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Fentanyl

Das Dokument beschreibt die Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen von Fentanyl-Pflastern, einem starken Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Es gibt wichtige Hinweise zur Anwendung, wie z.B. die Notwendigkeit, das Pflaster alle 72 Stunden zu wechseln und die Risiken bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. Zudem werden Sicherheitsmaßnahmen und Verhaltensregeln bei Überdosierung, Schwangerschaft und Reisen erläutert.

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Fentanyl

Das Dokument beschreibt die Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen von Fentanyl-Pflastern, einem starken Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Es gibt wichtige Hinweise zur Anwendung, wie z.B. die Notwendigkeit, das Pflaster alle 72 Stunden zu wechseln und die Risiken bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. Zudem werden Sicherheitsmaßnahmen und Verhaltensregeln bei Überdosierung, Schwangerschaft und Reisen erläutert.

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Fentanyl Pflaster

Apotheker: Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?

Kunde: Hallo, ich habe ein Rezept für Fentanyl-Pflaster bekommen.

Apotheker: In Ordnung, darf ich kurz nachfragen: Haben Sie schon Erfahrung mit diesem
Medikament?

Kunde: Nein, ich habe es noch nie verwendet.

Apotheker: Fentanyl ist ein sehr starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Es wird
in Form eines transdermalen Pflasters angewendet – das heißt, der Wirkstoff wird über die
Haut kontinuierlich aufgenommen und gelangt so in den Blutkreislauf. Es ist für die
Behandlung starker chronischer Schmerzen vorgesehen, wenn andere Schmerzmittel nicht
ausreichend wirken.

Apotheker: Hat der Arzt Sie über die Anwendung informiert?

Kunde: Nur grob, ich bin mir nicht ganz sicher.

Apotheker: Das Pflaster wird alle 72 Stunden (also alle 3 Tage) gewechselt. Es wird auf eine
unbehaarte und gesunde Hautstelle am Oberkörper oder Oberarm geklebt. Die Stelle sollte
nicht gereizt oder verletzt sein. Vor dem Aufkleben nicht mit Cremes oder Ölen behandeln.

Ein neuer Hautbereich sollte bei jedem Wechsel verwendet werden – dieselbe Stelle
frühestens nach 7 Tagen erneut.

Kunde: Wie schnell wirkt es?


Apotheker: Die Wirkung setzt nicht sofort ein – es dauert ca. 12 bis 24 Stunden, bis eine
gleichmäßige Wirkstoffkonzentration erreicht ist. Deshalb darf es nicht bei akuten Schmerzen
verwendet werden.

Kunde: Gibt es Nebenwirkungen?

Apotheker: Wie bei allen starken Opioiden kann es zu Nebenwirkungen kommen –


insbesondere in den ersten Tagen oder bei Dosiserhöhungen. Häufig sind: Schläfrigkeit,
Übelkeit, Verstopfung, Schwindel oder Atemverlangsamung. Bitte kontaktieren Sie Ihren
Arzt bei ungewöhnlichen oder starken Beschwerden.

Kunde: Kann ich duschen oder baden mit dem Pflaster?

Apotheker: Ja, das ist grundsätzlich möglich. Das Pflaster ist wasserfest – vermeiden Sie
jedoch Saunagänge, heiße Bäder oder starke äußere Hitze, da dies die Wirkstofffreisetzung
erhöhen und zu Überdosierung führen kann.

Apotheker: Nehmen Sie aktuell andere Medikamente ein?

Kunde: Ja, ich nehme Antidepressiva.

Apotheker: Gut, das muss der Arzt wissen. Bestimmte Medikamente – z. B. einige
Antidepressiva oder Schlafmittel – können die Wirkung verstärken und das Risiko für
Nebenwirkungen erhöhen, z. B. Atemdepression.

Kunde: Wie bewahre ich die Pflaster auf?

Apotheker: Trocken und nicht über 25 °C, am besten in der Originalverpackung und
außerhalb der Reichweite von Kindern.
Kunde :Darf ich Auto fahren mit Fentanyl?

Apotheker :Am Anfang der Therapie nicht, da Fentanyl das Reaktionsvermögen


beeinträchtigen kann. Später nur in Rücksprache mit dem Arzt und wenn keine
Beeinträchtigung vorliegt.

Kunde: Was muss ich auf Reisen beachten?

Apotheker: Bei Flugreisen sollten Sie eine ärztliche Bescheinigung mitführen, da es sich um
ein stark wirksames Betäubungsmittel handelt. In vielen Ländern gelten strenge
Einfuhrregeln.

Kunde: Was ist, wenn ich schwanger bin?

Apotheker: Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Fentanyl nur nach sehr strenger
ärztlicher Abwägung verwendet werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Kunde: Was passiert bei einer Überdosierung?

Apotheker: Anzeichen sind: starke Schläfrigkeit, sehr langsame Atmung, Bewusstlosigkeit.


Das ist ein medizinischer Notfall – sofort Notruf 112 wählen!

Letzte Hinweise:

Fentanyl kann schon in kleinen Mengen gefährlich sein – insbesondere für Kinder.

Nach dem Entfernen sollte das Pflaster zusammengefaltet und sicher entsorgt werden,
zusammenfalten (Wirkstoffseite innen), sicher verpacken in einer neutralen Ummantelung
zum Beispiel Zeitungspapier oder eine Tüte – dem Hausmüll untergemischt werden oder
einfach über die Apotheke entsorgen

Apotheker: Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden. Und ganz
wichtig: Entfernen Sie das alte Pflaster immer, bevor Sie ein neues aufkleben.

Kunde: Vielen Dank für die ausführliche Beratung!


Apotheker: Gern geschehen

Alles Gute für Sie

Fragen und Antworten :


Wie wird das Pflaster angewendet?

• Auf eine unbehaarte, unverletzte, trockene Hautstelle (z. B. Oberarm, Brust, Rücken)
aufkleben.
• Alle 72 Stunden (3 Tage) wechseln.
• Hautstelle bei jedem Wechsel variieren.
• Keine Cremes oder Öle vorher auftragen.

Wie lange dauert es, bis das Fentanyl-Pflaster wirkt?

Der Wirkungseintritt erfolgt nach ca. 12–24 Stunden – daher nicht für akute Schmerzen
geeignet.

Warum darf man nicht mehrere Pflaster gleichzeitig verwenden?

Das würde zu einer Überdosierung führen – mit möglicher Atemdepression bis hin zum Tod.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

• Schläfrigkeit
• Übelkeit, Erbrechen
• Verstopfung
• Atemdepression
• Schwindel

Tipp : Fentanyl kann manchmal Kopfschmerzen verursachen. Wenn


das neu ist oder sehr stark, bitte unbedingt den Arzt informieren.
Gegen leichte Kopfschmerzen können Sie Paracetamol nehmen – aber
keine anderen Schmerzmittel ohne Rücksprache. Triptane wie
Naratriptan dürfen Sie auf keinen Fall dazu nehmen.
Was ist bei Hitzeeinwirkung zu beachten?

Hitze (z. B. Sauna, Wärmflasche, Fieber) kann die Freisetzung von Fentanyl beschleunigen
und zu einer Überdosierung führen – deshalb unbedingt vermeiden

Was tun bei Atemdepression oder starker Schläfrigkeit?

Sofort Notruf 112 – es besteht Lebensgefahr!

Warum ist das Pflaster für Kinder besonders gefährlich?

Bereits ein gebrauchtes Pflaster enthält genug Wirkstoff, um bei einem Kind eine tödliche
Vergiftung zu verursachen – sichere Aufbewahrung und Entsorgung sind lebenswichtig.

Was tun bei Pflasterverlust?

Ein neues Pflaster aufkleben, sobald man den Verlust bemerkt – aber auf keinen Fall zwei
gleichzeitig anwenden. Arzt kontaktieren.

Welche Wechselwirkungen gibt es?

• Verstärkung durch andere ZNS-dämpfende Medikamente (z. B. Benzodiazepine,


Antidepressiva, Alkohol)
• CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Makrolide, Grapefruitsaft) können den Fentanyl-Spiegel
erhöhen.

Transdermales Pflaster bedeutet, dass der Wirkstoff über die Haut (“transdermal”) in den
Blutkreislauf aufgenommen wird – kontinuierlich über einen längeren Zeitraum (z. B. 72
Stunden bei Fentanyl). Es wirkt systemisch, also im ganzen Körper.

Unterschied zu anderen Pflastern:

Pflastertyp Wirkweise Beispiel


Transdermales
Gibt Wirkstoff über Haut ins Blut Fentanyl, Nikotin,
Pflaster
ab (systemisch) Hormonpflaster
Pflastertyp Wirkweise Beispiel
Lokal wirkendes
Wirkt nur an der aufgeklebten Stelle ABC-Wärme-Pflaster, Capsaicin-
Pflaster
(lokal) Pflaster
Schützt Wunden, hält feucht, ohne Hydrocolloidpflaster bei
Okklusivpflaster
Wirkstoff Blasen/Wunden

Besonderheiten transdermal:

• Konstante Wirkstoffabgabe
• Umgeht den Magen-Darm-Trakt
• Umgeht den „First-Pass-Effekt“ der Leber
• Besonders geeignet für chronische Therapie

Beispiel:

Ein Fentanyl-Pflaster wirkt im ganzen Körper gegen Schmerzen, ein ABC-Pflaster wirkt nur
lokal und durchblutungsfördernd am Rücken.

Wann darf man das Pflaster nicht benutzen?


Nicht bei frischen Schmerzen, nach einer OP, bei Allergie gegen den Wirkstoff oder bei
Atemproblemen.

Darf ich das Pflaster abziehen und später wieder draufkleben? ( Vor Sauna )

Nein. Wenn Sie es abziehen, müssen Sie mit dem Arzt sprechen um die Dosierung
anzupassen .( das gilt als Behandlungsabbrechen)

Darf ich mit dem Pflaster duschen oder schwimmen?

Ja. Duschen, Baden und Schwimmen geht. Aber reiben Sie nicht über das Pflaster.

( 5 bis 10 Minuten lang)

Warum hält das Pflaster nicht gut?

Drücken Sie das Pflaster 30 Sekunden fest. Keine Creme / körperlotion benutzen.

Was tun, wenn das Pflaster abgeht?

Kleben Sie es wieder fest oder nehmen Sie ein neues. Arzt informieren.

Darf ich das Pflaster zerschneiden?

Nein. Es kann sonst zu viel oder zu wenig Wirkstoff abgeben. Das ist gefährlich.

Kann man von Fentanyl süchtig werden?

Wenn man es richtig nimmt, ist Sucht sehr selten. Keine Sorge, wenn es der Arzt verschreibt.

Was ist das gelbe Rezept?

Ein Rezept für Betäubungsmittel Es hat 3 Seiten.

Eine bleibt beim Arzt

Eine in der Apotheke


Eine geht zur Abrechnung an die Krankenkasse

Wie lange muss ich Fentanyl nehmen?

So lange, wie der Arzt es sagt. Immer rechtzeitig ein neues Rezept holen.

Darf man Fentanyl plötzlich absetzen?

Nein. Langsam mit dem Arzt absetzen, sonst bekommt man Entzugserscheinungen.

Was tun bei Hautreaktionen?

Meist verschwinden sie nach 1 Tag. Wenn nicht, Arzt fragen.

Was tun, wenn die Hautreaktion bleibt?

Fenistil-Salbe kann helfen. Arzt informieren. Keine Allergietabletten nehmen.

Darf ich Fentanyl und Naratriptan nehmen?

Nein. Zusammen kann es zu einer gefährlichen Krankheit führen (Serotonin-Syndrom).

Übelkeit-Erbrechen-Durchfall-Schwitzen-Halluzinationen und Muskelkrämpfe

Darf ich Fentanyl und Buscopan nehmen?

Nein. Es kann zu schlimmen Nebenwirkungen kommen wie Verwirrung -Harnstau.

Mundtrockenheit-Sedierung-oder Verstopfung (anticholinerger Effekt )

Was tun gegen Verstopfung?

Lactulose oder Macrogol nehmen. Hilft beim Stuhlgang.


Darmwssser binden -Erweichung des Darminhalts

Darf ich Alkohol trinken?

Nein. Alkohol verstärkt die Nebenwirkungen von Fentanyl.

Wie viele Pflaster darf ich mitnehmen ins Ausland?

Fragen Sie Botschaft oder Fluglinie. Meist braucht man ein ärztliches Schreiben.

Was tun, wenn ich den Pflasterwechsel vergesse?

Sofort nachholen. Keine doppelte Dosis nehmen. Arzt informieren.

Was bedeuten die 3 Tabellen in der Packungsbeilage?

Die Tabellen helfen dem Arzt, die richtige Dosis für den Patienten zu finden, je nachdem,
welches Schmerzmittel vorher genommen wurde.

Die drei Tabellen helfen dem Arzt, die richtige Dosis für Sie zu bestimmen, wenn Sie von
einem anderen Schmerzmittel (z. B. Morphin) auf das Fentanyl-Pflaster umgestellt werden
sollen.

Tabelle 1: Umrechnung anderer Schmerzmittel in Morphin

Diese Tabelle zeigt, wie viel Morphin einer bestimmten Menge eines anderen Schmerzmittels
entspricht.

Beispiel:

Wenn jemand z. B. jeden Tag 100 mg Oxycodon nimmt, muss der Arzt wissen, wie viel
Morphin das ungefähr ist.

Oxycodon hat den Umrechnungsfaktor 1,5.

100 mg Oxycodon x 1,5 = 150 mg Morphin pro Tag.


Dieses Ergebnis nutzt der Arzt, um dann in Tabelle 2 oder 3 die passende Fentanyl-Dosis zu
finden.

Tabelle 2: Für Menschen, die instabil oder krank sind

Diese Tabelle gilt für Patienten, die vielleicht schwach, alt oder krank sind – also nicht so
gut mit starken Mitteln umgehen können.

Dort ist die Umrechnung vorsichtiger, also gibt man weniger Fentanyl.

Beispiel:

Sie haben laut Tabelle 1= 150 mg Morphin pro Tag.

Dann sagt Tabelle 2: Startdosis Fentanyl 50 Mikrogramm/Stunde.

Tabelle 3: Für Menschen, die gut mit Opioiden klarkommen

Diese Tabelle gilt für Patienten, die schon lange Opioide nehmen und keine Probleme
damit haben.

Hier gibt man etwas mehr Fentanyl als in Tabelle 2, weil der Körper es gewohnt ist.

Beispiel:

Sie nehmen auch hier 150 mg Morphin pro Tag.

Dann sagt Tabelle 3: Startdosis Fentanyl 75 Mikrogramm/Stunde.

• Tabelle 1: Rechnet Ihr bisheriges Schmerzmittel in Morphin um.


• Tabelle 2: Für empfindliche oder instabile Patienten → niedriger anfangen.
• Tabelle 3: Für starke, stabile Patienten → normal dosieren.

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