BWL Steop
Kapitel 1: Sichtweisen Betriebswirtschaft
Entscheidungsorientierte BWL:
Wirtschaften als Entscheidung bei Knappheit
- Entscheidungsprobleme & verbundene Tradeoffs erkennen -> Entscheidung treffen
wofür Ressourcen am besten verwenden
- Knappheit = man hätte gerne mehr von einem Gut als verfügbar (Geld)
- Tradeoff = Abwägungsentscheidung zw. konkurrierenden Zielen
- Opportunitätskosten = entgangener Nutzen nach Entscheidung (Urlaub / Wohnung)
- Beschäftigt sich hauptsächlich mit Produktionsentscheidungen, letzten 50-100 Jahre
relevant
Verhaltensorientierte BWL:
Ausbalancieren von Stakeholder-Interessen
- Geht um Menschen, Psychologie wichtig
- Bounded Rationality = Menschen nur beschränkt rational (Herbert A. Simon) =>
zufriedenstellende Lösung wird gesucht statt optimale (zu aufwendig) = Satisficing
Behavior (Jobbesetzung)
- Behavioral Theory of the Firm = verschiedene Interessengruppen in Unternehmen
(Stakeholder) versuchen Interessen durchzusetzen (wie Politik) (Richard Cyert &
James March)
- Stakeholder = Arbeitskräfte, Kundschaft, Financiers, Zulieferer, Partnerunternehmen ->
stehen in Beziehungen
- Anreiz-Beitragstheorie = Leistung v. Stakeholder muss im ausgewogenen Verhältnis zu
Output stehen (Gegenleistungen), sonst keine nachhaltige Existenz v. Unternehmen
möglich (Konkurenzprodukt, Kündigung)
Innovationsorientierte BWL:
Wirtschaften als unternehmerische Umsetzung neuer Wertschöpfungsmöglichkeiten f.
Stakeholder
- Ziel v. Unt. = Innovation (Überwindung v. Tradeoffs durch Kreativität)
- Produzentenrente = pro zusätzlich verkauftem xy hat Unt. € verdient
- Konsumentenrente = Differenz zw. maximalen Preis den Konsument gezahlt hätte und
was es eig gekostet hat
- Preis (Variable) entscheidet wie Verteilung
- Innovation = Umsetzung kreativer Ideen => Win-Win Situationen zw. Stakeholdern
Wichtig: beschränkte Rationalität, Grundlagen, Sichtweisen, Opportunitätskosten,
TradeOffs
Kapitel 2: 7 Sichtweisen auf Unternehmensführung
2.1. Unternehmerische Perspektive
keine Erfinder/Ingenieur, machten es nur effizienter/besser
Henry Ford: 1863-1947
o Vision: zuverlässiges, billiges Auto f. Masse -> Massenproduktion -> 295 USD f. Tiny
Lizzy => bis 1927 Verkauf v. ü. 15. Mio
o Baut einzigartiges Vertriebssystem auf, Tankstellennetz, fördert Autobahnbau
o 1914 Achtstundentag => 24h Fließband durch 3 Schichten
o Erhöhung Lohn 5 Dollar/Tag, hoher Druck f. Arbeiter
o Versäumt rechtzeitige Entwicklung v. Nachfolgemodelle => General Motors
überholt
Ray Kroc: 1902-1984
• Verkauft 1954 viele Mixer an Dick & Mac McDonalds
• Konzept: hocheffiziente (30 sek) frische Zubereitung v. billigem Essen (wenig
Auswahl)
• Gesellschaftlicher Trend => Eröffnung gemeinsamer weiterer Restaurants
• 1961 Abkauf v. Restaurant (bis auf 1) plus Marke, ambitioniertere Umsetzung
• Seit 2000er nur gedämpftes Wachstum, Rücklaufe wg. Konkurrenz (Subway)
Dietrich Mateschitz:
o 1980er asiatischer Manager sirupähnliche Flüssigkeit f. Konzentration
o Modifikation nach europäischem Geschmack => Red Bull (1987 Ö, 1994 D/CH,
1997 USA)
o Konzentration Kernkompetenz (Marketing, Sportsponsoring) -> Auslagerung
Produktion
o Ü 10 Mrd. Dosen/Jahr, 2009 erstmalig Umsatzrückgang
Steve Jobs:
• 1976 Gründung Apple mit Steve Wozinak (Ingenieur), er ist Enterpreneur
• 1976 Apple I „erster PC d. Welt” 666.66 USD, 1977 Aplle II 2 Mio. x verkauft
• 1984 Macintosh: erster PC mit grafischer Benutzeroberfläche (Apps anklicken)
• 1984 Jobs muss Unternehmen wg schlechter Verkaufszahlen verlassen (Druck
Shareholder & Vorstand)
ð Gründung NeXT (Betriebssystem iOS) & Pixar
• 1996 Rückkehr Apple (fast bankrott, 1998 iPod (enormer Erfolg), 2007 iPhone
2.2. Joseph Schumpeter: 1883-1950
§ Ö. Finanzminister, Professor Graz, Bonn, Harvard, herausragender
Wirtschaftswissenschaftler
§ 1950: dynamische Unternehmer/Bahnbrecher = Motor d. Fortschritt vorantreibt,
Entwicklung neuer Verfahren/Produkte f. Vorsprung vor Konkurrenten, Erschließung
neuer Märkte
§ Recombinant Innovation: Innovationen = neue Kombinationen bekannten Wissens
§ Dynamischer Wettbewerbsprozess: Vorstöße v. Pionier (first Mover) werden v.
Nachahmern (Imitators) herausgefordert
§ => Prozess d. schöpferischen Zerstörung (creative destruction) = Revolution
Wirtschaftsstruktur von innen heraus
2.3. Strategietypen:
Arbitrageunternehmen:
altbekannte Produktionsverfahren, durch Markt vorgegebene Beschaffungs- &
Absatzpreise
ð Maximierung Differenz zw. Umsatz & Aufwand (Verkauf & Herstellung) = Finanz-
Gewinn
ð Ständiges Optimieren, sonst verschwinden wg hoher Konkurrenz
ð Gewinn & Kapitalrendite (Kapitalistenrente)
Schöpferische Unternehmen:
Wertschöpfung durch Innovation
ð Möglichst viel Wert für Stakeholder schaffen
ð Finanzgewinn = Lohn f. neue Ideen und erfolgreiche Umsetzung
(Entrepreneurs-Rente) plus Vergütung für Einsatz v. Risikokapital
ð Vergütung Risikokapital nicht marktüblich, neue Geschäftsideen nicht vom
Markt bewertbar
Meisten Unternehmen Mischung aus Arbitrage-/schöpferischen UnternehmenBusiness-
Plan:
" viel Intuition (Idee/Vision bricht übliche Denkmuster) in unt. Tätigkeit =>
Rationalitätssicherung => Steigerung Erfolgschancen durch rationale
kaufmännische Planung
" Transparentmachen v. Gesamtkonzept f. Externe (Geldgeber)
" sorgfältiges Vorausdenken, Abwägen v. Chancen & Risiken möglich, Erkennung
Gefahren
2.4. Diskussion
Disruptive Innovation: verdrängt bestehende Technologie vollständig (Netflix ->
Videotheken)
Business Model Innovation: keine Produktinnovation sondern in Logik des
Geschäftsmodells (Streaming -> durch Werbung Geld)
Fuckup Nights / Survivorship Bias (Überschätzung Erfolg wg Sichtbarkeit): 20% von Unt.
überleben ersten 3 Jahre, 10% ersten 5
Unternehmensgründung Männlich, weiß, US?
- Anteil weibliche Beteiligung in EU v. 13% 2010 auf 21% in 2021
- Einwanderer besonders unternehmerisch & erfolgreich -> 64% US Unicorn Startups
(Wert 1 Mrd. Dollar), zb: Sherry Wei: Aviatrix (Cloud Netzwerk Platform), Rihana:
Savage X Fenty
2.5. Wertschaffung durch Innovation & Wertverteilung zw. Stakeholdern => IBM
• 1970er spezialisiert auf Büromaschinen -> privater Computer (PC) wachsender Markt
(Apple)
• Modularity = Entwicklung v. leicht auswechselbaren Teilen, ganzes Produkt setzt sich
aus unterschiedlichen Firmen zusammen (Hauptprozessor v. Intel)
• Software reicht wenn IBM kompatibel => Microsoft
ð Problem: Innovation im Business Ecosystem (Software & Prozessor) = teurer
ð Wertschöpfung und Wertverteilung im Ecosystem: Überholen durch Intel &
Microsoft
Deep Dive Wertschöpfung und Wertverteilung
Wertschaffung Kunde:
Konsumentenrente -> maximale Zahlungsbereitschaft (willingness to pay)
Wertschaffung Mitarbeiter:
Opportunitätskosten (was wo anders für die Arbeit bekommen)
Wertschaffung für Office Space AG:
Bei Vermietung keine zusätzliche Wertschöpfung, trotzdem Gewinn möglich
Wertschaffung Zulieferrente:
Digitales Gut -> Wertschaffung = Verkaufs/Mietpreis
Wertschaffung Geschäftsführerin:
Produzentenrente = Gewinn, zusätzlich Opportunitätskosten (Arbeitszeit)
Keine Berücksichtigung v. Geschäftsrisiko:
- Nachverhandlung & Preisdruck
- Mitarbeiter springt ab, Datenanalyse kein sinnvolles Ergebnis, etc.
ð Kern Unternehmertum: möglichst große Wertschöpfung für alle Stakeholder
-> ökonomische Nachhaltigkeit, Gewinn definiert wie Wertschöpfung
verteilt wird