UIC-Kodex 407
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2. Ausgabe, Dezember 2000
Übersetzung
Datenaustausch zwischen den Betriebsleit-
zentralen
Echange des données informatiques entre centres de gestion du trafic
Computer-based data exchange between traffic control centres
Merkblatt einzuordnen in Abschnitt :
IV - Betriebsführung
Gültig :
ab 1. July 1994
Alle Mitglieder des Internationalen Eisenbahnverbandes
Liste der Änderungsanzeigen :
1. Ausgabe, Juli 1994 Erste Fassung
2. Ausgabe, Dezember 2000 Erfassung in FrameMaker
Der Merkblattverantworliche ist im UIC-Kodex angegeben
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Die vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, der Nachdruck sowie die Verteilung jeglicher, einschließlich
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französischen Gesetzes über geistiges Eigentum)
© Internationaler Eisenbahnverband (UIC) - Paris, 2000
Druck: Internationaler Eisenbahnverband (UIC)
16, rue Jean Rey
F - 75015 Paris - Frankreich, Dezember 2000
Dépot légal Dezember 2000
ISBN 2-7461-0233-1 (französische Fassung)
ISBN 2-7461-0234-X (deutsche Fassung)
ISBN 2-7461-0235-8 (englische Fassung)
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Inhalt
Zusammenfassung ..............................................................................................................1
1- Entwicklung von Betriebsleitsystemen .................................................................... 2
2- Bilaterale Vereinbarungen.......................................................................................... 3
3- Datenkatalog................................................................................................................ 4
Anlage A - Begriffsdefinitionen...................................................................................... 6
Anlage B - Beispiele von möglichen Fällen für Datenauslösung ............................... 7
B.1 -Fall 1: Zug passiert vor Erreichen der vereinbarten Vorlaufzeit den
Meldepunkt A/B .................................................................................................... 7
B.2 -Fall 2: Zug verkehrt so verspätet, daß er den Meldepunkt A erst nach Ablauf
der vereinbarten Vorlaufzeit erreicht..................................................................... 8
B.3 -Fall 3: Zug verkehrt verfrüht/planmäßig/verspätet. Das System der Bahn X ist
nicht so ausgelegt, daß es Berechnungen bezogen auf den Übergangsbahnhof
F/G ausführen kann .............................................................................................. 9
Bibliographie ......................................................................................................................10
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Zusammenfassung
Bei den einzelnen Bahnverwaltungen gibt es, abgestimmt auf die jeweiligen nationalen Interessen,
unterschiedliche Systeme für die Zuglaufüberwachung. Im wesentlichen werden jedoch die gleichen
Ziele verfolgt:
Überwachung und Disponierung des aktuellen Zuglaufs
Ziel dieses Merkblattes ist es, die Neu- oder Weiterentwicklung der Systeme zur Betriebsführung auf
der Basis eines allgemein gültigen Datenkatalogs zum strukturierten Austausch von Informationen zu
fördern.
In diesem Zusammenhang definiert das UIC Merkblatt Nr. 450-1 die Zusammenarbeit der Bahnen
beim Austausch von Echtzeitinformationen über den Lauf internationaler Reise- und Güterzüge. Nach
dessen Artikle 4 ist die Verwendung verschiedener Mittel für die Informationsübertragung, (Telefon,
Telex, Fernkopierer (Fax), EDV-interne Datenübertragung) vorgesehen.
In diesem Merkblatt sind die Regeln festgelegt, die es den Bahnen ermöglichen, die Daten wechsel-
seitig im Rahmen DV-unterstützter Konflikterkennung/-lösung zu verwenden.
Der Umfang der zu übertragenden Informationen hängt hauptsächlich von den Möglichkeiten der na-
tionalen Betriebsleitsysteme ab. Dieses Merkblatt berücksichtigt einen EDV-internen Datenaustausch
auf der Basis eines minimalen Datenkatalogs wie auch eines erweiterten Datenkataloges zur weitest-
gehend automatisierten Konflikterkennung/-lösung. Der erweiterte Datenkatalog wird bei Bedarf fort-
geschrieben.
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1 - Entwicklung von Betriebsleitsystemen
Die Bahnen entwickeln eigenständig nationale Betriebsleitsysteme zur Überwachung und Disposition
des Eisenbahnverkehrs. Zur Sicherstellung des internationalen Datenaustausches im Rahmen der
Konfliktbearbeitung haben sich nationale Entwicklungen zu rechnerunterstützten Überwachungs- und
Dispositionssystemen an den Vorgaben dieses Merkblattes zu orientieren.
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2 - Bilaterale Vereinbarungen
Den Bahnen wird empfohlen, über den Datenaustausch bilaterale Vereinbarungen zu treffen. Die aus-
zutauschenden Daten haben dem Format gemäß der Punkt 3 - Seite 4 zu entsprechen.
Grundsätzlich beinhaltet die Datenübertragung die erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahn-
hof. Kann die die Meldung absetzende Bahn keine Berechnungen bezogen auf den Übergangsbahn-
hof vornehmen, so übermittelt sie den Delta-t-Wert am vereinbarten Meldepunkt, worauf das System
der übernehmenden Bahn die gemeldete Verspätung auf der Basis der Parallelverschiebung der Zeit-
Wege-Linie auf den Übergangsbahnhof überträgt.
In den bilateralen Vereinbarungen ist festzulegen, wann und wie Daten ausgetauscht werden. Die
auszutauschenden Daten werden aufgrund ihrer Bedeutung in zwei Gruppen gegliedert. In die Anla-
gen sind mögliche Datensätze, die ausgetauscht werden können, dargestellt.
2.1 - Gruppe: Obligatorische Daten
Die übergebende Bahn übermittelt der übernehmenden Bahn in jedem Fall die Fahrplan- und aktuel-
len Zugdaten, die in Punkt 3 (Gruppe 1) präzisiert sind. Dabei ist insbesondere zu beachten, daß
- Prognosewerte sich grundsätzlich auf den Übergangsbahnhof des Zuges an die Nachbarbahn be-
ziehen (in der Regel Grenzbahnhof);
- Delta-t-Werte sich auf Dienststellen entlang der Zulaufstrecke beziehen;
- für die Datenübertragung folgende Auslösekriterien in Betracht gezogen werden können:
• Ab- oder Durchfahrt in einer oder mehreren Dienststellen entlang der Zulaufstrecke;
• Erreichen der vereinbarten Vorlaufzeit (planmäßige Übergabezeit minus x Minuten);
• Abweichende erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahnhof gegenüber der vorausgegan-
genen Meldung.
2.2 - Gruppe: Fakultative Daten
Zu den obligatorischen Fahrplan- und aktuellen Zuglaufdaten können zusätzliche fakultative Zugda-
ten, die in Punkt 3 (Gruppe 2) präzisiert sind, übermittelt werden. Dabei können einzelne oder alle
möglichen Datenelemente zur Übermittlung vereinbart werden.
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3 - Datenkatalog
Gruppe 1
Obligatorische Fahrplan- und aktuelle Zuglaufdaten
1 2 3 4 5
Nr Art der Information Code der Stellenzahl Erläuterungen
Einheit
1.0 Bahn 920-1 2N
1.1 Dienststelle 920-2
- codiert 5N ist bilateral zu
- in Klarschrift 12 AN/5 AN vereinbaren
1.2 Zugnummer 419-1 5N
419-2
1.3 Soll-Zeit 920-4 6N TT = Tag
SS = Stunde
MM = Minute
1.4 Ist-Zeit 920-4 6N TT = Tag
SS = Stunde
MM = Minute
1.5 Delta-t-Wert a (m) mm 3-4 N a = Vorzeichen
+ (für Verspätung)
- (für Verfrühung)
blank (für Plan)
mm = Minute
1.6 Kennung neue Soll-Zeit n 1N n : 1 = Neue errechnete Sollzeit
(Prognosewert
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Gruppe 2
Fakultative Zugdaten (sie dienen der qualitativen Verbesserung des Moduls Konflikt-erken-
nung/-lösung)
1 2 3 4 5
Nr Art der Information Code der Stellenzahl Erläuterungen
Einheit
2.1 Zusatzkennung zur
Zugnummer
- Zuggattung 401 2N z. B.
spezielle Codierung für Hochge-
- weitere nn 5x2N schwindigkeitszug Gefahrgutzug
Begegnungsverbot Tauglichkeit
LZB Verfügbarkeit Zugfunk Aus-
fall Zugheizung etc.
2.2 Triebfahrzeuge
- Anzahl n 1N n = 1-stellige Ziffer (max. 5)
- Nr. 438-3 5 x 12 N
- aktuell zulässige Ge- km/h 3N
schwindigkeit
2.3 Wagenzug
- aktuell zulässige Ge- km/h 3N
schwindigkeit
- aktuelle Länge Meter 4N
- aktuelle Anhängelast Tonnen 4N
- aktuelle Wagenzahl 2N
- aktuelles Bremsver- % 3N
hältnis
2.4 Verspätungsbegrün- 401 2N
dung 450-1
450-2
2.5 Ausfall eines Zuges n 1N n = 1-stellige Ziffer
2.6 Referenznummer nnnnn 5N n = Zugnummer gemäß verein-
barter Zugbildung
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Anlagen
Anlage A - Begriffsdefinitionen
Bahn X Bahn Y
A B F/G
Zulaufstrecke
Zulaufstrecke
Streckenabschnitt, den der Zug vor Erreichen des Übergangsbahnhofs F/G (in der Regel Grenzbahn-
hof) befährt.
Meldepunkt (A, B)
Dienststelle entlang der Zulaufstrecke. Löst bei Ab- oder Durchfahrt eines Zuges in Richtung Über-
gangsbahnhof immer eine Datenübertragung aus.
Übergangsbahnhof (F/G)
Letzter Bahnhof auf der Zulaufstrecke und zugleich erster Bahnhof der übernehmenden Bahn = funk-
tionelle Schnittstelle der Systeme Bahn X / Bahn Y.
Vereinbarte Vorlaufzeit
Zeitpunkt (planmäßige Übergangszeit F/G minus x Minuten), zu dem spätestens die Datenüber-
traung ausgelöst werden muß.
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Anlagen
Anlage B - Beispiele von möglichen Fällen für
Datenauslösung
B.1 - Fall 1: Zug passiert vor Erreichen der vereinbarten Vorlaufzeit den
Meldepunkt A/B
Bahn X Bahn Y
A B F/G
Zulaufstrecke
Ausgelöste Datenübertragung
Bei Ab- oder Durchfahrt in A und/oder B wird eine Datenübertragung vom System der Bahn X in das
System der Bahn Y ausgelöst, welche die erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahn-hof F/G
beinhaltet.
Inhalt der obligatorischen Datenfelder (Punkt 3 - Seite 4)
1.0 = Bahn, welche die Meldung absetzt
1.1 = Übergangsbahnhof F/G
1.2 = Nummer des Zuges, auf den sich die Meldung bezieht
1.3 = erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahnhof F/G
1.4 = ohne Inhalt
1.5 = ohne Inhalt
1.6 = Kennung, daß es sich um eine neu errechnete SOLL-Zeit handelt
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Anlagen
B.2 - Fall 2: Zug verkehrt so verspätet, daß er den Meldepunkt A erst nach
Ablauf der vereinbarten Vorlaufzeit erreicht
Bahn X Bahn Y
A B F/G
Zulaufstrecke
Ausgelöste Datenübertragung
Das System der Bahn X errechnet die erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahnhof F/G auf Ba-
sis des zuletzt durchgeführten SOLL-IST-Vergleichs (dies geschieht bevor der Zug den Meldepunkt
A erreicht).
Inhalt der obligatorischen Datenfelder (Punkt 3 - Seite 4)
1.0 = Bahn, welche die Meldung absetzt
1.1 = Übergangsbahnhof F/G
1.2 = Nummer des Zuges, auf den sich die Meldung bezieht
1.3 = erwartete Ankunftszeit auf dem Übergangsbahnhof F/G
1.4 = ohne Inhalt
1.5 = ohne Inhalt
1.6 = Kennung, daß es sich um eine neu errechnete SOLL-Zeit handelt
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Anlagen
B.3 - Fall 3: Zug verkehrt verfrüht/planmäßig/verspätet. Das System der
Bahn X ist nicht so ausgelegt, daß es Berechnungen bezogen auf
den Übergangsbahnhof F/G ausführen kann
Bahn X Bahn Y
A B F/G
Zulaufstrecke
Ausgelöste Datenübertragung
Das System der Bahn X übermittelt den Delta-t-Wert (er kann auch den Wert 0 haben) bezogen auf
den Meldepunkt A, B oder einen anderen an das System der Bahn Y.
Inhalt der obligatorischen Datenfelder (Punkt 3 - Seite 4)
1.0 = Bahn, welche die Meldung absetzt
1.1 = vereinbarter Meldepunkt A, B oder ein anderer
1.2 = Nummer des Zuges, auf den sich die Meldung bezieht
1.3 = mit/ohne Inhalt
1.4 = mit/ohne Inhalt
1.5 = aktuelle Abweichung als Delta-t-Wert
1.6 = ohne Inhalt
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Bibliographie
1. UIC-Merkblätter
Internationaler Eisenbahnverband
"Merkblatt Nr. 401. - Bedarf der Betriebsleitung an Informationen über die Transportabwicklung, Ver-
spätungen und sonstige Störungen; Kriterien zur Bewertung der Betriebslage und Maßnahmen zur
Verbesserung der Betriebsführung", 1. Ausgabe vom 01.01.1983
"Merkblatt Nr. 404-2. - Zusammenstellung der zwischen den Bahnen im internationalen Verkehr aus-
zutauschenden Informationen über die Beförderung von Gütern im Wagenladungsverkehr", 3. Ausga-
be vom 01.01.1982 einschließlich Änderungen Nr. 1 bis 9
"Merkblatt Nr. 407. - Datenaustausch zwischen den Betriebsleitzentralen", 1. Ausgabe vom
01.07.1994
"Merkblatt Nr. 419-1. - Analytische Numerierung der internationalen Reisezüge", 2. Ausgabe vom
01.01.1993
"Merkblatt Nr. 419-2. - Analytische Numerierung der internationalen Güterzüge", 1. Ausgabe vom
03.06.1973 - Neuauflage vom 01.07.1993 mit 7 Änderungen
"Merkblatt Nr. 425-1. - Vormeldung der Züge und Überwachung des internationalen Güterzugver-
kehrs", 1. Ausgabe vom 01.01.1962 einschließlich Änderung Nr. 1
"Merkblatt Nr. 425-3. - Überwachung und nachträgliche Kontrolle der planmäßigen Beförderung von
Einzelgüterwagen im internationalen Wagenladungsverkehr", 1. Ausgabe vom 01.01.1980
"Merkblatt Nr. 438-3. - Kennzeichnung der Triebfahrzeuge", 1. Ausgabe vom 01.01.1971 einschließ-
lich Änderungen Nr. 1 bis 3
"Merkblatt Nr. 450-1. - Austausch von Sofortinformationen zwischen den Bahnen über den Lauf des
internationalen Zugverkehrs", 2. Ausgabe vom 01.01.1997
"Merkblatt Nr. 473. - Vormeldung der Reisezüge im internationalen Verkehr", 1. Ausgabe vom
01.10.1983
"Merkblatt Nr. 475. - Vorschriften über die Erfassung, Kontrolle und Übertragung von Daten über den
Übergang von Güterwagen im grenzüberschreitendem Verkehr", 4. Ausgabe vom 01.07.1991
"Merkblatt Nr. 920-1. - Einheitliche numerische Codierung der Bahnen", 4. Ausgabe vom 01.01.1995
"Merkblatt Nr. 920-2. - Einheitliche numerische Codierung der Dienststellen", 4. Ausgabe vom
01.01.1989 einschließlich Änderungen Nr. 1 bis 4
2. Schlußfolgerungen der Versammlungen
Internationaler Eisenbahnverband
"Ausschuß "Fahrweg - Betrieb". - Frage 4/E - Betriebsleitsystem", Sevilla, April 1994
10 450-2
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