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Als „Erfinder“ der Holografie gilt der Ingenieur Dennis Gábor.

Seine Entdeckung im Jahre


1947 sollte allerdings ursprünglich nicht dazu dienen, Objekte dreidimensional abzubilden,
sondern das Auflösungsvermögen von Mikroskopen zu verbessern.

Schon 1920 wollte der polnische Physiker Mieczysław Wolfke die mikroskopische Abbildung
in zwei Stufen unterteilen, indem man zuerst ein Zwischenbild mit Strahlen kurzer
Wellenlänge (z. B. Röntgenstrahlen) erzeugt. In der zweiten Stufe sollte man das
Zwischenbild mit normalem Licht betrachten können. Doch scheiterte die Realisierung
damals an experimentellen Schwierigkeiten. Erst Dennis Gábor konnte 28 Jahre später mit
einem Modellversuch zur Realisierung des zweistufigen Abbildungsverfahrens den
Grundstein zur Holografie legen. Sein besonderes Verdienst bestand darin, gezeigt zu
haben, wie die Information über die Phasen des Zwischenbilds durch Überlagerung der vom
Objekt ausgehenden Welle und einer Referenzwelle auf direktem Weg gewonnen und
fotografisch festgehalten werden kann.

Gábor zeichnete das Hologramm eines kleinen 2 mm² großen Dias auf. Darauf standen die
Namen dreier Physiker: Christiaan Huygens, Thomas Young und Augustin Jean Fresnel.
Jedoch waren seine damaligen Möglichkeiten beschränkt, denn er musste beispielsweise
eine Quecksilberdampflampe als Lichtquelle verwenden. Er arbeitete mit Hilfe eines
Farbfilters und einer Lochblende, um die Kohärenz zu steigern, was wiederum einen
enormen Intensitätsverlust zur Folge hatte. Seinen Aufnahmeaufbau bezeichnet man als
„In-line-Methode“, da sämtliche Elemente in einer Reihe aufgebaut werden. Dabei
verwendete er nur einen einzigen Lichtstrahl, d. h. er arbeitete noch ohne räumlich getrennte
Referenz- und Objektwellen. Das von ihm verwendete Dia war mit Ausnahme der schwarzen
Buchstaben transparent. Das Licht wird an den Buchstabenrändern gebeugt, der kohärente
Hintergrund, der Interferenzen erst ermöglicht, stammt von den transparenten Bereichen.

Das Ergebnis war weniger befriedigend, da die drei Namen des Originals relativ schlecht zu
erkennen waren und das Hologramm durch viele dunkle Flecken gestört wurde. Was ihn
überraschte, war das Zustandekommen eines zweiten Bildes, das sich störend auf die
Betrachtung auswirkte, da es sich mit dem eigentlichen Bild überlagerte. Dieses zweite Bild
wird auch pseudoskopisches oder reelles Bild genannt, da es alle konkaven Wölbungen des
Objekts konvex wiedergibt und umgekehrt alle konvexen Wölbungen konkav.

Nach dem Erscheinen seiner Forschungsarbeiten 1949 und 1951 kehrte er diesem Gebiet
enttäuscht den Rücken, weil er selbst mit seinen Ergebnissen unzufrieden war.

Im Jahre 1959 erfuhr Gábor überraschend, dass es den beiden amerikanischen


Wissenschaftlern Emmett Leith und Juris Upatnieks gelungen war, gute dreidimensionale
Abbildungen von Objekten zu erzeugen, deren Herstellung zum größten Teil auf Gábors
theoretischen Grundlagen beruhte. Sie führten das Zwei-Strahl-Verfahren ein, um das
Problem des doppelten Bildes zu vermeiden. Nun konnte man das virtuelle Bild hinter dem
Film getrennt vom reellen Bild vor dem Film begutachten. Als dann ein Jahr später der erste
Laser von Theodore Maiman erfunden wurde (ein Rubinlaser) und 1963 der
Helium-Neon-Laser, begann die Blütezeit der Holografie. 1963 wurden von E. Leith und J.
Upatnjeks erfolgreich holografische Versuche mit Lasern durchgeführt. Schlagartig kam die
Erfindung Gábors, für die zuvor keine Zukunft gesehen wurde, zu neuem Ansehen und zog
die Interessen vor allem in den sechziger und siebziger Jahren auf sich.
1971 wurde Gábor für seine Entdeckungen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, 23
Jahre nach der Erfindung der Holografie.

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