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Die Filmkritik von Hanns-Georg Rodek zu Tom Tykwers 'Das Parfum' thematisiert die Herausforderungen der filmischen Umsetzung des Romans, insbesondere die Schwierigkeit, Gerüche visuell darzustellen. Rodek kritisiert, dass Tykwer trotz seiner kreativen Ansätze und visuellen Stärken nicht vollständig die emotionale Tiefe und die komplexe Charakterentwicklung des Originals erreicht. Insgesamt kommt Rodek zu dem Urteil, dass der Film zwar unterhaltsam ist, jedoch die radikale Essenz des Buches nicht adäquat einfängt.

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Die Filmkritik von Hanns-Georg Rodek zu Tom Tykwers 'Das Parfum' thematisiert die Herausforderungen der filmischen Umsetzung des Romans, insbesondere die Schwierigkeit, Gerüche visuell darzustellen. Rodek kritisiert, dass Tykwer trotz seiner kreativen Ansätze und visuellen Stärken nicht vollständig die emotionale Tiefe und die komplexe Charakterentwicklung des Originals erreicht. Insgesamt kommt Rodek zu dem Urteil, dass der Film zwar unterhaltsam ist, jedoch die radikale Essenz des Buches nicht adäquat einfängt.

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as 27

Filmkritik
nicht umsonst verwendet unsere Sprache zweimal s
Hanns-Georg Rodek „Das Parfum" denselben Begriff: beides nicht greifbare, abstrakte
„Hides erSüski das Kino anDasseinParfum'
stößtnd-Romans e Grenzen;vondieTomVerfiTykwer
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ö sen. Di e de geeicghelnet,n Erisicnhnerunger
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und Bernd Eichinger. Am Ende sucht nicht nur Jean-anderen i n s Ohr , und konsequenterwei
Tykwer und seine Stamm-Musiker Reinhold Heil ss
Baptiste Grenouille nach seinem unverwechselbaren und Joh ny Klimek, unsere Geruchs-Assoziatior
5 Geruch“. musikalisch zu wecken. Wir hören kein ausgespro
Begi nnenn. Liwicrht, triwifeftdernur FidilemNase,
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hen. Jean-Baptiste Grenouille riecht, dass seine Peiniger Hier stößt das Kino an seine Grenzen, und über die
sich nähern, die guten Bürger von Grasse, ihm das To- kommt auch Tykwer nicht hinweg, so wenig, wie
t öffnen Fisiclmh didese PfJahrortenes. zumDer heiEinßstierwar-
Und damideutschen
desurteil zu verlesen. Die Kerkertüren öffnen sich.
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ren. Aber dies ist – und so steht es groß im Abspar
gleichermaßen Programm wie untypisch: Gre hicht nur ,ein Tom Tykwer Film', sondern auch ei-
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1s leben, n – aber wir werden nur einmal noch er-nemenstoß
nouilles Nase darf uns bald aus allen Perspektiven
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„Bernd zweier Produktideson'deutschen
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benen Pfaden des Süskind-Buches derart abschweift [Link]
dass die Verfilmung von den vorgeschrie
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existiertistdurchaus
geprägt eivonne der
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wié bei dieser Vorblende aufs Finale. sischen Filmsprache und sehr visuell veranlagt, was
Das Kino mochte sich nie damit abfinden, dass es dem schnurgeraden Geschichtenerzähler Eichinger
20 von den fünf Sinnen nur zwei zu bedienen vermag, gelegen kam. Tykwer neigt zudem zu Spie
riositätenkabinett. So suchen Regisseure permanent und auch die sind - siehe rasende Kamera – im
aber Geruchs- und Rüttelfilme verschwanden im Ku-
Dienst am Dufte integriert. Süskinds Stoff braucht 75
auch assoziativ erzählte Passagen neben den narr
nach Ersatz für die ihnen verwehrten Sinnesausdrü-
cke. Murnaus ,Letzter Mann' etwa war noch stumm tiven, und obwohl dieser Produzent ,assoziativ'
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s Ohr:seinDiere TrKamera schlzeiügpftt dannwie alderl diTone Mau-
und zauberte trotzdem die Musik eines Straßenmusi-
dem ö t e und aussonst zu ielnsbesonder
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ern, an denen er widerhallt.
Eine Ersatzlösung für der
Geruch zu finden und sie Blumen sich im Experi
man), derumgeben wähnt. mentierkeller plötzlich v
o so überzeugend zu gestalten wie Patrick Süskinds Er- Doch das sind letztlich Details. Was wir įnsgesam
satzlösung aus Worten, darin lag die große Heraus- arfum'. TykwerFrank
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über ihm werden ge- wo ihre 50 Mil ionen Euro geblieben sind, sie ver-
Großaufnahme,
nd einmal rast die Kamera sogar in die Nasenhöhle kürsiebenzt diMinuten e sieben Er– undemiteschafft l es aufdemkeiZu-ne »0
njahre esGrvorenouiallem,
Tykwer
« hinauf
Tom inszeniert das Riecherlebnis und bedientschauer
(um auf dem Filmtitel zu enden).
Dabei istjedieser
gliche Grenouille
BeunruhigungdochzueinersparMonster, oder?
sich aller bekannten cineastischen Mittel von der Tötet ein Dutzend Mädchen ohne das Zwacken ein
Großaufnahme bis zur Zeitlupe, inklusive der Tykwer- Gewissensbisses, und das einzig, um den puren Jung.
sich dabei auf den Geruch zu, obwohl uns Gerüche infrauenduft
typischen rasenden Kamerafahrten. Der Blick bewegt zu destiderl [Link] anRoman
ein Unrettbarer, ist Grenoui
sich selbst und derl e
«s der Regel entgegenwehen; vielleicht liegt in diesen Welt seinem Dasein ein Ende setzt. Eine Extremfigur
konträren Bewegungen der unterschwellige Grund, aber das populäre Kino à la Eichinger erlaubt solche i0
weshalb diese Lösung nicht befriedigt. a 8
Aber Tykwer hat noch einen Pfeil im Köcher. Es gibt Figuren nicht.
Duftnoten, und es gibt musikalische Noten, und
168
127
AB

Dessen Regelh verlangen, dass ein Held nicht nur fas-Bacchanal auf dem Marktplatz von Grasse, wo Gre
zinieren soll, sondern man sich - wenigst nouilles Wunderwässerchen die blut- in eine liebesgei
Schluss – mit ihm identifizieren kann. ,Emotionaler le Menge verwandelt, stilvoll inszeniert von der Aktia
1o Bogen' oder ,gefühlsmäßige Entwicklung' nennenonstheatergruppe La Fura dels Baus und taktvoll gefilmt
dies die Drehbuchlehrer, und diesen Bogen haben dievon Tykwer. In diesen Momenten wird dem Stoff seine
Filmautoren Tykwer, Eichinger und Andrew Birkin ih-letzte Radikalität ausgetrieben; nur wurde mit Jugend-
Grenouille verpasst: ein Monster zwar immerfreiem noch nie Kinogeschichte geschrieben.
noch, aber endlich zu menschlicher Regung befä[Link] „Parfum' illustriert einmal mehr die. Marke
Trotzdem (oder gerade deshalb) wird „Das Parfum'Eichinger, aber wir erfahren wenig darüber, wofür ei-
sich quer über die Welt verbreiten. Die Frage, die sich gentlich der Name Tykwer steht. Das rothaarige Mi-
cellt, ist die nach dem Filmautor Tom Tykwer, der rabellenmädchen, Grenouilles erstes Opfer, mag zu-
sich hier als jeder Herausforderung gewachsener weilen wie Franka Potentes zartere Schwester 140
Handwerker bewiesen hat, im Inhaltlichen jedocherscheinen, und Ben Whishaw als Geruchsgenie (ei-
120 entmündigen ließ. Wie viel moderne Lesarten hätte ne richtige Wahl, vergesst Leonardo DiCaprio oder
dieser Grenouille hergegeben! Den brutalen Serien- Jude Law) erinnert an frühe Aufnahmen vom Regis—
killer etwa, den impotent Liebenden oder den Scheu seur. Doch das sind biografische Assoziationsfetzen,
klappenmenschen, der auf dem Weg zum idealen keine Spuren von Autorenschaft. Am Ende von „Das
Duftwasser genauso über Leichen geht wie mancheParfum' sucht nicht nur Jean-Baptiste Grenouille
12s Kollegen bei der Maximierung des Aktionärswohls. nach seinem unverwechselbaren Geruch. Tom Tyk-
Es ist eine Vermiedlichung, eine Ästhetisierung, die wer geht es ebenso."
Tykwer zum Wohle der investierten 50 Millionen Euro Welt U line Vom 1 .9.

betreibt, und nirgendwo wird das klarer als im finalen

Fassen Sie in Partnerarbeit die zentralen Aussagen der Filmkritik kurz zusammen.
Zu welchem Gesamturteil kommt Rodek? Wie bewertet er die Adaptionsstrategie, die dem
Film zugrunde liegt?

Diskutieren Sie in Gruppen die einzelnen Kritikpunkte und das Gesamturteil Rodeks und neh-
hen Sie begründet dazu Stellung.

Verfassen Sie eine eigenständige Filmkritik zu Tom Tykwers „Das Parfum", in der Sie sowohl
inhaltliche, formale als auch thematische Aspekte des Films berücksichtigen. Gehen Sie dabei
auch auf die Adaptionsstrategie ein, die Ihrer Ansicht nach Tykwers Film zugrunde liegt. Fon
mulieren Sie Ihre Filmkritik so, dass sie auch für Leser/innen, die weder den Film noch den
Roman kennen, verständlich bleibt.

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