Höhenplan - Wikipedia
Höhenplan - Wikipedia
Der Höhenplan (auch Längsschnitt, Längsprofil oder in Österreich Längenschnitt) ist Teil der
Entwurfs- und Ausführungsunterlagen im Straßen- und Eisenbahnbau. Er zeigt einen vertikalen
Schnitt entlang einer Trasse, als Bezugslinie dient in der Regel die Achse.
Im Höhenplan werden neben dem höhenmäßigen Verlauf der Trasse (die so genannte Gradiente)
und der Höhenlinie des Geländes auch das Neigungsband (auch Steigungsband genannt) und
die Kuppen- bzw. Wannenausrundungen abgebildet. Des Weiteren beinhaltet der Höhenplan die
Stationierung der Trasse, Bauwerke und ggf. die Bestandteile der Straßenentwässerung
(Schächte und Leitungen). Zugeordnet werden zusätzlich Krümmungsband, Querneigungsband
und Entwässerungsband.
Entwurfselemente
Längsneigung
Kuppenausrundung
Wannenausrundung
Längsneigung
Außerortsstraßen
Um die bewegten Erdmassen möglichst gering zu halten, sollte sich die Gradiente dem Gelände
so gut wie möglich anpassen. Es sind jedoch auch gewisse Grenzwerte zu beachten, die von der
Entwurfsklasse (EKL Landstraßen, EKA Autobahn) abhängen. Bei großen Längsneigungen ist
zwar die Entwässerung sichergestellt, doch die Beeinträchtigungen durch lange Steigungs- und
Gefällestrecken auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsablauf nehmen stark zu.
Die nachfolgende Tabelle liefert die zulässigen Längsneigungen abhängig von der
Entwurfsklasse Landstraße (EKL) und der Entwurfsklasse Autobahn (EKA).
Landstrasse Autobahn
Innerortsstraßen
Bei Innerortsstraßen existieren nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen keine
Entwurfsklassen. Die maximalen Längsneigungen sind hier von den zulässigen
Geschwindigkeiten abhängig (Vzul).
Bei Vzul = 50 km/h ergibt sich max s = 8,0 (12,0) %; bei Vzul = 70 km/h ergibt sich max s = 6,0
(8,0) % (Klammerwerte sind Ausnahmen).
Außerortsstraßen
Durch den angepassten Verlauf der Gradiente an das Gelände bildet die Gradiente in den Tälern
eine Wanne und an den Hügelkuppen eine Kuppe aus. Da ein plötzlicher Wechsel von Gefälle zu
Steigung oder umgekehrt fahrdynamisch nicht umsetzbar ist, muss die Wanne bzw. Kuppe
ausgerundet werden. Der vertikale Abstand zwischen Tangentenschnittpunkt und
Gradientenausrundung wird als Bogenstich bezeichnet. Die Länge einer Ausrundung ergibt sich
aus der doppelten Tangentenlänge T. Man unterscheidet dabei zwischen einer
Neigungsänderung und einem Neigungswechsel. Eine Neigungsänderung ergibt sich wenn sich
die Neigung einer Straße verändert (z. B. von Steigungsstrecke mit 4 % auf Steigungsstrecke mit
3 %). Ein Neigungswechsel bezeichnet einen vollständigen Wechsel der Längsneigung (z. B. von
Steigungsstrecke mit 4 % zu einer Gefällestrecke mit 4 %).
Nachfolgende Tabelle nennt die nach RAL empfohlenen Kuppen- und Wannenhalbmesser und
die Mindestlängen der Tangenten.
Unabhängig davon sind zur Sicherstellung der Halte- und Überholsichtweiten und des
Kraftschlusses Mindesthalbmesser einzuhalten.
Innerortsstraßen
Bei Innerortsstraßen spielt die Fahrdynamik im Allgemeinen keine Rolle, so dass überwiegend die
Befahrbarkeit zu beachten ist. Um ein Aufsetzen von Fahrzeugen zu verhindern, sind an
Stadtstraßen in der Regel folgende Mindest-Ausrundungen einzuhalten[1]:
Geschichte
Mit der Einführung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung im Mai 1967 wurde die vormals
gültige Regelung aufgehoben, zwischen zwei gegenläufigen Neigungen eine horizontale oder
schwach geneigte Zwischenstrecke einzuschalten.[2]
Literatur
Wolfgang Pietzsch, Günter Wolf: Straßenplanung. 7. Auflage. Werner Ingenieur Texte, 2004,
ISBN 3-8041-5003-9.
Renate Galla u. a.: Fachkunde für Bauzeichner. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-519-
35608-2, S. 382.
Einzelnachweise
1. FGSV (Hrsg.): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraße (RASt). Köln 2006, S. 76.
2. Heinz Delvendahl: Die Bahnanlagen in der neuen Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO).
In: Die Bundesbahn. Band 41, Nr. 13/14, 1967,
ISSN 0007-5876 ([Link] ,
S. 453–460.