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Höhenplan - Wikipedia

Der Höhenplan ist ein wichtiges Element im Straßen- und Eisenbahnbau, das einen vertikalen Schnitt entlang einer Trasse zeigt und verschiedene Entwurfselemente wie Längsneigungen und Ausrundungen abbildet. Die Darstellung erfolgt in einem verzerrten Maßstab, um Neigungen und Höhenunterschiede besser darzustellen, wobei spezifische Grenzwerte für Längsneigungen je nach Entwurfsklasse zu beachten sind. Der Höhenplan enthält auch Informationen zu Kuppen- und Wannenausrundungen sowie zur Stationierung von Bauwerken und Entwässerungselementen.

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Höhenplan - Wikipedia

Der Höhenplan ist ein wichtiges Element im Straßen- und Eisenbahnbau, das einen vertikalen Schnitt entlang einer Trasse zeigt und verschiedene Entwurfselemente wie Längsneigungen und Ausrundungen abbildet. Die Darstellung erfolgt in einem verzerrten Maßstab, um Neigungen und Höhenunterschiede besser darzustellen, wobei spezifische Grenzwerte für Längsneigungen je nach Entwurfsklasse zu beachten sind. Der Höhenplan enthält auch Informationen zu Kuppen- und Wannenausrundungen sowie zur Stationierung von Bauwerken und Entwässerungselementen.

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Höhenplan

Entwurfsunterlage im Straßen- und Eisenbahnbau

Der Höhenplan (auch Längsschnitt, Längsprofil oder in Österreich Längenschnitt) ist Teil der
Entwurfs- und Ausführungsunterlagen im Straßen- und Eisenbahnbau. Er zeigt einen vertikalen
Schnitt entlang einer Trasse, als Bezugslinie dient in der Regel die Achse.

Höhenplan einer Straßengradiente.


Unten sind ein Krümmungs- und
Querneigungsband angefügt.

Um Längsneigungen, Neigungswechsel und geringe Höhenunterschiede deutlich darstellen zu


können, wird der Höhenplan verzerrt bzw. überhöht gezeichnet. Das bedeutet, dass der Maßstab
in der Höhe gegenüber dem Maßstab in der Länge um das Zehnfache vergrößert wird. Gängige
Maßstäbe (Länge zu Höhe) sind 1:500 zu 1:50 oder 1:1000 zu 1:100.

Im Höhenplan werden neben dem höhenmäßigen Verlauf der Trasse (die so genannte Gradiente)
und der Höhenlinie des Geländes auch das Neigungsband (auch Steigungsband genannt) und
die Kuppen- bzw. Wannenausrundungen abgebildet. Des Weiteren beinhaltet der Höhenplan die
Stationierung der Trasse, Bauwerke und ggf. die Bestandteile der Straßenentwässerung
(Schächte und Leitungen). Zugeordnet werden zusätzlich Krümmungsband, Querneigungsband
und Entwässerungsband.

Entwurfselemente

Man verwendet folgende Entwurfselemente für die Gradiente im Höhenplan:

Längsneigung

Kuppenausrundung

Wannenausrundung
Längsneigung

Außerortsstraßen

Um die bewegten Erdmassen möglichst gering zu halten, sollte sich die Gradiente dem Gelände
so gut wie möglich anpassen. Es sind jedoch auch gewisse Grenzwerte zu beachten, die von der
Entwurfsklasse (EKL Landstraßen, EKA Autobahn) abhängen. Bei großen Längsneigungen ist
zwar die Entwässerung sichergestellt, doch die Beeinträchtigungen durch lange Steigungs- und
Gefällestrecken auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsablauf nehmen stark zu.

Die nachfolgende Tabelle liefert die zulässigen Längsneigungen abhängig von der
Entwurfsklasse Landstraße (EKL) und der Entwurfsklasse Autobahn (EKA).

Landstrasse Autobahn

Entwurfsklasse max s [%] Entwurfsklasse max s [%]

EKL 1 4,5 EKA 1A 4,0

EKL 2 5,5 EKA 1B 4,5

EKL 3 6,5 EKA 2 4,5

EKL 4 8,0 EKA 3 6,0

Innerortsstraßen

Bei Innerortsstraßen existieren nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen keine
Entwurfsklassen. Die maximalen Längsneigungen sind hier von den zulässigen
Geschwindigkeiten abhängig (Vzul).

Bei Vzul = 50 km/h ergibt sich max s = 8,0 (12,0) %; bei Vzul = 70 km/h ergibt sich max s = 6,0
(8,0) % (Klammerwerte sind Ausnahmen).

Kuppen- und Wannenausrundung

Außerortsstraßen

Durch den angepassten Verlauf der Gradiente an das Gelände bildet die Gradiente in den Tälern
eine Wanne und an den Hügelkuppen eine Kuppe aus. Da ein plötzlicher Wechsel von Gefälle zu
Steigung oder umgekehrt fahrdynamisch nicht umsetzbar ist, muss die Wanne bzw. Kuppe
ausgerundet werden. Der vertikale Abstand zwischen Tangentenschnittpunkt und
Gradientenausrundung wird als Bogenstich bezeichnet. Die Länge einer Ausrundung ergibt sich
aus der doppelten Tangentenlänge T. Man unterscheidet dabei zwischen einer
Neigungsänderung und einem Neigungswechsel. Eine Neigungsänderung ergibt sich wenn sich
die Neigung einer Straße verändert (z. B. von Steigungsstrecke mit 4 % auf Steigungsstrecke mit
3 %). Ein Neigungswechsel bezeichnet einen vollständigen Wechsel der Längsneigung (z. B. von
Steigungsstrecke mit 4 % zu einer Gefällestrecke mit 4 %).

Nachfolgende Tabelle nennt die nach RAL empfohlenen Kuppen- und Wannenhalbmesser und
die Mindestlängen der Tangenten.

Kuppenhalbmesser Wannenhalbmesser Tangentenlänge


Entwurfsklasse
Hk [m] Hw [m] T [m]

EKL 1 ≥ 8000 ≥ 4000 100

EKL 2 ≥ 6000 ≥ 3500 85

EKL 3 ≥ 5000 ≥ 3000 70

EKL 4 ≥ 3000 ≥ 2000 55

Unabhängig davon sind zur Sicherstellung der Halte- und Überholsichtweiten und des
Kraftschlusses Mindesthalbmesser einzuhalten.

Innerortsstraßen

Bei Innerortsstraßen spielt die Fahrdynamik im Allgemeinen keine Rolle, so dass überwiegend die
Befahrbarkeit zu beachten ist. Um ein Aufsetzen von Fahrzeugen zu verhindern, sind an
Stadtstraßen in der Regel folgende Mindest-Ausrundungen einzuhalten[1]:

Anbaufreie Stadtstraßen Anbaufreie Stadtstraßen


Angebaute Stadtstraßen
mit vzul = 50 km/h mit vzul = 70 km/h

Kuppenausrundung 250 m 900 m 2200 m

Wannenausrundung 150 m 500 m 1200 m

Geschichte

Höhen- und Lageplan der Ratzeburger


Kleinbahn (1902)

Mit der Einführung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung im Mai 1967 wurde die vormals
gültige Regelung aufgehoben, zwischen zwei gegenläufigen Neigungen eine horizontale oder
schwach geneigte Zwischenstrecke einzuschalten.[2]
Literatur

Wolfgang Pietzsch, Günter Wolf: Straßenplanung. 7. Auflage. Werner Ingenieur Texte, 2004,
ISBN 3-8041-5003-9.

Renate Galla u. a.: Fachkunde für Bauzeichner. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-519-
35608-2, S. 382.

Einzelnachweise

1. FGSV (Hrsg.): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraße (RASt). Köln 2006, S. 76.

2. Heinz Delvendahl: Die Bahnanlagen in der neuen Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO).
In: Die Bundesbahn. Band 41, Nr. 13/14, 1967,
ISSN 0007-5876 ([Link] ,
S. 453–460.

Entwurfsunterlagen im Straßen- und Wegebau

Lageplan | Höhenplan | Straßenquerschnitt | Deckenhöhenplan

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