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Skript Mathematik 2

Das Dokument behandelt grundlegende geometrische Konzepte wie Punkte, Strecken, Winkel und deren Eigenschaften sowie Umrechnungen von Längen- und Flächeneinheiten. Es erklärt auch die Begriffe parallele und orthogonale Geraden sowie die Grundlagen von Polygonen und Körpern. Zudem enthält es zahlreiche Übungsaufgaben zur Vertiefung des Gelernten.

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Juwel Mahmud
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Skript Mathematik 2

Das Dokument behandelt grundlegende geometrische Konzepte wie Punkte, Strecken, Winkel und deren Eigenschaften sowie Umrechnungen von Längen- und Flächeneinheiten. Es erklärt auch die Begriffe parallele und orthogonale Geraden sowie die Grundlagen von Polygonen und Körpern. Zudem enthält es zahlreiche Übungsaufgaben zur Vertiefung des Gelernten.

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1 Geometrie

1.1 Grundbegriffe der Geometrie


1.1.1 Der Punkt
Ein Punkt ist das grundlegendste geometrische Objekt. Er hat keine Ausdehnung, sondern nur
eine Position.

1.1.2 Die Strecke


Eine Strecke ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Sie wird mit AB bezeichnet.

A B

1.1.3 Messen von Strecken


Eine Strecke wird mit einem Lineal gemessen. Die Maßeinheit wird in der Regel in Zentimetern
(cm) angegeben.

A B

0 1 2 3

Wichtige Eigenschaften:

• Die Länge einer Strecke AB ist gleich dem Abstand der Punkte A und B

• Es gilt: AB = BA (Symmetrie)

1.1.4 Längeneinheiten und Umrechnung


Die wichtigsten Längeneinheiten:

mm → Millimeter
cm → Zentimeter
dm → Dezimeter
m → Meter
km → Kilometer

Umrechnungstabelle:

·10 ·10 ·10 ·1000


mm cm dm m km
÷10 ÷10 ÷10 ÷1000

Übungsaufgaben zur Umrechnung:

1. 0, 254 dm = 0, 0254 m

2. 0, 32 mm = 0, 032 cm

1
1.1.5 Mittelpunkt einer Strecke
Der Punkt M ist der Mittelpunkt der Strecke AB, wenn gilt:
1
AM = M B = AB
2

M
A B

1.1.6 Strahl und Gerade


Ein Strahl hat einen Anfangspunkt und erstreckt sich unendlich in eine Richtung.

A s

Eine Gerade hat keinen Anfangs- und Endpunkt, sie erstreckt sich unendlich in beide Rich-
tungen.

A g

Lagebeziehung zwischen Punkt und Gerade:

• Wenn ein Punkt A auf einer Geraden g liegt, schreibt man: A ∈ g

• Man sagt auch: “Der Punkt A gehört zur Geraden g” oder “Der Punkt A liegt auf der Geraden
g”

1.2 Parallele Geraden


1.2.1 Grundlagen zu parallelen Geraden
Zwei Geraden können zueinander parallel sein oder sich in einem Punkt schneiden.

Schneidende Geraden Parallele Geraden


g h
S
g∥h

h g

1.2.2 Parallele Strecken


Auch Strecken können parallel zueinander sein.

AB ∥ CD

C D
CD

A B
AB

2
1.3 Winkel
1.3.1 Grundlegende Winkelarten

Nullwinkel Rechter Winkel Gestreckter Winkel


α = 0◦ α = 90◦ α = 180◦

Spitzer Winkel Stumpfer Winkel Vollwinkel


0◦ < α < 90◦ 90 < α < 180 α = 360

1.3.2 Winkelbezeichnungen
Die gebräuchlichsten griechischen Buchstaben für Winkelbezeichnungen sind:

α (alpha), β (beta), γ (gamma), δ (delta), φ (phi)

1.3.3 Winkelmessen
Zum Messen und Zeichnen von Winkeln verwendet man einen Winkelmesser (Geodreieck).

90°
120° 60°

150° 30°

180° α 0°

Wichtig:

• Der Scheitelpunkt des zu messenden Winkels muss genau auf dem Mittelpunkt des Win-
kelmessers liegen

• Der erste Schenkel muss auf der 0°-Markierung liegen

• Der Winkel wird dann am zweiten Schenkel abgelesen

1.3.4 Winkel und ihre Darstellung


Ein Winkel wird durch zwei Strahlen gebildet, die von einem gemeinsamen Punkt, dem sogenann-
ten Scheitelpunkt, ausgehen. In der Mathematik bezeichnen wir Winkel meist mit griechischen
Buchstaben (z.B. α, β, γ) oder durch drei Punkte, wobei der mittlere Punkt der Scheitelpunkt
ist.
Wichtige Begriffe beim Winkel:

• Der Scheitelpunkt (hier: Punkt S) ist der gemeinsame Ausgangspunkt der beiden Strah-
len

3
B

α
S A

Abbildung 1: Darstellung des Winkels ∠ASB = α

• Die Schenkel sind die beiden Strahlen, die den Winkel bilden

• Die Größe des Winkels wird in Grad (°) gemessen


−→ −→
In der folgenden Abbildung sehen wir einen Winkel α, der durch die Strahlen SA und SB
gebildet wird. Wir schreiben dafür ∠ASB = α.

1.4 Orthogonalität
1.4.1 Orthogonale Geraden
Wenn zwei Geraden einen rechten Winkel (90°) bilden, nennt man sie orthogonal oder senkrecht
zueinander.

α = 90◦

Die Geraden g und h stehen senkrecht (orthogonal) aufeinander. Mathematische Schreibwei-


se: g ⊥ h

1.4.2 Orthogonalität bei anderen geometrischen Objekten


Auch Strecken, Strahlen und Flächen können orthogonal zueinander sein:

B AB ⊥ BC
A

4
1.5 Kurven und Flächen
1.5.1 Kurven in der Ebene
Eine Kurve ist eine zusammenhängende Linie, die nicht gerade sein muss.

Beispiel einer Kurve

1.5.2 Flächen
Eine Fläche ist ein zweidimensionales geometrisches Objekt (2D). Sie erstreckt sich in der Ebene
in zwei Richtungen: Länge und Breite.

Breite

Länge

Jede Fläche besitzt zwei fundamentale Eigenschaften:

• Den Umfang u (die Länge der Begrenzungslinie)

– Gemessen in Längeneinheiten wie Meter (m), Zentimeter (cm), etc.


– Beispiel: u = 53 cm

• Den Flächeninhalt A (die Größe der Fläche)

– Gemessen in quadratischen Einheiten wie Quadratmeter (m²), Quadratzentimeter


(cm²), etc.
– Beispiel: A = 82 cm2
– Berechnung erfolgt meist durch Multiplikation von Länge und Breite

1.6 Flächeneinheiten und Umrechnung


1.6.1 Übersicht der Flächeneinheiten
Einheit Name Verwendung
mm2 Quadratmillimeter sehr kleine Flächen
cm2 Quadratzentimeter kleine Flächen
dm2 Quadratdezimeter mittlere Flächen
m2 Quadratmeter Räume, Wohnflächen
a Ar kleine Grundstücke
ha Hektar Felder, große Grundstücke
km2 Quadratkilometer Städte, Länder

1.6.2 Umrechnungstabelle
: 100 : 100 : 100
mm2 cm2 dm2 m2
·100 ·100 ·100

5
1.6.3 Umrechnungsbeispiele
1. 24, 3 cm2 = 2.430 mm2 (·100, da eine Einheit kleiner)
2. 8, 9 dm2 = 0, 089 m2 (: 100, da eine Einheit größer)

2 Übungsaufgaben zur Geometrie


2.1 Aufgaben zu Grundbegriffen
2.1.1 Strecken und Längeneinheiten
1. Zeichne eine Strecke AB mit einer Länge von 5 cm.
2. Zeichne eine Strecke CD mit einer Länge von 3,5 cm.
3. Zeichne nun den Mittelpunkt M der Strecke CD.
4. Berechne die Länge von CM in mm.
5. Rechne um:
(a) 2,4 m = cm
(b) 350 mm = cm = m
(c) 0,035 km = m
(d) 45 cm = mm = dm

2.1.2 Geraden, Strahlen und Strecken


Zeichne in ein Koordinatensystem:
1. Eine Gerade g, die durch die Punkte A(1, 2) und B(4, 6) verläuft.
2. Einen Strahl s mit Anfangspunkt C(3, 1), der durch den Punkt D(5, 4) verläuft.
3. Eine Strecke EF mit E(0, 3) und F (2, 5).
4. Beschrifte alle Punkte und Linien korrekt.

2.1.3 Winkel zeichnen


Zeichne folgende Winkel mit dem Geodreieck:
1. Einen spitzen Winkel von 45°
2. Einen rechten Winkel 90°
3. Einen stumpfen Winkel von 120°
4. Einen gestreckten Winkel 180°

2.2 Aufgaben zu parallelen und orthogonalen Geraden


2.2.1 Parallele Geraden
1. Zeichne eine Gerade g und wähle einen Punkt P , der nicht auf g liegt.
2. Konstruiere durch P eine Gerade h, die parallel zu g verläuft.
3. Zeichne eine dritte Gerade j, die sowohl g als auch h schneidet.
4. Beschrifte alle Schnittpunkte.

6
2.2.2 Orthogonale Geraden
1. Zeichne eine Gerade g und wähle einen Punkt P , der auf g liegt.

2. Konstruiere durch P eine Gerade h, die senkrecht zu g verläuft.

3. Wähle einen weiteren Punkt Q, der nicht auf g oder h liegt.

4. Konstruiere durch Q eine Gerade j, die parallel zu h ist.

5. Welche Lagebeziehung besteht zwischen j und g? Begründe deine Antwort.

2.3 Aufgaben zu Flächeneinheiten und Umrechnungen


2.3.1 Umrechnungen von Flächeneinheiten
Rechne um:

1. 25 cm2 = mm2

2. 0, 75 m2 = dm2 = cm2

3. 3 ha = m2 = a

4. 0, 25 km2 = ha = m2

5. 4.500 mm2 = cm2 = dm2

2.3.2 Flächenberechnungen
1. Berechne den Flächeninhalt eines Rechtecks mit der Länge 8 cm und der Breite 5 cm.

2. Ein Quadrat hat die Seitenlänge 6 cm. Berechne seinen Flächeninhalt in cm² und in mm².

3. Ein Dreieck hat eine Grundseite von 10 cm und eine Höhe von 7 cm. Berechne seinen
Flächeninhalt.

4. Ein Kreis hat einen Radius von 3 cm. Berechne seinen Flächeninhalt. (Verwende π ≈ 3, 14)

2.4 Aufgaben zu Winkeln


2.4.1 Winkelarten
Bestimme für jeden der folgenden Winkel, ob es sich um einen spitzen, rechten, stumpfen oder
gestreckten Winkel handelt:

1. 38°

2. 90°

3. 145°

4. 180°

5. 75°

6. 92°

7
2.4.2 Winkelpaare
1. Zwei Winkel ergänzen sich zu 90°. Der eine Winkel beträgt 35°. Wie groß ist der andere?

2. Zwei Winkel ergänzen sich zu 180°. Der eine Winkel beträgt 123°. Wie groß ist der andere?

3. Zwei Geraden schneiden sich. Der eine Winkel beträgt 58°. Gib die Größen aller anderen
Winkel an, die an diesem Schnittpunkt entstehen.

2.5 Gemischte Aufgaben


2.5.1 Praktische Anwendung
1. Ein rechteckiger Garten hat eine Länge von 15 m und eine Breite von 8 m.

(a) Berechne den Umfang des Gartens in Metern.


(b) Berechne den Flächeninhalt in m² und in a (Ar).
(c) Der Garten soll mit einem Zaun umgeben werden. Der Zaun kostet 12 € pro Meter.
Wie viel kostet der gesamte Zaun?

2. Ein quadratisches Zimmer hat eine Seitenlänge von 4,5 m.

(a) Berechne den Flächeninhalt des Zimmers in m².


(b) Der Boden soll mit quadratischen Fliesen belegt werden. Jede Fliese hat eine Sei-
tenlänge von 30 cm. Wie viele Fliesen werden benötigt?

8
3 Polygone und Körper
3.1 Polygone
• Definition: Wenn der Umfang der Fläche nur aus Strecken besteht:
Polygon / n-Eck, wobei n ∈ N≥3 = {3, 4, 5, . . .}
• Notation:
– Ecken/Eckpunkte: A, B, C, D, E
– Seiten/Kanten: AB, BC, CD, DE, EA
– Innenwinkel: α, β, γ, δ, ϵ

Beispiele: 
n = 5 → “Fünfeck”

n = 3 → “Dreieck”

n = 12 → “Zwölfeck”

Bemerkung: Ein n-Eck heißt regelmäßig, wenn alle Seiten gleich lang und alle Innenwinkel
gleich groß sind.

D
C
E

A B
(nicht regelmäßiges Fünfeck)

3.2 Körper (3D)


• Jeder Körper hat eine Oberfläche mit Oberflächeninhalt AO
Beispiel: AO = 93 cm2
• Jeder Körper hat ein Volumen V (Rauminhalt)
Beispiel: V = 86 cm3

3.3 Volumeneinheiten

mm3 : Kubikmillimeter
cm3 , mL : Kubikzentimeter, Milliliter (1 mL = 1 cm3 )
dm3 , L : Kubikdezimeter, Liter (1 L = 1 dm3 )
m3 : Kubikmeter
km3 : Kubikkilometer

3.3.1 Übungsaufgaben zum Umrechnen

42, 3 cm3 = 0, 0423 L


0, 05 L = 50 cm3
0, 3 L = 300 cm3
720 mL = 0, 72 L

9
4 Ebene Figuren/Flächen (“2D”)
4.1 Dreiecke (Teil 1)
4.1.1 Grundelemente
• Symbol: △ABC

• 3 Ecken: A, B, C

• 3 Seiten: BC, AC, AB

• 3 Innenwinkel: α in ∠BAC, β in ∠ABC, γ in ∠ACB

• 3 Höhen: ha , hb , hc (Höhe auf der jeweiligen Seite)

b hc a

α β
A c B

4.1.2 Eigenschaften
• Innenwinkelsatz: α + β + γ = 180◦

• Höhen stehen senkrecht auf den Seiten:

hc ⊥ c, ha ⊥ a, hb ⊥ b

• Dreiecksungleichung:
a + b > c, a + c > b, b+c>a

• Seiten-Winkel-Relation: ,,Die längste Seite liegt gegenüber dem größten Winkel”


z.B.: c > a > b ⇔ γ > α > β

4.1.3 Beispiel

c = 6,2 cm
 α = 61◦
a = 2,4 cm β = 42◦

b = 5,8 cm γ = 77◦

4.1.4 Berechnungen
1. Umfang:
U =a+b+c
wobei:

• a, b, c = Seitenlängen des Dreiecks

10
2. Flächeninhalt (mit Höhe):
g·h
A=
2
wobei:
• g = Grundseite
• h = Höhe (senkrecht zur Grundseite)

4.2 Arten von Dreiecken


4.2.1 Rechtwinkliges Dreieck
Ein rechtwinkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem einer der drei Winkel genau 90° (rechter
Winkel) beträgt.

Abbildung 2: Rechtwinkliges Dreieck mit Höhe und Hypotenusenabschnitten

4.2.2 Grundelemente und Formeln


• Der rechte Winkel: γ = 90◦
• Die beiden anderen Winkel: α + β = 90◦
• Katheten: a, b (die beiden Seiten am rechten Winkel)
• Hypotenuse: c (längste Seite, gegenüber dem rechten Winkel)
• Höhe: h (auf die Hypotenuse)
• Hypotenusenabschnitte: p, q
• Flächeninhalt: A = 1
2 · hc = 1
2 · ab
• Satz des Pythagoras: c2 = a2 + b2
• Höhensatz: h2 = p · q
• Kathetensatz: a2 = c · p, b2 = c · q

Erklärung:
• Der Höhensatz beschreibt den Zusammenhang zwischen der Höhe und den Hypotenusenab-
schnitten
• Die Kathetensätze stellen Beziehungen zwischen den Katheten und den zugehörigen Hypote-
nusenabschnitten her
• Der Satz des Pythagoras ist der wichtigste Satz für rechtwinklige Dreiecke und ermöglicht die
Berechnung der dritten Seite, wenn zwei Seiten bekannt sind

11
4.3 Gleichschenkliges Dreieck
Ein gleichschenkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem zwei Seiten gleich lang sind. Diese gleich
langen Seiten werden als Schenkel bezeichnet.

Abbildung 3: Gleichschenkliges Dreieck mit gleich langen Seiten a

4.3.1 Grundelemente und Formeln


• Zwei gleich lange Seiten (Schenkel): a = b

• Basis (Grundseite): c

• Gleiche Basiswinkel: α = β

• Spitzenwinkel: γ = 180◦ − 2α

• Höhe: h = 12 4a2 − c2

• Flächeninhalt: A = 1
2 · hc = 1
4 · c 4a2 − c2

• Umfang: U = 2a + c

Besondere Eigenschaften:

• Die Höhe zur Grundseite ist zugleich Symmetrieachse

• Die Höhe halbiert die Grundseite

• Die Höhe ist zugleich Winkelhalbierende des Spitzenwinkels

• Die Basis-Winkel sind gleich groß

4.4 Gleichseitiges Dreieck


Ein gleichseitiges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem alle drei Seiten gleich lang und alle Winkel
gleich groß (60°) sind.

4.4.1 Grundelemente und Formeln


• Alle Seiten gleich lang: a = b = c

• Alle Winkel gleich groß: α = β = γ = 60◦



• Höhe: h = 12 · a 3

• Flächeninhalt: A = 12 · ah = 14 · a2 3

• Umfang: U = 3a

12
Abbildung 4: Gleichseitiges Dreieck mit Seitenlänge a

Besondere Eigenschaften:

• Alle Höhen sind gleich lang

• Alle Höhen sind zugleich Symmetrieachsen

• Alle Höhen sind zugleich Winkelhalbierende

• Alle Höhen sind zugleich Mittelsenkrechte

• Das gleichseitige Dreieck ist der regelmäßigste aller Dreieckstypen

• Es besitzt die höchste Symmetrie unter allen Dreiecken

4.5 Vierecke
4.5.1 Grundelemente
• 4 Ecken: A, B, C, D

• 4 Seiten: a, b, c, d

• 4 Innenwinkel: α, β, γ, δ

• 2 Diagonalen: e, f

D
c
δ C
γ
d f
e b

α β
A a B

4.5.2 Innenwinkelsatz
α + β + γ + δ = 360◦

13
4.5.3 Arten von Vierecken
Trapez:

• Zwei parallele Seiten

• ha = Höhe (senkrecht zu den parallelen Seiten)


(a+c)·ha
• Fläche: A = 2

• Umfang: U = a + b + c + d

Erklärung:

• Fläche (A): Die Trapezfläche berechnet sich aus dem Produkt der Höhe ha mit dem arith-
metischen Mittel der parallelen Seiten a und c.

• Umfang (U): Der Umfang ist die Summe aller Seitenlängen, wobei:

– a = Länge der Grundseite


– b = Länge der rechten Seite
– c = Länge der oberen parallelen Seite
– d = Länge der linken Seite

d b

a
ha

Parallelogramm:

• Gegenüberliegende Seiten sind parallel

• Gegenüberliegende Seiten sind gleich lang

• ha = Höhe (senkrecht zur Grundseite)

• Fläche: A = a · ha

• Umfang: U = 2a + 2b (da gegenüberliegende Seiten gleich lang sind)

Erklärung:

• Fläche (A): Die Fläche berechnet sich aus dem Produkt von Grundseite a und Höhe ha

• Umfang (U): Der Umfang ist die Summe aller Seitenlängen, wobei:

– a = Länge der Grundseite (und der oberen parallelen Seite)


– b = Länge der Seitenkante (links und rechts)

14
a

b b

a
ha

Rechteck:

• Gegenüberliegende Seiten sind parallel und gleich lang

• Vier rechte Winkel (90◦ )

• Fläche: A = a · b

• Umfang: U = 2a + 2b

• Diagonale: d = a2 + b2 (Satz des Pythagoras)

Erklärung:

• Fläche (A): Die Fläche berechnet sich aus dem Produkt von Länge a und Breite b

• Umfang (U): Der Umfang ist die Summe aller Seitenlängen

• Diagonale (d): Die Diagonale teilt das Rechteck in zwei kongruente Dreiecke

d
b b

Quadrat:

• Gegenüberliegende Seiten sind parallel

• Vier gleich lange Seiten (a)

• Vier rechte Winkel (90◦ )

• Fläche: A = a2

• Umfang: U = 4a

• Diagonale: d = a 2 (Satz des Pythagoras)

Erklärung:

• Fläche (A): Die Fläche berechnet sich aus dem Quadrat der Seitenlänge

• Umfang (U): Der Umfang ist die Summe aller vier gleich langen Seiten

15
• Diagonale (d): Die Diagonalen sind gleich lang und halbieren sich gegenseitig im rechten
Winkel

a a

d
a

5 Übungsaufgaben
5.1 Polygone und Flächenberechnung
5.1.1 Grundaufgaben
1. Ein regelmäßiges Fünfeck hat eine Seitenlänge von 8 cm. Berechne den Umfang des
Fünfecks.

2. Bestimme den dritten Innenwinkel eines Dreiecks, wenn zwei Innenwinkel bereits gegeben
sind: α = 42 und β = 65.

3. Ein Rechteck hat die Länge a = 12 cm und die Breite b = 5 cm. Berechne:

(a) den Umfang


(b) den Flächeninhalt
(c) die Länge der Diagonale

5.1.2 Aufgaben zu Volumeneinheiten


1. Rechne um:

(a) 2,5 L = mL
(b) 3750 cm3 = L
(c) 0,042 m3 = L
(d) 250 mL = dm3
(e) 0,0075 km3 = m3

2. Ein Aquarium hat die Maße 60 cm × 30 cm × 40 cm (Länge × Breite × Höhe).

(a) Wie viel Liter Wasser fasst das Aquarium, wenn es vollständig gefüllt ist?
(b) Wenn das Aquarium nur zu 80% gefüllt werden soll, wie viele mL Wasser benötigt
man?

16
5.2 Dreiecke
5.2.1 Rechtwinklige Dreiecke
1. In einem rechtwinkligen Dreieck ist die Hypotenuse c = 10 cm und eine Kathete a = 6 cm
lang. Berechne:
(a) die Länge der anderen Kathete b
(b) die Höhe h auf die Hypotenuse
(c) den Flächeninhalt des Dreiecks

5.2.2 Gleichschenklige und gleichseitige Dreiecke


1. Ein gleichschenkliges Dreieck hat die Schenkel a = b = 7 cm und die Basis c = 8 cm.
Berechne:
(a) die Höhe h auf die Basis
(b) den Flächeninhalt des Dreiecks
2. Ein gleichseitiges Dreieck hat die Seitenlänge a = 10 cm. Berechne:
(a) die Höhe h
(b) den Flächeninhalt des Dreiecks
(c) den Umfang des Dreiecks
3. Die Höhe eines gleichschenkligen Dreiecks beträgt h = 12 cm und der Flächeninhalt A = 84
cm2 . Berechne:
(a) die Länge der Basis c
(b) die Länge der Schenkel a = b (mit Hilfe des Satzes des Pythagoras)

5.3 Vierecke
5.3.1 Trapeze
1. Ein Trapez hat parallele Seiten mit den Längen a = 12 cm und c = 8 cm. Die Höhe beträgt
ha = 5 cm. Berechne:
(a) den Flächeninhalt des Trapez
(b) Wenn die nicht-parallelen Seiten beide 6 cm lang sind, wie groß ist der Umfang?
2. Der Flächeninhalt eines Trapezes beträgt A = 42 cm2 . Die parallelen Seiten haben die
Längen a = 10 cm und c = 4 cm. Berechne die Höhe ha .

5.3.2 Parallelogramme
1. Ein Parallelogramm hat die Seitenlängen a = 8 cm und b = 5 cm. Die Höhe zur Seite a
beträgt ha = 4 cm. Berechne:
(a) den Flächeninhalt des Parallelogramms
(b) den Umfang des Parallelogramms
(c) die Höhe hb zur Seite b
2. Ein Parallelogramm hat einen Flächeninhalt von A = 60 cm2 und eine Seitenlänge von
a = 12 cm. Wie groß ist die Höhe ha ?
3. In einem Parallelogramm beträgt ein Innenwinkel α = 60. Bestimme die Größen der
übrigen Innenwinkel.

17
5.3.3 Rechtecke und Quadrate
1. Ein Rechteck hat die Länge a = 15 cm und die Breite b = 9 cm. Berechne:

(a) den Flächeninhalt


(b) den Umfang
(c) die Länge der Diagonale

2. Ein Quadrat hat die Seitenlänge a = 7 cm. Berechne:

(a) den Flächeninhalt


(b) den Umfang
(c) die Länge der Diagonale

3. Ein Rechteck hat eine Länge von a = 24 cm und eine Diagonale von d = 26 cm. Berechne
die Breite b des Rechtecks.

4. Die Diagonale eines Quadrats ist d = 12 2 cm. Berechne:

(a) die Seitenlänge a


(b) den Flächeninhalt
(c) den Umfang

5.4 Anwendungsaufgaben
1. Ein rechteckiger Garten hat die Abmessungen 12 m × 8 m. Der Garten soll mit einem 1,2 m
breiten Weg aus Steinplatten umrandet werden. Berechne die Fläche, die mit Steinplatten
belegt werden muss.

2. Ein Foto hat die Abmessungen 10 cm × 15 cm. Es soll vergrößert werden, sodass die
längere Seite 24 cm beträgt. Wie groß ist dann die kürzere Seite?

3. Ein quadratisches Grundstück hat eine Seitenlänge von 25 m. An einer Ecke wird ein
rechtwinkliges Dreieck mit den Katheten 8 m und 6 m abgetrennt. Berechne die Fläche
des verbleibenden Grundstücks.

4. Eine Dachluke hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks mit der Basis c = 60 cm und
der Höhe h = 40 cm. Die Luke soll mit einer Glasscheibe abgedeckt werden. Wie viel cm2
Glas wird benötigt?

5. Der Grundriss eines Hauses hat die Form eines Rechtecks mit den Abmessungen 12 m ×
10 m, an das ein rechteckiger Anbau mit den Abmessungen 5 m × 4 m angrenzt. Berechne
die Gesamtfläche des Grundrisses.

18
5.5 Kreis
5.5.1 Grundelemente
• M = Mittelpunkt
t
• Kreislinie = Peripherie = Rand s2
• r = Radius
M r p
• d = Durchmesser d

• s1 = Sehne s1

• s2 = Sekante

• t = Tangente

• p = Passante

5.5.2 Eigenschaften
• Alle Punkte auf der Kreislinie haben vom Mittelpunkt M den gleichen Abstand:

M P1 = M P 2 = M P 3 = · · · = r

P3 P2

M
P1

P4

5.5.3 Formeln und Berechnungen


• Grundformeln:

– Durchmesser: d = 2r
– Umfang: U = 2πr oder U = πd
– Flächeninhalt: A = πr2 oder A = π4 d2

• Beispielrechnungen: Bei einem Kreis mit Radius r = 5 cm:

– d = 2 · 5 cm = 10 cm
– U = 2π · 5 cm ≈ 31, 4 cm
– A = π · (5 cm)2 ≈ 78, 5 cm2

19
5.5.4 Die Kreiszahl π
• π ≈ 3,14159265359 . . .

• Die Dezimalzahl π ist:


M
– unendlich lang d
– nicht periodisch (irrational)

• π ist das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser:


U
π= U =π·d
d

5.5.5 Konstruktion
• Ein Kreis wird mit einem Zirkel gezeichnet

• Der Radius entspricht der Zirkelöffnung

• Die Spitze des Zirkels markiert den Mittelpunkt M

5.5.6 Weitere Eigenschaften


• Die Tangente steht senkrecht auf dem Radius im Berührpunkt

• Jede Sekante schneidet den Kreis in genau zwei Punkten

• Der Durchmesser ist die längste Sehne

• Die Passante hat keinen Schnittpunkt mit dem Kreis

6 Geometrische Körper
6.1 Bezeichnungen
A: Grundfläche d: Raumdiagonale h: Höhe M : Mantelfläche
O: Oberfläche r, R: Radius s: Mantellinie V : Volumen

6.2 Prisma
Ein Prisma ist ein geometrischer Körper mit zwei parallelen, kongruenten n-eckigen Grund-
flächen und n Seitenflächen in Form von Parallelogrammen.

6.2.1 Eigenschaften und Formeln


• Die beiden Grundflächen (Ao , Au ) sind kongruent: Ao = Au

• Das Volumen berechnet sich aus: V = Ao · h = Au · h

• Die Mantelfläche besteht aus n Parallelogrammen

• Der Schwerpunkt S liegt auf der Verbindungslinie der Schwerpunkte der Grundflächen und
halbiert diese

Beispiel: Für ein Prisma mit:

• Grundfläche A = 12 cm2

20
Abbildung 5: Schiefes Prisma mit 5-eckiger Grundfläche

• Höhe h = 5 cm

Berechnung des Volumens:

V = A · h = 12 cm2 · 5 cm = 60 cm3

6.3 Würfel
Ein Würfel ist ein regelmäßiges Prisma mit quadratischen Seitenflächen.

Abbildung 6: Würfel mit Kantenlänge a

6.3.1 Grundelemente und Formeln


• Kantenlänge: a

• Volumen: V = a3

• Oberfläche: O = 6a2

• Raumdiagonale: d = a 3

• Schwerpunkt S: Schnittpunkt der Raumdiagonalen

21
Beispiel: Für einen Würfel mit Kantenlänge a = 4 cm:
V = 43 cm3 = 64 cm3
O = 6 · 42 cm2 = 96 cm2

d = 4 3 cm ≈ 6, 93 cm

6.4 Quader
Ein Quader ist ein Prisma mit rechteckigen Seitenflächen.

Abbildung 7: Quader mit Kantenlängen a, b, c

6.4.1 Grundelemente und Formeln


• Kantenlängen: a, b, c
• Volumen: V = abc
• Oberfläche: O = 2(ab + ac + bc)

• Raumdiagonale: d = a2 + b2 + c2
• Schwerpunkt S: Schnittpunkt der Raumdiagonalen
Sonderfall: Wenn a = b = c, dann ist der Quader ein Würfel.
Beispiel: Für einen Quader mit a = 3 cm, b = 4 cm, c = 5 cm:
V = 3 · 4 · 5 cm3 = 60 cm3
O = 2(3 · 4 + 3 · 5 + 4 · 5) cm2 = 2(12 + 15 + 20) cm2 = 94 cm2
p √
d = 32 + 42 + 52 cm = 50 cm ≈ 7, 07 cm

6.5 Pyramide
Eine Pyramide ist ein geometrischer Körper, dessen Grundfläche ein Vieleck ist und dessen
Seitenflächen Dreiecke sind, die in einer Spitze zusammenlaufen.

6.5.1 Grundelemente und Formeln


• Grundfläche: A
• Höhe: h
• Volumen: V = 31 Ah
• Schwerpunkt S: Liegt auf der Verbindungslinie der Spitze mit dem Schwerpunkt der Grund-
fläche im Abstand h4 von der Grundfläche

22
Abbildung 8: Pyramide mit Grundfläche A und Höhe h

6.5.2 Reguläre oder gleichseitige Pyramide


• Die Grundfläche ist ein regelmäßiges Vieleck

• Die Pyramidenspitze liegt senkrecht über dem Schwerpunkt der Grundfläche

• Alle Seitenkanten haben gleiche Länge

• Alle Seitenflächen sind kongruente gleichschenklige Dreiecke

Beispiel: Für eine Pyramide mit Grundfläche A = 20 cm2 und Höhe h = 6 cm:
1
V = · 20 cm2 · 6 cm = 40 cm3
3

6.6 Tetraeder oder dreiseitige Pyramide


Das Tetraeder ist eine Pyramide mit dreieckiger Grundfläche.

Abbildung 9: Tetraeder mit Grundfläche A und Höhe h

6.6.1 Grundelemente und Formeln


• Grundfläche: A (dreieckig)

23
• Höhe: h
• Volumen: V = 13 Ah
• Schwerpunkt S: Liegt auf der Verbindungslinie der Spitze mit dem Schwerpunkt der Grund-
fläche im Abstand h4 von der Grundfläche

Beispiel: Für ein Tetraeder mit Grundfläche A = 12 cm2 und Höhe h = 4 cm:
1
V = · 12 cm2 · 4 cm = 16 cm3
3

6.7 Gerader Kreiszylinder


Ein gerader Kreiszylinder entsteht durch Parallelverschiebung eines Kreises entlang einer senk-
rechten Strecke.

Abbildung 10: Kreiszylinder mit Radius r und Höhe h

6.7.1 Grundelemente und Formeln


• Radius: r
• Höhe: h
• Volumen: V = πr2 h
• Mantelfläche: M = 2πrh
• Oberfläche: O = 2πr(r + h)
• Schwerpunkt S: Liegt auf der Symmetrieachse im Abstand h
2 von der Grundfläche

Beispiel: Für einen Zylinder mit Radius r = 3 cm und Höhe h = 5 cm:


V = π · 32 cm2 · 5 cm ≈ 141, 4 cm3
M = 2π · 3 cm · 5 cm ≈ 94, 2 cm2
O = 2π · 3 cm(3 cm + 5 cm) ≈ 150, 8 cm2

6.8 Gerader Kreiskegel


Ein gerader Kreiskegel entsteht durch Rotation eines rechtwinkligen Dreiecks um eine seiner
Katheten.

24
Abbildung 11: Gerader Kreiskegel mit Radius r und Höhe h

6.8.1 Grundelemente und Formeln


• Radius: r

• Höhe: h

• Mantellinie: s = r2 + h2

• Volumen: V = 31 πr2 h

• Mantelfläche: M = πrs

• Oberfläche: O = πr(r + s)

• Schwerpunkt S: Liegt auf der Symmetrieachse im Abstand h


4 von der Grundfläche

Beispiel: Für einen Kegel mit Radius r = 3 cm und Höhe h = 4 cm:


p
s = 32 + 42 cm = 5 cm
1
V = π · 32 cm2 · 4 cm ≈ 37, 7 cm3
3
M = π · 3 cm · 5 cm ≈ 47, 1 cm2
O = π · 3 cm(3 cm + 5 cm) ≈ 75, 4 cm2

6.9 Kugel
Eine Kugel ist der geometrische Körper, bei dem alle Punkte der Oberfläche den gleichen Ab-
stand zum Mittelpunkt haben.

6.9.1 Grundelemente und Formeln


• Radius: R

• Volumen: V = 43 πR3

• Oberfläche: O = 4πR2

• Schwerpunkt S: Kugelmittelpunkt M

25
Abbildung 12: Kugel mit Radius R

Beispiel: Für eine Kugel mit Radius R = 5 cm:


4
V = π · 53 cm3 ≈ 523, 6 cm3
3
O = 4π · 52 cm2 ≈ 314, 2 cm2

6.10 Winkel an Geradenkreuzungen


An einer einfachen Geradenkreuzung aus zwei sich schneidenden Geraden entstehen die vier
Winkel α, β, γ und δ.
Die sich gegenüberliegenden Winkel α und γ bzw. β und δ heißen Scheitelwinkel. Scheitel-
winkel sind gleich groß, d. h. α = γ und β = δ.
Die Winkel α und β (bzw. β und γ bzw. γ und δ bzw. δ und α) heißen Nebenwinkel.
Nebenwinkel ergänzen sich zu 180, d. h. α + β = 180 und β + γ = 180, etc.

β α
g
γ
δ

An einer Doppelkreuzung aus zwei parallelen Geraden g und h mit einer sie schneidenden
Gerade k sind:
• α′ und α Stufenwinkel und gleich groß: α′ = α
• α′ und γ Wechselwinkel und gleich groß: α′ = γ
• α′ und δ Nachbarwinkel und ergänzen sich zu 180: α′ + δ = 180

k
g β α
γ δ

h α′

26
6.10.1 Umrechnung zwischen Grad- und Bogenmaß
Ein Winkel kann sowohl im Gradmaß (°) als auch im Bogenmaß (rad) angegeben werden.
y
π
2π 2 π
3 3
3π π
90°
4
120° 60° 4 π

6
135° 45° 6
150° 30°

π 180° 0° 0 x


210° 330°11π
6 225° 315° 6
5π 240° 300° 7π
4

270° 5π
4
3 3π 3
2

Umrechnungsformel:
π
Gradmaß → Bogenmaß: x=α·
180
Beispiele:
360 → 2π
180 → π

−240 → −
3
20 π
20 → x = π=
180 9
84 7
−84 → x = − π=− π
180 15

6.11 Der Satz des Pythagoras


6.11.1 Definition
In einem rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Quadrat der
Hypotenuse:
c2 = a2 + b2

6.11.2 Beweis (nach Euklid)


Beweisführung:
• Konstruiere ein Quadrat mit der Seitenlänge a + b
• Zeichne darin das ursprüngliche rechtwinklige Dreieck viermal ein
• In der Mitte entsteht ein Quadrat mit der Seitenlänge c
• Flächenberechnung:
– Gesamtfläche: (a + b)2 = a2 + 2ab + b2
– Vier Dreiecke: 4 · ( 12 · a · b) = 2ab
– Mittleres Quadrat: c2
– Daraus folgt: a2 + 2ab + b2 = 2ab + c2
– Also: c2 = a2 + b2

27
6.11.3 Beispiele
1. 3-4-5 Dreieck
• a = 3, b = 4
• c2 = 32 + 42 = 9 + 16 = 25
• c=5
2. Gleichschenkliges Dreieck
• a=b=1
• c2 = 12 + 12 = 2

• c = 2 ≈ 1, 414
3. Praxisbeispiel: Leiter
• Leiter (c) = 5 m
• Höhe (a) = 4 m
• Abstand zur Wand (b)?
• b2 = c2 − a2 = 25 − 16 = 9
• b=3m

6.12 Die Strahlensätze


6.12.1 1. Strahlensatz
Zwei Strahlen von einem Punkt S werden von Parallelen geschnitten. Es gilt:
SA1 SB1 SA1 SB1
= und =
SA2 SB2 A1 A2 B1 B2

Abbildung 13: Erster Strahlensatz


Anwendung:
• S(0, 0), A1 (4, 3), A2 (8, 6)
• Parallele durch B1 (2, 6)
• B2 liegt bei (4, 12)

• Prüfung: SA1
SA2
= 5
10 = 0,5
6,32
• SB1
SB2
= 12,64 = 0,5

28
6.12.2 2. Strahlensatz
Die Abschnitte auf den Parallelen verhalten sich wie die entsprechenden Strahlenabschnitte:

A1 B 1 SA1 SB1
= =
A2 B 2 SA2 SB2

Abbildung 14: Zweiter Strahlensatz

Anwendung: Vermessung eines Baums

• S: Standpunkt

• A1 B 1 : 1 m

• A2 B2 : Baum

• SA1 : 2 m

• SA2 : 10 m

• Baumhöhe = 1 m · 10 m
2m =5m

6.13 Der Sinussatz


6.13.1 Definition
In jedem Dreieck gilt:
a b c a·b·c
= = = = 2R
sin α sin β sin γ 2·A

6.13.2 Komponenten
• a, b, c: Seitenlängen

• α, β, γ: Gegenüberliegende Winkel

• A: Flächeninhalt

• R: Umkreisradius

29
6.13.3 Beweis
Für spitzwinklige Dreiecke:

• Höhe hc teilt in rechtwinklige Teildreiecke

• sin α = hc
b und sin β = hc
a

• Auflösen: hc = b sin α = a sin β

• Daraus folgt: a
sin α = b
sin β

Für stumpfwinklige Dreiecke:

• Bei stumpfem α: sin(180◦ − α) = hc


b

• Da sin α = sin(180◦ − α) gilt die Formel auch hier

6.13.4 Anwendung
Der Sinussatz wird verwendet, wenn bekannt sind:

• Eine Seite und zwei Winkel

• Zwei Seiten und ein gegenüberliegender Winkel

6.13.5 Beispiel
Gegeben: a = 10 cm, α = 30◦ , β = 60◦

1. γ = 180◦ − 30◦ − 60◦ = 90◦


10 b
2. sin 30◦ = sin 60◦
10 sin 60◦
3. b = sin 30◦ = 17, 32 cm

Abbildung 15: Veranschaulichung des Sinussatzes

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