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Deutsch SChulreferat Tomas Bernard, teil 3

Ab 1960 – Vierkanthof und Kaffeehaus

Vierkanthof in Obernathal, Innenhof

Das Preisgeld des Bremer Literaturpreises, den er 1965 für seinen Roman Frost erhalten ha e,
ermöglichte ihm im selben Jahr über den Realitätenhändler (= Immobilienmakler) Ignatz
Hennetmair die Anzahlung zum Kauf des 700 Jahre alten Vierkanthofes in Obernathal. Bernhard
beschrieb diesen Vorgang eingehend in seinem postum erschienenen Band Meine Preise sowie
in Andeutungen im Roman Ja. Von 1965 an lebte Bernhard dort, wenn er nicht in Wien oder auf
Reisen war. Auf dem Altenteil mit Wohnrecht lebte dort auch die Altbäuerin Anna Reisenberger,
die „schicksalha für sein weiteres Leben und Schreiben“ wurde.[15]

Weitere erworbene Liegenscha en waren die „Krucka“, „ein kleines Almhaus am Grasberg bei
Altmünster“[16] sowie ein Wohnhaus in O nang, „fern vom nächsten Ort am Waldrand
gelegen“[17]

Von 1974 bis 1987 war Bernhard Mitglied des Österreichischen Bauernbundes, einer
Teilorganisa on der konserva ven ÖVP. Dies wurde erst nach seinem Tod öffentlich bekannt.[18]
Bernhard liebte es, neben der Schreibarbeit ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen.
Bernhards Leidenscha für Kaffeehäuser führte ihn in Wien in das Café Bräunerhof, das sein
Stammcafé wurde. Auch in Gmunden und Salzburg suchte er häufig Cafés auf, die ihm zur
„zweiten Wohnstube“ wurden.

Tod

Ende November 1988 erli Bernhard eine Lungeninfek on. Sein Halbbruder Peter Fabjan, in
Gmunden niedergelassener Facharzt für Innere Medizin, betreute ihn auf seinen ausdrücklichen
Wunsch zu diesem Zeitpunkt bereits rund zehn Jahre. Am 12. Februar 1989 starb Thomas
Bernhard in seiner Gmundner Wohnung an Herzversagen.
Grabstelle, Namenstafel geöffnet

Am 16. Februar wurde er im Grab seines „Lebensmenschen“ Hedwig Stavianicek auf dem
Grinzinger Friedhof[19] in Wien beerdigt, wunschgemäß nur in Anwesenheit seines Halbbruders
Peter Fabjan, der Halbschwester Susanna Kuhn, geb. Fabjan, und des S efvaters Emil
Fabjan.[20] Die Nachricht von seinem Tod sollte der Öffentlichkeit erst nach der Beerdigung
bekanntgegeben werden, was nicht ganz gelang. Sein Grabstein ist mehrfach beschädigt und die
Grabtafel gestohlen worden.[21]

Literarischer S l

Viele Romane und Erzählungen Bernhards bestehen zum Großteil oder zur Gänze aus
Monologen des Ich-Erzählers und einem fik ven stummen oder beinahe stummen Zuhörer oder
Schüler, wie zum Beispiel dem Erzähler Franz-Josef Murau und seiner Schülerfigur Gambe im
späten Hauptwerk Auslöschung. Anlässlich einer häufig überspitzt und grotesk dargestellten
Alltagssitua on oder einer von ihm selbst konstruierten philosophischen Frage referiert der Ich-
Erzähler seine Sicht der Dinge. Auch in Bernhards Dramen findet sich häufig eine ähnliche
Konstella on.

Bernhard spielt bevorzugt mit den S lmi eln der Suada, der monologisierenden Rede, der
Polemik und des Kontraintui ven. In den Prosawerken erzielt Bernhard eine Distanzierung von
den o he igen Tiraden des Monologisierenden, die durch das S lmi el der Wortwiederholung
auf die Spitze getrieben werden, indem er sie den s llen Zuhörer sozusagen aus zweiter Hand
wiedergeben lässt. Einschaltungen wie „sagte er“, „so Reger“ etc. sind kennzeichnend für den
S l Bernhards.

Die Monologisierenden sind nicht selten Wissenscha ler, durchweg – um Bernhards eigene
Terminologie zu verwenden – „Geistesmenschen“, die in langen Schimp iraden gegen die
„stumpfsinnige Masse“ Stellung beziehen und mit ihrem scharfen Verstand alles angreifen, was
dem Österreicher tradi onell „heilig“ ist: den Staat selbst, den Bernhard gerne als „katholisch-
na onalsozialis sch“ bezeichnet; anerkannte österreichische Ins tu onen wie das Wiener
Burgtheater, allseits verehrte Künstler etc.

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