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Wassertrüdingen

Das Dokument ist eine geologische Karte von Bayern, speziell für das Blatt Nr. 6929 Wassertrüdingen, herausgegeben vom Bayerischen Geologischen Landesamt im Jahr 1977. Es enthält Erläuterungen zu geographischen und geologischen Aspekten, Stratigraphie, hydrogeologischen Verhältnissen sowie geophysikalischen Untersuchungen und ist mit 22 Abbildungen, einer Tabelle und einer Beilage versehen. Die Autoren sind Hellmut Haunschield und Thorolf Weiser, unterstützt von weiteren Fachleuten in verschiedenen geologischen Disziplinen.

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manuel lopez garcia
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Wassertrüdingen

Das Dokument ist eine geologische Karte von Bayern, speziell für das Blatt Nr. 6929 Wassertrüdingen, herausgegeben vom Bayerischen Geologischen Landesamt im Jahr 1977. Es enthält Erläuterungen zu geographischen und geologischen Aspekten, Stratigraphie, hydrogeologischen Verhältnissen sowie geophysikalischen Untersuchungen und ist mit 22 Abbildungen, einer Tabelle und einer Beilage versehen. Die Autoren sind Hellmut Haunschield und Thorolf Weiser, unterstützt von weiteren Fachleuten in verschiedenen geologischen Disziplinen.

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Geologische Karte von Bayern

1:25000

Erläuterungen

zuin

Blatt Nr. 6929 Wassertrüdingen

von

HELLMUTHAUNSCHILD und THOIIOL~: WEISEII

mit Beiträgen von


KURT BADER und KURT BERGER (Geophysikalische Untersuchungen), HORST
FRANK (Hydrogeologische Verhältnisse), HORST GALL (Landschafis- und Fluß-
geschichte des Wörnitz-Gebietes) und OTTO WITTMANN (Die Böden)

Mit 22 Abbildungen, 1 Tabelle und 1 Beilage

MONCHEN 1977

Herausgeber und Verlag: Bayerisches Geologisches Landesamt


Prinzregentenstraße 28, 8000 München 22
Geologische Karte von Bayern
1:25000

Erläuterungen
zum

Blatt Nr. 6929 Wassertrüdingen


VOll

HE:LLMUT HAUNSCHILD und THOROL~: WEISER

mit Beiträgen von


KURT BADER und KURT BERGER (Geophysikalische Untersuchungen), HORST

FRANK (Hydrogeologische Verhältnisse), HORST GALL (Landschafts- und Fluß-


geschichte des Wörnitz-Gebietes) und 0.~~0 WITTMANN (Die Böden)

‘Mit 22 Abbildungen, 1 Tabelle und 1 Beilage

MONCHEN 1977

Herausgeber und Verlag: Bayerisches Geologisches Landesamt


Prinzregentenstraße 28, 8000 München 22
Gesamtherstellung: Unversitätsbuchdruckerei Dr. C. Wolf & Sohn, München
Inhaltsverzeichnis
Seite

vorwort . . * . . ........................
1. Geographischer und geologischer Uberblick ..........
1.1. Geographischer Uberblick .................
1.2. Geologischer Uberblick ...................
2. Zur Landschafts- und Flußgeschichte des Wörnitz-Gebietes
(H. GAU,) .......................... 10
3. Schichtenfolge (Stratigraphie) ................. 16
3.1. Trias ........................... 16
3.1.1. Keuper ........................ 16
[Link]. Estherienschichten ................. 16
[Link]. Schilfsandstein ................... 16
[Link]. Lehrbergschichten .................. 18
[Link]. Blasensandstein i.w.S. ................
[Link]. Burgsandstein ................... ;i
3.1.1 .O. Feuerletten ..................... 21
3.2. Jura ........................... 23
3.2.1. Rhät-Lias-Ubergangsschichten ............. 23
3.2.2. Unterer Jura (Lias) ................... 24
[Link]. Obere Hettang-Schichten (Lias u 2, Angulatensand-
Stein) ....................... 24
[Link]. Sinemur-Kalksandstein (Lias c( 3 und unterer Lias
Beta) ....................... 26
[Link]. Oberste Sinemur-Schichten (Mergel des höheren Lias
Beta) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
[Link]. Untere Pliensbach-Schichten (Lias Gamma, Numis-
malis-schichten) 31
[Link]. Obere Pliensbach-Schichten (Lias Delta, Amaltheenton) 32
[Link]. Untere Toarc-Schichten (Lias Epsilon, Posidonien-
schiefer) 34
[Link]. Obere Toarc&!hichten’ (Lias ‘Zeta, Jurensis’mergei) : : 38
3.2.3. Mittlerer Jura (Dogger) . . . . . . . . . . . 39
[Link]. Untere Aalen-Schichten (Dogger Alpha, Opalinuston) 39
[Link]. Obere Aalen-Schichten (Dogger Beta, Doggersandstein) 40
[Link]. Bajoc- bis Callov-Schichten ohne Disciteston (Dogger
Gamma bis Zeta) . . . . . . . . . . . . 42
3.2.4. Oberer Jura (Malm) 43
[Link]. Oxford-Schichten (MalmAipha’und Betaj : : : : : : 44
[Link]. Untere Kimmeridge-Schichten (Malm Gamma) . 47
3.3. Tertiär . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
3.3.1. Alblehm, Bohnerzlehm (älteres Tertiär) . , . . . 48
3.32. Ries-Trümmermassen (Bunte Trümmermassen) . 48
3.3.3. Parautochthoner Schollengürtel . . 54
3.4. Quartär . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
3.4.1. Pleistozän (Diluvium) 58
[Link]. Periglazialer Wanderschutt’ : : : : : : : : : : : : :
[Link]. Löß, Lößlehm, Lehm . . . . . . . . . . . . . . . . El
[Link]. Flugsand . . . . . . . . . . . , . . . . . 59
[Link]. Terrassenrest südöstlich Aufkirchen . . . . . . 59

3
Seite

[Link]. Hang- und Terrassensande ungegliedert, Geröllschleier 60


3.4.2. Holozän (Alluvium) 61
[Link]. Abschlämmassen, Hangschutt : : : : : : : : : : : : 61
[Link]. Anmooriger Boden 61
[Link]. Kalktuff . . . . . : : : : : : : : : : : : : : : : : 62
[Link]. Talfüllung . . . . . . . . . . . . , . . . . . . . 62
4. Lagerungsverhältnisse (Tektonik) . . . . . . . . . . . . . . 63
5. Geophysikalische Untersuchungen . . . . . . . . . . . . 67
5.1. Spezielle geophysikalische Messungen (K. BERGER) . . . . .
5.2. Regionale geophysikalische Untersuchungen (K. BADER) . . . 2
6. Hydrogeologische Verhältnisse (H. FRANK) . . . . . . . . . . . 74
7. Nutzbare Ablagerungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
8. Die Böden (0. WITTMANN) . . , . . , , . . . . . . . . . . . . 81
9. Baugrundgeologische Hinweise . . . , . . , . . . . , . . . . 89
10. Geologisch wichtige Stellen . . . . . . . . . . . . , . . . , . 89
11. Schichtenverzeichnisse von Bohrungen . . . . . . . , , , 90
12. Literatur . . . . . . . . . . . . , . . . . . . . . . . . . . . 94
Beilage: Hydrogeologische Kenndaten und Grundwasserchemismus

4
VorworP)
Das Gebiet des Blattes Nr. 6929 Wassertrüdingen war bereits mehrfach
Gegenstand geologischer Kartierung. Der nördliche Teil des Blattes ist vom
Verfasser 1965 im Anschluß an die geologische Bearbeitung des Blattes
Ornbau übersichtsmäßig aufgenommen worden, um die Lagerungsverhält-
nisse am Nordrand der Hesselberg-Mulde besser abstecken zu können. In
den Jahren 1963 (TH. WEISER), 1966 (N. TORKZADBH) und 1969 (J. KAMPANIILLOS)
wurde der Gebietsstreifen östlich der Linie Lentersheim-wassertrüdin-
gen-Wörnitztal (vgl. Indexkarte) im Rahmen von Diplom-Arbeiten vom
Institut für Paläontologie und historische Geologie der Universität Mün-
chen vergeben und kartiert. Die Herausgabe der geologischen Ubersichts-
karte 1 : 200 000 Blatt Nürnberg machte eine Ubersichtskartierung des noch
offenen Teiles des Blattes Wassertrüdingen durch den Verfasser (1972) not-
wendig. Den Hesselberg mit seinem unmittelbaren Liasumland hat F. PIKAL
(1974) im Rahmen einer Diplomkartierung am Geologischen Institut der
Universität Erlangen bearbeitet.
Bei der Neuaufnahme des Gesamtblattes 1975176 wurden nicht nur die
vorliegenden Diplomkartierungen, sondern auch die Anteile GERSTLAUER
(1940) und Zö[Link] (1946) in die Begehungen miteinbezogen. Für die Gelän-
dearbeiten standen dem Verfasser auch die Manuskriptkarten VIOIILS (Keu-
per-Lias-Grenze) zur Verfügung.
Den südöstlichen Kartenausschnitt zwischen Auhausen-Westheim hat
WEISER als Originalaufnahme einschließlich des Textanteils zur Verfügung
gestellt, wofür ihm auch an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

:‘) Anschriften der Verfasser: Dipl.-Geologe Dr. HELLMUT HAUNSCHILD, Regie-


rungsdirektor, Bayerisches Geologisches Landesamt, Prinzrcgentcnstraße 28, 8000
München 22; Di l.-Geologe Dr. THOROLF MEISEK, Bundesanstalt für Gcowisscn-
schaften und Ro KStoffe, Stilleweg 2, 3000 Hannover 51.

5
1. Geographischerund geologischerOberblick
1.1. Geographischer Uberblick
Das geologische Blatt Wassertrüdingen (Nr. 6929) schließt im Norden,
Nordosten und Osten an die bereits erschienenen Blätter Ornbau (HAUN-
SCHILD 1967), Gunzenhausen (BERGER 1970) und Heidenheim (SCHMIDT-KALER
1970) an; auf dem westlichen Anschlußblatt Weiltingen ist die geologische
Aufnahme im Gange. Die geographische Lage ist mit 10” 30’ bis 10” 40’
östlicher Länge und 49O 00’ bis 49’ 06’ nördlicher Breite gegeben (vgl.
Abb. 1).
Für das L a n d s c h a f t s b i 1 d ist der weit über seine Umgebung em-
porragende Weißjura-Zeugenberg, der Hesselberg, allein bestimmend. Mit
689,4 m ü. NN stellt er die höchste Erhebung der Fränkischen Alb dar und
ist dem nahezu kreisrunden Rieskessel im Norden vorgelagert, der seiner-
seits wiederum die Fränkische Alb im Osten von der Schwäbischen Alb im

~~ ~
828 HAUNSCHILO fln Arbeit1

928 HAUNSCH~~

1
I
,
,
/
BARTHEL 1957

Abb. 1. Lageplan mit Blatteinteilung der topographischen Karte 1 : 25 000.


Westen trennt. Während im Westen, Süden und Osten vorwiegend die
flachwelligen, mehr oder weniger ziselierten Liassockel den Hesselberg
umrahmen, geht das Gelände im Norden, unterhalb der weithin sichtbaren
und morphologisch wirksamen Keuper/Lias-Grenze, in die stark einge-
rumpfte Sandsteinkeuperverebnung über.
Die h ö c h s t e n E r h e b u n g e n mit 660,O m ü. NN bis 689,4 m ü. NN
(höchste Erhebung Mittelfrankens) liegen ausschließlich im Bereich der
Kammlage des Hesselberges. Die tiefsten Geländepunkte innerhalb des
Kartenblattes finden sich im Wörnitztal südwestlich Auhausen in einer Hö-
henlage von knapp über 416 m ü. NN. Die morphologische Höhendifferenz
beträgt somit rund 273 m.
Das Gewässer netz wird ausschliel3lich von der Wörnitz be-
stimmt, die zwischen Gerolfingen und Aufkirchen in das Blattgebiet ein-
tritt, bis Wassertrüdingen in östlicher Richtung fließt und dann in einem
rechten Winkel nach Süden abknickt. Alle im Untersuchungsgebiet ent-
springenden bzw. das Kartenblatt durchfließenden Bäche münden früher
oder später in die Wörnitz, die, ebenso wie die Altmühl, von der sie durch
eine Nebenwasserscheide bei Cronheim getrennt ist,, der Donau zustrebt.
Die verkehrsmäßige Erschließung des Gebietes wird im
wesentlichen durch z. T. gut ausgebaute und z. T. noch im Bau befindliche
Straßen bewerkstelligt. Den Knotenpunkt für die Querverbindungen zwi-
schen den Bundesstraßen B 13 und B 25 bildet die Stadt Wassertrüdingen,
die ihrerseits noch durch eine eingleisige Bundesbahnstrecke (Nördlingen-
Gunzenhausen) an die Hauptstrecke angebunden ist.
V e r w a 1 t u n g s m ä ß i g unterteilt ist das Gebiet nach der Gliederung
vom 1.7.1972 in den Großkreis Ansbach und in den Landkreis Weißenburg-
Gunzenhausen (beide Region 8) des Regierungsbezirkes Mittelfranken und
in den Landkreis Nördlingen-Donauwörth (Region 9) des Regierungsbe-
zirkes Schwaben.

1.2. Geologischer Uberblick


Die ältesten über Tage anstehenden Gesteine gehören dem Oberen
Burgsandstein des Mittleren Keupers an, dessen Liegendgrenze - der km
Bo-Basisletten - am unteren Talrand im Buchgraben südlich Fürnheim
ausbeißt. Von der schätzungsweise rund 280 m mächtigen Keuperformation
(HAUNSCHILD 1968 a; vgl, auch Abb. 3) sind danach nur rund 65 m der direk-
ten Beobachtung zugänglich.
Ein wesentlich größerer Teil des Keupers wurde durch eine Reihe von
Tiefbohrungen bei Gerolfingen-Aufkirchen, bei Wassertrüdingen und im
Espanwald südlich des Zollhauses (bei Wassertrüdingen) erschlossen. Be-
sonders letztere, die zur Rastberg-Gruppe gehören, haben hervorragend
gliederbare Profile erbracht, so daß jetzt eine lückenlose Schichtenfolge
von den oberen Estherienschichten des Mittleren Keupers bis zur Forma-
tionsgrenze gegen den Lias vorgelegt werden kann (vgl. HAUNSCHILD 1968 a,
1969 & 1977).
ober 6 m (gerade noch erschlossenen) Estherienschichten, die überra-
schenderweise in der karbonatreichen Ton-Mergelsteinfazies des Beckens
angetroffen wurden, lagert der Schilfsandstein in der 2-3 m mächtigen
Flächenbildung, deren paläogeographische Stellung im Keuperbecken auf
Grund des Kaolinitgehaltes dem Randbereich zuzuordnen ist (HAUNSCHILD
et al. 1975). Mit den 25,00 m bis 26,50 m mächtigen, schon stark von grob-
klastischen Sedimenten beherrschten Lehrbergschichten, schließt der Gips-
keuper nach oben hin ab.
Der Sandsteinkeuper beginnt mit der konstant 38,00 m bis 40,OO m mäch-
tigen Blasensandsteinserie, die nur noch geringe Tonsteinanteile aufweist,
so daß eine durchgehende Trennung in den Blasensandstein i.e. S. und
Coburger Sandstein unterbleiben mußte. Uberlagert wird der Blasensand-
stein i. w. S. von dem in sich geschlossenen Gesteinspaket (SO-SS m) des
Burgsandsteins, das in der vorwiegend grobklastischen Nürnberger Fazies
auftritt. Mit Hilfe von durchhaltenden Tonsteinhorizonten - den soge-
nannten Basisletten (vgl. Abb. 4) - läßt er sich auch innerhalb des Blat-
tes Wassertrüdingen zwanglos in drei Abteilungen untergliedern und mit
entsprechenden Profilen benachbarter Gebiete parallelisieren.
Der Feuerlettenhorizont, das jüngste Glied des anstehenden Keupers,
begleitet im wesentlichen die Talhänge der Wörnitz und ihrer Nebenbäche.
Im öttinger Forst bildet er gemeinsam mit dem Oberen Burgsandstein den
Sockel für die sie überdeckende Unter-Liasplatte. Die Mächtigkeit des
gelegentlich Kalk- und Sandsteinlagen beinhaltenden Tonsteinhorizontes
wechselt zwischen rund 20 m und rund 38 m; die Unterschiede werden auf
eine Abtragungsepoche vor der Juratransgression zurückgeführt.
Die früher als Rhät-Lias-Übergangsschichten eingestuften Grobsand-
stein-vorkommen bei Lentersheim und in der Bohrung Aufkirchen gehören
eindeutig in den Unteren Lias, so daß innerhalb des Untersuchungsgebietes
nicht mehr mit der Verbreitung von Rhät-Lias-Übergangsschichten zu
rechnen ist (HAUNSCHILD 1976).

Der schwarze Jura oder Lias beginnt hier mit dem diskordant über dem
Feuerletten lagernden Angulatensandstein (Lias a 2), der im Blattbereich
grundsätzlich nur in der Feinsandfazies mit gelegentlichen Tonsteinzwi-
schenschichten ansteht. Seine Mächtigkeit ist (2 m bis 10 m) starken
Schwankungen unterworfen, deren Ursachen sowohl in verschieden inten-
siven, reliefbezogenen Sedimentationsbedingungen als auch in einer nach-
folgenden Erosionsphase zu suchen sind. Der hangende Sinemur-Kalksand-
Stein umfaßt zum überwiegenden Teil nur den Arietensandstein (Lias
Alpha 3) und nur untergeordnet auch Lias Beta; in der Gegend um West-
heim muß er infolge seines Fossilinhaltes in seiner Gesamtheit altersmäßig
bereits in den Lias Beta gestellt werden (ZEISS 1965).

8
Die geringmächtigen Ablagerungen des nachweisbaren Lias Beta gehö-
ren nach KRUMIIECK (1932) der Randfazies an, Auch die 1,00 m bis 2,00 m
starken, kalkig-mergeligen Gesteine des Lias Gamma sind dem randnahen
Bereich zuzuordnen, wobei nach KRUMBECK (1937) die hier verbreitete Was-
sertrüdinger Ausbildung im Osten von der Kalksteinfazies der Weißen-
burger Ausbildung abgelöst wird.
Der Amaltheenton (Lias Delta) liegt am Hesselberg und seiner näheren
Umgebung als einheitliche Folge blaugrauer, pyritführender Ton und Mer-
gelton vor, dem lagenweise Toneisenstein- und Mergelkalkgeoden einge-
schaltet sein k8nnen. Seine Mächtigkeit geht von Nordwest nach Südost
von rund 30 m auf etwa 25 m zurück.
Den Abschluß des Lias bilden die in der Karte zusammengefaßten Ho-
rizonte aus dunklen, bituminösen Posidonienschiefern (Lias Epsilon) und
den nur geringmächtigen (l,OO-1,50 m), aber fossilreichen Jurensismer-
geln (Lias Zeta). Bemerkenswert sind die erheblichen Mächtigkeitsunter-
schiede innerhalb des Lias Epsilon, die zwischen rund 4 m (westlich Ober-
mögersheim) und gut 15 m (Hoher Buck, südlich Lentersheim) variieren.
Der braune Jura oder Dogger ist nur am Hesselberg in seiner vollen
Mächtigkeit erhalten. Als Basislage und zugleich mächtigstes Glied (65-
75 m) des gesamten anstehenden Jura überhaupt umgürtet der Opalinuston
(Dogger Alpha) als breites Band die mittlere Hanglage des Hesselberges.
Seine eintönige Folge aus graublauen, mergeligen Schiefertonen mit Ton-
eisensteingeoden ist nur selten in größeren und zusammenhängenden Be-
reichen erschlossen, kann aber an Wegrändern und Bachrissen gut beobach-
tet werden.
Uberlagert wird der Opalinuston vom Dogger Beta oder Eisensandstein,
der sich aus einer Wechselfolge aus vorwiegend feinkörnigen Sandsteinen,
Sandflaserschichten und Tonsteinen aufbaut. Mit einer auffallend kon-
stanten Mächtigkeit von 38 m bis 40 m ist er vor allem am Osthang des
Hesselberges in größeren Profilabschnitten aufgeschlossen.
Die jüngeren Lagen des braunen Jura, die rund 12 m mächtigen oolithi-
sehen Kalke, Mergel, Sand-, Kalksand- und Tonsteine des Dogger Gamma
bis Zeta treten besonders auf der Westseite des Hesselberges morpholo-
gisch in Erscheinung.
Die Hochfläche des Hesselberges wird von einer schmalen West-Ost
streichenden Weißjura- oder Malmdecke bekrönt. Abgesehen von kleine-
ren Restkuppen aus Malm Gamma (um den Sendemast und am Gustav-
Adolf-Stein) umfaßt der Block des Weißen Jura nur Gesteine des Malm
Alpha und Beta, die sowohl in der geschichteten als auch in der Riffazies
vorliegen. Bemerkenswert ist das frühe Einsetzen der Riffe, die bereits
tief im Malm Alpha beginnen. Malm Alpha und Beta erreichen hier zu-
sammen gut 60 m Mächtigkeit.

9
Aus tertiärer Zeit stammen die Bohnerzlehme auf dem Hesselberg und
auf der Weißjurascholle östlich Auhausen. Als Zeugen des Meteoreinschla-
ges im Ries vor rd. 15 Mill. Jahren lagern Riestrümmermassen an meh-
reren Stellen dem autochthonen Untergrund auf. Hand in Hand mit der
Kraterbildung und dem dadurch bedingten Auswurf und Niedergang der
Gesteinsmassen auf das Vorries lief eine von Ort zu Ort sich ändernde
mechanische Beanspruchung des autochthonen Untergrundes parallel, so
daß ein mosaikähnliches Nebeneinander von verschiedenen geologischen
Horizonten entstanden ist. In diesen Bereich gehören - im Gegensatz
zu den wurzellosen Schollen - jene Schollen, die teilweise nicht weit
bewegt zu sein scheinen; ihre Lagerung wird als parautochthon angesehen.
Als quartäre Gesteine werden die Solifluktionsdecken, die windver-
frachteten Sedimente wie Löß und Flugsande und die fluviatil entstande-
nen Sand- und Schotterterrassen der Wörnitz und ihrer Nebenbäche ver-
standen.
Tektonisch wird das Bild (Abb. 20) von zwei hervorragenden Verbie-
gungselementen beherrscht: Einmal die Hesselberg-Mulde mit ihrem Zen-
trum zwischen Gerolfingen/Aufkirchen - Wittelshofen - Ruffenhofen
(HAUNSCHILD 1974) und zum anderen der Eitersberg-Schobdacher Sattel,
der mit seinem Nordnordost gerichteten Seitenast, dem Opfenrieder Sattel,
die flache Eindellung um Altentrüdingen vom ,,Anhängsel” der Hessel-
berg-Mulde nördlich von Röckingen trennt. Der Nesselberg selbst liegt
nicht im Muldenkern, sondern ist auf die etwas flachere Nordost-Flanke
der Mulde verlagert. Bruchtektonik tritt - sieht man vom parautochtho-
nen Schollengürtel im südöstlichen Kartenteil ab - fast völlig zurück.

2. Zur Landschafts- und Flußgeschichte


des Wörnitz-Gebietes
(HORST GALL)‘~)

Die Landschaftsentwicklung des Wörnitz-Flußgebietes wurde einerseits


bestimmt durch seine Lage im Grenzbereich von nordbayerischem Schicht-
stufenland (mit vorherrschender Heraushebung und Abtragung) und vor-
alpinem Molassebecken (mit überwiegender Absenkung und Sedimenta-
tion). Andererseits führten Unterschiede im mesozoischen Unterbau zur
Ausformung zweier grundsätzlich verschiedener Landschaftstypen: Im
Norden, dem vorwiegend aus Tonen und Sandsteinen aufgebauten Alb-
Vorland, - und damit auch im Bereich des Blattes Wassertrüdingen -
erfolgte die Entwässerung ausschließlich oberflächlich, was in den resi-

“) Anschrift des Verfassers: Dr. HORST GALL, Bayerische Staatssammlung für


Paläontologie und historische Geologie, Richard-Wagner-Straße 10, 8000 München 2.

10
stenzschwachen Gesteinen zu einer starken Denudation führte. Im Bereich
der aus harten, verkarsteten Weißjura-Gesteinen bestehenden Albhoch-
fläche im Süden hingegen konnten alte Landoberflächen nicht so rasch
verändert und tiefer gelegt werden; so blieb nicht nur die Morphologie seit
dem Oberjura in groben Zügen erhalten, sondern auch vielerorts die Sedi-
mentauflage (vgl. BIRZER 1969, MÜLLER 1977).

Diese unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich in der Uberlieferung


von Dokumenten zur Rekonstruktion der Wörnitz-Flußgeschichte wider.
Während sich der Unterlauf eines Urwörnitz-Vorläufers bereits ab dem
Mitteloligozän ausreichend belegen läßt (MÜLLER 1972), muß sein Verlauf
im Albvorland - wie auch im Bereich des ausgesprengten Ries-Kraters -
für die gesamte prä-pleistozäne Zeit hypothetisch bleiben.

Das Werden der Landschaft begann im Oberjura mit Heraushebung


und Abtragung. In der tieferen Oberkreide führten vom Alpenraum aus-
gehende Absenkungsbewegungen zur Ablagerung zeitweilig fluviatiler,
vorwiegend aber mariner Sedimente in weiten Gebieten der Südlichen
Frankenalb westwärts bis in den SW-Teil des späteren Ries-Kraters (u. a.
GALL, MÜLLER & YAMANI 1973). Die Talsysteme eines möglicherweise schon
unterkretazisch angelegten Urmain-Vorläufers (vgl. MÜLLER 1972) und einer
- vermutlich synchron entstandenen - Urwörnitz wurden dabei plom-
biert, in der anschließenden, bis ins Mitteloligozän währenden Hebungs-
und Abtragsphase aber wieder freigelegt und bis zum Niveau der heutigen
Talsohlen herab eingetieft (vgl. HEISSIG 1970, MÜLLER 1972). Im hijheren
Mitteloligozän drang infolge regionaler, erstmals vom Molassebecken aus-
gehender Absenkung das Meer der Unteren Meeresmolasse weit gegen
Norden vor. Im Sedimentationsgebiet auf der Alb, einer in der Anlage
durch Urmain und Urwörnitz entscheidend beeinflußten Ries- und Ost-
Vorries-Bucht (MÜLLER 1972), wurden die Flußtäler von den Sohlen und
von Süden her zunehmend, schließlich bis zum Niveau der Albhochfläche
mit limnofluviatilen Sedimenten verfüllt. Mutmaßliche Ablagerungen einer
tief eingeschnittenen, im Unterlauf anscheinend seit damals festgelegten
Urwörnitz liegen in lyditfreien Feinsanden der MÄRKER-Steinbruchanlage
in Harburg vor (MÜLLBR 1972, 1977).

Die mit dem Oberoligozän beginnende Heraushebung des gesamten


Wörnitz-Gebietes, verbunden mit einer erneuten Ausräumung der Tal-
züge, wurde nur kurzzeitig im oberen Mittelmiozän durch Absenkung und
Sedimentation der Oberen Meeresmolasse bis zur Küstenlinie auf der Alb
- im Bereich des Urwörnitztales möglicherweise bis in die Nähe des spä-
teren Rieskraters - unterbrochen. Schon im Oberhelvet wurde auch der
Albsüdrand wieder Abtragsgebiet; im Bereich des heutigen Donautales
tiefte sich die Graupensandrinne ein, bei Donauwörth bis 65 m unter die
heutige Aue (vgl. SCHETELIG 1962). Ihre nördlichen Zuflüsse, darunter auch
die Urwörnitz, müssen sich bis in gleiche Tiefen eingesägt haben.

11
Noch im jüngsten Mittelmiozän setzte infolge Absenkung wieder Sedi-
mentation ein, zunächst beschränkt auf die tiefen Flußrinnen im Süden,
dann aber - zu Beginn des Obermiozäns - mit dem älteren (präriesischen)
Teil der Oberen Süßwassermalasse unter Plombierung des Reliefs nach
Norden übergreifend auf die Alb bis über die Mitte des späteren Ries-
Kraters (vgl. HÜTTNER 1961, BIRZER 1969, GALL 1974, MÜLLER 1977, GALL &
MÜLLER 1977). Obwohl die Molasse-Sedimente damit bisher nicht erreichte
Flachen einnahmen, blieb das Albvorland - und somit der Bereich des
Blattes Wassertrüdingen - weiterhin Abtragsgebiet. Eine neuerliche Her-
aushebung, ausgehend vom Schichtstufenland, leitete im höheren Torton
die präriesische Erosionsphase ein, in der sich die Flußsysteme, wie aus der
Lagerung der Ries-Trümmermassen hervorgeht (vgl. ScuRöorx & DEHM
1950 u. a.), wieder bis unter die heutigen Talsohlen, die Urwörnitz bei
Ebermergen bis 15 m darunter, eintieften.
Die Landschaft damals war von der heutigen deutlich verschieden (vgl.
Abb. 2): Der Weißjura-Stufenrand verlief noch wesentlich weiter im Nor-
den und zumindest im heutigen Lias-Albvorland waren Gesteine des
unteren Braunjura, örtlich mit Resten bis in den Weißjura, flächenhaft

EnLran S”“wassermoloss*
LgSj
Obermiozäne Sadmante der

Mottsloi~gozone
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Randbucht-Sedimente
Maerssmolosss
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Abb. 2. Mutmaßliche geologische Situation des Wörnitz-Gebietes unmittelbar vor


dem Einschlag des Ries-Meteoriten im höheren Torton.

12
verbreitet (GAU, IBRAHIM & MÜLLBK 1974; GALL, MÜLLER & POHL 1977). Aus
morphologisch-hydrogeographischen Gründen liegt die Vermutung nahe,
daß die Wörnitz bis zur Rieskrater-Bildung von Schillingsfürst über Din-
kelsbühl-Wilburgstetten ungefähr dem heutigen Verlauf folgend und von
da in geradliniger südöstlicher Fortsetzung über die Einsenkung Bstlich
Rühlingstetten, das Tal der heutigen Mauch und der unteren Eger (ab
Deiningen) bis Hoppingen floß, von wo ab sie wohl ihrem heutigen Unter-
lauf folgte und im Bereich des heutigen Donautales in den Vorfluter mün-
dete.

Bei der Entstehung des Ries-Kraters noch während der präriesischen


Erosionsphase verschütteten die Auswurfsmassen bis in 40 km Entfernung
vom Einschlagszentrum des Meteoriten zentrosymmetrisch die Landober-
fläche (GALL, MÜLLICR & STörrLrR 1975), damit also auch das Relief im Ge-
biet von Wassertrüdingen. Wie andere Flüsse zunächst kurzzeitig aufge-
staut, war die Urwörnitz schließlich durch die Talplombierung gezwungen,
sich einen neuen Lauf zu suchen und floß jetzt vermutlich tangential zum
Krater von Wilburgstetten ab nach Osten über Wassertrüdingen und nörd-
lich des Hahnenkamms zur unteren Altmühl.

Die an der Wende Miozän/Pliozän vom Molassebecken ausgehende


starke letzte Absenkung führte schließlich im gesamten Wörnitz-Gebiet,
erstmals auch im Albvorland, zur Sedimentation. Durch die ,,Jüngere
Schichtserie” der alpinen Oberen Süßwassermalasse sowie die von Norden
kommenden Monhcimer Höhensande des Urmains und entsprechende Ge-
röllsande von Ureger und -wörnitz wurde die jungobermiozäne Land-
oberfläche auf der Alb bis weit ins anschließende Vorland tief verschüttet
(postriesische Reliefplombierung - ScHRöDER & DEHM 1950, GALL & MüLux
1970, GALL 1971).

Die Heraushebung ganz Süddeutschlands im Unterpliozän leitete die


Ausformung der heutigen Landschaft ein. Die Flüsse begannen sich in
ihren zumeist wiedergefundenen Tälern einzutiefen, am Albsüdrand ent-
stand erst jetzt eine älteste Donau (vgl. BARTZ 1961). Bis zu Beginn des
Pleistozäns waren im nördlichen Vorries - und damit auch auf Blatt
Wassertrüdingen - die Sedimente der postriesischen Zuschüttungsphase
und der größte Teil der Ries-Trümmermassen wieder entfernt; die prä-
riesische Landoberfläche war exhumiert, aber noch nicht nennenswert
denudiert. Die ältesten Wörnitz-Ablagerungen des Hesselberg-Gebietes,
Reliktschotter auf einer Anhöhe SW Weiltingen (Blatt 6928 Weiltingen),
zeigen nicht nur, daß im Ältestpleistozän die Täler noch bis 60 m über den
heutigen lagen, sondern durch ihre Vormacht an Dogger-Material auch,
daß in ihrer heute ausschließlich aus Keuper und Lias aufgebauten Um-
gebung damals Unterdogger-Gesteine, örtlich mit Relikten bis in den
unteren Malm, noch großflächig verbreitet waren (G.~LL, IBRAHIM 8z MÜLLER
1974).

13
Im weiteren Verlauf des Pleistozäns wurden die Dogger-Schichten im
Albvorland allmählich bis auf geringe Reste abgetragen, gleichzeitig der
Albtrauf gegen Süden bis zur heutigen Lage zurückverlegt. Die Wörnitz,
die zunächst vermutlich noch nach Osten zur Altmühl entwässert hatte,
wurde wahrscheinlich durch ein aus dem Ries nach Südosten, im Wörnitz-
Unterlauf zur Donau fließendes Flüßchen bei Wassertrüdingen angezapft,
weil es durch seinen kürzeren Weg zum Vorfluter und die leicht ausräum-
baren Riessee-Tone in seinem Oberlauf der Wörnitz an Erosionskraft über-
legen war; der auffällige Richtungswechsel der Wörnitz bei Wassertrüdin-
gen von bisher W-E nach N-S ist so unschwer zu verstehen (GALL,
IBRAHIM & MÜLLER 1974).

Die schrittweise Erniedrigung der Landschaft im Albvorland während


des Pleistozäns läßt sich an jüngeren Wörnitz-Ablagerungen weiterver-
folgen.
Noch im jüngeren Altpleistozän (Günzeiszeit) müssen zumindest südlich
der Wörnitz, wie die Geröllsande auf der Anhöhe 2 km SE Aufkirchen
(4391820/5434600; über Amaltheenton auf etwa 450 m NN, 25 m über Wör-
nitzspiegel) zeigen, beträchtliche Gebietsteile von Braunjura-Gesteinen
eingenommen worden sein. Ihre Geröllzusammensetzung ist der des Weil-
tinger Reliktschotter-Vorkommens erstaunlich ähnlich: Toneisensteine (des
Lias (?und Dogger o) bilden die Haupt-, Dogger-ß-Gesteine die erste Neben-
komponente. In einer stärkeren Beteiligung von Quarz sowie im erstmali-
gen Auftreten von Keupersandstein-Komponenten und Feldspat spiegelt
sich jedoch die allmähliche Freilegung auch der Keuper-Schichten im Ein-
zugsgebiet wider (GALL, IBRAHIM & MÜLLER 1974).
Nächst jüngere Flußablagerungen, weit verbreitet sowohl im Wörnitz-
wie Sulzachtal (abgebaut bei Wilburgstetten, Ruffenhofen; Blatt 6928 Weil-
tingen; Oberkante ca. 15 m über Wörnitzspiegel), gehören ins Mittelplei-
stozän (vorwiegend Rißeiszeit) und zeigen im Vergleich zu den älteren Wör-
nitz-Geröllsanden von Aufkirchen eine weitere Zunahme der Keuper-
Komponenten, während der Jura-Anteil erheblich, Dogger-ß sogar ganz zu-
rückgeht (GALL, IBRAHIM & MÜLLER 1974).
Darin spiegelt sich die stufenweise Denudation der Landoberfläche im
Albvorland - insgesamt stellenweise um 150 m und mehr (vgl. GALL, IBRA-
HIM & MÜLLER 1974) - bis zur heutigen Situation wider.

Literatur
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Landesamt Baden-Württemberg, 4, S. 127-135, Freiburg i. Br. 1961.
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14
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des Blattes Harburg. - Abh. naturw. Ver. Schwaben, 5, 147 S., Augs-
burg 1950.

15
3. Schichtenfolge(Stratigraphie)
3.1. Trias
3.1.1. Keuper

Die Schichtenfolge des Keupers auf Blatt Wassertrüdingen beginnt


übertage mit dem Basisletten des Oberen Burgsandsteins. Der tiefere Un-
tergrund (bis in die Estherienschichten) ist durch eine Reihe von Tiefboh-
rungen, die vor allem in den Jahren 1966-1967 und 1976 niedergebracht
wurden, erschlossen worden, so daß ein detailliertes Profil des höheren
Keupers vorgelegt werden kann. Nach geophysikalischen Untersuchungs-
ergebnissen muß um Wassertrüdingen mit einer Gesamtmächtigkeit von
etwa 280 m für den Keuper gerechnet werden (vgl. Abb. 3).

[Link]. Estherienschichten, kmE (nur in Bohrungen)


Die Estherienschichten wurden innerhalb des Blattes Wassertrüdingen
in Teilbereichen bis jetzt nur durch drei Wasserbohrungen’) erschlossen,
nämlich in den Bohrungen Wassertrüdingen 3 (W 3), Rastberg 1 (R 1) und
(R 2). Als wichtigstes Ergebnis kann festgehalten werden, daß der obere
Teil (6 m in R 1) noch in der karbonatischen Ton- und Mergelsteinausbil-
dung des Beckens angetroffen wurde. Möglicherweise ist für die noch sand-
freie Gesteinsfolge das Einflußgebiet der Triesdorfer Bucht verantwortlich,
die vor allem in den Myophorienschichten des Unteren Gipskeupers wirk-
samwar (HAUNSCHILD 1965a).
Ober die Gesamtmächtigkeit dieses Horizontes können keine Angaben
gemacht werden (vgl. Abb. 4).

[Link]. Schilfsandstein, kmS (nur in Bohrungen)


Der Schilfsandstein, der ebenfalls nur in den Bohrungen’) W 3, R 1 und
R 2 durchsunken wurde, ist in der flächendeckenden Normalbildung - als
Sand- und Tonsteinverzahnungen, z. T. mit Glimmer- und Pflanzenhäck-
selführung - entwickelt. Auf Grund seines Tonmineralgehaltes muß er
dem terrestrisch beeinflußten Beckenrandareal zugeordnet werden, das
durch die Kaolinitgrenzlinie gegen den marinen Ablagerungsraum im Nor-
den abgesteckt ist (HAUNSCHILD et al. 1975).

Die Mächtigkeit des Schilfsandsteins beträgt 2-4 m (vgl. Abb. 4).

1) Alle im Text angeführten Bohrprofile sind im Kapitel ,,Schichtenverzeichnisse


von Bohrungen“ in Kurzprofilen erläutert: und mit Hinweisen auf die Originalprofile
versehen worden.

16
Machtlgkeitsllnle In Meter (Mittelwerte,errechnet und vermutet 1
A@ ..
*330 Ungefähre Mächtigkeit des Keuper5 in Meter (Mittelwert)

Abb. 3. Die Mächtigkeirsenrwicklung des Keupers in Franken und Schwaben (aus


HAUNSCHILD 1969).
[Link]. Lehrbergschichten, kmL (nur in Bohrungen)
Auch aus dem Verbreitungsgebiet der Lehrbergschichten liegen gesi-
cherte Angaben nur aus den Bohrungen R I-R 3 vor. Die Bohrung Wasser-
trüdingen 3 (W 3) hat ebenfalls den gesamten Schichtenstoß durchschlagen,
eine Abtrennung vom hangenden Blasensandstein kann aber mangels cha-
rakteristischer Unterscheidungsmerkmale nicht vorgenommen werden. Der
Gesteinsaufbau ist durch einen steten Wechsel von Ton- und Sandsteinla-
gen, die z. T. karbonatisch gebunden sind, gekennzeichnet. Sporadisch an-
getroffene Steinmergellagen können einmal mit dem Horizont der Lehr-
bergbänke (R 3) und zum andern mit dem Hauptsteinmergel (R 2) des Nor-
malprofils in Beziehung gesetzt werden. Nach der vorliegenden Lithofazies
müssen die Profile in den Ubergangsbereich von der Becken- in die Rand-
fazies gestellt werden (vgl. Abb 4).
Die Mächtigkeit der Lehrbergschichten ist mit 25,00 und 26,50 m relativ
konstant.

[Link]. Blasensandstein i. w. S., kmC und kmBL (nur in Bohrungen)


Für den Blasensandstein i. w. S., der nur im Profil R 2 unterteilt werden
kann, haben die o. g. Bohrungen lückenlose Gesamtprofile erbracht. Im
Hangenden durch die Basisletten des Unteren Burgsandsteins begrenzt,
wird seine Untergrenze an die erste Sandsteinbank gelegt, die den typisch
grünen Letten der obersten Grenzschichten der Lehrbergschichten aufla-
gert. Der gesamte Schichtenstoß stellt eine relativ eintönige Serie brauner
bis grauer, meist mittel- bis grobkörniger und geröllreicher Sandsteinbänke
dar, die nur im Profil Rastberg 2 (R 2) eine auffallende Tonsteinlage bein-
haltet, die eine Abtrennung des Coburger Sandsteins (kmC) vom Blasen-
sandstein i. e. S. (kmBL) möglich macht (vgl. Abb. 4).
Die Mächtigkeit des Blasensandsteins i. w. S. beträgt 37,70-40,OO m. In
der Bohrung Rastberg 2 (R 2) mißt nach der vorgenommenen Unterteilung
der Coburger Sandstein 13,20 m und der Blasensandstein i. e. S. 24,50 m.

[Link]. Burgsandstein, kmB


Der Burgsandstein liegt im Untersuchungsgebiet in der sandigen Ausbil-
dung der Nürnberger Fazies vor und kann mit Hilfe charakteristischer
Tonsteinhorizonte, den sog. Basisletten, in drei Unterabteilungen gegliedert
werden. Rd. 20 km nordwestlich von Wassertrüdingen macht sich bei Heil-
bronn (östlich Feuchtwangen) bereits die Heldburgfazies durch grüne, fein-
sandige Tonsteinspitzen im Unteren Burgsandstein bemerkbar. Innerhalb
des Blattes Wassertrüdingen beginnt die Schichtenfolge übertage mit dem
Basisletten des Oberen Burgsandsteins, der Untere und Mittlere Burgsand-
stein ist nur in den Bohrungenl) Rastberg l-3 (R 1-3) und Wassertrüdin-
gen l-3 (W l-3) erschlossen worden (vgl. Abb. 4).

18
Gerolfingen 3 IG31 Opfenried
IHaunwhild
1965.1977,
BLW6928

Abb. 4. Der durch Bohrungen erschlossene Keuper im Bereich des Blattes Wassertrü-
dingen.
Die Mächtigkeit des Burgsandsteins beträgt 80-81 m und ist nur im
Profil Rastberg 2 (rd. 86 m) etwas erhöht.

[Link].1. Unterer Burgsandstein,kmBu(nurinBohrungen)


Der Untere Burgsandstein wird vom Liegenden her mit dem kmBu-Ba-
sisletten, einer roten bis rotbraunen Tonsteinlage mit gelegentlichen Sand-
zwischenlagen, eingeleitet. Ober ihm folgt ein meist grobkörniger Sandstein
mit Geröllen, der durch dünne Tonbänder aufgespalten und karbonatisch
gebunden sein kann.
Die Mächtigkeit der unteren Abteilung schwankt zwischen 1200 m und
17.80 m.

[Link].2. Mittlerer Burgsandstein,kmBm(nurinBohrungen)


Die mittlere Abteilung, die ebenfalls mit einer Tonsteinlage von unten
her beginnt (kmBm-Basisletten), ist durch einen hohen Tonsteinanteil im
gesamten Profilabschnitt charakterisiert. Diese aus dem allgemeinen Sche-
ma ‘etwas herausfallende Entwicklung scheint nicht nur auf das Blatt Was-
sertrüdingen beschränkt zu sein, sondern setzt sich auch nach Westen (Din-
kelsbühl) und Süden (Bohrungen bei Westheim, Blatt Oettingen) fort. So-
weit es die Sandsteine betrifft, muß mit vorwiegend mittel- bis grobkör-
nigen Lagen gerechnet werden, die karbonatisch gebunden und stark mit
Geröllen (z. T. Windkanter) durchsetzt sein können.
Die Mächtigkeit der mittleren Abteilung schwankt zwischen 24,30 m und
26,lO m.

[Link].3. 0 b e r e r B u r g s and st e in , kmBo


Der Obere Burgsandstein stellt das älteste, übertage anstehende
Schichtglied auf dem Blatt Wassertrüdingen dar.
V e r b r e i t u n g : An den Hängen südlich der Wörnitz, insbesondere
im Oettinger Forst und in kleineren Bereichen auch zwischen Geilsheim
und Westheim, bei Dennenlohe sowie in den Bohrungen Rastberg l-3,
Wassertrüdingen 1-3 und Westheim (Molkerei).
D i e Mächtig k e i t kann um Fürnheim mit etwa 38-40 m aufge-
messen werden. Dieser Mächtigkeitswert stimmt gut überein mit den Er-
gebnissen, die durch Kombination der Bohrprofile mit den kartierten
Schichtgrenzen gewonnen wurden, nämlich 39,50 bis 44,00 m (siehe Profil-
liste).
Gesteinsausbildung und Gliederung: Der Obere Burg-
sandstein wird analog den liegenden Abteilungen in eine Basislage (kmBo-
Basisletten) und eine relativ mächtige hangende Sandsteinserie gegliedert.
Der kmBo-Basisletten ist innerhalb des Blattes Wassertrüdingen nur im

20
Buchgraben bei Fürnheim, am Talfuß der vom Oberen Burgsandstein ge-
bildeten Hänge, angeschnitten. Er dürfte dort eine Mächtigkeit von 4--5 m
nicht überschreiten. Auch in den Bohrungen Rastberg 1-3 und Wassertrü-
dingen l-3 konnte er in Verzahnung mit Sandsteinen nachgewiesen wer-
den, so daß er als durchhaltender Horizont angesehen werden kann. Die
hangende Sandsteinfolge zeichnet sich durch eine grobe bis sehr grobe
Körnung, durch z. T. starke Kaolinisierung und durch eine erhöhte Geröll-
führung (Windkanter bis 11 cm Kantenlänge: Aufschluß südlich Dornstadt)
aus. Gelegentliche Einschaltung rotbrauner, auch violetter Tonsteinbänder
kann in den Aufschlüssen im Forst südwestlich Wassertrüdingen beob-
achtet werden.
A u f s c h 1 ü s s e befinden sich nördlich Fürnheim, entlang des Schirm-
bucks (südlich Fürnheim), entlang der Straße Fürnheim-Dornstadt (Oet-
tinger Forst), zwischen Reichenbach (Abb. 5) - Linkersbaindt (südwestlich
Wassertrüdingen) und dem südlichen Kartenrand, ebenso südlich Dorn-
stadt und am Fuchsloch (nordöstlich Auhausen).

Abb. 5. Oberer Burgsandstein in der Sandgrube westlich Reichenbach.


Aufnahme: 1;. PIKAL 1974.

[Link]. Feuerletten, kmF


Die Verbreitung des Feuerlettens geht über die des Oberen
Burgsandsteins noch hinaus und folgt den Seitentälern der Wörnitz rund
um den Hesselberg. Nur bei Altentrüdingen taucht er unter dem Einfluß

21
einer flachen Mulde auf einer Erstreckung von rd. 2 km unter die Erdober-
fläche ab.
Die M ä c h t i g k e i t des Feuerlettenhorizontes nimmt von NW bzw. N
nach SE stetig ab. Die höchsten Werte mit 37,80 m sind aus der Bohrung
Gerolfingen (knapp außerhalb des westlichen Kartenrandes: HAUNSCHILD
1965 a, 1977; VIOHL 1969) bekannt geworden. In der Bohrung Opfenried wur-
de der Feuerletten in einer Mächtigkeit von 3130 m durchsunken (PIKAL
1974). Im Waldgebiet des Oettinger Forstes muß nach Werten, die aus der
Karte abgelesen wurden, mit 25 bis 30 m gerechnet werden. Unmittelbar
nordwestlich und südöstlich von Wassertrüdingen ist der Horizont stark re-
duziert und erreicht nur noch eine Mächtigkeit von etwa 25-20 m. Die
stark schwankenden Mächtigkeiten im Feuerlettenhorizont werden auf Ab-
tragungsvorgänge am Ende des Keupers und zu Beginn des Lias zurückge-
führt.
Gesteinsausbildung und Gliederung: Fast immer be-
ginnt der Feuerletten mit einem Steilanstieg, der meist mit einem Gelände-
knick über der flachwelligen Burgsandsteinlandschaft eingeleitet wird.
Während seine Untergrenze infolge Herabgleitens der Tonsteine nur gele-
gentlich scharf zu fassen ist, bildet der Farb- und Gesteinswechsel nach
oben, der öfter mit kleineren Staunässen als Folge von Quellaustritten
verbunden ist, eine gute und gesicherte Handhabe für die Grenzziehung.
Das z. T. karbonatische Gestein besitzt durchwegs eine kräftig rote, par-
tienweise eine graugrüne Farbe, die besonders am Ubergang zum Lias eine
hellgrüne bis blaßgrüne Tönung annimmt. Steinmergellagen, wie sie etwa
aus der Bohrung Arberg beschrieben wurden. (HAUNSCHILD 1968 b), konnten
hier nicht beobachtet werden. GERSTLALJER (1940) berichtet über das Auftre-
ten von kalkigen Mergelknollen aus der Gegend westlich Dornstadt und
von ,,feinbreschigen, bunten Konglomeraten, die mit Quarzkörnchen ge-
spickt sind“ unterhalb von Eitersberg. Südwestlich von Villersbronn konn-
te eine ähnliche Konglomeratlage etwa 5-7 m über dem Burgsandstein an-
stehend gefunden werden; ebenso bei Geilsheim (KAMPANELLOS 1969). Auch
im Hangendteil des Feuerletten können lagenweise angereicherte kalkig-
dolomitische Knollen eingestreut sein, die eine graugrüne bis rotviolette
Färbung zeigen und unregelmäßig geformt sind (GERSTLAUER 1940, BARTHEL
1957, JAHNEL 1970). Auffallend ist das Auftreten von Feinsandlagen, die in
der Bohrung Opfenried (PIKAL 1974) in einer Mächtigkeit von rd. 80 cm
knapp oberhalb der Liegendgrenze durchsunken wurden. Im Profil etwas
höher dürften die l-2 m starken Feinsandplatten am Aufstieg vom
Schirmhuck zum Hausener Wald und die etwa gleich mächtigen Lagen
oberhalb der Sandgrube nördlich Fürnheim anzusetzen sein. Infolge der
bekannten Quellfähigkeit der Feuerlettentone ist ihre Oberfläche durch
mehr oder weniger starke Rutschurigen wellig bzw. wulstig gestaltet. Nur
selten bieten die oft mit Hangschutt überzogenen Hänge Gelegenheit, grö-
ßere Profilbereiche aufzunehmen. Deshalb soll zur Charakterisierung der

22
Fazies und Abfolge das von PIKAL (1974) detailliert aufgenommene Profil
Opfenried hier angeführt werden:
Bohrung Opfenried am Wasserbehälter (NW-Ortsausgang):
Hangendes: 4,50 m gelbbrauner, feingebänderter, glimmerhaltiger Sand-
stein (Lias c( 2, Angulatensandstein)
8) 1,75 m graugrüner Ton
‘7) 5,551m violettroter, grünfleckiger Ton
8) 3,80 m grüngrauer Ton
5) 7,lO m violettroter Ton
4) 4,90 m grüngrauer Ton
3) 6,00 m violettroter Ton
2) 0,82 m graugrüner, feingebänderter Feinsandstein
1) 1,58 m violettroter, grünfleckiger Ton
Liegendes: Oberer Burgsandstein
Mit dem Feuerlettenhorizont endet das Profil des Keupers auf Blatt
Wassertrüdingen.
Uber den Schwermineralgehalt des Oberen Burgsandsteins und der Feu-
erlettensandsteine sowie über die Mikrofauna des Feuerlettenhorizontes
dieses Gebietes berichtet VIOHL (1969) ausführlich.
Neueren, noch unveröffentlichten Ergebnissen aus Tonmineralanalysen
des westlich anschließenden Nachbargebietes (Blatt Weiltingen) zufolge
sind wechselnd mächtige Hangendteile des gesteinsmäßig einheitlichen
Feuerletten-Tonsteinpaketes wegen ihres hohen Montmorillonitgehaltes ins
Rhät zu stellen (HAUNSCHILD & SALGER [in Druckvorbereitung]). Spezielle,
auf dieses Problem hin gerichtete Untersuchungen liegen aus dem Blatt
Wassertrüdingen nicht vor.

3.2. Jura
3.2.1. Rhät-Lias-Ubergangsschichten
In seiner grundlegenden Arbeit über die ,,Keuper-Lias-Grenze in Süd-
franken“ beschreibt VIOHL (1969, S. 26) aus dem Aufschluß an der Schwand-
mühle (Abb.7) nördlich Lentersheim am Hesselberg (heute Standort einer
Bitumenmischanlage) einen ,,mittel- bis grobkörnigen, braunen bis weiß-
grauen Sandstein mit Quarzen bis 7 mm“, der unter ,,feinstkörnigem, typi-
schem AnguIatensandstein” lagern soll und den er auf Grund der vorge-
nommenen stratigraphischen Datierung als ,,Rhät-Lias-Ubergangsschich-
ten“ abtrennt. In der Zwischenzeit wurde ein lückenloses Profil bis zum
Feuerletten aufgefahren, das eine neue Deutung der in der Kiesgrube und
unterhalb der alten Straße anstehenden Sandsteinfolge erlaubt (HAUNSCHILD
1976): Uber den an ihrer Hangendgrenze blaßgrün gefärbten Feuerletten-
tonsteinen schließt typischer, feinstkörniger Angulatensandstein in einer
Mächtigkeit von 1,68 m an. Erst darüber folgt mit scharfer Grenze gegen
den Lias M. 2 der von VIOHL (1969) beschriebene Sandstein, der außerdem an
seiner Basis Lias a a-Gerölle beherbergt und der nun dem Lias u 3 zugeord-

23
net werden muß. Die gleichen stratigraphischen Verhältnisse treffen auch
für die Schichtenfolge in der Bohrung Aufkirchen (HAUNSCHILD 1976) zu, so
daß das Vorkommen von Rhät-Lias-Übergangsschichten im Bereich des
Blattes Wassertrüdingen verneint werden muß.

3.2.2. Unterer Jura (Lias)


Von allen im Blattgebiet anstehenden geologischen Formationen besitzt
der Lias die größte oberflächige Verbreitung. Während um den Hesselberg
und zwischen dem Rastberg bei Obermögersheim und Geilsheim der ge-
samte Lias erhalten geblieben ist, sind die Schichten auf den Bergplatten
südlich der Wörnitz bereits bis auf den Lias o 3 bzw. Lias y reduziert. Inner-
halb des Blattes Wassertrüdingen beginnt die Gesteinsfolge des Lias, die
sich aus Sand- und Kalksteinen, Ton- und Mergelschiefern zusammensetzt,
mit dem Lias u 2, also diskordant über mehr oder weniger abgetragenem
Feuerletten und unter Ausfall von Rhät-Lias-Übergangsschichten und des
Lias cx 1.
Die Gesamtmächtigkeit des Lias weist infolge der starken Schwankun-
gen innerhalb der einzelnen Horizontbereiche erhebliche Unterschiede auf:
Der Mittelwert dürfte bei etwa 40-50 m liegen.

[Link]. Obere Hettang-Schichten (Lias Alpha 2, Angulatensandstein)


Verbreitung: Der Lias u 2 ist im gesamten Blattgebiet lückenlos
verbreitet: Rund um den Hesselberg, in allen Seitentälern der Wörnitz so-
wie an den sie begleitenden Hängen und als stark ziselierte Platten im
Oettinger Forst.
Mächtigkeit: Die Mächtigkeit des Lias a 2 steigt von E nach W
stetig an, wobei die höchsten Werte zwischen Beyerberg-Gerolfingen/Op-
fenried-Fürnheim-Dornstadt auftreten. Einzelne Werte, die vorwiegend
der Karte entnommen sind und daher gewisse Ungenauigkeiten in sich ber-
gen, sollen eine Ubersicht vermitteln: Beyerberg 5,00 m (v. Gümnx 1864,
1891), Opfenried 6 m (PIKAL 1974), nördlich Fürnheim 6-7 m, im Forsthöfer
Schlag östlich Reichenbach 7,50 m und bei Eitersberg 8-10 m; etwa östlich
der Linie Dambach-Wassertrüdingen-Auhausen geht die Mächtigkeit auf
2,00 bis 3,50 m zurück( vgl. VIOHL 1969, S. 25).
Gesteinsausbildung und Gliederung: DerLiasa2lagert
mit leicht welliger Fläche den an ihrer Obergrenze hellgrün verfärbten
Feuerlettentonsteinen auf. Er besteht aus einer Folge dünnschichtiger bis
Plattiger, auch bankiger, gelbbrauner bis graugelber mit einem Stich ins
Hellolivgrüne gehende, hellen Glimmer führenden Sandsteinlagen von
gleichmäßig feiner Körnung. Verschiedentlich ist er schwach kalkig ausge-
bildet, zwischen Lentersheim und Oberschwaningen kann er in einen hell-
grauen bis grauweißen, glimmerhaltigen Feinsand übergehen. An seiner

24
Obergrenze wurden bei Ehingen (PIKAL 1974), Wassertriidingen, Opfenried,
Cronheim (RAUCHER 1935) und Westheim graugrüne bis gelbe Tonschiefer
beobachtet, die j,edoch nicht über größere Entfernungen durchzuhalten
scheinen. Im Bereich von Dambach und Beyerberg führt die Basislage des
Lias u 2 reichlich Pflanzenreste und Platten mit aufgewachsenen Schwefel-

Abb. 6. Angulatensandstein (Lias Alpha 2) im Aufschluß Opfcnricd.


Aufnahme: F. PIKAL 1974.

kieskristallen (v. GüMm. 1864, HÄNEL 1932, HAUNSCHILD 1967) in Verbindung


mit kleinen Geröllen (Oolithbank FRANKS 1930, 2. Geröllhorizont S~HIIUIIXS
1936). Während diese Bank am Fahrweg östlich von Dambach noch 4 cm
mißt, konnte sie in einem Drainagegraben zwischen P 446,0 und P 470,O
nördlich der Schwandmühle bei Lentersheim nicht mehr nachgewiesen
werden. Diese Beobachtung stimmt mit den Ergebnissen FRANKS (1926) und
VIOHLS (1969) überein.
A u f s c h 1 ii s s e : Während der Lias c( 2 in seiner vollen Mächtigkeit
nur an relativ wenigen Stellen erschlossen ist: nämlich an der Straße nörd-
lich Fürnheim, im Forsthöfer Schlag südöstlich Reichenbach, oberhalb des
Forsthauses Linkersbaindt, bei Opfenried (Abb. 6), Röckingen und in Geils-
heim, können Teilbereiche entlang des Liasstufenrandes an Straßenein-
schnitten und Bachrissen häufig beobachtet werden.

25
[Link]. Sinemur-Kalksandstein (Lias Alpha 3 und unterer Lias Beta)
Abgrenzung und Verbreitung: Der früher ausschließlich
dem Lias Alpha 3 (Arietensandstein) zugeordnete grobkörnige Kalksand-
stein beinhaltet nach den Untersuchungen von ZEISS (1965) auch Lias ß-
Fossilien, so daß im Untersuchungsgebiet der Lias a 3 nicht mehr vom Lias
ß faziell abgetrennt werden kann. Deshalb wurden beide Schichtglieder,
wie bereits auf dem östlichen Nachbarblatt Heidenheim (SCHMIDT-KALEK
1970) geschehen, zum Sinemur-Kalksandstein zusammengefaßt. Die Tren-
nungslinie innerhalb des lithologisch einheitlichen Kalksandsteins verläuft
etwa von Gunzenhausen-Geilsheim-Auhausen nach Dornstadt (VIOHL
1969, SCHMIDT-KALER 1969): Westlich und nördlich dieser Grenze liegt das
Verbreitungsgebiet des Lias a 3 (untergeordnet mit Lias ß), südlich und öst-
lich davon dürften die Kalksandsteine überwiegend in den Lias ß zu stellen
sein (z. B. Kalksandstein von Westheim, SCHMIDT-KALER 1970).
Möglicherweise bietet die gelegentlich etwas unterhalb der Obergrenze
des Sinemur-Kalksandsteins auftretende mürbe Grobsandlage (ZÖLLNER
1946, BARTHEL 1957) einen Hinweis auf die Alpha/Beta-Grenze (ZEISS 1965).
Besonderes Augenmerk verdient in diesem Zusammenhang auch die vieler-
orts zu beobachtende rostbraune Mulmlage an der Hangendkante des Kalk-
sandsteins (HÄNEL 1932, RAUSCHER 1935, GERSTLAUER 1940, ZÖLLNER 1946, BAR-
THEL 1957, PIKAL 1974 und HAUNSCHILD 1976, die nach VIOHL (1969) auf eine
Emersion hindeutet.

Abb. 7. ,,Kiesgrube Lentersheim”: Sinemur-Kalksandstein mit Lias Beta.


Aufnahme: F. PIKAL 1974.

26
Das Verbreitungsgebiet des Sinemur-Kalksandsteins deckt sich in etwa
mit dem des Lias IX2 (siehe oben).
Mächtigkeitsverhältnisse: Die Mächtigkeitsverteilung des
Sinemur-Kalksandsteins ist für unser Gebiet bei SCHMIDT-KALER (1969) in
größerem Zusammenhang dargestellt. Speziell für das Blatt Wassertrüdin-
gen muß mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 2,20 m bis 3,50 m ge-
rechnet werden, die nur lokal unterschritten werden kann. Eine Ausnahme

Abb. 8. Sinemur-Kalksandstein südwestlich Himmerstall.


Aufnahme: H. HAUNSCHILD 1975.

27
Abb. 9. Geröllagen an der Basis des Sinemur-Kalksandsteins im Aufschluß Ehingen
(heute verfüllt). Aufnahme: F. PIKAL 1974.

hiervon macht nur das Vorkommen bei Lentersheim: An der Schwand-


mühle 6,92 m (s. Abb. 7, die oberen 80 cm gehören wahrscheinlich dem unte-
ren Lias (3 an; HAIJNSCHILD 1976) und am östlichen Ortsausgang etwa 4-5 m.
Für Röckingen und die Steinbrüche nördlich Ehingen (inzwischen verfüllt)
geben PIKAL (1974) etwa 3m, VIOHL (1969) für Opfenried 2,20m, KRUMBECK
(1932) für die Gegend um Westheim 2,20 m (nur Lias ß) an. Bei Himmer-
Stall (Abb. 8) konnten 3,50 m und in Geilsheim 3,53 m aufgemessen werden.
G e s t e i n s a u s b i 1 d u n g : Der Sinemur-Kalksandsteinkomplex hat
im unverwitterten Zustand eine graue bis hellgraue Farbe und besteht i. a.
aus einem harten, grob- bis sehr grobkörnigen Sandstein, der kalkig gebun-
den ist. Bei Verwitterung tritt oberflächig eine rostbraune Verfärbung ein
und führt bei Auflösung des Bindemittels zu einer mürben Beschaffenheit,
gelegentlich zu einem völligen Zerfall. Seine Bankung ist uneinheitlich
und undeutlich. Im Aufschluß Lentersheim wechseln mittel-, grob- bis sehr
grobkörnige mit dünnen feinkörnigen Lagen ab, die ungleichmäßig und nur
bankweise kalkig gebunden sind und kräftige Schrägschichtung zeigen.
Nach einer von PIKAL (1974) durchgeführten Siebanalyse (Probe 1 westlich
Ehingen, Handbohrung) kann man von einem ,,feinkiesigen Sand, dem ca.
25 Gewichtsprozent feinkörnige Bestandteile (> 0,06 mm) beigemischt sind“
sprechen. ,,Den Sand- und Kiesanteil bilden gerundete Quarzkörner, die
überwiegend als Grobsand-Feinkies vorliegen” (PIKAL 1974).

28
Das Auftreten von Geröllagen, vor allem im unteren Teil des Kalksand-
steins, ist bekannt. Im Steinbruch Ehingen (Abb. 9), aber auch bei Len-
tersheim, Röckingen-Opfenried, am Moritzkreuz und auf dem Dürrenbuck
(südöstlich Reichenbach) lagern in verschiedener Höhe über der Basis (bis
1,25 m) Feinsandgerölle bis 25 cm 0, die ausschließlich dem Lias w.2 ent-
stammen. Aus dem gleichen stratigraphischen Bereich beschreibt PIKAI.
(19’74) außerdem noch violettrote Toneisensteingeoden, violettrote und hell-
rote Schluffsteine, Feinsandsteine mit Eisenoxidkrusten und ,,Bohnerz-
ähnliche Gerölle“, die er allesamt auf die Aufarbeitungsphase des Lias ~2
zurückführt. Inwieweit diese in verschiedener Höhe über der Basis einge-
streuten Gerölle mit dem 4. Geröllhorizont SCI-~IEIWXS(1936) parallelisicrt
werden können, kann vorerst noch nicht entschieden werden.
REUTER (1927, S. 53) erwähnt aus den alten Brüchen am Steinbruchran-
ken (Oettinger Forst) eine 10-20 cm mächtige ,,Muschelbreschen-Bank“ an
der Basis des Sinemur-Kalksandsteins, die von Lias CI 2 unterlagert wird.
Zur Erläuterung der Abfolge wird hier noch ein unveröffentlichtes Pro-
fil PIKALS (1974, S. 142) aus dem Steinbruch nördlich Ehingen angeführt:
0,lO m Grobsand humos, dunkelbraun
0,80 m Grobsandstein, mittelsandig, dunkelbraun, örtlich kalkig, rundli-
che Verwitterungsformen, an der Basis Gerölle
0,20 m Grobsand, mittelsandig, mürb, Ockerhorizont, ockerfarben
0,25 m Grobsandstein, braungrau, örtlich kalkig, örtlich Feinsandstein-
gerölle, Grobsandstein dünnplattig verwitternd
0,25 m Grobsandstein, kompakt, dunkelbraungrau, klüftig, rosarote
Schwerspatkristalle in Hohlräumen, Fein- und Mittelsandstein-
gerölle

Abb. 10. Sincmur-Kalksandstein und Lias Gamma im Aufschluß 500 m nördlich


Westheim. Aufnahme: TH. WEISER 1963.

29
0,25 m Grobsandstein, feinkiesig, rosarot, mit Feinsandsteingeröllen, ört-
lich viele Muschelreste
Liegendes: noch 1,35 m Lias a 2 erschlossen.
Die oberen, 1,lO m mächtigen Grobsandsteine (bis zum Ockerhorizont)
stellt PIKAL in den Lias ß, die Serie darunter in den Lias a 3.
A u f s c h 1 ü s s e : Von den früher in größerer Zahl vorhanden gewese-
nen Brüchen sind heute - vor allem innerhalb der landwirtschaftlich ge-
nutzten Flächen - die meisten verfüllt. Gute Einblicke gewähren folgende
Gruben und Brüche: an der Schwandmühle bei Lentersheim, östlicher
Ortsausgang von Lentersheim (Keller), bei Unterschwaningen, südwestlich
Cronheim, an der Bahnlinie in Altentrüdingen, nördlich Opfenried, im Ort
Röckingen, südlich des Tennisplatzes von Wassertrüdingen, südlich des
Moritzkreuzes (südwestlich Fürnheim), auf dem Dürrenbuck, am Rande des
Kesselbucks im Wald nordwestlich von Dornstadt und nördlich Westheim
(Abb. 10).

[Link]. Oberste Sinemur-Schichten (Mergel des höheren Lias Beta)


Wie oben bereits erwähnt, hat die Neubearbeitung der Ammoniten aus
dem Sinemurien Südwest-Frankens durch ZEISS (1965) den Beweis er-
bracht, daß die Grenze Lias a 3/ß auf Blatt Wassertrüdingen innerhalb des
gesteinsmäßig einheitlichen Kalksandsteins verläuft und nach SE immer
tiefere Teile des Sandsteins erfaßt. Nach SCHMIDT-KALER (1970) dürfte der
Sinemur-Kalksandstein bei Westheim (Abb. 10) in seiner Gesamtheit
bereits dem Lias ß angehören. KRUMBECK (1932) führt einige Profile vom
Fuß des Hesselberges an, die zwischen dem Kalksandstein (bei KRUMBECK
1932 ausschließlich a 3) und dem Lias y wenige Dezimeter starke Mergel-
schiefer ausweisen und die aufgrund ihres Fossilinhaltes zeitlich dem Mit-
tel- und Ober-Beta zugeordnet werden müssen. Auch ZEISS (1965) hat aus
Aufschlüssen bei Röckingen, Opfenried, Unterschwaningen und Alten-
trüdingen, die möglicherweise mit den von KRUMBECK genannten Lokalitä-
ten identisch sind, z. T. Mittel- und Ober-Lias-Fossilien beschrieben. Der
Fund von Asteroceras stellare vom Opfenrieder Wäldchen (ZEISS 1965,
S. 26), der Unter Lias ß beweist, entstammt dem Sinemur-Kalksandstein
dieser Gegend.
Mächtigkeitsverhältnisse: Aus dem Blattgebiet liegen eine
Reihe von Mächtigkeitsangaben vor, die noch durch einige zusätzliche
Aufmessungen ergänzt werden können. KRUMBECK (1932) gibt für Röckin-
gen 0,41 m, Opfenried rd. 0,40 m, im Opfenrieder Wäldchen 0,22 m, Unter-
schwaningen (Gemeindesteinbruch) 0,26 m, Obermögersheim 0,08 m und
Westheim O,lO-0,22 m an. Von GERSTLAUER (1940) liegen Angaben aus dem
Waldgebiet südwestlich Wassertrüdingen vor: Südlich Moritzkreuz 0,27 m,
nordöstlich Eitersberg 0,15 m, auf dem Dürrenbuck 0,35 m, am Kesselhuck
0,30 m, an der Friedenseiche 0,35 m, im Kappel-Schlag 0,40 m und nordöst-
lich Dornstadt 0,20 m. Im Zuge von Flurbereinigungsarbeiten längs der

30
8) 0,05-0,20 m
graugrüne Mergel mit vielen Belemniten
7) 0,05-0,lO dunkelbraune
m Kalkbank, reich an Belemniten
6) 0,20-0,50 graugrüne
m Mergel mit Belemniten
5) 0,09 m
dunkelblaugraue, sehr harte Kalksteinbank
4) 0,20-0,50 graugrüne,
m häufig sehr sandig ausgebildete Mergel, mit
Belemniten
3) 0,25 m dunkelblauarüne. sehr harte Kalksteinbank
2) 0,25 m graugrüne, Stark’fossilführende Mergel
1) rd. 0,lO m Kalksteinbank, die durch dünnblättrige Mergel unter-
brochen wird
Liegendes: Lias 1%

[Link]. Obere Pliensbach-Schichten (Lias Delta, Amaltheenton)


Morphologie und Verbreitung: Der Lias d, der mächtigste
Horizont des Lias überhaupt, nimmt weite Flächen innerhalb des Blattes
Wassertrüdingen ein. Infolge seiner Gesteinsausbildung erzeugt er über der
Kante des Lias u 2-y flachwellige Geländeformen, die bis zum Lias E
reichen und die wechselweise mit Wiesen und Laubholz bestanden sind.
Als breites Band umgürtet er den Hesselberg und reicht - z. T. unter
quartärer Bedeckung - in einzelnen Ausläufern bis an den Nordrand der
Karte. Auch östlich des Lentersheimer Mühlbaches und unterhalb von
Wassertrüdingen, an der östlichen Talseite der Wörnitz, läßt sich der Aus-
biß des Lias 6 breitflächig bis zum Kartensüdrand verfolgen. Nicht selten
beträgt die Ausstrichbreite zwischen Unterem Lias und Lias P 1 km und
mehr. Als kleinere Vorkommen wurde er auch an der Südflanke der Hes-
selberg-Mulde südöstlich Aufkirchen nachgewiesen.
Mächtigkeitsverhältnisse: Innerhalb des Untersuchungs-
gebietes ist eine leichte Abnahme der Mächtigkeit des Lias d von NW nach
SE festzustellen. Um den Hesselberg muß mit einer Mächtigkeit von
27-30 m, örtlich mit 25-28 m gerechnet werden. Zwischen Obermögers-
heim - Geilsheim - Westheim verringert sich der Abstand des Lias c: vom
Lias y auf rd. 25 m. Die scheinbar höheren Mächtigkeitswerte bei Gerol-
fingen haben ihre Ursache in der starken Schichtneigung im Bereich der
Hesselberg-Mulde, die ihre größte Eintiefung westlich von Gerolfingen -
Aufkirchen erreicht.
Gesteinsausbildung: Der Lias 6 besteht im Gebiet des Hessel-
berges und seiner näheren Umgebung aus einer eintönigen Serie blau-
grauer, gelegentlich dunkelgraublauer, pyritreicher Ton-Mergelschiefer
mit einem merklichen Gehalt an Toneisensteingeoden und bis kindskopf-
großen Kalkmergelknollen (Abb. ll), die vor allem im unteren Teil, aber
auch in den höheren Profillagen angehäuft sein können, Unter Verwitte-
rungseinflüssen wird der Kalkgehalt zum größten Teil weggeführt und die
Ton-Mergelschiefer gehen in einen gelbbrauen bis hellbraunen Lehm über.
Die Abgrenzung des Lias 6 gegen das Hangende geschieht anhand einer
sehr charakteristischen Leitbank, der sog. Costatenbank (Abb. 12), einer
fossilreichen Kalkbank, die nicht nur in den Aufschlüssen angesprochen,

32
Abb. 11. Kalkmergelknolle mit Pleuroceratcn aus dem Lias Delta östlich von Gcils-
heim. Aufnahme: J. KAMPANELLOS 1969.

sondern auch im Lesesteingut leicht erkannt werden kann. Sie bildet den
Hauptanhaltspunkt bei der Kartierung und ist im Verwitterungsschutt auf
den Feldern gut auszumachen. Diese vorwiegend aus Belemniten-, Echino-
dermen- und Muschelbruchstücken aufgebaute, Phosphoritknollen-füh-
rende und knollig verwitternde Bank wurde von KRUMBECK (1928) als
,,Delta-Bank von Röckingen“ bezeichnet. Während der Flurbereinigungs-
arbeiten war die Grenze Lias Ns vor allem am Südhang des Hesselberges
an verschiedenen Stellen erschlossen. Dabei hat sich gezeigt, daß die
,,Röckinger Bank“ noch von l-6 cm blaugrauen Ton-Mergelschiefern
überlagert sein kann, die mit scharfer Grenze gegen den Lias 8 abstoßen.
Im untersten Teil dieses Schichtenstoßes ist den Mergelschiefern eine fos-
silreiche Kalkknollenlage zwischengeschaltet, die auch im unverritzten
Gelände gut durchverfolgt werden kann.
Aufschlüsse: Durchgehende Profile waren während der Auf-
nahme an keiner Stelle erschlossen. In Straßengräben und entlang von
Flurbereinigungswegen kommen gelegentlich kürzere Profilabschnitte zu
Tage, die das unverwitterte Gestein erkennen lassen. Die ,,Röckinger
Bank“ an bzw. nahe der Obergrenze des Lias 8 liegt am Südhang des

33
Hesselberges zwischen Gerolfingen und Röckingen sowie am Nordhang
zwischen südlich Ehingen und Lentersheim oft haufenweise auf den Fel-
dern verstreut. Auch in tiefer eingeschnittenen Wegen, die auf die Höhen
zwischen Obermögersheim und Geilsheim führen, kann sie immer wieder
beobachtet werden.

[Link]. Untere Toarc-Schichten (Lias Epsilon, Posidonienschiefer)


Morphologie und Verbreitung: Zwischen dem flachwelli-
gen und leicht ansteigenden Gelände des Lias 6 und den ebenfalls sanft-
welligen, aber steileren Hängen des Dogger CL(Opalinuston) verursacht der
Lias s besonders dort, wo die sogenannten Stinkkalkbänke auftreten, eine
kleine, aber doch deutliche Geländekante. Nur in Gebieten, in denen der
Lias F breitflächig ausstreicht, verschwinden die morphologischen Hin-
weise und der Geländeknick ist an die Basis des Dogger u zurückverlegt,
Der Lias R durchzieht als schmales Band den unteren Sockelbereich des
Hesselberges von nördlich Gerolfingen über den Hohen Buck südlich Len-
tersheim bis zur Straße Ehingen-Wittelshofen. Aus dem östlich anschlie-
ßenden Blatt Heidenheim greift er in mehr oder weniger breiten Aus-
liegern auf die Talhänge östlich des Lentersheimer Mühlbaches und der
Wörnitz über: Am Rastberg und zwischen östlich Altentrüdingen und süd-

Abb. 12. Costacenbank aus dem Lias Delta südwestlich Lentersheim.


Aufnahme: F. PIKAL 1974.

34
Abb. 13. Lias Epsilon (Posidonienschiefer) in der Grube nordöstlich Wittelshofen.
Aufnahme: H. HAUNSCIIILD 1975

lieh Geilsheim. In einem schmalen Streifen steht er auch südlich Auf-


kirchen bis Irsingen an.
Mächtigkeitsverhältnisse: Die Mächtigkeit des Lias E un-
terliegt im Blattbereich relativ großen Schwankungen (4-15 m). Eine
Reihe von exakten Aufmessungen, die im Zuge der Flurbereinigungsarbei-

35
Abb. 14. Lias Epsilon (Posidonienschiefer), Lias Zeta (Jurensismergcl) und Dogger
Alpha (Opalinuston) nordöstlich Wittelshofen (Beginn des Geologischen Lehrpfades).
Aufnahme: H. HAUNSCHILD 1975.

36
ten möglich waren, können noch durch Werte, die aus der Karte abgelesen
wurden, ergänzt werden: Flurbereinigungsweg von der Straße Ehingen
-Wittelshofen in Richtung ,,Schwarze Fichten“ ‘7,60 m, westsüdwestlich
Ehingen 6,20 m (PIKAI, 1974), südwestlich Lentersheim 8,00 m (PIKAL 1974),
am Hohen Buck rd. 15 m, nordnordwestlich Röckingen 10,OOm (PIKAL 1974),
etwa 1 km nordöstlich Gerolfingen 13 m, nordöstlich Wittelshofen (Beginn
des geologischen Lehrpfades) rd. 8 m (Abb. 13 u. 14) und im Ort Aufkirchen
8,50-9,00 m; aus der Karte ergeben sich folgende Werte: Am Weg süd-
westlich des Rastberges 9 m, südlich Obermögersheim 7 m, bei P 4’70,5 an
der Straße Obermögersheim-Altentrüdingen 4-5 m, im Hohlweg südöst-
lich des Eiselberges knapp 5 m, südlich von P 494,0 (Bärenwinkel) an der
Straße Obermögcrsheim-Geilsheim 8 m, nordöstlich Geilsheim rd. 10 m
und unterhalb des Turtelberges (südöstlich Geilsheim) ebenfalls 10 m.
Gesteinsausbildung: Der Lias E setzt sich im wesentlichen aus
dunklen, pyrithaltigen, wechselnd bituminösen (bis 9 ‘L’/~l, siehe Kap. 8),
schiefrigen bis dünnblättrigen, meist kalkigen Tonsteinen, die bei Ver-
witterung eine schmutziggelbgraue Farbe annehmen, und z. T. ebenfalls
bituminösen Kalksteinbänken (Stinkkalke) zusammen. Diese Kalkbänke
sind aber nicht überall entwickelt und dünnen oft auf kürzere Entfernun-
gen aus (Aufschluß nordöstlich Wittelshofen, Abb. 13). Der stark schwan-
kende Bitumengehalt der Lias &-Schiefer (Ölschiefer) hat gelegentlich zu
Abbauversuchen geführt (nicht auf Blatt Wassertrüdingen), die aber
immer wieder eingestellt wurden. Bekannt ist der Lias F wegen seines Fos-
silreichtums, besonders von Ammoniten (verdrückte Formen von Dactylio-
ceraten und Harpoceraten), Muscheln, Fischschuppen und anderen organi-
schen Resten.
A u f s c h 1 ü s s e : Außer kleineren Anschnitten längs neuer Flurberei-
nigungswege und in Wassergräben gibt es derzeit keinen einzigen größe-
ren Aufschluß mehr. Die ausgedehnte Lias &-Grube südlich von P 492,7 an
der Straße Röckingen-Lentersheim wurde inzwischen verfüllt. Ein Profil
durch den gesamten Horizont - allerdings ohne typische Stinkkalkbänke
- ist nordöstlich Wittelshofen (Geologischer Lehrpfad), knapp außerhalb
des Blattes Wassertrüdingen, erschlossen. Ein unveröffentlichtes Profil
PIKALS (1974) aus einem Flurbereinigungsgraben etwa 1,5 km westsüdwest-
lich von Lentersheim soll wegen seiner Einzigartigkeit hier angeführt
werden:
10) rd. 1,70 m Mergelschiefer
9) rd. 0,SO m Mergelschiefer, kalkig verfestigt
8) rd. 2,80 m Mergelschieier
7) rd. 0,50 m Mergelschiefer bituminös
6) rd. 3,00 m Tonschiefer bituminös
5) rd. 0,08 m Stinkkalkbank
4) rd. 0,17 m Mergelschiefer
3) rd. 0.25 m Stinkkalkbank
2) rd. 0;20 m Mergelschiefer
1) rd. 0,20 m Mergelschiefer (örtlich als Stinkkalk ausgebildet)

37
[Link]. Obere Toarc-Schichten (Lias Zeta, Jurensismergel)
Verbreitung: Entsprechend seiner geringen Mächtigkeit bildet
der Lias [ im Ausstrich nur ein schmales Band und wurde kartistisch mit
dem Lias 8 zusammengefaßt. Fossilfundpunkte sind auf der Karte mit
Kreuzsignatur gekennzeichnet. Sein Verbreitungsgebiet innerhalb der
Karte deckt sich mit dem des Lias E.
Mächtigkeitsverhältnisse: Infolge der ungenügenden Auf-
schlußverhältnisse können nur wenige Angaben gemacht werden. Im Auf-
schluß nordöstlich Wittelshofen (Abb. 14) beträgt die Mächtigkeit 080 m.
PIKAL (1974) gibt für das Gebiet 2 km südwestlich Ehingen 1,37 m und 1 km
südwestlich Lentersheim 1,45 m an. Am Rastberg nördlich Obermögers-
heim konnten exakt 0,98 m gemessen werden.
Gesteinsausbildung: Nach den Untersuchungen KRUMBECKS
(1943/44) gehört der Lias 6 unseres Gebietes der mergeligen Beckenfazies
an. Zur Erläuterung der Fazies muß mangels neuer Aufschlüsse auf die
älteren Aufnahmen verwiesen werden. Nach KRUMBECK beginnt im Auf-
schluß nordöstlich Wittelshofen der Lias $ (0,52-0,85 m) mit einer unregel-
mäßig geformten feinoolithischen Kalkbank, die kleine Phosphoritknollen
beinhaltet (12-45 cm: Hauptphosphoritbank oder Wittelshofener Bank)
und die ins Unter-C zu stellen ist. Uber einer Schichtlücke im Mittel-l
folgen Mergelschiefer mit zwei Knollenlagen aus oolithischen Knollen
ohne Phosphorit des Ober-c. Dieses Profil wurde 1968 von BRUDER neu
bearbeitet: Danach soll die gesamte Schichtfolge nur Ober-$ umfassen
und 1,5 m mächtig sein. Aus Aufschlüssen westsüdwestlich Ehingen und
südwestlich Lentersheim hat PIKAL (1974) den Lias < wie folgt beschrieben:
,,Die Basis bilden 0,4 m mächtige, dunkelgrau-rotbraune Tonmergel, in
denen schwarzgraue Konkretionen angereichert sind.“ Darüber lagert eine
,,Schwarzweiß-fleckige Kalkbank“ von wechselnder Mächtigkeit (west-
südwestlich Ehingen 0,06 m, südwestlich Lentersheim 0,04 m nordöstlich
Röckingen 0,025 m, nordnordöstlich Röckingen 0,06 m und nordnordwest-
lich Röckingen 0,lO m). Im Hangenden schließt die Gesteinsfolge mit 0,90
bis 1,O m starken ,,einheitlich ausgebildeten graugrünen Tonmergeln“ ab.
Der Fossilreichtum des Lias l (vor allem Ammoniten- und Belemniten-
reste), der auch im Lesesteingut auffällt, macht eine einigermaßen ge-
sicherte Abtrennung vom Hangenden Dogger u möglich.
Aufschlußverhältnisse: Während der geologischen Auf-
nahme war an keiner Stelle ein Lias-[-Profil erschlossen, Deshalb muß
auf die Grube nordöstlich Wittelshofen verwiesen werden (Geologischer
Lehrpfad), wo der gesamte anstehende Lias [ offen liegt.
Fossillisten aus dem Lias dieses Gebietes finden sich in GCRSTLAUER,
HÄNEL, JAHNBL, KAMPANELLOS, KRUMDECK, PIKAL, RAUSCHER, SCHIEBER, TORK-
ZADEH. ZÖLLNER & ZEISS.

38
3.2.3. Mittlerer Jura (Dogger)
Der Dogger erreicht am Hesselberg eine Gesamtmächtigkeit von 120 bis
130 m. Er setzt sich von unten nach oben aus einer Serie von Ton- und
Mergelsteinen, feinkörnigen Sandsteinen und oolithischen Kalksteinen zu-
sammen, die an ihrer Hangendgrenze von einer schwachen, phosphorit-
reichen Ton-Mergellage begrenzt wird. Auch an den allochthonen Trüm-
mermassen innerhalb des Blattes Wassertrüdingen hat der Dogger einen
wesentlichen Anteil.

[Link]. Untere Aalen-Schichten (Dogger Alpha, Opalinus-Ton)


Verbreit,ung: Das Hauptverbreitungsgebiet des Dogger (1, dem
mächtigsten Schichtenstoß des Mittleren Jura, liegt rund um den Hessel-
berg, wo er auch in seiner Gesamtmächtigkeit erhalten ist. In kleineren
Vorkommen steht er auch südlich Aufkirchen, am Rastberg (niirdlich
Obermögersheim), um den Eiselberg bis zum Kartenostrand und am FuOe
des Turtelberges südöstlich Geilsheim an. Bedingt durch die Gesteinsaus-
b,ildung verursacht er flachwelli#ge und sanft ansteligende Hänge, d#ie meist
mit Wiesen überzogen oder von Mischwäldern bestanden sind. Gegen das
Hangende hin treten vielfach Rutschurigen auf, die ihre Ursache in der
Quellbildung an der Grenze gegen den Dogger-Sandstein haben.
M ä c h t i g k e i t : Da durchgehende und daher meßbare Profile fehlen,
muß auf Werte, die aus der Karte abgelesen wurden, zurückgegriffen wer-
den. Im Sockelbereich des Hesselberges beträgt die Mächtigkeit etwa
70-75 m und am Schlößleinsbuck etwa 68-70 m, was mit den Angaben
PIKALS (1974) voll übereinstimmt. Die am Südwesthang des Hesselberges
scheinbar erhöhten Mächtigkeitswerte hängen mit der Schichtneigung an
der Nordflanke der Hesselberg-Mulde zusammen.
Gesteinsausbildung und Abgrenzung: Der Dogger u
(Opalinus-Ton) besteht aus einer eintönigen, im frischen Zustand blau-
grauen bis dunkelgrauen, schiefrigen Gesteinsabfolge von Ton- und Mergel-
Steinen, die örtlich kalkhaltige Konkretionen beinhaltet. Charakteristisch
sind - analog dem Lias S - die Vorkommen von lagenweise angeordneten
Toneisensteingeoden sowie ein gewisser Gips- und Pyritgehalt. Bei Ver-
witterung gehen die Tonmergelsteine in einen graubraunen bis hellbrau-
nen Lehm über, in dem die Toneisensteingeoden, meist als 13ruchstücke,
angereichert liegen. Teilweise treten auch starke Durchmischungen des
Anstehenden mit Verwitterungsschutt des Dogger-Sandsteins und bei
Uberdeckung mit Lößlehm auch mit diesem auf.
Die Festlegung der Untergrenze des Dogger u kann überall dort, wo
die sporadisch eingeschalteten, fossilführenden Basislagen fehlen, nur mit
Hilfe der stark kalkhaltigen und fossilreichen Lias :-Schichten vorgenom-
men werden. Seine Obergrenze ist durch das Ubergleiten von Verwitte-
rungsschutt des Dogger f-1meist verwischt und wurde anhand der Quell-

39
austritte markiert. Von großem Vorteil für die Kartierung waren die
gleichlaufenden Flurbereinigungsarbeiten, die an vielen Stellen - wenn
auch nur kurzzeitig - die Schichtgrenzen freigelegt haben. Dabei hat sich
gezeigt, daß die Obergrenze nicht scharf ausgebildet ist, sondern allmäh-
lich - durch das Einschalten von Sandflasern, die im steten seitlichen
Wechsel mit grauen Tonschiefern stehen-zum hangenden Dogger ß über-
leiten.
A u f s c h 1 ii s s e : Durchgehende Aufschlüsse waren zur Zeit der Auf-
nahme an keiner Stelle vorhanden, dagegen können Teilbereiche in Was-
serrissen und Wegeeinschnitten beobachtet werden: So z. B. am Süd- und
Osthang des Hesselberges, auf dem Rastberg, am Eiselberg und im Schind-
schlag (südwestlich Obermögersheim) und südwestlich Aufkirchen,
F o s s i 1 i e n : Außer über Belemnitenfunde aus dem untersten Teil des
Dogger IX (PIKAL, 1974) berichtet TORKZADEH (1966) auch über zwei Fundstel-
len südlich vom Eiselberg und nördlich vom Rastberg, aus denen er fol-
gende Fossilien bergen konnte:
1 Nuculoma hausmanni (ROEMER)
1 Nuculoma subglobosa (ROEMER)
2 Lytoceras sp.
1 Leioceras cf. opalinum (REINECKE)
1 Acrocoelites cf. quenstedti (OPPEL)
1 Rhabdobelus cf. subclavatus (VOLTZ)

[Link]. Obere Aalen-Schichten (Dogger Beta, Eisensandstein)


Verbreitung und Morphologie: Mit dem Eisensandstein,
der nur am Hesselberg ansteht und diesen als schmales Band umgürtet,
setzt die erste markante Steilstufe im Juraprofil ein, die bis etwa in Höhe
des Discites-Tons (oberster Dogger ß) reicht, der seinerseits bereits die Ver-
flachung der oberen Doggerschichten einleitet. Die für den Dogger ß typi-
schen Feinsandsteine finden sich auch in den durch den Meteoritenein-
schlag im Ries herausgeschleuderten Bunten Trümmermassen des nörd-
lichen Vorrieses.
Mächtigkeit: DaauchderDoggerß-wiederDoggeru-nurin
kleineren Abschnitten erschlossen ist, mul3 die Mächtigkeit aus der Karte
entnommen werden; sie dürfte im Mittel etwa 38-40 m betragen (vgl. auch
PIKAL 1974). Der Durchschnittswert liegt damit über der von BRUNNACKER
(1957, S. 31) vom Osthang des Hesselberges angegebenen Mächtigkeit von
etwas über 30 m.
G e s t e i n s a u s b i 1 d u n g : Der Dogger ß besteht aus einer Wechsel-
folge von braunen bis gelbbraunen, auch grauweißen, meist feinkörnigen
Sandsteinen bzw. Sandschieferlagen und Tonsteinen, Die Sandsteine sind
häufig kreuz- und schräggeschichtet, grobgebankt oder kompakt, dann
wieder dünnplattig aufspaltend und mürbe zerfallend. Laterale Verzah-

40
nung zwischen Sand- und Tonsteinen sowie das Aufspalten in dünnschich-
tige Wechsellagen ist vielerorts zu beobachten. Die Farbe der Tone ist im
allgemeinen grau, auch rot, im frischen Zustand meist braun, nach
v. FREYBERG (1951) sogar schwarz. Neben der Einschaltung von Kalksand-
steinbänken sind vor allem die Eisenoolithflöze wichtig, da mit ihrer Hilfe
die stratigraphische Abfolge geordnet und die Profile untereinander ver-
glichen werden können.
Die sehr ungünstigen Aufschlußverhältnisse am Hesselberg lassen ein
zusammenhängendes Profil nicht erstellen, so daß auf das Profil am Ost-
hang des Berges zurückgegriffen werden muß, das BRUNNACKER (1957, S. 31)
veröffentlicht hat. Auf die differierenden Angaben zur Gesamtmächtigkeit
wurde bereits oben hingewiesen. Durch Teilprofile, die vor Jahren in
einem Kabelgraben, der am Nordhang des Hesselberges bis zum Sender
führte, aufgeschlossen waren, können einige Ergänzungen für den Bereich
des oberen Dogger [J angefügt werden.
Nach BRUNNACKER (1957) beginnt das Profil vom Liegenden her mit
einem hellgrauen Sandstein (1,50 m) über dem noch 4,40 m mächtige, ocker-
braune Sandsteine folgen, die in ihrer untersten Lage kleine Muschel-
schalen beherbergen. Uberlagert wird der Untere Doggersandstein von
dem Hauptflözhorizont (1 m), der als rötlicher Kalksandstein mit Ooid-
streifen ausgebildet ist. Dieses Hauptflöz war in früherer Zeit am ‘Nord-
hang des Hesselberges (alter Schießstand, heute verfallen und überwach-
sen) mehrmals Ziel eines Abbauversuchs, der aber jeweils schnell wieder
zum Erliegen kam. Die Zwischenschichten bis zum Oberflöz setzen sich aus
dem Bänderschmitzenton mit Sandstein (4,50 m) und einer darüber liegen-
den, 6,50 m mächtigen Sandsteinlage zusammen, Das Oberflöz (1,20 m) ist
durch einen rötlichen Kalksandstein mit dünnen Ooidstreifen, der oben
eine Muschelschill-Lage beinhaltet, charakterisiert. Das Gesteinspaket bis
zum Rötelhorizont umfaßt etwa 7 m mächtige, ockerbraune Sandsteine, die
oben von einem grauen Kalksandstein begrenzt werden und entspricht
nach BRUNNACKER (1957) dem Schwartenhorizont. An der Nordseite des
Hesselberges (Kabelgraben) wird diese ockerbraune Sandsteinfolge von
dünnen, grauen Tonsteinbändern unterbrochen und erreicht eine Mächtig-
keit von etwa 10 m. Im selben Profil schließt darüber der Pfraunfelder
Horizont (v. FREYDERG 1951) an, der etwa 3-4 m mächtig ist, stark wech-
selnde Erzgehalte (vor allem in den Basislagen) aufweist und in Verbin-
dung mit kalkig gebundenen Sandsteinen steht (vgl. auch PIKAL 1974). Im
Profil von BRUNNACKER (1957) fehlt dieser Horizont, so daß der Schwarten-
horizont direkt vom Rötelhorizont (Hauptrötelhorizont) abgedeckt wird,
der seinerseits aus einem 4 m mächtigen, schokoladebraunen, z. T. grau
gefleckten Ton, der an seiner Liegendgrenze rot gefärbt ist, aufgebaut
wird. Im Profil des Kabelgrabens (Nordhang des Hesselberges) ist der un-
tere Teil des Rötelhorizontes stark versandet und enthält noch einige flöz-
streifige Einlagerungen, die seitlich schnell auskeilen. Bis zur geröllfüh-

41
renden Kalkbank des Dogger y (Sowerbyi-Bank) folgt der 3-4 m mächtige
Disciteston-Horizont, der nahe der Obergrenze dünne Kalksteinlagen
führt.
Aufschlüsse: Den besten Einblick gewähren die Anschnitte auf
dem Schlößleinsbuck, sowie einige Hohlwege auf der Westseite des Hessel-
berges.
F o s s i 1 i e n : Ober Fossilfunde aus dem östlich anschließenden Gebiet
von Heidenheim berichten BRUNNACKER (1957, S. 21) und HöRAur (1959, S. 21).

[Link]. Bajoc- bis Callov-Schichten ohne Disciteston (Dogger Gamma bis


Zeta)
Verbreitung und Morphologie: Die wegen ihrer geringen
Mächtigkeit kartistisch zusammengefaßten Schichtglieder des Dogger y bis
c stehen nur am Hesselberg an. Morphologisch bilden sie zwischen dem
Steilanstieg des Dogger ß und dem des Malm vor allem auf der Westseite
des Hesselberges eine deutliche und breite Verebnungsfläche. Auch an der
Zusammensetzung der wurzellosen Riesschollen sind die Gesteine des
Dogger y-6 beteiligt.
Mächtigkeit: Nach Aufmessungen entlang des Geologischen
Lehrpfades auf der Westseite des Hesselberges sind die Horizonte des
Dogger &’ zusammen etwa 12 m mächtig.
Gesteinsausbildung: Die Gesteinsfolge des Dogger r-c be-
steht aus Kalksteinen, Kalksandsteinen, Mergelkalksteinen, oolithischen
Mergelsteinen und Tonsteinen.
An der Westseite des Hesselberges ist der Dogger y (Sowerbyi-Schich-
ten, 1,50 m) über hellgrauen, tonigen Sandsteinen des Dogger (5 gut er-
schlossen. Es handelt sich im wesentlichen um eisenhaltige, geröllfüh-
rende, z.T. oolithische Kalksandsteine. Das Plateau darüber wird durch
den Dogger d (4,50-5,00 m) gebildet, der sich aus graublauen Mergeln und
Kalksteinen zusammensetzt. Mit dem an Versteinerungen reichen (vor
allem Muscheln, Brachiopoden und Ammoniten) Dogger F (etwa 2-3 m;
tiefbraun verwitternde, oolithische Kalke und Mergelsteine mit kleinen
Brauneisenkügelchen) beginnt wieder ein leichter Geländeanstieg, der sich
bis in den Dogger C (Ornatenton; 2,50-3 m) fortsetzt. Im Bereich des nur
schlecht erschlossenen Dogger < stehen die Gebäude der Ev.-luth. Volks-
hochschule am Südhang des Hesselberges.
Au f s c h 1 ü s s e : Der Dogger y--c ist vor allem im Bereich des Geo-
logischen Lehrpfades an der Westseite des Hesselberges erschlossen. BENTZ
(1924, S. 40/42) führt ein Profil vom Südhang des Hesselberges an, das vom
Dogger y bis zum [ reicht, aber nicht mehr zugänglich ist.

42
Fossilien: Fossilfunde aus der weiteren Umgebung sincl bei
DOKN (1939), ZÖLLNER (1946) und WAGNER (1963) angeführt. PIKAL (1974) konnte
aus dem Dogger E des Hesselberges zwei Parkinsonien-Bruchstücke von
beträchtlicher Größe bergen, Aus den sehr fossilreichen Dogger :-Schich-
ten beschreibt PIKAI. (1974, S. 73) aus einem Aufschluß am Osthang des
Hesselberges Funde von Groussouvria SP., Reineckites sp. und Belemnopsis
calloviensis (OPPEL).

3.2.4. Oberer Jura (Malm)


Die Kalke und Mergelkalke des Malm stehen innerhalb des Blattgebie-
tes nur auf dem Hesselberg an, dessen Deckplatte sie bilden. Außerdem ist
Oberer Jura auch wesentlich an den Riestrümmermassen beteiligt: an den
Schollen südlich Lentersheim, auf dem Eiselberg nordöstlich Wasser-
trüdingen, auf dem Steinhuck nördlich Dornstadt, auf dem Mehlberg süd-
lich Dornstadt und bei Auhausen.

Auf dem Hesselberg liegen die Malmgesteine in zwei verschiedenen


Faziesausbildungen vor: Einmal in der geschichteten Fazies, die aus einer
Wechselfolge von Kalken, Mergelkalken und Mcrgelbänken besteht und
zum anderen in der Schwammkalkfazies, die unregelmäßig bis ungebankt
sein kann. Infolge der völlig unzureichenden Aufschlußverhältnisse kann

Abb. 15. Malm Alpha und Beta in der abgerutschten Scholle am Südhang dcs Hcs-
selberges. Aufnahme: F. PIKAL 1974

43
ein zusammenhängendes Profil nicht aufgestellt werden. Lediglich aus der
abgerutschten Scholle am Südhang des Hesselberges (Abb. 15) die durch
einen Steinbruch erschlossen ist, führt PIKAL (1974) ein Teilprofil an, das
sich mit Abfolgen aus dem Nachbargebiet parallelisieren läßt.
Im Bereich des Hesselberges kann die Verschwammurig schon sehr
frühzeitig im Malm a einsetzen.

[Link]. Oxford-Schidden (Malm Alpha i- Beta)


Geschichtete Fazies
Aus der mehr oder weniger ausgeprägten Verebnung des Oberen Dog-
gers leitet der Malm a den Steilanstieg ein, der bis zu den weicheren, mer-
geligen Schichten des Malm Unter-y reicht. Eine Grenzziehung zwischen
den beiden Malmgliedern ist wegen Fehlens von Aufschlüssen nicht mög-
lich, sie wurden deshalb in der Karte zusammengefaßt.
Die Mächtigkeit des Malm a + ß beträgt nach einer Aufmessung auf der
Südseite des Hesselberges, von der Volkshochschule bis zum Alten Stein-
bruch, exakt 63 m; für den Malm a können schätzungsweise rd. 30-32 m
und für den Malm [I in etwa die gleichen Werte angegeben werden, In-
folge der wechselnd starken Verschwammurig ist die hier gemessene Mäch-
tigkeit gegenüber der Normalfazies überhöht.
Die Malm-Untergrenze war zur Zeit der Aufnahme an keiner Stelle er-
schlossen, so daß eine Aussage über das eventuelle Vorhandensein der
sonst charakteristischen Glaukonitbasisbank auf dem Hesselberg nicht
gemacht werden kann. Nach PIKAL (1974) setzt sich der untere Teil des
Malm a aus einer etwa 14 m mächtigen Mergelsteinserie zusammen, die
von einer 11,5 m mächtigen Wechselfolge aus Kalk- und Mergelbänken
überlagert wird. Die nächst folgenden Lagen bis zur a/ß-Grenze werden
von mächtigen Hangschuttlagen überdeckt. Im einzelnen lautet das un-
veröffentlichte Profil PIKALS (1974) wie folgt:
Profil im Bereich der umgelagerten Malmscholle
Steinbruch am S-Hang des Hesselberges
R: 93 020 H: 37 250
Malm Alpha: 14 M 23 K
8K 16 K
1M 11 K
4MK
Xi 5K
14 K 7MK
3M 11 K
10K 2M
4K
1:: 4M
15 M 20 K
16 K 2M
1M 32 K
20 MK 10 M

44
EM 6MK
20 K 9111
20 M 42 K
21 K 3M
7M 15 K
5MK 3M
8K 18 K
2M 4M
27 K 9K
1M 6M
12K 9K
SM 15 M
17 K 10 K
14 K 4M
6M 5K
9K 13 M
1M 11 K
29 K 3M
1M 15 K
8K 10 M
5MK 10 K
15K 190 Lücke (verschüttet)
18M 15 K
14 MK EM
27 K 10 K
10 M 28 M
18K 12 K
7M ca. 1400 M (Basis)
9K
5M
Maßeinheit der Zahl : cm
K: Kalksteinbank M : Mergel MK: Mergelkalk
Fossilien: Neben Resten von Gastropoden, Brachiopoden und
Echinodermen konnte PIKAI. (1974) folgende Fossilien aus dem Steinbruch
am Südhang des Hesselberges aufsammeln: Epipeltoceras berrense (FAVICB)
(2 Exemplare), Trimarginites trimarginatum (OITEL), Tarameliceras hauf-
fianum (OPPEL), Perisphinctes orientalis (v. SEM.), Perisphinctes rota
(WAAGEN), Perisphinctes rhodanicum (DUMORTIER), Glochiceraten und
Belemniten.

Schwammkalk
Soweit die Aufschlüsse im Bereich des Hesselberges Einblick in die
Schichtfolge gestatten, kann festgestellt werden, daß überall mehr oder
weniger starke Verschwammurig (Abb. 16) auftritt. Auf das frühzeitige
Einsetzen der Schwammkalke im Malm a wurde bereits eingangs hinge-
wiesen. Kleinere Gesteinskuppen am Westabhang des Hesselberges zeigen
bereits rd, 8-10 m über der Malmuntergrenze grobe und unregelmäßig ge-
bildete Schwammbänke mit zwischengeschalteten Mergellagen. Unter Vor-
behalt kann die Verbreitung der Schwammkalkfazies wie folgt angegeben
werden: Uber wechselnd mächtigen Streifen geschichteter Fazies im Malm

45
Abb. 16. Schwamm an der Basis des Malm Beta in der abgerutschten Scholle (vgl.
Abb. 15). Aufnahme: F. PIKAL 1974.

u auf dem gesamten Hesselberg; im Malm ß besonders von etwa oberhalb


der Volkshochschule bis zum Ostabfall.
Nach einer Mitteilung PIKALS (1974) fand H. KEUPP in einer Mergellage
innerhalb der Schwammkalke am Südhang des Hesselberges Reste von
Idoceraten.

46
[Link]. Untere Kimmeridge-Schichten (Malm Gamma)
Der Malm y bildet die runden Höcker auf der Hochfläche des Hessel-
berges: nämlich um den Sendemast und am Gustav-Adolf-Stein. Charakte-
ristisch für die Gesteinsausbildung des Malm y ist die starke Verschwam-
mung, die in beiden, voneinander isoliert liegenden Vorkommen, beobach-
tet werden kann.
Die Grenze Malm fl zu Malm y wurde an die Basis der etwas mergel-
haltigeren Schichten gelegt (Platynota-Schichten), die im obersten Teil des
Steinbruchs herauswittern (Abb. 17).
Nach dem Ausstrich auf der Karte muß um den Sendemast mit einer
Restmächtigkeit von etwas über 20 m gerechnet werden.
Das Riffgebiet des Hesselberges gehört zu den
östlichen Ausläufern der Ries-Riff-Schranke, wel-
che die mergelige schwäbische Fazies im Westen
von der kalkreichen fränkischen Fazies im Osten
trennt. Das Zentrum dieser Riff-Schranke liegt im
westlichen Ries; ihr Verlauf ist von Süd nach
Nord gerichtet und findet in der Wiesent-Riff-

Abb. 17. Malm Beta und Malm Unter-Gamma im alten Steinbruch unterhalb des
Sendemastes auf dem Hesselberg (Ende des Geologischen Lehrpfades).
Aufnahme: H. HAUNSCHILD 1975.

47
Schranke (Fränkische Schweiz) ihre Fortsetzung
(MEYER 1977).

Auf s c h 1 ü s s e : Steinbruch oberhalb der Volkshochschule.


Fossilien: Außer Echinodermen- und Brachiopodenresten konnte
PIKAL (1974) Glochiceras sp. Rasenia sp. und Perisphinctes sp. aufsammeln
und bestimmen.
Die geschichtete Malm y-Fazies tritt nur in der Scholle östlich Auhausen
auf und wird dort beschrieben (WEISER, diese Arbeit).

3.3. Tertiär
3.3.1. Alblehm, Bohnerzlehm (älteres Tertiär)
In einem kleinen Vorkommen, etwa 150m nordwestlich des Sende-
mastes auf dem Hesselberg und auf der allochthonen Weißjurascholle öst-
lich Auhausen, treten in Verbindung mit tiefroten, fetten Lehmen Bohn-
erze (1-20 mm 0) in wechselnder Häufigkeit auf (PIKAL 1974, WEISER 1963).
Nach den Untersuchungen BIRZERS (1964, S. 117) stammt das Bodenmaterial
dieser Rotlehme ,,aus den unlöslichen, bei der Auflösung der Kalke und
Dolomite zurückbleibenden silikatischen Beimengungen. Die rote Farbe ist
auf die Art und Verteilung der Eisenverbindungen zurückzuführen, wie sie
bei höherer Temperatur entstehen und für tropische Böden ein charakteri-
stisches Merkmal sind.“ Nach BIRZER (1964) fällt die Bildung dieser Bohn-
erz-Rotlehme ins Alttertiär.

3.3.2. Ries-Trümmermassen (Bunte Trümmermassen)


Unter den Ries-Trümmermassen werden die Gesteine zusammengefaßt,
die im heutigen Rieskessel angestanden haben und die durch die Rieskata-
Strophe herausgesprengt und auf das Vorland geschleudert wurden. Der
Zeitpunkt des Geschehens kann geologisch mit einem hohen Grad an Ge-
nauigkeit in das höhere Tortonium (PREUSS 1969) - vor fast 15 Millionen
Jahren - eingeordnet werden (Näheres siehe Bd. 61 der Geologica Bava-
rica [1969]: Das Ries - Geologie, Geophysik und Genese eines Kraters).
Die Bunten Trümmermassen oder Ries-Trümmermassen hat HÜTTNER
(1969, S. 146) schematisch nach ihrer Größe in allochthone Schollen (aus
verschiedenen Gesteinen) und in die Bunte Breccie untorteilt, wobei er
erstere, wenn sie aus zertrümmertem und verruscheltem Weißjurakalk
bestehen, als Gries bezeichnet.
Innerhalb des Blattes Wassertrüdingen, das zur Vorries-Zone gehört,
liegen mehrere ortsfremde Schollen auf verschiedenen Horizonten des
Jura in Höhenlagen zwischen 430 und 500 m ü. NN.

48
Nachfolgend werden die Einzelvorkommen von Norden nach Süden
beschrieben:
Lentersheimer Scholle
Das nördlichste Vorkommen von ortsfremden Schollen (Ausdehnung
etwa 250x150 m) aus dem Ries liegt am Nordhang des ,,Hohen Buck“ süd-
lich von Lentersheim. Auf der geologischen Karte Blatt Ansbach
(v. GüMarL 1891) noch als einheitlicher Komplex von ,,Breccien des unte-
ren weißen Jura“ angesprochen, deuten AHRENS & BENTZ (1928, S. 413) die
anstehenden heterogenen Gesteinsmassen bereits als Malmkalk und Bunte
Breccie, deren Herkunftsgebiet im heutigen Ries zu suchen ist.
Die allochthone Scholle lagert im wesentlichen auf Lias ii (AHRENS &
BI~NTZ 1928) und greift nur in ihrer südlichen Ausdehnung noch etwas auf
den Lias F über.
Uber die gesteinsmäßige Zusammensetzung berichten AHRENS & BENTZ
(1928): ,,Wir fanden auf den Feldern viele, z. T. vergrieste Weißjurablöcke,
und zwar plattige ß-Kalke, graue, stark vergrieste y-Kalke, vergrieste
E-Gesteine mit Kieselknollen und viele Hornsteine; als Lesesteine außer-
dem Dogger-ß-Sandstein, blaue Kalke des Dogger y, Ostreenkalk aus Dog-
ger 0 sowie Lias-u-Sandstein,“ Daneben konnten Keupersandsteine und
rotviolette Keupertone ,,mit Sicherheit“ festgestellt werden. Zum gleichen
Ergebnis kommt auch TORKZADEH (1966), der den nordöstlichen Teil des
Blattes Wassertrüdingen bearbeitet hat.
In die Karte wurde die Scholle als ,,Bunte Trümmermassen“ eingetra-
gen, da eine gesteinsmäßige Trennung in größere Einheiten nicht möglich
war.

Eiselberg-Scholle
Als kalottenförmige Kuppe ist die Eiselberg-Scholle nordöstlich von
Wassertrüdingen dem Dogger a aufgesetzt; sie bildet den höchsten Punkt
auf den flach nach allen Seiten fallenden Lias- und Dogger-Hängen.
AHRENS & BENTZ (1928) erwähnen an der West-, Süd- und Ostseite des Eisel-
berges ,,rote sandige Lagen des Dogger p“, die über einem ungekürzten
Profil des Dogger o und ,,der ganzen Lagerung nach” als anstehend be-
trachtet werden. Sie widersprechen daher der Auffassung KRUMBECKS
(1916), der glaubte, daß der Dogger a (Opalinuston) hier nicht mehr in seiner
vollen Mächtigkeit erhalten ist. Die geologische Aufnahme des Gebietes
um den Eiselberg hat jedoch zwingend ergeben, daß hier der Dogger a tat-
sächlich stark denudiert ist, denn von seiner Gesamtmächtigkeit von 65 bis
75 m sind an Ort und Stelle nur mehr 10-15 m vorhanden. Das Dogger-(%
Material kann daher nicht als autochthon betrachtet werden, sondern ist
ein Teil der Bunten Trümmermassen, die die kleine Weißjurascholle auf
der Kuppe umgeben, Soweit anhand der Lesesteinfunde eine Grobeintei-
lung der Scholle möglich war (vgl. auch TORKZADEH 1966) wird der Weiß-

49
jurakern im Westen und Osten von vorwiegend Dogger-ß-Gestein und im
Norden von Dogger-&-Schutt umrahmt; Keupergestein wurde bis jetzt
nicht festgestellt.
Bereits AHRENS & BENTZ (1928) weisen auf die fehlende Vergriesung der
Malmkappe hin, die auch in ihrem Schichtverband fast kaum gestört
scheint. Soweit der inzwischen stark verwachsene Aufschluß Einblick ge-
währt, kann die Beobachtung v. GÜMDELS (1891) und KRUMBECKS (1916)
bestätigt werden, daß es sich bei den anstehenden Malmgesteinen um stark
verschwammte Oxford-Schichten handelt. Die Angabe von KRANZ (1923)
über ein ,,Gemenge von tonigen und kalkigen Horizonten des Weißjura“
bezieht sich wohl auf die Westseite der Scholle, wo in einem Flurbereini-
gungsweg Bunte Trümmermassen mit vergriesten Malmstücken gefunden
wurden. AHRENS & BENTZ (1928) erwähnen vom Südhang des Eiselberges
(unterhalb der alten Grube) ,,unter einer größeren Zahl von unvergriesten
Weißjurakalkstücken auch vereinzelte typische Griesblöcke (aus ii und F)“,
die fossilmäßig jedoch nicht belegt sind. Aus den die Malmscholle beglei-
tenden Bunten Trümmermassen hat TORKZADEH (1966) folgende Bestand-
teile bestimmt: feinkörnige, glimmerreiche, braune Sandsteine des Dog-
ger 6, feinkörnige, braune Kalksandsteine des Dogger y, sandige spätige
Kalke mit kleinen Ooiden und Fossilien des Dogger 6, außerdem Bruch-
stücke von Dogger E und 6.

Scholle südöstlich Geilsheim


Unmittelbar südlich der Straße nach Ostheim (östlicher Kartenrand)
lagern im Niveau des autochthonen Lias E unregelmäßig verstreute Lese-
steine des unteren Lias, wahrscheinlich vorwiegend aus dem Bereich des
Sinemur-Kalksandsteins, die sich in etwa gegen das Anstehende abgren-
zen lassen. Bei den Vorkommen nördlich des Grundbaches (nicht auf der
Karte eingetragen) handelt es sich lediglich nur um Einzelfunde, die ur-
sprünglich mit der dargestellten Scholle in Zusammenhang gestanden
haben können und durch die jüngere Erosion getrennt wurden.

Schollen um Dornstadt
Die Schollen westlich, nördlich und südlich von Dornstadt wurden
bereits von GERSTLAUER (1940) beschrieben und in ihren Umrissen kartogra-
phisch dargestellt. Alle d r e i Schollengebiete liegen auf parautochtho-
nem Untergrund, der sich aus verschiedenen Horizonten des Jura und des
Keupers aufbaut.

Steinhuck-Scholle
Nördlich von Dornstadt lagert diskordant über mehr oder weniger stark
reduziertem Lias 6 eine ortsfremde Scholle (etwa 500x240 m), die schon
morphologisch ins Auge fällt. Nach den Untersuchungen GERSTLAUEIIS (1940)

50
setzt sich das Schollenmaterial in der Hauptsache aus Gesteinen des Dog-
ger 0, untergeordnet aus Dogger y (?) und Lias E zusammen. An der West-
und Nordostseite müssen auch Keuperschichten beteiligt sein, denn an den
Wegen zur Kuppe treten rote Tone und einzelne grobkörnige Sandsteine
zu Tage. Leider lassen die völlig ungenügenden Aufschlußverhältnisse
keine weiteren Beobachtungen zu, so daß eine weitere Differenzierung des
ortsfremden Materials nicht vorgenommen werden kann. Besser erkenn-
bar sind zwei Malmvorkommen, die sich jeweils am Süd- und Nordrand
der Scholle befinden und von den Bunten Trümmermassen halbkreisför-
mig umfaßt werden: Sie zeigen im wesentlichen vergrieste Oxford-Schich-
ten in der Schwammfazies.

Scholle westlich Dornstadt


Etwa 500 m östlich des Stöckenweihers deuten Lesesteinfunde aus Dog-
ger u und [J, verschiedenen Lias-Horizonten und aus Keupermaterial (Ton-
steine und Sandsteine) auf eine weitere Scholle von geringer Ausdehnung
(etwa 100x200 m) hin. Sie wurde als Bunte Breccie zusammengefaßt.

Mehlberg-Scholle
Südlich von Dornstadt, rd. 80 m oberhalb der Sandgrube im Oberen
Burgsandstein, beginnt der Anstieg zum Mehlberg mit einem leichten, aber
deutlichen Geländeknick. Der scharf umrandete und abgrenzbare Weiß-
juraklotz aus verschwammten Oxford- und Unterkimmeridge-Schichten
mit Kieselknollen ist durch einen großen Bruch an seiner Südseite (außer-
halb der Karte) erschlossen. Nach KRANZ (1923, S. 304) ist die Schicht-
neigung im Bereich der Scholle nach Nordnordwesten gerichtet,
An der östlichen Seite des Malmblocks grenzt eine Scholle aus Bunten
Trümmermassen an, die in ihrer Zusammensetzung (vornehmlich Dog-
ger-B- und untergeordnet Keuper-Schichten) sehr dem Vorkommen auf
dem Steinhuck ähnelt. Auch an der Nordwestseite des Mehlberges ist eine
kleine Scholle aus Bunter Breccie vorgelagert, deren Bestandteile ein
Gemisch verschiedener Gesteinsarten (soweit erkennbar obere Lias-, Dog-
ger-[& und Keupergesteine) darstellt. Die hangwärts herauswitternden
Lias- und Keuperhorizonte brauchen nicht analog den ortsfremden Schol-
len über größere Strecken transportiert worden sein, ihre Lage kann auch
durch geringe Verschleppung und Verstellung des äquivalenten Autoch-
thons erklärt werden; sie werden deshalb dem Parautochthon zugerechnet.

Auhausener Scholle (Abb. 18):


Bereits KOKEN (1902, S. 449) beschreibt vom Keller bei Auhausen
I>.. . eine verstürzte Klippe von unterem weißen Jura (Bimammatus-Kalk),
welche über eine Unterlage von Lias und braunem Jura herabgeglitten zu
sein scheint.“ Diese Kalke sollen von Schuttmassen des Schwarzen und

51
Abb. 18. Die Auhausencr Scholle von Südwest. Auflagerung von Weißjura auf
Schichten dcs Keupers und des Lias. Aufnahme: TH. Wsrsrx 1963.

Braunen Jura bedeckt sein. Spätere Bearbeiter sprachen jedoch die Ver-
mutung aus, daß es sich hierbei um Bauschutt gehandelt habe (C. DORN
1942, S. 149; ZÖLLNER 1946, S. 62). Den ersten Fossilfund bestimmte KRUM-
LIECK (1922, S. 439) als Oppelia cfr. wenzeli OPPEL sp. Nach KRUMUECK ge-
hören die Kalke danach überwiegend dem oberen Weißjura 8, teilweise
auch dem Weißjura Unter-iJ und Weißjura u an. Er beschreibt die Schich-
ten als ziemlich gestört, aber (1922, S. 430) ,,. . . von innerer Zertrümme-
rung des Gesteins ist bei dem anstehend gewonnenen Material und der
Mehrzahl der Lesestücke nichts zu bemerken.“ Die Herkunft der Malm-
kuppe östlich Auhausen erklärt KRUMUECK (1922, S. 439) mit einem ober-
miocänen Bergschlipf vom Hahnenkamm auf die Landoberfläche des unte-
ren Schwarzen Jura. KRANZ (1923, S. 302) stuft die zerbrochenen Kalke, die
von Impressamergeln überlagert sein sollen, aufgrund eines nicht näher
bestimmten Perisphincten als Weißjura (3 ein. AHRENS & BENTZ (1928,
S. 409-410) halten die Gesteine im Steinbruch östlich des Kellers für
Weißjura a und [j, ohne dies durch Fossilfunde belegen zu können. Die ver-
griesten Breccien am Keller sprechen sie als Weißjura E an. P. DORN (1929,
S. 410) entwirft ein Profil der ,,Auhausener Scholle“, in dem über Oberem
Burgsandstein, Feuerletten und unterem Schwarzen Jura überkippte
Schichten des Weißen Jura CLund ß liegen. Seiner Meinung nach sind die
jüngsten autochthonen Ablagerungen quarzführende Kalksteine des
Schwarzen Jura y. Er belegt die ß-Kalke durch Bruchstücke von Haplo-
ceraten, Lingulaten und Perisphinctes colubrinus (REINECKE). Perisphinctes
colubrinus (REINECKE) kann aber nicht als Leitform für Weißjura ß ange-
sehen werden, da er nach GEWR (1961, S. 22) auch noch im Weißen Jura y

52
auftritt. Es ist demnach also auch durchaus möglich, daß diese Kalke dem
Weißen Jura y angehören. Fossilien aus den Impressamergeln beschreibt
P. DORN (1929) nicht. C. DORN (1942, S. 148) erwähnt aus dem Steinbruch am
Keller die Funde von Oppelia cf. callicera OPPEL und Perisphinctes cf.
microbiplex QIJENSTEDT, die für unteren Weißen Jura sprechen. ZÖLLNER
(1946, S. 62) stuft die Kalke, ohne sich auf Fossilfunde stützen zu können,
aufgrund ihrer petrographischen Ausbildung in den unteren Weißen Jura
ein.
Die tektonisch stark beanspruchten, hellgrauen, mergeligen Kalke im
Aufschluß östlich des Lagerkellers wurden mit 110”/45’ S, 85”/55” S und
110”/5O’S eingemessen. Die gelblichbraun anwitternden Kalke sind von
feinen Haarrissen durchzogen und zerfallen beim Anschlagen in kleinste,
scharfkantige Bruchstücke. An der Ostwand des Steinbruchs treten fossil-
leere, rotbraune und gelbe Lehme mit Bohnerzen auf. Neben unbestimm-
baren Bruchstücken von Glochiceraten und Perisphinten wurde in den
Kalken ein Ataxioceras sp. gefunden, der für Weißjura y spricht. Die wei-
teren Fossilien Hibolites hastatus (BLAINVILLII), Inoceramus SP., Gryphaea
dilatata (SOWERBY) und Collyrites sp. gestatten keine stratigraphischen
Aussagen. Anhaltspunkte für die Ausbildung des unteren Weißen Jura
fanden sich dagegen nicht. Auch die Lesesteine in den Feldern sind sehr
fossilarm. Nach eingehender Suche gelangen nur die Funde von Ataxio-
ceras subinvolutum (SIEMIKADZKI) und Ataxioceras cf. desmoides WIXGELE.
Sie stammen ebenfalls aus dem mittleren Weißen Jura. Somit muß ent-
gegen früheren Ansichten das Weißjuravorkommen der ,,Auhausener
Scholle“ in den Weißen Jura y eingestuft werden.
Die Unterlage der ,,Auhausener Scholle“ bilden Feuerletten und
Schwarzer Jura. Am Bahnhof Auhausen stehen rötlichviolette Tone an,
die im oberen Teil grünlichgrau verfärbt sind und von glimmerführenden
Angulatensandsteinen überlagert werden. Diese Schichten begleiten in
einem schmalen Streifen den SW-Teil der ,,Auhausener Scholle“. östlich
des Bahnhofs sind die Schichten des unteren Schwarzen Jura stark gestört
und in ihrer Mächtigkeit reduziert. In den Sinemurkalksandstein ist hier
eine kleine Scholle von unterem Amaltheenton eingebrochen. An der
Grenze zwischen Amaltheenthon und allochthonem Weißjuravorkommen
konnten auch noch Fetzen von Posidonienschiefer gefunden werden. Das
Weißjuravorkommen reicht im NW bis zur Bahnlinie Nördlingen-Plein-
feld. Hier grenzt es 300 m nördlich des Bahnhofs Auhausen an eine auf-
geschlossene Scholle von Bunten Trümmermassen, in der Bunte Letten des
Keuper, Angulatensandstein, Amaltheenton und dunkle, blättrige Posido-
nienschiefer durchmengt mit Weißjuragries und roten Alblehmen auftre-
ten. Nördlich der Bunten Trümmermassen schneidet der Hang Weißjura
und tertiäre Lehme an. Wenige Meter südlich der Bahnüberführung zeigt
ein Drainagegraben blaugraue Lehme des Schwarzen Jura 6, in die einzelne
dunkelgraue Fetzen von Posidonienschiefer eingelagert sind. Die nördliche

53
Umrandung der allochthonen ,,Auhausener Scholle“ wird von Oberem
Burgsandstein, Feuerletten und unterem und mittlerem Schwarzen Jura
gebildet. Am Ostrand findet sich noch ein kleines Vorkommen von Bunter
Breccie in ihrer typischen Ausbildung. Südlich der ,,Auhausener Scholle“
sind die unterlagernden Schichten des Keuper und Schwarzen Jura in
kleinste Schollen zerbrochen. Dabei finden sich am Kontakt zu den Weiß-
juramassen neben Amaltheenton stets grauviolette, fossilreiche Lesesteine
des Schwarzen Jura E.
Unbekannt waren bisher 2 kleine Vorkommen des oberen Braunen Jura
auf Weißjura im Süden und Osten des Aufschlusses am Lagerkeller. Die
allochthonen Vorkommen setzen sich aus Gesteinen aller Zonen des oberen
Braunen Jura zusammen. Dabei überwiegen graublaue, spätige Kalkknol-
len des Braunen Jura y. Ammonitenfunde sind selten; am häufigsten treten
Belemniten, Lamellibranchiaten und Brachiopoden auf.
Die Befunde der ,,Auhausener Scholle“ lassen darauf schließen, daß
zur Zeit der Entstehung des Nördlinger Rieses die Schichten des Jura im
nordöstlichen Vorland vermutlich schon bis zum oberen Schwarzen Jura
erodiert waren. Beim Aufprall der Weißjuramassen gab der plastische
Amaltheenton nach und wurde stellenweise zusammen mit Resten von
Posidonienschiefer ausgequetscht. Der unmittelbare Untergrund der
allochthonen ,,Auhausener Scholle“ wird demnach nicht - wie bisher an-
genommen - aus Sinemurkalksandstein, sondern aus Posidonienschiefer
gebildet.

3.3.3. Parautochthoner Schollengürtel


In ursächlichem Zusammenhang mit dem Einschlag des extraterrestri-
schen Körpers im Ries und der dadurch ausgelösten Zerrüttung des
Autochthons der Umgebung sowie der Uberdeckung des Vorlandes mit
Gesteinsmassen aus dem Krater, stehen die mehr oder weniger verstellten,
deformierten und geschleppten Schollen im Gebiet um Dornstadt
-Auhausen. Sie werden im Gegensatz zu den ortsfremden Schollen als
parautochthone Schollen zusammengefaßt.

Der Schollengürtel um Dornstadt


Nördlich Dornstadt und vor allem südlich der Ortschaft (alte Sand-
grube) beißen grobkörnige, teilweise kaolinisierte Sandsteine des Burg-
sandsteins aus, die aufgrund des stratigraphischen Vergleichs mit den Vor-
kommen rings um den Oettinger Forst in die obere Abteilung zu stellen
sind, also nur eine geringfügige Verschiebung erfahren haben dürften,
Nördlich des Burgsandsteinstreifens stößt mit scharfer Grenze eine
Lias-d-Platte (750x750 m) mit der aufgesetzten Steinhuck-Scholle an, die
stark nach S gekippt ist (GEISTLAUER 1940). Der Verstellungsbetrag unmit-

54
telbar an der Störung dürfte etwa 30 m betragen. Nach NW, N und NE er-
scheinen nach und nach alle liegenden Horizonte des Lias und des höheren
Keupers, mit z.T. reduzierten Mächtigkeiten, mehr oder weniger starker
Zerrüttung und Verkippung (besonders am Hang östlich des Spanisch-
kreuzes).
Westlich von Dornstadt (östlich des Stöckenweihers) treffen wir auf
ähnliche geologische Verhältnisse wie um den Steinhuck. Von N nach S
schließen an den Oberen Burgsandstein Lias-d-Tonmergelsteine an, denen
noch ein kleiner Rest von Lias-E auflagert. Hangabwärts (zum Stöcken-
weiher) folgen Gesteine des Lias y bis a 2 und Tonsteine des Feuerletten.
Auf dem Hang gegenüber steht in gleicher Höhe autochthoner Oberer
Burgsandstein an.
Südlich Dornstadt, der Mehlberg-Scholle vorgelagert, kommen Tone
des Feuerletten und Tonsteine des Lias 8 und F zum Vorschein, die - so-
weit erkennbar - eine starke Kippung nach SW aufweisen. Starke Zer-
rüttung und Quetschung weisen auch die Feuerlettentonsteine an der
Straße Dornstadt-Lochenbach auf.

Der Schollengürtel zwischen Auhausen und Westheim


D er ,,B r a u n c n b er g“
Der vordere ,,Braunenberg“ zwischen Auhausen und Westheim wird
von Oberem Burgsandstein aufgebaut. Im W-Teil ist in die Sande des
Keuper ein Graben mit Schichten des Feuerletten und des unteren
Schwarzen Jura eingebrochen. Die begrenzenden Störungen verlaufen in
W-E-Richtung nördlich der Straße Auhausen-Westheim und am Gipfel
des ,,Braunenberg”. Am Westrand des Waldes grenzt der Graben an den
Komplex der ,,Auhausener Scholle“. Der breite Ausstrich des Angulaten-
Sandstein weist auf ein südliches Einfallen der Schichten in der Richtung
des Hanges hin. Der Feuerletten ist nur geringmächtig, da er teilweise an
der Verwerfung tektonisch unterdrückt ist.
Im hinteren ,,Braunenberg” grenzt der Obere Burgsandstein tekto-
nisch an Feuerletten. Angulatensandstein läßt sich an den Waldhängen
nur durch Lesesteine nachweisen. Die kleinen Steinbrüche im Sinemur-
kalksandstein sind fast vollkommen verwachsen. In Verbindung mit dem
,,Straußenholz“ bildet der hintere ,,Braunenberg“ eine flache W-E strei-
chende Mulde, deren Kern durch diluviale Lehme und Sande überdeckt
wird. In dem tektonisch stark gestörten Gebiet muß allerdings auch eine
Verwerfung in Betracht gezogen werden, die unter der Oberdeckung ver-
läuft und durch die Schichtverstellung eine Mulde vortäuscht.
Im östlichen Teil des hinteren ,,Braunenberg“ fallen die Schichten
flach in der Richtung des Hanges nach N ein. Das bewirkt einen sehr brei-
ten Schichtausbiß des Angulatensandstein. Der Feuerletten ist dagegen an
einer W-E streichenden Verwerfung teilweise ausgefallen.

55
Nördlich der W-E streichenden Störung, die den Oberen Burgsandstein
im hinteren ,,Braunenberg“ nach N begrenzt, fallen die Schichten des Keu-
per und Schwarzen Jura in einer schmalen Schollenzone am östlichen
Waldrand und in den Feldern am ,,Steinhuck“ steil nach E ein. In dem
kleinen Tälchen vom ,,Kappelweiher“ zum Bruckbach verläuft eine Stö-
rung, an der Oberer Burgsandstein auf den Feuerletten des östlichen Vor-
landes aufgeschoben ist.

Die Höhen nördlich von Westheim


Im westlichen ,,Kirnberg“ und im ,,Luderholz” sind die Schichten des
Keuper und Schwarzen Jura flach eingemuldet. Der Muldenkern wird von
Amaltheenton gebildet. Die Mulde, deren Achse in NW-SE-Richtung
streicht, ist unsymmetrisch gebaut. Ihr NE-Flügel fällt 30’ nach SW, der
SW-Flügel 15” nach NE ein. Im SE wird die Mulde durch eine Störung ab-
geschnitten und grenzt an eine gehobene Scholle von Feuerletten. Auch
der SW-Flügel ist durch Störungen zerrissen und von oberem Keuper be-
grenzt. An den nach Osten zur Wörnitz abfallenden Hängen sind die
Schichten vom mittleren Schwarzen Jura bis zum Oberen Burgsandstein
angeschnitten.
Der östliche ,,Kirnberg“ [Link] eine sattelförmige Aufwölbung des un-
teren Schwarzen Jura. Die grobgebankten Sinemurkalksandsteine konn-
ten am südwestlichen Waldrand mit 165”/16O W bzw. 170°/180 W ein-
gemessen werden. Am Weg nach Geilsheim fallen die Schichten dagegen
bei einem Streichen von 170” mit 6” nach E ein und tauchen unter den
Amaltheenton des ,,Lachwald“ unter. Im Wald zwischen den beiden Auf-
schlüssen sind die Arietenschichten erodiert und der liegende Angulaten-
Sandstein tritt zutage.
Das ,,Straußenholz“ ist mit seiner Schichtfolge vom Feuerletten bis zum
Sinemurkalksandstein als Horst aus der flachwelligen Schwarzjuraland-
schaft nördlich Westheim herausgehoben. Während ein Teil des Feuerletten
an den begrenzenden Störungen ausgefallen ist, sind der Angulatensand-
Stein und der untere Teil der Sinemurschichten in voller Mächtigkeit ent-
wickelt. Die Verwerfung, die diese Scholle im E gegen das Vorland abgrenzt,
verläuft vom ,,Kirnberg“ zunächst in südlicher Richtung und biegt dann
nach SE um. Sie setzt sich vermutlich unter der alluvialen Oberdeckung
am ,,Kappelweiher“ bis zum ,,Streitberg“ fort, wo Feuerletten an unteren
Amaltheenton grenzt. Die Sprunghöhe der Verwerfung beträgt ca, 15 bis
20 m. Am ,,Streitberg“ selbst bildet der Feuerletten den morphologischen
Gipfel. Die Schichten des oberen Keuper und des unteren bis mittleren
Schwarzen Jura fallen nach SW ein. Durch die NE-SW streichende Stö-
rung am südlichen ,,Streitberg“ wird das Vorries gegen das Vorland ab-
gegrenzt Hier sind die Schichten des Angulatensandstein aufgeschleppt
und verbogen. Dadurch haben sie im Gelände einen sehr breiten Ausbiß

56
erhalten. östlich der Verwerfung fallen die Schichten des Vorlandes flach
nach SE ein.

Das Gebiet südlich Westheim


Die südlich des zur Wörnitz entwässernden Bruckbaches ansteigenden
Höhen zeigen bei Westheim die ungestörte Schichtenfolge des Vorlandes
von Feuerletten bis Posidonienschiefer. Nach W wird sie durch eine Stö-
rung, die östlich der Westheimer Kirche in SE-Richtung verläuft, abge-
schnitten und grenzt an aufgeschleppten Oberen Burgsandstein. Die
Schichten des Oberen Burgsandstein wurden südlich Westheim (Blatt
Oettingen) mit 150°/300 W eingemessen.

Die Wörnitztalbucht und ihre Aufwölbungen


Das geologische Bild nördlich und westlich von Auhausen und südlich
der Linie Auhausen-Westheim wird durch die Wörnitz und deren Zu-
flüsse geprägt. Nur an einigen Stellen heben sich an flachen Hügeln die
Schichten des Untergrundes aus der diluvialen Uberdeckung heraus.
Südlich Auhausen und an der alten Straße nach Westheim zeigen iso-
lierte Vorkommen von Oberem Burgsandstein den Untergrund an, der
wahrscheinlich überwiegend aus Schichten des Keuper besteht. Auch in
Bacheinschnitten sind unter der Uberdeckung häufig rote und weiße Sande
des Oberen Burgsandstein aufgeschlossen.
Eine eigenartige Struktur ist die kuppelförmige Aufwölbung an der
alten Straße von Auhausen nach Westheim, ca. 1 km WSW Westheim. Der
Hügel nördlich der Straße wird überwiegend von Feuerletten gebildet. An
seiner westlichen Flanke stehen Schichten des unteren und mittleren
Schwarzen Jura an. Sie fallen steil nach W ein, scheinen aber im Tal, wo
Amaltheenton und Posidonienschiefer anzutreffen sind, zu verflachen. An
einer NW-SE streichenden Verwerfung ist der Schwarze Jura des vorde-
ren Hügels hier gegen Feuerletten versetzt. Südlich der Straße (Blatt
Oettingen) wiederholt sich im östlichen Teil des Hügels nach einer W-E
verlaufenden Störung die steilstehende Schichtfolge von Feuerletten bis
Amaltheenton. Im westlichen Teil wölben sich ebenfalls Keuper- und
Schwarzjuraschichten mit halbkreisförmigem Schichtausbiß auf. Südlich
einer W-E streichenden Aufschiebung wiederholt sich in einer herausge-
hobenen Scholle erneut die nach S einfallende Schichtfolge.
Die Lesesteinkartierung läßt keine befriedigende Klärung der tektoni-
sehen Verhältnisse dieser Struktur zu. Es dürfte sich aber vermutlich
lediglich um eine starke tektonische Beanspruchung des autochthonen
Schichtverbandes als Folge der Entstehung des Rieskessels handeln. Die
ausgebildeten Schichten entsprechen durchaus den in diesem topographi-
schen Niveau zu erwartenden geologischen Schichtstufen, wenn man an-
nimmt, daß nach einer erfolgten Aufwölbung ein Teil der Schichten des
Schwarzen Jura wieder eingesunken ist.

57
3.4. Quartär
3.4.1. Pleistozän (Diluvium)
Während des Pleistozäns gehörte unser Gebiet - auch das des Rieses -
dem periglazialen Bereich an, lag also außerhalb der Vereisungszone. In
diesen Zeitabschnitt fällt die Herausformung unseres heutigen Land-
schaftsbildes, dessen Oberflächengestalt im wesentlichen durch die an der
Wende Tertiär/Quartär erfolgten Klimaverschlechterung und der dadurch
ausgelösten, verstärkt wirkenden Erosion und Akkumulation vorgeprägt
wurde. Zeugen jener Zeit sind die verschiedenartigsten Ablagerungen, wie
fluviatil transportierte Sande und Schotter, windverfrachtete Gesteine,
Lehm wechselnder Zusammensetzung und solifluktiv entstandene Schutt-
decken.

[Link]. Periglazialer Wanderschutt


Diese etwa 2 m (soweit erschlossen) mächtigen Schuttdecken sind im
Gegensatz zu dem fluviatil bewegten und sedimentierten Gesteinsmaterial
völlig ungeregelt und unsortiert. In der mehr oder weniger sandig-lehmi-
gen Grundmasse treten alle möglichen Bruchstücke der benachbarten
Keuper- und Jurahorizonte auf, mit wechselnd starker Kantenrundung.
In allen beobachtbaren Vorkommen sind auch Quarzgerölle beigemischt,
die älteren Terrassen entstammen dürften, die während der solifluktiven
Phase mit umgelagert wurden.
Die Verbreitung dieser Schuttdecken ist wesentlich größer als auf der
Karte dargestellt, da sie an vielen Stellen auch unter der Lößlehmdecke
nachgewiesen werden konnte. In Bereichen mit einem dünneren Lößlehm-
schleier pausen die Gesteinsbrocken durch und erwecken oft den Eindruck
eines Grobschutt-haltigen Lößlehms. Im Bereich der heutigen Täler ist der
Schutt völlig weggeräumt; die Eintiefung der Täler geschah also erst nach
Ablagerung des Wanderschutts.
Um Fernheim konnten in Höhenlagen zwischen 450 m ü. NN und 470 m
ü. NN kleinere, eng umgrenzte Schuttdecken auskartiert werden, die aus
einer sandig-lehmigen Grundmasse bestehen und mehr oder weniger ge-
rundete Grobschuttbrocken aus Lias u 2 und 3, Doggersandstein-Limonit-
Schwarten und stark angewitterte Scherben aus Malmkalken führen. Die
beigemischten, bis ‘7 cm langen Quarzschotter, zeugen von einer älteren
Terrasse, die solifluktiv aufgearbeitet und umgelagert worden ist.

[Link]. Lö& Lößlehm, Lehm


Weite Flächen des Kartenblattes sind mit pleistozänen Lehmen über-
deckt und verhüllen teilweise den darunter liegenden Keuper und Lias,
Bevorzugte Lagen sind die Nordost/Ost- und Südost-Hänge, in geringem
Maße auch West-Hänge, so nördlich und südlich Auhausen Soweit eine

58
feldgeologische Trennung von Lößlehm und Lehm möglich war, wurde sie
vorgenommen, dennoch ist die Grenze meist fließend und die Abgrenzung
subjektiv.
Morphologisch wirkt die Lehmdecke formausgleichend; darunter lie-
gende, durch den Gesteinswechsel verursachte Geländekanten wurden
verdeckt und in flache Hänge umgewandelt.
In den Gebieten mit überwiegender Lößlehmverbreitung bestehen die
Deckschichten aus größtenteils gelbbraunen bis lichtbraunen, meist schluf-
figen, selten feinstsandigen Lehmen, die im trockenen Zustand brök-
kelig zerfallen. Während der Aufnahme boten vor allem die derzeit in Ab-
bau befindliche Ziegeleigrube in Wassertrüdingen und die aufgelassenen
Gruben am Bahnhof Cronheim einen guten Einblick. Am Fallhaus nörd-
lich Wassertrüdingen war während des Straßenneubaus im Jahre 1965 ein
Profil erschlossen, das unter einer 110 cm starken Lößlehmdecke 30 cm
reinen Löß und eine 45 cm dicke Grobschuttdecke über anstehendem Lias 8
zeigte. An der Klarmühle überzieht der Lößlehm einen Terrassenrest, der
in einer kleinen Grube an der Westseite des Klarweihers ansteht.

[Link]. Flugsand
Kleinere Flugsandreste wurden auf den aus Lias rr 3-y bestehenden
Hochflächen des Oettinger Forstes, im Bereich des Kessel- und des Hir-
schenbucks, sowie bei Röckingen aufgefunden.

[Link]. Terrassenrest südöstlich Aufkirchen


In einer Höhe von knapp 45 m über der Talsohle der Wörnitz liegen
- etwa 1700 m südöstlich von Aufkirchen (Abb. 19) - im Bereich einer
alten Viereckschanze rund 6 m mächtige Terrassensande über Lias y-8
offen, die nach dem Geröllinhalt zwei Schüttungskomponenten beinhalten.
Nach BRUNNACKER (1952) sind ,,die unteren 3 m in einer kleinen Sandgrube
am Nordwesteck der Schanze erschlossen. Hier ist grober, ockerbraun und
dunkelbraun gestreifter Sand mit Feldspäten kennzeichnend. Die Gerölle
werden meist bis taubeneigroß, häufig bleiben sie aber erheblich kleiner.
Schlecht gerundete Quarzgerölle überwiegen, daneben kommen einzelne
Hornsteinsplitter und kleine Doggersandstein-Limonit-Schwarten vor. In
den oberen 3 m, die in einem Feldweg erschlossen sind, treten die Quarz-
gerölle weitgehend zugunsten von kantengerundeten Limonitschwarten
und gut abgerollten Sandsteingeröllen des Doggersandsteins zurück. Diese
sind in ockerbraunen, etwas lehmigen, feinkörnigen Sand eingelagert.
Außerdem wurden hier einzelne, sehr kleine, stark verwitterte Kalkscher-
ben (Malm?) und, ebenfalls sehr selten, kleine, bohnerzartige Kügelchen
gefunden. Während der untere Komplex auf ein bevorzugtes Herkunfts-
gebiet im Sandsteinkeuper weist, entstammt der obere Teil im wesentlichen
den Abtragungsprodukten des Doggersandsteins (ein limonitisiertes Bruch-
stück von Ludwigia sp. deutet ebenfalls darauf hin).

59
Abb. 19. Sandgrube südöstlich von Aufkirchen. Aufnahme: F. PIKAL 1974.

PIKAL (1974, S. 132) hat den in den Sandgruben erschlossenen Teil


der Terrasse durch eine Handbohrung bis ins Anstehende ergänzt, so
daß nun ein Gesamtprofil vorgelegt werden kann. Danach sind die oberen
zwei Komplexe insgesamt 7,20 m mächtig und werden noch von einer drit-
ten, 1 m starken Gesteinslage unterlagert, die sich im wesentlichen aus
gelbbraunem, feinsandigem Schluff zusammensetzt. Die Basislage - über
Amaltheenton und Unterem Lias - bildet eine Tonschicht mit mm-star-
ken Grobsandlagen.
Dieses auf Blatt Wassertrüdingen isolierte Vorkommen von höher ge-
legenen Terrassensanden ist nach GALI. (Kap. 2, d. Arbeit) altersmäßig ins
jüngere Altpleistozän (Günzeiszeit) zu stellen.

[Link]. Hang- und Terrassensande ungegliedert, Geröllschleier


Um den Bahnhof in Wassertrüdingen und vor allem im Bereich des
Werksgeländes der Schwarzkopf-Werke liegen wechselnd mächtige Ter-
rassensande, die im bebauten Gebiet nur schwer von der hangaufwärts an-
schließenden Lößlehmdecke abzugrenzen sind. In einem Bauaushub ge-
genüber der Bahnbrücke waren etwa 50 cm Hangsande über 1,5 m mächti-
gem Lößlehm erschlossen.
Südwestlich von Geilsheim sind in einer rund 3 m hohen Sandgrube
lockere, fein- bis mittelkörnige, z. T. kreuzgeschichtete, rötlichbraune

60
Sande erschlossen, denen bis zu 6 cm große Quarzgerölle beigemischt
sind. Sie werden von KAMPANELLOS (1969) als fluviatile Umlagerungspro-
dukte aus dem Keuper gedeutet.
Niveaumäßig tiefer gelegen, verbreitern sich zwischen Schobdach und
dem Bühlhof rötliche und weiße, lockere Sande mit Geröllen bis 6 mm
Durchmesser und stark tonigen Zwischenschichten. - Geröllschleier be-
gleiten den Lentersheimer Mühlbach vom Klarhof bis etwa Altentrüdin-
gen und finden sich auch nördlich des Grundbaches.

3.4.2. Holozän (Alluvium)


[Link]. Abschlämmassen, Hangschutt
Der Hangschutt tritt innerhalb des Blattes vor allem an den Steilhän-
gen um den Hesselberg, aber auch an den aus Feuerlettentonsteinen auf-
gebauten Talhängen entlang der Wörnitz und ihrer Nebenbäche auf.
Besonders prädestiniert für die Ablösung größerer Gesteinsblöcke sind die
wasserstauenden Schichtgrenzen zwischen Opalinuston und Doggersand-
Stein sowie zwischen Ornatenton und Oxfordschichten im Bereich des
Hesselberges. Mit wachsender Entfernung zum Steilhang nimmt die Größe
der Gesteinsbrocken kontinuierlich ab, ihre Kantenrundung jedoch zu, so
daß die Schuttlage ein Fließerde-ähnliches Aussehen erhält, was eine ge-
ländemäßige Abgrenzung gegen den älteren Solifluktionsschutt unmöglich
macht. PIKAL (1974) hat in einer in Talniveau befindlichen Baugrube in
Gerolfingen (rund 1,5 km von der Malmhochfläche entfernt) eine 130 m
mächtige Schuttdecke aufmessen können, die nach Meinung des Verfas-
sers eine ältere, von jüngerem Schutt nicht abtrennbare Fließerdedecke
mit umfaßt.
Besonders augenfällig sind zwei große Malmkalk-Schollen auf der Süd-
seite dcs Hesselberges, deren stratigraphische Positionen bis in den Opali-
nuston reichen (am Berghaus). PIKAL (1974) hat die durch einen größeren
Steinbruch erschlossene Scholle (vgl. Abb. 15) unterhalb der Osterwiese
(auf Doggersandstein) untersucht und mehrere Schuttgenerationen fest-
gestellt. Er glaubt, daß die Loslösung vom Bergkomplex möglicherweise
bereits im Pleistozän geschehen sein könnte.

[Link]. Anmooriger Boden


Kleinere zusammenhängende Flächen anmooriger Böden wurden im
Moosgraben und im Espanwald angetroffen. Soweit sie mit feldgeologi-
schen Mitteln abgegrenzt werden konnten, ist dies auf der Karte ge-
schehen.
PIKAL (1974) hat aus einer Baugrundbohrung in Wassertrüdingen (Boh-
rung 13; R =: 96 975, H = 35 170) unter einer 2,40 m mächtigen, sandigen
Lehmdecke eine ungestörte Torfprobe (Teufe 2,60 m unter Ansatzpunkt)

61
entnommen und für eine ‘%-Analyse zur Verfügung gestellt. Nach der
freundlichen schriftlichen Mitteilung von Herrn Professor Dr. M. A. GEYH
vom 4.12.1974 (Labor Nr. 6206, Niedersächsisches Landesamt für Boden-
forschung Hannover) ist das Material - älter als anfänglich angenom-
men - ins obere Pleistozän zu stellen, vermutlich äher als 30 000 Jahre).

[Link]. Kalktuff
Aus dem Untersuchungsgebiet sind mehrere Kalktuffvorkommen bzw.
Sinterkalke beschrieben worden: Nämlich unterhalb des Moritzkreuzes
und am Schirmhuck (GERSTLAUER 1940), nördlich Gerolfingen (oberhalb des
Wasserbehälters) und nördlich des Schlößleinsbucks (PIKAL 1974) sowie
südöstlich Lentersheim (v. GÜMBEL 1891, KRANZ 1923, AHRENS & BENTZ 1928
u. TORKZADEH 1966, 1972) und an der Straße Altentrüdingen-obermögers-
heim (TORKZADEH 1966,1972).
Ihre Entstehung verdanken sie kalkreichen Quellwässern, die aus ver-
schiedenen Horizonten des Jura entspringen. Während ein Teil der Quel-
len stark von den jahreszeitlichen Niederschlägen beeinflußt wird, also
nur periodisch fließen, wurden andere in der Zwischenzeit drainiert, so
daß ihr ursprünglicher Austritt unkenntlich geworden ist.
TORKZADEH (1972) hat die Vorkommen unterhalb des Hohen Bucks bei
Lentersheim (bis 1976 schwach artesisch austretende Quellen am Fuße der
allochthonen Scholle) und an der Straße Altentrüdingen-Obermögers-
heim (auf Posidonienschiefer) näher untersucht. Aufgrund ihres Fossil-
inhaltes - ,,artenreiche Gastropodenfaunen, deren Arten bis auf zwei
noch heute im Gebiet vorkommen“ - haben die Kalktuffe holozänes Alter
(Flora und Fauna siehe TORKZADEH 1972, S. 152).

[Link]. Talfüllung
Ober die Mächtigkeit und den Materialinhalt der jungen Talfüllungen
geben eine Reihe von Bohrungen Auskunft, die zur Erkundung des Unter-
grundes für drei Brückenbauten und ein Rückhaltebecken niedergebracht
wurden.
Wörnitzbrücke in Wittelshofen: Maximale Mächtigkeit der Talfüllung
7,80 m, Basis Lias 8 (Amaltheenton). Unter einer künstlichen Aufschüt-
tung und schluffig-feinsandigem Mittelsand bis 2,40 m, folgt eine 5,40m
mächtige Füllung aus Mittel- und Grobsand, die nach unten in grobsandi-
gen Kies übergeht (PIKAL 1974).
Wörnitzbrücke an der Schmalzmühle: Maximale Mächtigkeit der Tal-
füllung 8,20 m, Basis Oberer Burgsandstein (vgl. Profilliste). Die fluviatile
Aufschüttung setzt sich aus einer 1,40 m bis 2,60 m starken, graubraunen,
sandigen Schlufflage (oben) und einer 5,60 m bis 6,80 m mächtigen, gelb-
braunen bis braunen, kiesigen Sand- bis z. T. steinigen Grobsandlage (un-
ten) zusammen (PIKAL 1974).

62
Brücke über den Bruckbach in Westheim: Maximale Mächtigkeit der
Talfüllung 5,70 m, Basis Feuerletten. Die mehr oder weniger sandigen
Schlufflagen mit z. T. organischen Beimengungen beinhalten an der Basis
zunehmend steinig-kiesige Lagen.
Dammbereich ,,Lentersheimer Müh1 hach” : Maximale Mächtigkeit der
Talfüllung 7,90 m, Basis Feuerlettenobergrenze bis Lias u 2. Das Anste-
hende wird von einer rund 1 m mächtigen Solifluktionsschicht überdeckt,
über der kiesige, sandige und tonige Talsedimente folgen.

4. Lagerungsverhältnisse(Tektonik)
Die tektonischen Verhältnisse im Bcmreich des Blattes Wassertrüdingen
sind in der Lagerungskarte (Abb. 201 dargestellt. Als Bezugshorizont
wurde in Abweichung von den benachbarten Blättern die Formations-
grenze Keuper/Lias (hier: FeuerletttmiLias CI2) gewählt, weil diese
Schichtgrenze die größte Zahl direkt aus der Karte übertragbarer Fix-
punkte liefert. Für den Hesselberg und seinen unmittelbaren Sockel mußte
eine Umrechnung auf diesen Bezugshorizont vorgenommen werden, wobei
kleinere Fehler auftreten können, die in den starken Mächtigkeitsschwan-
kungen einzelner, untertage durchziehender Schichten begründet sind. Als
besonders gravierend sind hier die Horizonte des Angulatensandsteins
(Lias CI 2) mit Differenzen von 2-10 m, #jes Sinemurkalksandsteins (2,20 bis
6,90 m) und des Posidonienschiefers (Lias E) zu nennen, letzterer mit
Schwankungen zwischen rund 4 m und gut 15 m auf einer Entfernung von
rund 3,5 km.
Gegenüber den Lagerungskarten, d: e auf die Schichtgrenze Lehrberg-
schichten/Blasensandstein bezogen sind (z. B. Blatt Ornbau), müssen
außerdem noch die wechselnden Mächtigkeiten des Feuerlettenhorizontes
in Ansatz gebracht werden, bevor ein direkter Vergleich sinnvoll ist.
Das Generalstreichen, das etwa West-Ost verläuft, wird durch eine
Reihe von Verbiegungselementen unterbrochen, bzw. auf kürzere Entfer-
nungen abgelenkt. Die höchste Aufwijlbung wird im Eitersberg-schob-
dacher-Sattel mit 510 m ü. NN erreichl;, die tiefste Eindellung liegt in der
Kernzone der Hesselberg-Mulde bei Aufkirchen/Gerolfingen bei etwa
400 m ü. NN. Die tektonische Höhendifferenz beträgt somit 110 m.

4.1. Verbiegungen
Das in Abb. 20 dargestellte Gebiet zerfällt in das flachgewellte, bruch-
tektonisch kaum beanspruchte Vorland und in den an Schichtverstellun-
gen und stärkeren Verbiegungen reichen parautochthonen Schollengürtel
des Vorrieses zwischen Dornstadt und Westheim.

63
Abb. 20. Lagerungskarte zum Blatt Wassertrüdingen, bezogen auf die Basis Lias
Alpha 2 (Angulatensandstein).

Das hervorstechendste Verbiegungselement stellt die Hesselberg-Mulde


(CARLE 1955) dar, deren Westbegrenzung durch das schüsselförmige Auf-
biegen der Keuper/Lias-Kante zwischen Karlsholz - Villersbronn -
Veitsweiler - Himmerstall (Blatt Weiltingen) schon morphologisch vor-
gezeichnet ist, Ihre tiefste Eindellung zwischen Wittelshofen und Gerol-
fingen/Aufkirchen ist durch eine Reihe von Bohrungen belegt (HAUN-
SCHILD 1965 b, 1968 a, 1977 und PIKAL 1974). Der nordöstliche Weiterver-
lauf der Mulde ist durch eine langgezogene keulenförmige Ausstülpung
bis südwestlich Lentersheim zu verfolgen, wo die Streichlinien umbiegen.
Der Hesselberg selbst liegt exzentrisch zur Mulde, auf ihrem nordöstlichen

64
Saum, im Bereich einer flachen Verebnungszone. Die Neigung der Flanken
ist nicht symmetrisch, der südliche Rahmen ist steiler aufgebogen als der
nördliche, der die gleiche Position (510 m ü. NN) erst außerhalb des Unter-
suchungsgebietes, etwa zwischen Beyerberg und Röttenbach (HAUNSCHILD
1967 b) erreicht. Das südliche Ende der Hesselberg-Mulde wird durch die
langgezogene, flache Wölbung des Eitersberg-Schobdacher-Sattels ange-
zeigt, dessen Zentrum nordöstlich von Eitersberg durch das Umlaufen der
Streichlinien kenntlich ist. Mit flach nach Nordost fallender Achse ist sein
Einfluß bis in Höhe des Judengraben spürbar, wo sich seine Konturen all-
mählich verlieren.
In Höhe der Gugelmühle spaltet sich von der Eitersberg-schobdacher-
Beule eine schmale Aufsattelung nach Nordnordost ab, die über Opfenried
hinaus bis zum Hohen Buck wirksam bleibt (Opfenrieder Sattel). Die
flache Schichtwölbung reicht aus, die östlichen Ausläufer der Hesselberg-
Mulde nach Nordnordosten abzudrängen und sie von der Altentrüdinger
Mulde zu trennen.
Die Altentrüdinger Mulde, eine sehr seichte Eindellung ohne ausge-
prägte Achsenrichtung und einer beinahe dreieckigen Grundform, hat ihr
Zentrum etwa 1 km östlich Altentrüdingen. Das zum Muldenkern hin ge-
richtete Fallen der Schichten ist besonders schön an den Talrändern des
Lentersheimer Mühlbaches zu sehen, wo die im Gelände gut verfolgbare
KeuperiLias-Grenze von Lentersheim ab nach Südosten bis unter das
Talniveau absinkt, um südlich von Altentrüdingen - etwa ab der
Stockaumühle - wieder aufzutauchen.
Etwa zwischen dem Stöckenweiher (südwestlich Dornstadt) über das
Spanischkreuz zum Bühlhof (nördlich Auhausen) und von da ab über das
Fuchsloch bis Westheim findet das flachwellig verbogene Schichtgebäude
des Vorlandes sein abruptes Ende am Schollengürtel des Vorrieses, das
durch intensive Verstellungen und Verbiegungen sowie durch größere
allochthone Schollen gekennzeichnet ist (siehe Kapitel 3.3.3).

4.2. Verwerfungen
Am östlichen Ortsrand von Dambach macht sich ein kleiner Ostnord-
ost-verlaufender Bruch durch das Aneinanderstoßen von Gesteinen des
Lias u 3-y und blaugrauen Ton-Mergelsteinen des Lias 0 deutlich bemerk-
bar (PIKAL 1974). Die Sprunghöhe der rasch nach Südwesten ausklingenden
Störung beträgt unmittelbar an der Straße nach Lentersheim etwa 8 m. In-
folge der Lößlehmüberdeckung im Hartholz ist eine direkte Beobachtung
nicht möglich, es ist aber zu vermuten, daß der westlich Dennenlohe aus
der E-Richtung nach NE abknickende Bruch, der Oberen Burgsandstein
gegen Feuerletten verwirft, mit der Störung bei Dambach in Zusammen-
hang steht. Wenig westlich von Dambach verliert sich die Störung im Obe-

65
ren Burgsandstein. - Auf dem Waldsberg (nordöstlich Dennenlohe) tref-
fen zwei kleine Verwerfungen aufeinander, die aus dem Blatt Ornbau
übertreten und eine kleine Lias u S-y-Scholle keilförmig begrenzen.

4. 3. Kleintektonik
Außer den von WAGNER (1964) angegebenen Meßdaten (dargestellt in
Kluft- und Stylolithenrosen) liegen keine kleintektonischen Unter-
suchungsergebnisse vor. Nach WAGNER (1964, S. 543) müssen die Horizontal-
stylolithen auf dem Hesselberg zu einem Zeitpunkt entstanden sein, ,,als
dieser noch mit dem Albkörper in Verbindung gestanden hat (präobermio-
zän)“.

4.4. Alter der tektonischen Erscheinungen


Uber den zeitlichen Ablauf der tektonischen Geschehnisse kann unter
Einbeziehung des weiteren Rahmens gesagt werden, daß die Verbiegungen
älter sind als die Brüche und diese wieder jünger als die Gesteinsschich-
ten, die sie verstellt haben,
Durch den Einschlag des extraterrestrischen Körpers im höheren Tor-
tonium im Ries wurde auch unser Gebiet in Mitleidenschaft gezogen. Im
Zusammenhang mit dem Auswurf von Gesteinsmassen aus dem Rieskessel
ging eine Zertrümmerung und Verstellung des autochthonen Untergrun-
des einher.

66
5. GeophysikalischeUntersuchungen
5.1. Spezielle geophysikalische Messungen
(KURT BERGER)*)

5.1 .l. Die radiologische Vermessung


Im Rahmen der Prospektion auf Uran, die vom Bayerischen Geologi-
schen Landesamt während der Jahre 1956 bis 1962 in den Sedimenten
Nordbayerns durchgeführt worden ist, wurde das Blattgebiet von Wasser-
trüdingen im Herbst 1961 vom Verfasser durch Vbersichtsmessungen
radiologisch vermessen. Diese Untersuchung ist vom seinerzeitigen Bun-
desministerium für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft gefördert
worden und hatte das Ziel:
1) Urananreicherungen in den Sedimenten festzustellen und
2) die Strahlungsverhältnisse in den einzelnen Gesteinen zu erforschen.
Die ubersichtsmessungen sind mit Hilfe eines Szintillometers in Auf-
schlüssen jeglicher Art nach stratigraphischen Gesichtspunkten vorge-
nommen worden. Die Einzelmeßergebnisse der radiologischen Vermessung
und die vorliegende geologische Karte bilden die Unterlage zu dieser Aus-
arbeitung.

[Link]. Meßmethode
Sowohl die Methode der Geländevermessung als auch der radiometri-
schen Labormessungen ist bereits mehrfach ausführlich in den geophysi-
kalischen Beiträgen benachbarter Gebiete beschrieben worden (z. B.
BERGER 1962). Daher ist darüber hier zusammenfassend nur folgendes zu
erläutern:
Die Geländemessungen wurden mit einem amerikanischen Szintillo-
meter vom Typ PR1 111 C, Custom ,,Scintillator” vorgenommen. Dieses
Gerät zeigt die y-Strahlung des anstehenden Gesteins in Milliröntgen pro
Stunde (mr/h) an. Dieser absolute Geländemeßwert ist durch mehrere
Faktoren, so z.B. durch den Masseneffekt, die ungleiche Geometrie, den
Nullwert u. a. gestört. Somit erhält man durch ihn lediglich einen Hinweis
auf den tatsächlichen Gehalt an radioaktiven Substanzen und einen relati-
ven Vergleichswert.
Bei der Labormessung, die man nur an interessant erscheinenden Pro-
ben vornimmt, wird unter Abschirmung aller störenden Faktoren ein
radiometrischer Auszählwert bestimmt. Mit diesem geht man in eine Eich-

+) Anschrift des Verfassers: Dipl.-Geologe Dr. KURT BERGER, Regierungsdirek-


tor, Bayerisches Geologisches Landesamt, Prinzregentenstraße 28, 8000 München 22.

67
kurve und ermittelt den absoluten Gehalt des Uran-Äquivalent. Die radio-
metrische Auszählung erfolgt mittels eines Geiger-Müller-Flüssigkeits-
zählrohres. Mit Hilfe eines Aluminium-Filters wird die y- von der [j-
Strahlung getrennt. Der Meßfehler der radiometrischen Auszählung liegt
bei der im Bayerischen Geologischen Landesamt verwandten Anordnung
um r15 ‘O/O.
In wenig erschlossenen Gebieten sind im Blattgebiet als Ergänzung zur
Aufschlußvermessung noch Fahrprofil-(carborne-)Messungen vorgenom-
men worden. Hierbei wird vom langsam fahrenden Auto (etwa 15 km/h)
aus die y-Strahlung des Bodens gemessen. Nach dem Anbringen eines spe-

u? jckinaen “2-J ,- \

Gerolfingen

Geilsheim

. ,l I BERGER
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.5Ma”stotio”
62 imAutsch,“” ~.[Link]
M.“st<l,lo” mlrprolll l @rodiologischs
Anomoh 0 I Ik”

Abb. 21. Ubersichtskarte zur Lage der radiologischen Meßstationen.

68
zifischen Koeffizienten lassen sich die Meßwerte der Fahrprofile mit
denen der Aufschlußvermessung vergleichen.

[Link]. Die Geländemessungen und ihre Auswertung


Im Blattgebiet von Wassertrüdingen ist in 54 Meßstationen eine Viel-
zahl von radiologischen Einzelmessungen vorgenommen worden, deren
Lage der Abb. 21 zu entnehmen ist. Bis auf einen Bereich im Südosten lie-
gen sie statistisch verteilt und erfassen in unterschiedlicher Zahl die
jeweilig zu Tage anstehenden Gesteine. Besonderes Augenmerk ist dem
Burgsandstein gewidmet worden, da in ihm im gesamten Vorkommen in
Mittelfranken mehrfach uranhaltige Arkosen aufgefunden worden sind
(BERGER 1962), so auch in unmittelbaren Nachbargebieten (BERGER 196’7,
1970). Neben den Aufschlußmessungen sind in unerschlossenen Gebieten
22 Fahrprofil-(carbone-)Messungen durchgeführt worden, die alle strati-
graphischen Einheiten erfassen. Alle hierbei erzielten Meßwerte reichen
weitgehend aus, um die Gesteinsradioaktivität zu beurteilen,
Der 0 b e r e B u r g s a nd s t e i n (kmBo) ist in 12 Örtlichkeiten auf
seine y-Strahlung gemessen worden, wobei Sandsteine und auch Letten
getestet worden sind. In den Sandsteinen sind Anzeigen zwischen 0,013
und 0,019 mr/h registriert worden, die überhöht erscheinen gegenüber den
ansonsten in diesen Gesteinen erzielten, die im Durchschnitt meist zwi-
schen 0,007 und 0,014 mr/h liegen und Gehalten von < 10 g/t bis 25 g/t
U-Äquivalent entsprechen. Wenn auch etwa 0,002 mrh durch Einwirkung
der meist benachbarten, höherstrahlenden Letten in Abzug gebracht wer-
den können, bleiben trotzdem noch über dem Normalspiegel liegende
Werte, die Gehalten bis zu 45 g/t U-Äquivalent entsprechen. Ob diese auf
eine Konzentration von Y-Strahlern in Form von Schwermineralen oder
auf feinverteilte Urananreicherungen in der Matrix zurückgehen, ist nicht
untersucht worden. Der Hauptanteil der Strahlung geht in den Sandsteinen
zu 70-80 O/O auf das KdO zurück. In den Letten weist das Szintillometer
Anzeigen zwischen 0,018 und 0,023 mrih auf, was radiologischen Anoma-
lien gleichkommt. Aus speziellen Untersuchungen geht hervor, daß eine
angereicherte K,,-Strahlung - die ansonsten in den Letten des Burgsand-
steins die erhöhte Strahlung hervorbringt -, im Basisletten des Oberen
Burgsandsteins gegenüber einer harten Strahlung von Resten radioaktiver
Schwermineralen zurücktritt (BERGER 1965). Die durch die Aufschlußver-
messung gemachten Erkenntnisse werden durch die Fahrprofile bestätigt.
Im Blattgebiet sind keine Vorkommen von uranhaltigem Burgsandstein
(Aktivarkosen) aufgefunden worden, was nicht ausschließt, daß solche
zwischen den Maschen des Vermessungsnetzes ausgebildet sein könnten.
Im F eu e rlet ten (kmF) sind in 3 Meßstellen Anzeigen zwischen
0,015-0,019 mr/h zu registrieren gewesen. Damit ist mit Sicherheit nicht
das gesamte Strahlenspektrum dieses Gesteinshorizontes erfaßt worden,
das unter Berücksichtigung der Ergebnisse an benachbarten Vorkommen

69
mit 0,012-0,019 mr/h anzuführen ist. Diese Anzeigen entsprechen Gehal-
ten von 10-45 git U-Äquivalent. Der Hauptanteil bis 8O’Oio geht auf eine
K,,-Strahlung zurück, für die überwiegend der hohe Illitbestand in den
Letten ausreichend erscheint. Die restliche Strahlung kann von Feinst-
arrteilen radioaktiver Schwerminerale abgeleitet werden. In 7 Fahrprofilen
sind äquivalente Intensitäten über Feuerletten gemessen worden.
Der A n g u 1 at e ns and s t e i n (he(2)) des Lias a 2 ist nur in 3 ort-
lichkeiten auf seine y-Strahlung geprüft worden und zeigt dabei 0,012 bis
0,018 mr/h an. Das entspricht Gehalten von 10-45 g/t U-Äquivalent. Die
Strahlung geht hier wieder überwiegend vom K,, aus, das im Glimmer und
in Tonmineralen ausreichend beinhaltet ist. Nach Schwermineralbestim-
mungen von VIOHL (1969) sind im Angulatensandstein des Blattes und der
Umgebung Zirkon und Monazit als y-Strahler ausreichend vorhanden. Ob
an den aufgefundenen Pflanzenresten, die bevorzugt Uran an sich binden
können, solches vorhanden ist, wurde wegen der zu erwartenden geringen
Menge (< 10 git) nicht untersucht.
In den Gesteinen des Lias a 3-y [si-pb (l)] streuen die Feldanzeigen
in 9 Meßstationen breit zwischen 0,008 und 0,023 mr/h. Dabei ist deutlich
zu unterscheiden zwischen der sandigen und der tonig-mergeligen Fazies.
In den Sandsteinen liegen die Anzeigen zwischen 0,008 und 0,010 mr/h,
was mit der Lithologie in Obereinstimmung steht und einer Eigenstrahlung
Null gleichkommt. In den Tonen und Mergeln sind Werte bis 0,023 (MS 31,
33) registriert worden. Als Normalspiegel sind 0,014-0,019 mr/h anzufüh-
ren. Neben der stets vorhandenen K,,-Strahlung ist hier mit einer bemer-
kenswert höheren y-Strahlung zu rechnen. Sie geht von entsprechenden
Schwermineralen und auch geringen Uran-Konzentrationen aus, die ins-
besondere an die Phosphorite gebunden sind, wie der Verfasser (BERGER
1968) solche im Lias 13und y am West- und Ostrand des Jura mehrfach auf-
gefunden hat. SCHNITZER (1965) hat in Phosphoritknollen des Lias 11und y
u.a. aus einer Probe bei Gunzenhausen einen Uran-Gehalt von 200 g/t
festgestellt. Da die nach den Feldmeßwerten zu erwartenden Urangehalte
nicht besonders herausfallen, wurden keine weiteren Untersuchungen im
Rahmen der Prospektion angestellt.
Die in der Nordhälfte des Blattes großflächigen L i a s - d - G e st ei n e
(pb 2) - graue Tonmergel und Tone mit Kalkbänken und Toneisenstein-
geoden - weisen entsprechend ihrer lithologisch gleichförmigen Zusam-
mensetzung auch eng beieinander liegende Strahlungswerte mit 0,015 bis
0,018 mr/h auf. Sie reihen sich damit gut in die des Gesamtvorkommens im
Fränkischen Jura ein. Die Feldmeßwerte entsprechen Gehalten von 20 bis
40 git U-Äquivalent. Als Hauptstrahler mit 70-8O’O/o ist das K,, anzufüh-
ren, das insbesondere im Illit beinhaltet ist. Die Reststrahlung ist y-Strah-
lern, radioaktiven Schwermineralen, zuzuschreiben, die wegen ihres gerin-
gen Gehaltes und als Feinstanteil nicht bestimmt worden sind. In der
MS 37, südöstlich Altentrüdingen, ist mit bis 0,032 mr/h eine radiologische

70
Anomalie in braungrauen Letten festgestellt worden. Es handelt sich hier-
bei um eine örtliche Anreicherung, die einem Gehalt an U-Äquivalent von
etwa 80 g/t entspricht.
Im L i a s E u n d < (tc) (Untere und Obere Toarc-Schichten) sind An-
zeigen von 0,015-0,019 mr/h registriert worden. Diese liegen damit gering
höher als sie dem Normalspiegel entsprächen. Mit großer Wahrscheinlich-
keit geht diese Erhöhung nicht auf größere Uran-Gehalte zurück, sondern
hängt mit einer optimalen K,,-Strahlung zusammen, die sich aus der
Fazies ableiten läßt (vgl. S. 37). Die in die gelegentliche Bitumenführung
gesetzte Höffigkeit auf Uran-Anreicherung hat sich bisher bei der Uber-
sichtsprospektion nicht erfüllt.
Die mächtigen Tone und Mergel des D o g g e r rr (al (1)) (Untere Aalen-
Schichten) weisen Anzeigen von 0,014-0,020 mr/h auf mit gelegentlichen
Anomalien, wie in der MS 34 und 36 mit bis 0,023 mr/h. Sie liegen damit
höher als im westlichen Anschlußgebiet Heidenheim (BERGER 1970), aber
sprengen nicht den Rahmen des Normalspiegels im Gesamtvorkommen
des Fränkischen Jura. Nach Filtermessungen sind etwa 75 O/oder Strahlung
vom K,,, abzuleiten, das in entsprechenden Tonmineralen und im Glimmer
ausreichend vorhanden ist. Die Feldmeßwerte entsprechen absoluten Ge-
halten von 20-50 git U-Äquivalent. Besondere Urankonzentrationen sind
bisher im Opalinuston nicht aufgefunden worden.
Im D o g g er - S a n d s t e i n (al (2)) (Obere Aalen-Schichten) weisen
die vorwiegend sandigen Gesteine Anzeigen von 0,008-0,012 mr/h auf, die
damit unter bzw. gering über dem örtlichen Nullwert liegen und besagen,
daß daraus keine bzw. nur eine minimale Eigenstrahlung abzuleiten ist.
Diese Feststellung deckt sich mit der lithologischen Zusammensetzung. In
den Tonen steigen die Feldmeßwerte bis O,014mr/h, was mit den Ton-
mineralen zusammenhängt. Ebenso ist in den Flözlagen eine ähnliche
Strahlungsanhebung festzustellen. Insgesamt ist im Dogger [i bisher keine
bemerkenswerte Gesteinsradioaktivität zu verzeichnen gewesen, viel
weniger Urankonzentrationen.
Im 0 b e r c n D o g g c r (Dogger y-l) (bj-cl) sind nur wenige Fcld-
messungen vorgenommen worden, die mit 0,014-0,019 mrih nicht das Ge-
samtspektrum überdecken. Für sandige und kalkige Gesteine sind Anzci-
gen um 0,010 mr/h zu erwarten. Wie in allen Sedimenten Nordbayerns ist
in erster Linie die Fazies bestimmend für die Gesteinsradioaktivität mit
Ausnahme von Gesteinen mit eigentlichen Uraneinschaltungen. Die im
Blattgebiet festgestellte höhere Eigenstrahlung im Oberen Dogger geht
vorwiegend auf die tonige Fazies zurück, bei der sich eine entsprechend
höhere K,,-Strahlung auswirkt. In gelegentlichen phosphoritischen Ein-
schaltungen ist mit Anreicherungen von Uran zu rechnen, wie solche an-
derenorts mit bis 130 g/t erkannt worden sind (BERGER 1961). In der MS 12,
am Westhang des Hesselberges, sind Anzeigen bis 0,026 mr/h gemessen

71
worden, die von einer solchen geringen Urankonzentration bewirkt wer-
den, Da es sich jedoch hierbei nur um eine örtliche Anomalie handelt, sind
im Rahmen der Prospektion keine weiteren Untersuchungen vorgenom-
men worden.
Im M a 1 m sind nur wenige Testmessungen vorgenommen worden, da
die Kalksteine, Dolomite und Mergel keine oder nur minimale Eigenstrah-
lung erwarten ließen, was durch eine dichte Vermessung des Malms in den
Anfangszeiten bereits festgestellt worden ist.
Von den quartären Bildungen ist lediglich der Löß und
seine Abkömmlinge strahlungsmäßig getestet worden. Er zeigt Aktivitäten
von 0,013-0,018 mr/h, gelegentlich bis 0,020 mr/h. Als Hauptstrahler ist
wieder das K,, anzuführen, das in Tonmineralen und im Glimmer ausrei-
chend vorhanden ist. Die hier höher liegenden Feldmeßwerte sind in den
Örtlichkeiten, wo der Löß weniger als 1 m beträgt, auch auf die durch-
schlagenden Strahlungsintensitäten des Untergrundes zurückzuführen,
Urankonzentrationen sind im Löß im mittelfränkischen Gebiet bisher
nicht aufgefunden worden.
Zusammenfassend ist in bezug auf die Gesteinsradioaktivität im Kar-
tenblatt Wassertrüdingen zu berichten, daß für die meisten Gesteine ins-
gesamt höhere Feldmeßwerte als in der Umgebung zu registrieren waren.
Die erhöhten Anzeigen sprengen aber den Rahmen des Normalspiegels
nicht so, daß man von einer Höffigkeit in bezug auf Uran oder Thorium
sprechen könnte. Festgestellte radiologische Anomalien sind nur örtlich
und sind nur im Lias ß und y sowie im Oberen Dogger auf einen möglichen
Urangehalt zurückzuführen, der aber zu gering ist, um weitere Unter-
suchungen im Rahmen der Prospektion zu veranlassen. Auf die Möglich-
keit der Ausbildung von uranhaltigen Arkosen (Aktivarkosen) im Oberen
Burgsandstein ist hingewiesen worden. Obwohl im gesamten Sediment
Nordbayerns diese bisher die einzige bemerkenswerte Uranführung ist,
hat sie bis heute keine wirtschaftliche Bedeutung.

Literatur:
BERGER, K. : Die radiometrische Vermessung. - In: FREYBERG, B. v. : Erläute-
rungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000 Blatt Nr. 6235
Pegnitz. -München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1961.
- Die Uranvorkommen im Burgsandstein Mittelfrankens. - Zur Geo-
logie und Radioaktivität des Üranhaltigen Burgsandsteins in Mittel-
franken. - Geologica Bavarica, 49, S. 3-58, München 1962.
- Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000 Blatt
Nr. 6731 Abenberg. -München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1965.
- Die radiologische Vermessung. - In: HALJNSCHILD, H.: Erläuterungen
zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000 Blatt Nr. 6829 Ornbau.
- München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1967.
- Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000 Blatt
Nr. 6832 Heideck. -München (Bayer, Geol. L.-Amt) 1968.

72
- Die radiologische Vermessung. - In: SCHMIDT-KALER, H.: Erläuterun-
gen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25 000 Blatt Nr. 6930 Hei-
denheim. - München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1970.
SCHNITZICR, W. A.: Uranführende Phosphorite im Lias Mittelfrankens. -
Geol. Bl. NO-Bayern, 15, S. 133-143, Erlangen 1965.
VIOHL, G.: Die Keuper-Lias-Grenze in Südfranken. - Erlanger geol. Abh.,
76, Erlangen 1969.

5.2. Regionale geophysikalische Untersuchungen


(KURT BADER)*)

Refraktionsseismische MessungenwurdenvonREIcH&H~~-
RIX 1965 auf einem Profil im Wörnitztal am südlichen Blattrand gemessen
und die Kristallinoberfläche zu etwa 300 m unter Gelände angegeben.
Für die Berechnung dieser Tiefe wurde für die gesamte mesozoische Uber-
deckurig der gemessene Wert von 2,3 km/s und für das Grundgebirge
5,2 km/s angenommen. Der Wert von 2,3 km/s erscheint für die tieferen
Teile des Mesozoikums jedoch zu niedrig. Bei Annahme einer Geschwin-
digkeit von 3,0-3,5 km/s ab etwa 200 m würde sich eine um etwa 50 m grö-
ßere Tiefe der Grundgebirgsoberfläche ergeben.
T i e f e n s e i s m i s c h e Messungen mit Sprengorten bei Eschenlohe
am Alpenrand und in der Rhön ergaben eine nach unten monoton zuneh-
mende Geschwindigkeitsverteilung in der Erdkruste mit einem ausgepräg-
ten positiven Gradienten in 28 km Tiefe (GIESE & STEIN 1971), der Mohoro-
Vi&&Zone, welche definitionsgemäß die Erdkruste vom Oberen Erdmantel
trennt.
Die A e r o m a g n e t i s c h e Karte von Deutschland (EBERLE 1974) zeigt
auf dem Blattgebiet keine markanten Anomalien.
Nach der Karte der Schwereanomalien vom Ries und seiner
Umgebung (JUNG & SCHAAF 1967) liegt im Blattgebiet ein regionaler
Schwereabfall nach Südosten um etwa 10 mGa1 vor, wobei sich bereits bei
dem vorhandenen großen Meßpunktabstand WSW von Wassertrüdingen
ein schwaches Schweremaximum mit einem entsprechend steileren
Schwereabfall nach Süden abzeichnet.

;$) Anschrift des Verfassers: Dipl.-Ge0 hysiker, Dr. KURT BADER, Bayerisches
Geologisches Landesamt, Prinzregentenstra R e 28, 8000 München 22.

73
6. Hydrogeologische Verhältnisse
(HORST FRANK)“)

6.1 Hydrogeologischer Uberblick


Das Blattgebiet gehört dem Fränkischen Schichtstufenland an und weist
eine Abfolge flach einfallender bzw. flachwellig verbogener, toniger
Grundwassersohlschichten und sandig-kalkiger Kluftwasserleiter auf.
Tektonische Bruchstörungen sind nur im südöstlichen Teil des Aufnahme-
gebietes, im Bereich des parautochthonen Schollengürtels des Vorrieses
vorhanden. Hydrogeologische Bedeutung im Sinne einer Erhöhung der
Gebirgsdurchlässigkeit ist ihnen jedoch nicht nachzuweisen.
Hauptvorfluter ist die Wörnitz, welche von Westen nach Südosten das
Gebiet durchfließt. Die in ihrer Wasserführung bereits bei Mittelwasser
recht unbedeutende Nebenbäche charakterisieren die hydrogeologische
Situation treffend. Mächtigere Grundwasserleiter mit gutem Speicher-
und Rückhaltevermögen fehlen oberhalb des Hauptvorflutniveaus.
Weite Teile des Blattgebietes werden durch tonige Gesteine des Lias
und Doggers sowie durch den Feuerletten eingenommen und sind somit
ausgesprochen arm an Grundwasser. Ausgeprägte Quellhorizonte sind
stellenweise nur über dem Feuerletten (Liassandsteine, südwestl. Blatt-
quadrat) sowie über dem Opalinuston (Eisensandstein des Doggers, Hes-
selberg) vorhanden. Die Quellschüttungen sind nur ausnahmsweise größer
als ein Liter pro Sekunde (Quelle am Hesselberg 1,5 l/s). Nördlich und öst-
lich der Wörnitz treten über dem Feuerletten kaum nennenswerte, peren-
nierende Quellen auf. Die Quellaustritte im südlich der Wörnitz anstehen-
den Oberen Burgsandstein haben mehr den Charakter von Staunässen.
Ergiebige Grundwasservorkommen sind nur im Keuper unterhalb des
Hauptvorflutniveaus, vor allem im Burgsandstein und Blasensandstein
i. w. S., vorhanden und durch Brunnen der Stadt Wassertrüdingen, der
Rastberg-Gruppe und der Hesselberg-Gruppe erschlossen.
Ein von ANDRES (1967, S. 89) erstellter Plan der Grundwasserhöhenglei-
chen für den Burgsandstein und Blasensandstein i. w. S. weist die Wörnitz
als Vorfluter für diese Horizonte aus. Das Grundwassergefälle beträgt
5-10°/o. Unter Feuerlettenbedeckung ist im westlichen Teil des Wörnitz-
tales (Gerolfingen) der Grundwasserspiegel im Keuper gespannt.
Die Gemeinden des Blattgebietes haben überwiegend zentrale Trink-
wasserversorgungsanlagen. Sie sind vielfach zu Wasserzweckverbänden
zusammengeschlossen (Rastberg-Gruppe, Hesselberg-Gruppe, Westheimer-
Gruppe).

;‘) Anschrift des Verfassers: Dr. HORST FRANK, Bayerisches Geologisches Landes-
amt, Prinzrcgcntcnstraße 28, 8000 München 22.

74
6.2 Die Grundwasserführung der Gesteine
Der Keuper ist im Aufnahmegebiet durch Bohrbrunnen erschlossen,
die überwiegend im Tal der Wörnitz angesetzt sind und vielfach vom
Oberen Burgsandstein bis in die Estherienschichten bzw. bis in den Schilf-
sandstein reichen. Da der Ausbau in der Regel bis zur Endteufe erfolgte,
ist eine hydrogeologische Beurteilung der einzelnen Grundwasserleiter mit
Schwierigkeiten verbunden. Aus der petrographischen Beschaffenheit der
einzelnen Schichtglieder und dem Vergleich zwischen Brunnen unter-
schiedlicher Ausbauteufe ergeben sich jedoch Anhaltspunkte für eine Be-
urteilung der Ergiebigkeit der einzelnen Grundwasserhorizonte.
Estherienschichten, Schilfsandstein und Lehr-
b e r g s c h i c h t e n (erschlossene Mächtigkeit ca. 30-40 m) sind aufgrund
des häufigen Auftretens von Tonsteinen im Durchschnitt wohl recht wenig
ergiebige Grundwasserspeicher.
Der Hauptgrundwasserleiter wird vom B 1 a s e n s a n d s t e i n i. w. S.
und vom B u r g s an d st e in (ca. 120 m) gebildet. Eine petrographische
Beurteilung dieser Schichtserie kann sich, mit Ausnahme des Oberen
Burgsandsteins, der südlich der Wörnitz zutage tritt, lediglich auf einige
Bohrprofile stützen. Danach ist der Mittlere Burgsandstein überwiegend
tonig ausgebildet und daher nur wenig durchlässig. In den übrigen Schicht-
gliedern überwiegen grobkörnige, z. T. karbonatisch gebundene Sandsteine.
Im Oberen Burgsandstein sind die groben bis sehr groben Sandsteine teil-
weise stark kaolinisiert. Blasensandstein und Unterer sowie Oberer Burg-
sandstein sind gute Kluftgrundwasserleiter. Untersuchungen auf Blatt
Gunzenhausen (ANDRES 1967, S. 85) ergaben für die Durchlässigkeit des
Porenraumes im unverwitterten, kluftfreien Oberen Burgsandstein nur
geringe Werte (lO-” bis IO-*m/s). An der Oberfläche können jedoch vor
allem die karbonatisch gebundenen Sandsteine zu Sanden verwittern. Die
Durchlässigkeit dieser Verwitterungsbildungen ist abhängig vom Anteil an
tonigen Verwitterungsbildungen.

Brunnen, welche aus dem gesamten Sandsteinkeuper sowie aus Teilen


des Gipskeupers fördern, erreichen Ergiebigkeiten von maximal 15 lis ent-
sprechend einer spezifischen Ergiebigkeit von 0,5 bis 0,8 l/s . m. Aus dem
Burgsandstein allein sind Förderleistungen von 7 bis 14 l/s bei einer spezifi-
schen Ergiebigkeit von 0,2 bis 0,4 I/s . m möglich. Wenn man unterstellt, daß
aus dem Gipskeuper nur wenig Grundwasser zuläuft, so ist auch für den
Blasensandstein eine gute Durchlässigkeit anzunehmen.
Die L i a s - S a n d s t e i n e (Arieten- und Angulatensandstein) sind
wegen ihrer geringen Mächtigkeit (max. 10 m) für die Wassererschließung
von geringerer Bedeutung. Immerhin erschließen zwei Brunnen der Hes-
selberg-Gruppe bei Gerolfingen aus diesem Horizont bis zu 4 lis, entspre-
chend einer spezifischen Ergiebigkeit von ca. 0,15 lis . m.

75
Der E i s e n s a n d s t e i n (Dogger Beta) ist wegen seiner Mächtigkeit
(max. 40 m) und seiner petrographischen Beschaffenheit ein guter poten-
tieller Grundwasserleiter. Durch die geringe Verbreitung, die er auf Blatt
Wassertrüdingen besitzt (nur am Hesselberg ausgebildet), ist er hier was-
serwirtschaftlich jedoch ohne Bedeutung. Dennoch sind die Quellen, die
über dem Opalinuston entspringen, die stärksten im ganzen Aufnahmege-
biet (bis ca. 1,5 Us).
Von den quartären Lockergesteinen haben nur die alluvialen Talsedi-
mente der Wörnitz hydrogeologische Bedeutung. Es sind Schluffe, Sande
und Kiese, welche eine Mächtigkeit von 8 m erreichen können. Sie sind an
ihrer Basis grobkörniger und stellen das hydraulische Bindeglied zwischen
dem Kluftwasser im Burgsandstein und der Wörnitz als Vorfluter her.

6.3 Klimatische Bedingungen und Grundwasserneubildung


Das Gebiet des Blattes Wassertrüdingen gehört dem Klimabezirk Mit-
telfranken an. Die mittlere Jahrestemperatur der Luft (1881-1930, Klima-
atlas von Bayern, 1952) beträgt +7,0 bis +8,0 ‘C, die mittlere Lufttempe-
ratur der Vegetationsperiode (Mai-Juli) +14,0 bis f15,O “C! und die mitt-
lere jährliche Schwankung der Lufttemperatur + 18,5 bis i- 19,0 ‘C.
Für das Blatt Wassertrüdingen gelten folgende Werte für N i e d er -
s c h 1 a g und V e r d u n s t u n g (Jahresreihe 1931/60)*):
Gebietsniederschlag 690 mm
Gebietsverdunstung 501 mm
Naßjahr 1966 880 mm
Gebietsniederschlag:
Trockenjahr 1947 398 mm

Verteilung des Gebietsniederschlags im Jahres-


gang in O/o:
Nov. Dez. Jan. Feb. März April Winter
69 6,4 7,4 69 597 695 39,8

Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Sommer


81 ll,? 13,l 11,O 62 7,1 60,2

2, Die Werte wurden vom Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft, Mün-


chen, ermittelt.

76
WUNDT (1958) gibt als Durchschnittswert für die mittlere monatliche
Kleinstabflußspende (i/iz 2: MoMNq, ein Maß für die langjährige Grund-
wasserneubildung) einen Wert von etwa 3 lis * km2 an. Die nächste Abfluß-
meßstelle (Gerolfingen, Wörnitz) liegt am westlichen Blattrand. Ihr Ein-
zugsgebiet liegt außerhalb des Blattes.
Für die Jahresreihe 1963/71 erhält man aus den dortigen monatlichen
Niedrigwasserabflüssen für ‘/LUL MoMNq 3,03 lis km’. Dieser Wert enthält
erfahrungsgemäß über den reinen Grundwasserabfluß hinaus noch Anteile
von Oberflächenwasser. Der um diese Anteile verminderte Abflußspenden-
wert (KILLE 1970, l/te X MoMNqr) beträgt ca. 2,3 Us km*. Obwohl die hydro-
geologischen Verhältnisse im Einzugsgebiet des Pegels Gerolfingen (FN =
590 km’) nicht uneingeschränkt auf das Blattgebiet übertragen werden kön-
nen, ist aufgrund von Ähnlichkeiten in den hydrogeologischen Eigenschaf-
ten der Gesteine der oben erhaltene Wert von 2,3 lis km* zumindest für die
mittlere langjährige Grundwasserneubildung im Sandsteinkeuper als Ori-
entierungshilfe brauchbar.

6.4 Grundwasserbeschaffenheit
Die verwendeten chemischen Grundwasseranalysen stammen überwie-
gend aus dem Labor des Bayerischen Geologischen Landesamtes (Dr. A.
WILD; Ausnahme: Brunnen 11 der Rastberg-Gruppe, Landesuntersuchungs-
amt für das Gesundheitswesen Nordbayern, Erlangen E. KLEEMANN). Die
Analysenergebnisse sind zusammen mit den wichtigsten hydrogeologischen
Daten in Beilage 1 aufgeführt. In Abb. 22 sind diese Analysen in ihrer äqui-
valentprozen,tualen Zusammensetzung dargestellt (nach PII~ER in HBM 1959,
S. 182 f.).
Nach ihrer Zusammensetzung sind verschiedene chemische Grundwas-
sertypen zu unterscheiden und bestimmten Grundwasserleitern bzw. einer
Gruppe von Grundwasserleitern zuzuordnen. Aus der Beilage und der Ab-
bildung 22 - hier vor allem aus dem Kationen-Dreieck und dem 4-Stoff-
Diagramm - lassen sich diese Verhältnisse auf einfache Weise ablesen.
Die Wässer aus dem E i s e n s a n d s t e i n des Hesselberges (ausschließ-
lich Quellwasserproben) gehören alle einem Ca-HCO,-(SO,)-Typ an. Die
Proben entstammen einem wohl abzugrenzenden Grundwasserkörper, der
praktisch keinen anthropogenen Einflüssen unterliegt. Es sind mittelharte
bis ziemlich harte, sauerstoffreiche Wässer, die im Kalk-Kohlensäure-
Gleichgewicht stehen.
Im Gegensatz dazu weisen die Grundwässer aus den L iass and -
s t e i n e n (Arieten- und Angulaten-Sandstein) z. T. stark erhöhte Sulfat-
gehalte auf. In Abhängigkeit von der landwirtschaftlichen Nutzung der
Einzugsgebiete ist ein Anstieg der Nitrat- und Chloridgehalte festzustellen.
Die harten Wässer aus den Liassandsteinen stehen im Kalk-Kohlensäure-

77
Abb. 22 Chemische Zusammensetzung der Grundwässer

Gleichgewicht bzw. weisen geringe Gehalte an aggressiver Kohlensäure auf


und gehören dem Ca-(Mg-Na)-HCO,-SO,-Typ an.
Grundwasserproben aus dem K e u p e r standen nur von Brunnen zur
Verfügung, welche mehrere Grundwasserleiter erschließen und z. T. vom
Oberen Burgsandstein bis in den Schilfsandstein reichen. Dennoch lassen
sich die aus dem Keuper geförderten Mischwässer in zwei gut abgrenzbare
chemische Grundwassertypen gruppieren. Bei der ersten Gruppe handelt es
sich um sauerstoffarme bis sauerstofffreie Natrium-Hydrogenkarbonat-
haltige Ca-Na-Mg-HCO,-Wässer, die als reduzierte Wässer im Sinne von
GEKII (1953) zu bezeichnen sind und die typischen Merkmale der Austausch-
wässer (scheinbare Karbonathärte, relative Anreicherung von Magnesium)
aufweisen (LöuNskT 1970). Die Wässer der zweiten Gruppe sind demgegen-
über als aggressive Ca-Mg-HCO,-Wässer zu charakterisieren.
Die Austauschwässer lassen sich aufgrund der oben angesprochenen
Aufschlußsituation nur schwer einem bestimmten Grundwasserleiter ein-
deutig zuordnen, Es ist möglich, daß es sich um Wässer aus dem Burgsand-
stein handelt, die nicht oder nur in vermindertem Maße am Wasserkreis-
lauf beteiligt sind (gespannte Grundwässer).

78
7. Nutzbare Ablagerungen
7.1. Erze
An der Basis des Angula t ensands t eins (Lias n 2) tritt im
nördlichen Hesselbergvorland ein bis 15 cm starkes, bandartiges Schwefel-
kiesflöz auf, das bei Dambach und Beyerberg wiederholt zu vergeblichen
Abbauversuchen Anlaß gegeben hat, Nach v. GüMDrL (1864, S. 245) wurde
der früher bei Beyerberg gewonnene Schwefelkies zur Vitriolbereitung
verwendet. Auch auf das bei Dambach anstehende Flöz wurden erstmals
in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwei Schächte abgeteuft, die die Schwe-
felkiesschicht mit Pflanzenresten und Kohleputzen erschlossen haben
(v. GümsL 1864, S. 243).
Der D o g g e r s a n d s t e i n (Eisensandstein, Dogger [j) enthält am
Hesselberg mehrere eisenooidführende Flözhorizonte (vgl. auch Kapitel
[Link].). Nach mündlicher Auskunft soll am alten Schießstand (in der Nähe
der Quelle) am Nordhang des Hesselberges mehrmals ein vergeblicher
Versuch auf Abbau des Hauptflözes unternommen worden sein.

7.2. Phosphate
Uber ein Vorkommen von Phosphaten im 0 b er e n D o g g e r ,,an
der Ostkuppe des Hesselberges” wird in ,,Die Nutzbaren Mineralien, Ge-
steine und Erden Bayerns, 11, S. 372“ berichtet.

7.3. Kalkstein
Die Kalkbänke des U n t e r e n W e i ß e n J u r a wurden früher auf
dem Hesselberg gebrochen.

7.4. Sandstein und Sand


Im 0 beren Burgsandstein liegen eine Reihe aufgelassener
bzw. gelegentlich genutzter Gruben, so westlich von Reichenbach, nördlich
Fürnheim, bei der Keltenschanze südlich Goschenhof, im Bereich des
Oettinger Forstes, südlich Dornstadt und im Fuchsloch nordöstlich
Auhausen.
Die feinkörnigen Sandsteine des L i a s u 2 (Angulatensandstein) wur-
den früher im ,,Forsthöfer Schlag“ in größerem Umfange gebrochen. Nach
REUTER (1927) sollen die Steine beim Bau des Wassertrüdinger Rathauses
Verwendung gefunden haben. Weitere Brüche liegen z. B. am Moritzkreuz
und oberhalb des Forsthauses Linkersbaindt; sie sind heute allesamt auf-
gelassen.

79
Zahlreiche flache, inzwischen meist überwachsene und verfüllte
Brüche sind oder waren im Horizont des L i a s a 3+ß angelegt. Derzeit
werden die Kalksandsteine südlich des Moritzkreuzes und in der südlichen
,,Brunnenstube“ (hier mit Lias a 2) von der Fürstlichen Forstverwaltung
für den Wegebau gewonnen.
Die quart är en Sande oberhalb der Straße Aufkirchen-
Reichenbach dienen dem gelegentlichen Gebrauch.

7.5. Ton
Als Wegebaumaterial wurden die Tonschiefer des Lias F (Posidonien-
schiefer) in einer inzwischen eingeebneten Grube an der Straße Röckingen
-Lentersheim abgebaut.
Weder die Tonsteine des Feuerlettenhorizontes, noch die schwach kalk-
haltigen Tone des Lias 8 (Amaltheenton) und des Dogger a (Opalinuston)
werden an irgendeiner Stelle wirtschaftlich genutzt.

7.6. Lehm
Die auf dem Blattgebiet weitverbreiteten Lößlehmdecken stehen der-
zeit wieder in der Ziegeleigrube Wassertrüdingen in Abbau. Die alten
Lehmgruben am Bahnhof Cronheim sind aufgelassen.

80
8. Die Böden
(OTTO WITTMANN)*)

8.1. Allgemeines
Das Blatt Wassertrüdingen stellt einen Ausschnitt aus dem Vorland der
Südlichen Frankenalb dar. Im Norden grenzt es an das Mittelfränkische
Sandsteinkeuperbecken. Oberflächenbildend tritt die Schichtenfolge vom
Oberen Burgsandstein bis zum Opalinuston des Dogger auf. Am Hessel-
berg reicht sie bis zum Malm. Das Gebiet wird von der breiten Talebene
der Wörnitz durchzogen.
Charakteristisch ist die vielfältige, jedoch gesetzmäßige Bodenverge-
sellschaftung. Sie hat ihre Ursachen hauptsächlich im regelmäßigen
Schichtaufbau, an dem im Wechsel Sandsteine, Tonsteine, Mergel und
Kalksteine beteiligt sind. Für die Bodenentwicklung ist dabei nicht nur die
Verschiedenheit der Gesteine und ihrer Eigenschaften maßgebend, sondern
auch das für diese Landschaft typische Schichtstufenrelief.
Von großer Bedeutung ist, daß das eigentliche Bodenausgangsmaterial
fast nur aus den periglazialen Aufbereitungs- und Verlagerungsprodukten
der Gesteine besteht. Frostverwitterung, Lösungsverwitterung, Aufwei-
chen (Tonsteine), solifluidale Um- und Verlagerung (Fließerden), Hang-
schuttbildung sowie fluviatile Sedimentation waren die wesentlichen Vor-
gänge. Hinzu kam noch äolische Sedimentation in Form von Löß und lö&
artigem Material. Sie führte nicht nur zu den zusammenhängenden Lö&
lehmflächen; Lößlehm ist auch an den verbreiteten geringmächtigen
schluffreichen Deckschichten oder als Mischungskomponente beteiligt.
Im Blattbereich fallen im langjährigen Durchschnitt um 700mm Nie-
derschläge pro Jahr. Die mittlere Jahrestemperatur liegt zwischen 7 und
8 T.

8.2. Die Böden der wichtigsten Kartiereinheiten


8.2.1. Oberer Burgsandstein, kmBo
Ausgangsgestein: mittel-, grob- bis sehr grobkörnige Sand-
steine mit Geröllen und Tonsteinzwischenlagen und -zwischenschichten
Oberflächenformen: schwach bis mäßig geneigte Anstiege,
z. T. gestuft, flache Rücken und Wellen
Böden: 1. Aus reiner Sandsteinverwitterung nährstoff- und basen-
arme, stark bis sehr stark saure, sandige bis schwach lehmig-sandige

“) Anschrift des Verfassers: Dr. OTTO WITTMANN, Regierungsdirektor, Hayeri-


sches Geologisches Landesamt, Prinzregentenstraße 28, 8000 München 22.

81
Braunerden, unter Wald oft Podsol-Braunerden, AC-Horizonte 10-20 cm
mächtig.
2. An Unterhängen und in Hangfußlagen sowie bei Beimengung von toni-
gem Verwitterungsmaterial meist tiefgründige, lehmig-sandige, tonig-
sandige und sandig-lehmige Braunerden, kaum podsoliert; örtlich sind
Lehmigkeit und hoher Schluffgehalt auf Lößlehmbeteiligung zurückzu-
führen.
3. Im Bereich von ausstreichenden Tonlagen und den damit in Verbindung
stehenden tonigen Solifluktionsdecken Schichtprofile aus sandigen bis leh-
migen Deckschichten, oft quell- oder * staunaß.
Bevorzugte Nutzung: Wald,Acker

8.2.2. Feuerletten, kmF


Ausgangsgestein: rote und graugrüne, z. T. carbonathaltige
Tonsteine
Oberflächenformen: meist mäßig bis stark geneigte Gelände-
anstiege
Böden: Pelosole, Kalkhaltige Pelosole und Pelosol-Braunerden
(Tongehalte der P-Horizonte 50-70 O/o); häufig Braunerden aus lehmig-
sandigen bis sandig-tonig-lehmigen Deckschichten (über Ton) aus Sand-
steinverwitterung des Lias oder äolischen Sanden aus dem Sandstein-
keuperbereich; in entsprechenden Geländesituationen auch Pseudogleye
Bevorzugte Nutzung: Wald,Grünland(Acker)

8.2.3. Obere Hettang-Schichten, Sinemur-Kalksandstein und


Untere Pliensbach-Schichten
(Lias Alpha 2 bis Gamma, he (2)-pb (1)
Ausgangsgestein: Feinsandsteine, z. T. schwach carbonathaltig
(1 a 2, Angulatensandstein, grobe Kalksandsteine (1 a 3 + @), Mergel und
Mergelkalksteine, z. T. bituminös (1 y, Numismalis-Schichten)
Oberflächenformen: 1 a 2 und 1 a 3 bilden einen teilw. steilen
Stufenrand und daran anschließend mit dem ly zusammen Stufen- oder
Hochflächen.
Böden: 1 a 2: schwach lehmig-feinsandige bis lehmig-feinsandige
Braunerden, kaum podsoliert; bei carbonathaltigem Ausgangsmaterial of-.
fensichtlich stärkere Tondurchschlämmung (Parabraunerden)
1 a 3: z. T. hasenreiche lehmig-sandige bis sandig-lehmige Braunerden
mit hervortretendem Grobsandanteil, unter Wald häufig auch Parabraun-

82
erden mit tonig-sandigem BL-Horizont. In Stufenrandlagen bei Ackernut-
zung oft 2-3 dm mächtige Rendzinen. Auffallend ist die intensiv rot-
braune, dunkelrotbraune bis schwarzbraune Färbung der Böden, die auf
die stark färbende Wirkung von Manganoxiden zurückzuführen ist
(s. TH. DIEZ 196’7,O. WITTMANN 1971).
1 y: unter Wald in Hochflächenlage vorwiegend mittelgründige, tonig-
lehmige, z. T. pseudovergleyte Braunerden meist mit schluffig-lehmiger
Deckschicht, örtlich auch mit höheren Tongehalten (Pelosol-Braunerden,
Profil 1). Kennzeichnend ist häufig eine relativ dunkle Farbe auch der tie-
feren Horizonte. Sie wird von organischer Substanz hervorgerufen, die
zum Teil auf Gesteinsbitumen im Ausgangsmaterial zurückzuführen ist
(bis 2 O/o in 1 y-Mergeln, s. 0. WITTMANN 1971). Auch Manganoxide können
an der Färbung beteiligt sein. Unter landwirtschaftlicher Kultur wandeln
sich diese von Natur aus eutrophen Böden durch Bioturbation zu basen-
reichen bis schwach kalkhaltigen Böden mit A-C-Profilen (Profil 2). Ver-
gesellschaftet damit kommen Rendzinen und Pseudogleye vor, letztere
hauptsächlich im rückwärtigen Bereich der Verebnungsflächen.
Bevorzugte Nutzung: Acker, im Südwestteil des Blattgebie-
tes Wald.
Profil 1 : R94950 H32 150
Kesselhuck; Hochfläche, eben; Wald (Bu, Fi)
Tiefhumose Pelosol-Braunerde aus Mergeln und Mer-
gelkalken des Lias y
01. lcm Laubstreu
AI, 0- 6cm dunkelrötlichgrauer, sehr stark humushaltiger, toniger
Lehm; Krümel- bis Subpolyedergefüge; sehr stark
durchwurzelt
B” 6-20 cm rotgraubrauner, humushaltiger, toniger Lehm; feines
Subpolyedergefüge; sehr stark durchwurzelt
Pi 20-38 cm rotgraubrauner, humushaltiger, lehmiger Ton; feines
Subpolyedergefüge; stark durchwurzelt
PZ 38-55 cm brauner, stellenweise sehr schwach kalkhaltiger,
schwach humushaltiger, lehmiger Ton bis Ton; grobes
Polyedergefüge; mittel durchwurzelt
G 55-70 cm + braungraue Mergelkalksteine (ca. 70-80 “/o CaCO,) mit
tonig-mergeligem Zwischenmittel; Kohärentgefüge;
schwach durchwurzelt
Regenwürmer hauptsächlich bis 20 cm Tiefe

83
Tabelle 1: Analysenergebnisse
I Korngrößen O/o PH Carbo- Org. C/N K,O PI05
Ton Schluff Sand CaCl, nate Subst. Verh. (lact.) (lact.)
Horizont
< 0.002 0.002- 0.06 QIO 010 mg mg
mm 0.06mm 2 mm

Profil 1: Tiefhumose Pelosol-Braunerde aus Lias Gamma


Ah 46 36 18 4.8 13.1 16.0 22 10
BI- 39 43 18 3.4 12.4 5 4
Pl 49 39 12 t: 2.3 10.5 6 4
62 10 5:6 032 1.7 9.3 9 3
38 33 7.2 41,3 6 1
Steine im C!, 75,9
Profil 2: Tiefhumoser, schwarzerdeähnlicher Boden aus Lias Gamma
AD 38 21 41 6.5 4.8 11.9 19 4
Ah1 42 28 30 6.6 3.3 11.9 5 0.5
44 33 23 6.8 3.3 12.9 5 0.6
41 41 18 7.1 13 2.2 11.1 4 2
7.3 18,7 4 3
I
Profil 2: R00350 H33820
Geilsheim W; Verebnungsfläche, eben; Acker
Tiefhumoser, schwarzerdeähnlicher Boden ausMer-
geln und Mergelkalken des Lias y
Bodenschätzung: LT5V 47141
AP 0-26 cm dunkelgraubrauner, stark humushaltiger, sandig-toni-
ger Lehm; Krümelgefüge; stark durchwurzelt
AM 26-34 cm schwärzlichbrauner, humushaltiger, schwach sandiger,
toniger Lehm; feines Subpolyedergefüge; stark durch-
wurzelt
AI,Z 34-44 cm schwarzbrauner, humushaltiger, stark toniger Lehm;
feines Subpoleydergefüge; mittel durchwurzelt
C,AI, 44-52 cm dunkelgraubrauner, kalkhaltiger, humushaltiger, toni-
ger Lehm; Subpolyeder- bis Polyedergefüge; mittel
durchwurzelt
G 52-65 cm -l- ocker- und gelbbraune, stark angewitterte Mergelkalk-
steine mit tonmergeligem Zwischenmittel; Kohärent-
gefüge; schwach durchwurzelt
Regenwürmer im gesamten Profil

Analysenmcthoden (zuTabelle1):
Korngrößenzusammensetzung: Pipettmethode nach KÖHN; PH-Wert: elek-
trometrisch in 0,Ol m CaCl,; Carbonate: gasvolumetrische Bestimmung mit
10 “/niger HCl; Org. Substanz nach SPRINGER-KLEE (Chromschwefelsäurever-
fahren; Org. Substanz = C . 1.724); N-Bestimmung: nach KJELDAHL-JoI)I.-
UAUER; K,O und P20, (lact.) nach der CAL-Methode; MnO: im 1,15 HCl-
Auszug.

8.2.4. Obere Pliensbach-Schichten


(Lias 6, Amaltheenton, pb (2))
Ausgangsgestein: hauptsächlich blaugraue und dunkelgrau-
blaue, schieferige, oft carbonathaltige, pyrithaltige Tonsteine
0 b e r f 1 ä c h e n f o r m e n : schwach geneigte, durch Hangmulden
gegliederte Hänge und Rücken, letztere zum Teil hochflächenartig
Böden: an Hängen und auf Rücken Pelosol-Braunerden aus lehmi-
gen Deckschichten (1,5-3 dm) über lehmig-toniger Amaltheentonverwit-
terung (50-55 ‘D/o Ton, 40-45 O/o Schluff); im entwaldeten Bereich auch
Pelosole (Deckschichten < 1,5 dm)
In Hangfußlagen und auch auf Hochflächen verbreitet Pseudogley-
Braunerden und Pseudogleye
Bevorzugte Nutzung: Acker, Grünland

85
8.2.5. Untere Toarc-Schichten
(Lias Epsilon, Posidonienschiefer, tc (1))
A u s g a n g s s t e i n : dunkle, feinschieferige Mergel mit Mergelkalk-
bänken, bituminös (bis 9 O/O festgestellt)
Oberflächenformen: Verebnungsflächen
B ö d e n : im talseitigen Randbereich der Verebnungen tiefentwickelte
(bis 50 cm) Rendzinen, sonst verbreitet tiefhumose, tonig-lehmige Braun-
erden hoher Basensättigung bis hin zum schwarzerdeähnlichen Boden
gleicher Genese und ähnlich Profil 2. örtlich vergesellschaftet sind stau-
nasse Bildungen. Die Hydromorphiemerkmale bleiben wegen der ? ge-
steinsbedingten ,tiefreichenden Humosität zum Teil verborgen.
Im bergseitigen Hangfußbereich häufig Pelosole und Pelosol-Braun-
erden aus Solifluktionsmassen des Opalinustons.
Bevorzugte Nutzung: Acker

8.2.6. Untere Aalen-Schichten


(Dogger Alpha, Opalinuston, al (1))
A u s g a n g s g e s t e i n : blaugraue, schieferige, & mergelige Ton-
steine
0 b e r f 1 ä c h e n f o 1: m e n : durch Hangmulden gegliederte, schwach
bis mäßig geneigte Anstiege
Böden: Pelosol-Braunerden und Pelosole (im P-Horizont 45-55 O/o
Ton, 40-50 O/O Schluff); am Hesselberg auch Braunerden aus Hangschutt-
und Fließerdedecken, die aus dem hangenden Doggersandstein stammen.
Schichtwasseraustritte an der Doggersandstein-Opalinustongrenze führen
dort an vielen Stellen zu Hangvernässungen (Quellgleye, Pseudogleye in
Hanglage).
Bevorzugte Nutzung: Acker, Grünland

8.2.7. Obere Aalen-Schichten


(Dogger Beta, Doggersandstein, al [2])
A u s g a n g s g e s t e i n : hauptsächlich feinkörnige Sandsteine
0 b e rf 1 ä c h e n f o r m e n : stark geneigte bis steile Hänge
Böden: verbreitet feinsandige bis lehmig-feinsandige, aber auch
feinsandig-lehmige Braunerden. Die sandigen Böden sind stark sauer und
meist schwach podsoliert. An den lehmigen Bildungen sind als Ausgangs-
substrate tonig gebundene Feinsandsteine und Toneinschaltungen des
Dogger 11beteiligt oder es liegt Beeinflussung durch hasenreiches bis car-

86
bonathaltiges Solifluktionsmaterial aus dem Ornatenton-(Malm-)Bereich
vor.
Nutzung: Wald,Hutung

8.2.8. Bajoc- bis Callov-Schichten


(Dogger Gamma bis Zeta)
A u s g a n g s g c s 1;e i n: Tonmergel, Mergelkalksteine, Kalksteine
0 b e r f 1 ä c h e n f o r m e n : Verebnungsflächen, Hangverflachungen
Böden: verbreitet Rendzinen, hauptsächlich aus Malm-Solifluk-
tionsschutt; im Westteil des Hesselberges Tonmergelrendzinen, Kalkhaltige
Pelosole und Pelosole
Nutzung: Wald,Hutung

8.2.9. Oxford-Schichten, Untere Kimmeridge-Schichten


(Malm Alpha und Beta, Malm Gamma, ox, ki (1))
A u s g a n g s g e s t e i n : gebankte Kalksteine, Mergelkalksteine, Mer-
geleinschaltungen
B ö d e n : Rendzinen (vorherrschend Mullrendzinen)
Nutzung: Hutung, Wald

8.2.10. Ries-Trümmermassen
Böden: Im Rahmen der bodenkundlichen Begehung wurden bei-
spielsweise festgestellt: am Eiselberg südwestlich Obermögersheim Rend-
zinen aus Malmkalken mit Einschaltungen von Braunerden aus Dogger-
Sandsteinmassen und Kalkhaltigen Pelosolen aus Mergeln des Oberen
Dogger; am Hohen Buck südöstlich von Lentersheim Rendzinen aus Malm-
kalken.

8.2.11. Lößlehm, ,Lö1 und Lehm, ,L


In den unter ,Lö1 ausgeschiedenen Flächen haben Böden aus weit-
gehend reinem Lößlehm größeren Anteil. Sie sind jedoch fast immer ver-
gesellschaftet mit Bildungen aus pleistozänen lehmigen Deckschichten an-
derer Art, wie sie die Kartiereinheit ,L erfaßt.
Aus den Lößlehmen sind vorwiegend Parabraunerden und pseudover-
gleyte Parabraunerden mittlerer Entwicklungstiefe mit schluffig-lehmi-
gern Oberboden und schluffig-tonig-lehmigem Unterboden hervorgegan-
gen. Nicht selten liegen sie über einer älteren, dichten Lößlehmfließerde,
deren wasserstauende Wirkung auch den Hauptwurzelraum beeinflussen

87
kann. Auffallend ist die örtlich tiefreichende Humosität der Lößlehme süd-
lich von Ehingen. Materialzusammenhänge mit dem bevorzugt tiefhumose
Böden liefernden Lias E der Umgebung können vermutet werden.
In den höher gelegenen Hangbereichen dünnen die Lößlehm- und
Lehmdecken meist aus. Vielfach prägt dann Tonsteinverwitterung aus dem
Lias oder Dogger den Unterboden (Pelosol-Braunerden).
Bei den Böden der Kartiereinheit ,L handelt es sich überwiegend um
Braunerden und pseudovergleyte Braunerden aus sandig-schluffig-lehmi-
gen, sandig- bis stark sandig-lehmigen und örtlich lehmig-sandigen Deck-
schichten. Häufig werden auch sie von dichten Fließerden unterlagert. Die
Sandkomponente entstammt entweder der Verwitterung umgebender
Sandsteine oder sie ist äolischer Herkunft. Im Wörnitztal sind stellenweise
auch Terrassensande beteiligt.
Bevorzugte Nutzung: Acker

8.2.12. Talfüllung, ,,f


Für den Auenbereich des Wörnitztales sind Auengley-Pelosole und
Auenpelosol-Gleye charakteristisch. Sie werden von zum Teil tiefreichend
humosen, lehmig-tonigen, in den oberen 2-3 dm meist schluffig-lehmigen
Sedimenten aufgebaut. Die randlichen Niederungen dieses Tals, insbeson-
dere die Flächen um Auhausen und südwestlich Westheim werden von
Gleyen und Braunerde-Gleyen stark wechselnder Bodenart (Sande,
Lehme, Tone) eingenommen (s. auch G. RÜCKEILT 197’7).
Die Seitentäler enthalten ebenfalls Gleye und ihre Obergangsformen.
Im südlichen, bewaldeten Sandsteinkeuperkomplex kommt es häufig bis
zur Ausbildung von Naß- und Anmoorgleyen. Die Seitentälchen und Hang-
mulden sind in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten von * vergley-
ten Kolluvien erfüllt. Zum Teil sind die Böden dieser Situationen auch nur
pseudovergleyt.
Bevorzugte Nutzung: Auenbereich und Seitentäler Grünland; übrige
Talsituationen verbreitet auch Acker

88
9. BaugrundgeologischeHinweise
Einen tragfähigen Baugrund bieten die Sandsteine des Oberen Burg-
sandsteins, die Feinsandbänke des Lias u 2 (nicht an Hängen über Feuer-
lettentonen!) und die z. T. harten und spröden Kalksandsteine und Mergel-
kalke des Lias u 3-y. Die hochquellfähigen Tonsteine des Feuerlettenhori-
zontes neigen in Hanglagen ebenso wie die Tonmergelsteine des Lias d
und des Dogger a zum Ausfließen und Abrutschen, so daß äußerste Vor-
sicht geboten ist. Ihre Eignung als Baugrund ist, ohne besondere bautech-
nische Maßnahmen, als ungünstig zu bezeichnen. Der nur geringmächtige
Horizont des Lias E bietet gute Erdbaustoffe und stellt einen standfesten
Baugrund dar.
Die in ihrer Materialzusammensetzung schnell wechselnden jungen
Talsedimente sind setzungsempfindlich.
Für größere Bauvorhaben sollte in jedem Fall eine baugrundgeo-
logische Untersuchung durchgeführt werden.

10. Geologischwichtige Stellen


Oberer Burgsandstein: Nördlich Fürnheim und im Gebiet des
Oettinger Forstes
Feuerletten: Steilhänge zwischen Röckingen und Opfenried,
außerdem im Bereich der bergan führenden Wege im Oettinger Forst
L i a s a 2 (Angulatensandstein): Oberhalb des Forsthauses Linkers-
baindt, unterhalb des Höhenweges im ,,Forsthöfer Schlag“, beim P. 504,O
oberhalb des ,,Tiefenschlags“, am Moritzkreuz, am Weg nach Eitersberg
und im Opfenrieder Wäldchen
L i a s e 3 -l- ß (?) (Sinemur-Kalksandstein): Brüche nördlich Ehingen,
am nördlichen Ortsausgang von Unterschwaningen, an der Bahn östlich
Altentrüdingen, oberhalb der Straße südwestlich Geilsheim, nördlich
Westheim, auf der Hochfläche des Oettinger Forstes zwischen Reichenbach
und Dornstadt, im nördlichen Jägerschlag (nordwestlich Fürnheim) und
südlich des Moritzkreuzes
Liasy: im Hohlweg von Röckingen nach Osten
Für das Studium der einzelnen Horizonte vom Lias 8 (Posidonienschie-
fer) bis zum Malm y empfiehlt sich der Geologische Lehrpfad, der in der
,,Kiesgrube“ nordöstlich Wittelshofen (Abb. 14) beginnt und über den
Westhang des Hesselberges bis zum alten Steinbruch unterhalb des Gipfels
(Abb. 17) führt.

89
11. Schichtenverzeichnisse
von Bohrungen
11.1. Wasserbohrung Gerolfingen, G 1 3, 4,
Lage: 825 m NW der Kirche in Gerolfingen
Ansatzhöhe: Rd. 437 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Profil: Von der alten, etwa 40 m tiefen Bohrung liegt kein
Profil vor. Nach der geologischen Karte dürfte sie etwa an der Grenze
Lias/Keuper eingestellt worden sein.

11.2. Wasserbohrung Opfenried (1950), Os)


Lage: Am Sportplatz in Opfenried, R = 43 95610, H = 54 35770
Ansatzhöhe: Rd. 466 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Kurzprofil (nach PIKAL 1974, S. 138) :
- 4,20m Lias (r2
- 35,80 m Feuerletten, an der Basis mit Feinsandstein
- 36,20 m Oberer Burgsandstein.

11.3. Wasserbohrung Wassertriidingen 1 (1912), W 1”)


Lage: Rd. 180 m SSE Bahnhof Wassertrüdingen, R = 43 98330, H = 54 34760
Ansatzhöhe: Rd. 423 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Kurzprofil (nach HAUNSCHILD 1965b, S. 169):
- 4,00 m Quartär
- 64,50 m Burgsandstein
- 81,00 m Blasensandstein i. w. S.

11.4. Wasserbohrung Wassertrüdingen 2 (1956), W 2”)


Lage: Rd. 175 m E Bohrung W 1, R = 43 98520, H = 54 34760
Ansatzhöhe: Rd. 422 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Kurzprofil (nach BIRZER 1958. S. 22/23) :
- 5,20 m Quartär
- 65,30 m Burgsandstein
- 90,50 m Blasensandstein i. w. S.

11.5. Wasserbohrung Wassertriidingen 3 (1962/63), W 3”)


Lage: Rd. 220 m SSW Bohrung W 2. R = 43 98462. H = 54 34530
Ansatzhöhe: Rd. 422 m ü. NN(geschätzt) ’
Geologisches Kurznrofil (nach HAUNSCHILD 1965b. S. 170-171 u. 1977):
- 5,00 m Quart&
- 26,50 m Oberer Burgsandstein
- 52.60 m Mittlerer Burgsandstein
- SS;20 m Unterer Burgsandstein
- 126,00 m Blasensandstein i. w. S. i- Lehrbergschichten
- 130,OO m Schilfsandstein
- 133,00 m Estherienschichten.

“) Unter dieser Bezeichnung wurde die Bohrung in die Karte eingetragen.


“) Nach Auskunft dcs Wassermeisters in Gerolfingen.

90
11.6. Wasserbohrung Rastberg 1 (1966), R lz)
Lage: Rd. 500 m SE vom Zollhaus Wassertrüdingen, R = 43 98990,
H = 54 33263
Geologisches Kurzprofil (nach HAUNSCHILD 1968a, S. 141-146 u. 1977).
- 2,80 m Quartär
- 29,00 m Oberer Burgsandstein
- 55,00 m Mittlerer Burgsandstein
- 67,00 m Unterer Burgsandstein
- 107,OO m Blasensandstein i. w. S.
- 132,00 m Lehrbergschichten
- 134,00 m Schilfsandstein
- 140,OO m Estherienschichten.

11.7. Wasserbohrung Rastberg 2 (1976), R 23)


Lage: Rd. 750 m SE vom Zollhaus Wassertrüdingen, R = 43 99100,
H = 54 32160
Ansatzhöhe: rd. 422 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Kurzprofil (nach HAUNSCI-IILD 1977):
- 2,50 m Quartär
- 29,‘70 m Oberer Burgsandstein
- 54,00 m Mittlerer Burgsandstein
- 71,80 m Unterer Burgsandstein
- 85,00 m Coburger Sandstein
- 109,50 m Blasensandstein i. e. S.
- 136,00 m Lehrbergschichten
- 139,00 m Schilfsandstein
- 142,00 m Estherienschichten.

11.8. Wasserbohrung Rastberg 3 (1967), R 33)


Lage: Rd. 1050 m SE vom Zollhaus Wassertrüdingen, R = 43 99206,
H = 54 32670
Ansatzhöhe: Rd. 423 m ü. NN (geschätzt)
Geologisches Kurzprofil (nach HAUNSCHILD 1968a, S. 149-153 u. 1977).
- 0,70 m Quartär
- 28.00 m Oberer Burgsandstein
- 54100 m Mittlerer Burgsandstein
- 68.00 m Unterer Burgsandstein
- 85;OO m Coburger Sandstein
- 108,OO m Blasensandstein i. e. S.
- 130,OO m Lehrbergschichten.

11.9. Wasserbohrung Westheim - Molkerei (1956), WelVI”)


Lage: Rd. 200 m N der Ortskirche
Ansatzhöhe: Rd. 436 m ii. NN (geschätzt)
Geologisches Profil (nach Angabe des Bohrmeisters) :
- 0,40 m lehmiger Humus
- 1,50 m Letten rotbraun, zäh
- 3,40 m Letten rotbraun, mit grünlichen Lettenschichten
- 6,50 m Letten rotbraun, mit Sandsteinbrocken
- 14,70 m Letten rotbraun
- 16,00 m Sand grünlich, stark tonig
- 27,00 m Sandstein hellbraun, grobkörnig, mit etwas Kies (bis 2 cm 0)
- 31,80 m Keuperletten rotbraun

91
- 42,40 m Sandstein hellrot, mit Keuperschichten.
Deutung des Profils:
- 14,70 m Feuerletten
- 42,40 m Oberer Burgsandstein,

11.10. Baugrundbohrung an der Schmalzmühle, BW 1”)


Lage: Rd. 225 m NE der Schmalzmühle
Ansatzhöhe: 423,70 m ü. NN
Geologisches Profil (nach PIKAL 1974) :
- 1,40 m Schluff sandig, graubraun
- 4,80 m Sand kiesig, graubraun
- 8,20 m Sand kiesig, gelbbraun
- 8,80 m Sandstein rotbraun
- 9,20 m Tonstein grau
- 11,00 m Sandstein rotbraun.
Deutung des Profils: Bis 8,20 m quartäre Talfüllung der Wörnitz, - 11,OO m
Oberer Burgsandstein.

11.11. Baugrundbohrung an der Schmalzmühle, BW 23)


Lage: Rd. 130-150 m ENE der Schmalzmühle
Ansatzhöhe: 423,80 m ii. NN
Geologisches Profil (nach PIKAL 1974) :
- 0,80 m Sand schluffig
- 2,00 m Schluff sandig, graubraun
- 2.60 m Sand schluffia
- 4100 m Grobsand kiesig, braun
- 7,00 m Sand feinkiesig, gelbbraun
- 8,20 m Grobsand feinkiesig, steinig
- 10,OOm Sandstein grau
- 10,30 m Schluff
- 12,80 m Tonstein rotbraun,
Deutung des Profils: Bis 8,20 m quartäre Talfüllung der Wörnitz, - 12,80 m
Oberer Burgsandstein.

11.12. Baugrundbohrung an der Schmalzmühle, BW 39)


Lage: Rd. 225 m SE der Schmalzmühle
Ansatzhöhe: 42350 m ii. NN
Geologisches Profil (nach PIKAL 1974) :
- 1,lO m Schluff feinsandig
- 3,40 m Schluff stark sandig, graubraun
- 5,00 m Grobsand feinkiesig, grau
- 7,lO m Grobsand kiesig, gelbbraun
- 7,30 m Sandstein
- 9,60 m Letten
- 13,OOm Tonstein mit Schlufflagen
- 14,00 m Feinsandstein.
Deutung des Profils: Bis 7,lO m quartäre Talfüllung der Wörnitz, - 14,00 m
Oberer Burgsandstein.

11.13. Baugrundbohrung in Westheim (Bohrung 2)


Lage: Unmittelbar nördlich des Bruckbaches, westliche Seite der Straße
Ansatzhöhe: 435,69 m ü. NN
Geologisches Profil (nach Angabe des Bohrmeisters) :

92
- 0,30 m Mutterboden braun
- 1,90 m Sand (Aufschüttung), Schluff, Steine
- 3,40 m Schluff sandig, schwach organisch, grau
- 5,00 m Schluff stark sandig, grau
- 5,60 m Schluff sandig, kiesig, steinig, grau und braun
- 7,50 m Ton feinsandig, rotbraun
- 12,70 m Ton feinsandig, rotbraun und graugrün
- 13,50m Ton/Tonstein feinsandig, graubraun.
Deutung des Profils: Bis 5,60m quartäre Talfüllung des Bruckbaches,
- 13,50 m Feuerletten.

11.14. Baugrundbohrung in Westheim (Bohrung 1)


Lage: Unmittelbar nördlich von Bohrung 2
Ansatzhöhe: 435,84 m ü. NN
Geologisches Kurzprofil:
- 4,30 m quartäre Talfüllung des Bruckbaches
- 14,OO m Feuerletten
- 15,OO m Oberer Burgsandstein.

11.15. Baugrundbohrung in Westheim (Bohrung 4)


Lage: Unmittelbar nördlich des Bruckbaches, östliche Straßenseite, gegen-
über von Bohrung 2
Ansatzhöhe: 435,75 m ü. NN
Geologisches Kurzprofil:
- 5,70 m quartäre Talfüllung des Bruckbaches
- 13,80 m Feuerletten
- 14,00 m Oberer Burgsandstein.

11.16. Baugrundbohrung in Westheim (Bohrung 3)


Lage: Unmittelbar nördlich von Bohrung 4, gegenüber von Bohrung 1
Ansatzhöhe: 435,95 m ü. NN
Geologisches Kurzprofil:
- 5,40 m quartäre Talfüllung des Bruckbaches
- 13,50 m Feuerletten.

93
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