsenkarzinom-Klassifikation, histologische Typen?
Histologisch:
*Papillär, Follikulär, Anaplastisch: Aus Thyreozyten.
*Medullär: Aus C-Zellen.
325
Rojhat aus Kurdistan
-Entzündungen.
-Karzinome.
Bei Knoten, die in der Sono einer möglichen Malignität aufweisen, wird eine Biopsie vorgenommen.
10. Wie diagnostiziert man den kalten Knoten?
-Palpation: Derbe, schmerzlose Knoten.
-Tumormarker: Calcitonin, Thyreoglobin.
-Sono: Unregelmäßig begrenzt, echoarme RF >1cm mit Mikrokalzifikationen.
-Szintigraphie: Keine Aufnahme des Jods.
11. Was sieht man in Sono?
Er wollte Kalzifikation (Mikroverkalkungen) hören.
Malignomsuspekte Sono:
-Unregelmäßig begrenzte, echoarme RF >1 cm.
-Mikroverkalkungen.
Suspekter Schilddrüsenknoten: Rundliche, inhomogene und echoarme RF (grün). Zentral vereinzelte echoreiche Punkte
(weiße Punkte: Mikrokalk). Die echoarmen Bereiche in RF sind a.e. zystische Degenerationen. (ACC =Arteria carotis
communis, I =Isthmus, Ö =Ösophagus, T =Trachea). (Quelle: Amboss).
Ovaler, unregelmäßig begrenzter, echoarmer Knoten (grün) mit Mikroverkalkungen (weiße Pfeile) (Quelle: Amboss).
12. Wie geht man vor? Muss man den kalten Knoten unbedingt behandeln?
Ich: Nicht direkt, kann gutartig sein.
326
Rojhat aus Kurdistan
327
Rojhat aus Kurdistan
C. Diabetes Mellitus:
1. DM-I, II?
DMT1 = Immunologische DM = Autoimmune DM Nachweis der Antikörper.
DMT2 = Resistenz gegen Insulin Pankreas herstellt sogar mehr Insulin.
DMT3 =
*Endokrine Erkrankungen: Cushing, Phäochromozytom, Hypophysenadenom (Akromegalie).
*Pankreaserkrankungen (Pankreopriver DM): Chr. Pankreatitis, PankreasCa, Pankreas-Resektion, Hämochromatose:
Eisen wird auch in Langerhans-Inseln gelagert.
*Medikamente: Glukokortikoide, Neuroleptika (Antipsychotika).
*Infektionen: Kongenitale Röteln.
*Genetische Defekte der Betazellfunktion oder Insulinwirkung MODY.
DMT4: Gestational.
LADA: Latent Autoimmune Diabetes in Adults (z.B. 50 J):
Sonderform der DMT1 Autoimmune DM, weil es Antikörpern gibt ICA, GADA, IAA, IA2A positiv.
trägt Merkmale von DMT1 und DMT2.
manifestiert sich mit Ketoazidose, so versteht man es kein DMT2 ist.
Direkt mit Insulin therapiert.
MODY: Maturity Onset Diabetes of Young:
Sonderform von DMT2 Wie DMT2 aber tritt in jungen Jahren auf (laut Amboss Typ 3).
Reduzierte Insulin-Sekretion durch Genetische Defekte der β-Zellfunktion.
2. Was ist Adipositas?
BMI: Quotient aus Körpergewicht in Kilogramm und Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m2):
-Untergewicht: <18,5
-Normalgewicht: 18,5–24,9
-Übergewicht (Präadipositas): 25,0–29,9
-Adipositas Grad I: 30,0–34,9
-Adipositas Grad II: 35,0–39,9
-Adipositas Grad III (Adipositas permagna): ≥40
3. Was ist Hypercholesterinämie? A: s. 74.
-Hyperlipidämie: Erhöhung des Cholesterins oder der Triglyzeride oder beider Lipide:
*Hypercholesterinämie: Gesamtcholesterin > 250 mg/dl.
*Hypertriglyzeridämie: Triglyzeride > 150 mg/dl.
328
Rojhat aus Kurdistan
329
Rojhat aus Kurdistan
330
Rojhat aus Kurdistan
15. Junger Mann bewusstlos liegt auf der Straße. Spontanatmung und Puls vorhanden. Was denken Sie?
Traumatische Verletzungen:
-Schädel-Hirn-Trauma (z.B. durch Sturz, Unfall).
-Wirbelsäulenverletzungen (z.B. bei einem Unfall).
Synkope:
-Vasovagale Synkope (durch Stress, Angst oder Schmerz).
-Orthostatische Hypotonie (durch plötzliches Aufstehen).
-Kardiogene Synkope (z.B. aufgrund von HRST).
Toxische Ursachen:
-Alkohol- oder Drogenintoxikation.
-Vergiftungen durch Chemikalien oder Medikamente.
Neurologische Ursachen:
-Epilepsie (durch Anfälle).
-Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA).
Metabolische Ursachen:
-Hypoglykämie.
-Elektrolytstörungen (z.B. HypoNa).
Infektiöse Ursachen:
-Meningitis (Entzündung der Hirnhäute).
-Enzephalitis (Entzündung des Gehirns).
Kardiovaskuläre Ursachen:
-Arrhythmien.
-Herzinsuffizienz.
Psychogene Ursachen:
-Psychogene Bewusstlosigkeit (durch emotionale Belastungen oder psychische Erkrankungen).
331
Rojhat aus Kurdistan
332
Rojhat aus Kurdistan
333
Rojhat aus Kurdistan
334
Rojhat aus Kurdistan
335
Rojhat aus Kurdistan
336
Rojhat aus Kurdistan
337
Rojhat aus Kurdistan
-Wie kommen die Erythrozyten durch die Kapilläre, wenn sie größer als die Kapilläre sind?
Erythrozyten sind 7,5µm in Durchmesser, Kapillären sind kleiner.
Sie verformen sich, sie sind elastisch, so können sie durch Kapillare gehen.
-Was ist der normale pH-Wert? Und was passiert in DM?
7,35-7,45. M. Azidose passiert Additionsazidose, Anionlücke ist vergrößert.
-Was passiert zu den Erythrozyten bei Azidose?
Sie verlieren die Elastizität/Flexibilität und sie kommen nicht mehr durch die Kapilläre.
-Und dann?
Die Kapilläre werden geschädigt Mikroangiopathie.
33. DM Typ 1: Ätiologie, Symptomen, Diagnostik? A: s. 216.
34. Therapie?
Konventionelle Insulintherapie: Normalinsulin + NPH-Insulin 2x1
Intensivierte konventionelle Insulintherapie:
*Langwirksam 1x1 + Kurzwirksam 3x1.
*Insulinpumpe.
35. Was ist erstes Zeichen der diabetischen Nephropathie?
Mikroalbuminurie (30-300mg/t)
36. Wie stellt man Polyneuropathie bei Diabetikern fest? A: s. Frage 19-20.
Mit Stimmgabel: Vibrationstest Vibrationsgefühl verschwindet zuerst.
Neurologische Basisdiagnostik:
-Stimmgabeltest reduziertes Vibrationsempfinden.
-Prüfung der Druck- und Berührungsempfindlichkeit.
-Screening auf autonome Polyneuropathie: Gastroparese, erektile Dysfunktion.
-Ruhetachykardie.
37. Wie entsteht diabetischer Fuß?
Verminderte Durchblutung (Angiopathie) ± Verminderte Sensibilität (Neuropathie).
38. Was für Infektionen finden wir beim diabetischen Fuß?
Staph. aureus, Staph. epidermiditis, Pseudomonas aeroginose, Candida albicans.
39. Wenn nur einmal BZ erhöht ist, dann können wir direkt DM sagen?
Nein, wir müssen mindestens 3-mal messen:
z.B. einmal nüchtern, ein- oder zweimal postprandial. Wenn bei allen erhöht ist, dann DM bestätigt.
338
Rojhat aus Kurdistan
D. Mischung Endokrinologie:
1. Was ist Conn-Syndrom? Diagnostik? A: s. 234.
Conn-Syndrom ist Hyperaldosteronismus, durch Überproduktion von Aldosteron in der Nebenniereerinde.
Äx: 2/3 Hyperplasie, 1/3 Adenom.
Kx:
-Schwer einstellbare aHT.
-Wg. HypoK: Adynamie, Muskelschwäche, Obstipation.
Dx:
-Blut: Aldosteron↑, Renin↓, HypoK, M. Alkalose.
-Urin: Aldosteron und Aldosteronmetabolite↑ im 24h-Urin.
-Orthostase-Test: Kein Aldosteronanstieg bei Adenom.
-CT/MRT: Darstellung von Adenom.
Tx:
-Hyperplasie: Spironolakton.
-Adenom: Unilaterale Adrenalektomie.
2. Was macht Aldosteron? Wie ist Kalium? Therapie aHT?
*Aldosteron: Stimuliert die Reabsorption von Na und Wasser und Ausscheidung von K verursacht HypoK Aldosteron-
Antagonisten wie Spironolacton und Epleronon benutzt man gegen aHT.
Nebennierenrinde:
Zona glomerulosa: Aldosteron, gehört zur Gruppe Mineralocorticoide
Zona fasciculata: Produktion von Glukokortikoiden.
Zona reticularis: Synthese von Sexualhormonen (z.B. Androgene)
3. Was ist Conn-Syndrom? A: s. 234 und Frage 1.
4. Was ist besonders bei Conn?
HypoK und schwer einstellbare aHT wegen Hyperaldosterenismus.
5. Was ist Cushing-Syndrom? A: s. 231.
Cushing-Syndrom ist Hypercortisolismus.
Morbus Cushing: Hypercorticolismus durch Mikroadenome des Hypophysenvorderlappens (Adenohypophyse).
6. Warum verursachen Schlafapnoe und Nierenarterienstenose die aHT?
Schlafapnoe: Durch Sympatikus-Aktivierung.
-Bei obstruktiver Schlafapnoe sind die Atemwege während des Schlafs teilweise oder vollständig blockiert. Das führt zu
wiederholten Atemaussetzern und einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut. Der Körper reagiert darauf, indem er
Stresshormone wie Adrenalin ausschüttet und das sympathische Nervensystem aktiviert, was HF und RR erhöht.
-Darüber hinaus haben die Menschen mit Schlafapnoe oft unruhigen Schlaf, weil sie häufig aufwachen, um Luft zu holen.
Dies führt zu einer gestörten Schlafarchitektur, was zu einer erhöhten nächtlichen Hypertonie führt.
Nierenarterienstenose: RAAS-Aktivierung.
7. Was ist PTH und wie wirkt das?
Parathormon (Parathyrin):
Syntheseort: Hauptzellen von Nebenschilddrüsen.
Regulation: Ausschüttung in Abhängigkeit des Ca-Spiegels.
Parathormon erhöht Ca und senkt P im Blut durch folgende Mechanismen:
-PTH aktiviert Osteoklasten und setzt Ca und P aus dem Knochen frei.
-Gleichzeitig fördert PTH die Reabsorption von Ca und Ausscheidung von P in der Niere: sodass der Phosphatserumspiegel
insgesamt vermindert wird. Das ist sinnvoll, weil gleichzeitige hohe Calcium- und Phosphatspiegel ein Ausfallen von
Calciumphosphatkomplexen im Blut verursachen.
-Gesteigerte Vit-D-Produktion Vit D steigert Ca durch Absorption in Niere und Darm. Und im Gegenteil von PTH fördert
Vit D die Knochenmineralisation.
8. Aortenisthmusstenose (ISTA) oder Koarktation der Aorta etwas tiefer gefragt. Was machen wir für Labor,
Medikamente, Dosierung, Diuretika?
Stenose der Aorta im Bereich des Isthmus.
Isthmus: Übergang des distalen Aortenbogens in die Aorta descendens in der Nähe von Ductus arteriosus Botalli und A.
subclavia sinistra.
Pathophysiologie:
Zirkumskripter Typ: Häufig. Erwachsene. Nicht-kritisch. Postduktal.
Gut begrenzte und kurze Stenose (wenige mm) der Aorta, die meist distal der A. subclavia sinistra und des Ductus
arteriosus Botalli (postduktal) liegt. → Weil intrauterin die Perfusion der unteren Extremitäten vermindert ist, werden
Kollateralkreisläufen ausgebildet → Deswegen Symptome erst im Erwachsenenalter.
Hypoplastischer Typ: Selten. Infantil. Kritisch. Präduktal.
Schlecht begrenzte und lange Stenose, die meist vor dem Ductus arteriosus Botalli (präduktal) liegt. → Perfusion der
unteren Körperhälfte läuft intrauterin über den Ductus arteriosus Botalli → Deswegen werden keine Kollateralkreisläufen
339
Rojhat aus Kurdistan
ausgebildet → Nach Geburt bei Verschluss des Ductus arteriosus Botalli: Druck- und Volumenüberlastung des linken
Herzens und unzureichende Durchblutung aller Organe distal der Stenose.
Kx:
Zirkumskripter Typ:
*Brachiozephale Hypertonie Epistaxis, Kopfschmerz, Tinnitus.
*Abdomino-femorale Hypotonie (kalte Füße, Claudicatio).
*Chronische Druckbelastung des linken Ventrikels.
*Lokalisation proximal der A. subclavia sinistra: Geringere Durchblutung des linken Arms mit Blutdruckdifferenz im
Vergleich zum rechten Arm.
Hypoplastischer Typ:
*Bei offenem Ductus arteriosus Botalli: Evtl. ischämische Beschwerden der unteren Extremität.
*Verschluss des Ductus arteriosus Botalli führt zu:
-Akuter Minderperfusion der Bauchorgane und unteren Extremität.
-Akute Überlastung des Herzens → Rasch progrediente Herzinsuffizienz → Linksventrikuläre Dekompensation →
Sekundäres Organversagen.
Dx:
KU: Schwacher Puls, niedriger RR und sO2 in unteren Extremität gegenüber der oberen.
Echo.
Rö-Thorax: Sanduhr.
Tx:
Zirkumskripter Typ: OP (Prothese, Bypass) oder Ballondilatation.
Hypoplastischer Typ: Prostaglandin-E1-Infusion (Alprostadil) bis zur OP oder Ballondilatation.
9. Was sind die häufigsten Krebsformen bei Männern und bei Frauen?
M: Prostata, Lungen und Darm.
F: Brust, Darm und Lungen.
10. Wie nennt man die Erkrankung, wenn die Größe sehr hoch ist?
340
Rojhat aus Kurdistan
341
Rojhat aus Kurdistan
V. Nephrologie + Urologie:
A. Pyelonephritis:
1. Wie ist die Diagnose von Pyelonephritis? A: s. 376
A: Zystitis-Symptome + Schüttelfrost, einseitige Flankenschmerzen.
KU: Nierenklopfschmerz.
Labor:
-Blut: BB, CRP, PCT (wg. Sepsis), Krea.
-Blutkultur.
-Urin-Stix=Urin-Status: Leukozyturie und Mikrohämaturie.
-Urinkultur: Signifikante Bakteriurie ab 100.000 KBE/mL.
Sono:
-Vergrößerte,
-Im Parenchym aufgelockerte,
-Gut atemverschiebliche Niere.
-Mark-Rinden-Trennung evtl. unscharf.
Ergänzende Diagnostik bei unklarer Genese:
-CT-Abdomen mit KM oder Urogramm (Urographie): zur Darstellung der Abflussverhältnisse.
*Indikation: V.a. Harnleitertumor, -stein, neurogene Blase, Harntransportstörung, ektop mündende Harnleiter.
*Durchführung: Ein jodhaltiges Kontrastmittel wird iv injiziert KM wird durch Blut zu Nieren transportiert und über die
Harnwege ausgeschieden Nach 5 und 15 Minuten werden mehrere Röntgenaufnahmen gemacht, um die Passage des
Kontrastmittels durch die Nieren, Harnleiter und Blase zu verfolgen Die Bilder zeigen die Struktur und Funktion der
Harnwege und helfen bei der Diagnose von Anomalien wie Nierensteinen, Tumoren, Harnwegsinfektionen,
Blasenanomalien und obstruktive Erkrankungen.
Ureterstein mit Harnstau rechts: Ausscheidungsurografie (Abdomen-Spätaufnahme 2,5h nach i.v. KM): Kontrastiertes und
gestautes rechtes Nierenbecken (NB, grün). Hoch sitzende Ureterstein (S; rot), proximal des rechten Ureters fehlende
distale Kontrastierung (gestrichelte Linien). Linkes Nierenbecken (NB, blau), Ureter (U, blau) und Harnblase (H) werden
regelrecht kontrastiert und unauffällig dargestellt. (Quelle: Amboss).
-Miktionsurethrogramm: zum Ausschluss der vesikoureteralen Reflux oder Harnröhrenstenosen.
*Indikation: V.a. Harnabflussstörungen oder vesikoureteralen Reflux.
*Durchführung: Ein Kontrastmittel wird durch Katheter oder Zystoskopie in die Blase eingebracht Während Miktion
werden Röntgenaufnahmen gemacht, um die Harnröhre und -leiter und den Fluss des Urins zu visualisieren.
342
Rojhat aus Kurdistan
Vesikoureteraler Reflux, Miktionsurethrogramm: Kontrastierung des rechten Harnleiters (grün) bei mäßig gefüllter
Harnblase (B). (Quelle: Amboss).
-Urodynamik: zum Ausschluss der neurogenen Harnblasenentleerungsstörung oder subvesikalen Obstruktion.
Urodynamik ist eine Gruppe von Tests, die Speicher- und Entleerungsfunktion der Harnblase und der Harnröhre bewerten.
Indikation: Harninkontinenz, Überaktive Blase, Blasenentleerungsstörungen, Neurogene Blase, Rezidivierende HWI.
*Uroflowmetrie: Während der Miktion wird Harnfluss gemessen (in mL/s) → Dann wird eine Kurve (Uroflowkurve) erstellt.
*Zystometrie: Misst die Blasendrucke mittels Katheter während der Füllung und Entleerung der Blase.
*Druck-Fluss-Messung: Kombiniert die Messungen von Uroflowmetrie und Zystometrie, um die Beziehung zwischen
Blasendruck und Harnfluss zu sehen.
*Beckenboden-EMG: Misst die elektrische Aktivität der Blasen- und Beckenbodenmuskulatur.
343
Rojhat aus Kurdistan
344
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
19. Die Patientin hat gürtelförmige Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in den Bauch beidseitig. Sie hat trüben Urin und
Zweifel an Harnwegsentzündung. Bei körperlicher Untersuchung findet man Flankenschmerzen beim Klopfen.
V.a. Pyelonephritis.
DD: Nephrolithiasis, Pankreatitis, Basale Pneumonie, Pleuritis, Akute Cholezystitis.
20. Was sind die NW von Ciprofloxacin?
Aortenaneurysma und -dissektion, QT-Verlängerung, Achillessehnenruptur, Muskelbeschwerden (Rhabdomyolyse), Hyper-
/Hypoglykämien, Herzklappeninsuffizienz, Neurotoxizität.
21. Was sieht man im Sono und Urin bei Pyelonephritis?
Urin-Stix: Leukozyturie, Mikrohämaturie, evtl. Nitrit
Sono: Vergrößerte, atemverschiebliche, im Parenchym aufgelockerte Niere, Mark-Rinden-Trennung unscharf.
22. Welches Medikament benutzt man bei Pyelonephritis? A: s. 377.
Ambulant bei mildem Verlauf:
1. Wahl: Fluorchinolone Cipro 500mg 1-0-1, 7 Tage.
2. Wahl: Cephalosporine Cefpodoxim 200mg 1-0-1, 10 Tage.
Stationär bei schwerem Verlauf:
1. Wahl: Cephalosporine 3. Gen Ceftriaxon 2g iv 1-0-0 oder Fluorchinolone Cipro 400mg, 1-0-1.
2. Wahl: Ampicillin/Sulbaktam 2/1g 1-1-1 oder Piperacillin/Tazobaktam 4/0,5g 1-1-1, 7-14 Tage.
Prüfer: Ciprofloxacin ist nicht die erste Wahl wegen der Resistenz.
23. Ich musste auf der Tafel Anatomie von Nieren, Harnleitern, Harnröhre und Prostata mahlen.
345
Rojhat aus Kurdistan
24. Es gibt 3 Stellen, wo Harnleiter eng sind, welche sind die? A: s. Frage 15.
25. Was ist vesikoureteraler Reflux?
Retrograder Fluss von Urin aus der Harnblase in die Harnleiter.
Äx: Fehlentwicklung der Muskulatur des Trigonum vesicae, Obstruktion, Iatrogen.
Kx: Rezidivierende Infekte, Flankenschmerzen bei Miktion, Gedeihstörung bei Kindern.
Dx: Miktionsurethrogramm, Nierensono, -szintigraphie, Zystoskopie.
Tx: Konservativ: Hohe Spontanheilungsrate.
OP: Ab IV. Grades Reflux erreicht die Niere und verursacht eine leichte bis mäßige Erweiterung der Nierenkelche.
Vesikoureteraler Reflux, Miktionsurethrogramm: Kontrastierung des rechten Harnleiters (grün) bei mäßig gefüllter
Harnblase (B). (Quelle: Amboss).
26. Was ist das Risikofaktor für Pyelonephritis bei alten Männern?
-BPH.
-Dazu abgeschwächtes Immunsystem und begleitende Erkrankungen wie DM, Nephrolithiasis.
27. Die Patientin nimmt häufig Ibuprofen bei Bedarf ein. Ich habe gesagt, ich muss Ibuprofen sofort absetzen. Prüfer hat
mich nach Nierenwerten gefragt, die waren normal.
Pyelonephritis ist bereits eine Infektion der Nieren. Die Verwendung von NSAR könnte den Nieren zusätzlichen Stress
verursachen, indem sie die Nierenfunktion weiter beeinträchtigen oder die Nierenblutversorgung reduzieren. Dies könnte
dazu führen, dass sich die Infektion verschlimmert.
-Bei wem ist Pyelonephritis häufiger; Männer oder Frauen? Warum?
Frauen wegen kurzer Harnröhre (Urethra).
-Und als Empfehlung was sollen Sie der Patientin sagen?
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Keine NSAR.
-Komplikationen? A: s. 377.
-Chronifizierung:
346
Rojhat aus Kurdistan
347
Rojhat aus Kurdistan
Sepsis:
Alte Definition (bis 2016): SIRS ≥2 + Infektion = Sepsis
Neue Definition: SOFA ≥2 + Infektion = Sepsis.
Lebensbedrohliche Organfunktionsstörung durch eine fehlregulierte Immunantwort auf eine Infektion.
SOFA-Score: MAP, PaO2/FiO2, Krea, Bili, Thrombozyten, GCS.
qSOFA-Score: AF ≥22, SRR <100, Vigilanzminderung.
33. Was sollen die Pat bei Pyelonephritis machen?
2-3l Wasser täglich trinken.
34. Können die Pat zum Schwimmen gehen?
Nein, Ruhe und Erholung empfohlen.
Dazu es gibt vermehrtes Risiko von Komplikationen und die Ausbreitung von Infektionen.
35. Wann soll man PCT anordnen?
Bei V.a. schwere bakterielle Infektionen oder Sepsis.
Empfindlichster Marker bei Sepsis!
*0,5 – 2,0 ng/mL: mäßiges Risiko einer bakteriellen Infektion.
*2,0 – 10 ng/mL: hohes Risiko einer bakteriellen Infektion/Sepsis mit begleitender Organdysfunktion.
*>10 ng/mL: Sepsis/septischer Schock bis hin zum Multiorganversagen (MOV).
36. Es wurde auch gesprochen, dass man kein BSG in der Klinikalltag macht, also nur theoretisch.
37. Wie gewinnt man Urinsediment?
Mittels Zentrifugation.
Sedimentum = Bodensatz: Durch Zentrifugation werden feste Urinanteile (Zylinder, Erythrozyten, Leukozyten, Bakterien,
Kristalle) gewinnt und mikroskopisch untersucht.
38. Was meint die Patientin mit eitrigem Urin?
Pyurie = Leukozyturie mit sichtbarer gelblicher Trübung des Harns = Eiter im Urin.
-Wie verstehen wir das?
Mittels vermehrter Bakterien.
-Wie viel denn ungefähr?
Leukozyturie >10/μL Leukozyten im Harn.
Pyurie Leukozyturie mit sichtbarer gelblicher Trübung des Harns Eiter im Urin.
Bakteriurie Keimzahl von ≥100.000/mL Ab 100.000 KBE/mL : Kolonie-bildende Einheit.
*Urin-Kultur: Nur bei komplizierten HWI.
1. Erststrahlurin: Chlamydien-Urethritis.
2. Mittelstrahlurin: Signifikante Keimzahl ab >100.000/ml.
3. Urin nach Blasenpunktion: Jede Keimzahl ist signifikant (Blasenurin ist steril).
-Wann nehmen wir den Erststrahlurin?
Bei V.a. Urethritis: Entzündung der Urethra: Gonokkokken, Chlamydien.
-Was bedeutet Leukozyturie ohne Infektion?
Sterile Leukozyturie:
*Nierensteine.
*Nephritisches Syndrom.
*Prostatitis.
39. Warum hat die Pat lebhafte Muskeleigenreflexe? Ist in diesem Fall pathologisch? Müssen wir das dokumentieren? Ja
aber aktuell kein Korrelat.
Mit Reflexen prüfen wir das ganze Rückenmark und seine Läsionen.
Hirnstamm: Physiologische Fremdreflexe:
-Lichtreaktionsprüfung.
-Prüfung des vestibulo-okulären Reflexes.
-Kornealreflexprüfung.
-Würgereflexprüfung.
-Hustenreflex.
Zervikales Rückenmark (Myelon = Medulla spinalis):
-C5/6 Bizepssehnen-, Radiusperiostreflex.
-C7/8 Trizeps, Fingerbeugereflex.
Thorakales Rückenmark:
-T6/12 Bauchhautreflex.
Lumbales Rückenmark:
-L2/4 Patellarsehnen-, Adduktorenreflex.
-L5 Tibialis-posterior-Reflex.
Sakrales Rückenmark:
-S1/2 Achillessehnenreflex.
-S3/5 Analreflex
Pathologische Fremdreflexe der unteren Extremität:
348
Rojhat aus Kurdistan
-Babinski-Reflex.
-Oppenheimer-Zeichen.
Gesteigerte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 1. Motoneurons (zentrale Störung) Schädigung der Pyramidenbahn (zuständig für Motorik von
Extremitäten- und Augenmuskulatur) Babinski positiv.
Kx: Erhöhte Muskeltonus (Spastik), Hyperreflexie, Pathologische Fremdreflexe (Babinski).
Äx:
-Neurologisch: MS, Schlaganfall, Parkinson, Hirntumor, Rückenmarkverletzungen, Neuropathien.
-Hyperthyreose: Nervensystem überstimuliert.
-Elektrolytstörungen: HyperK, HyperCa.
-Medikamente: Antidepressiva (SSRI: Fluoxetin, Sertralin. Trizyklische: Amitriptylin), Antiepileptika, Antipsychotika,
Antiparkinson, Amphetamine.
Verminderte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 2. Motoneurons (periphere Nervenläsion).
Kx: Verminderte Tonus, Faszikulationen, Hyporeflexie, Muskelatrophie.
Äx:
-Spinalnervenkompression: BSV, Spinalkanalstenose, Verletzungen, Degenerative Erkrankungen.
-Muskelkrankheiten: Myasthenia gravis, Muskeldystrophien.
-Metabolisch: Hypothyreose, DM, Vitaminmangel.
-Medikamente: Benzodiazepine.
Quelle: Amboss.
40. Prüfer wollte jedes Labor geklärt werden, z.B. warum BB? Warum Krea?
BB: Wg. Leukozytose.
CRP: Entzündungsparameter.
PCT: V.a. schweren Verlauf oder Sepsis.
Krea: Zustand der Niere, V.a. ANV.
E'lyte: Zustand der Niere, V.a. ANV.
Urin-Status: Leukozyturie, Mikrohämaturie, Nitrit als HWI-Parameter.
41. Wie rechnet man GFR?
GFR = Kreatinin-Clearence: Blutmenge, die in einer Minute von Glomeruli filtriert wird ml/min.
*Das Rechnen der glomerulären Filtrationsrate ist durch die Bestimmung der Clearance von Inulin oder Kreatinin möglich.
Hierzu wird neben Plasma Kreatinin- oder Inulinkonzentration auch die Menge an ausgeschiedenem Urin sowie die
Konzentration von Kreatinin oder Inulin im 24h Urin benötigt.
*Kreatinin-Clearence: Kreatinin wird filtriert von Glomeruli Aber nicht rückresorbiert Kreatinin wird …g/tag wird von
Nieren ausgeschieden Das bedeutet …mg/min Kreatinin Dann messen wir, wie viel mg Kreatinin bedeutet wie viel ml
Serum, also … mg Kreatinin befindet in wie viel Serum Dann finden wir heraus, wie viel Serum von Glomeruli filtriert
wurde.
*Glukose-Clearence: Glukose wird vollständig rückresorbiert, deswegen ist Glukose-Clearence ist null Deswegen muss
ideale Marker für GFR voll filtriert, nicht rückresorbiert und nicht von Nieren sezerniert werden.
349
Rojhat aus Kurdistan
350
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
51. Blutausstrich unter Mikroskop wurde gezeigt, ich sollte demonstrieren und befinden.
Befund war ALL: Lymphatische Blaste im peripheren Blut.
Rechte Niere (blaue Fläche), Nierenrinde (1), Markpyramiden (2), Zentraler Echokomplex (3), Leber (4). (Quelle: Amboss).
351
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Nephritisches Syndrom:
Def: Proteinurie <3,5g/Tag + aHT + Hämaturie.
Patho: Schädigung der Endothel Verlust von allen Blutbestandteile wie Erythrozyten (Disforme RBC: Akantozyten),
Leukozyten, Proteine.
352
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
55. Fall: 66J Rentner hat seit zwei Tagen Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche mit Schüttelfrost und Fieber (38,7).
Seit gestern hat er plötzlich aufgetretene, ziehende, dumpfe Flankenschmerzen bds, die runter entlang die beiden
Harnleiter ziehen. Dazu hat der Patient Übelkeit und Erbrechen. Miktion: Brennen beim Wasserlasen sowie
Harndrang, kein Harnverhalt. Stuhlgang normal. Allergie: Penicillin, Heuschnupfen.
KU: DS und Nierenklopfschmerz bds. RR: 160/100 mmHg.
-Was machen Sie?
Mit V.a. Pyelonephritis: BB, CRP, PCT, Krea, Blut- und Urinkulturen, Urin-Status, dann Sono.
-Was sehen Sie in der Sono?
Vergrößerte, atemverschiebliche, im Parenchym aufgelockerte Niere, Mark-Rinde-Trennung unscharf.
-Sollen wir noch Diagnostik machen?
Nein.
-Was machen Sie jetzt?
Stationäre Aufnahme, Isolation wegen Fieber, Corona-Abstrisch, Antipyretika/Analgetika, Parenterale Infusion,
Thromboseprophylaxe und Antibiotika.
Hier habe ich gesagt aufgrund der Penicillinallergie gebe ich ungerne Ceftriaxon, stattdessen gebe Ciprofloxacin, was
dem Prüfer nicht richtig gefallen.
56. Fall: Flankenschmerzen mit Dysurie und Fieber. KU: Nierenklopfschmerzen bds.
353
Rojhat aus Kurdistan
Dann hat der Prüfer bei der Abdomen-Untersuchung gefragt, warum haben Sie das Stethoskop am Nabel und
Nierenbereich gelegt und tief gedruckt?
Aufgrund der Stenose-Geräusche von Aorta Abdominalis und A. renalis.
57. Fall: 66J Patient klagt über seit ca. 3 Tagen bestehende Fieber, Schüttelfrost, Unruhe, Inappetenz und
Flankenschmerzen bds. sowie Dysurie. Dagegen hatte er ASS einmalig (Dosis unbekannt), aber nicht geholfen. Z.n.
rezidivierenden HWI (letztes Mal vor ca. 8 Monaten). Die Fragen nach Husten, Dyspnoe, Makrohämaturie, B-
Symptomatik wurden verneint. Nicht Raucher, kein regelmäßiger Alkoholkonsum. Penicillin-Allergie bekannt.
-Werden Sie den Pat aufnehmen?
Ja.
-Wieso?
Aufgrund der rezidivierenden HWI und AZ-Verschlechterung, dazu um die Komplikationen zu vermeiden.
-Was ist komplizierte HWI?
Unkomplizierte HWI:
* HWI ohne relevante funktionelle oder anatomische Anomalien, Nierenfunktionsstörungen oder
Begleiterkrankungen, die eine HWI oder ihre Komplikationen begünstigen.
*Nur die erste HWI bei der Frau ist eine unkomplizierte HWI. Bereits bei der zweiten HWI in einem Jahr ist es
komplizierte HWI. Bei Männern auch die erste ist kompliziert.
Komplizierte HWI:
*Alle HWI, die die Kriterien einer unkomplizierten HWI nicht erfüllen.
Die Faktoren, die eine HWI kompliziert machen können:
1. Anatomische Anomalien oder strukturelle Probleme im Harntrakt wie Steine oder Verengungen (Strikturen).
2. Krankheiten, die das Immunsystem schwächen wie DM, HIV/AIDS oder Krebs.
3. Fremdkörper im Harntrakt wie Blasenkatheter oder Stents.
4. Schwangerschaft.
5. Krankenhausaufenthalt oder vorangegangene Antibiotikatherapie, die zu Antibiotikaresistenzen führen kann.
6. Männliches Geschlecht.
-Was ist Urosepsis? A: s. Frage 28.
Lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer dysregulierten Immunantwort auf eine HWI SOFA ≥2 + HWI.
*Urosepsis (Pyelonephritis): Dysurie, Pollakisurie, Algurie, Flankenschmerzen.
*Urosepsis (Urogenitaltrakt): Sonografie (Harnstau?).
*Makroskopischer Aspekt des Urins (trüb? eitrig?) und Urindiagnostik.
*Implantierte Fremdmaterialien als Fokus? (bspw. Doppel-J-Katheter zur Ureterschienung).
-Ihre Pat ist in Urologie operiert worden und kommt zu Ihnen wieder, danach ist er in ein paar Stunden verstorben.
Kreuzen Sie hier den normalen Tod? A: s. 394.
Nein, es ist nicht-natürlicher Tod Ich muss die Polizei anrufen Danach gerichtsmedizinische Obduktion von zwei
Ärzten, mind. einer muss Rechtsmediziner sein.
58. Fall: Patientin kam in die Notaufnahme mit Fieber 38.6, Flankenschmerzen und brennendem Urin.
-Was würden Sie machen?
Anamnese, KU, Labor (BB, CRP, PCT, Krea, Blut- und Urinkulturen, Urin-Status), dann Sono.
-Was sehen Sie im Sono?
Vergrößerte, atemverschiebliche Niere und unklare Grenze zwischen der Rinde und Medulla (Mark).
Quelle: Doccheck
354
Rojhat aus Kurdistan
355
Rojhat aus Kurdistan
356
Rojhat aus Kurdistan
-Urethritis.
Prostata:
-BPH.
-Prostatakarzinom.
-Prostatitis.
Generell:
-Trauma.
-Urogenitaltuberkulose.
-Endometriose.
60. Fall: Eine 71J Patientin hat seit heute Morgen um 4 Uhr plötzlich aufgetretenen, stechenden und progredienten
Oberrückenschmerzen links mit seitlicher Ausstrahlung bis zum Oberschenkel. Die Schmerzen sein 10/10 (hier habe
reagiert und gefragt, ob sie die Schmerzen bis zum Ende des Gesprächs aushalten kann, oder soll ich Schmerzmittel
einordnen). Die folgenden Begleitsymptome fällt ihr ein: Übelkeit, 2-mal erbrochen, Dysurie, Pollakisurie, Tröpfen
beim Wasserlassen und Nykturie. Die vegetative Anamnese ist bis auf Appetitlosigkeit und schmerzbedingte
Schlafstörung unauffällig.
Die körperliche Untersuchung ist bis auf Nierenklopfschmerzen unauffällig.
-V.D.?
Weil die Schmerzen nur im Rücken und unterhalb Rippenbogen sind, hatte ich nur 3 DD:
Nephrolithiasis, basale Pneumonie, Wirbelkörperfraktur.
-Welche Untersuchungen und warum, wollen Sie Blutkultur machen? A: s. 373.
Ich: Ja.
Prüfer: Nein, das ist teuer und der Verdacht ist eher eine Nephrolithiasis.
-Ab welche große können wir Steine mittels Abdomensono sehen?
2-3mm.
-Was sollen wir jetzt machen? A: s. 374.
Die Patienten hat volles Abdomen und kein Wasserlassen seit um 4 Uhr. Wir sollen mit Analgetikum und Spasmolytika
anfangen, wenn noch kein Wasserlassen, dann Doppel-J-Katheter um Harnblase zu entlasten.
61. Fall-Fragen:
-Was ist die Therapie der Pyelonephritis?
Die Patientin hat Penicillin-Allergie, die Vitalparametern sind normal, deswegen habe ich Ciprofloxacin empfohlen.
-Welche Dosis?
500mg 1-0-1, po, 7 Tage.
-Welche Erreger?
[Link] 70%, Proteus, Klebsiellen.
-Was machen wir als Untersuchungen in der ZNA?
Anamnese, KU, BB, CRP, PCT, Krea, Blut- und Urinkulturen, Urin-Status, dann Sonographie.
-Was schauen wir in Abdomensono?
*Niere bds, Harnblase, Prostata.
*Vergrößerte, atemverschiebliche, Im Parenchym aufgelockerte Niere und unklare Grenze zwischen der Rinde und
Medulla (Mark).
-Was genau suchen wir in Urinstatus, typisch für HWI, einfach Interpretation der Urinstatus?
*Leukozyturie, Mikrohämaturie, ggf. Bakteriurie und Nitrit.
*Typisch für HWI: Leukozyturie.
-Wie äußert sich eine akute und chronische Pyelonephritis klinisch?
Akute Pyelonephritis:
-Fieber, Schüttelfrost, Dysurie, Flankenschmerzen,
-ggf. gürtelförmige Schmerzen wie bei einer Pankreatitis,
-ggf. Rückenschmerzen.
Chronische Pyelonephritis:
Schleichender oder schubweiser Verlauf mit uncharakteristischen Symptomen wie:
-Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
-Subfebrile Temperaturen.
-Übelkeit und Brechreiz.
-Gewichtsabnahme.
-Pollakisurie.
Die chronische Pyelonephritis führt zum fortschreitenden Verlust von funktionellem Nierengewebe bis zur
Niereninsuffizienz Urosepsis, Paranephritischer Abszess, Schrumpfniere, Hypertonie.
-Was sucht man laborchemisch, welche bestimmten Parameter?
Leukozytose, CRP, PCT (bei schweren Verlauf oder Sepsis).
-Was sind diese Parameter, wo sind die gebildet und abgebaut?
Procalcitonin: Prohormon des Calcitonins.
Bildung:
-Physiologisch in den C-Zellen der SD.
357
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Lecturio Perinephrischer Abszess durch den oberen Pol der rechten Niere, der posterior bis zur unteren
Hohlvene reicht.
-Was ist die Behandlung von perinephritischem Abszess? A: Amboss.
Antibiose + CT/Sono-gesteuerte Punktion und Drainage.
-Komplikation von CNV? A: s. 246.
Sekundäre arterielle Hypertonie, renale Anämie, renale Osteopathie (Vit-D-Mangel, Hyperparathyreodismus).
62. Fall-Fragen:
-Wie sichern Sie die Diagnose von Pyelonephritis?
BB, CRP, PCT, Krea, Blut- und Urinkulturen, Urin-Status, dann Sonographie.
-Was ist der wahrscheinlichste Erreger?
E. coli 70%.
-Welche Medikamente würden Sie geben?
Cipro 500mg po 1-0-1, 7 Tage.
-Was ist die Komplikationen von Pyelonephritis?
Urosepsis und Chronifizierung: Rezidivierende Pyleonephritis, Schrumpfniere, CNV.
-Wie behandeln Sie denn Urosepsis? A: s. Frage 28.
Er wollte hören, die Behandlung erfolgt in der Intensivstation.
-Ein Mann kommt zu Ihnen in die Notaufnahme, er ist ohnmächtig geworden. Was machen Sie zunächst?
EKG.
-Dann hat er mir ein EKG gegeben und ich musste das EKG beschreiben.
AV-Block 3. Grades.
-Was ist die Behandlung?
Schrittmacher-
*Zum Notfall: Atropin 0,5-1mg iv Dann Orciprenalin über Perfusor (Adrenalin als Alternative).
Antibradykarde Schrittmachertherapie:
1) Einkammerschrittmacher:
*VVI VHF mit BAA.
358
Rojhat aus Kurdistan
359
Rojhat aus Kurdistan
360
Rojhat aus Kurdistan
B. Niereninsuffizienz:
1. Was ist akute und chronische Niereninsuffizienz?
Akut: Akute, potenziell reversible Abnahme der Nierenfunktion.
Chronisch: >3 Monate vorhandene, irreversible, progrediente Abnahme der Nierenfunktion: Exkretorisch (glomerulär,
tubulär) und Inkretorisch (endokrin).
Wann sollte man eine CNV in Betracht ziehen?
1. Wenn eine CHRONISCHE ERKRANKUNG vorliegt, die die Nieren beeinträchtigt: DM, aHT, polyzystische
Nierenerkrankung usw. Bei DM müssen mindestens 10 Jahre vergehen, bis eine CNV auftritt.
2. Gibt es Symptome einer Chronizität? Wie Anämie, Nykturie, Parästhesie.
3. Ist die Urindichte ISO- oder HYPOSTENURI?
4. Gibt es im Urintest BREITER ZYLINDER?
5. Gibt es bei USG eine BILATERALE KLEINE NIERE?
Wenn diese vorhanden sind, müssen wir den älteren Bruder berücksichtigen.
2. Was sind die Indikationen für die Ersatztherapie? A: s. 247.
Akutdialyse:
-Therapierefraktärer Anurie >12h.
-Kreatininanstieg >1mg/dL in 24h.
-Harnstoff >200mg/dL oder Anstieg >60 mg/dl in 24h.
-Symptomatische Urämie Perikarditis, Lungenödem, Hirnödem, Übelkeit/Erbrechen.
-Therapierefraktäre Entgleisungen: K >6,5mmol/L. Ca ≥3,5 mmol/L. pH <7,2. Hypervolämie (z.B. mit Lungenödem).
Dauerdialyse:
-GFR <7mL/min.
-Renale Anämie Hb <8,5g/dL trotz Eisen und EPO.
-Harnstoff >200mg/dL.
-Symptomatische Urämie (s.o.)
-Therapierefraktäre Entgleisungen (s.o.)
3. ANV und CNV: Die Ätiologie prärenal, renal und postrenal? A: s. 243.
4. Was sieht man im Urin?
ANV:
U-Status:
-Hämaturie Intra- oder postrenal.
-Proteinurie Tubuläre oder glomeruläre Erkrankung.
Urinsediment: Entzündliche glomeruläre Erkrankung:
-Akanthozyten: Deformierte Erythrozyten Glomeruläre Erkrankung.
-Erythrozytenzylinder: Glomerulonephritis.
-Leukozytenzylinder: Entzündlichen Erkrankungen (Pyelonephritis), Autoimmunkrankheiten.
-Granulierte Zylinder: Abgestorbene Tubuluszellen ATN.
CNV:
U-Status:
-Hämaturie Glomeruläre Schädigung.
-Proteinurie Albuminurie.
-Iso/Hypostenurie Konzentrationsfähigkeit der Niere gestört.
Urinsediment:
-Wachszylinder.
-Breite Zylinder.
5. Welches Medikament ist günstig bei diabetischer Nephropathie?
ACE-Hemmer:
-Reduzierung der Proteinurie: Sie verringern den Druck in den Glomeruli und reduzieren die Durchlässigkeit für Proteine.
-Nephroprotektiv:
*hemmt entzündliche Prozesse,
*reduziert oxidative Stressreaktionen,
*reduziert Wachstum von Bindegewebe in den Nieren.
6. Was sieht man in der körperlichen Untersuchung bei der Exsikkose im älteren Patienten?
-Trockene Haut und Schleimhäute.
-Stehende Hautfalten.
-Halonierte Augen mit seltenem Lidschlag (zu wenig Tränenflüssigkeit).
-Tachykardie, Hypotonie, Schwacher Puls.
-Verminderte Venenfüllung.
-Verlangsamte Rekapillarisierungszeit (>2s).
*Kinder: Weinen ohne Tränen.
*Säugling: Eingefallene Fontanelle, Unruhe bis Lethargie, Durstfieber.
7. Warum ist bei älteren Patienten Exsikkose sehr häufig?
361
Rojhat aus Kurdistan
362
Rojhat aus Kurdistan
• Polyurie, Polydipsie.
• Extrasystolen, supraventrikuläre und ventrikuläre Tachykardien bis Kammerflimmern.
16. Was sind die NNR-Tumoren und ihre Symptome?
-Phäochromozytom: Anfallsartige Sx: aHT, Tachykardie, Palpitationen, Unruhe, Angst, Schweißausbrüche.
-Conn-Adenom (Primärer Hyperaldosteronismus): aHT, HypoK (Obstipation, Muskelschwäche), [Link] (Parästhesien).
-Cushing-Adenom (Glukokortikoid-Exzess): aHT, Muskelatrophie, Ekchymose, Osteoporose, Glukozetoleranz,
Vollmondgesicht, Stiernacken, Hirsutismus, Virilismus.
-Nebennierenkarzinom.
-Nebenniereninzidentalom.
-Metastase (Tochtergeschwür).
17. Was sieht man in Sono oder CT?
-Phäochromozytom: CT Bei Kontraindikation MRT Wenn im CT/MRT keine Läsion gefunden wurde, dann
Szintigraphie.
-Conn-Adenom: CT oder MRT.
-Cushing: CT oder MRT.
*CT/MRT-Abdomen bei V.a. adrenales Cushing-Sd.
*CT/MRT-Schädel bei V.a. zentrales Cushing-Sd.
*Weitere Bildgebung bei V.a. ektopes Cushing-Sd.
18. Was ist Nierenarterienstenose?
Äx:
-¾ der Fälle Arteriosklerose (alte),
-¼ der Fälle fibromuskuläre Dysplasie (junge Hyperplasie der Gefäßmuskulatur deswegen Verengung)
Kx: aHT, Nierenfunktionsstörung.
Dx: Abdominelles Strömungsgeräusch.
-Labor: HypoK (Hyperaldosteronismus).
-Duplexsono.
-CT- oder MR-Angiographie der Nierenarterien.
Tx:
Indikation: Symptomatisch Verengung ≥ 60 % (insb. bei fibromuskulärer Dysplasie).
Medikamentös: ACE-H/ARB oder CCB Bei bilateraler Stenose sind ACE-H/ARB kontraindiziert!
Endovaskulär: PTA (Perkutane transluminale Angioplastie) mit oder ohne Stentimplantation.
Chirurgisch: Bei erfolglosem endovaskulären Eingriff oder bei Patienten, die an der Aorta operiert werden müssen.
363
Rojhat aus Kurdistan
VI. Hämatologie:
A. Milzruptur:
1. Wann macht man OP und wann konservative Therapie bei Milzruptur? A: s. 260.
Konservativ:
-Goldstandard bei Grad I.
Durchführung:
364
Rojhat aus Kurdistan
365
Rojhat aus Kurdistan
366
Rojhat aus Kurdistan
B. Anämie:
1. Mikrozytäre Anämie, makrozytäre Anämie, normozytäre Anämie? A: s. 263.
-Mikrozytär, hypochrom: MCV und MCH erniedrigt.
-Normozytär, normochrom: MCV und MCH normal.
-Makrozytär, hyperchrom: MCV und MCH erhöht.
Hct: (Erythro+Leuko+Thrombozyten)/Blut.
MCV: Hct/Erythrozytenzahl.
MCH: Hgb/Erythrozytenzahl.
MCHC: Hgb/Hct.
Quelle: Amboss.
2. Sichelzellanämie? A: s. 272.
Erbliche, Hämoglobinsynthesestörung (v. a. Schwarzafrikaner).
Äx: Hämoglobin S (HbS): Punktmutation in Beta-Kette des Hämoglobins.
Kx:
-Bei Homozygotie: Hämolytische Anämie + HSM + schmerzhafte Organinfarkte.
367
Rojhat aus Kurdistan
368
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
14. Anämie: Mikrozytäre, hypochrome; das war Eisenmangel-Anämie. Weiterführende Diagnostik für Abklärung eines
Eisenverlustes? A. s. 264.
-Anamnese.
-KU.
-Labor: Stuhltest auf okkultes Blut, Urin-Stix.
-Abdomensono.
-Weiterführende Diagnostik:
*Gastrointestinale Blutung: ÖGD, Koloskopie.
*Urologische Blutung: Zystoskopie.
*Gynäkologische Blutung: Vaginale Sono.
15. Thrombozytopenischer Patient (Thrombozyten 20.000/mcL) mit Verwirrtheit wurde direkt von anderem
Krankenhaus zu Ihnen zur Aufnahme in die Reha-Klinik gekommen. Was ist die Diagnose? A: s. 276.
VD: HIT II, weil von KH kommt.
DD:
-Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS): Hämolyse + ANV + Thrombozytopenie.
-Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP): Hämolyse + ANV + Thrombozytopenie + Neurologische Symptome.
-Idiopathisch immunthrombozytopenische Purpura.
-DIC.
-Mechanische Herzklappen.
-CLL, ALL, AML.
-Zytostatika.
Quelle: Amboss
16. Was sind die Hämolyse-Parameter?
Hämolysezeichen:
-Haptoglobin↓
-LDH↑
-Indirektes Bilirubin↑
-Retikulozyten↑
Intravasale Hämolyse:
1. Haptoglobin↓: Bei intravasaler Hämolyse erniedrigt, weil Haptoglobin frei Hämoglobin bindet.
2. LDH↑: Zeigt den erhöhten Zelltod bei intra- und extravasaler Hämolyse.
369
Rojhat aus Kurdistan
370
Rojhat aus Kurdistan
-Urämie.
-Medikamente.
-Immunsuppressiva (z.B. Cyclosporin).
-Zytostatika.
-Glukokortikoide.
21. Wie sieht Lymphoblast aus? Ein bisschen über CLL. A: s. 277.
Quelle: ResearchGate.
371
Rojhat aus Kurdistan
372
Rojhat aus Kurdistan
Äx:
-Alpha-Thalassämie: Defekt in Genen von Alpha-Globinkette:
*Kompensatorischer Anstieg von β- und γ-Ketten Vermehrte Bildung von HbH (β4) oder Hb-Barts (γ4).
-Beta-Thalassämie: Defekt in Genen von Beta-Globinkette:
*Kompensatorischem Anstieg von δ- und γ-Ketten Vermehrte Bildung von HbA2 (α2δ2) und HbF (α2γ2)
Pathogenese: Die übermäßig gebildeten Globinketten agglutinieren in der Zellmembran der Erythrozyten und verändern
deren Haltbarkeit Erhöhte Fragilität der Zellmembran.
*Zerfall der Erythrozyten schon während der Erythropoese → Ineffektive Erythropoese → Stimulus für extramedulläre
Blutbildung:
-Im Knochenmark: Osteoporose, Knochendeformitäten, Zerstörung von Knochenstruktur.
-In Leber und Milz: Hepatosplenomegalie.
*Vermehrte Hämolyse.
*Verminderte Flexibilität der Erythrozytenmembran → Vermehrter Abbau in der Milz → Splenomegalie.
Kx:
-Bei Homozygotie (Thalassämia major): Hämolytische Anämie, Wachstumsstörungen und Hepatosplenomegalie.
-Bei Heterozygotie (Thalassämia minor): Leichte hypochrome Anämie und normaler bis erhöhter Ferritin.
Dx:
-BB: Anämie.
-Blutausstrich: Targetzellen.
-Hb-Elektrophorese:
*Beta-Thalassämie: Reduziertes HbA, erhöhte HbA2 und HbF.
*Alpha-Thalassämie: Abnorme Hämoglobine wie HbH oder Hb Bart’s.
Tx:
-Major: Bluttransfusionen, Vermeidung einer Transfusionshämosiderose (mit Deferoxamin), kurativ: allogene
Stammzelltransplantation.
-Minor: Keine Therapie.
373
Rojhat aus Kurdistan
C. Thrombozyten:
1. Was sind die Ursachen von Thrombozytopenie? A: s. 276.
Störung der Thrombozytenproduktion Erniedrigte Megakaryozytenzahl im Knochenmark:
-Verminderte Produktion:
*Toxische Schädigung: Chemikalien (Benzol), Strahlung, Medikamente (Chemotherapeutika, Antibiotika).
*Neoplasien: Akute Leukämien, Lymphome, myelodysplastisches Syndrom (MDS).
*Infektionen: HIV, Hepatitis B/C, Herpesvirus (CMV, EBV, VZV), Parvovirus-B19, viszerale Leishmaniose.
*Aplastische Anämie.
-Ineffektive Produktion:
*Vitamin B12- und Folsäuremangel.
Vermehrter peripherer Umsatz Reaktiv gesteigerte Megakaryozytenzahl im Knochenmark.
-Antikörper gegen Thrombozyten:
*Idiopathisch immunthrombozytopenische Purpura.
*Heparin-induzierte Thrombozytopenie.
*Malignome: CLL.
-Erhhöter Verbrauch:
*Mechanische Herzklappen, ECMO, Dialyse.
*Thrombotische Mikroangiopathien: Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) und thrombotisch-thrombozytopenische
Purpura (TTP)
*Disseminierte intravasale Gerinnung.
*Virale Infektionen: COVID-19, Denguefieber, Hantavirus, HIV.
*Hypersplenismus.
*HELLP-Syndrom.
2. Alles über ITP (Idiopathisch immunthrombozytopenische Purpura)? A: s. 276
-Wie untersuchen wir Knochenmark?
Knochenmark-Aspiration: Mit einer Nadel wird Flüssigkeitsprobe entnommen Zytologie.
Knochenmark-Biopsie: Mit einer größeren Nadel werden Flüssigkeitsprobe und ein Stück von Knochenmark entnommen
Histologie.
Bei ITP nur Aspiration Hyperplasie von Megakaryozyten.
-Therapie?
<20.000/mcL: Steroide Bei Versagen nach 12-monatiger Tx: Splenektomie
Plättchentransfusionen nur bei bedrohlichen Blutungen.
3. Hämatologe hat eine Slide mit CLL über Mikroskope gezeigt darüber gefragt:
374
Rojhat aus Kurdistan
5. Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Hämostase? A: s. 275.
Primäre Hämostase = Weißer Thrombus:
*Ein Netzwerk aus Thrombozyten + Fibrinogen + vWF.
Die primäre Hämostase besteht aus 3 Schritten:
-Thrombozytenadhäsion: Ankleben an den Endotheldefekt mit Hilfe des von-Willebrand-Faktors.
-Thrombozytenaktivierung: Freisetzung gerinnungsfördernder Substanzen wie Thromboxan-A2 ins Blut.
-Thrombozytenaggregation: Vernetzung untereinander durch Fibrinogenmoleküle.
Sekundäre Hämostase = Roter Thrombus:
*Ein Netzwerk aus Thrombozyten + Fibrin + Gerinnungsfaktoren Gerinnungsfaktoren sind hier aktiviert.
Die Gerinnungskaskade besteht aus 2 Wege:
Beide Wege laufen parallel und aktivieren die Thrombin. Thrombin wandelt Fibrinogen in Fibrin und so bildet den stabilen
Thrombus.
-Intrinsisch: F 8-9-11-12
-Extrinsisch: F 3-7
-Gemeinsam: F 1-2-5-10
375
Rojhat aus Kurdistan
D. Transfusion:
1. Woraus bestehen AB0-Blutgruppen?
A-B-Antigene auf den Erythrozyten und A-B-Antikörper im Plasma.
2. Was ist Bedside-Test und warum macht man das? A: s. 266.
-Arzt prüft und schriftlich dokumentiert bei dem Patientenbett letztes Mal, ob auf dem EK deklarierte Blutgruppe der
Blutgruppe von Pat entspricht.
-Um die Hämolyse aufgrund einer ABO-Unverträglichkeit zu verhindern.
3. Was ist der Kreuzprobe und Coombs-Test?
Kreuzprobe: Test für ABO-Unverträglichkeit Spendererythrozyten (A-B-Antigene) und Empfängerplasma (A-B-Antikörper)
Direkter Coombs-Test: Empfängererythrozyten + Testserum vermischt um an Erythrozyten gebundene Antikörper und
Komplementfaktoren nachzuweisen.
Indirekter Coombs-Test: Empfängerplasma + Test-Erythrozyten vermischt um die Antikörper im Plasma gegen
Erythrozytenantigene nachzuweisen.
4. Bluttransfusion von Anordnung bis Komplikationen? A: s. 266.
Verlauf der Transfusion:
Aufklärung Bestimmung der Blutgruppe (ABO-Rh) Kreuzprobe + Antikörpersuchtest Überprüfung von Konserve-
Daten und Pat-Daten Bedside-Test Transfusion in 1-2h Beobachtung der Pat-Reaktion in ersten Minuten
Regelmäßige RR- und Puls-Kontrollen.
Akute Komplikationen:
a. Akute hämolytische Transfusionsreaktion:
Äx: Blutgruppeninkompatibilität (AB0).
Kx: Intravasale Hämolyse: Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Hämoglobinämie, -urie, Hypotonie, ANV, Schock.
Tx:
*Sofort absetzen.
*Intensive Überwachung der Vitalparameter.
*Volumen zur Erhaltung des Nierenflusses.
*Diuretika zur Förderung der Diurese.
*Behandlung des Schocks (z.B. mit Vasopressoren).
*Ggf. Kortikosteroiden: 1000mg Prednisolon iv.
*Kompatible Blutprodukte zur Unterstützung bei schweren Blutungen.
b. Febrile nicht-hämolytische Transfusionsreaktion:
Äx: Antikörper gegen Leukoyzten vom Spender.
Kx: Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein.
Tx:
*Transfusion absetzen.
*Antipyretika (z.B. Paracetamol).
*Antihistaminika bei Bedarf.
*Überwachung des Patienten.
*Nächste Transfusion: Antipyretikum + gewaschene EK Plasmaproteine, Leukozyten und Thrombozyten sind entfernt.
c. Allergische Reaktionen:
Äx: Antikörper gegen Plasmaproteine (z.B. IgA) vom Spender.
Kx: Juckreiz, Nesselsucht, Hautausschlag, in schweren Fällen Anaphylaxie (Atemnot, Schwellung).
Tx:
*Transfusion absetzen.
*Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin).
*Ggf. Kortikosteroiden: 250-1000mg Prednisolon iv.
*Adrenalin bei anaphylaktischen Reaktionen.
*Sauerstoff und Volumen bei Bedarf.
*Nächste Transfusion: Antihistaminikum + ggf. Steroide + gewaschene EK Plasmaproteine, Leukozyten und
Thrombozyten sind entfernt.
d. Transfusionsassoziierte akute Lungenverletzung (TRALI):
Äx: Antikörper vom Spender aktivieren die Granulozyten in der Lunge.
Kx: Akutes Atemnotsyndrom, Hypoxie, Lungenödem.
Tx:
*Sofort absetzen.
*O2-Gabe, ggf. Intubation.
*Flüssigkeitsmanagement (Zurückhaltung bei der Gabe von Flüssigkeiten).
*Ggf. Kortikosteroiden: 250-1000mg Prednisolon iv.
e. Transfusionsassoziierte Kreislaufüberlastung (TACO):
Äx: Übermäßiges Volumen durch Transfusion.
Kx: Atemnot, aHT, Lungenödem.
Tx:
376
Rojhat aus Kurdistan
*Transfusion absetzen.
*Diuretika zur Förderung der Diurese.
*O2-Gabe.
*Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr.
*Überwachung der Vitalparameter.
*In schweren Fällen nicht-invasive oder invasive Beatmung.
f. Bakterielle Kontamination:
Äx: Kontaminiertes Spenderblut.
Kx: Fieber, Schüttelfrost, Sepsis.
Tx:
*Transfusion absetzen.
*Sofort Breitbandantibiotikatherapie.
*Intensive Überwachung.
*Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich.
*Unterstützende Maßnahmen bei Sepsis.
Verzögerte Komplikationen:
a. Verzögerte hämolytische Transfusionsreaktion:
Äx: Alloantikörper reagieren auf Spenderblut verzögert.
Kx: Anämie, Ikterus, Hämoglobinurie, Fieber.
Tx:
*Überwachung der Hämolysezeichen.
*Ggf. erneute Transfusion mit kompatibler Blutprodukte.
*Unterstützende Maßnahmen zur Erhaltung der Nierenfunktion.
*Ggf. Kortikosteroide.
*Engmaschige Laborkontrollen.
b. Transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Krankheit:
Äx: Spender-T-Lymphozyten greifen das Gewebe des Empfängers an.
Kx: Fieber, Hautausschlag, Leberfunktionsstörungen, Durchfall.
Tx:
*Keine spezifische Therapie verfügbar.
*Unterstützende Maßnahmen zur Symptomkontrolle.
*Immunsuppressiva.
*Nächste Transfusion: Bestrahlte EK Inaktivierung von T-Lymphozyten durch Gamma- und Röntgenstrahlen.
c. Eisenüberladung:
Äx: Mehrfache Bluttransfusionen.
Kx: Organschäden, insb. an Leber und Herz, Diabetes.
Tx:
*Regelmäßige Phlebotomie (Aderlass) zur Reduktion des Eisengehalts.
*Chelattherapie (mit Deferoxamin, Deferasirox) zur Bindung und Ausscheidung von überschüssigem Eisen.
*Überwachung der Eisenparameter und Organfunktionen.
d. Infektionsübertragung:
Äx: Viren, Bakterien oder Parasiten im Spenderblut Hepatitis B und C, HIV, Malaria.
Tx:
*Spezifische antimikrobielle Therapie (z.B. antivirale Therapie bei Hepatitis, antiretrovirale Therapie bei HIV).
*Präventive Maßnahmen wie strenge Screening- und Testprotokolle für Blutspender.
377
Rojhat aus Kurdistan
378
Rojhat aus Kurdistan
379
Rojhat aus Kurdistan
380
Rojhat aus Kurdistan
381
Rojhat aus Kurdistan
14. Fall: Pat ist blass und luftnötig und hat Systolikum. Wie gehen Sie vor?
EKG, Röntgen, Labor.
-Hb: 7g/dl, wie sind die Normalwerte für Mann und Frau?
M: 13-17 g/dl. F: 12-15 g/dl.
-Warum ist Hb bei Männern höher?
*Testosteron stimuliert die Freisetzung von Erythropoietin.
*Wg. Regelblutung.
-DDx von mikrozytärer Anämie?
Prüfer wollte Thalassämie hören.
*Eisenmangel, Chr. Erkrankung, Thalassämie.
-Was sind die Hb-Typen?
Adulte Hämoglobine:
*HbA0 (98%): Zwei α- und zwei β-Ketten (α2β2)
*HbA2 (2%): Zwei α- und zwei δ-Kette (α2δ2)
Fetales Hämoglobin (HbF):
*Zwei α- und zwei γ-Ketten (α2γ2):
100% beim Alter <3M, %10 beim Alter 5M, danach <1%.
-Thalassämie-Klassifikation und Therapie? A: s. 272.
Äx:
-Alpha-Thalassämie: Defekt in Genen von Alpha-Globinkette:
*Kompensatorischer Anstieg von β- und γ-Ketten Vermehrte Bildung von HbH (β4) oder Hb-Barts (γ4).
-Beta-Thalassämie: Defekt in Genen von Beta-Globinkette:
*Kompensatorischem Anstieg von δ- und γ-Ketten Vermehrte Bildung von HbA2 (α2δ2) und HbF (α2γ2)
Pathogenese: Die übermäßig gebildeten Globinketten agglutinieren in der Zellmembran der Erythrozyten und verändern
deren Haltbarkeit Erhöhte Fragilität der Zellmembran.
*Zerfall der Erythrozyten schon während der Erythropoese → Ineffektive Erythropoese → Stimulus für extramedulläre
Blutbildung:
-Im Knochenmark: Osteoporose, Knochendeformitäten, Zerstörung von Knochenstruktur.
-In Leber und Milz: Hepatosplenomegalie.
*Vermehrte Hämolyse.
*Verminderte Flexibilität der Erythrozytenmembran → Vermehrter Abbau in der Milz → Splenomegalie.
Kx:
-Bei Homozygotie (Thalassämia major): Hämolytische Anämie, Wachstumsstörungen und Hepatosplenomegalie.
-Bei Heterozygotie (Thalassämia minor): Leichte hypochrome Anämie und normaler bis erhöhter Ferritin.
Dx:
-BB: Anämie.
-Blutausstrich: Targetzellen.
-Hb-Elektrophorese:
382
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
17. Wie sind die Retikulozyten bei Myelodysplastischem Syndrom?
Erythroblasten sind erhöht, aber Retikulozyten und Erythrozyten sind erniedrigt.
Normalerweise in Knochenmark gibt es <5% Blasten, bei MDS ist es 5-20%, bei Leukämien >20%.
18. Wie ist Wells-Score bei LAE?
Wells-Score:
-Z.n. LAE/TVT.
-Klinische Zeichen einer TVT.
383
Rojhat aus Kurdistan
384
Rojhat aus Kurdistan
E. Labor:
1. Was ist Blutgasanalyse? Was sind die normalen Werte?
Invasives diagnostisches Verfahren für:
-Lungenfunktion (Ventilation und Diffusion).
-Elektrolyte.
-Säure-Basen-Haushalt.
-BZ.
-Hgb.
-Laktat.
Prinzip: Blutentnahme (kapillär, arteriell oder venös) und direkte Analyse durch Messgerät.
BGA:
Hypoxämie: pO2-Wert <70mmHg.
Indikation für O2-Gabe: pO2 <60mmHg.
sO2: 98% = pO2: 100mmHg, 90-95% = 80mmHg, 85-89% = 60mmHg, 80-84% = 50mmHg
Zyanose ist bei desoxygeniertem Hgb >5g/dl.
Zentrale: Lungen oder Herzprobleme Zunge ist blau.
Periphere: Zehen sind blau.
Trommelschlägerfinger, Uhrglasnägel: 2 J nach COPD.
Arteriell/Kapillär: O2, CO2, HCO3.
-Beurteilung respiratorischer und metabolischer Störungen Wenn wir etwas respiratorisch (über O2 oder CO2)
wissen möchten, immer arteriell oder kapillär.
-Vor Punktion der A. ulnaris oder A. radialis müssen wir Allen-Test machen und überprüfen, dass diese beide Gefäße
die Hand gut durchbluten.
Venös: pH, Hb, Elektrolyte.
-pO2, sO2, pCO2, HCO3 sind nicht richtig hier.
-Z.B. bei Ketoazidose (oder m. Azidose) brauchen wir alle 30 mins pH-Wert, dann reicht venöse BGA, wir brauchen
keine arterielle BGA.
Respiratorische Probleme: Arteriell/Kapillär.
Metabolische Probleme: Venös.
Anionenlücke: (11+-4) = Na + K – (Cl + HCO3)
Die Kationen und Anionen im Blut müssen gleich sein, weil wir elektrisch neutral sind z.B. Na: 135mg/l, K: 5mg/l,
HCO3: 25mg/l, Cl: 100mg/l. Wenn wir kalkulieren, fehlt es 15 mg/l in Anionen, da wir die kleinen Anionen nicht
messen Das nennt man Anionenlücke.
-Bei Diarrhoe verliert man HCO3, deswegen erhöht Cl, um Anionenlücke stabil zu halten pH erniedrigt.
-Bei Erbrechen verliert man Cl, deswegen erhöht HCO3, um Anionenlücke stabil zu halten pH erhöht.
-Wenn man Säure produziert (diabetische Ketoazidose) oder von außen Säure einnimmt H wird mit HCO3 als
Kompensation verbindet und es wird Bikarbonat-Verlust verursachen Anionenlücke vergrößert pH erniedrigt.
Normale Anionenlücke = Bikarbonat-Verlust: R. Azidose o. R. Alkalose:
Diarrhoe, Galle-, Pankreasfistel, renal-tubuläre Azidose, Medikamente (Carboanhydrasehemmer), Zufuhr von Cl.
Vergrößerte Anionenlücke: Additionsazidose: M. Azidose:
385
Rojhat aus Kurdistan
386
Rojhat aus Kurdistan
Hyperventilation R. Alkalose: pH erhöht, pO2 erhöht, pCO2 erniedrigt, HCO3 erniedrigt, BE normal.
Koma Diabetikum M. Azidose: pH erniedrigt, HCO3 erhöht, pCO2 erniedrigt, BE erniedrigt.
10. BGA wurde mir gegeben, es war metabolische Azidose mit kompensatorischer Hyperventilation.
Kompensierte M. Azidose: pH normal, HCO3 erniedrigt, pCO2 und BE erniedrigt.
11. BGA wurde mir gegeben, es war schwere respiratorische Azidose, metabolisch nicht kompensiert.
Nicht-kompensierte R. Azidose: pH erniedrigt, pCO2 erhöht, HCO3 erhöht, BE normal.
12. BGA eines jungen bewusstlosen Patienten mit M. Azidose respiratorisch kompensiert. Der Pat hat Kussmaul-Atmung
zusätzlich. Was ist VD?
Diabetische Ketoazidose.
13. Was ist Normbereich von Laktat?
Normbereich: 0,5 – 2,2 mmol/l.
-Wo wird Laktat gebildet und abgebaut?
*Laktat ist Endprodukt der anaeroben Glykolyse Produktion in Muskelzellen, Gehirn, Haut, Erythrozyten und Darm.
*Laktatabbau ist durch Gluconeogenese 60% in der Leber und etwa 30% in der Niere.
-Wann muss es regelmäßig kontrolliert werden?
Bei Schock.
14. BGA: pH 7.09, pCO2: 120mmHg, pO2: 83mmHg, sO2: 93%, HCO3: 35 mmol/L, BE +2,5. Was ist das? Behandlung?
Nicht-kompensierte R. Azidose + CO2-Narkose.
Tx: Hier wollte Prüfer ITS und NIV (nicht invasive Beatmung) ab pCO2 60-65 mmHg, ggf Intubation hören.
15. LDL, HDL und Gesamtcholesterin.
*Cholesterin ist als stark lipophile (wasserunlöslich) Substanz, es ist in Blut, Lymphe und Galle nicht löslich und muss daher
entweder in Mizellen verpackt oder an Lipoproteine gebunden transportiert werden.
*VLDL und LDL transportieren Cholesterin zu den Zielgeweben.
*HDL ist zuständig für den reversen Transport zurück zur Leber.
Cholesterin ist Bausubstanz von:
-Zellmembran (Membranlipid).
-Cortison.
-Aldosteron.
-Sexualhormone: Testosteron, Östrogene, Progesteron.
-Gallensäure.
-Vitamin D.
Quelle: Amboss.
16. Was bedeutet CRP?
Capsel-reaktives-Protein:
-In Leber gebildet und abgebaut.
-Akute-Phase-Protein und Entzündungsparameter.
-Lagert sich an Bakterien und zerstörten Körperzellen (d.h. Opsonierung von Pathogenen) Das verstärkt die phagozytäre
Wirkung der Makrophagen Deswegen bei allen Entzündungen erhöht.
-Hohe Sensitivität bei der Erkennung von Entzündungen Bei bakteriellen Infektionen besonders starker Anstieg.
-Anstieg 6–12 Stunden nach Beginn der Entzündungsreaktion.
-HWZ: 24h.
-Normwerte: <0,5mg/dl oder 5mg/L.
17. Was bedeutet PCT?
Procalcitonin: Prohormon des Calcitonins.
387
Rojhat aus Kurdistan
-Physiologisch in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet Bei bakterieller Infektion auch in Leber, Niere, Fettgewebe und
Muskeln gebildet.
-In Schilddrüse wird auf Calcitonin umgewandelt.
-In Leber abgebaut.
-Es wird als Marker für bakterielle Infektionskrankheiten (z.B. bei Sepsis) eingesetzt.
* <0,1 ng/ml: Normbereich.
* 0,5-2 ng/ml: mäßiges Risiko einer bakteriellen Infektion.
* 2-10 ng/ml: hohes Risiko einer bakteriellen Infektion.
* >10 ng/mL: Sepsis/septischer Schock BESTER SEPSIS-MARKER.
18. Wohin geht CRP?
CRP lagert sich an Bakterien und die Membranbestandteile zerstörter Körperzellen (d.h. Opsonierung von Pathogenen) =>
Das verstärkt die phagozytäre Wirkung der Makrophagen.
19. Was heißt Blutbild (kleines BB, DifferenzialBB, Grosses BB)?
Grosses BB = Kleines + Differenzial
388
Rojhat aus Kurdistan
Thrombozyt: Kleinste Zelle, haben meist runde Form und kernloses Zytoplasma.
-Granulozyten: Neutrophile, Basophile, Eosinophile.
Quelle: Amboss.
23. Was bedeutet Hämatokrit?
Hämatokrit: Anteil der Blutzellen (in Prozent) in gesamten Blutvolumen (Erythro + Leuko + Thrombozyten) / Blut.
Da Erythrozyten den größten Anteil (99%) aller Blutzellen ausmachen, ist Hämatokrit eine alternative Messgröße zum
Hämoglobin-Wert.
♂ 0,40–0,50
♀ 0,35–0,45
24. Wann ist Hct erhöht?
Erhöht:
-Lungenerkrankungen.
-Sauerstoffmangel, Rauchen.
-Leben in großen Höhen.
-Leukämien.
-Polyzythämie.
389
Rojhat aus Kurdistan
-Hormonelle Störungen.
-Dehydratation (Flüssigkeitsmangel).
Erniedrigt:
-Eisenmangel.
-Vitamin-B12-Magel.
-Folsäuremangel.
-Innere Blutungen.
-Leukämie.
-Nierenerkrankungen.
-Hämolyse.
-Erbkrankheiten.
-Autoimmunerkrankungen.
-Hyperhydratation (Überwässerung des Körpers).
25. Was können wir in BB finden?
-Anämie: Niedrige Hgb, Hct, Erythrozyten Eisen-, Vitamin-B12-, Folsäuremangel, hämolytische Anämie usw.
-Leukämie: Leukozytose akute myeloische Leukämie (AML), chronische myeloische Leukämie (CML).
-Infektionen: Leukozytose bakteriell, viral oder parasitär.
-Entzündliche Erkrankungen: Leukozytose rheumatoide Arthritis, Lupus, Morbus Crohn usw.
-Myeloproliferative Erkrankungen: Erhöhte Erythrozyten, Thrombozyten Polycythämia vera, Essentielle
Thrombozythämie oder Primäre Myelofibrose.
-Thrombozytopenie.
-Agranulozytose.
-Maligne Tumoren: Lymphome oder metastasierendem Krebs.
26. Detaillierte Fragen über Blutbild, Differentialblutbild? A: s. Frage 19.
27. Was bedeutet CRP, PCT? A: s. Frage 16-17.
28. Was bedeutet D-Dimere?
*Fibrin-Fibrinogen-Spaltprodukte, die durch Fibrinolyse entstehen und zur Ausschluss von Thrombosen genutzt werden.
*D-Dimere: <500 μg/L Ab 50 Jahre alle 10 Jahre Normwert 100 μg/L höher z.B. 51-60J <600 μg/L
-Geringe Spezifität → Nicht geeignet zur Bestätigung einer LAE.
-Hohe Sensitivität → Geeignet zum Ausschluss einer TVT, LAE.
Erhöht bei:
-TVT.
-LAE.
-DIC.
-Sepsis.
-MI.
-Nach chirurgischen Eingriffen.
-Leberzirrhose (verzögerter Abbau).
-Hämolytisch-urämischem Syndrom.
-Fortgeschrittenem Alter.
-Schwangerschaft.
29. Was ist am wichtigsten bei Blutabnahme?
Nachdem wir die Desinfektionsmittel spritzen, sollen wir 20 Sekunden WARTEN, bis es wirkt (das wollte er hören).
30. Wer darf Röntgen anordnen?
Ein approbierter Arzt mit Fach- und Sachkunde im Strahlenschutz.
Fachkunde: Man bekommt nach theoretischer Fachkundekurs Grundkurs für 3 Tage, einem Spezialkurs für 2 Tage.
Sachkunde: Man bekommt nach einer Ausbildung mit 600 bis 1000 Bilder in mind. 12 Monaten.
*Alle 5 Jahre muss man die Fachkunde-Prüfung teilnehmen und die Fachkunde aktualisieren.
31. Eine Pat mit Hb 10 g/dl, MCH, MCV niedrig, was ist Verdacht-Diagnose?
Eisenmangelanämie.
32. Welche Laborwerte bestimmen Sie noch?
Ferritin, Transferrin, Eisen, Transferrinsättigung, Retikulozyten, sTfR.
33. Könnte trotz Ferritin-Erhöhung eine Eisenmangelanämie sein?
Ja, bei Entzündungen falsche Erhöhung, da Ferritin ein Akut-Phase-Protein ist.
34. Faktor-5-Leiden, ist das eine Mutation oder Mangel?
Das ist kein Mangel, sondern eine Mutation. Deswegen kann aktivierte Protein-C-Komplex (APC) das Faktor 5 nicht
verbinden und inhibieren Gerinnung geht immer wieder weiter und verursacht Thrombosen.
*Leiden ist der Name einer Stadt in Niederlanden.
*APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation): Hereditäre Thrombophilie (autosomal-dominant vererbt).
35. Ist Luft in der venösen Infusion gefährlich? A: Doccheck.
Im Venensystem:
*<100 ml Luft wird vom Körper folgenlos resorbiert.
Bei arterieller Luftembolie:
390
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
Rote Pfeile: Rupturierte neoplastische Lymphozyte (Gumprecht-Kernschatten) typisch für CLL.
Blaue Pfeile: Kleine Lymphozyte.
40. Was ist CRP und wann es im Blut erhöht? A: s. Frage 16.
41. Was sind INR und Antikoagulantien?
-INR ist ein standardisiertes Verfahren zur Prüfung des extrinsischen Gerinnungssystems zur Steuerung und
Verlaufskontrolle einer Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon, Warfarin).
-INR wird ersetzt im klinischen Alltag immer mehr den traditionellen Quick-Wert (Referenzbereich 70–130%).
-Zielbereich (therapeutische Bereich) für den Quickwert bei einer Cumarinbehandlung liegt bei 15–40%.
Antikoagulanzien:
P.o.: Vit-K-Antagonisten (Phenprocoumon), DOAK (Api-, Edo-, Rivaroxaban, Dabigatran).
I.v.: UFH.
S.c.: UFH, NMH (Enoxa-, Tinzaparin), Heparinanalog (Fondaparinux).
42. Primäre und sekundäre Hämostase? A: s. 275.
Primäre Hämostase = Weißer Thrombus:
*Ein Netzwerk aus Thrombozyten + Fibrinogen + vWF.
Die primäre Hämostase besteht aus 3 Schritten:
-Thrombozytenadhäsion: Ankleben an den Endotheldefekt mit Hilfe des von-Willebrand-Faktors.
-Thrombozytenaktivierung: Freisetzung gerinnungsfördernder Substanzen wie Thromboxan-A2 ins Blut.
-Thrombozytenaggregation: Vernetzung untereinander durch Fibrinogenmoleküle.
Sekundäre Hämostase = Roter Thrombus:
*Ein Netzwerk aus Thrombozyten + Fibrin + Gerinnungsfaktoren Gerinnungsfaktoren sind hier aktiviert.
Die Gerinnungskaskade besteht aus 2 Wege:
Beide Wege laufen parallel und aktivieren die Thrombin. Thrombin wandelt Fibrinogen in Fibrin und so bildet den stabilen
Thrombus.
-Intrinsisch: F 8-9-11-12.
391
Rojhat aus Kurdistan
-Extrinsisch: F 3-7.
-Gemeinsam: F 1-2-5-10.
392
Rojhat aus Kurdistan
393
Rojhat aus Kurdistan
394
Rojhat aus Kurdistan
395
Rojhat aus Kurdistan
396
Rojhat aus Kurdistan
53. Blutbild erhalten: Es war eine megaloblastäre Anämie mit Hb 4.4 g/dl. Diagnose? Ätiologie?
Vit-B12- o. Folsäuremangel.
397
Rojhat aus Kurdistan
VII. Infektiologie:
A. Sepsis:
1. Warum führt Sepsis zu Hyperpermeabilität und Vasodilatation?
Pathogenese vom septischen Schock:
Warum verursacht die Anwesenheit von Mikroorganismen einen Schock, also eine Perfusionsstörung?
Endotheliale Immunmediatoren schaffen günstigere Bedingungen für den Körper, um die Keime zu bekämpfen.
Endotelzellen erzeugen eine Vasodilatation durch NO, so dass Immunzellen leicht in diesen Bereich gelangen können.
Bradykinin erhöht die Permeabilität von Kapillaren, damit Immunzellen und -mediatoren besser ins Gewebe landen.
Durch die Vasodilatation staut sich das Blut in der Peripherie und der Blutfluss zum Herzen, PRELOAD, nimmt ab.
Aufgrund der erhöhten Permeabilität geht mehr Flüssigkeit aus den Kapillaren in den interstitiellen Bereich.
Z.B. bei einer Pankreatitis staut sich literweise Flüssigkeit im Peritoneum, warum? Weil die Permeabilität erhöht ist.
Es bilden sich abnormale arteriovenöse Shunts zwischen Arterien und Venen, und das Blut fließt direkt in die Vene,
anstatt in die Zelle zu gelangen.
Infolgedessen können die Zelle aus all diesen Gründen nicht genug Blut und O2 bekommen und beginnen mit der
anaeroben Atmung.
Es sammeln sich schädliche Metabolite wie Laktat an.
Das ist die Durchblutungsstörung (Schockbild) aufgrund einer Infektion.
Die Blutvolumen sind normal, aber sind im falschen Ort.
Amboss:
Generalisierte Endothelaktivierung → Vasodilatation durch Freisetzung von NO und Hyperpermeabilität durch Bradykinin
→ Untergang von Endothelzellen → Kapillarleck mit Verlust der Barrierefunktion → Austritt von Flüssigkeit und anderen
Blutbestandteilen (Albumin!) aus dem Blutgefäßsystem → Generalisierte und verstärkte Ödembildung.
2. Was ist das Pathomechanismus von Gerinnungsstörungen und DIC bei Sepsis?
Endothelzelldysfunktion → vermehrte Bildung von Gewebefaktor (Tissue Factor = F3) von Endothelzellen und Monozyten →
Vermehrte Thrombinbildung (F2) → Störungen des Protein-C-S-Systems → Mikrothrombosen Störung der Fibrinolyse →
In der Summe überwiegen prokoagulatorische Tendenzen → Disseminierte intravasale Gerinnung, Mikrothromben in allen
Organen → Danach Verbrauch von Thrombozyten, Gerinnungsfaktoren und Fibrinogen → Schwere Blutungen
(Verbrauchskoagulopathie).
Quelle: Amboss.
3. Was sind die vier Mechanismen für Laktaterhöhung?
398
Rojhat aus Kurdistan
399
Rojhat aus Kurdistan
400
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
8. Wie behandeln Sie eine Sepsis? A: s. 280 und Frage 4.
9. Was sind die vier Ursachen für eine Laktatazidose? A: s. Frage 3.
a. Hypoxie = Erhöhte Produktion durch anaerobe Glykolyse:
*Schock, schwere Anämie, Hypoventilation, Gewebeischämie.
b. Verminderter Abbau von Laktat = Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels.
*Laktat wird in der Leber zu Pyruvat und dann zu Glukose abgebaut. Wenn dieser Prozess gestört ist, steigt die
Laktatkonzentration im Blut.
*Lebererkrankungen, genetische Defekte im Glukoneogenese (Pyruvatdehydrogenase-Mangel).
c. Vergiftungen und Medikamente = Verminderter Laktatabbau in den Mitochondrien:
*Wenn die mitochondriale Funktion beeinträchtigt ist, kann der Abbau von Laktat gestört sein.
*Beispiele: Metformin, Alkohol, Salicylate, Cyanid, CO-Vergiftung.
d. Intensive körperliche Anstrengung = Erhöhter Laktattransport ins Blut:
Eine verstärkte Freisetzung von Laktat ins Blut kann durch intensive körperliche Anstrengung oder durch die Aktivierung
bestimmter Stoffwechselwege verursacht werden.
Beispiele: Intensive körperliche Aktivität, bestimmte hormonelle Zustände (wie Katecholaminüberschuss bei
Phäochromozytom).
10. Fragen über Sepsis und Sepsis-Kriterien (SOFA): A: s. 280 und Frage 7.
11. Blutkultur: A: s. 293.
Material:
Stauschlauch, Desinfektionsmittel, keimarme Tupfer, Handschuhe, Blutkultursets, Punktionsnadel, Abwurf, Pflaster.
Durchführung:
-Vor Beginn der antibiotischen Therapie. Kein Warten auf einen Fieberanstieg!
-Händedesinfektion. Handschuhe benutzen.
-Einstichmembran der Blutkulturflaschen desinfizieren und für 30s trocknen lassen.
-Punktionsstelle desinfizieren, für 30s einwirken lassen Keine erneute Palpation der Vene!
-Blutentnahme (mind. 2 Blutkultursets) von 10ml pro Blutkulturflasche von 2 verschiedenen peripherien Venen.
-Entnahmeort ist periphere Venen. Entnahme aus liegenden Kathetersystemen vermeiden.
401
Rojhat aus Kurdistan
B. Nosokomiale Infektionen:
1. Was sind die nosokomialen Infektionen? A: s. 282.
Infektionen, die frühestens 48 h nach Hospitalisierung bis 90 Tage auftreten.
*Krankenhaus, Rehaklinik, Praxis, Dialysezentrum, Pflegeheim, Ambulante Pflegedienst, Hospiz.
*30 Tage: Infektion nach OP ohne Implantate.
*90 Tage (oder länger): Infektion nach OP mit Implantaten (z.B. HSM, Knie-Hüft-TEP).
2. Welche Krankheiten verursachen die nosokomialen Infektionen neben Pyelonephritis?
Pneumonie, Wundinfektionen.
3. Bei Blutkultur wie lange warten Sie für Desinfektion?
Desinfektionsmittel etwa 30 bis 60s einwirken lassen, bevor man mit der Blutentnahme beginnt.
4. Wie ist Händedesinfektion? Mit welchen Substanzen? A: s. 293.
Für 30s.
402
Rojhat aus Kurdistan
403
Rojhat aus Kurdistan
C. Erysipel:
1. Was ist Erreger bei Erysipel? A: s. 284.
B-hämolysierende Streptokokken Gruppe A S. pyogenes.
2. Was ist die Erysipel-Therapie? A: s. 284.
- Kühlung, Ruhigstellung und Hochlagerung.
- Penicilline: Penicillin V 1,5 Mio IE 1-1-1 für 7-14 Tage.
- Bei Penicillinallergie: Makrolide oder Clindamycin.
D. Abszess:
1. Was ist die Definiton von Abszess? A: s. 285.
Abszess: Abgekapselte Eiteransammlung in einer nicht-bestehenden Körperhöhle durch Einschmelzung von infiziertem
Gewebe.
Empyem: Eiter in einer bestehenden Körperhöhle Peritonealhöhle, Gallenblase, Pleura, Gelenk).
Phlegmone: Eiter mit diffuser Ausbreitung im Bindegewebe.
*Begrenzte Phlegmone: Begrenzte Infektion von Dermis und Subkutis Cellulitis.
*Phlegmone: Infektion bis zur Faszie oder Muskulatur reichend.
404
Rojhat aus Kurdistan
E. Fieber:
1. Was ist die Definition von Fieber? A: s. 294.
Erhöhung der Körpertemperatur durch hypothalamische Wärmeregulation:
rektal/sublingual/axillär: >38 / ≥37,5 / >37,7 °C
2. Was sind DDx von Fieber? A: s. 294.
-Infektionen: Bakteriell, viral, parasitär, Pilze.
-Autoimmunerkrankungen: Kollagenosen (RA, SLE, Sklerodermie, Sjögren), Vaskulitiden, M. Crohn, Colitis Ulcerosa.
-Malignome: Leukämien, Lymphome.
-Medikamente: Penicilline, Cephalosporine, Flourchinolone, Antikonvulsiva, -depresiva, -psychotika, ACE-H.
-OP und Verletzungen.
-Hyperthyreose.
-Impfungen.
3. Wie entsteht Fieber? Was ist Schüttelfrost, wie entsteht es?
*Fieber entsteht, weil eine erhöhte Temperatur die Aktivität des Immunsystems erhöht und die Vermehrung von
Krankheitserregern hemmt. Der Körper setzt Interleukinen und Prostaglandinen frei, die den Hypothalamus beeinflussen,
um die Körpertemperatur zu erhöhen.
*Schüttelfrost hingegen ist eine Art physiologische Reaktion auf Fieber. Wenn der Körper versucht, seine Temperatur zu
erhöhen, können die Muskeln zittern, um zusätzliche Wärme zu erzeugen. Dies kann zu dem bekannten Gefühl von Kälte
und Schüttelfrost führen, obwohl die Körpertemperatur eigentlich steigt.
4. Fall: Patientin in Geriatrie nach Schenkelhalsfraktur hat Fieber auf Station, wie gehen Sie vor?
Anamnese, KU für Wunde.
-Klinisch keine Entzündung-Zeichen. Wunde sauber. Dann was machen Sie?
Urinstatus.
-Pathologisch, was machen Sie weiter?
Sehr wichtig; Blutkultur zu sagen. Dazu Urinkultur.
-Welche Antibiotika verordnen Sie? A: s. 377.
Cipro 400mg iv 1-0-1 o. Ceftriaxon 2g iv 1-0-1 o. Ampicillin/Sulbaktam 2/1g 1-1-1
-Soll die Patientin beweglich sein oder nicht? Warum?
Ja, um die mögliche Komplikationen zu verhindern:
*Komplikationen: Thrombosen, Pneumonie, HWI und Dekubitus. Bewegung fördert die Durchblutung, unterstützt die
Atemfunktion und trägt zur Aufrechterhaltung der normalen Funktion verschiedener Organsysteme bei.
*Reduzierung des Muskelabbaus.
*Förderung der Darmfunktion: Dies kann Verstopfung verhindern, die häufig nach OP auftreten können.
*Verbesserung des psychischen Wohlbefindens.
*Beschleunigung der Genesung: Die Länge des Krankenhausaufenthalts verkürzt.
5. Grampositive und -negative Bakterien?
405
Rojhat aus Kurdistan
406
Rojhat aus Kurdistan
F. Durchfall:
1. Warum wird Stuhl schwarzfärbig?
*Die schwarze Farbe wird durch Hämatin verursacht. Hämatin entsteht, wenn das Eisen von Hämoglobin beim Kontakt
mit der Magensäure oxidiert.
*Im Verlauf der Darmpassage kann es jedoch zusätzlich bei bakteriellen Abbauprozessen des Blutes zur Schwarzfärbung
des Stuhls kommen, sodass auch Dünndarmblutungen zu Teerstuhl führen können.
2. Ein 81J Pat klagte über Leistungsminderung in NA, war blass und kachektisch. RR 100/60 mmHg. Er hatte vor einer
Woche Verstopfung, dann plötzlich Durchfall. Kein Blut im Stuhl. Kreislauf stabil.
-Was ist Ihre Diagnose, wie gehen Sie vor?
Paradoxe Diarrhoe: Obstipation mit Durchfall.
Flüssiger und übelriechender Stuhlgang wg. Stenose im Kolon oder Rektum.
Äx:
-Kolorektalkarzinom Stenosen im Rektum oder Kolon.
-Kotsteine bei alten, bettlägerigen Patienten mit chronischer Obstipation.
Dx:
-DRU: Hierbei können Tumore ertastet und Kotsteine mobilisiert werden.
-Koloskopie: Zum Ausschluss eines Karzinoms.
Tx: Behandlung der Grunderkrankung:
-Bei Kotsteinen: Anwendung von Therapeutika bei anorektaler Entleerungsstörung und danach konsequente
Anwendung von Basistherapeutika bei Obstipation: Isoosmotisch wirkende Laxanzien (Macrogol po).
-Mechanische Ausräumung: Kann bei sehr hartnäckigen Kotsteinen erforderlich werden.
-Mechanismus von paradoxaler Diarrhoe?
Motilitätsstörungen des Darms: Die normale Darmmotilität ist gestört, was zu einer inkonsistenten Peristaltik führt.
Dies kann dazu führen, dass Dickdarm die Teile des Stuhls zu lange behält, was zu Verstopfung führt, während
gleichzeitig Flüssigkeit und Stuhl an anderen Stellen des Darms vorbeifließen, was zu Durchfall führt.
3. Diarrhoe nach Cephalosporin, was kann das sein?
Clostridium-Difficile-Infektion.
-Was ist diagnostisches Verfahren bei pseudomembranöser Kolitis? A: s. 164.
Koloskopisch sieht man Pseudomembrane: Folge lokaler Entzündungen auftretende weißlich-gelbe Schleimhautbeläge
aus Fibrin und Zelldetritus (nekrotische Epithelzellen und Leukozyten).
-Warum gibt man hier kein Antidiarrhoikum wie Loperamid?
Gefahr von toxischem Megakolon und Perforation.
4. Diarrhö im Winter, welche Erreger kann das verursachen?
Norovirus:
Winter vomiting disease Häufig im Winter.
Relativ schnell vorbei 1-2 Tage dauert.
Ansteckung: Aerosole nach Erbrechen, Ausscheidung über den Stuhl Kontaminierte Speisen und Gegenstände.
Kx: Übelkeit, heftiges Erbrechen.
Dx: Bei Ausbruch diagnostizieren nicht alle Patienten, sondern nur 5 Patienten.
Tx: Symptomatisch.
5. Was ist normaler Stuhlfrequenz?
Normal: 3-mal/Woche bis 3-mal/Tag.
Diarrhoe: >3 Stuhlgange am Tag und Flüssig wie ein Kaffee.
-zu häufig: >3/d
-zu flüssig: >75 % Wasseranteil
-zu viel: >250 g/d
6. Wie macht man digital-rektale Untersuchung?
In Rückenlage mit gering gespreizten (raised legs) und aufgestellten Beinen oder in Links-/Rechtsseitenlage.
Der Untersucher bittet den Patienten zu pressen und führt dann den (mit einem Handschuh geschützten und mit Vaseline
bestrichenen) Zeigefinger per anal ein.
-Was wird von der Untersuchung erwartet?
*Beurteilung des Sphinktertonus und Analkanals.
*Beurteilung möglicher Rückstände von Stuhl/Blut am Finger.
*Beurteilung der Prostata.
*Vorliegen von Resistenzen (Tumore).
7. Patient mit Durchfall nach Antibiotika?
V.a. Clostridium-Difficile-Infektion.
-Diagnostik und Behandlung? A: s. 164.
Dx:
*Stuhl: Clostridium-difficile-Toxin A und B.
*Blutbild: Leukozytose.
*Ggf. Koloskopie: Pseudomembrane bei einer pseudomembranösen Kolitis Nur bei fehlendem Erregernachweis.
407
Rojhat aus Kurdistan
Tx:
1. Wahl: Fidaxomicin 200 mg po 1-0-1 für 10 Tage.
Alternative: Milder Verlauf: Metronidazol 500mg po 1-1-1, Schwerer Verlauf: Vancomycin 125mg po 4x1 für 10 Tage.
-Wie ist Stuhlgang?
Wässrige, übelriechende, evtl. blutige Diarrhoe.
8. Wie läuft die Sanierung bei MRSA, MRGN? A: s. 282.
Dekolonisation von MRGN: NEIN! Weil Kolonisation im Verdauungstrakt ist.
Dekolonisation von MRSA:
*Nasale Besiedlung: Mupirocin-Salbe.
*Oropharyngeale Besiedlung: Mundspülung und Gurgeln mit Chlorhexidin.
*Hautbesiedlung: Ganzkörperwaschungen mit antiseptischen Waschlösungen.
*Bei Infektion: Vankomycin iv (Linezolid po/iv, Daptomycin iv).
Erfolgskontrolle und Aufhebung der Isolierung: nach 3 negativen Abstrichen.
Bei Versagen der Dekolonisation: Wiederholung der Dekolonisation.
-Wer sind die Risikopatienten bei nosokomialen Infektionen?
*Hohes Alter.
*Längerer stationärer Aufenthalt.
*DM und Immunsuppression.
-Kolonisation-Rate in Deutschland?
Methicillin-sensibler Staphylococcus aureus (MSSA): 30%
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA): Ca. 0,5–5%
9. MRSA ausführlich? A: s. 282.
10. Fall: 25J Mann mit Durchfall, wie gehen Sie vor?
Ich: Weitere Anamnese?
Prüfer: Bauchschmerzen.
Ich: V.a. CED.
Prüfer: Unterschied zwischen M. Crohn und U. Colitis, extra-abdominelle Manifestation?
408
Rojhat aus Kurdistan
Extraintestinal:
Crohn:
*Auge: Uveitis, Iritis, Episkleritis.
*Gallengänge: Primär sklerosierende Cholangitis (seltener als bei Colitis ulcerosa).
*Haut: Erythema nodosum. Pyoderma gangraenosum (seltener als bei Colitis ulcerosa).
*Mund: Pyostomatitis vegetans, Cheilitis.
*Gelenke: Arthritis (Sakroiliitis, Spondylitis).
Colitis Ulzerosa:
*Auge: Iritis, Episkleritis, Uveitis.
*Gallengänge: Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) +++
*Haut: Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum.
*Mund: Pyostomatitis vegetans.
*Gelenke: Arthritis (Sakroiliitis, Spondylitis).
409
Rojhat aus Kurdistan
Pyoderma gangraenosum: Schnell fortschreitende, schmerzhafte Hautläsion mit Ulzerationen und Nekrose.
*Pyo: Eiter Derma: Haut Gangraenosum: Gangränös.
*Eitrige, gangränartige Hauterkrankung.
-Vorsorge bei Kolorektalkarzinom?
Ab 50 Okkult-Blut jährlich.
Ab 55 Koloskopie alle 10 J.
11. Ein Junge ging im Wald und kamm mit ringförmigem Hautausschlag. Was ist das?
Ich habe nur Borreliose gesagt. (s. 294)
-Typische Haut-Läsion?
Erythema Migrans.
-Behandlung?
Doxycyclin 200mg po 1-0-1 für 2-3 Wochen.
12. Über Typhus kurz geredet, aber sie hat gefragt, ob ich andere Typhus kenne. Nein habe ich gesagt, dann sie hat
gefragt, ob ich Salmonella Typhi weiß.
Salmonella Typhi Erreger des Typhus.
Salmonella Paratyphi Erreger des Paratyphus.
Übertragung: Fäkal-oral Die Krankheit kann Tage bis Monate ausbrechen (Inkubationszeit 3–60 Tage).
Kx:
-Stadium I (Stadium incrementi): Langsamer Fieberanstieg und Obstipation(!) typisch.
-Stadium II (Stadium fastigii): Kontinua-Fieber, Roseolen am Bauch, Bradykardie, Benommenheit und erbsbreiartige Stühle.
-Stadium III (Stadium decrementi): Abklingen der Symptome.
Dx: Blutkultur, Stuhlkultur, Serologie mit AK-Nachweis, BB (Leukopenie und Eosinopenie).
Tx: Fluorchinolonen (Ciprofloxacin), Alternative: Ceftriaxon.
13. Koch mit Salmonella Positiv?
Er darf nicht arbeiten.
14. Ein Patient ist aufgeklärt für ein Cholezystektomie. Blut ist abgenommen und hat ein elektiver Termin, aber er
arbeitet in der Landwirtschaft. Worauf sollten Sie achten?
Prüfer: Wir sollen darauf achten, ob der Patient MRSA positiv ist, da 70% der Tiere in DE Antibiotikum bekommen.
15. Welche Arten von multiple-resistentem Erreger kennen Sie?
Grampositiv: MRSA, VRE (Vancomycin resistente Enterokokken).
Gramnegativ: 3-MRGN, 4-MRGN, ESBL-Keime (Extended Spektrum Beta-Laktamase: [Link], Klebsiellen, Proteus).
*ESBL-Keime produzieren das Enzym Extended spektrum Beta-Laktamase Das ESBL-Enzym spaltet den Beta-Lactam-Ring
des Antibiotikums ab Ohne diesen Ring verliert das Antibiotikum seine Fähigkeit, an die Transpeptidasen (Penicillin-
Bindeproteine) zu binden und die bakterielle Zellwand zu hemmen Und das macht Beta-Laktam-Antibiotika wie
Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme unwirksam.
*Normalerweise Beta-Laktam-Inhibitoren (wie Clavulansäure, Sulbaktam) inhibieren das Enzym Beta-Laktamase und
schützen Beta-Laktam-Ring von Antibiotika. Aber die ESBL-Keime haben eine spezielle Beta-Laktamase-Enzym, deswegen
sind Beta-Laktam-Inhibitoren hier ineffektiv.
16. Fall: Ein Patient aus Station hat Ampicillin genommen und Diarrhoe bekommen. Woran könnte es liegen?
Antibiotika-assoziierte Diarrhö oder Clostridium-Difficile-Infektion.
-Diagnose und Therapie von Clostridium difficile? A: s. 164, Frage 7.
-Welche anderen Typen von Clostridium kennen Sie und was machen die?
Clostridium perfringens: Gasbrand.
Clostridium tetani: Tetanus.
410
Rojhat aus Kurdistan
411
Rojhat aus Kurdistan
G. Gastroenteritis:
1. Was ist Meldepflicht und wo meldet man?
Meldung der bestimmten Krankheiten an das Gesundheitsamt Gesundheitsamt bewertet alle gemeldeten Daten und
gibt spätestens am folgenden Arbeitstag an die zuständige Landesbehörde weiter Landesbehörde übermittelt am
darauffolgenden Arbeitstag die Daten an das RKI.
*KH Gesundheitsamt zuständige Landesbehörde RKI.
2. Meldepflichtige Erkrankungen (nur Beispiele)?
Nicht-namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis:
-Treponema pallidum → Syphilis.
-HIV → AIDS.
-Plasmodium sp. → Malaria.
-Toxoplasma gondii → Toxoplasmose nur konnatale (angeborene) Toxoplasmose muss gemeldet werden.
-Neisseria gonorrhoeae (nur bei verminderter Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin, Cefixim oder Ceftriaxon) →
Gonorrhö
Namentliche Meldepflicht bei direktem u/o. indirektem Erregernachweis, bei Hinweis auf eine akute Infektion:
-Masernvirus → Masern.
-Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) → COVID-19.
-V. Cholera → Cholera.
-Malaria.
-Influenzaviren → Endemische Grippe.
-Norovirus → Norovirus-Infektion.
-Rotavirus → Rotavirus-Infektion.
3. Was ist der Unterschied zwischen Sterilisation und Desinfektion?
Desinfektion: Reduzierung der Keime am Gegenstand.
Sterilisation: Komplett Freimachen von Keimen: Bakterien, Pilze, Sporen, Viren, auch Prionen müssen inaktiviert sein.
4. Was ist der Infektionsweg von Borreliose? A: s. 294.
Borrelien gelangen aus der Zecke in die Haut.
Übertragung steigt mit der Dauer des Saugaktes Die Übertragung erfolgt normalerweise erst nach mehreren Stunden.
5. Malaria? A: s. 295.
Meldepflichtige Tropenkrankheit.
Erreger: Plasmodien.
Vektor: Anopheles- Mücke.
Patho: Stich von Anopheles-Mücke Plasmodien infizieren erst die Leber und vermehren sich Dann treten ins Blut und
infizieren Erythrozyten Dort vermehren sich und platzen die Erythrozyten und verursachen intravasale Hämolyse.
Kx:
-Plasmodium malariae: Malaria quartana (4-Tage-Fieber) alle 72h Fieberschübe.
-Plasmodium vivax und ovale: Malaria tertiana (3-Tage-Fieber) alle 48h Fieberschübe.
-Plasmodium falciparum: Komplizierte Malaria tropica Unregelmäßige Fieberschübe.
*Intravasale Hämolyse, Bewusstseinsstörung, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus, Anämie etc.
Dx: Mikroskop: Direkter Nachweis im „dicken Tropfen“ im Blutausstrich.
Tx: Chloroquin, Chinin.
Prophylaxe:
-Chloroquin, Chinin bei Reisen in Endemiegebiete.
-Mückennetze, Bedeckung von freien Körperstellen gegen Anopheles Mücke.
6. Was ist Darmtuberkulose?
Tuberkulose von Darm:
Äx:
-Unpasteurisierte Milch (Mycobacterium bovis).
-Als schwere Komplikation der Lungentuberkulose Verschlucken von erregerhaltigem Sputum oder hämatogene
Übertragung v.a. bei Immundefizienz (AIDS).
Lokalisation: 90% Ileozökum mit diskontinuierlichem, asymmetrischem Befall.
Kx: Chronische blutige Durchfälle, Fieber, Gewichtsverlust.
Dx: Gastroskopie und Koloskopie mit Biopsie. Mikroskopie von Stuhl.
Tx: Isoniazid + Rifampicin + Pyrazinamid + Ethambutol für 2 Monate Dann Iso + Rif für 4 Monate.
7. Extrapulmonale Manifestationen von Tbc? A: s. 99.
Haut-, Kehlkopf-, Knochen-, Herz-, Augen-, Darm-, Urogenitaltuberkulose, Tuberkulöse Meningitis.
Dx:
-Tuberkulöse Meningitis: LP.
-Tuberkulöse Spondylitis: CT/MRT.
-Urogenitaltuberkulose: Urinkultur, Sono, evtl. CT.
-Tuberkulose des Gastrointestinaltraktes: Stuhlkultur, Endoskopie, Biopsie.
8. Wie ist Tbc-Diagnosis?
412
Rojhat aus Kurdistan
*Quantiferon-Test (Interferon-gamma-test): Nachweis von interferonproduzierenden Zellen im Blut positiv nur bei
Menschen nach Kontakt mit Tbc, nicht positiv nach BCG-Impfung.
Bei diesem Test wird mittels ELISA die Menge von Interferon-γ gemessen, die von den T-Zellen bei Kontakt mit Antigenen
des Tuberkulose ausgeschüttet wird.
*Tuberkulin-Hauttest: Nachweis von Memory-T-Zellen Positiv 3-9 Wochen nach Kontakt mit Tuberkelbakterien oder
nach BCG-Impfung Bei Kinder unter 4J ist Tuberkulintest besser als Quantiferontest.
*Mikroskopie, PCR, Kultur: 3 Tage aufeinander schicken wir Sputum ins Labor zur Mikroskopie Wenn wir Bakterien
sehen, dann ist es eine offene Tbc Dann isolieren wir den Pat Dann machen wir PCR und Kultur: Wir gucken die
Bakterien genauer und machen eine Resistogram.
9. Warum machen wir zuerst keine Blutkultur bei Tbc?
Sehr lange Generationszeit dauert bis zu 6 Wochen.
10. Welche Tbc-Typen gibt es?
Haut-, Kehlkopf-, Knochen-, Herz-, Augen-, Darm-, Urogenitaltuberkulose, Tuberkulöse Meningitis.
-Es gibt eine der häufigsten Enteritiden in der Welt, die durch Tbc verursacht wird?
Darmtuberkulose.
-Ja, wie kann man das diagnostizieren?
Mikroskopie von Stuhlprobe man sieht Stäbchen.
Gastroskopie und Koloskopie mit Biopsie.
11. Was ist die häufigste Zoonose?
Ich: Malaria.
(Campylobacter-Enteritis ist die häufigste bakterielle Zoonose weltweit: Geflügel, Schweine, Katzen, Hunde)
-Welches Tier?
Anopheles-Mücke.
-Wie heißt der Erreger? A: s. 295 und Frage 5.
Plasmodium malaria, vivax, ovale, falciparum.
12. Wie nennt man die von den Tieren in die Menschen übertragene Krankheiten?
Zoonose.
-Nennen Sie ein paar?
Tollwut durch Viren.
Borreliose durch Bakterien.
Toxoplasmose durch Protozoen.
Echinokokkose durch Helminthen.
-Was ist der Erreger und die Überträger?
Tollwut Rabiesvirus Hunde.
Borreliose Borrelia-burgdorferi Zecken.
Toxoplasmose Toxoplasma gondii Katzen.
Echinokokkose Echinococcus granulosus (Hunde), multilocularis (Fuchse).
Malaria Plasmodien Anopheles-Mücken.
Enteritis Campylobakter Katzen-Hunde.
-Viele Fragen über Borreliose, fast alles? A: s. 294.
Erreger: Borrelia-burgdorferi.
Vektor: Zecken.
Kx:
Frühstadium (Stadium I) = Lokale Infektion:
-Erythema migrans an der Bissstelle.
-Grippeähnliche Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen.
Frühe disseminierte Infektion (Stadium II):
-Multiple Erythema migrans an verschiedenen Körperstellen.
-Neurologische Symptome: Meningitis, Fazialisparese, Radikulitis.
-Herzprobleme: Myokarditis, HRST.
Späte disseminierte Infektion (Stadium III) = Chronische Borreliose:
-Chr. Arthritis, insb. in den großen Gelenken wie Knie.
-Chr. neurologische Symptome: Polyneuropathie oder Enzephalomyelitis.
-Chr. Hautveränderungen: Acrodermatitis chronica atrophicans.
Dx:
Anamnese: Zeckenbiss und typischer Symptome.
KU: Erythema migrans und neurologische Auffälligkeiten.
Labor:
-Serologie: Antikörpern gegen Borrelien.
-PCR: Borrelia-DNA aus Blut, Liquor oder Gewebeproben.
-Lumbalpunktion: Bei V.a. neurologische Beteiligung.
Tx:
St 1: Doxycyclin 200mg po 1-0-1 für 2-3 Wochen.
413
Rojhat aus Kurdistan
414
Rojhat aus Kurdistan
H. Impfung:
1. Hepatitis-Impfung A und B?
Hepatitis-A-Impfung:
-Totimpfstoff.
-Keine Auffrischungsimpfung notwendig Impfschutz über 25–30 Jahre.
Indikation:
-Inhaftierte Patienten psychiatrischer Einrichtungen.
-Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko.
-Erkrankungen mit häufigen Transfusionen.
-Gesundheitspersonal.
-Berufe mit Abwasserkontakt.
-Personal in Gemeinschaftseinrichtungen.
-Reiseimpfung (Osteuropa, Asien, Australien, Mittel- und Südamerika, Afrika).
Hepatitis-B-Impfung:
-Totimpfstoff (Oberflächenprotein HBs-Antigen).
-Grundimmunisierung: Im Alter von 2, 4 und 11 Monaten.
-Auffrischungsimpfung: Nach STIKO nicht generell empfohlen, Ausnahmen:
[Link]/-suppression.
[Link] mit hohem Infektionsrisiko.
[Link] im Gesundheitsdienst.
[Link]äfte.
[Link] Gefängnissen, Unterkünften für Geflüchtete und Asylsuchende, Behinderteneinrichtungen.
6.i.v. Drogenkonsum.
[Link] Patienten psychiatrischer Einrichtungen
-Nur bei hohem Expositionsrisiko: Anti-HBs-Kontrolle alle 10J mit Auffrischungsimpfung bei Anti-HBs-Titer <100 IE/L.
-Bei Auffrischungsimpfung, 4–8 Wochen später Titerkontrolle.
2. Influenza-Impfung?
STIKO empfiehlt die saisonale Influenzaimpfung:
-Totimpfstoff.
-Über 60 Jahre.
415
Rojhat aus Kurdistan
-Totimpfstoff.
-Grundimmunisierung: Im Alter von 2, 4 und 11 Monaten.
-Auffrischungsimpfungen: Regelmäßig alle 5–10 Jahre mit Sechsfach-Impfstoff empfohlen:
*Sechsfach-Impfstoff: Tetanus + Diphtherie + Pertussis + Poliomyelitis + Haemophilus influenzae Typ b + Hepatitis B.
Auffrischungsimpfungen:
-Kinder bis ≤17 Jahre: 2 Auffrischungsimpfungen (mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren).
-Erwachsene ab 18 Jahren: Auffrischungsimpfung (1 Impfdosis) alle 10 Jahre.
Nachholimpfung Indikation:
-Bei fehlender, unvollständiger oder ungeklärter Grundimmunisierung.
-Bei Verletzungen.
7. Was ist Aktiv- und Passivimpfung?
Aktivimpfung: Stimuliert das Immunsystem zur Antikörperproduktion (hält länger).
-Lebendimpfstoffe: Attenuierte Erreger. Eine Dosis bietet bereits einen Impfschutz. Nur beim Versagen zweite Impfung.
Mumps, Masern, Röteln, Varizellen.
-Totimpfstoffe: Einzelne Partikel oder ganze Erreger. Die einmalige Impfung reicht nicht aus, daher wird in mehreren
Teilimpfungen durchgeführt und ggf. aufgefrischt.
Hepatitis A, B, Haemophilus influenzae Typ b, Pneumokokken, Meningokokken, Influenza, Tetanus, Diphtherie.
Passivimpfung: Antikörper werden direkt injiziert (streng genommen ist keine Impfung).
Simultanimpfung: Gleichzeitige Impfung mit einem Aktiv und Passivimpfstoff.
*Indikation: Bei Verletzungen: z.B. gegen Hepatitis B, Tollwut und Tetanus.
8. Können wir aktiv und passiv zusammen impfen?
Ja und das heisst Simultanimpfung:
Simultanimpfung: Gleichzeitige Impfung mit einem Aktiv und Passivimpfstoff.
Indikation: Als Postexpositionsprophylaxe, z.B. gegen Hepatitis B, Tollwut und Tetanus
9. Eine Frage über ein aktuelles Thema: HPV-Impfung?
Die Mädchen, Junge (als Träger) und sogar an die Cervix-Ca erkrankte (macht den Verlauf der Krankheit milder) können
geimpft werden.
10. Warum ist die neue Impfung von Moderna so innovativ?
Weil das ein Genbasierte Impfstoff ist.
mRNA-Impfstoffe: BioNTech und Moderna.
Der Bauplan für das Antigen (messengerRNA) verpackt in Lipid-Nanopartikel und das wird geimpft Dieser Bauplan wird
in die Zelle transportiert Die Zelle herstellen die Spike Proteine selbst.
416
Rojhat aus Kurdistan
11. Corona:
a. Wirkung und Bestandteile der neuen Corona-Impfungen?
Corona-Impfstoffe:
1) Gene-basierte Impfstoffe:
-mRNA-Impfstoffe: BioNTech/Pfizer und Moderna: Der Bauplan für das Antigen (messengerRNA) verpackt in Lipid-
Nanopartikel und das wird geimpft Dieser Bauplan wird in die Zelle transportiert Die Zelle herstellen die Spike
Proteine selbst.
-Vektorimpfstoffe: AstraZeneca und Johnson&Johnson: Der Bauplan (RNA vom Spike-Protein) wird in Viren
verpackt Ein inaktivierte Adenovirus ist hier das Transportvektor; keine Lipid-Nanopartikel wie mRNA-Impfstoffe.
2) Protein-basierte Impfstoffe:
Novavax. Totimpfstoff Enthalt rekombinantes komplettfertiges Spike-Protein.
b. Wie heißt Virus von Covid-19?
SARS-Cov-2: Severe acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2.
c. Wie heißt die Krankheit?
CoviD-19: Coronavirus Disease 2019.
d. Wie wird bei mRNA-Impfstoff Spike-Proteine in Zellen produziert?
Der Bauplan für das Antigen (messengerRNA) verpackt in Lipid-Nanopartikel und das wird geimpft Dieser
Bauplan wird in die Zelle transportiert Die Zelle herstellen die Spike Proteine selbst.
12. Welche Impfungen kennen Sie allgemein? A: s. Frage 7.
13. Gibt es eine Impfung, die aktiv und passiv ist?
Simultanimpfung: Gleichzeitige Impfung mit einem Aktiv und Passivimpfstoff.
Bei Verletzungen mit V.a. Hepatitis B, Tollwut und Tetanus.
14. Prüfer: Ich schneide meine Hand jetzt mit einem Messer und wurde zuletzt vor 15 J gegen Tetanus geimpft, was
bekomme ich als Tetanus Prophylaxe? A: s. Frage 6.
Wenn die Wunde sauber ist, dann nur Impfung.
15. Tetanus:
a. Welche Keime? Welche Clostridien kennen Sie? Welche Krankheiten verursachen die Clostridien?
-Clostridium tetani Tetanus Tx: Metronidazol + Impfung und Ig.
-Clostridium diffizile Pseudomembranöse Kolitis Tx: Fidaxomicin. Alternativ: Metronidazol, Vancomycin.
-Clostridium perfringens 1. Gasbrand, 2. Lebensmittelvergiftung Tx: Penicillin G + bei Gasbrand Debridement.
-Clostridium botulinum Botulismus Durch Konservendosen Neurotoxine hemmen an peripheren Nervenenden die
Freisetzung von Acetylcholin irreversibel Lähmungen der Skelettmuskulatur mit der Gefahr einer tödlichen
Atemlähmung Tx: Botulismus-Antitoxins, kein Antibiotikum.
b. Was ist pseudomembranöse Kolitis? Was ist die Therapie? Warum heißt es Pseudomembran? A: s. 164.
Pseudomembranöse Kolitis ist eine Entzündung des Dickdarms, die durch das übermäßige Wachstum des Bakteriums
Clostridioides difficile verursacht wird. Diese Bakterien produzieren Toxine, die die Darmschleimhaut schädigen und zu
Entzündungen führen.
Pseudomembran: Als Folge der Entzündung auftretende weißlich-gelbe Schleimhautbeläge aus Fibrin und Zelldetritus
(nekrotische Epithelzellen und Leukozyten) wie eine Membran aussieht.
Tx:
-1. Wahl: Fidaxomicin 200 mg po 1-0-1 für 10 Tage.
-Alternative: Milder Verlauf: Metronidazol 500mg po 1-1-1, Schwerer Verlauf: Vancomycin 125mg po 4x1 für 10 Tage.
-In schweren Fällen Stuhltransplantation.
c. Welche Wunde darf man nicht primär schließen? A: s. 391.
Bisswunde wollte er hören.
Primäre chirurgische Wundversorgung: Mittels Naht.
Bei sauberen, glatt begrenzten Wunden.
Offene Wundversorgung: Sekundäre Naht nach 3-8 Tagen.
Bei schmutzigen, infizierten, zerfetzten, fremdkörperhaltigen Wunden sowie Bisswunden oder kontaminierten
Stichverletzungen.
d. Was ist die häufigste Bisswunde in Deutschland?
Prüfer: Menschlich.
*60–80 % Hunde.
*20–30 % Menschen.
16. Typen von Impfung? A: s. Frage 7.
17. Gibt es in Deutschland Impfpflicht?
Ja, seit 03.2020 für Masern.
18. Wer darf keine Impfung bekommen?
Immunsuppresive, schwangere (außer Grippe), aktive Krankheit, Allergie.
19. Immunisierungsarten, aktiv und passiv, was ist das? A: s. Frage 7.
Aktivimpfung: Stimuliert das Immunsystem zur Antikörperproduktion (hält länger).
-Lebendimpfstoffe: Attenuierte Erreger.
-Totimpfstoffe: Einzelne Partikel oder ganze Erreger.
417
Rojhat aus Kurdistan
418
Rojhat aus Kurdistan
I. Mischung Infektiologie:
1. Neuropathische Schmerzen mit Hautveränderungen, was kann das sein? A: s. 294.
Herpes Zoster.
2. Pest: Erreger, und wie passiert Ansteckung?
Yersinia pestis in Nagetiere Flöhe und Zecken Menschen.
Mensch-zu-Mensch durch Tröpfeninfektion.
Kx:
-Bubonenpest: Plötzlich hohes Fieber + schmerzhafte LAP Letalität bei rascher AB-Gabe 1-2%.
-Lungenpest: Hohes Fieber, Pneumonie, blutiger Auswurf, Dyspnoe Letalität 100%.
Dx: Kultur von Blut, Sputum oder LK-Aspirat.
Tx: Fluorchinolone, Aminoglykoside oder Tetrazykline.
Kontaktperson: Prophylaxe mit Doxycyclin und Quarantäne 7 Tage.
3. Wenn Pat kommt mit Pocken, was sollen wir machen?
Ich glaube wollte hier Prüfer die Meldung an Gesundheitsamt hören.
4. Wie heißen die Erkrankungen, die von Tiere zu Menschen übertragen werden?
Zoonose.
5. Welche Zoonose kennen Sie?
Tollwut Rabiesvirus Hunde.
Borreliose Borrelia-burgdorferi Zecken.
Toxoplasmose Toxoplasma gondii Katzen.
Echinokokkose Echinococcus granulosus (Hunde), multilocularis (Fuchse).
Malaria Plasmodien Anopheles-Mücken.
Enteritis Campylobakter Katze-Hunde.
6. Was ist die häufigste Zoonose weltweit?
Campylobacter-Enteritis ist die häufigste bakterielle Zoonose weltweit durch Geflügel, Schweine, Katzen, Hunde.
7. Was ist Malaria? A: s. 295.
Meldepflichtige Tropenkrankheit.
Erreger: Plasmodien.
Vektor: Anopheles- Mücke.
Kx:
-Plasmodium malariae: Malaria quartana (4-Tage-Fieber) alle 72h Fieberschübe.
-Plasmodium vivax und ovale: Malaria tertiana (3-Tage-Fieber) alle 48h Fieberschübe.
-Plasmodium falciparum: Kompliziert verlaufende Malaria tropica Unregelmäßige Fieberschübe.
*Bewusstseinsstörung, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus, Anämie etc.
Dx: Mikroskop: Direkter Erregernachweis im „dicken Tropfen“ im Blutausstrich.
Tx: Chloroquin, Chinin.
Prophylaxe:
-Chloroquin, Chinin bei Reisen in Endemiegebiete.
-Mückennetze, Bedeckung von freien Körperstellen gegen Anopheles Mücke.
8. Welche Mücke?
Anopheles.
9. Welche Plasmodien kennen Sie?
Plasmodium malaria, vivax, ovale, falciparum.
10. Borreliose: Die Stadien und Therapie? A: s. 294.
Erreger: Borrelia-burgdorferi.
Vektor: Zecken.
Kx:
Frühstadium (Stadium I) = Lokale Infektion:
-Erythema migrans an der Bissstelle.
-Grippeähnliche Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen.
Frühe disseminierte Infektion (Stadium II):
-Multiple Erythema migrans an verschiedenen Körperstellen.
-Neurologische Symptome: Meningitis, Fazialisparese, Radikulitis.
-Herzprobleme: Myokarditis, HRST.
Späte disseminierte Infektion (Stadium III) = Chronische Borreliose:
-Chr. Arthritis, insb. in den großen Gelenken wie Knie.
-Chr. neurologische Symptome: Polyneuropathie oder Enzephalomyelitis.
-Chr. Hautveränderungen: Acrodermatitis chronica atrophicans.
Dx:
Anamnese: Zeckenbiss und typischer Symptome.
KU: Erythema migrans und neurologische Auffälligkeiten.
Labor:
419
Rojhat aus Kurdistan
420
Rojhat aus Kurdistan
VIII. Neurologie:
A. Kopfschmerzen:
1. DDx von Kopfschmerzen? A: s. 299.
Häufigste Kopfschmerzen:
-Spannungskopfschmerz: 60–80%
-Migräne: 12–14%
2. Schlaganfall? A: s. 304.
3. Intrazerebrale Blutungen?
Intrazerebrale Blutung (ICB):
-Blutung im Gehirnparenchym durch eine Gefäßruptur unterhalb der Pia mater.
-Meistens durch zu hohen RR und passieren ohne Gewalteinwirkung.
-Meist ist ein großer Teil des Gehirns betroffen, deswegen entsprechen die Symptome eines Schlaganfalls.
Äx:
-Traumatisch durch Schädel-Hirn-Trauma.
-Nicht-traumatisch:
*AHT (35%, häufigste Ursache bei 40-70J)
*Amyloidangiopathie (20%, häufigste Ursache bei >70J)
*Iatrogen (15%, Antikoagulation und Thrombozytenaggregationshemmung)
*Gefäßfehlbildungen (5%, häufigste Ursache bei <40J Kavernome Arteriovenöse Malformation)
Tx:
-Konservativ: Stroke-Unit, RR-Einstellung (<140mmHg), AK und ASS sofort absetzen und antagonisieren.
-Operativ: Hämatomentfernung.
Intrazerebrale Blutung in „loco typico“ bei aHT cCT-nativ: Scharf abgrenzbares, hyperdenses Areal mit hypodensen
Randsaum (rot) in Basalganglien. Die Lokalisation ist typisch für eine hypertensive Blutung wg. Abriss von Aa.
lenticulostriatae aus A. cerebri media. Verkalkung der Gl. pinealis (Pfeile) und des Plexus chorioideus (weiße Kreise) in den
Hinterhörnern der Seitenventrikel, allerdings ohne Krankheitswert. Strukteren in diesem Bereich: 1=Caput nuclei caudati,
2=Putamen, 3=Capsula interna, 4=Thalamus.
421
Rojhat aus Kurdistan
422
Rojhat aus Kurdistan
Intrazerebrale Blutung cCT-nativ: Hyperdense RF (grün) mit hypodensen Randsaum (rot), Mittellinienverlagerung und
geringem reaktiven Marklagerödem. Aufgrund der atypischen Lokalisation sollten Neoplasien ausgeschlossen werden.
Intrazerebrale Blutung: Hyperdense Raumforderung (1) in der linken Frontoparietalregion durch ein rupturiertes
Aneurysma der linken A. cerebri media.
Subarachnoidale Blutung: In den basalen Zisternen (2), dem Interhemisphärenspalt (3), dem rechten Sulcus lateralis (4),
den linken Frontallappenfissuren (5) und der hinteren Fossa (6). Die Ventrikelerweiterung (grün) resultiert aus einer
Behinderung des Liquorabflusses.
423
Rojhat aus Kurdistan
Subarachnoidalblutung: Im Falx cerebri, basalen Zisternen und Tentorium cerebelli (grüne Linien). Rechts frontal
Kalottenfraktur (Pfeil) mit subkutanem/subgalealem Hämatom (Schraffur) und kleinen Lufteinschlüssen intrazerebral und
subkutan (Kreise).
Quelle aller Bilder: Amboss.
4. Migräne? A: s. 297.
5. Wie macht man die Diagnose von Migräne? A: s. 297.
Klinisch.
Klinische Diagnose der Migräne ohne Aura (4 Kriterien):
-Mind. 5 Attacken.
-Dauer: 4–72h.
-Mind. zwei der folgenden Kriterien:
*Einseitig.
*Pulsierend.
*Mittlere bis starke Intensität.
*Verstärkung durch körperliche Aktivität.
-Mind. ein der folgenden Begleitsymptome:
*Übelkeit/Erbrechen.
*Photophobie/Phonophobie.
6. DDx von Migräne? A: s. 299.
7. Migräne mit Aura vs. Apoplex. Was muss man machen, zu unterscheiden?
Nativ-CCT oder MRT.
8. Spannungs-, Clusterkopfschmerzen, Arteriitis Temporalis und Meningitis. A: s. 299.
9. Wann soll der Arzt bei einem Pat mit Kopfschmerzen weitere diagnostische Maßnahmen machen, um richtig zu
diagnostizieren. A: s. 299.
Warnsymptome (Red Flags):
-Vernichtungskopfschmerz, Meningismus (z.B. bei Subarachnoidalblutung)
-Fieber (z.B. bei Meningitis)
-Herdsymptomatik (z.B. bei Schlaganfall)
-Hirndruckzeichen: Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit (z.B. bei intrakranieller Raumforderung)
10. Was passiert bei einem Schlaganfall?
Minderperfusion wegen Ischämie oder Blutung.
11. Was ist der andere Name für Schlaganfall?
Apoplex auf Latein.
12. Warum sagt man “time is brain”?
Weil wir noch die Penumbra-Gebiet retten können.
-Ziel beim Schlaganfall: Reperfusion der minderperfundierten Areale (sog. Penumbra oder „Tissue At Risk“), da hier der
Zelluntergang noch verhindert werden kann („Time is brain!“).
-Penumbra-Nachweis bei unklarem Zeitfenster: MRT-Diffusion oder CT-Perfusion.
Quelle: Amboss
13. Welche Therapie Möglichkeiten gibt es bei Schlaganfall? A: s. 306.
Thrombolyse und Thrombektomie.
14. Wie viel Zeit haben wir für die medikamentöse Thrombolyse?
4,5h nach Symptombeginn.
424
Rojhat aus Kurdistan
16. Fall: Die 67J Pat kam mit Schmerzen im Frontal- sowie Periorbitalbereich links seit 3 Tagen. Übelkeit, Erbrechen,
Verspannung im Nackenbereich ohne Bewegungeinschränkung. Kein Fieber, keine neurologischen Ausfälle. Die
Beschwerden seien seit 6 Monaten periodisch bekannt. Sie verschlechtern sich bei lauten Geräuschen sowie unter
Licht. Sie habe ab und zu Ibuprofen eingenommen.
-VD, DD?
Ich habe erklärt, dass sie keine typische Migräne Patientin ist (sie gab bei der Untersuchung an, dass Ausgangspunkt N.
Trigeminus links supraorbital schmerzhaft war, sowie sie hatte Verspannung im Nackenbereich)
VD: Arteriitis temporalis.
DD: Migräneattacke, SHT, Glaukomanfall, Sinusitis, HT-Krise, Epi-, Subdurale Blutung.
-Diagnostik von Arteriitis Temporalis? A: s. 368.
*Labor: BSG (extrem beschleunigt) >50mm in der ersten Stunde, CRP, evtl. Leukozytose. KEINE ANTIKÖRPER.
*Duplexsono: Halozeichen, Sanduhrförmige Temporalarterie.
*Bei extrakranielle Beteiligung: MR-Angio, PET-CT, CT.
*Ggf. Bx: Nachweis von Riesenzellen.
-Therapie bei Migräne sowie Migräne-Anfall? A: s. 298.
*Leicht und Mittel: ASS/Ibu/Metamizol/Paracetamol po Bei Versagen Sumatriptan s.c.
*Schwer: Sumatriptan sc.
*Status Migränosus: Prednison po 50-100 mg als Einmalgabe.
*MCP als Antiemetikum.
*Prophylaxe: Propranolol bei ≥3/Monat.
17. Wie ist Migräne-Behandlung, besonders bei jungen Frauen (ich arbeite in Gynäkologie)? A: s. 298 und Frage 16.
18. Fall: Sie sind in ZNA und ein Pat klagt seit 6h über Kopfschmerzen und rotes Gesicht.
Ich: Wir fangen mit Anamnese und KU.
Prüfer: Gut.
Ich habe über fast alle mögliche DDx gefragt und jedes Mal sagte der Prüfer „nur Kopfschmerzen, alles ist in Ordnung, aHT
ist unbekannt. Bei KU nur RR 230/200mmHg.
-Was für einen einfachen Test können Sie bei jedem Kopfschmerz machen, ohne den Pat zu berühren?
Pupillen-Reflex.
-Was noch, aber mit Stethoskop?
Auskultation der Arterienstenosen in Carotiden und Nierenarterien.
Ich: Kernig- und Brudzinski-Zeichen?
Prüfer: Unauffällig. Wie prüft man die Meningitis-Zeichen? A: s. 319.
-Wie gehen Sie vor?
Ich: cCT, um Subarachnoidale Blutung auszuschließen.
-Ja gut, aber cCT ist unauffällig.
Ich: Wir haben nur erhöhter RR 230/200mmHg.
-Was nennt man das?
Hypertensive Krise.
-Wie behandelt man das? A: s. 47.
Mittel der 1. Wahl:
Zur kurzfristigen Behandlung:
-Nitrate (z.B. Glyceroltrinitrat): 2 Hub.
-ACE-Hemmer: Captopril 12,5–25 mg p.o. als Einmalgabe.
425
Rojhat aus Kurdistan
Hypertensive Krise mit Systolikum: Hinweis auf höhergradige Aortenstenose, sowohl Nitrate und ACE-Hemmer, als auch
Calciumantagonisten sind hier kontraindiziert.
Zur definitiven Blutdrucksenkung:
-α1-Rezeptor-Blocker: Urapidil 12,5 mg iv, ggf. nach 10–15 min wiederholen.
-Zentrale α2-Agonisten: Clonidin 0,075mg iv.
-Nitroglycerin i.v.
Mittel der 2. Wahl:
-Direkte Vasodilatatoren: Dihydralazin (auch in Schwangerschaft zugelassen).
-Es gibt ein neues i.v. antihypertensives Medikament, wie heißt das?
Nicardipin ist ein Calciumkanalblocker, der die Blutgefäße erweitert und so den Blutdruck senkt.
Es wird intravenös verabreicht und kann kontinuierlich als Infusion gegeben werden.
-Bis wie viel RR können Sie den Blutdruck senken, bis die Pat Symptome frei ist?
<30% in 1h Also hier ca. 160mmHg systolisch.
-Pat. ist jetzt zufrieden und hat nicht mehr Kopfschmerzen, was machen Sie weiter?
Ursachen suchen und alle Ursachen der sekundären Hypertonie ausschließen.
-Wie? A: s. 44.
*Schlafapnoe-Syndrom: Polysomnographie.
*Niereninsuff: Krea, Harnstoff, Na, K.
*Nierenarterienstenose: Auskultativ Strömungsgeräusche, HyperK, Duplexsono, CT/MRT.
*Aortenisthmustenose: Puls- & RR-Differenz, Echo, Röntgen (Sanduhr).
*Conn-Syndrom: HypoK, Aldosteron im Blut und Urin, Renin, CT/MRT.
*Cushing-Syndrom: Cortisol, ACTH.
*Phäochromozytom: Meta- und Normetanephrine im Blut und Urin, CT/MRT.
*Hyperthyreose: TSH, fT3, fT4.
-Wie schließt man die Ursachen aus?
Hyperthyreose (TSH, fT3, fT4), Cushing (Kortisol), Conn (Aldosteron), Niereninsuff.-Nierenarterienstenose (Krea, Na, K,
Sono), Phaeochromozytom (Meta-, Normetanephrine), Aortenisthmusstenose (Echo), Schlafapnoe (Schlaflabor).
19. Fall: 67J Patient hat sich wegen wiederkehrender stechender Kopfschmerzen vorgestellt, dies war lateralisiert links,
8/10 auf eine Schmerzskala, diese Schmerzen haben letztes Mal ca. 2 Tage gedauert. Übelkeit, Erbrechen,
Lichtempfindlichkeit. Keine Schlafstörung, sonst nichts besonders außer aHT unter 3 Antihypertensive Therapie als
Vorerkrankung. KU: Komplett mit neurologischer Untersuchung ohne Unterbrechung.
Verdacht Diagnose: Migräne, DD: Clusterkopfschmerzen, aHT.
-Diagnostische Maßnahmen? A: s. 299.
Klinische Diagnose der Migräne ohne Aura (4 Kriterien):
-Mind. 5 Attacken.
-Dauer: 4–72h.
-Mind. zwei der folgenden Kriterien:
*Einseitig.
*Pulsierend.
*Mittlere bis starke Intensität.
*Verstärkung durch körperliche Aktivität.
-Mind. ein der folgenden Begleitsymptome:
*Übelkeit/Erbrechen.
*Photophobie/Phonophobie.
-Finden Sie lateralisierte Schmerzen bei einem 67J Patient typisch für Migräne?
Ich habe gesagt nein, normalerweise zumeist bei Frauen (3:1) und alte zwischen 30-40J Erstmanifestation 15-25J.
-Welche andere Diagnose?
Ich: Arteriitis Temporalis.
-Wie ist Diagnostik und Therapie?
*Labor: BSG (extrem beschleunigt) >50mm in der ersten Stunde, CRP, evtl. Leukozytose. *KEINE ANTIKÖRPER.
*Duplexsono: Halozeichen, Sanduhrförmige Temporalarterie.
*Ggf. Bx: Nachweis von Riesenzellen.
Tx:
*Akuttherapie: Prednisolon po in mittlerer bis hoher Dosierung (40–60 mg/Tag).
Im Verlauf: Prednisolon ausschleichen (unter 5 mg/Tag nach einem Jahr) und bei anhaltender Remission Absetzversuch.
*Bei Augensymptomatik: Prednisolon 500-1000mg iv. für 3-5 Tage.
*Bei Chronifizierung: IL-6-Hemmer (Tocilizumab) oder MTX.
-Pat hat Glaukomanfall und Sie haben keine Medikamente, was machen Sie?
Hochdosierter Alkohol trinken:
Alkohol kann den Augeninnendruck vorübergehend senken, indem er die Blutgefäße erweitert und dadurch den Blutfluss
im Auge verbessert und der Augeninnendruck vorübergehend sinkt.
-Clusterkopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen? A: 299 und 302.
426
Rojhat aus Kurdistan
20. Fall: Die 67J Patientin hat seit 4 Tagen bestehenden linkseitigen Augen und Kopfschmerzen. Lichtempfindlichkeit,
Taubheitsgefühl in den Händen und Nausea. Auf Schmerz Skala: 6/10. Die Fragen nach Fieber, Emesis, Parese,
Trauma, Sehstörungen, Synkope, Autonome Symptome wie Schwitzen, Palpitationen und Tränenfluss wurden
verneint. Seit 4 Monaten habe sie rezidivierende ähnliche Symptome gehabt. Ich hatte den Verdacht auf Migräne
und DD Glaukom, Cluster Kopfschmerzen und Arteriitis Temporalis.
Der Prüfer meinte, wegen Dauer (4 Tagen) und Alter (67) wäre Migräne unwahrscheinlich.
-Migräne: Welcher Alter?
Zumeist bei Frauen (3:1) und alte zwischen 30-40J Erstmanifestation 15-25J.
-Wenn die Symptome 4 Tage dauern, wie nennt man das?
Status migraenosus: Migräneattacke, die länger als 3 Tage anhält.
-Was gibt man dafür?
Prednisolon po 50-100 mg als Einmalgabe.
-Vorgehen?
Ich: Labor: CRP und BSG um Arteriitis Temporalis auszuschließen.
cCT wegen Alter und weil die Patientin keine Bildgebung vorher hatte.
Prüfer: MRT besser. (ich denke, um die Sinusvenenthrombose auch auszuschließen).
-Migräne Behandlung? A: s. 298.
*Leicht und Mittel: ASS/Ibu/Metamizol/Paracetamol po Bei Versagen Sumatriptan s.c.
*Schwer: Sumatriptan sc.
*Status Migränosus: Prednison po 50-100 mg als Einmalgabe.
*MCP als Antiemetikum.
*Prophylaxe: Propranolol bei ≥3/Monat.
DD: Arteriitis Temporalis:
-Was sind Arteriitis Temporalis Symptome?
Allgemein: Depression, B-Symptomatik, Abgeschlagenheit.
Spezifisch:
Entzündung der A. temporalis:
-Pulssynchrone, bohrende, temporale Kopf-/Schläfenschmerzen.
-Prominente, verhärtete und druckschmerzhafte A. temporalis superficialis.
-Berührungsempfindlichkeit der umgebenden Haut.
-Claudicatio masticatoria: Schmerzen beim Kauen (durch Ischämie der Kaumuskulatur).
Entzündung der Augenarterien (A. ophthalmica, A. centralis retinae):
-Visusstörungen, Augenmuskelbeteiligung.
-Flimmerskotome, Gesichtsfeldausfälle.
-Warnsignal: Amaurosis fugax → Drohende Erblindung (anteriore ischämische Optikusneuropathie)!
-Sehstörung?
Amaurosis fugax: Plötzliche, reversible Erblindung des Auges aufgrund einer passageren Durchblutungsstörung.
-Warum?
Aufgrund der passageren Durchblutungsstörung der Augenarterien (A. ophthalmica, A. centralis retinae).
-Was ist Claudicatio masticatoria?
Schmerzen beim Kauen (durch Ischämie der Kaumuskulatur).
-Warum?
Wg. der Entzündung der A. temporalis und Minderperfusion der M. masseter.
-Diagnostik der Arteriitis Temporalis?
*Labor: BSG (extrem beschleunigt) >50mm in der ersten Stunde, CRP, evtl. Leukozytose. KEINE ANTIKÖRPER.
*Duplexsono: Halozeichen, Sanduhrförmige Temporalarterie.
*Bei extrakranielle Beteiligung: MR-Angio, PET-CT, CT
*Ggf. Bx: Nachweiss von Riesenzellen.
-Muss man unbedingt Probe entnehmen?
Nein.
-Behandlung?
*Glukokortikoide Bei Augenbeteiligung Prednisolon 500-1000mg i.v. für 3-5 Tage.
*Bei akuter Entzündung Prednisolon 40-60mg.
*Bei chronischer Entzündung IL-6-Hemmer Tocilizumab/MTX zur Einsparung von Glukokortikoide jedoch nicht oft
benutzt, weil es teuer ist.
-Wie kontrolliert man den Verlauf unter Corticosteroiden?
Mittels CRP.
DD: Meningitis:
-Zeichen? Erreger? Therapie? A: s. 319.
-Worauf müssen wir achten?
Schnelle Antibiotika-Gabe nach Blutkulturen.
-Die Rheinfolge von Behandlung?
Patienten OHNE Bewusstseinsstörung o. fokal-neurologisches Defizit: „erst Liquor, dann Antibiotika!“
427
Rojhat aus Kurdistan
428
Rojhat aus Kurdistan
429
Rojhat aus Kurdistan
B. Schlaganfall:
1. Was macht man bei Diagnostik, um ischämisch und hämorrhagisch zu unterscheiden?
cCT-Nativ oder cMRT.
2. Was sind die Ursachen von Schlaganfall? A: s. 304.
3. Schwellung am Bein + Schlaganfall, was kann das sein?
Paradoxe Embolie bei TVT mit offenem Formen Ovale oder Atriumseptumdefekt.
4. Was ist Formen Ovale?
Die Septum-Öffnung zwischen den beiden Vorhöfen. Foramen ovale gewährleistet mit dem Ductus arteriosus Botalli (zw.
Aorta und Trunkus pulmonalis) die Umgehung des Lungenkreislaufs und verschließt sich innerhalb weniger Tage oder
Wochen nach der Geburt von selbst.
5. Wie ist die Diagnose des Foramen ovales?
Mittels TEE.
6. Patient mit Schlaganfall unklarer Genese. Sie machen eine EKG (ich musste aus EKG nur die Diagnose sagen, es war
Vorhofflattern). Was braucht er jetzt?
Antikoagulation.
-Welche Gruppe kennen Sie? Welche ist besser?
P.o.: Vit-K-Antagonisten (Phenprocoumon), DOAK (Api-, Edo-, Rivaroxaban, Dabigatran)
I.v.: UFH
S.c.: UFH, NMH (Enoxa-, Tinzaparin), Heparinanalog (Fondaparinux)
7. Was sind die Symptome des Infarktes A. cerebri anterior, media und posterior? A: s. 304.
A. cerebri media (Mediainfarkt):
[Link], brachiofaziale sensomotorische Hemisymptomatik.
[Link] zum Herd „Der Pat guckt den Herd an.“
[Link], Aphasie Dysarthrie ist eine Sprechstörung, Aphasie ist eine Sprachstörung.
[Link] Störung der willkürlichen, zielgerichteten Bewegungen trotz intakter motorischer Funktion.
[Link]-Mann-Gangbild Bein ist spastisch gestreckt und lässt sich nur durch Zirkumduktion (blauer Pfeil) mühsam
nach vorne führen. Der Arm wird dabei angewinkelt gehalten (Quelle: Amboss).
A. cerebri anterior (Anteriorinfarkt):
[Link], sensomotorische Hemisymptomatik im Bein.
[Link]örungen.
A. cerebri posterior (Posteriorinfakt):
Homonyme Hemianopsie.
A. vertebralis:
Symptome eines Kleinhirn- oder Hirnstamminfarkts:
Ataxie, Drehschwindel, Nystagmus, Tinnitus, Sehstörung, Drop Attacks.
A. basilaris:
Lebensbedrohlicher Notfall mit hoher Letalität, unbehandelt ca. 80%
Vigilanzminderung, Zeichen einer Hirnstammschädigung + schwere motorische Störung (Hemi- und Tetraplegie/-parese
oder Atemlähmung).
430
Rojhat aus Kurdistan
-Wenn A. cerebri anterior betroffen ist, wo sind die Beschwerden am Körper? Dann wenn A. cerebri media, dann
posterior, wo sind die Beschwerden? A: s. 304 und Frage 7.
-Was ist der Unterschied zwischen Sprach- und Sprechstörung?
Sprechstörung (Dysarthrie):
Motorik gestört Die Sprachbildung und das Sprachvermögen sind völlig intakt Mediainfarkt Wortsalat durch
eine Schädigung des ZNS oder der Hirnnerven Dx: Wortliste lesen lassen.
Sprachstörung (Aphasie):
Keine motorischen Probleme, aber die gedankliche Erzeugung von Sprache gestört Mediainfarkt Dx: Sprache
beobachten, Gegenstände benennen lassen Herr Dr, sprechen Sie mit mir auf Deutsch, ich verstehe Sie nicht.
-Was sind die häufigsten Ursachen von Apoplex?
VHF und Carotisstenose.
-Was ist CHA2DS2-VASc-Score?
Thromboembolie-Risiko-Einschätzung bei VHF:
C: Chr. HI
H: Hypertonus
A2: Alter >75
D: DM
S2: Schlaganfall, TIA, Thromboembolie
V: Vaskuläre Vorerkrankung: KHK, pAVK
A: Alter 65-74
Sc: Sex -> Weiblich
-Wenn Score bei 6 ist, wie hoch ist das Risiko für Apoplex?
Schlaganfallrisiko im Jahr:
1 => ca. 1%
2 => ca. 2%
3 => ca. 3%
4 => ca. 4%
5 => ca. 7%
6 => ca. 10%
*Score ≥2 bei Männern o. Score ≥3 bei Frauen: Antikoagulation
*Score =1 bei Männern o. Score =2 bei Frauen: Antikoagulation sollte in Erwägung gezogen werden
*Score =0 bei Männern o. Score =1 bei Frauen: Keine Therapie
9. Fall: Pat mit VHF und AV-Block 1. Grades ist entlassen und später ist zuhause gestürzt und jetzt kommt mit seiner
Frau und sie sagt, dass er komisch aussieht etwas bei ihm nicht stimmt.
Prüfer: Was machen Sie?
Ich: Anamnese ausführlich und Fragen nach Bewusstlosigkeit oder ob er gestolpert dann gefallen.
Prüfer: Er kann nicht erinnern, ob er war bewusstlos war.
Ich: Vitalzeichen messen.
Prüfer: RR bei 220/100mmHg.
Ich: Das ist eine RR-Entgleisung, ich beginne mit Nitroglycerin-Spray.
Prüfer: Das ist nicht das Problem.
Ich: Wie ist neurologische Status und Symptomatik (er war zufrieden mit diesen Fragen).
Prüfer: Veränderte Vigilanz.
Ich: Das kann entweder TIA oder Schlaganfall sein.
Prüfer: Wir bleiben bei Schlaganfall, TIA ist heutzutage nicht mehr benutzt. Was machen Sie zunächst?
Ich: cCT. Prüfer hat cCT-Bild gezeigt, es sah wie Ischämie aus. Ich habe gesagt, Ischämie nach Hirninfarkt.
Prüfer: Wo kann der Infarkt sein?
Ich: A. cerebri media.
Prüfer: Korrekt. Was sind Therapiemöglichkeiten?
Ich: Symptombeginn <4,5h: Lyse-Therapie. >4,5h oder unklar: Thrombektomie.
Prüfer: Wie sieht das im cCT-Bild aus?
Ich: Hypodense Areal parietotemporal mit nicht reversiblem Schaden, also nur überwachen und symptomatische Therapie.
Zu diesem Punkt stelle ich dem Patienten neurologisch vor, um weitere Behandlung zu klären. Prüfer war zufrieden.
431
Rojhat aus Kurdistan
432
Rojhat aus Kurdistan
Mediainfarkt cCT-Nativ:
*Deutliche Hypodensität (grün) des linken Mediastromgebietes.
*Aufgehobener Mark-Rinden-Differenzierung im Sinne eines Hirnödems Durch den raumfordernden Effekt wird das linke
Seitenventrikelhinterhorn (rot) leicht komprimiert und die Mittellinie diskret nach kontralateral verschoben (grüner Pfeil
und gestrichelte Linie).
*Aufgrund der deutlichen Demarkierung kann man den Ischämiebeginn >12 h einschätzen.
(Quelle der Bilder: Amboss)
10. Fall: Hr. Schmitz, 64J, hat Kopfschmerzen li mit Übelkeit und Photophobie. Kein Fieber oder B-Symptome, keine
Vorerkrankungen oder Medikamente.
-VD?
Migräne, aber mit 64J könnte auch viele DD sein.
-Was sind die Risikofaktoren von Migräne? A: s. 297.
*Familiäre Disposition.
*Triggerfaktoren: Stress, Wetterwechsel, Alkohol, Nikotin, Zitrusfrüchte, Milchprodukte, Veränderungen des Schlaf-Wach-
Rhythmus, Menstruation.
-Was ist die Behandlung? A: s. 298.
*Leicht und Mittel: ASS/Ibu/Metamizol/Paracetamol po Bei Versagen Sumatriptan s.c.
*Schwer: Sumatriptan sc.
*Status Migränosus: Prednison po 50-100 mg als Einmalgabe.
*MCP als Antiemetikum.
*Prophylaxe: Propranolol bei ≥3/Monat.
-Was sind NW der Triptane?
W: Vasokonstriktion.
NW:
*Passagerer Blutdruckanstieg (häufig).
*Koronare Ischämien (selten).
*Parästhesien und Kältegefühl der Extremitäten.
*Schwindel, Müdigkeit, Flush.
*Kopfschmerzen bei zu häufiger Anwendung (max. 10×/Monat).
-Arteriitis Temporalis: Symptome, Diagnose, Behandlung? A: s. 368.
Autoimmune Erkrankung mit Entzündung von mittelgroßen Arterien.
Kx:
Allgemein: Depression, B-Symptomatik, Abgeschlagenheit.
Spezifisch:
Entzündung der A. temporalis:
-Pulssynchrone, bohrende, temporale Kopf-/Schläfenschmerzen.
433
Rojhat aus Kurdistan
434
Rojhat aus Kurdistan
*Der Intentionstremor wird häufig durch Schäden im Cerebellum verursacht und ist ein typisches Symptom der Multiplen
Sklerose. Er ist vom Ruhetremor, z.B. des Morbus Parkinson, abzugrenzen.
Finger-Folge-Versuch:
Patient wird mit seinem Zeigefinger die Finger von Untersucher berühren Untersucher wechselt die Position seines
Fingers und Pat verfolgt schnellstmöglich.
Knie-Hacke-Versuch:
Bei geschlossenen Augen eine Ferse auf das Knie zu setzen und dann mit der Ferse am Schienbein bis zum Fuß hinunter
(und wieder hinauf zum Knie) zu streichen.
*Pathologischer Befund: Dysmetrie, einem Zieltremor oder einer ataktischen Bewegung (Zick-Zack-Verlauf).
Diadochokinese:
Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Willkürbewegungen durchzuführen:
*Schnelle Wechsel zwischen Pronation und Supination.
*Einschrauben einer Glühbirne.
-Was ist Glaukom und wie untersucht man das?
Glaukom (grüner Star): Erhöhung des Augeninnendrucks
Dx: Palpation der Augenäpfel im Seitenvergleich: Steinharter Bulbus.
Ophthalmoskopie: Augeninnendruckmessung.
Tx: Produktion von Kammerwasser reduzieren oder der Abfluss von Kammerwasser steigern (z.B. Acetazolamid).
Operativ: Trabekulektomie.
Lasertherapie.
435
Rojhat aus Kurdistan
C. Parkinson:
1. Was sind die Symptome von Parkinson? A: s. 308.
„Einseitiger Beginn ist charakteristisch für Parkinson“
-Frühphase: Hyposomnie, Sturzneigung.
-Rigor.
-Ruhetremor der Hand.
-Bradykinesie/Akinesie:
*Verlangsamung aller Bewegungen.
*Fehlende Mimik.
*Leise und monotone Sprache.
*Gebückte Haltung.
-Weitere Symptome: Posturale Instabilität, Bradyphrenie (verlangsamte Denken), Depression, vegetative Störungen
(Obstipation, orthostatische Dysregulation), ggf. dementielle Entwicklung.
2. Was ist die medikamentöse Therapie von Parkinson? A: s. 309.
Ich habe nur L-Dopa erwähnt. Prüfer wollte aber viel mehr und die Mechanismen von L-Dopa und anderen Medikamenten.
-L-Dopa: Ersetzt zentral den Dopaminmangel.
-Decarboxylasehemmer: Carbidopa Hemmer des L-Dopa-Abbaus: Hemmen den peripheren L-Dopa-Abbau. Dadurch
kann mehr L-Dopa ins ZNS aufgenommen werden, sodass zentral mehr Dopamin aus L-Dopa gebildet werden kann.
-Non-Ergot-Dopaminagonisten: Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin.
-Ergot-Dopaminagonisten: Bromocriptin, Pergolid.
-Monoaminooxidase-B-Hemmer (Selegilin): Dopaminabbau ↓
-NMDA-Antagonist: Amantadin.
-COMT-Hemmer: Entacapon.
-Anticholinergika: Biperiden, Metixen.
Anwendung:
*Patienten < 70 J: Dopaminagonist (Ropinirol).
*Patienten > 70 J: L-Dopa + Decarboxylasehemmer (Carbidopa).
*Bei Tremordominanztyp: Betablocker (Propranolol), Anticholinergikum.
*Akinetische Krise: Amantadin i.v. (NW: QT-Zeit-Verlängerung).
*Stärkere Symptomatik/beginnende Fluktuationen: Kombinationstherapie (L-Dopa + Dopaminagonisten/MAO-B-Hemmer)
*Bei Versagen der medikamentösen Therapie Tiefe Hirnstimulation.
3. Was passiert bei Parkinson? A: s. 308.
Degeneration dopaminerger Neurone in Substantia nigra.
4. Was sind Parkinson-Typen? A: s. 308.
-Morbus Parkinson: Degeneration dopaminerger Neurone in der Substantia nigra.
-Sekundäres Parkinson-Syndrom: Medikamente (Neuroleptika, MCP), abgelaufene Enzephalitiden, M. Wilson.
5. Anatomie von Gehirn: Arterien und auch die Gehirn-Abschnitte.
Gehirn-Aufbau: Fünf Abschnitte:
1-Großhirn (Telencephalon): rechte und linke Hälfte (Hemisphäre) mittels Corpus callosum verbunden:
Lobus frontalis, Lobus parietalis, Lobus temporalis, Lobus occipitalis.
2-Zwischenhirn (Diencephalon): Thalamus und Hypothalamus.
3-Mittelhirn (Mesencephalon): Pons.
4-Kleinhirn (Cerebellum).
5-Nachhirn (Myelencephalon): Medulla oblongata.
Schichten:
Rinde: äußere Schicht des Gehirns Graue Substanz.
Marklager: unterhalb der Rinde Weiße Substanz.
Zelle:
Neurone.
Giazellen Stofftransport, Informationsverarbeitung.
436
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
437
Rojhat aus Kurdistan
D. Restless-Legs-Syndrom:
1. DDx von RLS? A: s. 311.
-Polyneuropathie.
-Nächtliche Wadenkrämpfe.
-Periodic Limb Movement Disorder (durch Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit charakterisiert).
-Akathisie (Sitzunruhe).
-TVT.
-PAVK.
-Arthrose.
2. Alle Polyneuropathien? A: s. 327.
Häufigste Ursachen: DM und Alkohol.
-DM.
-Alkohol.
-Chemotherapeutika.
-Amyloidose.
-Vaskulitiden, Kollagenosen.
-Infektiös: Bakteriell (Borreliose). Viral (HIV)
-Paraneoplastisch: Kleinzelliges Bronchialkarzinom.
-Schwermetalle (Blei).
-Niereninsuffizienz (Urämie).
-Vitamin-B1, B6, B12-Mangel
3. Therapie von RLS? A: s. 311.
Allgemeine Therapieprinzipien:
-Absetzen/reduzieren verstärkender oder auslösender Medikamente.
-Koffein-Abstinenz.
-Schlafhygiene.
Behandlung von primären RLS:
-1. Wahl: Dopaminagonisten: Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin.
-2. Wahl: L-Dopa + Decarboxylase-Hemmer.
Behandlung von sekundären RLS:
-Eisenmangel: Substitution.
-Niereninsuffizienz: Optimierung der Behandlung.
4. NW von L-Dopa?
Viele unerwünschte Wirkungen sind wegen Agonismus von Dopamin an mehreren Rezeptoren: D1, D2 > β > α.
• Übelkeit, Erbrechen D2-Rezeptoren.
• Arrhythmie β1-Rezeptoren: Positiv inotrop, chronotrop, dromotrop, barthrotrop.
• Orthostatische Hypotonie D2- und β1-Rezeptoren: Vasodilatation Zentrale α-Rezeptoren: Senkung des
Sympathikotonus.
• Hypo-, Hyperkinesie.
• Psychische Störungen: Halluzination, Depression, Impulskontrollstörungen.
438
Rojhat aus Kurdistan
E. Hirnblutungen:
1. Welche intrakraniellen Blutungen gibt es und was sind die wichtigsten Ursachen? (CT-Bilder: Thema CT, Frage 5)
Intrakranielle Blutungen:
-Epiduralblutung (EDH): Zw. Dura mater (äußere Hirnhaut) und dem Schädelknochen meistens wg. Traumen mit Einriss
der Arteria meningea media.
-Subduralblutung (SDH): Zw. Dura mater und Arachnoidea mater (mittlere Hirnhaut) meistens wg. Traumen mit Einriss
der Brückenvenen.
-Subarachnoidalblutung (SAB): Zw. Arachnoidea und Pia mater (innerste Hirnhaut) meist wg. Traumen, seltener durch
rupturierte Aneurysmen Leitsymptom: Plötzlicher, extrem starker, stechender Kopfschmerz mit Nackensteifigkeit.
-Intrazerebrale Blutung (ICB): Blutung im Gehirnparenchym durch eine Gefäßruptur unterhalb der Pia mater.
Meistens wg. aHT und passiert ohne Gewalteinwirkung. Meist ist ein großer Teil des Gehirns betroffen, deswegen
entsprechen die Symptome eines Schlaganfalls.
Ursachen der intrazerebralen Blutung:
-Traumatisch durch Schädel-Hirn-Trauma.
-Nicht-traumatisch:
*AHT (35%, häufigste Ursache bei 40-70J)
*Amyloidangiopathie (20%, häufigste Ursache bei >70J)
*Iatrogen (15%, Antikoagulation und Thrombozytenaggregationshemmung)
*Gefäßfehlbildungen (5%, häufigste Ursache bei <40J Kavernome Arteriovenöse Malformation)
2. Wie kann man Ischämie von Blutung unterscheiden?
Nativ-cCT.
3. Was muss man bei Blutung machen?
Epidural: Notfallmäßige Trepanation.
Subdural: Konservativ (Überwachung) oder Operativ (Trepanation).
SAB: Intensivstation:
-RR-Einstellung (<140mmHg).
-Vasospasmusprophylaxe mit CCB Nimodipin (Vorbeugung ischämischer Defizite infolge zerebraler Vasospasmen nach SAB).
-Normoglykämie, -volämie, -thermie.
-Aneurysma-Versorgung: Coiling oder Clipping.
Intrazerebrale:
-Konservativ: Stroke-Unit, RR-Einstellung (<140mmHg), AK und ASS sofort absetzen und antagonisieren.
-Operativ: Hämatomentfernung.
4. Epidurale und Subarachnoidalblutung; wo befindet sich die Blutung und wie sollen wir diese Blutungen behandeln?
A: s. Frage 1 und 3 sowie s. 318 und 322.
5. Wie kann man zwischen subdurale und epidurale Blutung unterscheiden?
Epidural:
-Arteriell (A. meningea media) Akute Blutung (durch SHT) zw. Schädel und Dura mater.
Kx: Symptome direkt nach Trauma Initiale Bewusstlosigkeit (bis Minuten) wg. SHT Dann Latenzintervall (bis 6
Stunden), weil Hämatom noch klein ist Dann Vigilanzstörung, Anisokorie, ipsilaterale Mydriasis.
Dx: cCT-nativ: Bikonvexe, hyperdense, scharf begrenzte RF.
Tx: Notfallmäßige Trepanation.
Subdural:
-Venös (Brückenvene) Akute (durch SHT), Subakute oder Chronische Blutung (durch Bagatelltrauma) zw. Dura und
Arachnoidea mater.
Kx:
Akute Blutung: Kopfschmerzen, Vigilanzminderung, ipsilaterale Mydriasis und kontralaterale Hemiparese.
Subakute oder chronische: Kopfdruck, psychomotorische Verlangsamung und anamnestische Funktionseinschränkungen.
Dx: cCT-nativ: Sichelförmige Blutung Akut: Hyperdens. Chronisch: Hypodens.
Tx: Konservativ (Überwachung) oder Operativ (Trepanation).
6. SHT-Klassifikation? A: s. 316 und 317.
Def: Traumatische Schädigung von Gehirn und Schädel.
-Geschlossenes SHT: Dura mater ist nicht verletzt.
-Offenes SHT.
Einteilung nach der Schwere:
-Leichtes SHT = Commotio GCS-Score 13–15 Beobachtung für 24h. Symptomatische Tx.
-Mittelschweres SHT = Contusio GCS-Score 9–12 ITS-Überwachung. Hirndruck-Monitoring mit epiduraler Sonde.
-Schweres SHT = Compresio GCS-Score ≤8 Wie Mittelschweres + Hirndrucksenkung + Ödemprophylaxe.
7. Wie macht man Ersteinschätzung nach SHT?
Pupillenreaktion.
-Was kann man sehen?
Anisokorie.
-Warum passiert es?
439
Rojhat aus Kurdistan
440
Rojhat aus Kurdistan
F. Meningitis:
1. Was sieht man im BB und Liquorpunktion bei Meningitis? A: s. 320.
BB: Leukozytose mit Neutrophilie mit Linksverscheibung.
CRP und PCT-Erhöhung.
LP: Trüb, eitrig (bakteriell), klar (viral, Tbc, Borreliose). Granulozytose (bakteriell), Lymphozytose (viral, Tbc, Borreliose)
Quelle: Amboss.
3. Arteriitis temporalis und Polymyalgia rheumatica? A: s. 368
PMA und RZA sind Vaskulitis der großen Arterien mit Riesenzellbildung.
Riesenzellarteriitis:
Entzündung der kraniellen Gefäße → Typische Klinik mit temporalem Kopfschmerz und Sehverlust.
Kx:
441
Rojhat aus Kurdistan
442
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
4. Demenzerkrankungen: Diagnose? A: s. 329.
Demenz:
Erworbenes organisches Syndrom, durch eine Störung höherer Hirnfunktionen führt zu einer Beeinträchtigung des
Gedächtnisses mit Abnahme von Sprache, Urteilsvermögen, Denkvermögen u/o Orientierung. Diese Defizite sind
chronisch progredient und durch Medikamente nicht wesentlich beeinflussbar.
Äx:
▪ Primär:
[Link] Alzheimer (>50% aller Demenzen), Parkinson.
[Link]är.
[Link]: Alzheimer mit einer vaskulären Demenz.
▪ Sekundär:
Hypoxische Hirnschaden, Normaldruck-Hydrozephalus, Alkoholkrankheit, M. Wilson, Traumata, Blutungen oder Tumoren.
Dx: Eigen- und Fremdanamnese, neuropsychologische Testung zur Objektivierung der Defizite, Blutuntersuchung.
DDx: Depression, Delir.
Morbus Alzheimer:
-Häufigste Form der Demenz (>50%).
-Präseniler (vor 65J) und seniler (nach 65J) Form.
Kx: Gedächtnisstörungen (wobei das Langzeitgedächtnis noch lange erhalten bleibt) + Orientierungsstörungen.
Dx: Eine Ausschlussdiagnose. Die genaue Pathogenese ist unklar.
-Anamnese, KU, neuropsychologische Testung, Uhrentest.
-LP: Tauprotein↑.
-Histopathologie: Amyloid-Plaques.
-Bildgebung: Hirnatrophie.
Tx:
-Acetylcholinesterasehemmern (Donepezil, Rivastigmin) wg. erniedrigten Acetylcholins.
-NMDA-Antagonisten (Memantin) wg. erhöhten Glutamats.
-Depressive Episode: Mirtazapin oder Citalopram.
-Schlafstörungen: Melperon.
Px: Die mittlere Überlebensdauer 8 Jahre.
5. Was ist die Definition des geriatrischen Patienten?
Geriatrischer Patient gemäß der deutschen Gesellschaft für Geriatrie:
*>70J + Geriatrietypische Multimorbidität.
Oder
*>80J + Erhöhte Verletzbarkeit durch altersbedingte Funktionseinschränkungen Verschlechterung des Selbsthilfestatus.
-Alter allein ist kein Kriterium für die Definition eines geriatrischen Patienten!
443
Rojhat aus Kurdistan
444
Rojhat aus Kurdistan
G. Epilepsie:
1. Ein Pat hat bei Ihnen in der Praxis epileptischer Anfall gehabt. Was machen Sie?
-Seitenlage gegen Aspiration.
-Notarzt anrufen.
-Venöse Zugang da es nochmal auftreten kann.
-Bei Status epilepticus >5 Minuten generalisierter Anfall oder >20-30 Minuten fokaler Anfall:
Stufe 1 (schnellstmöglich): Benzodiazepine.
*Bolus 5 min nach Anfallsbeginn bei Persistenz zweiter Bolus 5-10 min nach erstem Bolus:
1. Wahl: Lorazepam (iv 0,1 mg/kg, max. 4 mg).
2. Wahl: Midazolam (iv/im/intranasal 7,5-15mg), Diazepam (iv/rektal 10-20mg).
Stufe 2: Antikonvulsiva.
*Max. 30 min nach Benzodiazepine:
1. Wahl: Levetiracetam, Valproat (iv).
2. Wahl: Phenytoin, Phenobarbital (iv).
Stufe 3 (Refraktärer Status epilepticus):
*Intubationsnarkose auf ITS:
Propofol, Midazolam oder Thiopental (iv).
Stufe 4 (Suprarefraktärer Status epilepticus):
Ketamin, Hochdosierte Barbiturattherapie, Thiopental (iv).
2. Was können die Ursachen sein? A: s. 325.
Ursachen einer erhöhten Epileptogenität:
-Hirnerkrankungen: Hirntumor, intrazerebrale Blutung, Enzephalitis.
-Metabolisch : Hypoglykämie, Hyponatriämie.
-Idiopatisch Genetisch.
-Kryptogen Unbekannte Ursache.
Trigger epileptischer Anfälle:
-Alkoholentzug (häufigste Ursache bei Erwachsenen).
-Fieber (häufigste Ursache bei Kindern).
-HypoNa, Hypoglykämie.
-Drogenintoxikation (Kokain).
-Schlafentzug.
3. Wie diagnostiziert man Hirntumor?
MRT mit oder ohne KM.
4. Was sind die Epilepsie-Typen? A: s. 325.
Fokale Krampfanfälle: Bestimmte Regionen des Gehirns:
-Einfach-fokal: Ohne Bewusstseinsstörung Unwillkürliche Bewegungen eines Armes, wie Zittern oder Zuckungen.
-Komplex-fokal: Mit Bewusstseinsstörung Automatismen: Unbewusste, wiederholende Bewegungen wie
Lippenbewegungen oder zielloses Umherblicken.
-Fokale Anfälle mit sekundärer Generalisierung
Primär generalisierte Krampfanfälle: Beide Großhirnhemisphäre:
-Tonisch-klonischer Anfall (Grand-mal-Anfall): Häufigste Anfallsform.
-Absencen: Zumeist bei Kindern Pat nicht ansprechbar und scheint in Gedanken vertieft zu sein.
-Klonische Anfälle.
-Tonische Anfälle.
-Atonische Anfälle.
5. Was ist die Behandlung vom epileptischen Anfall? A: s. Frage 1.
6. Was ist Epilepsie? Was verursacht Epilepsie? A: s. 325.
Hirnerkrankungen: Trauma, Infarkt, Tumor.
Infektiös: Enzephalitis, Tbc, HIV, Hirnabszess.
Genetisch.
7. Welche Medikamente können epileptischen Anfall auslösen?
Medikamente, welche die Anfallsschwelle senken:
-Antidepressiva: Amitriptylin, Clomipramin, Maprotilin, Bupropion, Amoxapin.
-Antipsychotika: Clozapin, Olanzapin, Haloperidol.
-Antibiotika: Hochdosiertes Penicillin, seltener Carbapeneme, Cephalosporine, Norfloxacin, Ciprofloxacin.
-Analgetika: Tramadol.
-Antiemetika: Metoclopramid, Ondansetron.
-Theophyllin.
8. Wie behandeln Sie Epilepsie? A: s. 325.
Ich habe nur Valproat und Lamotrigin gesagt, Prüfer hat nicht weiter gefragt.
Allgemeinmaßnahmen:
-Trigger meiden Alkohol, Schlafentzug, Flickerlicht.
445
Rojhat aus Kurdistan
Antikonvulsiva:
Indikation: 2 Anfälle/6 Monate.
-Fokal (auch sekundär generalisiert): Lamotrigin.
-Primär generalisiert und Absencen: Valproat.
Therapieende: Nach 2J von Anfallsfreiheit + Unauffällige EEG.
Operative Therapie (bei Pharmakoresistenz):
-Kallosotomie (Durchtrennung des Corpus callosum).
9. Wie behandeln Sie epileptischen Anfall? A: s. Frage 1.
10. Wie kann man psychogene Anfälle erkennen?
Epileptischer Anfall Psychogener Anfall
Augen zu Beginn des Anfalls: geöffnet geschlossen
Postiktale Reorientierung: verzögert oft verzögert
Dauer: <2 min sehr variabel
Motorische Aktivität: rhythmisch oder stereotyp nicht stereotyp oder bizarr
Verletzung: möglich selten
Zungenbiss: lateral eher apikal
Enuresis/Enkopresis: möglich selten
Provokation: meist spontan Anwesenheit anderer Personen
Auftreten im Schlaf: möglich nein
11. Wie ist die Therapie vom epileptischen Anfall bei Kindern? (Ich arbeite mit 7-Kindern bei KJP)
-Lorazepam 1mg bukkal.
-Diazepam 5mg rektal.
-Midazolam 5mg bukkal.
12. Fall: Ein Patient auf der Station hat Grand-Mal-Anfall und Sie wurden aufgerufen.
-Was würden Sie machen? Welche Medikamente? A: s. Frage 1.
-Nebenwirkungen von Diazepam? Diazepam-Antidot?
Lange HWZ Deswegen kumuliert Aus diesem Grund muss Diazepam-Therapie in ITS durchgeführt werden.
NW: Atemdepression, Hypotonie, Muskelschwäche, Amnesie.
Antidot von Benzodiazepinen: Flumazenil.
-Danach hat sie mir eine EKG mit Kammerflimmern gezeigt. Was ist das und wie würden Sie den Patienten behandeln?
Kammerflimmern (VT >320/min) ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert eine sofortige Reanimation.
Bei beobachtetem Auftreten von KF oder pVT: Sofortige Defibrillation bis zu drei schnell Schocks aufeinander (3er-Salve).
[Link] mit mind. 150 Joule biphasisch (360 Joule monophasisch).
[Link] für 2 Minute 30x2.
[Link] => Schock => HDM weiter.
[Link] 3. Erfolglosem Schock 1mg Adrenalin alle 3-5 Min, 300mg Amiodaron.
[Link] 5. Schock Amiodaron 150mg.
446
Rojhat aus Kurdistan
447
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
Apex ist hypertransparent und hier gibt es keine physiologische Gefäßzeichnung (Quelle: Amboss).
448
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Multiresistente Keime, welche wissen Sie?
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
Multiresistente gramnegative Stäbchen: E. coli, Klebsiellen, Enterobacter, Proteus, Pseudomonas aeruginosa.
-Wie kann man es verhindern?
*Antibiotika nur bei Indikation rechtzeitig beenden mit entsprechender Dosierung benutzen.
*Bei MRSA-Fall: Isolation, Hygiene-Maßnahmen, Dekolonisation (bei asymptomatischer Trägerschaft).
449
Rojhat aus Kurdistan
H. Mischung Neurologie:
1. Wie ist Vorgehen bei Delirium? A: s. 329.
*Akute Störung von Bewusstsein, Aufmerksamkeit, kognitiven Funktionen (Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis),
Psychomotorik, Schlaf-Wach-Rhythmus und Emotionalität.
*Delir ist geriatrische Notfallsituation, weil lebensbedrohliche Ursachen (z.B. Hypoglykämie, HRST) vorliegen können.
*Sehr häufig in der Klinik (20-70%).
*Beginn ist akut und starke Fluktuation im Tagesverlauf.
Äx:
-Operationen, Exsikkose.
-Infektionen: Enzephalitis.
-Alkoholintoxikation und -entzug.
-Medikamente: Antibiotika, Benzodiazepine, BB, Antikonvulsiva, Neuroleptika, Sedativa, Digitalis.
-Metabolisch: CNV, Lebererkrankungen, Sepsis, Wasser- und Elektrolythaushalte, Hypo-, Hyperthyreose.
Kx: Störungen von:
-Bewusstsein und Aufmerksamkeit.
-Kognition und Wahrnehmung Illusionen, optische Halluzinationen.
-Wahnideen.
-Gestörtes Schlaf-Wach-Rhythmus Schlaflosigkeit.
Tx:
-Benzo: Diazepam 5-10mg, Lorazepam 1mg, Midazolam 1-5mg.
-Clomethiazol bei Alkohol.
-Neuroleptika: Haloperidol, Melperon.
Prophylaxe:
-Ruhe sorgen Beruhigende Gespräche mit Pat und Angehörigen.
-Gute Orientierung geben Gute Beleuchtung, Uhr, Kalender.
-Gutes Schlaf sorgen Quetiapin 25mg zur Nacht.
2. Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Delir?
Delir (akuter Verwirrtheitszustand) und Demenz sind die häufigsten Ursachen kognitiver Beeinträchtigung.
Bei beiden ist die Kognition gestört; jedoch hilft Folgendes diese zu unterscheiden:
*Delir stört v.a. die Aufmerksamkeit.
*Demenz stört v.a. das Gedächtnis.
-Delir wird von einer akuten Erkrankung oder Drogen- bzw. Arzneimitteltoxizität verursacht und ist häufig reversibel.
-Demenz wird durch anatomische Veränderungen im Gehirn verursacht, hat einen langsamen Beginn und ist irreversibel.
*Delir entwickelt sich häufig auch bei Patienten mit Demenz.
3. Was ist Spinalkanalstenose?
Verengung des Spinalkanals dadurch Druck auf das Rückenmark.
Äx:
-Degenerative Veränderungen mit Alter: BSV, Osteophyten (knöcherne Auswüchse), Verdickung der Bänder.
-Angeboren.
-Verletzungen: Frakturen, Schwellungen nach einem Trauma.
-Tumoren.
Kx:
-Leitsymptom: Claudicatio spinalis: Belastungsabhängige Kreuzschmerzen mit Ausstrahlungen in die Beine.
-Parästhesien, Hypästhesien.
Dx: MRT.
Tx: Zunächst konservativ: Schmerztherapie und Physiotherapie.
Operativ: Bei stark progredienten Schmerzen und neurologischen Ausfällen.
4. Bandscheibenvorfall? A: s. 367.
5. Radikulopathien?
Radikulopathie (Wurzelsyndrom) ist die chronische oder akute Reizung oder Schädigung einer Nervenwurzel, dadurch
Empfindungsstörungen, Schmerzen oder Lähmungen.
-Meist lumbal oder sakral.
Äx: BSV, Knochentumore, Lyme-Borreliose, Osteopathien.
Kx: Schmerzausstrahlung in ein Bein, im Verlauf des [Link] (Ischialgie) oder des N. femoralis (Femoralgie).
Sensible und motorische Ausfälle.
Tx: Schmerztherapie.
6. Die neurologische Untersuchung sollte nicht ausführlich durchgeführt, aber trotzdem hat der Prüfer Fragen über
Sensibilität, Motorik und Kraft gestellt. A: s. 408.
Hauptpunkte der neurologischen Untersuchung:
-Vigilanz: GCS.
-Orientierung: ZOPS.
-Sprache.
450
Rojhat aus Kurdistan
-Hirnnerven.
-Motorik: Muskelkraft, -tonus.
-Sensibilität: Berührung-, Schmerz-, Vibration-, Temperaturempfinden.
-Reflexe: Muskeleigen-, Fremd- (Bauchhaut-, Analreflex), Pathologische Fremdreflexe.
-Koordination: Finger-Nase-Versuch, Finger-Folge-Versuch, Knie-Hacke-Versuch, Diaodokokinesie.
-Stand- und Gangprüfung: Romberg-Stehversuch.
Sensibilität:
*Pallästhesie (Vibrationsmempfinden): Stimmgabel auf Knochenvorsprünge Zunächst Testung des Sternums als
Referenz, damit Pat weißt, was wir meinen Danach Testung von Großzeh- und Daumengrundgelenk Bei
pathologischem Befund nach proximal weiter: Malleolus medialis, Tuberositas tibiae, Spina iliacae anterior superior bzw.
Ulnaköpfchen, Ellenbogen, Acromion.
*Hypästhesie (Berührungsempfinden): Bestreichen die Beine und Torso Spüren Sie? Was spüren Sie?
*Hypalgesie (Schmerzempfinden): Leichtes Reizen an Haut mit einem abgebrochenen Holzstäbchen oder atraumatischen
Untersuchungsnadel Was spüren Sie hier? Spüren Sie eine Spitze oder eine stumpfe Berührung?
*Thermästhesie (Temperaturempfinden): Haut mit Gläsern mit kaltem (bis 10 °C) bzw. warmem Wasser (bis 30 °C)
berühren Sagen Sie, ob Sie eine kalte oder eine warme Berührung wahrnehmen?
Motorik:
Muskeltrophik:
-Normotroph (Eutroph) normal und auch bei 1. Motorneuron-Läsion.
-Atroph bei 2. Motorneuron-Läsion.
Muskeltonus:
Pat schließt Augen, Untersucher bewegt die Gelenke und prüft die Muskeltonus Hand-, Ellenbogen-, Schulter-, Hüft- und
Kniegelenk:
-Normoton,
-Hypoton wg. 2. Motorneuron-Läsion Schlaffe Parese.
-Hyperton wg. 1. Motorneuron-Läsion Spastische Parese.
Muskelkraft:
Bewegung gegen Widerstand des Untersuchers Bei Polyneuropathie: Paresen.
-Parese: Unvollständige Lähmung = Kraftminderung Kraftgrad 1 bis 4.
-Paralyse (Plegie): Vollständige Lähmung Kraftgrad 0
7. Ein Patient hat optische Halluzinationen. Keine Doppelbilder und keine psychiatrische Vorerkrankung. Prüfer hat mir
ein MRT gezeigt: Mesiotemporale Läsion. Die Diagnose war Herpes Enzephalitis.
-Wie gehen Sie vor?
MRT und Liquor-Punktion.
(Häufigste Symptome: Fieber, Kopfschmerzen und Bewusstseinstörungen).
-Was sieht man in Liquor?
Klar, Lymphozytose, normale Laktat-Glukose-Eiweiß, Erregernachweis mittels PCR.
-Behandlung?
Aciclovir 10mg/kg iv, alle 8h, für 14 Tage.
8. Was ist die Funktion von Foramen ovale im Herzen?
451
Rojhat aus Kurdistan
Zusammen mit dem Ductus arteriosus Botalli (zw. Aorta und Truncus pulmonalis) versorgt beim Fetus Lungenkreislauf.
Quelle: [Link]
9. Fall: Sie sind Hausarzt und kommt ein Pat mit Schwindel.
-Welche Schwindel-Typen kennen Sie?
Schwindeltypen: Vestibular, nicht-vestibular.
Vestibularorgan: Ein Teil des Innenohrs, besteht aus drei Bogengängen und zwei Makulaorganen (Sacculus und Utriculus),
die von Endolymphe ausgefüllt sind.
Gerichteter Schwindel (eng. Vertigo): Durch eine vestibuläre Störung.
„Die Welt um mich herum bewegt sich!“
*Drehschwindel → Drehbewegungsillusion → „Wie im Karussell“
*Liftschwindel → Vertikal gerichtete Bewegungsillusion → „Wie in einem hinauf-/hinabfahrenden Aufzug“
Entstehung: Dissoziation von vestibulärer und visueller Wahrnehmung durch vestibulär Störung der Okulomotorik
(Augenbewegung).
Ätiologie: Eine Funktionsstörung im vestibulären System, also Störung von:
[Link],
2.N. vestibulocochlearis (CN8),
[Link] Strukturen (Hirnstamm, Kleinhirn).
Peripher-vestibuläre Ursache:
-Funktionsstörung vom Vestibularorgan: Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS), Morbus Menière.
-Funktionsstörung des N. vestibulocochlearis: Neuropathia vestibularis.
Zentral-vestibuläre Ursache:
-Läsionen des Hirnstamms oder des Kleinhirns insb. Ischämien, Tumoren.
Ungerichteter Schwindel (eng. Dizzyness): Durch eine nicht-vestibuläre Störung
-Schwankschwindel Unsicherheitsgefühl, Benommenheitsgefühl, Schwummerigkeit → „Wie auf schwankendem Schiff“
Ätiologie: Eine systemische Störung oder eine Störung des nicht-vestibulären Gleichgewichtssystems.
[Link]äre: HRST, aHT, Hypotonie, Antihypertensiva-Überdosierung, Volumenmangel, Kardiale Insuffizienz.
[Link]-/Hyperglykämie, Elektrolytentgleisung.
[Link] oder primäre okulomotorische Störung.
[Link] Störung des propriozeptiven Systems (Tiefensensibilität).
[Link]-Syndrom = Zervikogener Schwindel: Degenerative muskuläre und knöcherne Veränderungen der HWS-Region.
[Link] Schwindelgefühl = Phobischer Schwankschwindel.
-Bei Schwindel mit V.a. Schlaganfall, wo ist Schlaganfall genau?
Kleinhirn oder Hirnstamm.
-Klinisch was finden Sie bei diesen Patienten?
Ich habe gesagt: Ataxie, Nystagmus, Desorientiertheit, Dysarthrie, Schwindel.
Klassische Symptome bei Kleinhirnschädigungen:
-Ataxie: Unkoordinierten Ablauf von Bewegungen.
-Nystagmus: Blickstabilisierungsstörung.
-Intentionstremor: Zittern tritt auf, wenn man sich einem Ziel nähert z.B. wenn man versucht, eine Tasse zum Mund zu
führen.
Dx: KU: Finger-Nase-Versuch, Finger-Folge-Versuch, Knie-Hacke-Versuch, Diadochokinese. cCT-Nativ.
-Was machen Sie denn?
Ich schicke den Pat ins KH zur CT.
-Ok, was können Sie noch in Praxis machen?
EKG.
-Was ist die häufigste Ursache für Schwindel in Deutschland?
Prüfer wollte etwas in HNO-Bereich hören Benigne paroxysmale Lagerungsschwindel.
10. Fall: Patientin mit Schwindel.
-Was sind die Ursachen? A: s. die Frage 9.
-Wie zeigt sich das Kleinhirn?
Ataxie, Nystagmus, Desorientiertheit, Dysarthrie, Drehschwindel, Intentionstremor.
452
Rojhat aus Kurdistan
453
Rojhat aus Kurdistan
454
Rojhat aus Kurdistan
IX. Orthopädie/Unfallchirurgie:
A. Frakturen:
1. Unterschenkelfrakturen? A: s. 370.
- Unterschenkelfraktur = Kombinierte Fraktur von Tibia und Fibula.
*Trimalleoläre Fraktur: Innenknöchel + Außenknöchel + hintere Tibiakante (Volkmann-Dreieck).
- Schienbeinfraktur = Isolierte Tibiafraktur:
*Tibiakopffraktur (mit Beteiligung des Kniegelenks).
*Tibiaschaftfraktur.
*Pilon-tibiale-Fraktur (mit Beteiligung des oberen Sprunggelenks).
*Volkmann-Dreieck: Fraktur der hinteren Tibiakante.
- Wadenbeinfraktur:
*Isolierte Fibulafraktur (ohne Beteiligung des oberen Sprunggelenks, selten).
*Weber A.
*Weber B.
*Weber C:
*Maisonneuve: Weber C + Syndesmose + Membrana interossea.
2. Distale Radiusfrakturen: Colles, Smith? A: s. 341.
-Sichere und unsichere Frakturzeichen? A: s. 337.
Klinisch:
*Sicher (KAOS): Krepitation. Achsabweichung. Offene Fraktur. Stufenbildung.
*Unsicher: Schmerzen. Schwellung. Rötung (Hämatom). Bewegungsseinschränkung.
Radiologisch: Unterbrechung der Kortikalis. Aufhellungslinien. Stufenbildung. Zerstörung der Trabekelstruktur.
-Was machen Sie?
*Direkt Röntgen, man kann nicht untersuchen wegen Schmerzen und Dislokationsgefahr.
*pDMS und Frakturzeichen.
3. Fall: Ein alter Patient aus dem Bett gestürzt. Schmerzen im Beckenbereich und Oberschenkel. Wie gehen Sie vor?
Ich bin in Reha-Klinik tätig und sagte, dass er unbedingt operiert werden muss. A: s. 346.
-Die Angehörigen fragen: Können wir 2-3 Tage warten und dann gucken wir?
Nein, dringlicher Eingriff (<24 h): Möglichst frühzeitiger Operationszeitpunkt.
-Warum proximale Femurfraktur ist so gefährlich?
Signifikanter Anstieg des Femurkopfnekrose-Risikos bei späterem Operationszeitpunkt.
4. Offene Fraktur am Sprunggelenk? A: s. 360
Tx:
-Gustilo Typ I und II: Cefuroxim (Ceph Gr 2).
-Gustilo Typ III: Ampicillin/Sulbactam.
-Tetanusprophylaxe.
-Operative Versorgung: Wunddébridement. Ggf. Fixateur externe.
-Gipsverband für 6W nach OP wg. Bandverletzungen.
455
Rojhat aus Kurdistan
5. Beckenringfrakturen? A: s. 368.
Wulstfraktur:
-Periost gar nicht gerissen.
-Stauungsfraktur.
456
Rojhat aus Kurdistan
11. TEP?
Total-Endoprothese (TEP): Kompletter Gelenkersatz.
Knie-TEP: Ersatz beider Femurkondylen (bikondylär) und der Tibiagelenkflächen mit Einlage einer Kunststoff-Gleitfläche.
Indikation: Gonarthrose.
Hüft-TEP: Ersatz von Femurkopf und Hüftpfanne.
Indikation: Koxarthrose und proximale Femurfraktur (Ältere, disloziert, trümmer).
*Hüft-Hemi-TEP (Duokopfprothese):
Disloziert, Trümmer, SHF, Trochanter Lebenserwartung <5J, Pat bewegt sich wenig.
Duokopfprothese ist immer zementiert und nur bei Pat benutzt, die sich nur wenig (5-10mt) bewegen.
*Hüft-TEP:
Disloziert, Trümmer, SHF, Trochanter Lebenserwartung >5J, Koxarthrose.
Laterale SHF: Man kann bei indislozierten Frakturen Schrauben benutzen, aber 30-40% der Pat werden
Femurkopfnekrose bekommen und danach auch Hüft-TEP-OP Deswegen macht Dr. Meyer direkt TEP.
Zementierte TEP nur bei alten Menschen Weil Zement zerstört sich in 20 Jahren und muss man die TEP wechseln.
Zementfreie TEP bei jungen Menschen Bei jungen ist TEP auch mit Lochen, damit Knochen in TEP wächst und sich
stabilisiert.
Zementfrei TEP ist aus Titan, Zementiert ist aus Stahl.
Hybride Hüft-TEP: Pfanne aus Kunststoff oder Keramik, Kopf aus Metal.
Komplikation von Zement in der OP?
457
Rojhat aus Kurdistan
Es wird heiß über 42 Grad nach dem es verhärtet ist und dieser Temperatur ist schädlich für Körper, Proteine lösen
sich in dieser Temperatur Deswegen Chirurg gießt Zement in der OP mit NaCl, bis es wieder kalt wird.
Warum brauchen manche jungen Menschen ohne Trauma Hüft-TEP?
Wg. angeborene Hüftdysplasie Bei jedem Baby im 7. Tag macht Pädiater Sono, um Hüftdysplasie auszuschließen.
Tx von Hüftdysplasie bei Babies: Beugeschiene: Tübinger-Schiene.
458
Rojhat aus Kurdistan
459
Rojhat aus Kurdistan
460
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
14. Wo ist primäre Frakturheilung erwünscht?
Primär: Gelenke Kein Kallus, keine Arthrose später.
Sekundär: Röhrenknochen-Schaft (Diaphyse) Bessere Immobilität verleiht Stabilität (Hebelgesetz sagte Prüfer).
15. Älterer Patient kam in die Notaufnahme, kann nicht auf rechtes Bein eintreten.
-V.a. Schenkelhalsfraktur. Was sind die Fraktur-Formen des proximalen Femurs? A: s. 343.
*Femurkopffrakturen: Pipkin-Klassifikation.
*Oberschenkelhalsfrakturen: Garden- und Pauwels-Klassifikation.
-Medial (80%).
-Lateral (20%).
*Pertrochantäre Frakturen.
*Subtrochantäre Frakturen.
-Symptome? A: s. 345.
Oberschenkelhalsfraktur und pertrochantäre Fraktur:
*Fehlstellung:
-Adduktionsfraktur: Außenrotation und Beinlängenverkürzung.
-Abduktionsfraktur: Einstauchung, oft keine oder geringe Beinfehlstellung.
*Schmerzen: Druck- und Klopfschmerz über dem Trochanter major, Ruheschmerz in Hüfte und Leiste.
*Bewegungseinschränkung.
-Behandlung? A: s. 345 und Frage 11.
*Dynamische Hüftschraube Stabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor intakt) und Mediale SHF.
*Gammanagel Instabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor abgerissen) und Laterale SHF.
*Proximale Femurnagel wie bei Gammanagel.
*Hemi-TEP (Duokopfprothese) Disloziert, Trümmer Lebenserwartung <5J, Pat bewegt sich wenig.
*TEP wie bei Hemi-TEP Lebenserwartung >5J, Koxarthrose.
Zementierte TEP nur bei alten Menschen Weil Zement zerstört sich in 20 Jahren und muss man die TEP wechseln.
Zementfreie TEP bei jungen Menschen Bei jungen ist TEP auch mit Lochen, damit Knochen in TEP wächst und sich
stabilisiert.
Duokopfprothese ist immer zementiert und nur bei Pat benutzt, die sich nur wenig (5-10mt) bewegen.
Zementfrei TEP ist aus Titan, Zementiert ist aus Stahl.
Hybride Hüft-TEP: Pfanne aus Kunststoff oder Keramik, Kopf aus Metal.
Bei Hüft-TEP braucht man 4 EKs.
Gipsbehandlung kommt nicht in Frage heutzutage, weil in 7W verliert man 70% von Muskelmasse und Knie verliert
seine Beweglichkeit von 10-0-130 Grad zu 0-0-100 Grad. Dazu gibt es auch Thromboserisiko.
Wann bewegt sich der Pat nach der OP?
am OP-Tag: kann an der Bettkante sitzen.
am 1. Tag: erste Schritte im Zimmer.
am 2. Tag: Gehen im Flur.
am 7. Tag: Treppen steigen.
Pat bleiben 9 Tage stationär, dann gehen in die Reha OP-Krankenhaus muss dem Pat für Reha melden
Rehakliniken fragen nach Karnofsky-Index bzgl. Einschränkungen bei Aktivitäten des alltäglichen Lebens Karnofsky-
Index handelt von Einschränkungen bei Aktivitäten des alltäglichen Lebens Wichtig für Klassifizierung von Krebs-
und Reha-Patienten.
Ohne Antikoagulation bekommen 11% der Hüft-TEP-Patienten Phlebothrombose Deswegen machen wir eine
Thromboseprophylaxie bis zur Vollbelastung 28–35 Tage.
Was ist die häufigste Fraktur von Femur?
Pertrochantäre Frakturen Folgende Therapien benutzt man altersunabhängig:
*Dynamische-Hüft-Schraube: Stabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor intakt) und Mediale SHF.
461
Rojhat aus Kurdistan
*Gamma-Nagel: Laterale SHF und instabile pertrochantäre Frakturen Trochanter minor abgerissen (s.u.) Abgerissener
Knochenstück bliebt dort, wir machen nichts, weil dort es VAN. Femoralis gibt Verletzungsrisiko sehr hoch.
*Proximaler Femur Nagel: Unterschied von Gammanagel: 2 Schrauben am Kopf Kompl.: Schrauben können raus.
*ENDER-Nagel: wie ESIN bei alten Menschen, wenn Reposition nicht einfach ist und Pat sehr alt ist und wenn es
lebensbedrohliche Situation ist, kann man dieses Verfahren machen Weil dieses Verfahren sehr schnell geht (nur 20
min), normale Nagelung dauert 1,5 Stunden Nachteil: die Drahte können rausrutschen, dann muss man entfernen
(selten).
462
Rojhat aus Kurdistan
*Ungebohrter Femur-Nagel: Bei Femurschaft-Frakturen Knochenstück bleibt liegen (s.u.), weil es Hochrisiko-Gebiet ist,
wie bei Abriss von Trochanter minor.
*ESIN: Bei Kindern Immer aus Titan Titan ist nicht körperfremd, verursacht keine Antikörperreaktion.
463
Rojhat aus Kurdistan
-Zirkulärer Gipsverband: Vollständige Umfassung der Extremität gewährleisten die größtmögliche Immobilisation.
Jedoch das größte Risiko für Druck- und Perfusionsschäden Deshalb Aufklärung und regelmäßige Gipskontrollen.
*Bei frischer Fraktur nie zirkulärer Gips wg. Gefahr von Kompartmentsyndrom Zuerst dorsale Gipsschiene, nach 2
Wochen, wenn Schwellung weg ist, macht man einen zirkulären Gips Statt Gipsverband ist Kunststoffverband bevorzugt,
da keine Hautirritationen macht und leicht ist, jedoch teuer Wenn kein Geldproblem gibt, wird immer Kunststoff
bevorzugt.
-Gipsschiene: Unterscheid vom zirkulären Gipsverband: Extremität ist nicht vollständig umgeschlossen und ruhigstellt.
Dorsale Unterarmgipsschiene, palmare Unterarmgipsschiene, Oberarmgipsschiene, Unterschenkel-Gipsschiene
Palmare Unterarmgipsschiene.
464
Rojhat aus Kurdistan
Äx: Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen und wird 80% über die Nieren ausgeschieden.
-Purine werden über die Nahrung aufgenommen oder entstehen beim Zelltod.
-Proteinreiche Lebensmittel und alkoholische Getränke enthalten Purine Fleisch, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen usw).
Primäre Hyperurikämie: Genetisch 90%:
-Störung der tubulären Harnsäureausscheidung: 99%
-Überproduktion von Harnsäure: 1%
Sekundäre Hyperurikämie: 10%:
-Verminderte Harnsäureausscheidung:
*Medikamente: ASS, Diuretika (insb. Schleifendiuretika und Thiazide), Pyrazinamid, Ciclosporin, Ethambutol.
*Nierenerkrankungen.
*Ketoazidose (Fasten, Koma diabeticum) und Laktatazidose.
*Intravaskulärer Volumenmangel: Dehydratation, Diabetes insipidus.
*Intoxikationen: Blei, Kohlenstoffmonoxid.
*Endokrine Erkrankungen: Nebenschilddrüsenfunktionsstörungen, Hypothyreose, Akromegalie.
-Vermehrte Harnsäurebildung durch Zelluntergang:
*Rascher Zerfall von Tumorzellen (Tumorlysesyndrom).
*Nach Therapie mit Zytostatika oder Bestrahlung.
*Hämolytische Anämie.
*Systemerkrankungen wie Psoriasis.
*Chirurgische Eingriffe.
Pathophysiologie vom Gichtanfall: Plötzlicher Anstieg der Harnsäure oder Überschreiten der Löslichkeitsgrenze von
Harnsäure → Ausfallen von Uratkristallen in Gelenke oder Geweben → Einwanderung von Neutrophilen → Phagozytose
der Uratkristalle und Freisetzung lysosomaler Entzündungsmediatoren und Ansammlung von Laktat → Kristallinduzierte
Synovitis und verminderter pH-Wert↓ → Bei Azidose Löslichkeitsgrenze von Harnsäure↓ → Uratkristalle fallen mehr aus.
Kx:
-Akuter Gichtanfall: Sehr schmerzhafte Monarthritis (oft Ruheschmerz) mit Ergussbildung und lokalen sowie ggf.
systemischen Entzündungszeichen Typischerweise nachts Abklingen nach wenigen Tagen.
*Podagra: Entzündung des Großzehengrundgelenks (60%), Sprunggelenk und Fußwurzel (15%).
*Gonagra: Entzündung des Knies (10%).
*Chiragra: Entzündung der Hand- und Fingergelenke, insb. des Daumengrundgelenks (5%).
*Weitere Lokalisationen: Übrige Zehengelenke, Handgelenk, Ellenbogengelenk.
-Chronische Gicht: Gelenkdestruktionen und Komplikationen der Gicht:
*Chronische Gichtarthropathie: Fortschreitende Gelenkdestruktion durch wiederkehrende Gichtanfälle und
Ablagerung von Uratkristallen in Gelenk.
*Gichttophi: Uratablagerungen innerhalb und außerhalb der Gelenke
-Weichteiltophus: Uratablagerung in Ohrmuschel, Subkutis, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln.
Multiple, schmerzlose, harte, weißlich durchschimmernde Knoten.
-Knochentophus: Uratablagerung im Knochen.
*Renale Manifestationen: Urat-Nephrolithiasis, Uratnephropathie.
Dx: Klinische Diagnose Schmerzhafte Monoarthritis ohne Trauma oder intraartikuläre Injektion in 24h.
*Klinische Entzündungszeichen Tumor, Rubor, Calor, Dolor, Functio laesa.
*Labor: Ggf. Harnsäure↑, ggf. BSG, CRP↑ Entzündung führt zur vermehrten renalen Ausscheidung von Harnsäure.
Deswegen sollte die Bestimmung der Serumharnsäure sollte nach der Entzündung wiederholt werden.
Labor ist nur zum Ausschluss von septischer Arthritis, sonst nicht notwendig.
DDx:
*Chondrokalzinose (Pseudogicht): Anfallsartige Gelenkentzündung durch Ablagerung von Calciumpyrophosphatkristallen
Kx: Mono- o. Polyarthritis im Knie, Hand, Hüft oder Sprunggelenk. Dx: Röntgen, Mikroskopie (CPPD-Kristallen) Tx:
NSAR, Steroide, Colchicin.
*Rheumatoide Arthritis.
*Reaktive Arthritis.
*Septische Arthritis.
*Psoriasis-Arthritis.
*Aktivierte Arthrose.
Tx: Gichtanfall: Kryotherapie, Hochlagerung, Ruhigstellung, NSAR, Prednisolon 30mg für 5 Tage, Colchicin.
Hyperurikämie: Purinarme Kost, Alkoholreduktion, Allopurinol 300mg 1x1 bei >2 Gicht/Jahr.
18. Schulterluxation? A: s. 356.
19. Sprunggelenksluxation?
Talusluxation = Fußluxation.
Äx: Trauma oder extreme Plantarflexion.
Kx: Schwellung, Deformierung, schmerzhafte Bewegung.
Dx: A, KU, Röntgen.
Tx: Reposition in Kurznarkose.
20. Kompartmentsyndrom? A: s. 349.
465
Rojhat aus Kurdistan
466
Rojhat aus Kurdistan
Arthritis.
Quelle: Amboss.
-Wie stellen Sie die Diagnose?
Anamnese, KU, Labor.
-Was suchen Sie in Labor?
CRP, BSG, Rheuma-Faktor und Antikörpern.
-Welche Antikörper?
Anti-CCP RA 60%, Psoriasis-Arthritis 10%
-Behandlung?
NSAR, Glucocorticoide und Disease-modifying anti-rheumatic Drugs (DMARDs: 1. Wahl MTX).
-Was noch? Er wollte Biologicals hören und wie die genau wirken:
Antiinflammatorische Wirkung durch Supression von Immunsystem:
Biologika hemmen Entzündungsmediatoren wie Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha), Interleukine oder Zytokine.
Synthetische wie MTX hemmen die DNA-Synthese und die Zellteilung.
Indikation: RA.
1. sDMARDs: Synthetische DMARDs:
-csDMARDs: Konventionelle synthetische DMARDs:
*Methotrexat: 1. Wahl: 7,5-25mg/Woche + Folsäure Kein ASS 500mg am selben Tag, da es MTX-Ausscheidung hemmt.
*Sulfasalazin: 2. Wahl: Schwangerschaft, Stillzeit.
*Leflunomid: 2. Wahl.
*Hydroxychloroquin: Kardioprotektiv.
*Azathioprin
*Ciclosporin A
*Cyclophosphamid
-tsDMARDs: Targeted synthetische DMARDs: Januskinase (JAK)-Inhibitoren
Erhöhtes Malignomrisiko, kardiovaskuläre und thromboembolische Ereignisse.
*Tofacitinib
*Baricitinib
*Filgotinib
*Upadacitinib
2. bDMARDs: Biologische DMARDs
*TNF-Inhibitoren: Adalimumab, Certolizumab, Golimumab, Infliximab, inkl. TNF-Decoy-Receptors: Etanercept.
*Abatacept
*Rituximab: Bei malignen Erkrankungen in Vorgeschichte erhöht Malignomrisiko nicht.
*Anakinra
*Tocilizumab
31. Fall: Pat kam mit Unterschenkelfraktur in die Notaufnahme, keine OP-Möglichkeit.
-Was machen Sie?
Ruhigstellung, Schienen anlegen.
Therapieverfahren der Unterschenkelfraktur:
467
Rojhat aus Kurdistan
[Link] mit gespaltenem Unterschenkelgips bis zum Abschwellen der betroffenen Extremität unter
Thromboseprophylaxe.
[Link] Wechsel auf zirkulären Gips oder Gehgips unter Fortführung der Thromboseprophylaxe.
3.Röntgenkontrollen zum Verlauf der knöchernen Heilung z.B. in der 1., 3. und 6. Woche nach Trauma.
Therapieverfahren der Tibiaschaftfraktur:
[Link] gespaltener Oberschenkelgips oder Gipsschiene für ca. 10–14 Tage.
[Link]ßend zirkulärer Oberschenkelgips.
[Link] ausreichender Konsolidierung (nach ca. 5 Wochen, sichtbar im Röntgen): Gehgipsverband.
Gehgipsverband:
Fixierender Verband zur Ruhigstellung der unteren Extremität. Je nach Lokalisation kann
[Link] Unterschenkelgehgips (z.B. bei Sprunggelenksfraktur) Das Sprunggelenk wird dabei in Neutralstellung.
[Link] Oberschenkelgehgips (z.B. bei Tibiaschaft- oder Tibiakopffraktur) eingesetzt werden Kniegelenk in 10°-Flexion.
Im Gegensatz zum Liegegips ist beim Gehgips kann man den Fuß auftreten, die ein sicheres Abrollen ermöglicht.
Oberschenkelgipsverband:
Verfahren zur Ruhigstellung der gesamten unteren Extremität durch Anlegen eines stabilen Gipses.
Das Bein wird in Funktionsstellung gehalten, d.h. 90°-Flexion im Fußgelenk und 20°-Flexion im Kniegelenk.
-Wie machen Sie das?
[Link] mit gespaltenem Unterschenkelgips bis zum Abschwellen der betroffenen Extremität unter
Thromboseprophylaxe.
[Link] Wechsel auf zirkulären Gips oder Gehgips unter Fortführung der Thromboseprophylaxe.
3.Röntgenkontrollen zum Verlauf der knöchernen Heilung z.B. in der 1., 3. und 6. Woche nach Trauma.
-Was für Schienen gibt es?
Zirkulärer Gipsverband, Gipsschiene, Gehgipsverband, Kunststoffgipsverband (Castverband).
Dorsale Unterarmgipsschiene, palmare Unterarmgipsschiene, Oberarmgipsschiene, Unterschenkel-Gipsschiene.
-Pat auf der Station hat Schmerzen im Unterschenkel und Schwester ruft Sie an, was machen Sie?
Schaue mir den Pat an.
-Was kann es sein?
Kompartmentsyndrom.
-Was ist das? A: s. 349
-Wie viele Kompartiments gibt es im Unterschenkel?
4
-Wie heißen die?
[Link] (vorderes Kompartiment = Tibialis-anterior-Loge).
[Link] (laterales Kompartiment).
[Link]ächliche Flexorenloge (oberflächliches hinteres Kompartiment).
[Link] Flexorenloge (tiefes hinteres Kompartiment).
468
Rojhat aus Kurdistan
469
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
35. Einfache Fibulafraktur + Dislozierte mehrfache Tibiafraktur.
-Wie gehen Sie vor?
Ich habe Fragen gestellt, er sagte geschlossene Fraktur, aber er fragte;
-Was ist der Unterschied zwischen erste und zweite Grade der offenen Frakturen? A: s. 337-338 und Frage 10.
Gustilo/Anderson-Klassifikation:
G1: Hautwunde <1cm, Weichteilverletzung minimal, keine Kontamination.
G2: Hautwunde 1-10cm, Weichteilverletzung und Kontamination moderat.
-Welche Osteosynthese wird bevorzugt?
Bei mehrfragmente, komplizierte Frakturen ist Nagelung bevorzugt.
-Warum ist Marknagelung besser als Platten?
*Bessere Stabilität mittels intramedulläre Fixierung Besser bei instabile, mehrfragmente Frakturen.
*Minimale Beeinträchtigung des Weichteilgewebes Da der Nagel in Knochenmark eingeführt wird, bleibt das
Weichgewebe weitgehend unberührt Deswegen ist auch Heilung schneller.
*Bei Marknagelung können die Pat sofort nach der OP das Bein voll belasten.
*Bei Plattenosteosynthese können die Pat nach der OP das Bein nicht belasten das verursacht Fraktur.
-Wann macht man Fixateur externe?
Fixateur Externe: Außerhalb des Körpers befestigte, starre und damit winkelstabile Halterung, die durch
bikortikal gebohrte Pins proximal und distal der Fraktur im Knochen verankert wird.
Indikation: Offene Frakturen und Trümmerfrakturen.
Fixateur interne: Stabilisierung der Wirbelsäule durch dorsale osteosynthetische Versorgung.
470
Rojhat aus Kurdistan
Messung des Gewebedrucks mit Messfühler Es gibt eine Nadel im Spitze des Geräts, wir stechen Nadel bis zur Faszie in
Muskel und Gerät zeigt den Druck.
Mediale Schenkelhalsfraktur mit Garden III und Pauwels III (Quelle: Amboss).
471
Rojhat aus Kurdistan
Eingestauchte mediale Schenkelhalsfraktur mit Garden I und Pauwels II oder III (Quelle: Amboss).
472
Rojhat aus Kurdistan
*Abduktionsfraktur: Durch einen Sturz auf das abduzierte Bein kommt es zu einer Kompressionsfraktur (rote Linie) und der
Femurkopf wird nach außen rotiert (schwarzer Pfeil). Stabil.
*Adduktionsfraktur: Ein Sturz auf die seitliche Hüfte führt durch Druck auf den Trochanter typischerweise zu einer
klaffenden Fraktur (rote Linie) und der Femurkopf wird nach innen rotiert (schwarzer Pfeil). Instabil.
-Klassifikation von Garden ist für die Perfusion sehr wichtig und Pauwels für den Mechanismus.
-Dann Behandlung in diesem Fall? A: s. 347
Zementierte-TEP, die Frau war vorher aktiv gewesen.
-Was ist aktive und passive Impfung?
Aktivimpfung: Stimuliert das Immunsystem zur Antikörperproduktion (hält länger).
*Lebendimpfstoffe: Attenuierte Erreger. Einmalige Impfung bietet bereits einen Impfschutz. Nur beim Versagen zweite
Impfung.
Mumps, Masern, Röteln, Varizellen.
*Totimpfstoffe: Einzelne Partikel oder ganze Erreger. Einmalige Impfung reicht nicht aus, daher wird in mehreren
Teilimpfungen durchgeführt und ggf. aufgefrischt.
Hepatitis A, B, H. influenzae Typ b, Pneumokokken, Meningokokken, Influenza, Tetanus, Diphtherie.
Passivimpfung: Antikörper werden direkt injiziert (streng genommen ist keine Impfung).
Simultanimpfung: Gleichzeitige Impfung mit einem Aktiv- und Passivimpfstoff.
Indikation: Als Postexpositionsprophylaxe, z.B. gegen Hepatitis B, Tollwut und Tetanus.
-Pat hat keine Tetanus-Impfung, was sollen wir bei Fraktur machen?
Tetanus aktiv und passiv.
-Warum ist Röntgen gefährlich für die Gesundheit, ionisierende Strahlung einer transatlantischen Reise ist gleich mit
einem Röntgen Thorax? A: s. 399
Strahlung verursacht Mutationen in DNA und Tod von schnell teilbaren Zellen wie Haar, Sperm, Haut.
473
Rojhat aus Kurdistan
*Deterministische Schaden: Sofort-Schaden: Zelltod: z.B. Rötung, teratogene Effekte, Haarausfall, Unfruchbarkeit.
*Stochastische Schaden: Spät-Schaden: Die Veränderungen in DNA: DM, Ca, Leukämie, Vererbbare Schaden.
-Was sind Schmerzformen?
Schmerz: Unangenehmes Gefühl nach einer Gewebeschädigung. Immer subjektiv.
Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) sind spezielle Nervenenden, die auf schädliche Reize reagieren.
Entzündungsmediatoren und andere chemische Signale aktivieren Nozizeptore.
Nozizeptoren leiten Schmerzsignale über Nervenfasern zum Rückenmark und dann weiter zum Gehirn.
Unterwegs werden die Signale durch verschiedene Neurotransmitter übertragen.
Schmerzwahrnehmung ist das Ergebnis der Interpretation der Schmerzsignale durch Gehirn.
Schmerzformen:
a. Akuter vs. chronischer Schmerz:
*Akuter Schmerz: <3 Monate.
*Chronischer Schmerz: >3 Monate.
b. Zentraler vs. peripherer Schmerz:
*Zentraler Schmerz: Schmerz nach ZNS-Läsionen wie nach Schlaganfall.
Tx: Opioide. Periphere Analgetika sind wirkungslos.
*Peripherer Schmerz: Schmerz nach periphere Gewebeschädigung und Übertragung über periphere Nervenfasern (Aδ-
und C-Fasern).
Tx: Periphere Analgetika und Opioide.
c. Nozizeptiver vs. neuropathischer Schmerz:
*Nozizeptiver Schmerz: Durch Reizung (chemisch, mechanisch, thermisch) von somatischen (peripheren, parietalen) oder
viszeralen Nervenenden (Nozizeptoren).
-Somatischer (parietaler, peritonealer) Schmerz: Schmerz vom Bewegungsapparat (Muskeln, Knochen, Gelenke,
Bindegewebe, Peritoneum parietale). Zunächst kurz, hell und gut lokalisierbar (Aδ-Fasern). Sobald dieser Schmerz
abklingt, zeigt sich ein dumpfer und weniger eindeutig lokalisierbar (C-Fasern).
Somatische Nozizeptoren reagieren auf äußere Reize wie Wärme, Kälte, Druck und Schmerz.
-Viszeraler Schmerz: Schmerz von inneren Organen durch Reizung von Nozizeptoren in den Kapseln und serösen
Häuten der Organe (Peritoneum viszeralis) und den Wänden der Gefäße und Hohlorgane. Sie reagieren auf Reize
wie Dehnung, Veränderungen im Blutfluss, Entzündungen. Schmerzen sind dumpf, krampfartig, häufig kolikartig
und schwer lokalisierbar (C-Fasern).
*Neuropathischer Schmerz: Durch eine Läsion peripherer Nerven wie der Trigeminusneuralgie, diabetische Neuropathie,
Post-Zoster-Neuralgie. Häufig brennend.
Openai:
Viszeraler Schmerz:
Definition:
Viszeraler Schmerz stammt von inneren Organen (Viszera) und zugehörigen Strukturen im Bauchraum und Brustkorb.
Dieser Schmerz wird oft als dumpf, drückend, kolikartig oder krampfartig beschrieben und ist schwer lokalisierbar.
Ursachen und Quellen:
a. Dehnung: Überdehnung von Hohlorganen (wie Magen, Darm, Blase, Uterus) durch Gas, Flüssigkeit oder Masse.
Beispiel: Darmobstruktion führt zu Dehnung der Darmwand und kolikartigen Schmerzen.
b. Spasmen der glatten Muskulatur: Krämpfe in der glatten Muskulatur von Hohlorganen.
Beispiel: Gallen- oder Nierenkoliken durch Steine.
c. Ischämie: Gewebeschädigungen durch Minderperfusion.
Beispiel: Mesenteriale Ischämie verursacht krampfartige Schmerzen durch spastische Kontraktionen des Darms.
d. Entzündung: Entzündung in den Organen.
Beispiel: Akute Pankreatitis verursacht dumpfe Entzündungsschmerzen.
Pathophysiologie:
*Dehnung und Spannung: Mechanische Dehnung aktiviert mechanosensitive Nervenenden in den Organwänden.
*Spasmen: Kontraktion der glatten Muskulatur verursacht Reizung der Nervenfasern.
*Ischämie: Sauerstoffmangel führt zu anaerobem Metabolismus und Ansammlung von Stoffwechselendprodukten, die
Nervenendigungen reizen.
*Entzündung: Freisetzung von Entzündungsmediatoren (z.B. Prostaglandine, Zytokine) stimuliert Schmerzrezeptoren.
Peritonealer (somatischer) Schmerz:
Definition:
Peritonealer Schmerz stammt von Peritoneum parietale. Dieser Schmerz ist meist scharf, schneidend, gut lokalisiert und
verschlimmert sich durch Bewegung oder Druck.
Ursachen und Quellen:
a. Entzündung: Entzündung des parietalen Peritoneums durch infektiöse oder nicht-infektiöse Ursachen.
Beispiel: Peritonitis, die durch eine Appendizitis oder perforierte Ulcera verursacht wird.
b. Reizung durch chemische Substanzen: Reizung durch Austreten von Mageninhalt, Galle, Urin oder Blut in die
Bauchhöhle.
Beispiel: Ulkus-Perforation, bei der Magensäure das Peritoneum reizt.
c. Trauma: Peritoneum-Verletzungen.
474
Rojhat aus Kurdistan
475
Rojhat aus Kurdistan
*Somatische (parietaler) Schmerz ist der Schmerz von Haut, Muskeln, Knochen, Gelenke, Bindegewebe und Peritoneum
parietale durch Reizung von Nozizeptoren.
*Somatische Nozizeptoren reagieren auf äußere Reize wie Wärme, Kälte, Druck und Schmerz.
*Somatische Schmerzen sind stark, schneidend, hell und gut lokalisierbar (Aδ-Fasern).
*Schmerzen sind dauerhaft da und Intensität immer zunimmt.
*Schmerzen strahlen in andere Regionen aus.
*Parietale Schmerzen sind gut lokalisierbar, weil die Innervation von Peritoneum parietale erfolgt über sensible Fasern von
segmentalen somatischen Nerven (Spinalnerven: s. Bild unten).
Viszeraler Schmerz: Kolikartig => kommt und geht.
Somatischer Schmerz: Dauerschmerz => Es ist immer da.
Quelle: Amboss.
476
Rojhat aus Kurdistan
Viszerale Entzündung, Dehnung, Ischämie Schmerzen: Organe CP, SMP, IMP Nn. Splanchnici Rückenmark Hirn.
CP: Ganglion Coeliacum. SMP: Ganglion mesentericum superius. IMP: Ganglion mesentericum inferius.
Quelle: Deranged Physiology
Schmerztypen im akuten Abdomen:
*Perforationsschmerz: Bei Ulkus-, Gallenblasen-, Divertikelperforation, Mesenterialinfarkt und Pankreatitis.
-Initialer Schmerzpeak mit bohrendem Charakter.
-Intermittierende Besserung bzw. Schmerzfreiheit.
-Im Verlauf erneute Verschlechterung mit Peritonismus.
*Kolikschmerz: Bei Cholelithiasis, Nephro-/Urolithiasis, mechanischem Ileus/Darmkolik.
-Intermittierende, zu- und abnehmende Schmerzintensität.
-Schmerzpeaks mit drückendem Charakter.
-Intermittierende Besserungen möglich.
*Entzündungsschmerz: Bei Appendizitis, Cholezystitis, Divertikulitis oder Pankreatitis.
-Stufenweise oder kontinuierliche Schmerzprogredienz.
-Häufig brennender Charakter.
Warum sind viszerale Schmerzen schlecht lokalisierbar?
1. Weniger Nozizeptoren:
Innere Organe haben weniger Schmerzrezeptoren als die Haut. Deshalb ist der Schmerz weniger präzise.
2. Nervensignale mischen sich:
Viszerale Nerven von verschiedenen Organen (Schmerzsignale von Organen) mischen sich oft mit somatischen Nerven
(Haut und Muskeln) im Rückenmark. Das führt dazu, dass das Gehirn Schwierigkeiten hat, den Schmerz genau zuzuordnen.
Diese Mischung bedeutet, dass die Schmerzsignale von verschiedenen Organen und Geweben auf dieselben Nervenzellen
im Rückenmark projiziert werden. Deswegen interpretiert das Gehirn den Schmerz oft als kommend aus einem Bereich,
477
Rojhat aus Kurdistan
den es besser kennt (wie die Haut), was zur übertragenen Schmerzempfindung führt (z.B. Herzschmerz, der in den linken
Arm ausstrahlt).
3. Diffusere Innervation:
Die Nerven von viszeralen Organen sind weit verteilt und nicht so genau wie die Nerven von Haut. Dies macht es schwierig,
den Schmerz genau zu lokalisieren.
4. Fehlende Repräsentation im Gehirn:
Im Gehirn gibt es eine detaillierte Karte für Haut und Muskeln, um somatischen Schmerz genau zu lokalisieren. Solch eine
präzise Karte fehlt für die inneren Organe.
37. Fall: Was von Radiusfrakturen wissen Sie? A: s. 341 und Frage 6.
Colles, Smith, Galeazzi, Monteggia, Grünholz, Wulst, Barton.
*Monteggia-Fraktur: Ulna-Fraktur + Riss von radioulnarem Band.
Tx: Platten am Ulna und Ruhigstellung 6W, damit Radioulnarer Band sich heilen kann.
*Galeazzi-Fraktur: Radius-Fraktur + Riss von radioulnarem Band.
Tx: Platten am Radius und Ruhigstellung 6W, damit Radioulnarer Band sich heilen kann.
*Bandverletzungen brauchen 6W zum Ausheilen Deswegen 6W Ruhigstellung bei Bandverletzungen.
478
Rojhat aus Kurdistan
479
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Orthoforum.
-Was sehen Sie?
Es war eine klare Schenkelhalsfraktur G3 nach Garden.
-Welche andere Klassifikation gibt es?
Oberschenkelhalsfraktur:
Garden-Klassifikation: Nach dem Risiko einer Perfusionsstörung des Femurkopfes.
Pauwels-Klassifikation: Nach dem Risiko einer Dislokation und Schätzung von Heilungtendenz.
Femurkopffraktur:
Pipkin-Klassifikation: Abscherfrakturen: Ausriss des Knorpels.
-Wie gehen Sie vor?
Ich habe nach dem Alter gefragt, sie hat gesagt nicht wichtig.
Dann habe ich gesagt, wenn DHS nicht geht, werde ich TEP oder Bipolar Endoprothese machen.
Sie sagte: nur TEP Wegen Garden III: Dislokation vorhanden.
-Wie klären Sie die Pat auf?
480
Rojhat aus Kurdistan
Bei Aufklärungsgespräch muss man immer Kompilationen während und nach OP erzählen und auch alternative Behandlung
erzählen, sogar wenn diese nur 1% erfolgsprechend ist.
Aufklärung: Allgemeine und spezifische OP-Komplikationen bei proximaler Femurfraktur, Chirurgische Aufklärung.
Akutkomplikationen: TVT, Pneumonie, HWI.
Langzeitkomplikationen:
*Sekundäre Frakturdislokation.
*Pseudarthrose (15%): Ausbleiben der Frakturausheilung Kx: Schmerzen, Schwellung, eingeschränkte
Funktion/Belastbarkeit, abnorme Beweglichkeit.
*Posttraumatische Arthrose: Nicht-entzündliche Erkrankung des Knorpels eines Gelenks und tritt meist als physiologische
Alterserscheinung auf. Erhöhte Belastung in einem Gelenk verstärkt das Risiko (Übergewicht, starke einseitige Belastung
oder Gelenkfehlstellungen).
*Avaskuläre Femurkopfnekrose (20%): Risiko für eine Perfusionsstörung steigt mit zunehmendem Patientenalter und
Ausmaß der Frakturdislokation Signifikanter Anstieg des Femurkopfnekrose-Risikos bei späterem Operationszeitpunkt.
*Beinlängendifferenz: Deutlich geringer ausgeprägt bei operativer Therapie als bei konservativer Therapie.
*Verminderte posttraumatische Mobilität und Funktionalität.
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
• Bei OP von Kindern braucht man Einwilligung von beiden Eltern Obwohl die Eltern geschieden sind.
• Bei dementen Patienten entscheidet Vollmacht (Kinder, Freunde usw.).
• Bei Ausländern muss ein Dolmetscher dabei sein.
• Bei Dementen oder Kindern oder Ausländern wenn wir den Eltern, Vollmacht oder Dolmetscher nicht erreichen
dann rufen wir Richter an und Richter entscheidet was zu machen.
• Aufklärung muss durch Facharzt erfolgen Facharzt kann das zum approbierten, kompetenten Arzt übergeben Wenn
ein Problem auftritt, dann 50% FA und 50% AA schuldig.
• Aufklärung soll mind. 24h vor Vorgehen gemacht werden Damit der Pat nachdenken kann, mit Freunden und Familie
diskutieren kann.
44. Fall: Röntgen-Becken bekommen. Es war Femurhalsfraktur. (Für Bilder s. Frage 36)
-Klassifikation von Femurhalsfrakturen?
Oberschenkelhalsfraktur:
Garden-Klassifikation: Nach dem Risiko einer Perfusionsstörung des Femurkopfes.
Pauwels-Klassifikation: Nach dem Risiko einer Dislokation und Schätzung von Heilungtendenz.
Femurkopffraktur:
Pipkin-Klassifikation: Abscherfrakturen: Ausriss des Knorpels.
-Er fragte was ist die Grundlage von Garden?
Garden teilt nach dem Risiko einer Perfusionsstörung des Femurkopfes ein.
-Durchblutung von Femurkopf gefragt.
A. circumflexa femoris (aus A. profunda femoris).
A. capitis femoris (aus A. obturatoria).
Quelle: Amboss.
45. Fall: Grünholz-Fraktur: Röntgen der linken Hand im ap und seitlichen Strahlengang.
481
Rojhat aus Kurdistan
Wulstfraktur:
-Periost gar nicht gerissen.
-Stauungsfraktur.
482
Rojhat aus Kurdistan
483
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Die Dislokation war Antero-inferior. Ist das häufig oder nicht?
Ja! Anterior 95%, Posterior 3%, Inferior 1%.
-Was machen Sie jetzt?
484
Rojhat aus Kurdistan
485
Rojhat aus Kurdistan
*Bei Weber-C ist Syndesmose ausgerissen, deswegen die Stellschraube geht ins Tibia rein, damit Fibula und Tibia
zusammen bleiben Weil Syndesmose gerissen ist, muss Bein 6W ruhigstellen und 6W darf der Pat nicht auftreten, sonst
wird Stellschraube brechen Nach 6W muss diese Schraube raus.
-Was für Komplikation kann ohne OP passieren?
*Nervus-peroneus-communis-Läsion bei hoher Fibulafraktur: "Steppergang" mit kompensatorischer Beugung im
Kniegelenk
*Peroneusparese: Fußheberschwäche.
*Nervus-saphenus-Läsion: Sensibilitätsausfälle an der medialen Unterschenkelseite und medialen Fußrand.
*Knorpelabscherungen des Talus („Flake Fracture“).
*Abrissfraktur des Volkmann-Dreiecks.
*Kompartment-Syndrom.
*Posttraumatische Arthrose: Die Arthrose des oberen Sprunggelenks ist – im Gegensatz zur Arthrose in Hüft- und
Kniegelenk – in den meisten Fällen posttraumatischer Genese.
-Wenn Pat nicht nüchtern ist und Kompartmentsyndrom hat, was machen Sie?
OP, ich habe gesagt: Naja, Notfall ist Notfall.
-Welche Komplikation kann noch passieren außer Wundheilungsstörung? A: s. 360.
Pseudoarthrose.
-Was noch?
TVT.
-Gut, was machen Sie dagegen?
Antikoagulation.
-Antikoagulation-Typen gefragt.
P.o.: Vit-K-Antagonisten (Phenprocoumon), DOAK (Api-, Edo-, Rivaroxaban, Dabigatran)
I.v.: UFH
S.c.: UFH, NMH (Enoxa-, Tinzaparin), Heparinanalog (Fondaparinux)
51. Fall: Röntgen mit Schenkelhalsfraktur. (Für Bilder s. Frage 36)
-Klassifikationen, Therapie? A: s. 344 und Frage 15.
Femurhalsfraktur:
*Garden-Klassifikation: Einteilung nach dem Risiko einer Perfusionsstörung des Femurkopfes.
486
Rojhat aus Kurdistan
487
Rojhat aus Kurdistan
Beispiel:
Ein Bauarbeiter verletzt sein Knie schwer. Nach der Erstbehandlung durch den Durchgangsarzt wird er an eine spezialisierte
Klinik überwiesen, die auf solche Verletzungen spezialisiert ist.
#3. Schwerverletzungsartenverfahren (SAV):
SAV ist ein Verfahren für die Behandlung sehr schwerer oder komplexer Verletzungen. Es bestimmt, welche spezialisierten
Unfallkliniken oder Zentren die notwendige Ausstattung und Expertise für die Verletzung haben.
Beispiel:
Ein Arbeiter stürzt von einer hohen Stelle und erleidet schwere Verletzungen. Er wird nach der Erstbehandlung durch den
Durchgangsarzt in ein spezialisiertes Unfallkrankenhaus überwiesen, das auf die Behandlung von Schwerverletzten
spezialisiert ist.
#Zusammenfassung:
*DAV: Durchgangsärzte führen die erste Untersuchung und Behandlung bei Arbeitsunfällen durch.
*VAV: Bestimmte Kliniken oder Ärzte haben die Qualifikation für spezielle Verletzungsarten.
*SAV: Hoch spezialisierte Kliniken oder Zentren behandeln sehr schwere Verletzungen.
Diese Verfahren (Protokolle) sorgen dafür, dass Arbeitsunfälle und Verletzungen optimal behandelt werden, basierend auf
der Art und Schwere der Verletzung.
***Arbeitsunfall/Berufskrankheit DAV VAV oder SAV.
59. Fall: Röntgenbild nach einem Unfall.
488
Rojhat aus Kurdistan
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
*Standardmäßiger Zugang für die meisten Indikationen.
489
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Flexüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
60. Fall: Ein 5J Kind wurde im Garten am Fuß verletzt.
-Was würden Sie machen?
pDMS wollte er hören.
Dann Tetanus habe ich gesagt. Prüfer: Die Kinder in Deutschland sind schon zumeist geimpft, man braucht nicht.
-Was würden Sie noch tun?
„Die Wunde nähen“ wollte er hören.
-Was können Sie machen, damit das Kind keine Schmerzen verspürt?
Lidocain.
-Wie gibt man das?
Intrakutan/Subkutan. (Bildquelle: Amboss)
490
Rojhat aus Kurdistan
Nach B Kommt C!
Na-Kanal-Blocker:
Ia: Ajmalin: 1. Wahl AVRT (WPW). Sonst bei VT und SVTs.
Ib: Lidokain: Reserve bei ventrikulären Tachykardien.
Ic: Flecainid, Propafenon: VHF. SVT.
Beta-Blocker:
II: Metoprolol: Tachykardie, MI.
491
Rojhat aus Kurdistan
K-Kanal-Blocker:
III: Amiodaron: VT, VHF.
Ca-Kanal-Blocker:
IV: Verapamil, Diltiazem: SVT.
-Was macht Lidocain als Nebenwirkung?
*Epileptischer Anfall.
*HRST.
*AHT, später Hypotonie.
*Herz-Kreislauf-Stillstand.
Krampfanfall wollte Prüfer hören.
-Wie kann man wissen, dass Lidocain iv gespritzt wurde?
Metalgeschmack wollte er hören.
61. Fall: Ein Kind vom Fahrrad auf dem Arm runtergefallen.
-Was machen Sie?
Prüfer: Zuerst klinisch untersuchen und Ausschluss der Fraktur erst klinisch machen. Dann müssen Sie Röntgen.
pDMS, Fraktur-Zeichen, Röntgen.
-Wenn Sie nichts im Röntgen sehen und der Patient starke Schmerzen hat?
Grünholz-Fraktur.
-Was sieht man dann?
Ich habe über intaktes Periost erzählt, aber sie wollte hören, dass man bei dieser Fraktur nicht immer etwas sehen muss.
-Was machen Sie dann?
Ultraschall, um den Knochenbruch nachzuweisen. Wenn das Kind weiterhin starke Schmerzen hat, Röntgenbild in einigen
Tagen erneut zu machen, um sicherzustellen, dass keine Fraktur vorliegt.
-Muss der Patient immer zu dir kommen?
Nein, er kann auch zum Hausarzt und ggf. Röntgen bei niedergelassenem Radiologen (das wollte sie hören).
62. Fall: Der Patient ist bei Treppen gestürzt.
-Wie gehen Sie vor?
pDMS, Frakturzeichen, Röntgen.
-Der Patient hat linksseitige Schmerzen und Krepitation, was ist VD?
Fraktur.
-Typen von Thorax-Drainage? A: s. Frage 59.
-Sie haben keine Drainage, was machen Sie jetzt?
Nadel-Stich:
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
-Wo?
Ich: 2. ICR midklavikulär. Monaldi.
Prüfer: Ja, auch 4-5 ICR Midaxillär ist gut. Bülau.
-Warum ist sofortige Therapie wichtig?
Aufgrund schleichenden Drucks an Nachbarstrukturen und Herzkreislaufversagen.
-Auf welche Seite muss der Pat gelagert werden, rechts oder links?
492
Rojhat aus Kurdistan
Linke Seite, um die gesunde Seite zu schützen Damit Pat kompensiert atmen kann.
Der Patient liegt auf dem betroffenen Lungenflügel, so dass die schwerere Flüssigkeit in den unteren Teil des Lungenflügels
fließt und leichter abgesaugt werden kann.
-Unter welchem Rippen-Niveau müssen Sie nicht punktieren?
Unter 9. ICR Unterhalb dieser Rippe das Risiko einer Verletzung von intraabdominalen Organen wie der Leber (rechts)
oder der Milz (links) steigt.
-Kompression bei Reanimation Frequenz/Min?
Ca. 100/min.
-Rhythmus?
30:2
-Defibrillation Indikationen?
pVT, KF.
-Medikamente bei Reanimation?
Adrenalin 1mg alle 3-5 min, wenn keine Schock oder nach 3. erfolglosen Schock.
Amiodaron 300mg nach 3. erfolglosen Schock und 150mg nach 5. erfolglosen Schock.
-Was macht Adrenalin?
*Erhöhung von HF und RR.
*Bronchodilatation.
*Erhöhung der Perfusion von Muskeln.
63. Fall: Röntgen Bilder zeigen eine distale Femurschaftsfraktur.
-Wie gehen Sie weiter? A: s. 370.
Osteosynthese:
1. Wahl: Marknagelung. 2. Wahl: Platten. Bei Trümmerfrakturen: Fixateur externe.
-Welche Osteosynthese?
Platten.
-Wie bildet sich eine Thrombose?
Virchow-Trias:
*Hyperkoagulation: Genetisch oder vorgehabte Thrombose.
*Stase: Strömungsgeschwindigkeit Postop-Immobilität usw.
*Endothelschädigung: Katheter, Wunde usw.
-Welche Medikamente geben Sie den Patienten bei Thrombose-Prophylaxe?
NMH: Certoparin 3.000IE sc 0-0-1, Enoxaparin 20mg sc 1-0-1
DOAK: Apixaban 2,5mg 1-0-1, Rivaroxaban 10mg 1-0-0
-Dann Frage nach Antikoagulation-Arten und der Unterschied sehr oberflächlich.
Heparine: UFH, NMH, Heparinanalog (Fondaparinux).
Vit-K-Antagonisten: Warfarin, Phenprocoumon.
DOAK=NOAK: Apixaban, Edoxaban, Rivaroxaban, Dabigatran.
-Dürfen Sie das OP-Gespräch, die Aufklärung und die Einwilligung mit der Pat durchführen?
Nur approbierter Arzt darf das machen.
64. Es wurde mir ein Femur-Modell gegeben.
493
Rojhat aus Kurdistan
494
Rojhat aus Kurdistan
495
Rojhat aus Kurdistan
496
Rojhat aus Kurdistan
497
Rojhat aus Kurdistan
498
Rojhat aus Kurdistan
-Dann hat Prüfer gesagt, mit der 2. Ebene sehen Sie dann 4 Dimensionen?
Nein, nur 3 insgesamt.
-Dann dieser Pat kommt zu Fuß in die NA, (d.h. guter AZ, nicht über Schock, Monitoring usw diskutieren). Wie ist die
Haltung des Pat?
Der Pat hält Unterarm mit anderer Hand auf dem Bauch. Ich habe es gezeigt.
-Was machen Sie jetzt?
pDMS überprüfen und Röntgen.
-Und dann?
Schnellste mögliche Reposition.
Bei Schmerzen: Analgesie (Paracetamol).
Bei ängstlich-agitiertem, unkooperativem Patienten: Sedierung (Piritramid).
Behandlung einer opioidinduzierten Übelkeit: Dimenhydrinat.
Bei besonders ängstlichen Patienten und/oder zu erwartender schwieriger Reposition: Analgosedierung für nicht-elektive
Prozeduren in Zusammenarbeit mit der Anästhesie evaluieren.
-Aber vorher?
Für Kurznarkose Anästhesie informieren.
-Dann?
Aufklärung.
-Wie machen Sie die Reposition?
499
Rojhat aus Kurdistan
-Wie lange?
Für 2-6 Wochen (zur Stabilisation und Narbenheilung) Bei Schulterluxation oder Frakturen nach 8 Tagen muss der Pat
Pendelbewegungen mit Schultergelenk anfangen, damit Recessus axillaris nicht verklebt.
-Der Pat ist Handballspieler, wann darf er wieder spielen?
Mind. nach 6 Wochen.
-Derselbe Patient kommt nach 3. Luxation. Was machen Sie?
Hier OP empfehlen, Arthroskopie mit kapselnaht.
500
Rojhat aus Kurdistan
B. Polytrauma:
1. Patient kommt mit Polytrauma in die Notaufnahme, was machen Sie? A: s. 332.
Übergabe durch den Notarzt im Schockraum.
a. Schockraumsphase:
-Stabilisierung von Vitalparameter, ggf. Reanimation: ABCDE-Schema, Monitoring (EKG, HF, AF, RR, sO2).
-Dx: KU, eFAST, Ganzkörper-CT, DK, Labor (BGA-art., BB, INR, aPTT, Fibrinogen, Blutgruppe, Kreuzprobe, AK-Suchtest).
-Tx: Ggf. Intubation, Gerinnung aufrechthalten (EK, FFP, Thrombozyten), Koagulopathie vermeiden (Normothermie, -Ca,
-pH). Neuroprotektion (Normoxie, -kapnie, -tonie).
b. OP-Phase 1: Lebensbedrohliche Verletzungen, ggf. simultan (z.B. Notfalllaparotomie, -thorakotomie, -kraniotomie).
c. Stabilisierungsphase: Stabilisierung der Vitalfunktionen in ITS.
d. OP-Phase 2: Nach einigen Stunden oder Tagen, OP für Verletzungen wie Frakturen, Kompartmentsyndrom,
Rückenmarkskompression, Urogenitaltraktes usw.
e. Weitere OP-Phasen: Nach Stabilisierung weitere chirurgische Eingriffe.
-Wo gucken Sie genau bei FAST? A: s. 335.
Abdomen: Morrison(LN)- und Koller(MN)-Pouch.
Becken: Douglas(RU)- und Proust(RHb)-Raum.
Pleura: Recessus costodiaphragmaticus.
Perikardbeutel.
(Bei eFAST auch Lunge zum Pneumothorax-Ausschluss)
-Was beurteilen Neurologen, wenn sie die Schläfe schallen?
A. temporalis bei V.a. Riesenzellarteriitis Halozeichen.
-Was ist e-FAST?
Extended Focused Assessment Sonography Trauma FAST + Thoraxsono (für Pneumothorax-Ausschluss)
Ziele: Detektion von Freie Flüssigkeit, Blut, Pneumothorax, Pleuraerguss.
-Warum sammelt sich das Blut in diese Räume?
*Schwerkraft.
*Anatomie: Diese Räume sind Hohlräume oder Zwischenräume zw. verschiedenen Organen Sie bieten Raum für
Blutansammlungen.
-Was ist Damage Control Konzept? A: Amboss.
Damage Control Surgery: Bei ausgedehnten Verletzungen o. kritischem Allgemeinzustand (AHK-Trias: Azidose (pH <7,2) +
Hypothermie (<34 °C) + Koagulopathie (INR>1,6))
*Beurteilung des Verletzungen im Vier-Augen-Prinzip.
*Fokus auf Blutungs- und Kontaminationskontrolle.
*Beschränkung des operativen Traumas auf das Mindestmaß (Dauer <60 min).
*Keine Anlage primärer Darmanastomosen.
*Temporärer Bauchdeckenverschluss (Laparostoma).
*Second-Look-Operation bzw. definitive Versorgung im Verlauf.
Damage Control Surgery beinhaltet die Beurteilung der Verletzungen durch Chirurgen und die Kontrolle von Blutungen und
Kontaminationen sowie die Beschränkung des operativen Traumas (Dauer <60 min).
Openai:
Damage Control Surgery (DCS) ist eine chirurgische Strategie, die bei Polytrauma angewendet wird.
Um die lebensbedrohlichen Folgen eines Traumas zu bewältigen, wird der chirurgische Eingriff in Phasen unterteilt:
*Phase 1: Der Chirurg konzentriert sich darauf, lebensbedrohliche Blutungen zu stoppen, massive Gewebeschäden zu
kontrollieren und andere unmittelbare Bedrohungen für das Leben anzugehen. Diese Phase ist oft schnell und effizient, und
der Fokus liegt darauf, das Leben des Patienten zu retten und den Patienten zu stabilisieren.
*Stabilisierungsphase: Nach der ersten Phase wird der Patient auf Intensiv verlegt, wo er stabilisiert und auf die nächste
Phase der Behandlung vorbereitet wird.
*Phase 2: Nach einigen Stunden oder Tagen erfolgt die umfassendere Reparatur der Verletzungen, die während der ersten
Operation nicht behandelt wurden.
2. Warum sieht man Flüssigkeit in Morrison, Koller und Douglas-Raum?
Wegen Schwerkraft, weil diese Räume bei liegendem Patienten die Tiefpunkte sind.
3. Sie haben einen Anruf bekommen, Polytrauma kommt in die ZNA. Was machen Sie zuerst? A: s. 332 und Frage 1.
Ich habe gesagt: Schockraum Team informieren und ITS!
-Was ist Schockraum?
Ein ausgestatter Behandlungsraum im KH für die Erstversorgung schwerverletzter und polytraumatisierter Patienten.
-Was ist Schockraumteam?
Interprofessionelles Team mit notfallmedizinischer und notfallchirurgischer Kompetenz:
*Mind. 2 Ärzte und 2 Pflege Radiologist, Anästhesist, Unfallchirurg.
Basisschockraumteam setzt sich meist aus den folgenden Fachdisziplinen zusammen:
*Unfallchirurgie/Orthopädie.
*Allgemeinchirurgie.
*Anästhesiologie.
501
Rojhat aus Kurdistan
*Notfallmedizin.
*Radiologie.
-Spannungspneumothorax: Alles, Mechanismus? A: s. 88.
Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir machen Perkussion und
feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit Ventilmechanismus (wenn
nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und Druck vermindern
Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es Spannungspneumothorax
auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst, dass es weh tun wird Die
Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Wo legen wir Drainage?
Prüfer wollte Safe Triangle hören.
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
*Standardmäßiger Zugang für die meisten Indikationen.
502
Rojhat aus Kurdistan
*Wenn in der Rö-Kontrolle direkt nach der Anlage der Drainage die Lunge immer noch kollabiert ist, dann gibt es 3 mögliche
Ursachen: 1. Drainage-Schlauch ist abgeknickt, 2. Es gibt Verstopfung im Schlauch, 3. Wunde ist zu groß und -25 mmH2O
negativer Druck reicht nicht. Wir nehmen eine 20ml Spritze und zuerst Aspirieren, wenn es kein Problem gibt, dann gibt
es keine Abknickung oder Verstopfung Wenn wir Luft schicken und es ein Hindernis gibt, oder wenn wir nicht aspirieren
können, dann ist der Schlauch verstopft oder abgeknickt Dann spritzen wir 10-20ml NaCl und öffnen das Wenn keine
Abknickung oder Verstopfung gibt, dann das bedeutet die Wunde ist zu groß und -25mmH2O reicht nicht Wir erhöhen
den Druck auf -30-35mmH2O und machen Rö-Kontrolle Wenn immer noch nicht reicht, dann CT oder MRT um die Größe
der Wunde zu sehen und danach chirurgisches Konsil.
b. Monaldi: 2. ICR mittlere Klavikularlinie Monaldi ist nicht chirurgish, aber es gibt keine Priorität von Bülau oder
Monaldi aufeinander, beide funktionieren gleich und gut.
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Wie heißt diese Drainage?
Bülau.
-Was ist Pathophysiologie von Herzversagen bei Spannungspneumothorax?
Bei jeder Inspiration kommt mehr Luft in den Pleuraspalt, bei der Exspiration kann die Luft jedoch nicht rausgehen →
Überdruck im Pleuraraum → Mediastinalverlagerung sowie erhöhter Druck auf Lunge, Herz und Gefäße → Zunehmende
Behinderung des venösen Rückstroms zum Herzen (Stauung der Halsvenen, ZVD↑, HZV↓) und verstärkte Atemnot bis hin
zum Kreislaufversagen.
-Beifahrer ist tot, was bedeutet das für unseren Patienten?
Patient verliert Blut Hämatothorax.
4. Polytrauma Definition? A: s. 334.
Verletzungen mehrerer Körperregionen, bei denen mindestens eine oder die Kombination mehrerer Verletzungen
lebensbedrohlich ist.
5. Wie ist Vorgehen in Schockraum bei Polytrauma? A: s. 334 und Frage 1.
6. Patient hat gleichzeitig Leberruptur und Epiduralhämatom. Wer muss erst operieren, Allgemein- oder
Neurochirurg?
*Treat first what kills first! Eine Leberruptur führt zu schweren inneren Blutungen, muss schnell behandelt werden
Daher würde es sinnvoll sein, dass der Allgemeinchirurg zuerst operiert. Damage Control Surgery (s. Frage 1).
*Währenddessen kann der Neurochirurg die Diagnostik und die Behandlung des Epiduralhämatoms vorbereiten und sich
bereithalten, um schnell zu operieren, falls es notwendig sein sollte.
503
Rojhat aus Kurdistan
504
Rojhat aus Kurdistan
Anterior-Lateral:
*Rechte Elektrode: Rechts vom Sternum, unterhalb der Clavicula.
*Linke Elektrode: Direkt unter der Achselhöhle, in der linken mittleren Axillarlinie
Anterior-Posterior:
*Rechte Elektrode: Zentral auf dem Sternum.
*Linke Elektrode: Posterior unterhalb der linken Scapula.
10. Wie transfundieren wir ein EK? A: s. 267.
Zuerst Blutgruppe, Kreuzprobe, Antikörpersuchtest (Coombs-Test), Bedside-Test.
Dann Transfusion in 1-2h Erste Minute beobachten Danach regelmäßige RR, Puls-Kontrollen.
11. Bluttransfusion mit den möglichen Komplikationen? A: s. 267.
Akute Komplikationen:
a. Akute hämolytische Transfusionsreaktion:
Äx: Blutgruppeninkompatibilität (AB0).
Kx: Intravaskuläre Hämolyse: Fieber, Schüttelfrost, HyperK, Rücken-, Kopf-, Bauchschmerzen Hämoglobinämie, -urie,
Hypotonie HypoCa, ANV, Schock.
Tx:
*Sofort absetzen.
*Intensive Überwachung der Vitalparameter.
*Aggressive Hydratation zur Erhaltung des Nierenflusses.
*Diuretika zur Förderung der Diurese.
*Behandlung des Schocks (z.B. mit Vasopressoren).
*Kortikosteroiden bei schwerwiegenden Reaktionen: 1000mg Prednisolon iv.
*Kompatible Blutprodukte zur Unterstützung bei schweren Blutungen.
b. Febrile nicht-hämolytische Transfusionsreaktion:
Äx: Antikörper gegen Leukoyzten vom Spender.
Kx: Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein.
Tx:
*Transfusion absetzen.
*Antipyretika (z.B. Paracetamol).
505
Rojhat aus Kurdistan
506
Rojhat aus Kurdistan
507
Rojhat aus Kurdistan
Urinausscheidung reduziert Die Urinausscheidung ist der einfachste und wertvollste Indikator des Schocks, deshalb
sollte sofort nach Aufnahme des Patienten gemessen werden.
• Schock tritt bei einem Verlust von 30-40% (1500-2000 ml) auf:
-HF 120-140/min.
-AF 30-40/min.
-Orthostatische Hypotonie.
-Oligurie.
• Weil beim Schock es zu einer Perfusionsstörung kommt, nimmt die Menge der Abfallprodukte wie LAKTAT zu Das führt
zu einer tiefen Azidose.
• Tx:
*RINGER-LÖSUNG Bei einem Blutverlust >1500 ml auch Transfusion.
*Überwachung: Vitalparameter, EKG, BGA und STÜNDLICHE URINAUSSCHEIDUNG: Der wichtigste Parameter zur
Beurteilung der Perfusion. Verminderung des LAKTATS zeigt an, dass sich die Perfusion verbessert.
2. SEPSIS UND SEPTISCHER SCHOCK:
• Der häufigste Schocktyp.
• Terminologie:
-Bakteriämie: Vorhandensein von Bakterien im Blut Bei Fieber und Schüttelfrost werden Blutkulturen entnommen, um
Bakteriämie auszuschließen.
-Infektion: Wenn ein Arzt vermutet, dass die Ursache einer Krankheit mikrobieller Natur ist, spricht man von einer
Infektion, auch wenn die Kultur negativ ist.
-SIRS: Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom: Die systemische Reaktion des Körpers auf eine Infektion.
• Körpertemperatur >38 °C oder <36 °C
• HF >90/mib
• AF >20/min oder PCO2 <32 mmHg
• WBC >12.000 oder <4.000/mcL
-Sepsis (bis 2016): SIRS + Infektion (nach Einschätzung des Arztes, auch wenn die Kultur negativ ist).
-Sepsis (neue Definition): SOFA ≥2 + Infektion.
-Septischer Schock (Vasodilatationsschock = Distributiver Schock = Verteilungsstörungsschock):
Sepsis + Kardiovaskuläre Insuffizienz (die nicht auf Volumensubstitution anspricht = Bedarf an vasoaktiven Medikamenten).
-MOV: Multiorganversagen.
Pathogenese vom septischen Schock:
Warum verursacht die Vorhandensein von Mikroorganismen einen Schock, also eine Perfusionsstörung?
Endotheliale Immunmediatoren schaffen bessere Bedingungen für den Körper, um die Keime zu bekämpfen.
Endotelzellen verursachne eine VASODILATATION durch NO, damit Immunzellen leichter in diesen Gebiet kommen.
Bradykinin erhöht die KAPILLARPERMEABILITÄT, damit Immunzellen und -mediatoren besser ins Gewebe landen.
Durch die Vasodilatation staut sich das Blut in der Peripherie und weniger Blut geht zum Herzen = PRELOAD sinkt.
Durch erhöhte Permeabilität geht mehr Flüssigkeit aus den Kapillaren ins interstitielle Gewebe.
Z.B. bei einer Pankreatitis staut sich literweise Flüssigkeit im Peritoneum, warum? Weil die Permeabilität erhöht ist.
Es bilden sich abnormale arteriovenöse Shunts zwischen Arterien und Venen, und das Blut fließt direkt in die Vene,
anstatt die Zellen zu erreichen.
Infolgedessen erhalten die Zellen nicht genug Blut und O2, und die anaerobe Atmung beginnt.
Dadurch werden schädliche Metabolite wie Laktat produziert.
Das beschreibt die Perfusionsstörung (Schockbild) aufgrund einer Infektion bei normalen Blutvolumen.
Die Blutvolumen sind normal, aber im falschen Ort Falsche Verteilung = Falsche Distribution.
• Klinische Zeichen:
1. Frühphase: Warm – Hyperdynamisch:
-Diese Zeichen beziehen sich auf die Dominanz inflammatorischer Mediatoren Durch die Vasodilatation staut sich das
Blut in der Peripherie.
-Haut ist warm und trocken Im hypovolämischen Schock ist die Haut kalt und feucht aufgrund der Vasokonstriktion.
-Verminderung der arteriovenösen O2-Differenz Aufgrund der Shunts können die Zellen nicht genug O2 aufnehmen,
was zu einer hohen O2-Konzentration im venösen Blut führt.
2. Spätphase: Kalt – Hypodynamisch:
-Ähnlich wie hypovolämischer Schock.
-Haut ist kalt, feucht, zyanotisch.
-Oligurie.
-Myokarddepression.
-Laktat erhöht.
-HCO3 reduziert pH sinkt.
-Organfunktionen verschlechtern sich.
MULTIORGANVERSAGEN
• Die nächste Stadium des septischen Schocks.
508
Rojhat aus Kurdistan
• Die systemische Reaktion auf ein Trauma betrifft den gesamten Körper Obwohl die entzündliche Reaktion v.a. den Ort
des Traumas betrifft, spiegelt sie sich im ganzen Körper wider, da das Endothel überall im Körper vorhanden ist Wenn
mehr als ein System betroffen ist, spricht man von Multiorganversagen (MOV).
• Das erste betroffene System ist immer das ATMUNGSSYSTEM Wenn PaO2/FiO2 <280 ist, ist das Atmungssystem
betroffen FiO2 ist der Sauerstoffanteil in der eingeatmeten Luft, normalerweise 21 % (0,21) Bei einem gesunden
Menschen beträgt der PaO2 durchschnittlich 80mmHg, daher ist dieses Verhältnis PaO2/FiO2 etwa 80/0,21 ≈ 400 Wenn
der Patient unter mechanischer Beatmung steht und 50% O2 erhält, beträgt FiO2 0,5 und wenn der PaO2 des Patienten
unter mechanischer Beatmung 80mmHg beträgt, ergibt sich ein Verhältnis von 80/0,5: 200 Dies deutet auf eine
respiratorische Insuffizienz hin Daher können wir das Atmungssystem nicht nur anhand von PaO2 beurteilen.
• Wenn Oligurie vorliegt, ist auch RENALSYSTEM betroffen.
• Wenn GCS <15 ist, ist auch ZNS betroffen.
• Wenn Bilirubin >2,9 mg/dl und Transaminasen >70 U/L sind, ist auch HEPATOBILIÄRE SYSTEM betroffen.
• Wenn die Thrombozytenzahl mehr als 25% vermindert ist, ist auch HÄMATOLOGISCHE SYSTEM betroffen.
• Wenn Laktat erhöht ist oder Basendefizite vorliegt, ist auch METABOLISCHE SYSTEM betroffen.
• SEPSIS-THERAPIE:
-Sepsis ist nicht nur eine mikrobiell bedingte Pathologie, sondern ein Zustand, der durch Perfusionsstörungen (Schock)
verursacht wird Daher ist eine systemische Therapie erforderlich.
-Kalkulierte Antibiotika Therapie: Pip/Taz oder Meropenem.
-Kardiovaskuläre Unterstützung:
*Volumen.
*Herzzeitvolumen normal, aber Hypotonie Dopamin, Noradrenalin.
*Herzzeitvolumen reduziert Dobutamin, Isoproterenol.
-O2 mit Ziel sO2>90%
-Opioidantagonisten: Naloxon erhöht cAMP.
-Aktiviertes Protein C: Reduziert die Mortalität.
3. KARDIOGENER SCHOCK
4. NEUROGENER SCHOCK
Das Hauptproblem ist plötzliche Erweiterung der Gefäße Durch eine plötzliche Vasodilatation kommt es zur Blutstauung
in den Gefäßen und das Blut erreicht nicht die Zellen Dies führt zu einer Minderperfusion der Zellen und der Patient
verliert das Bewusstsein Es besteht keine Volumenmangel, sondern das Volumen befindet sich am falschen Ort =
FEHLVERTEILUNG DES VOLUMENS.
• Äx:
-HWS-BWS-Verletzung.
-Spinale Anästhesie.
-Akute Magen-Dilatation.
-Plötzliche, starke Schmerzen.
-Schlechte Nachrichten.
-Ohnmacht beim Anblick von Blut.
• Kx:
-Periphere venöse Stauung Rückfluss zum Herzen verringert ZVD sinkt Herzzeitvolumen vermindert
HYPOTONIE.
-Haut trocken und warm, Flush (Vasodilatation)
-Bradykardie Hier keine reflektorische Tachykardie, weil der neurogene Schock durch eine Schädigung des
sympathischen Nervensystems verursacht wird.
• Therapie:
-Ursache beseitigen.
-Volumen bei spinalen Traumen.
-Vasopressoren Dopamin, Adrenalin, Ephedrin.
• ARDS:
Nehmen wir an, durch eine Bauchinfektion werden endotheliale Mediatoren freigesetzt Diese Mediatoren beinflussen
auch die Gefäße der Lungen und erhöhen die Permeabilität der alveolokapillären Membran Dadurch sammelt
Flüssigkeit in den Alveolen an und Ventilation wird gestört Im Röntgenbild zeigen sich bilaterale diffuse Infiltrate Der
pulmonalkapillarwedge-Druck (PCWP) ist in ARDS im Gegensatz zum kardiogenen Lungenödem normal, wo PCWP durch
Flüssigkeitsüberladung erhöht ist Bei ARDS ist das Problem jedoch Fehlverteilung der Flüssigkeit, nicht Überwässerung
wie kardiogener Lungenödem Es gibt bei ARDS eine Hypoxämie, die nicht auf O2-Therapie anspricht, d.h. PO2/FiO2 <200
(FiO2 ist O2-Anteil in der eingeatmeten Luft, normalerweise 0,21).
• Wenn die Alveolen mit Flüssigkeit gefüllt werden, wird die Funktion des Surfactants, das die Alveolen offen hält, gestört
Dies führt zum Kollaps der Alveolen: MIKROATELEKTASE Bei einem Kollaps der Alveolen verkleben die beiden
Schichten der Alveolen miteinander: HYALINE MEMBRAN Wenn die Alveolen wieder belüftet werden, können ausheilen
Anderfalls kann es zur Ablagerung von Kollagen in den Alveolen kommen, was zu FIBROSE führt – ein irreversibler und
oft tödlicher Zustand Die Zeitspanne vom Einfüllen der Flüssigkeit in die Alveolen bis hin zur Entwicklung einer Fibrose
509
Rojhat aus Kurdistan
beträgt etwa 15-20 Tage In dieser Zeit muss der Patient erfolgreich behandelt werden, sonst stirbt er an den Folgen der
Fibrose.
Äx:
• Sepsis (häufigste Ursache).
• Bewusstlosigkeit Da Magensaft in die Lungen aspiriert werden kann Dies führt zu Schäden an den Alveolen und
stört die alveolokapilläre Permeabilität.
• Pankreas-Verletzungen Beispielsweise durch ein Trauma, das zu einem Pankreasriss oder einer Pankreatitis führt
Pankreasenzyme gelangen über das Blut zu den Alveolen und stören die alveolokapilläre Permeabilität.
• Toxische Substanzen: Gase, Medikamente usw.
• Vaskulitiden: Bei einer Vaskulitis sind die Gefäße bereits beeinträchtigt Dies führt zu einer erhöhten Permeabilität.
Kx: Aufgrund der Hypoxie Tachypnoe (Dyspnoe) + MOV:
• Herz: Dehydriert + hypoxisch Dies führt zu Bradykardie oder Tachykardie + Hypotonie Hypotonie spricht auf iv
Flüssigkeitstherapie nicht an Da die verabreichte Flüssigkeit in die Lunge übertritt.
• Nieren: Dehydriert + hypoxisch Oligurie ANV.
• Leber: Dehydriert + hypoxisch Leberfunktionsparameter erhöhen Leberversagen.
Zusammengefasst führt die Dehydratation und Hypoxie aller Organe zu deren Versagen.
Röntgen: Die Lunge erscheint weiß, da sie mit Flüssigkeit gefüllt ist Bilaterale diffuse Infiltrate.
Tx: Die Pathologie beruht auf zwei Hauptursachen: SCHWERE HYPOXIE + DEHYDRATION. Diese müssen behandelt werden:
• O2-Gabe Ggf. Intubation.
• Volumen.
14. Was ist Circulus Vitiosus?
"Circulus vitiosus" ist lateinisch und bedeutet "Teufelskreis". In Medizin wird dieser Begriff benutzt, wenn eine Krankheit
sich selbst verschlechtert.
Ein klassisches Beispiel für einen Circulus vitiosus ist der Teufelskreis von Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz.
*Bei HI pumpt Herz nicht genug Blut das führt zu Minderperfusion der Nieren Nieren produzieren weniger Urin
das führt zu einer erhöhten Flüssigkeitsretention Diese Flüssigkeitsretention belastet das Herz zusätzlich und
verschlimmert die Herzinsuffizienz Dieser Kreislauf setzt sich fort und führt zu einem fortschreitenden Versagen von
Herz und Nieren.
„Schockspirale“ (Circulus vitiosus des Schocks):
Hypovolämie → Herzzeitvolumen↓ → Minderperfusion der Gewebe Gewebsazidose (Laktatazidose) → Erhöhung der
Kapillarpermeabilität Zunahme der Hypovolämie.
15. Was ist Multiorganversagen?
Multipler Ausfall lebenswichtiger Organe (insb. Niere, Leber, Darm, Lunge) in Folge toxisch oder ischämischer
Parenchymschädigung.
16. Was ist Schockindex?
Schockindex = Puls/systolischer RR.
Ist dieser Quotient >1, ist der Schockindex positiv und deutet auf einen Schock hin.
17. Ein Fall wurde erzählt, Diagnose war Schock.
-Fragen über verschiedene Typen von Schock. A: s. 41 und Frage 13.
-Wie gehen Sie beim Schock vor? A: s. 43.
-Bei Welchem Typ von Schock darf man keine Flüssigkeit substituieren?
Kardiogener Schock.
18. Welche behandelt man zuerst: Leber- oder Hirnblutung, wenn sie gleichzeitig da sind?
Leber Treat first what kills first Damage Control Prinzip (s. Frage 1, 9 und 11).
19. Was ist die Reihenfolge von Reanimation? A: s. 39.
Basismaßnahmen = Basic Life Support:
Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des Kopfes/Anheben des Kinns
Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s) Herzdruckmassage/Beatmung: 30/2 für 2min Notruf 112 anrufen
(lassen) AED holen (lassen) wenn man AED bekommt, dann bricht man HDM kurz, dann klebt AED und anschaltet mit
grüner Taste Analyse von AED:
Bei defibrillierbaren Rhythmen (KF oder Pulslose VT): 1 Schock → sofort wieder CPR → Nach 2 min erneute Analyse, ggf.
Defibrillation sofort wieder CPR alle 2min Rhythmuskontrolle, ggf. Defibrillation.
Bei nicht-defibrillierbaren Rhythmen: Sofort wieder CPR → Nach 2 min erneute Analyse, ggf. Defibrillation alle 2min
Rhythmuskontrolle, ggf. Defibrillation.
Erweiterte Maßnahmen = Advanced-Life-Support:
Basismaßnahmen + Medikamente + ggf. Intubation:
Gefäßzugänge und Medikamente:
▪ Defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg nach der 3. erfolglosen Defibrillation, danach alle 3–5 Minuten).
Amiodaron (300 mg nach der 3. erfolglosen Defibrillation, 150 mg nach der 5. erfolglosen Defibrillation).
▪ Nicht-defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg alle 3–5 Minuten).
Energiemenge: Monophasisch (360 Joule). Biphasisch (200 Joule bei der ersten, 360 bei allen weiteren Schockabgaben)
Beendigung der CPR:
*Wiedereinsetzen des Spontankreislaufs („return of spontaneous circulation“, ROSC):
510
Rojhat aus Kurdistan
-Zeichen: Puls und RR kommt. Bei intubierten Patienten: Anstieg des exspiratorischen CO2 in der Kapnographie.
-Nach KF: Hypothermie-Behandlung für 12–24 h erhalten (32–34 °C Körperkerntemperatur)!
*Erfolglose Reanimation (nach 30 min).
20. Wo genau ist der Druckpunkt bei Kompression?
Das untere Ende des Sternums.
21. Pat kommt in Unfallaufnahme mit Oberschenkelfraktur. Wann muss er operiert werden?
In 24h aber möglichst früh wg. Gefahr der Femurkopfnekrose.
-Bei der OP hat er Hb 7,5 g/dl. Was machen wir?
Bluttransfusion, PPSB, FFP.
-Wie viel?
PPSB (Prothrombinkonzentrat): 1972-SC 25-50 IE/kg.
*Bei Blutungen unter Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten,
*Bei Leberzirrhose,
*Bei Verlust- bzw. Verdünnungskoagulopathie.
FFP (Fresh Frozen Plasma): Alle Gerinnungsfaktoren 12-15 ml/kg.
*V.a. Blutungsneigungen.
*Bei Mangel an Gerinnungsfaktoren.
EK (Erythrozytenkonzentrat): enthält 200-250 ml Blut und erhöht den Hb-Wert um etwa 1 g/dL.
-Worauf müssen Sie bei der Bluttransfusion achten?
Vor Transfusion: AB0- und Rhesus-Kompatibilität, Kreuzprobe, Antikörpersuchtest (Direkter und Indirekter Coombs-Test)
Unmittelbar vor Transfusion: Bedside-Test
Während und bis 30 min nach der Transfusion: Überwachung mit regelmäßigen RR und HF-Kontrollen.
-Wofür ist Bedside-Test?
Um eine Verwechslung von Blutkonserven zu vermeiden.
22. Pat mit kaltem und blassem Arm, Differenzialdiagnosen?
-Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
-Raynaud-Syndrom: die Blutgefäße von Händen und Füßen werden verengt das führt zu einer Minderperfusion.
-Vaskulitis: die Blutgefäße sind entzündet und deswegen ist die Durchblutung beeinträchtigt.
-Thrombangiitis obliterans: Vaskulitis der kleinen und mittelgroßen Arterien und Venen der Extremitäten (oberflächliche
Vene) Raucher, meist junge Männer.
-Thrombose.
23. Was sind Drainage-Arten bei Pneumothorax? A: s. Frage 3.
24. Hypersonorar Klopfschall und abgeschwächtes AG, was kann das sein?
Pneumothorax.
25. Der Pat hat Verkehrsunfall und Subputation des Beins. Rettungsassistent hat Verband gemacht, was machen Sie?
Schnelle KU, ABCDE. (s. Frage 1).
-Pat ist stabil, aber viel geblutet, was sollen Sie machen?
Ich: Infusion, Kreuzprobe, Antikörpersuchtest und OP.
Prüfer: Pat ist tot, weil das Blut ca. eine Stunde dauert.
-Dann hat er mir gefragt, wie liegt man eine ZVK? A: s. 417.
ZVK
Indikationen:
-Iv Medikamente und Infusionen: K-Lösungen, Zytostatika, parenterale Ernährung.
-Messung von ZVD.
-Fehlender peripherer Venenzugang.
„Klassischer“ ZVK:
-V. jugularis interna o. V. subclavia → V. cava superior.
-V. femoralis → V. cava inferior.
Durchführung:
-Darstellung des Gefäßes und Verlaufs sonografisch mit sterilem Schallkopfaufsatz.
-Trendelenburg-Lagerung: Oberkörper-Tieflage.
-Bei Punktion der V. jugularis interna: Kopf zur Seite geneigt.
-Katheter liegt regulär 2cm vor dem rechten Vorhof.
-Zw. der Katheterspitze und einer Oberflächenelektrode wir ein intrakardiales EKG abgeleitet:
*Bei korrekter Lage: Normale P-Welle.
*Bei inkorrekter Lage zu nahe sogar im Vorhof: Überhöhte, spitze P-Welle (ähnliche Spike wie bei Schrittmacher).
-Rückzug bis zur Normalisierung (bzw. zur Sicherheit um weitere 2–3 cm nach Normalisierung).
-Im Anschluss wird eine Röntgenkontrolle (Röntgen-Thorax) durchgeführt, zum Ausschluss von Pneumothorax.
26. Patientin hat Handschmerzen seit gestern. DDx?
Nerven: KTS, Ulnaris-, Medianus-Neuropathie.
Muskel-Skelett: Arthritis, Tendinitis, De Quervain-Syndrom, RA.
Gefäße: Raynaud-Syndrom, pAVK.
*KTS: Kompression von N. medianus Kx: Taubheit, Kribbeln, Schmerzen in Handflächen und ersten drei Fingern.
511
Rojhat aus Kurdistan
*Ulnaris- oder Medianus-Neuropathie: Schädigung des Ulnaris- oder Medianusnervs Kx: Taubheit, Kribbeln und
Schmerzen in Händen.
*RA: Chronische Entzündung des Gelenks Kx: Schmerzen, Steifheit und Schwellungen. Symmetrische Schwellung der
Fingergrund- und -mittelgelenke (MCPs und PIPs), Schmerz auch in Ruhe! Morgensteifigkeit (>60min). Rheumaknoten:
Indolenter, derber, subkutaner Knoten.
*Tendinitis: Entzündung eines Sehnenansatzes. Kx: Schmerzen und Steifheit.
*De Quervain-Syndrom: Tendinitis des Daumen-Sehnenansatzes. Kx: Schmerzen und Steifheit im Bereich des Daumens.
*Raynaud-Syndrom: Verengung der Blutgefäße in Händen und Füßen. Kx: Schmerzen, Kribbeln und Verfärbungen.
*Arterielle Verschlusskrankheit: Atherosklerose in Arterien. Kx: Schmerzen, Taubheit und Kribbeln.
-Ich: Wie ist Puls?
-Prüfer: A. ulnares und radiales nicht tastbar.
Akute arterielle Verschlusskrankheit.
27. Junger Patient hat Schmerzen am Hoden nach Aufstehen vom Schlafen. VD?
Hodentorsion Notfall-OP Weil nach 6h Nekrose.
Hodentorsion-Zeichen: Beim Anheben der Hoden verstärken die Schmerzen muss in 6h retourniert werden.
28. 20J Mädchen kam mit Unterbauchschmerzen rechts, was ist die Diagnose?
Ich: Ich erhebe Anamnese, mache KU, dann werde entscheiden, welche Labor und Apparative Diagnostik erforderlich ist.
Prüfer: Okay, Pat hat Übelkeit, seit gestern nicht abgeführt, Darmgeräusche sind hochgestellt. Pat hatte vor 3J
Appendektomie, b-HCG ist negativ und keine urologischen Auffälligkeiten. Was machen Sie weiter?
Ich: Sono und Röntgen-Abdomen im Stehen.
29. Pat ist im KH auf die Treppen gestürzt. Was machen Sie?
cABCDE-Schema.
-Prüfer: Rippenfraktur und Pat ist Luftnötig. Was denken Sie?
Traumatische Spannungspneumothorax.
-Wie ist die sofortige Therapie? A: s. Frage 3.
-Wie soll die Position der Pat bis zur OP sein?
Hingelegt auf traumatische Seite, um die gesunde Seite zu schützen Damit Pat kompensiert atmen kann.
Der Patient liegt auf dem betroffenen Lungenflügel, so dass die Flüssigkeit in den unteren Teil des Lungenflügels fließt und
leichter abgesaugt werden kann.
-Wie lange soll der Pat in KH bleiben?
Min 2-3 Tage, nicht vergessen chirurgisches Konsil.
Bei Pneumothorax muss der Pat mind. 3 Tage bleiben wg. Thoraxdrainage und Wundheilung der Lunge.
30. Pat ist auf Straße, hat Unfall mit Unterschenkelfraktur, was machen Sie? A: s. 370.
Da die Hauptlast des Körpers durch das Schienbein getragen wird, orientiert sich die Therapie der Unterschenkelfraktur
stark an der Therapie der Schienbeinfraktur.
*Stabile Frakturen: Konservativ Ruhigstellung mit Gipsschiene + Thromboseprophylaxe.
*Instabile Frakturen: Osteosynthese Marknagelung, Plattenosteosynthese.
*Trümmer Frakturen: Fixateur externe.
-Klassifikation von Frakturen? A: s. 359.
Weber A-B-C, AO-Klassifikation.
*Unterschenkelfraktur = Kombinierte Fraktur von Tibia und Fibula.
*Trimalleoläre Fraktur: Innen- + Außenknöchel + hinteren Tibiakante (Volkmann-Dreieck).
*Schienbeinfraktur = Isolierte Tibiafraktur:
*Tibiakopffraktur (mit Beteiligung des Kniegelenks).
*Tibiaschaftfraktur.
*Pilon-tibiale-Fraktur (mit Beteiligung des oberen Sprunggelenks)
*Volkmann-Dreieck: Fraktur der hinteren Tibiakante.
*Wadenbeinfraktur:
*Isolierte Fibulafraktur (ohne Beteiligung des oberen Sprunggelenks, selten).
*Weber A
*Weber B
*Weber C:
*Maisonneuve: Weber C + Syndesmose + Membrana interossea.
-Offene und geschlossene Frakturen? A: s. 337.
Offene Fraktur: Fraktur mit Hautverletzung bis zur Wunde.
Geschlossene Fraktur: Haut ist intakt.
-Wann muss man operiert werden und warum?
Bei instabilen, offenen und Trümmerfrakturen wg. Gefahr von Gefäß- und Nervenverletzungen, sobald wie möglich.
31. Schulterluxation: Prüfer hat Bilder gezeigt. Behandlung, Vorgehen in der Notaufnahme? A: s. 357.
512
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Vorgehen:
Vor Reposition: pDMS, Röntgen.
Reposition: Stimson, Milch, Arlt, Kocher, Hippokrates.
513
Rojhat aus Kurdistan
Plexus brachialis.
-Komplikationen dazu? A: s. 358.
*Läsion des N.A.V. axillaris: Sensibilitätsstörung über der lateralen, proximalen Schulter, Lähmung des M. deltoideus.
*Läsion des Plexus brachialis: Motorische und sensible Ausfälle in Schulter, Ober- und Unterarm.
*Abrissfraktur des Tuberculum majus/minus.
*Verletzungen der Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenruptur).
32. Er hat wieder Bilder gezeigt: Klavikula Fraktur. OP oder nicht? A: s. 355.
33. Eine Pat hat 24h nach der Femurfraktur-OP plötzlich Dyspnoe. Was ist VD, Therapie, wie gehen Sie vor?
V.a. Lungenarterienembolie: Stabil: Angio-CT. Instabil: Echo.
Ohne Lebensgefahr: AK.
Massive LAE: Lyse mit Alteplase (rtPA) 10mg Bolus und 90mg in 2h Alternativ: Embolektomie oder OP.
-Kreatinin der Patientin liegt bei 1,8 mg/dl. Welche Therapie empfehlen Sie?
UFH oder Marcumar Metabolisation in Leber.
Wegen Niereninsuffizienz keine NMH oder DOAK Metabolisation in Nieren.
-Welche andere Möglichkeit haben Sie außer medikamentöse Therapie?
*Interventionell: Embolektomie.
*Operative Entfernung.
-Thromboembolektomie, kurz dieses Verfahren erklären.
Transluminale mechanische Thrombektomie: Ein Katheter mit einem kleinen Greifer oder einer Spirale wird durch V.
femoralis in die Lungenarterie eingeführt, um das Thrombus zu greifen und zu entfernen.
Transluminale Aspirationsthrombektomie: Ein Katheter mit einer Saugvorrichtung wird durch V. femoralis in die
Lungenarterie eingeführt, um das Blutgerinnsel aufzusaugen.
-Was sind die Lungenembolie-Ursachen?
Thromboembolie nach TVT, Fettembolie nach Osteosynthese, Luftembolie, Plazenta-Embolie.
34. Eine 64J Frau ist gestürzt und kann nicht richtig atmen. Was ist Diagnose? Was ist Notfall-Therapie?
Pneumothorax (s. Frage 3).
-Bei dieser Patientin wurde Rippenfraktur diagnostiziert, und Pneumothorax wurde im Krankenhaus behandelt und nach
ein paar Tagen entlassen. Nach 3 Tagen ruft ihre Tochter Sie an, und erwähnt, dass die Mutter wieder Dyspnoe und
Husten hat. Was ist Ihre Diagnose und DD? Die einfachste Therapie?
Schmerzmittel und Atemgymnastik: Wegen der Schmerzen infolge einer Rippenfraktur kann die Patientin nicht richtig und
effizient atmen. Atelektasen infolge oberflächlicher Atmung mit Minderbelüftung (Hypoventilation) und/oder
Sekretretention in den Bronchien und kann zur Pneumonie führen. Deswegen sollte die Schmerzen reduziert werden, dann
kann die Patientin besser atmen. Die einfachste Lösung ist Schmerzmittel und Atemgymnastik zu verschreiben.
35. Fall: Ein 65J Patient kam in die Notaufnahme, Raucher, adipös und hat plötzlich thorakale Schmerzen. Ich habe die
DDx erwähnt. A: s. 14.
Red Flags bei Thoraxschmerz:
AKS, LAE, Aortendissektion, -aneurysmaruptur, Perikardtamponade, Spannungspneumothorax, Boerhaave-Syndrom.
-Dann hat der Prüfer mir ein Röntgen gezeigt, das war Spannungspneumothorax.
514
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Röntgen Beschreibung?
Deutlich transparenzerhöht. Abbruch der Lungengefäßzeichnung und eine Pneumothoraxlinie.
Lunge zeigt sich als kollabierte Verschattung. Weiterhin erkennt man eine Verschiebung der Trachea und des Herzens (sog.
Mediastinalshift).
Vorgehen bei Beurteilung des normalen Bildes:
1. Patientendaten und Bildqualität Wenn man Wirbelkörper eins zu eins sieht, ist Qualität gut.
515
Rojhat aus Kurdistan
516
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
36. Fall: Der Pat wurde bewusstlos in der ZNA gebracht: Reanimationsprotokoll. A: s. 39 und Frage 19.
37. Fall: Der Pat mit langjährigem C2-Abusus und chr. Pankreatitis kommt in die ZNA mit stärksten OBS. Prüfer hat mir
CT-Abdomen gegeben. Diagnose: Thrombose der A. mesenterica superior. Therapie und weiteres Vorgehen?
517
Rojhat aus Kurdistan
[Link] des Darmes: Nach Wiederherstellung der Perfusion, Resektion nekrosierter Darmabschnitte.
[Link]: End-zu-End-Anastomose, ggf. auch Seit-zu-Seit-Anastomose.
Unscharf begrenzte Lungengefäße (Pfeile). Bds perihilär betonte Verschattungen im Sinne eines alveolären Ödems (sog.
Schmetterlingsödem; grün). Verdickte Interlobärsepten (interlobäre Lymphgefäße) (Kerley-Linien) als Ausdruck eines
518
Rojhat aus Kurdistan
interstitiellen Ödems. Das linke Zwerchfell ist verschleiert und der rechte Randwinkel nicht einsehbar als Hinweis auf
Pleuraergüsse beidseits.
Weiße Pfeilspitze: Kerley-A-Linien. Grüne Pfeilspitzen: Kerley-B-Linien.
Schmetterlingsödem bei akuter Herzinsuffizienz: PE bds (grüne Pfeile). Erweiterten interseptalen Lymphgefäßen: Kerley-A-
Linien (orange) von hilär nach apikal und Kerley-B-Linien (weiß) 1–2cm lange, horizontale Streifenschatten in der
Peripherie.
39. Fall: Notarzt hat einen Patienten in die Klinik gebracht, der Pat ist gestürzt und der Notarzt hat eine Unterschenkel-
Schiene gelegt.
-Was sollen Sie den NA fragen?
Ich habe alles über Anamnese, bekannte Allergien, Meds genannt, aber der Prüfer war erst zufrieden, als ich sagte, ob das
eine offene oder Geschlossene Fraktur ist.
-Wie ist die Einteilung von offenen Frakturen nach Gustilo? A: s. 337.
519
Rojhat aus Kurdistan
520
Rojhat aus Kurdistan
*Bei Weber-C ist Syndesmose ausgerissen, deswegen die Stellschraube geht ins Tibia rein, damit Fibula und Tibia
zusammen bleiben Weil Syndesmose gerissen ist, muss Bein 6W ruhigstellen und 6W darf der Pat nicht auftreten, sonst
wird Stellschraube brechen Nach 6W muss diese Schraube raus.
-Welche Antibiose bei offenen Frakturen? A: s. 338.
Gustilo Typ I und II: Cefuroxim
Gustilo Typ III: Ampicillin/Sulbactam
Perioperative Antibiotikaprophylaxe: Cefuroxim
-Wenn der Pat nicht nüchtern ist, wie können wir die Narkose machen?
Spinalanästhesie und wenn der Pat Kontraindikation hat, dann machen wir Blitzintubation oder Ileuseinleitung (ich arbeite
in der Anästhesie)
40. Fall: 80J Pat auf dem Kopf gestürzt und nimmt Marcumar, wie gehen Sie vor?
ABCDE-Schema, Vitalzeichen und dann cCT.
-Welche intrakraniellen Blutungen sind möglich?
*Epiduralblutung (EDH): Zw. Dura mater (äußere Hirnhaut) und dem Schädelknochen meist durch Traumen beim Einriss
der A. meningea media.
*Subduralblutung (SDH): Zw. Dura mater und Arachnoidea mater (mittlere Hirnhaut) meist durch Traumen beim Einriss
der Brückenvenen.
*Subarachnoidalblutung (SAB): Zw. Arachnoidea und Pia mater (innerste Hirnhaut) meist durch Traumen, seltener durch
rupturierte Aneurysmen Leitsymptom ist plötzlicher, extrem starker, stechender Kopfschmerz mit Nackensteifigkeit.
*Intrazerebrale Blutung (ICB): Blutung im Gehirnparenchym durch eine Gefäßruptur unterhalb der Pia mater Meist
durch zu hohen Blutdruck (aHT) und passieren ohne Gewalteinwirkung. Meist ist ein großer Teil des Gehirns betroffen,
deswegen entsprechen die Symptome eines Schlaganfalls.
-Welche ist venöse Blutung?
Subdural: Einriss der Brückenvenen.
-Welche ist arterielle Blutung?
Epidural: Einriss der A. meningea media.
Subarachnoidal (s.u.): Ruptur der Aneurysmen.
Intrazerebral.
-Was ist die häufigste Ursache von SAB?
Meist durch Traumen (SHT), seltener durch rupturierte Aneurysmen:
521
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
41. Fall: 26J Patientin hat seit gestern Abend heftige Bauchschmerzen und starke Erbrechen. Das war Ileus. Dann
Röntgen-Abdomen gezeigt: zentraler Spiegel, also Dünndarm Ileus.
Quelle: Amboss.
-Was ist die häufigste Ursache für Ileus in diesem Alter?
Hernie.
Häufigkeiten nach Lokalisation eines mechanischen Ileus:
*Dünndarmileus 80%: Operationsbedingte Verwachsungen (65%), Hernien (15%).
*Dickdarmileus 20%: Malignombedingte Stenosen (70%), Entzündungen (10%) (rez. Sigmadivertikulitiden).
-Hernie Typen?
*Häufige Formen:
Leistenhernie (häufigste).
Schenkelhernie.
Nabelhernie.
Narbenhernie.
Hiatushernie.
*Seltene Formen:
522
Rojhat aus Kurdistan
Parastomale Hernie.
Epigastrische Hernie.
Spieghel-Hernie.
Richter-Hernie.
Littré-Hernie.
Obturatorhernie.
Ischiadica Beckenboden-Hernie.
Lenden-Hernie.
Supravesikale Hernie.
-Was ist die häufigste Hernie bei Frauen?
Leistenhernie. Jedoch tritt Schenkelhernie bei Frauen häufiger als bei Männern.
-Was sind Schenkelhernie-Zeichen?
*Schwellung unterhalb des Leistenbandes.
*Schmerzen im Hüftgelenksbereich.
*Meist asymptomatisch, bei Inkarzeration tritt Ileussymptomatik auf Notfall-OP.
-Wie ist Blutversorgung des Darmes?
*A.V. mesenterica superior: Duodenum, Jejunum, Ileum, Zäkum, Appendix, Colon ascendens, Colon transversum.
*A.V. mesenterica inferior: Colon descendens, Colon sigmoideum, Oberes Rektum.
*Riolan-Anastomose: A. mesenterica sup. A. colica media/sinistra A. mesenterica inf.
+Sympathisch: SMP und IMP: Ganglion mesenterica sup/inf.
+Parasympathisch: Ab Cannon-Böhm-Punkt (ab Hälfte von Colon transversum) N. splanchnici pelvici, davor N. Vagus.
*Mittleres Rektum: A.V. iliaca interna.
*Unteres Rektum: A. pudenda interna, V. iliaca interna.
*Anastomose: A. mesenterica inferior ↔︎ A. rectalis superior/media ↔︎ A. iliaca interna
523
Rojhat aus Kurdistan
524
Rojhat aus Kurdistan
525
Rojhat aus Kurdistan
526
Rojhat aus Kurdistan
527
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Machen wir in dieser Zeit (Covid) Mund zu Mund Beatmung?
Ich: Ja.
Prüfer: Nein, nur Herzmassage.
54. Fall: Sie bekommen eine 70J Patientin mit progredient zunehmender Dyspnoe seit 3 Monaten und mit bekannter
mittelgradiger Aortenklappenstenose. Was bestimmen Sie in Labor? Was kann das sein? Wir hatten eine Diskussion
über die Ursachen von Herzinsuffizienz und kardiale Dekompensation. A: s. 29.
BNP oder NT-proBNP (Brain Natriuretic Peptide bzw. N-terminales proBNP):
-BNP wird durch die Dehnung bzw. Überlastung der Ventrikel freigesetzt.
-NT-proBNP besitzt eine höhere Probenstabilität als BNP und wird daher bevorzugt (2-3 Tage statt 4-8h)
DDx bei erhöhtem BNP/NT-proBNP:
-HI, NI, Leberinsuff, LAE, PuHT.
55. Fall: Patient kommt nach Motorrad-Unfall zur NA mit Schiene über das Bein, was machen Sie?
Ich: Schiene abmachen, Fraktur beurteilen, Wunde versorgen, pDMS überprüfen, Röntgen Bild des Beins.
Prüfer: Das ist Polytrauma und der ganze Körper muss beurteilt werden und Suche nach weiteren Verletzungen erfolgen
und nicht nur das Bein.
Ich: Dann ABCDE-Schema, schnelle KU, eFAST, Labor, Ganzkörper-CT. (s. Frage 1).
-Wie äußert sich eine Beckenringfraktur klinisch?
Massiver, lebensbedrohlicher Blutverlust.
-Was suchen Sie in Lungen bei Polytrauma?
Hämatothorax, Pneumothorax, Rippenfrakturen.
-Wie äußert sich Pneumothorax im Röntgen-Bild?
528
Rojhat aus Kurdistan
529
Rojhat aus Kurdistan
Kx: Typischer Patient: VHF + Plötzliche Bauchschmerzen! Ischämietoleranz des Darms beträgt 6h!
3 Stadien:
Initialstadium (0–6h):
-Stärkster, diffuser, krampfartiger Abdominalschmerz.
-Abnorme Peristaltik.
-Palpatorisch weiches Abdomen (ohne Abwehrspannung).
-Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö.
Latenzstadium (6–12h):
-Nachlassen der Schmerzen.
-Abnahme der Peristaltik.
-„Fauler Frieden“ → Stadium der Wandnekrose.
-Blut im Stuhl.
Spätstadium (>12h):
-Unerträgliche Schmerzen.
-Paralytischer Dünndarm-Ileus mit auskultatorischer „Totenstille“ → Übelkeit, Erbrechen.
-Hämorrhagische Durchfälle.
-Ggf. Darmperforation → Peritonitis (brettharter Bauch) mit Schocksymptomatik.
Dx:
A: VHF (Embolie), Arteriosklerose-Risikofaktoren (Thrombose).
KU:
-Hämatochezie.
-Auskultation: Totenstille beim paralytischen Ileus.
-Abwehrspannung bei Peritonitis.
Labor: Laktat↑, LDH↑, CK↑, Leukozytose, M. Azidose.
EKG: Evtl. Vorhofflimmern.
Sono: Suche nach freier Flüssigkeit im Abdomen und nach stillen Darmschlingen.
Farbduplexsono: Detektion von Gefäßverschluss.
Röntgen:
-Erweiterte Dünndarmschlingen mit Luftspiegeln.
-Ggf. Intramurale Lufteinschlüsse als Zeichen der Darmwandnekrose.
Angio-CT, -MRT, DSA: Nachweis von Verschlüssen.
Tx: Ischämietoleranz des Darms ist 6h!
-Notfall-OP: Revaskularisation durch Embolektomie (bei Embolien) oder Bypass-OP (bei Thrombosen).
-Bei Darmnekrosen: Resektion.
-Ggf. interventionelle Therapie:
*Bei Verschlüssen ohne Darmnekrosen oder Peritonitis.
*Embolektomie (bei Embolien) oder lokale Lyse (bei Thrombosen), ggf. mit PTA und Stent (bei bestehenden
Stenosen).
Mesenterialvenenthrombose:
Äx:
-Angeborene oder erworbene Thrombophilie.
-Myeloproliferative Erkrankungen: PV, ET, CML, OMF.
-Operationen.
-CED.
-Pankreatitis.
-Appendizitis.
-Leberzirrhose PuHT.
-Malignomen.
Patho: Venöse Stauung → Ödembildung → Beeinträchtigung der mesenterialen Mikroperfusion → Ischämie →
Darmnekrose.
Kx:
Infolge der venösen Stauung Inappetenz, Nausea und Bauchschmerzen. Auch Blut im Stuhl ist möglich.
Dx: CT-Angio. Farbduplexsono. Labor: Wenig aussagekräftig.
DDx:
Mesenterialarterienstenose.
Tx:
-Schmerztherapie + Volumensubtitution.
-Sofortige Antikoagulation mit NMH.
-Bei frischen Thrombosen größerer Venen: Intravasale Thrombolyse.
-Ältere Thrombosen: Dilatation der Gefäße + ggf. Stent.
-Darmresektion: Bei Versagen der medikamentösen Therapie + Darmnekrose.
Komplikationen:
-Darmischämie mit Nekrose.
530
Rojhat aus Kurdistan
59. Fall: Pat kam mit Rückenschmerzen und Fieber in die Notaufnahme. Wie gehen Sie vor?
Ich mache Anamnese: wo genau sind die Schmerzen?
Prüfer: Neben der Wirbelsäule bis Flanke links.
Ich: Bauchbeschwerden? Neurologische Beschwerden usw? Dann KU, Labor, Sono usw. bis Diagnose und Therapie von
Pyelonephritis. A: s. 376
-Der gleiche Patient jetzt auf Station hat Tachypnoe, Hautausschlag entwickelt. Was machen Sie jetzt?
V.a. allergische Reaktion nach Antibiotika-Gabe bis anaphylaktischen Schock, DD Septischer Schock, je nach der
Vitalparameter. Therapie mit Prednisolon und Antihistaminikum bis Intensivtherapie bei Schock.
-Dann Fragen nach Schockformen? A: s. 41 und Frage 13.
60. Fall: 70J Patient kommt in die Notaufnahme mit Unterschenkelschmerzen seit 2 Tagen, wie gehen Sie vor?
Ich: Anamnese?
Prüfer: Unauffällig.
Ich: Nikotinabusus, Übergewicht, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme?
Prüfer: Alles unauffällig.
Ich: Dann körperliche Untersuchung?
Prüfer: Auch unauffällig.
Ich: Rötung, Schwellung, Überwärmung?
Prüfer: Keine Besonderheiten!!! (hier war ich verwirrt und überlegte an pAVK, Akuter Verschluss Krankheit)
Ich: Differenz des Umfangs der Extremitäten?
Prüfer: Ja, ungefähr 3cm.
Ich: Ich überprüfe TVT-Zeichen.
Prüfer: Welche?
Ich: Meyer, Homans und Payr.
Meyer-Zeichen: Wadenkompressionsschmerz Thrombus komprimiert verursacht Schmerzen.
Homans-Zeichen: Wadenschmerz bei Dorsalextension des Fußes die Wade streckt und komprimiert Thrombus und
verursacht Schmerzen.
Payr-Zeichen: Fußsohlenschmerz bei Druck auf mediale Fußsohle.
Prüfer: Was machen Sie noch?
Ich: D-Dimere.
Prüfer: Wann positiv und wann negativ?
Ich: Negativ schließt TVT aus, jedoch positiv bestätigt TVT nicht.
Positiv bei: TVT, LAE, DIC, MI, Sepsis, Schwangerschaft, Zirrhose, nach OP.
Prüfer: Was noch von Diagnostik?
Ich: Farbkodierte Duplexsonografie.
Prüfer: Was noch?
Ich: CT-Phlebographie, MRT-Phlebographie, konventionnelle Phlebographie.
Prüfer: Der Pat hat Thrombose in Becken-Bereich. Wie gehen Sie therapeutisch vor?
Ich: Heparin mit Vit-K-Antagonisten bis INR 2, dann Heparin absetzen. (oder NMH, DOAK).
Prüfer: Wie lange soll es dauern?
Ich: mind. 3M.
Prüfer: bis 6M.
Prüfer: Können wir auch DOAK einsetzen?
Ich: Ja.
Prüfer: Worauf muss man achten?
Ich: GFR <15ml/min kontraindiziert.
Prüfer: Was noch von Therapie muss man machen?
Ich wusste nicht, er wollte Kompressionsbehandlung mit Wickelverband hören.
Prüfer: Was ist GCS?
Ich: Glasgow Coma Score.
Prüfer: Pat mit GCS von 6, wie sieht er aus?
Ich: Komatös.
Prüfer: Was machen Sie?
Ich: Intubation. (ab GCS ≤8)
531
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Doccheck.
61. Fall: Eine Mutter kam mit ihrem 19J Sohn in Ihre Praxis und erwähnte, dass ihr Sohn an Gelbverfärbung der Haut
sowie Sklera leide und sie befürchtete sich, dass er eine schwere Krankheit hat.
-Wie gehen Sie vor?
Ich: Anamnese; andere Beschwerden, Fieber, irgendwo Schmerzen, Erbrechen?
-Er: Keine.
Ich: Medikamente, Allergien, Vorerkrankungen?
-Er: Keinerlei!
Ich: Körperliche Untersuchung?
-Er: Nichts, nur Gelbfärbung der Haut.
Ich: Dann Labor: kleines Blutbild, Leberwerte, Bilirubin (direkt, indirekt), CRP.
-Er: Alles unauffällig bis auf eine Erhöhung von indirektem Bilirubin.
Ich: Morbus Meulengracht.
DDx: Prähepatisch
*Hämolyse (z.B. Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Sphärozytose),
532
Rojhat aus Kurdistan
533
Rojhat aus Kurdistan
5% Pankreatitis
64. Fall: 67J Patient kam mit Dyspnoe seit Monaten, Müdigkeit und Gewichtzunahme. Gegen aHT nimmt der Patient
ACE-Hemmer und Betablocker. Was machen Sie?
Anamnese, KU usw. Gewichtzunahme wegen Beinödeme. Also wahrscheinlich dekompensierte HI.
-Was fehlt bei ihm für aHT-Therapie?
Diuretika.
-Welche?
Thiazide.
-Wichtigste Nebenwirkung?
Basalzellkarzinom, Pankreatitis, Na↓, K↓, Ca↑, BZ↑, LDL↑.
-ACE ist die Abkürzung von was?
Angiotensin-Converting-Enzym.
-EKG vom Patienten, Vorhofflimmern zu sehen, war nicht bekannt bei ihm. Was machen Sie?
*Kausale Tx.
*Frequenzkontrolle bei TAA mit BB (+Digoxin), bei BAA mit Atropin, Orciprenalin, ggf. HSM.
*Thromboembolieprophylaxe nach CHA2DS2VASc mit DOAK, Vit-K-A, NMH, UFH.
*Rhythmuskontrolle mit MKV oder EKV nach TEE.
-Welche andere Ursache der Dyspnoe kennen Sie? A: s. 69.
AKS, dekomp. HI, HRST, Tamponade, LAE, Pneumothorax, akute Exa. COPD, Asthmaanfall, M. Azidose, Pneumonie.
65. Fall: 70J Patient mit chronischer Müdigkeit kommt zu Ihnen, was machen Sie?
Ich: Anamnese und KU?
Er: Unauffällig.
Ich: Dann BB?
Er: Hb 5 g/dl.
Ich: Chronische Anämie.
Er: Welcher Typ?
Ich: MCV und MCH erniedrigt, also mikrozytäre hypochrome Anämie.
Er: Häufigste Ursache bei alten Menschen?
Ich: GI-Blutung.
Er: Wie gehen Sie weiter?
Ich: ÖGD und Koloskopie.
Er: Häufigste Ursache der GI-Blutungen bei alten Menschen mit chronischer Eisenmangelanämie?
Ich: Ulcus duodeni/ventrikuli.
Prüfer: Magenkarzinom.
Er: Was ist die häufigste Ursache der untere GI-Blutung?
Ich: Divertikulose, Hämorrhoiden, Kolorektalkarzinom, CED.
Er: Die Diagnose ist Kolonkarzinom, häufigste Lokalisation?
Ich: Sigmoid.
(Rektum: 50%, Sigmoid: 30%, Colon transversum und descendens: 10%, Zökum und Colon ascendens: 10%).
Er: Falsch, Kolon ascendens. Was machen Sie?
Ich: Staging. Ich habe gesagt CT-Abdomen und Thorax,
aber laut Leitlinien; Abdomensono + Koloskopie mit Bx + Rö-Thorax.
Er: Was machen Sie noch?
Ich: Tumormarker zur Verlaufskontrolle.
Er: Welche?
Ich: CEA.
Er: Der Sohn ruft Sie an und fragt, was ist mit seinem Vater los, was sagen Sie?
Ich: Nichts wg. Schweigepflicht.
66. Fall: Eine junge Dame wollte immer eine dünne Taille haben und hat daher bevor draußen zu gehen, den Bauch
immer sehr eng gebunden. Sie wurde auf der Straße tot gefunden. Warum?
Kompression der VCI und daher fehlt der Vorlast des Herzens. Das sieht man häufig bei Schwangeren. Kreislaufstörungen
wegen Kompression der VCI mit Uterus.
67. Fall: 60-jährige Patientin ist während des Dienstes bei Treppen gefallen. Die Schwester ruft Sie an. Sie gehen, die
Patientin liegt vor den Treppen, ist ansprechbar.
-Wie gehen Sie weiter vor?
Kurze schnelle KU vom Kopf bis zu Extremitäten, dann aufklären wonach würden wir dabei suchen.
*ABCDE-Schema AB: in Ordnung C: RR, Puls, Rekapillarisationszeit. D: Pupillenreaktion, GCS, Hirnnerven. E:
Entkleidung für weitere KU.
*Vitalparameter, eFAST, Labor (BGA, BB, INR, Blutgruppe, Kreuzprobe, AK-Suchtest).
-Dann sagt die Schwester Ihnen, dass BGA-Hämoglobin in Ordnung ist, würden Sie die Patientin entlassen?
Nein, da man Hb-Abfall nicht gleich sehen kann, sondern Vitalparameter überwachen und FAST machen.
68. Fall: Die Schwester ruft Sie an, da ein drogenabhängiger Patient während der Nacht plötzlich ein geschwollenes
Bein mit sehr angespannter Haut bekommen hat.
534
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
Therapie:
Allgemeine Maßnahmen:
*Ziel-RR: 120mmHg, -Puls: 60/min mittels Betablocker.
*Morphin 5-10mg iv.
Stanford-Typ-A: Offene Notfall-OP mit Kunststoffprothese-Einlage.
Stanford-Typ-B: TEVAR mit Stent-Einlage.
535
Rojhat aus Kurdistan
536
Rojhat aus Kurdistan
Ich wusste die Antwort nicht und er hat gesagt legen Sie den Patienten auf die betroffene Seite, damit das Mediastinum
wegen der Schwerkraft nicht stark kontralateral verlagert.
*Gelegt auf Traumatische Seite, um die gesunde Seite zu schützen Damit Pat kompensiert atmen kann.
*Wir machen Perkussion und festellen welche Seite dann so schnell wie möglich mit Schraubenzieher oder sogar Kuli
zwichen 2-3. ICR punktieren und Druck vermindern.
73. Fall: Pat kam in die ZNA, er hat gestern etwas gegessen, aber jetzt kann er nicht mehr schlucken.
-Was kann es sein? A: s. 183.
Ich habe nach der Anamnese gefragt dann festgestellt, dass er ein Stück von Fleisch gegessen hat und das steht jetzt nicht
geschluckt in oberer Speiseröhre.
Ich habe alle mögliche DD bei Dysphagie erwähnt inklusive Allergie, dann hat sie mir gesagt, dass es eosinophile
Ösophagitis ist.
DDx:
[Link] des Ösophagus:
Ösophagitis.
Ösophagusspasmen.
Ösophagusdivertikel
Ösophagusvarizen
Ösophagusstenosen
Ösophagusstrikturen
Ösophagusatresien
Ösophaguskarzinome
Achalasie
Schatzki-Ring
[Link] des Nervensystems:
Akute zentrale Gehirnschädigung
Schlaganfall
Hirnblutung
Neurodegenerative Erkrankungen
Morbus Parkinson
Morbus Alzheimer
Chorea Huntington
Amyotrophische Lateralsklerose (ALS)
Neurovegetative Dystonie
Neuromuskuläre Erkrankungen
Guillain-Barré-Syndrom
[Link] Ursachen:
Phagophobie
[Link] von Mund- und Rachenraum, sowie Hypopharynx und Larynx:
Zungenkarzinom
Tonsillitis
Abszesse (z.B. Peritonsillarabszess)
Epiglottitis
Fremdkörper
-Dann was machen Sie?
Topische Glukokortikoide, PPI, ggf. endoskopische Dilatation.
Eosinophile Ösophagitis:
Äx: Genaue Pathogenese unklar Assoziation mit allergischem Asthma bronchiale.
Kx: Dysphagie, Übelkeit/Erbrechen.
Dx: ÖGD inkl. Bx.
Tx: Ernährungsberatung, topische Glucocorticoide, PPI, ggf. endoskopische Dilatation.
74. Fall: Aus der Station ruft Sie die Schwester an, weil ein 85-jähriger Pat bewusstlos gefunden ist.
-Was machen Sie?
Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ ABCDE-Schema.
-Welche klinische Untersuchung machen Sie sofort?
Ich fragte, ob der Pat noch atmet?
Prüfer: Ja, sPO2 normal, Puls normal. Schnelltest für Glukose normal. BGA normal.
-Dann fragte er, an welche Notfall-Situationen müssen Sie denken?
LAE, Hypoglykämie, Schlaganfall, Herzinfarkt, Epilepsie.
75. Fall: Pat hat Polytrauma und Hb ist unter 7 g/dl, was kann man ihn ohne Kreuzblut geben?
EK, 0-negativ.
-Was noch?
FFP, AB-Gruppe.
76. Wie läuft die Reanimation BLS? A: s. 39 und Frage 19.
537
Rojhat aus Kurdistan
-Wo macht man die Schock und wann, wenn ich Defibrillator habe?
Anterior-Lateral oder Anterior-Posterior, bei VF und pVT. Biphasisch zuerst 200 Joule, dann 360 Joule.
-Welche Medikation geben wir?
Amiodaron 300mg und Adrenalin 1mg.
77. Polytrauma Behandlung in Details? A: s. Frage 1 und s. 332.
-FAST und eFAST?
Hier wollte er hören, dass bei eFAST ein Pneumothorax festgestellt werden kann, besser als Röntgen sogar.
-Damage Kontrolle: Das übliche, wer kommt zuerst dran bei Polytrauma mit Milz-Ruptur und SHT mit Blutung?
Damage-Control-Surgery Milz-Ruptur Treat first what kills first (s. Frage 1).
78. Bei Anaphylaxie intraossäre Adrenalin, wo kann man geben? A: s. Frage 56.
Tibia, Sternum, Humerus, Femur.
-Die Dosierung der Medikamente bei Anaphylaxie?
Adrenalin 1mg, Prednisolon 250-1000mg, Clemastin 1-2 Amp (1-2mg).
538
Rojhat aus Kurdistan
C. Verbrennung:
1. Was muss bei der Verbrennung der Atemwege gemacht werden? A: s. 390, Amboss und Doccheck.
Therapie des thermischen Inhalationstraumas:
-Intubation mit FiO2 von 1,0 (100%) für 24–48 h.
-Fiberbronchoskopie: Rußspuren,Rötung, graue/weißliche Verfärbung der Atemwege.
-Volumen.
-Ggf. Glukokortikoide.
-Ggf. Antibiotika.
2. Wie ist Algorithmus bei schwieriger Intubation? A: [Link]
Quelle: SEN/BEI
3. Wie muss man das Beatmungsgerät einstellen?
Das Ziel von Beatmung ist, die physiologischen Parametern zu erreichen.
Einstellung:
[Link] wählen VCV, PCV, PSV, AC.
[Link] einstellen Tidalvolumen: 6-8 ml/kg.
[Link] einstellen 12-16/min.
4.FiO2: Inspiratorische Sauerstofffraktion In Atmosphäre 0,21 Bei Beatmung wird mit 1,0 (100%) gestartet.
[Link] (Positiver endexspiratorischer Druck) mit 5 cmH2O wird begonnen:
-Vermeidung von Atelektasen und Wiedereröffnung kollabierter Alveolen.
-Verbesserung der Oxygenierung.
4. Wie viel Flüssigkeit gibt man bei Verbrennung? A: s. 389.
Flüssigkeitssubstitution (kristalloide Lösungen) nach der Parkland-Formel nach Baxter (je 24 Std.):
4 mL Ringer-Laktat-Lösung pro Prozent verbrannter Körperoberfläche × kg Körpergewicht.
Beispiel: 10% verbrannte Körperoberfläche bei einem 80 kg Patienten = 4 mL × 10% × 80 kg = 3.200 mL
5. Wie viel Flüssigkeit braucht ein 80 kg Patient mit 50% Verbrennung?
4 ml x 50% x 80kg = 16.000 ml pro 24h.
6. Wie soll man das verabreichen?
16.000ml in 24h die Hälfte davon in der ersten 8h mittels ZVK.
539
Rojhat aus Kurdistan
9. Verbrannte Pat mit Grad 2 und 70% zu Ihrer Praxis gekommen, was ist zu tun?
-Entfernung von verbrannter Kleidung.
-Keine Kühlung bei >30% wg. Hypothermie-Gefahr.
-Intubation: Ab 30% indiziert.
-Steriles Abdecken der Verbrennungen mit Silber- oder Aluminiumbeschichtetem Verbandtuch Die sind antibakteriell.
-Sicherung der Vitalfunktionen ABCDE-Schema.
-Mehrere großlumige venöse Zugänge.
-Volumensubstitution nach Parkland-Formel (4x70xkg).
-Analgesie.
-Transport in ein Verbrennungszentrum: indiziert bei 2. Grades >20%, 3. Grades >10%.
10. Verbrennung bei Kindern?
11. Inhalationstrauma?
-Gefahr eines toxischen Ödems der Lunge.
-Dx: Fiberbronchoskopie Rußspuren, Rötung, graue/weißliche Verfärbung der Atemwege.
-Therapie: Intubation mit FiO2 von 1,0 für 24–48 h Kontrollbronchoskopie.
Ein Inhalationstrauma ist ein medizinischer Notfall und erfordert eine schnelle und umfassende Behandlung.
Äx:
Einatmung der schädlichen Substanzen:
-Rauch von Bränden.
-Heiße Luft oder Dampf.
-Giftige Gase: Ammoniak, Chlor, Kohlenmonoxid.
-Chemische Dämpfe: Von Industrieunfällen oder absichtlicher Exposition.
540
Rojhat aus Kurdistan
Patho:
-Oberer Atemtrakt: Thermische Verletzungen in Mund, Nase, Rachen und Kehlkopf.
-Unterer Atemtrakt: Entzündungen und Schädigungen in Trachea, Bronchien und Lungen wg. toxischer Gase und Partikel.
Kx:
Akut:
- Husten.
- Atemnot.
- Rußablagerungen in Mund und Nase.
- Heiserkeit oder Stimmverlust.
- Brennen in der Brust oder im Rachen.
Spätkomplikationen:
- Lungenentzündung.
- Atemversagen.
- Ödeme der Atemwege.
Dx:
A: Information über die Exposition (z.B. Brand, chemische Exposition).
KU: Ruß in Mund oder Nase, Atembeschwerden.
BGA: pO2, pCO2, sO2.
Röntgen oder CT: Beurteilung der Lungenschäden.
Bronchoskopie: Rußspuren, Rötung, graue/weißliche Verfärbung der Atemwege.
Tx:
-O2-Gabe FiO2 von 1,0 bei Kohlenstoffmonoxidvergiftung.
-Intubation für 24–48 h.
-Volumen.
-Bronchodilatatoren.
-Kontrollbronchoskopie.
-Ggf. Kortikosteroide.
-Ggf. Tracheotomie.
-Ggf. Antibiotika.
12. Verbrennung: Vorgehen, Flüssigkeitssubstitution?
Vorgehen:
-Anamnese.
-KU: Patienten komplett entkleiden Nadelstichprobe: Ab Grad 2b verminderte Schmerzempfindung.
-Labor: Hb, Hct, Gesamteiweiß.
-Mikrobiologie: Wundabstriche, Blutkulturen bei Superinfektion oder Sepsis.
-Histopathologie: Probenentnahme.
-Laryngo-Bronchoskopie: Bei V.a. Inhalationstrauma.
Therapie:
Entkleidung Kühlung mit kaltem Wasser (ab 30% keine wg. Hypothermie) Abdecken mit Silber- oder
Aluminiumbeschichtetem Verbandtuch Intubation ab 30% oder bei Inhalationstrauma Zwei Zugänge und Volumen
nach Parkland-Formel Analgesie Transport ins KH ab 2. Grades >20% und 3. Grades >10% ZVK-Anlage
Tetanusprophylaxe Debridement bei Nekrose.
***Zuerst 10 Min Kühlung bei allen Graden dann Alufolie Wenn wir nicht kühlen oder mit Alufolie decken, es wird
weiter in die Tiefe verbrennen.
-Analgesie?
Bei stabilen Patienten: Opioide (Morphin) und Antiemetika.
Bei instabiler Patienten: Ketamin Warum? Ketamin macht keine Hypotonie.
-Parkland-Formel?
Flüssigkeitssubstitution (kristalloide Lösungen) nach der Parkland-Formel nach Baxter (je 24 Std.):
4 mL Ringer-Laktat-Lösung pro Prozent verbrannter Körperoberfläche × kg Körpergewicht.
Beispiel: 10% verbrannte Körperoberfläche bei einem 80 kg Patienten = 4 mL × 10% × 80 kg = 3.200 mL
13. Kompartmentsyndrom? A: s. 349.
Rebound-Kompartmentsyndrom:
6-12 h nach operativer Reperfusion aufgrund von erhöhter Kapillarpermeabilität.
Abdominelles Kompartmentsyndrom: A: s. 349.
-Durch Druckerhöhungen in der Bauchhöhle nach Bauchverletzungen/Operationen Beeinträchtigung der Perfusion
Bauchorgane schädigen, MOV und hämodynamischer Instabilität Daher lebensbedrohliches Krankheitsbild Schnelle
Therapie.
Äx:
o Trauma des Beckens oder Abdomens.
o Intraabdominelle Blutungen.
o Ausgedehnte Bauchoperationen.
o Massive Volumengabe.
541
Rojhat aus Kurdistan
542
Rojhat aus Kurdistan
D. Wunde:
1. Wundheilung?
Phasen der Wundheilung:
a. Entzündungsphase (Exsudative Phase):
Dauer: 1-3 Tage direkt nach der Verletzung.
Prozesse: Vasokonstriktion der Blutgefäße Dann Blutgerinnung, um die Blutung zu stoppen Nach Stoppen der
Blutung kommt es zu Vasodilatation durch NO und erhöhter Permeabilität durch Bradykinin, die zu einer erhöhten
Durchblutung und dem Austritt von Plasma führt, was zu Schwellungen führt Leukozyten wandern in die Wunde ein, um
Bakterien und abgestorbene Zellen zu bekämpfen und abzubauen. Dies führt zu Rötung, Wärme, Schwellung und
Schmerzen.
b. Proliferationsphase (Gewebeneubildungsphase):
Dauer: Tag 2-14.
Prozesse: Diese Phase umfasst mehrere Schritte:
-Granulation: Fibroblasten wandern in die Wunde und produzieren Kollagen, was zur Bildung von neuem Gewebe
führt. Es bildet sich Granulationsgewebe, das reich an Blutgefäßen ist und die Wunde füllt.
-Angiogenese: Neue Blutgefäße bilden sich, um das neue Gewebe mit O2 und Nährstoffen zu versorgen.
-Kontraktion: Myofibroblasten bewirken eine Zusammenziehung der Wundränder, was die Wunde verkleinert.
c. Epithelisierungsphase (Reparative Phase):
Dauer: Tag 5-25.
Prozesse: Epithelzellen wandern auf das Granulationsgewebe, um die Wunde zu bedecken und die Haut zu schließen.
d. Reifungsphase (Remodelierungsphase):
Dauer: Mehrere Monate oder Jahre.
Prozesse: Das neu gebildete Gewebe wird umstrukturiert und gestärkt. Kollagenfasern werden reorganisiert, quervernetzt
und verstärkt, um die Wundfestigkeit zu erhöhen. Die Dichte der Blutgefäße im Gewebe nimmt ab und die Narbe wird
blasser und flacher. Die Funktion und Integrität der Haut werden weiter verbessert.
2. Wundversorgung? A: s. 391.
3. Chirurgische Wundversorgung? A: s. 391.
4. Wundreinigung?
Sterile Handschuhen Mit steriler NaCl-Lösung die Wunde spülen Mit sterilen Tupfern, Kompressen, Pinzette und
Schere das abgestorbene Gewebe (Nekrosen) entfernen (Debridement) Mit Povidon-Jod oder Chlorhexidin die Wunde
desinfizieren Mit sterilen Tupfern und Kompressen die Wunde trocknen Die Wunde nähen Mit sterilem Verband
abdecken.
5. Was ist Vacuum assisted closure-therapy (VAC)? A: s. 392.
VAC (Vacuum-Assisted Closure) ist eine Behandlung-Methode mit kontrolliertem Unterdruck (Vakuum) auf die Wunde.
Indikation: Chronische, schwer heilende Wunden Diabetischer Fuß, Dekubitis, große offene Wunden, OP-Wunden.
Durchführung: Ein spezieller Schaumstoff oder ein Gazeverband wird auf die Wunde angebracht Dann wird es luftdicht
mit einer Folie abgedeckt Ein Schlauchsystem verbindet die Wunde mit einem Sauggerät, das den Unterdruck erzeugt
und das Wundexsudat in einem Behälter sammelt Schaumstoff muss alle 3 Tage getauscht werden.
Diese Therapie fördert die Wundheilung durch verschiedene Mechanismen:
*Förderung der Durchblutung: Unterdruck erhöht die Perfusion im Wundbereich, was die Versorgung der Wunde mit
Sauerstoff und Nährstoffen verbessert.
*Entfernung von Flüssigkeit: Das Vakuum zieht Exsudat und Infektionsmaterial aus der Wunde ab, was das Risiko von
Infektionen und Ödeme reduziert.
*Stimulation der Granulation: Die mechanische Dehnung des Gewebes durch den Unterdruck fördert die Bildung von
Granulationsgewebe, das für die Heilung der Wunde wichtig ist.
*Minimierung der Wundgröße: Der Unterdruck kann helfen, die Wundränder zusammenzuführen, was die Heilung
beschleunigt.
543
Rojhat aus Kurdistan
[Link]
6. Was sind die Heilungsphasen einer Wunde? A: s. 391 und Frage 1.
7. Beispiele für chronische Wunde? A: s. 392.
Dekubitus, Ulcus cruris, Diabetischer Fuß
-Was sind die Typen von Ulcus cruris?
*Ulcus cruris arteriosum.
*Ulcus cruris venosum.
*Diabetischer Fuß.
Bei pAVK treten an der Außenseite des Unterschenkels schmerzhafte Ulzera auf ("Aua!")!
Bei chronisch-venöser Insuffizienz treten am Innenknöchel eher indolente, schmerzlose Ulzera auf!
-Was verursacht Ulcus cruris venosum?
Chronisch-venöse Insuffizienz.
-Was ist die wichtigste Therapie dafür?
Kompression und Mobilisierung.
-Was passiert beim diabetischen Fuß? A: s. 220.
Angiopathie u/o Neuropathie.
-Warum kommt es zu Wunde? Was sind die Typen?
I. Die Ursache beim neuropathischen diabetischen Fuß ist Polyneuropathie. Die Durchblutung des Fußes ist intakt, aber
durch Lähmungen der Fußmuskulatur kommt es zur Fehlbelastung des Fußes Hyperkeratosen Einrisse Wunden.
II. Die Ursache beim ischämischen diabetischen Fuß ist Arteriosklerose der Beingefäße Ischämie. Die Ischämie
verursacht Nekrosen und Ulzerationen.
-Welche sensorischen und motorischen Beschwerden haben die Pat? Ist Vegetatives System auch mitbetroffen? A: s.
218.
I. Periphere sensomotorische Polyneuropathie: Parästhesie, Hypästhesie, Areflexie, Augenbewegungen wg. Hirnnerven IV-
VI
II. Autonome (vegetative) Neuropathie: Kardial (HRST, Stummer Infarkt), Magen-Darm (Gastroparese, Diarrhö,
Obstipation), Erektile Dysfunktion.
8. Welche Medikamente stören die Wundheilung?
Glukokortikoide, Immunsuppressiva, Chemotherapeutika, Psychopharmaka, Antikoagulanzien.
9. Was ist Nekrose und Gangrän?
Nekrose: Irreversibel Gewebestod.
Nekroseformen:
a. Koagulationsnekrose:
Ursachen: Ischämie, Organschädigung durch Säuren Myokard-, Milz- , Leber- und Niereninfarkt.
*Fibrilo-granuläre („käsige“) Nekrose: Durch spezielle Mikroorganismen wie Mycobacterium tuberculosis
(verkäsende Nekrose) mit grau-gelbem Gewebe.
*Gangrän: ist eine ischämische Nekrose aufgrund eines Gefäßverschlusses.
-Trockene Gangrän: Eintrocknen des Gewebes durch Wasserverlust.
-Feuchte Gangrän: Verflüssigung des Gewebes mit bakterieller Besiedelung und fauligem Geruch.
b. Kolliquationsnekrose:
Ursachen: Autolyse (Verdauung durch körpereigene Enzyme) oder Heterolyse (Verdauung durch bakterielle Enzyme).
*Gewebe wird weich → Flüssige Nekrose → Bildung von Pseudozysten.
*Insb. bei Schädigung von fetthaltigem Gewebe wie Hirn und Pankreas.
Bsp: Schlaganfall, Pankreatitis, eitrige Infektion, Organschädigung durch Laugen.
c. Fibrinoide Nekrose:
Ursachen: Kollagene und elastische Fasern fragmentieren Fragmente sind in Zelldetritus, Serum und Fibrin eingebettet.
Bsp.: Peptisches Magenulkus, rheumatoide Arthritis.
544
Rojhat aus Kurdistan
d. Hämorrhagische Nekrose.
Gangrän:
-Trockene Gangrän: Eintrocknen des Gewebes durch Wasserverlust. Das nekrotische Areal verfärbt sich durch
Abbauprodukte des Blutes schwärzlich.
Beispiel: Diabetischer Fuß und Raucherbein.
-Feuchte Gangrän (Faulbrand): Verflüssigung der trockenen Gangrän mit bakterieller Infektion und fauligem Geruch.
Beispiel: Ulcus cruris, Infektionen mit Clostridium perfringens (Gasbrand) oder anderen anaerob Bakterien bezeichnet man
als putrid-gangräneszierende Wundinfektionen.
10. Was für Wundarten gibt es?
Schürfwunden: Knöcherne Strukturen.
Schnittwunden.
Stichwunden: Der Fremdkörper muss bei Erstversorgung in der Wunde belassen Gefahr der Blutung.
Risswunden.
Platz- und Quetschwunden: Wo Knochen dicht unter der Haut liegen und das Weichteilpolster fehlt.
Schusswunden: Schussverletzungen sind eine Kombination aus Riss- und Quetschwunden.
Amputation.
Verbrennung.
Verätzung durch Säuren.
Verätzung durch Laugen.
Strahlendermatitis.
545
Rojhat aus Kurdistan
E. Tracheotomie:
1. Was sind die Indikationen von Tracheotomie?
Tracheotomie ist ein operativer Zugang zur Trachea auf der Höhe des 2. bis 4. Trachealknorpels.
Trachea und Bronchus sind unmittelbar unter der Haut nicht so tief gehen, nur 3-4mm wenn wir zu tief gehen, landen
wir in Ösophagus.
Indikationen:
-Wenn eine Beatmung über 21 Tage wahrscheinlich ist, dann wird bis zum 7. Tag eine Tracheostoma angelegt.
Die Tracheostomie gehört zu den häufigsten Eingriffen bei beatmeten Patienten in der ICU.
-Anomalien oder Verletzungen der oberen Atemwege (Nasengänge, Larynx und Pharynx), die eine sichere endotracheale
Beatmung erschweren oder unmöglich machen.
-Mittelgesichtsfrakturen.
-Schädelbasisfrakturen.
-Langfristig fehlende Schutzreflexe (z.B. nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma).
Unterschiede zwischen Tracheotomie und Koniotomie:
Indikation:
Tracheotomie: Geplanter Eingriff Als Langzeitbeatmung oder bei Obstruktionen der oberen Atemwege.
Koniotomie: Notfall-Eingriff Für schnelle Sicherung der Atemwege.
Ort des Eingriffs:
Tracheotomie: Auf der Höhe des 2. bis 4. Trachealknorpels.
Koniotomie: Direkt unter Schildknorpel (Cartilago thyroidea) durch das Ligamentum cricothyroideum.
Dauerhaftigkeit:
Tracheotomie: Kann vorübergehend oder dauerhaft sein.
Koniotomie: Eine temporäre Maßnahme Später wird durch eine Tracheotomie ersetzt.
Komplexität und Ausrüstung:
Tracheotomie: Erfordert Vorbereitungszeit, spezielle chirurgische Instrumente und eine sterile Umgebung.
Koniotomie: Sehr schnell und mit minimalem Equipment oft auch in nicht-sterilen Notfallsituationen.
546
Rojhat aus Kurdistan
547
Rojhat aus Kurdistan
X. Notfallmedizin/Hausarztpraxis:
1. Fall: 70J Pat kam zu Ihnen in die Notaufnahme mit seit Monaten rezidivierenden für Stunden anhaltende Herzrasen.
-Was würden Sie machen?
Anamnese: Alles gefragt.
-Der Pat leidet nur unter aHT, die Werte sind kontrolliert und trinkt Liquor 20% 2-3 Gläschen täglich, ist das viel?
Ja.
Riskante Alkoholmenge nach WHO: ♂ >24 g/Tag, ♀ >12 g/Tag. Alkoholabhängigkeit: Trinken >2J.
Beispiele für Frauen (Männer x2):
>125 mL Wein/Sekt (12%)
>300 mL Bier (5%)
>40 mL Schnaps (38%)
-Wie viel mg darf man täglich Alkohol trinken?
Ich habe gesagt: 20g. Prüfer hat gesagt: Frau 20g, Mann 40g.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):
Männern 20 g/Tag nicht mehr als 24g/Tag,
Frauen 10 g/Tag nicht mehr als 16g/Tag zu trinken.
-Warum Frauen weniger?
ADH (Alkohol-Dehydrogenase) in Leber ist weniger bei Frauen und bei Kaukasien Menschen (EU und Nordamerika).
Alkoholkrankheit:
Hohe Prävalenz der Alkoholabhängigkeit
▪ ♂: 4,5%
▪ ♀: 1,7%
Alkoholbezogene Störungen sind (F10) die zweithäufigste (bei Männern sogar die häufigste) Hauptdiagnose.
Alkohol-assoziierte Mortalität: 5,3% aller Tode weltweit.
Alkoholintoxikation:
Vorübergehende Störung von Bewusstsein, Kognition und Affekt.
-Biphasische Wirkung: Alkohol wirkt anfänglich stimulierend, mit steigender Dosis dominieren jedoch die sedierenden
Effekte. Alkohol hat keine spezifischen Rezeptoren, interagiert mit einer Vielzahl von Transmittern, wobei dopaminerge
und GABA-erge Einflüsse im Vordergrund stehen.
-Blutalkoholkonzentrationen >5% sind letal.
-Resorption im Großteil im proximalen Dünndarm, dazu auch in Mund, Magen und Ösophagus.
*Kx: Dysarthrie, Schwindel, Ataxie, Übelkeit, Erbrechen, lallender Sprache, Euphorisierung, Tachykardie, alkoholische Koma
(Stark eingeschränktem Bewusstsein, Atemdepression).
*Dx: BGA, Blut- und Atemalkohol, BZ, Elektrolyte.
*Tx: Monitoring für Paar Stunden (da Resorptionszeit von Alkohol 40min ist), ggf. Tx von Hypoglykämie, Dehydratation,
Elektrolytstörungen.
-Infusion von 5% Glukose.
-Evtl. Magenspülung.
-Bei schwerer Agitation 5-10 mg Haloperidol i.v. keine Benzodiazepine.
-Bei Alkoholspiegeln >5% und tiefem Koma Hämodialyse.
*Vor Entlassung: Screening auf Alkoholabhängigkeit (CAGE und AUDIT-Tests)
*Pathologischer Rausch: Bei Jungen mit Vorhirnschädigung Kx: Optische Halluzinationen, Angst, Wut, Aggressivität und
danach Terminalschlaf. Häufig komplette Amnesie nach Ereignis.
Alkoholabhängigkeit:
*Definition: Für 2J täglich bei Männern >24g, bei Frauen >12g Alkoholkonsum und
Kontrollverlust über den Alkoholkonsum, Toleranzentwickung, Vernachlässigung anderer Aktivitäten.
*Äx: Mann, Familienanamnese (genetisch), sozialer Stress, konsumförderndes Umfeld, Konfliktsituationen.
*Kx: Allgemein: Magenbeschwerden (UV/UD), Wadenmuskelatrophie.
Haut: Teleangiektasien (Spider-Nävi), Hautrötung im Gesicht, Vermehrtes Schwitzen bei kalten Akren.
Psy: Depression, Reizbarkeit, Schlaf- und Potenzstörungen.
Neuro: Intentionstremor, Dysarthrie, Ataxie, Nystagmus, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Polyneuropathie.
*Dx:
CAGE: Einfacher Alkoholismus-Test:
◦ C (Cut down drinking): „Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?“
◦ A (Annoyed): „Ärgert Sie die Kritik Ihres Umfelds an Ihrem Alkoholkonsum?“
◦ G (Guilty): „Empfinden Sie Schuldgefühle aufgrund ihres Trinkverhaltens?“
◦ E (Eye opener): „Brauchen Sie morgens nach dem Aufwachen Alkohol, um leistungsfähig zu werden?“
-Auswertung: ≥2 Positiv-Antworten: Wahrscheinlicher Alkoholabhängigkeit.
-Labor: Leberschäden: γGT↑, ALT↑, AST↑. CDT↑(Carbohydrate deficient Transferrin => bleibt nach Abstinenz bis zu
einem Monat erhöht). Knochenmarksschädigung: MCV↑, Hb↓, Thrombozytopenie.
*Tx: Naltrexon.
548
Rojhat aus Kurdistan
Alkoholentzugssyndrom:
Beginn: Innerhalb Stunden nach Dosisreduktion/Alkoholabstinenz.
Dauer: 3-7 Tage.
*Kx: 3 Stadien:
-Vegetativer Entzug: Hypertonie, Tachykardie, Schwitzen, Tremor, Unruhe.
-Prädelir: Grobschlägiger Tremor, Angst, Übelkeit, Tachykardie, evtl. Halluzinationen (z.B. Ungeziefer), epileptische Anfälle.
-Delirium tremens: Zusätzlich Desorientierung, schwere psychomotorische Unruhe, Halluzinationen,
Bewusstseinsstörungen.
*Tx: Benzodiazepine (Lorazepam 1mg alle 6h) + Clomethiazol 2 Kapsel alle 2h.
-Wie werden Sie vorgehen?
EKG, Echo.
-Was ist Ihre Verdachtsdiagnose?
RR ist stabil, ich gehe von einer supraventrikulären Tachykardie aus.
-Welche?
Sinustachykardie, VHF, Vorhofflattern, AVRT (WPW), AVNRT.
Supraventrikuläre Rhythmusstörungen:
-Sinustachykardie.
-SVES.
-VHF/-flattern.
-Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie:
*Atriale Tachykardie Bei Hyperthyreose und Digitalisintoxikationen.
*AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT) Häufig bei Herzgesunden, P-Wellen sind nicht sichtbar.
Zwei funktionale Leitungsbahnen im AV-Knoten.
*AV-Reentry-Tachykardie (AVRT) Levine-Ganon-Logan-Syndrom, Wolff-Parkinson-White-Syndrom (Kent-Bündel):
Akzessorische Leitungsbahn zw. Vorhof und Kammer.
-Der Pat hat Vorhofflattern, was machen Sie?
Ich: Antikoagulation nach CHA2DS2-VASc-Score und TEE um die Thrombose auszuschließen, er war nicht zufrieden.
Zur Info:
Vorhofflattern:
Definition: SVT mit gleichförmiger Vorhoffrequenz (250–450/min) und Kammerfrequenz ca. 140/min.
Vorhofflimmern und Vorhofflattern können auch ineinander übergehen.
Dx: Kontinuierliches „Sägezahnmuster“ in II, III, aVF anstelle von P-Wellen, meist rhythmisch im Gegensatz zum VHF.
Überleitung: Der AV-Knoten filtert die hohen Frequenzen und schützt vor einer schnellen Überleitung (1:1) auf den
Ventrikel. Rhythmische Kammeraktion bei Vorhofflattern: 2:1, 3:1 und 4:1-Überleitungen zwischen Vorhof und Kammer, es
zeigt sich eine rhythmische Kammeraktion.
Valsalva-Manöver oder Adenosin: Können bei Problemen der Diagnosestellung unterstützend genutzt werden,
um die Flatterwellenmorphologie zu demaskieren.
Tx: Wie bei VHF:
*Kausale Tx.
*Frequenzkontrolle mit BB (+Digoxin).
*Thromboembolieprophylaxe nach CHA2DS2VASc mit DOAK, Vit-K-A, NMH, UFH.
*Rhythmuskontrolle mit MKV (Ic: Flecainid oder III: Amiodaron) oder EKV nach TEE.
-Was soll man noch geben?
B-Blocker.
-Welche?
Bisoprolol.
2. Fall: Der Pat hat Verkehrsunfall auf dem Weg nach Hause. Pat sitzt im Auto und hat Amnesie mit einer Platzwunde,
keine sichtbare Blutung, und kann nicht erinnern was und wie alles passiert.
-Als Arzt was müssen Sie machen?
*cABCDE-Schema.
*Eine gründliche Untersuchung durchführen, um sicherzustellen, dass keine anderen Verletzungen vorliegen.
*Die Platzwunde säubern und versorgen.
*Den Patienten auf mögliche schwere Verletzungen wie eine Gehirnerschütterung oder ein SHT untersuchen.
*Den Patienten in ein Krankenhaus einweisen, um weitere Untersuchungen durchzuführen, insbesondere eine MRT oder
CT-Scan, um sicherzustellen, dass keine inneren Verletzungen vorliegen.
*Den Patienten auf mögliche neurologische Auswirkungen der Amnesie und andere Symptome überwachen.
*Empfehlen Sie dem Patienten, sich nach dem Unfall von einem Neuropsychologen oder Therapeuten untersuchen zu
lassen.
-Unterwegs zum KH ist Pat verschlechtert und komatös geworden und RTW hat keinen begleitenden Notarzt. Was
machen Sie weiter?
Atmet Stabile Seitenlage.
Keine Atmung Reanimation.
-Was machen wir weiter im KH?
549
Rojhat aus Kurdistan
Epidurales Hämatom cCT-Nativ: Hyperdense, bikonvexe RF links frontal (grün). Mittellinienverlagerung nach rechts (weiße
Linien). Postoperatives subkutanes Ödem/Hämatom (rot).
550
Rojhat aus Kurdistan
[Link]: Epiduralhämatom: Hyperdense RF mit Mittellinienverlagerung und Kompression des linken Seitenventrikelvorder-
und -hinterhorns. Dazu eine deutliche Aufhebung der Mark-Rinden-Differenzierung: mögliche Hirnschwellung.
[Link]: Epidurales Hämatom: Bikonvexe, hyperdense RF (grün), komprimierte rechte Seitenventrikel (gelb),
Mittellinieverlagerung leicht nach links, Fraktur der Schädelkalotte (grüner Kreis).
3. Fall: Eine Pat kommt mit Beinschwellung, nachdem sie gestürzt sei und ein kleines Hämatom gehabt habe.
-Was machen Sie?
Ich: V.a. Phlebothrombose oder Kompartmentsyndrom.
-Wie gehen Sie bei TVT vor?
Anamnese.
KU: Meyer-, Payr-, Homann-Zeichen.
Labor: D-Dimere. Farbduplexkompressionssono.
-Behandlung?
Kompressionstumpf Kl. II + NOAK bis 6 Monate + Analgesie + Mobilisation.
-Warum kein Marcumar allein?
Weil Phenprocoumon Vit-K-Antagonist ist und hemmt dadurch Produktion von Faktor 10, 9, 7, 2 und Protein C/S. Da die
HWZ von Faktoren 2-4 Tage und Protein C/S 6-10h ist, liegt in ersten 3 Tagen die Thrombose-Neigung. Deswegen müssen
wir in ersten 3 Tagen (bis INR >2) Marcumar mit Heparin benutzen und erst ab 4. Tag allein einsetzen.
4. Fall: Pat mit plötzlicher Dyspnoe.
-Was ist Ihre VD?
LAE. (DD: MI, dekomp. HI, Perikardtamponade, Pneu, Asthmaanfall, COPD-Exa., Fremdkörper).
-Welches therapeutische Verfahren?
Allgemein: Stationär Halbsitzend O2-Gabe Ggf. Analgesie: Morphin Ggf. Anxiolyse: Diazepam Intensiv.
Ohne Lebensgefahr: Therapeutische Antikoagulation mit UFH, NMH, DOAK oder Vit-K-Antagonisten mind. 3-6 Monate.
Mit Lebensgefahr (hämodynamischer Instabilität und Reanimationspflichtigkeit): Thrombolyse mit Alteplase (rtPA) 10mg
Bolus, 90mg in 2h Kompl.: Blutung Bei Blutung: Gabe von Aprotinin, Protamin und ggf. FFP Beim Versagen
interventionelle Embolektomie oder OP.
-Was bei einer lebensgefährlicher massiver LAE?
Thrombolyse mit Alteplase 10mg als Bolus, 90mg in 2h.
Beim Versagen Interventionelle Embolektomie oder OP.
-Was sind die Risikofaktoren einer LAE?
Risikofaktoren der TVT und LAE:
*Z.n. TVT/LAE.
*Immobilisation.
551
Rojhat aus Kurdistan
*Aktive Malignome.
*Adipositas (BMI >30).
*Östrogentherapie.
*Schwangerschaft und Wochenbett.
*Antiphospholipid-Syndrom (erworbene Thrombophilie durch Autoimmungenese SLE).
*Hereditäre Thrombophilie: Aktiviertes Protein C (APC)-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation), Faktor-VIII-Erhöhung,
Prothrombin-Mutation, Protein S-Mangel, Protein C-Mangel, Antithrombin-Mangel.
-Welche Antikoagulanzien?
NMH, DOAK, Vit-K-Antagonisten.
-Wie viel Tage?
Mind. 3-6 Monate.
5. Fall: Sie gehen nach Hause nach dem Dienst und bei Bushaltestelle ein alter Mann gestürzt. Was machen Sie?
Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des Kopfes/Anheben des Kinns
Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s) Herzdruckmassage/Beatmung: 30/2 für 2min Notruf 112 anrufen
(lassen) AED holen (lassen) Wenn man AED bekommt, dann bricht man HDM kurz, dann klebt AED und anschaltet mit
grüner Taste Analyse von AED.
-Sie sind allein oder mit jemandem, der keine Erfahrung mit CPR hat. Was machen Sie?
Ich lasse ihn beatmen und ich mache Kompression.
Prüfer: Sie machen Kompression ohne Beatmung. Kompression ist wichtiger.
6. Fall: Pat hat sich in der Notaufnahme mit seit 2h aufgetretenen retrosternalen Brustschmerzen vorgestellt.
-Wie werden Sie vorgehen?
V.a. ACS.
-Schritt für Schritt alle Maßnahmen erzählen.
Labor: Troponin, CK-MB, Kreatinin, TSH, Gerinnung, BB.
*Herzenzyme CK-MB: Hilfreich in unklaren Fällen und als Verlaufsparameter und zur Einschätzung der Infarktgröße.
*Kreatinin: Akute Nierenschädigung ist prognostisch ungünstig Zudem bei evtl. Kontrastmittelgabe notwendig.
*TSH: bei evtl. Kontrastmittelgabe wg. Gefahr der thyreotoxischen Krise (bei Hyperthyreose => Perchlorat)
*Gerinnung: Therapeutisch werden beim ACS gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt, daher muss eine
Gerinnungsstörung ausgeschlossen werden.
*Blutbild: Eine Anämie ist eine Ursache für pektanginöse Beschwerden und zudem bei MI prognostisch ungünstig.
Leukozyten können einer Pneumonie hindeuten.
-Differenzialdiagnosen? A: s. 13
3 x Herz: ACS, aHT, Perikarditis.
3 x Lunge: LAE, Pneumonie, Pneumothorax.
3 x Andere: Aneurysma dissecans, Verdauungstrakt, Muskuloskeletal.
-Kann RR beidseitig unterschiedlich sein?
Ja.
-Woran denken Sie dann?
Unterschied in Puls und RR zwischen den beiden Extremitäten oder zwischen den unteren und oberen Extremitäten:
-Aortenisthmusstenose: +Herzgeräusch.
-Takayasu: +Vaskulitis.
-Aortdissektion: +starke Brustschmerzen.
-pAVK.
-Subclavian-Steal-Syndrom.
7. Fall: 20-jährige Patientin kommt zu mir im Dienst mit plötzlichem Ikterus.
-Was kann das sein?
Ich habe gesagt, Hämolyse, der Prüfer sagte ja.
-Weiteren Ursachen eines Ikterus gefragt? A: s. 134.
Prähepatischer Ikterus:
o Hämolyse Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Sphärozytose, PNH, Pyruvatkinase-Mangel, Sichelzellanämie,
Thalassämie, HUS, TTP, Transfusion, Kälte/Wärme-AK, mechanische Herzklappe, Malaria.
o Ineffektive Erythropoese Perniziöse Anämie, Folsäure-Mangel, Thalassämie, MDS.
Intrahepatischer Ikterus:
-Nicht-obstruktive Cholestase:
o Hepatitis (z.B. viral, autoimmun, alkoholisch)
o Leberzirrhose
o Stauungsleber
o Primär biliäre Cholangitis
-Obstruktive Cholestase:
o Lebertumoren (z.B. hepatozelluläres Karzinom, Metastasen, cholangiozelluläres Karzinom)
o Intrahepatische Gallensteine
o Primär sklerosierende Cholangitis
Posthepatischer Ikterus (= obstruktive posthepatische Cholestase):
552
Rojhat aus Kurdistan
o Choledocholithiasis
o Primär sklerosierende Cholangitis
o Tumoren (Pankreaskarzinom, Gallengangskarzinom)
o Gallengangsstrikturen (postoperativ, entzündlich)
-Was kann makrozytäre hyperchrome Anämie verursachen?
Folsäure-, Vit-B12-Mangel. Er wollte Malnutrition hören.
-Welche Herpesviren gibt es?
Humanes Herpesvirus 1 Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1)
HHV-2 Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2)
HHV-3 Varizella-Zoster-Virus (VZV)
HHV-4 Epstein-Barr-Virus (EBV)
HHV-5 Zytomegalievirus (CMV)
HHV-6 und 7 Exanthema subitum (Dreitagefieber)
HHV-8 Kaposi-Sarkom-Virus (KSHV)
HHV-9
HHV-10
8. Fall: Eine 30J Dame kam zu Ihnen in die Praxis mit RR 180/110 mmHg, Schwindel und Kopfschmerzen.
-Was machen Sie?
Anamnese: Ist aHT schon bekannt? Vordiagnosen? Medikamente? Drogenabusus? KU v.a. Herz und Puls-Status?
Ggf. Behandlung der akuten Situation mit z.B. Nitrospray. Dann Kontrolle in mehreren Sitzungen (3 Tage) oder LZ-RR.
Ich habe dann gesagt, es handelt sich hier wahrscheinlich, wegen Alter 30, um sekundäre Hypertonie.
-Was ist primär, was ist sekundär?
Primär (90%): hat keine spezifische identifizierbare Ursache und entwickelt sich langsam über einen längeren Zeitraum. Es
wird auch als essentiell oder idiopathisch bezeichnet. Risikofaktoren: Alter. Rauchen. Alkohol. Koffein. Hohe
Kochsalzzufuhr. Adipositas. Bewegungsmangel. Familienanamnese. Stress.
Sekundär (10%): hat eine spezifische erkennbare Ursache.
-Was sind die Ursachen von sekundär? A: s. 44.
*Schlafapnoe-Syndrom.
*Nierenerkrankungen: Niereninsuffizienz, Nierenarterienstenose, Glomerulonephritis.
*Aortenisthmusstenose.
*Endokrin: Hyperaldosteronismus (Conn), Phäochromozytom.
*Medikamente: NSAR, Corticosteroide, Sympathomimetika, orale Kontrazeptiva, Drogen.
*Lakritze.
-Was ist Conn-Syndrom?
Hyperaldosteronismus.
-Was ist besonders dabei im Labor?
Hypokaliämie.
-Warum?
Aldosteron führt zu vermehrter Retention von Wasser und Na und Ausscheidung von K und H.
-Wie diagnostiziert man Phäochromozytom? Eine Diagnostik, die auch in der Praxis gemacht werden kann? A: s. 233.
In Blut oder in 24h-Urin Bestimmung von Metanephrin und Normetanephrin.
-Was ist der Mechanismus der Nierenarterienstenose? A: s. 48.
75% Arteriosklerose (alte).
25% Fibromuskuläre Stenose (junge).
-Sollen wir die RR beidseits messen?
Ja, natürlich (ich habe vergessen am Anfang zu sagen), um die Aortenisthmusstenose auszuschließen.
-Was ist Aortenisthmusstenose?
Stenose der Aorta im Bereich des Isthmus.
Isthmus: Übergang des distalen Aortenbogens in die Aorta descendens in der Nähe von Ductus arteriosus Botalli und A.
subclavia sinistra.
Pathophysiologie:
Zirkumskripter Typ: Häufig. Erwachsene. Nicht-kritisch. Postduktal.
Gut begrenzte und kurze Stenose (wenige mm) der Aorta, die meist distal der A. subclavia sinistra und des Ductus
arteriosus Botalli (postduktal) liegt. → Weil intrauterin die Perfusion der unteren Extremitäten vermindert ist, werden
Kollateralkreisläufen ausgebildet → Deswegen Symptome erst im Erwachsenenalter.
Hypoplastischer Typ: Selten. Infantil. Kritisch. Präduktal.
Schlecht begrenzte und lange Stenose, die meist vor dem Ductus arteriosus Botalli (präduktal) liegt. → Perfusion der
unteren Körperhälfte läuft intrauterin über den Ductus arteriosus Botalli → Deswegen werden keine Kollateralkreisläufen
ausgebildet → Nach Geburt bei Verschluss des Ductus arteriosus Botalli: Druck- und Volumenüberlastung des linken
Herzens und unzureichende Durchblutung aller Organe distal der Stenose.
Kx:
Zirkumskripter Typ:
*Brachiozephale Hypertonie Epistaxis, Kopfschmerz, Tinnitus.
553
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Was von Süßigkeiten kann erhöhte RR-Werte verursachen?
Lakritze Lakritzabusus: Cortisol wird weniger abgebaut mehr Mineralokortikoid-Wirkung Hypertonie.
-Was wissen Sie über Alkohol? Wie viel darf man trinken pro Tag? A: s. Frage 1.
Riskante Alkoholmenge nach WHO: ♂ >24 g/Tag, ♀ >12 g/Tag. Alkoholabhängigkeit: Trinken >2J.
Beispiele für Frauen (Männer x2):
>125 mL Wein/Sekt (12%)
>300 mL Bier (5%)
>40 mL Schnaps (38%)
-Welche Organe können von Alkohol betroffen werden?
Leber, Gehirn, Pankreas, Ösophagus, Dünndarm, periphere Nerven.
-Was macht er genau?
*Leber: Am meisten betroffen, weil Leber bis zu 95 % des Alkohols abbauen muss. Fettleber, Hepatitis, Zirrhose.
554
Rojhat aus Kurdistan
*Pankreas: Akute und chronische Pankreatitis; gestörte Insulinproduktion führt zu Diabetes Typ 3.
*Niere und Lunge: Chronische Entzündungen.
*Herz: Myokardiopathie, Herzinsuff., HRST (VHF), Durchblutungsstörungen.
*Haut: Pickel und Ekzeme, Haut wirkt teigig und gealtert.
*Ösophagus: Refluxösophagitis, Ösophaguskarzinom, Ösophagusvarizen bei Zirrhose, Mallory-Weiss-Läsionen.
*Magen, Duodenum: Akute Gastritis bzw. Duodenitis, UV/UD.
*Dünndarm: Resorptionsstörungen.
*Mund und Rachen: Krebserkrankungen.
*Stoffwechsel: Hyperlipidämie, Hyperurikämie.
*Endokrines System: Hypogonadismus (Impotenz), Hyperkortisolismus (Pseudo-Cushing-Syndrom).
*Gehirn: Hirnzellen sterben, bei einem Vollrausch (intox.) mehrere tausend; geistige Leistungsfähigkeit sinkt, Hirnatrophie,
Epilepsie, Depressionen.
*Periphere Nervenzellen: Lähmungen, Gangstörungen (Polyneuropathie).
*Erkrankungen durch zusätzlichen Vitamin-B1-Mangel:
-Wernicke-Enzephalopathie: Augenmuskellähmungen, Ataxie, Bewusstseinsstörungen.
-Korsakow-Syndrom: Gedächtnisstörungen (insb. Kurzzeitgedächtnis), Desorientierung.
*Folgen der Malnutrition:
-Vitamin-B12-Mangel: Funikuläre Myelose, megaloblastäre Anämie.
-Folsäuremangel: Megaloblastäre Anämie.
-Vitamin-B1-Mangel (Thiamin-Mangel): Wernicke-Korsakow-Syndrom, alkoholische Polyneuropathie.
-Vitamin-B6-Mangel: Alkoholische Polyneuropathie.
-Was noch kann Polyneuropathie verursachen?
*DM.
*Guillain-Barré-Syndrom.
*Kollagenosen SLA, Sklerodermie, Sjögren, Polymyozitis, SHARP.
*Z.n. Radiotherapie.
*Z.n. Chemotherapie.
9. Fall: Der Neurologe hat sich auf dem Boden gelegt und hat mich gefragt, was ich mit einem bewusstlosen Pat mit
Spontanatmung machen würde. Ich habe den Prüfer auf stabile Seitenlage gelegt und mit Esmarch-Handgriff die
Atemwege eröffnet.
555
Rojhat aus Kurdistan
-Wie ist das Vorgehen bei Pat mit Miosis und Atemstillstand?
V.a. Opioidintoxikation: Naloxon 1 Amp. + O2 + Intensiv.
*Naloxon 0,4-2mg iv erneute Gaben von 0,4mg alle 2min; falls nach erster Gabe keine Verbesserung der Atmung.
*Nach initialer Besserung wiederholte Gabe nach 30-90min HWZ von Naloxon niedriger als die HWZ vieler Opioide.
-Was ist HWZ?
Halbwertzeit: Die Zeit, der Organismus braucht, um 50% der Substanz auszuscheiden oder metabolisieren.
[Link]: Substanz wird von 100% auf 50% reduziert.
[Link]: von 50% auf 25% reduziert.
[Link]: von 25% auf 12,5%.
[Link]: von 12,5% auf 6,25%.
[Link]: von 6,25% auf 3,125%
Erst nach 4 bis 5 HWZ ist das Medikament vom Körper ausgeschieden.
-Was ist First-Pass-Effekt?
Metabolisierung eines Medikaments in Leber nach der Resorption im Magen-Darm-Trakt.
In der Pharmakokinetik Die metabolisierte Menge eines Arzneimittels nach der ersten Leberpassage.
-Wie kann man First-Pass-Effekt umgehen?
Durch parenterale, sublinguale, bukkale oder rektale Verabreichung Weil kein Anschluss mit Pfortadersystem.
10. Fall: Pat mit Aortenstenose und Dyspnoe, Echo ist unauffällig.
-Was sind extrakardiale DDx von Dyspnoe? A: s. 69.
Pneumonie, Pneumothorax, COPD, Asthmaanfall, LAE, Pleuraerguss, M. Azidose, Psychogen.
-BB mit Eisenmangelanämie wurde gezeigt. Was sind die Ursachen? A: s. 264.
Mangelhafte Eisenaufnahme:
-Mangelhafte Zufuhr: Mangelernährung.
-Erhöhter Bedarf: Schwangerschaft und Stillzeit. Wachstumsphase.
-Mangelnde Resorption:
*Bei Achlorhydrie: Magenresektion, Gastritis-Typ-A.
*Bei Ausschaltung des Duodenums: Y-Roux-Rekonstruktionen.
*Bei Malabsorption: Crohn und Zöliakie.
Eisenverluste durch Blutungen:
-GI-Blutungen.
-Hypermenorrhö oder Menorrhagie.
Eisenverwertungsstörung (Anämie des chronisch Kranken):
-Bei chronischen Erkrankungen: M. Crohn, HI, CNV, Malignome.
-Der Neurologe hat wieder dem Prüfling gebeten, die Heimlich-Manöver bei ihm zu demonstrieren.
Wenn Husten gibt: Beobachte das Bewusstsein Bei Bewusstlosigkeit: Reanimation.
Wenn kein Husten:
*Erwachsene: Schläge auf Rücken zur Unterstützung des Hustens Wenn kein Erfolg, Heimlich-Manöver 5-mal Wenn
kein Erfolg, dann KONIOTOMIE Bei Bewusstlosigkeit: Reanimation.
Wenn Fremdkörper tief ist und wir das nach Koniotomie nicht rausnehmen können, dann wir müssen noch runter
schieben Es geht auf re. Bronchus So atmet Pat mit linker Lunge Später im KH wird Fremdkörper mittels
Bronckoskopie entfernt.
*Kind: Bauchlage, Kopftief, Schläge auf Rücken Wenn kein Erfolg, Heimlich-Manöver 5-mal Bei Bewusstlosigkeit:
Reanimation.
*Säuglinge: Bauchlage, Kopftief, 5× Schläge auf Rücken Rückenlage, Kopftief, 5× Thoraxkompression.
556
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Wie ist 9-Regel bei Verbrennungen?
557
Rojhat aus Kurdistan
*Inhalationstrauma.
*Spezielle Körperteile Hände, Füße, Gesicht, Genitalien.
Ab 10% stationär, ab 20% intensiv (bei Kindern ab 5% stationär, ab 10% intensiv).
-Paracetamol-Intoxikation Dosis und Behandlung?
Ab 4 g/Tag möglich, Letaldosis 12–20 g (in Einzelfällen 7 g).
Antidot: Acetylcystein.
11. Fall: Ein Mann kam in Notfalldienst, hat Blut erbrochen. RR 90/60mmHg, Puls: 120/min.
-Wie gehen Sie vor? A: s. 132.
Bei V.a. kreislaufrelevanten Blutverlust:
[Link] Abnahme von Kreuzblut mit Anforderung von EK Blutgruppe, Kreuzprobe, AK-Suchtest.
[Link] auf okkultes Blut: Immunologischer Blut-im-Stuhl-Test (iFOBT).
[Link]: Eine Erhöhung spricht für das Vorliegen einer schweren Anämie bzw. einer Schocksituation.
[Link] Diagnostik:
*Notfall-Endoskopie zur Lokalisation und Blutstillung (zunächst Gastro-, dann Koloskopie):
Unterspritzung, Sklerosierung, Ligatur oder Koagulation einer identifizierten Blutungsquelle.
*PPI iv.
*Blutender Polyp (z.B. im Kolon) → Abtragung.
Akute Therapie von Ösophagusvarizenblutung: A: s. 173.
Allgemein:
*Kreislaufstabilisation Schocklage + Flüssigkeitssubstitution.
*Intubation zur Aspirationsprophylaxe und Sicherung der Atemwege.
*Magensonde → Ableiten des Blutes.
*Mind. zwei großlumigen Venenverweilkanülen.
*Intensive Überwachung.
*EK-FFP-Thrombozyten-Transfusion zur Stabilisierung der Blutgerinnung.
*Bei begründetem V.a. akute Varizenblutung i.v. Vasokonstriktor (Terlipressin, Somatostatin oder Octreotid) noch vor
der Endoskopie.
Medikamentös:
*Terlipressin für 3-5 Tage Wirkung: Vasokonstriktiv → Portale Drucksenkung durch Reduzierung der
Splanchnikusdurchblutung (Splanchnikus: Bauchraum) → Ggf. bewirkt dies schon eine Blutstillung.
Alternativ: Somatostatin oder Octreotid für 3-5 Tage (exakter Wirkmechanismus nicht geklärt).
*Vitamin-K bei Gerinnungsstörung.
*PPI hochdosiert.
*Antibiotika-Prophylaxe iv.
Endoskopisch:
*Erythromycin iv (starkes Prokinetikum) vor Gastroskopie (Off-Label-Use).
*1. Wahl: Endoskopische Varizenligatur (Gummibandligatur) Einsatz auch zur Primär- und Rezidivprophylaxe.
*Alternative: Sklerosierung (Injektion von Histoacrylkleber) in blutende Varizen, insb. bei Fundusvarizen.
*Reserveverfahren: Sengstaken-Blakemore-Sonde / Minnesota-Sonde Ballontamponade der Ösophagusvarizen:
Indikation: Varizenblutung im distalen Ösophagus bzw. in der Kardiaregion.
Komplikation: Gefahr von Drucknekrosen → Entblockung des Ösophagusballons alle 5 Stunden für 5 Minuten.
Interventionell-radiologisch:
*TIPS (Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt):
Indikation: Bei unstillbarer oder früh und wiederholt rezidivierender Blutung.
558
Rojhat aus Kurdistan
559
Rojhat aus Kurdistan
560
Rojhat aus Kurdistan
Tx: OP.
Quelle: Amboss.
-Ist die Blutung häufig bei Patienten mit GERD in Deutschland?
Selten. Nur im fortgeschrittenen Stadium sieht man Anämie infolge der Ösophagus-Blutungen.
-Warum geben wir Antibiotika bei Varizenblutung?
Ceftiaxon 2g iv 1-0-0, 7 Tage. Alternativ: Levofloxacin 500mg iv 1-0-0, 7 Tage.
*Prophylaxe von Infektionen spontan bakterielle Peritonitis, HWI und Pneumonien nach Varizenblutung gehäuft!
*Prophylaxe septischer Komplikationen bei Bakteriämie durch große innere Wundfläche.
*Darmdekontamination zur Verminderung der Ammoniaksynthese durch die Kolonflora.
-Gibt es eine prophylaktische Behandlung für Ösophagusvarizen? A: s. 173.
Primär: Terlipressin/Somatostatin/Octreotid in allen Stadien u/o. Gummibandligatur.
Sekundär: Meds + Gummibandligatur u/o. TIPS.
12. Fall: Ein alter Mann stürzt sehr oft zu Hause, keine Frakturen zum Glück. Was könnte es sein?
Entweder neurologisch (Parkinson oder Polyneuropathie) oder falsche Medikation. Er nahm viele Medikamente, ein war
Furosemid. Hypotonie und Exsikkose war die Antwort.
13. Fall: Prüfer hat einen Patienten simuliert, er hat eine Schokolade mit Nüssen gegessen, dann hat er
Erstickungsgefahr.
-Was machen Sie? A: s. Frage 10.
-Heimlich-Manöver passt nicht alle Patienten, wem passt nicht?
Kinder <1J, Schwanger, ältere Menschen mit Aneurysma, WS-Verletzungen.
-Warum nicht bei Schwangeren?
Wg. Rupturgefahr von Plazenta und Uterus.
14. Fall: Ich bin in ZNA, kommt ein Pat mit zunehmender Luftnot.
-Was machen Sie?
Anamnese.
KU: Lunge, Herz. Vitalparameter (HF, AF, RR, Temp). sO2.
Labor: Troponin, CK-MB, D-Dimere, BGA, BB, CRP, NT-pro-BNP.
Rö-Thorax.
Echo.
-Es war Hinterwand-STEMI. Fragen nach weiterem Vorgehen?
Erstmaßnahmen:
- Gefäßzugang, Monitoring, O2-Gabe bei sO2 <90%.
- Reanimationsbereitschaft: Defibrillator bereithalten.
- Intensivmedizinische Überwachung: Mind. 24 h erforderlich (nach Reperfusionstherapie).
Medikamentös:
- Thrombozytenaggregationshemmer: ASS 250 mg i.v./p.o. + Ticagrelor 180 mg p.o. (Prasugrel oder Clopidogrel).
- Antikoagulans: UFH 5000IE iv. Alternativ: NMH Enoxaparin 40mg sc.
- Analgesie und Beruhigung: Morphin (2,5-5 mg iv), Diazepam (10mg iv).
561
Rojhat aus Kurdistan
- Antianginöse Therapie (bei instabiler AP oder NSTEMI): Nitrate (Nitroglycerin sublingual oder iv) + Beta-Blocker
(Bisoprolol, bei stabilen Patienten).
- Ggf. Statine: Atorvastatin.
- Ggf. zusätzlich PPI.
Weitere Therapie:
STEMI:
PTCA = PCI: mit Ballondilatation + ggf. Stent-Einlage.
- Indikation: Immer, wenn innerhalb von 120 min verfügbar.
*<12 h nach Symptombeginn.
*>12 h nach Symptombeginn, falls weiterhin Symptome, hämodynamische Instabilität oder Arrhythmien.
*12–48 h nach Symptombeginn möglich als Routine-PCI.
- Bevorzugter Zugangsweg: Radial (vs. femoral).
- Bevorzugtes Verfahren: Stent-Implantation (vs. Ballonangioplastie).
- Stent der Wahl: DES (Drug-eluting-Stent = Medikamentenfreisetzender Stent) vs. BMS: Bare-Metal-Stent.
Alternativ: Thrombolytische Therapie („Lysetherapie“) = Fibrinolytika, Thrombolytika (Tenecteplase oder Alteplase iv)
- Indikation: PTCA binnen 120 Minuten nicht verfügbar und Beschwerdebeginn <12 Stunden.
- Bei Fehlgeschlagene Fibrinolyse: Sofortige Angiographie und Rescue-PCI.
- Auch nach erfolgreicher Lyse sollte im Verlauf eine Koronarangiographie erfolgen.
-Koronararterien, Blutversorgungsgebiete?
LCA: RIVA (Ramus interventricularis anterior), RCX (Ramus circumflexus).
RCA (Rechte Koronararterie).
-Vorderwandinfarkt: RIVA (V1-V4. ggf. auch V5, V6, I, aVL)
-Seitenwandinfarkt: RCX oder RIVA (V5, V6, I, aVL)
-Hinterwandinfarkt: RCX oder RCA (Inferiorer HWI: II, III, aVF. Posteriorer HWI: V7-V9)
RIVA: Septum und vorderer Teil des linken Ventrikels.
RCX: Linker Vorhof und hinterer Teil des linken Ventrikels.
RCA: Rechter Vorhof und rechter Ventrikel.
562
Rojhat aus Kurdistan
563
Rojhat aus Kurdistan
*Aktivierte Arthrose.
Tx: Gichtanfall: Kryotherapie, Hochlagerung, Ruhigstellung, NSAR, Steroide (30mg für 5 Tage), Colchicin.
Hyperurikämie: Purinarme Kost, Alkoholreduktion, bei >2 Gicht/J Allopurinol 300mg 1x1.
16. Fall: Schwester ruf Sie an und sagt, dass ein Pat lebenslos ist.
-Was machen Sie?
Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des Kopfes/Anheben des Kinns
Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s) Wenn keine Atmung zuerst
Patientenverfügung/Vollmacht/Betreuer/Richter Dann Herzdruckmassage/Beatmung: 30/2 für 2min Dann Notruf
112 anrufen (lassen) AED holen (lassen) Wenn man AED bekommt, dann bricht man HDM kurz, dann klebt AED und
anschaltet mit grüner Taste Analyse von AED.
-Und dann?
Prüfer wollte hören, dass wir fragen müssen, wann das letzte mal die Schwester ihn gesehen hat, um zu beurteilen wie
lange Pat so war und um Todeszeichen zu gucken.
-Was muss man fragen vor Reanimation, wenn sie nicht sinnvoll ist?
Patientenverfügung Wenn keine gibt, dann Bevollmächtigte oder Betreuer fragen Wenn keine gibt, dann Richter
anrufen.
17. Fall: 15J Fußballspieler hat Halsschmerzen, Fieber, Müdigkeit. Ein Freund von ihm hat auch diese Beschwerden.
-Bild gezeigt.
Es war infektiöse Mononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber = Kissing-Disease = EBV-Infektion = HHV4)
Pfeiffer-Zellen: Aktivierte, vergrößerte T-Zellen mit atypisch polymorphen Kernen.
Pfeiffer-Zellen sind ähnlich mit Monozyten, weshalb der Name „infektiöse Mononukleose“ entstand.
564
Rojhat aus Kurdistan
565
Rojhat aus Kurdistan
566
Rojhat aus Kurdistan
Beispiel:
Ein Bauarbeiter verletzt sein Knie schwer. Nach der Erstbehandlung durch den Durchgangsarzt wird er an eine spezialisierte
Klinik überwiesen, die auf solche Verletzungen spezialisiert ist.
#3. Schwerverletzungsartenverfahren (SAV):
SAV ist ein Verfahren für die Behandlung sehr schwerer oder komplexer Verletzungen. Es bestimmt, welche spezialisierten
Unfallkliniken oder Zentren die notwendige Ausstattung und Expertise für die Verletzung haben.
Beispiel:
Ein Arbeiter stürzt von einer hohen Stelle und erleidet schwere Verletzungen. Er wird nach der Erstbehandlung durch den
Durchgangsarzt in ein spezialisiertes Unfallkrankenhaus überwiesen, das auf die Behandlung von Schwerverletzten
spezialisiert ist.
#Zusammenfassung:
*DAV: Durchgangsärzte führen die erste Untersuchung und Behandlung bei Arbeitsunfällen durch.
*VAV: Bestimmte Kliniken oder Ärzte haben die Qualifikation für spezielle Verletzungsarten.
*SAV: Hoch spezialisierte Kliniken oder Zentren behandeln sehr schwere Verletzungen.
Diese Verfahren (Protokolle) sorgen dafür, dass Arbeitsunfälle und Verletzungen optimal behandelt werden, basierend auf
der Art und Schwere der Verletzung.
-Kann VAV-Akrediertes Krankenhaus einen SAV-Fall behandeln? Welche Situation? Was passiert?
Falls ein VAV-Krankenhaus ebenfalls am SAV beteiligt ist, und die Voraussetzungen für eine solche Behandlung erfüllt, kann
einen SAV-Fall behandeln, sonst kann nicht und muss der Patient in ein SAV-Krankenhaus verlegt werden.
Bei einer Behandlung des SAV-Falls in einer VAV-Klinik ohne Zusage der Berufsgenossenschaft (BG) übernimmt BG die
Kosten NICHT.
-Wenn das VAV-Krankenhaus den SAV-Fall weiter behandelt ohne Zusage von BG, was passiert?
Dann übernimmt BG die Kosten nicht.
19. Fall: Pat hatte Divertikulitis und OP mit Stoma-Einlage, es kommt plötzlich zu Zustand-Verschlechterung.
-Es wurde septischer Schock mit quick-SOFA gefragt. A: s. 280.
qSOFA-Score: Vereinfachte Sepsis-Kriterien für den präklinischen Einsatz bzw. die Beurteilung von Patienten auf
Normalstationen. AF: ≥22/min, SRR: <100 mmHg, ZNS: Vigilanzminderung bzw. veränderter mentaler Status.
Bei Zutreffen von ≥2 Kriterien wird septische Organdysfunktion mit schlechter Prognose wahrscheinlich.
-Dann CT-Kontrolle, Stoma-Kontrolle Stoma-Insuffizienz war am Ende die Ursache.
-Danach Leistenhernie: Grenze und Unterschied zwischen Direkte und Indirekte? Alles in 3 Sätzen nicht tiefer gefragt.
Direkte Leistenhernie:
- Medial der Vasa epigastrica.
- Verlauf: außerhalb Funiculus spermaticus (=Samenstrang), orthogonal zur Bauchwand.
- Bruchpforten: Hesselbach-Dreieck* (innere Bruchpforte) und äußerer Leistenring (äußere Bruchpforte).
*muskelfreie Stelle der Bauchwand.
- Bruchsack/-hüllen: Peritoneum und Hüllen von Bauchwand.
- Bruchsackinhalt: Dünndarm, evtl. auch andere Organe.
Indirekte Leistenhernie:
- Lateral der Vasa epigastrica.
- Verlauf: im Leistenkanal innerhalb des Samenstrangs, parallel zur Bauchwand.
- Bruchpforten: Innerer und äußerer Leistenring.
- Bruchsack/-hüllen: Peritoneum und Hüllen des Samenstrangs.
- Bruchsackinhalt: Dünndarms, evtl. auch andere Organe.
567
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
20. Fall: Patientin liegt auf dem Boden. Wie gehen Sie vor?
cABCDE-Schema Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des
Kopfes/Anheben des Kinns Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s).
-Kein Puls, keine Atmung und zeigte KF in EKG.
Reanimation.
-Technik: Wie stehen unser Körper und Hände?
Unteres Ende des Sternums, Kraft aus Schultern, HDM/Beatmung 30:2 für min. 30min, Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-7
cm.
-ALS?
Erweiterte Maßnahmen/Advanced-Life-Support:
Basismaßnahmen + Medikamente + ggf. Intubation:
Gefäßzugänge und Medikamente:
▪ Defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg nach der 3. erfolglosen Defibrillation, danach alle 3–5 Minuten).
Amiodaron (300 mg nach der 3. erfolglosen Defibrillation, 150 mg nach der 5. erfolglosen Schock).
▪ Nicht-defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin (1 mg sobald der Zugang vorliegt, danach alle 3–5 Minuten).
Energiemenge: Monophasisch (360 Joule). Biphasisch (200 Joule bei der ersten, 360 bei allen weiteren Schockabgaben).
Beendigung der CPR:
*Wiedereinsetzen des Spontankreislaufs („return of spontaneous circulation“, ROSC):
-Zeichen: Puls und RR kommt Bei intubierten Patienten: Anstieg des exspiratorischen CO2 in der Kapnographie.
-Nach KF: Hypothermie-Behandlung für 12–24 h erhalten (32–34 °C Körperkerntemperatur)!
*Erfolglose Reanimation (nach 30 min).
-Er fragte auch, ob ich auf der Straße bei BLS während der Reanimation beatmen muss?
Er gab an, das müssen wir nicht.
-Was brauchen wir, um Röntgen anordnen zu können?
Approbation mit Fachkunde und Sachkunde.
568
Rojhat aus Kurdistan
569
Rojhat aus Kurdistan
*Fortlaufende BZ-Messungen.
*Ziel-BZ: 200 mg/dL (11,1 mmol/L).
Bei Bewusstlosigkeit und kein Venenzugang:
*Glucagon i.m. oder s.c.
24. Fall: Schwester ruft Sie an, wegen Kreislaufstillstand eines Pat.
-Was würden Sie machen?
Reanimation: Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des Kopfes/Anheben
des Kinns Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s) Reanimationsteam anrufen lassen
Herzdruckmassage/Beatmung: 30/2.
-Nachher wo muss der Pat bleiben?
Im Intensiv.
-Welcher Monitor ist wichtig?
Sie wollte ZVD hören.
*ZVD: Um Informationen über den Flüssigkeitshaushalt des Patienten zu erhalten.
*Vitalzeichen: Puls, Atmung und RR.
*Wichtige Monitore in einer Intensivstation sind: EKG, sO2, RR, Beatmungsmonitor.
25. Fall: 30J Pat kommt mit Durchfall, Unterbauchschmerzen und Gewichtsverlust.
-Was würden Sie machen?
Hier hatte ich den Verdacht M. Crohn und habe ich die Fragen über die Anämie-Zeichen, Arthritis und Hautveränderungen
gestellt. Dann KU.
-Was ist wichtig für Diagnostik in ZNA bei M. Crohn? A: s. 159.
Labor: CRP, BSG, Leukozyte↑. Anämie: Ferritin↓, Vit-B12↓. ASCA positiv (60%).
Stuhluntersuchung: Calprotektin (Sensitivität >90% für M. Crohn).
-Was würden Sie in Anordnung schreiben?
Sono, ÖGD, Koloskopie.
-Welcher Befund in Sono?
Darmwandverdickung, Kokarden-Phänomen. Abszess-/Fistelnachweis.
-Wollen Sie CT mit KM sofort machen oder abwarten?
Abwarten für den Endoskopie-Befund.
-Was ist Strahlenbelastung für CT-Thorax, CT-Abdomen, Röntgen-Thorax? A: s. 399.
Röntgen-Schädel: 0,1mSv
Röntgen-Thorax: 0,2mSv
CT-Thorax: 10mSv.
CT-Thorax-Abdomen: 20mSv.
Herzkatheter: Diagnostisch 7 mSV, mit Intervention (PTCA) 15 mSv.
-Vorteil und Nachteil von CT, MRT?
MRT CT
Physikalische Grundlage: Magnetfelder/Radiowellen Röntgenstrahlen
Dauer der Untersuchung: 20-60 Min 1-5 Min
Kontrastmittel: Gadolinium Jodhaltige Lösungen
Risiken: Risikolos Strahlung
Vorteile: Gute Weichteildarstellung (Gehirn, Muskeln) Gute Knochendarstellung
Gute Räumliche Darstellung Schnelligkeit
Keine Strahlenbelastung
Nachteile: Knochen werden weniger gut dargestellt Strahlenbelastung
26. Fall: Sie sind Notarzt. 50J Pat klagt über Thoraxschmerzen sowie Schmerzen zwischen Schulterblättern.
-Was ist Ihre VD?
VD: Aortendissektion. DD: LAE, MI, Wirbelkörperfraktur.
-Welchen Befund im Monitor kann man bei Aortendissektion erwarten?
Puls und RR-Differenz zwischen beiden Seiten je nach Lokalisation (A. carotis, A. subclavia, A. radialis, A. femoralis).
Z.B. bei Typ A nach Stanford Pulsdefizite der A. carotis.
*Pulsus paradoxus: Pathologischer Abfall des SRR um mehr als 10 mmHg bei Inspiration. Der periphere Puls ist dadurch bei
Inspiration schwächer tastbar. Gründe für einen Pulsus paradoxus: Perikardtamponade, Konstriktive Perikarditis,
Spannungspneumothorax, Aortendissektion, schwerer Asthmaanfall.
-Es ist wichtig, RR gut einzustellen.
-Was sind die Ursachen von Aortendissektion?
Risikofaktoren:
*AHT.
*Arteriosklerose .
*Aneurysma.
*Amphetamin-, Kokainabusus.
*Vaskulitis mit Beteiligung der Aorta (z.B. Lues, Takayasu-Arteriitis).
*Iatrogen: Zustand nach Operation mit Eröffnung der Aorta.
570
Rojhat aus Kurdistan
571
Rojhat aus Kurdistan
572
Rojhat aus Kurdistan
28. Fall: Sie haben Nachtdienst in der Notaufnahme und kommt ein 69J Patient in Begleitung eines Freunds aufgrund
drückender Schmerzen im Brustbereich sowie Übelkeit.
-Wie gehen Sie weiter?
*Anamnese: Die Schmerzen strahlen in den linken Arm aus.
*Vitalparameter.
*EKG: ST-Hebung in V1 bis V6 Vorderwand MI.
*Labor: Troponin, CK-MB, Kreatinin, TSH, Gerinnung, BB.
CK-MB: Als Verlaufsparameter und zur Einschätzung der Infarktgröße.
-Wie kann eine Arteriosklerose einem MI verursachen?
Durch Plaque-Ruptur.
-Dann wie ist die Therapie?
Erstmaßnahmen:
- Gefäßzugang, Monitoring, O2-Gabe bei sO2 <90%.
- Reanimationsbereitschaft: Defibrillator bereithalten.
- Intensivmedizinische Überwachung: Mind. 24 h erforderlich (nach Reperfusionstherapie).
Medikamentöse Therapie:
- Thrombozytenaggregationshemmer: ASS 250 mg i.v./p.o. + Ticagrelor 180 mg p.o. (Prasugrel oder Clopidogrel).
- Antikoagulans: UFH 5000IE. Alternativ: NMH Enoxaparin 50mg.
- Analgesie und Beruhigung: Morphin (2,5-5 mg i.v.), Diazepam (10mg iv).
- Antianginöse Therapie (Bei instabiler AP oder NSTEMI): Nitrate (Nitroglycerin sublingual/i.v.) + Beta-Blocker (Bisoprolol,
bei stabilen Patienten).
- Ggf. Statine: Atorvastatin.
- Ggf. PPI.
Weitere Therapie:
STEMI:
PTCA = PCI: mit Ballondilatation und Stent-Einlage.
- Indikation: Immer, wenn innerhalb von 120 min verfügbar.
*<12h nach Symptombeginn.
*>12h nach Symptombeginn falls weiterhin Symptome, hämodynamische Instabilität oder Arrhythmien.
*12–48 h nach Symptombeginn möglich als Routine-PCI.
- Bevorzugter Zugangsweg: Radial (vs. femoral).
- Bevorzugtes Verfahren: Stent-Implantation (vs. Ballonangioplastie).
- Stent der Wahl: DES (Drug-eluting-Stent = Medikamentenfreisetzender Stent) vs. BMS: Bare-Metal-Stent.
Alternativ: Thrombolytische Therapie („Lysetherapie“) = Fibrinolytika, Thrombolytika (Tenecteplase oder Alteplase i.v.)
- Indikation: PTCA nicht binnen 120min verfügbar und Beschwerdebeginn <12h.
- Bei Fehlgeschlagene Fibrinolyse: Sofortige Angiographie und Rescue-PCI.
- Auch nach erfolgreicher Lyse sollte im Verlauf eine Koronarangiographie erfolgen.
NSTEMI:
-PTCA in 2–72 h.
Operative Therapie (Bypass-Operation):
-Bei ungeeigneter Anatomie für eine PTCA.
-Bei persistierender Symptomatik trotz optimaler konservativer Therapie: Jede Stenose >50%
-LCA-Stenose >50%
-Proximale RIVA-Stenose >50%
-Zwei- oder Dreigefäßerkrankung mit Stenosen je >50% und LVEF ≤35%.
-Derselbe Patient, was könnte noch als DD sein? Warum und wie gehen Sie bei jeder DD weiter? A: s. 13.
29. Fall: Sie haben einen Dienst in der ZNA und kommt ein 83J Pat aufgrund Bewusstlosigkeit nach der anstrengenden
Arbeit im Garten. Der Pat ist momentan stabil.
-Warum hat der Pat das Bewusstsein verloren? Welche DD?
*Exsikkose.
*Hypoglykämie.
*HRST AV-Block.
*Aorteklappenstenose Trias: Belastungsdyspnoe, AP bei Belastung, Synkopen (oder Schwindel).
*Hypotonie.
*Zerebrale Minderperfusion.
*Schlaganfall.
*Subarachnoidalblutung (SAB), Epidurale Blutung.
*Epilepsie.
*Schädel-Hirn-Traumen (SHT):
-Commotio cerebri (Gehirnerschütterung)
-Contusio cerebri (Gehirnprellung)
-Compressio cerebri (Gehirnquetschung)
-Schädelfrakturen
573
Rojhat aus Kurdistan
*Medikamente.
*Drogen (z.B. Alkoholintoxikation).
*Sonstige Vergiftungen (Kohlenmonoxid).
30. Fall: Sie sind Hausärztin und die Schwester kommt und sagt: eine Pat hat gekehrt.
-Was machen Sie?
Ich: Draußen gehen und gucken, was passiert, Patient auf den Boden? Klinische Behandlung.
Prüfer wollte nur hören: In andere Zimmer bringen und Notarzt anrufen.
-RR 150/80mmHg und T-Negativierung, VD?
ACS.
-Was machen Sie jetzt?
Nitroglycerin Tablette sublingual.
-Sie sind jetzt die Notärztin im KH, was machen Sie?
Herzlabor und Kardiologe anrufen.
-Sie sind nochmal Hausärztin und gleicher Patient mit RR 180/110mmHg, was machen Sie?
Hypertensive Behandlung Nitro oder Kaptopril geben und mit Notarzt ins KH überweisen.
-Welche Medikamente?
Nitro-Spray.
-Richtig, was noch?
Er wollte ACE-Hemmer hören Kaptopril 12,5-25mg.
-Andere Patient hat Schmerzen in Rücken zwischen Skapulen?
VD: Aortendissektion. DD: LAE, MI, Wirbelkörperfraktur.
-Was für Medikamente benutzen Sie beim erhöhten Hirndruck?
Mannitol.
*Osmotische Diuretika: Mannitol: Bei Hirnödem und Glaukomanfall Wir erhöhen die Osmolarität von Blut und danach
die Osmolarität von Urin deswegen wird mehr Wasser von Tubulen rausgeschieden.
31. Fall: Sie sind in Notaufnahme, kam eine 75J Dame mit zunehmender Luftnot seit 4 Wochen und Müdigkeit. Sie hat
an Gewicht 15 kg zugenommen. VE: Nur aHT mit Valsartan eingestellt.
-Was machen Sie?
Anamnese und KU.
-Was von KU?
Herz und Lunge.
-Was können Sie hören bei Herztönen?
3. Herzton Galop-Rhythmus Blut triff an Blut Diastolische Volumenüberlastung bei Mitralklappeninsuffizienz,
Herzinsuffizienz, konstriktiver Perikarditis oder Hyperthyreose.
-Warum?
Wegen mögliche HI.
-Was sind Ihre Differenzialdiagnosen?
NI, Hypothyreose.
-Was noch bei KU?
Untersuchung wegen Ödem Delle bleibt.
-Was machen Sie noch?
Labor.
-Was können Sie als wichtigste sehen im Labor?
BNP oder NT-proBNP (Brain Natriuretic Peptide bzw. N-terminales proBNP):
*BNP wird durch die Dehnung bzw. Überlastung der Ventrikel freigesetzt.
*NT-proBNP besitzt eine höhere Stabilität als BNP und wird daher bevorzugt (2-3 Tage statt 4-8h)
DDx bei erhöhtem BNP/NT-proBNP:
*HI, NI, Leberinsuff, LAE, PuHT.
-Was noch von KU?
Gestaute Halsvene bei erhöhtem ZVD.
-Wie untersucht man bei KU und was ist Normwert von ZVD?
Normwert: 2-6 mmHg = 8-12mmH2O
Hepatojugulärer Reflux: Sichtbare Halsvenenstauung >10s.
*Untersucher mobilisiert zusätzliches Blutvolumen für eine Minute durch Druck auf den Bauchraum. Dieses kann kardial
nicht mehr adäquat abtransportiert werden und es kommt zur sichtbaren Halsvenenstauung, die im Vergleich zum
Gesunden länger als 10s persistiert.
-Was ist am häufigsten betroffene Klappe bei HI?
Mitral.
-Warum nicht aorten- oder pulmonalklappe?
Weil Sie nicht im Bereich der Dehnung von Ventrikel sind.
-Was sind die Ursachen von HI? A: s. 29.
Ich: KHK, VHF.
(Vitien, aHT, KMP).
574
Rojhat aus Kurdistan
575
Rojhat aus Kurdistan
Ich: Wie ist es mit Fieber, Schüttelfrost, atemabhängige Thoraxschmerzen oder produktiver Husten?
Prüfer: Kein Fieber. Keine Schmerzen. Husten ist wegen Rauchen und wie immer, normal.
Ich: Vorerkrankungen?
Prüfer: Der Pat weiß das nicht.
Ich: Okay, dann vllt hat er Medikamentenplan mit? Wenn er nicht weiß, könnte ich mindestens von dem Mediplan was
herausfinden, vllt ein Inhalativum, dann ist die Diagnose am ehesten eine akute Exazerbation eines COPDs. Oder
Herzinsuffizienzmedikation, dann könnte es eine dekompensierte Herzinsuffizienz sein.
Prüfer: Gut, er gibt Ihnen einen Medikamentenplan! Da geben 10 Medikamente, viele verschiedene Antihypertensiva,
Analgetika, Antidiabetika usw. Was machen Sie sonst noch?
Ich: Während die Pflegepersonal den Pat monitorisieren und Blut abnehmen, untersuche ich ihn gleichzeitig körperlich. Im
Blut müssen Infektparameter, Nierenretentionswerte, Elektrolyte, Leberwerte bestimmt werden. Da keinerlei AP-
Symptomatik gibt, würde ich zunächst kein Troponin bestimmen, weil es auch bei Herz- oder Niereninsuffizienz erhöht sein
kann und daher zuerst keine Konsequenz hat.
Prüfer: Okay, in der Untersuchung was können Sie in welche Situation sehen.
Ich: Hier wollte der Prüfer Differenzialdiagnosen der Dyspnoe und deren körperlichen Untersuchungsbefunde (A: s. 69).
Ich ging davon aus, dass der Pat hydropisch gestaut war und entweder COPD oder Herzinsuffizienz hatte.
Prüfer: Weitere Diagnostik?
Ich: Monitoring. Was sagt mir das Monitor?
Prüfer: AF 23/min, HF und RR normal, Sättigung unter Raumluft 85%.
Ich: Okay, dann zunächst BGA zur Einschätzung der Atemsituation und EKG.
Prüfer: Okay, hier ist die EKG vom Pat (EKG mit normofrequentem VHF). Er hat starke Luftnot und niedrige Sättigung.
Was geben Sie den Pat?
Ich: O2-Gabe nasal, Oberkörperhochlagerung zur Besserung der Atemarbeit auch ggf. leichte Sedierung mit Morphin bei
Angstzuständen. Und der Pat braucht ein Röntgen.
Prüfer: Okay, hier haben Sie ein Röntgen-Bild vom Pat. Was sehen Sie da?
Ich: Röntgenbild mit beidseitigen Pleuraergüsse und mäßige Stauungszeichen, Herzkonturen sind wegen des ausgeprägten
rechtsseitigen Ergusses nicht mehr zu erkennen.
Prüfer: Ist das gestaut?
Ich: Ja.
Prüfer: Was geben Sie denn?
Ich: Furosemid 40mg iv.
Prüfer: Worauf sollen Sie achten vor der Furosemid-Gabe?
Ich: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht Hypovolämie.
Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert Niere vermehrt Na nach diesen
6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper haben Deswegen geben wir Furosemid nur
bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu
Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT,
aber nicht bei akuten Situationen wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von
Lungenödem sterben.
Furosemid = Lasix = Last Six Hours.
NW von Schleifendiuretika (Furo, Tora): Verminderung von Serum K-Wert (nicht HypoK), Exsikkose. Na↓, K↓, Ca↓.
Harnsäure↑, BZ↑, Ototoxizität.
Prüfer: Wie viel Furosemid geben Sie? Und wie verabreichen Sie ein Furosemid?
Ich: Beginnend mit 40mg, je nach RR, Körpergewicht und Retentionswerte. Je älter der Patient und je stärker eine
vorbestehende Niereninsuffizienz ist, desto schlechter spricht er auf das Furosemid an. Furosemid wirkt nicht nur
diuretisch, bei i.v. Gabe macht Venodilatation (erhöhte Prostaglandinsynthese), also eine zusätzliche Vorlastsenkung.
Prüfer: I.v. oder p.o.?
Ich: I.v.
Prüfer: Wieso i.v. und nicht p.o.?
Ich: Wirkungseintritt schnell und Bioverfügbarkeit bei p.o. Gabe ist nur 60%.
Prüfer: Okay, Diagnostik fertig?
Ich: Echo, wenn überhaupt.
Prüfer: Was sehen Sie da?
EF, Vitien, KMP, enddiastolische und endsystolische Ventrikeldurchmesser.
Prüfer: Der Pat hat VHF, was für eine Erkrankung ist das? Ist das in Echo zu sehen? Wie behandelt man VHF? Ist es eine
bösartige Rhythmusstörung?
Ich: Eine häufige Herzrhythmusstörung betrifft 1–2% der Bevölkerung in Deutschland. Ursächlich ist eine gestörte
Vorhoferregung durch Reentry-Mechanismen. Die Vorhoffrequenz liegt bei 350 bis 600 Impulsen pro Minute.
Echokardiografie:
*Untersuchung auf strukturelle Herzerkrankungen bei Erstdiagnose.
*Verlaufsuntersuchungen bei bekanntem VHF, insb. bei Veränderung und Dynamik der Symptomatik.
Tx: Kausale Tx.
Frequenzkontrolle bei TAA mit BB (+Digoxin) bei BAA mit Atropin, Orciprenalin, ggf. HSM.
576
Rojhat aus Kurdistan
Unscharf begrenzte Lungengefäße (Pfeile). Bds perihilär betonte Verschattungen im Sinne eines alveolären Ödems (sog.
Schmetterlingsödem; grün). Verdickte Interlobärsepten (Kerley Lines) als Ausdruck eines interstitiellen Ödems. Das linke
Zwerchfell ist verschleiert und der rechte Randwinkel nicht einsehbar als Hinweis auf Pleuraergüsse beidseits.
Weiße Pfeilspitze: Kerley-A-Linien. Grüne Pfeilspitzen: Kerley-B-Linien.
577
Rojhat aus Kurdistan
Schmetterlingsödem bei akuter Herzinsuffizienz: PE bds (grüne Pfeile). Erweiterten interseptalen Lymphgefäßen: Kerley-A-
Linien (orange) von hilär nach apikal und Kerley-B-Linien (weiß) 1-2cm lange, horizontale Streifenschatten in der Peripherie.
-Wie misst man Kardiomegalie bei Röntgen?
Herz-Thorax-Quotient: Herzdurchmesser/Thoraxdurchmesser >0,5
Maximaler horizontaler Herzdurchmesser wird in Relation zum maximalen horizontalen Thoraxdurchmesser gesetzt.
-Behandlung? A: s. 32.
*Furosemid 40mg iv.
*O2-Gabe 4-8 L/min (Ziel SpO2 >95%).
*Morphin Sedierung und Anxiolyse.
*Nitroglycerin sofern SRR ˃100 mmHg.
*Sitzende Lagerung, Monitoring der Vitalparameter.
*Thromboseprophylaxe.
*Ggf. Pleurapunktion und Parazenthese.
*Kausale Tx.
-Dosis von Furosemid?
40 mg iv.
35. Fall: Eine Frau im Mittelalter hat Schmerzen am Unterschenkel. VD?
TVT.
DDx: Erysipel, pAVK, Kompartmentsyndrom, Fraktur, Muskelverletzung,
-Diagnostik? A: s. 23.
Anamnese, KU, Labor, Farbduplexkompressionssono.
-Machen Sie nur eine normale Ultraschall?
Nein, Kompressionssono.
-Wie sieht es genau aus?
Normale Vene kann man komprimieren, aber mit Thrombus nicht.
578
Rojhat aus Kurdistan
-Behandlung? A: s. 24
*Kompressionsbehandlung: Erst Wickelverband, im Anschluss Kompressionsstrumpf Kl 2.
*Therapeutische Antikoagulation 3-6 Monate: UFH, NMH, DOAK, Vit-K-Antagonisten.
-Warum macht man Kompressionsbehandlung?
Um die Venösezirkulation zu unterstützen Kompression verhindert Entstehung eines postthrombotischen Syndroms.
Durch Kompression verkleinert Durchmesser der venösen Gefäße und dadurch steigert der Flussgeschwindigkeit.
-Was könnte passieren?
Wg. TVT, Abflussbehinderung der tiefen Venen Insuffizienz der Venenklappen Das nennt man Postthrombotisches
Syndrom Blut läuft durch Perforansvene von tiefen Venen in oberflächliche Vene Es entsteht Varikosis: Erweiterung
und Aussackung oberflächlicher Venen CVI: Haut- und Venenveränderungen, Ödemen bis zu Ulzera.
579
Rojhat aus Kurdistan
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Was sind die Komplikationen?
Komplikationen wg. des Druckes in Brusthöhle:
*Herz-Kreislauf-Versagen: Druck auf V. cava superior und Koronararterien.
*Druck auf Ösophagus, Trachea (Mediastinum).
*Lungenkollaps.
-Warum ist es lebensbedrohlich?
Wg. Drucks auf Herz, auf Koronorarterien, auf V. cava superior Mediastinum-Verschiebung.
38. Fall: Patient kommt mit Handgelenkschmerzen. Differentialdiagnosen?
*Tumor.
*Trauma.
*Fraktur.
*Rheumatische Arthritis.
*Karpaltunnelsyndrom Nervenkompressionssyndrom mit Kribbeln, Taubheit und Schmerzen im Handgelenk.
*Arthrose Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose): Belastungsabhängige Schmerzen.
*Gicht Ablagerung von Uratkristallen.
*Chondrokalzinose (Pseudogicht) Gichtähnliche Erkrankung mit Ablagerung von Calciumpyrophosphat in Gelenke.
*Reaktive Arthritis (Postinfektiöse Arthritis) Zweiterkrankung nach gastrointestinalen (Shigellen, Salmonellen, Yersinia),
urogenitalen (Urethritis durch Chlamydien und Gonokokken) Infekten Aber keine Keime in Gelenkflüssigkeit.
-Oligoarthritis vs. Polyarthritis?
Mono: 1 Gelenk. Oligo: 2-4 Gelenke. Poly: ≥5 Gelenke.
Monoarthritis:
*Akuter Gichtanfall.
*Lyme-Arthritis.
*Reaktive Arthritis.
580
Rojhat aus Kurdistan
*Aktivierte Arthrose.
*Spondyloarthropathien.
*Septische Arthritis.
Oligoarthritis:
*Akuter Gichtanfall.
*Lyme-Arthritis.
*Reaktive Arthritis.
*Rheumatoide Arthritis.
*Psoriasis Arthritis.
Polyarthritis:
*Rheumatoide Arthritis.
*Psoriasis Arthritis.
*Chronische Gicht.
-Kleingelenk vs. Großgelenk?
Kleingelenke: Finger- und Zehengelenke.
Großgelenke: Schulter-, Ellenbogen-, Hüft- und Kniegelenk.
-Dann Pat kommt mit sehr starken Großzehenschmerzen?
Gichtanfall.
-Symptome, Diagnose und Therapie von Gicht? A: s. Frage 15.
-Was sind nephrotoxische Medikamente?
Nephrotoxische Medikamente:
*NSAR
*Antibiotika: z.B. Aminoglykoside, Metronidazol.
*ACE-H/ARB.
*Kontrastmittel.
*Zytostatika: verhindern Zellzyklus bei Krebs-Behandlung Tumorzellen können sich nicht teilen: Cisplatin, Oxaliplatin,
MTX, 5-Fluoruracil, Azathioprin.
39. Fall: Pat kommt mit peranaler Blutung.
-Differenzialdiagnosen?
Ich: Frisches rotes Blut oder Meläna? Dann habe ich alles über untere GI-Blutung und komplizierte Divertikulitis erwähnt.
Mit 80% die häufigste Ursache einer unteren gastrointestinalen Blutung sind Hämorrhoiden.
-Wie entsteht Divertikulitis?
*Entstehung von Divertikulose: Chronische Obstipation + altersbedingte Bindegewebsschwäche + Muskellücken der Tunica
muscularis Ausstülpung der Darmschleimhaut (Mukosa und Submukosa).
*Kompression der Blutgefäße durch Fekalien → Minderversorgung der Schleimhaut → Entzündung → Divertikulitis.
*Verengung des Divertikelhalses durch Kotsteine → Erhöhter intraluminaler Druck → Ulzerationen/Erosionen der
Divertikelwand → Mikro- oder makroskopische Perforation.
*Erosionen unterhalb des perikolischen Fettgewebes oder des Mesenteriums → Gedeckte Perforation.
*Ungedeckte Erosionen → Freie Perforation.
*Beteiligung benachbarter Organe → Fistel.
-Echt- und Pseudodivertikel und die Schichten?
Echtes Divertikel: Ausstülpung aller Wandschichten Tunica Mukosa + Tela Submukosa + Tunica Muscularis + Tunica
Serosa (oder Tunica Adventitia) Angeboren.
- Meckel-Divertikel: Terminales Ileum. Überrest von embryonalen Ductus omphaloentericus (Dottergang).
- Traktionsdivertikel (Bifurkationsdivertikel = Parabronchiales Diverdikel): Mittlerer Ösophagus.
Falsches Divertikel: Endoluminale Druckerhöhung Aussackung der Schleimhaut (Mukosa + Submukosa) in einer
muskelschwachen Stelle der Muskularis, wo die Gefäße sind.
- Zenker-Divertikel (Pulsionsdivertikel): Oberer Ösophagussphinkter.
- Epiphrenisches Divertikel (Pulsionsdivertikel): Unterer Ösophagussphinkter.
- Sigmadivertikel.
581
Rojhat aus Kurdistan
582
Rojhat aus Kurdistan
-Die Therapie-Schritte, mit was für ein Schema fangen wir an? A: s. 45.
*Zweifachtherapie: ACE-H/ARB + CCB vom Dihydropyridin-Typ/Thiazide.
*Dreifachkombination: Diuretikum + CCB + ACE-H/ARB
*Weitere Eskalation: Aldosteronantagonisten (Spironolacton), zentrale Alpha-2-Agonisten (Moxonidin, Clonidin, Alpha-
Methyldopa), Alpha-Blocker (Doxazosin, Urapidil), direkte Vasodilatatoren (Dihydralazin).
Laut Studien sehr wenige Patienten erreichen Ziel RR mit Monotherapie, deswegen fangen wir immer mit Duale-
Therapie Warum? Weil 3 Systeme für RR-Regulation zuständig sind:
1. Sympatikus.
2. ADH.
3. RAAS.
Deswegen wir geben eine Kombination, die 2 Systeme blockiert z.B. ACE-H blockiert RAAS, Diuretika blockiert ADH
Wenn wir nur ACE-H geben, dann wird die Stimulation von ADH und Sympatikus den Effekt von ACE-H kompensieren RR
wird immer noch erhöht bleiben.
-Erklärung alle 5 Klassen der Antihypertensiva, Mechanismen?
Es gibt 5 Gruppen der Antihypertensiva:
1. Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer und Angiotensin-1-Rezeptor-Blocker
2. Diuretika
3. Ca-Kanal-Blocker
4. Beta-Adreno-Rezeptoren-Blocker
5. Sonstige
ACE-Hemmer:
Kaptopril hat sehr kurze HWZ. Lisinopril, Enalapril haben sehr lange HWZ.
I: aHT.
KI:
*Beidseitige Nierenarterienstenose.
*Schwangerschaft (embryotoxisch) Fertile Frauen geben wir nicht, da Frauen erst verstehen, dass sie
schwanger sind, wenn sie keine Periode bekommen haben und das wäre 2 Wochen zu spät.
NW:
1. Erhöhung der Serum K-Wert (nicht HyperK) wg. weniger Aldosteron.
2. Reduktion von GFR.
3. Sehr selten unproduktive (trockene, reiz) Husten ACE-H inhibiert Abbau von Bradykinin.
o Was ist trockene Reizhusten?
Akademisch: unproduktive Husten. Normalerweise hustet man Fremdkörper ab, bei Reizhusten gibt es kein
Fremdkörper im Körper. Bei Reizhusten husten die Pat tags und nachts und sie können nicht schlafen.
Bei produktiven Husten können die Pat gut schlafen, weil sie nur tagsüber husten und dadurch müde werden.
o Warum sollen wir immer mit ACE-H statt ARB anfangen?
*Weil wir ACE-H besser und länger als ARB kennen und fast alle Studien mit ACE-H gemacht wurden.
*ARB ist 10-mal teuer als ACE-H.
Deswegen fangen wir immer mir ACE-H an Nur bei sehr seltenen Reizhusten NW setzen wir ACE-H zu ARB um.
o Wirkungen und Nebenwirkungen sind immer gleich, jedoch in unterschiedlichen Stellen: z.B. wir geben Penicillin
gegen Pneumonie, tötet Bakterien dort, jedoch tötet auch die Bakterien in Darm und verursacht Durchfall.
583
Rojhat aus Kurdistan
DIURETIKA: 5 Untergruppen:
1. Thiazide: z.B. HCT, Chlortalidon.
W: Verminderte Na- und K-Resorption im distalen Tubulus.
NW: Melanom-erregend. K-Verminderung (kein HypoK). Na↓, K↓, Ca↑. Harnsäure↑. BZ↑. LDL↑.
I: aHT, Ödeme bei HI.
KI: Bei GFR <50ml/min oder Krea >2mg/dl funktionieren Thiazide nicht deswegen geben wir
Schleifendiuretika.
2. Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid.
W: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht
Hypovolämie Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert
Niere vermehrt Na nach diesen 6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper
haben Deswegen geben wir Furosemid nur bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur
Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-
Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT, aber nicht bei akuten Situationen
wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von Lungenödem
sterben.
Furosemid = Lasix = Last Six Hours.
NW: Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca2↓. Harnsäure↑. BZ↑. Ototoxizität.
I: Ödeme (HI, Zirrhose). HyperCa.
KI: HypoCa, HypoK, HypoNa.
3. K-sparende Diuretika: z.B. Amilorid, Triamteren.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
4. Aldosteron-Antagonisten: z.B. Spironolacton, Eplerenon.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑. Spironolacton hemmt den Abbau von Östrogen und macht Gynäkomastie, deswegen
mögen die Männer dieses Med nicht.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
5. Osmotische Diuretika: Mannitol.
W: Mannitol erhöht die Osmolalität in Gefäß Wasser kommt von Zellen raus in Gefäße Hirndruck
wird erniedrigt.
nur i.v.
I: Hirnödem, Glaukomanfall.
KI: aHT weil die ziehen Wasser ins Gefäß und erhöhen den RR.
Da Körper verliert Na und Wasser zusammen, sehen wir extreme selten HypoNa und HyperNa. Wenn wir
Thiazide oder Furosemid geben, damit Pat mit dekomp. HI 1kg verliert, verliert der Pat 1lt Wasser mit Na Aber
verliert keine Erythrozyten oder Thrombozyten Das bedeutet Hct wird erhöhen Viskosität wird erhöhen
Thrombose-Risiko wird erhöhen.
584
Rojhat aus Kurdistan
Beta-Adrenoceptoren-Blocker:
1. B1-Rezeptoren: Herz.
Erhöhung von HF (+ chronotop), Erhöhung der Kontraktilität (+ inotrop), AV-Leitung ist schneller (+
dromotrop), Erregung Erschaffung schneller (+ Barthrotrop), Vasodilatation.
2. B2-Rezeptoren: Gefäße, Bronchien, Uterus, Pankreas.
Vasodilatation, Bronchodilatation, Uterus-Relaxation, Insulin-Sekretion.
Alfa-Rezeptor: Vasokonstriktion der Gefäße.
Gefäße haben Alfa- und Beta-Rezeptoren zusammen Die arbeiten zusammen und Alfa macht Vasokons,
Beta macht Vasodilatation und halten das Gefäß im normotonen Zustand Wenn wir Betablocker
benutzen, das hemmt Betarezeptor und dann nur Alfa wird stimuliert das macht Vasokonstriktion.
Aber weil Betarezeptoren auch im Herzen gibt, verursachen BB negative Inotropie und Chronotropie und
senken den RR.
In Bronchien verursachen BB die Bronchokonstriktion.
In Uterus UteroKonstriktion Deswegen Beta-2-Agonisten sind Tokolytika die relaxieren Uterus und
verhindern Premature-Geburt.
In Pankreas hemmen BB die Insulin-Sekretion Dadurch Hyperglykämie.
KI von BB: Asthma, COPD (wg. Bronchokons), pAVK (wg. Vasokons), dekomp. HI (wg. neg. chrono/inotropie),
Bradykardie & SSS (wg. neg. chronotropie), AV-Block III (wg. neg. dromotropie).
Beta-1-Selektive-Blocker: Die blockieren hauptsächlich Beta-1-Rezeptoren, aber das bedeutet nicht, dass Sie
nur Beta-1 blockieren, jedoch blockieren die auch Beta-2-Rezeptoren, aber die Affinität ist weniger
Deswegen geben wir auch Beta-1-selektive-blocker bei Asthma, COPD, pAVK usw nicht. Also gleiche
Kontraindikationen gelten auch hier.
Ein junger Mensch zw. 20-40J arbeitet zumeist körperlich (Handwerker), die brauchen eine gute
Durchblutung der Muskulatur und dafür muss HZV hoch sein Aus diesem Grund bei diesen Menschen ist
BB nicht günstig Dazu können BB eine Erektionsstörung wg. verminderte Perfusion verursachen
Bei Frauen ist auch Perfusion der Genitalenareal gestört, deswegen auch bei jungen Frauen nicht 1. Wahl.
Ca-Canal-Blocker:
W: Blockade von Calciumkanälen.
Niemals als Monotherapie bei aHT.
Es gibt 3 Unterfamilien:
1. Nifedipin-Typ: Amlodipin, Nitrendipin, Nifedipin, Nisoldipin usw.
=> W: Vasodilatativ.
=> NW: Angioödem, Knöchelödem, Reflextachykardie.
=> I: aHT, Stabile AP, Raynaud-Syndrom.
585
Rojhat aus Kurdistan
586
Rojhat aus Kurdistan
587
Rojhat aus Kurdistan
-Die Patientin hat Nachtschweiß, die Bettlaken sind immer nass, sie weiß nicht, ob jemand in ihrer Familie an Tbc
erkrankt ist. Ein Röntgenthorax wurde gemacht und Sie haben dieses Bild.
Ich: Es gibt Verschattung im re. Oberlappen + kavernöse Veränderungen, und das kann mit Tbc vereinbart werden.
-Wie gehen Sie weiter mit der Diagnose jetzt? A: s. 99
Ich: Quantiferon-Test und Tuberkulin-Hauttest. Der Prüfer meinte, der Hauttest ist veraltet, aber er war trotzdem
begeistert, weil ich gesagt habe, dass nur die Induration, nicht die Hautrötung dabei beurteilt wird.
*Quantiferon-Test (Interferon-gamma-test): Nachweis von interferonproduzierenden Zellen im Blut positiv nur bei
Menschen nach Kontakt mit Tbc, nicht positiv nach BCG-Impfung.
588
Rojhat aus Kurdistan
Bei diesem Test wird mittels ELISA die Menge von Interferon-γ gemessen, die von den T-Zellen bei Kontakt mit Antigenen
des Tuberkuloseerregers ausgeschüttet wird.
*Tuberkulin-Hauttest: Nachweis von Memory-T-Zellen Positiv 3-9 Wochen nach Kontakt mit Tuberkelbakterien oder
nach BCG-Impfung Bei Kinder unter 4J ist Tuberkulintest besser als Quantiferontest.
*Mikroskopie, PCR, Kultur: 3 Tage aufeinander schicken wir Sputum ins Labor zur Mikroskopie Wenn wir Bakterien
sehen, dann ist es eine offene Tbc Dann isolieren wir den Pat Dann PCR und Kultur: Wir gucken die Bakterien genauer
und machen eine Resistogram.
*Mikroskopie mit Ziehl-Neelsen-Färbung, 3 Tage aufeinander:
-Sputum: Durch tiefes Abhusten.
-Biopsie/BAL/Bronchial-/Trachealsekret: Mittels Bronchoskopie.
-Magensaft.
*Kultur: dauert 6 Wochen.
*PCR: dauert 2-3 Tage.
-Tuberkulin-Hauttest ist hochpositiv, Quantiferon auch, wie geht es weiter, um die Diagnose zu bestätigen? A: s. 99.
Ich: Mikroskopie von Sputum. Wenn die Patientin nicht in der Lage abzuhusten, dann legen wir eine nasogastrale Sonde an
drei verschiedenen Tagen ein, um Magensaft zu bekommen.
-Prima und wonach suchen wir?
Ich: Wir suchen nach säurefesten Stäbchen mittels Ziehl-Neelsen-Färbung.
-Wir haben unter Mikroskope nichts gesehen, was machen wir weiter?
Kultur, aber es dauert lang, bis man das Ergebnis bekommt. Sonst kann man auch PCR durchführen (das wollte er hören).
Diagnose-Bestätigung:
*Mikroskopie mit Ziehl-Neelsen-Färbung, 3 Tage aufeinander:
-Sputum: Durch tiefes Abhusten.
-Biopsie/BAL/Bronchial-/Trachealsekret mittels Bronchoskopie.
-Magensaft
*Kultur: dauert 6 Wochen.
*PCR: dauert 2-3 Tage.
-Pat hat dazu auch anhaltende Kopfschmerzen, wir haben eine Bildgebung gemacht, beschreiben Sie das Bild.
Hier handelt es sich um MRT kranial, Frontalschnitt, T1-Wichtung, da Liquor schwarz ist, es gibt hier etwas wie ein Tumor
mit vielen „Kaverne“ drin und komischem Aspekt.
589
Rojhat aus Kurdistan
590
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Hier gab es einen Ischämischen Schlaganfall.
-Was ist die wahrscheinlichste Ursache in dieser Konstellation?
Infekt-assoziierte Vaskulitis (er war zufrieden).
-Wie hätten wir das vermeiden können?
Zusätzliche Glucocorticoide-Gabe für 6-8W (das wollte er hören).
42. Fall: Ein 80J Pat mit RTW zu Ihnen gekommen und hat Luftnot.
-Was machen Sie? A: s. 69.
Anamnese: Plötzlich oder schleichend? Vitalparameter. KU: Herz, Lunge.
Labor: BGA, Troponin, CK-MB, D-Dimere, CRP, BB, NT-proBNP.
EKG.
Röntgen.
-Er hat mir ein Röntgenbild gegeben.
Es war Pleuraerguss einseitig mit Herzschrittmacher, Herz ist vergrößert.
591
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Wie gehen Sie vor?
*Furosemid 40mg iv.
*O2-Gabe 4-8 L/min (Ziel SpO2 >95%).
*Morphin Sedierung und Anxiolyse.
*Nitroglycerin sofern SRR ˃100 mmHg.
*Sitzende Lagerung, Monitoring der Vitalparameter.
*Thromboseprophylaxe.
*Ggf. Pleurapunktion und Parazenthese.
-Bei PE >500 mL oder bei symptomatischen Pleuraergüssen!
-Pleuradrainage: Bei rezidivierendem Pleuraerguss. Bei Pleuraempyem.
-Pleurodese (mit Talkum): Bei malignem Erguss u/o medikamentös nicht beherrschbaren Ergüssen.
-Wie viel Furosemid?
40mg iv als Bolus; bei gutem Ansprechen Wiederholung (in halber Initialdosis) alle 4–6 Stunden LaSix.
43. Fall: Pat kam zu uns mit Luftnot, Hämoptyse und hat rheumatisches Fieber in Anamnese. Auskultatorisch
Systolikum am Apex Mitralklappeninsuffizienz, kann auch kombiniert mit Stenose sein.
-Wie sieht man das in Echo, was muss man messen, welche Große ist normal?
Klappenöffnungsfläche muss man messen:
Die normale Klappenöffnungsfläche von Mitralklappe beträgt etwa 4-6 cm2.
*Insuffizienz Vergrößerte Klappe und Klappenöffnungsfläche.
*Stenose Verkleinerte Klappenöffnungsfläche Abnahme von Blutfluss und Veränderung der Klappenform.
Mitralklappenstenose:
Verbindung zwischen linkem Vorhof und Ventrikel ist verengt Die diastolische Ventrikelfüllung ist erschwert Das führt
zu einem zunehmenden Rückstau vor der Klappe.
Äx: Meist nach rheumatischem Fieber.
Kx: Vorhofdilatation VHF, Embolien, Lungenstauung (Husten, Dyspnoe: „Asthma cardiale“).
Rheumatisches Fieber:
Äx: β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A.
Infektion des Pharynx oder der Tonsillen (z.B. Angina tonsillaris, Scharlach) → Zweiterkrankung durch infektassoziierte
Autoimmunreaktion → Immunkomplexen an den Gelenken → Antikörper, die mit Nervenzellen (Strukturen der
Basalganglien, v.a. Striatum) und Herzmuskelzellen kreuzreagieren.
Patho: Eine Autoimmunreaktion, 2-3 Wochen nach einer Streptokokkentonsillitis, führt zu einer exsudativen
Entzündungsreaktion an Herz, Gelenken und Haut. Diese Autoimmunreaktion ist wg. molekuläre Mimikry. D.h. die Antigene
von Bakterien sind ähnlich wie die Antigene von endo-, myokardialen Strukturen. Deswegen attackiert Körper neben
Bakterien auch sich selbst.
Kx: Fieber, Müdigkeit, Schwäche.
*Spezifische Kx: SPECK: S=Subkutane Knoten, P=Polyarthritis, E=Erythema anulare, C=Chorea, K=Karditis.
Herz:
-Pankarditis (Endo-, Myo- und Perikarditis).
-Mitralklappe (ca. 70%): Mitralklappenstenosen (häufigste), kombinierte Vitien (Mitralklappenstenose und -insuffizienz).
592
Rojhat aus Kurdistan
593
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
-Was für Operation können wir gegen Mitralinsuffizienz und -stenose durchführen?
*Herzklappen-Rekonstruktion (Anuloplastie): Mitralklappenclipping:
Intervention über einen Katheter Wiederherstellung der Ventilfunktion mit Erhalt der Mitralklappe.
Vorteile: Geringeres Thromboembolierisiko, braucht keine AK, geringere Letalität.
Nachteil: Hohe Restenoserate.
*Herzklappenersatz: Mechanische oder biologische Klappenprothesen (Schwein, Rind, Pferd).
Konventioneller Klappenersatz: Am offenen Thorax unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine.
Minimal-invasiver Klappenersatz: Über A. femoralis. Diese Technik nur bei biologischen Herzklappen.
*Valvuloplastie: Bei Stenosen Minimalinvasive Ballondilatation mittels Ballonkatheter.
594
Rojhat aus Kurdistan
Der Klappenring ist bei Aorteninsuffizienz häufig stark erweitert, weshalb gängige TAVI-Prothesen sind zu klein.
-Welche Komplikationen gibt es?
*Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (Thromboembolien) Schlaganfall.
*Medikamentenbedingte Blutungen.
*Nachblutungen.
-Typen von Herzklappen? Welche Vor- und Nachteile? A: s. Frage 43.
44. Nadelstichverletzung bei einer Krankenschwester. Was macht man? A: s. 392 und Amboss.
Vorgehen bei Nadelstichverletzung (NSV)
Sofortmaßnahmen:
Verletzung mit offener Wunde:
*Wunde für mind. 1 min bluten lassen.
*Stichkanal/Schnittverletzung spreizen (verbreiten) und intensiv desinfizieren.
Generell:
*Unverzügliche Vorstellung beim Infektiologen.
*Bei Arbeitsunfall zusätzlich DG-ärztliche Vorstellung.
Anamnese:
*Unfallhergang, Impfstatus des Verletzten (Hepatitis B und Tetanus) ggf. Tetanus-Auffrischimpfung.
*Bei bekannter Indexperson: Infektionsstatus/-risiko für HIV, HCV und HBV ermitteln.
Blutentnahme:
Beim Verletzten: Anti-HCV, Anti-HIV 1+2, Anti-HBs und Anti-HBc.
Bei der Indexperson: Anti-HCV, Anti-HIV 1+2, HBsAg.
Weitere Maßnahmen und Nachsorge:
Postexpositionsprophylaxe bei begründetem Verdachtsfall Simultanimpfung von HBV, Rabies oder Tetanus.
Weitere Betreuung durch Betriebsarzt und Blutentnahmen nach 6W, 3 und 6 Monaten (Anti-HIV, Anti-HCV und ggf. HBV)
Dreier-Regel bei positiver Indexperson:
30% Risiko für Hepatitis B.
3% Risiko für Hepatitis C.
0,3% Risiko für HIV.
595
Rojhat aus Kurdistan
596
Rojhat aus Kurdistan
597
Rojhat aus Kurdistan
46. Fall: Patient wurde nach OP in Intensivstation gebracht und möchte jetzt die Behandlung auf einmal verlassen und
seine Sachen anpacken. Was könnte das sein?
Delir.
-Was ist Delir? Ursachen?
*Akute Störung von Bewusstsein, Aufmerksamkeit, kognitiven Funktionen (Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis),
Psychomotorik, Schlaf-Wach-Rhythmus und Emotionalität.
*Delir ist geriatrische Notfallsituation, weil lebensbedrohliche Ursachen (z.B. Hypoglykämie, HRST) vorliegen können.
*Sehr häufig in der Klinik (20-70%).
*Beginn ist akut und starke Fluktuation im Tagesverlauf.
Äx:
-Operationen, Exsikkose.
-Infektionen: Enzephalitis.
-Alkoholintoxikation und -entzug.
-Medikamente: Antibiotika, Benzodiazepine, BB, Antikonvulsiva, Neuroleptika, Sedativa, Digitalis.
-Metabolisch: CNV, Lebererkrankungen, Sepsis, Elektrolytstörungen, Hypo-, Hyperthyreose.
Kx: Störungen von:
-Bewusstsein und Aufmerksamkeit.
-Kognition und Wahrnehmung Illusionen, optische Halluzinationen.
-Wahnideen.
-Gestörtes Schlaf-Wach-Rhythmus Schlaflosigkeit.
Tx:
-Benzo: Diazepam 5-10mg, Lorazepam 1mg, Midazolam 1-5mg.
-Clomethiazol bei Alkohol.
-Neuroleptika: Haloperidol, Melperon.
Prophylaxe:
-Ruhe sorgen Beruhigende Gespräche mit Pat und Angehörigen.
-Gute Orientierung geben Gute Beleuchtung, Uhr, Kalender.
-Gutes Schlaf sorgen Quetiapin 25mg zur Nacht.
-Wie kann man vorbeugen?
Prävention
[Link] von Risikofaktoren für ein Delir.
[Link] der nicht-medikamentöse Primärprophylaxe (s.o.).
[Link]äoperative Gabe von Haloperidol bei älteren Menschen.
[Link]äoperative Gabe von Dexmedetomidin: Selektiver α₂-Rezeptoragonist (Antisympathotonikum).
Dexmedetomidin wirkt über eine zentrale Sympathikolyse v.a. sedierend mit begleitender analgetischer und anxiolytischer
Komponente.
47. Fall: Die Schwester hat Sie angerufen. Ein Pat hat K: 6.5 mmol/l.
-Wie gehen Sie vor?
Erst habe ich über Untersuchung und EKG erzählt. Er meinte direkt? Ich habe über einen häufigen Fehler bei Kalium
Abnahme erzählt, beispielsweise zu engem Tourniquet (Stauschlauch), oder das Röhrchen lange stehen lassen, das war
richtig. All dies kann dazu führen, dass Kalium aus den Zellen ins Blutplasma übertritt und somit einen falsch erhöhten
Kaliumspiegel verursacht.
-Was würden Sie machen, das zu verhindern?
Die BGA selber direkt zur Labor geben. Richtig und auch schnelle BGA.
-Was sind die Medikamente bei Hyperkaliämie? A: s. 247.
*Furosemid und NaCl-Lösung.
598
Rojhat aus Kurdistan
599
Rojhat aus Kurdistan
Ein Arbeiter stürzt von einer hohen Stelle und erleidet schwere Verletzungen. Er wird nach der Erstbehandlung durch den
Durchgangsarzt in ein spezialisiertes Unfallkrankenhaus überwiesen, das auf die Behandlung von Schwerverletzten
spezialisiert ist.
#Zusammenfassung:
*DAV: Durchgangsärzte führen die erste Untersuchung und Behandlung bei Arbeitsunfällen durch.
*VAV: Bestimmte Kliniken oder Ärzte haben die Qualifikation für spezielle Verletzungsarten.
*SAV: Hoch spezialisierte Kliniken oder Zentren behandeln sehr schwere Verletzungen.
Diese Verfahren (Protokolle) sorgen dafür, dass Arbeitsunfälle und Verletzungen optimal behandelt werden, basierend auf
der Art und Schwere der Verletzung.
-Kann ein VAV-Krankenhaus einen SAV-Fall behandeln? Was passiert, wenn behandelt?
Falls ein VAV-Krankenhaus ebenfalls am SAV beteiligt ist, und die Voraussetzungen für eine solche Behandlung erfüllt, kann
einen SAV-Fall behandeln, sonst kann nicht.
Falls das VAV-Krankenhaus nicht am SAV beteiligt ist, muss der Patient in ein SAV-Krankenhaus verlegt werden.
Bei einer Behandlung des SAV-Falls ohne Zusage der Berufsgenossenschaft (BG) übernimmt BG die Kosten NICHT.
51. Fall: Hyperosmolares diabetisches Koma. Was machen Sie? A: s. 223.
Pathophysiologie:
Wg. relativer Insulinmangel Insulin noch vorhanden, daher noch Glu-Aufnahme in die Zellen, nur gering Lipolyse,
deswegen keine oder nur geringe m. Azidose Keine Ketonbildung.
Wg. relativer Insulinmangel gesteigerte Glykoneogenese Hyperglykämie Viel Glu im Urin also osmotische
Diurese durch Diurese extrazellulare Dehydratation Hypovolämie Hypotonie Schock, ANV Koma.
Wg. relativer Insulinmangel gesteigerte Glykoneogenese Hyperglykämie Viel Glu also Hyperosmolität im Blut
Wasser kommt von Zellen raus (intrazellulare Dehydratation) Hypotonie Bewusstseinsstörung Koma.
Therapie:
10. Immer Intensivstation.
11. Rehydratation: 1000ml NaCl in 1. Stunde + 1000ml über 2h Danach in Abhängigkeit von ZVD oder
Urinausscheidung.
12. Normalinsulin iv: 0,1IE/kg pro Stunde (wenn 80kg, 8IE/h) max 50mg/dl pro Stunde lindern und bis 250mg/dl.
Kein Bolus!
13. HCO3: Bei pH <7 bis pH 7,1 Aber meist nicht erforderlich, weil es im Körper wieder Insulin gibt, Zelle können
Glukose bekommen pH wird sowieso erhöhen.
14. K-Substitution: Man muss daran denken, denn Insulin verschiebt K zusammen mit Glu rein in die Zelle auch
Bei HypoK sofort geben, bei NormoK mit Insulingabe, bei HyperK >5mmol/l erstmal keine Gabe.
15. ZVK für Volumentherapie und ZVD-Messung, weil wir viel Volumen und K geben.
16. Laborkontrollen: BZ, K, BGA.
17. Bilanzierung und Kontrolle von Wasser und Elektrolyten (2-stündlich).
18. Thromboembolieprophylaxe.
-Korrigieren Sie die Hyponatriämie?
Nein, weil das eine Pseudohyponatriämie ist:
*Bei Hyperglykämie, Hyperlipidämie, Hyperproteinämie (z.B. Paraproteinämie bei Plasmazytom oder i.v.
Immunglobulingabe) verschiebt Wasser osmotisch aus dem Intra- in den Extrazellulärraum.
52. Eine Frau mit Struma. Was könnte das sein?
Struma: Jede Schilddrüsenvergrößerung unabhängig von Ätiologie und Stoffwechsellage.
Pathogenese: Iod-Verminderung verursacht Hyperplasie der Thyreozyten.
Ex: Deutschland ist Endemiegebiet 30% von Norddeustchland.
Äx:
*Genetische Prädisposition und Iodmangel: Häufigste Ursache.
*Selenmangel.
*Zystenbildung.
*Hashimoto-Thyreoiditis.
*M. Basedow.
*Schilddrüsenkarzinome.
*Thyreoiditis de Quervain.
*Riedel-Struma.
*Medikamente (insb. Lithium, Thyreostatika).
Klassifikation:
*Struma diffusa: Vergrößerung ohne Knotenbildung Häufig euthyreote Stoffwechsellage z.B. M. Basedow.
*Struma nodosa: Struma mit Knoten:
-Struma uninodosa: Ein Knoten.
-Struma multinodosa: Multiple Knoten.
Kx: Meist asymptomatisch.
Struma-Grade nach WHO-Einteilung:
-Grad 0: Vergrößerung weder sicht- noch tastbar Feststellung nur sonografisch.
-Grad 1: Vergrößerung tastbar.
600
Rojhat aus Kurdistan
*Grad 1a: Tastbar, aber bei Reklination des Kopfes nicht sichtbar.
*Grad 1b: Tastbar und bei Reklination des Kopfes sichtbar.
-Grad 2: Sichtbar, auch ohne Reklination des Kopfes.
-Grad 3: Bereits lokale Komplikationen (Behinderung von Atmung oder Blutzirkulation).
Verdrängung der Nachbarorgane Nur bei Extremformen:
*Ösophageale und tracheale Kompression: Dysphagie, Stridor und Dyspnoe.
*Rekurrensparese: Heiserkeit.
*Phrenikusparese: Zwerchfellhochstand.
*Horner-Syndrom: Bei Kompression des zervikalen sympathischen Grenzstranges Ptosis, Myosis, Enophtalmus.
*Thrombose der V. jugularis interna, obere Einflussstauung.
Dx: A, KU, Labor, Sono, Szinti.
KU: Red Flags bei Struma Risiko für eine maligne Ursache:
*Palpation: Harter, unregelmäßig geformter, schlecht oder nicht verschieblicher Knoten.
(Insb. zusätzliche Heiserkeit und Verdrängungssymptome).
*Palpation: Vergrößerte Halslymphknoten.
*Tastbare Struma bei männlichen Patienten.
*Bestrahlung der Halsregion im Kindes- und Jugendalter (bspw. bei Hodgkin-Lymphom).
*Junges (<16) oder hohes Alter (>60).
*Positive Familienanamnese bezüglich Schilddrüsenkarzinomen (z.B. MEN2).
Labor: TSH, fT3, fT4, TRAK, TPO-AK, Tg-AK. Bei Tumorverdacht: Calcitonin, Thyreoglobulin.
Sono: Knoten (S. nodosa) und Durchblutungsmuster (S. diffusa).
Malignitätskriterien im Sono:
*Solide, echoarme Knoten.
*Mikrokalzifikationen.
*Intranoduläre Vaskularisationsmuster.
*Unscharfe Randbegrenzung, fehlendes Halo.
Szintigraphie: Zur Detektion der autonomen Areale (heiße&warme Knoten) und kalten Knoten.
Feinnadelbiopsie oder OP: Bei kalten Knoten.
DDx:
*Zervikale Lymphadenitis: Infektiöse mononukleosis, Sarkoidose.
*Neoplasien: Lymphome, Larynxtumoren, Metastasen.
Tx:
*Euthyreote Struma diffusa:
Kinder/Jugendliche Iodid 150-200mcg 12-18M (10% Volumenreduktion nach 1J).
Erwachsene Iodid/Levothyroxin 150/75mcg (20% Volumenreduktion nach 1J).
Alternative: Watchful Waiting Sono-Kontrolle alle 6-18M.
*Hyper-/Hypothyreoter Struma: Hyper-/Hypothyreose Tx.
*RAI: Bei großen benignen Strumen (100–300 mL Normal 20mL) oder nachgewiesene Schilddrüsenautonomie.
40% Volumenreduktion nach 1J, 60% nach 2J.
*OP: Bei Malignitätsverdacht, Retrosternale oder mediastinale Struma, Kompressionssymptome.
-Was machen Sie?
KU, Labor, Sono, Szintigraphie.
-Welche Medikamente geben Sie bei Thyreoiditis de Quervain? A: s. 225.
Ich: Thiamazol. Prüfer: Falsch, Thyreostatika sind kontraindiziert!
Thyreoiditis de Quervain führt zu Hyperthyreose durch die Freisetzung bereits gebildeter Hormone aus dem zerstörten
Schilddrüsenparenchym, deswegen ist eine thyreostatische Therapie nicht wirksam.
*80% Spontanheilung.
*Symptomatisch: NSAR, ggf. Glukokortikoide.
*Bei schweren Fällen der Hyperthyreose: Propranolol.
53. Fall: Ein mittelaltriger Pat kommt mit blutigem Stuhlgang zur ZNA.
-Wie gehen Sie vor?
Anamnese: Wie viel Blut es war, ob nur ein Paar Flecken oder massives rotes Blut.
-Warum spielt das eine Rolle?
Es gibt Hinweise auf Herkunft und Ausmaß der Blutung.
-Welche Verdachtsdiagnosen, wenn es frisches rotes Blut ist?
Es könnte z.B. eine Hämorrhoidenblutung sein, eine untere GI-Blutung oder auch eine massive obere GI-Blutung.
-Was machen Sie dann da initial in der Notaufnahme?
KU inkl. DRU.
-Was könnten Sie da sehen?
Hämorrhoiden oder tastbare Tumoren.
-Was danach?
Gastro- und Koloskopie.
-Welche anatomische Grenze gibt es für obere und untere GI-Blutung?
601
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Quizlet
Hämatine sind Komplexverbindungen von Häme mit dreiwertigen Eisen-Ion (Fe3+) und einem Hydroxid-Ion als Liganden.
-Was kann man therapeutisch bei der Endoskopie machen? A: s. 133.
602
Rojhat aus Kurdistan
603
Rojhat aus Kurdistan
604
Rojhat aus Kurdistan
-Schwester ruft Sie an, da ein Pat Sprachstörung (Aphasie) hat. Was machen Sie?
Aphasie sieht man bei Mediainfarkt.
CT-Nativ: zur Blutung- oder demarkierte Ischämie-Nachweis.
CT-Angio: Ist Verschluss interventionell erreichbar oder nicht?
CT-Perfusion: Wenn Symptombeginn zw. 4,5-9h ist und keine demarkierte Ischämie in CT-Nativ gibt.
MRT: Wenn Symptombeginn unklar/zw. 4,5-9h ist und keine demarkierte Ischämie in CT-Nativ gibt.
-MRT-DWI (Diffuse): Man sieht Gewebeödem und kann feststellen, ob Schlaganfall noch in 4,5h ist.
-MRT-FLAIR: Zeigt alte Läsionen, man sieht kein Gewebeödem.
*Man benutzt beide zusammen, DWI zeigt akute, FLAIR zeigt subakute und chronische Befunde, und man kann
vergleichen.
605
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
*Zur Neurologie verlegen und sofort Thrombolyse-Therapie u/o. Thrombektomie.
*24h nach Lyse CT-Kontrolle zum Blutung-Ausschluss.
Sprechstörung (Dysarthrie):
Motorik gestört Die Sprachbildung und das Sprachvermögen sind völlig intakt Mediainfarkt Wortsalat durch
eine Schädigung des ZNS oder der Hirnnerven Dx: Wortliste lesen lassen.
Sprachstörung (Aphasie):
Keine motorischen Probleme, aber die gedankliche Erzeugung von Sprache gestört Mediainfarkt Dx: Sprache
beobachten, Gegenstände benennen lassen Herr Dr, sprechen Sie mit mir auf Deutsch, ich verstehe Sie nicht.
55. Fall: Ein 78J Mann kommt zu Ihnen in die Notaufnahme wegen des schmerzhaften geschwollenen Knies.
-Was denken Sie?
Ich: Arthrose.
-Nein, er hat diese Schmerzen früher am großen Zeh.
Ich: Gicht.
-Wie gehen Sie weiter?
Dx: Klinische Diagnose Schmerzhafte Monoarthritis ohne Trauma oder intraartikuläre Injektion in 24h.
*Klinische Entzündungszeichen.
*Labor: Ggf. Harnsäure↑, ggf. BSG, CRP↑ Eine Entzündungsreaktion führt zu einer vermehrten renalen Ausscheidung
von Harnsäure. Die Bestimmung der Harnsäure sollte daher nach Abklingen der Entzündung wiederholt werden. Labor
nur zum Ausschluss von septischer Arthritis sonst nicht notwendig.
Tx: Gichtanfall: Kryotherapie, Hochlagerung, Ruhigstellung, NSAR, Steroide (30mg für 5 Tage), Colchicin.
Hyperurikämie: Purinarme Kost, Alkoholreduktion, bei >2 Gicht/J Allopurinol 300mg 1x1.
-Was ist das KU-Zeichen beim Gelenkerguss?
Tanzende Patella.
606
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Wie behandeln Sie Gicht? (s.o.)
-Wie funktioniert Allopurinol?
Urikostatika: Allopurinol, Febuxostat.
*Hemmung der Xanthinoxidase → Dadurch Hemmung von Abbau von Purinen (Hypoxanthin und Xanthin) zu Harnsäure.
56. Fall: 25J Junge Patientin kommt mit leichtem Thoraxschmerz.
-Was ist die VD? A: s. 13.
VD: LAE.
DDx:
3 x Herz: ACS, aHT, Perikarditis.
3 x Lunge: LAE, Pneumonie, Pneumothorax.
3 x Andere: Aneurysma dissecans, Verdauungstrakt (Pankreatitis, GERD), Muskuloskeletal (Mallory-Weiß).
-Der Fall war LAE, wie gehen Sie nach Laboruntersuchung vor?
Ich: D-Dimere ist sehr hoch weil die Pat stabil ist, muss CT-Angio laufen.
-Ja, es ist richtig, aber die Pat ist schwanger. Wie können wir ohne invasive Methode den Verdachtsdiagnose erhärten?
Ich: Hinweis auf Rechtsherzbelastung in Echo.
-Was bedeutet D-Dimere?
Fibrin-Fibrinogen-Spaltprodukte durch Fibrinolyse.
Erhöht bei LAE, TVT, postoperativ/-traumatisch, chronisch-entzündlichen Erkrankungen oder Malignomen.
57. Fall: Ein Pat kam in die Notaufnahme mit Oberbauchschmerzen und Meläna.
-VD?
Obere GI-Blutung, a.e. Ulkus (50% der OGB).
-Pat ist blass und schwach, was könnte die Situation sein?
Hypovolämischer Schock.
-Was hat man im Schock? A: s. 41.
Tachykardie, Hypotonie, Tachypnoe, Oligurie Puls/SRR >1
-Was machen Sie? A: s. 43.
*Schocklagerung: Angehobene Beine um 15 Grad.
*O2-Gabe: sO2 <90%
*Monitoring: Vitalparameter: HF, AF, RR, Temp, EKG, sO2.
*Bilanz: DK-Anlage, Gewicht messen.
*Zugang-Anlage: Kristalloide Lösungen.
*Labor: BB, Elektrolyte, Blutgruppe, Kreuzblut, Antikörpersuchtest, Anforderung von EKs.
*ÖGD zur Blutstillung Koagulation, Unterspritzung mit Adrenalin, Gewebekleber, Clips.
*Ggf. OP: Billroth I.
-Die Endoskopie ist durchgeführt, der Pat ist zu Ihnen zurückgebracht, Sie müssen ihn überwachen, der Gastrologe hat
gesagt: Das war ein Ulkus im Bulbus duodeni von Forrest I, was bedeutet das?
Aktive Blutung.
-Forrest-Klassifikation?
Forrest I: Aktive Blutung
Ia Spritzende arterielle Blutung ca. 85–100%
607
Rojhat aus Kurdistan
608
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
Schubladen-Test: Für Kreuzbänder
Pat liegt Knie 90°:
*erhöhte Verschieblichkeit nach vorne: Läsion vorderes Kreuzband.
*erhöhte Verschieblichkeit nach hinten: Läsion hinteres Kreuzband.
Quelle: Amboss
Steinman-I-Zeichen: Für Innen- und Außenmeniskus.
Pat liegt Knie 90° Untersucher macht Innen-&Außenrotation des Unterschenkels:
*Schmerzen über dem lateralen Gelenkspalt bei Innenrotation → Schädigung des Außenmeniskus.
*Schmerzen über dem medialen Gelenkspalt bei Außenrotation → Schädigung des Innenmeniskus.
609
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Anatomie des Knies?
Zw. Femur und Tibia.
Seitenbänder:
*Lig. collaterale tibiale = „Innenband“
*Lig. collaterale fibulare = „Außenband“
Kreuzbänder:
*Lig. cruciatum anterius = „Vorderes Kreuzband“
*Lig. cruciatum posterius = „Hinteres Kreuzband“
Menisken:
*Meniscus medialis.
*Meniscus lateralis.
Corpus adiposum infrapatellare = Hoffa-Fettkörper.
Quelle: Amboss
-Diagnostische Maßnahmen bei infektiöser Arthritis?
-KU: Entzündungszeichen.
-Labor: BB, CRP, BSG, Blutkulturen.
-Röntgen: Im Frühstadium unauffällig Erst nach 2-3 Wochen Nachweis von Osteolysen.
-Gelenkpunktion: Mikroskopie und Kultur von Punktat.
-Sono: Starker Gelenkerguss, Weichteilödem, ggf. Empyem.
-MRT: zeigt sehr früh entzündliche Beteiligung des umgebenden Weichteilgewebes.
61. Fall: Prüfer hat plötzlich das Bewusstsein verloren und auf den Boden gefallen.
-Was machen Sie jetzt?
Schultern schütteln „Hallo, alles in Ordnung?“ Atemwege freimachen; Überstrecken des Kopfes/Anheben des Kinns
Atem überprüfen; Hören, Sehen, Fühlen (max 10s):
Wenn Atmung da ist, dann stabile Seitenlage.
610
Rojhat aus Kurdistan
Wenn keine Atmung und Puls, dann HDM/Beatmung: 30/2 für 2 min Dann 112 anrufen (lassen) AED bringen
(lassen).
-Wo misst man den Puls?
Anterior-Lateral:
*Rechte Elektrode: Rechts vom Sternum, unterhalb der Clavicula.
*Linke Elektrode: Direkt unter der Achselhöhle, in der linken mittleren Axillarlinie
Anterior-Posterior:
*Rechte Elektrode: Zentral auf dem Sternum.
*Linke Elektrode: Posterior unterhalb der linken Scapula.
-Und dann?
Rhythmus überprüfen.
-Reicht es mir eine EKG mit einer sehr typischen ventrikulären Tachykardie?
Nein. Es muss pulslose VT sein.
-Es wurde mir eine EKG gezeigt: Was sind die Kriterien, um eine ventrikuläre Tachykardie zu identifizieren?
EKG war: Rhythmischer Tachykardie mit HF um 100-200/Min und breiten QRS-Komplexen (schenkelblockartig veränderte,
regelmäßige, breite (≥0,12s) QRS-Komplexe).
VT: ≥5 VES aufeinander, HF >100/min, QRS ≥120ms.
Äx: MI, HI, Klappenvitien, KMP, HypoK, HyperK, HypoMg.
Patho: Kreisende Erregungen (Reentry) Dauerhafte Erregung, monomorphe Tachykardie.
611
Rojhat aus Kurdistan
Tx:
*Kausal: Ausgleichen der Elektrolyte, Revaskularisation bei KHK.
*Gute Pumpfunktion → Ajmalin.
*HI → Amiodaron.
*Kardiogener Schock, Lungenödem, Therapieversagen → Elektrische Kardioversion.
*Pulslose VT → Defibrillation.
*Torsade de Pointes → Magnesium.
-Und was machen Sie bei einer pulslosen ventrikulären Tachykardie?
Defibrillation.
-Mit wie viel Energie?
Monophasisch (360 Joule). Biphasisch (200 Joule bei der ersten, 360 bei allen weiteren Schockabgaben).
-Ein weiteres EKG wurde gemacht, der Patient war bereits im Sinusrhythmus, aber hatte ST-Hebung in aVR und ST-
Senkungen ≥1 mm in ≥6 Ableitungen.
Hauptstammstenose mit schwerer Drei-Gefäß-Erkrankung.
-Was tun Sie?
Eine kardiologische Klinik zur Revaskularisation anrufen.
-Vor Ankunft in die Klinik, was geben Sie?
612
Rojhat aus Kurdistan
Therapie mit MONA: Morphin 2,5mg iv, O2, Nitrate iv/sl, ASS 250mg iv/po, Ticagrelor 180mg po, Heparin 5000IE iv/sc.
Dann Aufklärung für PTCA.
-Wenn Stenting nicht möglich ist?
Wenn PTCA in 120 min nicht verfügbar und Beschwerdebeginn <12 Stunden ist, dann Lysetherapie mit Fibrinolytika,
Thrombolytika (Tenecteplase oder Alteplase i.v.)
-Wenn das auch nicht möglich ist?
Bypass-OP.
-Woraus besteht Bypass-OP? A: s. 80.
Komplette mediane Thorakotomie → Extrakorporalen Kreislaufs (Herz-Lungen-Maschine) → Kardioplegische Stilllegung des
Herzens → Anastomosierung der Bypassgefäße distal der Stenose der Koronararterie.
-Woher bekommt man die Venen/Arterien für die Revaskularisation?
A. thoracica interna = A. mammaria interna: Gute Zugänglichkeit, weil nah zum Herzen. Bessere Langzeitergebnisse.
V. saphena magna.
*Bei Arterie besteht die Gefahr eines Gefäßspasmus.
*Offenheitsrate von arteriellen Grafts nach 10J beträgt > 90 %, von venösen Grafts 50-60 %.
-Was ist der Unterschied zwischen Prasugrel und Ticagrelor? A: Openai.
*Prasugrel ist Prodrug muss erst zu aktiver Metabolit metabolisiert werden.
*Ticagrelor hemmt P2Y12 direkt, braucht keine Metabolisierung.
*HWZ: Prasugrel > Ticagrelor Deswegen Prasugrel 1x1, Ticagrelor 2x1.
*Blutungsrisiko und Preis von Ticagrelor ist etwas höher als Prasugrel.
*Prasugrel 60mg po = Ticagrelor 180mg po = Clopidogrel 600mg po.
62. Fall: Alter Patient, anamnestisch mehrmals gestürzt, nun hat Kopfschmerzen.
-Diagnose und Vorgehen? A: s. 299.
Anamnese: Wichtigste Frage; akute oder chronische Kopfschmerzen?
Chronische Kopfschmerzen: ≥15 Tagen/Monat, über mindestens 3 Monate.
Warnsymptome (Red Flags):
*Vernichtungskopfschmerz, Meningismus (z.B. bei Subarachnoidalblutung)
*Fieber (z.B. bei Meningitis)
*Herdsymptomatik (z.B. bei Schlaganfall)
*Hirndruckzeichen: Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit (z.B. bei intrakranieller Raumforderung)
-CT: Chronisches subdurales Hämatom ohne Kompression. Unterschied zwischen akute und chronische CT-Zeichen?
Subdurales Hämatom in CT: Glatt begrenzte, sichelförmige Blutung.
*Akut: Hyperdens zum Kortex.
*Subakut: Nach 10–14 Tagen isodens zum Kortex.
*Chronisch: Hypodens zum Kortex (kann sich isodens zum Liquor darstellen)
Akutes Subduralhämatom cCT-nativ: Sichelförmige, hyperdense RF (hellrot). Weichteilhämatom: Z.n. Trauma auf die linke
Seite (rot). Marklagerödem: Diffuse Dichteminderung der linken Hemisphäre (weiß). Mittellinienverlagerung (grüne Linie).
613
Rojhat aus Kurdistan
Kompression der Seitenventrikel-Vorderhörner (grüne Schraffur). Dilatation des rechten Hinterhorns (roter Kreis). Falx
cerebri (grüne Fläche).
614
Rojhat aus Kurdistan
Subakutes Subduralhämatom cCT-nativ: Sichelförmiges, iso- bis hypodens (grün: subakut) und im okzipitalen Bereich
hyperdens (rot: akut) mit Mittellinienverlagerung.
615
Rojhat aus Kurdistan
Chronisches Subduralhämatom mit frischer Blutung cCT-nativ: Sichelförmige, hypodense RF ventral (grün: chronische
Blutung), hyperdens dorsal (rot: frische Blutung) mit Mittellinienverlagerung (weiß).
616
Rojhat aus Kurdistan
617
Rojhat aus Kurdistan
618
Rojhat aus Kurdistan
619
Rojhat aus Kurdistan
620
Rojhat aus Kurdistan
XI. HNO:
1. Fall: Pat mit Heiserkeit, welche Nerv ist verletzt?
Nervus laryngeus recurrens ein Ast des 10. Hirnnerven (Nervus vagus).
-Welche Krankheit in Mediastinum verursacht das?
*Thymus-Karzinom.
*Z.n. Thyreoidektomie.
-Was noch?
Ich: Aorten-Aneurysma.
Auch: Tumoren von Kehlkopf, Lunge, Schilddrüse und Ösophagus, lokale Entzündungen.
2. Fall: Eine Patientin kam in HNO mit borkiger Sinusitis und Abgeschlagenheit.
-Wie gehen Sie vor? A: s. 419.
Anamnese.
KU: Klopfschmerzhaftigkeit über Kiefer- und Stirnhöhle bei Sinusitis maxillaris u/o frontalis.
Gesichts- und Kopfschmerzen beim Vornüberbeugen verstärkt.
Labor: Ggf. CRP, BSG, ggf. PCT Korrelation mit Schwergrad.
Rhinoskopie: Untersuchung des vorderen Nasenabschnitts mit Nasenspekulum: Gerötete Schleimhaut und eitriges Sekret.
CT und Nasenendoskopie: Bei chronischer Sinusitis.
-Was denken Sie, wenn auch Lungen-Beschwerden vorhanden sind?
Morbus Wegener (Granulomatose mit Polyangiitis).
-Welche Organe sind noch betroffen bei M. Wegener?
Lungen (60%), Nieren (50%), Augen (50%), Haut (20%), Herz (10%).
-Weitere Tests zur Diagnosesicherung bei M. Wegener?
cANCA (antineutrophile zytoplasmatische Antikörper): hohe Spezifität für die Diagnose.
-Therapie bei M. Wegener? (Diese Frage ist nur wegen meiner Fachrichtung)
Glukokortikoide, Zytostatika.
Zur Info:
Morbus Wegener (Granulomatose mit Polyangiitis (GPA)) ist eine seltene, schubförmige, autoimmune Erkrankung.
Patho:
Granulomatose: Bildung von Entzündungsherden (Granulomen) in verschiedenen Organen, insb. in Atemwegen und
Nieren.
Polyangiitis: Entzündung der kleinen und mittleren Blutgefäße (Vaskulitis), die zu Schädigungen in den betroffenen
Organen führen kann.
Kx:
Allgemeine Symptome: Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit.
Atemwege: Chronische Sinusitis, Lungenentzündungen.
Nieren: Nierenentzündungen bis zu Nierenversagen.
Haut: Hautausschläge oder Geschwüre.
Gelenke und Muskeln: Gelenk- und Muskelschmerzen.
Dx:
Blut: c-ANCA.
Biopsie von Nasenschleimhaut, Lunge: Granulome und Entzündungszeichen.
Tx:
Kortikosteroide und andere Immunsuppressiva (z.B. MTX, Rituximab).
3. Was ist Corona, wie heißt das Virus?
Coronavirus ist der Name eine Virusfamilie, besteht aus drei Viren:
621
Rojhat aus Kurdistan
622
Rojhat aus Kurdistan
623
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
-Therapie von rheumatischem Fieber?
Antibiotikagabe zur Streptokokken-Eradikation:
*1. Wahl: Penicillin V, Cephalosporine.
*Alternativen bei Penicillin-Allergie: Makrolide.
*Antiphlogistika: Ibuprofen, Naproxen.
Bei schwerer Beeinträchtigung der kardialen Funktion:
*Zusätzlich Glucocorticoide.
Bei Herzklappenschädigung:
*Ggf. elektive chirurgische oder interventionelle Rekonstruktion frühestens ein Jahr nach der akuten Entzündungsphase.
Bei rheumatischer Chorea:
*Bettruhe, ruhige Umgebung ggf. Sedativa, ggf. Antipsychotika
Rezidivprophylaxe (Sekundärprävention):
*(Depot‑)Penicillin im Zeitraum von 5-10 Jahren, ggf. auch lebenslang bei persistierender Herzklappenbeteiligung.
624
Rojhat aus Kurdistan
XII. Psychiatrie:
1. Wir haben eine Pat gegen Hypothyreose und Anämie behandelt, aber sie kommt wieder mit Beschwerden:
Schwäche, Kraftlosigkeit, Schlaflosigkeit, schlechte Laune. Was ist Ihre VD?
Ich: Depression.
-Was machen wir?
Ich: Psychiatrisches Konzil.
Prüfer: Wir reden selber mit ihr, also wir machen Psychotherapie.
2. Was ist die Definition von Depression?
Depression ist eine psychische Störung mit gedrückter Stimmung, Antriebsstörung, Interesse- oder Freudlosigkeit.
Depression hat einen episodischen Verlauf.
Die Symptome werden morgens am stärksten wahrgenommen und bessern sich im Tagesverlauf.
Hauptsymptome:
*Gedrückte Stimmung.
*Freud- oder Interessenverlust.
*Verminderter Antrieb.
Zusatzsymptome:
*Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls.
*Unbegründete Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle.
*Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Suizid.
*Vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen.
*Schlafstörungen.
*Appetitverlust oder gesteigerter Appetit.
*Gewichtsverlust.
*Libidoverlust.
Psychotische Symptome:
*Halluzinationen.
-Welche Medikamente gibt es?
*SSRI (z.B. Citalopram) Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren.
*SSNRI (z.B. Venlafaxin) Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Inhibitoren.
*SNDRI (Bupropion) Selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Inhibitoren.
*SARI (Trazodon) Seratonin Antagonist und Wiederaufnahme-Inhibitoren.
*Trizyklische Antidepressiva (z.B. Trimipramin).
*MAO-Hemmer (z.B. Moclobemid) Monoaminooxidase-Hemmer Seratonin-Abbau-Hemmer.
*NaSSA (z.B. Mirtazapin) α2AR-Antagonist.
*Melatonin-Analoga (Agomelatin).
*Sonstige: Johanniskraut, Esketamin-Nasenspray.
-Was machen wir bei leichter Depression?
Psychotherapie.
Antidepressiva sind nicht signifikant wirksam gegenüber Placebo Ggf. Johanniskraut.
-Bei Mittelschwerer?
Eher Antidepressiva.
Bei schwerer wird eine Kombinationsbehandlung mit Psychotherapie empfohlen.
-Welche Antidepressiva? (s.o.)
3. Eine Pat kommt und sagt, dass sie nicht mehr kann und sterben will.
Ich: Einweisung in eine psychiatrische Klinik.
-Die Pat will das nicht.
Ich muss die Polizei einschalten.
-Wen noch?
Ordnungsamt.
Ich: Wir rufen PsychKG nur, wenn die psych. Kliniken die Pat nicht direkt übernehmen wollen.
Prüfer: Als Allgemeinmediziner in der Praxis muss man die Einweisung per PsychKG machen.
-Was ist PsychKG?
*Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) regelt die Behandlung von psychischen Erkrankungen Insb. wann und wie die
Patienten untergebracht werden, wenn sie eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen.
*Wenn eine Person Suizidgedanken äußert oder ein suizidales Verhalten zeigt, kann PsychKG als rechtliche Grundlage
genutzt werden, um die Unterbringung in eine geschlossene Station zu ergreifen.
a. Akute Gefährdung:
Wenn jemand Suizidgedanken hat und in akuter Gefahr ist, kann das PsychKG angewendet werden, um die Person in eine
psychiatrische Klinik einzuweisen, auch wenn sie das nicht will.
b. Verfahren zur Unterbringung:
Begutachtung: Ein Arzt, oft ein Psychiater, muss die akute Gefährdung feststellen und dokumentieren.
625
Rojhat aus Kurdistan
Richterliche Entscheidung: Ein Richter muss die Unterbringung anordnen. In dringenden Fällen kann eine vorläufige
Unterbringung auch ohne richterliche Anordnung erfolgen, diese muss aber innerhalb kurzer Zeit (meist 24 Stunden)
nachträglich bestätigt werden.
Notfallmaßnahmen: In akuten Notfällen kann die Polizei oder der Rettungsdienst die Person in eine psychiatrische
Einrichtung bringen, um eine sofortige Gefahr abzuwenden.
c. Behandlung und Betreuung:
Während der Unterbringung wird die betroffene Person medikamentös und psychotherapeutisch behandelt.
Sicherheitsmaßnahmen: Überwachung und Betreuung zur Verhinderung von Suizidversuchen innerhalb der Klinik.
4. Was ist die Definition von Delirium?
*Akute Störung von Bewusstsein, Aufmerksamkeit, kognitiven Funktionen (Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis),
Psychomotorik, Schlaf-Wach-Rhythmus und Emotionalität.
*Delir ist geriatrischer Notfall, weil lebensbedrohliche Ursachen (z.B. Hypoglykämie, HRST) vorliegen können.
*Sehr häufig in der Klinik (20-70%).
*Beginn ist akut und starke Fluktuation im Tagesverlauf.
Äx:
-Operationen, Exsikkose.
-Infektionen: Enzephalitis.
-Alkoholintoxikation und -entzug.
-Medikamente: Antibiotika, Benzodiazepine, BB, Antikonvulsiva, Neuroleptika, Sedativa, Digitalis.
-Metabolisch: CNV, Lebererkrankungen, Sepsis, Wasser- und Elektrolythaushalte, Hypo-, Hyperthyreose.
Kx: Störungen von:
-Bewusstsein und Aufmerksamkeit.
-Kognition und Wahrnehmung Illusionen, optische Halluzinationen.
-Wahnideen.
-Gestörtes Schlaf-Wach-Rhythmus Schlaflosigkeit.
Tx:
-Benzo: Diazepam 5-10mg, Lorazepam 1mg, Midazolam 1-5mg.
-Clomethiazol bei Alkohol.
-Neuroleptika: Haloperidol, Melperon.
Prophylaxe:
-Ruhe sorgen Beruhigende Gespräche mit Pat und Angehörigen.
-Gute Orientierung geben Gute Beleuchtung, Uhr, Kalender.
-Gutes Schlaf sorgen Quetiapin 25mg zur Nacht.
5. Diagnostik von Depression?
Dx: Ausschluss organischer Ursachen Viele somatische Erkrankungen können die Ursache einer depressiven
Symptomatik sein.
Allgemeine Exploration:
*Anamnese: Medikamenten-, Sucht-, Sozial-, Suizidanamnese.
*KU: Internistisch, Neurologisch.
*Apparative Untersuchungen: Routinelabor, EKG, EEG, bei Erstmanifestation: Kranielle Bildgebung.
Um Hinweise auf eine Depression zu bekommen, kann man Testpsychologische Verfahren durchführen:
*Beck-Depressions-Inventar II (BDI-II).
*WHO-5-Fragebogen zum Wohlbefinden.
*Allgemeine Depressionsskala (ADS).
*Hamilton Depression Scale.
Zwei-Fragen-Test:
1. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?
2. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?
-Therapie? A: s. Frage 2.
-Dann was machen wir, wenn Pat mit suizidalen Absichten kommt, dürfen wir ihm entlassen? A: s. Frage 3.
-Was sind meldepflichtige Erkrankungen?
Nicht-namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis:
Treponema pallidum → Syphilis.
HIV → AIDS.
Plasmodium sp. → Malaria.
Toxoplasma gondii → Toxoplasmose (nur konnatale Toxoplasmose).
Neisseria gonorrhoeae (nur bei verminderter Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin, Cefixim oder Ceftriaxon) →
Gonorrhö.
Namentliche Meldepflicht bei Erregernachweis oder bei Hinweis auf eine akute Infektion:
Adenoviren → Keratokonjunktivitis epidemica.
Influenzaviren → Endemische Grippe.
Masernvirus → Masern.
Norovirus → Norovirus-Infektion.
626
Rojhat aus Kurdistan
Rotavirus → Rotavirus-Infektion.
Severe-Acute-Respiratory-Syndrome-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) → COVID-19.
6. Wie unterscheidet man akuter Verschlechterung des Alzheimers von Delir?
Delir (akuter Verwirrtheitszustand) und Demenz sind die häufigsten Ursachen kognitiver Beeinträchtigung.
Bei beiden ist die Kognition gestört; jedoch hilft Folgendes diese zu unterscheiden:
*Delir betrifft v.a. die Aufmerksamkeit.
*Demenz betrifft v.a. das Gedächtnis.
-Delir wird von einer akute Erkrankung oder Drogen- bzw. Arzneimitteltoxizität verursacht und ist häufig reversibel.
-Demenz wird durch anatomische Veränderungen im Gehirn verursacht, hat einen langsamen Beginn und ist irreversibel.
*Delir entwickelt sich häufig auch bei Patienten mit Demenz.
627
Rojhat aus Kurdistan
XIII. Rechtsmedizin:
1. Berufsgenossenschaft: Was ist es, wie läuft das? A: s. 401.
-Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
-Sie sind verantwortlich für Behandlung, Rehabilitation, Umschulung, Rente & Prävention.
Hauptaufgaben von Berufsgenossenschaften:
*Prävention von Arbeitsunfällen: Berufsgenossenschaften entwickeln Sicherheitsstandards, führen Schulungen für
Arbeitnehmer durch und unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz.
BGs führen Forschungen durch, um die Ursachen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu verstehen und präventive
Maßnahmen zu entwickeln. Sie tragen auch zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Technologien bei.
*Behandlung und Rehabilitation: Bei Arbeitsunfall/Berufskrankheit versorgen BGs die Behandlung. Sie unterstützen auch
bei der Rehabilitation und Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.
*Finanzielle Unterstützung bei Umschulung und Rente: BGs bieten finanzielle Unterstützung für Arbeitsunfallopfer
Zahlungen für Arbeitsunfähigkeit, Behandlungskosten und ggf. Rentenzahlungen bei dauerhafter Berufsunfähigkeit.
2. Was sind die Aufgaben von Ärztekammer? A: s. 396.
Ärztekammer: Berufsvertretungen der Ärzte Alle Ärzte sind Pflichtmitglieder.
Aufgaben: Berufsordnung, Weiterbildungsordnung, Überwachung der Berufsausübung, Förderung der Fortbildung...
3. Wie ist die Versicherung der Schüler?
Die Versicherungsträger bei Schülern sind BGs wie bei Arbeitnehmern.
Die versicherten Personen bei BG sind:
-Schüler.
-Studenten.
-Ehrenamtlich tätige.
-Menschen, die nach einem Unfall erste Hilfe leisten.
-Menschen, die zeitlich begrenzt im Ausland tätig sind.
-Menschen, die im Krankenhaus oder Reha beschäftigt sind, ohne Rücksicht auf Nationalität.
Die nicht versichert sind:
-Kinderkrippe und Kripo (Kriminalpolizei).
4. Sind wir von BG versichert?
Auf der Arbeit ja!
5. Ich wurde über Krankenkasse gefragt. A: s. 401.
Es gibt aktuell 95 Krankenkassen in Deutschland (2024) und man kann eine davon frei auswählen.
GKV PKV
Solidaritätsprinzip. Äquivalenzsprinzip.
Familienangehörige mitversichert. Separater Beitrag für jede Person.
Beiträge prozentual nach Einkommen (14,6%). Beitrag nach individuellem Krankheitsrisiko berechnet.
Alle Versicherten haben gleichen Leistungsanspruch. Gutverdienende, alleinstehende haben günstigere Tarife.
Nicht alle Leistungen werden komplett bezahlt. Bevorzugte Behandlung (separate Sprechstunden für
Privatversicherte, Einbettzimmer, Sehhilfen, Zahnersatz).
Pflicht bei monatlichem Bruttoeinkommen bis 4.800 Euro. Ab 4.800 Euro kann man sich unabhängig vom Einkommen
Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten sind privat versichern. Besserverdienende Arbeitnehmer,
pflichtversichert. Freiberufler und Beamter können freiwillig beitreten.
Der Wechsel in eine andere gesetzliche Kasse oder in die Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist
private Krankenversicherung ist zum Ende des nur unter bestimmten Bedingungen möglich.
übernächsten Monats möglich.
6. Ein Kind ist auf den Weg zur Schule aus dem Fahrrad gefallen und in die Notaufnahme gebracht. Wer bezahlt die
Behandlung? Was noch macht dieser Träger?
Berufsgenossenschaft. Zuständig für Behandlung, Reha, Umschulung, Rente & Prävention.
7. Ein Kind hat Unfall auf dem Weg zur Schule. Wie ist versichert?
Durch BG.
8. Wofür sind die BGs auch zuständig?
Behandlung, Reha, Umschulung, Rente, Prävention (die letzte war ihm wichtig).
9. Wenn jemand jemandem bei Unfall hilft und er hätte selbst auch einen Unfall, ist er über BG versichert?
Ja!
10. Was sind die Bestandteile einer medizinischen Aufklärung bei elektiven Prozedere?
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
• Bei OP von Kindern braucht man Einwilligung von beiden Eltern Obwohl die Eltern geschieden sind.
628
Rojhat aus Kurdistan
629
Rojhat aus Kurdistan
Apex ist hypertransparent und hier gibt es keine physiologische Gefäßzeichnung (Quelle: Amboss).
*Abbruch der Gefäßzeichnung.
*Vermehrte Strahlentransparenz.
*„Pneulinie“ Pleura visceralis als feine Haarlinie sichtbar.
Tx:
*Ausdehnung von Pneumothorax in Rö-Thorax <2 Querfinger Keine Behandlung nötig.
*Bei >2 Querfinger Therapie mit Bülau oder Monaldi Drainage.
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
630
Rojhat aus Kurdistan
a. Bülau:
*Chirurgisch.
*4. ICR vordere oder mittlere Axillarlinie.
*Punktion am oberen Rippenrand.
*Schlauch 20cm nach kranial vorschieben kranial bei Luftansammlung, kaudal bei Flüssigkeitsansammlung.
*Warum Drainage wird angelegt?
Um Negativdruck (-25mmH2O) zu erstellen (Sog: Saugen), damit Luft rauskommt Dann machen wir eine Rö-Kontrolle, ob
Drainage richtig gelegt ist wenn Lunge expandiert ist, dann ist es richtig gelegt.
*Bei Pneumothorax gibt es eine Wunde in der Lunge, deswegen muss der Pat im KH bleiben bis die Wunde ausheilt Also
mind. 3-5 Tage muss der Pat im KH bleiben.
*Nach 3-5 Tagen klemmen wir mit Klemmer den Sog (Schlauch der Drainage) ein, also wir schalten den negativen Druck für
6h aus Nach 6h machen wir eine Röntgen-Kontrolle, ob die Lunge nochmal kollabiert ist oder expandiert bleibt:
Wenn Lunge kollabiert, d.h. die Wunde ist noch nicht ausgeheilt Dann machen wir noch ein Sog-Versuch 5 Tage mit -
25 bis -35mmH2O negativem Druck Nach 5 Tagen nochmal Einklemmung für 6h Rö-Kontrolle: nochmal kollabiert
Dann diesmal Konsil an Chirurgen.
Wenn Lunge nach Sog-Einklemmung expandiert bleibt, d.h. die Wunde ist geheilt Das bedeutet, die Lunge auch ohne
Sog expandiert bleibt, dann ziehen wir die Drainage aus (zu zweit).
*Drainage saugt nicht nur Luft, sondern auch Flüssigkeit aus Pleuraraum.
*Wenn in der Rö-Kontrolle direkt nach der Anlage der Drainage die Lunge immer noch kollabiert ist, dann gibt es 3 mögliche
Ursachen: 1. Drainage-Schlauch ist abgeknickt, 2. Es gibt Verstopfung im Schlauch, 3. Wunde ist zu groß und -25 mmH2O
negativer Druck reicht nicht. Wir nehmen eine 20ml Spritze und zuerst Aspirieren, wenn es kein Problem gibt, dann gibt
es keine Abknickung oder Verstopfung Wenn wir Luft schicken und es ein Hindernis gibt, oder wenn wir nicht aspirieren
können, dann ist der Schlauch verstopft oder abgeknickt Dann spritzen wir 10-20ml NaCl und öffnen das Wenn keine
Abknickung oder Verstopfung gibt, dann das bedeutet die Wunde ist zu groß und -25mmH2O reicht nicht Wir erhöhen
den Druck auf -30-35mmH2O und machen Rö-Kontrolle Wenn immer noch nicht reicht, dann CT oder MRT um die Größe
der Wunde zu sehen und danach chirurgisches Konsil.
b. Monaldi: 2. ICR mittlere Klavikularlinie Monaldi ist nicht chirurgish, aber es gibt keine Priorität von Bülau oder
Monaldi aufeinander, beide funktionieren gleich und gut.
631
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Pat ist nach OP gestorben, was für einen Tod ist das?
Nicht-natürlicher Tod Polizei informieren Gerichtsmedizinische Obduktion.
20. Wenn Pat betreut ist und/oder eine Vollmacht und/oder Patientenverfügung hat, wo steht, dass eine Behandlung
abgelehnt wurde, aber Pat will trotzdem behandelt werden. Was machen Sie?
Man muss den Pat behandeln, egal wo und was unterschrieben ist, weil die mündliche Aussage gültig ist.
21. Was ist der Unterschied zwischen Leitlinien und Richtlinien?
Richtlinien: Verbindliche Vorgaben, also Pflichten z.B. Hygiene-Richtlinie in Krankenhäuser.
Leitlinien: Empfehlungen für die optimale Behandlung z.B. Leitlinien von „Deutsche Gesellschaft für Kardiologie“ für die
Behandlung von Herzerkrankungen.
*AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften):
-S1-Leitlinie: Empfehlungen basieren auf informellen Konsens.
-S2-Leitlinie:
S2k-Leitlinie: basieren auf strukturierten Konsens.
S2e-Leitlinie: basieren auf "Evidenz".
-S3-Leitlinie: basieren auf Evidenz und strukturiertem Konsens.
Details über Leitlinien:
S1-Leitlinie:
*Diese Leitlinien basieren auf einem informellen Konsens. Das bedeutet, dass sie auf dem allgemeinen Wissen und der
Erfahrung von Experten beruhen, ohne eine systematische Auswertung der wissenschaftlichen Evidenz.
*Beispiel: Allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft, die auf der klinischen
Erfahrung von Experten basiert. Diese Leitlinie könnte Ratschläge zur Vermeidung von Lebensmitteln mit erhöhtem Risiko
(wie Rohmilchprodukten) geben und allgemeine Tipps zur Ernährung beinhalten, ohne eine umfassende systematische
Übersichtsarbeit oder detaillierte wissenschaftliche Evidenzanalysen.
S2-Leitlinie:
S2k-Leitlinie:
*Diese Leitlinien basieren auf einem strukturierten Konsens. Das bedeutet, dass ein formelles Verfahren verwendet wird,
um die Meinungen von Experten zu sammeln und zu vereinheitlichen, aber sie enthalten keine evidenzbasierte Forschung.
*Beispiel: Empfehlungen zur Behandlung seltener Krankheitsbilder, bei denen es evidenzbasierte Forschung mangelt, aber
die Experten sich auf ihrer klinischen Erfahrung geeinigt haben.
S2e-Leitlinie:
*Diese Leitlinien basieren auf „Evidenz“. Das bedeutet, dass sie auf wissenschaftlichen Studien basieren. Die Empfehlungen
beruhen auf einer Analyse der wissenschaftlichen Evidenz.
*Beispiel: Spezifische Empfehlungen zur medikamentösen Therapie von Hypertonie, die auf der Auswertung
randomisierter kontrollierter Studien basieren.
S3-Leitlinie:
*Diese Leitlinien kombinieren evidenzbasierte Forschung mit strukturiertem Konsens. Sie enthalten sowohl
wissenschaftliche Evidenz als auch eine Konsensbildung unter Experten, um umfassende und praxisnahe Empfehlungen zu
entwickeln.
632
Rojhat aus Kurdistan
*Beispiel: Detaillierte Empfehlungen zur Behandlung von Diabetes mellitus, die sowohl auf der Analyse der Studien als
auch auf der Expertise von Fachleuten beruhen, um die besten Therapieansätze zu ermitteln.
22. Versicherung? A: s. 401
23. Was ist Behandlungsbericht? A: s. 398.
Der Arztbrief nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder nach der Untersuchung beim Facharzt.
24. Ein Kind hat Unfall auf dem Weg zur Schule. Welche Versicherung übernimmt den Fall?
Berufsgenossenschaft.
-Aufbauen von BG?
Behandlung, Umschulung, Rente, Rehabilitation, Prävention.
25. Todeszeichen? A: s. 395.
Sichere: Totenflecken (Livores), Totenstarre (Rigor Mortis), Fäulnis, Nicht mit dem Leben vereinbarende Verletzungen.
Unsichere: Bewusstlosigkeit, Pulslosigkeit, Atemstillstand, Lichtstarre, weite Pupillen, Hypothermie, Areflexie, Hautblässe,
Hautvertrocknung.
-Es gibt einen unklareren Tod, Oberarzt sagt, keine Polizei anrufen und das ist gegen Ihre Meinung? Unterschreiben Sie
das?
Nein, ich muss Polizei informieren.
26. Was sind Krankenversicherungen?
BG, Gesetzliche KV, Private KV.
Es gibt aktuell 95 Krankenkassen in Deutschland (2024) und man kann eine davon frei auswählen.
GKV PKV
Solidaritätsprinzip. Äquivalenzsprinzip.
Familienangehörige mitversichert. Separater Beitrag für jede Person.
Beiträge prozentual nach Einkommen (14,6%). Beitrag nach individuellem Krankheitsrisiko berechnet.
Alle Versicherten haben gleichen Leistungsanspruch. Gutverdienende, alleinstehende haben günstigere Tarife.
Nicht alle Leistungen werden komplett bezahlt. Bevorzugte Behandlung (separate Sprechstunden für
Privatversicherte, Einbettzimmer, Sehhilfen, Zahnersatz).
Pflicht bei monatlichem Bruttoeinkommen bis 4.800 Euro. Ab 4.800 Euro kann man sich unabhängig vom Einkommen
Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten sind privat versichern. Besserverdienende Arbeitnehmer,
pflichtversichert. Freiberufler und Beamter können freiwillig beitreten.
Der Wechsel in eine andere gesetzliche Kasse bzw. in die Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist
private Krankenversicherung ist zum Ende des nur unter bestimmten Bedingungen möglich.
übernächsten Monats möglich.
27. Juristische Fragen über Aufklärung, wann soll der Chirurg/Anästhesist den Pat wegen OP aufklären? A: s. Frage 10.
Mind. 24h vor OP, damit der Pat Zeit hat, nachzudenken, mit Familie und Freunden zu diskutieren.
28. Todeszeichen? A: s. 395
Sichere: Totenflecken (Livores), Totenstarre (Rigor Mortis), Fäulnis, Nicht mit dem Leben vereinbarende Verletzungen.
Unsichere: Bewusstlosigkeit, Pulslosigkeit, Atemstillstand, Lichtstarre, weite Pupillen, Hypothermie, Areflexie, Hautblässe,
Hautvertrocknung.
-Wann beginnen die Flecken und die Starre? A: s. 395.
Totenflecken (Livores) Nach 20-30min Nach 30h nicht wegdrückbar.
Totenstarre (Rigor Mortis) Nach 2-4h Nach 24h vollständige Starre Nach 48-72 Lösung der Starre wg. Autolyse.
Kein Totenschein ausfüllen vor Bestätigung des Todes Zuerst Leichenschau.
29. Fragen über Todeszeichen? A: s. 395 und Frage 28.
30. Fragen über Schweigepflicht? A: s. 397.
Der Arzt verpfichtet, über alles was Pat betrifft zu schweigen:
-Über die Situation des Pat dürfen wir Ehegatte, Kinder, Angehörigen nicht informieren.
-Wenn Pat das nicht will, dürfen wir keinen Brief auch zum HA schicken.
-Mündliche, schriftliche Mitteilungen sowie alle Befunde, sogar ob der Pat beim Arzt in Behandlung ist.
-Gilt auch nach Sterben.
Entbindung:
-Durch Pat.
-Gefährdung der Gesellschaft Mord, Völkermord.
-Gesetzliche Auskunftspflicht Meldepflicht, Geburt, Tod, Berufskrankheiten, Krankenkasse.
-V.a. nicht-natürliche Todesursache.
-Für Schutz der Pat und anderen z.B. Meldung an Führerscheinbehörde.
31. Definitive Todeszeichen? A: s. 395 und Frage 28.
32. Richtlinien und Leitlinien mit Beispielen? A: s. Frage 21.
33. Sichere und unsichere Todeszeichen? A: s. 395 und Frage 28.
34. Sie sind Rettungsarzt, ein alter Pat ist zu Hause gestorben, dürfen Sie Todesschein schreiben?
Ja, ein Rettungsarzt darf Totenschein schreiben, wenn es um einen natürlichen Tod handelt.
633
Rojhat aus Kurdistan
Wenn die Todesursache durch den Notarzt nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann oder besteht ein V.a. eine nicht
natürliche Todesart, so steht auf dem Totenschein als Todesursache “ungewiss” oder “nicht-natürlich”. In diesen Fällen
muss der Arzt die Kriminalpolizei anrufen.
35. Ab welchem Alter dürfen Kinder selber über ihre Behandlungen entscheiden?
Für Kinder treffen die gesetzlichen Vertreter Entscheidungen für medizinische Sorge. Wenn die Eltern die Gesundheit des
Kindes gefährden, entscheidet dann Familiengericht. Im Notfall entscheidet das Gericht nach dem Eingriff.
*Ab 14 kann Kind einfachere, weniger riskante Entscheidungen selbst treffen.
*Ab 16 auch schwerer wiegende, riskantere Entscheidungen.
*Ab 18 auch schwerst wiegende Entscheidungen.
Entscheidend ist immer die persönliche Reife Arzt entscheidet, ob das Kind reif genug.
36. Wenn Jemand wegen Kontakt bei Corona-Patient zu Hause bleiben muss, aber keine Symptome hat, darf Arzt
Krankmeldung schreiben?
In Deutschland kann ein Arzt eine Krankschreibung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) ausstellen, wenn ein Patient
aufgrund einer möglichen Corona-Exposition zu Hause bleiben muss.
37. Psychisch-Kranken-Gesetz?
*Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) regelt die Behandlung von psychischen Erkrankungen Insb. wann und wie die
Patienten untergebracht werden, wenn sie eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen.
*Wenn eine Person Suizidgedanken äußert oder ein suizidales Verhalten zeigt, kann PsychKG als rechtliche Grundlage
genutzt werden, um die Unterbringung in eine geschlossene Station zu ergreifen.
a. Akute Gefährdung:
Wenn jemand Suizidgedanken hat und in akuter Gefahr ist, kann das PsychKG angewendet werden, um die Person in eine
psychiatrische Klinik einzuweisen, auch wenn sie das nicht will.
b. Verfahren zur Unterbringung:
Begutachtung: Ein Arzt, oft ein Psychiater, muss die akute Gefährdung feststellen und dokumentieren.
Richterliche Entscheidung: Ein Richter muss die Unterbringung anordnen. In dringenden Fällen kann eine vorläufige
Unterbringung auch ohne richterliche Anordnung erfolgen, diese muss aber innerhalb kurzer Zeit (meist 24 Stunden)
nachträglich bestätigt werden.
Notfallmaßnahmen: In akuten Notfällen kann die Polizei oder der Rettungsdienst die Person in eine psychiatrische
Einrichtung bringen, um eine sofortige Gefahr abzuwenden.
c. Behandlung und Betreuung:
Während der Unterbringung wird die betroffene Person medikamentös und psychotherapeutisch behandelt.
Sicherheitsmaßnahmen: Überwachung und Betreuung zur Verhinderung von Suizidversuchen innerhalb der Klinik.
38. Fall: Pat ist auf Station bewusstlos, hat kein Puls, wie gehen Sie vor?
Reanimation.
-Würden Sie ihn reanimieren so auf dem Bett oder ziehen Sie ihn auf dem Boden?
Wenn Bett für CPR fest genug ist, dann direkt auf dem Bett. Wenn nicht, dann auf dem Boden.
-Und wie viel cm muss man drücken?
5-7cm.
-Was geben Sie am Anfang?
Adrenalin 1mg alle 3-5 Minuten.
-Dann hat er VT, was geben Sie?
Amiodaron 300 mg.
-Nach 30 Min erfolglos, was sind sichere Todeszeichen? A: s. 395
Sichere Todeszeichen: Totenflecken (Livores), Totenstarre (Rigor Mortis), Fäulnis.
-Sichere Frakturzeichen?
Sichere Frakturzeichen: Krepitation. Achsabweichung. Offene Fraktur. Stufenbildung.
39. Leitlinie und Rechtlinie: Differenz und Beispiele? A: s. Frage 21
40. Fall: Schwester sagt; Patient auf Station atmet nicht. Was machen Sie?
Zu dem Patienten gehen ABC, Reanimation beginnen.
-Einfach so?
Nein, zuerst muss man die Akte für Patientenverfügung gucken.
41. Fall: Was macht man bei einer 95J Patientin, die eine Risiko-OP haben muss? Muss man wirklich operieren?
Man muss den Pat fragen Wenn sie bewusstlos ist, dann Patientenverfügung Wenn keine gibt, dann Bevollmächtigte
oder Betreuer fragen Wenn keine gibt, dann Richter anrufen.
-Patientenverfügung erklären? A: s. Frage 12.
42. Eine 93J Dame mit akuter arterielle Verschlusskrankheit. Sie wünscht keine OP, keine invasiven Eingriffe. Was
machen Sie?
Die Dame kann selbst entscheiden, dann würde ich ihren Wünsch respektieren und einfach konservativ vorgehen mit
Analgesie damit sie keine Schmerzen bekommt.
-Ja und was noch?
Er wollte hören, dass wir alles dokumentieren müssen.
43. Was ist Behandlungsvertrag? A: s. 398.
*Das ist ein zivilrechtlicher Vertrag zwischen Arzt und Patient über die entgeltliche Durchführung einer Behandlung.
634
Rojhat aus Kurdistan
635
Rojhat aus Kurdistan
Ja, ich kann ab 14 Jahre alt, aber mit Einwilligung der Eltern oder der gesetzlichen Vertreter.
-Soll die beiden Eltern dabei sein?
Je nachdem, wer für ihn zuständig ist. Wenn die Beiden zuständig sind, das heißt die beiden, wenn Alleinerziehender, das
heißt es reicht der Alleinerziehende.
Für Kinder treffen die gesetzlichen Vertreter Entscheidungen für medizinische Sorge. Wenn die Eltern die Gesundheit des
Kindes gefährden, entscheidet dann Familiengericht. Im Notfall entscheidet das Gericht nach dem Eingriff.
*Ab 14 kann Kind einfachere, weniger riskante Entscheidungen selbst treffen.
*Ab 16 auch schwerer wiegende, riskantere Entscheidungen.
*Ab 18 auch schwerst wiegende Entscheidungen.
Entscheidend ist immer die persönliche Reife Wenn ein Arzt zu dem Schluss kommt, dass ein minderjähriger Patient ab
14 Jahren ausreichend reif und einsichtsfähig ist, kann er dessen Einwilligung für einen medizinischen Eingriff als
ausreichend ansehen Im Zweifel sollte immer ein Gespräch mit den Eltern oder gesetzlichen Vertretern gesucht werden,
um rechtliche und ethische Fragen zu klären.
61. Darf eine 17-jährige ohne Einwilligung ihrer Eltern einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen?
Wenn die 17-jährige vom Arzt als einwilligungsfähig betrachtet wird, kann sie ohne die Einwilligung der Eltern einen
Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen. Diese Regelung gilt auch bei anderen medizinischen Eingriffen.
*Schwangerschaftsabbruch ist immer rechtswidrig, aber wird in folgenden Fällen nicht bestraft:
1. Medizinische Indikation: z.B. bei schwersten Erkrankungen des Embryos (nicht Trisomie 21).
2. Kriminologische Indikation bis zur 12. Woche.
3. In den ersten 12 Wochen, wenn die Schwangere sich mindestens drei Tage zuvor hat beraten lassen
(Beratungsschein bzgl. psychosozialer Beratung).
*Die Gabe von Medikament, das Implantation verhindert wie z.B. Ulipristal, ist kein Abbruch (Rezeptfrei).
*Ärzte können Eingriff wegen Weltanschauung/Religion verweigern.
*Werbung für Schwangerschaftsabbruch ist verboten.
*In der Regel ab 16 Schwangerschaftsabbruch erlaubt. Schwangere haben aber immer Vetorecht gegen Abbruch.
62. Fall: Sie wurden von der Nachtschwester angerufen. Sie hat den 94J Patienten, 4 Tage Post-OP tot gefunden,
gedacht mehr als eine halbe Stunde.
-Ist das Natürlich oder nicht-natürlich?
Nicht-natürlich, weil es Post-OP ist.
-Was machen Sie?
Tod feststellen mit sicheren Todeszeichen. A: s. 395.
Sichere Todeszeichen: Totenflecken (Livores), Totenstarre (Rigor Mortis), Fäulnis.
-Was machen Sie, bevor Sie die Untersuchung durchführen?
Hier habe ich an Polizei gedacht, Prüfer hat gesagt; Nein, Sie müssen den Pat erst AUSKLEIDEN!
-Bevor der Pat weggebracht wird, was machen Sie?
Zweite Leichenschau.
63. Pat kommt nach Magensonde-Anlage von Innere zu Ihnen in die Psychiatrie und stirbt. Was für einen Tod ist das?
Nicht-natürlicher Tod Polizei informieren Gerichtsmedizinische Obduktion.
64. Was ist Schweigepflicht? Wann sind wir entbunden? A: s. 397 und Frage 30.
65. Was muss man bei einer Aufklärung sagen? A: s. Frage 10.
-Darf ein Pat einen Eingriff ablehnen?
Ja.
-Darf der Arzt ein Eingriff ablehnen?
Ja. Wg. Ethik, Moral, Religion, Patientenwohl, rechtliche Gründe usw.
66. Was ist Mutterschutzgesetz?
Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) schützt schwangere Frauen und Mütter am Arbeitsplatz.
Die wichtigsten Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes:
*Schutzfristen: 6W vor und 8W nach der Geburt dürfen schwangere nicht arbeiten.
*Beschäftigungsverbote: Bei gefährlichen Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen wie z.B. Hitze, Strahlung, Nachtschicht,
Vibration, Psychisch anstrengend dürfen Schwangere und stillende Mütter nicht arbeiten. Arbeitgeber muss alternative
Aufgaben anbieten.
*Kündigungsschutz: Arbeitgeber darf die schwangeren und stillenden Mütter nicht kündigen.
*Mutterschaftsgeld: Schwangere Frauen erhalten Mutterschaftsgeld während der Schutzfristen. Dieses Geld wird
entweder von der Krankenkasse oder, bei privatversicherten Frauen, direkt vom Arbeitgeber gezahlt.
*Stillpausen: Stillende Mütter haben das Recht auf bezahlte Stillpausen während der Arbeitszeit.
-Von wann bis wann dürfen Schwangere nicht arbeiten?
6W vor und 8W nach der Geburt.
-Dürfen sie früher zurück zur Arbeit kommen?
Nein.
-Dürfen sie Dienste während der Schwangerschaft machen?
Nein.
67. Was bedeutet S3-Leitlinie und welche anderen Arten von "S" gibt es? A: s. Frage 21.
*AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften):
636
Rojhat aus Kurdistan
637
Rojhat aus Kurdistan
638
Rojhat aus Kurdistan
639
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
*Patella: Verschieblichkeit, Tanzende Patella.
Verschieblichkeit: Krepitation oder Schmerzen bedeutet Retropatellare Arthrose.
Quelle: Springer.
Tanzende Patella: Gelenkerguss (z.B. bei Meniskusruptur).
640
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
*Kreuzbänder: Schubladen-Test.
Pat liegt Knie 90°:
*erhöhte Verschieblichkeit nach vorne: Läsion vorderes Kreuzband.
*erhöhte Verschieblichkeit nach hinten: Läsion hinteres Kreuzband.
Quelle: Amboss.
*Menisken: Steinman-I-Zeichen.
Pat liegt Knie 90° Untersucher macht Innen-&Außenrotation des Unterschenkels:
*Schmerzen über dem lateralen Gelenkspalt bei Innenrotation → Schädigung des Außenmeniskus.
*Schmerzen über dem medialen Gelenkspalt bei Außenrotation → Schädigung des Innenmeniskus.
Quelle: Amboss.
641
Rojhat aus Kurdistan
[Link]
cec0
3. Wie kann man die venöse Insuffizienz palpatorisch untersuchen?
Quelle: Amboss.
Palpation von Haut: Trocken, dünn und verfärbt.
Palpation von Ödemen: Eindrückbare Ödeme.
Palpation von Varizen: Oberflächliche, knotige Venen (Krampfadern).
Palpation von Geschwüren: Die Haut sanft abtasten und auf offene Stellen oder Wunden achten.
Palpation von Temperaturveränderungen: Lokale Temperaturunterschiede mit der der umliegenden Haut.
4. Prüfer wollte Anastomose zwischen superfiziell und tiefen Venensystem hören.
Perforansvene: Vene zw. tiefen und oberflächlichen Vene.
5. Wie viele Pulsen gibt es am Fuß?
Es gibt 2: A. tibialis posterior und A. dorsalis pedis.
642
Rojhat aus Kurdistan
Standprüfung:
*Romberg-Stehversuch: Bei Polyneuropathie sensible Ataxie Ungerichtete Schwankung hin und her.
Gangprüfung:
Pat geht barfuß und mit entkleideten Beinen mind. 10-15 Schritten vorwärts hin und her Auffordern, abrupt anzuhalten
und auf Kommando wieder zu starten Auffordern, ein Teilstück der Gehstrecke mit geschlossenen Augen zurückzulegen.
*Pathologisch: Flexionshaltung (gebeugte Knie, Hüft), Kleine Schritte, Breite Schritte, Steppergang (Fußlähmung).
Hyporeflexie: Biceps (C5-6), Triceps (C7-8), Patella (L2-4), Achilles (S1-2).
7. Gynäkologische Anamnese nicht vergessen!
Menstruationsgeschichte:
-Wann hatten Sie Ihre erste Menstruation (Menarche)?
-Wie regelmäßig sind Ihre Menstruationszyklen?
-Wie lange dauern Ihre Menstruationszyklen im Durchschnitt?
-Wie stark ist Ihre Blutung normalerweise?
-Haben Sie während Ihrer Menstruation Schmerzen? Wenn ja, wie stark sind diese?
Schwangerschaften und Geburten:
-Haben Sie schon einmal eine Schwangerschaft erlebt? Wenn ja, wie viele?
-Haben Sie Kinder? Wenn ja, wie viele und wann wurden sie geboren?
-Haben Sie Fehlgeburten oder Abtreibungen erlebt? Wenn ja, wann und wie viele?
-Gab es bei Ihren Schwangerschaften oder Geburten irgendwelche Komplikationen?
Verhütungsmethoden:
-Welche Verhütungsmethoden haben Sie in der Vergangenheit verwendet?
-Welche Verhütungsmethode verwenden Sie derzeit?
-Haben Sie Probleme oder Nebenwirkungen mit Ihrer aktuellen Verhütungsmethode?
Sexuelle Gesundheit:
-Sind Sie sexuell aktiv?
-Haben Sie momentan einen festen Sexualpartner oder mehrere Partner?
-Haben Sie Schmerzen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr?
Gynäkologische Erkrankungen:
-Haben Sie in der Vergangenheit gynäkologische Infektionen oder Krankheiten gehabt?
-Sind bei Ihnen jemals Zysten, Myome oder Endometriose diagnostiziert worden?
-Haben Sie oder hatten Sie gynäkologische Krebserkrankungen?
Operationen und Eingriffe:
-Haben Sie jemals gynäkologische Operationen oder Eingriffe gehabt? Wenn ja, welche und wann?
-Gab es bei diesen Eingriffen Komplikationen?
Symptome:
-Haben Sie ungewöhnlichen Ausfluss bemerkt?
-Haben Sie Juckreiz oder Brennen im Genitalbereich?
-Haben Sie Veränderungen in der Brust bemerkt, wie Knoten oder Ausfluss?
8. Knie-Untersuchung? A: s. Frage 2.
9. Die neurologische Untersuchung sollte nicht ausführlich durchgeführt, aber trotzdem hat er Fragen über
Sensibilität, Motorik, Kraft gestellt. A: Amboss, s. 408 und Frage 6.
[Link]
643
Rojhat aus Kurdistan
-Vigilanz: GCS.
-Orientierung: ZOPS.
-Sprache.
-Hirnnerven.
-Motorik: Muskelkraft, -tonus.
-Sensibilität: Berührung-, Schmerz-, Vibration-, Temperaturempfinden.
-Reflexe: Muskeleigen-, Fremd- (Bauchhaut-, Analreflex), Pathologische Fremdreflexe.
-Koordination: Finger-Nase-Versuch, Finger-Folge-Versuch, Knie-Hacke-Versuch, Diadochokinesie.
-Stand- und Gangprüfung: Romberg-Stehversuch.
10. Babinski-Reflex beschreiben, wie sieht der Fuß aus, wenn es positiv ist?
Dorsalextension der Großzehe mit Beugung der Kleinzehen.
Quelle: Wikipedia.
11. Bei der KU wurde Patella-Untersuchung gefragt. A: s. Frage 2.
Verschieblichkeit: Krepitation oder Schmerzen bedeutet Retropatellare Arthrose.
Tanzende Patella: Gelenkerguss bei Meniskusruptur.
Facettendruckschmerz: Retropatellare Arthrose.
Apprehension-Test: Zum Nachweis einer Luxationsneigung bei stattgehabter Patellaluxation Patella wird nach lateral
bewegt Quadriceps wird angespannt und mimische Angstreaktion (eng. Apprehension) im Gesicht des Patienten.
644
Rojhat aus Kurdistan
St 2:
645
Rojhat aus Kurdistan
-Dauerhafte Ödeme.
-Atrophie blanche Weiße, münz- bis handtellergroße Atrophie-Herde.
-Purpura jaune d'ocre Braune, gelblich Hyperpigmentierung der Haut aufgrund von Hämosiderinablagerungen.
-Stauungsdermatitis (Stauungsekzem) Glänzend-gespannte, gerötete, überwärmte und schuppige Haut.
-Dermatoliposklerose Knotige oder plattenartige Verschwielung der Haut, wg. Fibrosierung aufgrund O2-Mangel.
646
Rojhat aus Kurdistan
Patient sagt geflüstert "66" Man hört die Zahl über infiltrierten Arealen aufgrund einer besseren Fortleitung lauter.
Bei Luft- und Wasseransammlungen (Pneumothorax, Pleuraerguss) verminderten oder aufgehobenen Weiterleitung.
Stimmfremitus: Prüfung der Vibrationsleitung über das Lungengewebe auf den Brustkorb durch Palpation.
Patienten sagt tief "99" Man tastet mit offenen Handinnenflächen den hinteren Thorax.
Bei einem Pneumothorax befindet sich Luft im Pleuraspalt und die Vibrationen werden nicht oder nur abgeschwächt
fortgeleitet (verminderter Stimmfremitus).
Verstärkt (oder positiv) ist der Stimmfremitus bei verdichtetem Lungengewebe (z.B. im Rahmen einer Pneumonie).
17. Was sind die Pulse unterer Extremitäten und wie heißen die Gefäße? A: s. Frage 5.
A. poplitea, A. temporalis posterior und A. dorsalis pedis.
18. Ich habe RR gemessen: RR der oberen Extremität 115/80mmHg und der unteren 130/85 mmHg. Am Unterschenkel
habe ich die Manschette gelegt und A. dorsalis pedis getastet. Frage: Könnte das normal sein?
Ich: Ja, Knöchel-Arm-Index ist noch im Normbereich.
19. Bei Abdomen Untersuchung war der Prüfer neben mir; Abdomen war weich, Druckschmerz im linken UB, sonst
unauffällig.
-Haben Sie schon eine Diagnose im Kopf?
Divertikulitis.
-Was steht dafür?
Die Lokalisation der Schmerzen, akuter Charakter.
-Kann Divertikulitis nur Sigmoidkolon treffen?
Nein, aber meistens ist Colon Sigmoideum getroffen.
-Was sind die Differenzialdiagnosen? A: s. 125.
647
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Schmerzhafte Manöver:
-Rovsing-Zeichen: Schmerzen im re. UB durch Ausstreichen des Kolons längs des Kolonrahmens in Richtung Appendix.
-Douglas-Schmerz: Schmerzen beim Palpieren des Douglas-Raums bei der rektalen Untersuchung.
-Psoas-Zeichen: Schmerzen im re. UB durch Anheben des re. Beines gegen Widerstand Retrozökale Appendizitis.
-Baldwin-Zeichen: Schmerzen in der Flanke nach Fallenlassen des gestreckten, im Liegen angehobenen rechten Beines
(Hinweis auf retrozökale Appendizitis).
Quelle: Amboss.
-Rovsing Manöver durchführen und wieso kommt es zu Schmerzen im UB rechts? (s.o.)
Aufgrund der Flüssigkeitsbewegung.
-Dann McBurney-Zeichen, auch wieso? (s.o.)
Aufgrund der Reizung vom entzündeten Peritoneum parietale.
Zunächst diffuse epigastrische/periumbilikale Schmerzen (viszeraler Schmerz):
Viszerale Schmerzen sind dumpf und schlecht lokalisierbar, weil die Innervation der abdominellen Organe multisegmental
über die sympathischen Fasern der Nn. splanchnici erfolgt. Weil das Peritoneum viszerale fast keine sensiblen Fasern
besitzt; die Schmerzen werden hauptsächlich über sensible Fasern in der muskulären Wand der Hohlorgane
wahrgenommen. Sie werden häufig als kolikartig und nahe der Mittellinie empfunden und können mit vegetativen
Begleitsymptomen (Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen) einhergehen.
Schmerzwanderung in den rechten Unterbauch nach ca. 4–24 h (somatischer Schmerz):
Die parietalen Schmerzen werden durch die sensible Innervation des Peritoneum parietale wahrgenommen. Die
Innervation erfolgt über sensible Fasern von segmentalen somatischen Nerven (Spinalnerven). Daher werden parietale
Schmerzen als stechend, hell und gut lokalisierbar empfunden.
21. Während ich Darmgeräusche auskultiert habe, hat Prüfer gefragt; wieso Auskultation?
Um pathologische Darm- und vaskuläre Geräusche auszuschließen:
648
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Und weiter mit Pulsstatus? A: s. Frage 5.
-In welche Arterien teilt sich A. femoralis im Oberschenkel?
Arterien: Aorta abdominalis Iliaca communis Iliaca externa (&interna) Femoralis communis Femoralis
superficialis (& Profunda femoris & Epigastrica superficialis) Poplitea Tibialis anterior (&posterior&Fibularis)
Dorsalis pedis.
649
Rojhat aus Kurdistan
650
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
26. Wie bestimmt man die Lungengrenze?
Mittels Perkussion:
Die Lunge wird zuerst nach tiefer Exspiration perkutiert und die kaudale Grenze des sonoren Klopfschalls ermittelt. Diese
Untersuchung wird nach tiefer Inspiration wiederholt und die Differenz zur Exspiration ermittelt.
651
Rojhat aus Kurdistan
652
Rojhat aus Kurdistan
Lymphödem, Lipödem Bei Lymphödem sind Zehen auch geschwollen, das ist der Unterschied zum venösen Ödem.
Myxödem, HI-Ödem.
35. Detaillierte Untersuchung der motorischen Ausfälle der unteren Extremität?
Muskeltrophik:
-Normotroph (Eutroph) normal und auch bei 1. Motorneuron-Läsion.
-Atroph wg. 2. Motorneuron-Läsion.
Muskeltonus:
-Normoton,
-Hypoton wg. 2. Motorneuron-Läsion Schlaffe Parese.
-Hyperton wg. 1. Motorneuron-Läsion Spastische Parese.
Muskelkraft:
Parese: Unvollständige Lähmung = Kraftminderung Kraftgrad 1 bis 4.
Paralyse (Plegie): Vollständige Lähmung Kraftgrad 0.
-Bein-Halteversuch Pat liegt, Knie und Hüfte im 90 Grad gebeugt müssen 30s gehalten werden.
-Kraftprüfung: Gegen Widerstand von Untersucher:
*Extension, Flexion, Ab-, Adduktion, Innen- und Außenrotation von Hüfte, Knie wg. 2. Motorneuron-Läsion.
*Dorsalextension und Plantarflexion des Fußes Fußheberschwäche bei N. fibularis-Läsion.
653
Rojhat aus Kurdistan
36. Schulteruntersuchung?
Inspektion: Angehängte Schulter: Asymmetrie der Schulter: Schulterschiefstand Skoliose, Beinlänge-Differenz.
Palpation: Klavikula, Scapula, Tuberkulum majus von Humerus und angebundene Rotatormanschettenmuskeln (M.
infraspinatus, supraspinatus, teres minor, subscapularis), Akromioklavikulärer Gelenkspalt (Fossa infraclavikularis).
Beweglichkeitsprüfung:
-Nackengriff: Außenrotation und Abduktion.
-Schürzengriff: Innenrotation, Extension und Adduktion.
-Neutral-Null-Methode:
Ante-/Retroversion: 90°/0°/30°
Ad-/Abduktion: 20°/0°/90°
Innen-/Außenrotation: 70°/0°/60° (in Neutral-0-Stellung)
Innen-/Außenrotation: 70°/0°/70° (bei 90° abduziertem Oberarm)
Rotatormanschette-Untersuchung:
654
Rojhat aus Kurdistan
Impingement-Tests:
-Painful-Arc-Test:
655
Rojhat aus Kurdistan
-Neer-Test Schmerzen bei Innenrotation dann Anteversion zwischen 90° und 120°.
Quelle: Amboss
37. Knieuntersuchung? A: s. Frage 2.
38. Hüftuntersuchung?
Inspektion: Innenrotationsgang/Außenrotationsgang? Hinken: Beinverkürzung, Spastische oder Schlaffe Lähmungen?
Palpation: Trochanter-Klopfschmerz oder -Druckschmerz Fraktur, Koxarthrose, Gelenkerguss.
Beweglichkeitsprüfung:
-Neutral-Null-Methode:
Flexion/Extension: 140°/0°/15°
Adduktion/Abduktion: 25°/0°/45°
Innen-/Außenrotation: 35°/0°/45°
656
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
39. Neutral-Null-Methode?
Bestimmung des Bewegungsmaßes in Winkelgraden:
-Extension mit Gradzahl - Neutralstellung mit Gradzahl - Flexion mit Gradzahl.
Wenn der Pat eine der beiden Bewegungen (Flexion oder Extension) nicht mehr machen kann, dann wird durch eine Null
ersetzt. In die Mitte schreibt man diesmal das erhobene Bewegungsdefizit bis zum Erreichen der Neutralstellung z.B.
wenn Extension der Hüfte nicht möglich ist und Flexion unter 10 Grad nicht geht, dann schreibt man Extension/Flexion:
0/10/140 D.h. Extension nicht möglich und Hüfte nur zwischen Flexion 10 und 140 Grad bewegt werden.
40. Lasègue-Zeichen?
Lasègue: Pat liegt, Untersucher hebt das Bein Schnell einschießende Schmerzen ins Bein mit Ausstrahlung im
motorischen/sensiblen Areal der betroffenen Nervenwurzel bei einem Beugungswinkel von meist 40-60°.
Hinweis auf: Wurzelreizung L4–S1, Reizung des N. ischiadicus oder meningeale Reizung.
Pseudo-Lasègue: Langsam zunehmende, ziehende Schmerzen im Bereich der LWS und des Oberschenkels ohne
Schmerzausstrahlung.
Hinweis auf: Muskuloskelettale Dysfunktionen.
Bragard: Zuerst Lasègue-Test, bis der Schmerz auftritt Dann Absenken des Beines, bis der Schmerz gerade
verschwunden ist In dieser Position Durchführung einer schnellen Dorsalextension des Fußes:
Bragard-Zeichen positiv: Schnell einschießende Schmerzen ins Bein mit Ausstrahlung im motorischen/sensiblen Areal
der betroffenen Nervenwurzel Hinweis auf: Wurzelreizung L4–S1, Reizung des N. ischiadicus oder meningeale Reizung.
Quelle: Amboss
41. Alle Lymphknoten von oben bis unten über Schauspielerin geprüft.
657
Rojhat aus Kurdistan
658
Rojhat aus Kurdistan
659
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Gesteigerte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 1. Motoneurons (zentrale Störung) Schädigung der Pyramidenbahn (zuständig für Motorik von Extremitäten-
und Augenmuskulatur) Babinski positiv.
Kx: Erhöhte Muskeltonus (Spastik), Hyperreflexie, Pathologische Fremdreflexe (Babinski).
Äx:
-Neurologische Erkrankungen: MS, Schlaganfall, Parkinson, Hirntumor, Rückenmarkverletzungen, Neuropathien.
-Hyperthyreose: Nervensystem überstimuliert.
-Elektrolytstörungen: HyperK, HyperCa.
-Medikamente: Antidepressiva (SSRI: Fluoxetin, Sertralin. Trizyklische: Amitriptylin), Antiepileptika, Antipsychotika,
Antiparkinson, Amphetamine.
Verminderte Muskeleigenreflexe:
*Läsion des 2. Motoneurons (periphere Nervenläsion).
Kx: Verminderte Tonus, Faszikulationen, Hyporeflexie, Muskelatrophie.
Äx:
-Spinalnervenkompression: BSV, Spinalkanalstenose, Verletzungen, Degenerative Erkrankungen.
-Muskelkrankheiten: Myasthenia gravis, Muskeldystrophien.
-Metabolisch: Hypothyreose, DM, Vitaminmangel.
-Medikamente: Benzodiazepine.
43. Basiswissen über Herztöne, Herzgeräusche?
1. Herzton (physiologisch):
-Schluss von Mitral- und Trikuspidalklappe.
-Beginn der systolischen Phase (Kontraktion des Herzens).
-0,02–0,04 s nach Beginn des QRS-Komplexes.
2. Herzton (physiologisch):
-Schluss von Aorten- und Pulmonalklappe.
-Beginn der diastolischen Phase (Entspannung des Herzens).
-Liegt am Ende der T-Welle.
Spaltung des 2. Herztons:
-Physiologische Spaltung: Gespaltener 2. Herzton während der Inspiration (vor allem bei jüngeren Personen).
-Weite Spaltung: Gespaltener 2. Herzton bei einer Volumen-/Druckbelastung des rechten Ventrikels (z.B. bei
Pulmonalklappenstenose, Rechtsschenkelblock).
3. Herzton:
-Ventrikulärer Füllungston zu Beginn der Diastole.
-Ca. 0,15 s nach dem 2. Herzton.
-Bei Kindern und Jugendlichen physiologisch.
Pathologische Ursachen:
-Diastolische Volumenüberlastung bei Mitralklappeninsuffizienz,
660
Rojhat aus Kurdistan
-Herzinsuffizienz,
-Konstriktiver Perikarditis,
-Hyperthyreose.
4. Herzton (Synonym: "Vorhofgalopp"):
-Kurz vor dem 1. Herzton.
-Spätdiastolische Vorhofkontraktion gegen erhöhten linksventrikulären Druck (z.B. bei LV-Hypertrophie wg. Aortenstenose)
Holosystolikum M T I VSD
Spindelförmige Holosystolikum A P S ASD
Protodiastolikum mit Decrescendo A P I
Verzögertes Diastolikum mit Decrescendo M T S
Systolikum und Diastolikum PDA
661
Rojhat aus Kurdistan
XV. Radiologie:
A. Strahlenschutz:
1. Wie viel Millisievert ist Röntgen und CT? A: s. 399.
-Röntgen-Schädel: 0,1mSv.
-Röntgen-Thorax: 0,2mSv.
-CT-Thorax: 10mSv.
-CT-Thorax&Abdomen: 20mSv.
-Herzkatheter: diagnostisch 7mSv, mit Intervention (PTCA) 15 mSv.
2. Wie erklären Sie das dem Patienten?
Millisievert (mSv) ist eine Maßeinheit für die Strahlendosis. Ionisierende Strahlung wird verwendet, um Bilder des Körpers
zu erzeugen. Die Strahlendosis von Röntgen kann man mit einem Flug vergleichen:
Ein Flug von London nach New York verursacht eine Strahlenbelastung von 0,1 mSv. Ein Röntgen des Kopfes kann eine
Strahlendosis von 0,1 mSv auslösen, während eine Röntgenaufnahme des Thorax 0,2 mSv betragen kann. Ein CT-Scan des
Thorax kann eine Strahlendosis von 10 mSv auslösen, während ein CT-Scan des Thorax und Abdomens 20 mSv betragen
kann.
3. Wie funktionieren Sono und CT?
*CT: Es ist eine schmerzfreie Röntgen-Untersuchung. Mit Hilfe eines Computers und Röntgenstrahlen werden viele
Schnittbilder des Körpers gemacht. Bei der Untersuchung muss der Patient für einige Zeit ruhig in einer Röhre liegen. Wenn
das ein Problem darstellt, kann man vorher ein Beruhigungsmittel geben.
*MRT: Es ist eine Kernspinuntersuchung, und handelt sich um eine schmerz- und strahlenfreie Untersuchung. Mit Hilfe
eines Computers werden viele Schnittbilder des Körpers gemacht. Bei der Untersuchung muss der Patient für einige Zeit
ruhig in einer Röhre liegen. Wenn das ein Problem darstellt, kann man vorher ein Beruhigungsmittel geben.
*Sonografie: Es handelt sich um eine schmerz- und strahlenfreie Untersuchung. Bei der Untersuchung wird ein Gel als
Kontaktmittel auf Ihre Haut aufgebracht, und darauf wird der sogenannte Schallkopf gesetzt. Mit Hilfe von Schallwellen
werden viele innere Organe sichtbar gemacht und können als Bild aufgezeichnet werden.
*Röntgen-Thorax: Es ist eine Untersuchung des Brustkorbs mit Röntgenstrahlen. Die Untersuchung ist schmerzfrei, aber
dabei muss der Patient den Oberkörper freimachen und sich vor eine Platte stellen. Die Strahlenbelastung ist hier zu
gering, und mit dieser Untersuchung können wir viele Sachen beurteilen, wie die Lungen, die Herzgröße, das Zwerchfell
usw.
4. Wie viel Kilokalorien muss man täglich essen und wie viel müssen Lipid, Protein und Kohlenhydrate mit Anteilen
sein?
2000 bis 2500 Kalorien pro Tag:
-Proteine: 15-25%
-Lipide: 25-30%
-Kohlenhydrate: 55%
5. Was ist Frank-Starling-Law?
*Definition: Automatischer Kompensationsmechanismus des Herzens bei Druck- und Volumenschwankungen.
Je mehr Blut füllt das Herz, desto stärker wird es kontrahieren und desto mehr Blut wird es pumpen.
Auf diese Weise hält das Herz den Blutfluss und den Blutdruck im Körper konstant.
*Ziel: Schlagvolumen beider Ventrikel sollen gleich bleiben Wenn der rechte Ventrikel auch nur wenige Milliliter mehr
als der linke Ventrikel pumpen würde, so käme es binnen weniger Minuten zum Lungenödem Daher dient der Frank-
Starling-Mechanismus dem Ausgleich kurzfristiger Druck- bzw. Volumenschwankungen.
*Die Frank-Starling-Gesetz spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Blutflusses und des Blutdrucks im
Körper. Es beschreibt das Zusammenspiel von Herzkontraktion und Blutdruck.
*Es besagt, dass die Kontraktionskraft des Herzens direkt proportional zur Menge an vorhandenem Blut im Herz ist.
Dies bedeutet, dass je mehr Blut das Herz füllt, desto stärker wird es kontrahieren und desto mehr Blut wird es pumpen.
Auf diese Weise hält das Herz den Blutfluss und den Blutdruck im Körper konstant.
Wenn der Blutdruck sinkt, wird mehr Blut ins Herz gepumpt, was wiederum eine stärkere Kontraktion und eine höhere
Auslassung von Blut auslöst, um den Blutdruck zu erhöhen.
6. Eine Patientin hat viele Krankenhäuser besucht und wurde hier MS diagnostiziert. Wie erklären Sie das der Familie?
Man darf der Familie ohne Zusage der Pat nichts sagen.
7. Wer kriegt Bestrahlung?
Strahlentherapie wird hauptsächlich zur Behandlung verschiedener Arten von Krebs verwendet. Neben der
Krebsbehandlung wird sie auch zur Behandlung einiger nicht-krebsartiger Erkrankungen eingesetzt.
Krebsarten:
-Hirntumoren.
-Kopf- und Halskrebs.
-Lungenkrebs.
-Pankreaskrebs.
-Leberkrebs.
662
Rojhat aus Kurdistan
-Nierenkrebs.
-Brustkrebs.
-Magen-Darm-Krebs.
-Prostatakrebs.
-Gynäkologische Krebserkrankungen.
-Blasenkrebs.
-Hodenkrebs.
-Hautkrebs (z.B. Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom).
-Lymphome.
-Sarkome.
Nicht-krebsartige Erkrankungen:
-Gutartige Tumoren (z.B. Akustikusneurinom, Meningeome).
-Morbus Basedow (Graves' Disease).
-Arthritis (z.B. Rheumatoide Arthritis)
-Keloid-Narben.
-Augenerkrankungen (z.B. Makuladegeneration).
-Trigeminusneuralgie.
-Dupuytren-Kontraktur.
-Weichteilverkalkungen (z.B. Fersensporn).
-Welche Organe können von Bestrahlung am meisten befallen?
Sehr empfindliche Organe und Gewebe: Sehr schnell teilende Zellen:
*Knochenmark.
*Eierstöcke und Hoden.
*Lymphatisches Gewebe: Lymphknoten, Milz und Thymus.
Empfindliche Organe und Gewebe: Schnell teilende Zellen:
*Magen-Darm-Trakt.
*Ösophagus
*Lunge.
*Haut.
Weniger empfindliche Organe und Gewebe:
*Leber.
*Nieren.
*Herz.
*Knochen.
Sehr resistente Organe: Langsam teilende Zellen:
*Gehirn.
*Peripheres Nervensystem.
8. Wie entstehen die Röntgenstrahlen?
Röntgenstrahlen sind ionisierende Strahlen.
Ionisierende Strahlen entstehen durch Auftreffen von stark beschleunigten Elektronen auf eine metallische Anode.
-Wann und von wem wurde erfunden?
1895 von dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen.
9. Was sind die wichtigsten Regeln beim Strahlenschutz? A: s. 400.
Rechtfertigung und Optimierung der Strahlenanwendung sind die wichtigsten Maßnahmen zum Strahlenschutz.
10. Strahlenschutzmaßnahmen? A: s. 400.
*ALARA-Prinzip: "As Low As Reasonably Achievable" = "So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar":
Möglichst hohe Dosisreduktion unter Berücksichtigung des durchführbaren Strahlenschutzes.
*5-A-Grundregel:
-Anwendung von Strahlung mit richtiger Indikation.
-Abstand: Größtmögliche Entfernung zur radioaktiven Quelle.
-Abschirmung: Wände, Bleischürze, Hodenkapseln und Ovarprotektoren.
-Aufenthaltsdauer: In Strahlengebiet kurz bleiben.
-Aktivität: Gering halten Strahlenquelle ausschalten.
-Aufnahme in den Körper vermeiden: durch die Aufnahme radioaktiv verseuchter Nahrung und Luft (Inkorporation) kann es
zu hohe Strahlendosis und erheblichen Strahlenschäden kommen.
11. Welche Körperregionen werden immer vergessen?
Schilddrüse, Augen, Hände.
12. Strahlenschutz, die 5A-Regel, ALARA? A: s. 400 und Frage 10.
13. Was ist Röntgen-Strahlung?
Röntgen Strahlung ist ionisierender Strahlung, besteht aus den elektromagnetischen Wellen zw. 10nm und 0,001nm Länge.
Ionisierende Strahlen entstehen durch Auftreffen von stark beschleunigten Elektronen auf eine metallische Anode.
14. Strahlenschutz Maßnahmen? A: s. Frage 10.
-In OP?
663
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Was ist Abschirmung?
Protektoren aus Blei zw. Strahlen und Körper: Bleiwände, Bleischürze, Augenschutz, Hodenkapseln und Ovarprotektoren.
-Was muss man auch beachten?
Schwangerschaft.
-Was macht man?
664
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
27. Wie viel Bestrahlung kriegt man in Deutschland innerhalb des Jahres?
4 mSv = 2mSv natürlich + 2mSv medizinisch.
-Natürliche Strahlung: 2mSv/Jahr Kosmische Strahlung, terrestrische Strahlung, Uran, Inhalation von Radon…
-Medizinische Exposition: 2mSv/Jahr Röntgen, Nuklearmedizin, Strahlentherapie…
28. Wie viel ist die höchste Grenze?
Berufliche Grenzwert:
*20mSv/Jahr.
*400mSv/Leben.
29. Wie schützt man sich vor Strahlen? A: s. Frage 10.
665
Rojhat aus Kurdistan
666
Rojhat aus Kurdistan
B. Röntgen:
1. Grundlagen von Röntgen-Thorax?
Vorgehen bei Beurteilung des normalen Bildes:
1. Patientendaten und Bildqualität Wenn man Wirbelkörper eins zu eins sieht, ist Qualität gut.
2. Fremdkörper ZVK, Drainage, HSM, Magensonde usw.
3. Thoraxwand Von Apex nach unten seitlich ist alles glatt. Rippen in Ordnung?
4. Pleura Normalerweise sieht man nicht, dicht am Thoraxwand Bei Pneumothorax sieht man.
5. Zwerchfell und Oberbauch Spitze am kostophrenischen Rand. Luftsichel im Magen. Milz und Leber ganz weiß links
tiefer als rechts.
6. Atemwege und Lungen Beide Seiten der Lungen sind fast gleich, daher vergleichen wir immer von Apex bis unten, ob
es Unterschiede zwischen Seiten gibt.
Apex ist schwarzer als Basal, weil wg. Schwerkraft basal besser durchgeblutet wird.
Alle weißen Linien sind Gefäße. Bronchien sind sehr dünn, man kann nicht sehen.
Horizontale Linien sind Venen und vertikale Linien sind Arterien.
7. Hilusregion: Pulmonalarterien und -venen Links höher als rechts.
8. Mediastinum: Links von Apex: Aortenbogen, Truncus pulmonalis, linke Vorhof und Kammer. Rechts: Rechte Vorhof.
Häufigste DDx in Röntgen (80%):
Pneumonie, Stauung, Atelektase, Erguss.
Wie verstehen wir, ob Röntgen im Stehen aufgenommen ist:
Luftsichel im Magen, Skapula rotiert außer Thorax.
Wenn es Spiegelbild im Thorax gibt:
D.h. es gibt Erguss und Pneumothorax gleichzeitig.
Konsolidierung vs. Milchglas:
*Konsolidierung (Infiltrat): Wegen irgendwelcher Erkrankung wird Luft komplett aus den Alveolen raus. Alveolen werden
mit Flüssigkeit, Eiter, Blut usw. gefüllt Dichte zunimmt, also Transparenz abnimmt Diese Areale werden im Bild heller
(weißer) Weil Alveolen hell werden, kann man luftgefüllte Bronchien erkennen Das nennt man
Bronchopneumogramm. Da Alveolen jetzt hell sind, kann man die Gefäße nicht erkennen.
*Milchglass: Antonym von Konsolidierung Man kann immer noch die Gefäße sehen Diagnose ist sehr oft
Oberlappenatelektase.
Interstitielle Veränderungen:
Netzartige, retikuläre Veränderungen:
Lymphangiosis Carcinomatosa: Kleine Lymphwege in der Lunge verstopfen durch die Tumorzellen, dadurch staut sich
die Flüssigkeit zurück Man sieht an der Peripherie die horizontal laufenden berühmten Kerley-Linien Kerley-Linien:
Erweiterte Lymphgefäße in interlobären Septen.
Fokale Veränderungen:
Raumforderungen (>3cm), Rundherde (<3cm).
2. Röntgen-Thorax p.a.
P.a. Thorax-Aufnahme:
✓ Randwinkels bds. sind frei und einsehbar PE: rechts nicht einsehbar.
✓ Zwerchfellschenkel sind glatt berandet Atelektase, Hepatomegalie, Parese: Zwerchfellhochstand rechts.
✓ Herz: Herz ist in der Größe regelrecht Rechte oder linke Herzvergrößerung (linke Vergrößerung ist häufiger).
✓ Der Hilus, Die Hili: Beide Hili sind gefäßtypisch regelrecht Ca, Sarkoidose: Vergrößerung des Hilus re, li oder bds.
✓ Aortenbogen Verkalkungen.
✓ Trachea ist mittig.
✓ Der Mediastinalschatten ist mittelständig und nicht verbreitert Verlagerung bei Pneumothorax oder Tumor => 4T:
Thymom, Teratom, T-Lymphom, Thyroidkarzinom.
Am Ende der Beschreibung (Normalbefund):
✓ Regelrechte Lungenbelüftung bds., kein pneumonitisches Infiltrat, keine Stauung, kein Pneumothorax, kein
Lungrundherd, altersentsprechend Knochenstrukturen, keine Fraktur, keine Osteolyse.
3. Spannungspneumothorax:
667
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Warum sieht man Spannungspneumothorax selten im Röntgen?
Weil es eine klinische Diagnose ist.
-Wie sieht es klinisch aus? A: s. 88.
Kx:
*Plötzliche, stechende, atemabhängige thorakale Schmerzen.
*Starke Dyspnoe, Zyanose.
668
Rojhat aus Kurdistan
669
Rojhat aus Kurdistan
6. Ileusbild.
670
Rojhat aus Kurdistan
671
Rojhat aus Kurdistan
672
Rojhat aus Kurdistan
Lobuläre Pneumonie (Bronchopneumonie): auf das gesamte Lungenparenchym multiple, unscharf begrenzte Fleckschatten,
die teilweise konfluieren. (Quelle: Amboss)
673
Rojhat aus Kurdistan
674
Rojhat aus Kurdistan
675
Rojhat aus Kurdistan
676
Rojhat aus Kurdistan
Massive Dilatation des Colon descendens (grün) sowie ein verengtes Sigma (rot) und Magenblase (gelb). (Quelle: Amboss).
13. Rö-Abdomen mit Hohlorgan-Perforation.
Quelle: Amboss.
14. Bild von Ulkus ventrikuli. Welches Stadium (Forrest) ist es? A: s. 430.
Forrest St. 1a Spritzende arterielle Blutung.
677
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Quizlet.
15. Bild vom Unterschenkel mit komplizierter Fraktur; beides Tibia + Fibula. Der Pat ist wach ansprechbar, beschreiben
Sie das Bild. Wie gehen Sie vor?
*cABCDE.
*Anamnese Notfallanamnese nach SAMPLER-Schema.
*KU: Kurzes Bodycheck, offene Wunden, pDMS.
*Analgesie mit Morphin und Analgosedierung mit Esketamin.
*Bei offener Fraktur: Cefuroxim oder Amp/Sul und Tetanus.
*Tx: Plattenosteosynthese.
678
Rojhat aus Kurdistan
Pertrochantäre Femurfraktur mit Abriss des Trochanter minor (rot) (Quelle: Amboss).
17. Rö-Thorax mit Pneumothorax, Bild war nicht super durchgeführt. Pat mit zunehmender Dyspnoe seit 2 Wochen,
linke Lunge kollabiert. Befunden Sie bitte?
679
Rojhat aus Kurdistan
Apex ist hypertransparent und hier gibt es keine physiologische Gefäßzeichnung (Quelle: Amboss).
*Abbruch der Gefäßzeichnung.
*Vermehrte Strahlentransparenz.
*„Pneulinie“ Pleura visceralis als feine Haarlinie sichtbar.
18. Wie kann man eine Spannungspneumothorax im Röntgen diagnostizieren?
Verlagerung des Mediastinums nach kontralateral (Tracheal-, Gefäß- und Herzverlagerung).
680
Rojhat aus Kurdistan
681
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Flexüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Mögliche Komplikationen bei Pleurapunktion?
*Verletzung von Interkostalnerven und -gefäßen.
*Blutung bis zum Hämatothorax.
*Reexpansionsödem.
*Infektion => Pleuraempyem.
-Warum benutzt man Tabakbeutelnaht?
Nicht nur zur Fixation der Drainage, sondern auch zur Hinderung des Luftlecks.
19. Röntgen-Thorax mit Schrittmacher, nur beschreiben.
682
Rojhat aus Kurdistan
683
Rojhat aus Kurdistan
684
Rojhat aus Kurdistan
685
Rojhat aus Kurdistan
26. Röntgen wurde gezeigt: Es war Hiatushernie. Klassifikation, Ursache, Komplikationen und Therapie? A: s. 168.
686
Rojhat aus Kurdistan
27. Pat mit Pneumothorax. Röntgen wurde gezeigt, Beschreibung, Behandlung? A: s. Frage 18.
28. Röntgen mit Pneumonie, alles über Pneumonie, Behandlung (Antibiose), Keime? A: s. 84 und Frage 7.
-Keine Besserung, wann ändern wir die Antibiose?
Nach 48-72h.
29. Junger Patient hat Grippe seit einer Woche, kam heute zu Ihnen. KU: Normale Atemgeräusche in einer Seite und
keine Atemgeräusche in anderer Seite. Röntgen wurde am Monitor gezeigt? Was ist falsch in diesem Bild?
Eine Seite war komplett kollabiert wie ein Runde oben des Herzens, keine Gefäß-Linien.
-Pneumothorax Behandlung?
Im KH chirurgisch Bülau-Drainage oder Monaldi-Drainage.
-Wie macht man das? A: s. Frage 18.
-Was gibt es in ICR?
Arterien, Venen, Nerven.
-Oben oder unten?
Unterer Rand der Rippen.
30. Röntgen von Schulterdislokation. Komplikationen? A: s. 358.
Komplikationen:
*Läsion von VAN. Axillaris und Plexus brachialis.
*Verletzung von Rotatormanschette.
*Omarthrose.
*Hyperlaxizität des Schultergelenks.
687
Rojhat aus Kurdistan
Bülau-Drainage mit Hautemphysem links und Plattenatelektase links unten (Quelle: Amboss).
32. Schulterluxation Röntgen mit Beschreibung, Anatomie und Behandlung? A: s. 357 und Frage 30.
33. Röntgen-Abdomen gezeigt: Das war Ileus. Ursachen? Typen? Was könnte bei dieser Patientin Ursache sein?
Adhäsion. Komplikationen und Therapie? A: s. 148 und Frage 6.
34. Röntgen-Thorax mit Hiatushernie. Beschreibung, Typen, Komplikationen und Therapie? A: s. 168 und Frage 26.
35. Distale Radiusfraktur: Röntgen mit Anatomie und Therapie? A: s. 341.
688
Rojhat aus Kurdistan
37. Colles Fraktur mit Röntgenbild. Was ist der Unterschied zwischen Colles und Smith? A: s. 341
689
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Was sind die Varianten zur Reposition einer Schulterluxation? A: s. 357.
Kocher, Milch, Arlt, Stimson, Hippokrates.
Reposition nach Kocher: [Link]
690
Rojhat aus Kurdistan
-Der Prüfer wollte wissen, wie man der Reposition nach Arlt durchführen kann. A: s. 357.
Pat sitzt auf einem Stuhl, seine Achselhöhle liegt auf einem Achselpolster Unterarm des Pat liegt auf dem Oberschenkel
vom Arzt Arzt zieht leicht den 45° abduzierten Oberarm des Pat für einige Minuten Dann fertig! Ggf. kann Arzt
eine leichte axiale Rotationsbewegung durchführen.
691
Rojhat aus Kurdistan
Therapie:
*Naht der Syndesmose.
*Plattenostesynthese mit Zugschraube bei Weber B und C:
Zugschraube macht alles, Platte nur für Stabilisierung.
Bei Trümmerfrakturen Fixateur externe.
*Postop Gipsverband für 6-Wochen Röntgen 1.-3.-6. Woche.
*Thromboseprophylaxe.
*Bei Weber-C ist Syndesmose ausgerissen, deswegen geht die Stellschraube (s. rechtstes Bild) ins Tibia rein, damit Fibula
und Tibia zusammen bleiben Weil Syndesmose gerissen ist, muss Bein 6W ruhigstellen und 6W darf der Pat nicht
auftreten, sonst wird Stellschraube brechen Nach 6W muss diese Schraube raus.
40. Röntgen-Thorax mit Hiatushernie. A: s. 168, 434 und Frage 26.
41. Röntgen-Bild von Sprunggelenkfraktur Weber B und C. A: s. Frage 39.
42. Schulterluxation, Röntgen-Bilder, Vorgehen. A: s. 357, Frage 30 und 38.
43. Aufklärung vor jedem Eingriff, weil es eine Körperverletzung ist. Wann kann man ohne Aufklärung behandeln?
In akuten Notfällen, bei denen ein sofortiges Eingreifen notwendig ist, um das Leben zu retten, kann eine Behandlung ohne
vorherige Aufklärung durchgeführt werden.
Nach dem Eingriff kann man die Aufklärung machen.
692
Rojhat aus Kurdistan
Pleuraerguss: Homogene, nach lateral ansteigende Verschattung (rot). Unscharf begrenzte Transparenzminderung (grün),
entspricht ein entzündliches Infiltrat Pneumonie. (Quelle: Amboss)
693
Rojhat aus Kurdistan
Gleicher Pat mit Pleuraerguss: Scharf begrenzte, homogene Verschattung (rot). Interlobärspalt (gestrichelte Linie).
Homogene Verschattung (grün). Die Befunde sind vereinbar mit zum Teil abgekapselten Pleuraergüssen.
Pleuraerguss: Homogene Verschattung (grün), die im kranialen Bereich nach lateral ansteigt (Meniskuszeichen, weiß
gestrichelte Linien). Der linke Herzrand und das linke Zwerchfell lassen sich nicht mehr genau abgrenzen, und es ist eine
deutliche Verschiebung der Herzsilhouette zur Gegenseite zu erkennen (blau). Zudem ist der linke Bronchialbaum leicht
erhöht (schwarz). Im rechten Hemithorax ist ebenfalls ein Meniskuszeichen durch einen Erguss zu sehen (rote Linie).
Außerdem zeigt sich eine Verschattung durch das rechte Hemidiaphragma hindurch, was auf einen Erguss im rechten
Recessus costodiaphragmaticus hinweist (rote Fläche).
Maligner Pleuraerguss: Fast vollständige Verschattung des linken Hemithorax (grün) mit Mediastinalverschiebung, was auf
einen raumfordernden Prozess hinweist. Das linke Zwerchfell lässt sich nicht abgrenzen (schwarze Linie). Ein kleiner Teil
der Lunge im Apex ist noch belüftet (rot).
694
Rojhat aus Kurdistan
Pleuraerguss bei Pleuramesotheliom: Deutliche Transparenzminderung (grün), die nach lateral ansteigt (Meniskuszeichen),
als klassisches Erscheinungsbild eines größeren Pleuraergusses. Pleuraverdickung am linken Lungenapex (rot). Der rechte
Randwinkel verschattet als Hinweis auf einen kleinen Pleuraerguss.
695
Rojhat aus Kurdistan
696
Rojhat aus Kurdistan
Mediale Schenkelhalsfraktur mit Garden III und Pauwels III (Quelle: Amboss).
697
Rojhat aus Kurdistan
Eingestauchte mediale Schenkelhalsfraktur mit Garden I und Pauwels II oder III (Quelle: Amboss).
698
Rojhat aus Kurdistan
-Behandlung? A: s. 346.
*Dynamische Hüftschraube Stabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor intakt) und Mediale SHF.
*Gammanagel Instabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor abgerissen) und Laterale SHF.
*Proximale Femurnagel wie bei Gammanagel.
*Hemi-TEP (Duokopfprothese) Disloziert, Trümmer Lebenserwartung <5J, Pat bewegt sich wenig.
*TEP wie bei Hemi-TEP Lebenserwartung >5J, Koxarthrose.
699
Rojhat aus Kurdistan
Zementierte TEP nur bei alten Menschen Weil Zement zerstört sich in 20 Jahren und muss man die TEP wechseln.
Zementfreie TEP bei jungen Menschen Bei jungen ist TEP auch mit Lochen, damit Knochen in TEP wächst und sich
stabilisiert.
Duokopfprothese ist immer zementiert und nur bei Pat benutzt, die sich nur wenig (5-10mt) bewegen.
Zementfrei TEP ist aus Titan, Zementiert ist aus Stahl.
Hybride Hüft-TEP: Pfanne aus Kunststoff oder Keramik, Kopf aus Metal.
Bei Hüft-TEP braucht man 4 EKs.
Gipsbehandlung kommt nicht in Frage heutzutage, weil in 7W verliert man 70% von Muskelmasse und Knie verliert
seine Beweglichkeit von 10-0-130 Grad zu 0-0-100 Grad. Dazu gibt es auch Thromboserisiko.
Wann bewegt sich der Pat nach der OP?
am OP-Tag: kann an der Bettkante sitzen.
am 1. Tag: erste Schritte im Zimmer.
am 2. Tag: Gehen im Flur.
am 7. Tag: Treppen steigen.
Pat bleiben 9 Tage stationär, dann gehen in die Reha OP-Krankenhaus muss dem Pat für Reha melden
Rehakliniken fragen nach Karnofsky-Index bzgl. Einschränkungen bei Aktivitäten des alltäglichen Lebens Karnofsky-
Index handelt von Einschränkungen bei Aktivitäten des alltäglichen Lebens Wichtig für Klassifizierung von Krebs-
und Reha-Patienten.
Ohne Antikoagulation bekommen 11% der Hüft-TEP-Patienten Phlebothrombose Deswegen machen wir eine
Thromboseprophylaxie bis zur Vollbelastung 28–35 Tage.
Was ist die häufigste Fraktur von Femur?
Pertrochantäre Frakturen Folgende Therapien benutzt man altersunabhängig:
*Dynamische-Hüft-Schraube: Stabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor intakt) und Mediale SHF.
*Gamma-Nagel: Instabile pertrochantäre Frakturen Trochanter minor abgerissen (s.u.) Abgerissener Knochenstück
bliebt dort, wir machen nichts, weil dort es gibt VAN. femoralis Verletzungsrisiko sehr hoch.
700
Rojhat aus Kurdistan
*Proximaler Femur Nagel: Unterschied von Gammanagel: 2 Schrauben am Kopf. (s.u.) Kompl.: Schrauben können raus.
*ENDERS-Nagelung: wie ESIN bei alten Menschen, wenn Reposition nicht einfach ist und Pat sehr alt ist und wenn es
lebensbedrohliche Situation ist, kann man dieses Verfahren machen, weil dieses Verfahren sehr schnell geht (nur 20 min.
Normale Nagelung dauert 1,5 Stunden) Nachteil: die Drahte können rausrutschen, dann muss man entfernen (selten).
*Ungebohrter Femur-Nagel: Bei Femurschaft-Frakturen Knochenstück bleibt liegen (s.u.), weil es Hochrisiko-Gebiet ist,
wie bei Abriss von Trochanter minor.
701
Rojhat aus Kurdistan
*ESIN: Bei Kindern Immer aus Titan Titan ist nicht körperfremd, verursacht keine Antikörperreaktion.
702
Rojhat aus Kurdistan
703
Rojhat aus Kurdistan
Zementierte und unzementierte Implantation möglich: Bei alten Patienten zementierte Implantation, bei jungen Patienten
zementfreies Vorgehen.
Postoperative medikamentöse Thromboseprophylaxe:
*Hüft-OP Perioperativer Beginn Für 28–35 Tage postoperativ.
*Knie-OP Perioperativer Beginn Für 11–14 Tage postoperativ.
48. Arthrose-Zeichen im Röntgen?
-Gelenkspaltverschmälerung: Meist asymmetrisch.
-Osteophyten an Gelenkrändern Spondylophyten im Bereich der Wirbelsäule.
-Subchondrale Sklerosierung Durch Verlust von Gelenkknorpel und reaktivem Remodeling.
-Subchondrale Knochenzysten bzw. Geröllzysten Herniation von Gelenkflüssigkeit durch einen Knorpeldefekt. Dadurch
geographische Osteolyse mit reaktiver Randsklerose. Analog entstehen die Schmorl-Knötchen im Bereich der Wirbelsäule.
-Keine periartikuläre Osteopenie bzw. Osteoporose Da sieht man bei Arthritis.
-Verkalkung der Gelenkkapsel.
-Freie Gelenkkörper.
-Subluxationen.
704
Rojhat aus Kurdistan
705
Rojhat aus Kurdistan
Gelenkspaltverschmälerung (gelb), Osteophyten (rot), subchondrale Sklerosierung (grün) und Zystenbildung (weiß) (Quelle:
Amboss).
49. Rö-Thorax mit Pneumothorax - Beschreibung und Behandlung? A: s. Frage 18.
50. Fall: Abdomenübersicht-Röntgen im Liegen, Beschreiben.
Freie Luft ventral!
-Was ist Ihre VD?
Perforation.
-Was könnte perforiert sein?
Ich: GI-Ulkus, Colon.
-Wo genau im Colon ist die Perforation am häufigsten?
Prüfer wollte Sigma-Divertikulitis Perforation hören (auch Wurmfortsatz wg. Appendizitis).
-Dann habe ich ein EKG bekommen, bitte beschreiben.
Es war AV-Block Typ-Wenckebach.
-Was machen Sie?
Ich: HSM-Implantation erwähnt (A: s. 34)
-Patient nimmt Betablocker ein und hat Durchfall?
Ich: Betablocker pausieren und Hyperkaliämie ausschließen und ggf. behandeln.
*Alkalose, Beta-Mimetika und Insulin verschieben Kalium vom Blut in Zelle verursachen HypoK.
51. Röntgen-Bild des Unterschenkels gezeigt: Einfache Fibulafraktur + Dislozierte mehrfragmente Tibiafraktur.
706
Rojhat aus Kurdistan
707
Rojhat aus Kurdistan
Antikoagulanzien als Prophylaxe geben wir bei unteren Extremitäten-Frakturen Bei Kindern, wenn sie Schamhaare
haben (ab 12J).
Patienten mit Platten, Schrauben dürfen keine MRT haben.
-Warum ist Marknagel besser als Platten?
*Bessere Stabilität mittels intramedulläre Fixierung Besser bei instabilen, mehrfragmenten Frakturen.
*Minimale Beeinträchtigung des Weichteilgewebes Da der Nagel in Knochenmark eingeführt wird, bleibt das
Weichgewebe weitgehend unberührt Deswegen ist auch Heilung schneller.
*Bei Marknagelung können die Pat sofort nach der OP das Bein voll belasten.
*Bei Plattenosteosynthese können die Pat nach der OP das Bein nicht belasten das verursacht Fraktur.
-Wann benutzt man Fixateur externe?
*Trümmer-Frakturen.
*Osteoporose die Knochen sind kraftlos, deswegen machen wir Fixateur externe statt Platten oder Schrauben.
*Offene Frakturen vorübergehend:
=> Jede offene Fraktur ist schon infiziert, weil in der Luft es viele Keime inkl. C. tetani gibt.
=> Deswegen müssen wir immer Tetanus-Impfung machen.
=> Deswegen dürfen wir wg. Abszess-Risiko nicht nähen Wir machen eine offene Behandlung Deswegen bestimmen
wir alle 2 Tage Wundabstriche, ob Keime wachsen Wenn keine Keime, dann können wir endständige OP machen.
*Bei Beckenfrakturen mit Symphysensprengung: Zuerst Fixateur externe, dann Fixateur interne als endgültig.
Bei Geburt wird Symphysis Pubis locker, und wird voneinander entfernt, damit Baby rauskommen kann Normalerweise
Fixateur bleibt drin, aber bei Frauen die Geburt haben möchten, müssen wir das rausnehmen.
-Welche Komplikationen erwartet man hier bei einfacher Fibula- und komplexer Tibiafraktur? A: s. 370.
*Nervus-peroneus-communis-Läsion Steppergang Fußheberschwäche.
*TVT.
*Kompartmentsyndrom.
*Arthrose des Kniegelenks/OSGs.
*Infektionen.
*Pseudarthrose.
*Blutung.
*VAN, Sehnen Verletzungen.
-Was ist Kompartment-Syndrom? A: s. 349.
Verminderte Gewebeperfusion aufgrund des erhöhten Gewebedrucks in geschlossenen Faszien.
-Was sollte hier untersucht werden, auch die Nerven nennen?
Inspektion: Glänzende, überwärmte Haut mit Spannungsblasen.
Palpation: Pulsstatus, brettharte Muskulatur.
Motorik und Sensibilität:
N. fibularis profunda Zehenheberschwäche Taubheit/Kribbeln des ersten Zehs.
N. fibularis superficialis Fußheberschwäche Taubheit/Kribbeln an der Oberseite des Fußes und des ersten Zehs.
N. tibialis Fußheberschwäche Taubheit/Kribbeln an Fußsohle.
-Wie wird es diagnostiziert?
Messung des Gewebedrucks mit Messfühler.
-Welcher Druck erwartet man und was ist normal?
Normaldruck: <10mmHg
Kompartmentdruck: >30mmHg
-Was ist die Behandlung?
Fasziotomie in 6h.
-Warum kommt es bei geschlossener Reposition zum Kompartmentsyndrom?
Bei Reposition können Weichteile, Muskeln und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu weiteren Ödemen oder
Hämatomen führen, die den Druck im Kompartment erhöhen.
-Pat wurde operiert, eine Komplikation ist aufgetaucht und er ist intubiert worden, dürfen wir seinem Sohn die Situation
mitteilen?
Nein Das geht in Schweigepflicht Man darf über die Situation den Ehemann, Kindern und auch HA nicht informieren.
708
Rojhat aus Kurdistan
Kalibersprung: Eine plötzliche Änderung im Durchmesser des Darms. Bei einem Kalibersprung im Darm verengt sich ein
Abschnitt des Darms abrupt, was zu einer Behinderung des normalen Darmpassageflusses führt. Diese Verengung kann
aufgrund verschiedener Ursachen wie Tumoren, Narbengewebe, entzündlichen Erkrankungen oder anderen strukturellen
Anomalien auftreten.
53. Röntgenbild mit 3 Drainagen und Infiltrationen gezeigt. A: s. Frage 7 und 45.
54. Pneumothorax am Röntgen. A: s. Frage 18.
-Wie legen wir die Drainage ein? A: s. Frage 18.
-Was machen wir therapeutisch bei Lungenembolie?
Allgemein: Intensiv -> Halbsitzend -> O2-Gabe -> Analgesie bei Schmerzen: Morphin -> Ggf. Anxiolyse: Diazepam.
Ohne Lebensgefahr: Therapeutische Antikoagulation initial mit UFH, NMH, DOAK -> Weiterführung mit NMH, DOAK, Vit-K-
Antagonisten mind. 3-6 Monate.
Mit Lebensgefahr (hämodynamischer Instabilität und Reanimationspflichtigkeit): Thrombolyse mit Alteplase -> Kompl.
Blutung -> Bei Blutung unter Lyse Gabe von Aprotinin, Protamin und ggf. FFP. -> Beim Versagen interventionelle
Embolektomie oder OP.
-Strahlenschutz: 5A-Regel und ALARA?
ALARA-Prinzip: "As Low As Reasonably Achievable" = "So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar" = möglichst hohe
Dosisreduktion unter Berücksichtigung des durchführbaren Strahlenschutzes.
5-A-Grundregel (Strahlenschutz des Personals):
- Anwendung: Mit richtiger Indikation.
- Abstand: größtmöglicher Abstand zur radioaktiven Quelle.
- Abschirmung: Wände, Bleischürze, Hodenkapseln und Ovarprotektoren.
- Aufenthaltsdauer: Kurz halten.
- Aktivität: Gering halten (Strahlenquelle ausschalten).
- Aufnahme in den Körper vermeiden: durch die Aufnahme radioaktiv verdorbene Nahrung und Luft.
55. Rö-Abdomen im Stehen: Warum bildet Spiegelbildung?
Weil Gas und Flüssigkeit in Darm vorhanden ist und wg. Verschluss bleiben die stehen.
709
Rojhat aus Kurdistan
710
Rojhat aus Kurdistan
59. Fall: Röntgen mit SHF, Klassifikation von Garden und Pauwels, Therapie? A: s. Frage 46.
-Was machen Sie nach der Feststellung der Diagnose?
Aufklärung für OP.
-Was enthält die?
Aufklärung-Struktur:
*Indikation warum braucht Pat das?
*Durchführung wie läuft das?
*Komplikationen was kann schiefgehen?
*Alternativen was kann man stattdessen machen?
-Wenn der Patient ein 16-Jähriger wäre?
Eltern aufklären.
Für Kinder treffen die gesetzlichen Vertreter Entscheidungen für medizinische Sorge. Wenn die Eltern die Gesundheit des
Kindes gefährden, entscheidet dann Familiengericht. Im Notfall entscheidet das Gericht nach dem Eingriff.
*Ab 14 kann Kind einfachere, weniger riskante Entscheidungen selbst treffen.
*Ab 16 auch schwerer wiegende, riskantere Entscheidungen.
*Ab 18 auch schwerst wiegende Entscheidungen.
Entscheidend ist immer die persönliche Reife.
-Muss man den Patienten unter Röntgenbestrahlung operieren?
Man macht OP immer mit C-Bogen-Röntgen-Gerät und in der OP prüft, ob Schrauben, Platten richtig sitzen.
Deswegen benutzt man für den übrigen Körperteile Bleiprotektoren.
-Welche Schutzmaßnahmen?
ALARA-Prinzip, 5A-Regel und Schutzkleidungen:
*ALARA-Prinzip: "As Low As Reasonably Achievable" = "So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar" = möglichst hohe
Dosisreduktion unter Berücksichtigung des durchführbaren Strahlenschutzes.
*5-A-Grundregel (Strahlenschutz des Personals):
- Anwendung: Mit richtiger Indikation.
- Abstand: größtmöglicher Abstand zur radioaktiven Quelle.
- Abschirmung: Wände, Bleischürze, Hodenkapseln und Ovarprotektoren.
- Aufenthaltsdauer: Kurz halten.
- Aktivität: Gering halten (Strahlenquelle ausschalten).
- Aufnahme in den Körper vermeiden: durch die Aufnahme radioaktiv verdorbene Nahrung und Luft.
*Schutzkleidungen:
-Bleischürzen.
-Bleihandschuhe.
-Bleibrillen.
-Bleihalskrausen.
-Bleidecken auf den Patienten.
-Strahlen-Dosimeter.
711
Rojhat aus Kurdistan
-Hätte der Patient nach der OP verstorben, was müssen Sie tun?
Nicht-natürlicher Tod Polizei informieren.
60. Röntgen-Thorax mit Infiltraten beidseitig, ZVK und Tubus, man musste hier beschreiben.
Fleckförmige Konsolidierungen (Bronchopneumonie) mit ZVK (1), Endotrachealtubus (2), Shaldon-Katheter (3) (Quelle:
Amboss).
61. Fall: Röntgen mit Weber-C-Fraktur, sowie bimalleoläre Fraktur.
712
Rojhat aus Kurdistan
Weber B und C werden immer operativ mit Platten und Zugschraube behandelt Zugschraube macht alles, Platte ist
nur zur Stabilisierung.
Bei Weber-C ist Syndesmose ausgerissen, deswegen geht die Stellschraube (rechtstes Bild) ins Tibia rein, damit Fibula
und Tibia zusammen bleibt Da Syndesmose gerissen ist, muss man das Bein 6W ruhigstellen und 6W darf der Pat
nicht darauftreten, sonst wird Stellschraube brechen Nach 6W muss diese Schraube raus.
-Bei V.a. Maisonneuve-Fraktur wo soll man röntschen?
Röntgen vom Knie und Unterschenkel, damit man diese Maisonneuve-Fraktur sieht.
63. Röntgen von Tibiafraktur mit lateralen Clips zu sehen, was ist das?
Tibia-Fraktur.
-Was sehen Sie noch?
Clips lateral.
-Und?
Das ist wahrscheinlich postfraktur Kompartmentsyndrom.
-Typen von Kompartmentsyndrom und Behandlung?
713
Rojhat aus Kurdistan
714
Rojhat aus Kurdistan
715
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Wikipedia.
74. Röntgen-Bild gezeigt. Pneumothorax ist mehr geworden. Was machen Sie jetzt?
Operative Versorgung:
*Videoassistierten Thorakoskopie (VATS).
*Alternativ: Offene Thorakotomie.
Chirurgische Maßnahmen:
*Resektion der Blasen (Bullektomie).
*Rezidivprophylaxe mittels Pleurodese.
-Operativ: Pleuraabrasio, partielle parietale Pleurektomie.
-Chemisch/medikamentös: Mit Talkum, Bleomycin, Tetrazyklin oder Eigenblut.
Indikation:
*Rezidiv eines Spontanpneumothorax.
*Bullae.
*Spannungspneumothorax (auch Erstereignis).
*Persistierendes Luftleck und/oder mangelnde Reexpansion trotz Drainagebehandlung.
*Dislozierte Rippenfraktur.
*Hämatothorax.
75. Kompartmentsyndrom? A: s. 349
76. Röntgen von Sprunggelenkfraktur Weber-B.
716
Rojhat aus Kurdistan
77. Rö-Thorax mit Pneumonie. Beschreiben. Warum p.a. und nicht a.p. Aufnahme? A: s. Frage 7.
Damit Herz ferner als Strahlenquelle sein und seine Schatten kleiner werden.
717
Rojhat aus Kurdistan
Transparenzminderung des linken Mittel- und Unterfeldes (grün), die nach lateral ansteigt (Meniskuszeichen), als
klassisches Erscheinungsbild eines größeren Pleuraergusses (Quelle: Amboss).
79. Rö-Thorax gezeigt. Interpretieren? A: s. 436 und Frage 11.
Das war ein Upside-Down-Magen.
718
Rojhat aus Kurdistan
719
Rojhat aus Kurdistan
720
Rojhat aus Kurdistan
Mediastinalshift nach rechts bei subtotaler Atelektase der rechten Lunge bei Bronchialkarzinom (Quelle: Wikipedia).
-Was kann das sein?
Bei Verminderung des Volumens verlagert sich das Mediastinum zu der gleichen Seite.
Bei Vermehrung des Volumens auf der anderen Seite.
Ursachen für eine Volumenminderung:
*Atelektase z.B. durch einen Tumor.
*Z.n. Resektion Teil oder komplett.
*Narbige Schrumpfung z.B. nach Tbc oder Trauma.
Ursachen für eine Vermehrung des Volumens:
*Spannungspneumothorax.
*Pleuraerguss.
-Worauf achten wir?
Ob Mediastinalschift Druck auf Herz, Lunge oder Gefäße verursacht.
Tx: Wiederbelüftung der Atelektase.
84. Röntgen-Bild mit massivem Spannungspneumothorax rechts mit Mediastinum-Verschiebung auf die andere Seite.
-Wie gehen Sie vor?
Wenn im Krankenhaus, dann direkt in OP und Thoraxdrainage. Wenn wir das nicht schnell gewährleisten können, dann
Punktieren.
-Typen von Thoraxdrainage? Wann ziehen wir die Thorax-Drainage? A: s. Frage 18.
85. Röntgenbild von pertrochantärer Femurfraktur. A: s. Frage 46.
-Wo ist der Fraktur?
-Was machen wir?
*Dynamische Hüftschraube Stabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor intakt) und Mediale SHF (s.u.).
*Gammanagel Instabile pertrochantäre Frakturen (Trochanter minor abgerissen) und Laterale SHF.
*Proximale Femurnagel wie bei Gammanagel.
*Hemi-TEP (Duokopfprothese) Disloziert, Trümmer SHF, Trochanter Lebenserwartung <5J, Pat bewegt sich wenig.
*TEP wie bei Hemi-TEP Lebenserwartung >5J, Koxarthrose.
-Pat nimmt Marcumar, wann kann man operieren?
Aufgrund des Femurkopfnekrose-Risikos muss man in 6h operieren Deswegen muss man Marcumar pausieren, Vit-K,
PPSB oder FFP geben und mit Heparin Bridging machen bei INR<2 geben wir Heparin in therapeutischer Dosis
(15IU/kg/h).
-Was machen Sie? Welche Narkose machen Sie?
Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) oder Regionalanästhesie (Spinal- oder Epiduralanästhesie)
721
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
-Welche Osteosynthese können wir bei primärer verwenden?
Schrauben-, Plattenosteosynthese.
-Und welche bei sekundärer?
Fixateure externe, Nagel.
87. Röntgen-Thorax mit einseitigem Pleuraerguss. Was kann es verursachen? A: s. 96.
-Infektionen: Pneumonie, Tbc, Viral.
-Karzinome: Bronchialkarzinom, Metastasen, Mesotheliom.
-LAE.
-Thoraxtrauma: Hämatothorax, Chylothorax, Postoperativ.
-Rheumatologische Erkrankungen: RA, SLE.
-Subphrenischer Abszess.
-Pankreatitis: Insb. linksseitig. Pankreas liegt retroperitoneal nahe dem linken Zwerchfell. Bei Pankreatitis breitet die
Entzündung leicht auf das nahe Gewebe und den linken Pleuraspalt.
88. Röntgen-Abdomen gezeigt. Was sehen Sie hier?
Pneumoperitoneum: Freie Luft, subphrenische Luftsichel.
-Was machen Sie?
Vorstellung des Pat bei Viszeralchirurgie.
722
Rojhat aus Kurdistan
723
Rojhat aus Kurdistan
C. MRT:
1. Angiographie der Stenose von A. carotis communis.
ACC- und ACI-Stenose vor und nach Stent (Quelle: Krause und Pachernegg).
ACI-Stenose links in 2 Stellen und rechts vor und nach Stent (Quelle: Krause und Pachernegg).
724
Rojhat aus Kurdistan
725
Rojhat aus Kurdistan
*Eine lange Ischämie (> 6h) verursacht Gewebsnekrose und Rhabdomyolyse mit Bildung und Akkumulation der toxischen
Substanzen: Kalium, Myoglobin und Laktat.
*Kalium, Myoglobin und Laktat werden aus dem Gewebe ins Blut ausgeschwemmt und verursachen:
-Azidose, HyperK → HRST.
-Rhabdomyolyse → Myoglobinurie → Crush-Niere (ANV).
-Reperfusionsödem → Kompartmentsyndrom, hypovolämischer Schock.
-DIC (Disseminierte intravasale Gerinnung).
-MOV.
Tx: Bei Kompartmentsyndrom: Dermatofasziotomie, evtl. Amputation.
Bei Nierenschaden: Hydratation, Diurese, keine Gabe nephrotoxischer Medikamente, Alkalisierung des Urins.
3. MRT-Bild: LWK-Kompressionsfraktur mit intaktem Lig. longit. posterior. Beschreiben Sie das Bild.
Kompressionsfraktur von BWK-12 (Quelle: li: Praxis für interventionelle Schmerztherapie OWL. re: Vecteezy)
-Sollen wir das operieren?
*Wirbelkörperfrakturen mit neurologischen Ausfällen müssen sofort operativ stabilisiert werden.
*Bei Wirbelkörperfrakturen ohne neurologische Ausfällen entscheidet der Grad der Instabilität, Mitverletzungen von
Bandscheiben, Kapseln oder Bandapparat, ob eine konservative oder operative Behandlung erfolgen sollte.
*Osteoporotische Kompressionsfrakturen werden mit Auffüllung einen speziellen Knochenzement oder Kyphoplastie mit
Ballons stabilisiert.
Operative Maßnahmen bei Wirbelkörperfrakturen:
-Spondylodese: Zwei oder mehr Wirbelkörper werden durch einen Fixateur interne versteift.
-Ventrale Stabilisierung: Mit einem Cage (füllt den Platz im Zwischenwirbelraum).
-Kyphoplastie: Wirbelkörper wird mittels eines expandierbaren Ballons aufgefüllt und stabilisiert.
726
Rojhat aus Kurdistan
D. CT:
1. CT von Aortenaneurysma.
Abdominelles Aortenaneurysma CT mit KM: Die Bauchaorta ist aneurysmatisch erweitert und hat Atherosklerose.
Kontrastiertes Lumen (grün). Hypodenser Thrombus (rot).
1: Leber, 2: Gallenblase, 3: Duodenum, 4: Niere, 5: V. cava inferior (Quelle: Amboss).
Infrarenales Bauchaortenaneurysma CT mit KM auf Höhe LWK 3: Infrarenales Bauchaortenaneurysma (5,5×5cm) mit
hypodensen thrombotischen Material (rot) und hyperdensem Blut (grün). Die Wand der Aorta ist leicht verkalkt (rot
umrandet) (Quelle: Amboss).
2. Dünndarmileus bei Terminalileitis.
727
Rojhat aus Kurdistan
Mechanischer Dünndarmileus CT mit KM: Deutlich dilatierte und flüssigkeitsgefüllte Dünndarmschlingen (grün). Luft-
Flüssigkeits-Spiegel (weiß Linien) (Quelle: Amboss)
728
Rojhat aus Kurdistan
Leberzirrhose mit HCC und Pfortaderthrombose: Zirrhose mit höckriger Oberfläche und verkleinerten Leber. HCC: Multiple
hypodense Strukturen (grün). Frische Pfortaderthrombose (blau). Geringe Mengen Aszites perihepatisch, perisplenisch
(rot). Nierenzyste (gelb). Ao: Aorta, V: Vena cava inferior (Quelle: Amboss).
729
Rojhat aus Kurdistan
Fokale noduläre Hyperplasie: Scharf begrenzte Raumforderung (grün). Zentral eine hypodense, nicht-kontrastierte Narbe,
typischer Befund der FNH (Quelle: Amboss).
730
Rojhat aus Kurdistan
Lymphom der Leber: Rundliche, echoarme RF (dunkelgrün), zentral echoreich (hellgrün). Zusätzlich eine dorsale
Schallverstärkung (weiß); typisch für ein Leberlymphom. DDx bei echoarmer RF: Eingeblutete Zysten, Abszesse, maligne
Tumoren. (Quelle: Amboss).
Leberzyste: Echofreie RF mit dorsaler Schallverstärkung (weiße Fläche). Der kaudale Rand (gestrichelte Linie) ist aufgrund
Darmgase (grüne Fläche) nicht erkennbar. (Quelle: Amboss).
731
Rojhat aus Kurdistan
Leberhämangiom: Scharf abgrenzbare, echoreiche, inhomogene RF (grün). Die echoarmen Anteile in Hämangiom sind a.e.
Thrombosierungen. 1: Lebervenenast, 2: Pfortaderast. (Quelle: Amboss).
Leberhämangiom: Scharf abgrenzbare, echoreiche, inhomogene RF (grün) mit dorsaler Schallverstärkung (weiß) (Quelle:
Amboss).
Leberlipom: Scharf begrenzte, homogene, echoreiche RF. DDx der echoreichen Lebertumoren: Adenome, Hämangiome,
HCC, Metastasen. (Quelle: Amboss).
732
Rojhat aus Kurdistan
Leberadenom: Echoreiche, scharf abgrenzbare RF (grün). HCC: Echoarme, rundliche RF (weiße Pfeile). Leberzirrhose:
Inhomogene Echogenität (Lig=Lig. falciforme/teres hepatis) (Quelle: Amboss).
Leberadenom: Isoechogene RF (rot). DDx: Adenom, Hämangiom, HCC, Metastase. (Quelle: Amboss).
-Was ist häufig bei Kindern?
Hepatoblastom > HCC.
4. Lungenembolie.
733
Rojhat aus Kurdistan
Aa: Aorta ascendens, Ad: Aorta descendens, T: Truncus pulmonalis, rP: Rechte Pulmonalarterie, Vc: Vena cava superior.
734
Rojhat aus Kurdistan
RHB und LHB: Rechter und linker Hauptbronchus. Ö: Ösophagus. RPA und LPA: A. pulmonalis re/li.
735
Rojhat aus Kurdistan
*Epiduralblutung (EDH): Zw. Dura mater (äußere Hirnhaut) und dem Schädelknochen meist durch Traumen beim Einriss
der A. meningea media.
736
Rojhat aus Kurdistan
*Subduralblutung (SDH): Zw. Dura mater und Arachnoidea mater (mittlere Hirnhaut) meist durch Traumen beim Einriss
der Brückenvenen.
*Subarachnoidalblutung (SAB): Zw. Arachnoidea und Pia mater (innerste Hirnhaut) meist durch Traumen, seltener durch
rupturierte Aneurysmen Leitsymptom ist plötzlicher, extrem starker, stechender Kopfschmerz mit Nackensteifigkeit.
*Intrazerebrale Blutung (ICB): Blutung im Gehirnparenchym durch eine Gefäßruptur unterhalb der Pia mater Meist
durch zu hohen Blutdruck (aHT) und passieren ohne Gewalteinwirkung. Meist ist ein großer Teil des Gehirns betroffen,
deswegen entsprechen die Symptome eines Schlaganfalls.
Epidurales Hämatom cCT-Nativ: Hyperdense, bikonvexe RF links frontal (grün). Mittellinienverlagerung nach rechts (weiße
Linien). Postoperatives subkutanes Ödem/Hämatom (rot).
737
Rojhat aus Kurdistan
[Link]: Epiduralhämatom: Hyperdense RF mit Mittellinienverlagerung und Kompression des linken Seitenventrikelvorder-
und -hinterhorns. Dazu eine deutliche Aufhebung der Mark-Rinden-Differenzierung: mögliche Hirnschwellung.
[Link]: Epidurales Hämatom: Bikonvexe, hyperdense RF (grün), komprimierte rechte Seitenventrikel (gelb),
Mittellinieverlagerung leicht nach links, Fraktur der Schädelkalotte (grüner Kreis).
Akutes Subduralhämatom cCT-nativ: Sichelförmige, hyperdense RF (hellrot). Weichteilhämatom: Z.n. Trauma auf die linke
Seite (rot). Marklagerödem: diffuse Dichteminderung der linken Hemisphäre (weiß). Mittellinienverlagerung (grüne Linie).
738
Rojhat aus Kurdistan
Kompression der Seitenventrikel-Vorderhörner (grüne Schraffur). Dilatation des rechten Hinterhorns (roter Kreis). Falx
cerebri (grüne Fläche).
739
Rojhat aus Kurdistan
Subakutes Subduralhämatom cCT-nativ: Sichelförmiges, iso- bis hypodens (grün: subakut) und im okzipitalen Bereich
hyperdens (rot: akut) mit Mittellinienverlagerung.
740
Rojhat aus Kurdistan
741
Rojhat aus Kurdistan
Chronisches Subduralhämatom mit frischer Blutung cCT-nativ: Sichelförmige, hypodense RF ventral (grün: chronische
Blutung), hyperdens dorsal (rot: frisch) mit Mittellinienverlagerung (weiß).
Quelle der Bilder: Amboss.
742
Rojhat aus Kurdistan
Subarachnoidalblutung der basalen Zisternen cCT-nativ: Hyperdenses Material im Bereich der basalen Zisternen (grün).
Hirnödem: Verschwommene Gyri und diskrete Aufweitung der Temporalhörner der Seitenventrikel.
Subarachnoidalblutung cCT-nativ (axial Schnitte): Hyperdensitäten in den basalen Zisternen (grün) und im Sylvischen Fissur
beidseits (blau). Blutansammlung (rot).
743
Rojhat aus Kurdistan
Zerebrales Aneurysma mit Subarachnoidalblutung cCT-nativ: Hyperdense Blutansammlungen in den basalen Zisternen und
entlang des Tentorium cerebelli sind (grün). Mediabifurkationsaneurysma (rot). Zudem Hirnödem mit Volumenzunahme
des Parenchyms und verschwommene Gyrierung.
744
Rojhat aus Kurdistan
745
Rojhat aus Kurdistan
Intrazerebrale Blutung in „loco typico“ bei aHT cCT-nativ: Scharf abgrenzbares, hyperdenses Areal mit hypodensen
Randsaum (rot) in Basalganglien. Die Lokalisation ist typisch für eine hypertensive Blutung wg. Abriss von Aa.
lenticulostriatae aus A. cerebri media. Verkalkung der Gl. pinealis (Pfeile) und des Plexus chorioideus (weiße Kreise) in den
Hinterhörnern der Seitenventrikel, allerdings ohne Krankheitswert. Strukturen in diesem Bereich: 1=Caput nuclei caudati,
2=Putamen, 3=Capsula interna, 4=Thalamus.
746
Rojhat aus Kurdistan
Hirnventrikel und Plexus Choroideus (produziert CSF) Quelle: Studlib und Biology Dictionary.
Intrazerebrale Blutung cCT-nativ: Hyperdense RF (grün) mit hypodensen Randsaum (rot), Mittellinienverlagerung und
geringem reaktiven Marklagerödem. Aufgrund der atypischen Lokalisation sollten Neoplasien ausgeschlossen werden.
747
Rojhat aus Kurdistan
Intrazerebrale Blutung: Hyperdense Raumforderung (1) in der linken Frontoparietalregion durch ein rupturiertes
Aneurysma der linken A. cerebri media.
Subarachnoidale Blutung: In den basalen Zisternen (2), dem Interhemisphärenspalt (3), dem rechten Sulcus lateralis (4),
den linken Frontallappenfissuren (5) und der hinteren Fossa (6). Die Ventrikelerweiterung (grün) resultiert aus einer
Behinderung des Liquorabflusses.
748
Rojhat aus Kurdistan
749
Rojhat aus Kurdistan
Normale CT-Anatomie Abdomen und Becken 1: (1) Nieren, (2) Leber, (3) Colon ascendes, (4) Vena cava, (5) Aorta, (6)
Dünndarm, (7) Linea alba, (8) Colon descendens, (9) Rippen, (10) Diaphragma, (11) M. psoas, (12) Wirbelkörper, (13)
Spinalkanal, (14) Nebennieren, (15) M. erector spinae, (16) Vasa lumbales, (17) Gallenblase, (18) Pankreas, (19) Lunge, (20)
Milz, (21) Magen, (22) Ösophagus, (23) rechter Ventrikel, (24) Septum, (25) linker Ventrikel, (26) M. serratus ant., (27) M.
latissimus dorsi, (28) Sternum, (29) Vena porta, (30) Capsula adiposa, (31) Truncus coeliacus, (32) Duodenum, (33) Colon
transversum.
750
Rojhat aus Kurdistan
Normale CT-Anatomie Abdomen und Becken 2: (1) Nieren, (2) Leber, (3) Colon ascendes, (4) Vena cava, (5) Aorta, (6)
Dünndarm, (7) Linea alba, (8) Colon descendens, (9) Rippen, (10) Diaphragma, (11) M. psoas, (12) Wirbelkörper, (13)
Spinalkanal, (15) M. erector spinae, (16) Vasa lumbales, (17) Gallenblase, (18) Pankreas, (29) Vena porta, (30) Capsula
adiposa, (32) Duodenum, (33) Colon transversum, (35) Proc. spinosus, (36) A. renalis, (37) V. mesenterica sup., (38) A.
mesenterica sup., (39) M. rectus abd., (40) Pelvis renalis, (41) M. obliquus ext. abdominis, (42) M. obliquus int. abdominis,
(43) M. transversus abdominis, (44) M. quadratus lumborum, (45) Os iliium, (46) A. iliaca communis, (47) V. iliaca
communis, (48) M. gluteus maximus, (49) M. iliacus, (50) M. iliopsoas, (51) M. sartorius, (52) M. gluteus minimus, (53) M.
gluteus medius, (54) Vasa iliaca interna, (55) Os sacrum, (56) Rektum, (57) Harnblase, (58) M. obturatorius internus, (59)
Acetabulum.
751
Rojhat aus Kurdistan
Normale CT-Anatomie Abdomen und Becken 4: (39) M. rectus abd., (45) Os iliium, (46) A. iliaca communis, (47) V. iliaca
communis, (48) M. gluteus maximus, (49) M. iliacus, (50) M. iliopsoas, (51) M. sartorius, (52) M. gluteus minimus, (53) M.
gluteus medius, (54) Vasa iliaca interna, (55) Os sacrum, (56) Rektum, (57) Harnblase, (58) M. obturatorius internus, (59)
Acetabulum, (60) Os pubis, (61) Trochanter major, (62) Os ischii, (63) M. pectineus, (64) M. rectus femoris, (65) Caput
femoris, (66) Prostata, (67) M. levator ani, (68) Samenstrang, (69) M. sartorius, (70) M. tensor fasciae latae, (71) Fossa
ischiorectalis, (72) Penis, (73) M. cavernosus, (74) M. bulbospongiosus, (75) Vasa femoralis, (76) M. vastus lateralis, (77)
Adduktoren, (78) N. ischiadicus, (79) M. obturatorius internus, (80) M. piriformis, (81) Samenblasen, (82) Caput femoris.
Quelle der Bilder: [Link]
7. CT-Schädel mit epiduralem Hämatom. A: s. Frage 5.
8. Subdurales Hämatom. A: s. Frage 5.
9. Subarachnoidale Blutung und intrazerebrale Blutung, nur auf dem Bild zeigen und nennen. A: s. Frage 5.
10. CT-Abdomen gezeigt und der Patient hatte akutes Abdomen.
Es war Thrombose in V. mesentrica superior.
752
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: [Link]
11. CT-Angio von Hals-Gefäßen. Ich sollte nur sagen, was ich sehe. Es war Karotisstenose.
753
Rojhat aus Kurdistan
ACC- und ACI-Stenose vor und nach Stent (Quelle: Krause und Pachernegg).
ACI-Stenose links in 2 Stellen und rechts vor und nach Stent (Quelle: Krause und Pachernegg).
754
Rojhat aus Kurdistan
Milzlazeration CT mit i.v. KM: Milz (weiß) ist unscharf begrenzt und hypodense Areale im Parenchym (rot). Hyperdense
Kontrastmittelanreicherung Dorsal der Milz (grün: aktive Blutung). Streifenförmige, hyperdense Läsionen ventrolateral der
Milz (Pfeil: Kontrastmittelextravasation in die freie Bauchhöhle). Hypodenser Flüssigkeit perilienal (weißer Kreis: Blut)
755
Rojhat aus Kurdistan
Milzlazeration CT mit i.v. KM: Unscharf begrenzte Milz (weiß) mit hypodenser Areale im Parenchym (rot). Unterbrechung
der Kapsel dorsal der Milz. Streifenförmige, hyperdense Läsionen ventrolateral der Milz (Pfeile: Kontrastmittelextravasation
in die freie Bauchhöhle). Hypodenser Flüssigkeit perilienal (weißer Kreis: Blut)
756
Rojhat aus Kurdistan
Es war Grad 4 Verletzung von Segment- oder Hilusgefäßen Hämatom: Intraparenchymal, Milz rupturiert mit aktiver
Blutung.
Quelle: Springer.
757
Rojhat aus Kurdistan
758
Rojhat aus Kurdistan
759
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Truncus coeliacus A. hepatica communis + A. splenica + A. gastrica sinistra.
*A. hepatica communis A. gastroduodenalis + A. gastrica dextra + A. hepatica propria.
*A. splenica A. gastroomentalis sinistra + A. gastrica posterior.
13. Patient kam in ZNA mit akuten Thoraxschmerzen und der Prüfer hat eine CT-Bild mit Spannungspneumothorax
gezeigt. Erklären Sie bitte Monaldi-, Bülau-Drainage?
Monaldi:
*2. ICR in der Medioklavikularlinie.
*Anwendung eher in Ausnahmefällen, z.B. notfallmäßige Entlastung eines Spannungspneumothorax.
*Aufgrund der ventralen Lage nicht zur Entlastung eines Hämatothorax geeignet.
Bülau:
*4. ICR zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im „Safe Triangle“.
*Standardmäßiger Zugang für die meisten Indikationen.
760
Rojhat aus Kurdistan
Spannungspneumothorax: Wg. Ventilmechanismus: Luft kommt rein, geht nicht raus Zyanose (livide Lippen) Wir
machen Perkussion und feststellen, welche Seite Pneumothorax hat Dann so schnell wie möglich mit einer Kanüle mit
Ventilmechanismus (wenn nicht, dann mit Schraubenzieher oder sogar Kuli) zwischen 2-3. ICR midklavikulär punktieren und
Druck vermindern Wenn nach einer kurzzeitigen Verbesserung, wieder dem Pat schlecht geht, dann d.h. gibt es
Spannungspneumothorax auch in der Gegenseite Dann punktieren wir auch die Gegenseite Haben Sie keine Angst,
dass es weh tun wird Die Pat im Schock verspüren keine Schmerzen wegen Todangst.
Erste Rippe steht unter Clavikula.
Kanülen mit Rückschlagventil: Pleurakanüle nach Matthys, Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Flexüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Was sind die Ursachen von Pneumothorax? A: s. 88.
Spontan, Trauma, Iatrogen.
-Nennen Sie ein paar Beispiele für laparoskopische Chirurgie?
761
Rojhat aus Kurdistan
762
Rojhat aus Kurdistan
763
Rojhat aus Kurdistan
*Teigel-Kanüle: Am Unfallort bei Spannungspneumothorax muss man Ventil machen mit einem Nadel und Fingerspitze von
Handschuhen Auf diese Weise kann Luft aus dem Pleuraspalt durch die Kanüle raus, aber nicht rein.
*Als Ultima Ratio: VVK = Braunüle = Flexüle = Kanüle = Viggo.
Heimlich-Ventil, Tiegel-Kanüle.
-Und welche VVK?
Ich habe gesagt ab Grün. Prüfer meinte, eine Graue wurde passen.
Eine 14 oder 16 Gauge Nadel wird in der 2. oder 3. ICR eingeführt, um die Luft abzulassen.
17. Wir sind bei einer inkarzerierten paraumbilikalen Hernie gelandet und Prüfer hat mir ein CT gezeigt. Das war sehr
eindeutig.
764
Rojhat aus Kurdistan
E. Verschiedene Bilder:
1. Bild der venösen Insuffizienz.
St 1:
Corona phlebectatica.
St 2:
765
Rojhat aus Kurdistan
Lymphödem, Lipödem Bei Lymphödem sind Zehen auch geschwollen, das ist der Unterschied zum venösen Ödem.
766
Rojhat aus Kurdistan
Myxödem, HI-Ödem.
2. Bild von Panaritium.
Paronychie:
Entzündung des lateralen oder proximalen Nagelwalls evtl. mit eitriger Einschmelzung (=Panaritium parunguale).
Panaritium:
Lokalisierte, eitrig-einschmelzende Entzündung im Bereich der Finger- oder Zehennägel.
In klinischer Sprache häufig synonym verwendet zu Paronychie.
-Was ist die Behandlung? A: s. 292.
*Ruhigstellung, Hochlagerung, Kühlung.
*Topische Antiseptika Chlorhexidin, Povidon-Iod, Octenidin.
*Ggf. systemische Antibiotikatherapie Clindamycin po/iv.
*Chirurgische Sanierung bei Abszedierung (Inzision, Spülung, Drainage).
*Tetanusschutz.
3. Bild von Kompartment-Syndrom mit folgender Anamnese: Pat ist in der Wohnung gestürzt, lag über 2 Tage am
Boden, nimmt Marcumar, aktuell starke Unterschenkelschmerzen, im Röntgen keine Fraktur.
767
Rojhat aus Kurdistan
768
Rojhat aus Kurdistan
6. Kontrastmittelallergie.
-Wirkmechanismus von Perchlorat?
Bei KM-Gabe:
*Latente Hyperthyreose: Perchlorat hemmt die Iodaufnahme in die Thyreozyten.
*Manifeste Hyperthyreose: Nur bei Notfall Perchlorat + Thiamazol (hemmt die Schilddrüsenhormonsynthese).
-Behandlung von Kontrastmittelallergie?
Steroide i.v.
-Welches?
Prednisolon 250-1.000mg i.v. als Bolus.
-Was noch geben Sie?
Adrenalin 1mg + Clemastin 2mg + Volumen 1000ml.
7. Bild von Schulterluxation. Komplikationen?
Quelle: Springer.
Komplikationen:
*Läsion von VAN. Axillaris und Plexus brachialis.
*Verletzung von Rotatormanschette M. supraspinatus, infraspinatus, subskapularis, teres minor.
*Omarthrose.
*Hyperlaxizität des Schultergelenks.
769
Rojhat aus Kurdistan
770
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Das Bild war nicht klar, mehrere rote Flecken am Unterschenkel Es war Erythema Nodosum.
Erythema nodosum (Knotenrose) ist eine akute Entzündung des subkutanen Fettgewebes (Pannikulitis).
Kx: Druckdolente, rot-violette Knoten im Unterschenkel und meist im jungen Erwachsenen.
-Welche Erkrankungen können Erythema Nodosum verursachen?
*Infektionen: β-hämolysierende Gruppe-A-Streptokokken (häufigste Ursache), Tbc, Mykobakterien, Yersinien.
*Autoimmunerkrankungen: Sarkoidose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa.
*Malignome.
*Medikamente: Sulfonamide, Kontrazeptiva.
*Schwangerschaft.
*Idiopathisch.
DDx:
*Phlegmone: Unscharf begrenzten, diffusen Rötung teigiger Konsistenz.
*Thrombophlebitis: Schmerzhafter, derbe tastbarer Strang über dem Verlauf einer Vene.
*Erysipel: Flächige, scharf begrenzte Rötung, schmerzhafte Schwellung und Überwärmung.
Tx:
*Behandlung der Grundkrankheit.
*Symptomatische Therapie mit NSAR.
*In schweren Fällen: Glucocorticoide.
10. Bild einer Hypothyreose (mit geschwollenem Gesicht und Fuß mit Schuppenflechten).
771
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
-Fragen über Diagnose, Untersuchung, Symptome, Labor, Behandlung. A: s. 224.
11. Bild von Kompartmentsyndrom mit offener Wunde, dann Fasziotomie mit Muskelnekrose.
Quelle: Wikipedia
12. Bild von a.e. Skabies. Beschreiben Sie und was könnte die Ursache sein?
772
Rojhat aus Kurdistan
Multiple, längliche und gerötete Papeln zwischen den Fingern. Quelle: Amboss.
Erreger: Skabiesmilbe.
Risikofaktoren: Schlechte Hygiene und Immunsuppression.
Infektionsweg: Von Mensch zu Mensch Direkt über körperlichen Kontakt Selten durch die gemeinsame Nutzung von
Textilie.
Kx: Starker Juckreiz nachts. Rötliche, kommaförmige Hautläsionen.
Dx: Durch ihre Kotballen oder die Eier mittels Lichtmikroskopie, Dermatoskopie oder Klebebandtest.
Tx: Permethrin topisch oder Ivermectin oral.
13. Bild einer Milbe unter Mikroskope, was ist das und wie behandeln Sie es?
773
Rojhat aus Kurdistan
Rötliche Vesikeln und Papeln im rechten Gesäß (Dermatome S1–S3), und Gesicht. Quelle: Amboss.
-Was machen Sie?
*Analgetika: Ibuprofen, ggf. Tramadol o. Morphin.
*Antiviral: Aciclovir 800mg 5x1 für 7 Tage.
Die Übertragung erfolgt nur als Schmierinfektion über virushaltige Bläschenflüssigkeit und nicht wie bei Windpocken als
Tröpfcheninfektion über die Atemwege.
-Welche Nerven können betroffen sein?
Entsprechende Dermatome.
15. Bild von einem Unfall (LKW mit vielen Schäden).
-Was erwarten Sie?
Polytrauma.
-Wie gehen Sie vor?
cABCDE-Schema, schnelle KU, e-FAST, Ganzkörper-CT und Echokardio.
-Warum machen Sie eine Echokardio?
Um eine Tamponade auszuschließen.
16. Bild von Morbus Basedow.
Quelle: Wikipedia.
-Ursache, Therapie und NW der Therapie? A: s. 211.
-Chirurgische Therapie Möglichkeiten?
774
Rojhat aus Kurdistan
Bei M. Basedow machen wir eine subtotale Thyreoidektomie (1/5 bliebt) Du gibst den Körper eine Chance seine
Hormonen zu produzieren.
-Diese Patientin wurde operiert und am OP-Tag klagte über Atemnot und hatte bei Untersuchung Halsschwellung, was
machen Sie?
Nachblutung → Kompartmentsyndrom Unmittelbare chirurgische Revision.
DD: Beidseitige Verletzung von N. laryngeus recurrens Intensive Überwachung der Atmung, ggf. Tracheotomie
Stimmritzenplastik, ggf. Tracheostomie.
775
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
-Beschreiben Sie das Bild und die Frakturen nach Weber klassifizieren.
Weber A: Fraktur des Außenknöchels (Fibula) unterhalb der Syndesmose (intakte Syndesmose)
Weber B: Fraktur des Außenknöchels (Fibula) in Höhe der Syndesmose (mit möglicher Läsion der Syndesmose).
Weber C: Fraktur des Außenknöchels (Fibula) oberhalb der Syndesmose + Ruptur Syndesmose und ggf. Membrana
interossea.
Maisonneuve-Fraktur: Hohe Weber-C-Fraktur + Ruptur der Syndesmose + Zerreißung der Membrana interossea.
Volkmann-Dreieck: Fraktur vom hinteren Tibiakante Tx: Zugschraube.
19. Labor Bild von Panzytopenie.
Anämie + Leukopenie + Thrombopenie.
-Ursachen?
1. Knochenmarkserkrankungen:
Aplastische Anämie: Hemmung der hämatopoetischen Stammzellen Dx: Knochenmarkbiopsie.
Myelodysplastische Syndrome (MDS): Ineffektive Hämatopoese mit erhöhtem Blastanteil (5-20%) Risiko für
Transformation in akute Leukämie.
Leukämien: Produktion normaler Zellen durch die unkontrollierte Proliferation von Leukämiezellen ersetzt wird.
Multiple Myelom: Plasmazellneoplasie stört Knochenmarkfunktion Anämie + HyperCa + Niereninsuffizienz.
2. Hämatologische Störungen
Autoimmunerkrankungen: SLE, RA Autoantikörper greifen die Blutzellen oder das Knochenmark.
Hypersplenismus: Bei Splenomegalie nach Leberzirrhose oder lymphoproliferativen Erkrankungen.
3. Infektionen:
Virale Infektionen: HIV, Hepatitis B, C und Epstein-Barr-Virus (EBV) können das Knochenmark direkt schädigen.
Bakterielle Infektionen: Sepsis kann die Knochenmarkfunktion beeinträchtigen.
4. Nährstoffmängel:
Vitamin B12-Mangel: Das stört DNA-Synthese, kann in schweren Fällen Panzytopenie verursachen.
Folsäuremangel: Das stört DNA-Synthese, kann in schweren Fällen Panzytopenie verursachen.
5. Toxine und Medikamente:
Chemotherapie: Zytostatika können das Knochenmark schädigen und zu Panzytopenie führen.
Medikamente: Antiepileptika und Antibiotika können das Knochenmark schädigen.
6. Kongenitale Störungen:
Fanconi-Anämie: Eine genetische Störung führt zu einer funktionellen Störung des Knochenmarks. Dx:
Genetische Tests und ggf. Knochenmarkbiopsie Aplastische Anämie.
7. Metastasierende Krebserkrankungen:
Sekundäre Knochenmarkbeteiligung: Metastasen von Primärtumoren (z.B. Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs)
können das Knochenmark infiltrieren und die Blutproduktion beeinträchtigen.
-Welche Medikamente verursachen Panzytopenie?
Chemotherapeutika, Zytostatika, Antiviren.
-Wie gibt man Methotrexat?
Einmal wöchentlich po oder sc 24h danach Folsäure 5mg.
776
Rojhat aus Kurdistan
F. Fotos von:
1. Hyperthyreose. A: s. 211.
Quelle: Amboss.
Bei M. Basedow greift das Immunsystem versehentlich das eigene Schilddrüsengewebe mittels Antikörper gegen
Rezeptoren auf den Schilddrüsen- und Orbitalgeweben Das führt zu einer Entzündung und Schwellung des
Orbitalgewebes (Fett- und Muskelgewebe) Dies führt zu einem Vorwölben der Augen nach vorne.
2. Fußgangräne.
777
Rojhat aus Kurdistan
778
Rojhat aus Kurdistan
[Link]: Knopfloch, [Link]: Rheumaknoten, [Link]: Schwellungen in PIP. Quellen: Internisten im Netz und Amboss
6. Fazialisparese, beschreiben Sie bitte.
779
Rojhat aus Kurdistan
780
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Wikipedia.
14. Fotos eines Erysipels am Fußrücken mit Mykose.
Quelle: Springer.
-Was ist die Ursache?
Kleine Hautläsionen wg. Mykose als Eintrittpforte für Bakterien.
-Erreger?
Meist β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes).
-Was für Antibiotikum?
Penicillin V 1,2–1,5 Mio. IE 1-1-1 p.o. für 7–14 Tage.
-Wie wirkt Penicillin?
Bakterizid: Bindet an Penicillin-Bindeprotein und verhindert die Zellwandsynthese.
781
Rojhat aus Kurdistan
XVI. Malen:
Die wichtigsten Anatomie-Fälle, die man mahlen muss, sind:
1. Harnwege Nieren mit Harnleiter und Hauptgefäße zeichnen.
782
Rojhat aus Kurdistan
783
Rojhat aus Kurdistan
784
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Truncus coeliacus A. hepatica communis + A. splenica + A. gastrica sinistra.
*A. hepatica communis A. gastroduodenalis + A. gastrica dextra + A. hepatica propria.
*A. splenica A. gatroomentalis sinistra + A. gastrica posterior.
4. Zirkel von Willis.
785
Rojhat aus Kurdistan
786
Rojhat aus Kurdistan
787
Rojhat aus Kurdistan
788
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss.
Arterien:
*A. gastrica sinistra (aus Truncus coeliacus),
*A. gastrica dextra (aus A. hepatica communis)
*A. gastroomentalis dextra (aus A. hepatica communis -> A. gastroduodenalis)
*A. gastroomentalis sinistra (aus A. splenica)
Vene:
V. gastrica sinistra (in V. portae)
V. gastrica dextra (in V. portae)
V. gastroomentalis dextra (in V. mesenterica superior)
V. gastroomentalis sinistra (in V. splenica)
6. Bauchaorta mit Ästen.
789
Rojhat aus Kurdistan
7. Koronararterien.
790
Rojhat aus Kurdistan
791
Rojhat aus Kurdistan
Arterien: A. subclavia → A. axillaris → A. brachialis → A. radialis + A. ulnaris → Arcus palmaris profundus & superficialis.
Tiefe Vene: V. subclavia → V. axillaris → Vv. radialis + Vv. Ulnaris → Arcus venosus palmaris profundus.
Oberflächliche Vene: V. subclavia → V. cephalica (radial) + V. basilica (ulnar) → V. mediana cubiti → Arcus venosus
palmaris superficialis.
792
Rojhat aus Kurdistan
Arterien: Aorta abdominalis → Iliaca communis → Iliaca externa (+ interna) → Femoralis communis → Femoralis
superficialis (+ Profunda femoris) → Poplitea → Tibialis anterior (+ posterior + Fibularis) → Dorsalis pedis.
Tiefe Vene: V. cava inferior → Iliaca communis → Iliaca externa (&interna) → Femoralis (&Profunda femoris & Saphena
magna) → Poplitea (&Saphena parva) → Tibialis anterior & posterior & Fibularis.
Oberflächliche Vene: V. cava inferior → Iliaca communis → Iliaca externa (&interna) → Saphena magna (&Femoralis) →
Saphena parva (aus Femoralis) → Dorsalis pedis.
9. Knie-Gelenk.
793
Rojhat aus Kurdistan
Quelle: Amboss
10. Leistenkanal.
Verlauf von Leistenkanal:
Faszie transversalis (innerer Leistenring) M. transversus abdominis (unterhalb seiner Fasern) M. obliquus internus
abdominis (durch oder unterhalb seiner Fasern) Aponeurose des M. obliquus externus abdominis (äußerer Leistenring).
Wände des Leistenkanals:
Vordere Wand: Aponeurose des M. obliquus externus abdominis.
Hintere Wand: Fascia transversalis.
Obere Wand (Dach): Untere Ränder des M. obliquus internus und M. transversus abdominis.
Untere Wand (Boden): Ligamentum inguinale.
Inhalt von Leistenkanal:
Bei Männern:
N. ilioinguinalis: innerviert die Haut vom äußeren Genitalbereich und oberen Teils des Oberschenkels.
Samenstrang (Funiculus spermaticus):
Ductus deferens (Samenleiter): Transportiert die Spermien vom Hoden zur Prostata.
A. testicularis.
Vv. testicularis (Plexus pampiniformis): Ein Venengeflecht für Temperaturregulation des Hodens.
Processus vaginalis peritonei Normalerweise obliteriert, bei Persistenz führt zu indirekten Leistenhernien
und Hydrozeleen.
M. cremaster.
Lymphgefäße.
Nerven.
Bei Frauen:
Nervus ilioinguinalis: innerviert die Haut der großen Schamlippen und des oberen Teils des Oberschenkels.
Ligamentum teres uteri (Rundes Mutterband): Dieses Band ist von Vorderseite des Uterus bis große Schamlippen
(Labia majora) Es spielt eine Rolle bei der Fixierung der Gebärmutter.
Nuck-Kanal: entspricht dem männlichen Processus vaginalis peritonei Normalerweise obliteriert, bei Persistenz
führt zu indirekten Leistenhernien und Hydrozeleen.
794
Rojhat aus Kurdistan
795
Rojhat aus Kurdistan
796
Rojhat aus Kurdistan
797
Rojhat aus Kurdistan
11. Die große und kleine kardiale Zirkulation mit Herz Anatomie, Arterien, Venen und Klappen in die Tafel gezeichnet.
Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf):
Blut aus Körper in rechten Vorhof → Rechte Ventrikel → Truncus Pulmonalis, Lungenarterien und zur Lunge → Austausch
von Kohlendioxid und Sauerstoff → Danach durch Lungenvene in den linken Vorhof → Linke Ventrikel.
Körperkreislauf (großer Kreislauf):
Blut von linker Ventrikel → Aorta → Dann über Arterien und Arteriolen wird Körper mit frischem Sauerstoff versorgt →
Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff und Abfallstoffe → Danach über die Venen in den rechten Vorhof.
798
Rojhat aus Kurdistan
12. Kolon.
799
Rojhat aus Kurdistan
-Wie heißen die Kolonteile? Wo ist Karzinom häufiger mit den Prozenten in jedem Teil?
Rektum: 50%
Sigmoid: 30%
Transversum und descendens: 10%
Zäkum und ascendens: 10%
13. Ein Diagramm gemalt: Eine Linie der Inspiration und eine Linie der Exspiration und die Beziehung mit der Zeit.
800
Rojhat aus Kurdistan
801
Rojhat aus Kurdistan
802
Rojhat aus Kurdistan
803
Rojhat aus Kurdistan
XVII. Anatomie/Histo:
1. Phäochromozytom, was ist das? A: s. 233.
Es ist ein Tumor im Nebennierenmark, produziert Katecholamine (insb. Adrenalin und Noradrenalin) und freisetzt
unkontrolliert.
2. Was ist Formen Ovale?
Die Öffnung des Septums zwischen den beiden Vorhöfen. Foramen ovale gewährleistet mit dem Ductus arteriosus Botalli
(zw. Aorta und Trunkus pulmonalis) die Umgehung des Lungenkreislaufs bei Fetus und verschließt sich innerhalb weniger
Tage oder Wochen nach der Geburt von selbst.
804
Rojhat aus Kurdistan
805
Rojhat aus Kurdistan
6. Rektum Anatomie.
7. Wo liegt Riolan-Anastomose?
Riolan-Anastomose liegt an der linken Flexur:
806
Rojhat aus Kurdistan
807
Rojhat aus Kurdistan
XVIII. Pharmakologie:
Quelle: PDF „Alle Medikamente merged.“
1. Glukokortikoide. A: s. 18.
2. Amiodaron. A: s. 5.
3. Antikoagulanzien. A: s. 10.
-HAS-BLED-Score?
Bei VHF für Blutungsrisiko-Abschätzung.
808
Rojhat aus Kurdistan
Openai:
Viszeraler Schmerz:
Definition:
Viszeraler Schmerz stammt von inneren Organen (Viszera) und zugehörigen Strukturen im Bauchraum und Brustkorb.
Dieser Schmerz wird oft als dumpf, drückend, kolikartig oder krampfartig beschrieben und ist schwer lokalisierbar.
Ursachen und Quellen:
a. Dehnung: Überdehnung von Hohlorganen (wie Magen, Darm, Blase, Uterus) durch Gas, Flüssigkeit oder Masse.
Beispiel: Darmobstruktion führt zu Dehnung der Darmwand und kolikartigen Schmerzen.
b. Spasmen der glatten Muskulatur: Krämpfe in der glatten Muskulatur von Hohlorganen.
Beispiel: Gallen- oder Nierenkoliken durch Steine.
c. Ischämie: Gewebeschädigungen durch Minderperfusion.
Beispiel: Mesenteriale Ischämie verursacht krampfartige Schmerzen durch spastische Kontraktionen des Darms.
d. Entzündung: Entzündung in Organen.
Beispiel: Akute Pankreatitis verursacht dumpfe Entzündungsschmerzen.
Pathophysiologie:
*Dehnung und Spannung: Mechanische Dehnung aktiviert mechanosensitive Nervenenden in Organwänden.
*Spasmen: Kontraktion der glatten Muskulatur verursacht Reizung der Nervenfasern.
*Ischämie: Sauerstoffmangel führt zu anaerobem Metabolismus und Ansammlung von Stoffwechselendprodukten, die
Nervenendigungen reizen.
*Entzündung: Freisetzung von Entzündungsmediatoren (z.B. Prostaglandine, Zytokine) stimuliert Schmerzrezeptoren.
Peritonealer (somatischer) Schmerz:
Definition:
Peritonealer Schmerz stammt von Peritoneum parietale. Dieser Schmerz ist meist scharf, schneidend, gut lokalisiert und
verschlimmert sich durch Bewegung oder Druck.
Ursachen und Quellen:
a. Entzündung: Entzündung des parietalen Peritoneums durch infektiöse oder nicht-infektiöse Ursachen.
Beispiel: Peritonitis, die durch eine Appendizitis oder perforierte Ulcera verursacht wird.
b. Reizung durch chemische Substanzen: Reizung durch Austreten von Mageninhalt, Galle, Urin oder Blut in die
Bauchhöhle.
Beispiel: Ulkus-Perforation, bei der Magensäure das Peritoneum reizt.
c. Trauma: Peritoneum-Verletzungen.
Beispiel: Bauchtrauma durch Unfall.
Pathophysiologie:
*Direkte Reizung: Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) im parietalen Peritoneum werden durch mechanische oder
chemische Reize aktiviert.
*Entzündung: Freisetzung von Entzündungsmediatoren (z.B. Prostaglandine, Zytokine) stimuliert Schmerzrezeptoren.
*Mechanische Beeinflussung: Bewegungen oder Druck auf das entzündete Peritoneum führen zu verstärkter Aktivierung
der Schmerzrezeptoren.
Warum sind viszerale Schmerzen schlecht lokalisierbar?
1. Weniger Nozizeptoren:
Innere Organe haben weniger Schmerzrezeptoren als die Haut. Deshalb ist der Schmerz weniger präzise.
2. Nervensignale mischen sich:
Viszerale Nerven von verschiedenen Organen mischen sich mit somatischen Nerven (Haut und Muskeln) im Rückenmark.
Das führt dazu, dass das Gehirn Schwierigkeiten hat, den Schmerz genau zuzuordnen.
Diese Mischung bedeutet, dass die Schmerzsignale von verschiedenen Organen und Geweben auf dieselben Nervenzellen
im Rückenmark projiziert werden. Deswegen interpretiert das Gehirn den Schmerz oft als kommend aus einem Bereich,
den es besser kennt (wie die Haut), was zur übertragenen Schmerzempfindung führt (z.B. Herzschmerz, der in den linken
Arm ausstrahlt).
3. Diffusere Innervation:
809
Rojhat aus Kurdistan
Die Nerven von viszeralen Organen sind weit verteilt und nicht so genau wie die Nerven von Haut. Dies macht es schwierig,
den Schmerz genau zu lokalisieren.
4. Fehlende Repräsentation im Gehirn:
Im Gehirn gibt es eine detaillierte Karte für Haut und Muskeln, um somatischen Schmerz genau zu lokalisieren. Solch eine
präzise Karte fehlt für die inneren Organe.
810
Rojhat aus Kurdistan
Viszerale Entzündung, Dehnung, Ischämie Schmerzen: Organe CP, SMP, IMP Nn. Splanchnici Rückenmark Hirn.
*CP: Ganglion Coeliacum. SMP: Ganglion mesentericum superius. IMP: Ganglion mesentericum inferius.
Quelle: Deranged Physiology
Häufigste Schmerzarten:
1. Krampfartig: Schmerzhafte Muskelkontraktionen, die häufig kommen und gehen Die Pathophysiologie ist eine
Dysregulation der Muskelkontraktionen durch erhöhte Erregbarkeit der Muskelzellen oder durch eine direkte Reizung wie
z. B. Entzündungen, lokale Irritationen, Dehydrierung (Elektrolytungleichgewichten), oder hormonelle Einflüsse (z.B.
Prostaglandine bei Menstruation).
Beispiel: Menstruationskrämpfe, Bauchkrämpfe bei Magen-Darm-Infektionen Menstruationskrämpfe werden durch
Prostaglandine verursacht, die die Kontraktion der Uterusmuskulatur verstärken.
2. Kolikartig: Wellenartig Schmerz durch Muskelkontraktionen, der kommt und geht. Schmerz wird durch die Kontraktion
von Hohlorganen verursacht, die versuchen, die Stenose zu überwinden, wie bei einer Verstopfung.
Beispiel: Schmerzen bei Gallenkoliken, Nierenkoliken, oder Darmobstruktionen.
3. Dumpf: Ein diffuser, schwer zu lokalisierender Schmerz, der oft als tief und anhaltend empfunden wird.
Beispiel: Schmerzen bei einer Muskelzerrung oder bei leichten Entzündungen der inneren Organe.
4. Drückend: Schmerz, der als konstanter Druck empfunden wird. Oft mit einer Überdehnung von Geweben verbunden.
Beispiel: Spannungskopfschmerzen, Druckgefühl bei Sinusitis.
5. Pulsierend: Schmerz, der im Rhythmus des Herzschlags auftritt. Dieser Schmerz ist oft mit einer Entzündung oder einer
Erweiterung der Blutgefäße verbunden.
Beispiel: Migräne, Arteriitis temporalis.
6. Pochend: Ein wiederkehrender, rhythmischer Schmerz, ähnlich wie pulsierend, aber stärker und anhaltender.
Beispiel: Zahnschmerzen bei einer Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis), Migräne.
811
Rojhat aus Kurdistan
7. Bohrend: Ein tief eindringender Schmerz, der oft an einem bestimmten Punkt lokalisiert ist und sich in die Tiefe des
Gewebes erstreckt.
Beispiel: Schmerzen bei Osteomyelitis, starke Zahnschmerzen.
8. Brennend: Ein scharfer, heißer Schmerz, der oft mit Nervenreizung oder -entzündung assoziiert wird.
Beispiel: Sodbrennen bei gastroösophagealem Reflux, Nervenschmerzen bei Gürtelrose (Herpes zoster).
9. Scharf: Ein intensiver, durchdringender Schmerz, der oft plötzlich auftritt und gut lokalisiert werden kann.
Beispiel: Akuter Schmerz bei einem Schnitt oder einer Operation, plötzlicher Schmerz bei einer Fraktur.
10. Hell (stechend): Ein scharfer, intensiver Schmerz, oft wie ein Nadelstich empfunden. Er ist gut lokalisierbar und tritt
plötzlich auf.
Beispiel: Stechende Schmerzen bei einem eingeklemmten Nerv, wie bei Ischias.
11. Ziehend (ausstrahlend): Ein Schmerz, der sich entlang einer Linie oder eines Nerven ausbreitet, oft als Spannungsgefühl
beschrieben.
Beispiel: Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall, die in das Bein ausstrahlen.
12. Spannungsschmerz: Schmerz, der durch eine Überdehnung oder Anspannung von Muskeln oder Bändern verursacht
wird.
Beispiel: Spannungskopfschmerzen, Muskelverspannungen im Nackenbereich.
13. Strahlend: Schmerz, der von einer Stelle ausgeht und in andere Körperbereiche ausstrahlt.
Beispiel: Schmerzen bei einem Herzinfarkt, die in den linken Arm oder Kiefer ausstrahlen.
14. Reißend: Ein intensiver Schmerz, der das Gefühl vermittelt, dass das Gewebe auseinandergerissen wird.
Beispiel: Schmerzen bei einem Muskelriss oder einer Sehnenruptur.
15. Elektrisierend: Ein plötzlich auftretender, blitzartiger Schmerz, oft entlang eines Nervs.
Beispiel: Schmerzen bei Trigeminusneuralgie oder Karpaltunnelsyndrom.
16. Zermürbend: Ein anhaltender, schwächender Schmerz, oft als erschöpfend beschrieben wird.
Beispiel: Chronische Schmerzen bei Fibromyalgie.
Beispiele der viszeralen und parietalen Schmerzen für jedes Organ:
Leber:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Hepatitis.
Pathophysiologie: Entzündung der Leber verursacht Schwellung und Dehnung der Glisson-Kapsel. Diese Dehnung aktiviert
viszerale Schmerzrezeptoren, was zu einem dumpfen, schlecht lokalisierten Schmerz im rechten oberen Quadranten führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perihepatitis (z.B. Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom).
Pathophysiologie: Entzündung der Leberkapsel und des angrenzenden parietalen Peritoneums führt zu scharfem, gut
lokalisiertem Schmerz im rechten oberen Quadranten, der sich bei Bewegung verschlimmert.
Niere:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Nierenkolik durch Nierensteine.
Pathophysiologie: Stein im Harnleiter verursacht Spasmen der glatten Muskulatur und Dehnung des Harnleiters. Dies
aktiviert viszerale Schmerzrezeptoren und führt zu kolikartigen, intermittierenden Schmerzen im Flankenbereich, die in die
Leistengegend ausstrahlen können.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perinephritischer Abszess.
Pathophysiologie: Entzündung, die sich auf das umgebende parietale Peritoneum ausbreitet, führt zu scharfen, gut
lokalisierten Schmerzen in der Flanke, die durch Druck oder Bewegung verschlimmert werden.
Herz:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Angina pectoris.
Pathophysiologie: Ischämie des Herzmuskels führt zur Freisetzung von Stoffwechselprodukten, die viszerale
Schmerzrezeptoren aktivieren. Dies verursacht einen drückenden, oft retrosternalen Schmerz, der in den linken Arm,
Nacken oder Kiefer ausstrahlen kann.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perikarditis.
Pathophysiologie: Entzündung des Perikards, insbesondere des parietalen Blattes, verursacht scharfe, stechende
Schmerzen im Brustbereich, die durch tiefe Atmung, Husten oder Lageveränderungen verschlimmert werden.
Lungen:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Lungenembolie (nur minimal viszeral, da Lungengewebe selbst wenig schmerzempfindlich ist).
Pathophysiologie: Verschluss einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel führt zu Ischämie im Lungengewebe, was zu
diffusem Brustschmerz, Dyspnoe und einem Gefühl der Beklemmung führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Pleuritis.
Pathophysiologie: Entzündung der Pleura, insb. der parietalen Pleura, führt zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen, die
durch Atmen, Husten oder Bewegung verschlimmert werden.
812
Rojhat aus Kurdistan
Magen:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Gastritis.
Pathophysiologie: Entzündung der Magenschleimhaut führt zu Dehnung und Spasmen der glatten Muskulatur, was zu
dumpfen, schlecht lokalisierten Schmerzen im Oberbauch führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perforiertes Magengeschwür.
Pathophysiologie: Austreten von Magensäure in die Bauchhöhle reizt das parietale Peritoneum, was zu scharfen, gut
lokalisierten Schmerzen im Oberbauch führt, die durch Bewegung verschlimmert werden.
Milz:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Splenomegalie (z.B. durch Infektionen oder hämatologische Erkrankungen).
Pathophysiologie: Vergrößerung der Milz führt zu Dehnung der Milzkapsel, was dumpfe, schlecht lokalisierte Schmerzen im
linken oberen Quadranten verursacht.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Milzruptur.
Pathophysiologie: Ruptur der Milz und Blutung in die Bauchhöhle führen zur Reizung des parietalen Peritoneums, was zu
scharfen, gut lokalisierten Schmerzen im linken oberen Quadranten und einer Peritonitis führt.
Dünndarm:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Ileus.
Pathophysiologie: Mechanische Obstruktion führt zu Dehnung und Spasmen der Dünndarmmuskulatur, was zu
kolikartigen, schlecht lokalisierten Schmerzen im Mittelbauch führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perforation des Dünndarms.
Pathophysiologie: Austreten von Darminhalt in die Bauchhöhle reizt das parietale Peritoneum, was zu scharfen, gut
lokalisierten Schmerzen und einer Peritonitis führt.
Dickdarm:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Kolitis (z.B. durch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
Pathophysiologie: Entzündung und Spasmen der Dickdarmmuskulatur führen zu diffusen, krampfartigen Schmerzen im
Unterbauch.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Divertikulitis mit Perforation.
Pathophysiologie: Entzündung und mögliche Perforation eines Divertikels führen zur Reizung des parietalen Peritoneums,
was zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen im linken Unterbauch und einer Peritonitis führt.
Gehirn:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Kopfschmerzen bei Hirntumor.
Pathophysiologie: Tumoren im Gehirn können Druck auf umgebende Strukturen ausüben und zu einem allgemeinen
Druckgefühl im Kopf führen. Dies kann zu schlecht lokalisierten, diffusen Kopfschmerzen führen.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Meningitis.
Pathophysiologie: Entzündung der Meningen, insb. der Dura mater, führt zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen, die
durch Bewegung und Druck verschlimmert werden.
Harnblase:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Interstitielle Zystitis.
Pathophysiologie: Chronische Entzündung der Blasenschleimhaut verursacht Dehnung und Spasmen der glatten
Muskulatur der Blase, was zu diffusen, schlecht lokalisierten Schmerzen im Unterbauch und Beckenbereich führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Blasenruptur.
Pathophysiologie: Eine Ruptur der Blase und Austritt von Urin in die Bauchhöhle führt zur Reizung des parietalen
Peritoneums, was zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen im Unterbauch führt.
Uterus:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Dysmenorrhoe (Menstruationsschmerzen).
Pathophysiologie: Kontraktionen der Uterusmuskulatur während der Menstruation verursachen Dehnung und Spasmen,
die zu diffusen, krampfartigen Schmerzen im Unterbauch und Beckenbereich führen.
Parietaler Schmerz:
Beispiel: Uterusperforation (z.B. durch ein Intrauterinpessar oder während einer Operation)
Pathophysiologie: Perforation des Uterus und Austritt von Uterusinhalten in die Bauchhöhle führt zur Reizung des
parietalen Peritoneums, was zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen führt.
813
Rojhat aus Kurdistan
Skelettmuskulatur:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Muskelkrämpfe.
Pathophysiologie: Unwillkürliche Kontraktionen der Skelettmuskulatur verursachen Dehnung der Muskelfasern und
Spasmen, die zu diffusen, schlecht lokalisierten Schmerzen führen.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Muskelriss.
Pathophysiologie: Ein Riss in der Skelettmuskulatur führt zu einer akuten Schädigung und Entzündung, die scharfe, gut
lokalisierte Schmerzen verursacht.
Arterien:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Angina pectoris.
Pathophysiologie: Ischämie des Herzmuskels durch verminderte Durchblutung der Koronararterien führt zur Freisetzung
von Schmerzmediatoren, die zu einem diffusen, drückenden Schmerz im Brustbereich führen.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Arteriendissektion (z.B. Aortendissektion).
Pathophysiologie: Ein Riss in der inneren Schicht der Arterienwand führt zu einer Trennung der Schichten und kann das
umgebende Gewebe und die Nervenenden reizen, was zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen führt.
Venen:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Tiefe Venenthrombose (TVT).
Pathophysiologie: Ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene verursacht Dehnung und Entzündung der Vene, was zu diffusen,
dumpfen Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich führt.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Venenruptur (z.B. Varizenruptur).
Pathophysiologie: Eine Ruptur der Vene führt zu einer akuten Entzündung und Schädigung des umliegenden Gewebes, was
scharfe, gut lokalisierte Schmerzen verursacht.
Pankreas:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Akute Pankreatitis.
Pathophysiologie: Entzündung der Pankreas führt zur Aktivierung von Verdauungsenzymen innerhalb des Pankreas, was zu
einer auto-digestiven Schädigung des Gewebes führt. Dies verursacht diffuse, dumpfe Schmerzen im Oberbauch, die oft in
den Rücken ausstrahlen.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Pankreatische Pseudozyste mit Perforation.
Pathophysiologie: Eine Pseudozyste kann durch eine Entzündung oder Verletzung der Pankreas entstehen und sich im
umliegenden Gewebe bilden. Wenn eine Pseudozyste perforiert, kann der Inhalt (entzündliches Exsudat und
Verdauungsenzyme) in die Peritonealhöhle gelangen und das parietale Peritoneum reizen, was zu scharfen, gut
lokalisierten Schmerzen führt.
Gallenblase:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Cholezystitis.
Pathophysiologie: Eine Entzündung der Gallenblase, oft durch Gallensteine verursacht, führt zu einer Dehnung der
Gallenblasenwand und Spasmen der glatten Muskulatur. Dies verursacht diffuse, krampfartige Schmerzen im rechten
Oberbauch, die in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können.
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Perforierte Gallenblase.
Pathophysiologie: Bei einer perforierten Gallenblase tritt entzündliches Material und Gallenflüssigkeit in die
Peritonealhöhle ein, was das parietale Peritoneum reizt. Dies führt zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen im rechten
Oberbauch.
Appendix:
*Viszeraler Schmerz:
Beispiel: Frühe akute Appendizitis.
Pathophysiologie: Zu Beginn der Appendizitis verursacht die Entzündung eine Dehnung der Appendixwand und Aktivierung
der viszeralen Schmerzrezeptoren. Dies führt zu schlecht lokalisierten, diffusen Schmerzen im mittleren Abdomen
(periumbilikale Region).
*Parietaler Schmerz:
Beispiel: Fortgeschrittene Appendizitis mit Perforation.
Pathophysiologie: Wenn die entzündete Appendix perforiert, tritt eitriges Material und Darminhalt in die Peritonealhöhle
ein und reizt das parietale Peritoneum. Dies führt zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen im rechten unteren Quadranten
des Bauches (McBurney-Punkt).
Pathophysiologie von Umwandlung von viszeralen Schmerzen auf parietalen Schmerzen als Beispiel in Divertikulitis:
*Perforation:
814
Rojhat aus Kurdistan
Mechanismus: Perforation eines Divertikels führt zum Austritt von Darminhalt in die Bauchhöhle, was das parietale
Peritoneum reizt.
Pathophysiologie: Freisetzung von Bakterien, entzündlichen Exsudaten und Fäkalien in die Bauchhöhle führt zu einer
Peritonitis. Das parietale Peritoneum reagiert empfindlich auf diese Reizung, was zu scharfen, gut lokalisierten Schmerzen
führt.
*Abszessbildung:
Mechanismus: Eine schwere Entzündung kann zu lokalen Abszessen führen, die das umliegende Gewebe und das parietale
Peritoneum einbeziehen.
Pathophysiologie: Die entzündliche Reaktion und der Druck eines Abszesses auf das parietale Peritoneum verursachen
Schmerzen. Der Abszess selbst kann die umliegenden Strukturen und Nerven irritieren.
*Mikroperforationen:
Mechanismus: Kleinere, nicht vollständige Perforationen können lokal begrenzte Entzündungen und Irritationen
verursachen.
Pathophysiologie: Diese Mikroperforationen können zu einer lokalisierten Peritonitis führen, bei der die entzündlichen
Prozesse das parietale Peritoneum reizen und Schmerzen verursachen.
*Entzündliche Ausbreitung:
Mechanismus: Die Entzündung eines Divertikels kann sich auf die umgebenden Gewebe und das parietale Peritoneum
ausbreiten, auch ohne Perforation.
Pathophysiologie: Direkte Ausbreitung der Entzündung durch die Darmwand kann zu einer peritonealen Reaktion führen.
Das parietale Peritoneum wird durch die Entzündungsmediatoren und den mechanischen Druck gereizt.
*Fisteln:
Mechanismus: Chronische Entzündungen können zur Bildung von Fisteln führen, die zu benachbarten Organen oder
Strukturen reichen.
Pathophysiologie: Fisteln können entzündliche Substanzen und Bakterien verbreiten, die das parietale Peritoneum und
benachbarte Gewebe irritieren und Schmerzen verursachen.
Beispielhafte Symptome und Pathophysiologie
*Akute Divertikulitis ohne Perforation:
Symptome: Dumpfer, drückender Schmerz im linken Unterbauch, Fieber, Leukozytose.
Pathophysiologie: Entzündung des Divertikels führt zu Dehnung und Irritation der umliegenden Gewebe und kann eine
leichte Irritation des parietalen Peritoneums verursachen, was zu lokalisierten Schmerzen führt.
*Akute Divertikulitis mit Mikroperforation:
Symptome: Scharfe Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber, lokale Abwehrspannung.
Pathophysiologie: Mikroperforationen führen zu lokaler Peritonitis, die das parietale Peritoneum reizt und scharfe, gut
lokalisierte Schmerzen verursacht.
*Akute Divertikulitis mit Abszessbildung:
Symptome: Starke Schmerzen, tastbare Resistenz im linken Unterbauch, Fieber, erhöhte Entzündungsmarker.
Pathophysiologie: Abszesse üben Druck auf das umliegende Gewebe und das parietale Peritoneum aus, was zu scharfen,
gut lokalisierten Schmerzen führt.
*Akute Divertikulitis mit Perforation:
Symptome: Plötzliche, heftige Schmerzen im gesamten Bauchraum, Zeichen einer generalisierten Peritonitis
(Abwehrspannung, Fieber, Sepsis).
Pathophysiologie: Freisetzung von Darminhalt in die Bauchhöhle verursacht eine ausgeprägte Reizung des parietalen
Peritoneums, was zu intensiven, scharfen Schmerzen führt.
Mechanismen der entzündlichen Ausbreitung ins Peritoneum parietale ohne Perforation:
*Transmurale Entzündung:
Mechanismus: Die Entzündung kann die gesamte Dicke der Darmwand durchdringen.
Pathophysiologie: Bei einer schweren Divertikulitis kann die Entzündung von der Mukosa über die Submukosa bis zur
Serosa der Darmwand fortschreiten. Die Serosa (Peritoneum viszerale) liegt nahe am parietalen Peritoneum. Wenn die
Entzündung die Serosa erreicht, können entzündliche Mediatoren und Bakterien die benachbarten Gewebe und das
parietale Peritoneum irritieren, auch ohne dass es zu einer makroskopischen Perforation kommt.
*Periviszerale Entzündung:
Mechanismus: Die Entzündung breitet sich in das umgebende Gewebe außerhalb des Darms aus.
Pathophysiologie: Die Entzündung kann in das periviszerale Fettgewebe (das Fettgewebe um den Darm herum)
übergreifen. Diese Entzündung kann dann weiter auf das parietale Peritoneum übergehen, was zu einer peritonealen
Reaktion und Schmerzen führt.
*Lokale Abszessbildung:
Mechanismus: Entzündungen führen zur Bildung von lokalisierten Abszessen.
Pathophysiologie: Ein Abszess kann sich in der Nähe des entzündeten Divertikels bilden und Druck auf das umliegende
Gewebe und das parietale Peritoneum ausüben. Obwohl die Darmwand nicht durchbrochen ist, kann der Abszess
entzündliche Substanzen und Bakterien in die Nähe des Peritoneums bringen, was zu Schmerzen führt.
*Chemische Reizung:
Mechanismus: Entzündliche Exsudate und Toxine diffundieren durch die Darmwand.
815
Rojhat aus Kurdistan
Pathophysiologie: Entzündliche Exsudate (Flüssigkeit, die bei Entzündungen freigesetzt wird) und bakterielle Toxine können
durch die Darmwand diffundieren und das umliegende Gewebe und das parietale Peritoneum reizen. Diese chemische
Reizung führt zu Schmerzen, auch ohne eine sichtbare Perforation.
*Mikroperforationen:
Mechanismus: Kleinere, nicht vollständige Perforationen.
Pathophysiologie: Diese Mikroperforationen sind winzige Löcher in der Darmwand, die oft nicht makroskopisch sichtbar
sind, aber ausreichend sind, um entzündliche Substanzen und Bakterien in das umliegende Gewebe und das parietale
Peritoneum entweichen zu lassen. Diese Mikroperforationen können eine lokal begrenzte Peritonitis verursachen.
-Was soll man bei Opioiden bei alten Menschen beachten?
Ich habe Obstipation, Intoxikation und Atemdepression gesagt, aber er wollte Dosisanpassung hören.
5. Orale Antidiabetika? A: s. 31.
Nicht-insulinotrope Substanzen (Kein Hypo-Risiko): BAGS
1. Biguanide: Metformin:
W: Verzögerte Glukoseresorption in Darm + Hemmung der Gluconeogenese (aa -> glu) in Leber + Steigerung der
Glukoseaufnahme in die Muskulatur + Senkung des Appetits.
NW: Bei GFR<30ml/min Risiko von Laktatazidose Weil von Nieren ausgeschieden wird.
2. a-Glucosidase-Hemmer: Acarbose:
W: Hemmung des Enzyms „a-Glucosidase“ in Darm, weniger Glucose-Resorption.
Fast nicht mehr benutzt Enzym wird gehemmt, Polysaccharide werden nicht abgebaut und das ist wie
Schokolade für die Bakterien im Darm Deswegen fast nicht mehr benutzt.
3. Glitazone: Piaglitazon usw.:
W: Insulin-Sensitizer: Empfindlichkeit der Zellen für Insulin gesteigert Verminderung von Insulinresistenz.
NW: Kardiale Dekompensation.
4. SGLT-2-Hemmer: Gliflozine: Dapagliflozin usw.:
W: Hemmung des Na-Glu-Contransporter-2 in Prox. Tubulus Wenigere Reabsorption von Glu und Na Wg.
Na-Ausscheidung wird auch Wasser ausgeschieden, deswegen wirkt wie ein Diuretikum Gut bei
Herzinsuffizienz.
NW: HWI.
Insulinotrope Substanzen (Hypo-Risiko): SSGGD Stimulation von Insulinsekretion:
1. Sulfanylharnstoffe: Glibenclamid, Glimepirid, Gliquidin:
W: Stimulation der Insulin-Sekretion.
Bei Spätstadium der DMT2 sind Beta-Zellen überlastet, deswegen geben wir dann nicht.
NW: Aktuell in DE werden nur Glinide verordnet, da Hypo-Risiko weniger ist.
2. Sulfanylharnstoff-Analoge: Glinide:
Wie Sulfanylharnstoffe (etwas entwickelter).
3. GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Glutide: Ozempic, Trulicity:
W: GLP-1 und GIP stimulieren Insulinsekretion, hemmen Glukagonsekretion und Appetit. Verzögern
Magenentleerung.
Diese Inkretine werden durch Enzym DPP4 abgebaut Also Inhibitoren der DPP4 (Gliptine) erhöhen die Spiegel
von GIP und GLP-1.
4. GLP1/GIP-Duale-Rezeptor-Agonist: Tirzepatide (Mounjaro):
W: Bindet an GLP1- und GIP-Rezeptoren und stimuliert Insulinsekretion noch stärker, hemmt Glukagonsekretion
noch stärker.
5. DPP4-Hemmer: Gliptine:
W: Hemmen den Abbau von GLP1 und GIP dadurch stimulieren Insulinsekretion.
[Link] bei GFR >30ml/min: Metformin.
Wenn <30ml/min: GLP1-RA, DPP4-H, Glinide, Insulin.
Bei Kardiovaskulärem Risiko: SGLT-2-Hemmer u/o GLP1-RA.
Inkretine: GIP: Glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid. GLP-1: Glukagon-like Peptid-1.
816
Rojhat aus Kurdistan
817
Rojhat aus Kurdistan
DIURETIKA: 5 Untergruppen:
1. Thiazide: z.B. HCT, Chlortalidon.
W: Verminderte Na- und K-Resorption im distalen Tubulus.
NW: HCT ist Melanom-erregend. Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↑. Harnsäure ↑. BZ↑.
LDL↑.
I: aHT, Ödeme bei HI.
KI: Bei GFR <50ml/min oder Krea >2mg/dl funktionieren Thiazide nicht deswegen geben wir
Schleifendiuretika.
2. Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid.
W: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht
Hypovolämie Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert
Niere vermehrt Na nach diesen 6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper
haben Deswegen geben wir Furosemid nur bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur
Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-
Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT, aber nicht bei akuten Situationen
wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von Lungenödem
sterben. Furosemid = Lasix = Last Six Hours.
NW: Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↓. Harnsäure ↑. BZ↑. Ototoxizität.
I: Ödeme (HI, Zirrhose). HyperCa.
KI: HypoCa, HypoK, HypoNa.
3. K-sparende Diuretika: z.B. Amilorid, Triamteren.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
4. Aldosteron-Antagonisten: z.B. Spironolacton, Eplerenon.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑. Spironolacton hemmt den Abbau von Östrogen und macht Gynäkomastie, deswegen
wollen die Männer dieses Med nicht.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
5. Osmotische Diuretika: Mannitol.
W: Mannitol erhöht die Osmolalität in Gefäß Wasser kommt von Zellen raus in Gefäße Hirndruck
wird erniedrigt. nur i.v.
I: Hirnödem, Glaukomanfall.
KI: aHT weil die ziehen Wasser ins Gefäß und erhöhen den RR.
Da Körper verliert Na und Wasser zusammen, sehen wir HypoNa und HyperNa extreme selten. Wenn wir
Thiazide oder Furosemid geben, damit Pat mit dekomp. HI 1kg verliert, verliert der Pat 1lt Wasser mit Na Aber
verliert keine Erythrozyten oder Thrombozyten Das bedeutet Hct wird erhöhen Viskosität wird erhöhen
Thrombose-Risiko wird erhöhen.
818
Rojhat aus Kurdistan
Beta-Adrenoceptoren-Blocker:
1. B1-Rezeptoren: Herz.
Erhöhung von HF (+ chronotop), Erhöhung der Kontraktilität (+ inotrop), AV-Leitung ist schneller (+
dromotrop), Erregung Erschaffung schneller (+ Barthrotrop), Vasodilatation.
2. B2-Rezeptoren: Gefäße, Bronchien, Uterus, Pankreas.
Vasodilatation, Bronchodilatation, Uterus-Relaxation, Insulin-Sekretion.
Alfa-Rezeptor: Vasokonstriktion der Gefäße.
Gefäße haben Alfa- und Beta-Rezeptoren zusammen Die arbeiten zusammen und Alfa macht Vasokons, Beta
macht Vasodilatation und halten das Gefäß im normotonen Zustand Wenn wir Betablocker benutzen, das
hemmt Betarezeptor und dann nur Alfa wird stimuliert das macht Vasokonstriktion.
Aber weil Betarezeptoren auch im Herzen gibt, verursachen BB negative Inotropie und Chronotropie und
senken den RR.
In Bronchien verursachen BB die Bronchokonstriktion.
In Uterus verursachen BB UteroKonstriktion Deswegen Beta-2-Agonisten sind Tokolytika die
relaxieren Uterus und verhindern Premature-Geburt.
In Pankreas hemmen BB die Insulin-Sekretion Dadurch Hyperglykämie.
KI: Asthma, COPD (wg. Bronchokons), pAVK (wg. Vasokons), dekomp. HI (wg. neg. chrono/inotrop), Bradykardie &
SSS (wg. neg. chronotrop), AV-Block III (wg. neg. dromotrop).
Beta-1-Selektive-Blocker: Die blockieren hauptsächlich Beta-1-Rezeptoren, aber das bedeutet nicht, dass Sie nur
Beta-1 blockieren, jedoch blockieren die auch Beta-2-Rezeptoren, aber die Affinität ist weniger Deswegen
geben wir auch Beta-1-selektive-blocker bei Asthma, COPD, pAVK usw nicht. Also gleiche Kontraindikationen
gelten auch hier.
Ein junger Mensch zw. 20-40J arbeitet zumeist körperlich (Handwerker), die brauchen eine gute Durchblutung der
Muskulatur und dafür muss HZV hoch sein Aus diesem Grund bei diesen Menschen ist BB nicht günstig Dazu
können BB eine Erektionsstörung wg. verminderte Perfusion verursachen
Bei Frauen ist auch Perfusion der Genitalenareal gestört, deswegen auch bei jungen Frauen nicht 1. Wahl.
Ca-Canal-Blocker:
W: Blockade von Calciumkanälen.
Niemals als Monotherapie bei aHT.
Es gibt 3 Unterfamilien:
1. Nifedipin-Typ: Amlodipin, Nitrendipin, Nifedipin, Nisoldipin usw.
=> W: Vasodilatativ.
=> NW: Angioödem, Knöchelödem, Reflextachykardie.
=> I: aHT, Stabile AP, Raynaud-Syndrom.
819
Rojhat aus Kurdistan
820
Rojhat aus Kurdistan
-Innere Unruhe.
-Wahnhafte Episoden.
-Schlafstörungen.
Herz:
-HRST (v.a. bei Moxifloxacin und Levofloxacin): QT-Zeit-Verlängerung, ventrikuläre Arrhythmien und Torsade-de-pointes.
Vaskulär:
-Aortenaneurysmen und -dissektionen.
Magen-Darm:
-Gastrointestinale Nebenwirkungen.
-Bei Levofloxacin: Pankreatitis.
Leber:
-Hepatotoxizität.
Stoffwechsel:
-Blutzuckerentgleisungen (insb. Hypoglykämien).
Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolonen:
Risikoerhöhung für:
-Aortenaneurysmata und -dissektionen.
-Schwere evtl. irreversible NW des Bewegungsapparates und des peripheren und zentralen Nervensystems.
-Herzklappenregurgitation und Herzklappeninsuffizienz.
11. Heparin Mechanismus und HWZ?
• UFH: prophylaktisch s.c., therapeutisch i.v.: Hemmung von Thrombin (durch Bindung an Antithrombin) + Faktor Xa.
HWZ: 1,5-2h.
• NMH (Enoxaparin, Tinzaparin s.c.): Hemmung von Faktor Xa.
HWZ: 2-4h
• Heparin Analog (Fondaparinux s.c.): Hemmung von Fraktor Xa.
HWZ: 15-20h.
12. NOAK, 4 Medikamente mit Handelsnamen?
Dabigatran: Pradaxa Hemmung von Thrombin Antidot: Idarucizumab, PPSB.
Apixaban: Eliquis Hemmung von Faktor Xa Antidot: Andexanet, PPSB.
Rivaroxaban: Xarelto Hemmung von Faktor Xa Antidot: Andexanet, PPSB.
Edoxaban: Lixiana Hemmung von Faktor Xa Kein Antidot, PPSB.
*Therapeutisch: Apixaban 2x5mg/Rivaroxaban 1x20mg/Edoxaban 1x60mg/Dabigatran 2x150mg.
*Prophylaktisch: Apixaban 2x2,5mg/Rivaroxaban 1x15mg/Edoxaban 1x30mg/Dabigatran 2x110mg.
13. NW von Digitoxin? A: s. 6.
• Gastrointestinale Nebenwirkungen (Erbrechen, Durchfälle).
• HRST.
• Farbsehstörungen Patienten sehen die Farben gelb und grün intensiver, deswegen haben sie Schwierigkeiten,
zwischen verschiedenen Farben zu unterscheiden.
Herzglykoside:
Wirkstoffe und Wirkmechanismus:
-Digoxin, Digitoxin: positiv inotrop, negativ chronotrop und dromotrop durch Hemmung der Na/K-ATPase.
-"Digit"-oxin wie "lipid" ist lipophil und wird daher hepatisch eliminiert!
-Digoxin ist hydrophil und wird renal eliminiert!
"Großer Name (Digitoxin) = großes Organ (Leber),
kleiner Name (Digoxin) = kleines Organ (Niere)"
Indikation:
-Frequenzkontrolle von TAA.
Kontraindikation:
-AV-Block ≥II°
-HypoK, HyperCa.
-Niereninsuffizienz (Digitoxin = relative KI).
Digitalis-Intoxikation:
-Äx: Überdosierung. Niereninsuffizienz (Bei Digoxin).
-Begünstigende Faktoren: HypoK, HyperCa.
-Kx: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen.
-EKG: Muldenförmige ST-Senkung, HRST jeglicher Art (Extrasystolen bis totaler AV-Block oder KF).
-Tx: Digitalis-Antitoxin. Magenspülung, Aktivkohlegabe. Kaliumwert hochnormal einstellen. Colestyramin (Digitoxin).
14. Gyrase-Hemmer: Was ist Gyrase?
Ein Enzym für DNA-Synthese der Bakterien.
Gyrase-Hemmer sind Flourchinolone: Nor-, Cipro-, Levo-, Moxifloxacin.
15. Welche Wirkstoffe hat Unacid?
Ampicillin/Sulbactam.
16. Genau Mechanismus von Pantoprazol und sein Abbau?
821
Rojhat aus Kurdistan
Protonenpumpenhemmer:
-Wirkmechanismus: PPI hemmen die H-K-ATPase irreversibel.
-Wirkstärke: >90 % Hemmung der Säurebildung.
H2-Rezeptorantagonisten:
-Wirkmechanismus: Sie sind kompetitive Antagonisten am H2-Rezeptor der Belegzellen. Sie hemmen die
histamininduzierte Säuresekretion.
-Wirkstärke: 50 % Hemmung der Säurebildung.
Antazida: Magnesium-hydroxid, Aluminium-hydroxid neutralisieren die Magensäure.
Pharmakokinetik:
PPI sind Pro-Drugs. Sie sind säurelabil und werden in magensaftresistenter Arzneiform verabreicht.
Nach enteraler Resorption gelangen sie über das Blut zu den Belegzellen des Magens. Sie erreichen die Canaliculi und
werden erst dort durch den niedrigen pH-Wert zum aktiven Metaboliten durch Protonierung umgewandelt.
Die Wirkung ist also vom sauren Milieu des Magens abhängig. Wegen der irreversiblen Hemmung der Protonenpumpe
haben sie eine lange Wirkdauer, länger als die eigentliche HWZ (1-4h).
• Omeprazol hemmt Cytochrom P450. Dadurch kann es zum verzögerten Abbau anderer Medikamente kommen
Trizyklische Antidepressiva, Citalopram, Makrolide, Diazepam, Phenytoin, Clopidogrel.
Elimination:
In der Leber durch Oxidation und Konjugation zu inaktiven Metaboliten.
17. Cytochrom P450?
-Cytochrom P450 ist eine Gruppe von Enzymen, die für den Abbau und die Entgiftung von Substanzen verantwortlich sind.
-CYP-Enzyme sind in Leber, Darmtrakt, Lungen und Gehirn vorhanden.
-In der Leber sind sie besonders wichtig für den Stoffwechsel von Arzneimitteln, da sie viele Medikamente in eine Form
umwandeln, die vom Körper leichter ausgeschieden werden kann.
-Folgende Medikamente können die Aktivität von CYP-Enzymen hemmen und dadurch werden andere Medikamente
langsamer abgebaut und höhere Konzentrationen im Blut erreichen:
*Omeprazol
*Ciprofloxacin.
*Chloramphenicol.
*Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol).
*Makrolide.
*Antidepressiva.
*Antipsychotika.
*Cimetidin.
*Grapefruitsaft.
-Folgende Medikamente können die Aktivität von CYP-Enzymen erhöhen, und dadurch werden andere Medikamente
schneller abgebaut und möglicherweise weniger wirksam:
*Barbiturate.
*Carbamazepin.
*Phenytoin.
*Rifampicin.
*Zigarettenrauch.
*Johanniskraut.
18. Wie wird der Therapierfolg bei GERD nach Gabe von Ranitidin bewertet?
*I.d.R. durch die Besserung der Symptome bewertet.
*Für eine objektive Bewertung kann man pH-Metrie benutzen:
Bei diesem Verfahren wird eine dünne, flexible Sonde durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt und am unteren
Ende der Speiseröhre befestigt. Die Sonde misst kontinuierlich den pH-Wert des Mageninhalts, um festzustellen, ob es zu
einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre kommt.
Wenn das Medikament erfolgreich ist, sollte der pH-Wert in der Speiseröhre während des Tests stabil bleiben und der
Rückfluss von Magensäure sollte reduziert werden.
19. Wo liegen H1-Rezeptoren?
H1-Rezeptor: auf glatten Muskelzellen und Endothelzellen Stimulierung führt zu allergischen Reaktionen.
H2-Rezeptor: auf Belegzellen des Magens Stimulierung führt zu Magensäuresekretion.
20. Wo wird Magensäure produziert?
Magen-Zellen:
*Belegzellen (Parietalzellen): Die produzieren Magensäure und Intrinsic Factor durch Stimulierung von H2-Rezeptoren.
*Hauptzellen (Chefzellen): Die produzieren Pepsinogen Für Protein-Abbau.
*Muköse Halszellen: Die produzieren Schleim gegen schädliche Wirkung von Magensäure und Verdauungsenzymen.
*G-Zellen: Die produzieren das Hormon Gastrin, das die Sekretion von Magensäure und Pepsinogen stimuliert.
21. Zu welcher Gruppe gehört Adrenalin? A: s. 7.
Adrenalin ist wie Noradrenalin, Dopamin und Dobutamin eine Sympathomimetikum und bindet an α- und β-Rezeptoren:
*Sympathomimetika aktivieren sympathisches bzw. adrenerges System.
*Diese Substanzen über α- und β-Rezeptoren aktivieren den Körper in einer "fight-or-flight"-Situation.
822
Rojhat aus Kurdistan
*So werden RR, HF sowie die muskuläre Kontraktilität gesteigert und digestive & sekretorische Funktionen supprimiert.
Dobutamin: β1> β2> α1 Kardiogener Schock Wg. vasodilatativer Wirkung nicht bei hypovolämischer Schock.
Dopamin: β1 und α Kardiogener und Hypovolämischer Schock.
Adrenalin: α und β1> β2 Kardiogener, Hypovolämischer, Anaphylaktischer Schock.
Noradrenalin: α und β1 Kardiogener, Hypovolämischer, Septischer Schock.
22. Was ist Rote-Hand-Brief?
Rote-Hand-Brief wird von der zuständigen Arzneimittelbehörde (z.B. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,
BfArM) oder dem pharmazeutischen Hersteller (z.B. Bayer) versendet, wenn neue Nebenwirkungen, Kontraindikationen
oder andere Risiken eines Medikamentes bekannt werden.
Das Ziel des Rote-Hand-Briefs ist es, Gesundheitsfachkräfte schnell und effektiv zu informieren, damit sie schnell auf die
neu entdeckten Risiken reagieren können.
23. Nebenwirkung von Sumatriptan?
Triptane: Suma-, Riza-, Nara- usw.
Alle sind in Tablettenform bis auf:
*Sumatriptan s.c: Schnellste und wirksamste Akutbehandlung.
*Zolmitriptan nasal: Schnelle Wirkung.
W: Agonist des 5-HT1-Rezeptors (5-HT1B/DR-Agonist):
*Hemmung der perivaskulären, aseptischen Entzündung im Bereich der Duraarterien.
*Vasokonstriktion.
NW: Wg. vasokonstriktorischer Wirkung der Medikamente:
*Passagerer Blutdruckanstieg (häufig).
*Koronare Ischämien (selten).
*Parästhesien und Kältegefühl der Extremitäten.
*Schwindel, Müdigkeit, Flush.
*Kopfschmerzen bei zu häufiger Anwendung.
KI: Vorwiegend wg. Vasokonstriktion.
*KHK.
*Z.n. MI.
*Prinzmetal-Angina.
*pAVK.
*Z.n. ischämischem Schlaganfall oder TIA.
*AHT (mittelschwer bis schwer).
*Schwere Leberfunktionsstörung.
*Lebensalter <12J.
24. NW von Metoclopramid?
Metoclopramid:
W:
*Dopamin-Rezeptor-Antagonist Antiemetische Wirkung im Gehirn.
*Prokinetikum Beschleunigte Magenpassage durch Motilitätssteigerung und Verminderung des Pylorustonus.
NW: Wg. gehemmte Dopaminaktivität erfolgt eine Enthemmung der cholinergen Effekte:
*Extrapyramidalen Störungen: Dyskinesien Antidot: Biperiden (Anticholinergikum).
*Prolaktinsekretion: Galaktorrhoe und Gynäkomastie.
I:
*Übelkeit/Erbrechen.
*Diabetische Gastroparese.
*Postop Motilitätsstörungen.
KI:
*Mechanischer Ileus.
823
Rojhat aus Kurdistan
*Prolaktin-abhängige Tumoren.
*M. Parkinson.
25. Als ich Ciprobay gesagt habe, hat Prüfer sofort über Komplikationen gefragt; bis zum Tendinitis und
Aortendissektion. A: s. Frage 10.
26. Diuretika: Arten, wie arbeitet jedes in Nieren? A: s. 16.
DIURETIKA: 5 Untergruppen:
1. Thiazide: z.B. HCT, Chlortalidon.
W: Verminderte Na- und K-Resorption im distalen Tubulus.
NW: HCT ist Melanom-erregend. Verminderung von K (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↑. Harnsäure ↑. BZ↑.
LDL↑.
I: aHT, Ödeme bei HI.
KI: Bei GFR <50ml/min oder Krea >2mg/dl funktionieren Thiazide nicht deswegen geben wir
Schleifendiuretika.
2. Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid.
W: Furosemid muss man ganz langsam geben, sonst Pat wird sofort viel wasserlassen und das verursacht
Hypovolämie Nach 6h hört der Effekt von Furosemid auf Wenn wir danach kein Furo geben, retiniert
Niere vermehrt Na nach diesen 6h (Rebound-Phänomen) Ende des Tages werden wir mehr Na im Körper
haben Deswegen geben wir Furosemid nur bei akuten Situationen Und deswegen benutzen wir zur
Behandlung von aHT kein Furosemid Im Gegenteil zu Furosemid dauert bei Thiazide den Effekt von Na-
Ausscheidung den ganzen Tag Deswegen nutzen wir Thiazide bei aHT, aber nicht bei akuten Situationen
wie Furo Die Wirkungseintritt von Thiazide dauert stundenlang und der Pat wird von Lungenödem
sterben. Furosemid = Lasix = Last Six Hours.
NW: Verminderung von Serum K-Wert (nicht HypoK). Na↓, K↓, Ca↓. Harnsäure ↑. BZ↑. Ototoxizität.
I: Ödeme (HI, Zirrhose). HyperCa.
KI: HypoCa, HypoK, HypoNa.
3. K-sparende Diuretika: z.B. Amilorid, Triamteren.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
4. Aldosteron-Antagonisten: z.B. Spironolacton, Eplerenon.
W: Verminderte Na-Resorption und K-Sekretion im distalen Tubulus und Sammelrohr.
NW: Na↓, K↑. Spironolacton hemmt den Abbau von Östrogen und macht Gynäkomastie, deswegen
wollen die Männer dieses Med nicht.
I: aHT, Ödeme (HI, Zirrhose).
KI: GFR <30ml/min, HyperK.
5. Osmotische Diuretika: Mannitol.
W: Mannitol erhöht die Osmolalität in Gefäß Wasser kommt von Zellen raus in Gefäße Hirndruck
wird erniedrigt. nur i.v.
I: Hirnödem, Glaukomanfall.
KI: aHT weil die ziehen Wasser ins Gefäß und erhöhen den RR.
6. Carboanhydrasehemmer: Acetazolamid, Dorzolamid.
W: Hemmen das Enzym Carboanhydrase (CA) Das wandelt CO2 und H2O ind H2CO3 um Erhöhten
Ausscheidung von HCO3, Na, K und H2O.
*Reduzierung der Kammerwasserproduktion im Auge.
NW:
M. Azidose: Durch den Verlust von Bicarbonat.
HypoK: Durch vermehrte Kaliumausscheidung.
Nierensteine: Durch erhöhte Ca im Urin.
Parästhesien: Kribbeln oder Taubheit in den Extremitäten.
Müdigkeit, Schwindel, Geschmacksveränderungen, und gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden.
I:
Glaukom.
Akute Höhenkrankheit: Reduktion der Bildung von Hirn- und Lungenödemen durch metabolische Azidose.
M. Alkalose: Korrektur der Alkalose durch vermehrte Ausscheidung von Bicarbonat.
Epilepsie: Unterstützende Therapie in einigen Fällen (seltener).
KI:
Schwere Nieren- und Lebererkrankungen: Risiko der Verschlimmerung einer Azidose.
HypoNa und HypoK.
M. Azidose.
Allergie gegen Sulfonamide: Da Carboanhydrasehemmer strukturell mit Sulfonamiden verwandt sind.
Da Körper verliert Na und Wasser zusammen, sehen wir HypoNa und HyperNa extreme selten. Wenn wir
Thiazide oder Furosemid geben, damit Pat mit dekomp. HI 1kg verliert, verliert der Pat 1lt Wasser mit Na Aber
824
Rojhat aus Kurdistan
verliert keine Erythrozyten oder Thrombozyten Das bedeutet Hct wird erhöhen Viskosität wird erhöhen
Thrombose-Risiko wird erhöhen.
825
Rojhat aus Kurdistan
31. CO-Intoxikation:
-Was ist typisches Zeichen?
Ab 10% CO-Hb: Oft unspezifisch, ggf. Kopfschmerzen.
Ab 20% CO-Hb: Schwindel, Übelkeit, Ohrensausen.
Ab 30% CO-Hb: „Kirschrote Hautfarbe“, Bewusstseinsstörungen, Desorientierung, HRST.
Ab 60% CO-Hb: Bewusstlosigkeit und Tod innerhalb von Stunden.
Ab 70% CO-Hb: Atem- und Kreislaufversagen, ggf. eingeleitet von epileptischen Anfällen.
-Wie ist BGA bei CO-Intoxikation?
Pathologische Werte für CO-Hb in BGA:
*≥5% bei Nicht-Raucher.
*≥10% bei Raucher.
*Anzeichen der Hypoxie und ggf. Organschädigung: Laktat↑
-Wie ist die Pathogenese der CO-Intoxikation?
Bildung von Carboxyhämoglobin (CO-Hämoglobin): CO bindet mit ca. 250-fach stärkerer Affinität an Hämoglobin als O2 →
Mit CO besetztes Hämoglobin ist für Sauerstofftransport blockiert → Gewebehypoxie → Anaerober Stoffwechsel mit
Laktatanstieg → Azidose und Zelluntergang.
-Therapie?
Beatmung mit 100% O2 (Goldstandard!):
*Bis 10% CO-Hb: Beobachtung, bei Symptomen: Sauerstoff über Maske vor Ort, ambulantes Prozedere möglich.
*Bei 10-20% CO-Hb: Immer Sauerstoffgabe! I.d.R. Krankenhauseinweisung zu empfehlen und sinnvoll.
*>20% CO-Hb: In jedem Fall Krankenhausbehandlung in einem Haus mit intensivmedizinischen Kapazitäten.
*>40% CO-Hb oder schwere Organschädigungen: Hyperbare Oxygenierung in einem geeigneten Zentrum.
32. Antikoagulation:
-Marcumar?
Phenprocoumon (Marcumar): Hemmung der Vitamin-K-abhängigen Synthese von Gerinnungsfaktoren in der Leber (II, VII,
IX und X) sowie Protein S und C.
-Wie muss der INR sein und was bedeutet diese Zahl?
International Normalized Ratio (INR) sagt, wie schnell das Blut gerinnt Normwert: 0,85-1,15.
Für die Berechnung wird die Thromboplastinzeit (Prothrombinzeit) der Patienten ins Verhältnis zu der Thromboplastinzeit
eines von der WHO standardisierten Reagenzes gesetzt und mit dem sog. International Sensitivity Index potenziert:
826
Rojhat aus Kurdistan
*VHF.
-Fragen über Antikoagulation, Marcumar und NOAK-Substanzen. A: s. 10.
33. Regionalanästhesie.
Ein Subtyp von Lokalanästhesie.
▪ Arten:
-Periphere Regionalanästhesie: Leitungsblockade, Plexusblockade.
-Rückenmarksnahe Regionalanästhesie: Spinalanästhesie, Periduralanästhesie (Epiduralanästhesie).
▪ Komplikationen: Blutung, Infektionen, Allergien, Rückenschmerzen.
34. Lokalanästhesie.
Oberbegriff für alle Anästhesieformen, die eine örtlich und zeitlich begrenzte Nervenblockade machen.
Jedoch werden die Begriffe „Lokalanästhesie“ und „Infiltrationsanästhesie“ im klinischen Alltag häufig synonym verwendet.
▪ Substanzen: Lidocain.
▪ Wirkung: Blockade von Na-Kanälen an Nerven → Hemmung der Erregungsausbreitung → Schmerzempfinden↓
▪ Komplikationen: Blutung, Infektionen, allergische Reaktionen.
▪ NW bei intravasaler Injektion / Überdosierung:
-ZNS: Krampfanfall, Koma mit Atemstillstand.
-Herz: negativ ino-, dromo-, chronotrop. AV-Block III.
-Kreislauf: Vasodilatation: Hypotonie, Schock mit Kreislaufstillstand: „Es muss vor Injektion immer aspiriert werden“
827
Rojhat aus Kurdistan
828
Rojhat aus Kurdistan
829
Rojhat aus Kurdistan
830
Rojhat aus Kurdistan
831
Rojhat aus Kurdistan
Ein junger Mensch zw. 20-40J arbeitet zumeist körperlich (Handwerker), die brauchen eine gute Durchblutung der
Muskulatur und dafür muss HZV hoch sein Aus diesem Grund bei diesen Menschen ist BB nicht günstig Dazu
können BB eine Erektionsstörung wg. verminderte Perfusion verursachen.
Bei Frauen ist auch Perfusion der Genitalenareal gestört, deswegen auch bei jungen Frauen nicht 1. Wahl.
Nebenwirkungen unter β1-Rezeptorhemmung:
Herz:
*Negativ inotrop → Hypotension und Zunahme einer Herzinsuffizienz.
*Negativ dromotrop → Block des Sinus-/AV-Knotens.
*Negativ chronotrop → Bradykardie.
Niere: Renin↓ → Renale Perfusion↓
ZNS: Sedation, Kopfschmerz, Schlafstörungen, Albträume und depressive Verstimmung.
Nebenwirkungen unter β2-Rezeptorhemmung:
*Kontraktion der Gefäße → Minderperfusion in der Peripherie Kalte Extremitäten, Potenzstörungen und Raynaud.
*Bronchokonstriktion.
*Fett: Lipolyse↓ → Lipoproteine und Triglyceride↑
*Glykogenolyse↓ → Hypoglykämie
*Insulinsekretion↓ → Hyperglykämie
-Warum macht BB Dyspnoe?
Wegen Hemmung der B2-Rezeptoren in Lunge Bronchokonstriktion.
61. Nennen Sie Beispiele für NSAR, nieder- und hochpotente Opioide.
NSAR: ASS, Ibu, Diclo, Naproxen, Indometacin, Etoricoxib, Celecoxib.
Nicht-NSAR: Metamizol, Paracetamol.
Niederpotente Opioide: Tramadol, Tilidin, Dihydrocodein.
Hochpotente Opioide: Sufentanil (1000) > Fentanyl (125) > Levomethadon (3) > Oxycodon (2) > Morphin (1) > Codein (0,2)
> Tramadol (0,1).
-NW von Diclofenac?
*Magen-Darm-Ulkus
*Gastrointestinale Blutung.
*Gastritis Typ-C.
*ANV, Verschlechterung der CNV.
*Analgetikaasthma.
*Erhöhung des kardiovaskulären Risikos.
-NW von Metamizol?
*Anaphylaktische Reaktion.
*Hypotonie.
*Agranulozytose.
-NW von Opioiden? A: s. Frage 55.
-Was ist wichtig bei Opioiden zu beachten und was muss verschrieben werden?
Obstipation und Abführmittel zu verschreiben.
62. Warum gibt man zuerst mehr Dosis von Antibiotikum, dann weniger? Wie heißt das pharmakologisch?
Ladedosis und Erhaltungsdosis:
Es wird eine höhere Dosis (Ladedosis) zu Beginn der Therapie gegeben, um schnell eine therapeutische Konzentration des
Antibiotikums zu erreichen. Danach wird die Dosis auf eine niedrigere Erhaltungsdosis (Initialdosis) reduziert, um die
Konzentration aufrechtzuerhalten.
63. Beispiele für Opioide und Nebenwirkungen?
Niederpotente Opioide: Tramadol, Tilidin, Dihydrocodein.
Hochpotente Opioide: Sufentanil (1000) > Fentanyl (125) > Levomethadon (3) > Oxycodon (2) > Morphin (1) > Codein (0,2)
> Tramadol (0,1).
NW von Opioiden:
-Atemdepression CO2↑ Dadurch Vasodilatation und Hirndruckanstieg.
-RR↓.
-Miosis.
-Übelkeit und Erbrechen.
-Schwitzen.
-Kontraktion der glatten Muskulatur Obstipation, Harnverhalt.
-Juckreiz.
-Sedierung.
-Opioid-Toleranz-Entwicklung Opioidabhängigkeit.
64. Mit welchem Medikament darf man Novalgin unbedingt nicht benutzen?
MTX, weil beide Agranulozytose verursachen.
Chlorpromazin (typisches Antipsychotikum) + Metamizol: Schwere Hypothermie.
65. Wichtige Hinweise bevor Narkose?
Letzte Mahlzeit (6-8h), Allergien und Antikoagulation.
832
Rojhat aus Kurdistan
833
Rojhat aus Kurdistan
834
Rojhat aus Kurdistan
Viel Erfolg!
Serkeftin!
835