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Das Dokument diskutiert die staatsrechtliche Natur des Deutschen Reichs im Vergleich zum Deutschen Bund, wobei die Souveränität als zentrales Element betrachtet wird. Es wird argumentiert, dass das Reich als Bundesstaat existiert, obwohl die Einzelstaaten nicht souverän sind, und dass sich der Staat durch die Ursprünglichkeit seiner Rechtsmacht von Provinzen unterscheidet. Zudem wird das politische System des Reichs als ein Einkammersystem beschrieben, in dem die Reichsregierung von den verbündeten Regierungen der Einzelstaaten ausgeht.

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Das Dokument diskutiert die staatsrechtliche Natur des Deutschen Reichs im Vergleich zum Deutschen Bund, wobei die Souveränität als zentrales Element betrachtet wird. Es wird argumentiert, dass das Reich als Bundesstaat existiert, obwohl die Einzelstaaten nicht souverän sind, und dass sich der Staat durch die Ursprünglichkeit seiner Rechtsmacht von Provinzen unterscheidet. Zudem wird das politische System des Reichs als ein Einkammersystem beschrieben, in dem die Reichsregierung von den verbündeten Regierungen der Einzelstaaten ausgeht.

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Staatsrecht
ſtolze Deutsche Reich wäre für die staatsrechtliche Betrachtung
dem armseligen Deutschen Bunde wesensgleich, aus dem heraus
sich unsere Väter nach ihm gesehnt haben. Die überwiegende
Anzahl der Staatsrechtslehrer ſtellt aber dieſem Schluſſe: „weil
zum Staatsbegriff die Souveränität gehört, kann das Reich nicht
Bundesstaat, sondern nur Einheitsstaat oder Staatenbund ſein"
den andern gegenüber: „weil die lebendige Wirklichkeit uns jeden
Tag das Reich nicht als Einheitsstaat und nicht als Staaten-
bund, sondern als Bundesstaat erleben läßt, deshalb muß
eure Lehre, daß zum Staatsbegriff die Souveränität gehöre,
falsch sein; das Reich ist souveräner Staat, und die Einzelstaaten
sind zwar, weil dem Reiche untertan, nicht ſouverän, aber dennoch
Staaten, nichtsouveräne Staaten." Und halten ihnen die Gegner
entgegen, was den Staat denn noch von der Provinz unterscheide,
wenn es nicht mehr die Souveränität ſei, wenn der Staat wie
die Provinz eine höhere staatliche Macht über seinem Haupte
dulde, so werden sie erwidern, daß sich der Staat durch die
Ursprünglichkeit seiner Rechtsmacht von der Provinz und der
Abgeleitetheit ihrer Rechtsmacht deutlich genug abhebe: die.
Provinz lebt und stirbt mit dem Staat, weil kein anderes Blut
durch ihre Adern läuft, als das, was ihr das Herz des Staates
zupumpt; der Gliedstaat würde dagegen nach dem Zerfall des
Bundesstaates ſelbſtändig weiter leben, wie er ja auch vor seiner
Entstehung ohne ihn leben konnte, weil er aus eigener Kraft lebt.
Das Reich wie jedes seiner Glieder ist somit Staat. Aber
was für ein Staat? Dem ungeübten Auge möchte es als eine
konstitutionelle Monarchie mit Zweikammersystem erscheinen: der
Kaiser, der Bundesrat, der Reichstag würden dann den Monarchen,
das Oberhaus, das Unterhaus darſtellen, dem König, dem Herren-
hause, dem Abgeordnetenhauſe Preußens zu vergleichen sein.
Dieser Vergleich wäre jedoch irreführend: den beiden Kammern
der konstitutionellen Staaten kann im Deutschen Reiche nur der
Reichstag gegenübergestellt werden, für das Reich gilt also das
Einkammersystem; der Bundesrat stellt dagegen zuſammen mit
dem Kaiser entsprechend dem Monarchen des konstitutionellen
Staates die Regierung dar; und der Kaiser ist somit nicht der
Monarch des Deutschen Reichs, vielmehr liegt die Reichsregie.
rung bei den „verbündeten Regierungen" der Einzelstaaten, so
daß das Reich in eine „republikanische Spitze" (Bismarck) aus.
läuft. Die verbündeten Monarchen und Senate üben aber die

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