Lernfeld 18
Arbeits- und Handlungsfelder der Intensiv- u. Notfallmedizin
Eine Einführung auf der Intensivstation
• Umgang mit einem Polytrauma
TalentOrange • Fachkräfte weltweit 1
Intensivstation
Auf Intensivstationen werden die Vitalfunktionen von vital gefährdeten Menschen
kontinuierlich überwacht (z.B. durch Monitoring), wenn nötig unterstützt (z.B.
durch Beatmung) oder auch lebenswichtige Organfunktionen teilweise ersetzt
(z.B. mit Hämodialyse).
Intensivstationen verfügen über einen höheren Personalschlüssel als
Normalstationen, das heißt, dass deutlich mehr Personal pro Patienten zur
Verfügung steht. Das Gesetz zur Personaluntergrenze regelt dabei, wie viele
Patienten von einer Pflegefachkraft pro Schicht maximal versorgt werden sollten.
(I care 2020)
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Intensivstation - Patientengruppe
Patientengruppen
Überwachungspatienten: Patienten mit potenziellen vitalen Gefährdungen zur
Überwachung und Risikominimierung, z.B. nach großen OPs, bei kardialen und
pulmonalen Problemen
kritisch Kranke: Patienten mit akuten vitalen Gefährdungen, z.B. Frühgeborene,
Patienten mit Verbrennungen, Schock, Sepsis, Polytrauma, Koma, Blutungen,
neurologischen Störungen oder Intoxikationen
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Pflegepersonaluntergrenze
Nur mit einer guten Pflegepersonalausstattung ist eine sichere und gute
Behandlung von Patient:innen im Krankenhaus möglich.
Eine Unterbesetzung von pflegesensitiven Bereichen im Krankenhaus kann fatale
Folgen für Patientinnen und Patienten haben. Darum wurden die folgenden
Krankenhausbereiche als pflegesensitive Bereiche festgelegt, in denen
Pflegepersonaluntergrenzen gelten:
➢ Intensivmedizin und pädiatrische Intensivmedizin
Seit 1. Februar 2021: Tagschicht 2 Patienten pro Pflegekraft;
Nachtschicht 3 Patienten pro Pflegekraft
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Personelle Ausstattung - Ärzte
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Indikationen für den Aufenthalt auf einer
Intensivstation
Grundsätzlich werden alle Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden
und ständiger Überwachung oder besonders intensiver Behandlung bedürfen, auf
eine Intensivstation aufgenommen. Einige Beispiele von intensivmedizinisch
behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern sind:
• Herzinfarkt
• Lungenembolie
• akute Pankreatitis
• schwere gastrointestinale Blutung
• schweres Trauma (Polytrauma)
• Postoperative Überwachung und Therapie von Risikopatienten
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ICU und IMC
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Intermediate Care (IMC)
Auch als Überwachungsstationen bezeichnet
o IMC-Einheiten sind eher als Versorgungsbaustein zu verstehen, die
Normalstationen entlasten und Intensivstationen besser für PatientInnen zu
nutzen
o Überwachung der vitalen Funktionen, die mit einer erhöhten Pflegebedürftigkeit
einhergeht
o Monitoring, EKG-Überwachung, Sauerstoffsättigung, invasive Überwachung mit
arterieller Blutdruckmessung, Blutgasanalyse.
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Eine Intensivstation stellt sich vor...
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Arbeitsauftrag
• Bitte schauen Sie sich das Bild an und notieren Sie alle Geräte, die auf
dem Bild zu erkennen sind
• Einzelarbeit
• Bearbeitungszeit: 5-10 Minuten
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Intensivpflegeplatz
Zimmer
Auch auf der ICU gibt es Einzel- und
Mehrbettzimmer.
Vor allem die Einzelzimmer besitzen
je eine eigene Schleuse –
für (Umkehr-)Isolationen. Jeder Bettplatz
hat eine Steckdosenleiste,
Notstromsteckdosen und spezielle
Wandanschlüsse z. B. für Sauerstoff und
Druckluft. Auch ein Monitor ist an jedem
Platz vorhanden. Dieser ist mit einem
Zentralmonitor verbunden – dort gehen alle
Alarme ein. Externe und zentrale Monitore
speichern die Alarme
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Deckenversorgung
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Die Wirkung vom Licht
• Schaffen Sie eine angenehme Umgebung für Patienten,
• Pflegepersonal und Besucher
• Förderung des Heilungsprozesses
• Unterstützen Sie Arbeitsabläufe (Dokumentation, Medikation, etc.)
• Reduzieren Sie Stress, indem Sie Orientierung bieten
• Indirektes Licht
• Arbeitsplatz-Komponenten, Schubladenbeleuchtung
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Intensivstation
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Überwachung auf der Intensivstation
• Sauerstoffsättigung (peripher, zentral)
• Blutdruckmessung (invasiv, oszillometrisch)
• Herzfrequenz (EKG)
• Temperatur
• Blutgase
• Ausscheidung
• Intrakranieller Druck (ICP)
• Herzdrücke/Lungendrücke
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Sauerstoffsättigung SaO2
Die periphere Sauerstoffsättigung
(SaO2) gibt Auskunft darüber, wie viel
Prozent des Hämoglobins im Blut mit
Sauerstoff beladen ist, also wie gut
das Blut mit Sauerstoff gesättigt ist.
Sie kann mithilfe
der Pulsoxymetrie über einen Clip an
der Fingerkuppe oder am
Ohrläppchen (Pulsoxymetrie) erfasst
werden oder invasiv mittels
Blutgasanalyse
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Sauerstoffsättigung
Normwerte und Abweichungen
• Ein gesunder Mensch hat eine arterielle Sauerstoffsättigung nahe 100 %.
• Stark vorerkrankte Menschen, z. B. mit einer COPD (chronisch-obstruktive
Lungenerkrankung), können sich an niedrigere Werte gewöhnt haben (durchaus
auch unter 90%).
• Eine SaO2 von weniger als 90 % ist i.d.R. behandlungsbedürftig. Entscheidend ist
dabei, wie der klinische Zustand des Betroffenen ist – hat er Dyspnoe? Eine
Zyanose? Wie ist die Vigilanz?
• Umgang mit COPD – Patient:innen?
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Ursachen eines niedrigen SaO2
Ein niedriger SaO2 weist auf eine eingeschränkte Sauerstoffaufnahme hin:
• Mechanische Ursachen (z. B. Atemwegsobstruktion, Thoraxtrauma)
• Neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Guillain-Barré-Syndrom, Myasthenia gravis)
• Medikamente mit hemmender Wirkung auf das Atemzentrum (z. B. Opioide, Heroin,
Morphine)
• Lungenerkrankungen (Schwere Pneumonie, Fibrose)
• Lungenembolie
• Lungenödem
• Akutes Asthma
• Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS)
• Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
• Pneumothorax
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Blutdruck
Der Blutdruck ist ein wichtiger Parameter zur Einschätzung der Kreislauffunktion, daher wird er bei
allen Patienten regelmäßig bzw. kontinuierlich überwacht. Zwei Messverfahren sind möglich:
• nicht invasive Blutdruckmessung: Bei der nicht invasiven Variante tragen die Patienten eine
Manschette, wie sie auch beim manuellen Messen üblich ist. Die Manschette ist an einem
Monitor angeschlossen, der die Messung automatisch vornimmt. Das Zeitintervall wird am
Monitor eingestellt (NIBP = Non invasive Blood Pressure)
• invasive Blutdruckmessung: Mithilfe spezieller Kanülen kann der Blutdruck direkt in einer Arterie
(A. radialis, A. brachialis, A. femoralis) erfasst werden. Über einen Druckwandler kann die
Pulswelle in einen Blutdruckwert umgewandelt und auf dem Monitor abgebildet werden. Es ist
also ein kontinuierliches Verfahren. Die invasive Messung ist z. B. bei instabilen Patienten
notwendig oder auch bei Patienten nach einer großen Gefäß-OP.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Mittlerer arterieller Blutdruck
Der mittlere arterielle Blutdruck (MAD, Mitteldruck) gibt Aufschluss über die
Durchblutung in den Kapillaren bzw. im Gewebe. Sinkt der MAD dauerhaft unter
60 mmHg, besteht die Gefahr, dass die Organe des Körpers nicht ausreichend mit
Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Häufig zeigt sich das zunächst an
den Nieren durch eine sinkende Urinausscheidung.
Errechnet wird er über den systolischen und diastolischen Blutdruckwert. In der
Praxis zeigt der Monitor ihn an – meist steht er in Klammern hinter den Werten
des Blutdrucks.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Berechnung des MAD
Diastolischer Druck + 1/3 (systolischer Druck – diastolischer
Druck)
Eine rechnerisch einfachere Formel lautet:
(2 * Diastole + Systole) / 3
Aufgabe:
Ermitteln Sie den MAD
Systolischer RR: 80 mmHg
Diastolischer RR: 50 mmHg
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Arterielle
Kanülierung
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Katecholamine
Katecholamine sind stark kreislaufwirksame Substanzen, die ausschließlich auf der
ICU (manchmal auch auf IMCs) und im Notfall eingesetzt werden. Katecholamine
werden u.a. bei niedrigem Blutdruck (?) eingesetzt, um z. B. bei einer akuten
Herzinsuffizienz die Herz-Kreislauf-Funktion möglichst schnell wiederherzustellen
Um eine Hypotonie auszugleichen, hat der Organismus prinzipiell 2 Möglichkeiten:
Entweder er steigert das Herzzeitvolumen (HZV), also das Volumen, das das Herz
pro Minute auswirft, und die Herzfrequenz, oder er verengt die peripheren
Gefäße und führt so das Blut zur Körpermitte. Katecholamine unterstützen diese
Mechanismen
Sonja Zorbanou-Schröter
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Katecholamine
Katecholamine - Hormone des Nebennierenmarks (NNM)
Die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin werden in Stresssituationen
zeitlich noch vor den Glukokortikoiden ausgeschüttet. Sie versetzen den Körper
in Alarmbereitschaft, indem sie:
• den Blutzuckerspiegel erhöhen (Steigerung der Glykogenolyse),
• die Herzleistung steigern, den Blutdruck erhöhen und die Atemwege erweitern,
• die Aufmerksamkeit erhöhen und
• die Schweißbildung steigern.
Ihre Freisetzung wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Das NNM ist in
erster Linie für die Adrenalinproduktion
Sonja Zorbanou-Schröter
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Adrenalin
ADRENALIN enthält Epinephrin, auch Adrenalin genannt, das als natürlich vorkommendes sog. Stresshormon
• eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels,
• Steigerung des Blutdrucks
• Pulsfrequenz
• Erweiterung der Bronchien und Pupillen bewirkt
Als Arzneimittel wird Epinephrin zur Wiederbelebung bei Herzstillstand und beim anaphylaktischen Schock (selten
vorkommende, schwerste, lebensbedrohliche Form einer Allergie vom Soforttyp) eingesetzt.
Quelle: [Link]
Sonja Zorbanou-Schröter
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Noradrenalin
• Noradrenalin (z. B. Arterenol)
• Es wirkt gefäßverengend (v. a. in den peripheren Gefäßen)
und dadurch blutdrucksteigernd
• Es verändert aber das HZV nicht signifikant und senkt
sogar manchmal die Pulsfrequenz.
• In der Notfallmedizin wird Arterenol z. B. beim
hypovolämischen Schock eingesetzt.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Dobutamin
• Dobutamin (z. B. Dobutrex):
• Dieses synthetische Katecholamin steigert das HZV, ohne
den peripheren Widerstand zu steigern – also z. B. die
Gefäße in den Beinen zu verengen.
• Es eignet sich z. B., um das Herz während einer
Insuffizienz zu unterstützen (z. B. nach Infarkt oder bei
Entzündungen).
• In hohen Dosierungen und im Einzelfall erhöht es
allerdings nur die Herzfrequenz und ist kontraproduktiv.
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EKG
Über ein EKG-Kabel wird der Herzschlag kontinuierlich abgeleitet. Er zeigt die
Frequenz, aber auch Herzrhythmusstörungen an. Viele Stationen haben 3-polige
Ableitungen, möglich sind aber auch mehrpolige Ableitungen, z. B. bei Patienten
mit kardiologischen Erkrankungen.
Sonja Zorbanou-Schröter
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EKG, Rhythmusstörungen
Sonja Zorbanou-Schröter
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Sonja Zorbanou-Schröter [Link]@[Link] 32
Temperatur
Die Körpertemperatur gibt z.B. Hinweise auf eventuelle Entzündungsvorgänge im Körper.
Auf Intensivstationen wird die Temperatur mindestens 1-mal pro Schicht gemessen, i.d.R.
rektal oder aurikulär. Es besteht auch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Messung
über einen speziellen Blasenverweilkatheter oder die Magensonde.
Therapeutische Hypothermie
Nach einer kardiopulmonalen Reanimation werden die Betroffenen manchmal „künstlich“
gekühlt (milde Hypothermie). Das soll einen positiven Einfluss v. a. auf die zerebralen
Funktionen haben (sog. verbessertes Outcome). Das therapeutische Ziel sind eine
Temperatur von 32–34 °C und eine Therapiedauer von 12–24 Stunden. Danach wird der
Patient langsam und vorsichtig auf normale 37 °C erwärmt.
Sonja Zorbanou-Schröter
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„Gezieltes Temperaturmanagement“
(„targeted temperature management“, TTM)
Empfohlen wird das TTM für Patienten mit außerklinischem Herz-Kreislauf-
Stillstand, mit Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie als
primär registriertem EKG-Rhythmus, die nach Wiederherstellung der spontanen
Zirkulation nicht bei Bewusstsein sind. Die erzielte Körperkerntemperatur soll
nach den Empfehlungen zwischen 32 - 34 Grad Celsius liegen
Das gezielte Temperaturmanagement wird auch bei reifen Neugeborenen mit
perinatal erworbener Asphyxie und Acidose und/oder Enzephalophathie
empfohlen; hier soll die erzielte Körperkerntemperatur bei 32,5–35,5°C liegen
Sonja Zorbanou-Schröter
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Temperaturmonitoring
• Blasenkatheter mit • Intravasales TTM
Temperatursonde
Sonja Zorbanou-Schröter
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Blutgasanalyse (BGA)
Für eine Vielzahl an Stoffwechselvorgängen im
Körper ist ein konstanter Blut-pH-Wert
notwendig. Dieser liegt
physiologischerweise im Plasma bei 7,4.
An der langfristigen Aufrechterhaltung dieses
pH-Wertes sind hauptsächlich zwei Systeme
beteiligt:
• respiratorisches System beeinflusst den
Säure-Basen-Haushalt über die vermehrte
oder verminderte Abatmung von CO2,
• nicht-respiratorisches (= metabolisches)
System reguliert die Konzentration sog.
Pufferbasen.
Das wichtigste Organ des metabolischen
Systems ist die Niere
• die Puffersysteme im Blut
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Ausscheidung
o Die Urinausscheidung erfolgt meist über einen Blasendauerkatheter. Im Unterschied
zur peripheren Station arbeiten aber die ICUs mit stündlicher Urinmesssystemen.
Darüber lassen sich engmaschig kleinste Mengen Urin bestimmen. Eine stündliche
Überwachung der Urinausscheidung ist auf ICUs üblich.
o Neben der Urinausscheidung überwacht das Pflegefachpersonal zudem die
Stuhlausscheidung (z.B. über Fäkalkollektoren), Wundsekrete (z.B. über Drainagen),
Erbrechen oder Magensaft (z.B. über Magensonden/-ablaufsonden).
Sonja Zorbanou-Schröter
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Weitere Überwachungsmöglichkeiten
• Intrakranieller Druck (ICP): zur Bestimmung des Hirndrucks (z.B. bei einem SHT)
• Herzdrücke/Lungendrücke: Die Interpretation des hämodynamischen
Monitorings (PiCCO, Pulmonaliskatheter) unterliegt dem Verantwortungsbereich
des Arztes
Sonja Zorbanou-Schröter
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Perfusor Infusionspumpe zur kontinuierlichen
intravenösen Verabreichung von Infusionen
Kolbenpumpe, die eine besonders ge-
naue Dosierung von Infusionen auch
kleinster Volumina ermöglicht. Dabei
wird ein exakt dosierbarer kontinuier-
licher Druck auf den Kolbenstempel ei-
ner großen, im Perfusor befestigten In-
jektionsspritze ausgeübt.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Beatmung - Beatmungsmaschine
Sonja Zorbanou-Schröter
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Atemwegsmanagement
Zum Atemwegsmanagement gehört das Freimachen, das Freihalten und
die Sicherung der Atemwege sowie die Beatmung. Ziel der Maßnahmen ist es,
eine Sauerstoffminderversorgung zu verhindern und vor Aspirationen zu
schützen.
Das Atemwegsmanagement ist Teil der Anästhesie- und Intensivmedizin und spielt
auch in der Notfallmedizin eine wichtige Rolle.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Intubation
Intubation
Unter Intubation (auch endotracheale Intubation) versteht man das Einführen
eines Tubus in die Luftröhre, über den der Patient beatmet werden kann.
Sie wird v. a. bei Bewusstlosen in der Notfallmedizin sowie in der Anästhesie zur
Narkose und in der Intensivmedizin eingesetzt:
➢ eine sichere Beatmung zu gewährleisten
➢ Patienten vor einer Regurgitation (Rückfluss) von Mageninhalt,
➢ Blut oder Sekret und anschließender Aspiration zu schützen.
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Intubation bei analgosedierten
Patient:innen
Sonja Zorbanou-Schröter
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Atemwegssicherung - Intubation
Tubus, Führungsdraht, Blockerspritze
Cuffdruckmesser
Beatmungsbeutel
Stethoskop
Sonja Zorbanou-Schröter Laryngoskop mit Spateln Sauerstoffanschluss
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Maschinelle Beatmung
Bei der invasiven Maschinenbeatmung mithilfe eines Respirators (Beatmungsgerät) gibt es
– grob unterteilt – 2 Varianten (und darüber hinaus sehr viele feine Einstellungen):
• Vollkontrollierte Beatmung: Der Patient kann oder soll nicht selbst atmen, die Maschine
übernimmt die Atmung komplett. Diese Variante wird selten angewandt.
• Assistierte Beatmung: Der Patient hat die Möglichkeit, unter der Beatmung eigene
Atemzüge zu machen.
Beatmungsmaschinen sind wie Computer – man muss ihnen sagen, was sie tun sollen. Es
gibt druck- oder volumenkontrollierte Beatmung. Das heißt, dass man dem Respirator
entweder vorgibt,
• dass er in einem bestimmten Zeitraum ein definiertes Volumen in die Lungen gibt oder
• dass er den Luftstrom in den Patienten hinein oder heraus so lange zulässt, bis ein
eingestelltes Druck
Sonja Zorbanou-Schröter
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Anfeuchtung
Intubierte Patienten können ihre Atemluft nicht über die Schleimhäute anfeuchten
– wie es bei der Spontanatmung der Fall ist. Deshalb sind im Schlauchsystem der
Beatmungsmaschine Filter zwischengeschaltet, die diese Aufgabe übernehmen.
Es gibt auch spezielle Systeme, um die Atemluft mit Wasser anzufeuchten.
Aufgabe der Pflegenden ist es, die Filter (oder die mit Wasser geführten Systeme)
regelmäßig zu wechseln – meist alle 24 Stunden.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Absaugen (Bronchialtoilette)
Bei invasiv beatmeten Pflegeempfängern und bei Pflegeempfängern, bei denen
die Selbstreinigungsmechanismen der Bronchien nicht mehr
richtig funktionieren, muss das Sekret, das sich ansammelt, abgesaugt werden.
Das Sekret behindert die vollständige Belüftung der Lunge und kann damit zu
einer Pneumonie oder zu Atelektasen führen. Es ist daher unbedingt
erforderlich, steril zu arbeiten, damit keine Keime in die Lunge eindringen.
Abgesaugt werden kann entweder die Nase (nasal), der Mund (oral) oder die
Luftröhre (endotracheal). Das Absaugen sollte gezielt und nicht zu häufig
erfolgen. Die Bronchialtoilette ist immer eine mechanische Manipulation von
außen, bei der es zur Keimverschleppung kommen kann.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Maschinelle Beatmung
NIV (nicht invasive Beatmung)
Bei der nicht invasiven Maskenbeatmung (Noninvasive Ventilation, NIV) erhält der
Patient die Atemunterstützung über eine eng anliegende Maske.
Das Verfahren ist für die Betroffenen oft unangenehm, denn die Maske drückt,
Trinken und Essen sind schlecht oder nicht möglich.
NIV ist aber manchmal ein geeignetes Mittel, um bei akuter Ateminsuffizienz eine
Intubation zu umgehen.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Aufgaben
• Klinische Überwachung • Apparative Überwachung
• Übernahme und Übernahmecheck • Der Überwachungsmonitor
am Patienten
• Dienstübergabe am Patientenbett • EKG-Monitoring
• Übernahmecheck am Patienten • Atemfrequenz
• Übernahmecheck apparativ • Pulsoxymetrie
(Alarmgrenzen) • RR-Messung
• etc.
Sonja Zorbanou-Schröter
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Sonja Zorbanou-Schröter [Link]@[Link] 50
Aufgaben
1. Klinische Überwachung
2. Apparative Überwachung
Quelle: Ullrich & Stolecki 2015, S. 42
Sonja Zorbanou-Schröter
[Link]@[Link] 51
Literaturverzeichnis
• Bundesministerium für Gesundheit. (2021). Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus
([Link])
• DIVI. (2022). Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
[Link]
• I care Krankheitslehre (2020). 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme
doi:10.1055/b-006-163256
• Kwasny, O., Kutscha-Lissberg, F., Vécsei, V. (1992). Der polytraumatisierte Patient:
Zielsetzungen, Prioritäten und Management. Acta Chir Austriaca 24, 316–321.
[Link]
• Ullrich L. & Stolecki (2015). Intensivpflege und Anästhesie. 3. überarbeitete und Auflage.
Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG [Link]
files/publikationen/intensivmedizin/20101130-publikationen-empfehlungen-zur-
[Link]
TalentOrange • Fachkräfte weltweit 52