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Alcemie

Das Dokument beschreibt verschiedene Extraktionsverfahren in der anorganisch-chemischen Industrie, Pharmazie, Parfumindustrie, Lebensmittelindustrie, Biochemie sowie bei der Bodensanierung und Abwasserreinigung. Es erläutert die Gewinnung von Aluminium aus Bauxit, die Herstellung von Drogenextrakten, die Gewinnung von Speiseölen und die Anwendung überkritischer Lösungsmittel. Zudem werden spezifische Techniken wie Hochdruckextraktion und wässrige 2-Phasensysteme zur Proteinreinigung und Schadstoffentfernung vorgestellt.

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Alcemie

Das Dokument beschreibt verschiedene Extraktionsverfahren in der anorganisch-chemischen Industrie, Pharmazie, Parfumindustrie, Lebensmittelindustrie, Biochemie sowie bei der Bodensanierung und Abwasserreinigung. Es erläutert die Gewinnung von Aluminium aus Bauxit, die Herstellung von Drogenextrakten, die Gewinnung von Speiseölen und die Anwendung überkritischer Lösungsmittel. Zudem werden spezifische Techniken wie Hochdruckextraktion und wässrige 2-Phasensysteme zur Proteinreinigung und Schadstoffentfernung vorgestellt.

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Anorganisch-chemische Industrie

Bauxit – Rohstoff zur Aluminiumgewinnung

Die Auslaugung oder Metallsalzextraktion ist ein wichtiges und unersetzbares


Verfahren, um beispielsweise Titandioxid (TiO2) zu gewinnen oder um Bauxiterz
vom Eisenhydroxid zu befreien. Bauxit ist ein Erz (natürliches Stoffgemisch),
das viel Aluminium- und Eisen-Hydroxide und -Oxide enthält. Das beim Erz-
Aufschluss in Natronlauge gelöste Aluminiumhydroxid kann dann aus der
Aluminatlauge vom Rotschlamm (Eisenhydroxid) gereinigt zurückgewonnen und durch
Brennen und Elektrolysieren in Aluminium umgewandelt werden. Der Aufschluss- und
Extraktionsvorgang der Aluminiumverbindungen im Bauxit ist hier mit der
chemischen Reaktion des Aluminiumhydroxids mit der Natronlauge zur Aluminatlauge
gekoppelt (Komplexbildungsreaktion). Auch die Wiederaufarbeitung von
Reaktorbrennelementen nutzt die Extraktion.
Pharmazie

Die Zubereitung von Drogenextrakten aus pharmazeutischen Drogen für Arzneimittel


oder Kosmetika durch Extraktion der Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen ist ein
zentrales Gebiet der Pharmazie.

In der pharmazeutischen Technologie werden verschiedene Verfahren angewandt, z.


B. Mazeration, Di- bzw. Remazeration (zweifache Mazeration), Digestion
(Mazeration unter erhöhter Temperatur), Re-/Perkolation (Extraktion mittels
Durchsickern, wie bei der Filterkaffee-Zubereitung), Soxhletverfahren,
Extraktion nach Twisselmann, Turbo- (Wirbel), Ultra-Turrax-, Ultraschall-,[4]
Gegenstromextraktion und Extraktion mittels Zentrifugalextraktor.

Viele pflanzliche Arzneimittel enthalten nur getrocknete Pflanzenteile oder


einfache Extrakte daraus. Bei der Herstellung eines Spezialextraktes handelt es
sich um einen komplexen, vielstufigen Extraktions- und Reinigungsprozess. Dabei
werden unerwünschte Inhaltsstoffe entfernt und die erwünschten, die Wirksamkeit
bestimmenden Phytopharmaka, angereichert. Die Anwendung von Spezialextrakten hat
u. a. folgende Vorteile: So kann die Wirkstoffkonzentration im Spezialextrakt
erhöht werden; es werden geringere Mengen eines Stoffes für die gleiche Wirkung
benötigt; nicht erwünschte Nebenprodukte werden bei der Extraktion entfernt, das
Phytopharmakon wird besser verträglich; Zusammensetzung und Menge der
Inhaltsstoffe ist standardisiert, was eine gleichbleibende Qualität garantiert.
[5]
Parfumindustrie

Auch Duftstoffe werden durch Extraktion gewonnen, Rosenöl beispielsweise wird


durch Wasserdampfdestillation (mit Dampf als Schleppmittel) aus Rosenblüten
hergestellt, duftendes Jasminöl durch Enfleurage (festes Fett als
Absorptionsmittel, aus dem die Duftstoffe dann extrahiert werden).
Lebensmittelindustrie

Das nach Menge größte Anwendungsgebiet ist die Gewinnung von Speiseölen aus
Ölsaaten durch Pressung und Extraktion mit dem Lösungsmittel Hexan. Aus dem
entstehenden Gemisch von Öl und Lösungsmittel (Miszella) wird durch
Abdestillieren des Lösungsmittels das Speiseöl gewonnen.

Ein neueres Extraktionsverfahren ist die Extraktion mit überkritischen


Lösungsmitteln (englisch supercritical fluid extraction ‚Überkritische
Flüssigextraktion‘). Bei hohen Drücken und Temperaturen nehmen Gase und
Flüssigkeiten einen Zustand ein, bei dem die physikalischen Eigenschaften des
Lösungsmittels weder denen des Gases noch denen der Flüssigkeit entsprechen,
diesen Bereich nennt man überkritisch. Hauptsächlich kommt hier überkritisches
Kohlenstoffdioxid (CO2) zur Anwendung. Mit überkritischem CO2 werden Extrakte
aus Lebensmitteln gewonnen oder unerwünschte Stoffe extrahiert: Koffein aus
Kaffeebohnen, Hopfenharze aus Hopfen, Nikotin aus Tabak, Aromen sowie Farbstoffe
und Inhaltsstoffe aus verschiedensten Gewürzstoffen, Gewürzpflanzen und
Naturstoffen. Mit überkritischem CO2 kann aber auch der umgekehrte Vorgang, das
Imprägnieren, erfolgen. Dafür wird ein festes Ausgangsmaterial mit den im
überkritischen CO2 gelösten Substanzen kontaktiert, wodurch die
Imprägniersubstanzen in sämtliche Poren des Feststoffes eindringen. Durch
langsames Entspannen verliert das überkritische CO2 die Lösefähigkeit und die
Imprägniersubstanzen verbleiben gleichmäßig verteilt im Feststoff zurück. Dieses
Verfahren wird industriell bereits in einer Großanlage in Dänemark zum
Imprägnieren von Holz (mit Essigsäureanhydrid) angewandt (siehe dazu
Acetyliertes Holz). Auch beschäftigen sich diverse Forschungseinrichtungen mit
dem Färben von Stoffen, wofür eigene Farbstoffe entwickelt wurden, die eine gute
Löslichkeit im überkritischen CO2 aufweisen. Die Wasserextraktion von gemahlenem
Röstkaffee und die Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung des Extraktes liefert
Pulverkaffee oder gefriergetrockneten Kaffee.
Biochemie

Da Proteine durch die meisten organischen Lösungsmittel denaturiert werden,


setzt man bei der Proteinreinigung wässrige 2-Phasensysteme für die Extraktion
ein. Das Prinzip beruht auf der Mischung zweier Lösungen, welche zwei getrennte
Phasen ausbilden. Beispiele hierfür sind Wolkenpunktextraktionen oder Fällungen
mit Polyethylenglykol- (PEG) oder Dextranlösungen. Die Wolkenpunktextraktion
basiert auf der Phasentrennung einer einprozentigen (m/V) Triton-X114-Lösung
oberhalb von 22 °C oder nach der Zugabe von Salzen und Natriumlaurylsulfat.[6]
Ebenso kommt eine Zweiphasenextraktion bei der DNA-Extraktion vor, in diesem
Fall mit einer wässrigen und einer organischen Phase. Das Produkt löst sich
entsprechend seinem Verteilungskoeffizienten unterschiedlich in den beiden
Phasen.
Bodensanierung und Abwasserreinigung

Bei der Bodensanierung lassen sich Schadstoffe mit unterschiedlichen Lösemitteln


aus kontaminierten Böden extrahieren. Hierzu hat sich auch die
Hochdruckextraktion als geeignet herausgestellt, bei der man, ähnlich wie bei
der Hochdruckextraktion von Kaffee, Hopfen oder Fetten und Ölen mit verdichteten
Gasen, wie z. B. Kohlenstoffdioxid, extrahiert.[7] Mithilfe von
Phosphoreliminationsverfahren werden in Kläranlagen Phosphate aus Abwasser
extrahiert, um sie als Phosphatdüngemittel wiedereinzusetzen.
Weblinks
Wiktionary: Extraktion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme,
Übersetzungen
Einzelnachweise
Heike P. Schuchmann, Harald Schuchmann: Lebensmittelverfahrenstechnik Rohstoffe,
Prozesse, Produkte. Wiley, 2012. ISBN 978-3-527-66054-4. S. 273.
Annette Kirchhoff: Modelle zum Fließverhalten nicht mischbarer Phasen in der
Chromatomembran- Zelle und Möglichkeiten ihrer Anwendung bei der Automation von
Analyseverfahren. 2004, "3 Extraktionsverfahren als Probenvorbereitung für die
Chromatographie", doi:10.17169/refubium-14496 ([Link] [PDF; abgerufen am
24. Januar 2025]).
Carsten Bloch: Die Chromatomembran-Methode als Probenvorbereitung für die
Gaschromatographie. Dissertation. FU Berlin, 1999, Kapitel 3.2.
Ultraschall-Extraktion von Koffein und anderen aktiven Wirkstoffen
P. W. Elsinghorst u. a.: The thermal and enzymatic taxifolin-alphitonin
rearrangement. In: Journal of Natural Products.74(10), 28. Okt 2011, S. 2243–
2249; PMID 21992235.
R. Ma, J. Zhao, H. C. Du, S. Tian, L. W. Li: Removing endotoxin from plasmid
samples by Triton X-114 isothermal extraction. In: Analytical biochemistry. Band
424, Nummer 2, Mai 2012, S. 124–126, ISSN 1096-0309.
doi:10.1016/[Link].2012.02.015. PMID 22370278.

I. Reiß, A. Schleußinger, S. Schulz: Bodensanierung durch


Hochdruckextraktion. In: Chemie in unserer Zeit. 28. Jahrg. Nr. 4, 1994, S. 189–
196, ISSN 0009-2851.

Kategorien:

Pharmazeutische TechnologieExtraktion

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