Top-Thema
Manuskript und Wortschatz
Winterschlaf – wenn die Tierwelt sich ausruht
Viele Tierarten halten in der kalten Jahreszeit Winterschlaf. Eigentlich ist das
eine gute Überlebensstrategie. Doch die immer wärmeren Winter stören den
Schlaf der Tiere und können ihnen sogar gefährlich werden.
Auf den Straßen liegen Eis und Schnee, die Tage sind kurz und dunkel, die Bäume
kahl: Es ist Winter. Viele Tiere in Europa finden in der kalten Jahreszeit kaum
Nahrung, die Temperaturen sind ihnen viel zu niedrig. Einige Vogelarten haben es
gut – sie können einfach in wärmere Gegenden fliegen. Doch wie überleben Tiere
den Winter, die das nicht können? Ganz einfach: Sie suchen Schutz und schlafen
mehrere Monate lang. Dabei gibt es drei unterschiedliche Strategien: Winterschlaf,
Winterruhe und Kältestarre.
Igel, Fledermäuse und Hamster sind Tiere, die Winterschlaf halten – meist in
Verstecken unter der Erde. Dabei ändern sich ihre Körperfunktionen stark – wie zum
Beispiel beim Igel: Die Körpertemperatur sinkt von 36 auf bis zu ein Grad Celsius.
Atmung und Herzschlag werden viel langsamer: von 200 Herzschlägen und 40 bis
50 Atemzügen auf nur noch fünf Herzschläge und ein bis zwei Atemzüge pro
Minute. In dieser Zeit leben die Tiere von ihren Fettreserven.
Braunbären, Dachse und Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern
Winterruhe. Der Unterschied: Viele Tierarten halten ihre Körpertemperatur. Sie alle
wachen häufiger auf und wechseln ihre Position. Vor dem Frost schützt sie ihr
dickes Fell. Die dritte Strategie, die etwa Frösche und Insekten wie Schmetterlinge
nutzen, ist die sogenannte Kältestarre. Um Energie zu sparen, überwintern die Tiere
völlig reglos – zum Beispiel in Pflanzenresten oder Komposthaufen.
Wegen des Klimawandels steigen die Temperaturen aber oft schon früher, oder es
wird nach einer milden Zeit noch einmal richtig kalt. Dann wachen die Tiere zu früh
auf, was für sie tödlich enden kann: Entweder reichen ihre Fettreserven nicht mehr
aus, die Tiere verhungern. Oder sie schaffen es nach dem Aufwachen nicht mehr,
sich vor der Kälte zu schützen. Besonders Frösche und Insekten können dann leicht
erfrieren. Für alle Tiere gilt aber: Jedes Aufwachen verbraucht Energie. Deswegen
sollte man Tiere im Winterschlaf auf keinen Fall stören.
Autorin/Autor: Jeannette Cwienk, Philipp Reichert
Deutsch zum Mitnehmen | [Link]/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
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Manuskript und Wortschatz
Glossar
Winterschlaf (m. nur Singular) – die Tatsache, dass Tiere in der Winterzeit versteckt
ruhen oder schlafen
Überlebensstrategie, -n (f.) – eine Methode oder ein Verhalten, um nicht zu sterben
kahl – ohne Blätter und Laub
Igel, - (m.) – ein kleines Säugetier mit Stacheln am Körper
Fledermaus, -mäuse (f.) – ein kleines, nachtaktives Säugetier mit Flughäuten
Hamster, - (m.) – ein kleines Säugetier, das ursprünglich in trockenen
Steppengebieten lebt und inzwischen oft als Haustier gehalten wird
Atemzug, -züge (m.) – das einmalige Ein- und Ausatmen
Fettreserve, -n (f.) – der Wintervorrat an Fett im Körper eines Tieres
Dachs, -e (m.) – ein in Waldhöhlen lebendes Tier mit grauem Fell und schwarzen
und weißen Streifen am Kopf
Eichhörnchen, - (n.) – ein kleines Säugetier, das gut klettern und springen kann
Frost (m., nur Singular) – die (eisige) Kälte; das sehr kalte Wetter
Fell, -e (n.) – behaarte Haut von Tieren
Frosch, Frösche (m.) – ein kleines, oft grünes Tier, das im Wasser und an Land lebt
Schmetterling, -e (m.) – ein kleines Tier (Insekt) mit zwei oft bunten Flügeln
überwintern – den Winter an einem (schützenden) Ort verbringen
reglos – ohne sich zu bewegen
Komposthaufen, - (m.) – ein Abfallhaufen für Naturprodukte, z. B. Obst/Gemüse
Klimawandel (m., nur Singular) – vom Menschen verursachte Klimaveränderungen
verhungern – sterben, weil man nicht genug zu essen hat
erfrieren – vor Kälte sterben
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