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Sony Pro80

Das Dokument beschreibt die Instandsetzung eines defekten Sony ICF-PRO80 Weltempfängers, der beim Surplus-Party 2019 erworben wurde. Nach der visuellen Inspektion und dem Austausch von defekten Bauteilen, wie Elkos und Potentiometern, stellte sich heraus, dass ein falsch eingelöteter Audioendstufen-IC und ein Kurzschluss in der Signalverbindung die Hauptursachen für die Funktionsstörungen waren. Nach der Behebung dieser Probleme funktionierte das Gerät wieder ordnungsgemäß.

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Sony Pro80

Das Dokument beschreibt die Instandsetzung eines defekten Sony ICF-PRO80 Weltempfängers, der beim Surplus-Party 2019 erworben wurde. Nach der visuellen Inspektion und dem Austausch von defekten Bauteilen, wie Elkos und Potentiometern, stellte sich heraus, dass ein falsch eingelöteter Audioendstufen-IC und ein Kurzschluss in der Signalverbindung die Hauptursachen für die Funktionsstörungen waren. Nach der Behebung dieser Probleme funktionierte das Gerät wieder ordnungsgemäß.

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Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-

PRO80

Ausgangslage

Das Gerät wurde im defekten Zustand zusammen mit einem zweiten Gerät Sony AIR-7
für einen symbolischen Betrag von 10 Fr. am Surplus-Party 2019 in Zofingen erstanden.

Visuelle Inspektion

Das Gerät lag offen in einem Plastikbeuten vor. Die Platine mit den 2 Potentiometern
(Lautstärke und SQL war vom Chassis ausgebaut. Eine Taste fehlte (Programm- Taste).
Der Gummirand des kleinen ovalen Lautsprechers war an mehrerer Stellen gerissen.

Nach dem Zusammensetzten des offenen


Gerätes liess sich der Empfänger zwar
einschalten und über die Tastatur
bedienen, es kam jedoch überhaupt
keinen Ton aus dem Lautsprecher. Die
Display-Beleuchtung schien nicht zu
funktionieren.

Erste Massnahme

Ermutigt von den vielen Hinweisen im


Internet, wonach der Fehler wohl bekannt
sei und von den ausgetrockneten SMD-
Becher-Elkos herrühre, beschloss ich
diese auszuwechseln.

Vorher mussten jedoch die 2


Potentiometer (Volume & SQL) repariert
werden. Diese sind jeweils mit einem
Druckschalter kombiniert. Das Problem
der Potentiometer lag darin, dass sich der

kleine Schleifer aus seiner Lage am


Plastik-Gehäuse löste. Mit
Sekundenkleber liessen sich die
Schleifer wieder an der richtigen Stelle
befestigen. Die Kombination
Potentiometer /Schalter besteht aus
mehreren Schichten, die wie ein
Sandwich, durch je 2 Stifte
zusammengehalten werden. Leider sind
die langen Stifte, die zu diesem Zweck
dienen, nach dem Auseinandernehmen
des Schalters nicht mehr nutzbar. Abhilfe schaffte ein Stück Kupferdraht, das durch die

S e i t e 1 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
PRO80

verschiedenen Löcher eingefädelt und dann an den Enden zusammen gedreht das ganze
Schalterkonstrukt zusammenhält.

Das Gerät besteht aus mehreren übereinander platzierten Platinen, die u.A. mit
mehrpoligen (30) Flexkabel unter einander verbunden sind. Trotz verdichteter Bauweise,
lassen sich die Platinen recht gut nebeneinander legen und man gelangt problemlos an
alles Bauteile, um Messungen durchzuführen.

Eine Messung mit meinem ESR-Messgerät bestätigte den Ausfall sämtlicher Elkos. Bei
genauerem Hinschauen mit einem Vergrösserungsglas stellte ich fest, dass neben einem

S e i t e 2 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
PRO80

Elko 2 Pisten unterbrochen waren. Offensichtlich wurde dieser Schaden vom der
ausgeflossen säurehaltige Flüssigkeit aus dem Elko verursacht.
Die Reparatur dieser
beiden sehr dünnen
Leiterbahnen war nicht
einfach. Ich wollte die
Ästhetik des Gerätes
nicht allzu sehr
verändern und
verzichtete auf eine
einfache Überbrückung
mit fliegenden Drähten.
Ich überbrückte die
Bahnen mit dünnem
Silberdraht, das ich an
beiden offenen Enden mit einer feinen Lötkolbenspitze festlötete.

S e i t e 3 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
PRO80

Die Elkos (16 von 18) waren in


ca. 1 Stunde Arbeit durch
neue ersetzt. In der Nähe des
Endstufen-ICs wurden vom
Vorbesitzer bereits 2 Elkos
ausgewechselt und da die
ESR-Messung gute Werte
anzeigte, liess ich diese Elkos
stehen.

Das 30-Polige Flexkabel, das die mittlere Platine (PLL) mi der Tastatureinheit verbindet,
hatte in der Mitte eine unübersehbare Brandstelle. Da musste wohl viel Strom geflossen
sein!
Unter dem Mikroskop stellte ich fest, dass von der 3 Kabel-Leiterbahnen nur eines
durchgebrannt und unterbrochen war.

Ich befestigte die losen Leiterbahnen mit


einem Sekundenkleber, der auch in den
getrockneten Zustand eine gewisse
Elastizität aufweist. Diesmal verzichtete ich
auf die Ästhetik und überbrückte die
getrennt Verbindung mit einem feinen
isolierten Draht. Es handelte sich um die
6V Versorgung der Tastatureinheit. Nach
dieser Reparatur funktionierte die
Displaybeleuchtung wieder.

S e i t e 4 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
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Leider blieb der Ton nach dem Auswechseln der Elkos und der Reparatur der
unterbrochenen Leiterbahnen aus. Nun war das Analysieren der Schaltung
angesagt, um die Fehlerursache zu lokalisieren und, wenn möglich, zu beheben…

Dokumentation

Ich lud der Service Manual aus dem Internet herunter. Die Qualität des Schaltbildes und
der Leiterplatten war gut. Die einzelnen Pisten auf den Platinen waren sehr gut zu
erkennen, was bei der Fehlersuche eine grosse Hilfe darstellt.

Als Erstes stellte ich fest, dass alle Spannungsversorgungen gemäss Angaben auf dem
Schaltbild vorhanden und korrekt waren. Das Gerät wird entweder mit 4 1,5V AA-
Batterien oder mit einer 6V-Speiseadapter versorgt. Einen DC-DC-Wandler erzeugt 18V
DC für die Steuerung der Kapazitätsdioden in den beiden Oszillatoren (VC01 und
VC02).

S e i t e 5 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
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Bei der Fehlersuche beginne ich meistens


beim NF-Teil. Die Audioendstufe ist mit einer
integrierten Schaltung des Typs LA4145
realisiert. Nach ein paar Messungen mit dem
KO und mit dem Voltmeter stellte ich fest,
dass dieser IC verkehrt eingelötet wurde! Da
hatte wohl jemand bereits einen
Reparaturversuch gewagt und das IC falsch
eingelötet…
Eigentlich hätt ich diesen
Fehler schon bei der ersten
Sichtanalyse des Gerätes
feststellen sollen, kam
jedoch nicht auf die Idee,
dass sich jemand, der sich
an einem solchen Gerät für
die Reparatur wagt, es
nicht fertig bringt, ein IC
richtig einzulöten. Das war
für mich eine neue
Erfahrung. Auch da gilt,
Vertrauen ist gut, Kontrolle
ist besser.

Da ich dieses IC nicht vorrätig hatte,


begnügte ich mich vorerst mit dem
Auslöten des ICs und Ausbesserung /
Fixierung der feinen Leiterbahnen, die bei
dieser Aktion ein wenig gelitten hatten. In
solchen Fällen, ziehe ich es vor, falls der
vorhandene Platz es erlaubt, eine Stiftleiste
einzulöten, worauf der neue IC einfach
darauf gesteckt werden kann. Das ist eine
grosse Hilfe sowohl für Messungen als
auch im Falle eines späteren Ersatzes des
ICs.

Ein Ersatzteil wurde umgehend auf Ebay bestellt.

S e i t e 6 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
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Eine Messung mit dem KO zeigte jedoch, dass am Eingang des defekten Endstufen-ICs
(Pin 2) so oder so keinen NF-Signal vorhanden war. Also, müssten noch weitere Fehler
vorhanden sein. Nun ging die Suche richtig los.

Ein Funktionsblock ist im Service Manual nicht vorhanden. Ich studierte das Schaltbild
ziemlich lange, um die einzelnen Funktionsblöcke erkennen zu können und Vertrautheit
mit den einzelnen
Begriffe und Symbole
auf dem Schaltbild
zu erlangen.

Das ist die Arbeit,


die mir beim
Reparieren eines
unbekannten Gerätes
am meisten Spass
bereitet. Wenn ich
die Funktion eines
Gerätes gut
verstanden habe, ist
die Reparatur dann
meistens ein
unwesentliches
Nebeneffekt (!).

Als erstes studierte


ich die PLL-
Schaltung. Ich
fokussierte mich auf
die beiden

Spannungsgesteuerten Oszillatoren (VC01 und VC02), die Teil der PLL-Schaltung zur
Erzeugung der verschiedenen Frequenzen für die Mischstufen sind.

Folgende Tabelle zeigt die erzeugten Frequenzbereiche und die Steuersignale (Letzte
Spalte Ctrl), die vom Mikroprozessor kommen.

S e i t e 7 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
PRO80

Die Spalte Symbol zeigt die Zeichen, die auf den Schaltbildern verwendet werden, um
für jedes Band und für jede Modulationsart den zugehörigen Signalfluss zu
kennzeichnen.

Der Sony-Baustein CXD-1118 (IC202) ist das Herzstück der PLL-Schaltung. Die
eingestellte (über die Tasten) Empfangsfrequenz wird vom Mikrocontroller
entgegengenommen und einen entsprechende Teiler-Faktor berechnet. Dieser Faktor
berücksichtigt auch der Wert der Zwischenfrequenz, der dazu addiert wird. Über die
Datenleitungen wird dieser Faktor in ein Register des CDC-1118 geschrieben. Der aktive
Spannungsgesteuerte Oszillator (durch das Steuersignal SV aktiviert) generiert seine
Frequenz. Diese wird u.A. zum CXD-1118 zurückgeführt. Dieser Teilt die erzeugte
Frequenz durch den gespeicherten Faktor. Ein Phasenkomparator vergleicht dieser
geteilte Wert mit der quarzstabilen Frequenz von 7.2MHz (X201). Bei Differenzen der
Phase entsteht ein Wechselsignal, welches nach erfolgter Integration durch einen
Schleifenfilter (Tiefpassfilter/Loop Filter), zur Korrektur der erzeugten Frequenz dient.
Das geschieht indem das langsam schwankende Korrektursignal (nach dem
Schleifenfilter) an einer Kapazitätsdiode gelangt, welche die Frequenz des
entsprechenden VCO so variiert, bis die Phasendifferenz null wird. In diesem Zustand ist
der PLL eingerastet (locked).

Im eingerasteten Zustand beträgt die Oszillatorfrequenz also aus der eingestellte


Empfangsfrequenz plus der Zwischenfrequenz. Will man beispielsweise einen Sender auf
der UKW-Frequenz von 88.2 MHz empfangen, so generiert der VCO eine Frequenz von
88.2MHz + 10.7MHz (ZF) = 98.7MHz.

Der Integrator bzw. der Tiefpassfilter ist durch die Transistoren Q228-230 sowie den
Kondensator C214 realisiert. Am Kollektor von Q229 kann das generierte Misch-Signal
gemessen werden.

Ergebnis der Messung am PLL

S e i t e 8 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
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Ich stellte fest, dass egal welche Frequenz eingestellt wurde, die vom entsprechenden
Oszillator erzeugte Frequenz um einige MHz weit daneben lag.

Kein Wunder, denn der Korrekturwert (Signal PD) blieb bei ca. 3V konstant. Dabei
müsste die Spannung des Korrekturwertes, bei Bedarf, bis ca. 18V ansteigen können.

An dem DC-DC-Wandler konnte es nicht liegen, denn Am Drain von Q228


(Stromquelle) waren die rund 18V vorhanden. Ich prüfte die VCO von Hand, indem ich
das Signal PD abhängte und eine Variable Spannung mit einem externen Labornetzgerät
anlegte. Die Frequenzen liessen sich in weiter Grenzen variieren. Also waren auch die
VCOs in Ordnung. Die Vermutung war, dass irgendein Element auf dem Pfad des Signals
PD diesen hinunterzog. Das Signal PD wird nebst zur Steuerung der VCOs auch dazu
verwendet, durch Steuerung weiterer Kapazitätsdioden (D4-D7), die Grenz-Frequenz der
Bandpassfilter in der HF-Frequenzstufe passend zur Empfangsfrequenz einzustellen. Der
Verdacht war, dass einer dieser Kapazitätsdiode der Verursacher der Fehlfunktion war.
Also entfernte ich die Verbindung zu diesen Dioden. Leider blieb das Problem bestehen.

Ich verfolgte mit Hilfe der guten Layout-Kopien im Service Manual den genauen Pfad des
Signals PD. Dieser führte zum Stecker CN8 und von dort mit einem blauen Kabel zum
Stecker CN21 auf dem Signal Board. Und da war der Fehler! Der Pin wo das blaue Kabel
führte hatte einen Kurzschluss zu Nachbar-Pin (violett), der die Spannung 6V leitete. Die
Beseitigung des Kurzschlusses führte endlich zum Erfolg! Die VCOs generierten nun die
korrekten Frequenzen.
Wie oft, vergass ich bei dieser Reparatur die Zeit, und die Uhr zeigte etwas nach 3 Uhr
(Morgens!). Zeit zum Schlafen gehen…

Signalumsetzung und Demodulation

Zunächst konzentrierte ich mich auf den Bereich FM-High (UKW).

Die Frequenzumsetzung in der FM-Mischstufe (Q3) war ok. Die Filterung der ZF vom
10.7MHz durch die Filter CF1 und CF2 waren ebenfalls in Ordnung. Das 10.7MHz-
Signal lag erwartungsgemäss am Pin 2 des IC2 (TA7758) vor. Das ist der Eingang des
ersten FM ZF Verstärkers. Das Verstärkte 10.7MHz-Signal wird anschliessend vom Filter
CF4 gefiltert und dem Eingang 4 des IC2 zum 2. ZF-Verstärker geführt. Hier ist das Signal
schon grösser und sauberer.
Als nächstes prüfte ich, ob das mit meinem R&S-Generator am Antenneneingang
angelegtes 800Hz FM-modulierte Signal auf der Frequenz 108.00MHz am Ausgang des
IC2 (Pin 12) messbar war. Leider war an diesem Pin nichts brauchbares (ich erwartete
ein schönes 800Hz-Sinus-Signal) vorhanden.

S e i t e 9 von 13 / HB9EKH
Instandsetzung eines UKW/AM/SSB-Weltempfängers des Typs Sony ICF-
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Zuerst dachte ich, der IC2 sei defekt. Einen Blick auf
das Datenblatt des TA7758 und die nächste Messung
(mit dem KO) war am Pin 7. Hier ein LC-Glied
(L15/C60) zur Quadratur-Demodulation beschaltet.
Das Signal hatte die Form eines Rechtecks! Ob das
so sein sollte?
Leider waren die korrekten Signalformen weder im
Service Manual noch im Datenblatt des TA7758
aufgeführt. Was nun?
Das Bauchgefühl sagte mir, da konnte was nicht stimmen. Das Signal an einem LC-Glied
sollte, im Resonanzfall, die Form eines Sinus und nicht eines Rechtecks haben. Ob mit
der LC-Glied etwas nicht in Ordnung sei? Anhand des Schaltbildes überlegte ich mir,
wie ich die Integrität dieses Elementes messen könne, ohne es herauszulöten. Gemäss
Schaltbild sollte man zwischen den Pins 7 und Pin1 ca. 150 Ohm (R124) Widerstand
messen. Der gemessene Widerstand betrug jedoch um die 15kOhm! Das entsprach dem
Wert von R60. Aha, das bewies, dass die Induktivität L15 unterbrochen war. L15
befindet sich ist in einem ZF-ähnlichen Mini-Alugehäuse (5mm x 5mm) . L15 müsste
also entweder ersetzt oder repariert werden.

Parallel zu dieser Analyse wandte ich mich dem AM-Teil zu. Hier stellte ich genau
dasselbe Problem fest. Der Resonanzkreis des AM-Demodulators (am Pin 16 des
TA7758), realisiert durch T10, war ebenfalls defekt. Die Induktivität war unterbrochen.
Ich hoffte, das Teil reparieren zu können. Nach dem Auslöten und Öffnen des
Alugehäuses von T10 verschwand jedoch die Hoffnung auf eine Reparatur. Der
Spulkörper ist winzig (Durchmesse ca. 2mm) und der Spuldraht feiner als ein Haar. Er
bricht sehr schnell und man kann es kaum anfassen. Draht mit einem grösseren
Durchmesser hat kein Platz.

Leider hatte ich keinen solchen


kleinen Überträger in meinem
Ersatzteillager. Da waren jetzt
Kreativität und gefragt. Der
Schwingkreis ist gebildet durch die

S e i t e 10 von 13 / HB9EKH
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Primärwicklung von T10 und den Kondensator C53. Dieser hat den Wert 180pF.
Durch Anwendung der entsprechenden Formel ergibt sich für dir Resonanz auf 455kHz
einen Induktivitätswert von 679.7uH. Ich ersetzte kurzerhand T10 durch eine
Festinduktivität von 680uH. Durch fehlen der Sekundärwicklung von T10 war die SSB-
Demodulation momentan nicht mehr möglich.
Ich stellte am Gerät die Frequenz von 10MHz ein und speiste am Antenneneingang ein
AM-moduliertes Signal mit derselben Frequenz ein. Die Freude war gross, als ich am Pin
12 des IC2 das 800Hz-signal mit dem KO messen konnte. Es war mir bewusst, dass dies
nur eine vorübergehende Lösung war. Zum einen wollte ich unbedingt noch die SSB-
Demodulation reaktivieren, zum anderen sollte die Resonanzfrequenz des LC-Gliedes
fein einstellbar sein. Dies war im Originalzustand durch die Sekundärwicklung bzw.
durch den magnetischen Kern von T10 gegeben.

Eine Ähnliche Behandlung wandte ich dem Schwingreis der FM-Demodulation an. Der
Wert des Kondensators (C60) betrug 47pF. Demnach musste (nach Anwendung der
bereits bekannten Formel für f=10.7MHz) L15 4.71uH betragen. Dieser Schwingkreis ist
heikler als der Schwingkreis für die AM-Demodulation. Eine feine Einstellung entweder
von L oder C ist für die korrekte Funktion unumgänglich. Ich beschloss für L eine
Festinduktivität von 3.9uH zu nehmen und C60 mit einem kleinen 10-70pF variablen
Kondensator zu ersetzen.
Auch diesmal führte diese Intervention zum Erfolg. Am Pin 12 von IC2 war die 800Hz
Sinuswelle wunderbar messbar.

Nun war die Funktion des Empfängers, wenn auch mit Kompromissen, zumindest
vorübergehend wieder hergestellt. Es blieb abzuwarten, bis der bestellte AF-Endstufen-IC
201 (LA4145) aus China eintraf.

Der AF-Endstufenverstärker IC 201 (LA4145) traf rund einen Monat später ein. Nach
dessen Einbau, waren die Programme laut und klar am kleinen Lausprecher zu hören.

Auch musste eine Lösung zur Reaktivierung der SSB-Demodulation gefunden werden.
Ich begab mich der Suche nach Beschaffungsmöglichkeiten von mini HF-
Transformatoren. Sowohl T10 als
auch L15 waren durch äquivalente
Originalteile zu ersetzen.

Leider erwies sich die Suche nach


einem passenden Transformator
(T10) bzw. nach einer passenden
Induktanz (L15) alles andere als
einfach. Bauformen (5x5mm) sind
nicht mehr auffindbar. L15 konnte
mit viel Handgeschick neu
bewickelt werden. T10 war nicht
mehr zu reparieren. Der

S e i t e 11 von 13 / HB9EKH
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Wickeldraht von nur 0.06mm Durchmesser bereitet viel Mühe und zudem war der
Wickelkern abgebrochen.
Die Lösung ergab sich durch mechanische Anpassung eines Transformators grösserer
Bauform (6x6mm). Die Anschluss-Stifte wurden etwas nach innen verbogen, bis sie in
die Platinen-Löcher passten.
Danach lief das Gerät auf alle Bänder und alle Betriebsmodi. Nun war einen
Vollabgleich gemäss Servicemanual angesagt. Die Abgleichschritte sind gut
dokumentiert und mit dem richtigen Werkzeugt und den nötigen Messgeräten
problemlos durchführbar.

Das Gerät ist nun in seinem ursprünglichen Zustand zurückversetzt und liefert guten
Empfang auf sämtlichen Bänder und Betriebsmodi.

4.4.2020/HB9EKH

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