Fakultät für Physik im WiSe 2024/25
T4: Thermodynamik und Statistische Physik
Dozent: Prof. Dr. Ulrich Schollwöck
Zentralübung: F. Pauw
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Blatt 8: Zustandssummen
Ausgabe: Freitag, 06.12.24
Aufgabe 1 Schottky Defekt
Wir betrachten einen Kristall, der aus N identischen Atomen besteht. Ein sogenannter Schottky -
Defekt tritt auf, wenn ein Atom fehlt und somit eine Leerstelle im Kristallgitter entsteht. Diese
Defekte können sich dann durch den Kristall bewegen wodurch sich eine Art Gittergas bildet. Um
eine solche Fehlstelle zu erzeugen sei eine Energie von ∆ nötig. Dabei ist also die aufgewendete
Energie ∆ unabhängig von der Position des Atoms innerhalb des Kristalls sowie von der Anzahl der
bereits vorhandenen Defekte. Die Anzahl der Defekte im Kristall sei D und wir nehmen an, dass
ein perfekter Kristall ohne Fehlstellen die Energie E0 = 0 hat.
(1.a) Bestimmen Sie die Entropie S(E, N ) des Kristalls, wenn er genau D Defekte enthält.
Solution:
N
E = D∆, Ω= ⇒ S = k (ln N ! − ln D! − ln(N − D)!)
D
E E
= k ln N ! − ln ! − ln(N − )!
∆ ∆
(1.b) Berechnen Sie die Anzahl der Fehlstellen D in Abhängigkeit von der Temperatur T . Sie
können dabei annehmen, dass N >> 1.
Solution:
We solve T1 = ∂S
∂E V,N
using Stirlings approximation. We find
N
D=
eβ∆+1
(1.c) Berechnen Sie zuletzt den Beitrag der D Defekte zur Wärmekapazität.
Solution:
∂E ∂D kN ∆2 β 2 eβ∆
C= = −k∆2 β 2 =
∂T ∂(βD) (eβ∆ + 1)2
1
Aufgabe 2 Thermodynamik eines DNS-Doppelstrangs
Die Trennung der Stränge einer DNS-Doppelhelix ist ein zentraler Prozess für die Synthese neuer
DNS-Stränge. Ein einfaches physikalisches Modell, das diesen Vorgang beschreibt ist das sogenannte
Reißverschluss-Modell. In diesem wird angenommen, dass die DNS als eine Kette von N Links
beschrieben werden kann. Dabei berücksichtigt das Modell die energetische Barriere für das Öffnen
eines Links (ϵ > 0) und die Bedingung, dass ein Link nur dann geöffnet werden kann, wenn alle
vorherigen Links bereits geöffnet sind (Links können also bspw. nur von links nach rechts geöffnet
werden). Die Energie eines geschlossenen Links sei Null und Sie können annehmen, dass N >> 1.
(2.a) Berechnen Sie zunächst die mikrokanonische Zustandssumme und die Entropie.
Solution:
Ω = 1 ⇒ S = k ln Ω = 0.
(2.b) Jetzt wollen wir annehmen, dass wir die Temperatur kontrollieren. Berechnen Sie die kanoni-
sche Zustandssumme.
Solution:
N N
X
−βEm
X
−βmϵ 1 − q N +1
Z= e = e = , q = e−βϵ
m=0 m=0
1−q
In the limit N >> 1 Z reduces to
1
Z= .
1 − e−βϵ
(3.c) Bestimmen Sie die erwartete Anzahl geöffneter Links im Grenzfall βϵ >> 1.
Solution:
N
1 X
⟨m⟩ = me−βmϵ
Z m=0
where the sum again can be solved via a geometric series in the limit N → ∞
∞ ∞
X
m d X m q
mq = q q =
m=0
dq m=0 (1 − q)2
Plugging in Z and going to the limit βϵ >> 1 yields
⟨m⟩ ≈ e−βϵ → 0.
2
(3.d) Nun könnte die Trennung der Wasserstoffbrücken neben thermischen Einflüssen auch durch
chemische oder enzymatische Prozesse beschleunigt oder gehemmt werden. Wie könnten wir
unser Modell anpassen um solche Faktoren zu berücksichtigen?
Solution:
One could introduce a chemical potential µ penalizing or promoting the breaking of strands.
This could be achieved by going to a grand-chanonical ensemble where we drive the number
of open links m.
3
Aufgabe 3 klassische vs. quantenmechanische Harmonische Oszillatoren
Wir betrachten zunächst ein System, welches aus N nicht-wechselwirkenden, klassischen harmoni-
schen Oszillatoren besteht und durch den Hamiltonian
N 2
p⃗j
X k 2
H= + ⃗q (1)
j=1
2m 2 j
beschrieben sei.
(3.a) Bestimmen Sie die Zustandssumme im kanonischen Ensemble Z(T, N ).
Solution:
ˆ ˆ
1
Z= 3 3
d q1 ...d qN d3 p1 ...d3 pN e−βH
N R3N
ˆ ˆ R
3N
1 k 2 1 2
= d3 qe−β 2 q e−β 2m p
N R3 R3
This are Gaussian integrals and we find with the right normalization
r 3N
1 2πkb T m
Z= .
N! h k
(3.b) Zeigen Sie, dass für dieses System der Virialsatz: 12 E = ⟨Ekin ⟩, mit E der inneren und Ekin
der kinetischen Energie, gilt. Bestimmen Sie weiterhin die Wärmekapazität C = ∂E ∂T
.
Solution:
Compute first ⟨Ekin ⟩:
N
1 X p2n −βH 3
⟨Ekin ⟩ = tr e = N kB T.
Z n=1 2m 2
Now we find E via F = E − T S with F = −kb ln Z and S=- ∂F
∂T
:
1
E = 3N kB T ⇒ E = ⟨Ek in⟩ .
2
Nun gehen wir zu einer quantenmechanischen Betrachtung über und schreiben den Hamiltonian in
der Besetzungszahldarstellung
N
X 1
Ĥ = ℏω n̂j + , (2)
j=1
2
q
h k
wobei ℏ = 2π und ω = m .
4
(3.c) Bestimmen Sie die Zustandssumme im mikrokanonischen Ensemble Z(E, N ).
Hinweis: Finden
P Sie eine geeignete
Darstellung der erlaubten Eigenzustände |E⟩, sodass Sie
die Spur Tr E∈E∆ |E⟩ ⟨E| kombinatorisch auswerten können.
Solution:
We want to find all possible configurations of {ni } consistent with fixed E, N :
N
X E N
n≡ ni = − .
j=1
ℏω 2
This is a classic combinatorics problem of distributing n identical objects (energy quanta)
into N distinct groups (the oscillators), where each group can have ni ≥ 0 objects. The total
number of ways to distribute n quanta among N oscillators is given by
N +n−1
Z(N, n) = .
N −1
(3.d) Verwenden Sie nun den Zusammenhang zwischen S(E, N ) und Z(E, N ), sowie T1 = ∂E∂S
N
,
um die innere Energie als Funktion der Teilchenzahl und Temperatur zu schreiben: E ≡
E(T, N ).
Solution:
S = kB ln Z(N, n)
E N E N E N E N
≈ kB + − 1 ln + −1 − − ln − − (N − 1) ln(N − 1)
ℏω 2 ℏω 2 ℏω 2 ℏω 2
!
1 ∂S kB E + ℏω N2
= ≈ ln
T ∂E ℏω E − ℏω N2
!
1 1
E ≈ ℏωN + ℏω
2 e kB T − 1
where we used N >> 1 and the Stirling formula.
(3.e) Bestimmen Sie nun erneut die Wärmekapazität C und betrachten Sie den klassischen Limes
ℏω
kB T
→ 0.
Solution:
2 ℏω
∂E ℏω e kB T
C= ≈ kB N 2
∂T kB T
ℏω
e kB T − 1