Kantonspolizei
Verkehrspolizei
Montage und Verwendung mobiler Navigationsgeräte
Ausgangslage
Seit einigen Jahren ist die Verwendung von mobilen Navigationsgeräten in Fahrzeugen gesetz-
lich geregelt. Trotzdem stellt die Kantonspolizei Thurgau regelmässig fest, dass viele Geräte
sichtbehindernd montiert sind und sich Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker durch die Be-
dienung der Navigationsgeräte ablenken lassen.
Mit diesem Merkblatt soll die Rechtslage geklärt und aufgezeigt werden, wie diese Geräte ohne
Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit benutzt werden können.
Rechtslage
Fenster und Sicht
Gemäss Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) Art. 71a
Abs. 1 muss der Führer oder die Führerin dafür besorgt sein, dass bei einer Augenhöhe von
0,75 m über der Sitzfläche, ausserhalb eines Halbkreises von 12,0 m Radius die Fahrbahn frei
überblickt werden kann (siehe Skizzen).
Unter diesem Aspekt ist neben der genannten Bestimmung auch Art 71a Abs. 4 VTS zu sehen,
der zusätzlich verlangt, dass Scheiben, die für die Sicht des Führers nötig sind, eine klare, ver-
zerrungsfreie Durchsicht gestatten müssen.
Ablenkung durch Bedienung des Navigationsgerätes
Unabhängig vom freizuhaltenden Sichtfeld darf beim Fahren keine Verrichtung vorgenommen
werden, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert (Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1
VRV). Der Lenker hat dafür zu sorgen, dass er durch die Benutzung des Navigationsgerätes
nicht abgelenkt wird. Diese Pflicht gilt unabhängig von der Platzierung des Gerätes.
Auslegung des Gesetzestextes
Gemäss Bundesamt für Strassen ASTRA lässt sich die gesetzliche Regelung wie folgt
auslegen:
Eine gute Sicht auf das Verkehrsgeschehen ist für die Verkehrsicherheit von ausschlaggeben-
der Bedeutung. Als Scheiben, die für die Sicht des Führers nötig sind, gelten die Windschutz-
scheibe und die vorderen Seitenscheiben. An diesen Scheiben ist deshalb das Anbringen von
Aufklebern, Blenden etc. nicht zulässig. Davon ausgenommen sind Gegenstände, die gesetz-
lich vorgeschrieben oder vorgesehen sind (z.B. Autobahnvignette, LSVA Erfassungsgerät, In-
nenspiegel, Sonnenblende) oder für den Einsatz im Ordnungsdienst vorübergehend angebracht
werden (z.B. Gitter), sowie Navigationsgeräte ausserhalb des Sichtkreises nach Absatz 1.
Gleichzeitig kann aber auch das Anbringen der heute üblichen Navigationsgeräte (in Zigaret-
tenschachtel- bis Postkartengrösse) an bzw. vor der Windschutzscheibe unter gewissen Bedin-
gungen toleriert werden. Diese Geräte dienen einem schutzwürdigen Interesse (vermeiden von
unnötigem Suchverkehr) und können bei richtiger Benutzung sogar zur Verbesserung der Ver-
kehrsicherheit beitragen. Es ist sicherer, wenn der Fahrzeugführer beispielsweise zum voraus
weiss, dass er nach 200 m rechts abbiegen muss, als wenn er die entsprechende Strasse an-
hand der Strassenschilder suchen muss. Andererseits darf dadurch aber keine Gefährdung für
andere Verkehrsteilnehmende entstehen, indem z.B. die Sicht beeinträchtigt wird.
Ausgehend von Artikel 71a Absatz 4 VTS dürfen montierte Geräte das vorgeschriebene Sicht-
feld nicht beeinträchtigen. Das heisst, der Fahrzeugführer muss einen Gegenstand, der sich in
einem Abstand von 12 m oder mehr vor ihm auf der Fahrbahn befindet, noch erkennen können.
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Navigationsgeräte, die in der Mitte der Frontscheibe angebracht werden, stehen im Wider-
spruch zu dieser Vorschrift: Sie bewirken einen blinden Fleck von gefährlicher Grösse.
Hinsichtlich der verbotenen Ablenkung stellt sich die Sachlage ähnlich dar wie bei der Benut-
zung von Mobiltelefonen. Es ist beispielsweise nicht zulässig, während der Fahrt am Navigati-
onsgerät ein neues Ziel einzugeben.
Frauenfeld, den 11. März 2013
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Quelle: Stadtpolizei Zürich