Recht Und Praxis Der GEMA Handbuch Und Kommentar Harald Heker Editor Karl Riesenhuber Editor Install Download
Recht Und Praxis Der GEMA Handbuch Und Kommentar Harald Heker Editor Karl Riesenhuber Editor Install Download
[Link]
und-kommentar-harald-heker-editor-karl-riesenhuber-editor/
[Link]
kulturreflexion-dirk-baecker-editor-matthias-kettner-editor-dirk-
rustemeyer-editor/
[Link]
verhaltnis-von-kultur-und-sozialer-praxis-karl-h-horning-editor/
[Link]
philosophie-1st-edition-gerald-posselt-editor/
[Link]
und-tricks-aus-der-praxis-3rd-edition-harald-nahrstedt/
Handbuch EDV Recht IT Recht mit IT Vertragsrecht
Datenschutz Rechtsschutz und E Business
[Link]
vertragsrecht-datenschutz-rechtsschutz-und-e-business/
[Link]
gastronomie-betriebswirtschaftliche-grundlagen-9th-edition-karl-
heinz-hanssler-editor/
[Link]
gesellschaftlichen-praxis-zur-genesis-und-kernstruktur-der-
kritischen-philosophie-gesellschaftlicher-praxis-wolfgang-
schmied-kowarzik/
[Link]
fur-theorie-und-praxis-birgit-mandel/
[Link]
kulturelle-praxis-des-verausgabens-christine-bahr-editor-suse-
bauschmid-editor-thomas-lenz-editor-oliver-ruf-editor/
Harald Heker, Karl Riesenhuber (Hrsg.)
Recht und Praxis der GEMA
Handbuch und Kommentar
Recht und Praxis
der GEMA
|
Handbuch und Kommentar
Herausgegeben von
Harald Heker, Karl Riesenhuber
ISBN 978-3-11-037249-6
e-ISBN (PDF) 978-3-11-036679-2
e-ISBN (EPUB) 978-3-11-038638-7
[Link]
Vorwort | V
Vorwort
Vorwort Vorwort [Link]
Nach zehn Jahren legen wir hiermit eine vollständig überarbeitete Fassung des in
der ersten und zweiten Auflage gemeinsam mit Prof. Dr. Reinhold Kreile und Prof. Dr.
Jürgen Becker herausgegebenen Kompendiums zu Recht und Praxis der GEMA vor. Die
Konzeption des Buches ist im Kern unverändert. Unser Anliegen ist, den rechtlichen
Rahmen der Tätigkeit der GEMA und ihre autonomen Regeln – Satzung, Berechtigungs-
vertrag, Verteilungsplan sowie die Lizenzbedingungen – darzustellen und vertieft zu
erläutern. Einige Änderungen hat es im Grundlagenteil des Buches gegeben, der aktuali-
siert und neu geordnet ist. Entfallen ist das Kapitel über die Staatsaufsicht.
Die Verzögerung der Neuauflage hat verschiedene Gründe. Die GEMA hat ihren Ver-
teilungsplan in den letzten Jahren mehrfach inhaltlich überarbeitet und 2015 vollständig
neu „kodifiziert“. Mit dem 2016 in Kraft getretenen Verwertungsgesellschaftengesetz
(VGG) hat sich der rechtliche Rahmen verändert. Und dieses neue Gesetz hat wiederum
eine Fülle von Änderungen im Regelwerk der GEMA ausgelöst, vor allem in der Satzung.
All dem trägt die Neuauflage umfassend Rechnung. Sie ist auf dem Stand vom 31.3.2018.
Für die Neuauflage haben wir einige neue Autoren gewinnen können, andere sind
ausgeschieden. Wir nutzen die Gelegenheit, den Mitbegründern dieses Werkes, Reinhold
Kreile und Jürgen Becker zu danken. Ohne ihre Initiative und ihr Engagement wäre auch
diese Auflage nicht denkbar. Ebenso danken wir den Autoren, die zu den Vorauflagen
beigetragen haben und jetzt nicht mehr mitwirken. Und schließlich danken wir allen
Autoren für ihre engagierte Mitarbeit an der Neuauflage.
[Link]
VI | Vorwort
Inhaltsübersicht | VII
Inhaltsübersicht
Inhaltsübersicht Inhaltsübersicht
Autorenverzeichnis | IX
Abkürzungsverzeichnis | XI
Verzeichnis der abgekürzt zitierten Rechtsakte | XIX
1. Teil: Grundlagen | 5
Kapitel 2 Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
(M. Schmidt, Riesenhuber, Mickler) | 5
Kapitel 3 Funktionen von Verwertungsgesellschaften im Zusammenhang mit dem
Ausgleich von verschiedenen Interessen (v. Lewinski) | 21
Kapitel 4 Wettbewerbsrechtliche Fragen der kollektive Rechtewahrnehmung
(Holzmüller) | 37
Literaturverzeichnis | 809
Stichwortverzeichnis | 835
VIII | Inhaltsübersicht
Autorenverzeichnis | IX
Autorenverzeichnis
Autorenverzeichnis Autorenverzeichnis
Arndt Christoph Hendel Dr. iur., Rechtsanwalt in Frankfurt a.M.
Tobias Holzmüller Dr. iur., LL.M. (NYU), Justiziar, GEMA, München
Helge Langhoff Dr. iur., Direktor Inkasso, VG Bild-Kunst, Bonn
Silke v. Lewinski Dr. iur., Adj. Prof. (Franklin Pierce Center for IP, University
of New Hampshire), Max-Planck-Institut für Innovation
und Wettbewerb, München
Raik Mickler Justiziar, Haufe Group, Freiburg i. Br.
Stefan Müller Dr. iur., Rechtsanwalt in München
Ruth Nocker LL.M. (MIPLC), Referentin, Rechtsabteilung, GEMA,
München
Jürgen Paudtke Referent, Rechtsabteilung, GEMA, München
Jörn Radloff Dr. iur., Leitung Rights & Repertoire Management,
International Copyright Enterprise (ICE Services Ltd.),
London
Lars Hendrik Riemer Dr. iur., M.A., Abteilungsleiter Mitglieder und Regelwerk,
Rechtsabteilung, GEMA, München
Karl Riesenhuber Dr. iur., M. C. J., o. Professor an der Ruhr-Universität
Bochum, Richter am Oberlandesgericht Hamm
Manuela Schmidt Dr. iur., Richterin am Landgericht, Trier
Nike Schmidt Dr. iur., Juristische Referentin Online International,
Direktion Sendung und Online, GEMA, München
Gernot Schulze Dr. iur., Rechtsanwalt in München
Fedor Seifert Dr. iur., Rechtsanwalt in Berlin
Monika Staudt Dr. iur., Direktorin Vervielfältigungsrechte und Ausland,
GEMA, München
Robert v. Steinau-Steinrück Dr. iur., Rechtsanwalt in Berlin, Honorarprofessor an der
Universität Potsdam
Andreas Thiele M.A., Abteilungsleiter Ausland, Direktion Strategie und
Entwicklung, GEMA, München
Björn Weber LL.M. (Mainzer Medieninstitut), Abteilungsleiter Vertrags-
wesen und Recht VR, Direktion Vervielfältigungsrechte und
Ausland, GEMA, München
Kai Welp Dr. iur., Abteilungsleiter Operative Rechtsfragen und
Lizenzierung, Rechtsabteilung, GEMA, München
Stefan Wohlgemuth Leiter Stabsstelle Nationale und Internationale Rechts-
fragen, Direktion Mitglieder- und Repertoiremanagement,
GEMA, Berlin
[Link]
[Link]
X | Autorenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis | XI
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis
a.A. anderer Ansicht
aaO am angegebenen Ort
abgedr. abgedruckt
ABl. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft
abl. ablehnend
Abs. Absatz
Abschn. Abschnitt
a.E. am Ende
AEPO-ARTIS Association of European Performersʼ Organisations (Zusammenschluss von
Verwertungsgesellschaften der ausübenden Künstler)
AEUV Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
a.F. alte Fassung
AFMA Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht
AfP Archiv für Presserecht
AG Amtsgericht
AGB Allgemeine Geschäftsbedingungen
AGM Agreements Information (internationales Verzeichnis der Subverlags- und
Generalverträge [Katalogvereinbarungen])
AGICOA Association de Gestion Internationale Collective de Œuvres Audiovisuelle
AHB Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung
AKEP Arbeitskreis Elektronisches Publizieren
AKM Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger
AktG Aktiengesetz vom 6. September 1965
Alt. Alternative
a.M. anderer Meinung
AMMRE Anstalt für mechanisch-musikalische Rechte
amtl. amtlich(e)
Anm. Anmerkung
ANGA ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V.
AöR Archiv für öffentliches Recht
APR Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk
ARD Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundes-
republik Deutschland
ArbuR Arbeit und Recht – Zeitschrift für Arbeitsrechtspraxis
Art. Artikel
ASCAP American Society of Composers, Authors and Publishers
Aufl. Auflage
AUB Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen
AVB Allgemeine Versicherungsbedingungen
AVI Audiovisual Index – Suchsystem für audiovisuelle Werke bzw. Musik-
aufstellungen, Komponente des CIS
AWA Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte auf dem Gebiet der Musik
Az. Aktenzeichen
[Link]
BAG Bundesarbeitsgericht
BAGE Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts
(amtliche Sammlung)
BayObLG Bayerisches Oberstes Landesgericht
BayObLGZ Entscheidungen des Bayerischen Obersten Landesgerichts in Zivilsachen
(amtliche Sammlung)
BayVGH Bayerischer Verwaltungsgerichtshof
BB Betriebs-Berater
Bd. Band
Begr. Begründung
BEL Büro für europäische Lizensierung
ber. berichtigt
BerV Berechtigungsvertrag
BFHE Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (amtliche Sammlung)
[Link]
XII | Abkürzungsverzeichnis
ca. circa
CD Compact Disc
CD-ROM Compact Disc Read-Only Memory
CELAS Centralized European Licensing and Administrative Service
CIS Common Information System – Informationssystem im Rahmen der CISAC
CISAC Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs
CMMV Clearingstelle Multimedia für Verwertungsgesellschaften von
Urheber- und Leistungsschutzrechten GmbH
Colum J.L. & Arts Columbia Journal of Law & the Arts (Jahrgang (Jahr), Seite)
COM Dokumente der Kommission der Europäischen Union, s.a. KOM
CPI Code de la propirété intellectuelle
CR Computer und Recht
CRD Common Royalty Distribution
ebd. ebenda
ECCA European Cable Communication Association
EDIFO Société Générale Internationale de l’Édition Phonographique et Cinématogra-
phique
EG 1. Europäische Gemeinschaft; 2. Nach Bezeichnung eines Artikels:
EG-Vertrag, Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, Konsolidier-
te Fassung mit den Änderungen durch den Vertrag von Amsterdam vom
2. Oktober 1997 idF des Vertrags von Nizza vom 26. Februar 2001
EGBGB Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche in der Fassung der Bekannt-
machung vom 21. September 1994
EGV EG-Vertrag, Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft in der
Fassung des Vertrags über die Europäische Union vom 7. Februar 1992
(Maastrichter Fassung)
Einf. Einführung
Einl. Einleitung
EIPR European Intellectual Property Review (Jahrgang (Jahr), Seite)
E.L. Rev. European Law Review
Ent. L.R. Entertainment Law Review
Entsch. Entscheidung
Erg-Bd. Ergänzungsband
ERPL European Review of Private Law – Revue européenne de droit privé – Euro-
päische Zeitschrift für Privatrecht
et al. et alii, et aliae oder et alia; und andere
etc. et cetera; und die übrigen, und so weiter
EU 1. Europäische Union; 2. Nach Bezeichnung eines Artikels:
EU-Vertrag, Vertrag über die Europäische Union, Konsolidierte Fassung mit den
Änderungen durch den Vertrag von Lissabon
EuG Gericht [erster Instanz der] Europäischen Union
EuGH Gerichtshof der Europäischen Union
EuGRZ Europäische Grundrechte- Zeitschrift
EuR Europarecht
EUR Euro
EUV EU-Vertrag, Vertrag über die Europäische Union vom 7. Februar 1992
(Maastricht-Vertrag)
EuZW Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht
EWiR Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht
EWR Europäischer Wirtschaftsraum
EWS Europäisches Wirtschafts- und Steuerrecht
GA Generalanwalt
GbR Gesellschaft bürgerlichen Rechts
GD Generaldirektion (der Europäischen Kommission)
GDDN General Documentation and Distribution Network (Suchmaschine)
GDT Genossenschaft Deutscher Tonsetzer
XIV | Abkürzungsverzeichnis
Kart Rdsch Kartell-Rundschau – Monatsschrift für Recht und Wirtschaft im Kartell- und
Konzernwesen (Jahr, Seite) (Zeitschrift)
KG Kammergericht
KGR KG-Report – Schnelldienst zur Zivilrechtsprechung des Kammergerichts Berlin
KOM Dokument(e) der Kommission der Europäischen Union
Kommission Kommission der Europäischen Gemeinschaften
K&R Kommunikation und Recht, Betriebsberater für Medien, Telekommunikation,
Multimedia (Jahr, Seite) (Zeitschrift)
krit. kritisch
KUG Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der
Photographie
KUR Kunstrecht und Urheberrecht
KVO Verordnung gegen Missbrauch wirtschaftlicher Machtstellungen (Kartell-
verordnung) vom 2. November 1923
LG Landgericht
lit. litera
LM Lindenmaier-Möhring, Nachschlagewerk des Bundesgerichtshofs
LMK Lindenmaier-Möhring – Kommentierte BGH-Rechtsprechung
(seit dem 1. Januar 2003)
LS Leitsatz
l. Sp. linke Spalte (s.a. r. Sp.)
LUG Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst
vom 19. Juni 1901
S. Seite
s. siehe
SA Société anonyme
SACEM Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique
Satzung SK Satzung Sozialkasse
s.a. siehe auch
sc. scilicet (scire licet); das heißt, nämlich
Schiedsstelle Schiedsstelle nach dem Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und
verwandten Schutzrechten
SchlA Schlussanträge
Schulze RzU Erich Schulze, Rechtsprechung zum Urheberrecht (Entscheidungssammlung)
Sec. Section
SESAC Society of European Stage Authors and Composers
sic! Zeitschrift für Immaterialgüter-, Informations- und Wettbewerbsrecht
Slg. Sammlung (der Rechtsprechung des EuGH)
SMS Short Message Service
Abkürzungsverzeichnis | XVII
TIS Territory Information System – internationale Codierung für Länder und Gebie-
te, Komponente des CIS
TRIPS Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights (Überein-
kommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte am geistigen Eigentum)
vom 15. April 1994
TWF Treuhandgesellschaft Werbefilm GmbH
Tz. Textziffer; im Zusammenhang mit Entscheidungen des EuGH regelmäßig zur
Verweisung auf Ausführungen in den Schlussanträgen des Generalanwaltes ver-
wandt (s.a. Rn.)
v. von/vom
v.a. vor allem
VDM Verband Deutscher Musikschaffender
verb. Rs. verbundene Rechtssachen
Verf. Verfasser
VerlG Gesetz über das Verlagsrecht (Verlagsgesetz)
VersR Versicherungsrecht – Zeitschrift für Versicherungsrecht,
Haftungs- und Schadensrecht (Jahr, Seite) (Zeitschrift)
VEVA Verein zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte
VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten
VG Verwertungsgesellschaft; Verwaltungsgericht
VG Bild-Kunst Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST
VGF Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken
vgl. vergleiche
VG Media Verwertungsgesellschaft Media zur Verwertung der Urheber- und Leistungs-
schutzrechte von Medienunternehmen
VGRL Verwertungsgesellschaften-Richtlinie 2014/26
VGRLUG Verwertungsgesellschaften-Richtlinie-Umsetzungsgesetz
VGWM Verwertungsgesellschaft Werbung und Musik
VG Wort Verwertungsgesellschaft Wort
Virtuos Virtuos – das Magazin der GEMA (Zeitschrift)
VO Verordnung
VP Verteilungsplan
VPRT Verband Privater Rundfunk und Telemedien (bis 16. Oktober 2006: Verband
Privater Rundfunk und Telekommunikation)
XVIII | Abkürzungsverzeichnis
Gesetz zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden
Künstler auf angemessene Vergütung und zur Regelung von Fragen der Verlegerbe-
teiligung v. 20.12.2016, BGBl. 2016 I, S. 3037
RVG – Gesetz über die Vergütung von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Artikel 3
des Gesetzes vom 5.5.2004 (KostRMoG), BGBl. I S. 718, in Kraft getreten am 1.7.2004
SKRL – Satelliten- und Kabelrichtlinie 93/83: Richtlinie 93/83/EWG des Rates vom
27. September 1993 zur Koordinierung bestimmter urheber- und leistungsschutz-
rechtlicher Vorschriften betreffend Satellitenrundfunk und Kabelweiterverbreitung,
ABl. 1993 L 248/15
[Link]
XX | Verzeichnis der abgekürzt zitierten Rechtsakte
VO 1/2003 – Verordnung 1/2003: Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. 12. 2002
zur Durchführung der in den Artikeln 81 und 82 des Vertrags niedergelegten Wett-
bewerbsregeln, ABl. 2003 L 1/1
Zehntes Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes v. 5.12.2014, BGBl. 2014 I, Nr. 57,
S. 1974
ZPO – Zivilprozessordnung v. 30.1.1877, RGBl. 1877 S. 83, in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 5.12.2005, BGBl. 2005, I S. 3202 (ber. 2006 S. 431, 2007 S. 1781)
Kapitel 1
Einführung
Kapitel 1. Einführung Einführung Harald Heker/Karl Riesenhuber
Inhaltsübersicht
I. Verwertungsgesellschaften und Grundfragen II. Transparenz der
der kollektiven Rechtewahrnehmung | 1–3 Wahrnehmungstätigkeit | 4–11
[Link]
die Notwendigkeit, sie als nationale Monopole und marktstarke Unternehmen im Bin-
nenmarkt zu kontrollieren. Daher ist es verständlich, dass schon das nationale Recht von
den Verwertungsgesellschaften ein hohes Maß an Transparenz ihrer Tätigkeit erwartet.
Die GEMA trägt dem bislang Rechnung. Bereits seit langem veröffentlicht sie jährlich
eine Sammlung mit Informationen über den rechtlichen Rahmen ihrer Tätigkeit, die
wichtigsten Wirtschaftsdaten aus ihrem Tätigkeitsbericht, die von ihr aufgestellten Re-
gelwerke und weitere Informationen (das GEMA-Jahrbuch)1.
5 Indes zeigt die Praxis zunehmend, dass darüber hinaus ein weitergehendes Informa-
tionsbedürfnis besteht. Dabei geht es um beides, den rechtlichen Rahmen der Wahr-
nehmungstätigkeit und seine autonome Ausfüllung durch die GEMA: in einer Kurzformel
um „Recht und Praxis der GEMA“. Beides wird in diesem Band eingehend dargestellt
und erläutert.
6 Die Rechteinhaber selbst – Komponisten, Textdichter und Verleger – entwarfen die
Organisationsformen, die ihnen für die Durchsetzung ihrer ideellen und wirtschaftli-
chen Interessen am besten erschienen: Die GDT wurde als Verein gegründet, die öster-
reichische Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (AKM), ab 1913
ebenfalls in Deutschland tätig, war als Genossenschaft organisiert. Die später zunächst
autonom vereinbarten Zusammenschlüsse zum Musikschutzverband erfolgten in Form
der Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Mit der staatlich durch das so genannte Stagma-
Gesetz veranlassten Vereinigung zu einer Monopolgesellschaft erfolgte die Organisation
als wirtschaftlicher Verein. Diese Rechtsform hat die GEMA als Nachfolgerin der Stagma
beibehalten. Sie hat auf dieser Grundlage im Laufe der Jahre eine Organisation gewählt,
die den Bedürfnissen der kollektiven Wahrnehmung musikalischer Rechte entspricht.
Die Satzung der GEMA (Kap. 5) bildet die Grundlage ihrer Existenz und Tätigkeit.
7 Das Rechtsverhältnis zwischen der GEMA und den Berechtigten ist teilweise
schon in der Satzung geregelt, wird aber in weiteren Regelungen näher ausgeformt. Der
rechtliche Rahmen dafür ergibt sich vor allem aus den §§ 9 ff. VGG, ergänzend aber
auch aus dem Vertrags- und Kartellrecht (Kap. 6). Grundlage der Rechtsbeziehungen
zwischen dem einzelnen Berechtigten und der GEMA ist der Berechtigungsvertrag
(Kap. 7). Davon unterscheidet schon das Gesetz die Regeln über die Verteilung der Ein-
nahmen. Da die kollektive Rechtewahrnehmung sich weithin nicht in einem schlichten
Inkasso erschöpft, wird die Verteilung in besonderen Bestimmungen näher geregelt, im
Verteilungsplan (Kap. 8). Dabei werden die primär ertragsabhängigen Verteilungsre-
geln unterschieden von den Bestimmungen über die kulturelle und soziale Förderung.
Die kulturelle Förderung erfolgt bei der GEMA vor allem im Rahmen der so genannten
Wertung (Kap. 9). Der sozialen Förderung dient insbesondere die GEMA-Sozialkasse
(Kap. 10).
8 Auch das Rechtsverhältnis zu den Nutzern ist vor allem im Urheberrechtswahr-
nehmungsgesetz geregelt (§§ 10–17 UrhWG). Zu den rechtlichen Grundlagen (Kap. 11)
gehört insbesondere der Zugang der Nutzer zu den Urheberrechten, der Kontrahierungs-
zwang und die Kontrolle der Vertragsbedingungen auf ihre Angemessenheit sowie die
Streitschlichtung durch die Schiedsstelle. Für den Nutzer ist über den rechtlichen Rah-
men hinaus die Lizenzierungspraxis der GEMA (Kap. 12) von Bedeutung.
9 Rechtsbeziehungen unterhält die GEMA nicht nur zu den Berechtigten einerseits
und den Nutzern andererseits, sondern auch zu anderen Verwertungsgesellschaften.
Eine Zusammenarbeit der Verwertungsgesellschaften ist – gerade auch im Interesse
der Nutzer – schon auf nationaler Ebene erforderlich (Kap. 13), besonders um gesetzli-
_____
1 S. Heker (Hrsg.), GEMA-Jahrbuch 2017/18 (2018).
1. Teil: Grundlagen
Kapitel 2. Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
Kapitel 2
Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften
in Deutschland
A. Von der Leipziger Anstalt zur Genossenschaft Deutscher Tonsetzer Manuela Schmidt
Inhaltsübersicht
A. Von der Leipziger Anstalt zur Genossen- e) Die Genossenschaft zur
schaft Deutscher Tonsetzer | 1–18 Verwertung musikalischer
I. Einleitung | 1 Aufführungsrechte (Alte
II. Der Anstoß zur Errichtung einer Gema) von 1915 | 24
deutschen Verwertungsanstalt | 2 f) Der Verein zur Verwertung
III. Die Leipziger Anstalt als Ergebnis des musikalischer Auffüh-
ersten Versuches | 3–8 rungsrechte (VEVA) von
IV. Der zweite Versuch zur Errichtung einer 1928 | 25
Verwertungsanstalt | 9–11 2. Zusammenschlüsse: Die „Musik-
V. Die Gründung von GDT und schutzverbände“ | 26–28
AFMA | 12–17 II. Wahrnehmungsrecht | 29–37
VI. Schlusswort | 18 1. Allgemeines Privatrecht als
B. Wahrnehmungsrecht und Ver- Wahrnehmungsrecht | 29–30
wertungs-gesellschaften von 1903 bis 2. Die Rechtsbeziehungen zu den
1933 | 19–37 Rechteinhabern | 31–33
I. Verwertungsgesell- 3. Die Rechtsbeziehungen zu den
schaften | 19–28 Nutzern | 34–37
1. Vereinigung zur Wahrneh- C. Wahrnehmungsrecht von 1933 bis 1945 und
mung von Urheberrech- die Stagma | 38–60
ten | 19–25 I. Das Gesetz vom 4. Juli 1933 („Stagma-
a) Die Genossenschaft Gesetz“) | 39–43
Deutscher Tonsetzer (GDT) II. Verordnung zur Durchführung des
und die Anstalt für Musika- „Stagma-Gesetzes“ vom 15. Februar
lisches Aufführungsrecht 1934 | 44–45
(AFMA) von 1903 | 19–20 III. Die Verwertungsgesellschaft
b) Die österreichische Gesell- Stagma | 46–60
schaft der Autoren, Kompo- 1. Gründung und Entwicklung
nisten und Musikverleger ab 1933 | 46–47
(AKM) von 1897 | 21 2. Verhalten der Stagma gegenüber
c) Die Mechanische Abteilung jüdischen Mitgliedern | 48–50
der GDT von 1910 | 22 3. Stagma-Tätigkeit in den besetzten
d) Die Anstalt für mechanisch- Gebieten | 51–54
musikalische Rechte GmbH 4. Die Tätigkeit der Stagma nach
(AMMRE) von 1909 | 23 1945 | 55–60
[Link]
I. Einleitung
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert kam in Deutschland der Gedanke auf, 1
musikalische Aufführungsrechte kollektiv zu verwerten. Glanzvoller Höhepunkt dieser
Anfangsphase der sog. Tantiemenbewegung war die Gründung der Genossenschaft Deut-
scher Tonsetzer (GDT) und der von ihr getragenen Anstalt für musikalisches Aufführungs-
recht (AFMA) am 14. Januar 1903. Die Errichtung der AFMA war das Ergebnis einer be-
wegten und von einem zähen Ringen begleiteten Entwicklung und die Antwort auf zwei
Manuela Schmidt
[Link]
6 | Kapitel 2. Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
vorangegangene Versuche zur Errichtung einer sog. Anstalt für musikalisches Auffüh-
rungsrecht, die von den damaligen Zeitgenossen meist kurz als Verwertungsanstalt be-
zeichnet wurde.1
_____
1 Die damalige Entwicklung war außerordentlich komplex und verworren. Sie kann hier nur in groben
Umrissen geschildert werden. Eine ausführliche, archivarisch belegte Schilderung und Bewertung der
damaligen Entwicklung findet sich in meiner Abhandlung „Die Anfänge der musikalischen
Tantiemenbewegung in Deutschland – Eine Studie über den langen Weg der Genossenschaft Deutscher
Tonsetzer (GDT) im Jahre 1903 und zum Wirken des Komponisten Richard Strauss (1864–1949) für
Verbesserungen des Urheberrechts“ (mit Wiedergabe der wichtigsten Dokumente im Anhang II).
2 Die Satzung und die weiteren Vorschriften der Leipziger Anstalt sind abgedruckt bei M.M. Schmidt, Die
Anfänge der musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland, S. 739 ff.
Manuela Schmidt
A. Von der Leipziger Anstalt zur Genossenschaft Deutscher Tonsetzer | 7
Die Gründe für den Widerstand waren vielfältig. Die Veranstalter wollten auch 5
weiterhin wie bisher musikalische Werke öffentlich aufführen, ohne hierfür eine Lizenz
gegen Entgelt erwerben zu müssen; sie vertraten nach wie vor die damals weit verbreite-
te Auffassung, im Kaufpreis für die Noten sei bereits die Vergütung für öffentliche Auf-
führungen des Werkes inbegriffen.3 Ein Teil der Musikverleger wollte nicht mehr die ih-
nen zugedachte Kontrolltätigkeit für die Leipziger Anstalt wahrnehmen: Als sog. Pfleger
sollten sie prüfen, ob die Veranstalter bei der Aufführung rechtmäßig käuflich erworbe-
nes Notenmaterial verwendeten. Auf diese Weise wollte die Leipziger Anstalt den Kampf
gegen das Nachdrucken von Noten aufnehmen – ein zentrales Anliegen der Musikverle-
ger. Der entscheidende Nachteil des Pflegersystems lag darin, dass die Pfleger bei ihrer
Kontrolltätigkeit gegen ihre Kunden vorgehen mussten. Durch den Widerstand der Pfle-
ger wurde die Leipziger Anstalt besonders schwer getroffen, denn dadurch begann die
Verwaltungsstruktur der Anstalt an einer entscheidenden Stelle zu bröckeln.
Die deutschen Komponisten leisteten bereits seit der Gründung der Leipziger An- 6
stalt auf der Mainzer Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, also
sogar noch vor ihrem Tätigkeitsbeginn, erbitterten Widerstand gegen die Anstalt. Sie
kritisierten, dass die Verleger in der Verwaltung der Anstalt das Übergewicht hatten und
alle wichtigen Entscheidungen unabhängig von den komponierenden Mitgliedern des
Allgemeinen Deutschen Musikvereins treffen konnten, die dieser in die Anstalt entsand-
te. Der Verteilungsmodus von 1 : 1 für die Verteilung der Tantiemen im Verhältnis von
Komponist und Verleger ist nur auf den ersten Blick gerecht. Da die Tonsetzer aus ihrem
Anteil die Textdichter entschädigen mussten, erhielten sie, was auch die Komponisten
damals schon kritisierten, faktisch einen geringeren Anteil als die Verleger. Die fehlende
Einbeziehung gemeinfreier Werke in die Gebührenerhebung entsprach zwar der damali-
gen Rechtslage – die Schutzfrist für Aufführungsrechte endete spätestens 30 Jahre nach
dem Tod des Urhebers (§§ 52 Abs. 1, 8 UrhG 1870) –, war aber in den Augen der Kompo-
nisten ebenfalls nachteilig. Wären nur für die Aufführung geschützter Werke Lizenzge-
bühren zu zahlen, würden die gegen unerlaubte Aufführungen geschützten Werke im
Vergleich zu gemeinfreien Werken an Attraktivität einbüßen.
Um den Widerstand besser organisieren zu können und um ihre Belange bei der be- 7
vorstehenden Reform des Urheberrechts besser geltend machen zu können, gründeten
deutsche Komponisten am 30. September 1898 einen Berufsverband, die Genossen-
schaft Deutscher Komponisten. Treibende Kräfte waren Richard Strauss (1864–1949)
und seine beiden Freunde Hans Sommer (1837–1922) und Friedrich Rösch (1862–1925).4
Die auf der Gründungsversammlung der Genossenschaft ausgesprochene Kampfansage
an die Leipziger Anstalt manifestierte sich in der Folgezeit besonders eindrucksvoll in
einem öffentlichen Boykottaufruf gegen sie. Der Kampf gegen die Leipziger Anstalt zeigte
sich aber auch darin, dass nahezu alle Komponisten der Leipziger Anstalt ihre Unterstüt-
zung versagten. Die meisten Komponisten, die als Mitglieder des sog. Urheberausschusses
des Allgemeinen Deutschen Musikvereins an der Verwaltung der Leipziger Anstalt be-
teiligt waren, legten ihre Ämter nieder. Auf den Protest der Genossenschaft Deutscher
Komponisten beschloss der geschäftsführende Ausschuss des Allgemeinen Deutschen
Musikvereins am 6. November 1898, seine Beteiligung an der Leipziger Anstalt bis zur
nächsten ordentlichen Generalversammlung ruhen zu lassen. Auch wenn das Scheitern
der Leipziger Anstalt durch ein Zusammenspiel vieler Aspekte verursacht wurde, war es
ein wichtiger Erfolg für die Genossenschaft. Innerhalb kürzester Zeit hatte sie sich als
_____
3 S. dazu, dass an nahezu allen musikalischen Werken das Aufführungsrecht erloschen war, Rn. 8.
4 Zur Rolle von Rösch und seinen Verdiensten, s. meine Abhandlung in Richard-Strauss-Blätter Neue
Folge (2006), 71 ff.
Manuela Schmidt
8 | Kapitel 2. Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
Machtfaktor in der Tantiemenbewegung etabliert; ihre Position für die weitere Tantie-
menbewegung war in bedeutender Weise gestärkt worden.
8 Bei vordergründiger Betrachtung erscheint es sehr bedauerlich, dass das „Pionier-
werk“ der Leipziger Anstalt gescheitert ist, war doch der Gedanke, auch in Deutschland
die Aufführungsrechte kollektiv durch eine Verwertungsanstalt zu verwerten, mehr als
lobenswert. Im Ergebnis ist ihr Scheitern gleichwohl zu begrüßen, da die Leipziger An-
stalt an mehreren rechtlichen Mängeln litt. Diese führten dazu, dass ihre Tätigkeit teil-
weise rechtswidrig war. Die Anstalt glaubte, über öffentlich-rechtliche Normsetzungsbe-
fugnisse zu verfügen, die ihr aber niemals verliehen worden waren. In Ausübung dieser
vermeintlichen Befugnisse verwertete sie die Aufführungsrechte unabhängig von einer
Ermächtigung des Rechtsinhabers. Kraft dieser Befugnisse glaubte die Leipziger Anstalt
auch, bereits jetzt schon von einer Rechtslage ausgehen zu können, wie sie der Gesetz-
geber erst schaffen sollte: Die Anstalt verwertete auch die Aufführungsrechte an musika-
lischen Werken, die nicht mit einem sog. Aufführungsrechtsvorbehalt versehen waren.
Damit setzte sie sich bewusst über die Wertung des § 50 II UrhG 1870 hinweg, wonach
das Aufführungsrecht an musikalischen Werken (z.B. Sinfonien oder Liedern) mit der
Veröffentlichung im Wege des Drucks erlosch, wenn der Komponist es sich nicht auf den
Noten vorbehalten hatte.5 Dies war bei nahezu allen musikalischen Werken der Fall, da
die Verleger sich bislang stets geweigert hatten, den Vermerk aufzudrucken. Sie befürch-
teten Absatzschwierigkeiten, wenn ein Veranstalter zusätzlich zum Kaufpreis noch eine
Lizenzvergütung für die öffentliche Aufführung entrichten musste. Damals herrschte
nämlich die Ansicht vor, mit dem Kaufpreis sei auch die Befugnis zur Aufführung des
Werkes mit abgegolten.
_____
5 § 50 II UrhG 1870 lautet wie folgt: „In Betreff der dramatischen und dramatisch-musikalischen Werke
ist es hierbei (sc.: das ausschließliche Aufführungsrecht; Anm. der Verfasserin) gleichgültig, ob das Werk
bereits durch den Druck etc. veröffentlicht worden ist oder nicht. Musikalische Werke, welche durch Druck
veröffentlicht worden sind, können ohne Genehmigung des Urhebers öffentlich aufgeführt werden, falls
nicht der Urheber auf dem Titelblatt oder an der Spitze des Werks sich das Recht der öffentlichen
Aufführung vorbehalten hat.“
Manuela Schmidt
A. Von der Leipziger Anstalt zur Genossenschaft Deutscher Tonsetzer | 9
Die Führung der Genossenschaft Deutscher Komponisten hatte sich etwa seit Beginn 10
des Jahres 1899 dazu entschlossen, ihre Protesthaltung aufzugeben und künftig die Füh-
rungsrolle in der Tantiemenbewegung zu übernehmen; bislang hatte die Genossenschaft
stets erklärt, sie werde keine Verwertungsanstalt unterstützen, die nicht auch Aufführun-
gen gemeinfreier Werke „besteuere“ – so der damalige Sprachgebrauch. Getragen war
dieser Meinungsumschwung von der Erkenntnis, auch die Komponisten könnten eine
Verwertungsanstalt errichten, und zwar sogar bereits vor der Reform des Urheberrechts.
Gleichwohl strebte die Genossenschaft eine Partnerschaft mit dem Verein der Deutschen
Musikalienhändler an, da Rösch der Auffassung war, die Gründung einer von Komponis-
ten getragenen Verwertungsanstalt sei ohne Unterstützung der Musikverleger nicht er-
folgversprechend – eine kluge Überlegung, denn die Musikverleger waren zweifelsohne
ein wichtiger Machtfaktor im deutschen Musikleben und in der Tantiemenfrage. Außer-
dem bestünde jetzt, so die weiteren Gedankengänge von Rösch, die einmalige Chance,
die rechtliche und wirtschaftliche Situation der Komponisten gegenüber den Verlegern
zu stärken, da diese zwischenzeitlich erkannt hätten, dass sie die Genossenschaft Deut-
scher Komponisten als Machtfaktor akzeptieren müssten.
Der zweite Versuch, eine Verwertungsanstalt zu errichten, scheiterte noch schneller 11
als der erste. Bereits am 5. Mai 1899 brach der geschäftsführende Ausschuss der Genos-
senschaft Deutscher Komponisten, dem Rösch, Strauss und der Berliner Komponist und
Lehrer am Stern’schen Konservatorium Philipp Rüfer (1844–1916) angehörten, die Ver-
handlungen mit dem Verein der Deutschen Musikalienhändler ab. Getragen war dies
von der Erkenntnis, dass Oskar von Hase, der Vorsteher des Musikalienhändlervereins,
die ganze Zeit die Verhandlungen mit dem alleinigen Ziel geführt hatte, die gerade so
kläglich gescheiterte Leipziger Anstalt aufrechtzuerhalten – nur eben unter Beteiligung
der Genossenschaft anstelle des Allgemeinen Deutschen Musikvereins. So hatte von
Hase zunächst die Zustimmung des Vereins der Deutschen Musikalienhändler zum
Verständigungsprogramm hinausgezögert, das u.a. die Errichtung einer neuen Verwer-
tungsanstalt vorsah, in der die Komponisten gegenüber den Verlegern in der Verwal-
tung ein Übergewicht hatten und in der der Verteilungsmodus zwischen Komponist
und Verleger 3/4 : 1/4 betrug. Dann hatte die Hauptversammlung des Musikalienhändler-
vereins am 2. Mai 1899 das Verständigungsprogramm doch noch angenommen, gleich-
zeitig aber auch Ausführungsbestimmungen für die Wahrnehmung des Aufführungsrech-
tes an Werken der Tonkunst. Die – nicht mehr erhaltenen – Ausführungsbestimmungen
hatten die Aufgabe, das Verständigungsprogramm zu unterlaufen und diejenigen Be-
stimmungen der Leipziger Anstalt aufrechtzuerhalten, die die Eigenart der deutschen
Musikpflege – das verbreitete Musikleben in Schule, Kirche und Heer sowie das rege
Vereinsleben – und des deutschen Musikalienhandels gewährleisteten. Außerdem ent-
hielten sie die Klausel, dass die neue Anstalt nicht vom Gründungsort der Leipziger
Anstalt, nämlich Leipzig, verlegt werden solle. Dies war eine Absage an den Plan der
Genossenschaft, die neue Anstalt in Berlin, dem Sitz der Genossenschaft, zu errichten.
Manuela Schmidt
10 | Kapitel 2. Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
Manuela Schmidt
A. Von der Leipziger Anstalt zur Genossenschaft Deutscher Tonsetzer | 11
Manuela Schmidt
12 | Kapitel 2. Geschichte der musikalischen Verwertungsgesellschaften in Deutschland
ponisten erhielten 3/4, die Musikverleger 1/4 der Einnahmen. War ein Textdichter am Werk
beteiligt, erhielten er und der Musikverleger jeweils 1/4, der Komponist 1/2. 10% der Ein-
nahmen flossen in eine Unterstützungskasse für bedürftige Komponisten. Viele Struktu-
ren der GDT (AFMA) haben sich bis zum heutigen Tage erhalten, so etwa das System der
Berechtigungsverträge, der Pauschalgebühren, die Unterstützungskasse oder die Rechts-
form des wirtschaftlichen Vereins.
17 Gleichwohl war die AFMA ebenso wie seinerzeit die Leipziger Anstalt einem mas-
siven Widerstand von Komponisten, Verlegern und Veranstaltern ausgesetzt: Letztere
wollten nach wie vor keine Aufführungsgebühren zahlen. Viele Verleger sahen ihre In-
teressen in der AFMA nur in unzureichender Weise verwirklicht, weil ihnen – bis zum
Jahre 1907 – keine Kontrollbefugnisse zustanden. Höhepunkte des Widerstandes waren
beispielsweise ein Boykottaufruf des Leipziger Gewandhauses und die Veröffentlichung
einer sog. Verleger-Erklärung durch den Verein der Deutschen Musikalienhändler, die
diejenigen Verleger auflistete, die die AFMA ablehnten. Einer der schwersten Vorwürfe
lautete dahin, die AFMA sei nichts anderes als die komponistenfreundliche Variante der
Leipziger Anstalt und arbeite willkürlich.8 Die GDT ging von Anfang an entschlossen
gegen diesen Widerstand vor, sei es durch Aufklärungsarbeit, sei es durch Prozesse. Ihr
gelang es in der Tat, den Widerstand so weit zu reduzieren, dass sie die Arbeit der AFMA
festigen und Gewinne ausschütten konnte. Die Ausschüttung der Gewinne trug ihrerseits
dazu bei, den Widerstand gegen die AFMA zu verringern.
VI. Schlusswort
18 GDT und AFMA stehen am Ende eines langen und zähen Ringens. Drei Versuche
waren nötig, ehe eine erfolgreiche Verwertungsanstalt in Deutschland etabliert werden
konnte. Gleichzeitig stehen sie am Anfang einer erfolgreichen Geschichte der kollekti-
ven Verwertung der Aufführungsrechte in Deutschland. Erstmals konnten Komponisten,
Textdichter und Musikverleger vom wirtschaftlichen Wert ihrer geistigen Schöpfung pro-
fitieren. Ermöglicht wurde dies durch das gemeinsame Vorgehen von Komponisten und
Musikverlegern während des dritten Versuchs.
_____
8 Dieser Ansicht war beispielsweise Georg Göhler (1876–1954), Dirigent und Direktor des Leipziger
Riedelvereins. Göhler war zunächst in die Verwaltung der Leipziger Anstalt eingebunden, gab aber später
zu, dass sie mit Fehlern behaftet gewesen sei, s. meine Veröffentlichung im Gewandhausmagazin Nr. 51
(2000), S. 51 ff.
9 Der Beitrag beruht auf der Ausarbeitung Riesenhuber/Rosenkranz, UFITA 2005 II, 467–519; an dieser
Stelle können nur die wesentlichen Ergebnisse und Nachweise wiedergegeben werden.
Karl Riesenhuber
Other documents randomly have
different content
Ou u ve se c aos t ust;
And, not content to spoil
HERE’S a daffodil
Nodding to the hill,
Tipsy in the sunlight
Drinking his fill.
Here’s a violet
Pearled in dew as yet,
Smiling in the wood shade,
Sweet coquette!
NURSERY RHYMES
I
II
There was a scholar
Of Oxford Town.
He read till his wits were blunt.
He put his gown
On upside down,
And his cap
On back to front.
G. H. JOHNSTONE
(MERTON)
SUMMER
First Astrologer
Alcmena
First Astrologer
When roses bloom most fully, death is near.
Alcmena
Second Astrologer
Alcmena
Third Astrologer
Alcmena
First Astrologer
And you, Queen, that have lived and now confront
Death or his shadow deep within your soul,
Have you in life such wisdom garnered up
As may disarm the heart’s rebellion?
Wherefore then are we summoned?
Second Astrologer
Third Astrologer
Alcmena
Nay, I am sinless.
First Astrologer
Alcmena
There comes to every man a sudden time
When he undoes the bolts that bar his heart
Displaying hidden shame and scars concealed.
Such season is the present. Hear me now;
For I am sick and pale with lingering
Over a mystery that has no clue
Created idly by an idle brain.
Astrologers, thrice mighty in yourselves,
Say whence crept into me this discontent,
This fretfulness of mine. Say whence arose
My malady, so cunning in its ways,
That I tormented have no skill to guide
My doctors to the secret. Day by day
I feel the heavy burden of the flesh
Grow heavier. Your words rang true indeed.
Though I am young, I am grown weary of life.
The tedious cycle of each passing day
Like streams of dripping tears from blinded eyes
Falls in the cup of my calamity;
While thoughts, such as you guess, are often here,
Bringing a sweet temptation.
I have tried
All means of remedy. This perfumed air,
This gold and ivory, these purple robes
Have caused no change. The mute insistent hours
Wait for me still, interminably slow.
And, as in mental pain a man will crave
For any fierce sensation of the flesh
To rid his agony, so I have craved
The frenzied lashing of tempestuous rain,
The heat of flame, the sharpened fang of frost.
I have gone forth at midnight with no robe,
And walked bare-footed over stony ground
While wind and rain have done their worst on me.
Ih ki d fl d h ld th h d i fi
I have kissed flame and held these hands in fire;
These hands have taken the scourge, that is for slaves,
To beat my body. Hear then all my curse.
Neither the blade of sharp-projecting flint
Nor wind nor rain nor burning tongue of flame
Nor knotted scourge can leave a mark on me.
These lips are no less red since they were kissed
By glowing coal; these hands are yet untorn.
Such is my fate, with flesh insensible
To suffer from a mind which has no love
And no distraction. Have it as you will,
I am a shipwreck far on lonely seas
With neither oars aboard, nor land in sight,
Nor mast, nor mast for fluttering rags of sail.
First Astrologer
Second Astrologer
Third Astrologer
Alcmena
O wailing winds, scatter these words away
As chaff unfruitful to unfruitful soil.
First Astrologer
Second Astrologer
Third Astrologer
Alcmena
Third Astrologer
First Astrologer
I hear a voice.
Alcmena
Third Astrologer
The dream was not, then, of Amphitryon?
Alcmena
Zeus
Zeus
Alcmena
Zeus
Alcmena
Have I not told you often how it is
With me and you? Or must you ask again
And hear me through unreasoned reasonings
To the last drop of bitterness? And yet——
Zeus
Alcmena
I had thought
Your journey would be longer.
Zeus
No, alas!
Alcmena
Zeus
We have need
No longer of these lamps. Quench them. The dawn
Arises in the East.
Alcmena
Since when am I
Become your slave?