POLITIK
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E-Zigaretten
Wie Schulen mit dem Vape-Trend umgehen
E-Zigaretten werden immer beliebter – und sind auch immer öfter Thema bei Lehrkräften
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Sara Sundermann
Bremen. Wenn es auf dem Schulklo stark nach Mango oder Erdbeeren riecht, dann ist klar: Hier wurde
gevaped. Die oft blumig aromatisierten E-Zigaretten und Vapes sind bei Jugendlichen im Trend. Und sie
bergen Gesundheitsgefahren, nicht nur durch das normalerweise enthaltene Nikotin, sondern teils auch durch
illegal beigemischte Zusatzstoffe. Wie reagieren Bremer Schulen auf den Trend zum Vapen?
„Das Problem ist schon da, dass sich einige Kinder über ihre Schul-I-Pads zum gemeinsamen Vapen auf den
Toiletten verabreden“, sagt Hans-Martin Utz, Schulleiter der Gesamtschule Ost (GSO) in Tenever. „Wir
machen da auch Kontrollgänge.“ Doch der Nachweis, von wem hier gevaped wurde, sei schwierig: „Die
Kinder sagen dann, das roch hier schon vorher so - und wir machen keine Taschenkontrollen.“ Utz ordnet den
Vape-Trend als gesellschaftliches Problem ein: „Es ist wichtig, das Thema und auch Gefahren durch
Zusatzstoffe mit den Schülerinnen und Schülern zu besprechen.“ Moderne Schulen und Lehrkräfte würden
heute aber ohnehin Gesundheitsthemen viel stärker aktiv aufgreifen als noch vor zehn Jahren, ist Lutz
überzeugt.
Einen starken Hype um Vapes kann er an seiner Schule bisher nicht beobachten: „Es ist nicht so stark
ausgeprägt, ich finde, das Rauchen insgesamt ist weniger geworden, und Gott sei Dank führen auch die Vapes
immer noch ein Nischendasein.“ Zu spüren sei bei vielen Jugendlichen eher ein starker Gesundheitstrend:
„Die gehen dann eher schon mit 16 in die Muckibude.“ Außerdem gebe es an der GSO auch viele Kinder aus
muslimischen Familien. Und in vielen dieser Familien sei Rauchen und Vapen schon aus religiösen Gründen
nicht angesagt.
Offizielle Raucherecken auf dem Schulhof, in denen ganz legal gequalmt werden kann, gibt es in Bremen
schon lange nicht mehr. Grundsätzlich ist in Bremer Schulen laut Bildungsbehörde das Rauchen und damit
auch das Vapen verboten. Zielvorstellung ist die rauchfreie Schule. Dass Vapes und E-Zigaretten bei
Jugendlichen im Trend sind, ist an den Schulen im Alltag natürlich trotzdem zu spüren. Und Schülerinnen
und Schüler, die über 18 sind, dürfen in den Pausen ohnehin das Schulgelände verlassen und rauchen dann
eben auf dem Parkplatz nebenan.
Das beschreibt auch Schulleiter Karsten Lüpke von der Oberschule am Leibnizplatz in der Neustadt (OSL).
Volljährige Schüler gingen teilweise zum Rauchen oder Vapen in den benachbarten Rosengarten. „Wir haben
auch immer wieder Schülerinnen und Schüler, die heimlich das Schulgelände verlassen und dann vapen“,
sagt Lüpke. Er stellt dabei klar: „Das sind aber Ausnahmen, wir dürfen uns keine zugequalmten Schulhöfe
vorstellen.“ Obwohl der Schulleiter die Vapes generell für einen „Riesentrend“ hält, sei dieser auf Schulhöfen
bisher nur punktuell wahrnehmbar. Dennoch beobachtet er eine Veränderung: „Das Rauchen hat schon seit
einigen Jahren auf niedrigem Niveau wieder angezogen, und durch die Vapes wird das auf jeden Fall
nochmal deutlich verstärkt.“
Zusatzstoffe können giftig sein
Die Gefahren, die E-Zigaretten und Vapes bergen können, sind vielen noch nicht bewusst. Denn privat
gepanschte oder auch online erworbene Vapes können illegale Zusatzstoffe enthalten, zum Beispiel das
sogenannte Fake-CBD. Und diese können für massive Vergiftungen sorgen und sogar lebensbedrohlich sein.
Auch in Bremen hat es bereits medizinische Notfälle durch Vape-Drogen gegeben, zwei Jugendliche mussten
ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Für Lehrkräfte bietet das Landesinstitut für Schule (LIS) deshalb spezielle Fortbildungen zu den Gefahren
von E-Zigaretten und neuen psychoaktiven Substanzen in Vapes an. Laut Bildungsbehörde führen zudem
Fachkräfte für Suchtprävention verstärkt Schülerkurse – sogenannte Vape-Checks - zur Aufklärung durch.
Die Behörde verschickte Ende vergangenen Jahres ein Rundschreiben an die Schulen und empfahl ihnen, in
ihrer Hausordnung ab jetzt ausdrücklich E-Zigaretten, E-Shishas und verwandte Produkte zu verbieten.
„In der Klasse 6 greifen wir das Thema Sucht mit der Klassenleitung auf“, erzählt Lüpke. „Und im Jahrgang
8 geht es bei uns im gesamten Schuljahr um Suchtprävention und verschiedene Substanzen. Wir holen dann
Mitarbeiter von Suchtberatungsstellen zu uns in die Schule und machen auch Ausflüge zu Beratungsstellen.“
Einen gesundheitsgefährdenden Zwischenfall durch Vapes hat der Schulleiter an der OSL noch nicht erlebt.
Es habe aber einen Fall gegeben, in dem ein Schüler einen anderen gegen seinen Willen zum Vapen genötigt
habe. Präsenter als die Vapes sei ein anderes Suchtmittel, stellt Lüpke fest: „Das Thema Kiffen ist viel größer,
das hat sich in Kreisen von Oberstufenschülern zum Teil inzwischen stärker normalisiert – wir haben aber
auch ganz viele Schülerinnen und Schüler, die sehr gesundheitsbewusst sind.“