Digitale Ökonomie 4
Wie können digitale Güter betrieben, erhalten und innoviert werden?
Befasst sich mit der letzten Phase ACT
Einführung in die Datenbanken
Datenbank
Unter einer Datenbank versteht man einen zentral verwalteten Datenbestand, der über anwendungsunabhängige
Zugriffsverfahren nutzbar gemacht wird.
Datenbankmanagementsystem
Das Datenbankmanagementsystem verwaltet diesen Datenbestand und ermöglicht gleichzeitige Zugriffe von mehreren
Anwendungsprogrammen und mehreren Benutzern auf diesen.
Anforderungen an DBMS
3 Hauptanforderungen
1. Der Datenbestand muss festgelegten Benutzergruppen ganz oder teilweise zugänglich sein und sich für
bestimmte andere Benutzergruppen sperren lassen.
2. Der Datenbestand muss nach beliebigen Merkmalen auswertbar und verknüpfbar sein.
3. Abfragen des Datenbestands müssen in kurzer Zeit zu Antworten führen.
9 spezielle Anforderungen
Datenunabhängigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Mehrfachzugriff, Flexibilität, Effizienz, Datenschutz, Datensicherheit,
Datenintegrität, Redundanzfreiheit
Transaktionen und ACID Prinzip
Transaktionen
Transaktionen beschreiben eine Abfolge von Operationen beziehungsweise Instruktionen, die an einem Datenbestand
eines Datenbanksystems durchgeführt werden.
Eine gültige Transaktion ist beispielsweise ein vollständiger und fehlerfreier Befehl, der Daten hinzufügt, verändert oder
löscht.
Um dies zu gewährleisten, unterliegen Datenbanken dem ACID-Prinzip. Dieses beschreibt vier grundsätzliche
Eigenschaften, die eine Transaktion erfüllen muss, damit sie durchgeführt werden kann.
Die 4 Eigenschaften des ACID Prinzips
A tomicity Transaktionen werden nur vollständig oder gar nicht durchgeführt
C onsistency Transaktionen müssen Integrätsbedingungen erfüllen. Datenbanken müssen vor und nach
Transaktionen in einem konsistenten Zustand sein.
I solation Transaktionen müssen isoliert voneinander bearbeitet werden und dürfen sich nicht gegenseitig
beeinflussen. Datenbanken werden oft im Mehrbenutzerbetrieb genutzt, deshalb dürfen mehrere
gleichzeitig anfallende Transaktionen miteinander nicht in Konflikt treten.
D auerhaftigkeitTranskationen dürfen nicht verloren gehen oder durch zeitliche Faktoren verändert werden.
Data Science
Data Science bezeichnet die Lehre von der Extraktion von Sachverhalten durch die Aufbereitung und Analyse von sehr
großen, heterogenen Datenbeständen, um daraus Handlungsempfehlungen für das Management abzuleiten.
Das Ziel der betrieblichen Anwendung von Data Science sind die Beschreibung, Diagnose und Vorhersage bisher
unbekannter Zusammenhänge, Muster und Trends.
Data Science bietet einen integrativen Ansatz, um folgende Leitfragen beantworten zu können.
Data Mining
Als Data Mining bezeichnet man die softwaregestützte Ermittlung bisher ungekannter Zusammenhänge, Muster und
Trends aus umfangreichen Datenbeständen.
Digitale Ökonomie 4
Data Mining wird als integrierter Prozess verstanden, um systematisch Abweichungen, Abhängigkeiten und Gruppen in
Datenbeständen zu finden.
Künstliche Intelligenz (KI)
Das Bestreben, computerbasierte Systeme zu entwickeln, die sich wie Menschen verhalten. Diese Systeme sind in der
Lage, Aufgaben auszuführen und menschliche Erfahrung und Entscheidungsfindung zu emulieren.
Obwohl KI-Anwendungen nicht den Umfang, die Komplexität, die Originalität und Allgemeinheit menschlicher Intellegenz
erreichen, spielen sie im heutigen Alltag eine wichtige Rolle.
Exkurs KI: Chat GPT
▪ Chat GPT ist ein KI-basiertes System, das natürliche Sprache versteht und generiert, um menschenähnliche Unterhaltungen zu führen, indem es
maschinelles Lernen und Sprachverarbeitungstechniken verwendet.
▪ Die Grenzen von Chat GPT liegen darin, dass es auf den verfügbaren Daten und Trainingsbeispielen basiert und daher keine echte menschliche
Intuition oder Erfahrung besitzt, was zu Fehlinterpretationen, mangelndem Kontextverständnis oder möglichen Verzerrungen führen kann.
Einführung in Data Science
Maschinelles Lernen
Maschinelles Lernen beschäftigt sich damit, wie Computerprogramme ihre Performance verbessern können, ohne dass
ein Programmierer explizit eingreifen muss.
Es wird als Lernen bezeichnet, weil:
Ein Computer, der lernt, kann wie ein Mensch in den Daten Muster erkennen und auf der Basis der erkannten
Muster, der Erfahrungen oder das zuvor Gelernte (Datenbank) sein Verhalten anpassen.
Maschinelles Lernen begegnet uns täglich, ohne dass wir es merken. Bei jeder Google Suche werden
Algorithmen ausgeführt, die Milliarden von Webseiten in Abhängigkeit der Abfrage sortieren und anzeigen- und
das alles in wenigen Millisekunden.
Betriebliche Informationssysteme
Enterprise Ressource Planning (ERP)
Management Information System (MIS)
Decision Support System (DSS)
Business Intelligence (BI)
Business Analytics (BA)
Enterprise-Ressource-Planning System (ERP=
Unter ERP versteht man eine aus mehreren Komponenten bestehende integrierte betriebliche Anwendungssoftware, die
die operationalen Prozesse in allen wesentlichen betrieblichen Funktionsbereichen unterstützt. Die Integration wird dabei
von einer zentralen Datenbank getragen, wodurch Datenredundanzen vermieden und integrierte Geschäftsprozesse
ermöglicht werden.
ERP-Systeme sind Informationssysteme, die im Schwerpunkt den
innerbetrieblichen Geschäftsprozesse und deren Geschäftstransaktionen
unterstützten.
ERP-Systeme spielen eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von
Geschäftsprozessen in Betrieben. Verschiedene Hersteller bieten für gängige
Prozesse standardisierten und konfigurierbaren Softwarepaketen an, die über
Betriebsgrenzen und Branchengrenzen hinweg eingesetzt werden.
Betriebswirtschaftliche Lösungen werden heute überwiegend mit
Standardsoftware realisiert. Wir befassen uns hier vorrangig mit
branchenneutralen ERP-Komplettpaketen für Großbetriebe.
Softwareangebote für Klein und Mittelbetriebe zielen weniger auf eine
vollständige Abdeckung aller betrieblichen Funktionen mit vielfältigen
Verrichtungsmöglichkeiten als vielmehr auf eine übersichtliche Gestaltung und
die kostengünstige Unterstützung der wesentlichen Teilbereiche ab.
Dementsprechend sind die Pakete weniger umfangreicher und preisgünstiger.
Beispielsweise beschränken sich viele Unternehmen beim Einsatz von integrierten betrieblicher Standardsoftware auf
die Finanzbuchhaltung, die Materialwirtschaft und die Personalwirtschaft.
Digitale Ökonomie 4
In marktnahen Bereichen beziehungsweise überall dort, wo sich Unternehmen strategische Wettbewerbsvorteile
gegenüber der Konkurrenz versprechen, verwenden sie besser individuell entwickelte Systeme.
Vorteile
Mit einem leistungsfähigen Komplettpaket kauft die Anwender moderne, in Programme umgesetzte
betriebswirtschaftliche und softwaretechnischen Methoden, zu deren Umsetzung das eigene Personal in vielen Fällen
nicht imstande wäre.
Schwachstellen in Geschäftsprozessen können im Verlauf der Einführung aufgedeckt und verbessert werden. – Dabei
wird stets der Ist-Zustand mit dem gewünschten Soll-Zustand und den im Pakt vorgesehene Möglichkeiten verglichen.
Die Verwendung einer einheitlichen Datenbasis ermöglicht die Vermeidung von Redundanz und die zentrale Auswertung
betriebsweiter Daten. Die zentralisierte Datenverwaltung kann durchaus zu Änderungen in den Geschäftsporzessen
eines Unternehmens führen.
Management Information System (MIS)
Unter einem Managementinformationssystem versteht man ein rechnergestütztes Informationssystem, das für
Führungskräfte eine adäquate Informationsversorgung und Entscheidungsunterstützung bietet.
Mit adäquat sind einerseits die aufgabengerechten Informationsinhalte und andererseits die benutzergerechten, dem Stil
des Managements entsprechende Präsentation und Bedienungsfreundlichkeit gemeint.
MIS spielen eine wesentliche Rolle bei der Vorbereitung von betrieblichen Entscheidungen seitens des Managements.
Um die Möglichkeiten von MIS zu verstehen, werden drei Bereiche betrachtet.
Decision Support Systeme
Stellen Methoden und Modelle bereit, die es
ermöglichen, Prognosen, Optimierungen und
Simulationen zu erstellen.
Business-Intelligence-Systeme
Helfen bei der Integration von verschiedenen
Datenquellen, der Auswertung und der Bereitstellung
von Berichten.
Business Analytics
Sind auf spezielle Managementaufgaben zugeschnitten.
Decision Support System (DSS)
Ein Decicison Support System hilft bei der Entscheidungsvorbereitung für eng abgegrenztes Aufgabenstellungen.
Schwerpunkt ist die Untersuchung möglicher Handlungsalternativen. Die deutsche Bezeichnung
Entscheidungsunterstützungssytem (EUS) ist auch gebräuchlich.
Von einem DSS spricht man, wenn in einem Informationssystem Funktionen zur Überprüfung von Hypothesen in
einer Entscheidungssituation zur Verfügung stehen. Der Benutzer gibt seine Annahme über Zusammenhänge
zwischen Entscheidungsvariablen ein und überprüft diese anhand der vorliegenden Daten.
Ein DSS hilft dem Management, Entscheidungen zu treffen, indem Daten, komplexe analytische Modelle und
Werkzeuge sowie benutzerfreundliche Software zu einem einzigen, leistungsfähigen System kombiniert werden, das
eine Entscheidungsfindung unterstützen kann.
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Business Analytics (BA)
Business Analytics sind integrierte Lösungen zur Unterstützung bei spezifischen betrieblichen Entscheidungsprozessen
auf operativer und taktischer Ebene. Die für das jeweilige Entscheidungsfeld relevanter Methoden beziehungsweise
Modelle, Daten und Datenquellen sind zu Modulen gekapselt.
Die Bezeichnung Business Analytics ist auch im deutschen Sprachraum gebräuchlich.
Die Analyse, ist die systematische Untersuchung eines Sachverhalts hinsichtlich aller Komponenten oder Faktoren, die
ihn bestimmen.
Ein typisches Anwendungsgebiet ist die Messung der Effektivität und Effizienz von Geschäftsprozessen.