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Das Dokument diskutiert die ethische Würde des Rechts und die unterschiedlichen Auffassungen über seinen Wert. Es wird argumentiert, dass das Recht einen überindividualistischen Eigenwert hat, der sich in der Gerechtigkeit verwirklicht, die als absoluter Wert angesehen wird. Kant wird zitiert, um zu verdeutlichen, dass das Recht und die Gerechtigkeit über das individuelle Wohl hinausgehen und selbst im Angesicht von Unrecht aufrechterhalten werden müssen.

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Das Dokument diskutiert die ethische Würde des Rechts und die unterschiedlichen Auffassungen über seinen Wert. Es wird argumentiert, dass das Recht einen überindividualistischen Eigenwert hat, der sich in der Gerechtigkeit verwirklicht, die als absoluter Wert angesehen wird. Kant wird zitiert, um zu verdeutlichen, dass das Recht und die Gerechtigkeit über das individuelle Wohl hinausgehen und selbst im Angesicht von Unrecht aufrechterhalten werden müssen.

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Recht

15
sondern sie manchmal unbeſorgt zu den Sternen und den blühen.
den Bäumen, zu der Notwendigkeit und Schönheit des Daseins
erheben könne, daß der ununterbrochene Notschrei der Selbst.
erhaltung wenigstens soweit verstumme, um die stille Sprache
des Gewissens überhaupt vernehmbar werden zu laſſen, und
schafft so die ersten Voraussetzungen persönlicher Kultur, wissen.
schaftlicher, künstlerischer und sittlicher Bildung. So hat auch
nach dieser Auffassung das Recht eine ethische Würde, aber sie
leitet sich lediglich ab aus dem ethischen Werte, den es für die
einzelnen Rechtsgenossen hat; das Recht hat also nur einen in-
dividualethisch abgeleiteten, keinen Eigen-Wert. Einen solchen
überindividualiſtiſchen, gegenüber alledem, was es außerdem noch
den Einzelnen leisten mag, selbständigen, Eigenwert erkennt die
andere Auffassung dem Rechte zu: im Rechte verwirklicht sich
die Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit ist ein absoluter Wert,
ein letzter, ein Selbstzweck: Selbst wenn sich die bürgerliche
Gesellschaft mit aller Glieder Einstimmung auflösete (z. B. das
eine Insel bewohnende Volk beschlösse auseinanderzugehen und
sich in alle Welt zu zerstreuen), müßte der leßte im Gefängniſſe
befindliche Mörder vorher hingerichtet werden, damit jeder-
mann das widerfahre, was seine Taten wert sind, und nicht
die Blutschuld auf dem Volke hafte" (Kant). Jst nach der
individualiſtiſchen Lehre das Recht um der Menschen willen
da, so leben nach dieser Auffassung die Menschen um des
Rechts willen: wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat
es keinen Wert mehr, daß Menschen auf Erden leben", sagt
Kant, aber das Pathos der Sache selbst spricht vielleicht, gerade
wegen der unpathetischen Bonhommie ſeiner Ausdrucksform, noch
mächtiger aus jenem Kabinettserlaß Friedrich Wilhelms I.: „S.
K. Majeſtät ſind in der Jugend auch durch die Schule geloffen
und haben das lateinische Sprichwort gelernt: Fiat justitia et
pereat mundus. Also wollen Sie hiermit, daß der Katte mit
dem Schwerte vom Leben zum Tode gebracht werden solle.
Wenn das Kriegsrecht aber dem Katte die Sentenz publiziert,
so soll ihm gesagt werden, daß es Sr. K. M. leid täte, daß
es aber besser sei, daß er stürbe, als daß die Justiz aus der
Welt käme." Dem Pathos der Absolutheit, das hier auf Recht
und Staat ruht, kann alle individualiſtiſche Rechts- und Staats-
philosophie nichts gleich Ergreifendes entgegenseßen; ihr sind
Recht und Staat nur Mittel zu Mitteln im Dienſte leßten Endes

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