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Baum 4

Das Wachstum von Bäumen wird durch genetische und äußere Faktoren wie Klima und Konkurrenz beeinflusst, wobei die Vegetationsperiode durch Witterung und Wasserverfügbarkeit bestimmt wird. Bäume nutzen Phytohormone zur Steuerung ihres Wachstums und können sich durch adaptive Mechanismen an veränderte Bedingungen anpassen. Der Wassertransport erfolgt durch spezialisierte Gefäße, wobei die Kohäsionstheorie die Saugspannungen erklärt, die für den Wassertransport über große Höhen notwendig sind.

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Das Wachstum von Bäumen wird durch genetische und äußere Faktoren wie Klima und Konkurrenz beeinflusst, wobei die Vegetationsperiode durch Witterung und Wasserverfügbarkeit bestimmt wird. Bäume nutzen Phytohormone zur Steuerung ihres Wachstums und können sich durch adaptive Mechanismen an veränderte Bedingungen anpassen. Der Wassertransport erfolgt durch spezialisierte Gefäße, wobei die Kohäsionstheorie die Saugspannungen erklärt, die für den Wassertransport über große Höhen notwendig sind.

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Physiologie

Wuchs

Wann wachsen Bäume? Abgestorbener Baum


Wie bei allen Pflanzen unterliegen auch bei Bäumen der Stoffwechsel und das
Wachstum sowohl endogenen (genetisch festgelegten) als auch äußeren Einflüssen.
Zu letzteren zählen vor allem die Standortverhältnisse, das Klima und die Konkurrenz
mit anderen Organismen beziehungsweise deren schädigende Wirkung. Während
der Vegetationsperiode sorgen die Spitzenmeristeme und das Kambium für stetigen
Längen- und Dickenzuwachs. Beginn und Ende der Vegetationsperiode sind je nach
Baumart durch die Witterung und die Wasserverfügbarkeit beziehungsweise durch
die Tageslänge bestimmt. Das Wachstum wird dabei durch Phytohormone gesteuert
und die Akkumulation von Biomasse gezielt optimiert. Bäume sind so in der Lage,
sich an ändernde Wuchsbedingungen anzupassen und gerichtete Festigungs-, Leit-,
Speicher- oder Assimilationsgewebe anzulegen.

Die Produktion neuen Gewebes mit dem sekundären Dickenwachstum und die
Anlage neuer Jahrestriebe bewirkt, dass sich ein Baum ständig von innen nach
außen erneuert. Der amerikanische Baumbiologe Alex Shigo hat daraus das Konzept
der Kompartimentierung entwickelt, das den Baum als ein Ensemble
zusammenwirkender Kompartimente sieht. Auf Verletzungen reagiert der Baum,
anders als Tiere und Menschen, durch Abschottungsreaktionen und Aufgabe der
eingekapselten Kompartimente (CODIT-Modell). Durch adaptives Wachstum
optimiert er zudem seine Gestalt.

Computermodellierungen des Karlsruher Physikers und Biomechanikers Claus


Mattheck konnten zeigen, dass Bäume durch adaptives Wachstum eine mechanisch
optimale Gestalt anstreben und zum Beispiel Kerbspannungen in Verzweigungen
vermeiden, so dass die Gefahr von Brüchen minimiert wird. Diese Erkenntnisse
haben zu Optimierungen unter anderem im Maschinenbau geführt.

Wasserleitung
→ Hauptartikel: Wassertransport in Pflanzen
Video: Wassertransport in Bäumen
Der Wassertransport wird in den Nadelgehölzen durch die Tracheiden, in den
Laubbäumen durch die effektiveren Gefäße (Poren) bewerkstelligt. Letztere sind bei
den Laubbäumen entweder zerstreut (zum Beispiel bei Buche, Ahorn, Pappel) oder
ringförmig (zum Beispiel bei Eiche, Ulme, Esche) im Jahresring angeordnet.
Beispielsweise kann eine Eichenpore mit 400 µm Durchmesser 160.000-mal mehr
Wasser als eine Nadelholztracheide mit 20 µm Durchmesser im gleichen Zeitraum
transportieren.

Nach überwiegend vertretener Lehre funktioniert der Wassertransport der Bäume


durch Saugspannungen in den Leitgeweben infolge Verdunstung an
den Stomata der Blätter (Kohäsionstheorie). Dabei müssen Baumhöhen bis über
100 Meter überwunden werden können, was nach dieser Theorie nur mit enormen
Drücken möglich ist. Kritiker dieser Lehre behaupten, dass schon bei wesentlich
geringeren Höhen die Saugspannung zum Abriss des Wasserfadens in den
Kapillaren führen müsste. Als gesichert gilt allerdings, dass im Frühjahr Zucker in
den Speicherzellen mobilisiert werden und durch den aufgebauten osmotischen
Druck Wasser aus den Wurzeln nachfließt. Dabei werden im Bodenwasser gelöste
Nährsalze (vor allem K, Ca, Mg, Fe) vom Baum aufgenommen. Erst nach
Ausdifferenzierung der Blätter werden die in der Krone erzeugten Assimilate über
den Bast stammabwärts transportiert und stehen für das Dickenwachstum zur
Verfügung. Eine Ausnahme bilden die ringporigen Laubbäume, bei denen die ersten
Frühholzporen aus den im Vorjahr gebildeten Reservestoffen gebildet werden.

Die süßen „Baumsäfte“ wurden von Menschen durch Einschneiden der Rinde
abgezapft und durch Einkochen zu Sirupen weiterverarbeitet,
beispielsweise Ahornsirup oder der Saft der Manna-Esche. Palmzucker oder
Palmsirup allerdings ist ein Extrakt aus dem Blütensaft der Nipa-
und Zuckerpalme (Unterfamilie Arecoideae), Agavensirup stammt aus dem „Saft“ der
zu den Stauden gehörenden Agaven, Birkenzucker wurde ursprünglich in Finnland
direkt aus der Birkenrinde gewonnen.

Die Hydrologie beziehungsweise Bodenökologie unterscheidet zwischen


dem Niederschlag, welcher im Bereich der Baumkrone auf den Boden trifft
(Kronendurchlass) und dem Anteil, welche am Stamm herabfließt (Stammabfluss).
Ein Teil des Niederschlags verdunstet direkt vom Baum (Interzeption) und erreicht
den Boden nicht. Um die physikalisch grenzwertige Wasserversorgung sehr hoher
Bäume von den Wurzeln zur Krone auszugleichen, ist etwa der Küstenmammutbaum
in der Lage, zusätzlich Wasser mit den Nadeln aufzunehmen.[11]

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