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Theoretische Philosophie: Sprachphilosophie Und Metaphysik: Prof. Dr. Axel Hutter Lehrstuhl Für Theoretische Philosophie

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Prof. Dr.

Axel Hutter
Lehrstuhl für Theoretische Philosophie

Theoretische Philosophie:
Sprachphilosophie und
Metaphysik

Vorlesung
Mi, 12-14 Uhr
Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

2. Vorlesung

Begriff und Gegenstand

Prof. Dr. Axel Hutter #2


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Rückblick: Sinn und Bedeutung

Die Bedeutung eines Eigennamens ist der


Gegenstand selbst, den wir damit
bezeichnen.

(Frege, Über Sinn und Bedeutung)

Prof. Dr. Axel Hutter #3


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Der Satz ‚Scott war der Verfasser von


Waverley’ hat eine Eigenschaft, welche
der Satz ‚Scott war Scott‘ nicht hat,
nämlich die Eigenschaft, daß Georg IV.
wissen wollte, ob er wahr sei.

Russell, On Denoting

Prof. Dr. Axel Hutter #4


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Begriffe

Der Morgenstern ist ein Planet.

Der Verfasser von „Waverley“ war ein


Jurist.

Prof. Dr. Axel Hutter #5


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Begriffe

Der Merkur ist ein Planet.


Die Venus ist ein Planet.
Die Erde ist ein Planet.
Der Mars ist ein Planet.
Der Jupiter ist ein Planet.

Prof. Dr. Axel Hutter #6


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Begriffe = Funktionen (Frege)

f() oder f(x)


() oder (x) = Leerstelle der Funktion
Wert, der die Leerstelle füllt: Argument

Prof. Dr. Axel Hutter #7


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) =

Prof. Dr. Axel Hutter #8


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) = 0 [13 + 1 – 2 = 0]

Prof. Dr. Axel Hutter #9


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) = 0 [13 + 1 – 2 = 0]
x = 2, f(x) =

Prof. Dr. Axel Hutter # 10


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) = 0 [13 + 1 – 2 = 0]
x = 2, f(x) = 8 [23 + 2 – 2 = 8]

Prof. Dr. Axel Hutter # 11


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) = 0 [13 + 1 – 2 = 0]
x = 2, f(x) = 8 [23 + 2 – 2 = 8]
x = 4, f(x) =

Prof. Dr. Axel Hutter # 12


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Beispielfunktion: x3 + x – 2

x = 1, f(x) = 0 [13 + 1 – 2 = 0]
x = 2, f(x) = 8 [23 + 2 – 2 = 8]
x = 4, f(x) = 66 [43 + 4 – 2 = 66]

Prof. Dr. Axel Hutter # 13


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Behauptungssätze im allgemeinen kann man


ebenso wie Gleichungen und Ungleichungen
oder analytische Ausdrücke zerlegt denken in
zwei Teile, von denen der eine in sich
abgeschlossen, der andere
ergänzungsbedürftig, ungesättigt ist.

(Frege: Funktion und Begriff; 1891)

Prof. Dr. Axel Hutter # 14


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

So kann man z.B. den Satz »Caesar eroberte


Gallien« zerlegen in »Caesar« und »eroberte
Gallien«. Der zweite Teil ist ungesättigt, führt
eine leere Stelle mit sich, und erst dadurch, daß
diese Stelle von einem Eigennamen ausgefüllt
wird oder von einem Ausdrucke, der einen
Eigennamen vertritt, kommt ein abgeschlos-
sener Sinn zum Vorschein. Ich nenne auch hier
die Bedeutung dieses ungesättigten Teiles
Funktion. In diesem Falle ist das Argument
Caesar.
Prof. Dr. Axel Hutter # 15
Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Der Begriff ist danach eine Funktion eines


Argumentes, deren Wert immer ein
Wahrheitswert ist.

Frege

Prof. Dr. Axel Hutter # 16


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Der Begriff ist danach eine Funktion eines


Argumentes, deren Wert immer ein
Wahrheitswert ist.

Frege

Prof. Dr. Axel Hutter # 17


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die Hauptstadt von x

x = Frankreich, f(x) = Paris


x = Deutschland, f(x) = Berlin

Sätze, die einen Wahrheitswert haben:


Die Hauptstadt von Frankreich ist Paris.
Die Hauptstadt von Deutschland ist Berlin.

Prof. Dr. Axel Hutter # 18


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Name oder Begriff?

‚Paul‘ ist ein Name.

Der Begriff ‚Pferd‘ ist ein leicht faßlicher


Begriff.

Prof. Dr. Axel Hutter # 19


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Name oder Begriff?

‚Paul‘ ist ein Name.


-> Begriff: ‚x ist ein Name‘.

Der Begriff ‚Pferd‘ ist ein leicht faßlicher


Begriff.
-> Name: ergänzt den Begriff ‚x ist ein leicht
faßlicher Begriff‘.

Prof. Dr. Axel Hutter # 20


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Unter einem kennzeichnenden Ausdruck


(denoting phrase) verstehe ich einen Ausdruck,
der einem aus der folgenden Reihe ähnelt: ein
Mensch, mancher Mensch, irgendein Mensch,
jeder Mensch, alle Menschen, der
gegenwärtige König von England, der
gegenwärtige König von Frankreich (…) Ein
Ausdruck gilt als kennzeichnender Ausdruck
also ausschließlich auf Grund seiner Form.

Russell, On Denoting
Prof. Dr. Axel Hutter # 21
Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Wir können drei Fälle unterscheiden: (1)


Ausdrücke können kennzeichnende Ausdrücke
sein, ohne irgend etwas zu kennzeichnen; etwa
„der gegenwärtige König von Frankreich“. (2)
Ausdrücke können einen bestimmten Gegenstand
kennzeichnen; zum Beispiel kennzeichnet „der
gegenwärtige König von England“ einen
bestimmten Menschen. (3) Ausdrücke können
unbestimmt kennzeichnen; zum Beispiel
kennzeichnet „ein Mensch“ nicht viele Menschen,
sondern einen unbestimmten Menschen.
Prof. Dr. Axel Hutter # 22
Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Den Begriff der Variablen wähle ich als


Grundbegriff; „C(x)“ benutze ich zur
Bezeichnung eines Satzes (proposition), der x
als Bestandteil hat; dabei ist die Variable x
wesentlich und vollständig unbestimmt.

Russell, On Denoting

Prof. Dr. Axel Hutter # 23


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Alles, nichts und einiges (die grundlegendsten


von den kennzeichnenden Ausdrücken) können
dann so aufgefaßt werden:

C (alles) bedeutet „C(x) ist immer wahr“;


C (nichts) bedeutet „,C(x) ist falsch‘ ist immer
wahr“;
C (einiges) bedeutet „Es ist falsch, daß ,C(x) ist
falsch‘ immer wahr ist“.

Russell, On Denoting
Prof. Dr. Axel Hutter # 24
Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die korrekte Analyse des Satzes:

Ich habe einen Menschen getroffen.

Prof. Dr. Axel Hutter # 25


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die korrekte Analyse des Satzes:

Ich habe einen Menschen getroffen.

‚Ich habe x getroffen, und x ist menschlich‘


ist nicht immer falsch.

Prof. Dr. Axel Hutter # 26


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die korrekte Analyse des Satzes:

Der gegenwärtige König von Frankreich ist


kahlköpfig.

Prof. Dr. Axel Hutter # 27


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die korrekte Analyse des Satzes:

Der gegenwärtige König von Frankreich ist


kahlköpfig.

‚x ist König von Frankreich, und x ist


kahlköpfig‘ ist gegenwärtig für eine Person
wahr.

Prof. Dr. Axel Hutter # 28


Hutter:
Sprachphilosophie und Metaphysik

Die Bedeutung der Begriffe für das


Denken

Die Zeichen sind für das Denken von


derselben Bedeutung wie für die Schiffahrt
die Erfindung, den Wind zu gebrauchen,
um gegen den Wind zu segeln.
Frege

Prof. Dr. Axel Hutter # 29

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