Winter Philipp
Winter Philipp
Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde
der Tierärztlichen Fakultät
der Ludwig-Maximilians-Universität München
von
Philipp Winter
aus Memmingen
München 2009
Gedruckt mit Genehmigung der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-
Universität München
1 Einleitung ............................................................................................................. 1
2 Literatur................................................................................................................ 2
2.1 Biofilme ................................................................................................................ 2
2.1.1 Quorum sensing................................................................................................... 4
2.1.2 Beeinflussung der Biofilme................................................................................... 5
[Link] Von Mikroorganismen ausgehend........................................................................ 5
[Link] Äußere Einflussfaktoren....................................................................................... 6
2.1.3 Auswirkungen und Folgen von Biofilmen.............................................................. 9
2.1.4 Prävention von Biofilmbildung .............................................................................11
2.2 Reinigung und Desinfektion ................................................................................12
2.2.1 Physikalische und biologische Reinigung............................................................12
2.2.2 Chemische Reinigung und Desinfektion..............................................................13
[Link] Reinigungs- und Desinfektionsablauf ..................................................................14
[Link] Cleaning in Place-Systeme .................................................................................15
[Link] Reinigung und Desinfektion beeinflussende Faktoren.........................................15
[Link] Reinigungs- und Desinfektionsmittel in der Lebensmittelhygiene ........................19
[Link].1 Reinigungsmittel .................................................................................................19
[Link].2 Desinfektionsmittel ..............................................................................................20
[Link] Auswirkungen von Reinigung und Desinfektion auf die Umwelt ..........................24
2.2.3 Rechtlicher Rahmen für Reinigung und Desinfektion ..........................................25
2.2.4 Überprüfung des Reinigungs- und Desinfektionserfolges....................................26
[Link] Überprüfung der Erreichbarkeit von Oberflächen durch Reinigung und
Desinfektion ........................................................................................................27
[Link] Methoden zur Überprüfung des Reinigungs- und Desinfektionserfolgs ...............27
2.2.5 Hygienedesign ....................................................................................................32
3 Eigene Untersuchungen......................................................................................38
3.1 Vorversuch zur Messung von Wasserdruck und Wasserauswurfmengen ...........42
3.2 Überprüfung der Reinigungseffektivität des CIP-Systems ...................................42
3.2.1 Riboflavintest ......................................................................................................43
[Link] Material ...............................................................................................................43
[Link] Methoden............................................................................................................44
3.2.2 NAD-Schnelltest..................................................................................................45
[Link] Material ...............................................................................................................45
[Link] Methoden............................................................................................................47
3.2.3 Nass-Trocken-Tupferverfahren (NTT) .................................................................48
[Link] Material ...............................................................................................................49
[Link] Methoden............................................................................................................49
Inhaltsverzeichnis
4 Ergebnisse..........................................................................................................56
4.1 Riboflavintest ......................................................................................................58
4.2 NAD-Schnelltest..................................................................................................59
4.2.1 Reinigungs- und Desinfektionsergebnisse in Bezug zur Oberflächenneigung .....61
4.2.2 Reinigungs- und Desinfektionsergebnisse in Bezug zum Oberflächenmaterial ...62
4.3 Nass-Trocken-Tupferverfahren ...........................................................................63
4.3.1 Keimzahlreduktion in Bezug zum Oberflächenmaterial .......................................68
4.3.2 Keimzahlreduktion in Bezug zur Oberflächenneigung .........................................69
5 Diskussion ..........................................................................................................72
5.1 Wasserdruck- und Wassermengenmessung an den Düsen ................................72
5.2 Auswahl der Prüfmethoden .................................................................................73
5.3 Riboflavintest ......................................................................................................74
5.4 NAD-Test ............................................................................................................75
5.5 Nass-Trocken-Tupferverfahren ...........................................................................77
5.5.1 Auswahl des Verfahrens zur Bestimmung des mikrobiologischen Status ............77
5.5.2 Kontaminationsmedium.......................................................................................78
5.5.3 Bewertung der Ergebnisse ..................................................................................79
5.6 Bewertung der Aussagekraft der durchgeführten Testverfahren..........................83
5.7 Biofilmproblematik...............................................................................................84
5.8 Nicht durch das CIP-System gereinigte Teile ......................................................84
5.9 Vorschläge zur Verbesserung des CIP-Systems.................................................85
6 Zusammenfassung..............................................................................................86
7 Summary ............................................................................................................87
8 Anhang ...............................................................................................................88
9 Literaturverzeichnis
10 Tabellenverzeichnis
11 Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
I
Einleitung
1 Einleitung
Gastroenteritiden traten in Deutschland in den vergangenen Jahren in steigender Anzahl auf
und sind neben respiratorischen Krankheiten die häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt
(MEHNERT et al. 2000). Über 120.000 Fälle von Campylobacter-Enteritiden und Salmonel-
losen wurden 2007 in Deutschland gemeldet (N.N. 2008a). Das tatsächliche Vorkommen
liegt allerdings um ein Vielfaches höher, wobei Ausbrüche von Gastroenteritiden zunehmend
diffuser und geographisch weiter gestreut auftreten (N.N. 2000), was nicht zuletzt am globa-
len Lebensmittelhandel liegt.
Der Handel auf dem internationalen Markt wird erst durch fertig verpackte Lebensmittel mög-
lich, die auf Grund guter Konservierungs- und Verpackungsstrategien meist lange Mindest-
haltbarkeitsdaten aufweisen. Dazu wurden im Jahr 2007 in Deutschland 3,8 Millionen Ton-
nen Kunststoff in einem Wert von 11 Milliarden Euro verbraucht (N.N. 2008c).
Nicht unter besten hygienischen Bedingungen hergestellte oder vertriebene Lebensmittel
können dabei als Vektoren für Krankheitserreger fungieren, mit denen sie während Produkti-
on, Verarbeitung oder Vertrieb kontaminiert wurden. Zum Schutz der Verbrauchergesundheit
und zur Produktion sicherer, unbedenklicher Produkte sind Lebensmittelhersteller deshalb
gefordert, Kontaminationsquellen möglichst gering zu halten bzw. auszuschalten. Die Haupt-
verantwortung für die Lebensmittelsicherheit und die Haftung für auftretende Gesundheits-
schäden werden im aktuellen Lebensmittelrecht durch Artikel 1, Abs. 1, Satz a der VER-
ORDNUNG (EG) 852/2004 und durch das PRODUKTHAFTUNGSGESETZ (1989) dem Le-
bensmittelunternehmer zugeschrieben.
Bezüglich der Konstruktion von Maschinen für die Lebensmittelproduktion existieren von ver-
schiedenen Organisationen erstellte Leitlinien über Gestaltungsmöglichkeiten in hygieni-
schem Design. Dazu zählen abgeschrägte Oberflächen, geeignete Werkstoffe sowie eine
möglichst offene und zugängliche Bauweise zur Gewährleistung effektiver Reinigungs- und
Desinfektionsabläufe. Als Ersatz der manuellen Reinigung beziehungsweise zur Reinigung
und Desinfektion schlecht zugänglicher Stellen werden so genannte „Cleaning in Place“
(CIP)-Systeme eingesetzt. Zur Validierung, ob Maschinen mit den Hygieneanforderungen
übereinstimmen, schlägt die DIN EN ISO 14159 (2008) Praxistests vor.
In der vorliegenden Studie wurde die Effektivität von CIP-System und Hygienedesign einer
neuen Tiefziehverpackungsmaschine geprüft.
1
Literatur
2 Literatur
Für einige Mikroorganismen herrschen in der Lebensmittelproduktion bezüglich Nährstoff-
aufkommen ideale Bedingungen. Durch gezielte Manipulationen wie Absenken oder Anhe-
ben von intrinsischen und extrinsischen Faktoren bei Lebensmitteln kann die Vermehrung
von Bakterien reduziert werden, der Gefahr der Bildung von Biofilmen kann allerdings nur
durch gründliche und effektive Reinigung und Desinfektion sowie durch Produktionsanlagen,
die gemäß Hygienedesign gestaltet sind, entgegengewirkt werden.
2.1 Biofilme
Biofilme sind Ansammlungen gleicher oder verschiedener Bakterien-, Pilz-, Algen-, Proto-
zoen- und Viren-Species, die in einer biologisch aktiven Matrix mit extrazellulären polymeren
Substanzen (EPS) verbunden sind (ZOBELL 1943, MARSHALL 1992, COSTERTON et al.
1995, GENIGEORGIS 1995, CHMIELEWSKI und FRANK 2003, PARKAR et al. 2004, CUN-
NINGHAM et al. 2006, N.N. 2008b). Über 500 Bakterienspecies wurden bisher in Biofilmen
gefunden (CUNNINGHAM et al. 2006). Biofilmbildende Organismen sammeln sich an Grenz-
flächen, wie beispielsweise Flüssig-/Festphase oder Flüssigkeit/Gas. Der größte Teil aller
Biofilme ist zu finden auf festen Oberflächen mit Kontakt zu Wasser (ZOTTOLA und SASA-
HARA 1994). Bedeutung besitzen sie zum Beispiel in Böden, Sedimenten, auf Gestein und
Pflanzen, bei Mensch und Tier, in der Medizin (COSTERTON et al. 1995) und in der Indust-
rie (JOUENNE et al. 2004). Biofilme sind produktionsrelevant und besitzen technologische
Bedeutung, z. B. bei der Essigproduktion oder in der Abwassertechnik (CHARACKLIS und
COOKSEY 1983, MIURA et al. 2007).
Die von Mikroorganismen gebildeten EPS gewährleisten den Zusammenhalt eines Biofilms
und bieten ihnen darin Schutz gegenüber der Umgebung (CARPENTIER und CERF 1993).
Nach Anhaftung an einen Untergrund produzieren die Mikroorganismen vor allem Polysac-
charide (COSTERTON et al. 1987), aber auch Proteine, Phospholipide, Nukleinsäuren, Sur-
factant, Cellulose und weitere Substanzen können enthalten sein und zur Stabilisation des
Biofilms beitragen. Zu mehr als 90 Prozent bestehen die EPS aus Wasser (COSTERTON
und IRVIN 1981, MATTILA-SANDHOLM und WIRTANEN 1992, MAYER et al. 1999, FLEM-
MING und WINGENDER 2002, GRIMM et al. 2008). Biofilme enthalten oft große Mengen an
Lebensmittelresten, hohen Mineralgehalt und abgestorbene Bakterien (CHMIELEWSKI und
FRANK 2003).
2
Literatur
In den EPS unter und zwischen den Mikrokolonien entstehen auf Grund kapillärer Wasser-
kanälchen poröse Strukturen. Über diese Kanälchen finden die Nahrungsversorgung und die
Entsorgung von Stoffwechselprodukten statt (COSTERTON et al. 1995). Auch die Sauer-
stoffversorgung läuft auf diesem Weg ab (COSTERTON et al. 1995, GENIGEORGIS 1995).
Im Inneren mancher Biofilme führt dies zu einer Limitierung von Sauerstoff, was das Zu-
sammenleben aerober Mikroorganismen im Inneren und anaerober in äußeren Schichten
des Biofilms ermöglicht (GENIGEORGIS 1995, POULSEN 1999).
Die Biofilmzusammensetzung ist abhängig von den Bakterienspecies und der Zahl der ver-
schiedenen Species (MATTILA-SANDHOLM und WIRTANEN 1992, COSTERTON et al.
1995) und erklärt die Existenz verschiedener Strukturen wie einlagiger, dreidimensionaler
turm- oder pilzförmiger Gebilde sowie flockenartiger und körnchenförmiger Biofilme (ALLI-
SON und SUTHERLAND 1987, BAGGE et al. 2001, JUHAS et al. 2005).
Die Biofilmbildung wird in folgende Schritte eingeteilt (DAVEY und O´TOOLE 2000):
- Anhaftung (Adhäsion) von Mikroorganismen an Oberflächen (Substratum)
- Mikrokoloniebildung
- EPS-Produktion
- Biofilmreifung
Durch Schwerkraft, Diffusion und hydrodynamische Einflüsse erfolgt passive Anhaftung von
anorganischen und organischen Molekülen wie Milch- oder Fleischproteinen und von Mikro-
organismen an Oberflächen (CHARACKLIS 1981, KUMAR und ANAND 1998, CHMIE-
LEWSKI und FRANK 2003, EXNER 2005). Zur aktiven Anlagerung von Mikroorganismen
tragen Oberflächeneigenschaften von Bakterien wie Geißeln, Pili und Adhäsionsproteine bei.
3
Literatur
Auch Veränderungen in der Zellphysiologie wie die Synthese von Polysacchariden und die
Aggregation von Zellen beeinflussen die Anhaftung (VAN LOOSDRECHT et al. 1990, DA-
VEY und O´TOOLE 2000).
MARSHALL et al. (1971) teilten die Adhäsionsphase in ein reversibles und ein irreversibles
Anhaftungsstadium ein. Durch schwache Interaktionen zwischen Bakterienzellen und dem
Substratum wird die reversible Anhaftung initiiert. Das Entfernen eines Biofilms ist in dieser
Phase beispielsweise durch Flüssigkeitsscherkräfte leicht möglich (MARSHALL et al. 1971).
Während der folgenden irreversiblen Phase treten Dipol-Dipol-Kräfte und hydrophobe Wech-
selwirkungen sowie Wasserstoffbrücken-, ionische- und kovalente Bindungen auf. Direkter
Kontakt der Bakterien zum Untergrund wird dadurch verhindert. Kontakt tritt aber durch ver-
schiedene Strukturen auf der Bakterienoberfläche wie Geißeln, Fimbrien oder Pili auf, die
den abstoßenden Kräften entgegentreten (ZOTTOLA und SASAHARA 1994). Diese physio-
logischen Prozesse, die zur irreversiblen Adhäsion der Bakterienzellen an ein Substrat bei-
tragen, stehen unter genetischer Regulation. Durch verschiedene Genotypen entstehen bak-
terielle Subpopulationen mit speziellen Funktionen in Biofilmen (CHMIELEWSKI und FRANK
2003, BOLES et al. 2004).
Die Ausbildung von EPS hat in dieser Phase wichtigen Einfluss auf die Biofilmbildung. Dies
hat zur Folge, dass zur Entfernung von Biofilmen nun stärkere Kräfte benötigt werden
(MARSHALL et al. 1971).
Andere Wissenschaftler teilten die Bildung von Biofilmen nicht wie MARSHALL et al. (1971),
in zwei Schritte, sondern in drei (BUSSCHER und WEERKAMP 1987, NOTERMANS et al.
1991) bzw. in fünf Schritte (CHARACKLIS und COOKSEY 1983) ein. CHARACKLIS und
COOKSEY (1983) erwähnen zuerst den Transport zur benetzten Oberfläche (1), gefolgt von
der Anlagerung eines Belags aus organischen und anorganischen Molekülen (2). Darauf
folgen das Anhaften von mikrobiellen Zellen an die benetzte Fläche (3), Reaktionen inner-
halb des Biofilms (4) und zuletzt dessen Ablösung (5).
4
Literatur
2003, JOUENNE et al. 2004, COSTERTON et al. 2007, RADER et al. 2007). Dies wird durch
komplexe Regulationskaskaden gewährleistet (VON BODMAN 2003, ZHANG und DONG
2004, JUHAS et al. 2005). Auf Grund der Fähigkeit auf hormonähnliche Moleküle (Autoindu-
cer) anzusprechen, reagieren Mikroorganismen auf diese Signale durch Veränderung ihrer
Genexpression (SAUER 2003, READING und SPERANDIO 2006, COSTERTON et al. 2007)
und folglich ihres Phänotyps (AREVALO-FERRO et al. 2005). Je nach Species, Umweltbe-
dingung und Genom produzieren Bakterien verschiedene Proteine (SAUER 2003) und ver-
schiedene Anzahlen an Proteinen (HIROSE et al. 2000, RAM et al. 2005). Auch das Alter
von Biofilmen beeinflusst die Zahl der gebildeten Proteine (OOSTHUIZEN et al. 2002). Nach
READING und SPERANDIO (2006) und COSTERTON (2007) wird beispielsweise Acyl-
Homoserin-Lacton bevorzugt von gramnegativen Bakterien als Signalmolekül genutzt. Pepti-
de wie Peptidthiolacton werden hauptsächlich von grampositiven Bakterien sezerniert.
5
Literatur
dass diese nach einem wiederholbaren Muster nach 30 Stunden begannen eine Substanz zu
produzieren, die die Reduktion der Bakterienzahl zur Folge hatte und der anschließend eine
Wiedererholungsphase nachfolgte.
Bei individuell voneinander abweichenden Bedingungen haften verschiedene Bakterien un-
terschiedlich stark an Oberflächen an (REINEMANN et al. 1993, GENIGEORGIS 1995,
LINDSAY et al. 2000). Tabelle 2.1 bietet eine Übersicht über pH- und Temperatur-Optima
verschiedener Bakterien, bei denen stärkste Anhaftung auf rostbeständigem Edelstahl nach-
gewiesen wurde.
Tabelle 2.1 Parameter stärkster Anhaftung von Bakterienspecies auf rostbeständigem Edel-
stahl
Bakterien pH-Werte Temperatur Referenzen
Listeria monocytogenes 7 + 30 °C HERALD und ZOTTOLA 1988a
Yersinia enterocolitica 8-9 + 21 °C HERALD und ZOTTOLA 1988b
Pseudomonas aeruginosa 8-9 Keine Angabe STANLEY 1983
Bacillus subtilis 115 4 und 10 Keine Angabe LINDSAY et al. 2000
Bacillus pumilus 122 4 und 10 Keine Angabe
Bacillus licheniformis 137 4 und 10 Keine Angabe
Bacillus cereus 144 7 Keine Angabe
Für die Anhaftung von Sporen an rostbeständigem Stahl stellen Varianten im Temperaturbe-
reich von + 20 °C bis + 55 °C keinen wichtigen Faktor dar. Dies wurde von FLINT et al.
(2001) in einem Versuch mit Bacillus stearothermophilus-Sporen bei verschiedenen Ver-
suchstemperaturen (+ 20 °C, + 37 °C und + 55 °C) erkannt.
können sich besonders leicht Schmutz und Mikroorganismen ablagern und zu Biofilmbildung
führen (WONG 1998). Hierfür werden bevorzugt Gummi, Teflon und Nylon verwendet. Ein
erhöhtes Risiko für die Ablagerung von Schmutz und Mikroorganismen und folglich für Bio-
filmbildung stellen defekte, abgenutzte und brüchige Materialien wie korrodierte, verkalkte
Metallrohre und auch bioverwertbare Stoffe dar, da sich dadurch ihre Oberflächen vergrö-
ßern und besonders in Rissen und Fugen geschützte Stellen entstehen (HOLAH und
THORPE 1990, WIRTANEN et al. 1996, JONES et al. 1999, DE QUEIROZ und DAY 2007).
Befinden sich auf einer Oberfläche biologisch inaktive Biofilme, sind diese ein ideales Sub-
strat für die Bildung neuer Biofilme (BOWER und DAESCHEL 1999).
Eine Übersicht verschiedener Mikroorganismen, deren Eigenschaften und Beschaffenheiten
und Auswirkungen auf verschiedene Oberflächenmaterialien gibt Tabelle 2.2.
7
Literatur
Tabelle 2.2 Einfluss der Oberfläche auf das Anhaftungsverhalten verschiedener Mikroorga-
nismen
Bakterien Eigenschaften auf Oberflächen Referenzen
1)
Biofilme allge- Auf PVC stärkere Anhaftung, als auf Glas oder ver- ARMON et al.
mein zinktem Eisen 1998
Bacillus-Sporen Anhaftung auf rostbeständigem Stahl im Vergleich zu FAILLE et al.
und E. coli Teflon und PEHD2) am geringsten 2002
Marine Pseu- Gute Anhaftung an Oberflächen mit geringer, bzw. ohne FLETCHER
domonas spp. Oberflächenladung, reduzierte Anhaftung an hydropho- und LOEB
ben Flächen mit positiver Ladung, kaum Anhaftung an 1979
hydrophilen negativ geladenen Oberflächen
Salmonella spp. Auf Kunststoff stärkste Anhaftung, gefolgt von Beton JOSEPH et al.
Biofilme und rostbeständigem Stahl 2001
L. monocytoge- Stärkere Anhaftung auf PVC als auf rostbeständigem GANDHI und
nes Stahl CHIKINDAS
2007
L. monocytoge- Auf zwei verschiedenen Typen rostbeständigen Stahls BARNES et al.
nes Biofilme (Ra -Wert 0,035 +/- 0,004 µm bzw. 0,412 +/- 0,011 µm3)) 1999
kein signifikanter Unterschied in der Zahl der anhaften-
den Bakterien
S. aureus Bio- 29 % geringere Anhaftung auf Stahl mit Ra -Wert von BARNES et al.
filme 0,035 +/- 0,004 µm als auf Stahl mit Ra -Wert von 0,412 1999
+/- 0,011 µm4)
Bacillus stea- Anhaftung von 10 bis 100 mal mehr vegetativen Zellen FLINT et al.
rothermophilus und Sporen auf verschmutzten Oberflächen (Art und 2001
physikalische Struktur des Schmutzes wichtig) als auf
sauberen
Bei Versuchen von BEECH et al. (1991) und DAVIES et al. (1993) wurde erkannt, dass
durch Vorhandensein rostbeständigen Edelstahls in den jeweiligen Versuchsmedien die Pro-
duktion von EPS sowohl durch Desulfovibrio desulfuricans, als auch durch Pseudomonas
aeruginosa angeregt wurde.
1)
Polyvinylchlorid
2)
PEHD = polyethylene of high density
3), 4)
Ra-Wert gibt die Rauigkeit einer Oberfläche an; je höher der Wert, desto rauer die Oberfläche
4)
Ra-Wert gibt die Rauheit einer Oberfläche an; je höher der Wert, desto rauer die Oberfläche
8
Literatur
Wichtig für Bildung und Entwicklung von Biofilmen sind auch die hydrodynamischen Verhält-
nisse der an eine Oberfläche angrenzenden flüssigen Phase (MITTELMAN 1998, VERRAN
2002). Dieser Einflussfaktor ist hauptsächlich bei der Verarbeitung von flüssigen Lebensmit-
teln relevant (Molkerei, Getränke, manche Eiprodukte etc.). In statischen Systemen können
Biofilme ohne Einschränkungen wachsen (MIDELET und CARPENTIER 2004), hingegen
wird deren Struktur in dynamischen Systemen je nach Eigenschaft der umgebenden Flüssig-
keit verändert. Eine Übersicht der dazu vorliegenden Erkenntnisse aus der Literatur stellt
Tabelle 2.3 dar.
Verändern sich in einem System die Flussbedingungen, benötigen Biofilme je nach Dicke
eine bis drei Wochen für deren Anpassung an neue Bedingungen (LEON-OHL et al. 2004).
eines Lebensmittels zu einem Biofilm auf einer Oberfläche oder indirekt über Vektoren erfol-
gen. Vektoren können Luft, Personal oder Reinigungssysteme sein, die Bakterien beispiels-
weise von Biofilmen an Wänden oder Böden auf Lebensmittel übertragen (GIBSON et al.
1999). Durch den Einsatz von Hochdruckreinigern besteht die Gefahr der Ablagerung abge-
löster Biofilm-Mikroorganismen auf Lebensmittelkontaktflächen über Aerosole (KANG und
FRANK 1990, ZOTTOLA und SASAHARA 1994). In Systemen, in denen flüssige Lebensmit-
tel befördert werden, können sich durch Strömungsveränderungen Biofilmteile ablösen, im
Prozessfluss verteilen (POULSEN 1999) und sich an anderen Stellen wieder anlagern und
vermehren (MARSHALL 1992).
Aus ökonomischer Sicht ziehen Biofilme oft große Verluste nach sich (HOLAH und KEAR-
NEY 1992, MATTILA-SANDHOLM und WIRTANEN 1992, MELO et al. 1992, CARPENTIER
und CERF 1993). Sie können durch Aufnahme von Nährstoffen aus der Umwelt, die Produk-
te wie organische Säuren enthalten, oder durch Produktion solcher Stoffe durch die Biofilme
selbst Korrosion herbeiführen (MATTILA-SANDHOLM und WIRTANEN 1992, GENIGEOR-
GIS 1995). Laut FLEMMING (1994) entstehen ungefähr 20 % aller Korrosionsschäden auf
Grund mikrobieller Einflüsse. Korrosion führt zur Vergrößerung der spezifischen Oberfläche
und dient somit wiederum als ideale Grundlage für bakterielle Anhaftung und Biofilmbildung
(ROMPRE et al. 2000).
Energie- und Produktverluste können Folgen von Biofilmen sein, die sich in Rohrleitungen
ablagern und dadurch hydrodynamische Widerstände und verminderte Durchflussraten er-
zeugen (MATTILA-SANDHOLM und WIRTANEN 1992, FLEMMING 1994, KUMAR und A-
NAND 1998, TRACHOO 2003). An Wärmetauschern können sie den Wärmetransfer verhin-
dern oder Einschränkungen hervorrufen (MELO et al. 1992, FLEMMING 1994, ZOTTOLA
und SASAHARA 1994).
Ein wichtiger Aspekt von Biofilmen ist die gesteigerte Resistenz gegenüber antimikrobiellen
Einflüssen (FRANK und KOFFI 1990, KRYSINSKI et al. 1992, MOSTELLER und BISHOP
1993, GREENBERG 2003, MEYER 2003, JOUENNE et al. 2004, MØRETRØ und LANGS-
RUD 2004). Bakterien in Biofilmen sind um ein Vielfaches unempfindlicher gegenüber Anti-
biotika als diejenigen in planktonartiger Lebensform. Diskutiert werden Resistenzsteigerun-
gen um das 100 bis 1000 fache (COSTERTON et al. 1995, BOLES et al. 2004). Außerdem
zeigen Bakterien in Biofilmen eine geringere Empfindlichkeit gegenüber extremen Tempera-
turen, Licht und Austrocknung (DEWANTI und WONG 1995).
10
Literatur
Die Resistenz gegenüber antimikrobiellen Mitteln beruht auf einer Reihe von Faktoren:
- Verlangsamte Diffusion der Biozide durch den Biofilm (BROWN et al. 1988)
- Physiologische Veränderungen bei reduzierter Wachstumsrate (KUMAR und A-
NAND 1989)
- Produktion von Enzymen, welche antimikrobielle Substanzen abbauen können
(KUMAR und ANAND 1998)
- Die EPS-Matrix stellt eine Barriere für eindringende Stoffe dar (BOYD und
CHAKRABARTY 1995, GILBERT et al. 1997).
Die Durchlässigkeit des reifen Biofilms reicht laut ZHANG und BISHOP (1994) von 89 % in
den äußeren Regionen bis zu 5 % in den tiefer gelegenen Schichten. Die tief im Film liegen-
den Zellen brauchen weniger Sauerstoff und Nährstoffe. In Nährstoffmangelsituationen zei-
gen einige Mikroorganismen veränderte Zellphysiologie und verringertes Wachstum (EVANS
et al. 1991). In diesem reduzierten Stoffwechselzustand ist die Sensitivität gegenüber toxi-
schen Substanzen herabgesetzt (BOWER und DAESCHEL 1999).
11
Literatur
12
Literatur
13
Literatur
Abbildung 2.1 Darstellung der Schritte 2) bis 4) eines Reinigungs- und Desinfektionsablaufs
(modifiziert nach POULSEN 1999)
Zwischenspülen
a = Schmutzschicht
Reinigungsmittel
Desinfektionsmittel b = Bakterienschicht
c = Oberfläche
a
b
c
2) 3) 4)
Stark verschmutzte Flächen empfahl HOY (1996) vor der Reinigung einzuweichen. Um
bestmögliche Wirkungen zu erreichen, sollten Reinigungs- und Desinfektionsmittel zwingend
nach Herstellerangaben verwendet werden (REUTER 1994). In Lebensmittel verarbeitenden
Betrieben kommen hauptsächlich wässrige Reinigungs- und Desinfektionslösungen sowie
entsprechende Substanzen in Schaum-, Nebel- oder Gelform zum Einsatz (SCHROEDER
1993, ZOTTOLA und SASAHARA 1994, SALUSTIANO et al. 2004, SREENIVASAN und
CHORNY 2005). REUTER (1994) empfahl den Reinigungsschritt viermal mit alkalischem
und beim fünften Mal mit saurem Reinigungsmittel durchzuführen, um mineralische Ablage-
rungen zu entfernen. Reinigungs- und Desinfektionspläne sollten von sachverständigen Hy-
gienebeauftragten erstellt werden (REUTER 1994) und - sofern nicht automatisch durchge-
führt - von kompetentem Personal vollzogen werden, um negative Auswirkungen auf die Le-
bensmittelproduktion zu vermeiden (TEUFEL 1984, GERSTEIN et al. 1993, KLEINER 1998).
14
Literatur
SCHMIDT und BEM (1978) und HOY (1996) raten, zum Spülen 8 l Trinkwasser pro m2 Ober-
fläche zu verwenden.
15
Literatur
MEYER (1983), LAUFENBERG (1990) und REUTER (1994) ist in warmer Umgebung effek-
tivere Reinigung und Desinfektion gewährleistet als in kalter. Die Phase des Schmutzauf-
quellens ist dabei weniger von der Temperatur abhängig als der Rest des Reinigungs- und
Desinfektionsablaufs (GILLHAM et al. 1999, FRYER et al. 2006). Eine Reihe von Einflüssen
durch verschiedene Temperaturen ist in Tabelle 2.6 zusammengestellt.
Tabelle 2.6 Temperatur und deren Auswirkungen auf Reinigung und Desinfektion
Temperatureinfluss Auswirkung Referenzen
Heiße Reinigungsmittel Anstieg der Reinigungsrate REINEMANN 1993, BIRD und
und Absinken der benötig- BARTLETT 1995, CHMIELEWSKI
ten physikalischen Kräfte und FRANK 2003, FRYER et al. 2006
Gefahr der Denaturierung EDELMEYER 1983, SCHMIDT 1984,
von Proteinablagerungen an GERSTEIN et al. 1993, CHMIE-
Oberflächen LEWSKI und FRANK 2003
Kalte Reinigungsmittel Gefahr von Verschmut- KLEINER 1998
zungsresten
Schlechte Fettentfernung, GIESE 1991, GERSTEIN et al. 1993
Gefahr der Wiederablage-
rungen
Auch der pH-Wert des Milieus, in dem eine Reinigung und Desinfektion durchgeführt wird,
muss bei der Auswahl der Agenzien beachtet werden, da saure Mittel in alkalischer und alka-
lische Agenzien in saurem Milieu auf Grund von Pufferung und Neutralisation nur schlecht
wirksam sind (HOY 1996).
Wichtig bei der Auswahl von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist ebenso die Beachtung
des Zwecks zu dem ein Produkt verwendet werden soll (PARKAR et al. 2004). Laut STOLLE
(1980) wirken Reinigungs- und Desinfektionsagenzien nur optimal bei Verwendung in den
oberen Bereichen der vom Hersteller angegebenen Konzentrationen. Unterdosierungen
können zu schlechten Ergebnissen führen (TEUFEL 1984) und im Bereich der Desinfekti-
onsmittel statt zur Abtötung von Mikroorganismen nur eine Wachstumshemmung bewirken
(EDELMEYER 1983). Durch die Verwendung der optimalen Konzentrationen kann die Ein-
wirkzeit von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln auf ein Minimum beschränkt werden
(GALLOT-LAVALLEE et al. 1984, PLETT 1985). Bei der Bestimmung der Einwirkzeit eines
Reinigungsmittels ist auch der Grad der Verschmutzung zu berücksichtigen, da bei stärkeren
Verschmutzungen höhere Einwirkzeiten gewählt werden müssen (FRYER et al. 2006). Eben-
falls vom Ausmaß der Verschmutzung abhängig sind die Reinigungsintervalle zwischen zwei
aufeinander folgenden Reinigungsgängen. Sie müssen an die zu reinigenden Teile ange-
16
Literatur
passt werden, weshalb – je nach Situation – mehrmals täglich bis einmal nach Produktion-
sende gereinigt werden sollte (TEUFEL 1984, REUTER 1994, GENIGEORGIS 1995).
Schmutz- und Produktrückstände schützen Mikroorganismen vor Desinfektionsmitteln
(KLEINER 1990, ZOTTOLA und SASAHARA 1994, HOY 1996, GIBSON et al. 1999,
CHMIELEWSKI und FRANK 2003). Reagieren Desinfektionsmittel mit Proteinen aus Le-
bensmittelresten, kommt es zu einem Aktivitätsverlust der Desinfektionsmittel. Folglich ste-
hen sie nicht mehr für die Abtötung der Mikroorganismen zur Verfügung („Eiweißfehler“).
Beim Verbleib von Reinigungsmitteln auf einer zu desinfizierenden Oberfläche können Des-
infektionsmittel statt mit Mikroorganismen mit Restreinigungschemikalien reagieren. Dies
wird in der Fachliteratur als „Seifenfehler“ bezeichnet (KIM und FRANK 1995, HOY 1996,
CHMIELEWSKI und FRANK 2003). Beim Verbleiben von Restfeuchte auf gereinigten und
desinfizierten Oberflächen besteht die Gefahr, dass sich verstärkt bestimmte Mikroorganis-
men etablieren, die als Folge produzierte Lebensmittel kontaminieren können (SCHMIDT
und BEM 1978, EDELMEYER 1983, TEUFEL 1984). Dieses Problem kann ebenfalls eintre-
ten, wenn unhygienische Gegenstände bei Reinigung und Desinfektion verwendet werden
(TEUFEL 1984). Besonders problematisch erwiesen sich in diesem Zusammenhang Liste-
rien, die sich als typische Nischenbildner in für die Reinigung und Desinfektion unzugängli-
chen Spalten und Rissen von Oberflächen vermehren (TOMPKIN 2002, SCHALCH 2006).
Je glatter ein Material ist, desto leichter ist es zu reinigen (HOY 1996), denn aus Rissen oder
Fugen sind Mikroorganismen schwerer zu entfernen als von unbeschädigten und durchge-
henden Flächen (EDELMEYER 1983, HOLAH und THORPE 1990, KIRCHER und REUTER
1996, N.N. 2004). Deshalb sollten Oberflächenmaterialien eine möglichst niedrige Ver-
schmutzungskinetik aufweisen. Edelstahl ist im Lebensmittelbereich weit verbreitet, da er
leicht zu reinigen und gut korrosionsbeständig ist (BOULANGE-PETERMANN et al. 2004).
Glas, Nylon und Polyvinylverbindungen halten Produktion, Reinigung und Desinfektion weni-
ger lange stand als Edelstahl (DUNSMORE et al. 1981, LE CLERQ-PERLAT und LALANDE
1994).
Auch die Reaktion verschiedener Mikroorganismen, deren Species, Anzahl und Zustand auf
unterschiedliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel variiert teilweise stark. Eine Übersicht
verschiedener Mikroorganismen und deren Reaktionen auf Reinigungs- und Desinfektions-
mittel bietet Tabelle 2.7:
17
Literatur
Auch ökonomische Faktoren haben Einfluss auf die Anwendung von Reinigung- und Desin-
fektionsmitteln. Personalkosten, Energiekosten, Reinigungs- und Desinfektionsmittelkosten
sowie Wasser- und Abwasserkosten müssen bei der Auswahl von Reinigungssystemen be-
rücksichtigt werden (KLEINER 1998, FRYER et al. 2006). Besonders Heißwasseranwen-
dungen ziehen laut EDELMEYER (1983) hohe Energiekosten nach sich. Chlorreiniger und
Peroxyde werden wegen ihrer vergleichsweise geringen Kosten im Lebensmittelbereich häu-
fig verwendet (DE QUEIROZ und DAY 2007).
18
Literatur
[Link].1 Reinigungsmittel
Sie können grob in alkalische, neutrale und saure Chemikalien eingeteilt werden. Diesen
Grundstoffen werden meist folgende weitere Chemikalien zur Wirkungsverstärkung zuge-
setzt:
- Tenside (gutes Emulgiervermögen von Fett und Erleichterung des Eindringens
des Reinigers in enge Spalten und in Schmutzschichten auf Grund des amphiphi-
len Aufbaus, Senkung der Oberflächenspannung)
- Komplexbildner (Verhinderung der Ausfällung von Härtebildnern des Wassers wie
Ca2+- und Mg2+-Salze und Bindung von Schwermetallionen)
- Suspensionsstabilisatoren (z. B. Neutralsalze)
- Schauminhibitoren
- Korrosionsschutzstoffe (z. B. hochmolekulare Alkohole und Aldehyde)
(SCHMIDT und LEISTNER 1981, EDELMEYER 1983, CHMIELEWSKI und FRANK 2003,
BREMER et al. 2006, WILDBRETT 2006).
19
Literatur
[Link].2 Desinfektionsmittel
Um eine effektive Desinfektion zu gewährleisten, ist die Verwendung passender Agenzien
sehr wichtig. Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) empfiehlt für den Le-
bensmittelbereich geprüfte Desinfektionsmittel5). Nach eigenen Prüfkriterien wurden die darin
enthaltenen Mittel geprüft auf
- Wirksamkeit
- Anwendbarkeit (Materialverträglichkeit)
- Umweltverträglichkeit (biologische Abbaubarkeit)
(TEUFEL 1984, KNAUER-KRAETZL und REUTER 1992, KNAUER-KRAETZL et al. 1993,
REUTER 1994, DVG 2003, ROCKHOFF 2006, DVG 2007).
Die Anforderungen, die in der Praxis an Desinfektionsmittel gestellt werden, sind noch höher:
- schnelle Wirksamkeit
- breites Wirkungsspektrum
- mikrobizide Wirkung (nicht nur mikrobiostatisch)
- geringer Wirkungsverlust durch Eiweiße und Reinigungsmittelrückstände
- keine korrosive Wirkung
- Hautverträglichkeit und Atoxizität
- Geruchsneutralität
- Wirkungsbereich in hohen Verdünnungen
(THIEL 1980, REUTER 1986, BERDING 1991 und ERNST 2003)
Tabelle 2.8 fasst die Wirkungsspektren der wichtigsten Desinfektionsmittelgruppen zusam-
men:
20
Literatur
Alkohole
Chlor, Jod
Peroxide
Laugen
Säuren
Phenole
Quats6)
Ampho-
tenside
Die wichtigsten Vertreter der Gruppe der Aldehyde sind Formaldehyd, Glutaraldehyd und
Glyoxal. Die Wirkungsweise ist an die sehr reaktive Aldehydgruppe gebunden, die vor allem
mit Amino- und Amidgruppen von Zellproteinen reagiert. Durch Ausbildung von N-Methylol-
Verbindungen und anschließender Bildung von irreversiblen Methylbrücken werden Bestand-
teile mikrobieller Zellwände geschädigt. Dadurch werden diese durchlässig und das osmoti-
sche Gleichgewicht im Inneren der Zellen gestört. Außerdem werden Zellenzyme inhibiert
und dadurch der Zellstoffwechsel behindert.
Aldehyde weisen deutliche Eiweiß- und Kältefehler auf. Bei Temperaturen unter + 10 °C ist
die Wirkung der Aldehyde stark beeinträchtigt, um 0 °C kommt sie zum Erliegen. Ihr Wir-
kungsspektrum ist breit. Kontakt mit Aldehyden kann zu Haut-, Schleimhaut, Atem- und Ver-
dauungstraktreizungen führen. Auch kanzerogene und mutagene Wirkungen werden disku-
6)
Quats = Quaternäre Ammoniumverbindungen
21
Literatur
tiert. (PFANNEBERG und ZRENNER 1993, WALLHÄUSSER 1995, MAYER 2004, BÖHM
2002).
In der Gruppe der Alkohole werden Ethanol, Propanol und Isopropanol am häufigsten ver-
wendet. Bei Alkoholen steigt die mikrobizide Wirkung mit dem Molekulargewicht und der Ket-
tenlänge an. Die Wirkungsweise beruht vor allem auf der Denaturierung von Proteinen. Sie
finden in Konzentrationen zwischen 50 und 80 % Verwendung. Absoluter Alkohol wirkt nicht
bakterizid. Erst ein gewisser Wassergehalt ermöglicht die Keimabtötung, Konzentrationen
unter 30 % jedoch sind unwirksam. Sie werden vor allem zur Hände- und Flächendesinfekti-
on eingesetzt. (PFANNEBERG und ZRENNER 1993, WALLHÄUSSER 1995, BÖHM 2002,
HOLAH et al. 2002).
Zur Gruppe der Halogene gehören sowohl Chlor und Chlorabspalter als auch Jodophore.
Als Desinfektionsmittel im Einsatz sind elementares Chlor und zahlreiche organische und
anorganische Chlorverbindungen. In wässriger Lösung bilden sie unterchlorige Säure, die
die Zellwand von Mikroorganismen durchdringt und im Zellinneren ihre Wirkung als starkes
Oxidationsmittel entfaltet. Sie setzt atomaren Sauerstoff frei, der Zellkomponenten wie Prote-
ine und Nukleinsäuren oxidiert. Außerdem reagiert Chlor mit SH-Gruppen von Enzymen. Die
Menge an verfügbarem Chlor, die nicht mit anderen organischen Substanzen reagiert
(Chlorzehrung), ist entscheidend für die bakteriozide Wirkung. Im schwach sauren pH-
Bereich wirkt die Chlordesinfektion erheblich schneller als im alkalischen. Mit Zunahme der
Temperatur steigt auch die Wirksamkeit von Chlor an. (PFANNEBERG und ZRENNER 1993,
WALLHÄUSSER 1995, BÖHM 2002). Chlorreiniger werden häufig wegen ihrer Zuverlässig-
keit bei niedrigen Kosten verwendet (DE QUEIROZ und DAY 2007).
Der wirksame Bestandteil jodhaltiger Desinfektionsmittel ist freies Jod. Jodophore sind gene-
rell sauer eingestellt (Wirkungsoptimum bei pH 2,5 - 4), da unter pH 7 die Wirksamkeit stetig
zunimmt. Die Wirkungsweise von Jod-Desinfektionsmitteln beruht auf deren starker Oxidati-
onskraft, wodurch mikrobielle Proteine denaturiert werden. Bei niedrigen Konzentrationen tritt
starker Wirkungsverlust durch vorhandenes organisches Material auf. Jodhaltige Desinfekti-
onsmittel müssen bei Temperaturen unter + 40 °C angewandt werden, da Jod bei höheren
Temperaturen verdampft und die Korrosionsgefahr mit der Temperatur ansteigt. Die Toxizität
von Jodophoren ist gering, es werden jedoch häufig allergische Reaktionen berichtet
(PFANNEBERG und ZRENNER 1993, WALLHÄUSSER 1995, BÖHM 2002).
Wasserstoffperoxid und Peressigsäure stellen die wichtigsten Vertreter der Sauerstof-
fabspalter dar. Beides sind starke Oxidationsmittel, die auf Zellproteine und Nukleinsäuren
von Mikroorganismen wirken. Die Toxizität der Peressigsäure ist gering, krebserregende
Wirkungen werden aber vermutet.
Zum Einsatz kommt Peressigsäure häufig zur Flächendesinfektion in Konzentrationen zwi-
schen 0,1 und 1 %. Sie ist auch geeignet zur Aerosoldesinfektion.
22
Literatur
Wasserstoffperoxid zeigt die stärkste Wirkung bei einem optimalen pH-Wert im sauren Be-
reich. Die Korrosionsgefahr stellt bei diesen Substanzen ein Problem dar (PFANNEBERG
und ZRENNER 1993, REUTER 1994, BÖHM 2002, SALUSTIANO et al. 2004).
pH-Werte über 10 und unter 4 führen zu einer direkten Schädigung bzw. Abtötung von Mik-
roorganismen. Deshalb sind viele Säuren und Laugen antimikrobiell wirksam (MROZEK
2006). Als alkalische Desinfektionsmittel werden hauptsächlich Natronlauge, seltener auch
Kalilauge eingesetzt. Einprozentige Natronlauge hat einen pH-Wert von 13 und wird häufig in
der Molkerei- und Getränkeindustrie eingesetzt. Durch den hohen pH-Wert werden Phos-
phorsäureester der Zellwandlipoide verseift und die Säureamidbindungen der Peptide hydro-
lysiert. Dies führt zur Eiweißdenaturierung. Der Effekt nimmt mit steigender Temperatur zu.
Nachteilig sind die stark korrosiven Eigenschaften der Alkalien (WALLHÄUSSER 1995,
BÖHM 2002, MROZEK 2006).
Daneben werden zu Desinfektionszwecken organische Säuren wie Ameisen-, Essig-, Milch-
und Propionsäure herangezogen. Durch die Verschiebung des pH-Werts wird das intrazellu-
läre osmotische Gleichgewicht aufgehoben und damit die Mikroorganismenzelle abgetötet.
Durch hohe Eiweißbelastung sinkt die Wirksamkeit von Säuren (Eiweißfehler). Dies kann
beispielsweise durch Verlängerung der Einwirkzeit oder durch Erhöhung der Konzentration
kompensiert werden. Für eine zuverlässige Wirksamkeit müssen die Säuren in relativ hohen
Konzentrationen verwendet werden. (MARRIOTT 1992, REUTER 1994, BÖHM 2002,
CHMIELEWSKI und FRANK 2003, MROZEK 2006).
Die rasche Wirkung von Phenolen beruht auf deren Membranaktivität. Im Inneren der Zellen
reagieren sie mit Proteinen, was zur irreversiblen Enzymschädigung führt. Nachteilig bei
Phenolen sind deren ätzende und korrosive Wirkung sowie die schlechte Wasserlöslichkeit,
was aber durch Kombination mit Tensiden verbessert wird. Im Lebensmittelbereich werden
Phenole selten verwendet. (WALLHÄUSER 1978, PFANNEBERG und ZRENNER 1993,
REUTER 1994, BÖHM 2002).
Quaternäre Ammoniumverbindungen (Quats) sind kationische Tenside und werden häufig
als Kombinationspräparate vorwiegend im Lebensmittelbereich eingesetzt. Quats beeinträch-
tigen die Funktion der mikrobiellen Zellmembranen, was zu einer Störung des Zellmilieus
und zur Denaturierung von Proteinen führt. Sowohl organische Substanzen als auch Anwe-
senheit von Seifen (Seifenfehler) beschränken die Effektivität der Quats. Saure pH-Werte
bedingen schlechtere Wirkungen als alkalische. Bei pH-Werten unter 3 fehlt die Desinfekti-
onswirkung ganz. Bei Temperaturanstieg erhöht sich die Wirksamkeit. Diese Desinfektions-
mittel sind nur wenig toxisch. Es muss aber beachtet werden, dass sie einen hohen Eiweiß-
fehler aufweisen. Auch hartes Wasser führt zu Reduzierung der Desinfektionswirkung
(PFANNEBERG und ZRENNER 1993, WALLHÄUSSER 1995, BÖHM 2002, HOLAH et al.
23
Literatur
2002, CHMIELEWSKI und FRANK 2003, PARKAR et al. 2003, MAYER 2004, SALUSTIANO
et al. 2004).
Amphotenside sind hochmolekulare Aminosäuren und zeigen ähnliche Wirkungsweisen wie
quaternäre Ammoniumverbindungen. Sie weisen einen mäßigen Eiweiß-, aber einen deutli-
chen Kältefehler auf. Diese Mängel können jedoch durch Verlängerung der Anwendungszeit
teilweise kompensiert werden (REUTER 1994, WALLHÄUSSER 1995, BÖHM 2002).
Tabelle 2.9 Durchschnittlicher Anfall von Stickstoff und Phosphor aus Milchresten bei der
Spülphase während eines CIP-Reinigungsdurchlaufs in Molkereien (EIDE 1997, modifiziert
nach EIDE et al. 2003)
Substanz Anfallende Menge pro Reinigungsdurchlauf in g
Stickstoff 118,5
Phosphor 23,0
24
Literatur
25
Literatur
Abbildung 2.2 Zürcher Hygienehaus (UNTERMANN und DURA 1996, UNTERMANN 2001;
modifiziert nach BOTZENHARDT 2004)
HACCP-Konzept
Grundlegende Hygienemaßnahmen:
- Reinigung und Desinfektion
- Ungezieferbekämpfung
- Einhaltung der Kühlkette bei Lebensmitteln
- Personalhygiene
- Trennung von Arbeitsgängen und Produktionslinien
Zur Sicherung der guten Hygiene- und Herstellungspraxis legt die VERORDNUNG (EG)
852/2004 die Erstellung von Leitlinien nahe. Diese werden in der Regel von den Verbänden
der Wirtschaftsbeteiligten in Kooperation mit der Lebensmittelüberwachung, der Wissen-
schaft, den Verbänden und Institutionen wie zum Beispiel dem Deutschen Institut für Nor-
mung e. V. (DIN) erarbeitet und umgesetzt (STÄHLE 1999, KLEINER und WELLHÄUSER
2000, KULOW 2007).
26
Literatur
schen Reaktion als Farbumschlag von gelb nach violett farblich dargestellt. Die
NADPH/NADP-Rate kann hoch und gleichzeitig NADH/NAD niedrig sein, die Gesamtmenge
an Nucleotiden bleibt aber immer relativ konstant (SINGH et al. 1994).
GIERSE und BABEL (2002) empfahlen den Test zur Durchführung betriebseigener Kontrol-
len als sichtbarer Beleg der Hygienebeurteilung. WEBER et al. (1997) erkannten in diesem
Test keine zuverlässige Aussage bezüglich der Kontrolle von Reinigung und Desinfektion,
TRAUTSCH (2003) und GOLL et al. (2004) beurteilten ihn als sinnvolle Ergänzung, jedoch
nicht als Ersatz für mikrobiologische Untersuchungen. Im Vergleich mit dem Nährbodenab-
klatschverfahren fand TRAUTSCH (2003) eine befriedigende Übereinstimmung der Ergeb-
nisse.
Das Biolumineszenzverfahren beruht auf dem Nachweis von Adenosintriphosphat (ATP),
das in jeder lebenden Zelle den Träger der chemischen Energie darstellt (GRIFFITHS 1996).
Der Nachweis erfolgt luminometrisch, indem während einer Vorreaktion aus Bakterienzellen
extrahiertes ATP und freies ATP unter Anwesenheit von Mg2+ und Luciferin mithilfe des En-
zyms Luciferase einen Komplex bilden. Dieser oxidiert mit Luftsauerstoff zu Oxiluciferin, das
unter Emission seines Photons wieder in seinen Grundzustand zurückfällt. Das emittierte
Photon wird luminometrisch erfasst und als Relative Light Units (RLU) angezeigt (BAUM-
GART und MEIERJOHANN 1994, KIRCHER et al. 1996, BRÄUNIG et al. 1995). Die Photo-
nen geben Auskunft über die Höhe der Biomasse auf einer Oberfläche bzw. über den Grad
der Verschmutzung durch Bakterien und Lebensmittelreste (KIRCHER et al. 1996, BECKER
et al. 2004). Laut PURKL (2003) unterliegt die Biolumineszenz zwar zahlreichen Einflussfak-
toren, ist aber in der Praxis für orientierende Keimzahlergebnisse ausreichend. Hohe Investi-
tions- und laufende Kosten sind allerdings Nachteile dieses Verfahrens. Verschiedene Auto-
ren berichteten, dass die Testergebnisse durch Reinigungs- und Desinfektionsmittel (BRÄU-
NIG und TRENNER 1996), durch die Bakterienspecies, die bakterielle Vermehrungsphase,
das Redoxpotenzial, die Temperatur und den pH-Wert beeinflusst wurden (MOJE und HE-
CHELMANN 1995, ORTH und STEIGERT 1996, POGGEMANN und BAUMGART 1996,
HOFBAUER et al. 1997). Durch die beeinflussenden Faktoren wären die RLU-Werte nicht
unmittelbar vergleichbar.
Die Aussagekraft des Biolumineszenzverfahrens wird in der Literatur kontrovers dargestellt:
RIGARLISFORD (1992) und RUDOLPH et al. (1995) betonten den Vorteil des schnellen Er-
kennens ungenügender Reinigung und einer entsprechenden raschen Abhilfe. Dagegen war
für BRÄUNIG und TRENNER (1996) ausschlaggebend, dass eine Kontrolle von Reinigung
und Desinfektion auf Grund der Unzuverlässigkeit des Tests gar nicht möglich war. Der Test
war allerdings laut Feststellungen anderer Autoren durchaus geeignet, Reinigungsergebnis-
se zu optimieren (ORTH und STEIGERT 1996) und kritische Arbeitsabläufe im Reinigungs-
ablauf aufzudecken (RUDOLPH et al. 1995, WERLEIN 1996). Alle Autoren stimmten darin
28
Literatur
Zur Gruppe der direkten mikrobiologischen Nachweisverfahren gehören folgende, auch kul-
turtechnische Nachweisverfahren genannte Methoden. Dabei unterscheidet man je nach
Vorgehensweise bei der Probenahme zwischen destruktiven und nicht destruktiven Verfah-
ren. Zur Beurteilung des Reinigungs- und Desinfektionserfolgs stehen eine Reihe nicht de-
29
Literatur
struktiver Methoden zur Verfügung, bei denen Bakterienkolonien auf Nährböden kultiviert
werden.
Beim Nass-Trocken-Tupfer-Verfahren (NTT-Verfahren) nach DIN 10113-1 (1997) wird eine
Fläche definierter Größe zuerst mit einem mit steriler Verdünnungslösung angefeuchteten,
danach mit einem trockenen Watteträger abgestrichen. Beide Tupferköpfe werden in steriler
Verdünnungslösung nach definierter Vorgehensweise aufgeschüttelt, in dekadischer Reihe
verdünnt und ein Aliquot anschließend auf Nährmedien überführt. Laut EINSCHÜTZ (2004)
ergab vierfaches Aufschütteln der Tupfer die optimalen Wiederfindungsraten. Die beimpften
Nährböden werden vorschriftsgemäß inkubiert und daraufhin abgelesen. Dieses Verfahren
zur Keimzahlbestimmung weist eine hohe Genauigkeit auf. Es ist auf ebenen und unebenen
sowie an schlecht zugänglichen Flächen anwendbar (SCHMIDT und BEM 1978, LOUWERS
und KLEIN 1994a, REUTER 1994). Bei der Beprobung nasser oder feuchter Flächen ist es
den Nährbodenkontaktverfahren überlegen. Die Beprobung mehrerer gleichartiger Flächen
mit einem Tupfer ist bei Bedarf möglich (LOUWERS und KLEIN 1994a). Von Nachteil beim
NTT-Verfahren sind der hohe Zeit-, Arbeits- und Materialaufwand (LOUWERS und KLEIN
1994a, SCHULZE und HILDEBRANDT 1995). Dessen Anwendung verlangt ein mikrobiologi-
sches Labor (SCHMIDT und BEM 1978, LOUWERS und KLEIN 1994a) und erfordert Sach-
kenntnisse sowohl in der Ausführung der Probenahme, sowie für die Weiterverarbeitung und
Auswertung der Proben im Labor (LOUWERS und KLEIN 1994a). Auf rauen Oberflächen
bemängelten SCHMIDT und BEM (1978) große Ungenauigkeiten.
Das Einfache Tupferverfahren nach DIN 10113-2 (1997) unterscheidet sich dahingehend
vom NTT-Verfahren, dass hier nur 1 trockener Watteträger statt eines Angefeuchteten und
eines Trockenen verwendet werden. KELCH und FRIES (1959) ermittelten bei feuchten Tup-
fern eine erheblich höhere kulturelle Ausbeute als bei trockenen, ein Aufschütteln war aller-
dings trotzdem notwendig. THOMAS et al. (1955) stellten fest, dass durch einmaliges Abwi-
schen von Oberflächen nur 1/3 der Keime von Oberflächen erfasst wurden, durch zweimali-
ges Abtupfen wurden 60 % erfasst. Auch dieses Verfahren weist eine relativ hohe Genauig-
keit der Ergebnisse auf (LOUWERS und KLEIN 1994a), ist einfach in der Anwendung (LOU-
WERS et al. 1995), eine gewisse Sachkenntnis ist jedoch erforderlich. Schlecht zugängliche
Probenahmestellen sind mit diesem Verfahren gut zu erreichen (REUTER 1994), auf rauen
Oberflächen ist es schlecht anwendbar (LOUWERS und KLEIN 1994a).
Eine weitere, oft angewandte Möglichkeit zur Bestimmung des mikrobiologischen Status von
Oberflächen nach Reinigung und Desinfektion sind Nährbodenkontaktverfahren. Das Ab-
klatschverfahren nach DIN 10113-3 dient der semiquantitativen Bestimmung des Oberflä-
chenkeimgehalts. Dabei wird ein Nährboden mit konvexer Oberfläche auf der zu prüfenden
Stelle abgerollt und anschließend im Brutschrank inkubiert. Nach der Bebrütung werden die
Kolonie bildenden Einheiten (KbE) auf dem Nährboden gezählt. Praktisch ist dabei die direk-
30
Literatur
te Übertragung der Keime von der Probenahmestelle auf den Nährboden (SCHMIDT und
BEM 1978) sowie die schnelle Durchführbarkeit dieses Verfahrens (LOUWERS und KLEIN
1994a, HILLER et al. 1995, SCHULZE und HILDEBRANDT 1995, RÜHLMANN und FELD-
HUSEN 1996). Als Nachteil sahen LOUWERS und KLEIN (1994a), dass auch Nährboden-
kontaktverfahren erheblichen Sachverstand der Anwender verlangen und sie häufig nicht in
der gewünschten Weise an schlecht zugänglichen Probenahmestellen einsetzbar sind. Ein
Verrutschen des Nährbodens auf der Probenahmestelle muss – wie die Anwendung auf
nassen Flächen – unbedingt vermieden werden (LOUWERS und KLEIN 1994a). Bei der Be-
probung rauer Oberflächen besteht die Gefahr, dass in tiefen Rillen sitzende Mikroorganis-
men nicht erfasst werden (LOUWERS und KLEIN 1994a), deshalb schlugen SCHMIDT und
BEM 1978 sowie LOUWERS und KLEIN (1994a) vor, mit diesem Verfahren lediglich ebene
und leicht konvexe Flächen zu beproben. RÜHLMANN und FELDHUSEN (1996) erkannten,
dass sich bei diesem semiquantitativen Verfahren nur ein Abbild der Oberfläche erzeugen
lässt. Ob eine Kolonie aus einer Einzelzelle oder aus einem Keimaggregat entstanden ist,
war nicht nachvollziehbar. Die Bakterienwiederfindungsraten bei diesem Verfahren waren
geringer als beim Tupferverfahren (LOUWERS und KLEIN 1994a, BASLER und STOLLE
2000). Bei sehr hoher Keimbelastung sind Nährbodenkontaktverfahren nicht aussagekräftig,
da nur Rasenwachstum erkennbar ist (SCHMIDT und BEM 1978, HILLER et al. 1995,
SCHULZE und HILDEBRANDT 1995, SCHÖNENBRÜCHER und BÜLTE 2004).
Sowohl bei den beiden Tupferverfahren als auch bei den Nährbodenkontaktverfahren er-
kannten RÜHLMANN und FELDHUSEN (1996), dass bei glatten Flächen die höchsten Keim-
ausbeuten zu erzielen waren. Auf rauen, zerklüfteten und porösen Oberflächen hingegen
konnten sich Mikroorganismen der Probenahme entziehen (LOUWERS und KLEIN 1994a,
PFANNENSCHMIDT et al. 2001), da dort die Haftung der Bakterien begünstigt sei. LOU-
WERS et al. (1995) stellten fest, dass bei der Beprobung von V2A-Stahl und Polyethylen-
oberflächen nur geringe Abweichungen bei der Anzahl der gefundenen KbE pro cm2 erkenn-
bar waren. Das gleiche bestätigten SCHULZE und HILDEBRANDT (1995) bei Lebensmittel-
gebrauchsgegenständen aus Metall und anderen Materialien.
Untersuchungen von RÜHLMANN und FELDHUSEN (1996) ergaben beim NTT die höhere
Keimausbeute als bei Nähbodenkontaktverfahren, da beim NTT-Verfahren organische Reste
mit darin befindlichen Mikroorganismen aufgenommen werden.
Je nach Probenahmeverfahren, nach örtlicher Entfernung vom Labor und nach Art des
Transports von Probenmaterial kann die Aussagekraft des angewandten Verfahrens stark
negativ beeinflusst werden (KLEINER 2000).
DIN 10113-1 empfiehlt bei der Aufbewahrung des Wattetupfers bis zur Herstellung der Erst-
verdünnung unter Lichtabschluss 24 Stunden und Temperaturen von 0 °C und + 5 °C nicht
zu überschreiten.
31
Literatur
Das NTT ist am ehesten geeignet für die Feststellung des allgemeinen Keimgehalts. Wegen
des großen Arbeits-, Zeit- und Materialaufwands ist es nicht für die Routine geeignet, stellt
aber ein sehr exaktes Verfahren dar, das generell die höchste Keimausbeute bietet (Refe-
renzverfahren) (WEBER et a. 1997, KLEINER 2000, PFANNENSCHMIDT et al. 2001). Laut
LOUWERS et al. (1995) ist aber auch das Einfache Tupferverfahren zur Effektivitätsprüfung
von Reinigung und Desinfektion vertretbar, da es einen Kompromiss zwischen Reproduzier-
barkeit und nötigem Aufwand darstellt.
2.2.5 Hygienedesign
Konstruktion und Bau von Maschinen, Anlagen und Einrichtungen für den Lebensmittelbe-
reich im so genannten „Hygienedesign“ sind eine fachlich selbstverständliche Forderung
(DUNSMORE et al. 1981, LELIEVELD 1985, GRASSHOFF 1992, CURIEL et al. 1993,
MOSTELLER und BISHOP 1993, CHISTI und MOO-YOUNG 1994, LELIEVELD 1994, GIB-
SON et al. 1999, CHMIELEWSKI und FRANK 2003, HOFMANN und SOMMER 2006, THE-
VENOT et al. 2006, N.N. 2008d). Geringerer Wartungsaufwand und vereinfachte Reinigung
gelten dabei als oberste Ziele (JABLONSKI und TEUBLER 2007). Alle Bauteile sollen derart
konstruiert und Materialien so ausgewählt und beschaffen sein, dass Ansammlungen von
Feuchtigkeit, Produktrückständen und anderem Schmutz weitgehend unterbunden werden
und somit effizientes Reinigen möglich ist. Leitlinien zum Hygienedesign mit allgemeingülti-
gem Charakter und speziellen Anforderungen an bestimmte Bauteile wurden erarbeitet, die
Forderungen aus der Wissenschaft (HAUSER 1992, CURIEL et al. 1993, LELIEVELD et al.
2003, JENSEN und FRIIS 2005) zusammenfassen. In den Tabellen 2.10 und 2.11 sind die
Anforderungen von RICHTLINIE 2006/42/EG7), DIN EN ISO 14159 (2008), DIN EN 1672-2
(2005) und DOCUMENT 8 der GUIDELINES der European Hygienic Engineering & Design
Group (EHEDG, 2004), die teils Punkte näher erläutern und teils gegenseitig ergänzen, in
relevanten Auszügen gegenübergestellt.
7)
Ersatz für RICHTLINIE 98/37/EG; ab Dezember 2009 verbindlich, in dieser Arbeit zitierte Abschnitte
in der alten und neuen Richtlinie identisch
32
Literatur
Tabelle 2.10 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen Design von Konstruktionswerkstoffen (RICHTLINIE
2006/42/EG, DIN EN ISO 14159 (2008), DIN EN 1672-2 (2005) und DOCUMENT 8 der EHEDG GUIDELINES (2004))
Anwendungsbereich RICHTLINIE DIN EN ISO 14159 (2008) DIN EN 1672-2 (2005) EHEDG GUIDELINES
2006/42/EG DOC. 8 (2004)
Ohne weitere Spezifizie- Gewährleistung der Gewährleistung von Keine Angaben Keine Angaben
rung Reinigbarkeit, außer - Haltbarkeit bei bestimmungsge-
bei Einwegteilen mäßem Gebrauch
- Reinigbarkeit
- Erforderlichenfalls Desinfizier-
barkeit
- Widerstandsfähigkeit gegenüber
Oberflächenbeschädigungen
Produktberührende Berei- Keine Angaben - Korrosionsbeständigkeit Keine Übertragung un- Auflistung von Edel-
che von Maschinen - Produkt nicht kontaminierend, erwünschter Gerüche, stahlsorten und deren er-
absorbierend oder toxisch Farb- oder Geschmack- forderlichen Eigenschaften
- Temperaturbeständigkeit stoffe auf Lebensmittel
33
Literatur
Tabelle 2.11 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen Design bezüglich Gestaltung und Herstellung im Le-
bensmittelbereich gemäß RICHTLINIE 2006/42/EG, DIN EN ISO 14159 (2008), DIN EN 1672-2 (2005) und DOCUMENT 8 der EHEDG GUIDELI-
NES (2004)
Anwendungsbereich RICHTLINIE 2006/42/EG DIN EN ISO 14159 (2008) DIN EN 1672-2 (2005) EHEDG GUIDELINES DOC. 8
(2004)
Allgemein Keine Angaben Keine Angaben Keine Angaben Vermeidung von Kondensation;
falls nicht möglich, abfließend
vom Lebensmittelbereich
Oberflächenstruktur Glatt, keine Erhöhungen oder Defektfreiheit Glatt, aus einem Stück Ra > 0,80 µm8) nur akzeptabel,
Vertiefungen zum Zurück- oder abgedichtet wenn Reinigungstest ausrei-
bleiben organischer Stoffe chendes Ergebnis bringt
Reinigung und Desin- Reinig- und Desinfizierbarkeit - Reinig-, Desinfizier-, Pas- Keine Angaben - Falls Kompromiss zwischen
fektion teurisier-, Sterilisierbarkeit Hygiene und Funktionalität,
- Zugänglichkeit für Reini- Kompensation durch intensi-
gung und Desinfektion vere Reinigung und Desinfek-
- Falls schlechte Zugänglich- tion
keit, Teile demontierbar und - Dokumentation
leicht abnehmbar - Bei CIP-fähigen Geräten Be-
- Alternative: CIP weis, dass ohne Demontage
ausreichendes Reinigungs-
und Desinfektionsergebnis
8)
Ra-Wert gibt die Rauigkeit einer Oberfläche an; je höher der Wert, desto rauer die Oberfläche
34
Literatur
Fortsetzung Tabelle 2.11 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen Design bezüglich Gestaltung und Herstellung
im Lebensmittelbereich gemäß RICHTLINIE 2006/42/EG, DIN EN ISO 14159 (2008), DIN EN 1672-2 (2005) und DOCUMENT 8 der EHEDG
GUIDELINES (2004)
Anwendungsbereich RICHTLINIE 2006/42/EG DIN EN ISO 14159 (2008) DIN EN 1672-2 (2005) EHEDG GUIDELINES DOC. 8
(2004)
Abfluss Vollständige Ableitbarkeit der Konstruktion selbst abflie- Keine Angaben - Vermeidung horizontaler
von Lebensmitteln oder Rei- ßender oder entleerbarer Flächen
nigungs- und Desinfektions- Oberflächen (siehe auch - Flächenneigung vom Produkt
mitteln stammenden Flüssig- Abbildung 8.1, Seite 88) wegleitend
keiten, Gase und Aerosole
Toträume Keine Angaben Vermeidung von Toträumen Keine Angaben keine Angaben
Verbindungen Keine Stellen, an denen or- Durchgehendes Verschwei- Keine Angaben Sorgfältig bearbeitete Nähte
ganische Stoffe zurückblei- ßen oder Verkleben (siehe ohne Nacharbeiten akzeptabel
ben können auch Abbildungen 8.2 und
8.3, Seiten 88 und 89)
Innere Winkel, Ecken, - Kanten und Aussparungen - Gute Reinigbarkeit Keine Angaben Keine Angaben
Rillen auf Minimum reduziert - Rillen breiter als tief
- Ausrundungen von Innen- - Kehlungen mit reinigbaren
flächen mit großen Radien inneren Winkeln und Ecken
(siehe auch Abbildung 8.4,
Seite 89)
35
Literatur
Fortsetzung Tabelle 2.11 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen Design bezüglich Gestaltung und Herstellung
im Lebensmittelbereich gemäß RICHTLINIE 2006/42/EG, DIN EN ISO 14159 (2008), DIN EN 1672-2 (2005) und DOCUMENT 8 der EHEDG
GUIDELINES (2004)
Anwendungsbereich RICHTLINIE 2006/42/EG DIN EN ISO 14159 (2008) DIN EN 1672-2 (2005) EHEDG GUIDELINES DOC. 8
(2004)
Wellendichtungen, Keine Angaben - Hygienische Wellendich- Produktberührende Lager Keine Angaben
Lager tungen, leicht zugänglich mit Lebensmittelschmier-
für Reinigung u. Inspektion stoffen geschmiert, unge-
- Lager im LM-Bereich un- schmiert oder produktge-
geschmiert oder produkt- schmiert und reinigbar
geschmiert und reinigbar
Öffnungen, Abde- Keine Angaben - Gestaltung ohne jegliche Keine Angaben Keine Angaben
ckungen nachteilige Beeinflussung
(Vermeidung von Eindrin-
gen oder Ansammeln von
Schmutz) (siehe auch
Abbildung 8.5, Seite 90)
- Reinigbarkeit
Betriebsstoffe Vermeidung von Kontakt - Vermeidung von Produkt- Keine Angaben Kein Produktkontakt
gesundheitsschädlicher kontakt
Betriebsstoffe mit Produkt - Bei möglichem Kontakt
Verwendung nicht toxi-
scher Betriebsstoffe
36
Literatur
37
Eigene Untersuchungen
3 Eigene Untersuchungen
Ziel der eigenen Untersuchungen war es, die Effektivität eines offenen CIP-Systems in einer
Lebensmitteltiefziehverpackungsmaschine zu überprüfen. Es handelte sich dabei um den
Typ R 535 (Firma Multivac, Wolfertschwenden) in dessen Innenraum ein CIP-
Reinigungssystem integriert ist.
Tiefziehverpackungsmaschinen wie diese formen unter thermischem Einfluss aus Folien
Behältnisse beispielsweise für Lebensmittel (Bereich „Formen“). Die Folie wird dabei durch
zwei Transportketten jeweils am Folienrand fixiert und durch die Maschine geführt. Ketten-
führungsprofile leiten diese Ketten auf beiden Seiten der Maschine. Im Bereich „Einlegestre-
cke“ werden diese Behältnisse mit Lebensmitteln oder anderen Produkten bestückt. An-
schließend werden die befüllten Behältnisse mit einer Deckfolie versiegelt (Bereich „Sie-
geln“). Im Bereich „Schneidung“ werden die hergestellten Verpackungen je nach Form aus-
geschnitten und über ein Abführband aus der Maschine befördert. Abbildung 3.1 zeigt eine
Übersichtszeichnung der im Rahmen dieser Studie geprüften Maschine.
38
Eigene Untersuchungen
95 cm
655 cm
Legende: Farben der Klammern unterhalb der Maschine entsprechen den verschiedenen Bereichen (von rechts nach links gemäß
Produktionsablauf): Formen (Sch)
Einlegestrecke (E)
Siegeln (S)
Schneidung (Sch)
Abführband
39
Eigene Untersuchungen
Um eine effektive Reinigung und Desinfektion durch ein CIP-System in der Maschine zu er-
reichen, wies dieses System folgende Ausgestaltung auf: Um den Innenraum der Maschine
weitestgehend durch den Reinigungsvorgang erreichbar zu machen, waren die Bauteile in
offener Bauweise in der Maschine montiert. Auf gebündelte Kabelstränge und geschlossene
Kabelkanäle wurde verzichtet, Kabel und Leitungen waren auf Abstand oder offen in Gitter-
kanälen verlegt, Maschinenfüße in offenem, gut zugänglichem Profil gestaltet, Schutzabde-
ckungen waren abgeschrägt und wiesen keine unzugänglichen Bereiche auf.
In den einzelnen oben genannten Maschinenbereichen waren, wie in Abbildung 3.3 (Seite
41) schematisch dargestellt, Düsen in verschiedener Anzahl eingebaut und gemäß den funk-
tionellen Bereichen der Maschine in Waschzonen unterteilt. Die Düsen in den Bereichen
„Formen“ (F), „Einlegestrecke“ (E) und „Siegeln“ (S) waren an einer dafür vorgesehenen
waagrechten Schiene, die einen Abstand von 28 cm zum Boden aufwies, angebracht. Für
die Düsen in den Bereichen „Schneidung“ (Sch) und „Abführband“ waren Traversen mittels
Klemmstücken zur Befestigung angebracht. Zur Reinigung der Kette waren jeweils links und
rechts im Bereich „Schneidung“ zusätzliche Düsen installiert, an denen sich die Kette wäh-
rend Reinigung und Desinfektion vorbei bewegte. In die Bereiche „Formen“, „Einlegestrecke“
und „Siegeln“ waren jeweils sechs, in die Zone „Schneidung“ waren vier rotierende Einzeldü-
sen eingebaut, die innerhalb der einzelnen Zonen zur Unterscheidung mit Ziffern von 1 bis 4,
bzw. von 1 bis 6 durchnummeriert wurden. Zur Reinigung des Kettenführungsprofils und des
Außenrahmens, also des Grundgerüstes der Maschine samt den seitlichen Schutzabde-
ckungen, waren lange Düsenrohre in waagrechter Lage in die Maschine eingebaut. Diese
wurden jeweils rechts und links der Maschine in zwei separate Waschzonen eingeteilt (Ket-
tenführung 1 bzw. 2 und Außenrahmen 1 bzw. 2). Das Abführband, das die fertig verpackte
Ware abtransportiert, bewegte sich an zwei fest eingebauten Düsenstöcken vorbei.
Abbildung 3.2 zeigt einen Abschnitt der Maschine im Bereich „Einlegestrecke“ schräg von
oben. Ein Teil der Schutzabdeckungen wurde in dieser Abbildung zum besseren Einsehen in
die Maschine entfernt. Die darauf folgende Abbildung 3.3 zeigt die Zonen und die Verteilung
der einzelnen Düsen in der Maschine schematisch von oben.
40
Eigene Untersuchungen
Schutzabdeckungen entfernt
Kette
Düsenrohr zur Kettenreini-
gung (identisch im Außen-
rahmen)
Schutzabdeckungen
Außenrahmen
band Sch4 S6 S2 E4 E2 F6 F2
Kettenführung 2 Kettenführung 1
Außenrahmen 2 Außenrahmen 1
Legende (von rechts nach links gemäß Ablauf von Reinigung und Desinfektion):
Waschzone Formen (F)
Waschzone Einlegestrecke (E)
Waschzone Siegeln (S)
Waschzone Schneidung (Sch)
Waschzone Abführband
41
Eigene Untersuchungen
Die Beaufschlagung der Düsen mit Wasser bzw. mit Reinigungs- und Desinfektionslösungen
war durch eine der Maschine vorgeschaltete Versorgungseinheit gewährleistet, in welcher
der Druck erhöht und dem Leitungswasser Reinigungs- und Desinfektionschemikalien zu-
gemischt wurden. Die Düsen in der Tiefziehverpackungsmaschine wurden über Schläuche
von der Versorgungseinheit gespeist. Die Maschine befand sich während aller durchgeführ-
ten Versuche in einem Raum, in dem die Temperaturen konstant gehalten werden konnten.
9)
Materialien mit Herstellerangaben siehe Anhang Punkt 8.2 (Seiten 91/92)
42
Eigene Untersuchungen
Zur Auswertung der Ergebnisse aller in dieser Arbeit durchgeführten Tests wurden Methoden
deskriptiver Statistik angewandt (SACHS 2004).
3.2.1 Riboflavintest
Ziel dieser Versuchsreihe war die Überprüfung der vollständigen Reinigbarkeit der Maschine
und das Erkennen von Schwachstellen bei der Reinigung anhand einer fluoreszierenden
Testflüssigkeit. Versuchsaufbau und -ablauf erfolgten in Anlehnung an die Vorgaben des
MERKBLATTS RIBOFLAVINTEST FÜR KEIMARME ODER STERILE VERFAHRENS-
TECHNIKEN (2007) des VDMA. Der Versuch wurde wie in Abbildung 3.4 (Seite 44) schema-
tisch dargestellt, insgesamt fünfmal durchgeführt. Zur laufenden Kontrolle und Dokumentati-
on der einzelnen Versuchsschritte kam eine Checkliste zum Einsatz. Jeder durchgeführte
Versuch wurde fortlaufend nummeriert.
[Link] Material10)
Zur Durchführung des Tests wurde eine Testlösung aus destilliertem Wasser, Riboflavin
und Hydroxyethylcellulose verwendet, die unter UV-Licht fluoresziert (Zusammensetzung
siehe Anhang Punkt 8.3, Seite 93). Sie wurde mithilfe einer Überdruck-Sprühflasche mit Zer-
stäuber auf die zu überprüfenden Oberflächen im Inneren der Tiefziehverpackungsmaschine
aufgebracht.
Die Wellenlänge der verwendeten UV-Lampe betrug 365 nm. Die Einsatzfähigkeit der Lam-
pe wurde vor Gebrauch geprüft. Dazu wurde eine 1:1000-Verdünnung der Riboflavinlösung
hergestellt und mit der UV-Lampe in einem abgedunkelten Raum bestrahlt. War Fluoreszenz
zu erkennen, wurde die Lampe als für den Versuch einsatzbereit beurteilt.
10)
Materialien mit Herstellerangaben siehe Anhang Punkt 8.2 (Seiten 91/92)
43
Eigene Untersuchungen
[Link] Methoden
Abbildung 3.4 Flussdiagramm zum Ablauf des Riboflavintests
Unmittelbar vor Testbeginn wurde die Riboflavin-Testlösung hergestellt und die UV-Lampe
geprüft. Danach wurden die Schutzabdeckungen der Maschine entfernt, bzw. die Seitenver-
kleidungen geöffnet und die Verpackungsmaschine auf optische Sauberkeit und Fettfreiheit
überprüft. Bei Anwesenheit von Fett wurde dieses mit Papiertüchern und nötigenfalls mit
Alkohol entfernt. Es folgte die Überprüfung der verwendungsgemäßen Stellung aller Düsen
und die der Maschine. Leitungswasser zum Spülen sollte bei diesem Versuch laut Merkblatt
Temperaturen zwischen + 12 °C und + 25 °C aufweisen.
Die zu untersuchenden Oberflächen im Innenraum der Maschine wurden mithilfe der Sprüh-
flasche mit Testlösung benetzt. Dabei wurde in abgedunkelter Umgebung anhand der UV-
Lampe auf eine homogene Verteilung und eine vollständige Benetzung aller zu überprüfen-
den Oberflächen geachtet. Die Testlösung wurde so aufgesprüht, dass alle Stellen fluores-
zierten, aber keine Bildung großer Tropfen zu erkennen war. Nach Anbringen der Seitenver-
kleidungen und aller vorhandener Schutzabdeckungen folgte der Ablauf des Spülpro-
gramms. Da in diesem Versuchsabschnitt die Erreichbarkeit der zu reinigenden Stellen ü-
44
Eigene Untersuchungen
berprüft werden sollte, erfolgte eine Spülung durch das CIP-System mit Leitungswasser oh-
ne Reinigungs- oder Desinfektionsmittelzusätze. Als Spülzeit wurden 20 Sekunden gewählt.
Durch Sichtprüfung mittels UV-Lampe im dunklen Raum wurden anschließend die zu unter-
suchenden Oberflächen auf verbliebene Fluoreszenz kontrolliert. Alle Ergebnisse wurden in
Listen (Muster siehe Anhang Abbildung 8.6, Seite 95) und anhand von Farbbildern dokumen-
tiert.
3.2.2 NAD-Schnelltest
Das Ziel dieses Tests war die Überprüfung des Reinigungserfolgs auf Oberflächen der Ma-
schine nach künstlicher Kontamination und Einsatz des CIP-Systems. Der Test wurde insge-
samt fünfmal durchgeführt. Zur Kontrolle der einzelnen Versuchsschritte und zur Dokumenta-
tion der Ergebnisse wurde eine Checkliste entworfen (siehe Anhang Abbildung 8.7, Seiten
96-98). Jeder durchgeführte NAD-Test wurde fortlaufend nummeriert.
[Link] Material11)
Bei der Auswahl der Probenahmestellen wurden alle Waschzonen der Maschine berück-
sichtigt. Sie wurden so gewählt, dass die verschiedenen eingebauten Materialien (Metalle,
Kunststoffe) in unterschiedlichen räumlichen Lagen und Neigungen beprobt werden konnten.
Da ein großer Anteil der Oberflächen an und in der Maschine aus Edelstahl besteht, hat die-
ses Material auch einen großen Anteil an der Gesamtzahl aller beprobten Stellen. Bei der
Wahl der Probenahmestellen wurde Wert darauf gelegt, dass diese reproduzierbar zugäng-
lich waren und im Hinblick auf die präzise mikrobiologische Untersuchung mindestens eine
Fläche von 25 cm² aufwiesen. Alle 26 Probenahmestellen und deren Charakteristika sind in
Tabelle 3.1 aufgelistet:
11)
Materialien mit Herstellerangaben siehe Anhang Punkt 8.2 (Seiten 91/92)
45
Eigene Untersuchungen
46
Eigene Untersuchungen
Zur künstlichen Verschmutzung der Maschine wurde ein Kontaminationsmedium aus den
Bestandteilen Fleischsaft, Rohmilch und Crème fraîche herangezogen (Herstellung siehe
Anhang Seite 93). Die Kontaminationslösung wurde anhand einer Sprühflasche auf die zu
beprobenden Stellen der Maschine aufgetragen. Zur Überprüfung der Sauberkeit der be-
probten Oberflächen in der Maschine nach Reinigung und Desinfektion wurde der HY RiSE®
Colour Hygiene Test Strip verwendet.
[Link] Methoden
An der Verpackungsmaschine wurden nach Abnahme der Schutzabdeckungen und Öffnen
der Seitenverkleidungen die in Tabelle 3.1 aufgelisteten Stellen, die in allen folgenden Ver-
suchen überprüft werden sollten, mit wasserfestem Stift markiert. Sie wurden bereits 24
Stunden vor Versuchsbeginn mit Alkohol entfettet.
47
Eigene Untersuchungen
Nach Kontrolle der Düsen und der Maschine auf verwendungsgemäße Stellung, Schließen
der Seitenverkleidungen und Auflegen der Schutzabdeckungen wurde ein definiertes Reini-
gungsprogramm mit alkalischem Reinigungsmittel und Amphotensid-Desinfektionsmittel ge-
startet (Programm siehe Tabelle 8.1, Seite 94).
Zur Sicherung der Funktionalität des Tests wurden, wie auf der Packungsbeilage des Tests
gefordert, Raumtemperaturen zwischen + 15 °C und + 30 °C eingehalten. Alle verwendeten
Reagenzien wiesen Temperaturen zwischen + 15 °C und + 25 °C auf. Für jede zu beproben-
de Stelle wurde die Verpackung eines NAD-Teststreifens zur Wiedererkennung beschriftet,
der Teststreifen aus der Folienverpackung entnommen und gemäß Herstellerangaben be-
handelt.
Die Probenahme erfolgte durch leichtes Andrücken der Testzone des Teststreifens auf die
Testfläche und gleichzeitiges Rückwärtsziehen um 30 cm. Dieses Maß wurde je nach Aus-
maß der Testoberfläche auf mehrere Teilstrecken aufgeteilt. Beim weiteren Vorgehen nach
Herstellerangaben, wurden die Teststreifen gemäß Tabelle 3.2 abgelesen und dokumentiert.
48
Eigene Untersuchungen
[Link] Material12)
Es wurden die gleichen Stellen beprobt wie beim NAD-Test. Zur Kontamination der Probe-
nahmestellen wurde das gleiche Kontaminationsmedium wie beim NAD-Schnelltest ver-
wendet (Herstellung siehe Anhang Punkt 8.3, Seite 93). Das Auftragen von 0,1 ml der Kon-
taminationslösung auf gut zugängliche Oberflächen erfolgte mithilfe kalibrierter Pipetten mit
sterilen Pipettenspitzen.
An schlecht zugänglichen Stellen wurde das Kontaminationsmedium anhand einer Sprühfla-
sche homogen auf die zu beprobenden Stellen der Maschine aufgetragen. Dies war der Fall
an Probenahmestelle 25 (Kette) und 26 (Abführband).
Die Zubereitung der Verdünnungslösung für die Probenahme sowie die des Plate-Count-
Agars (PC-Agar) für die Kultivierung der Proben erfolgte nach Herstellerangaben sowie der
amtlichen Methode L 06.00-18 der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach
§ 64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Die Verdünnungslösung wurde in
sterile Mehrwegreagenzgläser aus Glas, PC-Agar in sterile Petrischalen abgefüllt (Herstel-
lung siehe Anhang Punkt 8.3, Seite 93).
Zur Keimzahlbestimmung wurde für einen Teil der Proben ein Spiralplater verwendet.
[Link] Methoden
Waren die Oberflächen genügend groß, wurden anhand einer quadratischen Schablone aus
Edelstahl mit einer Fläche von 25 cm2 zwei benachbarte Stellen abgemessen und mit einem
wasser- und alkoholfesten Stift markiert. Die eine der beiden Stellen war jeweils genau die-
jenige, die im NAD-Test schon beprobt wurde, die zweite wurde nahe daneben auf dem glei-
chen Oberflächenmaterial in der gleichen Neigung markiert. An den Probenahmestellen 3, 9,
11, 15, 16 und 21 (siehe Tabelle 3.1, Seite 46) war es nicht möglich, zwei 25 cm2 große
Quadrate abzumessen. In diesen Fällen wurden deshalb anhand eines Lineals rechteckige
Flächen mit 25 cm2 gekennzeichnet. Stellen wie z. B. Schläuche, die keine ebenen Oberflä-
chen aufwiesen, wurden anhand eines flexiblen Lineals vermessen. Die mit den im NAD-
Test identischen Stellen wurden für das NTT nach Reinigung und Desinfektion herangezo-
gen. Die jeweils benachbarte Stelle wurde vor Reinigung und Desinfektion (Probe vor R/D)
abgestrichen. Kettenglieder (Probenahmestelle 25) und Stellen des Abführbandes (Probe-
nahmestelle 26) wurden auf Grund ihrer unebenen Oberfläche als komplette Einheiten ange-
sehen, die bei jedem Versuch gleichartig beprobt wurden. Zur Probenahme an den Ketten-
gliedern wurden jeweils zwei benachbarte Glieder herangezogen. Ein Glied wurde vor, das
andere nach Reinigung und Desinfektion beprobt.
12)
Materialien mit Herstellerangaben siehe Anhang Punkt 8.2 (Seiten 91/92)
49
Eigene Untersuchungen
Nach Herstellung des Kontaminationsmediums wurden je 0,1 ml davon mit der Pipette auf-
getragen und mithilfe eines sterilen Metallspatels homogen auf die markierten Bereiche ver-
teilt, so dass ein sichtbarer Belag zu erkennen war. Jede der jeweils benachbarten Probe-
50
Eigene Untersuchungen
nahmestellen wurde kontaminiert. Daraufhin wurde abgewartet, bis das Medium vollständig
angetrocknet war. Hierfür war eine Dauer von 30 bis 40 Minuten notwendig.
Nach dem Antrocknen wurde die eine der beiden benachbarten Stellen als Vergleichsprobe
vor Reinigung und Desinfektion beprobt. Dies lief, wie in DIN 10113-1 (Teil 1) beschrieben,
folgendermaßen ab: Ein steriler Tupfer wurde mit steriler Verdünnungslösung angefeuchtet,
so dass er leicht quoll, aber nicht tropfte. Der Tupfer wurde ca. 2 cm von seinem Ende her
gefasst und damit die Fläche in einem Winkel von ca. 45° unter gleichzeitiger leichter Rotati-
on in zwei Richtungen mäanderförmig abgestrichen. Anschließend wurde der Tupfer an den
Rändern der kontaminierten Fläche unter kreisförmigen Bewegungen entlang geführt. Die
Tupferführung auf den Probenahmeflächen stellt Abbildung 3.7 schematisch dar (Abfolge
nach folgender Nummerierung):
1 3
Danach wurde ein trockener steriler Tupfer in gleicher Weise über dieselbe Oberfläche ge-
führt. Beide Tupferköpfe wurden unter sterilen Kautelen in ein Reagenzglas mit 10 ml Ver-
dünnungslösung überführt. Das Reagenzglas wurde anschließend steril verschlossen und in
einer tragbaren Kühlbox bei Temperaturen zwischen 0 und + 5 °C gelagert bis alle Proben
genommen waren.
Kettenglieder der Maschine wurden mit einer Sprühflasche stets aus der gleichen Richtung
und mit gleicher Hubstärke besprüht. Die Tupferprobenahme erfolgte nach dem in Abbildung
3.8 aufgezeichneten Schema. Die Tupferführung ist durch Pfeile angedeutet.
51
Eigene Untersuchungen
Auch die Probenahmestelle 26 (Abführband) wurde auf Grund der unebenen Oberfläche
immer gleichartig und aus der gleichen Richtung mit Kontaminationsmedium besprüht. Die
Probenahme erfolgte jeweils mit den Tupfern, indem auf einem quadratischen Feld von 25
cm2 alle Erhöhungen und Vertiefungen abgetupft wurden.
Nach der Kontrolle der Düsen wurden die Schutzabdeckungen aufgelegt und die Seitenver-
kleidungen geschlossen. Anschließend wurde das empfohlene Reinigungsprogramm mit
alkalischem Reinigungsmittel und Desinfektion gestartet (Programm siehe Tabelle 8.1, Seite
94).
Nach Beendigung des Reinigungs- und Desinfektionsprogramms wurden die jeweiligen Stel-
len beprobt. Die für die Probenahme nach Reinigung und Desinfektion markierten Stellen
wurden gleichartig wie diejenigen vor Reinigung und Desinfektion abgestrichen, in Verdün-
nungsröhrchen überführt und kühl gelagert (Proben nach R/D).
Alle Tupfer wurden anschließend unverzüglich gekühlt ins Labor befördert und weiterverar-
beitet. Laut DIN 10113-1 soll der Probentransport bei Temperaturen zwischen 0 °C und
+ 5 °C erfolgen und nicht länger dauern als 24 Stunden. In der vorliegenden Studie wurde
sichergestellt, dass der Transport weniger als zwei Stunden dauerte und Temperaturen in
der Transportbox + 5 °C nicht überschritten. Die Arbeitsschritte im Labor erfolgten nach den
Vorgaben der Prüfanweisungen im akkreditierten Labor in Anlehnung an die amtliche Me-
thode L 06.00-18 der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 des
LFGB.
In Abbildung 3.9 wird die Weiterbearbeitung der Proben schematisch dargestellt:
52
Eigene Untersuchungen
Verdünnungsstufe Verdünnungsstufe
1:10 1:10
suspendieren suspendieren
Herstellung der
Verdünnungs-
stufe 10-2
suspendieren
Bebrütung 48 h bei 30 °C
Keimzählung
Dabei wurde je eine Platte des PC-Mediums mit 0,1 ml und je zwei Platten mit jeweils 0,5 ml
der 1:10-Verdünnungsstufe beimpft.
Aus den Proben vor R/D, bei denen höhere Keimzahlen erwartet wurden und die deshalb mit
einer höheren Zahl dekadischer Verdünnungsstufen bearbeitet wurden, um klar voneinander
abgesetzte Kolonien in zählbarer Menge zu erhalten, wurden neben den 1:10-Verdünnungen
zusätzlich 10-2-Verdünnungen hergestellt. Dabei wurde mit sterilen Gerätschaften aus den
Reagenzgläsern mit der 1:10-Verdünnung jeweils 1 Teil entnommen und mit 9 Teilen Ver-
dünnungslösung homogen vermischt.
Alle Proben (Verdünnungsstufe 1:10 und 1:10-2 der Proben vor R/D, Verdünnungsstufe 1:10
der Proben nach R/D) wurden im Spiralplater-Verfahren auf PC-Medium überführt. Das Prin-
zip dieses Gerätes ist, ein bekanntes Probenvolumen, in diesem Fall 50 µl, auf rotierende
Agarplatten in Spiralen aufzubringen. Das Probenvolumen, das pro Einheitsbereich aufge-
tragen wird, nimmt im Verlauf der Spirale stetig ab, so dass es zu einem definierten Verdün-
nungseffekt kommt. Daher ist nach der Bebrütung das Auszählen isolierter Kolonien in den
entsprechenden Sektoren bekannter Ausgabevolumina möglich.
Nach dem Trocknen aller beimpften Agarplatten wurden diese – wie in der Prüfanweisung
des akkreditierten Labors vorgeschrieben – 48 Stunden bei + 30 °C im Brutschrank inkubiert.
Nach der Inkubation wurden die im Spiralplater beimpften Platten mittels einer Schablone
zum Auszählen ausgewertet. Jeder auf der Schablone markierte Bereich umfasste ein be-
kanntes konstantes Probenvolumen. Zur Bestimmung der Keimzahl wurden nach Hersteller-
angaben zwei gegenüberliegende Segmente, die zusammen mindestens 20 Kolonie bilden-
de Einheiten enthielten, ausgezählt (Beispiel siehe Abbildung 3.10).
54
Eigene Untersuchungen
Abbildung 3.10 Schablone zum Auszählen der Kolonien beim Spiralplaterverfahren (Pfeile
als Beispiele für einander gegenüberliegende Segmente zum Auszählen)
Die so ermittelte Zahl wurde durch die Volumenkonstante des entsprechenden Bereichs di-
vidiert und das Ergebnis in Kolonie bildende Einheiten (KbE) pro 25 cm² bzw. bei unebenen
Flächen in KbE pro beprobter Fläche umgerechnet. Die durch das Spatelverfahren beimpften
Medien wurden gemäß Vorgaben der amtlichen Methode L 06.00-18 der Amtlichen Samm-
lung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB im gewichteten Mittelwert ausgezählt und
die Ergebnisse dokumentiert.
Durch Subtraktion der zuvor logarithmierten Meßwerte der Proben vor und nach R/D ließ
sich die Keimzahlreduktion errechnen. Außerdem wurden für jede Probenahmestelle einzeln
sowie für alle Stellen zusammen der arithmetische Mittelwert und die Standardabweichung
berechnet. Die Berechnung erfolge nach folgenden Formeln:
x 1 + x 2 + ... + x n
arithmetischer Mittelwertx =
n
Standardabweichung σ =
(x1 − x )2 + (x 2 − x )2 + ... + (x n − x )2
n
x = Keimzahlreduktion
n = Anzahl der Einzelwerte
55
Ergebnisse
4 Ergebnisse
In der vorliegenden Arbeit wurde die Effektivität eines offenen CIP-Systems in einer Tiefzieh-
verpackungsmaschine für Lebensmittel anhand der drei standardisierten Verfahren Ribofla-
vintest, NAD-Schnelltest und dem Nass-Trocken-Tupferverfahren überprüft.
Dazu wurden an den in der Maschine befindlichen Düsen die Wasserdrücke und die ausge-
worfenen Wassermengen ermittelt. Zu Beginn aller Untersuchungen betrug der Wasserdruck
am Eingang in die Versorgungseinheit jeweils 5,1 bar, an deren Ausgang nach der Zwi-
schenschaltung einer Druckerhöhungspumpe 6,4 bar. Diese Drücke zeigten während allen
Versuchsdurchgängen keine Schwankungen auf.
Die Wasserdrücke und die Wasserdurchflussmengen an den jeweiligen Düsen sowie deren
arithmetische Mittelwerte sind in Tabelle 4.1 aufgelistet. Da beide Werte nur geringgradig
variierten, wurde davon ausgegangen, dass die Reproduzierbarkeit der Testergebnisse
durch Wasserdruck und Durchflussmengen an den Düsen auf vernachlässigbare Weise be-
einflusst wurde.
56
Ergebnisse
57
Ergebnisse
4.1 Riboflavintest
Bei den fünf getrennten Versuchsansätzen für den Riboflavintest zur Überprüfung der voll-
ständigen Reinigbarkeit der Maschine lag die Wassertemperatur jeweils zwischen + 14,0 °C
und + 15,5 °C, die Raumtemperatur zwischen + 18,0 °C und + 20,0 °C.
Nach Einsprühen der Maschine mit fluoreszierender Riboflavinlösung und anschließender
Spülung mit klarem Leitungswasser für 20 Sekunden war festzustellen, dass beim Großteil
aller Oberflächen im Maschineninnenraum keine visuell erfassbare Fluoreszenz festzustellen
war. Auf waagrechten Flächen, auf denen Flüssigkeit nicht ablaufen konnte, zeigte sich auf
Grund der Vermischung von Wasser mit Riboflavinlösung eine leichte Fluoreszenz. In Berei-
chen im Sprühschatten der Düsen, die nicht vom Spülwasser erreicht wurden, in Bohrlöchern
und Schraubenköpfen der Maschine und an neben- und übereinander verlaufenden Kabeln
und Schläuchen waren fluoreszierende Flüssigkeitsansammlungen zu finden, wie die Abbil-
dungen 4.1 bis 4.5 deutlich veranschaulichen.
Abbildung 4.1 Komplett von Riboflavin- Abbildung 4.2 Reste der Riboflavinlösung
lösung befreite Maschinenteile auf unvollständig abgespülten waagrechten
Flächen
Abbildung 4.3 Nicht Abbildung 4.4 Unvollständig ab- Abbildung 4.5 Riboflavinlösungs-
abgespülte Ribofla- gespülte Riboflavinlösung im reste im Bereich von Schlauch-
vinlösung in Bohrlö- Sprühschatten der Düsen in der bündeln
chern Waschzone Formen
58
Ergebnisse
4.2 NAD-Schnelltest
Aus der fünfmaligen Versuchsdurchführung an allen 26 Probenahmestellen (siehe Tabelle
3.1, Seite 46) resultierten 130 Einzelergebnisse. Die Temperaturen im Versuchsraum lagen
während der Versuche wie vom Hersteller empfohlen zwischen + 18,0 °C und + 18,5 °C, die
Temperaturen des Reinigungswassers zwischen + 8,0 °C und + 11,0 °C.
Tabelle 4.2 fasst die Ergebnisse dieses Tests nach dem in Tabelle 3.2 (Seite 48) angegebe-
nen Schema zusammen.
59
Ergebnisse
13)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
60
Ergebnisse
Wie aus dieser Tabelle klar hervorgeht, war der größte Teil der untersuchten Stellen nach
allen Reinigungs- und Desinfektionsdurchgängen als sauber zu bewerten. Nur einige Probe-
nahmestellen zeigten mittelgradige bzw. leichte Verschmutzungen. An wenigen Flächen
(Probenahmestellen 7, 8, 14 und 24) waren bei allen Untersuchungen in gering- bis mit-
telgradigem Maß schlechte Reinigungsergebnisse zu erkennen. An anderen Probenah-
mestellen, die überwiegend als gut gereinigt notiert wurden, zeigten sich in einer oder zwei
Messungen geringgradige Verunreinigungsreste (Probenahmestellen 3, 6, 9, 10, 11, 17, 19
und 22).
Während auf den runden Oberflächen bei allen durchgeführten Versuchen nach Reinigung
und Desinfektion keine Verunreinigungen mittels NAD-Test detektiert wurden, wurden auf
61
Ergebnisse
den waagrechten und leicht geneigten Flächen bei fünf bzw. einer Messung/en leichte Ver-
unreinigungen nachgewiesen, wohingegen auf den senkrecht ausgerichteten Oberflächen
leicht- und mittelgradig verschmutzte Stellen in höherem Maße auftraten. Hier wurden bei 60
Versuchsergebnissen in 25 Fällen leichte bzw. mittlere Verunreinigungen vermerkt (41,7 %).
62
Ergebnisse
4.3 Nass-Trocken-Tupferverfahren
Diese Untersuchungsmethode zur Ermittlung der Reduktion der aeroben Gesamtkeimzahl
wurde an allen 26 ausgewählten Stellen der Maschine jeweils viermal vor und nach Reini-
gung und Desinfektion durchgeführt. Somit ergaben sich aus insgesamt 208 Einzelergebnis-
sen 104 Ergebnispaare.
In Tabelle 4.5 sind die Ergebnisse der Untersuchungen vor und nach Reinigung und Desin-
fektion an den 26 Probenahmestellen der vier Testdurchläufe aufgelistet. Die Ergebnisse von
Probenahmestelle 1 bis 24 beziehen sich jeweils auf 25 cm², die der Probenahmestelle 25
auf ein immer gleichartig beprobtes Kettenglied und die der Probenahmestelle 26 auf einen
immer gleichartig beprobten Abschnitt des Abführbandes der Maschine.
63
Ergebnisse
Tabelle 4.5 Ergebnisse des NTT-Verfahrens vor und nach Reinigung und Desinfektion (aerobe Gesamtkeimzahl in KbE pro 25 cm2)
Versuch 1 Versuch 2 Versuch 3 Versuch 4
14)
Probenahmestelle vor R/D nach R/D vor R/D nach R/D vor R/D nach R/D vor R/D nach R/D
4 4 5 1 5 1
1 8,0 x 10 2,6 x 10² 2,8 x 10 8,7 x 10² 1,4 x 10 9,0 x 10 1,6 x 10 7,0 x 10
4 4 4 1 5 1
2 2,4 x 10 9,0 x 10² 2,8 x 10 3,5 x 10² 7,3 x 10 1,0 x 10 1,0 x 10 4,0 x 10
4 1 4 4 4
3 4,0 x 10 3,0 x 10 2,7 x 10 5,2 x 10² 2,4 x 10 1,3 x 10² 3,8 x 10 1,3 x 10²
5 4 1 4 1 4 1
4 1,5 x 10 8,6 x 10² 6,4 x 10 8,0 x 10 6,4 x 10 1,0 x 10 3,2 x 10 2,0 x 10
5 1 4 1 5 1 5 1
5 1,5 x 10 1,0 x 10 8,2 x 10 1,0 x 10 1,1 x 10 < 1,0 x 10 1,3 x 10 1,0 x 10
5 1 4 1 4 1 5 1
6 1,5 x 10 2,0 x 10 7,0 x 10 1,0 x 10 5,4 x 10 < 1,0 x 10 1,1 x 10 < 1,0 x 10
4 5 4 5 1
7 6,8 x 10 1,6 x 10³ 1,1 x 10 3,1 x 10² 5,4 x 10 1,6 x 10² 1,1 x 10 < 1,0 x 10
4 4 4 1 5
8 6,4 x 10 2,0 x 10² 4,4 x 10 6,6 x 10² 8,4 x 10 7,0 x 10 1,4 x 10 4,0 x 10²
4 4 4 5
9 9,8 x 10 2,6 x 10² 8,0 x 10 1,7 x 10² 6,4 x 10 2,1 x 10² 2,4 x 10 1,0 x 10²
5 1 4 1 4 1 4 1
10 1,7 x 10 1,0 x 10 2,6 x 10 < 1,0 x 10 4,6 x 10 < 1,0 x 10 5,0 x 10 2,0 x 10
4 4 4 1 4 1
11 3,1 x 10 7,4 x 10² 2,8 x 10 2,0 x 10² 2,8 x 10 3,0 x 10 3,0 x 10 1,0 x 10
5 4 4 1 4
12 1,6 x 10 4,1 x 10³ 4,2 x 10 1,1 x 10³ 2,9 x 10 9,0 x 10 4,0 x 10 6,5 x 10³
4 4 1 4 5 1
13 4,0 x 10 2,7 x 10² 9,0 x 10 8,0 x 10 6,2 x 10 5,4 x 10² 1,3 x 10 4,0 x 10
4 4 5 4 4 4 4
14 2,4 x 10 1,2 x 10² 6,8 x 10 1,5 x 10 4,3 x 10 5,7 x 10 2,8 x 10 4,8 x 10
4 1 5 1 4 1 5 1
15 3,3 x 10 < 1,0 x 10 1,1 x 10 1,0 x 10 2,5 x 10 5,0 x 10 1,2 x 10 2,0 x 10
5 5 5 1 6
16 3,4 x 10 1,1 x 10² 7,9 x 10 1,6 x 10² 2,9 x 10 6,0 x 10 2,4 x 10 1,0 x 10²
4 4 1 4 1 4
17 4,6 x 10 7,1 x 10³ 2,5 x 10 3,0 x 10 2,7 x 10 8,0 x 10 5,3 x 10 1,3 x 10²
4 1 4 4 4
18 3,0 x 10 2,0 x 10 2,8 x 10 8,1 x 10² 2,5 x 10 4,0 x 10³ 7,7 x 10 7,1 x 10³
4 4 1 4 4
19 4,4 x 10 1,5 x 10³ 6,0 x 10 6,0 x 10 3,3 x 10 8,6 x 10² 3,9 x 10 1,1 x 10²
4 4 1 4 4 1
20 2,7 x 10 1,6 x 10² 4,6 x 10 4,0 x 10 4,6 x 10 2,1 x 10² 8,1 x 10 7,0 x 10
4 4 4 5
21 2,4 x 10 5,8 x 10² 4,0 x 10 3,0 x 10² 7,1 x 10 7,8 x 10² 2,7 x 10 4,8 x 10²
4 1 4 5 1 4 1
22 4,4 x 10 2,0 x 10 5,4 x 10 1,2 x 10² 1,0 x 10 7,0 x 10 9,4 x 10 2,0 x 10
4 1 4 1 4 1 4 1
23 4,2 x 10 1,0 x 10 3,5 x 10 1,0 x 10 8,1 x 10 2,0 x 10 7,1 x 10 8,0 x 10
4 5 5 4
24 2,6 x 10 7,0 x 10³ 1,2 x 10 4,8 x 10³ 1,1 x 10 3,2 x 10³ 6,7 x 10 3,7 x 10³
5 6 6 6 1
25 7,9 x 10 6,2 x 10² 1,8 x 10 1,1 x 10² 1,8 x 10 2,9 x 10² 7,1 x 10 6,0 x 10
4 1 6 1 5 1 5 1
26 6,0 x 10 1,0 x 10 2,5 x 10 2,0 x 10 1,4 x 10 < 1,0 x 10 1,4 x 10 4,0 x 10
Raumtemperatur [°C ] + 18,5 + 18,5 + 18,0 + 18,5
Wassertemperatur [°C ] + 9,0 + 10,0 + 9,0 + 11,0
14)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
64
Ergebnisse
In Tabelle 4.6 sind die Ergebnisse der Untersuchungen von vor und nach Reinigung und
Desinfektion anhand der Keimzahlreduktionen (lg) an den 26 Probenahmestellen sowie de-
ren arithmetische Mittelwertex und die Standardabweichungen σ errechnet.
65
Ergebnisse
Tabelle 4.6 Keimzahlreduktion (lg) aus Ergebnissen des NTT-Verfahrens vor und nach R/D
und daraus errechnete arithmetische Mittelwerte und Standardabweichungen (KbE pro 25
cm2)
Probe- Keim- Keim- Keim- Keim- arithmetischer Standardab-
nah- zahlre- zahlre- zahlre- zahlre- Mittelwert
x weichung σ
mestel- duktion duktion duktion duktion der Keimzahl- der Keim-
15)
le Versuch Versuch Versuch Versuch reduktionswer- zahlredukti-
1 2 3 4 te (n = 4) onswerte
1 2,5 1,5 3,2 3,4 2,7 0,7
2 1,4 1,9 3,9 3,4 2,7 1,0
3 3,1 1,7 2,3 2,5 2,4 0,5
4 2,2 2,9 3,8 3,2 3,0 0,6
5 4,2 3,9 4,0 4,1 4,1 0,1
6 3,9 3,8 3,7 4,0 3,9 0,1
7 1,6 2,6 2,5 4,0 2,7 0,9
8 2,5 1,8 3,1 2,5 2,5 0,5
9 2,6 2,7 2,5 3,4 2,8 0,4
10 4,2 3,4 3,7 3,4 3,7 0,3
11 1,6 2,1 3,0 3,5 2,6 0,7
12 1,6 1,6 2,5 0,8 1,6 0,6
13 2,2 3,1 2,1 3,5 2,7 0,6
14 2,3 -0,3 -0,1 -0,2 0,4 1,1
15 3,5 4,0 2,7 3,8 3,5 0,5
16 3,5 3,7 3,7 4,4 3,8 0,3
17 0,8 2,9 2,5 2,6 2,2 0,8
18 3,2 1,5 0,8 1,0 1,6 0,9
19 1,5 3,0 1,6 2,5 2,2 0,6
20 2,2 3,1 2,3 3,1 2,7 0,4
21 1,6 2,1 2,0 2,8 2,1 0,4
22 3,3 2,7 3,2 3,7 3,2 0,4
23 3,6 3,5 3,6 2,9 3,4 0,3
24 1,6 1,4 1,5 1,3 1,5 0,1
25 3,1 4,2 3,8 5,1 4,1 0,7
26 3,8 5,1 4,1 3,5 4,1 0,6
15)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
66
Ergebnisse
Die Keimzahlreduktion an allen Probenahmestellen lag mit Ausnahme von Position 14 zwi-
schen lg 0,8 und lg 5,1 KbE pro 25 cm2, die arithmetischen Mittelwerte lagen zwischen lg 1,5
und lg 4,1 KbE pro 25 cm2.
Für Probenahmestelle 14 (Innenseite Maschinenfuß) wies die Besonderheit auf, dass die
Keimzahlen vor Reinigung und Desinfektion in 3 von 4 Versuchen niedriger lagen als da-
nach. Der arithmetische Mittelwert lag an dieser Stelle bei lg 0,4 KbE pro 25 cm2. Ein Ge-
samtmittelwert von lg 2,8 KbE pro 25 cm2 wurde für alle Versuchsdurchläufe und alle Probe-
nahmestellen zusammen errechnet. Die Gesamtstandardabweichung lag bei lg 1,1 KbE pro
25 cm2.
Abbildung 4.6 stellt die 26 arithmetischen Mittelwerte der Keimzahlreduktion durch Reinigung
und Desinfektion gruppiert nach definierten Keimzahlbereichen graphisch dar:
14
12
Mittelwerte
Arithmetische Mittelwerte
10
Anzahlarithmetische
4
Anzahl
0
< lg 1 lg 1 - < lg 2 lg 2 - < lg 3 lg 3 - <lg 4 lg 4 - < lg 5
Keimreduktionsbereiche (Arithmetische
Keimzahlbereiche (KbE proMittelwerte
25 cm2) pro 25 cm²)
67
Ergebnisse
Tabelle 4.7 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf Edelstahloberflächen
Probenahmestelle16) x der Keimzahlreduktion (lg)17)
1 2,7
2 2,7
4 3,0
6 3,9
7 2,7
8 2,5
9 2,8
13 2,7
14 0,4
17 2,2
18 1,6
19 2,2
20 2,7
21 2,1
23 3,4
24 1,5
25 4,1
16)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
17)
siehe Tabelle 4.6 (Seite 66)
68
Ergebnisse
Tabelle 4.8 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf eloxierten Aluminiumoberflächen
Probenahmestelle18) x der Keimzahlreduktion (lg) 19)
3 2,4
11 2,6
22 3,2
Tabelle 4.9 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf Oberflächen aus lackiertem Gusseisen
Probenahmestelle20) x der Keimzahlreduktion (lg) 21)
5 4,1
10 3,7
Tabelle 4.10 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf Kunststoffoberflächen
Probenahmestelle22) x der Keimzahlreduktion (lg) 23)
12 1,6
15 3,5
16 3,8
26 4,1
Im Vergleich der Tabellen, die die Probenahmestellen aus Edelstahl und Kunststoff listen
zeigt sich, dass die Ergebnisse stark variieren. Bei den Ergebnissen von Oberflächen aus
eloxiertem Aluminium und aus lackiertem Gusseisen befanden sich die mittleren Keimzahl-
reduktionen in jeweils ähnlichen Bereichen. Allerdings ist das Ergebnis auf Grund der weni-
gen Untersuchungsstellen nur bedingt aussagekräftig.
Tabelle 4.11 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf senkrecht stehenden Flächen
Probenahmestelle24) x der Keimzahlreduktion (lg) 25)
2 2,7
4 3,0
6 3,9
7 2,7
8 2,5
10 3,7
14 0,4
17 2,2
18 1,6
19 2,2
23 3,4
24 1,5
Tabelle 4.12 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf waagrechten Flächen
Probenahmestelle26) x der Keimzahlreduktion (lg) 27)
3 2,4
11 2,6
12 1,6
13 2,7
20 2,7
22 3,2
24), 26)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
25), 27)
siehe Tabelle 4.6 (Seite 66)
26)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
27)
siehe Tabelle 4.6 (Seite 66)
70
Ergebnisse
Tabelle 4.13 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf geringgradig geneigten Oberflächen
Probenahmestelle28) x der Keimzahlreduktion (lg) 29)
1 2,7
9 2,8
20 2,7
21 2,1
Tabelle 4.14 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion (KbE pro 25 cm2) durch R/D
auf runden Oberflächen
Probenahmestelle30) x der Keimzahlreduktion (lg) 31)
5 4,1
15 3,5
16 3,8
28), 30)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
29), 31)
siehe Tabelle 4.6 (Seite 66)
30)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
31)
siehe Tabelle 4.6 (Seite 66)
71
Diskussion
5 Diskussion
Im medizinischen Bereich sind Prüfungen von Geräten und Maschinen auf Reinigbarkeit zum
Ausschluss hygienischer Risiken durch § 3, Abs. 14 des MEDIZINPRODUKTEGESETZES
(2002) vorgeschrieben. Derartige Vorschriften sind im Lebensmittelbereich nicht vorhanden.
Normen, wie DIN EN ISO 14159 (2008) schlagen Praxistests zur Überprüfung der Reinig-
barkeit von Maschinen im Lebensmittelbereich vor, konkrete Vorgaben dazu fehlen bis heu-
te. Der VDMA beispielsweise hat laut BALLEY (2007) auf Grund derartiger Forderungen ein
Merkblatt zur Durchführung des Riboflavintests entworfen.
In allen Lebensmittel produzierenden Betrieben zählen Reinigung und Desinfektion – wie von
UNTERMANN und DURA (1995), UNTERMANN (2001) und HILDEBRANDT (2004) gefor-
dert – zu den regelmäßig durchzuführenden grundlegenden Hygienemaßnahmen. In der
Praxis wird dies allerdings an schwierig zugänglichen Stellen oft vernachlässigt. Zudem ist
die manuelle Reinigung stark von der Motivation und Schulung des jeweiligen Reinigungs-
personals abhängig. Nicht oder schlecht gereinigte Kontaktflächen oder Bedarfsgegenstände
stellen daher häufig Hauptquellen der Kontamination von Lebensmitteln dar (KUMAR und
ANAND 1998). Solche Studien sprechen für den Einbau eines automatischen CIP-Systems
in eine Maschine wie die getestete Tiefziehverpackungsmaschine.
In der vorliegenden Studie wurde die Effektivität eines CIP-Systems zur Innenraumreinigung
einer Tiefziehverpackungsmaschine geprüft. In der Literatur wurde viel über CIP-Reinigung
von geschlossenen Rohranlagen geschrieben (DUNSMORE et al. 1981, MATTILA et al.
1990, CHISTI und MOO-YOUNG 1994, GILLHAM et al. 1999, DRESCH et al. 2001, EIDE et
al. 2003, BREMER et al. 2006), über die Reinigung von offenen Systemen wie in der geprüf-
ten Maschine liegen jedoch wenig Veröffentlichungen vor (LAUFENBERG 1990, HAUS-
MANN et al. 1996). Das Ziel der Untersuchung war, das Reinigungspotential eines solchen
Systems zu bewerten.
Laut KRAMER und SCHUBERT (1998) sowie KRAFT (2008) soll die Validierung eines Rei-
nigungs- und Desinfektionsprozesses Gewissheit darüber bringen, ob unter Einhaltung aller
vorgegebenen Parameter die Vermeidung hygienischer Gefahren für den Verbraucher ge-
währleistet ist.
72
Diskussion
rigen Drücke erfasst, um eine mögliche Beeinflussung der Testergebnisse durch diese Pa-
rameter auszuschließen. Die Wassermengen wurden anhand von auf die Düsen aufgesteck-
ten Schläuchen in Messgefäße abgeleitet. Dabei wurde beachtet, dass die Funktion der Dü-
sen nicht beeinträchtigt wurde. Dieses Verfahren wurde auf Grund der Enge in der Maschine
gewählt. Die Auswurfstrecken der Düsen entsprechend der ausgeworfenen Wassermengen
sollten demonstrieren, dass auch die am weitesten entfernten Stellen gut benetzt wurden. An
den Düsenrohren (Waschzonen Kettenführung und Außenrahmen) konnten Drücke und
Wassermengen nicht bestimmt werden, da das Einbauen von Druckmanometern auf Grund
der engen Verhältnisse in der Maschine und das Auffangen von Wasser wegen der großen
Anzahl an Löchern in den Sprührohren und der schlechten Zugänglichkeit nicht möglich war.
Die Wasserdrücke am Eingang in die Versorgungseinheit und an deren Ausgang nach Zwi-
schenschaltung der Druckerhöhungspumpe zeigten während aller Versuchsdurchgänge kei-
ne nennenswerten Schwankungen, die die Effektivität der Reinigung beeinträchtigt hätten,
sodass davon ausgegangen werden kann, dass die nur geringgradig variierenden Werte zu
keiner Beeinflussung der Ergebnisse führen würden. Dies war möglicherweise bedingt durch
zu vernachlässigende Schwankungen in der örtlichen Wasserversorgung, sodass eine Re-
produzierbarkeit der Ergebnisse der verschiedenen Testverfahren gewährleistet war, da ex-
terne Faktoren ausgeschlossen werden konnten.
73
Diskussion
derung von KNAUER-KRAETZL und REUTER (1992), SJÖBERG et al. (1995) und EIDE et
al. (2003) nachzukommen, Desinfektionsmittelrückstände auf Oberflächen zu vermeiden.
5.3 Riboflavintest
Die Überprüfung der Reinigbarkeit von Gegenständen und Maschinen anhand von Lösungen
mit Riboflavin wurde laut ANTONIOU und CARTER (2006) sowie BALLEY (2007) in der
Pharma- sowie in der Lebensmittelindustrie mit variablen Methoden durchgeführt. Ein Merk-
blatt zur einheitlichen Durchführung wurde 2007 erstellt (MERKBLATT RIBOFLAVINTEST
FÜR KEIMARME ODER STERILE VERFAHRENSTECHNIKEN 2007). Allerdings liegen nur
wenig publizierte Resultate zu diesem Verfahren vor (BALLEY 2007, HEGNAUER 2007).
Der Test erwies sich als routinetauglich für den Lebensmittelbereich, da es sich um ein rela-
tiv leicht durchzuführendes und zudem sensitives Verfahren handelt. Ein Vorteil dieses Ver-
fahrens für den Einsatz im Lebensmittelbereich ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit für
den Lebensmittelkonsumenten bei möglichen Rückständen des Riboflavins auf der Maschine
(ANTONIOU und CARTER 2006). Ein Nachteil des Testverfahrens ist, dass Fluoreszenzen
des Riboflavins als Indiz für Reinigungsrückstände bei Anwendung der UV-Lampe nur bei
kompletter Abdunklung, was in großen Produktionsräumen oft schwer durchführbar ist, sicht-
bar sind.
Die Lösung soll mittels Sprühflasche auf die zu überprüfenden Oberflächen aufgesprüht
werden. Nach dem Ablauf des Spülgangs wird überprüft, an welchen Stellen die unter UV-
Licht fluoreszierende Lösung nicht abgespült wurde und somit die Erreichbarkeit durch das
Reinigungssystem nicht gewährleistet war. Hydroxyethylcellulose dient laut HEGNAUER
(2007) der Erhöhung der Viskosität und zur verlängerten Feuchthaltung der aufgesprühten
Lösung. ANTONIOU und CARTER (2006) verwendeten eine Riboflavinlösung unter Zusatz
von Ethanol, was laut HEGNAUER (2007) zur leichteren Lösung des Riboflavins in Wasser
dient. Der Erreichbarkeitstest galt als bestanden, wenn weder unter normalem Tageslicht,
noch unter UV-Licht Riboflavinfluoreszenz erkennbar war (ANTONIOU und CARTER 2007,
MERKBLATT RIBOFLAVINTEST 2007).
Laut HEGNAUER (2007) kann anstelle des Riboflavins auch Uranin verwendet werden, was
eine schlechtere Lösbarkeit von Oberflächen aufwies. Da feste Haftung aber nicht das Ziel
des Tests sei, wird die Riboflavinlösung vorgezogen.
Beim Besprühen der Maschine mit Riboflavinlösung wurde darauf geachtet, dass sich keine
zu großen Tropfen auf den zu testenden Oberflächen bildeten, da sich zeigte, dass diese
leicht von geneigten Oberflächen abrinnen und somit der Zweck der Riboflavinlösung nicht
mehr erfüllt gewesen wäre. Die 1:1000-Verdünnung der Riboflavinlösung zum Testen der
UV-Lampe wurde gewählt, damit auch Stellen, an denen die Lösung durch das Spülwasser
74
Diskussion
nur verdünnt aber nicht vollständig abgespült wurde, ermittelt werden konnten, was vor-
nehmlich auf waagrechten Flächen der Fall war.
Um mögliche Schwachstellen an der Maschine zu eruieren, wurde in der vorliegenden Studie
für den Riboflavintest eine Spülzeit von 20 Sekunden angesetzt, da in 20 Sekunden alle er-
reichbaren Bereiche ausreichend benetzt werden, ein übermäßiges Anfüllen mit Wasser e-
benso wie Wasseransammlungen an Stellen, die von den Düsen eigentlich nicht erreicht
würden, wird durch die kurze Spülzeit aber vermieden.
Aus Rillen, Schraubenköpfen, Bohrungen und an Schläuchen und Kabeln ließ sich die auf-
gesprühte Riboflavinlösung nur schwer abspülen und prädestinierte diese Stellen für die An-
lagerung von Schmutz und Mikroorganismen sowie für Biofilmbildung als Untergrund
(WONG 1998). Insbesondere Listerien nisten sich häufig in derartigen Nischen ein und ver-
mehren sich (TOMPKIN 2002, SCHALCH 2006). Folglich kann es an solch kontaminierten
Stellen zu einer Übertragung von Mikroorganismen auf die Lebensmittel kommen, was wie-
derum eine Infektionsquelle für den Verbraucher darstellt (EDELMEYER 1983, HOLAH und
THORPE 1990, REINEMANN et al. 1993, KIRCHER und REUTER 1996, CHMIELEWSKI
und FRANK 2003, N.N. 2004).
5.4 NAD-Test
Vor der Auswahl des in dieser Studie durchgeführten Testverfahrens wurde eine Reihe ver-
schiedener Schnellmethoden in Erwägung gezogen. Beim Vergleich des NAD-Tests mit dem
Biolumineszenzverfahren und dem Proteintest war laut Literaturangabe davon auszugehen,
dass alle drei Methoden Mikroorganismen detektieren und Produktrückstände erfassen kön-
nen (KIRCHER et al. 1996, POGGEMANN und BAUMGART 1996, GIERSE und BABEL
2002, TRAUTSCH 2003, GOLL et al. 2004).
Das Biolumineszenzverfahren wird durch die Bakterienspecies und deren Vermehrungspha-
se stark beeinflusst (MOJE und HECHELMANN 1995). Beim in dieser Studie verwendeten
Kontaminationsmedium waren diese Parameter nicht bekannt und auch nicht beeinflussbar.
Der Einfluss von Art und Struktur untersuchter Oberflächen beim Biolumineszenzverfahren
(MOJE und HECHELMANN 1995, ORTH und STEIGERT 1996, POGGEMANN und BAUM-
GART 1996, HOFBAUER et al. 1997, PURKL 2003) war ein weiterer Faktor, diese Methode
in der vorliegenden Arbeit auszuschließen, da hier verschiedene Oberflächenmaterialien
miteinander verglichen wurden. Die laut PURKL (2003) hohen Investitions- und laufenden
Kosten sprachen ebenso gegen die Anwendung des Biolumineszenzverfahrens.
Obwohl auch beim Protein- und NAD-Test Oberflächeneigenschaften die Ergebnisse beein-
flussen (WEBER et al. 1997), ist nach Meinung von TRAUTSCH (2003) der NAD-Test der
Sensitivere. Die einfache Handhabung und die Erreichbarkeit von schwer zugänglichen Stel-
75
Diskussion
len waren Faktoren, die zur Entscheidung für den HY RiSE® Colour Hygiene Test Strip in
dieser Studie geführt hatten. Verglichen mit anderen Schnelltests ist dieser Test preisgünstig
(1,70 € pro Test) und liefet Ergebnisse in sehr kurzer Zeit (TRAUTSCH 2003).
Nicht unterschieden werden kann in diesem Test, ob ein positiver NAD-Nachweis von Mikro-
organismen oder von Schmutzrückständen herrührt. Falsch positive Ergebnisse können sich
ergeben, wenn bei der Probenahme die Testzonen der Teststreifen oder die Öffnungen der
Fläschchen mit den Reagenzien berührt werden. Dabei können an den Händen anhaftende
NAD-haltige Materialien übertragen werden und folglich zu einem positiven Testergebnis
führen (TRAUTSCH 2003). Um eine mögliche Beeinflussung der Ergebnisse durch den ver-
wendeten Alkohol auszuschließen, wurden alle Probenahmestellen nicht unmittelbar vor Be-
ginn des Versuchs sondern 24 Stunden vorher mit Alkohol entfettet.
Um gleichmäßige Schichten auf der Oberfläche zu erhalten, war das immer gleichartige Auf-
bringen des Kontaminationsmediums sehr wichtig. Eine weitestmögliche Standardisierung
der Methode wurde dadurch gewährleistet, dass die Versuche von nur einer Person immer in
der gleichen Arbeitsweise durchgeführt wurden.
Das vollständige Antrocknen des Kontaminationsmediums auf den Probenahmestellen wur-
de als sehr wichtig erachtet, um eine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse mit identischen
Voraussetzungen zu gewährleisten. Zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse war auch die Flä-
che aller beprobten Stellen, mit Ausnahme der Probenahmestellen 25 und 26, mit 25 cm2
identisch.
Die Ergebnisse zeigten, dass an manchen Probenahmestellen nach Reinigung und Desin-
fektion noch Restverschmutzungen vorhanden waren. Dies lag möglicherweise daran, dass
die Reinigungs- und Desinfektionslösungen Temperaturen zwischen + 8 °C und + 11 °C auf-
wiesen. Laut GIESE (1991), GERSTEIN et al. (1993) und KLEINER (1998) besteht bei nied-
rigen Temperaturen vor allem die Gefahr, dass sich fettige Verschmutzungen nicht lösen und
Schmutzpartikel wieder auf Oberflächen angelagert werden können. Schmutzrückstände
verringern laut EDELMEYER (1983) die Wirkung von Desinfektionsmitteln bis zur Unwirk-
samkeit. Dies wäre an Stellen der Fall, die laut NAD-Schnelltest nicht vollständig sauber
wurden. Folglich sind diese Stellen prädisponiert für Biofilmbildung (BOWER und DAE-
SCHEL 1999).
Im Vergleich der Ergebnisse der senkrechten und waagrechten Oberflächen wiesen senk-
rechte Stellen nach Reinigung und Desinfektion häufiger Schmutzrückstände auf als waag-
rechte, was der Beobachtung von EDELMEYER (1983) entspricht. Da allerdings die vergli-
chenen Flächen zum Teil aus verschiedenen Oberflächenmaterialien bestanden, war eine
sichere Aussage bezüglich der alleinigen Ursache verbleibender Verunreinigungen nicht
möglich.
76
Diskussion
Auf runden und mäßig geneigten Flächen konnten in 34 von 35 Fällen keine NAD-haltigen
Substanzen nachgewiesen werden, was verschiedene Ursachen haben kann: Die beprobten
Oberflächen bestanden aus Materialien, die leichter zu reinigen waren als die damit vergli-
chenen senkrechten und waagrechten Flächen. Auf Grund der Form könnte auf den runden
und geneigten Flächen Reinigungs- und Desinfektionsmittel länger haften und somit länger
einwirken als auf senkrechten Flächen, von denen es schneller abläuft. Im Vergleich zu
waagrechten Flächen bieten dagegen die geneigten und runden Oberflächen der Vorteil,
dass Schmutzrückstände von diesen leichter abgespült werden.
Der Vergleich der verschiedenen Oberflächenmaterialien ergab, dass auf Edelstahloberflä-
chen der größte Anteil an verunreinigten Stellen zu finden war. Auf Aluminium und lackiertem
Gusseisen waren wenige, auf Kunststoff dagegen keine positiven Ergebnisse zu finden. Die
Möglichkeit falsch positiver beziehungsweise falsch negativer Ergebnisse kann laut
TRAUTSCH (2003) - wie bei jedem Test - allerdings nicht ausgeschlossen werden. Kratzer
in Aluminium sind laut KUMAR und ANAND (1998) gewöhnlich breiter und tiefer als in Edel-
stahl. Je glatter Oberflächen sind, desto einfacher sind sie zu reinigen (HOY 1996). DE
QUEIROZ und DAY (2007) stellten fest, dass korrodierte Metalle eine stabilere Anhaftung
bewirken als unversehrte. Diese Aussagen wurden durch die eigenen Untersuchungstechni-
ken nicht bestätigt, da die Oberflächen in der Maschine noch sehr neu und deswegen noch
nicht verkratzt oder korrodiert waren.
5.5 Nass-Trocken-Tupferverfahren
77
Diskussion
(LOUWERS und KLEIN 1994a, HILLER et al. 1995, PLESS und PLETZ 1995, RÜHLMANN
und FELDHUSEN 1995, SCHULZE und HILDEBRANDT 1995, SCHÖNENBRÜCHER und
BÜLTE 2004). Da in der vorliegenden Studie auch die Keimzahlen vor Reinigung und Desin-
fektion bestimmt werden sollten, kam dieser Test nicht in Frage. Bei den Tupferverfahren
besteht dagegen die Möglichkeit, dekadische Verdünnungsreihen zur genauen Keimzahler-
mittlung zu erstellen (SCHULZE und HILDEBRANDT 1995). Auch die Tatsache, dass un-
ebene Gegenstände wie z. B. Schläuche beprobt werden sollten, schloss das Nährboden-
kontaktverfahren aus, da dieses Verfahren nach SCHMIDT und BEM (1978) sowie LOU-
WERS und KLEIN (1994a) dafür wegen noch bestehender Restfeuchte der Probenahmestel-
len besonders nach Reinigung und Desinfektion ungeeignet ist. Für die Tupferverfahren ist
dies unproblematisch.
Ebenso sind gewölbte, verwinkelte Oberflächen mit Nährbodenkontaktverfahren schwierig zu
beproben (LOUWERS und KLEIN 1994b, TRAUTSCH 2003), die Tupfertechniken hingegen
erwiesen sich hier als sehr praktikabel, was besonders auf die Bereiche Kette und Abführ-
band der Maschine zutraf. Auf rauen Oberflächen bieten die Tupferverfahren außerdem den
Vorteil, dass – im Gegensatz zu Nährbodenkontaktverfahren – auch Rillen, Furchen oder
ähnliche schlecht zugängliche Stellen beprobt werden können (LOUWERS und KLEIN
1994b). Allerdings muss generell davon ausgegangen werden, dass die Keimwiederfin-
dungsraten auf rauen Oberflächen geringer sind als die auf glatten (TRAUTSCH 2003). Das
NTT-Verfahren zeigt sowohl im Vergleich zu Abklatschverfahren als auch zum Einfachen
Tupferverfahren die höheren Wiederfindungsraten (RÜHLMANN und FELDHUSEN 1995,
SCHULZE und HILDEBRANDT 1995, BASLER und STOLLE 2000). Auf Grund der Feuchte
des Wattetupfers lassen sich beim NTT-Verfahren mehr Mikroorganismen von einer Oberflä-
che erfassen (KELCH und FRIES 1959, BASLER 2002). PURKL und BÜLTE (2002) empfeh-
len dieses Verfahren zudem zur Untersuchung von Probenahmestellen, die kleiner als 100
cm2 sind.
5.5.2 Kontaminationsmedium
Da außerhalb des Labors wegen Vorgaben durch die BIOSTOFFVERORDNUNG (1999)
keine standardisierten Testkeime verwendet werden dürfen, wurde zur Durchführung dieses
Versuchs ein aus Lebensmitteln hergestelltes Kontaminationsmedium verwendet. Die Ver-
suchsdurchführung im Labor war nicht möglich, da die Tiefziehverpackungsmaschine zu
groß war, um in einem herkömmlichen Labor Platz zu finden.
Das hergestellte Kontaminationsmedium wies im Vergleich zu standardisierten Testkeimen
weniger konstante Keimzahlen auf. Da darauf geachtet wurde, dass die Komponenten unter
gleich bleibenden Bedingungen gelagert, gemischt und aufgebracht wurden, konnten den-
78
Diskussion
noch bei den einzelnen Versuchen und an den verschiedenen Probenahmeflächen ähnliche
Werte erzielt werden.
Das Kontaminationsmedium sollte schnell antrocknen und gute Haftung und hohe Keimzah-
len aufweisen, um eine Keimzahlreduktion zwischen Proben vor und nach Reinigung und
Desinfektion zu evaluieren, weshalb Fleischsaft und Rohmilch zur Anwendung kamen. Die
Zusammensetzung aus den drei Komponenten Fleischsaft, Rohmilch und Crème fraîche
wurde herangezogen, um die Wirkung der Reinigung und Desinfektion auf Proteine, Kohlen-
hydrate und Fette als Lebensmittelbestandteile zu überprüfen.
Das Aufbringen des Mediums erfolgte – soweit möglich – mithilfe steriler Pipetten und Spa-
tel, um definierte Mengen auf die Oberflächen aufzutragen. Um höhere Keimzahlen in den
Proben vor R/D zu erhalten, wäre theoretisch die Anwendung einer größeren Menge des
Kontaminationsmediums möglich gewesen. Wegen des Abfließens größerer Mengen beson-
ders auf senkrechten Probenahmestellen war dies in der vorliegenden Studie praktisch nicht
durchführbar. Das Testmedium in festerer Konsistenz herzustellen, wäre einerseits möglich
gewesen, war jedoch nicht sinnvoll, da es an unebenen Stellen der Maschine (Probenah-
mestelle 25 und 26) mittels der Sprühflasche ausgebracht werden musste, was natürlich für
die gleichmäßige Benetzung der Probenahmestellen einen bestimmten Flüssigkeitsgrad des
Mediums voraussetzte.
79
Diskussion
höhere Reduktionszahlen als in Tabelle 2.5 (Seite 13) nicht zu erwarten waren. Würde man
Werte aus dieser Tabelle zur Bewertung heranziehen, müssten alle Ergebnisse nach R/D
unterhalb der Nachweisgrenze liegen, da durch die Desinfektion Reduktionen von 5 lg-
Stufen und mehr erwartet wurden. Zur Bewertung werden deshalb die Ergebnisse der Pro-
ben nach R/D in absoluten Zahlen herangezogen. Beim Abklatschverfahren liegen die Keim-
zahlen nach ausreichender Reinigung und Desinfektion im Lebensmittelbereich zwischen 50
und 125 KbE pro 25 cm² (DRESSLER 1997). Beim NTT-Verfahren liegt die Wiederfindungs-
rate laut DRESSLER (1997) um 1 bis 2 logarithmische Stufen über denen des Abklatschver-
fahrens, also ungefähr im Bereich von 103 bis 104 KbE pro 25 cm2.
Da einige Ergebnisse des NTT-Verfahrens im Bereich unterhalb der Nachweisgrenze von
1,0 x 101 KbE pro 25 cm2 lagen, kann davon ausgegangen werden, dass das CIP-System in
der Lage ist, zufrieden stellende Reinigungs- und Desinfektionsergebnisse zu erreichen.
Die ENTSCHEIDUNG 2001/471/EG sah vor, Lebensmittelkontaktoberflächen nach Reini-
gung und Desinfektion mit einer GKZ von 0 - 10 KbE pro cm² als annehmbar und mit einer
GKZ > 10 KbE pro cm² als nicht annehmbar zu bewerten. Durch In-Kraft-Treten des EU-
Hygienepakets wurde jedoch diese zuvor geltende Gesetzgebung aufgehoben, weshalb für
derartige Bewertungen in der geltenden Lebensmittelgesetzgebung keine genauen Vorga-
ben zu finden sind. Für nicht-produktberührende Bereiche, die im Rahmen der vorliegenden
Studie beprobt wurden, gibt es somit keine Richtwerte. In dieser Arbeit wurden deshalb die
Vorgaben von ENTSCHEIDUNG 2001/471/EG herangezogen und ein eigenes, daran ange-
lehntes Bewertungsschema entworfen.
Tabelle 5.1 Bewertungsschema zur Beurteilung des R/D-Erfolges bei Einsatz des NTT-
Verfahrens
Gesamtkeimzahlbereich in KbE / 25 cm² Bewertung
< 101 sehr gut
1,0 x 101 - < 1,0 x 102 gut
1,0 x 102 - < 1,0 x 103 annehmbar
3
10 und mehr schlecht (nicht annehmbar)
Zieht man den Wert aus ENTSCHEIDUNG 2001/471/EG heran und rechnet ihn auf 25 cm2
um, kommt man auf eine annehmbare Gesamtkeimzahl auf Oberflächen nach Reinigung und
Desinfektion im Bereich von 102 KbE pro 25 cm2. Da es sich bei der getesteten Maschine um
nicht-produktberührende Oberflächen handelt, wurde der Bewertungsschlüssel für „annehm-
bar“ auf den kompletten Bereich zwischen 1,0 x 102 und < 1,0 x 103 KbE pro 25 cm2 ausge-
dehnt. Ergebnisse im Bereich 1,0 x 103 KbE pro 25 cm2 und darüber müssen also kritisch
betrachtet werden und sollten Verbesserungen an der Maschine nach sich ziehen. Die Be-
80
Diskussion
wertungen „sehr gut“ und „gut“ wurden zwecks differenzierterer Abgrenzung der Ergebnisse
zusätzlich unterschieden, woraus sich folgende Bewertungsskala (siehe Tabelle 5.2) für die
in dieser Studie untersuchten Stellen der Maschine ergibt.
32)
Probenahmestellen siehe Tabelle 3.1 (Seite 46)
33)
Bewertungsschema siehe Tabelle 5.1 (Seite 80)
81
Diskussion
Für die Bereiche „Kettenglied“ (25) und „Abführband“ (26) wurde dasselbe Bewertungs-
schema verwendet wie bei den übrigen Probenahmestellen. Eine genaue Größenangabe für
die Oberfläche dieser Stellen war auf Grund der unebenen und verwinkelten Oberflächen
nicht möglich. Die einzelnen Kettenglieder wiesen beim Abmessen der einzelnen Fragmente
geschätzt etwa die gleichen Maße wie die der anderen Probenahmestellen auf. Deshalb
wurde dasselbe Bewertungsschema für die mikrobiologische Bewertung der Kettenglieder
als geeignet erachtet. Die Bewertung der Fragmente des Abführbandes erfolgte wegen ähn-
licher GKZ der Proben vor R/D analog zu den Kettengliedern. Ein Abmessen der Oberfläche
war hier auf Grund des noch stärker verwinkelten Oberflächenreliefs nicht möglich.
Da das aus verschiedenen Lebensmitteln selbst hergestellte Medium zur Kontamination be-
züglich der Keimzahlen nicht bei jedem Versuchsdurchgang identisch war, mussten hier vor
allem die einzelnen Ergebnispaare miteinander verglichen werden. So waren in Versuch 1
des NTT-Verfahrens die GKZ der Proben vor R/D niedriger als bei den Versuchen 2, 3 und 4
(siehe Tabelle 4.5, Seite 64). Um möglichst gleiche Voraussetzungen zu schaffen, erfolgten
die Probenahmen vor und nach R/D an den einzelnen Stellen an direkt benachbarten Flä-
chen.
Bei Betrachtung der Einzelergebnisse deuteten höhere Werte darauf hin – unter Einbezie-
hung der Standardabweichung der Keimzahlreduktionen (Tabelle 4.6, Seite 66) – dass Was-
ser und Reinigungs- und Desinfektionsmedien nur sehr unsicher an die jeweiligen Stellen
gelangten bzw. dass die Stellen mit größerer Wahrscheinlichkeit nur unsauber gereinigt und
desinfiziert worden waren.
Beim Vergleich der nach Oberflächenausrichtung geordneten arithmetischen Mittelwerte
(Tabellen 4.11 bis 4.14, Seiten 70/71) fiel auf, dass diejenigen der runden und geringgradig
geneigten Oberflächen die geringsten GKZ pro 25 cm2 aufwiesen. Dies lag möglicherweise
daran, dass auf diesen Flächen Reinigungs- und Desinfektionsmittel langsamer ablaufen,
andererseits aber generell das Abfließen der Reinigungs- und Desinfektionsmedien sowie
des Spülwassers gewährleistet ist. Auch die Ergebnisse der waagrechten Oberflächen waren
– mit einer Ausnahme (Probenahmestelle 12) – alle im Toleranzbereich. Die Reinigungs- und
Desinfektionsagenzien liefen hier zwar nur schlecht ab, möglicherweise waren sie aber ge-
rade deshalb in der Lage, die Keime auf den Oberflächen effektiv abzutöten. Allerdings be-
steht die Gefahr der Rekontamination durch abgestorbene Mikroorganismen und abgelösten
Schmutz, was somit wieder einen guten Nährboden für andere Mikroorganismen darstellt
(CHMIELEWSKI und FRANK 2003).
Auf Oberflächen verbleibende Reinigungs- und Desinfektionsmittel stellen in zweifacher Hin-
sicht eine Gefahr dar: Zum Einen können sie Lebensmittel kontaminieren und zum Anderen
können sie zu Zerstörung von Oberflächen wie Korrosion von Metallen oder Versprödung
82
Diskussion
von Kunststoffteilen führen. Die Feststellung von GIBSON (1999), dass chemische Effekte
mit der Temperatur linear ansteigen, konnte in der vorliegenden Studie nicht überprüft wer-
den, da die Chemikalien ausschließlich in kaltem Zustand auf die Maschine aufgetragen
wurden. Somit bleibt die Frage offen, inwieweit höhere bzw. niedrigere Temperaturen beim
Ablauf der CIP-Reinigung die Ergebnisse beeinflussen würden. Ebenso bleiben in dieser
Studie die Auswirkungen von Änderungen der Reinigungs- bzw. Einwirkzeit, der Konzentra-
tion der Reinigungslösungen und anderer Faktoren auf die Ergebnisse unbeantwortet. Um
derartige Einflüsse beurteilen zu können, sind weitere Studien an der getesteten Verpa-
ckungsmaschine notwendig.
Für den NAD-Test und das Nass-Trocken-Tupferverfahren wurden über den gesamten In-
nenraum der Tiefziehverpackungsmaschine Probenahmestellen ausgewählt. Dabei wurde
darauf geachtet, dass verschiedene Materialien und verschiedene Oberflächenneigungen
beprobt wurden.
Bei dem in dieser Studie durchgeführten Nass-Trocken-Tupferverfahren können ausschließ-
lich vermehrungsfähige Bakterien, Hefen und Schimmelpilze nachgewiesen werden. Abge-
storbene Organismen und andere NAD-haltige organische Rückstände lassen sich nicht de-
tektieren. Ebenso lässt der NAD-Test eine Differenzierung zwischen vermehrungsfähigen
und abgestorbenen Bakterien nicht zu (TRAUTSCH 2003). Ein positives Testergebnis wird
bei jeder Art von NAD-haltigem Material angezeigt. Nur eine Kombination von NAD-Test und
Nass-Trocken-Tupferverfahren lässt somit eine differenziertere Aussage über die Art des
detektierten Materials zu.
83
Diskussion
5.7 Biofilmproblematik
Nach Ablauf einer CIP-Reinigung sind die Oberflächen in der Maschine nass beziehungs-
weise feucht. Dies und durch Reinigung und Desinfektion nicht vollständig von Oberflächen
entfernte Lebensmittelreste bilden eine ideale Grundlage für die Bildung von Biofilmen (REI-
NEMANN et al. 1993, ZOTTOLA und SASAHARA 1994). Laut BARNES et al. (1999) sowie
DE QUEIROZ und DAY (2007) ist für Biofilme eine Oberflächenbesiedelung umso leichter, je
rauer die Oberfläche ist. Deshalb ist es wichtig, dass sowohl durch die Produktion, als auch
durch Reinigungs- und Desinfektionsmittel die Oberflächen der Maschine nicht beschädigt
werden. Allerdings kann auch Edelstahl, der im Lebensmittelbereich weit verbreitet ist, kleine
Risse aufweisen (ZOTTOLA uns SASAHARA 1994), in denen sich Mikroorganismen ansie-
deln können. Diese Gefahr ist aber bei Aluminiumoberflächen erheblich größer, da dieses
Metall gewöhnlich tiefere Risse aufweist und somit prädisponiert ist für die Beherbergung
von Mikroorganismen (KUMAR und ANAND 1998). Ein besonderes Problem stellt in diesem
Zusammenhang die Besiedelung solcher Nischen mit Listerien dar (TOMPKIN 2002,
SCHALCH 2006). Auf Grund dieser Tatsache wäre es sinnvoll, Bauteile der Maschine, die
aus Aluminium gefertigt sind durch Teile aus hygienisch vorteilhafteren Materialien wie z. B.
Edelstahl zu ersetzen.
Zur Prävention von Biofilmbildung führen FLINT et al. (1997) sowie GIBSON et al. (1999) die
Erhöhung der Reinigungsfrequenz an, was möglicherweise auch an der getesteten Maschine
sinnvoll wäre.
GIBSON et al. (1999) schlugen zur Entfernung von Biofilmen eine Kombination aus Chemie
und Mechanik vor. Dies ist durch das überprüfte CIP-System nicht möglich. Hier sollte die
chemische Komponente den Effekt der mechanischen mit übernehmen.
Gründliches Trocknen von Oberflächen (GENIGEORGIS 1995) stellt bei der in dieser Studie
geprüften Tiefziehverpackungsmaschine momentan sicherlich ein unüberwindliches Problem
dar, für die Zukunft allerdings wäre die Entwicklung eines Trockensystems eine mögliche
Option, um dieses Problem zu beseitigen.
Falle werden optische Kontrollen auf Sauberkeit und manuelle Reinigung notwendig. Im In-
nenraum, an der Kette und am Abführband dient das geprüfte CIP-System sowohl der Kos-
ten-, der Arbeits- sowie der Zeitersparnis, da dadurch die aufwendige manuelle Reinigung
unzugänglicher Bereiche erspart bleibt, aber trotzdem sicheres Einhalten geforderter Reini-
gungs- und Desinfektionsmittelkonzentrationen sowie geforderter Einwirkzeiten gewährleistet
wird.
85
Zusammenfassung
6 Zusammenfassung
Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein neu entwickeltes CIP-Reinigungssystem in einer Tief-
ziehverpackungsmaschine hinsichtlich seiner Reinigungs- und Desinfektions-Effektivität ge-
testet. Die Überprüfung erfolgte in drei unabhängigen Versuchsreihen mit drei verschiedenen
Verfahren. Zuerst wurde die Erreichbarkeit der Oberflächen in der Maschine durch das CIP-
System geprüft. Dazu wurde vor dem Spülen mit Leitungswasser der zu untersuchende Be-
reich mit Riboflavinlösung als Markersubstanz besprüht und anschließend die Ergebnisse
visuell beurteilt und durch Lichtbilder dokumentiert. Danach folgte mit einem NAD nachwei-
senden Testkit die Untersuchung von Oberflächen auf Produktrückstände. Vor der Ver-
suchsdurchführung wurden dazu ausgewählte Oberflächen mit einem Kontaminationsmedi-
um besprüht und nach Reinigung und Desinfektion mit dem Testkit beprobt. Abschließend
kam das Nass-Trocken-Tupferverfahren nach DIN 10113-1 zum Einsatz, um den Reini-
gungserfolg durch Bestimmung der aeroben Gesamtkeimzahl zu überprüfen. Nach Kontami-
nation der ausgewählten Stellen wurden vor und nach Reinigung und Desinfektion mit Tup-
fern Vergleichsproben genommen und im Labor weiterbearbeitet und ausgewertet.
Ergebnis des Riboflavintests waren großteils nicht fluoreszierende Oberflächen, also weitge-
hend wirkungsvolles Spülen. Fluoreszierende und damit ungenügend abgespülte Stellen
waren hauptsächlich in Sprühschatten, auf waagrechten Oberflächen, in kleinen Vertiefun-
gen und an Ansammlungen großer Schlauchmengen zu finden.
Die Ergebnisse des NAD-Tests zeigten, dass überwiegende Teile der Maschine ohne
Schmutzrückstände gereinigt wurden, trotzdem aber Oberflächen zu finden waren, auf de-
nen nach Reinigung und Desinfektion noch geringgradige bis mittelgradige Mengen organi-
schen Schmutzes nachweisbar waren.
Die Ergebnisse des Nass-Trocken-Tupferverfahrens legten dar, dass das eingesetzte CIP-
System in der Lage war, mikrobielle Kontamination von bis zu 1,1 x 105 koloniebildende Ein-
heiten pro 25 cm2 auf Werte unterhalb der Nachweisgrenze von 1,0 x 101 koloniebildende
Einheiten pro 25 cm2 zu reduzieren.
Zusammenfassend war festzustellen, dass das überprüfte CIP-System durchaus wirksam ist,
da durch dieses System manuelle Reinigung des Maschineninnenraums stark eingeschränkt
werden kann. Jedoch ist eine persönliche Kontrolle und manuelle Reinigung in größeren
Zeitabständen nicht vollständig zu ersetzen.
86
Summary
7 Summary
In this study a recently generated CIP system in a thermoformer was tested for its cleaning
and disinfection effectiveness. The inspection was carried out on the basis of three autono-
mous experimental series with three different methods. First, the CIP system was used in
order to find out if the water for rinsing reaches all the surfaces in the machine. For this pur-
pose the interior of the machine was sprayed with a riboflavin solution used as a marker sub-
stance before rinsing. After that the results were documented with photos. The surfaces were
analysed for product residues via a test kit detecting NAD. This was carried out by spraying
defined test areas with contaminating agent. After cleaning and disinfection these defined
areas were sampled with the NAD kit. Afterwards, the double swab sampling method (ac-
cording to DIN 10113-1) was used to verify the effectiveness determining the total viable
count. After contamination of the selected areas swab samples were taken prior to and after
cleaning and disinfection. These swab samples were processed and analysed in the labora-
tory, counted and compared.
The result of the riboflavin test indicated most parts of the machine were no longer fluores-
cent. Areas which were still fluorescing could especially be found in spraying shades, on
horizontal surfaces, in small slots and near accumulations of hoses.
The results of the NAD test showed, that hardly any residue of soil was left in the machine.
Nevertheless, there were still surfaces with little or moderate quantities of detectable organic
soil left after cleaning and disinfection.
The results of the wet/dry swab technique demonstrated that the CIP system is able to de-
crease microbial contamination (to 1,1 x 105 colony forming units per 25 cm2) below the de-
tection limit of 1.0 x 101 colony forming units per 25 cm2.
Summing up, the CIP system is indeed effective, as it reduces the manual cleaning of the
interior of the machine to a minimum. However, individual control and manual cleaning can-
not be substituted in total.
87
Anhang
8 Anhang
Gelenk
34)
Quelle: DIN EN ISO 14159 (2008)
88
Anhang
Produkt Produkt
Produkt
89
Anhang
90
Anhang
8.2 Materialien
Im Folgenden sind für die vorliegende Studie verwendete Materialien und Hersteller aufge-
führt:
Material Hersteller
Riboflavin (CAS-Nummer 83-88-5) FAGRON GmbH & Co. KG, Barsbüttel
Hydroxyethylcellulose (Artikelnummer 4706) Caesar & Loretz GmbH, Hilden
Fleischsaft Metzgerei Miller, Babenhausen
Rohmilch Landwirt Huber, Babenhausen
Crème fraîche Dr. Oetker, Bielefeld
Plate-Count-Agar (Bestellnummer
1.05463.0500) Merck, Darmstadt
Pepton aus Fleisch (Bestellnummer
1.07214.1000) Merck, Darmstadt
Natriumchlorid (Artikelnummer 106400) Merck, Darmstadt
®
HY RiSE Colour Hygiene Test Strip (Ar-
tikelnummer 1.31200.0001) Merck, Darmstadt
Wischtücher (Artikelnummer 91181150000) Moosmann & Co. Ravensburg
Wattetupfer Dry Swab (Artikelnummer 0482) Herenz, Hamburg
Pipetten Eppendorf Reference (verstellbar) Eppendorf, Hamburg
Pipettenspitzen:
epT.I.P.S. Standard 50-1000 µl (Artikel-
nummer 0030 000.919) Eppendorf, Hamburg
epT.I.P.S. Standard 2-200 µl (Artikelnummer
0030 000.870) Eppendorf, Hamburg
Petrischalen (Artikelnummer 633180) Greiner Bio-One GmbH, Kremsmünster,
Österreich
Dispensette® 0-10 ml Brand, Wertheim
Reagenzgläser Schott, Mainz
Schere (Artikelnummer SI-12-2108) Schreiber Instrumente, Friedingen/Donau
Drigalski-Spatel Carl Roth, Karlsruhe
Schneebesen (Artikelnummer 228639) Intergastro GmbH &Co. KG, Dortmund
Messzylinder (verschiedene Größen) Brand, Wertheim
Erlenmeyerkolben (verschieden Größen) Merck, Darmstadt
Reagenzglasständer GF Diagnostika Vertriebs GmbH, Gelsenkir-
chen
Sprühflasche (Drucksprüher FLEXI 3131) MESTO® Spritzenfabrik, Freiberg/Neckar
91
Anhang
Material Hersteller
Sprühflasche (Demi) Haushaltswaren Wiethaler, Babenhausen
Raumluftthermometer Kälte Riefler, Kaufbeuren
Flüssigkeitsthermometer (Artikelnummer
8150) Egufer GmbH, Köln
Druckmanometer (Artikelnummer EN 837-1) WIKA Manometer AG, Hitzkirch
Adapterstück für Druckmanometer Multivac, Wolfertschwenden
UV-Lampe (Artikelnummer 51100700) LTT VERSAND e.K., Bocholt
Analysenwaage CP3202S-OCE Sartorius, Göttingen
Analysenwaage AC210S Sartorius, Göttingen
Magnetrührwerk mit Heizplatte MR 2002 Heidolph Instruments, Schwabach
Vortex-Mixer Janke & Kunkel, Hünenberg, Schweiz
Spiralplater DW SCIENTIFIC Typ WB 04 KH Don Whitelley, Shipley, United Kingdom
Brutschrank B 6060 Heraeus Instruments, Osterode
Hochdruckdampf-Sterilisator Typ 112 KSG Sterilisatoren GmbH, Olching
Kühlschrank Profi Line Liebherr, Biberach an der Riss
Kühlbox WAECO T 26 DC Waeco International GmbH, Emsdetten
92
Anhang
93
Anhang
94
Anhang
Zusammensetzung Testlösung:
1000,0 ml Aqua dest.
0,2 g Riboflavin
5,0 g Hydroxyethylcellulose
Arbeitsschritte:
- Ansetzen der Testlösung nach o. g. Angaben
- Öffnen der Seitenverkleidungen und Abnehmen der Schutzabdeckungen
- Testen der UV-Lampe auf ausreichende Lichtleistung mit 1:1000-Verdünnung
- Kontrolle auf Fettfreiheit der zu prüfenden Stellen
- Herstellung der verwendungsgemäßen Stellung der Maschine
- Temperaturmessung (Spülwasser zwischen + 12 °C und + 25 °C, Raumtempera-
tur)
- Homogene Verteilung der Testlösung im Innenraum der Maschine mit Sprühfla-
sche
- Schließen der Seitenverkleidungen und Auflegen der Schutzabdeckungen Ablauf
der Reinigungsprozedur mit kaltem Leitungswasserwasser (Druck, Durchfluss und
Taktung entsprechend der üblichen Reinigungsprozedur)
Dokumentation:
Raumtemperatur: ____ °C
Wassertemperatur des Reinigungswassers: ____ °C
Reinigungserfolg: siehe Bilddokumentation
Anmerkungen:
__________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________
95
Anhang
Arbeitsschritte:
Vortag des Tests:
- Öffnen der Seitenverkleidungen und Abnehmen der Schutzabdeckungen
- Aufsuchen der zu beprobenden Stellen der Maschine
- Entfetten der Probenahmestellen
96
Anhang
97
Anhang
98
Anhang
99
Anhang
100
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Publikation
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Tabellenverzeichnis
10 Tabellenverzeichnis
Tabelle 2.1 Parameter stärkster Anhaftung von Bakterienspecies auf rostbeständigem
Edelstahl ............................................................................................................................... 6
Tabelle 2.2 Einfluss der Oberfläche auf das Anhaftungsverhalten verschiedener
Mikroorganismen................................................................................................................... 8
Tabelle 2.3 Einflüsse hydrodynamischer Verhältnisse auf Biofilme........................................ 9
Tabelle 2.4 Präventionsmaßnahmen gegen Biofilmbildung ..................................................11
Tabelle 2.5 Berichtete Reduktionsraten von Oberflächenkeimzahlen ...................................13
Tabelle 2.6 Temperatur und deren Auswirkungen auf Reinigung und Desinfektion ..............16
Tabelle 2.7 Beispiele der Beeinflussung verschiedener Mikroorganismen durch Reinigung
und Desinfektion...................................................................................................................18
Tabelle 2.8 Wirkungsspektren der wichtigsten Desinfektionsmittelgruppen ..........................21
Tabelle 2.9 Durchschnittlicher Anfall von Stickstoff und Phosphor aus Milchresten bei der
Spülphase während eines CIP-Reinigungsdurchlaufs in Molkereien ....................................24
Tabelle 2.10 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen
Design von Konstruktionswerkstoffen...................................................................................33
Tabelle 2.11 Vergleichende Darstellung maßgeblicher Anforderungen zum hygienischen
Design bezüglich Gestaltung und Herstellung im Lebensmittelbereich .................................34
Tabelle 3.1 Probenahmestellen, Waschzone, Material und Oberflächenneigung..................46
Tabelle 3.2 Bewertungsschema des NAD-Tests...................................................................48
Tabelle 4.1 Drücke, Wasserdurchflussmengen und deren arithmetische Mittelwerte an den
verschiedenen Reinigungsdüsen der Maschine bei Wasserdurchfluss.................................57
Tabelle 4.2 Ergebnisse des NAD-Schnelltests .....................................................................60
Tabelle 4.3 Ergebnisse des NAD-Schnelltests geordnet nach Oberflächenneigung .............61
Tabelle 4.4 Ergebnisse des NAD-Schnelltests geordnet nach Oberflächenmaterial .............62
Tabelle 4.5 Ergebnisse des NTT-Verfahrens vor und nach Reinigung und Desinfektion ......64
Tabelle 4.6 Keimzahlreduktion (lg) aus Ergebnissen des NTT-Verfahrens vor und nach R/D
und daraus errechnete arithmetische Mittelwerte und Standardabweichungen ....................66
Tabelle 4.7 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf
Edelstahloberflächen............................................................................................................68
Tabelle 4.8 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf eloxierten
Aluminiumoberflächen ..........................................................................................................69
Tabelle 4.9 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf Oberflächen
aus lackiertem Gusseisen ....................................................................................................69
Tabelle 4.10 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf
Kunststoffoberflächen...........................................................................................................69
128
Tabellenverzeichnis
Tabelle 4.11 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf senkrecht
stehenden Flächen...............................................................................................................70
Tabelle 4.12 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf waagrechten
Flächen ................................................................................................................................70
Tabelle 4.13 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf geringgradig
geneigten Oberflächen .........................................................................................................71
Tabelle 4.14 Arithmetische Mittelwertex der Keimzahlreduktion durch R/D auf runden
Oberflächen..........................................................................................................................71
Tabelle 5.1 Bewertungsschema zur Beurteilung des R/D-Erfolges bei Einsatz des NTT-
Verfahrens............................................................................................................................80
Tabelle 5.2 Bewertung des R/D-Erfolges an den einzelnen Probenahmestellen im NTT-
Verfahren .............................................................................................................................81
Tabelle 8.1 Ablauf des Reinigungs- und Desinfektionsprogramms Multivac „AlkalDisi“ ........94
129
Abbildungsverzeichnis
11 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.1 Darstellung eines Reinigungs- und Desinfektionsablaufs................................14
Abbildung 2.2 Zürcher Hygienehaus.....................................................................................26
Abbildung 3.1 Tiefziehverpackungsmaschine Multivac R 535...............................................39
Abbildung 3.2 Einsicht in Maschine von schräg oben im Bereich "Einlegestrecke"...............41
Abbildung 3.3 Nummerierung und Verteilung der Düsen in der Tiefziehverpackungsmaschine
.............................................................................................................................................41
Abbildung 3.4 Flussdiagramm zum Ablauf des Riboflavintests .............................................44
Abbildung 3.5 Flussdiagramm zum Ablauf des NAD-Tests...................................................47
Abbildung 3.6 Flussdiagramm zum Ablauf des Nass-Trocken-Tupferprüfverfahrens............50
Abbildung 3.7 Tupferführung auf den Probenahmeflächen im NTT-Verfahren......................51
Abbildung 3.8 Foto eines Kettenglieds .................................................................................52
Abbildung 3.9 Weiterverarbeitung der Proben im Labor .......................................................53
Abbildung 3.10 Schablone zum Auszählen der Kolonien beim Spiralplaterverfahren............55
Abbildung 4.1 Komplett von Riboflavin-lösung befreite Maschinenteile ................................58
Abbildung 4.2 Reste der Riboflavinlösung auf unvollständig abgespülten waagrechten
Flächen ................................................................................................................................58
Abbildung 4.3 Nicht abgespülte Riboflavinlösung in Bohrlöchern .........................................58
Abbildung 4.4 Unvollständig abgespülte Riboflavinlösung im Sprühschatten der Düsen in der
Waschzone Formen .............................................................................................................58
Abbildung 4.5 Riboflavinlösungsreste im Bereich von Schlauchbündeln ..............................58
Abbildung 4.6 Ergebnisse des NTT-Verfahrens in verschiedenen Keimzahlbereichen .........67
Abbildung 8.1 Möglicher Aufbau von Behältnissen ...............................................................88
Abbildung 8.2 Alternativen bei festen geschweißten Verbindungen......................................88
Abbildung 8.3 Feste geklebte Verbindungen ........................................................................89
Abbildung 8.4 Innere Winkel und Ecken ...............................................................................89
Abbildung 8.5 Öffnungen und Abdeckungen ........................................................................90
Abbildung 8.6 Muster-Checkliste Riboflavintest ....................................................................95
Abbildung 8.7 Muster-Checkliste und Dokumentation NAD-Schnelltest................................96
Abbildung 8.8 Muster-Checkliste und Dokumentation Nass-Trocken-Tupfertest...................99
130
Danksagung
Danksagung
Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. mult. A. Stolle für die freundliche Aufnahme am Institut und die groß-
zügige Bereitstellung des Arbeitsplatzes.
Frau PD Dr. B. Schalch für die Überlassung des Themas, für die immer freundliche, hilfsbe-
reite Betreuung und Beratung und für die umgehende Beantwortung all meiner Fragen wäh-
rend der Planung und Durchführung sowie die sorgfältige Korrektur dieser Arbeit.
Frau U. Demuth, Frau H. Dietz, Frau S. Holzmann und Frau U. Scheffler, sowie Frau J.
Hoffmann für ihre stets große Hilfe und ihr Entgegenkommen bei meinen Arbeiten im Labor.
den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Frau U. Tobisch für ihre Be-
ratung und Unterstützung bei allen die Arbeit betreffenden Angelegenheiten und für alle gu-
ten Tipps.
Herrn Prof. Dr. H. Küchenhoff und Frau M. Mahling für die Beratung am Institut für Statistik
der LMU.
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma Multivac, Wolfertschwenden, die mir wäh-
rend der Anfertigung dieser Arbeit unterstützend zur Seite gestanden sind, insbesondere
Herrn T. Slomp, Herrn E. Ehrmann, Herrn I. Ruzic, Frau K. Zondler, Herrn H. Holzapfel, Frau
A. Grott, Herrn R. Maier und Herrn F. Nobis.
Frau S. Bertele, Frau M. Miller und Herrn M. Wieland für die kurzfristige große Hilfe beim
Korrekturlesen dieser Arbeit und bei der Übersetzung der Zusammenfassung ins Englische.
meinen Eltern, die mich bei meinem Studium und während der Anfertigung dieser Arbeit im-
mer bestens unterstützt haben. Ohne euch wäre dies nicht gegangen!
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Lebenslauf
Lebenslauf
Persönliche Daten:
Name: Philipp Winter
Geburtsdatum: 10.08.1980
Geburtsort: Memmingen
Familienstand: ledig
Schulausbildung:
Sept. 1987 – Juli 1991 Grundschule Babenhausen
Sept. 1991 – Juni 2000 Simpert Kraemer-Gymnasium Krumbach (Abschluss: Abitur)
Zivildienst:
Juli 2000 – Juni 2001 Pflege und Betreuung im Altenheim Babenhausen
Studium:
Okt. 2001 – März 2007 Tiermedizin an der LMU München (Staatsexamen am 20. März
2007)
23. März 2007 Approbation als Tierarzt
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