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De FL

In seiner Rede zur 78. Generaldebatte der UN betont Bundeskanzler Olaf Scholz die Bedeutung der deutschen Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen und die Notwendigkeit, Gewalt als Mittel der Politik abzulehnen. Er fordert mehr internationale Zusammenarbeit, insbesondere im Kampf gegen den Klimawandel und die Förderung nachhaltiger Entwicklung, und spricht sich für Reformen im UN-Sicherheitsrat aus, um die Realität einer multipolaren Welt widerzuspiegeln. Zudem ruft er zur Beendigung von Konflikten auf und erinnert daran, dass Frieden ohne Freiheit und Gerechtigkeit nicht möglich ist.

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In seiner Rede zur 78. Generaldebatte der UN betont Bundeskanzler Olaf Scholz die Bedeutung der deutschen Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen und die Notwendigkeit, Gewalt als Mittel der Politik abzulehnen. Er fordert mehr internationale Zusammenarbeit, insbesondere im Kampf gegen den Klimawandel und die Förderung nachhaltiger Entwicklung, und spricht sich für Reformen im UN-Sicherheitsrat aus, um die Realität einer multipolaren Welt widerzuspiegeln. Zudem ruft er zur Beendigung von Konflikten auf und erinnert daran, dass Frieden ohne Freiheit und Gerechtigkeit nicht möglich ist.

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Rede

des Bundeskanzlers
der Bundesrepublik Deutschland
Olaf Scholz, MdB

anlässlich der 78. Generaldebatte


der Generalversammlung
der Vereinten Nationen

New York, den 19. September 2023


2

Herr Präsident/Frau Präsidentin


(je nachdem, wer die Sitzung leitet),

meine Damen und Herren,

fast auf den Tag genau heute vor 50


Jahren traten zwei deutsche Staaten den
Vereinten Nationen bei:

Als 133. Mitglied die damalige Deutsche


Demokratische Republik, als Mitglied
Nummer 134 die Bundesrepublik
Deutschland.

Dieser Schritt hat für uns Deutsche bis


heute große Bedeutung.
3

Denn mit der Mitgliedschaft in den


Vereinten Nationen war für mein Land –
Urheber furchtbarer Kriege und
grausamer Verbrechen – die Möglichkeit
verbunden, zurückzukehren in die Familie
friedliebender Völker.

Für diese Chance sind wir zutiefst


dankbar.

Diese Rückkehr war nicht frei von


Voraussetzungen.

Vorausgegangen war dem deutsch-


deutschen Beitritt eine visionäre Politik der
Entspannung.
4

Sie folgte dem Ziel, „die Gräben des


Kalten Krieges zuzuschütten“, wie mein
Vorgänger, Bundeskanzler und
Friedensnobelpreisträger Willy Brandt, es
vor 50 Jahren hier in New York
formulierte.

Drei Dinge waren dafür unerlässlich.

Erstens: Das klare Bekenntnis beider


deutscher Staaten, Konflikte ohne Gewalt
zu lösen.
Niedergelegt wurde das im
Grundlagenvertrag zwischen Bonn und
Ost-Berlin sowie in den Verträgen, die die
Bundesrepublik mit ihren östlichen
Nachbarn schloss.
5

Die zweite Voraussetzung war der


Verzicht auf jegliche Form des
Revisionismus – indem die nach dem
Zweiten Weltkrieg neu entstandenen
Grenzen Deutschlands als unverletzlich
anerkannt wurden.
Diese Entscheidung stieß damals bei
vielen Bürgerinnen und Bürgern
Westdeutschlands auf Ablehnung. Im
Rückblick hat sie sich als richtig erwiesen.

Die dritte Voraussetzung war schließlich


eine Politik, die die Realität des Kalten
Kriegs nicht ausblendete.
6

Und die zugleich immer darauf gerichtet


blieb, den Status quo – also die
Konfrontation der Blöcke und damit auch
die unnatürliche Teilung Deutschlands –
zu überwinden.

Wenn ich hier und heute auf diese


Anfänge unserer Mitgliedschaft in den
Vereinten Nationen zurückblicke, dann
nicht nur aus historischem Interesse.

Sondern weil das Gewaltverbot immer


noch das unerreichte Kernversprechen
unserer Vereinten Nationen bildet.
7

Weil die Unverletzbarkeit von Grenzen


und die souveräne Gleichheit der Staaten
auch in unserer multipolaren Welt
verteidigt werden müssen – und zwar von
uns allen.

Und weil wir auch heute – gerade heute –


den Mut, die Kreativität und den Willen
brauchen, Gräben zu überwinden.

Gräben, die sich tiefer auftun denn je.

Diesen drei Idealen:

- dem Verzicht auf Gewalt als Mittel der


Politik,
8

- der Ablehnung jeder Form des


Revisionismus

- und dem Bekenntnis zur


Zusammenarbeit über Trennendes hinweg

fühlt Deutschland sich zutiefst verpflichtet.

Uns Deutschen haben diese Ideale das


große Glück beschert, heute in einem
vereinten Land zu leben – in Frieden mit
unseren Nachbarn, mit Freunden und
Partnern auf der ganzen Welt.

Und zugleich gilt heute umso mehr das,


was Willy Brandt hier bereits vor 50
Jahren sagte:
9

„In einer Welt, in der zunehmend jeder


von jedem abhängt, darf Friedenspolitik
nicht vor der eigenen Haustür
haltmachen“.

Deutsche Politik kann und wird sich nie


darin erschöpfen, ohne Rücksicht auf
andere unsere Interessen durchzusetzen.
Weil wir wissen: Unsere Freiheit, unsere
Demokratie und unser Wohlstand sind
zutiefst mit dem Wohlergehen Europas
und der Welt verknüpft.

Deshalb lautet das Gebot der Stunde


auch nicht weniger Kooperation – heute
vielleicht als „de-coupling“ oder als
10

„Zusammenarbeit nur unter


Gleichgesinnten“ verpackt.

Sondern mehr Kooperation – die Stärkung


bestehender Allianzen genauso wie die
Suche nach neuen Partnern. Denn nur so
lassen sich auch die Risiken allzu
einseitiger Abhängigkeiten abbauen.

Das alles gilt umso mehr in einer Welt, die


– anders als vor 50 Jahren – nicht mehr
nur zwei Machtzentren kennt. Sondern
viele unterschiedliche.

Multipolarität ist keine neue Ordnung. Wer


damit verbindet, dass kleinere Länder der
Hinterhof größerer Länder sind, der irrt.
11

Multipolarität ist keine normative


Kategorie, sondern eine
Zustandsbeschreibung.

Wer in einer multipolaren Welt nach


Ordnung sucht, der muss hier, bei den
Vereinten Nationen, beginnen.
Deshalb unterstützt Deutschland das UN-
System – und leistet als zweitgrößter
Geber nach den Vereinigten Staaten aus
voller Überzeugung seinen Beitrag.
12

Nur die Vereinten Nationen – auf Basis


der Werte, die in ihrer Charta verkörpert
sind – lösen den Anspruch universeller
Repräsentanz und souveräner Gleichheit
aller vollumfänglich ein.

Das gilt weder für die G7 oder die G20 –


so wichtig sie für die weltweite
Abstimmung sind –, noch für die BRICS
oder andere Gruppen.

Ich weiß, was manche dem


entgegenhalten:
13

Sind die Vereinten Nationen nicht allzu oft


handlungsunfähig, gelähmt von den
Antagonismen ihrer heterogenen
Mitgliedschaft?

Denjenigen sage ich: Die Blockade einiger


weniger – und seien sie noch so
einflussreich – darf uns doch nicht darüber
hinwegtäuschen, dass wir, die ganz große
Mehrheit der Staaten, uns in vielem einig
sind.

Wir alle, fast alle - wollen, dass Gewalt als


Mittel der Politik geächtet bleibt.
14

Wir alle haben ein Interesse daran, dass


die Souveränität, die territoriale
Unversehrtheit und die politische
Unabhängigkeit unserer Länder geachtet
wird.

Und wir alle sollten wissen, was dies


voraussetzt: Nämlich, dass wir diese
Rechte auch anderen zugestehen.

Diese goldenen Regeln sind universell –


auch wenn viele von uns noch nicht mit
am Tisch saßen, als die UN-Charta 1945
verabschiedet wurde.
15

Doch schon zehn Jahre später, im


indonesischen Bandung, waren es die
vom Kolonialismus befreiten Staaten
Afrikas und Asiens, die ihre Stimmen für
Selbstbestimmung, für territoriale
Unversehrtheit, für die souveräne
Gleichheit aller Staaten und für eine Welt
ohne Kolonialismus und Imperialismus
erhoben.

Dies scheint heute aktueller denn je.

An diesen Prinzipien müssen wir alle, – ob


groß oder klein – uns messen lassen.
16

Diese Prinzipien müssen auch bei der


Neuordnung unserer multipolaren Welt die
Grundlage bilden!

***

Nur dann lassen sich auch die globalen


Herausforderungen unserer Zeit lösen.

Die größte davon ist der


menschengemachte Klimawandel.

Natürlich tragen die klassischen


Industrieländer beim Kampf gegen die
Klimakrise ganz besondere
Verantwortung.
17

Zugleich gehören heute viele weitere


Länder zu den größten Emittenten.

Statt auf andere zu warten, müssen wir


alle gemeinsam mehr tun für die
Erreichung der Pariser Klimaziele.

Jede und jeder Einzelne von ihnen muss


die Chance erhalten, das gleiche Maß an
Wohlstand zu erlangen, wie die
Bürgerinnen und Bürger in Europa,
Nordamerika oder Ländern wie Japan
oder Australien.
18

Doch wenn sich diese wirtschaftliche


Entwicklung mit den Technologien und
Produktionsweisen des 19. oder 20.
Jahrhunderts vollzieht – mit
Verbrennermotoren und Kohlekraftwerken
– dann wird unser Planet das nicht
überstehen.

Daraus folgt doch eines: Wir müssen


wirtschaftliche Entwicklung entkoppeln
vom Ausstoß von CO2.

In vielen Ländern gelingt das bereits, denn


die Lösungsansätze und Technologien
dafür haben wir.
19

Als starkes Technologieland bieten wir an,


hier zum gemeinsamen Wohl
zusammenarbeiten.

Wenn Produzenten Erneuerbarer


Energien und deren industrielle Nutzer
über Kontinente hinweg zusammenfinden,
schaffen wir gemeinsam neuen Wohlstand
– an vielen Orten dieser Welt.

Und ich bin froh, Ihnen heute ankündigen


zu können: Deutschland erfüllt auch seine
Zusagen zur internationalen
Klimafinanzierung.
20

Von zwei Milliarden Euro im Jahr 2014


über vier Milliarden Euro im Jahr 2020
haben wir unseren Beitrag im letzten Jahr
auf sechs Milliarden Euro verdreifacht.

Damit halten wir Wort.

Das tun auch die Industrieländer


insgesamt, die dieses Jahr wohl erstmals
ihr Ziel von 100 Milliarden Euro für die
internationale Klimafinanzierung erfüllen
werden.

Das ist ein wichtiges, ein überfälliges


Signal, bevor wir im Dezember in Dubai
Bilanz ziehen und über neue
Klimaschutzpläne ab 2030 verhandeln.
21

Mir ist wichtig, dass wir dabei so konkret


und so verbindlich wie nur möglich sind.

Deshalb werbe ich dafür, dass wir uns in


Dubai klare Ziele für den Ausbau der
Erneuerbaren Energien und für mehr
Energieeffizienz setzen.

***

Genauso ambitioniert werden wir bei der


Erreichung der SDGs, der Nachhaltigen
Entwicklungsziele, sein.

Klimaschutz oder Entwicklung – diese


Abwägung geht nicht auf!
22

Unser Gipfel gestern hat mir gezeigt, wie


dringend wir auch bei den SDGs aufholen
müssen.

Deshalb wollen wir beim Summit of the


Future im kommenden Jahr, den wir
gemeinsam mit unseren Freunden aus
Namibia vorbereiten, weiter Tempo
machen und die Umsetzung der Agenda
2030 vorantreiben.

Wichtig ist mir in diesem Kontext, dass wir


für mehr private Investitionen in Afrika,
Asien, Lateinamerika und der Karibik
sorgen.
23

Nur ein Beispiel:

Die ganze Welt redet derzeit über die


Diversifizierung von Lieferketten und über
Rohstoff-Sicherheit.

Wäre es da nicht ein Anfang, dass


wenigstens der erste Verarbeitungsschritt
vor Ort stattfände, dort wo die Rohstoffe
im Boden liegen?

Deutschland und die deutsche Wirtschaft


jedenfalls sind offen dafür, genau solche
Partnerschaften einzugehen.
24

Wir alle stehen in den kommenden Jahren


natürlich vor der Herausforderung, unsere
Wirtschaft, unsere Energieversorgung und
unsere Infrastruktur in eine
ressourcenschonende, klimaneutrale
Zukunft zu führen.

Das bedarf hoher Investitionen.

Damit diese Investitionen gestemmt


werden können, müssen wir die
Schuldenkrise vieler Länder adressieren
und die internationale Finanzarchitektur
modernisieren.

Ich habe es eingangs gesagt:


25

Deutschland klebt nicht am Status-quo –


auch in dieser Frage nicht.

Wir wollen, dass sich etwas ändert.

Ich setze mich dafür ein – zuletzt beim


G20-Gipfel in Delhi –, dass sich die
multilateralen Entwicklungsbanken
reformieren.

Damit sie mehr zur Finanzierung von


globalen öffentlichen Gütern wie dem
Schutz von Klima und Biodiversität oder
der Prävention von Pandemien beitragen
können.
26

So haben es die G20 auch in Delhi


beschlossen.

Deutschland unterstützt diese Reform


auch finanziell.

Als erstes Land investieren wir 305


Millionen Euro Hybridkapital in die
Weltbank.

Kapital, mit dem die Weltbank laut den


Erwartungen mehr als zwei Milliarden
Euro an zusätzlichen Krediten vergeben
kann.

Meine Damen und Herren,


27

Generalsekretär Guterres hat heute


Morgen auf die rasant steigenden
humanitären Bedarfe angesichts der
vielen Krisen weltweit hingewiesen.

Deutschland ist zweitgrößter Geber


humanitärer Hilfe weltweit. Und wir
werden auch weiter an der Seite der
Menschen in größter Not stehen.

***
Auch unsere Vereinten Nationen selbst
dürfen nicht am Status quo kleben, meine
Damen und Herren.

Und damit meine ich zweierlei:


28

Erstens: Die Vereinten Nationen müssen


sich den Herausforderungen der Zukunft
zuwenden, so wie auch Generalsekretär
António Guterres das vorschlägt.

Eine der ganz großen Fragen ist dabei


aus meiner Sicht, wie wir Innovation und
technologischen Fortschritt für die ganze
Menschheit nutzbar machen können.

Künstliche Intelligenz etwa birgt große


Chancen. Und zugleich kann sie die
Spaltung der Welt zementieren, wenn nur
einige davon profitieren, wenn
Algorithmen nur einen Teil der Realität
berücksichtigen, wenn der Zugang auf die
reicheren Länder beschränkt ist.
29

Deshalb fördert Deutschland mit


Nachdruck den Austausch zum Global
Digital Compact.

Dabei sollten wir auch über gemeinsame


Regeln für den möglichen Einsatz
generativer Künstlicher Intelligenz als
Waffe sprechen.

Eine weitere Zukunftsfrage ist, wie die


Vereinten Nationen selbst die Realität
einer multipolaren Welt abbilden.

Bisher tun sie das nicht ausreichend.


30

Nirgendwo ist das so augenfällig wie bei


der Zusammensetzung des
Sicherheitsrats.

Deshalb freue ich mich, dass immer mehr


Partner – darunter drei der ständigen
Mitglieder – erklärt haben, in der
Reformfrage vorankommen zu wollen.

Klar ist doch: Afrika gebührt mehr


Gewicht, so wie auch Asien und
Lateinamerika.
31

Unter dieser Prämisse lässt sich über


einen Text mit verschiedenen Optionen
verhandeln. Solche ergebnisoffenen
Verhandlungen sollte kein Land mit
Maximalforderungen blockieren.

Das tut auch Deutschland nicht.

Letztlich liegt es in der Hand der


Generalversammlung, über eine Reform
des Sicherheitsrates zu entscheiden.

Bis dahin möchte Deutschland als


nichtständiges Mitglied des VN-
Sicherheitsrates Verantwortung
übernehmen.
32

Und ich bitte Sie, unsere Kandidatur für


die Jahre 2027/28 zu unterstützen.

Meine Damen und Herren,


wenn ich in diesen Tagen und vor dieser
Versammlung vom Frieden rede, dann
sind meine Gedanken bei denjenigen, für
die Frieden ein ferner Traum ist.

Bei den Sudanesinnen und Sudanesen,


die Opfer eines grausamen Machtkampfes
zwischen zwei Kriegsherren geworden
sind.

Bei den Frauen und Männern im Osten


Kongos oder, ganz aktuell, an die
Menschen in Karabach.
33

Die erneuten militärischen Aktivitäten –


davon bin ich überzeugt – führen in die
Sackgasse. Sie müssen enden!

Und natürlich bei den Ukrainerinnen und


Ukrainern, die um ihr Leben und ihre
Freiheit kämpfen, um die Unabhängigkeit
und die territoriale Integrität ihres Landes.
Um die Wahrung genau der Prinzipien,
denen wir alle uns in der UN-Charta
verpflichtet haben.

Doch nicht nur die Ukraine stürzt


Russlands Angriffskrieg in großes Leid.
34

Unter Inflation, wachsender Verschuldung,


Düngemittelknappheit, Hunger und
steigender Armut leiden Bürgerinnen und
Bürger weltweit.

Gerade weil dieser Krieg unerträgliche


Folgen rund um den Globus hat, ist es gut
und richtig, dass sich die Welt auch an der
Suche nach Frieden beteiligt.

Und zugleich müssen wir uns vor Schein-


Lösungen hüten, die „Frieden“ lediglich im
Namen tragen.

Denn: Frieden ohne Freiheit heißt


Unterdrückung.
35

Frieden ohne Gerechtigkeit nennt man


Diktat.

Das muss nun endlich auch in Moskau


verstanden werden!

Denn vergessen wir nicht: Russland ist für


diesen Krieg verantwortlich.

Und es ist Russlands Präsident, der ihn


mit einem einzigen Befehl jederzeit
beenden kann.
36

Doch damit er das tut, muss er verstehen,


dass wir – die Staaten der Vereinten
Nationen – es ernst meinen, mit unseren
Prinzipien.

Dass wir in der multipolaren Welt des 21.


Jahrhunderts keinen Platz mehr sehen für
Revisionismus und Imperialismus.

Kaum jemand hat das hier in New York so


treffend formuliert wie unser Kollege, der
Botschafter Kenias.

Nach Russlands Einmarsch in der Ukraine


hat er im Sicherheitsrat Folgendes gesagt:
37

„Rather than form nations that looked ever


backward into history with a dangerous
nostalgia, we chose to look forward to a
greatness none of our many nations and
peoples had ever known.”

Fellow delegates,

Germany’s history holds many lessons


about the dangers of such nostalgia.

That is why we chose a different path


when we joined the United Nations 50
years ago.

The path of peace and reconciliation.


The path of recognizing existing borders.
38

The path of cooperation with all of you in


the pursuit of a better, a more equitable
world.

It started with a solemn promise that we


made 50 years ago.

A promise every one of us made upon


joining the United Nations, namely „to
unite our strength to maintain international
peace and security“.

Let us all do our best to live up to that


promise.

Vielen Dank!

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