Der Sandmann.
Der Sandmann.
Niveau Drei B1
E. T. A. Hoffmann
Der Sandmann
13881
CD AUDIO
CIDEB
E. T. A. Hoffmann
Der Sandmann
Bearbeitet von Achim Seiffarth
Illustriert von Ivan Canu
Redaktion: Chiara Mensa
Projektleitung und Graphik: Nadia Maestri Computerlayout: Maura Santini
Bildbeschaffung: Laura Lagomarsino
Inhalt
BIOGRAPHIE
4
© 2009 Cideb Editrice, Genua
Erstausgabe: Juli 2009
KAPITEL 1
Wer ist der Sandmann?
9
Fotonachweis:
KAPITEL 2
Im Zimmer mit dem Sandmann
17
De Agostini Picture Library: 4, 40; © Warner Bros/ Webphoto: 103; © Columbia
Tristar/Webphoto: 104.
KAPITEL 3
Es ist doch nicht so schlimm!
28
Trotz intensiver Bemühungen konnten nicht alle Inhaber von Text- und Bildrechten
ausfindig gemacht werden. Für entsprechende Hinweise ist der Verlag dankbar.
KAPITEL 4
Zu Hause
42
Alle Rechte vorbehalten. Die Verbreitung dieses Buches oder von Teilen daraus durch
Film, Funk oder Fernsehen, der Nachdruck und die fotomechanische Wiedergabe sind
nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet.
Wir würden uns freuen, von Ihnen zu erfahren, ob Ihnen dieses Buch gefallen hat.
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oder wenn Sie Informationen über unsere Verlagsproduktion wünschen, schreiben Sie
bitte an: info@[Link] [Link]
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KAPITEL 5
In der neuen Wohnung
54
KAPITEL 6
Fest bei Spalanzani
64
KAPITEL 7
Verliebt!
74
KAPITEL 8
Räderwerk!
83
KAPITEL 9
Auf dem Turm
93
35
The Publisher is certified by
CISQCERT
in compliance with the UNI EN ISO 9001:2000 standards for the activities of
'Design, production, distribution and sale of publishing products." (certificate
no. 04.953)
ISBN 978-88-530-0930-2 Buch + CD
Gedruckt in Genua, Italien, bei Litoprint
DOSSIERS
―
Wissenschaft - hell und dunkel
Homunculus Cyborg - Replikant
INTERNETPROJEKT
ÜBUNGEN
ABSCHLUSSTEST
Die CD enthält den vollständigen Text.
38
888
102
92, 106
13, 24, 34, 49, 60, 70, 79, 88, 98
107
E. T. A. Hoffmann, Selbstportät, Gemäldegalerie, Berlin.
Der junge Jurist zeichnet Karikaturen von seinen Vorgesetzten
(Chefs) und diese schicken ihn in die Provinz. Später arbeitet er in Warschau. Dort
heiratet er auch.
Aber es ist die Zeit, in der Napoleon ganz Europa erobert. Seine
Armee kommt erst nach Berlin, dann, 1806, nach Warschau. Wie alle preußischen
Beamten verliert Hoffmann seine Arbeit.
Er kehrt nach Berlin zurück und ist arbeitslos, aber er verdient etwas
Geld mit Konzerten und Zeichnungen (und hat eine Affäre mit einer verheirateten
Dame).
Im September 1808 wird er Kapellmeister in Bamberg, gibt dort wieder Unterricht
(verliebt sich in eine Schülerin), komponiert und schreibt eine Erzählung: Ritter
Gluck. Das Theater in Bamberg ist
bald bankrott. Er muss sich eine andere Arbeit suchen. Das ist
wieder nicht leicht, denn es ist immer noch Krieg. 1813 wird er
Musikdirektor in Leipzig, eine Zeit lang ist er es in Dresden. Die Zeit
Biographie
E. T. A. Hoffmann ist 1776 in Königsberg geboren (das war damals in Preußen). Sein
Vater soll Alkoholiker, die Mutter psychisch labil gewesen sein. Sie sind bald
geschieden worden. Ernst Theodor bleibt bei der Mutter. Er geht in die Schule,
bekommt aber auch Musik- und Zeichenunterricht. Er studiert Jurisprudenz in
Königsberg, finanziert sein Studium mit Unterricht, verliebt sich in eine
(verheiratete) Schülerin, macht Praktikum, wird Assessor und
bekommt 1800 eine Stelle in Posen. Diese Stadt war vorher und ist
auch heute polnisch, aber Polen war (zum dritten Mal) von Preußen und Russen
geteilt worden.
Zeichnung von E. T. A. Hoffmann, zum Buch Der Sandmann.
5
19
E.T.A.-HOFFMANN
THEATER
Denkmal an E. T. A. Hoffmann mit dem Katze und Theater in Bamberg.
ist chaotisch. Es gibt eine Schlacht bei Dresden, 1813 die „Völkerschlacht" bei
Leipzig. Hier verliert Napoleon den Krieg. Ein Jahr später kann Hoffmann hoffen,
wieder als Jurist für den preußischen Staat zu arbeiten.
Hoffmann fängt im Oktober 1814 an, im Justizministerium und am
Kammergericht zu arbeiten. Erst ab 1815 wird er auch bezahlt. 1816
ernennt man ihn zum „Kammergerichtsrat“ und er verdient endlich
besser, auch seine Bücher haben Erfolg. Aber schon 1819 wird er
krank. Magen, Nieren und Leber machen ihm Probleme. Denn er hat sein Leben lang
gern mit Freunden zusammen gesessen, gut gegessen und viel getrunken. Nach einer
Kur muss er in einer preußischen Kommission mitarbeiten, die liberale Tendenzen
verfolgt. Er ärgert sich darüber und karikiert die Kommission und den
Polizeipräsidenten in einer Erzählung. Es gibt ein Disziplinarverfahren. Die
preußische Regierung bezahlt ihm das
Gehalt nicht mehr.
—
Als er 1822 stirbt, gibt es kein Geld für das Begräbnis. Seiner Frau hinterlässt er
nur Schulden.
Die Zeit und die Ereignisse
1804 Napoleon wird Kaiser der Franzosen.
1806 Napoleon besiegt Preußen, in ganz Deutschland entsteht eine
nationale Bewegung gegen Napoleon (und für Demokratie). 1813 Allianz zwischen
Preußen, Russland, Österreich und
Schweden.
1815 Napoleon wird zum zweiten Mal geschlagen. Wiener Kongress: die Fürsten und
Könige teilen Europa auf. Die „Heilige Allianz“ von Preußen, Russland und
Österreich will sich in der Politik an christlichen Prinzipien orientieren. Legitim
ist für sie nur die Monarchie. Konsequenz: Zensur, und Gefängnis und Tod für
Oppositionelle.
1 Vermutungen.
1 E. T. A. Hoffmann heißt in Wirklichkeit Ernst Theodor Wilhelm
Hoffmann. Was glaubst du? Warum gebraucht er statt Wilhelm den Namen Amadeus?
2 Was sagt/schreibt er in welchem Moment seines Lebens?
a
,,Seit fünf Tagen habe ich nichts gegessen, als Brot." b„Auf Ruinen stand ich und
sah hinab auf eine mit
Sterbenden bedeckte Ebene, wie ein Orkan brauste der Kanonendonner."
c,,Das Denken, meinte Knarrpanti, sei eine gefährliche
Operation."
3 Der alte Goethe hat über Hoffmanns literarische Produktion
geschrieben, sie sei „krankhaft“ (Produkt eines Kranken) und geraten, ihn nicht zu
lesen, weil man davon (psychisch) krank werden könne. Warum meint er das?
6
7
Darsteller
8
Nathaniel
Olimpia
Clara
KAPITEL 1
Wer ist der Sandmann?
Lothar
Lieber Lothar,
ich habe Euch schon lange nicht mehr geschrieben und Ihr macht
Euch sicher schon Gedanken. Mutter ist böse auf mich, ich weiß es, und Clara, mein
Engel, glaubt vielleicht, ich studiere nicht, feiere ein Fest nach dem anderen und
denke nicht mehr an sie.
Aber das ist nicht wahr: In Gedanken bin ich täglich und
stündlich bei Euch und wie im Traum steht Clara immer vor mir
und lächelt mich an.
Ich habe so lange nicht geschrieben, weil mir etwas Furchtbares geschehen ist, ich
aber nicht weiß, wie ich es Euch
erklären soll. Was ist es? Also, ich will es versuchen. Einfach ist
es nicht.
Vor einigen Tagen, am 30. Oktober mittags um 12 Uhr, kam
2
Spalanzani
Coppelius
Der Sandmann
ein Wetterglashändler 1 zu mir und wollte mir etwas verkaufen.
Ich kaufte nichts und sagte ihm, er solle weggehen und mich
in Ruhe lassen. Nichts Besonderes, denkst Du jetzt, aber ... bitte
lach nicht über mich, Du verstehst mich nicht, weil du nicht weißt, was in meiner
Kindheit geschehen ist. Ich will es Dir
erzählen.
Als Kinder sahen wir den Vater nur beim Mittagessen oder abends. Nach dem
Abendessen gingen wir alle zusammen in Vaters Arbeitszimmer, wo Vater rauchte und
ein großes Glas Bier trank. Oft erzählte er uns interessante Geschichten, aber an
manchen Abenden gab er uns Bilderbücher in die Hände und
erzählte nichts.
An diesen Abenden war die Mutter sehr traurig und schon um neun sagte sie: „Kinder,
ins Bett! Ins Bett! Der Sandmann kommt! Ich höre ihn schon." Und auch wir hörten
jemanden langsam die Treppe heraufkommen. Einmal hatte ich besonders große Angst
und fragte die Mutter:,,Wer ist denn der Sandmann, der immer zu Vater kommt, wenn
wir früh ins Bett müssen?“
,,Es gibt keinen Sandmann, liebes Kind", sagte die Mutter. ,,Wenn ich sage, der
Sandmann kommt, heißt das nur, ihr seid müde und ihr könnt die Augen nicht offen
halten, wie jemand, der Sand in den Augen hat." Diese Antwort gefiel mir nicht. Wir
hatten den Sandmann auf der Treppe gehört. Das war kein Traum. Da fragte ich das
Kindermädchen: „Was ist das für ein Mann, der Sandmann?"
„Ja, Nathanaelchen", antwortete das Kindermädchen:,,Weißt du das noch nicht? Das
ist ein böser Mann. Der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht ins Bett gehen wollen.
Er wirft ihnen viel
1. r Wetterglashändler(=); verkauft Brillen, Ferngläser, Barometer.
10
B
N
G
E
N
Der Sandmann
Sand in die Augen, die dann aus dem Kopf heraus springen. Die Augen tut er in einen
Sack und bringt sie seinen Kindern zum Fressen. Die fressen sie so gern!" Das war
er also, der Sandmann! Das war die schreckliche Wahrheit!
Von da an träumte ich jede Nacht von diesem furchtbaren Menschen. Wenn meine Mutter
sagte: „Ins Bett! Der Sandmann kommt!" weinte ich und lief voll Angst in mein
Zimmer. Dort wurde es nicht besser. Die ganze Nacht konnte ich an nichts anderes
denken. Denn ich hörte ihn ja, wenn er die Treppe hinauf und zu meinem Vater ins
Arbeitszimmer ging.
Manchmal hatte ich längere Zeit Ruhe. Dann kam er wochenlang nicht zu uns.
Dann besuchte der Sandmann meinen Vater wieder öfter. Und ich lag allein in meinem
Bett und weinte. Das ging jahrelang so, und immer hatte ich Angst.
Als ich älter wurde, sah ich von selbst ein 2, dass es den Sandmann des
Kindermädchens nicht gab, aber die Angst ließ mich nicht los. Wer war der Sanmann?
Wer war der Mann, der da meinen Vater besuchte? Ich wollte, ich musste es wissen.
Textverständnis
1 Was ist richtig (R), was ist falsch (F)?
a
Nathanael schreibt oft an Lothar, seinen Bruder.
b Nathanael ist eines Abends von einem Mann besucht
C
worden, der etwas von ihm kaufen wollte.
Der Mann sah aus wie Nathanaels Vater.
d Nathanaels Vater hatte jeden Abend Besuch von
einem Mann, den die Mutter „Sandmann" nannte.
e Die Mutter erklärte dem kleinen Nathanael, dass dieser
Mann den Sand für seine Augen bringt.
f
Das Kindermädchen erzählte ihm, dass der Sandmann die Augen der Kinder mitnehmen
will.
g
Der kleine Nathanael hatte keine Angst vor
dem Sandmann.
h Später wollte er nicht mehr wissen, wer dieser
i
Mann war.
Nathanael ist weit von Hause, denn er studiert in einer fremden Stadt.
j
Etwas an diesem Glashändler macht Nathanael Angst.
12
2. einsehen: verstehen.
k Nathanael glaubt, die anderen können seine Angst gut
verstehen.
I
Er will ihnen nichts davon erzählen.
2 Beantworte kurz die folgenden Fragen.
a Was wissen wir bis jetzt über Clara?
b Es gibt zwei Versionen vom „Sandmann“. Was sind die
Unterschiede?
R F
13
C
B
U
N
G
LLI
E
N
Wortschatz
1 Setze die passenden Verben aus der Liste ein.
drehen fallen lassen
heben laufen packen
reißen springen steigen umarmen
werfen
a Der Athlet
zwei Meter hoch.
eine Vase gegen die Wand.
b Er hat die Nase voll und .........
C
Wir
d Treppen......
........ den Koffer zusammen auf den Schrank.
4 die Finger
5 die Nase
B
N
G
E
N
Zwei dieser Verben haben ein unregelmäßiges Präteritum. Welche sind das (und wie
ist die Präteritumsform)?
Grammatik
1 Setze passende Präpositionen (evtl. mit Artikel) ein.
ist anstrengend.
e
Wir
f
Er
g Sie
h Sie .......
den Tisch um 90 Grad.
den Brief in Stücke.
Beispiel: Brot kaufe ich
beim
das Glas
aber es geht nicht kaputt.
a
In Gedanken bin ich immer
Bäcker.
euch.
i Er
.......
j
Er
.... 400 Meter in 48 Sekunden!
ihn am Arm und hält ihn fest, bis die Polizei kommt.
sie noch einmal und sagt dann leise: „Adieu".
2 Zu welchen der Verben aus Übung 1 gehören welche der folgenden
Präteritumsformen (zwei passen nicht)?
drohte fühlte hob lief lieẞ pickte riss sprang stieg warf
b
diesen Abenden durften wir nicht bleiben.
C
Wir mussten schon um neun
Bett.
d
e
Um sieben sind wir ........
dem Essen machten wir immer einen Spaziergang.
.... euch zu Hause.
f
Essen spricht man nicht.
g Er kommt
leeren Händen.
3 Wortschatz plus
In der Erzählung gibt es viele Verben, die mit den fünf Sinnen zu tun haben. Ordne
die Verben aus der Liste den Sinnesorganen zu (evtl. mit Hilfe eines Wörterbuchs)
beobachten berühren fühlen hören horchen riechen schmecken sehen starren tasten
1
die Zunge
schmecken
h Er steht schon wieder
verkaufen.
i Ich denke immer
j Ich habe heute Nacht
..... meiner Tür und will mir etwas
mich.
........... dir geträumt.
Sprich dich aus
1 Kennst du andere Geschichten, die man Kindern erzählt, wenn sie ins Bett müssen
oder nicht brav sind? Kennst du noch den „Schwarzen
Mann"? Erzähle kurz eine solche Geschichte.
2 die Augen
3 die Ohren
14
2 Was meinst du: soll man Kindern solche Geschichten erzählen?
15
B
U
N
E
N
00
כ:
Schreib's auf
1 Nathanaels Gespräch mit dem Wetterglashändler. Ergänze, was
Nathanael gesagt hat.
W: Guten Tag, Herr Student, ich habe hier Brillen und Barometer ...
N:
W: Aber ich habe gute Preise. Gute Ware zu niedrigen Preisen!
N:
W: Es ist wirklich erstklassige Ware!
N:
W: Na gut, ich gehe ja schon. Aber ich komme wieder. Schönen Tag
noch, junger Mann!
KAPITEL 2
Hörverständnis
33
1
Das Kindermädchen erzählt. Was ist richtig (R), was ist falsch (F)?
R F
Im Zimmer mit
dem Sandmann
a Der Vogel Greif lebt auf dem Land.
b Der Vogel greift fliegt auch in die Stadt.
C
Der Vogel Greif ist klein und schwach.
d Der Vogel Greif kommt nicht in die Häuser.
e
f
Der Vogel Greif nimmt immer nur ein Kind mit.
Der Vogel Greif kommt in der Nacht.
g Der Vogel Greif gibt die Kinder seinen Kleinen. h Die kleinen Greifvögel fressen
die Kinder auf.
Als ich zehn war, bekam ich ein Zimmer für mich allein. Es lag nicht weit vom
Arbeitszimmer meines Vaters. Noch immer mussten wir an vielen Abenden pünktlich um
neun ins Bett gehen. Immer hörten wir dann den schrecklichen Mann langsam die
Treppe
heraufkommen. Gesehen haben wir ihn nie. Wer war dieser Mann?
Was machte er dort mit meinem Vater? Warum erklärte uns
niemand, was da geschah?
Von meinem Zimmer aus hörte ich, wie er ins Zimmer meines Vaters ging. Oft machte
ich leise die Tür meines Zimmers auf und versuchte mehr zu hören. Auf dem Flur gab
es einen seltsamen Geruch 1. Doch gehört habe ich dort nie etwas.
4
16
1
r Geruch(e): nimmt man durch die Nase wahr.
17
Der Sandmann
Eines Abends, der Vater sprach wieder nicht, meine kleinen Geschwister bekamen ihre
Bilderbücher und ich wusste, dass der Sandmann kommen würde, war meine Neugier 2 zu
groß.
Es klopfte an der Haustür. „Ins Bett! Ins Bett!" rief der Vater wieder. Er ging
nach unten, die Tür öffnen. Meine Mutter brachte
meine Geschwister auf ihr Zimmer. Und ich... blieb im Zimmer
meines Vaters. Ich versteckte mich im Kleiderschrank.
Bald schon hörte ich meinen Vater mit dem Sandmann kommen. Sie kamen immer näher,
die Zimmertür ging auf, sie kamen herein. Ich hatte große Angst, aber ich wollte
alles sehen: Wer war der Mann bei meinem Vater im Zimmer? Wer war der
Sandmann?
Ich machte die Tür des Kleiderschranks ein Stückchen auf und
sah hinaus.
Und wirklich! Da stand er! Der Sandmann, mitten im Zimmer vor meinem Vater. Der
Sandmann, der fürchterliche 3 Sandmann war der alte Advokat Coppelius, der manchmal
bei uns zu Mittag aẞ!
Lieber Lothar! Wer das war, willst Du jetzt sicher wissen. Etwas Furchtbareres als
diesen Advokaten Coppelius hast Du noch nicht gesehen! Denk Dir einen großen Mann
mit dickem Kopf, gelbem Gesicht und Augen, grün wie die einer Katze. Coppelius
hatte eine große Nase und große rote Ohren. Wenn er lachte, hörte man nur ein
Zischen 4. Seine weiße Perücke war viel zu klein und von hinten konnte man seine
wenigen grauen Haare sehen. Das Schlimmste für uns Kinder aber waren seine großen,
Im Zimmer mit dem Sandmann
haarigen Hände. Was er einmal in die Hand genommen hatte, das mochten wir nicht
mehr. Ich glaube, er wusste das, denn
immer wenn unsere Mutter uns ein Stück Kuchen oder ein
besonders süßes Stück Obst auf den Teller legte, sagte er: ,Hmmm, wie lecker!" nahm
es in die Hand und lachte, sicher, weil er wusste, wir konnten es nun nicht mehr
essen. Er nannte uns nur die kleinen Bestien", und wenn er zu Besuch war,
durften wir kein Wort sagen.
}}
,,
Ich glaube, auch meine Mutter hasste ihn, aber mein Vater hatte großen Respekt vor
ihm. Wenn er kam, gab es nur das Beste zu essen und waren die Weine besonders gut.
Als ich ihn da im Arbeitszimmer meines Vaters sah, war mir
sofort klar, dass nur der böse Advokat Coppelius der Sandmann sein konnte.
Coppelius begrüßte meinen Vater nicht, sagte nur: „An die Arbeit!" und beide zogen
schwarze Kittel 5 an. Der Vater
öffnete eine Schranktür auf der anderen Seite des Zimmers. Aber
hinter der Tür gab es keinen Schrank, sondern nur ein schwarzes Loch in der Wand,
und in dem Loch stand ein kleiner Herd.
Seltsame Dinge sah ich dort: Instrumente aus Metall, lange Gläser und grüne und
braune Flaschen.
Im Schein des Feuers sah ich das Gesicht meines Vaters. Er sah
schrecklich aus: Hatte er Schmerzen? Fast sah er selbst aus wie
Coppelius. Der Advokat hatte schwere Instrumente in der Hand.
Das Zimmer war voll Rauch. Ich hörte Coppelius hämmern 6.
18
2.
e Neugier (X): etwas wissen wollen..
3. fürchterlich: schrecklich.
4. Zischen: „zschschsch".
5.
ம்ம்
r Kittel (=): langes Hemd, im Labor und in der Klinik getragen.
6. hämmern: „Bumm" mit dem Hammer machen.
19
Der Sandmann
„Augen“, rief er plötzlich, „Augen! Ohne Augen geht es nicht! Ich brauche Augen!"
Er will Augen?
Das war zu viel für mich. Ich schrie laut vor Angst, die Schranktür ging auf und
ich fiel ins Zimmer.
Coppelius packte mich. „Da haben wir dich! Kleine Bestie! Kleine Bestie!" sagte er
lachend und zog mich zum Feuer. „Nun haben wir Augen Augen - ein schönes Paar
Kinderaugen!" flüsterte Coppelius, und er wollte mir ein rotes Pulver in die Augen
werfen.
―
}}
Da stand mein Vater neben ihm und rief:,,Meister! Meister!
Lasst meinem Nathanael die Augen! Lasst sie ihm!"
Coppelius lachte laut und sagte: „So soll der Junge die Augen behalten. Er braucht
sie noch zum Weinen! Aber studieren wollen
wir ihn, den Kleinen! Den Mechanismus der Hände und Füße
wollen wir doch noch observieren!" Und er drehte meine Hände
und meine Füße um und um. „Ja!" rief er wieder, „Der Alte hat gewusst, wie man es
macht!“
Mir wurde schwarz vor Augen.
Ich sah und hörte nichts mehr. Als ich erwachte, saß meine Mutter neben mir. „Ist
der Sandmann noch da?" fragte ich. ,,Nein, mein liebes Kind. Der ist schon lange
fort und kann dir nichts tun." So sprach die Mutter und küsste mich.
Ich will dich nicht langweilen, mein lieber Lothar! Ich brauche dir nicht alles
lange zu erklären. Coppelius hatte mich in meinem Versteck gefunden und hatte mit
mir schreckliche Dinge tun wollen. Ich hatte plötzlich hohes Fieber bekommen und
war dann wochenlang krank gewesen, ich weiß gar nicht, wie lange.
,,Ist der Sandmann noch da?" das sind meine ersten Worte nach der langen Krankheit
gewesen.
Im Zimmer mit dem Sandmann
Ich habe Glück gehabt und bin wieder gesund geworden. Aber
ich habe dir den Rest noch nicht erzählt. Erst dann kannst du
verstehen, warum ich vielleicht niemals mehr glücklich werde,
nie im Leben.
Coppelius hat uns nach dieser Nacht lange nicht mehr besucht. Man sagte, er habe
die Stadt verlassen.
Nach etwa einem Jahr, als wir abends wieder ruhig
zusammensaßen und Vater Geschichten erzählte, klopfte es um neun Uhr plötzlich
unten an der Haustür.
Dann hörten wir jemanden die Treppe heraufkommen.
,,Das ist Coppelius!" sagte meine Mutter und wurde ganz blass. „Ja es ist
Coppelius", sagte mein Vater traurig. „Aber zum letzten Male! Zum letzten Male
kommt er zu mir! Und jetzt geht bitte! Geht zu Bett!"
Du kannst Dir denken, dass ich nicht einschlafen konnte.
Doch blieb ich liegen. Ich ging nicht an die Tür. Ich wollte nichts
mehr von dem sehen oder hören, was mein Vater und Coppelius
dort taten.
Immer sah ich Coppelius vor mir stehen, der böse lachte.
Gegen Mitternacht hörte ich einen furchtbaren Schlag, wie von einer großen
Explosion. Dann lief etwas schnell an meiner Zimmertür vorbei, die Treppe hinunter
und die Haustür schlug zu. „Das ist Coppelius!" rief ich entsetzt, sprang aus dem
Bett
und lief in das Arbeitszimmer meines Vaters.
Wieder war das Zimmer voll Rauch. Vor dem Herd, im Schein
des Feuers lag mein Vater auf dem Boden. „Vater!“ schrie ich.
„Was ist?" Er antwortete nicht.
Mein Vater war tot. Die Schwestern weinten und schrien.
,,Coppelius! Satan! Du hast den Vater erschlagen!" das sage ich
20
21
Der Sandmann
mir immer wieder. Aber niemand hörte mich. Zwei Tage später wurde mein Vater
begraben?.
Die Nachbarn hatten die Explosion gehört. Die Polizei kam ins Haus, blieb lange in
Vaters Zimmer. Man wollte mit Coppelius sprechen. Aber der war nicht mehr zu
finden. Coppelius musste die Stadt verlassen haben.
Wenn ich Dir nun sage, lieber Freund! dass jener Glashändler, der hier an meine Tür
geklopft hat, niemand anders war als der entsetzliche Coppelius? Kannst Du nun
verstehen, wie schrecklich es für mich war, ihn wiederzusehen?
Das kann doch nicht sein, denkst Du jetzt vielleicht. Aber ich bin mir ganz sicher.
Es kann hier keinen Irrtum & geben. Er hat seinen Namen nur wenig geändert. Die
Leute sagen, er ist ein piemontesischer Mechaniker, und er nennt sich Giuseppe
Coppola.
Die Mutter darf nichts davon erfahren. Bitte erzähle ihr
nichts. Grüß meine liebe Clara, ihr werde ich später schreiben, wenn ich etwas
ruhiger geworden bin.
Lebe wohl,
Dein Nathanael
22
7. jdn. begraben: einen Toten unter die Erde bringen.
8.
r Irrtum(er): falscher Gedanke, Fehler.
B
00
O
N
G
E
LLI
N
DO
B
N
G
E
2244
N
Textverständnis
1
Was ist richtig (R), was ist falsch (F)?
R F
a
Nathanael horcht manchmal, wenn der fremde Mann kam.
b Nathanael geht in den Schrank seines Vaters.
C
Er schläft im Schrank ein.
d Coppelius hat weiße Haare.
e Coppelius isst, was die Kinder essen wollen.
f Coppelius nimmt in die Hand, was die Kinder
essen wollen.
g Nathanael denkt, seine Mutter mag Coppelius auch nicht.
Nathanael versteckt sich eines Abends unter den Tisch.
h
i
Der Vater und Coppelius sind schwarz gekleidet.
j
Der Vater scheint bei der Arbeit zufrieden zu sein.
k Zuerst will Coppelius die Augen des Kindes nicht.
I
Nathanael hat alles nur geträumt.
m Beim letzten Besuch Coppelius' gibt es einen Unfall.
n Coppelius muss zur Polizei.
o Nathanael glaubt, Coppelius und der Wetterglashändler
sind dieselbe Person.
2 Beantworte kurz die folgenden Fragen.
a Was machen Nathanaels Vater und Coppelius im Zimmer des
Vaters?
b Was macht Nathanael dort?
C Wie erfährt Coppelius, dass Nathanael da ist?
d Wen meint Coppelius, als er „,den Mechanismus" der Hände
Nathanaels prüft und ausruft:,,Der Alte hat gewusst, wie man es macht"?
Wortschatz
1,Jemand spricht" das kann man auf viele verschiedene Weisen sagen. Spricht er laut
oder leise? Hat er Probleme beim Sprechen? Welche der folgenden „Kurzdefinitionen"
passt zu welchem Verb (vielleicht brauchst du hier ein Wörterbuch)?
aufschreien ausrufen erzählen flüstern kreischen schreien stottern
a laut und voll Angst oder böse
blaut, plötzlich (man wundert sich)
J
c,,K-k-k-kuchen"
d sehr leise
e laut und plötzlich vor Angst oder Schmerz
f eine Geschichte
g laut, hoch („iiiii“)
h "K-k-k-annst d-d-du ... nicht?" "Was ist denn, du
i
"Komm doch mit",
..... ja!"
er. Nur sie konnte es hören.
j "Damals war ich noch jung", ......... er. “Und der Hunger war groß..." k
"Ha!" ......... sie..., als das Fenster aufgeht.
2 Setze die Verben von der vorigen Übung 1 in den folgenden Sätzen im
Präteritum ein!
a Er war schon ein bisschen betrunken und.
sprach.
b Er
C Wir wollten noch nicht schlafen und er
d„Hilfe, Hilfe!"
e
wenn er
denn er wollte nicht, dass sie ihn hörten.
uns etwas.
......... sie, aber niemand antwortete.
Er hatte das Monster gesehen und....................... wie ein Verrückter.
sie
f Als der Tote aus dem Schrank fiel,
g Sie
wie wahnsinnig..
24
25
B
N
G
E
N
B
N
G
LLI
E
N
Grammatik
1 Schwache Deklination.
An deutschen Substantiven sieht man nur selten den Fall. Einige von ihnen enden in
den meisten Fällen auf -en. Setze die passende Endung ein,
a
Er ist noch ein Student..........
Sprich dich aus
Die Kinder hassen Coppelius, aber sie sagen nichts. Was könnte der kleine Nathanael
seinem Vater sagen?
Du bist Coppelius und hasst Kinder. Warum? Halte einen kurzen Monolog.
b Hast du den Polizist......... gesehen?
C
Heute Abend kommt wieder der Advokat......... Coppelius.
d Mit dem Advokat......... möchte ich nicht essen.
e
f
Sie ist seit Jahren mit einem Ingenieur......... verheiratet.
Das Geld meines Nachbar......... interessiert mich sehr.
g Hast du meinen Elefant
.... gesehen?
h Da steht das Fahrrad des Student......... .
i
Die Polizist......... kommen wieder zu spät.
j Ich gebe es dem Nachbar..........
2 Nochmals Präpositionen.
Beispiel: Ich setze mich...........auf.............den Balkon.
a Ich lebe seit Jahren weit
Schreib's auf
Ein Wiedersehen
―
Schreibe eine kurze Szene. Thema:
a ein Wiedersehen mit einer Person, die du lange nicht gesehen hast,
aber gerne wiedersehen würdest, oder
b du triffst eine Person, die du lieber nicht wiedersehen möchtest,
oder
C
du bist sicher, diese Person schon einmal gesehen zu haben kann aber nicht sein
(Déjà-vu-Erlebnis).
―
das
zu Hause.
b Es klopfte, aber ich ging nicht
die Tür.
C
Die Kinder sitzen alle ............................
.........
....... Tisch.
...... der anderen Seite des
Hörverständnis
1 Teuer bezahlt... Was haben diese Menschen falsch gemacht? Schreibe
als Antwort die Nummer auf (eine Frage passt nicht).
a Wer hat etwas gegessen, was er nicht essen sollte?
b Wer hat etwas nicht gemacht, was er machen sollte?
C Wer hat etwas kaput gemacht?
d Wer hat sich versteckt?
(D
Wer ist nicht früh genug zu Bett gegangen?
d Eröffnete das Fenster
Zimmers.
e Er kam ganz nah
mir vorbei.
f Die Nachbarn über uns sind zu laut. Ich gehe mal
oben.
g Es stand wieder nichts
h Sieh mir einmal
.... der Zeitung.
..... die Augen.
e
26
27
KAPITEL 3
Es ist doch nicht
so schlimm!
Clara an Nathanael
Du hast mir wirklich schon lange nicht mehr geschrieben, ich habe doch so auf einen
Brief von Dir gewartet. Aber Du musst doch an mich gedacht haben, als Du die
Adresse auf Deinen letzten Brief geschrieben hast: Er war nämlich an mich
adressiert. Ja, an Deine Clara, nicht an Lothar! Freudig öffnete ich den Brief, und
als ich las: „Lieber Lothar!" da war mir Dein Fehler klar. Warum ich dann
weitergelesen habe? Natürlich hätte ich sofort Lothar den Brief geben sollen.
Aber der Anfang Deines Briefes hat mich zu sehr erschreckt.
28
Lieber Lothar
Der Sandmann
Alles drehte sich um mich. Ich hatte solche Angst um Dich ach, mein herzgeliebter
Nathanael! Was konnte so Entsetzliches in dein Leben getreten sein? Ich las und
las! Ich konnte nicht aufhören. Deine Beschreibung des Coppelius war schrecklich.
Ich sah ihn vor mir, Deinen Sandmann im Zimmer Deines Vaters. Und erst so habe ich
erfahren, wie Dein guter alter Vater eines so tragischen Todes starb.
Als ich Lothar den Brief brachte, versuchte er, mich zu beruhigen, aber immer
wieder musste ich an den Glashändler Giuseppe Coppola denken, noch im Schlaf, und
Du weißt, wie ruhig ich sonst schlafe, erschien er mir. Doch bald, schon am
nächsten Tag, begann ich, klarer zu sehen. Im Licht der Sonne sieht es doch ganz
anders aus! Nicht so, wie Du es als Kind gesehen und geträumt hast. Sei mir also
nicht böse, wenn Du von Lothar hörst, dass ich so ruhig und heiter 1 bin wie immer.
Ich will es Dir ganz offen sagen: Ich meine, alles Entsetzliche und Schreckliche,
wovon Du sprichst, gibt es nur in Deinem Kopf. Es hat mit der Wirklichkeit wenig zu
tun. Der alte Coppelius war sicher kein guter Mensch, und er war wohl auch sehr
hässlich und nicht beonders nett ... aber weil er Kinder hasste, habt Ihr
ihn besonders schrecklich gefunden.
In Deiner kindlichen Phantasie hast Du den alten Coppelius
mit dem Sandmann aus dem Kindermärchen Deiner Kinderfrau
identifiziert. Was Coppelius dort nachts mit Deinem Vater tat, war doch in
Wirklichkeit nichts anderes, als dass sie dort
heimlich 2 alchimistische Versuche machten. Deiner Mutter hat
Es ist doch nicht so schlimm!
das sicher überhaupt nicht gefallen, weil das gefährlich, vielleicht auch verboten
war und viel Geld und auch Zeit kostete, die Dein
Vater besser mit Euch verbracht hätte. Der Tod Deines Vaters war sicher ein Unfall,
und der alte Coppelius hat keine Schuld daran. Gestern habe ich unseren Nachbarn,
den Apotheker gefragt, ob es bei chemischen Versuchen zu Explosionen kommen könne.
„Aber sicher!" sagte er, und erklärte mir lang und breit, wie es dazu kommen kann.
Von der Erklärung habe ich natürlich kein Wort verstanden, weil er so viele
seltsame Namen gebrauchte und ich von Chemie nichts verstehe... aber im Prinzip war
mir klar: Das muss so eine Explosion gewesen sein.
Du wirst jetzt sagen: „Meine kalte, vernünftige 3 Clara kann das Entsetzliche nicht
verstehen. Was nicht im Licht der Sonne zu sehen ist, das sieht sie nicht, wie ein
Kind, das die Wahrheit lieber nicht wissen will." - Ach, mein herzgeliebter
Nathanael! glaubst Du denn nicht, dass auch eine so ruhige und heitere. Person wie
ich die dunklen Seiten des Lebens kennt und sieht?
Die es in uns selbst gibt und die uns von innen her zerstören können? Entschuldige,
ich sollte nicht versuchen, Dir etwas zu
erklären, was ich nicht gut erklären kann. Ich hoffe, Du lachst
nicht über mich.
Mir scheint alles sonnenklar: Wir können nur deshalb an diese dunklen Existenzen
glauben, weil sie in uns selbst leben, und weil wir ihnen das erlauben. Wir müssen
nur stark genug sein, immer gegen sie kämpfen, und ruhig unseren Weg zu gehen
versuchen. Es ist auch sicher, meint Lothar, dass die dunkle psychische Macht 4
wirkliche Personen in unsere Phantasie hineinträgt, von
30
1. heiter: ohne Gedanken, zufrieden.
2. heimlich: nicht offen.
3. vernünftig: rational, analytisch denkend.
4.
e Macht(e): Potenz.
31
Der Sandmann
denen wir dann glauben, sie sind das Böse, das es nur in uns selbst gibt. Es ist
das Phantom unseres Ichs, sagt Lothar, das uns in die Hölle wirft oder in den
Himmel bringt. - Du siehst, mein herzlieber Nathanael! dass wir, Bruder Lothar und
ich, lange über dieses Thema gesprochen haben. Lothars letzte Worte verstehe ich
nicht ganz, aber ich glaube, er hat Recht. Ich bitte Dich, vergiss diesen
Glashändler Coppola! Er kann Dir nichts tun, wenn Du nicht an das Böse glaubst. Wir
wollen über ihn lachen, auch wenn es schwer ist. Ich werde selbst zu Dir kommen,
und Dein Coppola wird Dich nicht mehr stören, wenn er mein lautes Lachen hört. Mein
ewig 5 geliebter Nathanael,...
Nathanael an Lothar
Clara hat den Brief gelesen, den ich Dir geschrieben hatte. Ich kann Dir gar nicht
sagen, wie ärgerlich ich das finde. Aber es war natürlich mein Fehler. Sie hat mir
einen sehr philosophischen Brief geschrieben, in dem sie mir erklärt: Coppelius und
Coppola
lebten nur in meinem Inneren und sind Phantome meines Ichs.
Ein Mädchen mit diesen lieben Kindesaugen denkt so philosophisch? Das hat sie wohl
von Dir. Ihr habt über mich gesprochen. Gibst Du ihr Unterricht in Logik? Du
meinst, sie soll alles analysieren und Stück für Stück erklären lernen. Ich meine,
sie soll bleiben wie sie ist! - Es ist jetzt klar, dass der
Glashändler Coppola nicht der alte Advokat Coppelius ist. Wir
haben hier einen neuen Professor für Physik, der Spalanzani
heißt und aus Italien kommt, wie sein berühmter
Namensvetter 6. Ich besuche seinen Kurs. Er kennt Coppola aus
5. ewig: für alle Zeit,
Es ist doch nicht so schlimm!
Italien. Man hört auch an Coppolas Akzent, dass er kein Deutscher ist. Er kann also
nicht mit Coppelius identisch sein, denn der war ein Deutscher. Ganz beruhigt bin
ich nicht.
―
Ihr Du und Clara haltet mich für einen Träumer, aber Coppolas Gesicht geht mir
nicht aus dem Sinn. Spalanzani sagt, er ist nicht in der Stadt. Dieser Professor
ist seltsam. Ein kleiner, rundlicher Mann mit feiner Nase und dicken Lippen,
kleinen Augen. Hast Du schon einmal ein Bild von Cagliostro gesehen? So sieht
Spalanzani aus. Vor ein paar Tagen war ich bei ihm zu Hause. Ich wollte mit ihm
sprechen. Eine Tür, die sonst immer verschlossen war, stand ein Stück offen.
Neugierig sah ich ins Zimmer. Ein schlankes, großes, gut gewachsenes Mädchen saß
dort an einem kleinen Tisch, auf den sie beide Hände gelegt hatte. Sie sah und
hörte mich nicht; es war, als schliefe sie mit offenen Augen. Mir wurde ganz
unheimlich und ich ging leise ins Auditorium, das neben dem Zimmer liegt.
Später erfuhr ich, dass es Spalanzanis Tochter Olimpia war, und dass er keinen
Menschen an sie heranließ. - Warum
schreibe ich Dir das eigentlich? Ich kann es Dir besser persönlich erzählen,
denn ... in ein paar Tagen bin ich bei Euch, vor allem um meine liebe Clara
wiederzusehen. Deshalb schreibe ich heute
nicht an sie.
Tausend Grüße ...
6. Namensvetter: Lazzaro Spallanzani (1729 — 1799), italienischer
Biologe.
7. unheimlich: macht Angst.
32
33
U
B
N
G
חח
E
N
09
B
U
N
G
E
N
Textverständnis
1 Was passt zu wem? (vier passen nicht).
a
Nathanael
b Clara
C
Der Apotheker
d Lothar
1 findet eine Explosion bei Experimenten normal.
2
W N
lässt sich nicht mehr sehen.
hat Claras Namen auf den Brief an Lothar geschrieben. sagt, dunkle Mächte
existieren nicht wirklich.
meint, wirkliche Personen sind dunkle Mächte.
sagt, das Böse ist in uns.
versteht nicht alles, was Lothar sagt.
3
4
5
6
7
8
9
10
studiert jetzt bei Coppola.
11
will nicht, dass Clara philosophiert.
12
kann nicht mehr schlafen.
wusste nicht, wie Nathanaels Vater gestorben ist.
ist jetzt sicher, dass Coppola nicht Coppelius ist.
3 Charakterisierung. Beantworte kurz die Fragen.
Zum ersten Mal haben wir etwas über Clara erfahren.
a
Wie stellst du sie dir vor? Wie sieht sie aus, was macht sie tagsüber?
b Im Text wird ein Gegensatz zwischen zwei Typen von Personen
konstruiert. Ein Typ wird von Clara repräsentiert. Welche der folgenden Adjektive
passen zu Clara, welche nicht? (Tipp: einige stehen im Text)
geheimnisvoll heiter vernünftig oberflächlich kalt ruhig dunkel ängstlich gesund
realistisch phantasievoll stark
C Wie lauten die Gegenteile zu den von dir gewählten Adjektiven?
Gibt es eine Person, zu der die Adjektive passen?
d Kennst du persönlich Personen, die zu einer der beiden Gruppen
gehören? Welche ist dir sympathischer? Welcher fühlst du dich näher?
Wortschatz
1 Streiche, was nicht passt.
Beispiel: Sie ist nicht dick. Sie ist sogar sehr (fett/schlank)
2 Beantworte kurz die folgenden Fragen.
A Was hat Clara getan?
B Was meint Nathanael dazu?
C Mit wem hat Clara gesprochen?
D Wie sieht Spallanzani aus?
E Was hat Nathanel in Spallanzanis Haus gesehen?
а
Es stört ihn. Er findet das (angenehm / ärgerlich).
b Sie macht sich keine Sorgen. Sie ist (nachdenklich/heiter).
Er hat keinen Husten mehr. Er ist jetzt (krank / gesund).
d Er geht nicht allein aus dem Haus. Er ist (ängstlich/mutig).
C
e
Er denkt nicht gern nach. Er ist (umsichtig / oberflächlich).
f Er kann auch die schwere Kiste heben. Er ist (stark / schwach).
Er wird nicht leicht nervös. Er ist immer sehr (lieb / ruhig).
h Wir wissen nicht, was dort geschieht. Es ist alles sehr (offen/
geheimnisvoll).
34
i
Mach bitte das Licht an. Es wird schon (dunkel / hell).
j
Er tut sicher das Richtige. Er ist doch so (phantsievoll / vernünftig).
35
B
U
N
G
E
N
O
N
EN
Grammatik
1 Der Imperativ. Clara möchte, dass es Nathanael wieder besser geht und gibt ihm
eine Reihe von Ratschlägen. Kannst du diese Ratschläge als Imperativ formulieren?
Nathanael soll ...
Beispiel: mir nicht böse sein.
Sei mir nicht böse!
Sprich dich aus!
1 Clara und Lothar meinen, das Böse gibt es nicht wirklich, sondern nur in uns. Was
meinst du? Gibt es das Böse"? den Teufel? personifiziert? Oder ist das nur unsere
Phantasie?
11
2 Dein kleiner Bruder kommt weinend zu dir und sagt, der Nachbar ist
ein Monster und will ihn fressen. Was sagst du ihm?
a
nicht über mich lachen.
b nicht an das Böse glauben.
c gegen die dunklen Mächte kämpfen.
C
d Coppola vergessen.
e
ans Studium denken.
f nicht denken, ich sei oberflächlich.
2 Relativpronomen. Ergänze die Pronomen und (evtl.) Präpositionen,
die in Lothars Erzählung fehlen.
gegen bei mit von vor
Beispiel: Gestern hat Nathanael den Professor getroffen,....[Link].....
er Chemie studiert hatte.
Ich habe mit Clara über Coppola gesprochen, 1 glaubt, er sei mit Coppelius
identisch.
Das ist der Mann, 2
...............
Experimente machte, 3
Der Mann, 4
Optiker.
Nathanael
Nathanaels Vater die alchimistischen
es eine Explosion gegeben hat.
Nathanael Angst hat, ist aber sicher nur ein
Ich denke, Nathanaels Problem sind die dunklen Mächte in unserem Inneren,
5......................... wir immer kämpfen müssen.
Schreib's auf
1 Du bekommst den Brief von Nathanael, in dem er von
Coppelius/Coppola erzählt. Schreibe einen (kurzen) Antwortbrief.
2 Schreib einen Dialog! Nathanael spricht mit Lothar über Claras Brief.
Hörverständnis
Wer will was verkaufen? Schreibe die Nummer neben das passende Substantiv und
beantworte dann die Frage.
Zahnpasta
Was ist besonders gut an dieser Zahnpasta?
ein Familienmitglied
Was ist nicht so schön an diesem jungen Mann?
ein Haus
Was ist besonders an dem Haus?
eine Maschine
Was kann die Maschine?
36
37
Denkmal an Biologe Lazzaro Spallanzani, Scandiano, Italien.
Wissenschaft- hell und dunkel
Schon lange denkt man bei Wissenschaft und Forschung nicht nur an positive
Neuheiten, sondern auch an Risiken und Gefahren...
Niemand weiß genau, was Wissenschaftler und Forscher in ihren
Labors tun, und die Folgen ... Angst und Schrecken leiten den
Fortschritt des Wissens.
Im,,Sandmann" finden wir ein Beispiel dafür.
Nathanaels Professor heißt Spalanzani, nicht ohne Grund trägt er diesen Namen.
Wenige Jahrzehnte vor dem Erscheinen des
„Sandmann“ hat der italienische Naturforscher Lazzaro Spallanzani
(1729-99) das europäische Publikum schockiert. Er hat als erster Tiere künstlich
befruchtet: weiblichen Fröschen (lat. Rana) hat er Sperma in den Uterus injiziert.
Dann sind viele kleine Frösche auf die Welt
gekommen. Spallanzani hat, sagten die Leute, sich an Gottes Stelle
gesetzt und Leben geschaffen. Das machte den Menschen Angst. Heute können
Wissenschaftler sehr viel mehr. Die Angst der Menschen ist geblieben.
Heute setzt man das genetische Material (den Zellkern mit der DNA) eines Tieres
oder einer Pflanze in Zellen eines Gastes (Tier oder Planze) ein und bekömmt - in
einem von hundert Fällen funktioniert das eine Kopie des „Materialgebers". So ist
Dolly geboren, das erste „geklonte“ Schaf der Geschichte. Inzwischen werden nicht
nur Schafe geklont, sondern auch Mäuse, Rinder, Schweine, Katzen, Kaninchen, Pferde
und Hunde. Und Menschen? Ist das nicht ein alter Traum, eine „Kopie" von uns machen
zu lassen? Warum fasziniert und ängstigt uns diese Möglichkeit? Setzt sich der
Wissenschaftler, setzen wir uns so an Gottes Stelle?
Noch ist es nicht so weit. Die meisten Wissenschaftler lehnen das
Klonen von Menschen prinzipiell ab. Aber früher oder später, vielleicht aus
therapeutischen Gründen, um die passenden Organe für eine Transplanation zu
bekommen oder um eine Armee aufzubauen, wird jemand Menschen klonen. Mit einzelnen
Zellen wird das schon getan ... Und diese Vorstellung geht weit über Spalanzanis
und Coppolas Holzpuppe hinaus.
Im Alltag haben wir uns schon daran gewöhnt, die Schöpfung nicht
mehr Gott und die Evolution nicht der Natur zu überlassen. Was wir
essen und trinken, was der Bauer auf dem Feld sät, ist oft schon
genetisch manipuliert. Es ist dadurch resistent gegen Herbizide, gegen Pestizide
und gegen bestimmte Parasiten, sagt die Industrie. Bis jetzt sind vor allem
Sojakulturen genetisch verändert. Zu 100%
funktioniert das meiste nicht. Und auch hier wird Protest laut. Man
weiß nicht genau, welche Konsequenzen genetisch manipuliertes Material auf die
Natur haben kann.
38
39
Von innen
Ein genetisches Versuchslabor sieht von außen aus wie ein Bürogebäude. Man sieht
nicht, dass hier vielleicht neue Gemüsesorten, geklonte Schweine oder Menschen,
gefährliche Bakterien oder Viren geschaffen werden. Niemand weiß, ob dort etwas
Gefährliches geschieht. Auch im Labor selbst ist das nicht zu
sehen. Er ist hell, aufgeräumt und sauber, der Ort, an dem heute vielleicht
Unheimliches, Schreckliches geschieht. Ganz anders zu
Hoffmannms Zeiten. Das Labor eines Alchimisten war dunkel und
voll von seltsamen Präparaten, es roch nicht gut. Leicht kam es einmal zu einem
Brand oder zu einer Explosion. Verletzungen und
Todesfälle kamen vor. Das war der ideale Ort für die Phantasie eines
Schriftstellers.
Jan Van der Straat, Der Alchimistenlabor, 1570, Palazzo Vecchio, Florenz.
Leseverständnis
1 Beantworte kurz die Fragen.
a
Was weißt du über Alchimie (ein Lexikon könnte dir weiterhelfen)? Was wollten sie?
b Ist Alchimie eine Wissenschaft (wie Physik, Biologie, Chemie)?
Warum nicht?
C
Was würde ein Chemiker von heute zu einem Kollegen sagen, der alchimistische
Experimente macht?
d Warum hat Nathanaels Vater wohl alchimistische Experimente
gemacht? Warum heimlich?
e
Die Alchimisten haben (wahrscheinlich) nicht gefunden, was sie suchten, aber sie
haben viele andere Dinge erfunden. Kennst du Beispiele?
f Was glaubst du: Warum zitiert oder erfindet der Autor so viele
italienische Namen?
Sprich dich aus
Denkst du selbst beim Essen oder beim Einkaufen daran, ob die Dinge auch
„,natürlich“ sind? Kaufst du Produkte von bestimmten Firmen lieber nicht?
TOANES
STRATENSIS FLANDING
1920
Schreib's auf
1 Viele denken heute, früher oder später werde man auf biologischem Wege zum
künstlichen, zum geklonten Menschen kommen. Im Moment gibt es noch keine. Es gibt
aber genetisch manipuliertes Soja, manipulierten Mais, manipulierte Tiere (Mäuse,
Kühe, Schafe ...).
Welche Gründe gibt es für und gegen die Genmanipulation bei Pflanzen und Tieren?
Denk zum Beispiel auch an Landwirtschaft und Medizin.
41
Zu Hause
KAPITEL 4
Zu Hause
Was unserem armen Freund Nathanael passiert ist, lieber Leser, und was ich dir hier
erzählen will, ist seltsamer als alles,
was ich je gehört habe. Du kennst das sicher auch: Du hast etwas
gehört oder gesehen, was alle deine Gedanken, deine Träume, dein Herz bewegt? So
sehr, dass dein Blut zu kochen beginnt und Du ganz rot wirst? dein Blick seltsam
wird wie bei einem, der im leeren Raum etwas sieht, was keiner sieht? Wenn du dann
gerade nicht allein bist, dann fragen dich die Freunde:,,Wie ist Ihnen, mein
Bester? Geht es Ihnen nicht gut? Was haben Sie?" Du findest die Worte nicht; du
versuchst es immer und immer wieder, aber du kannst es nicht sagen, kannst es ihnen
nicht erklären. Später, wenn du allein bist, versuchst du vielleicht es
aufzuschreiben und findest den Anfang nicht.
―
―
Mich hat, wie ich dir gestehen 1 muss, niemand nach der Geschichte des jungen
Nathanael gefragt. Meine Freunde nicht und auch sonst niemand. Aber du weißt, ich
bin ein Schriftsteller 2. Wenn ich etwas in mir trage, ist mir, als ob alle Welt
mich bitte:,,Was ist es denn? Erzählen Sie, Liebster! Bitte!"
Also, ich will die Geschichte von Nathanael erzählen. Doch damit stellt sich gleich
das erste Problem. Wie schwer ist es hier, den richtigen, einen originellen,
ergreifenden Anfang zu finden! Der Leser soll so viel Seltsames hinnehmen und
glauben. So eine Geschichte hat er sicher noch nie gehört Da muss er vorbereitet
werden. „Es war einmal" zu banal!,,In der kleinen Provinzstadt S. lebte" etwas
besser. „,,Zum Teufel mit Ihnen!' schrie voll Wut und Entsetzen der Student
Nathanael, als der Wetterglashändler Giuseppe Coppola" das hatte ich schon
geschrieben, als ich plötzlich Nathanael vor mir sah. Lachte er nicht ein wenig
über diesen theatralischen Anfang? Zum Lachen sollte es ja nicht sein... Wie denn
nun? Am Ende sagte ich mir: Schreib gar keinen Anfang! Die drei Briefe, die mir
mein Freund Lothar gegeben hat, sollen für dich, lieber Leser, den Anfang machen,
und dann will ich sehen, wie ich dir alles Weitere erzählen kann. Vielleicht wirst
du, mein Leser, dann glauben,
nichts ist seltsamer als das wirkliche Leben. Denn um wirkliches
Leben geht es hier. Erklären muss ich dir aber doch, was nicht in den Briefen
steht. Bald nachdem Nathanaels Vater gestorben
war, hatte seine Mutter Lothar und Clara ins Haus genommen.
Sie waren Kinder eines entfernten Verwandten, der auch
42
1. gestehen: offen sagen.
2.
r Schriftsteller(=): schreibt Romane etc.
43
Der Sandmann
gestorben war und sie verwaist 3 zurückgelassen hatte. Clara und Nathanael hatten
sich sofort gemocht, später war Liebe daraus geworden, und Nathanael war mit Clara
verlobt, als er nach G.
ging, um dort zu studieren. Nach Nathanaels Studium wollten sie
heiraten. Was war nun Clara für ein Mädchen? Ich sehe sie vor
mir, wie sie lächelt. Die einen mochten ihre Figur, denn sie war groß und schlank,
andere ihre Haltung und wieder andere liebten ihr langes blondes Haar. Ihre
Phantasie war wie die eines glücklichen Kindes und ihr Verstand 4 war hell und
klar. Nebliges Gerede und wildes Fabulieren war nicht ihre Sache. Wenn sie so
etwas hörte, wenn jemand abenteuerliche oder unheimliche Geschichten erzählte und
die anderen fasziniert zuhörten, lächelte sie nur ironisch, ohne etwas zu sagen,
denn sie sprach nur wenig. Aber was sie dachte, war: „Diese Phantastereien! Liebe
Freunde, vergesst die romantischen Geschichten, sprecht
vom wirklichen Leben!"
Viele dachten, Clara sei kalt und prosaisch. Aber kalt war sie nicht. Sie liebte
ihren Nathanael mit ganzer Seele. Wie froh war sie nun, als Nathanael schrieb, er
werde bald in seine Vaterstadt zurückkommen. Es war denn auch so, wie Nathanael
gehofft hatte. Als er Clara wiedersah, war die Freude so groß, dass er Coppelius
und Claras Brief Brief schnell vergessen hatte. Aber Nathanael hatte Recht gehabt,
als er schrieb, der Wetterglashändler sei feindlich 5 in sein Leben getreten. Alle
fühlten das: Nathanael hatte sich sehr verändert. Was war aus dem heiteren jungen
Studenten geworden, der wenige Monate
44
3.
verwaist: ohne Eltern.
4.
r Verstand (X): Intelligenz.
5. feindlich: als Feind, Gegner, Kontrahent.
Der Sandmann
zuvor in die Universitätsstadt abgereist war? Jetzt saß er oft auch tagsüber da und
träumte. Überall sah er dunkle Mächte. „Wir glauben, frei zu sein“, sagte er dann,
„aber wir sind nur ein Spielball des Schicksals 6." Clara ärgerte sich über diese
mystischen Reden, aber es hatte keinen Sinn, mit Nathanael darüber zu diskutieren.
Doch wenn Nathanael erklärte, Coppelius sei der Dämon, der ihre Liebe zerstören
werde, wurde sie böse: „Ja, Nathanael! Du hast Recht! Coppelius ist ein feindliches
Prinzip, aber nur, weil du immer an ihn denkst.
Solange du an ihn glaubst, gibt es ihn, nur dein Glaube ist seine Macht!" Dann ging
sie böse fort. Nathanael dachte nur:,,Da sieht man es wieder! Clara ist zu kalt und
naiv, um diese Dinge zu fühlen und zu verstehen. Sie versteht mich nicht! Es hat
keinen Sinn, ihr immer wieder alles erklären zu wollen!" Doch er versuchte es immer
wieder.
Morgens vor dem Frühstück schon las er ihr aus mystischen Büchern vor, auch wenn
Clara ihn oft bat, das nicht zu tun: „Nun hör mal zu, mein lieber Nathanael, ich
glaube fast, du bist das böse Prinzip, denn wenn du mich beim Kaffeekochen störst,
bekommt ihr kein Frühstück." Nathanael fand das nicht zum Lachen.
Früher hatte er für Clara oft kleine, lebendige Erzählungen geschrieben, die ihr
sehr gefallen hatten. Jetzt war, was er schrieb, düster 7 und unverständlich – und
deshalb langweilig.
Nichts war für Clara tötender, als das Langweilige. Sie sagte nichts, aber
Nathanael sah, was sie dachte. So ärgerte er sich immer mehr, und die Distanz
zwischen den beiden wurde größer und größer.
Zu Hause
Nathanael schrieb ein langes Gedicht darüber, wie Coppelius ihr Liebesglück
zerstörte. Er brauchte drei Tage dazu, in denen Clara sehr froh war, weil Nathanael
ihr so ruhig schien. Er sprach von lustigen Dingen wie sonst.,,Siehst du", sagte
sie am Nachmittag des dritten Tages, „jetzt denken wir nicht mehr an den bösen
Coppelius."
,,Ach ja", fiel es Nathanael wieder ein, der wirklich ein paar Stunden lang nicht
mehr daran gedacht hatte: „Ich habe ein neues Gedicht geschrieben, schrecklicher
als alles, was du bisher gehört hast.“ Und er zog die Blätter aus der Tasche.
Zuerst dachte Clara nur, es werde wieder etwas Langweiliges sein, und sagte nichts.
Als die Geschichte aber immer schrecklicher wurde, sie im Gedicht schon beide in
der Kirche vor dem Priester standen und Coppelius kam und rief „Augen! Gib mir
deine Augen, Mädchen!", als Nathanael immer lauter las, dabei rot wurde und weinte
da wurde es ihr zu viel.
}}
―
,,Nathanael mein herzlieber Nathanael!" sagte sie leise, aber sehr langsam und
ernst: „Wirf das dumme Gedicht ins Feuer!" Nathanael sprang auf und rief: „Nichts
verstehst du! Du lebloser Automat!" Er lief fort, und Clara blieb allein sitzen.
Sie
weinte laut: „Ach, er hat mich niemals geliebt, denn er versteht
mich nicht."
Lothar kam zu ihr; Clara musste ihm erzählen, was geschehen
war. Er liebte seine Schwester, und hatte nun schon wochenlang
zusehen müssen, wie Nathanael ihr weh tat. Er lief zu Nathanael
und sagte böse: „Bist du völlig verrückt geworden? So kannst du nicht mit meiner
Schwester sprechen, du Phantast!"
46
6.
7.
s Schicksal(X): führt unser Leben.
düster: sehr dunkel.
8.
s Gedicht(e): Poem,
47
B
U
N
E
N
Der Sandmann
„Ach, du bist ein phantasieloser, banaler Mensch, ganz wie deine Schwester!"
antwortete Nathanael. So stritten sie eine
Weile. Am Ende aber, als klar war, dass sie sich nichts mehr zu sagen hatten,
meinten beide, es bleibe ihnen nur eins: Am nächsten Morgen wollten sie sich mit
dem Florett duellieren.
Clara hatte den Streit gehört und ging am nächsten Morgen ihrem Bruder nach. Die
beiden Männer hatten schon ihre Jacken ausgezogen, jeder sein Florett in der Hand,
als Clara zu ihnen lief.
Sie weinte laut: Ihr wilden entsetzlichen Menschen! Warum tötet ihr nicht mich?
Denn wie soll ich länger leben auf der Welt, wenn der Geliebte den Bruder, oder der
Bruder den Geliebten getötet hat!" Lothar ließ die Waffe sinken und sagte nichts.
Nathanael aber fiel vor Clara auf die Knie: „Kannst du mir verzeihen, du meine
einzige, meine herzgeliebte Clara? Kannst du mir verzeihen, mein herzgeliebter
Bruder Lothar?" Die drei Menschen umarmten sich und weinten. Nie wieder wollten sie
streiten.
Noch drei glückliche Tage verbrachte er bei seinen Lieben, dann fuhr Nathanael
zurück nach G., wo er noch ein Jahr bleiben und sein Studium beenden wollte. Danach
würde er für immer in
seine Vaterstadt zurückkommen.
Textverständnis
1 Was ist richtig (R), was ist falsch (F)?
a
Der Erzähler hat für die Geschichte keinen Anfang geschrieben, sondern die Briefe
an den Anfang gestellt.
b Freunde haben den Erzähler gebeten, diese Geschichte
zu erzählen.
C
Der Erzähler findet das wirkliche Leben nicht „normal“. d Nathanael war ein
Waisenkind.
e
Lothar und Clara sind nahe Verwandte von Nathanael.
f Nathanael war nach G. gegangen, weil er Clara
nicht heiraten konnte.
g
Clara war stark.
h Nathanael war in den Ferien zu Hause wie immer. Nathanael glaubt, wir glauben nur
frei zu sein.
i
j Clara denkt nicht so gern an die praktischen
Seiten des Lebens.
k Nathanael hat schon immer düstere Erzählungen
geschrieben.
I
Clara findet diese Erzählungen vor allem langweilig.
m Nathanael wird böse, weil Clara seine Gedichte und
Erzählungen nicht mag.
R F
48
n
Am Ende duellieren sich Lothar und Nathanael.
O
Sie duellieren sich nicht, weil Clara sie bittet, es
nicht zu tun.
p Am Ende verbringt Nathanael drei harmonische
Tage bei Lothar und Clara.
49
כ
B
N
E N
00
B
U
N
E
N
2 Zur Form.
a Aus wie vielen Perspektiven haben wir das Geschehene bisher
sehen können?
b Warum hat der Erzähler keinen Anfang schreiben wollen, sondern
mit den drei Briefen angefangen?
d Bei dieser
e
Sie wollten im August heiraten und
f Sie ist
Geschichte musste er weinen.
sich im Juni.
g
Unsere
ihre Mutter ist letzte Woche gestorben. ist (vielleicht) unsterblich.
h Da kann man nichts machen, das ist .......
C
―
Wer hat Recht Nathanael oder Clara? Was meint der Erzähler? Welcher der beiden
Personen steht er näher? (Warum?)
i
Die Stadt Goslar ist im Krieg nicht
worden.
j
Die Atmosphäre in der Nordseestadt war so sofort nach Hause zurückfuhr.
dass er
Wortschatz
1 Wie heißt das Gegenteil?
a lebendig
b frei
C entfernt
d schwer
e verrückt
f kräftig
g düster
Grammatik
1 Vergangenheitsformen. Setze die folgenden Sätze ins Perfekt.
a Was machst du um siebzehn Uhr?
b Arbeitest du gern bei deiner Tante?
C
Er trinkt abends immer ein Bier.
d Wir verstecken uns im Schrank.
e
Er kauft sich einen neuen Mantel.
f
Er wäscht sich nie den Hals.
g Ich sehe es mit meinen eigenen Augen!
zerstören
h poetisch
2 Setze die passenden Vokabeln aus der Liste ein (in der richtigen
Form)!
e Ader(n) düster ergreifend s Gerede e Halbwaise lächeln leer s Schicksal
e Seele
verloben
h Was riecht denn hier so komisch?
Beispiel: Niemand da, die Klasse ist
leer
i
Hebst du mir die Kiste auf den Schrank?
a Wenn sie ihn so reden hörte,
b Sie wollte klare Informationen, kein
sie ironisch.
hören.
j Streitet ihr immer so viel?
C
In ihren
50
fließt blaues Blut.
51
A
B
U
N
E
N
B
N
G
E
N
2 Wenn wir etwas erzählen, gebrauchen wir normalerweise das Präteritum, weniger das
Perfekt. Setze die folgenden Perfektsätze ins Präteritum.
a Er hat sie nicht gefragt.
b Sie haben immer über Geld gestritten.
C Wir haben zusammen Musik gehört.
d Er hat sich ein paarmal gedreht.
e Wir haben sie gern besucht.
f Worüber habt ihr wieder gestritten?
g Hast du mich nicht gesehen?
...........
h Er hat sie in der Uni kennen gelernt.
i
Wir haben im Kino immer geschlafen.
b nachdem Nathanaels Vater (sterben) / Coppelius in der Stadt nicht
mehr (gesehen werden)
C
bevor Clara ihm (schreiben) / sie mit ihrem Bruder (sprechen)
d als Nathanael mit Lothar (streiten) er vorher Clara sein Gedicht
(vorlesen)
e nachdem sie aus dem Haus (gehen) / auch Clara (kommen) als Nathanael mit
Spalanzani über Coppola (sprechen) / (beruhigen)
gals Nathanael in sein Zimmer (wollen) / ein Feuer das Haus
(zerstören)
Sprich dich aus
1 Sich im Schrank verstecken, Äpfel stehlen, Lehrer ärgern ... Was hast
du als Kind nie gemacht? Warum nicht?
3 Was geschah vorher, was nachher? Präteritum oder Perfekt oder
Plusquamperfekt? Forme Sätze!
Beispiel: Als Nathanael Olimpia zum ersten Mal (sehen) / den
Brief an Lothar schon (schreiben).
a
Als Nathanael Olimpia zum ersten Mal sah, hatte er den Brief an Lothar schon
geschrieben.
als Nathanael nach G (gehen) / Clara schon bei seiner Mutter (wohnen)
Schreib's auf
1 Sandmann, Vogel Greif, der schwarze Mann, der seltsame Nachbar oder dessen
Hund ... Erzähle (kurz) von etwas, was dir als Kind Angst gemacht hat.
52
53
KAPITEL 5
In der neuen Wohnung
Wieder in G. angekommen, wollte Nathanael in seine Wohnung gehen. Doch das Haus war
nicht mehr da! Das ganze Haus war abgebrannt 1. Man sagte ihm, das Feuer sei in der
Apotheke im Erdgeschoss ausgebrochen und das Haus sei in kürzester Zeit
niedergebrannt. Zum Glück hatten einige Freunde im letzten Moment noch Bücher,
Manuskripte und Instrumente aus Nathanaels Zimmer im zweiten Stock holen können.
Sie
hatten auch schon ein Zimmer in einem anderen Haus für Nathanael gefunden. „Es ist
nicht weit", sagten sie ihm, „und es kostet nicht viel."
Er zog dort sofort ein und begann wieder mit seinem Studium.
1. abgebrannt: durch Feuer zerstört.
In der neuen Wohnung
Dass er dem Professor Spalanzani gegenüber wohnte, sah er anfangs nicht. Auch
interessierte es ihn wenig, dass er von seinem Zimmer in das Zimmer Olimpias,
Spalanzanis Tochter, direkt hineinsah. Er wunderte sich manchmal über die junge
Dame, denn sie saẞ oft stundenlang dort, immer in derselben Stellung am Tisch, wie
er sie einmal durch die Tür gesehen hatte. Sie bewegte sich nicht, sie tat nichts.
Sah sie zu ihm herüber? Ihre Augen konnte er nicht sehen.
,,Schön ist sie ja", dachte er. „Eine schönere Figur habe ich noch nie gesehen.“
Aber, Clara im Herzen, sah er sie nicht lange an und konzentrierte sich auf seine
Bücher.
Er schrieb gerade an Clara, als es leise an seine Tür klopfte. Es war Coppola. Als
er sein schreckliches Gesicht sah, bekam er wieder Angst, aber dann dachte er an
das, was ihm Professor Spalanzani erzählt hatte und an seine Gespräche mit Clara
und schämte sich.
,,Du bist doch kein Kind mehr“, sagte er zu sich und versuchte freundlich zu sein.
„Ich kaufe kein Wetterglas, mein lieber Freund! Gehen Sie ruhig." Da kam aber
Coppola an Nathanaels Schreibtisch heran und lachte leise. Seine kleinen schwarzen
Augen leuchteten.
—
„Ei, nix Wetterglas, nix Wetterglas! Hab auch sköne Ocke - sköne Ocke!" Entsetzt
rief Nathanael: „Du bist ja verrückt! Wie kannst du Augen haben? Augen Augen?" Aber
im selben
Augenblick hatte Coppola schon seine Wettergläser weggesteckt und holte Monokel und
Brillen aus den großen Taschen seines Mantels heraus. Er legte sie auf den Tisch.
,,Nu
―
Nu Brill Brill auf die Nas zu setze, das sein meine Ocke sköne Ocke!" Und er holte
immer mehr Brillen hervor, bis
―
der ganze Tisch voll war. Das Sonnenlicht spiegelte sich in den
54
55
Der Sandmann
Gläsern. Tausend Augen schienen Nathanael anzusehen, und auch er konnte nicht
anders, er musste auf den Tisch schauen, und immer noch mehr Brillen legte Coppola
dazu, und immer wilder sprangen die Blicke durcheinander und blutrot schien das
Licht in Nathanaels Herz zu schießen 2.
Entsetzt schrie er: „Halt! Fürchterlicher Mensch! Was tust du?" Er hielt Coppola,
der noch mehr Brillen aus der Tasche holen wollte, am Arm fest. Coppola trat einen
Schritt zurück. „,Ah! Nix für Sie aber hier sköne Glas, sehen Sie nur", sagte er
und hatte schon alle Brillen wieder eingepackt und aus einer Seitentasche ein
kleines Fernglas gezogen.
Sobald die Brillen vom Tisch waren, wurde Nathanael ruhig. Er dachte an Clara und
sah ein, dass all das Entsetzliche wieder nur ein Produkt seiner Phantasie gewesen
war. „Ganz ruhig“, sagte er sich: „Es ist nichts! Coppelius ist nur ein ehrlicher
Mechanikus und Optikus, und mit dem Coppelius meiner Kindertage hatte er nichts zu
tun.“
Die Ferngläser, die Coppola nun vor ihn hinstellte, machten ihm keine Angst, sie
sahen wirklich ganz normal aus. Wie um sich zu entschuldigen, wollte Nathanael
jetzt wirklich etwas von Coppola kaufen. Er nahm ein kleines, sehr schön
gearbeitetes Taschenfernglas und sah damit durch das Fenster, um es zu prüfen. So
ein gutes Fernrohr hatte er noch nie gesehen. Er sah auch bei größerer Distanz
alles sehr klar vor sich. Dann sah er auch durch das Fenster von Olimpias Zimmer.
Sie saß wie immer vor dem kleinen Tisch. Jetzt erst sah Nathanael, wie schön ihr
Gesicht war. Nur die Augen schienen ihm starr 3 und wie tot.
56
2. schießen: wie ein Projektil kommen.
3.
starr: fix, ohne Bewegung.
Der Sandmann
Aber als er länger durchs Glas sah, war es, als leuchteten ihre
Augen plötzlich. Immer lebendiger und lebendiger wurden ihre
Augen. Hatten sie erst jetzt zu sehen begonnen? Nathanael saẞ
mit seinem Glas am Fenster und sah nur noch die himmlisch-
schöne Olimpia an. Ein leises Husten weckte ihn, wie aus tiefem
Traum.
}}
„Tre Zecchini - drei Dukaten!" Nathanael hatte nicht mehr an
den Optikus gedacht und gab ihm das Geld. „Nick so? - sköne Glassköne Glas!" sagte
Coppola noch leise und lachte wieder.
„Ja, ja, ja“, antwortete Nathanael unlustig. „Adieu, lieber Freund!" Coppola sah
sich im Zimmer um und ging dann endlich. Nathanael hörte ihn noch laut lachen. „Nun
ja“, dachte Nathanael, „er lacht mich aus, weil ich das Glas sicher viel zu
teuer bezahlt habe zu teuer bezahlt!" Bei diesen Worten
bekam Nathanael plötzlich wieder Angst, ohne zu wissen
warum.
„Clara", sagte er zu sich selber, „hat schon Recht. Ich habe
wirklich eine kindische Phantasie. Aber komisch ist es doch
oder doch mehr als nur komisch, dass mir der Gedanke, das Glas
ist zu teuer bezahlt, jetzt solche Angst macht."
Dann setzte er sich hin, um seinen Brief an Clara zu Ende zu schreiben, aber durchs
Fenster sah er immer noch Olimpia in ihrem Zimmer sitzen. „Seltsame Frau!" dachte
er wieder. Dann
sprang auf, nahm Coppolas Fernglas und sah zu Olimpia hinüber.
Sah sie ihn an? Vielleicht!
Er konnte sich nicht von ihrem Anblick befreien und saẞ noch
mit dem Glas in der Hand am Fenster, als sein Freund Siegmund
kam, um ihn abzuholen. Wie immer wollten sie zusammen ins Seminar bei Professor
Spalanzani gehen.
In der neuen Wohnung
Als Nathanael in sein Zimmer zurückkam, ging er sofort ans Fenster. Aber jemand
hatte in Olimpias Zimmer die Gardinen vorgezogen und er konnte sie nicht sehen. Er
blieb am Fenster sitzen und schaute mit Coppolas Glas hinüber, aber den ganzen Tag
lang wurden die Gardinen nicht zurückgezogen, das Fenster nicht geöffnet.
Er glaubte verrückt werden zu müssen. Er konnte an nichts anderes mehr denken. Als
er auch am nächsten und übernächsten Tag Olimpia nicht hatte sehen können, lief er
aus seinem Zimmer, aus der Stadt hinaus in den Wald. Er sah ihre Gestalt vor sich
in der Luft, er sah sie aus dem Gebüsch kommen, im Wasser des Flüsschens sahen ihre
leuchtenden Augen ihn an.
An Clara dachte er nicht mehr, nur an Olimpia und sagte laut und traurig:,,Ach du
mein Liebesstern, bist du denn nur in mein Leben getreten, um mich wieder allein zu
lassen in dunkler
Nacht?"
58
59
B
U
N
G
LL
E
N
O
00
B
N
G
LLI
E
N
Textverständnis
1 Hier sind die Fakten durcheinander geraten. Verbinde die Hauptsätze
(1-7) mit den passenden Nebensätzen (a-h). Es sind acht!
Freunde haben für Nathanael ein neues Zimmer gesucht,
Er denkt nur noch an sein Studium
1
2
3
Da kommt wieder Coppola zu ihm,
4
5
LO
6
19
7
und an Clara,
Coppola legt erst viele Brillen auf den Tisch,
Aber dann kauft er ihm ein Fernglas ab,
Olimpias Augen scheinen ihm nicht mehr tot,
Er denkt nur noch an Olimpia,
a in denen sich das Sonnenlicht spiegelt.
b seit er sie durch das Fernglas gesehen hat.
C
so dass Nathanael Angst bekommt.
d der er täglich einen Brief schreibt.
e während er außerhalb der Stadt spazieren geht.
f mit dem er Olimpia beobachtet.
g der ihm wieder etwas verkaufen will.
h weil das Haus, in dem sein altes Zimmer lag, abgebrannt ist.
2 Beantworte kurz die Fragen.
a Nathanael will keine Angst vor Coppola haben, aber was macht ihm
dann doch Angst? Denk an Coppola selbst und an das, was er verkauft.
b Nathanael hat Olimpia vor seiner Heimreise zum ersten Mal gesehen. Er kommt ihr
immer näher. Was sind die einzelnen Schritte dieses Näherkommens?
C Wie hat sich Nathanael in Olimpia verliebt? Was ist der nächste
Schritt?
d Was glaubst du: Warum lacht Coppola auf der Treppe?
Wortschatz
1 Weißt du noch, wie die Sinnesorgane heißen? Setze ein.
kann man riechen.
hat eine wichtige Funktion für den Tastsinn.
a
Mit der
b Die
C
Hast du es mit deinen eigenen
d Mit der
gesehen?
können wir schmecken.
e
Der hat große
Da kann er gut hören.
Grammatik
1 Nominativ und Akkusativ: Setze die fehlenden Adjektivendungen ein.
a
Er ist ein unsympathisch......... Advokat aus Piemont.
b Sie ist eine nett......... Studentin aus Göttingen.
C
Zusammen haben sie ein schön......... Haus in Hannover.
d Da trifft sie einen sehr schön......... jung......... Mann aus Kassel.
e
Er findet die nett......... Studentin sehr attraktiv.
f Sie verlässt den unsympathisch......... Advokaten und heiratet den
jung......... Mann.
g Zusammen haben sie zwei blond.......... Kinder.
h Dann trifft der jung......... Mann eine noch jünger......... Frau.
60
199
61
O
B
U
N
G
E
N
Ü
B
N
G
E
N
Mix
1 Setze die fehlenden Endungen ein.
a Nathanael kauft also ein kleines, schön gearbeitetes
Taschenfernrohr. Und was macht er mit dem klein........., schön gearbeitet.........
Fernrohr?
b Auch aus größer......... Distanz kann man damit gut sehen. Geht er
also auch bei schlecht......... Wetter hinaus in den düster......... Wald, wo er
wild......... Tiere beobachtet?
с Nein, er sitzt in sein......... warm......... Zimmer am klein......... Fenster
und beobachtet die wunderschön......... Gestalt, die leuchtend......... Augen
Olimpias, der unbekannt.......... Tochter des berühmt.......... Professors, der
auch den widerwärtig......... Coppola aus dem fern......... Piemonte kennt.
Sprich dich aus
42
1 Dein Freund/Deine Freundin verliebt sich in eine/n anderen junge/n Frau/Mann und
will von dir nichts mehr wissen. Du findest das seltsam: die/der junge Frau/Mann
ist zwar sehr schön, aber auch sehr langweilig. Er/Sie spricht praktisch nie, geht
nie aus, treibt keinen Sport... Sag es deiner/em Frend/in.
Schreib's auf
1 Du bist umgezogen. Vom Fenster deines neuen Zimmers aus siehst du immer eine/n
sehr sehr schöne/n Frau/Mann. Er/sie ist so schön ... du bleist den ganzen Tag am
Fenster stehen. Schreib deinem Freund/deiner Freundin einen Brief.
Grammatik plus
2 Ergänze die passenden Formen des Artikels und des
Relativpronomens!
Beispiel: Olimpia bewegt sich nicht, sie sitzt immer an...dem...selben der...selben
Position dort sitzen, die
Platz. Er sieht sie in
sie vorher hatte.
Du bist doch 1
selbe, 2
gestern geärgert hat. Sie heiratet 3
4..................
ihn mit immer 5
an immer 6 ......
die Tochter 7
..... mich
.................. selben Mann,
du vor zehn Jahren hast heiraten wollen. Ich sehe
..... selben Hund spazieren gehen, der selben Ecke das Beinchen hebt. Sie sind
selben Reinhard Meier, 8 ....
1979 die Bank von England ausgeraubt hat?
Hörverständnis
Er verlässt sie, oder sie trennt sich von ihm... und dafür gibt es viele Gründe.
Drei davon hörst du auf der CD. Setze die Nummer des Monologs ein.
Die Person hat ein neues Computerspiel und deshalb keine Zeit für eine/n Freund/in.
Die Person will frei sein und nicht fest mit einer anderen
zusammen.
Die Person ist jetzt mit einer anderen Person zusammen.
62
63
KAPITEL 6
Fest bei Spalanzani
Als Nathanael wieder in seine Wohnung zurück ging, sah und hörte er, dass in
Spalanzanis Haus gearbeitet wurde. Die Haustüren standen offen, man trug viele
Dinge hinein, die Fenster des ersten Stocks waren weit geöffnet. Es wurde geputzt,
geklopft und gehämmert. Nathanael blieb voll Erstaunen auf der Straße stehen.,,Was
ist hier los?"
Da kam Siegmund vorbei, trat lachend zu ihm und sagte: ,,Nun, was sagst du zu
unserem alten Spalanzani?" Nathanael antwortete, dass er von nichts wisse, sondern
nur mit großem Erstaunen das Treiben und Arbeiten in dem sonst so stillen und
dunklen Haus gesehen habe. Da erzählte ihm Siegmund, dass Spalanzani am nächsten
Tag ein großes Fest geben wolle,
Fest bei Spalanzani
Konzert und Ball, und dass die halbe Universität eingeladen sei.
„Dich haben sie nicht eingeladen? Das kann nicht sein. Sicher bekommst du die
Einladungskarte noch! Weißt du, die Leute sagen, Spalanzani will, dass seine
Tochter Olimpia, die bisher immer nur allein im Haus gewesen ist, endlich andere
Menschen kennen lernt. Vor allem junge Männer .... Vielleicht soll sie morgen Abend
die Liebe fürs Leben finden, alt genug ist sie ja. Diese Olimpia ist sehr schön,
sagen alle", sagte Siegmund noch und ging lachend weiter.
,,Olimpia!" dachte Nathanael. „Das ist sie! Jeden Tag sehe ich sie da am Fenster!
Keine ist so schön wie sie! Ob man mich wohl eingeladen hat?" fragte sich Nathanel,
als er langsam weiter
ging.
Tatsächlich: in seinem Zimmer lag die Einladungskarte zum großen Fest bei Professor
Spallanzani.
Den ganzen nächsten Tag war Nathanael sehr aufgeregt. Ein Ball beim Professor! Wer
weiß, wie seine Tochter aus der Nähe aussieht? Um acht Uhr abends ging er in seinem
besten Anzug zu Spalanzanis Haus, als schon die Wagen vorfuhren und in allen Sälen
2 die Lichter brannten. Sehr viele Leute waren gekommen
und alle waren sehr elegant. Gegen neun kam Olimpia.
,,Oh!" Alle drehten sich zu ihr um. Ihr Kleid war wunderschön.
Aber noch viel schöner war sie selbst!
Man machte ihr Komplimente, man sprach über sie. Ihr schön geformtes Gesicht, ihre
Figur gefielen allen. Aber es gab auch Kritiker. Schien sie nicht ein zu enges
Korsett zu tragen? Schien ihr Rücken nicht etwas seltsam? War sie in der Taille
nicht
64
1.
erstaunen: sich wundern.
2.
r Saal (Säle): großes Zimmer.
65
Der Sandmann
unglaublich dünn? Und war das nicht doch zu steif, wie sie da stand und wie sie
sich bewegte? Das störte doch, oder?
Andere entschuldigten sie:,,Sie ist doch noch so jung! Der Ball und die vielen
Leute, das ist für die arme Olimpia sicher eine ganz neue Situation."
Das Konzert begann. Olimpia spielte sehr gut Klavier und sang dann mit heller,
vielleicht zu heller Stimme eine Bravour- Arie. Nathanael war verzaubert 3. Er
stand ganz hinten und konnte Olimpia nicht gut sehen. Da nahm er ganz heimlich
Coppolas Glas und schaute auf die schöne Olimpia.
―
Ach! - er konnte es erst nicht glauben sie sah ihn an! Sie sang von Liebe und
sie dachte an ihn, nur an ihn! Das sah er an ihrem Blick.
Als sie ihre Arie mit einem langen Trillo beendete, konnte er nicht anders, er
musste laut rufen: „Olimpia!“ Alle sahen sich nach ihm um, viele lachten. Nathanel
wurde rot.
Der Konzertmeister aber machte ein böses Gesicht und sagte nur: „Nun, nun." Damit
war das Konzert zu Ende und der Ball fing an. Nathanael wollte nur noch eins: „Mit
ihr tanzen! mit ihr!" Aber durfte er das, ein kleiner Student? Hatte er den Mut 4,
sie, die Tochter des Professors, die Königin des Festes, um den ersten Tanz zu
bitten? Doch! Er wusste selbst nicht wie, aber plötzlich stand er vor Olimpia. Sie
hatte noch keine Tanzpartner. Er war zu aufgeregt, er konnte nichts sagen. Sie sah
ihn an. Er nahm sie an der Hand. Die war eiskalt. Todesangst durchlief ihn. Er
starrte Olimpia ins Auge, das ihn voll Liebe ansah, und schon fühlte er keine Kälte
mehr, nur noch ihre und seine Liebe. Er
66
3. verzaubert: durch Magie verändert.
4.
r Mut(X): Courage.
Der Sandmann
legte den Arm um sie und flog mit ihr durch den Saal. Doch seltsam: Er, der sonst
immer geglaubt hatte, recht gut im Takt zu tanzen, merkte nun, wie sehr ihm der
Takt fehlte. Denn Olimpias Bewegungen folgten so streng 5 dem Rhythmus der Musik,
dass er ihr nicht immer folgen konnte. Aber mit keiner anderen wollte er mehr
tanzen, nur mit seiner Olympia, und jeden, der sie zum Tanz aufforderte, wollte er
am liebsten ermorden 6.
Zum Glück wurde sie nur von zwei Männern aufgefordert, und zu Nathanaels Erstaunen
wollte keiner von ihnen zweimal mit Olimpia tanzen, so dass er wieder und wieder
sie an der Hand nehmen und mit ihr durch den Saal fliegen konnte.
Hätte Nathanael etwas anderes gesehen als die schöne Olimpia, hätte er sich sicher
geärgert. Denn man sah sie komisch an warum nur? man sprach und lachte leise über
das Paar. Nathanael war durch den Tanz und durch den Wein, von dem er viel
getrunken hatte, mutiger geworden. Er saẞ neben Olimpia, ihre Hand in seiner und
sprach begeistert von seiner Liebe in Worten, die keiner verstand, er selbst nicht,
und Olimpia auch nicht. Oder Olimpia vielleicht doch, denn sie sah ihm in die Augen
und sagte immer wieder: „Ach - Ach Ach!" und Nathanael antwortete zum Beispiel so:
„O, du wunderbare, himmlische Frau! Du mein Licht aus dem Reich der Liebe! Du mein
ganzes Sein, du tiefe Seele, die allein mich versteht", und so weiter, aber Olimpia
sagte nur immer wieder: „Ach, Ach!“
―
Professor Spalanzani ging einige Male zu den jungen Leuten und sah sie seltsam
zufrieden an.
Fest bei Spalanzani
Nach einiger Zeit schien es Nathanael in seinem Liebeshimmel, als würde es
plötzlich sehr dunkel hier unten beim Professor Spalanzani. Es war auch keine Musik
mehr zu hören. Er schaute sich um. Es war niemand mehr da. Er war der letzte Gast.
Die letzten Lichter gingen langsam aus.
„Trennung, Trennung!" schrie er ganz wild, er küsste Olimpias Hand, er küsste sie
auf den Mund - eiskalt waren ihre Lippen!
Und wie vorher war es, als hätte er den Tod selbst vor sich, aber Olimpia hatte ihn
umarmt und im Kuss wurden ihre Lippen warm und lebendig.
Spalanzani ging langsam zu ihnen. Wie er da durch den leeren, fast dunklen Saal
ging, konnte man Angst bekommen. Aber Nathanael musste seine Olimpia noch etwas
fragen: „Liebst du mich Liebst du mich, Olimpia? Nur das! Sag es mir! Liebst du
mich?" So sagte ihr Nathanael leise ins Ohr.
Olimpia stand auf und sagte nur: „Ach, ach!“ „Ja, du mein Liebesstern", sprach
Nathanael, „du bist mir aufgegangen, und leuchtest mir, mein Leben erleuchtest du
nun, jetzt und für immer!",,Ach, ach!“ sagte Olimpia und ging zur Tür.
Nathanael folgte ihr. Sie standen vor dem Professor. „Sie haben lange mit meiner
Tochter gesprochen“, sagte er lächelnd:
,,Nun, nun, lieber Herr Nathanael, wenn Sie denn so gern mit dem Mädchen
konversieren, so würde ich mich freuen, wenn Sie uns öfter besuchten. Und jetzt
wünsche ich Ihnen eine gute Nacht."
Mit einem ganzen hellen, leuchtenden Himmel im Herzen ging Nathanael nach Hause.
68
5. streng: diszipliniert.
6.
ermorden: töten.
69
B
U
N
G
E
N
B
DA
N
G
E
N
חו
Textverständnis
1 Was ist richtig?
1 Spalanzani gibt ein ...
a
b
C
großes Fest, zu dem sehr viele Leute eingeladen sind. großes Fest nur für
Studenten.
Fest im Familien- und Freundeskreis.
Die Gäste...
2
a
b
ດ
C
sind normal angezogen, sie wollen es bequem haben. tragen Masken, weil Karneval
ist.
sind sehr elegant.
3 Olimpia ...
a
ist sehr schön und alle Gäste sind von ihr bezaubert.
Wortschatz
1 Damals und heute, ein Vergleich. Setze die passenden Substantive in
der richtigen Form ein.
a
Kerzen Korsett
Anzug Auto Einladungskarte E-Mail Kutsche Licht Orchester Stereoanlage Straße Wege
Es war sehr hell im Saal: da brauchte man viele denn es gab noch kein elektrisches
b Die Männer tragen immer noch einen
...... mehr. Frauen tragen kein
aber die
1
, nur
b
с
C
Damals gab es noch keine asphaltierten ... einfache
ist sehr schön, hat aber etwas Mechanisches in ihren Bewegungen ist sehr schön,
aber das sieht nur Nathanael.
d Die Wagen, die vorfuhren, waren
.., keine
wie heute.
e
In einer Ecke spielte ein kleines vielleicht ein DJ mit seiner ....
f Damals gab es
heute kommt
4 Nathanael ...
a
b
C
5
a
hat an diesem Abend viel Spaß, lernt junge Damen kennen und lacht mit seinen
Freunden.
hat an diesem Aend nur für eine Augen: für Olimpia! lacht mit den anderen über die
steife Olimpia.
Die Leute ...
b
C
sehen Nathanael immer nur mit Olimpia tanzen und sprechen und lachen über ihn.
haben viel Spaß bei dem Ball, nur Nathanael stört sie. finden, dass zu viele
Studenten dort mit Olimpia tanzen und sprechen.
6 Olimpias Vater ...
Grammatik
.., heute vielleicht nur noch eine
1,,Nathanael wunderte sich sehr, weil niemand mit ihr tanzen wollte.“ Diesen langen
Satz können wir mit Hilfe der Präposition „zu" verkürzen: „Zu Nathanaels
Verwunderung wollte niemand mit ihr tanzen." Dasselbe kannst du auch mit den
folgenden Sätzen tun.
e Enttäuschung e Verzweiflung
a
findet Nahanaels Benehmen skandalös.
b
lädt Nathanael ein, seine Tochter öfter zu besuchen.
s Bedauern s Entsetzen
will erst noch mehr über den jungen Studenten aus der fremden Stadt wissen.
a
Ich bedaure sehr, aber ich kann nicht zu Ihrem Fest kommen.
b
Er war entsetzt, als Coppola hereinkam.
2 Beantworte kurz die Fragen.
a
Was antwortet Olimpia auf Nathanaels Fragen?
b Was will Nathanael am Ende des Abends erfahren?
C
Erfährt er es?
70
c Sie ist enttäuscht, weil ihr Freund sie nicht angerufen hat.
d Er hatte Unglück, denn der Zug hatte eine Stunde Verspätung.
e
Er war verzweifelt, weil sie wieder nichts lernten.
71
O
B
N
E
N
כ
AD
U
N
G
E
N
2 Wechselpräpositionen stehen mit Dativ, wenn etwas am selben Ort bleibt, mit dem
Akkusativ, wenn etwas sich fortbewegt. Die Regel ist einfach, aber ... Setze
Präpositionen, evtl. Endungen oder Artikel ein!
in auf um an
Beispiel: Wir schlafen...in der... Disko.
Sie tanzen...in der
Sprich dich aus
aber er
1 Nathanael ist dein bester Freund. Alle sind schon gegangen,
sitzt noch bei Olimpia und hält ihre Hand. Was sagst du ihm? Was sagst du ihm am
Tag nach dem Fest? (über Olimpia, die Leute ...)
2 Du bist der Vater Olimpias und siehst sie immer nur mit Nathanael
zusammen, bis zum Ende des Festes. Was sagst du?
Disko.
Er geht nie
in die.... Disko.
a Er ging langsam
Saal.
b Sie starrte ihm
.......... Augen.
C
Er küsste sie .................... Mund.
d Du kannst es ................. ihren Augen lesen.
e
Er nahm sie
f
Sie legte den Arm .........
jungen Mann.
g Ihre Hand lag......................Hand Nathanaels.
h
Sälen wurde getanzt.
3 Oft ist die Wahl der richtigen Präposition schwierig. Sie hängt zum
Beispiel vom Verb ab.
a
Er hat sich gleich am ersten Abend .....
sie verliebt.
b Er hoffte immer noch
ein klares Wort von ihr.
C
Er freute sich erst noch
d Dann, mit der Zeit, ärgerte er sich
.... jedes „Ach“, das sie sagte.
sie.
e
Er dachte immer
f
Er dachte auch
sie.
ihre Zukunft nach.
g Er wollte nicht mehr
h Er entschuldigte sich beim Lehrer
Verspätung.
72
sie warten.
seine
Schreib's auf
Professor Spalanzani hat auch dich zu seinem Ball eingeladen. Der Mann ist dir aber
suspekt und du lehnst die Einladung (mit einer guten Entschuldigung) ab –
schriftlich.
12
Hörverständnis
Ein großes Fest, eine kleine Party unter Freunden besucht, was gesehen, was gehört?
Fülle die Tabelle aus.
Kleine Party/
großes Fest?
Gäste
Kleidung
Gespräche
Essen
1
Wer hat was
2
73
Verliebt!
KAPITEL 7
Verliebt!
1
An den folgenden Tagen sprach man in der ganzen Stadt nur von Spalanzanis Fest. Er
war großzügig 1 gewesen und hatte alles getan, um ein perfektes Fest zu geben, aber
die meisten erzählten nur von sonderbaren Dingen, die sie gesehen haben wollten,
und vor allem von der steifen Olimpia, die den ganzen Abend kein Wort gesagt hatte.
So schön sie sei, so dumm sei sie auch, und Spalanzani habe sie deshalb immer im
Hause gehalten. Nathanael sagte nichts, obwohl er sich sehr ärgerte, wenn er diese
Dinge hörte. Es hatte keinen Sinn, dachte er, diesen Leuten zu erklären, dass sie
Olimpia für dumm hielten, weil sie selbst zu dumm waren, Olimpia zu verstehen.
13
,,Tu mir den Gefallen, Bruder", sagte eines Tages Siegmund zu ihm,,,tu mir den
Gefallen und sage mir, wie sich ein intelligenter Mensch wie du in diese Holzpuppe
verlieben konnte." Nathanael versuchte ruhig zu bleiben: „Sage du mir, Siegmund,
wie ein Mensch wie du, der sonst alles Schöne klar erkennt und so vieles versteht,
warum ein intelligenter Mensch wie du Olimpias
himmlische Schönheit nicht sehen will? Aber es ist vielleicht auch
gut so, denn sonst würdest du dich in sie verlieben. Du oder ich, einer von uns
beiden müsste dann im Duell sterben."
Siegmund sah ein, dass er mit Nathanael nicht über Olimpia diskutieren konnte. „Die
Liebe", sagte er, „ist blind, und über das
Warum braucht man nicht zu streiten. Aber seltsam ist es doch,
dass alle über Olimpia dasselbe denken, nur du nicht. Sie scheint uns sei nicht
böse, Bruder! - starr und seelenlos 2. Ihre Figur,
ihr Gesicht sind schön geformt, das ist wahr. Man könnte sagen, dass sie schön ist.
Aber ihre Augen sind leer, es ist, als ob sie
nichts sähe.
Ihre Bewegungen sind regelmäßig, zu regelmäßig, man möchte fast an eine Maschine
denken. Ihr Klavierspiel, ihr Singen ist korrekt, aber ohne persönlichen Ton, so
wie ihr Tanz. Sie macht uns Angst, deine Olimpia. Niemand möchte etwas mit ihr
zu tun haben."
Nathanael antwortete nicht sofort. Dann sagte er ernst: ,,Euch kalten, prosaischen
Menschen ist Olimpia unheimlich. Nur poetische Menschen können in ihre Seele
blicken. Nur mich sieht sie mit Liebesblicken an und nur in mein Herz leuchten ihre
Augen. Nur in Olimpias Liebe finde ich mich selbst wieder. Euch
74
1. großzügig: viel Geld ausgeben.
2. seelenlos: ohne Seele, ohne Geist.
75
Der Sandmann
stört es, dass sie keine oberflächliche Konversation macht, wie normale Leute. Sie
spricht wenig, das ist wahr; aber diese wenigen Worte sind für mich Hieroglyphen
einer inneren Welt voll Liebe und Verständnis. Aber all das versteht ihr natürlich
nicht und es euch erklären zu wollen ist sinnlos."
„Helfe dir Gott", sagte Siegmund sehr sanft, fast traurig, „aber ich glaube, du
bist auf bösem Wege. Du weißt, dass ich dein Freund bin, auch wenn alles ... Nein,
ich will nichts mehr sagen." Nathanael verstand, dass Siegmund ihm nur helfen
wollte und sie gaben sich herzlich die Hand.
Keine Sekunde dachte unser Nathanael mehr an Clara. Alle, die er sonst geliebt
hatte, seine Mutter, Lothar er hatte sie vergessen. Er lebte nur für Olimpia.
―
―
Stundenlang saß er täglich bei ihr und phantasierte von seiner Liebe, von Leben
gewordener Sympathie, von psychischen Affinitäten. Olimpia hörte ihm immer zu.
Nathanael brachte ihr alles, was er jemals geschrieben hatte: Gedichte, Phantasien,
Visionen, Romane und täglich schrieb er mehr, schrieb Sonette, Kanzonen, Stanzen.
Das alles las er Olimpia stundenlang vor, ohne müde zu werden. Aber sie war auch
die ideale Zuhörerin. Sie sah nicht durchs Fenster, spielte nicht mit Kätzchen oder
Hündchen, machte keine Handarbeit 3, sie gähnte 4 nicht - kurz: stundenlang sah sie
dem Geliebten in die Augen ohne sich zu bewegen, und ihr Blick wurde immer
liebevoller, immer lebendiger.
Nur wenn Nathanael aufstand um ihr die Hand oder den Mund zu küssen, sagte sie:
„Ach, ach!" — dann aber: „Gute Nacht, mein
76
3.
e Handarbeit(en): Pullover stricken etc.
4. gähnen: müde den Mund öffnen.
78
U
B
N
G
E
LLI
N
Der Sandmann
Lieber!",,O du himmlische, du tiefe Seele!" dachte Nathanael, wenn er wieder auf
seinem Zimmer war: „Nur von dir, von dir allein werde ich ganz verstanden."
―
Diese Harmonie zwischen Olimpia und ihm, zwischen ihren Seelen war das nicht
wunderbar? Wie sie über seine Dichtung sprach! Ihm schien manchmal, was Olimpia
sagte, habe er selbst gesprochen. Das musste auch wohl so sein, denn mehr als oben
gesagt sprach sie niemals.
Manchmal, in klaren Momenten, am frühen Morgen zum Beispiel, dachte auch Nathanael,
sie sei vielleicht ein wenig zu passiv, aber dann sagte er sich wieder:,,Was sind
Worte - Worte! Der Blick ihres himmlischen Auges sagt mehr als jede Sprache auf
Erden. Dem Kind des Himmels ist die Sprache der Menschen zu dumm und eng."
Professor Spalanzani schien sich über das Verhältnis seiner Tochter zu Nathanael
sehr zu freuen. Er war immer sehr freundlich und ließ die beiden meistens allein.
Als Nathanael endlich den Mut fand, mit ihm über eine spätere Hochzeit zu sprechen,
lächelte Spalanzani und antwortete, was seine Tochter wünsche, das wünsche auch er.
Textverständnis
1 Was ist richtig? Kreuze die zutreffende Lösung an.
Nach den Fest sagen die Leute, ...
1
a
b
a
Olimpia sehe gut aus, tanze aber schlecht.
Olimpia sehe gut aus, sei aber zu steif.
Olimpia sehe gut aus, sei aber zu dumm.
2 Nathanael streitet...
a
b
C
mit den Leuten, die schlecht über Olimpia sprechen.
nur mit seinem Freund Siegmund.
mit Leuten, die ihn ärgern.
3 Wenn Siegmund sich in Olimpia verliebte, ...
würde Nathanael sich mit ihm duellieren.
a
b
C
müssten sie diskutieren.
wäre er ein intelligenter Mensch.
4 Siegmund meint, Olimpia ...
a
b
C
sei wie eine Maschine, weil sie alles zu korrekt tue. habe eine schöne Figur, aber
singe nicht gut.
spiele gut Klavier, aber habe kein schönes Gesicht.
5 Nathanael sagt, Olimpia spreche wenig, ...
a
b
C
aber was sie sage, sei für ihn nicht oberflächlich. sie mache keine Konversation
und sei nicht zu verstehen. und er verstehe es auch nicht, verstehe aber ihre
Blicke.
6 Zu Olimpias guten Seiten gehört für Nathanael, dass...
a
sie wenig spricht.
b
sie zuhört ohne zu stören.
C
sie passiv ist.
7 Der Vater würde ihm Olimpia ...
a
b
C
nicht zur Frau geben.
zur Frau geben, wenn sie es auch wünscht.
sofort zur Frau geben, wenn er es wünschte.
2 Beantworte kurz die Fragen.
a Wie oft ist Nathanael bei Olimpia?
b Worüber sprechen sie?
79
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E
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Wortschatz
1 Oft ist in unserer Erzählung die Rede von Berufen. Welcher passt wo?
Apotheker Arzt Dichter Klempner
Metzger Rechtsanwalt Richter Schriftsteller
a Advokat sagt man heute eigentlich nicht mehr, sondern
b Vielleicht schreibt er Kanzonen und Sonette, ganz sicher aber
Poetisches und ist der .....
C Zu ihm geht man, wenn man krank ist:
d Bei ihm kaufen wir Medikamente:
e
Er schreibt zum Beispiel Romane:
f Er repariert Wasserrohre, Abflüsse usw.:
g Er schneidet Koteletts und Filets aus toten Tieren:.
h Sagt, ob und wie jemand bestraft werden soll:
2 Zu jedem Berufsnamen gibt es auch eine weibliche Form. Wie lautet
sie?
a Apotheker
b Arzt
C Dichter
d Klempner
e Metzger ......
f Rechtsanwalt
g Richter
h Schriftsteller
Grammatik
1 Ohne Konjunktionen geht es nicht, auch beim Erzählen. Weißt du noch: wenn
gebrauchen wir im Präsens und im Futur, aber in der Vergangenheit nur bei
wiederholten Ereignissen, sonst als.
Beispiel: Wenn ich in die Schule ging, traf ich immer meine Freunde.
(öfter als einmal)
Als ich in die Schule ging, traf ich Peter. (einmal)
Setze wenn oder als ein.
a
b
C
d
e
f
immer weg.
der Schule.
ich ihn sehe, bin ich glücklich.
du kamst, wartete ich immer auf dich.
du kamst, war sie schon in den Zug gestiegen und für
ich sieben Jahre alt war, hatte ich Schwierigkeiten in
er noch ein Kind war, besuchte er immer den Opa. er ins Büro ging, kaufte er sich
immer sein Frühstücksbrot beim Bäcker.
2 Vergessen hast du das sicher nicht, oder? Bei indirekten Fragesätzen
benutzen wir wann.
Beispiel: Wenn du kommst, gehe ich fort.
Wann du kommst, hast du mir nicht geschrieben.
Setze wann oder wenn ein.
a
b
C
סד
ich ihn sehe, wird mir komisch.
er anruft, lege ich sofort wieder auf.
er anruft, habe ich ihn gefragt.
der Zug kommt, laufen wir sofort zu unserem Waggon.
80
d
e
der Zug kommt, will der Fahrgast wissen.
f
der Zug kommt, interessiert mich nicht.
g
....... du da bist, kann mir niemand sagen.
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N
3 Dasselbe gilt für wenn und ob. Bei Ja/Nein-Fragen benutzen wir ob.
Beispiel: Wenn das Yeti existiert, will ich es sehen.
Ob das Yeti existiert, weiß niemand.
Setze ob oder wenn ein.
a
b
C
d
(D
P.
du da bist, gehen wir schwimmen.
du da bist, ist mir egal.
er kommt, kann mir keiner sagen.
du kommst, will ich alles wissen.
..... sie hier ist, frage ich sie.
e
f
.... sie hier ist, will er mir nicht sagen.
60 C
g
h
sie mich liebt, weiß ich immer noch nicht.
sie mich liebt, heiraten wir.
KAPITEL 8
Rä derwerk!
Sprich dich aus
1 Nathanael denkt, Olimpias Augen sagten mehr als alle Worte, sie spreche so wenig,
weil sie nicht oberflächlich sei. Meinst du, es gibt einen direkten Kontakt
zwischen Menschen ohne Sprache (der länger als 5 Sekunden dauert)? Könntest du dich
in eine/n Ausländer/in, mit dem/der du keine gemeinsame Sprache sprichst,
verlieben? Ist das schon mal geschehen?
Schreib's auf
1 Dein Freund Heinz-Josef mag keine „modernen Frauen“. „Eine Frau soll schön sein,
gut tanzen und sprechen nur, wenn sie gefragt wird." sagt er immer. Du hast die
Richtige für ihn gefunden. Schreib ihm von Olimpia. (Alternativ: Deine Freundin
Gerlinde sucht einen Mann, der ,,gut aussieht aber nicht stört“.)
Nathanael war glücklich. So glücklich wie noch nie in seinem 14 jungen Leben. „Sie
liebt mich“, sagte er sich immer wieder. „Jetzt ist der Moment gekommen. Sie muss
meine Frau werden!"
Schon am folgenden Tag wollte er Olimpia um ihre Hand bitten. ,,Morgen?! Nein! So
lange kann ich nicht warten! Heute schon, jetzt sofort!" Endlich sollte sie ihm
klar sagen, was er in ihren Augen schon so oft gelesen hatte: dass sie ihn auch
liebte und mit ihm ihr Leben verbringen wollte. Er suchte nach einem Ring, den ihm
seine Mutter geschenkt hatte. Olimpia sollte ihn tragen. Er fand ihn nicht sofort.
Auf dem Tisch lagen Claras, Lothars Briefe.,,Keine Zeit", dachte er,,,nicht jetzt!"
Die letzten Briefe seines besten Freundes und dessen Schwester, die er einmal
geliebt hatte, waren nicht einmal mehr geöffnet. Nathanael warf sie in die
Ecke. ,,Morgen! Morgen schreibe ich ihnen!"
82
83
Der Sandmann
Als er den Ring gefunden hatte, steckte er ihn ein und lief zu Olimpia hinüber. Die
Haustür stand offen.
,,Seltsam."
Er ging hinein. Was war hier los? Da stritt jemand, sehr laut. In Spalanzanis
Studierzimmer? Konnte das sein? Nathanael ging die Treppe hinauf. Wirklich! Das war
Spalanzani! Und der andere? Coppelius! Auch ein Schlagen, ein Hämmern war zu hören.
Dann wieder die Schreie der beiden Männer:,,Lass los! Infamer!" „Mein Leben habe
ich daran gearbeitet!",,Ha ha ha ha" -,,Ich, ich hab die Augen gemacht! Und den
Mund! Sie ist meine Kreatur!" -,,Augen und Mund! Von wem ist denn das Räderwerk 1?
Von mir!“ ,,Dummer Teufel mit deinem Räderwerk! Hund von einem Mechanikus! Fort mit
dir - Satan Bestie! halt - fort!"
―
Es waren wirklich Spalanzani und Coppelius. Warum stritten sie da? Was war los?
Voll Angst und Entsetzen lief Nathanael in Spalannzanis Studierzimmer.
Der Professor hatte eine Frau bei den Schultern gepackt, der Italiener Coppola
hielt sie bei den Füßen, sie zogen hin und her, gingen vor und zurück, stritten
sich laut weiter. Plötzlich erkannte Nathanael die Frau: Es war Olimpia!
Er sprang auf die Streitenden zu, aber da drehte Coppola die Figur dem Professor
aus den Händen, hob sie mit unglaublicher Kraft hoch und ließ sie dann auf den
Professor fallen. Der Professor fiel nach hinten auf den Tisch. Flaschen, gläserne
Zylinder - alles klirrte 2 in tausend Stücke. Nun warf Coppola sich Olimpia über
die Schulter und lief böse lachend aus dem
Zimmer.
84
1.
Räderwerk (e): Mechanismus.
2. klirren: wenn Glas kaputtgeht.
Der Sandmann
„Olimpia!" rief Nathanael noch, aber er bewegte sich nicht, lief nicht hinter
Coppola her. Was er gesehen hatte, war zu schrecklich gewesen:
Olimpia hatte keine Augen mehr gehabt! Nur zwei schwarze Löcher. Olimpia, seine
geliebte Olimpia war eine leblose Puppe.
Spalanzani lag auf dem Boden. Er blutete. „Ihm nach!" rief er, Worauf wartest du
noch! Coppelius Coppelius meinen
"}
―
Sprache
Bewegung
-
―
―
besten Automaten hat er mir genommen! Zwanzig Jahre daran gearbeitet
- die Augen ihm nach hol mir Olimpia - da hast du die Augen!" - Nun sah Nathanael
ein Paar blutiger Augen auf dem Boden liegen, die ihn anstarrten.
Spalanzani nahm die Augen und warf sie Nathanael an die Brust. Da packte Nathanael
der Wahnsinn 3 fuhr in sein Inneres. Sinn und Gedanken gingen in Stücke.
}}
,,Hui! - lustig
―
hui! hui!" rief er, ,,Holzpüppchen - dreh dich! lustig Holzpüppchen-hui-schön
Holzpüppchen-dreh dich."
Mit diesen Worten warf er sich auf den Professor um ihn
totzuschlagen.
Er hätte das auch getan, aber viele Menschen hatten den
Lärm gehört und waren ins Haus gekommen.
Siegmund war dabei. Er versuchte, Nathanael an den Armen
zu halten, aber für einen Mann allein war das nicht zu schaffen. Er brauchte die
Hilfe einer ganzen Gruppe starker Männer.
Andere brachten den Professor hinaus. Nathanael schrie nur
immer weiter: „Holzpüppchen dreh dich!" und schlug um sich.
Man brachte ihn ins Irrenhaus 4. -
Spalanzani ging es bald wieder besser, aber er durfte nicht an
Räderwerk!
der Universität bleiben. Der Skandal war zu groß gewesen. Der ganzen Stadt hatte er
einen Automaten als seine Tochter präsentiert. Sie hatte nach ihrem großen Ball die
Teezirkel der eleganten Welt besucht, und niemand hatte bemerkt, dass sie eine
Holzpuppe war.
Jetzt sagten natürlich alle, sie hätten Olimpia immer schon sehr seltsam gefunden.
Habe sie nicht oft seltsame Geräusche gemacht? Ein Professor der Poesie
kommentierte:,,Damen und
Herren! Bemerken Sie es denn nicht? Das Ganze ist eine
Allegorie! Sie verstehen mich!" Aber im städtischen Leben war
nichts mehr wie sonst.
Die jungen Männer wollten nun, dass die Geliebte beim Singen und Tanzen nicht den
Takt hielt, dass sie beim Erzählen nicht
zuhörte, sondern mit dem Hund spielte. Vor allem sollte sie kein „Ach! ach!“ sagen,
sondern wie eine denkende Person sprechen.
Manche Paare verstanden sich am Ende besser, aber manche
trennten sich auch leise voneinander. „Bei ihr kann man wirklich
nicht sicher sein“, sagten die jungen Männer dann.
Spalanzani konnte nicht in der Stadt bleiben. Coppola hat dort niemand mehr
gesehen.
86
3.
r Wahnsinn (X): psychische Krankheit.
4.
s Irrenhaus ( ̈er): (politisch unkorrekt) psychiatrische Klinik.
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Textverständnis
1 Streiche, was nicht passt.
Nathanael will endlich (um Olimpias Hand bitten/mit Olimpia sprechen).
Er sucht (eine Hand/einen Ring), (den/die) er ihr schenken will. Dabei findet er
(alte Fotos/alte Briefe) von (Lothar und Clara Clara, Olimpia und Coppola), die er
(nicht beantwortet/nie bekommen) hatte.
Er interessiert sich (sehr/nicht) dafür.
Als Nathanael mit dem (Fernglas/Ring) in der Tasche zu Olimpia geht, um sie um ihre
(Hand/Geldbörse) zu bitten, hört er, wie zwei Männer mit (Hämmern/Motorsägen)
arbeiten und sich (küssen/streiten). Sie (flüstern/schreien), und Nathanael hört
die Worte (,Ohren"/ „Augen“) und (Organe“/„Räderwerk").
Er läuft in (das Zimmer/die Kirche) und sieht, wie (zwei Priester/ Spalanzani und
Coppola) einen Körper hin und her (schieben/ziehen). Es ist der Körper (Claras/
Olimpias). Sie hat keine (Augen/Hände). Spalanzani sagt, er hat (zwanzig Jahre/
viele Tage) an Olimpia geabeitet. Der Automat ist sein Werk, meint er.
Auf (dem Boden/der Fensterbank) sieht Nathanael Olimpias (Augen/ Ohren). Das (freut
ihn/ist zu viel): er will den Professor (küssen/töten). Leute halten ihn fest und
bringen ihn (zum Richter/in die Irrenanstalt). Spalanzani muss Stadt und
Universität (um Entschuldigung bitten/ verlassen).
Coppola (bleibt bei ihm/hat niemand mehr gesehen).
Die Leute in der Stadt waren (glücklich/durcheinander).
Niemand wollte (mit einem/ohne einen) Automaten leben und die jungen Frauen mussten
bei der Konversation (etwas Intelligentes sagen/im Zimmer herumspringen).
2 Beantworte kurz die Fragen.
a Wie testen (in der Erzählung) die jungen Leute, ob ihr/e Partner/in
ein Automat ist?
b Warum also war Spalanzani zufrieden gewesen, wenn er Nathanael
mit Olimpia zusammen sah?
C Warum will Nathanael ihn töten?
Wortschatz
1 Setze die passenden Wörter (in passender Form) ein.
a
bemerken eng erwidern e Gardine(n) s Irrenhaus Klirren s Rad("-er) steif r/e
Wahnsinnige
In einer mechanischen Uhr gibt es
b Mit einem
c
Er schlug wie ein
ging das Glas in Stücke.
um sich.
d Die psychiatrische Klinik hieß einmal „,.........
e Der Professor will nicht......
........
f Nach Weihnachten war mir die Hose zu g Wenn er so
h Wir haben keine.
dunkel ist.
i
Das weiß ich auch nicht“,
"}
"6
haben, dass sie verrückt ist.
ist, sollte er mehr Stretching machen.
am Fenster, weil es immer so
er.
2 Wenn wir streiten, geht es manchmal sehr laut zu. Was ist lauter, was
am lautesten. Sortiere.
brüllen flüstern rufen schreien sprechen wispern
88
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Grammatik
1 Ein schwierigeres Kapitel der Grammatik sind die Pronominaladverbien
mit „hin“ und „her“.
Beispiel:
Statt: „Da steht ein Turm und er geht auf den Turm"
können wir sagen: „Da steht ein Turm und er geht hinauf." (weg von uns) Statt: „Wir
stehen auf dem Turm, und er kommt auf den Turm" sagen wir: „Wir stehen auf dem Turm
und er kommt herauf." (zu uns)
Setze hin oder her ein.
a Kommst du einen Moment zu uns
b Gehst du allein
C
ein?
.... unter? Ich habe Angst und bleibe hier.
Wir singen auf der Straße und jemand wirft eine Tomate
unter.
d Wir wollen heute noch
aufgehen.
e
Wir sind gestern vom Berg
.................. untergefahren und
C
Er ist nie traurig, sondern immer
d Unsere Freunde stehen hier, die .............. Gruppe dort hinten.
e
Über meine Probelem kann ich nicht mit ihm sprechen. Er ist so
f Sie ist so kalt, finde ich, also direkt
g Ich will nicht in den Keller gehen. Da ist es dunkel und
h
Er ist früh ................ Seine Eltern sind gestorben, da war er drei Jahre alt.
i
Ich will dich immer lieben, immer und
j
Das kannst du doch nicht machen! Sei doch ..............
Sprich dich aus
1 Warum hat man auch im Teezirkel nicht bemerkt, dass Olimpia eine Maschine war? In
welchen sozialen Situationen würden wir das bemerken oder nicht?
―
seitdem sind wir hier.
f Ich war im Bad, als es an der Haustür klopfte, und rief:
..........................ein!“
g,,Ich will allein sein!
h Er ist in die Pyramide
aus mit dir!" schrie sie mehrmals.
eingegangen, aber nicht wieder
........ausgekommen.
i
Er ist 1966 aus der DDR
j
übergekommen.
Wir können nicht so lange warten, er soll das einfach faxen.
2 Welches Adjektiv passt? Setze ein.
a
ewig feindlich großzügig heiter heimlich oberflächlich seelenlos unheimlich
vernünftig verwaist
Er gibt viel Geld für Geschenke aus. Er ist wirklich
b Er darf davon nichts erfahren. Wir müssen uns .......... treffen.
90
2 Gibt es Situationen, in denen du lieber mit einer Maschine zu tun hättest, statt
mit einem Menschen? Beim Arzt, beim Psychologen, in der Schule...? Welche Vorteile
hätte das?
Schreib's auf
(1) Skandal an deiner Universität! Zwei deiner Professoren sind in Wirklichkeit
Automaten. Die Regierung hat sie bauen lassen, weil sie weniger kosten als ein
richtiger Professor. Aber jetzt wissen es alle. Lehrende und Studenten streiken
streiken gegen die seelenlose Universitätspraxis". Was tust du? Wechselst du die
Universität?
91
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INTERNETPROJEKT
Öffne die Website [Link].
Gehe dann auf den Menüpunkt Students, danach auf Lesen und Üben. Suche dann den
Titel des Buches und du bekommst die genaue Link-Angaben.
So geht's. Napoleon besiegt die Preußen- und Hoffmann ist
arbeitslos. Natürlich ist er da nicht der einzige, und Napoleons Einzug in
Mitteldeutschland hatte natürlich noch eine Reihe anderer Konsequenzen. Welche das
sind, erfährst du im Internet.
1 Wann und wo wurde Preußen von Napolon besiegt?
2 Wann kapitulierte das preußische Heer?
3 Wann war der Krieg zu Ende?
4 Was geschah in Westfalen im Jahre 1807?
5 Was ist daran für Napoleon typisch?
6 Wann ist Napoleon Herrschaft in Deutschland vorbei?
Das Such-Spiel: Wo ist Napoleons Hut?
Napoleon Portal - informationen über die napoleonische Epoche
[Link]
0
KAPITEL 9
Auf dem Turm
Napoleon Portal - Informationen über die napoleonische Epoche
Willkommen auf dem Napoleon-Portal!
Hameng
mpire
"Napoleon war nicht von dem Holz, woraus man Könige macht - er war von Jenom
Marmor, woraus man Götter macht." Heinrich Heine, '1797 +1856
Napoleon Bonaparte
1700-1795
1790-1804
1605-1806
1806-1812
1613-1815
1815-18211
Geschichte
Francosche Revolution
Jahrestage
Biografien
Sporen
Orden und Medaillen
Materialien
Bnet & Berichte
Zeitungsartikel
Texte
Intemet (Links) Dokumente
Galeria
Galerie
Literaturlisten
Französische Revolution
Trafalgar (1805)
Waterloo (1815)
Seekrieg
Romane (extem) Community
Nur selten schaffen es Menschen noch zu Lebzeben eine Legende zu werden. Napoleon
Bonaparte gelang dies und er war weit über Frankreichs Grenzen bekannt gelebt
gefürchtet und gehasst. Die Entzierung der agyptschen Hieroglyphen ware ohne seine
Agypten Expedition nicht möglich gewesen, er brachte der Revolution ihr Ende und
ordnete die Verhältnisse in: Frankreich neu und unter dem Vorbild "seines Code
Neu im Portal
Napoleon Frajekt
es lles Britanniques en étal de Décret Impérial, qui déclare
Blocus (21, November 1805)
Erklarung des Kaisers Franz über die Niederlegung der deutschen Keserkrone (0
August 1806)
An meln Volk (16 März 1813)
Hannover-Waterloosaule
Civil leben heute 300 Millionen Menschen auf der ganzen Well Er Isi aber auch der
Mensch, der fast sein ganzes Leben Krieg führte und mit seiner⚫ Ponsonby, William
maẞlosen Portk Frieden in Europa unmöglich machte.
In der Geschichtsbewältigung ist das Thema Napoleon) Bonaparte zu Recht nicht
unumstritten. Von manchen wird er als revolutionärer Weltverbesserer gesehen, von
anderen as Feldherr und Kriegstreiber der Europas Erde mit Blut tranke und
Millionen Menschen) unterdrückte Wahrscheinlich stimmt von allen etwas Unzählige
Bücher wurden bereits über ihn geschrieben und die Napoleon-Forschung hat noch
lange nicht inr
Ende gefunden. Das Napoleon Portal wird viele Fragen nicht beantworten. können,
aber gemeinsam können wir das Thema diskuteren und für Interessierte zugänglich
gestalten
Das Napoleon Portal ist nicht stallsch, sondern verändert sich sländig Helft mil
und verbessert und erweitert dieses Portal gemeinsam mit uns, Nur mil Eurer Hilfe
können wir in hoffentlich naher Zukunft ein objektives Bild der napoleonischen
Epoche anbieten,
Nou In der Galerie
Spanien
Aktuell online
Neeson Ece Biographie
Johannes Willms
Nur EUR 34,00 Top-Preis EUR 29.32
Viele Tage später erwachte Nathanael wie aus schwerem, 15 fürchterlichem Traum. Er
öffnete die Augen und war glücklich. Die Sonne schien ins Zimmer. Wärme lief durch
seinen Körper. Er war in seinem Bett im Hause seines Vaters. Seine Lieben standen
um sein Bett. Clara sah ihn an. Hinter ihr standen Lothar und die Mutter.,,Endlich,
endlich, o mein herzlieber Nathanael - nun bist du wieder gesund, nach so langer
Krankheit - nun bist du wieder mein!" So sprach Clara und umarmte und küsste
Nathanael.
,,Meine meine Clara!" sagte er leise und weinte.
Auch Siegmund, sein Studienfreund, der Nathanael zu seiner Familie gebracht und
auch dann nicht allein gelassen hatte, kam ins Zimmer.
92
93
Der Sandmann
Nathanael gab ihm die Hand. „Du hast mich nicht verlassen, Danke, mein Freund." Von
Nathanaels Wahnsinn war nichts. mehr zu bemerken. Bald wurde Nathanael kräftiger.
Clara, die Mutter, seine Freunde halfen ihm dabei.
Auch der Familie ging es besser als vorher. Ein alter Onkel, an den niemand mehr
gedacht hatte, war gestorben und hatte der Mutter Geld und ein großes Stück Land
hinterlassen 1. Dort wollten sie leben, die Mutter, Nathanael mit seiner Clara, die
er nun heiraten wollte, und Lothar.
Nathanael war ruhiger, kindlicher geworden und erst jetzt verstand er Claras reine
und helle Seele ganz. Kein Wort sprach man mehr über das, was geschehen war.
Nur als Siegmund abreiste, sagte Nathanael: „Bei Gott, Bruder! Ich war auf bösem
Wege! Aber im letzten Moment führte mich ein Engel zurück auf den richtigen Weg! -
Ach es war ja Clara! Mit deiner Hilfe!" Siegmund antwortete nichts, denn Nathanael
sollte nicht mehr an die Zeit in G. denken.
Bald nach Siegmunds Abreise wollte man aufs Land ziehen. Das Haus wurde verkauft,
die Sachen waren schnell gepackt. Am letzten Tag gingen die vier glücklichen
Menschen noch einmal durch die Straßen der Stadt. Es war Mittagszeit. Sie hatten
vieles eingekauft. Der Turm des Rathauses warf einen langen Schatten über den
Markt.
„Ei!" sagte Clara: „Gehen wir doch noch einmal hinauf und sehen uns die Stadt und
die fernen Berge ein letztes Mal an!" Gesagt, getan! Beide, Nathanael und Clara,
stiegen hinauf.
Die Mutter musste noch einmal ins Haus zurück. Lothar wollte
unten warten.
Auf dem Turm
Arm in Arm standen die beiden Liebenden bald auf der höchsten Galerie des Turms und
schauten in die Ferne.
,,Sieh doch den sonderbaren grauen Busch dort unten. Bewegt er sich? Er scheint auf
uns zuzulaufen!" sagte Clara. Nathanael nahm mechanisch das Fernglas Coppolas in
die Hand, das er noch in der Manteltasche hatte. Aber wie mechanisch schaute er
nach rechts - Clara stand vor dem Glase!
-
Das Blut in seinen Adern 2 stand still bleich 3 starrte er Clara an. Seine Augen
wurden größer und ganz rot, er schrie wie ein Tier. Dann sprang er in die Höhe und
laut lachend schrie er: ,,Holzpüppchen dreh dich - Holzpüppchen dreh dich" - nahm
Clara, hob sie hoch und wollte sie vom Turm hinabwerfen. In Todesangst hielt sich
Clara am Geländer 4 fest.
Lothar hörte von unten erst Nathanael, hörte dann Clara schreien. Er rannte hinauf,
die Tür der obersten Galerie war verschlossen - er warf sich gegen die Tür, immer
wieder, bis sie endlich aufging. Claras Hilferufe wurden schon immer leiser, mit
nur einer Hand hielt sie sich am Geländer fest, Lothar glaubte schon, es sei zu
spät im letzten Moment konnte er die Hand seiner Schwester packen und zog sie auf
die Galerie, während er mit der anderen Hand Nathanael ins Gesicht schlug.
Lothar lief die Treppe hinunter, die Schwester in den Armen. Nathanael lief auf der
Galerie hin und her. Immer wieder sprang er in die Luft und schrie: „Holzpüppchen
dich!"
2.
e Ader(n): Arterie.
dreh dich
―
dreh
94
1.
etwas hinterlassen: per Testament schenken.
3. bleich: weiß im Gesicht.
4.
s Geländer(=): gibt auf Treppen und Türmen Halt.
95
Der Sandmann
Vor dem Turm war schon eine Menschenmasse zusammengekommen. Mitten unter den
Menschen dort sah man den Advokaten Coppelius. Man wollte auf den Turm um dem
Wahnsinnigen zu helfen. Da lachte Coppelius und sagte: „Ha ha
wartet nur, der kommt schon herunter von selbst."
Alle schauten hinauf. Nathanael blieb plötzlich stehen. Er hatte Coppelius gesehen.
―
Mit dem Schrei: „Ha! Sköne Ocke sköne Ocke!" sprang
Nathanael über das Geländer.
Als Nathanael tot auf der Erde lag, war Coppelius nicht mehr
zu sehen.
Mehrere Jahre später will man in einer entfernten Stadt Clara gesehen haben, wie
sie mit einem freundlichen Mann vor einem schönen Hause saß und vor ihr zwei Kinder
spielten. Wir dürfen also glauben, dass Clara das ruhige häusliche Glück noch fand,
das sie immer gewünscht hatte, und das sie mit Nathanael nie gefunden hätte.
96
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Textverständnis
1 Ordne die Satzteile zu einer Zusammenfassung!
a
Clara soll später einen anderen Mann geheiratet
b
Clara steigt mit Nathanael auf den Rathausturm,
C
Als Nathanael wieder gesund wird,
d
()
e
Nathanaels Familie hatte nun auch Geld
Nathanael dachte nicht mehr an dunkle Mächte
f
Als Siegmund abgereist war,
g
Er will Clara vom Turm werfen.
h
B
N
LU
E
N
Wortschatz
1 Frage des Materials. Was passt wo?
Fleisch und Blut Glas Holz Marmor Plastik Stahl Wolle Ziegelstein
a Olimpia, sieht Nathanael ein, ist ein Automat aus
b Menschen hingegen sind aus
C
Auf dem Friedhof stehen.....
d Das Fenster ist aus
e
Viele Leute benutzen beim Picknick
f
Ein Haus baute man früher meistens aus
skulpturen.
In letzter Minute kommt Lothar und
und verrückt wird.
und man wollte die Stadt verlassen und auf dem Lande leben.
und verstand Clara besser.
g Einen Panzer macht man aus
h Schöne warme Winterpullover stricken wir aus
j
k
1
wo Nathanael Clara durch das Fernrohr Coppolas sieht
m
verkauften sie das Haus
n
hilft ihr,
O
sind Clara und auch sein Freund Siegmund bei ihm
P
und machten einen letzten Spaziergang in der Stadt.
q
und ein ruhiges, glückliches Leben geführt haben.
r aber Nathanael springt vom Turm.
2 Beantworte kurz die Fragen.
a Warum wird Nathanael verrückt, als er Clara durch das Fernglas
sieht?
—
b Unter dem Turm steht nicht Coppola sondern der Advokat
Coppelius. Was glaubst du: Wo kommt er her?
C
In welcher Relation steht sein Ruf „Sköne Ocke" zu Coppelius und/oder Coppola?
98
Teller.
Grammatik
1 Präpositionen: unter oder zwischen, was passt?
Unter den Menschen dort stand Coppelius" - heißt: es gab viele andere Menschen.
„Zwischen den Menschen dort" hieße: es gab zwei andere (evtl. zwei getrennte
Gruppen).
а
b
C
d
(D
Die Polizei hat fünfzehn Studenten mitgenommen, denen der Mörder sein muss.
den protestierenden Gruppen war auch Amnesty. der Polizei und den Protestierenden
stand ganz
allein der Fotoreporter.
unseren Freunden gibt es ein paar Verrückte. den beiden gibt es eine Geschichte.
e
f
Dein Fotoalbum habe ich
die Bücher gesteckt.
g
diesen Büchern muss auch meins sein.
h Er hat einige Jahre
Piraten gelebt.
99
כ:
B
U
N
G
E
N
GO
B
G
E
N
2 Die Modalverben haben im Deutschen wie in vielen anderen Sprachen
mehrere Funktionen.
„Er muss zu Hause sein" zum Beispiel heißt: „Ich bin sicher, dass er zu Hause ist."
„Er will sie dort gesehen haben" heißt: „Er sagt/glaubt, dass er sie dort gesehen
hat."
„Er soll sie gesehen haben" heißt: „Man sagt, dass er sie gesehen hat."
Formuliere die folgenden Sätze in Sätze mit Modalverb um.
a Ich habe gehört, das Wetter wird besser.
b Die Schüler meinen, nie über das Problem gesprochen zu haben.
c Viele sagen, er hat sie ermordet.
d Um diese Zeit ist er garantiert im Büro.
Sprich dich aus
1
Was meint der Verfasser mit dem „,ruhigen häuslichen Glück" Claras?
2 Warum hätte sie es mit Nathanael nie gefunden?
3 Möchtest du für dich ein „ruhiges häusliches Glück“ oder lieber ein
aufregendes Leben?
Schreib's auf
1 Du bist Reporter der lokalen Tageszeitung und stehst unten am Turm, als Nathanael
Clara herunterwerfen will. Schreibe eine kurze Zeitungsnotiz.
Junger Mann will Freundin vom Turm werfen...."
e
Sie sagen, dass sie davon nichts gehört haben.
f Jemand sagt, er war von Anfang an nicht ganz normal.
g Der Bus kommt sicher sofort.
h Er glaubt wieder, dort Coppola gesehen zu haben.
Hörverständnis
161 Hier wird gestritten. Verstehst du worüber? Fülle die Tabelle aus.
Themen
Personen
100
Szene
1
2
3
Was meinst du: wo gibt es seine Ehekrise?
101
Homunculus - Cyborg - Replikant
Schon die Alchemisten haben sich gefragt, wie man einen Homunculus erschaffen
könnte, einen künstlichen Menschen. In
Goethes Faust (zweiter Teil) kommt so etwas vor... es (oder er?) will ein Mensch
werden, aber es lebt nicht lange.
Im achtzehnten Jahrhundert baute man die ersten Automaten: sie
konnten Flöte spielen oder tanzen. Einer sollte sogar Schach spielen
können, doch dann fand man heraus, dass im Innern der Maschine
ein sehr kleiner Mensch saß, der das Spiel kontrollierte.
Bis zur Konstruktion einer Maschine, die genau wie ein Mensch
aussehen und handeln sollte, war es noch weit. Ein Androide? Bis
heute kennen wir solche Figuren nur aus dem Film.
Blade Runner
Die Replikanten sind nur schwer von Menschen zu unterscheiden.
Sie sind sehr viel stärker, aber sonst sehr schwer zu erkennen. Es gibt lange Tests
mit vielen Fragen. Erst bei der hundertsten findet der
Replikantenjäger Rick Deckard heraus, dass die Frau, die er liebt,
nur eine Replikantin ist. Er sollte sie töten ... denn die Replikanten sind illegal
von dem Planeten, auf dem sie leben und für die Menschen arbeiten, auf die Erde
gekommen.
Am Ende rettet ein Replikant seinem Jäger das Leben, bevor er selbst stirbt -
Replikanten haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Sicher kennst du den berühmten
Monolog am Ende des Films:
,,Ich habe Dinge gesehen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Brennende
Raumschiffe hinter Orion. Ich sah C-Strahlen glänzen in
Der berühmteste Replikant: Rutger Hauer in einer Szene des Filmes Blade Runner
(1982).
der Dunkelheit am Tannhäuser-Tor. All diese Momente werden verloren gehen ... wie
Tränen im Regen Zeit zu sterben." Das hört sich schon sehr menschlich an, oder?
Terminator
2029: Maschinen regieren die Welt. Die Menschen sind ihre Sklaven. Doch dann stehen
sie auf und ihre Rebellion hat vielleicht Erfolg. Wie sollen die Maschinen ihre
Herrschaft sichern? Sie schicken einen Cyborg in die Vergangenheit, um die Mutter
des Anführers der Rebellen zu töten. Wenn die Mutter schon vor der Geburt des
Rebellenführers stirbt, denken die Maschinen, dann hat der Aufstand keinen Erfolg?
- Aber denken sie, die Maschinen? Sicher ist: der Cyborg, den sie in das Jahr 1984
schicken, ist nicht besonders intelligent. Er sagt im ganzen Film nicht mehr als 70
Wörter. Er ist
102
103
--
Die Maschinen gegen die Menschen im Film Terminator 3 (2003).
vor allem: skrupellos und brutal. Sein Name ist Terminator. Gespielt wird diese
Figur von Arnold Schwarzenegger.
Ein Cyborg ist allerdings nicht einfach eine Maschine: er ist aus organischen und
maschinellen Teilen zusammen gesetzt.
Weiß ich's?
Das erste Problem besteht darin, den Androiden zu bauen. Wann haben wir es mit
einer Maschine zu tun, die denken kann?
Der britische Mathematiker Alan Turing hat sich einen Test ausgedacht.
Die Kommunikation funktioniert über Computer-Terminals. Ein menschlicher Tester
führt eine Unterhaltung ohne Sicht- und Hörkontakt mit zwei Partnern. Einer der
Partner ist ein Mensch, der andere die Maschine, die getestet werden soll. Wenn der
Tester nach intensiver Konversation nicht sagen kann, wer der Mensch und wer die
Maschine ist, hat diese den Turing-Test bestanden.
Heute ist es noch recht leicht, auf diese Weise zwischen Mensch und
Maschine zu unterscheiden. Im Internet genügt noch ein recht einfacher Mechanismus,
um nur menschliche Leser zuzulassen, und nicht maschinelle – meist Spam-
Produzenten. Oft werden wir, wenn wir etwas kaufen oder mitteilen wollen, gebeten,
eine auf dem Bildschirm erscheinende, aber schwer lesbare Zahlen- und
Buchstabenkombination einzugeben. An so einem „Chaptcha" - wenn er gut gemacht ist
- bleibt eine Maschine hängen.
Leseverständnis
1 Beantworte kurz die folgenden Fragen.
a Wie kann man definieren, was ein Android ist?
b Was ist ein Cyborg?
C Welche Frage würdest du einem Partner stellen, um
herauszufinden, ob er ein Mensch ist?
Sprich dich aus
1 Könntest du dich in einen Replikanten verlieben? Was würde dich
stören?
Schreib's auf
1 Situation: Du hast über ein Computerterminal Kontakt mit jemandem, von dem du
wissen möchtest, ob er ein Mensch oder eine Maschine ist. Schreibe einen Dialog,
einen typisch menschlichen oder einen „,maschinellen".
104
105
ABSCHLUSS TEST
INTERNETPROJEKT
Öffne die Website [Link].
Gehe dann auf den Menüpunkt Students, danach auf Lesen und Üben. Suche dann den
Titel des Buches und du bekommst die genaue Link-Angaben.
Die schwarze Romane - Die,,Gothic Novel"
Hoffmann ist ein Schriftsteller der deutschen Romantik, aber ... er hat von der
„,Gothic Novel" gelernt, und Edgar Allan Poe hat von ihm gelernt, denn Hoffmanns
Werke waren schon früh in andere Sprachen übersetzt worden kurz: E.T.A. Hoffmann
ist ein internationales Phänomen.
Besonders wichtig ist hier ohne Rage die britische Tradition der
Gothic Novel" vertreten durch Autoren wie Ann Radcliffe,
""
Matthew Lewis und Mary Shelley.
Wie heißen die Titel ihrer bekanntesten Bücher?
Was ist typisch für die einzelnen Autoren?
Ann Radcliffe
Matthew Lewis
Mary Shelley
Welche Elemente finden wir im Sandmann wieder?
Textverständnis
1 Who is who? Verbinde.
1
Nathanael
5
Spalanzani
2
Nathanaels Vater
6
Clara
3
Coppelius
7
Lothar
4
Coppola
8
Olimpia
a ein Familienvater, der abends mit Coppelius alchmistische
Experimente macht und dabei stirbt
b ein Student
c ein piemontesischer Mechnikus
d Advokat und Alchimist
e
der Bruder von Clara und Nathanaels Freund
Auto //kirjasto sci nimsher ey nim
Mary Shelley
Mary Wollstonecraft Shalley (1797-1551)-original surname Godwin
GH
English Romando novelist, blographer and editor, best known as the seer
effRANKENSTEIN, OR, THE MODERN PROMETHEUS (1818) Mary Shelley was 21 when the book
was published, she started to wete it when she was 18
The story deals with an ambus young sciendut. He creates a but then rejects his
reation, a monster.
"Bawsey endeavours Where lore? Thus far have Seas 4 yrselves being witnesses and
sis of my yal at what can stop the determined heat an
wacking at the pathless
Why proceed the untamed
Mary Wottonedrah Shaley was bom in London. Her mother, Mary Wollstonecraft, died of
puerperal fever 10 y after giving birth to her daughter. Mary's labor lasted 18
hours and then it took four hours to remove the rest of the placenta. She was one
of the first feminists, the author of A Vindication of the Rights of Woman (1792),
and the novel The Wrongs of Woman, in which she wrote: "We cannot, without
depraving our minds, endeavour to please a lover or hushand, but in proportion as
he pleases us."Is the intellectual scles of London, her acquaintances included the
painter thenry Fuses Erasmus Darwin, Chane's grandfather, and Walam Bake, who
usated an edition of her book Original Stories from Real Life
Mary Shelley's father was the writer and political journal Wiam Godwin, who became
famous with his works Enquiry Concening Ptical Justice (1703) Godwin had
revolutionary tudes to most social institutions, including mariage Serving he found
an amazoniant element. Among his her books is Things as They Are, or The Adventures
of Caleb Williams (1794)
her childhood Mary Shelley was to educate herself amongst her father's intellectual
circle, tactic Hasit, the essayist Lamb, he poet Coleridge and Psy flashy who came
into Coder's dice in 1812. Ootain took a second in 1801, but Mary never leamed to
to be. In 1812 Godwin pent her to Vive in Dundee Mary published her firel poom at
the age of ten At the age of 16 she ran way to France and Dwitzerland with theley,
they had met at the end of 1812. Percy and Mary married in 1516-Shoey's wife Hanist
had committed suicide by drowning Their Inst child, a daughter, ded in Venice,
Italy, a few years later in HISTORY OF SIX WEEKS TOUR (1817) the Shelleys jointy
recorded their ife Thereafter they returned to England and Mary gave birth to a
son, Willam
The story of Frankenstein started on summer in 1818, when Mary joined with Percy
Shelley and Cure Claiment near Geneva Lond B the took a chalenge, set by Lord
Byron, to woe a ghost story With her husband's encouragement, she completed the
novel within a year. Al the Wa Dodal she had been a "sent fisterer of her husband
and Byron, who decussed about galvaniam. At En Culege Sheley had become interested
in tugl Calvan's experiments with electric shocks to make dead frogs muscles tech
is possible that trs teacher, James Lind, had demonstrated the technique to
Shelley. Dyron and heller kell Dr Darwin's experiments with a piece of
f Tochter Spalanzanis, große Liebe Nathanaels, Räderwerk
g Physikprofessor und Vater von Olimpia
h Schwester von Lothar, Nathanaels Freundin
2 Was ist richtig, was nicht?
a
Nathanael studiert in der Heimatstadt seiner Eltern.
b Nathanael studiert bei Professor Spalanzani in G.
с
c Nathanael kauft sich eine Brille bei Coppola, dem
Wetterglashändler.
d
e
Nathanael wohnt in G immer in demselben Zimmer.
Nathanael hat ein seltsames Gefühl, als er Coppola zum ersten Mal trifft.
f Nathanael meint zuerst, Coppola ist derselbe Mann, der mit seinem
Vater Experimente gemacht hatte.
g
Als Nathanael zu Hause Ferien macht, ist er wieder ganz der alte.
h
Nathanael streitet mit Lothar und will sich mit ihm duellieren.
i
Clara streitet mit beiden und es kommt zum Duell.
106
107
ABSCHLUSSTEST
ABSCHLUSSTE ST
j Wieder in G, bekommt Nathanael ein neues Zimmer.
k Durchs Fenster dieses Zimmers sieht Nathanael Olimpia in ihrem
Zimmer sitzen.
Ι
Er findet sie sofort unglaublich schön und kann nur noch an sie denken.
m Als er sie durch Coppolas Fernglas ansieht, findet er Olimpia sehr
attraktiv.
n Er lernt Olimpia bei einem Fest Professor Spalanzanis näher
kennen.
O Nathanael verliebt sich in Olimpia, weil er mit ihr immer so
interessante Gespräche führen kann.
p Nathanael streitet mit seinem Freund Siegmund über Olimpia. q Die Bewohner der
Stadt G finden Olimpia auch sehr attraktiv.
Nathanael denkt nicht mehr an seine Muter, Lothar und Clara.
r
S
t
Nathanael will Olimpia nicht heiraten, weil er noch Student ist.
Er kommt ins Haus des Professors und sieht, wie dieser mit Coppola streitet.
u Coppola lässt die leblose Olimpia auf dem Boden liegen.
V
Nathanael wird verrückt, aber nach einiger Zeit zu Hause scheint er wieder normal.
w Als er Clara durch Coppolas Fernglas ansieht, will er Selbstmord
begehen.
y Spalanzani sieht, wie Nathanael stirbt.
3 Was ist natürlich, was nicht? Was meinst du?
Wortschatz
1 Alle Sinne ... Welches Verb passt?
a
,,Ich
dir in die Augen, Kleines."
b Diese Schokolade
Zunge.
sehr gut. Sie zergeht auf der
C ,,Nimm doch deine Nase hier weg!“ -
―
,,Du
so gut!"
d,,Es ist ja dunkel hier!" — „Wir müssen uns auf dem Boden entlang
e
ད་
,,Warum hast du so große Ohren?" .kann!"
2 Alles bewegt sich! Welches Verb passt?
a Ich
Dass ich dich besser
drehen fangen heben laufen legen schieben springen tragen werfen ziehen
die Schuhe unters Sofa.
b Wir können den Schrank nicht tragen, wir müssen ihn
..........
C
Du musst dich um 180 Grad
Dann siehst du sie.
d Helft ihr mir die Fahrräder aufs Autodach
e
Kannst du das Elektrokabel nach oben
f
Er will das Paket vom Turm hinunter g Dann lässt er es liegen und ........
.?
!
.... selbst nach unten.
h Der Bus kommt nicht und der junge Mann ....
Bahnhof.
zum
a
Nathanaels Gefühle verändern sich, wenn er durch Coppolas Glas sieht. Wie kommt
das?
i
b Olimpia besteht aus mechanischen und organischen Elementen.
Die Augen ... sind menschlich, oder?
C Am Ende (gut fünfzehn Jahre nach dem Tod des Vaters) taucht
Coppelius wieder auf. Wo kommt er her?
Da kommt der Ball geflogen und er muss ihn
!
j
Der Senator lässt sich von vier Sklaven durch die Stadt
108
109
ABSCHLUSS TEST
3 Laut oder leise? Welches Verb passt?
flüstern rufen schreien sprechen stottern
a
"W-w-w-enn ich Angst b-b-bekomme,
ich."
ABSCHLUSSTEST
2 Setze die passenden Präpositionen (evtl. mit Artikel/endungen) ein.
a Wir treffen uns
b Er kennt sie
Domplatz.
Deutschkurs.
C
Er macht die Hausaufgaben
Bus.
b
........ doch nicht so, du weckst die Kinder!
d Er sitzt immer
Fenster und sieht hinaus.
C
"Wenn du so
versteht dich keiner!"
}
e
d "Hallo!"
er über die Straße.,,Wie geht's?"
Sie wartet lange
ihn.
f Dann geht sie wieder
Hause.
e
Wir können hier in Ruhe über alles
g Er entschuldigt sich nicht
seine Verspätung.
h Sie trennt sich
.... ihm.
4 Welches Substantiv passt?
i
Er verliebt sich
Clara.
e Ader(n) e Distanz
r Schrei
s Gerede e Halbwaise s Schicksal
e Seele e Verlobung
j
Er denkt immer nur
sie.
k Besonders gern sieht er ihr
die Augen.
I
Er küsst aber auch Olimpia
den Mund.
b Dieses dumme .....
a HeißesBlut fließt in seinen
..... geht mir auf die Nerven.
m Er freut sich sehr
das Treffen mit Olimpia.
n
Ich habe lange .....
c Ein „Hilfe"-
d Wie's kommt, kommt's. Das ist das .......
e
Nach dem Tode kommt meine ....
in den Himmel.
drang durch die Nacht.
uns nachgedacht.
O
Er hat ein Geschenk
.... dich.
3 Setze eine passende Konjunktion ein.
f Ich lade Sie zur Feier der
Ing. Hans Hurtig ein.
meiner Tochter Ilsebill mit
g Der Weg ist zu weit. Das sind doch mindestens 5 Km
h Er hat keine Mutter mehr. Er ist ....
Grammatik
1 Setze die folgenden Präteritumssätze ins Perfekt.
a
Er will mir nicht sagen, gekommen ist.
er so spät nach Hause
b Ich komme gern mit,
C
Weißt du,
d Ich frage mich oft,
du nach Holland fährst.
der Zug aus Rotterdam kommt?
es einen Gott gibt.
e
Er will mich nicht heiraten,
ich kein Geld habe.
.... du ihn kennst.
f Du hast mir nie erzählt,
g Ich bin immer um sieben ins Bett gegangen,
ich klein
war.
a Wohin gingst du mit dem Geld?
e
Sie legte das Buch auf den Tisch.
h
b Die beiden stritten oft.
f Wir aẞen oft im Restaurant.
Wir wollen sehen,
er heute kommt.
i
C
Er schrie sie immer an.
g
Er setzte sich ans Fenster.
Wir fahren natürlich alle zusammen,
............... das geht.
j
d Er lag in der Sonne.
h Sie saßen auf dem Balkon.
er kommt, hat er uns nicht gesagt.
110
111
ABSCHLUSS TEST
4 Was passt? Hin oder her?
a
Es gibt eine wichtige Konferenz in München. Fliegst du
..........?
b Kommst du zu Weihnachten
C
kommen?
...... oder sollen wir zu dir
Ich kann nicht zu dir ins Zimmer kommen. Kommst du bitte zu mir
aus?
d Jeden Abend kam der Sandann die Treppe
auf.
e
Es klopfte, und Vater ging zur Tür
unter.
f Es klopfte, und er rief:
ein!"
g
"Soll ich wirklich .......
der Tür.
einkommen?" fragte der Mann an
h "Darf ich vielleicht einen Moment
fragte der Verkäufer.
einkommen?"
Schreib's auf
1 Etwas Unheimliches in deinem Leben hast du vielleicht nur geträumt, oder du hast
phantasiert oder ... oder wirklich? Hast du etwas unheimliches erlebt?
Hörverständnis
1 Angst! Was ist hier geschehen?
Nr. Was hört die Person? Wer kommt? Was passiert dann?
1
2
3
Was würdest du in Situation 1 tun?
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Der Sandmann
Die anderen meinen, er habe zu viel Phantasie, als Nathanael schreibt:,,Etwas
Entsetzliches ist in mein Leben getreten.“
Wer hat Recht? Und wer ist Coppola, der Nathanael solche Angst macht? Eine Angst,
die Nathanael vergisst, als er sich in die schöne Olimpia verliebt. Liebe; Wahnsinn
und Tod. Alchimisten und Italiener. Die berühmte Erzählung von E. T. A. Hoffmann
als Symbol deutscher Schauerromantik vereinfacht nacherzählt mit
Übungen zu Text- und Hörverständnis, Wortschatz
und Grammatik
dem dramatisierten Text auf Audio-CD
―
Themendossiers zur Landeskunde: E. T. A. Hoffmann und seine Zeit; Wissenschaft -
hell und dunkel; Homunculus – Cyborg – Replikant
Internetprojekten zum selbständigen Recherchieren Abschlusstest
E. T. A. Hoffmann
ISBN 978-88-530-0930-2 DER SANDMANN
CIDEB
Niveau Eins
GER A1
Niveau Zwei
GER A2
Niveau Drei
Niveau Vier
GER B1 GER B2
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(Verkauf oder andere Akten von Handelvertrieb sind verboten: art. 17, c. 2, L.
633/1941). Ausschließlich Mehrwertsteuer (D.P.R. 26/10/72, n. 633, art. 2, 3° c.,
lett. d.)
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