Heidenhain: Benutzer-Handbuch HEIDENHAIN-Klartext-Dialog
Heidenhain: Benutzer-Handbuch HEIDENHAIN-Klartext-Dialog
HEIDENHAIN-Klartext-Dialog
TNC 360
April 1997
Bedienelemente der TNC 360
100
Kreisbahn mit Radius
Vorschub
CT
Kreisbahn mit tangentialem Anschluß
50 150 RND
Ecken-Runden
F %
0
100 Angaben zu Werkzeugen
Spindeldrehzahl
TOOL TOOL Werkzeug-Länge und -Radius eingeben
DEF CALL
50 150 und aufrufen
MANUELLER BETRIEB
LBL LBL Unterprogramme und Programmteil-
SET
EL. HANDRAD
CALL
Wiederholungen eingeben und aufrufen
GOTO NO
Sätze, Zyklen und Parameter-Funktionen ENT Dialogfragen übergehen und Wörter löschen
direkt anwählen
ENT Eingabe abschließen und Dialog fortsetzen
Grafik MOD END
Grafik-Betriebsarten Satz abschließen
BLK
FORM
Rohlings-Definition, unbearbeiteter Rohling Zahlenwert-Eingaben rücksetzen oder
MAGN
CE TNC-Meldetext löschen
Ausschnitt vergrößern
DEL
START Dialog abbrechen; Programm-Teile löschen
Grafische Simulation starten
Der TNC-Leitfaden:
Von der Werkstück-Zeichnung zur
programmgesteuerten Bearbeitung
Schritt Aufgabe TNC- Handbuch-
Betriebsart Abschnitt
Vorbereitung
1 Werkzeuge auswählen —— ——
2 Werkstück-Nullpunkt für
Koordinaten-Eingaben festlegen —— ——
3 Drehzahlen und Vorschübe ermitteln —— 12.4
4 Maschine einschalten —— 1.3
5 Referenzmarken überfahren 1.3, 2.1
oder
6 Werkstück aufspannen —— ——
7 Bezugspunkt-Setzen/
Positionsanzeigen setzen ...
7a ... mit einem 3D-Tastsystem 2.5
oder
8 Bearbeitungsprogramm eingeben
oder EXT
oder über externe Datenschnittstelle
einlesen 5 bis 8, 10
9 Bearbeitungsprogramm auf Fehler
testen 3.1
10 Probelauf: Bearbeitungsprogramm
ohne Werkzeug Satz für Satz
ausführen 3.2
11 Falls nötig: Bearbeitungsprogramm
optimieren 5 bis 8
Werkstück bearbeiten
3 Werkzeug(e) definieren
Eingaben: Werkzeug-Nummer TOOL
DEF
4.2
Werkzeug-Länge
Werkzeug-Radius
4 Werkzeug-Daten aufrufen
TOOL
Eingaben: Werkzeug-Nummer CALL
4.2
Spindelachse
Spindeldrehzahl
5 Werkzeugwechsel
Eingaben: Koordinaten der Wechselposition L z. B. 5.4
Radiuskorrektur
Vorschub (Eilgang)
Zusatz-Funktion (Werkzeugwechsel)
6 Startposition anfahren
Eingaben: Koordinaten der Startposition L 5.2/5.4
Radiuskorrektur (R0)
Vorschub (Eilgang)
Zusatz-Funktion (Spindel-Ein, Rechtslauf)
7 Werkzeug auf (erste) Arbeitstiefe fahren
Eingaben: Koordinate der (ersten) Arbeitstiefe L
5.4
Vorschub (Eilgang)
8 Ersten Konturpunkt anfahren
Eingaben: Koordinaten des ersten Konturpunkts L 5.2/5.4
Radiuskorrektur für Bearbeitung
Bearbeitungsvorschub
ggf. weich anfahren: RND nach diesem Satz
9 Bearbeitung bis zum letzten Konturpunkt
Eingaben: Zu jedem Konturelement alle erforderlichen L 5 bis 8
Größen eingeben
10 Endposition anfahren
Eingaben: Koordinaten der Endposition L 5.2/5.4
Radiuskorrektur (R0)
Zusatz-Funktion (Spindel-Halt)
ggf. weich wegfahren: RND nach diesem Satz
11 Werkzeug freifahren
Eingaben: Koordinaten über dem Werkstück L 5.2/5.4
Vorschub (Eilgang)
Zusatz-Funktion (Programm-Ende)
12 Programm-Ende
Das Handbuch richtig nutzen!
Dieses Handbuch beschreibt Funktionen, die in der TNC 360 ab den
folgenden NC-Software-Nummern verfügbar sind:
NC-Software-Nr.
TNC 360 260 020 15
TNC 360 280 490 15
TNC 360
Dem TNC-Einsteiger dient das Handbuch als Lernunterlage. Zu Beginn
vermittelt es die Grundlagen der NC-Technik und einen Enblick in die TNC-
Funktionen. Danach führt das Handbuch in die Klartext-Programmierung
ein. Die zahlreichen Beispiele hierzu können direkt an der TNC nachvollzo-
gen werden. Jede Funktion wird ausführlich erklärt, wenn sie das erste
Mal eingesetzt wird.
Der TNC-Einsteiger sollte dieses Handbuch konsequent von vorne nach
hinten durcharbeiten, um sich mit der Leistungsfähigkeit der TNC vertraut
zu machen.
NÄCHSTE DIALOG-FRAGE
TNC 360
Inhalt Benutzer-Handbuch TNC 360 (260020xx, 280490xx)
Einführung 1
Handbetrieb und Einrichten 2
Programm-Test und Programmlauf 3
Programmieren 4
Werkzeug-Bewegungen programmieren
5
Unterprogramme und Programmteil-Wiederholungen
6
Programmieren mit Q-Parametern
7
Zyklen
8
Digitalisieren von 3D-Formen
9
Externe Datenübertragung
10
MOD-Funktionen
11
Tabellen, Übersichten, Diagramme 12
TNC 360
2 Handbetrieb und Einrichten
TNC 360
3 Programm-Test und Programmlauf
TNC 360
4 Programmieren
TNC 360
5 Werkzeug-Bewegungen programmieren
TNC 360
6 Unterprogramme und Programmteil-Wiederholungen
TNC 360
7 Programmieren mit Q-Parametern
7.7 Messen mit dem 3D-Tastsystem während des Programmlaufs .......... 7-12
TNC 360
8 Zyklen
TNC 360
9 Digitalisieren von 3D-Formen
TNC 360
10 Externe Datenübertragung
TNC 360
11 MOD-Funktionen
TNC 360
12 Tabellen, Übersichten, Diagramme
TNC 360
1 Einführung
Programmierung
Die TNC 360 wird direkt an der Maschine im leicht verständlichen
HEIDENHAIN Klartext-Dialog programmiert.
Die TNC kann auch nach DIN/ISO oder im DNC-Betrieb programmiert
werden.
Grafik
Für einen Programm-Test läßt sich die Bearbeitung des Werkstücks
simulieren. Dafür sind verschiedenen Darstellungsarten wählbar.
Kompatibilität
Die TNC 360 kann alle Bearbeitungsprogramme ausführen, solange die
Befehle dieser Programme zum Befehlsumfang der TNC 360 gehören.
Das Bedienfeld
Auf dem TNC-Bedienfeld sind alle Tasten mit Abkürzungen und Symbolen
versehen, die sich gut merken lassen. Die Tasten sind nach ihrer Funktion
in folgende Gruppen zusammengefaßt:
• Programm-Auswahl
• Bahnfunktionstasten
und Unterprogrammen NO
ENT
TOOL
DEF
TOOL
CALL R-L R+R
• Taste NO ENT
• Werkzeugbezogene Eingaben GRAPHICS
• Betriebsarten
BLK
MOD MAGN START
FORM
• Inkremental- und
100 100
MOD P Polar-Koordinaten
50 150 50 150
Grafische Darstellung F% S%
0 0 HEIDENHAIN
Drehknöpfe für
Spindel- und Die Funktion der einzelnen Tasten
Vorschub-Override ist auf der ersten Einklappseite beschrieben.
Der Bildschirm
Helligkeits-Regler
(nur bei BE 212)
Kopfzeile
In der Kopfzeile des Bildschirms steht die angewählte Betriebsart. Dort
erscheinen auch Dialogfragen und TNC-Meldetexte.
Bildschirm-Aufteilung
• Koordinaten
• Angewählte
Achse
• ❊, wenn TNC
gestartet ist
• Status-Anzeige,
z.B. Vorschub F,
Zusatz-Funktion M
Ausschnitt
aus dem
angewählten
Programm
Status-Anzeige
TNC-Zubehör
3D-Tastsysteme
Die TNC stellt für den Einsatz von HEIDENHAIN 3D-
Tastsystemen folgende Funktionen zur Verfügung:
• automatisches Werkstück-Ausrichten (Werk-
stück-Schieflage kompensieren)
• Bezugspunkt-Setzen
• Messungen am Werkstück während des
Programmlaufs
• Digitalisieren von 3D-Formen (Option)
Das Tastsystem TS120 nutzt eine Kabel-, das
TS510 eine Infrarot-Übertragungsstrecke.
Disketten-Einheit
Die HEIDENHAIN Disketten-Einheit FE 401 dient
der TNC als externer Speicher: Programme lassen
sich auf Disketten auslagern.
Mit der FE 401 können auch Programme zur TNC
übertragen werden, die an einem PC erstellt
wurden. Sehr umfangreiche Programme, die die
Speicherkapazität der TNC überschreiten, werden
„blockweise“ übertragen: Während die Maschine
die eingelesenen Sätze ausführt und danach sofort
wieder löscht, überträgt die Disketten-Einheit
weitere Programmsätze in die TNC.
Elektronische Handräder
Die „elektronischen Handräder“ erleichtern das
präzise manuelle Verfahren der Achsschlitten. Wie
an einer konventionellen Maschine bewirkt ein
Drehen am Handrad, daß sich der Maschinen-
schlitten um einen bestimmten Betrag bewegt.
Der Verfahrweg pro Umdrehung ist dabei in einem
weiten Bereich wählbar.
Portable Handräder, z.B. das HR 330, werden mit
einem Kabel an die TNC angeschlossen.
Einbau-Handräder, z.B. das HR 130, werden in die
Maschinen-Tastatur eingebaut.
Über einen Adapter lassen sich bis zu drei Hand-
räder gleichzeitig anschließen.
Über die Handrad-Konfiguration an einer Maschine
informiert der Maschinen-Hersteller
Abb. 1.7: Das elektronische Handrad HR 330
1.2 Grundlagen
Einführung
Dieses Kapitel behandelt die folgenden Punkte:
• Was heißt NC?
• Bearbeitungsprogramm
• Programm-Eingabe
• Bezugssystem
• Rechtwinkliges Koordinatensystem
• Zusatzachsen
• Polarkoordinaten
• Festlegung des Pols CC
• Bezugspunkt-Setzen
• Absolute Werkstück-Positionen
• InkrementaleWerkstück-Positionen
• Werkzeugbewegungen programmieren
• Wegmeßsysteme
• Referenzmarken-Auswertung
Bearbeitungsprogramm
Im Bearbeitungsprogramm wird die Werkstück-Bearbeitung festgelegt. Im
Programm stehen beispielsweise die Zielposition, auf die sich das Werk-
zeug bewegen soll, die Werkzeugbahn – also wie das Werkzeug zu einer
Zielposition bewegt werden soll – und der dazugehörende Vorschub. Auch
Informationen über Radius und Länge der eingesetzten Werkzeuge,
Drehzahl und Werkzeugachse müssen im Programm festgelegt sein.
Programm-Eingabe
Die Dialog-Programmierung ist eine besonders einfache Methode, um
Bearbeitungsprogramme zu erstellen und einzugeben. NCs von
HEIDENHAIN waren von Anfang an für den Facharbeiter ausgelegt, der
direkt an der Maschine sein Programm in die Steuerung eintippt. Deswe-
gen heißen diese Steuerungen TNC (Tipp-NC).
Die Programmierung eines Arbeitsschrittes wird einfach durch einen
Tastendruck eingeleitet. Danach erfragt die Steuerung alle Daten, die sie
für diesen Arbeitsschritt benötigt. Die TNC kann auch nach DIN/ISO oder
im DNC-Betrieb programmiert werden.
Bezugssystem
30°
60°
90° 0° 90°
Rechtwinkliges Koordinatensystem
Zur Bearbeitung eines Werkstücks auf einer Fräsmaschine, die mit einer
TNC-Bahnsteuerung ausgerüstet ist, geht man generell von einem
werkstückfesten kartesischen (= rechtwinkligen, nach dem französischen +Z
Mathematiker und Philosphen René Descartes, lateinisch Renatus +Y +X
Cartesius; 1596 bis 1650) Koordinatensystem aus, das aus den drei, zu
den Maschinenachsen parallelen Koordinatenachsen X, Y und Z besteht;
denkt man sich den Mittelfinger der rechten Hand in Richtung der
Werkzeugachse vom Werkstück zum Werkzeug zeigend, so weist er in
Richtung der positiven Z-Achse, der Daumen in Richtung der positiven X-
Achse und der Zeigefinger in Richtung der positiven Y-Achse.
+Z
+X
+Y
Zusatzachsen
Z
Die TNCs können Maschinen mit mehr als drei Achsen steuern. Y
Neben den Hauptachsen X, Y und Z können dies die dazu parallel
liegenden Zusatzachsen U, V und W sein (siehe Bild). Auch Drehachsen
sind möglich; sie werden – wie abgebildet – mit A, B und C bezeichnet.
B+
W+ C+
V+
A+
X
U+
Z Z Z Y
Y Y
+ 0° 0°
+
CC
CC + CC
0°
X X X
Abb 1.13: Zuordnung von Pol-Koordinaten und Winkelbezugsachsen
Bezugspunkt-Setzen
Z
Die Werkstück-Zeichnung gibt für die Bearbeitung ein bestimmtes Forme-
lement des Werkstücks (meist eine Werkstück-Ecke) als „absoluten
Bezugspunkt“ und eventuell ein oder mehrere Formelemente als relative
Bezugspunkte vor. Durch den Vorgang des Bezugspunkt-Setzens wird
diesen Bezugspunkten der Ursprung des absoluten bzw. der relativen Y
Koordinatensysteme zugeordnet: Das Werkstück wird – zu den Maschine-
nachsen ausgerichtet – in eine bestimmte Position relativ zum Werkzeug
gebracht und die Anzeige entweder auf Null oder den entsprechenden X
Positionswert (z.B. um den Werkzeug-Radius zu berücksichtigen) gesetzt.
Beispiel:
-250
250
-216,5
216,5
-125
125
0
250
216,5
125
1225 0
-125
-216,5
-250
150
0
750
-150
300±0,1
320
0
0
325
450
700
900
950
Beispiel:
Z
Koordinaten des Punkts ➀ :
X = 10 mm
Y = 5 mm Y
Z = 0 mm
Absolute Werkstück-Positionen
Z
Jede Position auf dem Werkstück ist durch ihre absoluten Koordinaten
eindeutig festgelegt.
1
Beispiel: Absolute Koordinaten der Position ➀:
X = 20 mm Y
Y = 10 mm
Z=15mm
Z = 15 mm 15
X
Y=
m
Wenn Sie nach einer Werkstück-Zeichnung mit absoluten Koordinaten X=20m
10
m
bohren oder fräsen, dann fahren Sie das Werkzeug auf die Koordinaten.
m
10
20
Inkrementale Werkstück-Positionen
Eine Position kann auch auf die vorhergegangene Soll-Position bezogen Abb 1.17: Position ➀ zum Beispiel „Absolute
sein: Der relative Nullpunkt wird dann also auf die zuletzt programmierte Werkstück-Positionen“
Position gelegt. Mann spricht dann von inkrementalen Koordinaten
(Inkrement = Zuwachs), bzw. einem Inkremental-Maß oder Kettenmaß
(da die Position durch aneinandergereihte Maße angegeben wird).
Inkrementale Koordinaten werden durch ein I gekennzeichnet. Z
3
Beispiel: Inkrementale Koordinaten der Position ➂ IY
Y =1
IZ=–15mm
bezogen auf Position ➁ 2 0m
m
10
Y = 5 mm
15
Z = 20 mm X
Inkrementale Koordinaten der Position ➂ : 5 5
10
IX = 10 mm
IY = 10 mm 0 10
IZ = –15 mm
0
Wenn Sie nach einer Werkstück-Zeichnung mit inkrementalen Koordinaten Abb. 1.18: Positionen ➁ und ➂ zum Beispiel
bohren oder fräsen, dann fahren Sie das Werkzeug um die Koordinaten „Inkrementale Werkstück-
weiter. Positionen“
Y+
Auch bei Polarkoordinaten gibt es diese
Möglichkeiten:
• Absolute Koordinaten beziehen sich immer auf +IPR
den Pol CC und die Winkelbezugsachse.
• Inkrementale Koordinaten beziehen sich PR
immer auf die letzte programmierte Position des +IPA +IPA
Werkzeugs. PR
PR PA
10 0°
CC
30 X+
Abb. 1.19: Inkrementale Maßangaben bei Polarkoordinaten
(durch „I“ gekennzeichnet)
Beispiel:
Werkstückzeichnung mit Koordinatenbemaßung
(nach DIN 406, Teil 11; Bild 179)
2.3
X2
1.1 1.2
Y1
X1
Maße in mm
Koordi- Koordinaten
naten-
ursprung Pos. X1 X2 Y1 Y2 r ϕ d
1 1 0 0 –
1 1,1 325 320 Ø 120 H7
1 1,2 900 320 Ø 120 H7
1 1,3 950 750 Ø 200 H7
1 2 450 750 Ø 200 H7
1 3 700 1225 Ø 400 H8
2 2,1 –300 150 Ø 50 H11
2 2,2 –300 0 Ø 50 H11
2 2,3 –300 –150 Ø 50 H11
3 3,1 250 0° Ø 26
3 3,2 250 30° Ø 26
3 3,3 250 60° Ø 26
3 3,4 250 90° Ø 26
3 3,5 250 120° Ø 26
3 3,6 250 150° Ø 26
3 3,7 250 180° Ø 26
3 3,8 250 210° Ø 26
3 3,9 250 240° Ø 26
3 3,10 250 270° Ø 26
3 3,11 250 300° Ø 26
3 3,12 250 330° Ø 26
Werkzeugbewegung programmieren
Je nach Konstruktion der Maschine bewegt sich in einer Achse
entweder der Maschinentisch mit dem aufgespannten Werkstück +Y +Z +X
oder das Werkzeug.
Wenn sich für eine oder mehrere Achsen der Maschinentisch bewegt,
sind die entsprechenden Achsen am Steuerpult mit einem Hochkomma
(z. B. X’, Y’) gekennzeichnet. Die Bewegung einer solchen Achse
entspricht einer Bewegung des Werkzeugs relativ zum Werkstück
in die entgegengesetzte Richtung.
Abb. 1.21: Werkzeug-Bewegung in Y-und Z-
Achsrichtung, Maschinentisch-
Bewegung in +X´-Achsrichtung
Wegmeßsysteme
Die Wegmeßsysteme – Längenmeßsysteme für Linearachsen, Winkel-
Z
meßsysteme für Drehachsen – wandeln die Bewegungen der Maschinen-
achsen in elektrische Signale um. Die TNC wertet die Signale aus und
berechnet ständig die Ist-Position der Maschinenachsen. Y
Bei einer Stromunterbrechung geht die Zuordnung zwischen der
Maschinenschlitten-Position und der berechneten Ist-Position verloren; die
TNC kann diese Zuordnung nach dem Einschalten wieder herstellen. X
Referenzmarken
Auf den Maßstäben der Wegmeßsysteme sind eine oder mehrere
Referenzmarken angebracht. Die Referenzmarken erzeugen beim Über-
fahren ein Signal, das für die TNC eine Maßstabs-Position als Referenz-
punkt (Maßstabs-Bezugspunkt = maschinenfester Bezugspunkt) kenn-
zeichnet.
Mit Hilfe dieser Referenzpunkte kann die TNC die Zuordnung zwischen
der Maschinenschlitten-Position und der angezeigten Ist-Position wieder
herstellen.
1.3 Einschalten
Die Versorgungsspannung von TNC und Maschine einschalten. Danach
leitet die TNC automatisch folgenden Dialog ein:
SPEICHERTEST
STROMUNTERBRECHUNG
PLC-PROGRAMM UEBERSETZEN
Steuerspannung einschalten.
I Die TNC überprüft die Funktion der NOT-AUS-Schaltung
MANUELLER BETRIEB
REFERENZPUNKTE UEBERFAHREN
Beim schnellen internen Bildaufbau berechnet die TNC die Kontur und
zeigt nur eine grafische Darstellung der abgeschlossenen Bearbeitung.
Darstellungsart auswählen
ENT
Darstellung übernehmen
Mit START läßt sich eine grafische Darstellung beliebig oft wiederholen.
Draufsicht
Für die Tiefendarstellung dieser Grafik gilt:
„je tiefer, desto dunkler“.
Anzahl der darstellbaren Tiefenniveaus: 7
Darstellung in 3 Ebenen
Die Darstellung erfolgt in Draufsicht mit 2 Schnit-
ten, ähnlich einer technischen Zeichnung. Ein
Symbol links neben der Grafik gibt an, ob die
Darstellung der Projektionsmethode 1 oder der
Projektionsmethode 2 nach DIN6, Teil 1 entspricht
(über MP 7310 wählbar).
Schnittebenen verschieben
Die Schnittebenen können beliebig mit den
Pfeiltasten verschoben werden.
Die Lage der Schnittebene ist während des Ver-
schiebens am Bildschirm sichtbar.
3D-Darstellung
Das Werkstück wird räumlich abgebildet.
3D-Darstellung drehen
Die 3D-Darstellung kann mit den horizontalen
Pfeiltasten um die vertikale Achse gedreht werden.
Eine Drehung wird durch ein Winkel-Symbol
angezeigt:
entspricht 00
entspricht 900
entspricht 1800
entspricht 2700
Nichtmaßstäbliche 3D-Darstellung
Bei einem Höhen-Seiten-Verhältnis zwischen 0,5 und 50 läßt sich mit den
vertikalen Pfeiltasten eine nichtmaßstäbliche 3D-Darstellung anwählen. In
dieser Darstellung wird die kürzere Werkstück-Seite mit verbesserter
Auflösung abgebildet.
Die nichtmaßstäbliche Darstellung wird ebenfalls durch das
Winkel-Symbol angezeigt.
Schnittfläche wählen
ENT
Bildausschnitt übernehmen
Die Ausschnitts-Vergrößerung gilt für alle Darstellungsarten. Bei einer vergrößerten Abbildung blendet die TNC die
Abkürzung MAGN am Bildschirm ein.
GRAPHICS Mit BLK FORM wird der Rohling wieder in programmierter Größe
BLK abgebildet
FORM
Status-Anzeige
Die Status-Anzeige in einer Programmlauf-Betriebs-
art enthält außer den aktuellen Koordinaten weitere
Informationen:
Mit einer Balken-Anzeige werden anloge Größen wie Spindeldrehzahl und Vorschub in der Status-Anzeige simuliert.
Diese Balken-Anzeige muß der Maschinen-Hersteller aktiviert haben.
1.5 Programme
Die TNC 360 speichert bis zu 32 Programme gleichzeitig. Bearbeitungs-
Programme können im HEIDENHAIN Klartext-Dialog oder gemäß DIN/ISO
erstellt worden sein. DIN/ISO-Programme sind mit „ISO“ gekennzeichnet.
Die Programme werden mit einer Nummer (bis zu 8 Ziffern) benannt.
... löschen CL
PGM
DATEI-NAME?
ENT
Gewähltes Programm übernehmen
Programm löschen
Programm schützen
DATEI-NAME = ?
z.B. 5 ENT
ENT
Nummer des Programms eingeben, das geschützt werden soll,
z.B. Programm Nr. 5
0 BEGIN 5 MM
wiederholt
PGM-SCHUTZ?
In der ersten und letzten Programmzeile steht nun das Kennzeichen „P“
(engl. protected = geschützt).
Programm-Schutz aufheben
0 BEGIN 5 MM P
FREIE ZEICHEN =
wiederholt
SCHLUESSEL-ZAHL
Verfahren mit den externen Richtungstasten ist eine maschinenabhängige Funktion. Beachten Sie Ihr Maschinen-
Handbuch.
MANUELLER BETRIEB
MANUELLER BETRIEB
Achse anhalten:
0 Externe STOP-Taste drücken
EL. HANDRAD
UNTERTEILUNGS-FAKTOR: 1 3
Mit dem elektronischen Handrad kann jetzt die angewählte Achse verfah-
ren werden. Dazu muß beim portablen Handrad der Freigabe-schalter an
der Seite des Handrads gedrückt sein.
Unterteilungsfaktor Verfahrweg in mm
pro Umdrehung
0 20,000
1 10,000
2 5,000
3 2,500
4 1,250
5 0,625
6 0,312
7 0,156
8 0,078
9 0,039
10 0,019
Abb. 2.1: Unterteilungsfaktoren und Verfahrwege Abb. 2.2: Elektronisches Handrad HR 330
• Der kleinste eingebbare Unterteilungsfaktor ist ein maschinenabhängiger Wert. Beachten Sie Ihr Maschinen-
Handbuch.
• Wenn das Handrad an der Maschine befestigt ist, ist der Freigabeschalter automatisch gedrückt.
• Befestigen Sie das Handrad mit den Magneten so an der Maschine, daß es nicht unabsichtlich betätigt werden
kann.
• Wenn Sie das Handrad von der Maschine lösen, achten Sie darauf, daß Sie nicht unbeabsichtigt die Richtungs-
tasten drücken, während der Freigabeschalter gedrückt ist.
Schrittweises Positionieren
Beim schrittweisen Positionieren verfährt eine Maschinenachse bei jedem Z
Druck auf eine externe Richtungstaste um die vorher eingegebene
Zustellung.
8 8
8 16 X
Abb. 2.3: Schrittweises Positionieren in der
X-Achse
EL. HANDRAD
UNTERTEILUNGS-FAKTOR: 4
EL. HANDRAD
ZUSTELLUNG: 4 8
Zustellung eingeben, z. B. 8 mm
z.B. 8 ENT
Spindeldrehzahl S eingeben
Der Maschinenhersteller legt fest, welche Spindeldrehzahlen S an Ihrer TNC erlaubt sind. Beachten Sie Ihr
Maschinen-Handbuch.
SPINDELDREHZAHL S IN U/MIN?
Spindeldrehzahl S ändern
100
Drehknopf für Spindeldrehzahl-Override drehen:
50 150
Spindeldrehzahl S auf 0 bis 150% des letztgültigen Wertes einstellen
S%
0
Mit dem Drehknopf für den Spindeldrehzahl-Override kann die Spindeldrehzahl nur bei Maschinen mit
stufenlosem Spindelantrieb geändert werden.
Vorschub F ändern
In der Betriebsart MANUELLER BETRIEB ist der Vorschub durch einen
Maschinen-Parameter festgelegt.
100 Drehknopf für Vorschub-Override drehen:
Vorschub auf 0 bis 150% des festgelegten Wertes einstellen
50 150
F%
0
Zusatz-Funktion M eingeben
Der Maschinenhersteller legt fest, welche Zusatzfunktionen M Sie an Ihrer TNC nutzen können und welche
Funktionen sie haben.
ZUSATZ-FUNKTION M?
Vorbereitung
Schutzmaßnahme:
Falls die Werkstück-Oberfläche nicht angekratzt Z Z
werden darf, wird auf das Werkstück ein Blech
bekannter Dicke d gelegt. Für den Bezugspunkt
in der Zustellachse muß dann ein um d größerer
Wert eingegeben werden.
X X
Zustellachse anwählen
z.B. Z
BEZUGSPUNKT-SETZEN Z=
5 0 ENT
Voreingestelltes Werkzeug: Anzeige auf Länge L des Werkzeugs setzen,
z.B.
z.B. Z=50 mm oder Summe Z=L+d eingeben
Y
–R X
–R 2
1
2
+/ 5 ENT
Position des Werkzeugmittelpunkts (z.B. X = –5 mm) auf der angewählten
z.B.
Achse vorzeichenrichtig eingeben
2.4 3D-Tastsystem
3D-Tastsystem einsetzen
Die TNC stellt für den Einsatz eines HEIDENHAIN 3D-Tastsystems
Antastfunktionen zur Verfügung. Typische Einsatzbereiche des
Tastsystems sind:
• Kompensieren einer schiefen Werkstück-Aufspannung
(Grunddrehung)
• Bezugspunkt-Setzen
• Messen von
- Längen und Positionen am Werkstück
- Winkeln
- Kreisradien
- Kreismittelpunkten
• Messungen während eines Programmlaufs
• Digitalisieren von 3D-Formen (Option)
Die TNC muß vom Maschinen-Hersteller für den Einsatz eines 3D-Tastsystems vorbereitet sein.
F F
F max
MANUELLER BETRIEB
oder
EL. HANDRAD
3D-Tastsystem kalibrieren
Das Tastsystem ist zu kalibrieren bei
• Inbetriebnahme Z
• Taststift-Bruch
• Taststift-Wechsel
• Änderung des Antastvorschubs
• Unregelmäßigkeiten, beispielsweise infolge Erwärmung der Maschine
Beim Kalibrieren ermittelt die TNC die „wirksame“ Länge des Taststifts Y
und den „wirksamen“ Radius der Tastkugel. Zum Kalibrieren des 3D-
Tastsystems wird ein Einstellring mit bekannter Höhe und bekanntem
Innenradius auf dem Maschinentisch aufgespannt. 5
TOUCH
PROBE WERKSTUECK-FLÄCHE = BEZUGSEBENE
ENT
Kalibrier-Funktion für die Tastsystem-Länge wählen
Z+ Z–
WERKZEUGACHSE = Z
10
X
Abb. 2.10: Kalibrierung des Tastsystem-Radius
TOUCH
PROBE WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
X+ X– Y+ Y–
RADIUS EINSTELLRING = 0
Kalibrierwerte anzeigen
Die wirksame Länge und der wirksame Radius des 3D-Tastsystems
werden in der TNC gespeichert und bei späteren Einsätzen berück-
sichtigt.
Die gespeicherten Werte werden am Bildschirm angezeigt, wenn die
Kalibrierfunktionen erneut angewählt werden.
Werkstück-Schieflage kompensieren
Eine schiefe Werkstück-Aufspannung kompensiert
die TNC rechnerisch durch eine „Grunddrehung“.
Dazu wird der DREHWINKEL auf den Winkel
gesetzt, den eine Werkstückfläche mit der Winkel-
bezugsachse (siehe S. 1-12) der Bearbeitungsebene
einschließen soll.
2
PA 1
A B
TOUCH
PROBE WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
ENT
Antastfunktion GRUNDDREHUNG anwählen
GRUNDDREHUNG
X+ X- Y+ Y–
DREHWINKEL =
z.B. 0 ENT
DREHWINKEL auf Soll-Wert setzen
X+ X– Y+ Y–
oder
Antastrichtung anwählen
Antastvorgang starten
I
Antastvorgang starten
I
Grunddrehung anzeigen
Der Winkel der Grunddrehung steht in der Drehwin-
kel-Anzeige. In der Status-Anzeige wird bei aktivier-
ter Grunddrehung ROT invers angezeigt.
Grunddrehung aufheben
DREHWINKEL =
Y Z
1
X
WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
X+ X– Y+ Y– Z+ Z–
oder Antastrichtung und gleichzeitig Achse anwählen, für die der Bezugspunkt
gesetzt wird, z.B. Z in Richtung Z– antasten
Antastvorgang starten
I
z.B. 0 ENT
Soll-Koordinate des BEZUGSPUNKTs eingeben
Y Y
3 2
Y=?
P P 1
X X
X=?
Abb. 2.14: Antastvorgang, um Koordinaten der Ecke P zu ermitteln
Mit Übernahme der Punkte, die für die Grunddrehung angetastet wurden
ENT
Koordinaten der Antastpunkte übernehmen
Tastsystem in die Nähe des ersten Antastpunkts auf der Werkstück-Kante, die für die Grunddrehung nicht ange-
tastet wurde, verfahren
ECKE = BEZUGSPUNKT
X+ X– Y+ Y–
Antastvorgang starten
I
Tastsystem in die Nähe des zweiten Antastpunkts auf der gleichen Kante verfahren
Antastvorgang starten
I
BEZUGSPUNKT X =
z.B. 0 ENT
Erste Koordinate des Bezugspunkts eingeben, z.B. auf der X-Achse
.
.
.
.
.
.
BEZUGSPUNKT Y =
Ohne Übernahme von Punkten, die für eine Grunddrehung angetastet wurden
NO Dialogfrage verneinen
ENT
Innenkreis
Die TNC tastet die Kreis-Innenwand automatisch in alle vier Koordinaten- Y
achsen-Richtungen an.
Bei unterbrochenen Kreisen (Kreisbögen) kann die Antastrichtung beliebig
gewählt werden.
Y+
X–
10
X+
Y–
8 X
Abb. 2.15: Antasten der Kreis-Innenwand
zum Ermitteln der Mittelpunkts-
position
KREISMITTELPUNKT = BEZUGSPUNKT
X+ X– Y+ Y–
BEZUGSPUNKT X =
BEZUGSPUNKT Y =
z.B. 1 0 ENT Zweite Koordinate des Kreismittelpunkts eingeben, z.B. auf der Y-Achse
Außenkreis
Y
Y– 4
3
X+
X–
2
Y+
1
X
Abb. 2.16: Antasten der Kreis-Außenwand
zum Ermitteln der Mittelpunkts-
position
Tastkopf in die Nähe des ersten Antastpunktes 1 außerhalb des Kreises verfahren
KREISMITTELPUNKT = BEZUGSPUNKT
X+ X– Y+ Y–
Antastvorgang starten
I
Nach dem Antasten zeigt die TNC die aktuellen Koordinaten des Kreis-
mittelpunkts und den Kreisradius PR am Bildschirm an.
WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
X+ X– Y+ Y– Z+ Z–
oder Antastrichtung und gleichzeitig Achse wählen, auf die die Koordinate sich
beziehen soll
Antastvorgang starten
I
Die TNC zeigt die Koordinate des Antastpunkts als BEZUGSPUNKT an.
Werkstückmaße bestimmen
Y l 1
Z
X
WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
X+ X– Y+ Y– Z+ Z–
Antastvorgang starten
I
BEZUGSPUNKT X=
.
.
.
.
.
.
WERKSTUECK-FLAECHE = BEZUGSEBENE
X+ X– Y+ Y– Z+ Z–
Antastvorgang starten
I
Winkel messen
Mit einem 3D-Tastsystem lassen sich auch Winkel in der Bearbeitungs-
ebene bestimmen. Gemessen wird der
• Winkel zwischen der Winkelbezugsachse und einer Werkstück-Kante
oder der
• Winkel zwischen zwei Kanten
Der gemessene Winkel wird als Wert von maximal 90° angezeigt.
DREHWINKEL =
Angezeigten DREHWINKEL notieren (falls vorher durchgeführte Grunddrehung später wieder hergestellt werden soll)
.
.
.
.
.
.
Winkel zwischen Winkelbezugsachse und Werkstückkante in der Funktion GRUNDDREHUNG als DREHWINKEL
anzeigen lassen
Grunddrehung aufheben
PA
DREHWINKEL =
Zweite Seite ebenfalls wie bei einer Grunddrehung antasten, DREHWINKEL hier nicht auf 0 setzen!
Winkel PA zwischen den Werkstück-Kanten in der Funktion GRUNDDREHUNG als DREHWINKEL anzeigen lassen
Grunddrehung aufheben
3.1 Programm-Test
In der Betriebsart PROGRAMM-TEST überprüft die TNC Programme und
Programmteile auf folgende Fehler, ohne die Maschinenachsen zu
verfahren:
• geometrische Unverträglichkeiten
• fehlende Angaben
• nicht ausführbare Sprünge
Programm-Test ausführen
PROGRAMM-TEST
BIS SATZNUMMER =
z.B. 1 0 ENT
Programm testen, z.B. bis Satz 10
Funktion Taste
Programm-Test anhalten
STOP
3.2 Programmlauf
In der Betriebsart PROGRAMMLAUF SATZFOLGE führt die TNC ein
Bearbeitungsprogramm kontinuierlich bis zum Programmende oder bis zu
einer Unterbrechung aus.
Bearbeitungsprogramm ausführen
Vorbereitung:
• Werkstück auf dem Maschinentisch aufspannen
• Bezugspunkt setzen
• Programm anwählen
PROGRAMMLAUF EINZELSATZ
oder
PROGRAMMLAUF SATZFOLGE
Bearbeitungsprogramm anwählen
GOTO
0 ENT Ersten Satz des Programms wählen
I
wiederholt
Bearbeitung unterbrechen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Programmlauf zu unterbrechen:
• Programmierte Unterbrechungen
• Externe STOP-Taste
• Umschalten auf PROGRAMMLAUF EINZELSATZ
• NOT-AUS-Taste
Programmierte Unterbrechungen
Unterbrechungen können direkt im Bearbeitungsprogramm festgelegt
werden. Der Programmlauf wird unterbrochen, sobald das Bearbeitungs-
programm bis zu dem Satz ausgeführt ist, der eine der folgenden Einga-
ben enthält:
• STOP
• Zusatzfunktion M0, M02 oder M30
• Zusatzfunktion M06, falls vom Maschinen-Hersteller mit der Stop-
Funktion belegt
Bearbeitung unterbrechen
STOP
Bearbeitung abbrechen
Wenn Sie die Bearbeitung mit der Taste STOP abgebrochen haben,
können
Sie mit der Taste GOTO einen anderen Satz wählen und die Bearbeitung
dort fortsetzen. Falls Sie den Satz 0 wählen, setzt die TNC alle gespeicher-
ten Informationen (Werkzeug-Daten usw.) zurück. Wenn Sie den Pro-
grammlauf innerhalb einer Programmteil-Wiederholung abbrechen, dürfen
Sie nur innherhalb der Programmteil-Wiederholung andere Sätze mit
GOTO wählen.
Fehlerursache beseitigen
Neustart
Fehlerursache beseitigen
Neustart
PROGRAMMLAUF EINZELSATZ
oder
PROGRAMM-TEST
EXT
Funktion zum blockweisen Übertragen anwählen
PROGRAMM-NUMMER
z.B. 1 0 ENT
Programm-Nummer eingeben und Übertragung starten
Sätze überspringen
Die TNC kann beim blockweisen Übertragen Sätze bis zu einer frei
wählbaren Satz-Nummer überspringen. Diese Sätze werden dann für
einen Programmlauf nicht berücksichtigt.
4 Programmieren
In der Betriebsart PROGRAMM-EINSPEICHERN werden Programme
(siehe S. 1-19)
• erstellt
• ergänzt
• geändert
• gelöscht
Dieses Kapitel beschreibt Grundfunktionen und Eingaben, die noch keine
Bahnbewegungen veranlassen.
Die Eingabe der Geometrie für die Werkstück-Bearbeitung ist im nächsten
Kapitel beschrieben.
Bahn-
Funktion
Satz- Wörter
Nummer
Klartext-Dialog
Die Dialoge zur Programmierung der einzelnen Programmsätze werden
durch Drücken einer Funktionstaste (siehe vordere Einschlagseite)
eröffnet. Danach fragt die TNC nacheinander alle für diesen Bearbeitungs-
schritt erforderlichen Daten ab. Wenn alle Fragen eines Dialogs beantwor-
tet sind, beendet die TNC diesen Dialog selbsttätig.
Der Klartext-Dialog kann verkürzt und vorzeitig beendet werden, wenn nur
bestimmte Wörter eines Satzes programmiert werden sollen.
Funktion Taste
Dialog fortführen ENT
Dialogfrage übergehen NO
ENT
Editier-Funktionen
Beim Editieren werden Befehle und Informationen in die TNC ein-gege-
ben, ergänzt oder geändert.
Eingaben
Zahlen, Koordinatenachsen und Radiuskorrekturen werden direkt über die
Tastatur eingegeben. Vorzeichen können vor, während und nach einer
Zahleneingabe gesetzt werden.
Sätze einfügen
Zusätzliche Programmsätze können hinter jedem beliebigen Satz eingefügt
werden (jedoch nicht hinter dem PGM END-Satz).
Funktion Taste
Zahl im Hellfeld auf Null setzen
CE
4.2 Werkzeuge
Die Werkzeuge werden jeweils durch eine Nummer gekennzeichnet.
Der Werkzeug-Nummer werden die Werkzeug-Daten
• Länge L
• Radius R
zugeordnet.
Werkzeug-Daten bestimmen
Werkzeug-Nummer
Jedes Werkzeug wird durch eine eigene Nummer zwischen 0 und 254
gekennzeichnet.
Das Werkzeug mit der Nummer 0 ist festgelegt mit L = 0 und R = 0, wenn
die Werkzeug-Daten ins Programm eingegeben werden. In Werkzeug-
Tabellen sollte T0 ebenfalls mit L = 0 und R = 0 definiert werden.
Werkzeug-Radius R
Der Radius des Werkzeugs wird direkt eingegeben.
Werkzeug-Länge L
Der Korrekturwert für die Werkzeug-Länge wird bestimmt
• als Längenunterschied zwischen dem Werkzeug und einem Null-
Werkzeug, oder
• mit einem Voreinstellgerät
Werden Werkzeug-Längen mit einem Voreinstellgerät bestimmt, so
werden sie ohne weitere Umrechnungen in die Werkzeug-Definition
eingegeben.
Werkzeug einwechseln
TOOL
DEF WERKZEUG-NUMMER?
z.B. 5 ENT
Werkzeug mit einer Nummer kennzeichnen, z. B. 5
WERKZEUG-LAENGE L?
z.B. 1 0 ENT
Korrekturwert für Werkzeug-Länge eingeben, z. B. L = 10mm
WERKZEUG-RADIUS R?
z.B. 5 ENT
Werkzeug-Radius eingeben, z. B. R = 5mm
Die Werkzeug-Länge L kann mit der Funktion „Ist-Positions-Übernahme“ (siehe S. 4-19) direkt in die Werkzeug-
Definition übernommen werden.
PROGRAMM-EINSPEICHERN
DATEI-NAME =
0 ENT
Werkzeug-Tabelle anwählen
Die Werkzeug-Tabelle läßt sich auch in den Betriebsarten [Link] und MANUELLER BETRIEB editieren.
Dann wird einfach ENT gedrückt.
Werkzeug-Daten aufrufen
Mit TOOL CALL werden die Werkzeug-Daten im Bearbeitungsprogramm
aufgerufen. TOOL CALL wird programmiert mit
• Werkzeug-Nummer
• Spindel-Achse
• Spindeldrehzahl
Werkzeug-Daten aufrufen
TOOL
CALL WERKZEUG-NUMMER?
SPINDELDREHZAHL S IN U/MIN
ENT
Werkzeugwechsel
Automatischer Werkzeugwechsel
Beim automatischen Werkzeugwechsel steuert die TNC den Austausch
des eingespannten Werkzeugs durch ein anderes aus dem Werkzeug-
Magazin. Der Programmlauf wird nicht unterbrochen.
Manueller Werkzeugwechsel
Vor einem manuellen Werkzeugwechsel wird die Spindel gestoppt und
das Werkzeug auf die Wechsel-Position gefahren. Ablauf:
Werkzeugwechsel-Position
Eine Werkzeugwechsel-Position muß kollisionsfrei anfahrbar neben oder
über dem Werkstück liegen.
Mit den Zusatz-Funktionen M91 und M92 (siehe S. 5-54) lassen sich die
Koordinaten der Wechsel-Position auch maschinenbezogen eingeben.
Falls vor TOOL CALL 0 eine positive Längenkorrektur wirkte, wird der Abstand zum Werkstück verkleinert.
4.3 Werkzeug-Korrekturwerte
Die TNC berücksichtigt für jedes Werkzeug den
Korrekturwert für die Werkzeug-Länge in der
Spindelachse und für den Werkzeug-Radius in der
Bearbeitungsebene.
Abb. 4.4 : Die TNC berücksichtigt Länge und Radius des Werkzeugs
Falls vor TOOL CALL 0 eine positive Längenkorrektur wirkte, wird der Abstand zum Werkstück verkleinert.
Bei einer inkrementalen Bewegung der Werkzeug-Achse direkt nach einem TOOL CALL, wird neben dem program-
mierten Wert auch die Längendifferenz zwischen altem und neuem Werkzeug verfahren.
Werkzeug-Radius
Eine Radiuskorrektur wird wirksam, sobald ein Werkzeug aufgerufen und
in der Bearbeitungsebene mit RL/RR verfahren wird.
Eine Radiuskorrektur wird aufgehoben, indem ein Positioniersatz mit R0
programmiert wird.
Werkzeugradius-Korrektur
Eine Werkzeug-Bewegung kann auf folgende Art
programmiert werden:
• ohne Radiuskorrektur: R0 START
• mit Radiuskorrektur: RL oder RR
• achsparallele Verfahrbewegungen
mit R+ oder R– R
Anwendungsbereiche: Y
• Bohren
• Vorpositionieren
X
Y
ENT
Werkzeugbewegung ohne Radiuskorrektur anwählen
.
.
.
Y RL Y RR
R R
R X R X
Abb. 4.7: Das Werkzeug verfährt zum Fräsen links (RL) oder rechts (RR) von der Kontur
Die Radiuskorrektur RR/RL ist am Ende des Satzes aktiv, in dem sie das
erste Mal programmiert wurde.
Zwischen zwei Programmsätzen mit unterschiedlicher Radiuskorrektur muß mindestens ein Satz ohne Radius-
korrektur (also mit R0) stehen.
Anwendungsbereiche:
• achsparallele Bearbeitungen
• gelegentlich für Vorpositionierung des Werkzeugs, z.B. beim Zyklus
NUT
R+ und R– stehen zur Verfügung, wenn ein Positioniersatz mit einer orangefarbenen Achstaste eröffnet wurde.
Ecken bearbeiten
Außenecken
Die TNC führt das Werkzeug an Außenecken auf
einem Übergangskreis für die Werkzeug-Bahn. Das
Werkzeug wälzt sich am Eckpunkt ab.
Falls nötig wird der Vorschub F des Werkzeugs an
Außenecken automatisch reduziert, zum Beispiel
bei sehr großen Richtungswechseln.
RL
Wird ohne Radiuskorrektur gearbeitet, so wird die Bearbeitung von Ecken von der Zusatzfunktion M90 beeinflußt
(siehe S. 5-36).
Innenecken
Die TNC ermittelt an Innenecken den Schnittpunkt
der Werkzeugmittelpunktsbahnen. Von diesem
Punkt an führt sie das Werkzeug am nächsten RL RL
Konturelement entlang.
Auf diese Weise wird das Werkstück in den
Innenecken nicht beschädigt.
Der Werkzeug-Radius darf also nicht beliebig groß
gewählt werden.
S S
4.4 Programm-Eröffnung
DATEI-NAME =
Der Dialog zur Rohteil-Definition wird mit der Taste BLK FORM eröffnet.
X
MIN- und MAX-Punkt
Der Rohteil wird durch zwei seiner Eckpunkte festgelegt:
• MIN-Punkt – jeweils die kleinste X-, Y- und Z-Koordinate des Quaders;
Eingabe als Absolutwerte.
• MAX-Punkt – jeweils die größte X-, Y- und Z-Koordinate des Quaders;
Eingabe als Absolut- oder Inkrementalwerte. MIN
Vorschub F
Der Vorschub ist die Geschwindigkeit in mm/min (inch/min), mit der sich
der Werkzeug-Mittelpunkt auf seiner Bahn bewegt.
Eingabebereich:
F = 0 bis 29.999 mm/min (1181 inch/min)
Der maximale Vorschub ist für jede Maschinenachse einzeln durch
Maschinen-Parameter festgelegt.
Eingabe
Dialogfrage in Positioniersatz beantworten:
z.B. 1 0 0 ENT
Vorschub F eingeben, z.B. F = 100 mm/min
Eilgang
Für den Eilgang kann F = FMAX eingegeben werden. Falls bekannt, kann
auch der maximale Vorschub direkt programmiert werden.
FMAX hat nur für den Programmsatz Gültigkeit, in dem er programmiert
wurde.
Spindeldrehzahl S
Die Spindeldrehzahl S wird in Umdrehungen pro Minute (U/min) im Satz
für den Werkzeug-Aufruf (TOOL CALL) eingegeben.
Eingabebereich:
S = 0 bis 99999 U/min
WERKZEUG-NUMMER?
SPINDELACHSE PARALLEL X / Y / Z?
SPINDELDREHZAHL S?
100
Die Spindeldrehzahl S kann bei Maschinen mit stufenlosem Spindelan-
trieb mit dem Override-Drehknopf eingestellt werden
50 150
S%
0
ZUSATZ-FUNKTION M?
.
.
.
M-Funktion im STOP-Satz eingeben
ZUSATZ-FUNKTION M?
NC-Satz: z. B. STOP M5
STOP-Funktion eingeben
ZUSATZ-FUNKTION M?
NC-Satz: z. B. STOP M6
MANUELLER BETRIEB
PROGRAMM-EINSPEICHERN
Programmsatz wählen oder eröffnen, in den eine Koordinate der Ist-Position des Werkzeugs
übernommen werden soll
KOORDINATEN?
PROGRAMM-EINSPEICHERN
Programmsatz im Bearbeitungs-Programm anwählen, hinter den der L-Satz eingefügt werden soll.
MANUELLER BETRIEB
Der generierte L-Satz wird hinter den aktuellen Satz des in der Betriebsart
EINSPEICHERN angewählten Programms eingefügt. Der L-Satz enthält
keine Werkzeug-Radiuskorrektur, keinen Vorschub und keine Zusatz-
Funktion. Diese müssen bei Bedarf nachträglich eingegeben werden.
Über die MOD-Funktion wird festgelegt, ob eine, zwei oder drei Koordinaten der Ist-Position in den L-Satz
übernommen werden (siehe S. 11-5).
Maschine und TNC müssen vom Maschinen-Hersteller vorbereitet sein.
Das Werkzeug ist zu Beginn eines Bearbeitungsprogramms stets so vorzupositionieren, daß eine Beschädigung von
Werkzeug und Werkstück ausgeschlossen ist.
Bahnfunktionen
X
Mit den Bahnfunktionen wird jedes Element der
Werkstück-Kontur einzeln programmiert.
Eingegeben werden
• Geraden
• Kreisbögen
Auch eine Überlagerung der beiden Konturelemen-
te kann programmiert werden (Schraubenlinie).
L
L
L CC
Zyklen
Standard-Bearbeitungen sind als Zyklen vorprogrammiert.
Die TNC verfügt über Bearbeitungszyklen zum
• Tiefbohren
• Gewindebohren
• Nuten fräsen
• Taschen und Inseln umfräsen
Parameter-Programmierung
Bei der Parameter-Programmierung werden Parameter als Zahlenwerte
eingesetzt und Bearbeitungen über mathematische Zusammenhänge
beschrieben:
• Bedingte und unbedingte Sprünge
• Messungen mit dem 3D-Tastsystem während des Programmlaufs
• Werte und Meldungen ausgeben
• Werte vom und zum Speicher übertragen
Es stehen folgende mathematische Funktionen zur Verfügung:
• Zuordnung
• Addition/Subtraktion
• Multiplikation/Division
• Winkelermittlung/Trigonometrie
usw.
Erster Konturpunkt
Am ersten Konturpunkt beginnt die Bearbeitung des Werkstücks.
Das Werkzeug wird radiuskorrigiert auf diesen Punkt verfahren.
RL
RL A
Endpunkt
Für den Endpunkt gelten ebenfalls die Bedingungen
• Kollisionsfrei anfahrbar
• Nähe zum letzten Konturpunkt
• Vermeidung einer Beschädigung von Werkstück und Werkzeug
Der optimale Endpunkt E liegt wieder in der Verlängerung der Werkzeug-
bahn. Der Endpunkt darf innerhalb des nicht schraffierten Bereichs liegen
und wird ohne Radiuskorrektur angefahren.
E A
R0
Der optimale gemeinsame Start- und Endpunkt liegt genau zwischen den
Verlängerungen der Werkzeugbahnen zur Bearbeitung des ersten und
letzten Konturelements.
A
Ein gemeinsamer Start- und Endpunkt wird jeweils ohne Radiuskorrektur
angefahren.
SE
R0
Abb. 5.8: Gemeinsamer Start- und Endpunkt
RL
Start- und Endpunkt
Startpunkt S und Endpunkt E der Bearbeitung liegen außerhalb des
Werkstücks in der Nähe des ersten bzw. letzten Konturelements.
R A
Die Werkzeugbahn zum Start- und Endpunkt wird ohne Radiuskorrektur
programmiert.
R0
Eingabe
Die Funktion RND wird an folgenden Stellen im Programm eingegeben:
• Beim Anfahren hinter dem Satz, in dem der erste Konturpunkt program-
miert ist. Das ist der erste Satz mit Radiuskorrektur RL/RR. B
• Beim Wegfahren hinter dem Satz, in dem der letzte Konturpunkt
programmiert ist. Das ist der letzte Satz mit Radiuskorrektur RL/RR. RL
R
E
R0
Programmschema
.
.
.
L X ... Y ... R0 ... ..................................................... Startpunkt S
L X ... Y ... RL ... ..................................................... Erster Konturpunkt A
RND R ... ..................................................................... Weiches Anfahren
.
.
.
Kontur-Elemente
.
.
.
L X ... Y ... RL ... ..................................................... letzter Konturpunkt B
RND R ... ..................................................................... Weiches Wegfahren
L X ... Y ... R0 ... ..................................................... Endpunkt E
Der Radius in der Funktion RND muß so gewählt werden, daß die Kreisbahn zwischen Start- bzw. Endpunkt und den
Konturpunkten ausgeführt werden kann.
5.3 Bahnfunktionen
Allgemeines
Eingabe in das Bearbeitungsprogramm
Die Konturelemente werden maßgetreu ins Bearbeitungsprogramm
eingegeben. Koordinaten werden als Absolut- oder als Relativwerte
programmiert.
In der Regel werden die Koordinaten des Endpunktes eines Kontur-
elements einprogrammiert.
Den Verfahrweg des Werkzeugs ermittelt die TNC aus den Werkzeug-
Daten und der Radiuskorrektur selbsttätig.
Achsparallele Bewegungen
Z
Das Werkzeug wird parallel zur programmierten Maschinenachse
verfahren. L X +100
Anzahl der im NC-Satz programmierten Achsen: 1
Y
X
100
Y
X
50
70
10 80
Bahnfunktions-Übersicht
Mit den Bahnfunktionstasten wird die Form des Konturelements festge-
legt und der Klartext-Dialog eröffnet.
Gerade
Eingegeben werden:
• Koordinaten des Geradenendpunkts E
• Falls nötig:
Radiuskorrektur, Vorschub, Zusatz-Funktion
Das Werkzeug verfährt auf einer Geraden von seiner aktuellen Position E
zum Geradenendpunkt E . Die Startposition S wird im vorhergegange-
nen Satz angefahren.
S
Gerade programmieren
L
KOORDINATEN?
ENT
Nach Eingabe aller Koordinaten: Dialog mit ENT abschließen
.
.
.
.
.
.
RADIUSKORR.: RL / RR / KEINE KORR. ?
ZUSATZ-FUNKTION M?
z.B. 3 ENT
Zusatz-Funktion eingeben, z. B. M3 (Spindel-Ein, Rechtslauf)
–10
5
Bearbeitungsprogramm
Fase
1
Konturecken, die durch den Schnitt zweier Geraden entstehen, können
mit Fasen versehen werden. L
E
S
2
Abb. 5.15: Fase von S nach Z
Voraussetzungen:
1 S E
• In den Sätzen vor und hinter dem Fasen-Satz werden jeweils beide
Koordinaten der Ebene programmiert, in der die Fase ausgeführt wird.
• Die Radiuskorrektur vor und hinter dem Fasen-Satz muß gleich sein. Z
• Die Fase muß mit dem aktuellen Werkzeug ausführbar sein.
2
Abb. 5.16: Werkzeugradius zu groß
Fase programmieren
KOORDINATEN?
NC-Satz: z. B. L5
–15
85 E
95
100
Bearbeitungsprogramm
CC
YCC
X XCC X
Kreismittelpunkt CC
Für Kreisbewegungen kann ein Kreismittelpunkt CC
eingegeben werden.
Dieser ist gleichzeitig der Pol für die Eingabe von
Polarkoordinaten. Y Z
CC
X
YCC
XCC
Drehsinn DR
Für Kreisbewegungen ohne tangentialen Übergang Z
zu anderen Konturelementen wird der mathemati-
sche Drehsinn DR der Kreisbewegung eingegeben:
DR+
• Drehung im Uhrzeigersinn entspricht einem Y DR–
negativen Drehsinn: DR- CC
• Drehung gegen den Uhrzeigersinn entspricht CC X
einem positiven Drehsinn: DR+
Y ZX
X YZ
Abb. 5.20: Die Spindelachse legt die Hauptebenen für die Kreisbahnen
fest
Kreise, die nicht parallel zu einer Hauptebene liegen, werden mit Q-Parametern programmiert. Siehe Kapitel 7.
Kreismittelpunkt CC
Der Kreismittelpunkt CC ist für Kreisbahnen festzulegen, die mit der C-
Funktionstaste programmiert werden. Der Kreismittelpunkt wird auf Y
folgende Art definiert:
• Direkte Eingabe der rechtwinkligen Kreismittelpunkts-Koordinaten oder
• Übernahme der zuletzt programmierten Position oder CC
• Ist-Positions-Übernahme Y
Die letztprogrammierte Position wird als CC übernommen, wenn ein
leerer CC-Satz programmiert wird.
X X
CC relativ eingeben
Wird eine Kreismittelpunkts-Koordinate relativ Y
eingegeben, so bezieht sie sich auf die zuletzt
programmierte Werkzeug-Position.
CC
IY
IX X
CC KOORDINATEN?
Koordinatenachse anwählen, z. B. X
z.B. X
Koordinate des Kreismittelpunkts auf dieser Achse eingeben,
z.B. 2 0 ENT
z. B. X=20 mm
Kreisbahn C um Kreismittelpunkt CC
Voraussetzungen E
Der Kreismittelpunkt CC muß vorher im Programm definiert sein.
Das Werkzeug steht auf dem Startpunkt S
Eingabe
• Kreisbogen-Endpunkt
• Drehsinn DR S
CC
Start- und Endpunkt der Kreisbewegung müssen auf der Kreisbahn liegen.
Eingabetoleranz: bis 0,016 mm
Y
Y
E
YE
CC
S E YCC
YS CC
S
XS XCC XE X
X
Abb. 5.24: Vollkreis um CC mit einem C-Satz Abb. 5.25: Koordinaten einer Kreisbahn
C
KOORDINATEN?
ENT
Koordinaten-Eingabe abschließen
ENT
Kreismittelpunkt CC:
X = 50 mm Y = 50 mm
Z
Beginn und Ende des Kreisbogens C:
X = 50 mm Y = 0 mm
Frästiefe: ZF = –5 mm
Werkzeug-Radius: R = 15 mm Y
CC
X
50
–5 50
Bearbeitungsprogramm
Eingaben E
R
• Koordinaten des Kreisbogen-Endpunkts
• Radius R des Kreisbogens
• Drehsinn DR
S1=E2
Kreisbogen-Radius R
Startpunkt S und Endpunkt E auf der Kontur
lassen sich durch vier verschiedene Kreisbögen mit
CCA
gleichem Radius miteinander verbinden.
Die Kreisbögen unterscheiden sich in Länge und
Wölbung.
R R
S E
Größerer Kreisbogen: CCA
S E
CCA > 180° (Kreisbogen ist länger als Halbkreis) R R
Eingabe: Radius R mit negativem Vorzeichen (R<0).
Kleinerer Kreisbogen:
CCA < 180° (Kreisbogen ist kürzer als Halbkreis)
CCA>180° CCA<180°
Eingabe: Radius R mit positivem Vorzeichen (RV>)0).
RL,DR+,(R>0)
CR
KOORDINATEN?
KREISRADIUS (VORZEICHEN)?
z.B. 5 +/ ENT
Kreisbogen-Radius eingeben, z. B. R=5 mm und Größe des Kreis-
bogens mit dem Vorzeichen (z. B. –) festlegen
DREHUNG IM UHRZEIGERSINN:DR-?
Halbkreis-Radius: R = 50 mm
Koordinaten des Kreisbogen-Anfangs: Z
X = 0 Y = 0
Koordinaten des Kreisbogen-Endes:
X = 100 mm Y = 0
Werkzeug-Radius: R = 25 mm Y
Frästiefe: ZF = 18 mm
100
X
50
100
–18
–20
Bearbeitungsprogramm
Eingabe
E
Koordinaten des Kreisbogen-Endpunkts
L1 S
CT3
CT2
L2 CT1
L3
E
Voraussetzungen
• Das Konturstück, an das der Kreisbogen mit CT tangential anschließen
soll, wird direkt vor dem CT-Satz programmiert.
• Vor dem CT-Satz stehen im Programm mindestens zwei Positioniersät-
ze, durch die das Konturstück definiert wird, an das der Kreisbogen
anschließt.
Im CT-Satz und dem vorausgegangenen Positioniersatz sollten beide Koordinaten der Ebene stehen, in der der
Kreisbogen ausgeführt wird.
CT
KOORDINATEN?
50
–15
10
Bearbeitungsprogramm
Ecken-Runden RND
Das Werkzeug verfährt auf einer Kreisbahn, die
sowohl an das vorhergegangene als auch an das
nachfolgende Konturelement tangential anschließt.
Mit der Funktion RND werden
• Konturecken abgerundet
1
G1
R
E
G2
Eingabe
• Radius des Kreisbogens
• Vorschub für RND
R
Voraussetzung
Der Rundungskreis muß mit dem aktuellen Werkzeug ausführbar sein.
• Im vorhergegangenen und nachfolgenden Positioniersatz sollten beide Koordinaten der Ebene stehen, in der
der Kreisbogen ausgeführt wird.
• Der Eckpunkt E wird nicht angefahren.
• Ein im RND-Satz programmierter Vorschub ist nur im RND-Satz wirksam. Nach dem RND-Satz ist wieder der
vor dem Satz programmierte Vorschub gültig.
RND
RUNDUNGS-RADIUS R?
VORSCHUB? F=
100
R = 20 X
100
5 95
–15
Bearbeitungsprogramm
Polarkoordinaten-Ursprung: Pol CC
Der Pol wird an einer beliebigen Stelle im Programm definiert, bevor Y
Positionen durch Polarkoordinaten angegeben werden. Der Pol wird mit
einem CC-Satz wie ein Kreismittelpunkt durch seine Koordinaten im
rechtwinkligen Koordinatensystem festgelegt.
CC
YCC
X CC X
Abb. 5.35: Der Pol wird wie CC eingegeben
Gerade LP
• Für PA können Werte von –360° bis +360° eingegeben werden.
• Das Vorzeichen von PA ist durch die Winkelbezugsachse festgelegt: Y
Winkel von der Winkelbezugsachse zu PR im Gegen-Uhrzeigersinn:
PA>0
Winkel von der Winkelbezugsachse zu PR im Uhrzeigersinn: PA<0
IPA
IPA IPA
PR
IPA
PA
CC
X
Abb. 5.36: Konturzug aus Geraden mit
Polarkoordinaten
L
KOORDINATEN?
P Polarkoordinaten anwählen
POLARKOORDINATEN-RADIUS PR?
POLARKOORDINATEN-WINKEL PA?
Eckpunkt-Koordinaten:
Z
1 PA = 180° PR = 45 mm
2 PA = 120° PR = 45 mm
3 PA = 60° PR = 45 mm
4 PA = 0° PR = 45 mm Y 3
2 4
5 PA = 300° PR = 45 mm
100 R =45
PA = 240° PR = 45 mm 60°
6 CC
1 X
Frästiefe: ZF = –10 mm 5 100
50 6
Werkzeug-Radius: R = 5 mm
50
–10
5
Bearbeitungsprogramm
Kreisbahn CP um Pol CC
Der Polarkoordinaten-Radius ist gleichzeitig Radius des Kreisbogens und
durch den Abstand des Startpunkts S vom POL CC festgelegt.
Eingabe E
• Polarkoordinaten-Winkel PA für Kreisbogen-Endpunkt
• Drehsinn DR PR
DR+
PA
• Bei Inkremental-Werten gleiches Vorzeichen für DR und PA ein-
geben.
• Für PA können Werte von –5400° bis +5400° eingegeben werden.
CC S
C KOORDINATEN?
Polarkoordinaten anwählen
P
POLARKOORDINATEN-WINKEL PA?
Radius: 50 mm
Kreismittelpunkts-Koordinaten:
X = 50 mm Y = 50 mm
Z
Frästiefe: ZF = – 5 mm
Werkzeug-Radius: R = 15 mm
Y
100 CC
X
50
100
50
–5
Bearbeitungsprogramm
Eingabe:
E
• Polarkoordinaten-Winkel PA des Kreisbogen-Endpunkts E
• Polarkoordinaten-Radius PR des Kreisbogen-Endpunkts E PR
PA
CC
CT
KOORDINATEN ?
Polarkoordinaten anwählen
P
POLARKOORDINATEN-RADIUS PR?
POLARKOORDINATEN-WINKEL PA ?
Schraubenlinie (Helix)
Z
Wenn das Werkzeug auf einer Schraubenlinie
verfährt, wird einer Kreisbahn in einer Hauptebene
eine Gerade senkrecht zu dieser Ebene überlagert. Y CC
Die Schraubenlinie wird nur in Polarkoordinaten
programmiert. X
Einsatzbereich
Auf Schraubenlinien werden Formfräser verfahren
für:
• Innen- und Außengewinde mit größeren Durch-
messern
• Schmiernuten
Eingabe
• Inkrementaler Gesamtwinkel, den das Werkzeug auf der Schraubenlinie
verfährt
• Gesamthöhe der Schraubenlinie
Eingabewinkel
Den inkrementalen Polarkoordinaten-Winkel IPA bestimmt man wie folgt:
IPA = n . 360°; hier ist
n = Anzahl der Umläufe des Werkzeugs auf der Schraubenlinie
Für IPA kann ein Wert von –5400° bis +5400° (entspricht n = 15) eingege-
ben werden.
Eingabehöhe
Die Höhe H der Schraubenlinie wird bezogen auf die Werkzeugachse
eingegeben. Die Höhe wird folgendermaßen bestimmt:
H = n x P,
n = Anzahl der Gewindegänge
P = Steigung
Radiuskorrektur
Innengewinde Arbeitsrichtung Drehsinn Radiuskorrektur
Die Radiuskorrektur für die Schraubenlinie wird
gemäß nebenstehender Tabelle eingegeben. rechtsgängig Z+ DR+ RL
linksgängig Z+ DR– RR
rechtsgängig Z– DR– RR
linksgängig Z– DR+ RL
rechtsgängig Z+ DR+ RR
linksgängig Z+ DR– RL
rechtsgängig Z– DR– RL
linksgängig Z– DR+ RR
Schraubenlinie programmieren
C
KOORDINATEN ?
P Polarkoordinaten anwählen
POLARKOORDINATEN-WINKEL PA ?
Werkzeugachse eingeben, z. B. Z
z.B. Z
KOORDINATEN ?
Koordinateneingabe abschließen
ENT
Übungsbeispiel: Gewindefräsen
Vorgaben
Gewinde:
Rechtsgängiges Innengewinde M64 x 1,5
AE =0°
Steigung P: 1,5 mm
Anfangswinkel AS: 0°
Endwinkel AE: 360° = 0° bei ZE = 0 A = –180° A = 0°
Anzahl Gänge nG: 8
Gangüberlauf DR+
AS =0°
• am Gewindeanfang nA: 0,5
• am Gewindeende nS: 0,5
Anzahl Schnitte: 1
Anmerkung:
Bearbeitungs-Programm
Anmerkung
Bei Programmsätzen mit Radiuskorrektur (RR/RL) fügt die TNC an Außen-
ecken automatisch einen Übergangskreis ein.
Wirkungsdauer
Die Zusatz-Funktion M90 wirkt nur in den Programmsätzen, in denen sie
steht.
Betrieb mit Schleppabstand muß angewählt sein.
Unabhängig von M90 kann über MP7460 (siehe S. 12-7) ein Grenzwert festgelegt werden, bis zu dem noch mit
konstanter Bahngeschwindigkeit verfahren wird (gilt für Betrieb mit Schleppabstand und Geschwindigkeits-Vor-
steuerung
X
Abb. 5.43: Standard-Fahrverhalten ohne M97, wenn die Steuerung
keine Fehlermeldung ausgeben würde
Wirkungsdauer
14 15
Die Zusatz-Funktion M97 wirkt nur in den Pro-
grammsätzen, in denen sie steht.
X
Abb. 5.44: Fahrverhalten mit M97
Die Konturecke wird mit M97 nur unvollständig bearbeitet. Eventuell muß sie mit einem Werkzeug mit kleinerem
Radius nachbearbeitet werden.
Programm-Schema
.
.
.
5 TOOL DEF L ... R+20 ......................................... Großer Werkzeug-Radius
.
.
.
13 L X ... Y ... R.. F .. M97 ....................................... Konturpunkt 13 anfahren
14 L IY–0,5 .... R .. F.. .............................................. Kleine Konturstufe 13-14 bearbeiten
15 L IX+100 ... ......................................................... Konturpunkt 15 anfahren
16 L IY+0,5 ... R .. F.. M97 ...................................... Kleine Konturstufe 15-16 bearbeiten
17 L X .. Y ... ............................................................ Konturpunkt 17 anfahren
.
.
.
S S
Wirkungsdauer
Die Zusatz-Funktion M98 wirkt nur in den Pro-
grammsätzen, in denen sie steht.
11 12
Programm-Schema
.
.
.
10 L X ... Y ... RL F .. ................................................ Konturpunkt 10 anfahren
11 L X .. IY–.. ... M98 ............................................... Konturpunkt 11 bearbeiten
12 L IX + .. ... ........................................................... Konturpunkt 12 anfahren
.
.
.
Maßstab-Nullpunkt
Auf den Maßstäben sind eine oder mehrere Referenzmarken angebracht.
Eine Referenzmarke legt die Position des Maßstab-Nullpunkts fest.
Besitzt der Maßstab nur eine Referenzmarke, dann ist sie der Maßstab-
Nullpunkt. Besitzt der Maßstab mehrere - abstandscodierte - Referenzmar-
ken, dann wird der Maßstab-Nullpunkt durch die linke äußerste Referenz-
marke (Beginn des Meßwegs) festgelegt.
Werkstück-Bezugspunkt
Die Position des Bezugspunkts für die Werkstück-
Koordinaten wird in der Betriebsart MANUELLER
BETRIEB festgelegt (siehe S. 2-7). Dabei werden Abb. 5.44: Maschinen- und Werkstück-Nullpunkt
direkt die Koordinaten des Bezugspunkts für die
Bearbeitung eingegeben.
Falls die Positions-Anzeige auf +/- 30 000° begrenzt ist, kann mit der
Zusatz-Funktion M94 die Anzeige auf einen Wert unter 360° reduziert
werden.
Wirkungsdauer
M94 wirkt am Satz-Anfang und nur in den Programmsätzen, in denen
sie steht.
Anwendungsbeispiele:
• Vorpositionieren
• Planfräsen
SATZ VOLLSTÄNDIG
Positioniersatz starten
I
Anwendungsbeispiel
Werkstück-Schieflage bei Maschinen mit Rundtisch beseitigen
Vorbereitung:
Grunddrehung mit 3D-Tastsystem durchführen; DREHWINKEL notieren
und Grunddrehung wieder aufheben.
• Betriebsart umschalten
• Drehung programmieren
IV KOORDINATEN?
SATZ VOLLSTAENDIG
Label
Unterprogramme und Programmteil-Wiederholungen werden durch
LABEL (engl. für Marke, Kennzeichnung) gekennzeichnet.
LABEL werden mit einer Nummer zwischen 0 und 254 benannt.
Jede LABEL-Nummer (außer 0) darf im Programm nur einmal mit LABEL
SET vergeben werden.
LABEL 0 kennzeichnet das Unterprogramm-Ende.
6.1 Unterprogramme
Arbeitsweise
0 BEGIN PGM ...
Das (Haupt-) Programm wird bis zum Aufruf eines .
. 1
Unterprogramms (Satz mit CALL LBL)
.
ausgeführt ( 1 ).
.
CALL LBL 1
Anschließend wird das Unterprogramm bis zu .
seinem Ende (LBL 0) ausgeführt ( 2 ). . S
3
.
Das Hauptprogramm wird danach mit dem Satz R
.
hinter dem Unterprogramm-Aufruf fortgeführt ( 3 ). L Z+100 M2
.
. LBL 1
.
. 2
.
. LBL 0
END PGM ...
Programmier-Hinweise
• Ein Hauptprogramm kann bis zu 254 Unterpro-
gramme enthalten.
• Unterprogramme dürfen in beliebiger Reihenfol-
ge beliebig oft aufgerufen werden.
• Ein Unterprogramm darf sich nicht selbst
aufrufen.
• Unterprogramme sollten ans Ende des Hauptpro-
gramms (hinter dem Satz mit M2 bzw. M30)
programmiert werden.
• Stehen Unterprogramme im Programm vor dem
Satz mit M02 oder M30, so werden sie auch
ohne Aufruf mindestens einmal abgearbeitet.
LBL
SET LABEL-NUMMER?
Ende kennzeichnen
Ein Unterprogramm endet immer mit dem LABEL 0.
LBL
SET LABEL-NUMMER?
0 ENT
Unterprogramm-Ende
NC-Satz: LBL 0
Unterprogramm aufrufen
Ein Unterprogramm wird mit seiner LABEL-NUMMER aufgerufen.
LBL
CALL LABEL-NUMMER?
WIEDERHOLUNG REP?
Der Befehl CALL LBL 0 (entspricht Aufruf des Unterprogramm-Endes) ist nicht erlaubt.
Y
Koordinate der ersten Bohrung jeder Gruppe
Gruppe ➀ = 15 mm Y = 10 mm
20
2 20
Gruppe ➁ = 45 mm Y = 60 mm
Gruppe ➂ = 75 mm Y = 10 mm
20
Abstand der Bohrungen: 60 20 3 X
1
20 5
IX = 20 mm IY = 20 mm
Bohrtiefe (TIEFE): Z = 10 mm
Bohrungsdurchmesser: Ø = 5 mm 10 75
45
15
Bearbeitungsprogramm
6.2 Programmteil-Wiederholungen
Programmteil-Wiederholungen werden, ähnlich wie
Unterprogramme, mit LABELs gekennzeichnet.
Arbeitsweise
Das Programm wird bis zum Ende des Programm- 0 BEGIN PGM ...
teils (Satz mit CALL LBL) ausgeführt ( 1 , 2 ). .
. 1
Anschließend wird der Programmteil zwischen dem .
aufgerufenen LABEL und dem Labelaufruf so oft .
LBL 1
wiederholt, wie unter REP angegeben ist ( 3 , 4 ). .
. 2 3 4
Nach der letzten Wiederholung wird das Programm
. R R
fortgesetzt ( 5 ).
.
.
CALL LBL 1 REP 2/2
.
Programmier-Hinweise 5
.
.
• Ein Programmteil kann bis zu 65 534 mal END PGM ...
hintereinander wiederholt werden.
• Die TNC führt rechts vom Schrägstrich hinter
REP einen Zähler für die Programmteil-Wieder- Abb. 6.2: Arbeitsablauf bei Programmteil-Wiederholungen,
holungen mit, die noch durchzuführen sind. R = Rücksprung
• Der Programmteil wird immer einmal häufiger
ausgeführt, als Wiederholungen programmiert
sind.
LBL
SET LABEL-NUMMER?
z.B. 7 ENT
Programmteil wird erneut ausgeführt, z. B. ab LABEL 7
WIEDERHOLUNGEN REP?
z.B. 1 0 ENT
Programmteil ab z. B. LABEL 7 wird bis zu diesem Satz z. B. 10 mal
wiederholt, also insgesamt 11 mal ausgeführt
5 X
10 55
15
5
Bearbeitungs-Programm
Y Z
Arbeitsablauf
• Fräsrichtung von unten nach oben 100 78,35
4
0
• Bearbeitung des Bereichs von X=0 bis 50 mm 6 89 10
21,64 X
(alle X-Koordinaten um Werkzeug-Radius 50
verringert programmieren) 11
21 X
10
22 20
11
19
Bearbeitungsprogramm:
17 LBL2
18 L Z–51 FMAX
19 L X+99 F100
20 L X+88,354 Z–20,2 Programmteil-Wiederholung 2: Bearbeitung von
21 CT X+60 Z+0 X=50 bis 100 mm und Y=0 bis 100 mm
22 L X+59
23 L Z+10 FMAX
24 L X+120 IY+2,5
25 CALL LBL 2 REP40/40
26 L Z+100 FMAX M2
27 END PGM 360067 MM
Arbeitsweise
Das Programm wird bis zum Aufruf eines anderen
Programms (Satz mit CALL PGM) ausgeführt ( 1 ).
0 BEGIN PGM A... 0 BEGIN PGM B...
Anschließend wird das andere Programm bis zu . .
seinem Ende ausgeführt ( 2 ). . 1 S .
. .
Das Programm, aus dem das andere Programm . .
CALL PGM B 2
gerufen wird, wird danach mit dem Satz hinter dem . .
Programm-Aufruf fortgeführt ( 3 ). . .
3
. R .
. .
END PGM A... END PGM B...
Programmier-Hinweise
• Werden Programme aufgerufen, die auf einem
externen Datenträger gespeichert sind, dürfen
sie keine Unterprogramme oder Programmteil-
Wiederholungen enthalten.
• Für Hauptprogramme als Unterprogramme
werden keine LABELs benötigt.
• Das aufgerufene Programm darf keine Zusatz-
Funktion M2 oder M30 enthalten.
• Das aufgerufene Programm darf keinen Sprung
ins aufrufende Programm enthalten.
PGM
CALL PROGRAMM-NUMMER?
Hauptprogramm-Aufruf programmieren und Nummer des Programms eingeben, das aufgerufen wird
Ein Hauptprogramm kann auch mit dem Zyklus 12 PGM CALL aufgerufen werden (siehe S. 8-38).
6.4 Verschachtelungen
Unterprogramme und Programmteil-Wiederholungen können wie folgt
verschachtelt werden:
• Unterprogramme im Unterprogramm
• Programmteil-Wiederholungen in Programmteil-Wiederholung
• Unterprogramme wiederholen
• Programmteil-Wiederholungen im Unterprogramm
Verschachtelungs-Tiefe
Die Verschachtelungs-Tiefe legt fest, wie oft Programmteile oder Unter-
programme weitere Unterprogramme oder Programmteil-Wiederholungen
enthalten dürfen.
Maximale Verschachtelungstiefe für Unterprogramme: 8
Maximale Verschachtelungstiefe für Hauptprogramm-Aufrufe: 4
Unterprogramm im Unterprogramm
Programm-Aufbau
0 BEGIN PGM 360069 MM
.
. 1
.
z. B. 17 CALL LBL 1 .............................................. Unterprogramm bei LBL1 wird aufgerufen
.
. 5
.
z. B. 35 L Z+100 R0 FMAX M2 ............................. Letzter Programmsatz des Hauptprogramms (mit M2)
36 LBL 1
.
. 2
.
Unterprogramm 1
z. B. 39 CALL LBL 2 mit Aufruf von
. Unterprogramm 2
. 4
.
z. B. 45 LBL 0 ........................................................ Ende von Unterprogramm 1
46 LBL 2
.
. 3 Unterprogramm 2
.
z.B. 62 LBL 0 ........................................................ Ende von Unterprogramm 2
Programm-Ausführung
1. Schritt: Hauptprogramm 360069 wird bis Satz 17 ausgeführt.
2. Schritt: Unterprogramm 1 wird aufgerufen und bis Satz 39 ausge-
führt.
3. Schritt: Unterprogramm 2 wird aufgerufen und bis Satz 62 ausgeführt
. Ende von Unterprogramm 2 und Rücksprung zum Unter-
programm, von dem es aufgerufen wurde.
4. Schritt: Unterprogramm 1 wird von Satz 40 bis Satz 45 ausgeführt.
Ende von Unterprogramm 1 und Rücksprung ins Haupt-
programm 360069.
5. Schritt: Hauptprogramm 360069 wird von Satz 18 bis Satz 35 aus-
geführt. Rücksprung zu Satz 1 und Programm-Ende.
Ein mit LBL 0 abgeschlossenes Unterprogramm darf nicht innerhalb eines anderen Unterprogramms stehen.
Übungsbeispiel: Bohrungsgruppen an drei Stellen (siehe S. 6-4), jedoch mit 3 verschiedenen Werkzeugen
Arbeitsablauf:
Senken - Tiefbohren - Gewindebohren
Z
Die Bohrbearbeitungen werden mit dem Zyklus 1
TIEFBOHREN (siehe S. 8-5) und Zyklus 2 GE-
WINDEBOHREN (siehe S. 8-7) programmiert.
Die Bohrungsgruppen werden in einem Unter- 100
programm angefahren und die Bohrungen in
einem zweiten Unterprogramm gesetzt. 75
15 20 20
Bearbeitungsprogramm
30 LBL 1
31 L X+15 Y+10 R0 FMAX M3
32 L Z+2 FMAX
33 CALL LBL 2 Erste Bohrung jeder Gruppe anfahren, dann jeweils Aufruf
34 L X+45 Y+60 FMAX von Unterprogramm 2
35 CALL LBL 2
36 L X+75 Y+10 FMAX
37 CALL LBL 2
38 LBL 0
39 LBL 2
40 L M99
41 L IX+20 F9999 M99 Erste Bohrung setzen, weitere Bohrungen anfahren und
42 L IY+20 M99 Bohren durch Zyklus-Aufrufe
43 L IX–20 M99
44 LBL 0
45 END PGM 3600610 MM
Programmteil-Wiederholungen wiederholen
Programm-Aufbau
0 BEGIN PGM 3600611 MM
.
.
1
.
z. B. 15 LBL 1
.
. 1 4
.
z. B. 20 LBL 2
.
. 21 2x 2 4 2x 5
.
z. B. 27 CALL LBL 2 REP 2/2 ................................ Programmteil zwischen diesem Satz und LBL 2 (Satz 20) wird
. 2 mal wiederholt
. 3 6
.
z. B. 35 CALL LBL 1 REP 1/1 ................................ Programmteil zwischen diesem Satz und LBL 1 (Satz 15) wird
1 mal wiederholt
.
. 7
.
z. B. 50 END PGM 3600611 MM
Programm-Ausführung
1. Schritt: Hauptprogramm 3600611 wird bis Satz 27 ausgeführt.
2. Schritt: Programmteil zwischen Satz 27 und Satz 20
wird 2 mal wiederholt.
3. Schritt: Hauptprogramm 3600611 wird von Satz 28 bis Satz 35 aus-
geführt.
4. Schritt: Programmteil zwischen Satz 35 und Satz 15
wird 1 mal wiederholt.
5. Schritt: Wiederholung des 2. Schritts innerhalb von Schritt 4 .
6. Schritt: Wiederholung des 3. Schritts innerhalb von Schritt 4 .
7. Schritt: Hauptprogramm 3600611 wird von Satz 36 bis Satz 50 aus-
geführt. Programmende.
Unterprogramm wiederholen
Programm-Aufbau
0 BEGIN PGM 3600612 MM
.
.
. 1
z. B. 10 LBL 1
11 2x 3
CALL LBL 2 ............................................... Unterprogramm-Aufruf
12 CALL LBL 1 REP 2/2 ..... Programmteil-Wiederholung
.
. 4
.
z. B. 19 L Z+100 R0 FMAX M2 .............................. Letzter Programmsatz des Hauptprogramms mit M2
20 LBL 2 ......................................................... Unterprogramm-Anfang
.
. 2
5
.
z. B. 28 LBL 0 ......................................................... Unterprogramm-Ende
29 END PGM 3600612 MM ........................... Hauptprogramm-Ende
Programm-Ausführung
1. Schritt: Hauptprogramm 3600612 wird bis Satz 11 ausgeführt.
2. Schritt: Unterprogramm 2 wird aufgerufen und ausgeführt.
3. Schritt: Programmteil zwischen Satz 12 und Satz 10 wird 2 mal
wiederholt: Unterprogramm 2 wird 2 mal wiederholt.
Q-Parameter:
• Teilefamilien
• Konturen über mathematische Funktionen definieren
Q6
Eine Teilefamilie läßt sich in der TNC in einem einzigen Bearbeitungs-
programm definieren. Für dieses Programm werden anstelle von Zahlen- Q3
Q1
werten Platzhalter – Q-Parameter – eingegeben.
Ein Q-Parameter ist durch den Buchstaben Q und eine Nummer zwischen
0 und 113 gekennzeichnet. Abb. 7.1: Q-Parameter als Platzhalter
Die TNC weist einigen Q-Parametern selbsttätig immer die gleichen Daten zu, z.B. dem Q-Parameter Q108 den
aktuellen Werkzeug-Radius.
Kapitel 12 enthält eine Übersicht dieser Parameter.
Beispiel
Zylinder mit Q-Parametern Q1
Zylinder-Radius R = Q1
Zylinder-Höhe H = Q2 Q1
Zylinder Z1: Q1 = +30
Q2 = +10
Q2
Z1
Q
DEF FN0: ZUWEISUNG
ENT
Funktion FN0: ZUWEISUNG übernehmen
z.B. 6 ENT
Wert eingeben oder anderen Q-Parameter, dessen Wert Q5 zugewie-
sen werden soll
NC-Satz z. B. FN0: Q5 = 6
Übungsbeispiel: Vollkreis
Z
Kreismittelpunkt CC:
X = 50 mm Y = 50 mm
Beginn und Ende des Kreisbogens C: Y
X = 50 mm Y = 0 mm
CC
Frästiefe: ZF = –5 mm
X
Werkzeug-Radius: R = 15 mm 50
–5 50
Funktions-Übersicht
Die mathematischen Funktionen weisen einem Q-Parameter das Ergebnis
einer der folgenden Berechnungen zu:
Funktion Softkey
FN0: ZUWEISUNG
z.B. FN0: Q5 = +60
Wert direkt zuweisen
FN1: ADDITION
z.B. FN1: Q1 = –Q2 + –5
Summe aus zwei Werten bilden und zuweisen
FN2: SUBTRAKTION
z.B. FN2: Q1 = +10 – +5
Differenz aus zwei Werten bilden und zuweisen
FN3: MULTIPLIKATION
z.B. FN3: Q2 = +3 ∗ +3
Produkt aus zwei Werten bilden und zuweisen
FN4: DIVISION
z.B. FN4: Q4 = +8 DIV +Q2
Quotient aus zwei Werten bilden und zuweisen
Verboten: Division durch 0!
FN5: WURZEL
z.B. FN5: Q20 = SQRT 4
Wurzel aus einer Zahl ziehen und zuweisen
Verboten: Wurzel aus negativem Wert!
Rechen-Funktion anwählen
Q
DEF FN0: ZUWEISUNG
GOTO
3 ENT Funktion direkt oder mit Pfeiltasten anwählen,
z.B. FN3: MULTIPLIKATION
oder
FN3: MULTIPLIKATION
Q
DEF
FN 0 : ZUWEISUNG
ENT
Q-Parameter-Funktion FN 0 anwählen
Q
DEF FN 0 : ZUWEISUNG
GOTO
3 ENT
Q-Parameter-Funktionen erneut eröffnen
FN3: MULTIPLIKATION
ENT
Q-Parameter-Funktion FN3 anwählen
1 2 ENT
Parameter-Nummer eingeben, z. B. Q12
Q 5 ENT
Q5 (=10) eingeben und übernehmen
7 ENT
7 eingeben und übernehmen
Dabei ist: α
• c die Seite gegenüber dem rechten Winkel b
• a die Seite gegenüber dem Winkel α
• b die dritte Seite
Funktions-Übersicht
Funktion Softkey
FN6: SINUS
z.B. FN6: Q20 = SIN–Q5
Sinus eines Winkels in Grad (°) bestimmen und zuweisen
FN7: COSINUS
z.B. FN7: Q21 = COS–Q5
Cosinus eines Winkels in Grad (°) bestimmen und zuweisen
FN8: WURZEL AUS QUADRATSUMME
z.B. FN8: Q10 = +5 LEN +4
Differenz aus zwei Werten bilden und zuweisen
FN13: WINKEL
z.B. FN13: Q20 = +10 ANG–Q1
Winkel mit arctan aus zwei Seiten oder sin und cos des
Winkels (0 - Winkel - 360°) bestimmen und zuweisen
Sprünge
In den Entscheidungssatz wird die Nummer eines Labels als Sprungziel
eingegeben.
Ist die programmierte Bedingung erfüllt, setzt die TNC das Programm am
angegebenen Label fort. Ist sie nicht erfüllt, wird der nächste Satz ausge-
führt.
Um in ein anderes Programm zu springen, wird hinter das Label ein
PGM CALL (siehe S. 6-8) programmiert.
Funktions-Übersicht
Funktion Softkey
FN9: WENN GLEICH, SPRUNG
z.B. FN9: IF +Q1 EQU +Q3 GOTO LBL 5
Wenn beide Werte oder Parameter gleich,
Sprung zu angegebenen Label
FN10: WENN UNGLEICH, SPRUNG
z.B. FN10: IF +10 NE –Q5 GOTO LBL 10
Wenn beide Werte oder Parameter ungleich,
Sprung zu angegebenem Label
FN11: WENN GROESSER, SPRUNG
z.B. FN11: IF+Q1 GT+10 GOTO LBL 5
Wenn erster Wert oder Parameter größer als zweiter
Wert oder Parameter, Sprung zu angegebenem Label
FN12: WENN KLEINER, SPRUNG
z.B. FN12: IF+Q5 LT+0 GOTO LBL 1
Wenn erster Wert oder Parameter kleiner als zweiter
Wert oder Parameter, Sprung zu angegebenem Label
Unbedingte Sprünge
Unbedingte Sprünge sind Sprünge, die immer ausgeführt werden, weil die
Bedingung immer erfüllt ist.
Programmierung z.B.:
FN 9: IF +10 EQU +10 GOTO LBL1
Beispiel
Sobald Q5 negativ wird, soll ein Sprung in das Programm 100
erfolgen.
.
.
.
5 FN0: Q5 = +10 ................................................... Parameter Q5 Wert, z. B. 10, zuweisen
.
.
.
9 FN 2: Q5 = +Q5–+12 ......................................... Q5 verkleinern
10 FN 12: IF +Q5 LT +0 GOTO LBL 5 ..................... Sprung zu Label 5, wenn +Q5 < 0
.
.
.
15 LBL 5 .................................................................. Label 5
16 PGM CALL 100 ................................................... Sprung ins Programm 100
.
.
.
Vorbereitung:
• Programmlauf abbrechen (z. B. externe STOP-Taste und Taste STOP
drücken)
• Programm-Test anhalten
Q-Parameter aufrufen
Q Q =
z.B. 1 0 ENT
Q-Parameter anwählen, z. B. Q10
Q10 = + 100
z.B. 0 ENT
Q-Parameter ändern, z. B. Q10 = 0
ENT
Q-Parameter nicht ändern
Meldungen ausgeben
Mit der Funktion FN14:ERROR werden vorprogrammierte Meldungen des
Maschinenherstellers aufgerufen.
Kommt die TNC im Programmlauf oder Programm-Test zu einem Satz mit
FN 14, so unterbricht sie und gibt eine Meldung aus. Anschließend muß
das Programm neu gestartet werden.
Eingabe:
z.B. FN 14: ERROR = 254
Die TNC gibt dann den unter Fehler-Nummer 254 gespeicherten Text am
Bildschirm aus.
Der Maschinenhersteller kann einen Dialog eingeben, der vom vorgegebenen Dialog abweicht.
Tastsystem-Einsatz programmieren
TOUCH
PROBE TCH PROBE 0: BEZUGSEBENE
ENT
Antastfunktion anwählen
z.B. 5 ENT
Nummer des Q-Parameters eingeben, dem die Koordinate zugewie-
sen werden soll, z. B. Q5
ANTAST-ACHSE/ANTAST-RICHTUNG?
z.B. +/ ENT
Antast-Richtung anwählen und übernehmen
POSITIONS-SOLLWERT?
ENT
Eingaben abschließen
NC-Programmsätze z.B:
TCH PROBE 0.0 BEZUGSEBENE Q5 X–
TCH PROBE 0.1 X+5 Y+0 Z–5
Tastsystem manuell so vorpositionieren, daß eine Kollision beim Anfahren der programmierten Vorposition
vermieden wird.
Bearbeitungsprogramm:
7.8 Programm-Beispiele
Taschenzentrums-Koordinaten
24
X = 50 mm (Q1)
25
Y = 50 mm (Q2) 26
Taschenlänge X = 90 mm (Q3) 27
Taschenbreite Y = 70 mm (Q4) 17
Arbeitstiefe Z = (–) 15 mm (–Q5)
32
Ecken-Radius R = 10 mm (Q6) 23
Fräs-Vorschub F = 200 mm/min (Q7) 21
31 22
29 20
30
28
Achtung:
Bearbeitungsprogramm
Lochkreis
25
70
35
30 90 X
Bearbeitungsprogramm
Ellipse
Y Y´
X-Koordinaten-Berechnung: X = a . cos α
Y-Koordinaten-Berechnung: Y = b . sin α b
a, b : Halbachsen der Ellipse P
α : Winkel zwischen führender Achse und Y1
Verbindungslinie von P zum Mittelpunkt X2 α2 α1
der Ellipse –a X1 a X´
Ablauf: Y2
Die Punkte auf der Ellipse werden berechnet und –b
durch viele kleine Geradenstücke miteinander
verbunden. Je mehr Punkte berechnet werden
Y Y´ X
und je kürzer die Geradenstücke sind, um so
glatter wird die Kurve.
Q5
αS
Durch entsprechende Eingabe von Anfangs- DR–
und Endwinkel läßt sich die Bearbeitungs- α0 =α E
richtung variieren. Q4
DR+
X´
Die Eingabe-Parameter sind in den Zeilen
1 bis 12 des Programms beschrieben.
Bearbeitungsprogramm
0 BEGIN PGM 360079 MM ........................................ Ladedaten
1 FN 0: Q1 = +50 ....................................................... Ellipsen-Zentrum in X
2 FN 0: Q2 = +50 ....................................................... Ellipsen-Zentrum in Y
3 FN 0: Q3 = +50 ....................................................... X-Halbachse
4 FN 0: Q4 = +20 ....................................................... Y-Halbachse
5 FN 0: Q5 = +0 ......................................................... Start-Winkel
6 FN 0: Q6 = +360 ..................................................... End-Winkel
7 FN 0: Q7 = +40 ....................................................... Anzahl der Berechnungs-Schritte
8 FN 0: Q8 = +0 ......................................................... Drehlage
9 FN 0: Q9 = +10 ....................................................... Tiefe
10 FN 0: Q10 = +100 ................................................. Eintauch-Vorschub
11 FN 0: Q11 = +350 ................................................. Fräs-Vorschub
12 FN 0: Q12 = +2 ..................................................... Sicherheits-Abstand Z
13 BLK FORM 0.1 Z X+0 Y+0 Z-20
14 BLK FORM 0.2 X+100 Y+100 Z+0 ........................ Rohteil-Definition
15 TOOL DEF 1 L+0 R+2,5
16 TOOL CALL 1 Z S 2800
17 L Z+200 R0 F MAX M ........................................... Z freifahren
18 CALL LBL 10 REP .................................................. Unterprogramm Ellipse aufrufen
19 L Z+200 R0 F MAX M02 ....................................... Z freifahren Hauptprogramm-Ende
Fortsetzung nächste Seite
7.8 Programm-Beispiele
20 LBL 10
21 CYCL DEF 7.0 NULLPUNKT
22 CYCL DEF 7.1 X+Q1
23 CYCL DEF 7.2 Y+Q2 ............................................. Nullpunkt ins Ellipsen-Zentrum verschieben
24 CYCL DEF 10.0 DREHUNG
25 CYCL DEF 10.1 ROT+Q8 ...................................... Drehung aktivieren, falls Q8 geladen
26 FN 2: Q35 = +Q6 - +Q5
27 FN 4: Q35 = +Q35 DIV +Q7 .................................. Winkelschritt berechnen
28 FN 0: Q36 = +Q5 ................................................... Aktueller Winkel für Berechnungen= Startwinkel setzen
29 FN 0: Q37 = +0 ..................................................... Zähler für gefräste Schritte setzen
30 CALL LBL 11 REP .................................................. UP-Aufruf zur Berechnungen der Ellipsenpunkte
31 L X+Q21 Y+Q22 R0 F MAX M03 .......................... Startpunkt anfahren in der Ebene
32 L Z+Q12 R0 F MAX M ........................................... Z auf Sicherheits-Abstand im Eilgang
33 L Z-Q9 R0 FQ10 M ................................................ Z auf Frästiefe im Eintauch-Vorschub
34 LBL 1
35 FN 1: Q36 = +Q36 + +Q35 ................................... Winkel aktualisieren
36 FN 1: Q37 = +Q37 + +1 ........................................ Zähler aktualisieren
37 CALL LBL 11 REP .................................................. UP-Aufruf zur Berechnung der Ellipsenpunkte
38 L X+Q21 Y+Q22 R0 FQ11 M ................................ nächsten Punkt anfahren
39 FN 12: IF +Q37 LT +Q7 GOTO LBL 1 ................... Unfertig?
47 LBL 11
48 FN 7: Q21 = COS +Q36
49 FN 3: Q21 = +Q21 * +Q3 ..................................... X-Koordinate Ellipsenpunkt berechnen
50 FN 6: Q22 = SIN +Q36
51 FN 3: Q22 = +Q22 * +Q4 ..................................... Y-Koordinate Ellipsenpunkt berechnen
52 LBL 0
53 END PGM 360079 MM
Bearbeitungsprogramm
20 LBL 10
21 FN1: Q15 = + Q5 + + Q4
22 FN0: Q21 = + Q1
Start- und Rechenwerte bestimmen
23 FN1: Q24 = + Q4 + + Q108
24 FN0: Q26 = + Q6
25 CYCL DEF 7.0 NULLPUNKT
26 CYCL DEF 7.1 X+Q9
Nullpunkt ins Kugelzentrum legen
27 CYCL DEF 7.2 Y+Q10
28 CYCL DEF 7.3 Z–Q4
29 CYCL DEF 10.0 DREHUNG
30 CYCL DEF 10.1 ROT + Q6 Rotation für Programmstart (Start - Ebenenwinkel)
31 CC X+0 Y+0
32 LP PR + Q24 PA + Q6 R0 FQ11 ......................... Vorpositionierung vor Bearbeitung
33 LBL 1
34 CC Z+0 X+Q108
35 L Y+0 Z+0 FQ11 ................................................. Vorpositionierung an jedem Kreisbogenanfang
36 LBL 2
37 LP PR+Q4 PA+Q21 R0 FQ11
An der Kugelaußenwand hochfräsen, bis höchster Punkt
38 FN2: Q21 = + Q21 – + Q3
erreicht ist
39 FN11: IF + Q21 GT + Q2 GOTO LBL2
40 LP PR+Q4 PA+Q2
41 L Z+Q15 R0 F1000 Höchsten Kugelpunkt bearbeiten und Werkzeug freifahren
42 L X+Q24 R0 FMAX
43 FN1: Q26 = + Q26 + + Q8 ................................. Nächsten Drehschritt vorbereiten
44 FN0: Q21 = + Q1 ................................................ Raumwinkel für Bearbeitung wieder auf Startwert setzen
45 CYCL DEF 10.0 DREHUNG
46 CYCL DEF 10.1 ROT + Q26 Koordinaten-System um Z-Achse drehen, bis
47 FN12: IF + Q26 LT + Q7 GOTO LBL1 Ebenen-Endwinkel erreicht ist
48 FN9: IF + Q26 EQU + Q7 GOTO LBL1
49 CYCL DEF 10.0 DREHUNG
50 CYCL DEF 10.1 ROT + 0
51 CYCL DEF 7.0 NULLPUNKT Drehung und Nullpunkt-Verschiebung rücksetzen
52 CYCL DEF 7.1 X+0
53 CYCL DEF 7.2 Y+0
54 CYCL DEF 7.3 Z+0
55 LBL 0 .................................................................. Unterprogramm-Ende
56 END PGM 360712 MM
Zyklus programmieren
Zyklus definieren
Mit der Taste CYCL DEF wird zuerst die Zyklus-Übersicht aktiviert. Danach
wird der gewünschte Zyklus angewählt und im Klartext-Dialog definiert.
Das folgende Beispiel zeigt, wie ein beliebiger Zyklus definiert wird:
ENT
Angewählten Zyklus übernehmen
.
.
.
.
.
.
Danach erfragt die TNC die Daten für den angewählten Zyklus:
SICHERHEITS-ABSTAND?
BOHRTIEFE?
GEWINDESTEIGUNG?
Zyklus aufrufen
Folgende Zyklen wirken ab ihrer Definition im Bearbeitungsprogramm:
• Zyklen zur Koordinaten-Umrechnung,
• der Zyklus Verweilzeit und
• der SL-Zyklus KONTUR
Alle übrigen Zyklen müssen separat aufgerufen werden. Die nachfolgen-
den Beschreibungen der einzelnen Zyklen enthalten hierzu Hinweise.
Soll der Zyklus nach dem Satz ausgeführt werden, in dem er aufgerufen
wurde, den Zyklusaufruf
• mit CYCL CALL
CYCL
CALL ZUSATZ-FUNKTION
z.B. 3 ENT
Zyklusaufruf mit Zusatz-Funktion M3
Voraussetzungen:
Vor einem Zyklus-Aufruf müssen bereits programmiert sein:
• BLK FORM zur grafischen Darstellung
• Werkzeug-Aufruf
• Positioniersatz zur Start-Position X, Y mit Radiuskorrektur R0
• Positioniersatz zur Start-Position Z (Sicherheits-Abstand)
• Drehsinn der Spindel (Zusatz-Funktion M3/M4)
• Zyklus-Definition (CYCL DEF).
Hersteller-Zyklen
Der Maschinenhersteller kann zusätzliche Zyklen in der TNC speichern.
Diese Zyklen können unter den Zyklus-Nummern 68 bis 99 aufgerufen
werden. Hierzu gibt der Maschinenhersteller nähere Hinweise.
Die TNC geht bei Zyklen davon aus, daß sich das Werkzeug zu Beginn im Sicherheitsabstand über der Werkstück-
Oberfläche befindet.
TIEFBOHREN (Zyklus 1)
1. 2. 3. 4.
Zyklus-Ablauf:
A A A
• Das Werkzeug bohrt mit dem eingegebenen C C
Vorschub bis zur ersten Zustell-Tiefe t
• Danach wird das Werkzeug im Eilgang FMAX
zurückgezogen und wieder bis zur ersten Zustell-
Tiefe verfahren, verringert um den Vorhalte-
Abstand t (siehe Berechnungen)
• Anschließend bohrt das Werkzeug mit eingege-
benem Vorschub um eine weitere Zustell-Tiefe A A
• Dieser Ablauf wird wiederholt, bis die eingege-
bene Bohrtiefe erreicht ist t B
• Am Bohrungsgrund wird das Werkzeug nach der C
t
Verweilzeit zum Freischneiden mit FMAX zur
Start-Position zurückgezogen
Eingaben
• SICHERHEITSABSTAND A :
Abstand zwischen Werkzeugspitze (Start-Position) und Werkstück-
Oberfläche
• BOHRTIEFE B :
Abstand zwischen Werkstückoberfläche und Bohrungsgrund (Spitze
des Bohrkegels)
• ZUSTELL-TIEFE C :
Maß, um welches das Werkzeug jeweils zugestellt wird.
Sind BOHRTIEFE und ZUSTELL-TIEFE gleich, so verfährt das Werkzeug
in einem Arbeitsgang auf die eingegebene Bohrtiefe. Die ZUSTELL-
TIEFE muß kein Vielfaches der BOHRTIEFE sein. Ist die ZUSTELL-
TIEFE größer als die BOHRTIEFE, so wird nur bis zur BOHRTIEFE
gebohrt.
• VERWEILZEIT:
Zeit, in der das Werkzeug am Bohrungsgrund verweilt, um freizuschnei-
den.
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Bohren
Berechnungen
Die Steuerung ermittelt den Vorhalte-Abstand selbsttätig:
• Bohrtiefe bis 30 mm: t = 0,6 mm
• Bohrtiefe über 30 mm: t = Bohrtiefe/50
maximaler Vorhalte-Abstand: 7 mm
Übungsbeispiel: Tiefbohren
Bohrungsdurchmesser: 6 mm
Sicherheits-Abstand: 2 mm Y
Bohrtiefe: 15 mm
6
Zustell-Tiefe: 10 mm 2
Verweilzeit: 1 s
50
1 X
Vorschub: 80 mm/min
30
80
20
A
Voraussetzung
Zum Gewindeschneiden ist ein Längenausgleichs- B
futter erforderlich. Das Längenausgleichsfutter
kompensiert Toleranzen von Vorschub und Dreh-
zahl während der Bearbeitung.
Abb. 8.2: Zyklus-Ablauf Gewindebohren
Eingaben
• SICHERHEITSABSTAND A :
Abstand zwischen Werkzeugspitze (Start-Position) und Werkstück-
Oberfläche. Richtwert: 4x Gewindesteigung
• BOHRTIEFE B (Gewindelänge):
Abstand zwischen Werkstückoberfläche und Gewindeende
• VERWEILZEIT:
Wert zwischen 0 und 0,5 Sekunden eingeben, um ein Verkeilen des
Werkzeugs beim Rückzug zu vermeiden (genauere Angaben erteilt der
Maschinen-Hersteller).
• VOSCHUB F:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Gewindeschneiden.
Das Vorzeichen für Sicherheitsabstand und Bohrtiefe ist einheitlich und
hängt von der Arbeitsrichtung ab.
Berechnung
Vorschub ermitteln:
F = Sxp
F: Vorschub (mm/min)
S: Spindel-Drehzahl (U/min)
p: Gewindesteigung (mm)
• Während der Zyklus abgearbeitet wird, ist der Drehknopf für den Drehzahl-Override unwirksam.
Der Drehknopf für den Vorschub-Override ist noch begrenzt aktiv (vom Maschinenhersteller festgelegt).
• Für Rechtsgewinde wird die Spindel mit M3 aktiviert, für Linksgewinde mit M4
Sicherheits-Abstand: 3 mm
Gewindetiefe: 20 mm X
Verweilzeit: 0,4 s
Vorschub: 100 mm/min 20
50
Maschine und TNC müssen vom Hersteller für das Gewindebohren ohne Ausgleichsfutter vorbereitet sein.
Z
Eingaben
• SICHERHEITS-ABSTAND A :
Abstand zwischen Werkzeugspitze (Start-Position) und Werkstück-
Oberfläche.
• BOHRTIEFE B : C
Abstand zwischen Werkstück-Oberfläche (Gewindebeginn) und A
Gewindeende
Das Vorzeichen für Sicherheits-Abstand und Gewindelänge ist einheitlich X
und hängt von der Arbeitsrichtung ab B
• GEWINDESTEIGUNG C :
Das Vorzeichen legt Rechts- und Linksgewinde fest:
+ = Rechtsgewinde
– = Linksgewinde
Abb. 8.3: Eingaben für Zyklus GEWINDE-
BOHREN ohne Ausgleichsfutter
Die Steuerung errechnet den Vorschub in Abhängigkeit von der Drehzahl. Wird während des Gewindebohrens der
Drehknopf für den Drehzahl-Override betätigt, wird der Vorschub automatisch angepaßt. Der Drehknopf für den
Vorschub-Override ist nicht aktiv.
NUTENFRAESEN (Zyklus 3)
Zyklus-Ablauf
Schruppvorgang:
• Das Werkzeug sticht aus der Start-Position in
das Werkstück ein und fräst in Längsrichtung der
Nut
• Am Ende der Nut erfolgt eine Tiefenzustellung Abb. 8.4: Zyklus-Ablauf NUTENFRAESEN
und das Werkzeug fräst in Gegenrichtung.
Diese Schritte wiederholen sich, bis die program-
mierte Frästiefe erreicht ist
Schlichtvorgang:
• Am Fräsgrund wird das Werkzeug im Viertelkreis
um den verbleibenden Schlichtspan zugestellt.
Danach wird die Kontur im Gleichlauf (bei M3)
abgefahren
• Abschließend verfährt das Werkzeug im Eilgang
auf den Sicherheits-Abstand zurück.
Bei einer ungeraden Anzahl von Zustellungen
verfährt das Werkzeug im Sicherheitsabstand zur
Start-Position
A
C
Voraussetzungen B
Der Zyklus erfordert einen Fräser mit einem Stirnzahn über Mitte schnei-
dend (DIN 844). Der Fräserdurchmesser darf nicht größer als die Nutbreite
und nicht kleiner als die Hälfte der Nutbreite sein.
Die Nut muß parallel zu einer Achse des aktuellen Koordinatensystems
liegen.
• Sicherheits-Abstand A
• Frästiefe B : Tiefe der Nut
• Zustell-Tiefe C
• VORSCHUB TIEFENZUSTELLUNG:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Einstechen
• 1. SEITENLÄNGE D :
Länge der Nut, 1. Schnittrichtung durch Vorzeichen festlegen
• 2. SEITENLÄNGE E :
E
Breite der Nut
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs in der Bearbeitungsebene
D
Startposition Nut 1 : 90
X = 76 mm Y = 15 mm 10
Startposition Nut 2 :
X = 20 mm Y = 14 mm
NUTTIEFE: 15 mm
Sicherheits-Abstände: 2 mm
Frästiefen: 15 mm
Zustell-Tiefen: 5 mm
Vorschub Tiefenzustellung: 80 mm/min 1
1 2 2 10
Nut-Länge 50 mm 80 mm 10
Richtung 1. Schnitt – +
Nut-Breiten: 10 mm
X
15 30 80 100
Vorschub: 120 mm/min
TASCHENFRAESEN (Zyklus 4)
Start-Position in der Bearbeitungsebene
Positionieren Sie das Werkzeug in der Bearbeitungsebene mit
Radiuskorrektur R0 in die Mitte der Tasche.
Zyklus-Ablauf
Beim Schrupp-Zyklus Rechtecktasche A
• sticht das Werkzeug an der Startposition (Taschenmitte) in das Werk- C
stück ein B
• beschreibt das Werkzeug anschließend mit dem eingegebenen Vor-
schub die dargestellte Bahn (s. Abb. 8.9) .
Der Fräser beginnt mit der positiven Achsrichtung der längeren Seite. Bei
quadratischen Taschen beginnt der Fräser in positiver Y-Richtung.
Am Ende wird das Werkzeug auf die Start-Position zurückgezogen.
Abb. 8.7: Zustellungen und Abstände beim
Zyklus TASCHENFRAESEN
Voraussetzungen/Einschränkungen
Der Zyklus erfordert einen Fräser mit einem Stirnzahn über Mitte schnei-
dend (DIN 844), oder Vorbohren in der Taschenmitte.
Die Seiten der Tasche liegen parallel zu den Achsen des Koordinaten-
systems.
Eingaben DR+
• Sicherheits-Abstand A E
• Frästiefe B
• Zustell-Tiefe C DR–
• VORSCHUB-TIEFENZUSTELLUNG: F
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Einstechen.
• 1. SEITENLÄNGE D :
Länge der Tasche, parallel zur ersten Hauptachse der Bearbeitungs- D
ebene.
• 2. SEITENLÄNGE E :
Breite der Tasche
Die Vorzeichen der Seitenlängen sind stets positiv Abb. 8.8: Seitenlängen der Tasche
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs in der Bearbeitungsebene.
• UMLAUFSINN DER FRÄSERBAHN:
DR + : Gleichlauf-Fräsen bei M3
DR – : Gegenlauf-Fräsen bei M3
Der Radius an den Ecken der Tasche wird durch den Werkzeugradius bestimmt. In den Ecken erfolgt keine Kreis-
bewegung.
Berechnungen:
Seitliche Zustellung k
k = KxR
K: Überlappungs-Faktor, vom Maschinen-Hersteller festgelegt.
R: Radius des Fräsers.
5
1. Seitenlänge: 80 mm
R
2. Seitenlänge: 40 mm
40
Fräsvorschub: 100 mm/min
Umlaufsinn der Fräserbahn: +
15
80 X
20 100
KREISTASCHE (Zyklus 5)
Start-Position in der Bearbeitungsebene
Positionieren Sie das Werkzeug in der Bearbeitungsebene mit
Radiuskorrektur R0 in die Mitte der Tasche.
Zyklus-Ablauf
• Beim Schrupp-Zyklus Kreistasche sticht das Werkzeug aus der Start-
position (Taschenmitte) in das Werkstück ein
• Danach beschreibt es eine spiralförmige Bahn mit dem eingegebenen
Vorschub (s. Abb.). Die seitliche Zustellung erfolgt um den Betrag k
(siehe TASCHENFRÄSEN Zyklus 4: Berechnungen)
• Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die eingegebene Frästiefe erreicht
ist
• Am Ende verfährt das Werkzeug wieder zur Start-Position Abb. 8.10: Werkzeug-Bahn beim Ausräumen
Voraussetzungen
Der Zyklus erfordert einen Fräser mit einem Stirnzahn über Mitte schnei-
dend (DIN 844), oder Vorbohren in der Taschenmitte.
Eingaben
• SICHERHEITS-ABSTAND A A
• FRÄSTIEFE B : TIEFE der Tasche
C
• ZUSTELL-TIEFE C
B
• VORSCHUB-TIEFENZUSTELLUNG:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Einstechen
• KREIS-RADIUS R :
Radius der Kreistasche
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs in der Bearbeitungsebene
• UMLAUFSINN DER FRÄSERBAHN:
DR + : Gleichlauf-Fräsen bei M3 Abb. 8.11: Abstände und Zustellungen beim
DR – : Gegenlauf-Fräsen bei M3 Zyklus KREISTASCHE
F
DR+ DR–
Sicherheits-Abstand: 2 mm
Frästiefe: 12 mm Y
Zustell-Tiefe: 6 mm
Vorschub Tiefenzustellung: 80 mm/min 12
Kreis-Radius: 35 mm
35 X
Fräsvorschub: 100 mm/min
50
Umlaufsinn der Fräserbahn: –
60
8.3 SL-Zyklen
SL-Zyklen sind sehr leistungsfähige Zyklen, mit denen sich beliebige
Konturen herstellen lassen. Sie besitzen folgende Eigenschaften:
• Eine Gesamtkontur kann aus überlagerten Teilkonturen zusammenge-
setzt werden. Beliebige Taschen und Inseln bilden dabei die Teilkon-
turen.
• Die Teilkonturen werden als Unterprogramme eingegeben.
• Die TNC überlagert die Teilkonturen automatisch und berechnet die
Schnittpunkte, die die Teilkonturen miteinander bilden.
Parallelachsen programmieren
Konturtaschen und -inseln können auch in Ebenen bearbeitet werden, die
durch Parallelachsen aufgespannt sind.
Voraussetzung:
Die Ebene liegt senkrecht zur Werkzeugachse aus TOOL CALL.
Beispiel:
Werkzeug-Achse Z oder W; mögliche Ebenen X/Y, U/Y, X/V, U/V
Beispiel:
Werkzeug-Achse Z, Bearbeitungs-Ebene X/V
.
.
.
TOOL DEF 1 L+0 R+3
TOOL CALL 1 Z S 1000
CYCL DEF 14.0 KONTUR
CYCL DEF 14.1 KONTURLABEL 1/2/3
.
.
.
L....M2
LBL 1
CC X+20 V+10
.
.
.
Eingaben
Eingegeben werden die LABEL-Nummern der
Unterprogramme. Es können maximal 12 Unterpro-
gramme aufgelistet werden.
Wirkung
Zyklus 14 ist ab seiner Definition wirksam.
Abb. 8.13: Beispiel einer SL-Kontur: A, B = Taschen; C, D = Inseln
AUSRAEUMEN (Zyklus 6)
Zyklus-Ablauf
Zyklus 6 bestimmt die Schnittführung und -Aufteilung.
• Das Werkzeug wird in der Werkzeugachse über den ersten Einstich-
punkt positioniert; dabei wird das Schlicht-Aufmaß berücksichtigt.
• Danach sticht das Werkzeug mit dem Vorschub für die Tiefenzustellung
ein.
Kontur umfräsen:
• Das Werkzeug fräst mit dem eingegebenen Vorschub die erste Teilkon-
tur; dabei wird das Schlichtaufmaß berücksichtigt.
• Am Einstichpunkt wird um die nächste Zustell-Tiefe zugestellt.
Dieser Vorgang wird wiederholt, bis die eingegebene Frästiefe erreicht ist.
• Weitere Teilkonturen werden ebenso gefräst
Tasche ausräumen:
• Nach dem Umfräsen wird die Tasche ausgeräumt. Die seitliche Zustel-
lung entspricht dem Werkzeug-Radius. Inseln werden übersprungen.
• Wenn nötig, wird die Tasche mit mehreren Tiefen-Zustellungen ausge-
räumt.
• Beim Beenden des Zyklus wird das Werkzeug auf den Sicherheitsab-
stand zurückgezogen.
Voraussetzung
Der Zyklus verlangt einen Fräser mit einem Stirnzahn über Mitte schnei-
dend (DIN 844), wenn nicht vorgebohrt wird oder Konturen bei der
Bearbeitung übersprungen werden.
Eingaben A
• SICHERHEITSABSTAND A C
• FRÄSTIEFE B B
• ZUSTELLTIEFE C
• VORSCHUB TIEFENZUSTELLUNG:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Einstechen
• SCHLICHTAUFMAß D :
Aufmaß in der Bearbeitungsebene (positiver Zahlenwert)
• AUSRÄUMWINKEL α : D
Richtung des Vorschubs für die Ausräumbewegung. Der Ausräumwin-
kel bezieht sich auf die Winkelbezugsachse und kann so eingestellt Abb. 8.14: Zustellungen und Abstände
beim Zyklus AUSRÄUMEN
werden, daß sich möglichst lange Schnitte mit wenigen Schnittbewe-
gungen ergeben.
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit in der Bearbeitungsebene
12
2 5
R
Koordinaten der Eckpunkte der Insel: 60 1
X Y
1 70 mm 60 mm LBL
2 15 mm 60 mm
3 15 mm 20 mm 20
70 mm 20 mm 3 4
4 8
Koordinaten der Eckpunkte der Hilfstasche: X
15 70
X Y
9
6 –5 mm –5 mm
7 105 mm –5 mm
8 105 mm 105 mm 7
9 –5 mm 105 mm
Startpunkt für Bearbeitung: 6
5 X = 40 mm Y = 60 mm
Sicherheits-Abstand: 2 mm
Frästiefe: 15 mm
Zustellung: 8 mm
Vorschub Tiefenzustellung: 100 mm/min
Schlichtaufmaß: 0
Ausräumwinkel: 00
Fräsvorschub: 500 mm/min
Zyklus im Bearbeitungsprogramm
Startposition
Die Bearbeitung beginnt an der Start-Position der ersten Tasche in Zyklus Y Z
14 KONTUR. Die Startposition sollte möglichst weit von den überlappen-
den Zonen entfernt sein.
X
5
R2
R2
Kreisradien
R = 25 mm 50 1 2
Sicherheits-Abstand: 2 mm
Frästiefe: 10 mm
Zustellung: 5 mm
Vorschub Tiefenzustellung: 500 mm/min X
35 65
Schlichtaufmaß: 0
Ausräumwinkel: 0
Fräsvorschub: 500 mm/min
Zyklus im Bearbeitungsprogramm
15 LBL 1 S1
16 L X+10 Y+50 RL
17 CC X+35 Y+50 A Tasche links
A B
18 C X+10 Y+50 DR+ S2
19 LBL 0
20 LBL 2
21 L X+90 Y+50 RL
22
23
CC X+65 Y+50
C X+90 Y+50 DR+
B Tasche rechts
24 LBL 0
25 END PGM 360821 MM
Abb. 8.17: Schnittpunkte S1 und S2 der
Taschen A und B
Je nach Einstellung der Steuerung (Maschinen-Parameter) beginnt die
Fertigung mit der Bearbeitung der Umrißlinien oder mit der Flächenbe-
arbeitung:
Abb. 8.18: Beginn mit Bearbeitung der Umrißlinien Abb. 8.19: Beginn mit Flächenbearbeitung
„Summen“ -Fläche
Beide Teilflächen (Element A und Element B)
inklusive der gemeinsam überdeckten Fläche sollen
bearbeitet werden.
• A und B müssen Taschen sein.
• Die erste Tasche (in Zyklus 14) muß außerhalb B
der zweiten beginnen.
A
15 LBL 1
16 L X+10 Y+50 RL
17 CC X+35 Y+50
18 C X+10 Y+50 DR+
19 LBL 0
20 LBL 2
21 L X+90 Y+50 RL
22 CC X+65 Y+50 Abb. 8.20: Überlagerte Taschen: Summen-Fläche
23 C X+90 Y+50 DR+
24 LBL 0
„Differenz“ -Fläche
Fläche A soll ohne den von B überdeckten Anteil
bearbeitet werden:
• A muß Tasche und B muß Insel sein.
• A muß außerhalb B beginnen.
15 LBL 1 B
16 L X+10 Y+50 RL
A
17 CC X+35 Y+50
18 C X+10 Y+50 DR+
19 LBL 0
20 LBL 2
21 L X+90 Y+50 RR
22 CC X+65 Y+50
23 C X+90 Y+50 DR+
24 LBL 0 Abb. 8.21: Überlagerte Taschen: Differenz-Fläche
„Schnitt“ -Fläche
Die von A und B überdeckte Fläche soll bearbeitet
werden.
(Einfach überdeckte Flächen sollen unbearbeitet
bleiben.)
• A und B müssen Taschen sein. A B
• A muß innerhalb B beginnen.
15 LBL 1
16 L X+60 Y+50 RL
17 CC X+35 Y+50
18 C X+60 Y+50 DR+
19 LBL 0
20 LBL 2
21 L X+90 Y+50 RL
22 CC X+65 Y+50 Abb. 8.22: Überlagerte Taschen: Schnitt-Fläche
23 C X+90 Y+50 DR+
24 LBL 0
„Summen“- Fläche
Element A und B inklusive der gemeinsam über-
deckten Fläche sollen unbearbeitet bleiben:
• A und B müssen Inseln sein.
• Die erste Insel muß außerhalb der zweiten
beginnen. B
22 LBL 2 A
23 L X+10 Y+50 RR
24 CC X+35 Y+50
25 C X+10 Y+50 DR+
26 LBL 0
27 LBL 3
28 L X+90 Y+50 RR
29 CC X+65 Y+50
30 C X+90 Y+50 DR+
31 LBL 0 Abb. 8.23: Überlagerte Inseln: Summen-Fläche
32 END PGM 360823 MM
Die Ergänzungen und Unterprogramme werden ins Hauptprogramm auf Seite 8-23 eingetragen.
„Differenz“ -Fläche
Fläche A soll ohne den von B überdeckten Anteil
unbearbeitet bleiben:
• A muß Insel und B muß Tasche sein.
• B muß innerhalb A beginnen.
22 LBL 2
B
23 L X+10 Y+50 RR A
24 CC X+35 Y+50
25 C X+10 Y+50 DR+
26 LBL 0
27 LBL 3
28 L X+40 Y+50 RL
29 CC X+65 Y+50
30 C X+40 Y+50 DR+
31 LBL 0
32 END PGM 360823 MM Abb. 8.24: Überlagerte Inseln: Differenz-Fläche
ˇ„Schnitt“ -Fläche
Die von A und B überdeckte Fläche soll unbearbei-
tet bleiben.
22 LBL 2
23 L X+60 Y+50 RR
24 CC X+35 Y+50
25 C X+60 Y+50 DR+
26 LBL 0
27 LBL 3
28 L X+90 Y+50 RR
29 CC X+65 Y+50
30 C X+90 Y+50 DR+
31 LBL 0 Abb. 8.25: Überlagerte Inseln: Schnitt-Fläche
32 END PGM 360823 MM
25
R2
Die SL-Kontur besteht aus den Elementen A
5
und B, also zwei sich überlagernden Taschen, X
sowie C und D, also zwei Inseln, die sich 35 65
innerhalb dieser Taschen befinden. D
C B
A
Zyklus im Bearbeitungsprogramm
12 CYCL CALL
13 L Z+100 R0 FMAX M2
14 LBL 1
15 L X+10 Y+50 RL
16 CC X+35 Y+50
17 C X+10 Y+50 DR+
18 LBL 0
19 LBL 2
20 L X+90 Y+50 RL
21 CC X+65 Y+50
22 C X+90 Y+50 DR+
23 LBL 0
24 LBL 3
25 L X+27 Y+42 RL
Abb. 8.27: Fertiggestellte Bearbeitung
26 L Y+58
27 L X+43
28 L Y+42
29 L X+27
30 LBL 0
31 LBL 4
32 L X+57 Y+42 RR
33 L X+73
34 L X+65 Y+58
35 L X+57 Y+42
36 LBL 0
37 END PGM 360825 MM
X
Eingaben
• SICHERHEITSABSTAND
• BOHRTIEFE Abb. 8.28: Beispiel für Einstichpunkte beim
wie bei Zyklus 1
• ZUSTELLTIEFE VORBOHREN
TIEFBOHREN
• VORSCHUB
• SCHLICHTAUFMASS
Aufmaß für das Bohren (siehe Abb. 8.29) Y
Die Summe aus Werkzeug-Radius und Schlicht-Aufmaß soll bei
Vorbohren und Ausräumen gleich sein. D
Zyklus-Ablauf
• Das Werkzeug wird über den ersten Konturpunkt positioniert
• Danach sticht das Werkzeug mit dem eingegebenen Vorschub bis zur
ersten Zustell-Tiefe ein
• Mit der ersten Zustell-Tiefe fräst das Werkzeug mit dem eingegebenen
Vorschub und Drehsinn die erste Kontur
• Am Einstichpunkt wird das Werkzeug auf die nächste Zustell-Tiefe
zugestellt A
Der Vorgang wiederholt sich, bis die eingegebene Frästiefe erreicht ist. C
Alle Teilkonturen werden auf diese Weise gefräst. B
Voraussetzung
Der Zyklus erfordert einen Fräser mit einem Stirnzahn über Mitte schnei-
dend (DIN 844) Abb. 8.30: Zustellungen und Abstände
beim KONTURFRAESEN
Eingaben
• SICHERHEITS-ABSTAND A Y
• FRÄSTIEFE B
• ZUSTELL-TIEFE C D
• VORSCHUB-TIEFENZUSTELLUNG:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs beim Einstechen.
• DREHSINN FÜR KONTURFRÄSEN:
Für M3 gilt DR+: Gleichlauf-Fräsen für Tasche und
Insel
DR–: Gegenlauf-Fräsen für Tasche und
Insel
• VORSCHUB:
Verfahrgeschwindigkeit des Werkzeugs in der Bearbeitungs
ebene
X
2. Bohren
Bohrer definieren und aufrufen
CYCL DEF 15.0 VORBOHREN
Vor-Positionieren
Zyklus-Aufruf!
3. Schruppen
Schruppfräser definieren und aufrufen
CYCL DEF 6.0 AUSRAEUMEN
Vor-Positionieren
Zyklus-Aufruf!
4. Schlichten
Schlichtfräser definieren und aufrufen
CYCL DEF 16.0 KONTURFRAESEN
Vor-Positionieren
Zyklus-Aufruf!
5. Kontur-Unterprogramme
STOP M02
Unterprogramme für die Teilkonturen
DREHUNG: MASSFAKTOR:
Wirksamkeit der Koordinaten-Umrechnungen
Beginn der Wirksamkeit: Eine Koordinaten-Umrech-
nung wird ab ihrer Definition wirksam – wird also
nicht aufgerufen. Sie wirkt so lange, bis sie rückge-
setzt oder neu definiert wird.
NULLPUNKT-Verschiebung (Zyklus 7)
Z
Anwendung
Bearbeitungen können mit der Nullpunkt-Verschiebung an beliebigen
Stellen des Werkstücks wiederholt werden. Y Z
Y
X
Wirkung
X
Nach einer Zyklus-Definition NULLPUNKT-Verschiebung beziehen sich alle
Koordinaten-Eingaben auf den neuen Nullpunkt.
Die Verschiebung wird in der Status-Anzeige durch den Index N an
verschobenen Achsen angezeigt.
Eingaben
Eingegeben werden die Koordinaten des neuen Nullpunkts. Absolutwerte Abb. 8.36: Wirkung der Nullpunkt-Verschie-
beziehen sich auf den Nullpunkt, der durch das Bezugspunkt-Setzen bung
festgelegt ist. Inkrementalwerte beziehen sich auf den zuletzt gültigen
Nullpunkt; dieser kann bereits verschoben sein.
Z Z
Y Y
IY
Y X X
IX
Abb. 8.37: Nullpunkt absolut verschieben Abb. 8.38: Nullpunkt inkremental verschie
ben
Rücksetzen
Die Nullpunkt-Verschiebung mit den Koordinatenwerten X=0, Y=0 und
Z=0 hebt eine Nullpunkt-Verschiebung wieder auf.
1
20
15
25 30
Zyklus im Bearbeitungsprogramm
LBL 1 LBL 0
Nullpunkt-Verschiebung Satz 15 Satz 27
Spiegeln, Drehung, Maßfaktor Satz 19 Satz 31
SPIEGELN (Zyklus 8)
Anwendung
Eine Bearbeitung kann in der Bearbeitungsebene Z
spiegelbildlich ausgeführt werden
Y
Wirkung Z
Die Spiegelung wird ab ihrer Definition im Pro-
gramm wirksam:
Eine Spiegelung wird in der Status-Anzeige ange-
zeigt durch den Index S an den gespiegelten Y
Achsen.
X
• Wird eine Achse gespiegelt, ändert sich der
Umlaufsinn des Werkzeugs.
Dies gilt nicht bei Bearbeitungszyklen.
• Werden zwei Achsen gespiegelt, bleibt der
Umlaufsinn erhalten.
Eingabe Z
Eingegeben wird die Achse, die gespiegelt wird. Y
Die Werkzeugachse kann nicht gespiegelt werden.
X
Rücksetzen
SPIEGELN mit Eingabe von NO ENT auf die Dialog-
Frage setzt den Zyklus zurück.
Übungsbeispiel: Spiegeln
Y Y
3
2
X
X
60
1
20
15
70
25 30
Wirkung
Die Drehung wird ab ihrer Definition im Programm wirksam. Sie wirkt
auch in der Betriebsart POSITIONIEREN MIT HANDEINGABE.
Eingaben
Der Drehwinkel wird in Grad (°) eingegeben.
Eingabe-Bereich: –360° bis +360° (absolut oder inkremental)
Rücksetzen
Eine Drehung wird mit dem Drehwinkel 0° aufgehoben.
Übungsbeispiel: Drehen
35°
2 X
1
60
70
Zyklus im Bearbeitungsprogramm
Wirkung
Der Maßfaktor ist ab der Zyklus-Definition wirksam.
Der Maßfaktor wirkt
• in der Bearbeitungsebene, oder auf alle drei Koordinatenachsen
gleichzeitig (abhängig von MP7410)
• auf Maßangaben in Zyklen
• auch auf Parallelachsen U,V,W
Der Maßfaktor wird in der Status-Anzeige unter SCL angezeigt
Eingabe
Eingegeben wird der Faktor SCL (engl.: scaling). Die TNC multipliziert
Koordinaten und Radien mit SCL (wie in „Wirkung“ beschrieben).
Vergrößerung: SCL größer als 1 bis 99,999 999
Verkleinerung: SCL kleiner als 1 bis 0,000 001
Rücksetzen
Ein Maßfaktor wird durch den Maßfaktor 1 aufgehoben.
Voraussetzung
Vor der Vergrößerung bzw. Verkleinerung sollte der Nullpunkt auf eine
Kante oder Ecke der Kontur verschoben werden.
Übungsbeispiel: Maßfaktor
20 1
15
60
25 30
VERWEILZEIT (Zyklus 9)
Anwendung
In einem laufenden Programm wird der nachfolgende Satz erst nach der
programmierten Verweilzeit abgearbeitet.
Wirkung
Der Zyklus wirkt ab der Definition. Modal wirkende (bleibende) Zustände
werden dadurch nicht beeinflußt, wie z. B. die Drehung der Spindel.
Eingabe
Die Verweilzeit wird in Sekunden angegeben.
Eingabebereich 0 bis 30 000 s (etwa 8,3 Stunden) in 0,001 s-Schritten.
Eingabe
Eingegeben wird der Name des aufzurufenden Programms
Beispiel: Programm-Aufruf
Aus einem Programm soll ein über Zyklus-Aufruf rufbares Programm 50
gerufen werden.
Bearbeitungsprogramm
.
.
.
CYCL DEF 12.0 PGM CALL ........................................ Festlegung:
CYCL DEF 12.1 PGM 50 ............................................. „Programm 50 ist ein Zyklus“
L X+20 Y+50 FMAX M99 ........................................... Aufruf von Programm 50
.
.
.
Wirkung
Auf die im Zyklus definierte Winkelstellung wird durch Eingabe von M19
positioniert.
Wird M19 ohne Zyklus-Definition ausgeführt, so wird die Hauptspindel auf Abb. 8.42: Spindel-Orientierung
den in Maschinenparametern festgelegten Wert ausgerichtet.
Außer durch Zyklus 13 wird die Spindel-Orientierung auch über Maschinen-Parameter festgelegt.
Voraussetzung
Die Maschine muß für eine Spindel-Orientierung vorgesehen sein.
Eingabe
Orientierungswinkel (bezogen auf die Winkelbezugsachse der Arbeits-
ebene)
Eingabe-Bereich: 0 bis 360°.
Eingabe-Feinheit: 0,1°.
Mit der Option Digitalisieren erfaßt die TNC 3D-Formen mit dem schalten-
den 3D-Tastsystem TS 120.
Erforderliche Komponenten zum Digitalisieren:
• 3D-Tastsystem TS 120
• Software-Modul „Option Digitalisieren“ in der TNC
• externer Speicher:
HEIDENHAIN Disketteneinheit FE 401
oder
PC (IBM oder kompatibel) mit HEIDENHAIN Übertragungssoftware
[Link]
Die Digitalisier-Daten können mit der
• HEIDENHAIN-Auswertesoftware SUSA für IBM- und kompatible PC
ausgewertet werden.
TNC und Maschine müssen vom Maschinen-Hersteller für den Einsatz eines 3D-Tastsystems vorbereitet sein.
9.1 Arbeitsweise
Eine 3D-Form wird mit dem Tastsystem Punkt für Punkt in einem wählba-
ren Raster abgetastet. Dabei beträgt der Vorschub des Tastsystems 200
bis 600 mm/min.
Die TNC gibt für die digitalisierten Positionen Klartext-Geraden-Sätze aus.
Mit der Schnittstellen-Funktion PRINT (siehe S. 7-15) wird festgelegt, wo
die Geradensätze gespeichert werden:
• Programmspeicher der TNC
• Externer Speicher über RS-232-Schnittstelle
Fallen beim Digitalisieren sehr große Datenmengen an, müssen diese mit
einem PC gespeichert werden.
Übersicht: Digitalisier-Zyklen
Folgende Digitalisier-Zyklen stehen zur Verfügung:
• Digitalisier-Bereich festlegen: BEREICH
• Zeilenweise digitalisieren: MAEANDER
• Höhenlinie digitalisieren: HOEHENLINIEN
Digitalisier-Daten übertragen
Die Digitalisier-Daten werden extern in einer Datei gespeichert, deren
Namen im Zyklus 5: BEREICH einzugeben ist.
9.2 Digitalisier-Bereich
Der Digitalisier-Bereich wird im Zyklus BEREICH festgelegt. Die Form, die
digitalisiert werden soll, muß innerhalb dieses Bereichs liegen. Weiterhin
wird der Name der Datei eingegeben, in der die Digitalisier-Daten gespei-
Z
chert werden, sowie eine sichere Höhe für die Vorpositionierung des
Tastsystems. MAX
Y ZS
MIN
Abb. 9.1: Sichere Höhe und Digitalisier-
Bereich
Eingaben
• PGM-NAME
Name der Datei, in der die Digitalisier-Daten gespeichert werden
• MIN-PUNKT BEREICH
Minimal-Punkt des Bereichs, in dem digitalisiert wird
• MAX-PUNKT BEREICH
Maximal-Punkt des Bereichs, in dem digitalisiert wird
• SICHERE HÖHE
Position in der Tastsystem-Achse, in der eine Kollision von Taststift und
Form ausgeschlossen ist.
Digitalisier-Bereich festlegen
TOUCH
PROBE TCH PROBE: 0 BEZUGSEBENE
GOTO
5 ENT
Digitalisier-Zyklus 5 BEREICH anwählen
ENT
Digitalisier-Zyklus 5 BEREICH übernehmen
PGM NAME?
Name der Datei eingeben, in der die Digitalisier-Daten gespeichert werden sollen
Tastsystem-Achse eingeben
z.B. Z
.
.
.
.
.
.
MIN-PUNKT BEREICH?
z.B. 0 ENT
Nacheinander X-, Y- und Z-Koordinate des Bereich-MIN-Punkts
eingeben
0 ENT
0 ENT
MAX-PUNKT BEREICH?
z.B. 2 0 ENT
SICHERE HOEHE?
ENT
NC-Programmsätze:
.
.
.
TCH PROBE 5.0 BEREICH
TCH PROBE 5.1 PGMNAME: 5007
TCH PROBE 5.2 Z X+0 Y+0 Z+0
TCH PROBE 5.3 X+10 Y+10 Z+20
TCH PROBE 5.4 HOEHE: + 100
.
.
.
Startpunkt
• Koordinaten aus Zyklus BEREICH:
X- und Y-Koordinate des MIN PUNKTs
Z-Koordinate = SICHERE HOEHE
• Startpunkt automatisch anfahren:
zuerst Z, dann X und Y
Kontur anfahren
Das Tastsystem fährt in Richtung Z– auf die Form zu. Die Koordinaten der
Position, bei der das Tastsystem die Form berührt, werden gespeichert.
Eingaben
• LINIENRICHTUNG
Koordinatenachse, in deren positiver Richtung das Tastsystem vom
ersten Konturpunkt aus verfährt.
• BEGRENZUNG IN NORMALENRICHTUNG
Strecke, um die das Tastsystem nach einer Auslenkung freigefahren
wird. Empfehlung: halben Wert des Punktabstands eingeben.
• LINIENABSTAND
Versatz des Tastsystems an denZeilenenden; Zeilen-Abstand
• MAX. PUNKTABSTAND
Maximaler Abstand, in dem die Positionen digitalisiert werden
Wenn der ganze Bereich abgetastet ist, wird das Abb. 9.3: Digitalisieren mit dem Zyklus MAEANDER
Tastsystem wieder auf die SICHERE HOEHE
zurückgezogen.
Digitalisier-Parameter festlegen
TOUCH
PROBE TCH PROBE: 0 BEZUGSEBENE
GOTO
6 ENT
Digitalisier-Zyklus 6 MAEANDER anwählen
ENT
Digitalisier-Zyklus 6 MAEANDER übernehmen
LINIENRICHTUNG?
z.B. X ENT
Linienrichtung eingeben, z. B. X
BEGRENZUNG IN NORMALENRICHTUNG?
ENT
LINIENABSTAND?
.
.
.
.
.
.
MAX. PUNKTABSTAND?
NC-Programmsätze:
TCH PROBE 6.0 MAEANDER
TCH PROBE 6.1 RICHTUNG X
TCH PROBE 6.2 HUB: 0.5 [Link]: 0.2
[Link]: 0.8
Im Programm muß vor dem Digitalisierzyklus 6: MAEANDER ein Digitalisierzyklus 5: BEREICH definiert sein.
Startpunkt
• Z-Koordinate des MIN-PUNKTs aus Zyklus BEREICH wenn Linienab-
stand positiv eingegeben, Z-Koordinate des MAX-PUNKTs, wenn
Linienabstand negativ eingegeben wurde
• X- und Y- Koordinate im Zyklus HOEHENLINIEN definieren
• Startpunkt automatisch anfahren:
zuerst Z auf SICHERE HOEHE (aus Zyklus BEREICH), dann X und Y
Kontur anfahren
Das Tastsystem fährt in der programmierten Richtung auf die Form zu.
Die Koordinaten der Position, bei der das Tastsystem die Form berührt,
werden gespeichert.
Eingaben
• ZEITBEGRENZUNG
Zeit, innerhalb der das Tastsystem den ersten Antastpunkt einer
Höhenlinie nach einem Umlauf erreichen muß
Die TNC bricht den Digitalisier-Zyklus ab, wenn die eingegebene Zeit
überschritten wird. Keine Zeitbegrenzung, falls 0 eingegeben wird
• STARTPUNKT
Koordinaten des Startpunkts in der Ebene senkrecht zur Tastsystem-
Achse
• STARTACHSE UND RICHTUNG
Koordinaten-Achse und -Richtung, auf der das Tastsystem die Form
anfährt
• ANFANGSACHSE UND RICHTUNG
Koordinaten-Achse und -Richtung, auf der das Tastsystem mit dem
Digitalisieren anfängt
• BEGRENZUNG IN NORMALENRICHTUNG
Strecke, um die das Tastsystem nach einer Auslenkung freigefahren
wird
• LINIENABSTAND
Versatz des Tastsystems, wenn es den Startpunkt einer Höhenlinie
wieder erreicht, das Vorzeichen gibt die Richtung an
• MAX. PUNKTABSTAND
Maximaler Abstand, in dem die Positionen digitalisiert werden
Digitalisier-Parameter festlegen
TOUCH
PROBE TCH PROBE: 0 BEZUGSEBENE
GOTO
7 ENT
Digitalisier-Zyklus 7 HOEHENLINIEN anwählen
ENT
Digitalisier-Zyklus 7 HOEHENLINIEN übernehmen
ZEITBEGRENZUNG?
ENT
STARTPUNKT?
.
.
TNC 360 9-9
9 Digitalisieren von 3D-Formen
9.4 Stufenweises Digitalisieren
.
.
.
STARTACHSE UND RICHTUNG?
z.B. Y +/ ENT
Startrichtung eingeben, z. B. Y–
BEGRENZUNG IN NORMALENRICHTUNG?
ENT
LINIENABSTAND?
z.B. 1 +/ ENT
Linienabstand eingeben, z. B. 1 mm. Das Vorzeichen bestimmt die
Richtung, in die das Tastsystem versetzt wird.
MAX. PUNKTABSTAND
ENT
NC-Programmsätze:
TCH PROBE 7.0 HOEHENLINIEN
TCH PROBE 7.1 ZEIT: 200 X+50 Y+0
TCH PROBE 7.2 ANFAHRFOLGE Y–/X+
TCH PROBE 7.3 HUB 0.5 [Link] -1 [Link] 0.2
Im Programm muß vor dem Digitalisier-Zyklus 7 HOEHENLINIEN ein Digitalisier-Zyklus 5 BEREICH definiert sein.
.
. L X+2.005 Y–12.560 ........................................... Höhenlinie vollständig digitalisiert: 1. digitalisierte Position
. wieder erreicht
.
. L Z+0.5 X+0 Y–10.423 ........................................ 1. digitalisierte Position auf der neuen Höhenlinie
.
.
. L X+0 Y–12.560 .................................................. Letzte digitalisierte Position
.
Digitalisier-Daten-Programm ausführen
Bevor das Digitalisier-Daten-Programm blockweise übertragen
(siehe S. 3-6) und ausgeführt werden kann, müssen der TNC in einem
anderen Programm folgende Angaben übergeben werden:
• Werkzeug-Radius und -Länge
• Vorschub des Werkzeugs
• Radiuskorrektur
• Spindelachse und -drehzahl
• Zusatz-Funktion für Spindel
Im Digitalisier-Daten-Programm, das mit dem Zyklus HOEHENLINIEN erfaßt wurde, wird das Werkzeug am Ende auf
den im Zyklus HOEHENLINIEN programmierten Startpunkt zurückgezogen.
EXT
Menü zur externen Datenübertragung erscheint am Bildschirm
Funktion Menüpunkt
Alle Programme vom Datenträger in die TNC übertragen ALLE PROGRAMME EINLESEN
Programme anzeigen lassen und wahlweise in die TNC übertragen ANGEBOTENES PROGRAMM EINLESEN
Alle Programme im TNC-Speicher auf externes Gerät übertragen ALLE PROGRAMME AUSGEBEN
Übertragung abbrechen
Eine Datenübertragung wird mit der Taste END abgebrochen.
Werden Daten zwischen zwei TNCs übertragen, wird die TNC zuerst gestartet, in die Daten eingelesen werden.
Blockweises Übertragen
In den Betriebsarten PROGRAMMLAUF SATZFOLGE und EINZELSATZ
können Bearbeitungs-Programme, die größer sind als der Programm-
speicher der TNC, blockweise übertragen und gleichzeitig ausgeführt
werden (siehe S. 3-6).
Schnittstelle V.24/RS-232-C
HEIDENHAIN-Geräte
HEIDENHAIN Geräte
Fremdgeräte
Die Stecker-Belegung am Fremdgerät kann erheblich von der Stecker-
Belegung eines HEIDENHAIN-Gerätes abweichen. Sie ist vom Gerät und
der Übertragungsart abhängig.
HEIDENHAIN Geräte
HEIDENHAIN Geräte (Disketten-Einheit FE und Magnetband-Einheit ME)
sind an die TNC angepaßt. Sie können direkt zur Datenübertragung
genutzt werden.
Fremdgeräte
Die TNC und Fremdgeräte müssen aneinander angepaßt werden.
Betriebsarten PROGRAMM-EINSPEICHERN
und PROGRAMM-TEST:
• NC-Software - Nummer anzeigen
• PLC-Software - Nummer anzeigen
• Freier Speicher
• Schlüsselzahl eingeben
• Schnittstelle einrichten
• Maschinenspezifische Anwenderparameter
• Achsauswahl für L-Satz-Generierung
MOD-Funktion ändern
MOD-Funktionen verlassen
Funktion Schlüssel-Zahl
Lösch- und Editier-Schutz bei Programmen 86 357
(Status P) aufheben
Anwender-Parameter wählen 123
Betriebsstunden-Zähler für:
Steuerung EIN
Programmlauf
Spindel EIN 857282
BAUD-RATE
Einstellung der Datenübertragungs-Geschwindigkeit.
Eingabemöglichkeiten über die Zifferntasten:
110, 150, 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400 bd
Die BAUD-RATE der ME 101 beträgt 2400 Baud
V.24-Schnittstelle
Einstellung abhängig vom angeschlossenen Gerät
Auswahl der Einstellung mit der Taste ENT
Die gewünschte Anzeige wird mit der Taste ENT angewählt und direkt im
Statusfeld eingeblendet.
11.10 Verfahrbereichs-Begrenzungen Z
eingeben
Innerhalb des maximalen Verfahrbereichs kann der Z
max
tatsächlich nutzbare Verfahrweg für die Koordi-
Z
natenachsen zusätzlich eingeschränkt werden. min
Anwendungsbeispiel: Y
Teilapparat gegen Kollisionen sichern X
min Y
Der maximale Verfahrbereich ist durch Software- X
Endschalter begrenzt. max max
Der tatsächlich nutzbare Verfahrweg wird mit der Y
MOD-Funktion BEGRENZUNG eingeschränkt.
min
Dabei werden die Maximalwerte in positiver und X
negativer Richtung der Achsen bezogen auf den
Maßstab-Nullpunkt eingegeben. Abb. 11.2: Verfahrbereichs-Begrenzungen am Werkstück
Gewünschte positive und negative End-Positionen der X-, Y- und Z-Achse anfahren
Externe Datenübertragung
Steuerzeichen für blockweises Übertragen festlegen
MP5010.0 Programm-Ende (Bit 0 bis 7): Dezimalwert für ASCII-Zeichen (0 bis 32382)
Programm-Anfang (Bit 8 bis 15):
MP5010.1 Daten-Eingabe (Bit 0 bis 15):
MP5010.2 Daten-Ausgabe (Bit 0 bis 15):
MP5010.3 Kommandoblock-Anfang (Bit 0 bis 7):
Kommandoblock-Ende (Bit 8 bis 15):
MP5010.4 Positive Rückmeldung (Bit 0 bis 7):
Negative Rückmeldung (Bit 8 bis 15):
MP5010.5 Datenübertragung beenden: (Bit 0 bis 15):
TNC-Schnittstelle an externes Gerät anpassen
MP5030 Standard-Übertragung: 0
Schnittstelle für blockweises Übertragen: 1
TNC-Anzeigen, TNC-Editor
Programmierplatz einrichten
MP7230 Deutsch: 0
Englisch: 1
Hersteller-Zyklen im TNC-Programmspeicher schützen
MP7264 0 bis 3
Festlegungen für die Betriebsart MANUELLER BETRIEB
MP7420 Kanal um die Kontur fräsen im Uhrzeigersinn für Inseln und im Gegen-Uhrzeigersinn für Taschen: +0
Kanal um die Kontur fräsen im Uhrzeigersinn für Taschen und im Gegen-Uhrzeigersinn für Inseln: +1
Kontur-Kanal vor dem Ausräumen fräsen: +0
Kontur-Kanal nach dem Ausräumen fräsen: +2
Korrigierte Konturen vereinigen: +0
Unkorrigierte Konturen vereinigen: +4
Ausräumen jeweils bis zur Taschentiefe: +0
Tasche vor jeder weiteren Zustellung vollständig umfräsen und ausräumen: +8
Zyklus 4 TASCHENFRAESEN und Zyklus 5 KREISTASCHE: Überlappungsfaktor
Der Maschinenhersteller legt fest, welche Zusatzfunktionen M Sie an Ihrer TNC nutzen können und welche Funktio-
nen sie haben.
Freie Zusatz-Funktionen
Freie Zusatz-Funktionen werden vom Maschinenhersteller bestimmt.
Sie sind im Maschinen-Handbuch beschrieben.
Werkzeug-Radius: Q108
Der Radius des aktuellen Werkzeugs wird Q108 zugewiesen.
Werkzeug-Achse: Q109
Der Wert des Parameters Q109 hängt von der aktuellen Werkzeug-Achse
ab.
Werkzeug-Achse Parameter-Wert
Keine Werkzeug-Achse definiert Q109 = –1
Z-Achse Q109 = 2
Y-Achse Q109 = 1
X-Achse Q109 = 0
Spindel-Zustand: Q110
Der Wert des Parameters Q110 hängt von der zuletzt programmierten M-
Funktion für die Spindel ab.
M-Funktion Parameter-Wert
Kein Spindel-Zustand definiert Q110 = –1
M03: Spindel EIN, Uhrzeigersinn Q110 = 0
M04: Spindel EIN, Gegenuhrzeigersinn Q110 = 1
M05 nach M03 Q110 = 2
M05 nach M04 Q110 = 3
Kühlmittel-Versorgung: Q111
M-Funktion Parameter-Wert
M08: Kühlmittel EIN Q111 = 1
M09: Kühlmittel AUS Q111 = 0
Überlappungsfaktor: Q112
Der Überlappungsfaktor beim Taschenfräsen (MP 7430) wird Q112
zugewiesen.
Koordinatenachse Parameter
X-Achse Q115
Y-Achse Q116
Z-Achse Q117
IV-Achse Q118
Aktuelle Werkzeug-Radiuskorrektur
Die aktuelle Werkzeug-Radiuskorrektur wird wie folgt dem Parameter
Q123 zugewiesen:
Spindel-Drehzahl S
Die Spindeldrehzahl S wird aus dem Werkzeug-Radius R und der Schnitt-
geschwindigkeit v ermittelt:
S = V
2 . R .π
Einheiten:
S in 1/min
V in m/min
R in mm
Aus dem Diagramm wird die Spindeldrehzahl direkt abgelesen.
Beispiel:
Werkzeug-Radius R = 15 mm
Schnittgeschwindigkeit V = 50 m/min
Spindel-Drehzahl S 500 1/min
(errechnet S = 530 U/min)
Werkzeug Radius
R [mm]
Schnittgeschwindigkeit
V [m/min]
Vorschub F
Der Vorschub F des Werkzeugs wird aus der Schneidenzahl n des Werk-
zeugs, der zulässigen Spandicke d pro Schneide und der Spindel-Drehzahl
S ermittelt:
F= n.d.S
Einheiten:
F in mm/min
d in mm
S in 1/min
Der aus dem Diagramm abgelesene Vorschub muß mit der Schneidenzahl
multipliziert werden.
Beispiel:
Spandicke d = 0,1 mm
Spindel-Drehzahl S = 500 U/min
Diagramm-Vorschub F = 50 mm/min
Schneidenzahl n = 6
Einzugebender Vorschub F = 300 mm/min
Spandicke
d [mm]
Spindeldrehzahl
S [U/min]
Einheiten:
F in mm/min
p in mm/1
S in 1/mm
Aus dem Diagramm wird der Vorschub beim Gewindeschneiden direkt
abgelesen.
Beispiel:
Gewinde-Steigung p = 1 mm/U
Spindel-Drehzahl S = 100 U/min
Vorschub beim Gewindeschneiden F = 100 mm/min
Steigung
p [mm/U]
Spindeldrehzahl
S [U/min]
Technische Information
Kurzbeschreibung Bahnsteuerung für Maschinen mit bis zu
4 Achsen, zusätzlich Spindel-Orientierung
Komponenten Logik-Einheit, Bedienfeld, monochromer
Lumineszenz-Flachbildschirm oder
Kathodenstrahl-Bidlschirm
Datenschnittstelle V.24 / RS-232-C
Gleichzeitig verfahrende Geraden bis zu 4 Achsen
Achsen bei Konturelementen Kreise bis zu 2 Achsen
Schraubenlinie 3 Achsen
Parallelbetrieb Editieren, während die TNC ein
Bearbeitungsprogramm ausführt
Programm-Test Rechnerisch und perTest-Grafik
Programm-Typen HEIDENHAIN-Klartext-Dialog-Programme
DIN/ISO-Programme
Werkzeug-Tabelle (Programm 0)
Programm-Speicher Batterie-gepuffert für bis zu 32 Programme
Größe ca. 4000 Sätze
Werkzeug-Definitionen Bis zu 254 Werkzeuge im Programm oder
bis zu 99 Werkzeuge in der Werkzeug-
Tabelle
TNC-Daten
Satz-Verarbeitungszeit 40 ms/Satz
Regelkreis-Zykluszeit 6 ms
Datenübertragungs- maximal 38 400 Baud
Geschwindigkeit
Umgebungstemperatur 0 °C bis 45 °C (Betrieb)
–30 °C bis 70 °C (Lagerung)
Verfahrweg maximal ± 30 m (1181 Zoll)
Verfahrgeschwindigkeit maximal 30 m/min (1181Zoll/min)
Spindeldrehzahl maximal 99.999 U/min
Eingabe-Bereich bis 1 µm (0,0001 Zoll) bzw. 0,001°
Programmierbare Funktionen
Konturelemente Gerade
Fase
Kreisbahn
Kreismittelpunkt
Kreisradius
tangential anschließende Kreisbahn
Ecken-Runden
Programm-Sprünge Unterprogramm
Programmteil-Wiederholung
Hauptprogramm als Unterprogramm
Bearbeitungs-Zyklen Tief- und Gewindebohren (auch mit
geregelter Spindel)
Rechteck- und Kreistasche fräsen,
Nut fräsen
beliebige Taschen und Inseln bearbeiten
Koordinaten-Umrechnungen Nullpunkt-Verschiebung
Spiegeln
Drehung
Massfaktor
3D-Tastsystem-Einsatz Antastfunktionen zum Bezugspunkt-Setzen
und zur automatischen Werkstück-
Vermessung
Digitalisieren von 3D-Formen mit TS 120
(Option, nur Blank Klartext-Dialog)
Mathematische Funktionen Grundrechenarten +, –, x und ÷
Dreiecksberechnungen sin, cos, tanund arctan
Wurzel aus Werten (√a) und
Quadratsummen (√ a2 + b2)
Vergleiche größer, kleiner, gleich, ungleich
Zubehör
Disketten-Einheit FE 401
Ausführung tragbares Koffergerät
Einsatzbereich alle TNC-Bahnsteuerungen,
TNC 131, TNC 135
Datenschnittstellen 2 Schnittstellen V.24/RS-232-C
Übertragungs- • TNC : 2 400 bis 38 400 Baud
geschwindigkeit • PRT : 110 bis 9 600 Baud
Diskettenlaufwerk separates Laufwerk zum Kopieren,
Speicherplatz 795 Kbyte
(ca. 25.000 Programmsätze),
bis zu 256 Dateien
Disketten 3,5 Zoll, DS DD, 135 TPI
Elektronische Handräder
HR 130 Einbauversion
HR 330 mobile Version,
Übertragung über Kabel.
Ausgerüstet mit Achswahltasten,
Eilgangstaste, Sicherheitsschalter,
NOT-AUS-Taste
12.6 TNC-Meldetexte
Die TNC erzeugt die Meldetexte automatisch. Sie stehen unter anderem
zur Verfügung bei
• falschen Eingaben
• logischen Fehlern im Programm
• nicht ausführbaren Konturelementen
• unvorschriftsmäßigem Tastsystem-Einsatz
Einige besonders häufig vorkommende TNC-Meldetexte stehen in den
folgenden Übersichten.
Ein Meldetext, der die Nummer eines Programmsatzes enthält, wurde
durch diesen Satz oder einen vorhergegangenen verursacht.
TNC-Meldetexte werden mit der Taste CE gelöscht, nachdem ihre
Ursache beseitigt ist.
EINGABEWERT FALSCH
LABEL-NUMMER BELEGT
ARITKMETIKFEHLER
CYCL UNVOLLSTAENDIG
FALSCHE DREHZAHL
GROBER POSITIONIERFEHLER
KREIS-ENDPUNKT FALSCH
RADIUSKORREKTUR UNDEFINIERT
RUNDUNGS-RADIUS ZU GROSS
Diese Meldung kommt immer dann, wenn eine Taste betätigt wird, die für
den aktuellen Dialog nicht benötigt wird
TASTSTIFT AUSGELENKT
UNDEFINIERTER PROGRAMMSTART
VORSCHUB FEHLT
WERKZEUG-RADIUS ZU GROSS
WINKEL-BEZUG FEHLT
ZU HOHE VERSCHACHTELUNG
ANFANGS-POSITION FALSCH
BEREICH UEBERSCHRITTEN
TASTKOPF-BATTERIE WECHSELN
TASTSTIFT AUSGELENKT
ZEIT-BEGRENZUNG UEBERSCHRITTEN