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Mess System Analyse

Das Dokument behandelt die Mess-System-Analyse (MSA) gemäß der 4. Auflage und VDA 5, die die Fähigkeit von Messmitteln und -systemen analysiert. Es werden verschiedene Verfahren zur Berechnung der Messmittelfähigkeit, einschließlich Gage R&R und ANOVA, sowie deren Anwendung in der Industrie erläutert. Die MSA ist entscheidend für die Prozessfähigkeit und die Validierung von Messungen in sicherheits- und funktionsrelevanten Bereichen.

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Hans Meiser
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Mess System Analyse

Das Dokument behandelt die Mess-System-Analyse (MSA) gemäß der 4. Auflage und VDA 5, die die Fähigkeit von Messmitteln und -systemen analysiert. Es werden verschiedene Verfahren zur Berechnung der Messmittelfähigkeit, einschließlich Gage R&R und ANOVA, sowie deren Anwendung in der Industrie erläutert. Die MSA ist entscheidend für die Prozessfähigkeit und die Validierung von Messungen in sicherheits- und funktionsrelevanten Bereichen.

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Mess-System-Analyse [Link].

de

Mess-System-Analyse [Link]

Grundlagen & MSA 4th Edition, VDA 5

Inhalt
Voraussetzung und verwandte Themen ................................................................. 1
Keywords................................................................................................................ 2
Einführung .............................................................................................................. 2
Ziel und Nutzen ...................................................................................................... 2
Grundlagen............................................................................................................. 2
Verfahren 1............................................................................................................. 3
Verfahren 2............................................................................................................. 3
Verfahren 3............................................................................................................. 4
MSA Gage R&R ..................................................................................................... 5
Berechnung über ANOVA (Analysis of Variance) ................................................... 6
Messsystemanalyse analog VDA 5 ........................................................................ 6
Einseitig begrenzte Merkmale und nicht normalverteilte Größen ......................... 10
Betrachtung weiterer Einflüsse ............................................................................. 10
Messmittelfähigkeit für diskrete Merkmale ........................................................... 11
Auswahlübersicht ................................................................................................. 12
Weitere Literatur ................................................................................................... 12
Consulting & Schulungen ..................................................................................... 13
Anwendung in Visual-XSel ................................................................................... 15

Voraussetzung und verwandte Themen


Für diese Beschreibungen sind Grundlagen der Statistik vorteilhaft. Weiterführende und
verwandte Themen sind:
[Link]/Literatur
[Link]/[Link]
[Link]/[Link]
[Link]/[Link]
[Link]/Multiple_Regression.pdf
1 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

[Link]/Prozessfä[Link]
[Link]/[Link]

Keywords:
Mess-System-Analyse, Messmittelfähigkeit, Cgk, QMP, MSA 4, VDA 5, Gage R&R, Auf-
lösung, Kalibrierung, Wiederholbarkeit, Wechselwirkung, ANOVA, Teileeinfluss, Prü-
fereinfluss, IATF 16949, AQDEF-Format

Einführung
Als Mess-System-Analyse, kurz MSA, bezeichnet man die Analyse der Fähigkeit von
Messmitteln und kompletten Messsystemen. Man unterscheidet generell zwischen den
Messunsicherheiten des Messgerätes und den Einflüssen aus der Messprozedur (Hand-
habung, Prüfereinfluss, etc.). Eine MSA wird auch als Messmittel- oder Messgerätefä-
higkeit bezeichnet.
Speziell für sicherheitsrelevante, funktionsrelevante oder zulassungsrelevante soge-
nannte besondere Merkmale wird sowohl in der IATF 16949 als auch im VDA-Band Be-
sondere Merkmale die Mess-System-Analyse gefordert. Im Zusammenhang mit Beson-
deren Merkmalen werden auch sogenannte Zuv-Indikatoren genannt.

Ziel und Nutzen


Die MSA ist die Grundvoraussetzung z.B. für die Durchführung einer Prozessfähigkeit in
der Produktion oder für die Untersuchung von Effekten in der Entwicklung. Soll beispiels-
weise eine technische Maßnahme Abgaswerte reduzieren, so muss die Messung in der
Lage sein, diese Verbesserung ausreichend nachweisen zu können.
Bei zu großen systematischen und/oder zufälligen Abweichung eines Messgerätes, sind
Korrekturmaßnahmen vorzunehmen, oder das Messverfahren zu ändern.

Grundlagen
Es gibt eine Reihe von Industriestandards für die MSA, auf die sich diese Beschreibun-
gen beziehen. Im Wesentlichen sind es die

▪ AIAG MSA 4th Edition (Amerikanischer Standard)

▪ VDA Band 5 bzw. (Deutscher Standard der Automobilindustrie)


ISO 22514-7 (Internationaler Standard entspr. VDA 5
Capability of Measurement Processes)

Zunächst werden die Grundlagen, der in der Fachwelt weitläufig bekannten Verfahren 1
– 3 beschrieben. Hier gibt es die Capability-Kennwerte Cg und Cgk des 1. Verfahrens
und für Verfahren 2 und 3 die aus der MSA 4th Edition bekannten Kennwerte Gage R&R
(Repeatability & Reproduceability).

2 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

Da die Berechnungsschritte hier deutlich einfacher sind, als die über das heute übliche
ANOVA-Verfahren, lassen sich die Zusammenhänge hier leichter erläutern. Dafür be-
rücksichtigen die „alten“ Verfahren einige Aspekte nicht, die später beschrieben werden.

Verfahren 1
Wie eingangs beschrieben, gibt es hier die Kennwerte Cg und Cgk, die im gleichen Zu-
sammenhang stehen, wie die Prozessfähigkeitskennwerte Cp und Cpk. Auch hier ist
ein Wert von 1,33 zu erreichen, jedoch bezieht sich das Mess-System auf 20 % der
Toleranz T:

0,2 ∙ 𝑇𝑜𝑙 bzw. 0,1 ∙ 𝑇𝑜𝑙 − |𝑥̅𝑔 − 𝑥̅ 𝑚 |


𝐶𝑔 = 𝐶𝑔𝑘 =
2 ∙ 𝑘 ∙ 𝑠𝑔 𝑘 ∙ 𝑠𝑔
Tol = Toleranz = obere Spezifikationsgrenze OSG - untere Spezifikationsgrenze USG
x g = angezeigter Mittelwert
xm = wahrer Mittelwert
s g = Wiederholstandardabweichung

k=2 Standard für Vertrauensbereich 95,45 %


k=3 Für Vertrauensbereich 99,73 %, falls es die Anwendung erfordert oder es
normative Vorgaben gibt (z.B. Verschraubungstechnik)

In der Regel werden 25 Wiederholungsmessungen durchgeführt. Hieraus wird die Stan-


dardabweichung sg berechnet:
𝑛
1 2
𝑠𝑔 = √ ∑(𝑥𝑖 − 𝑥̅𝑔 )
𝑛−1
𝑖=1

Wie in der eingangs gezeigten Tabelle zu ersehen ist, wird in Cg und Cgk keine Auflö-
sung, Kalibrierunsicherheit und Linearität berücksichtigt. Es gibt nur eine zusätzliche An-
forderung, dass die physikalische und angezeigte Auflösung eines Messgerätes 2% der
zu messenden Toleranz betragen muss. In Ausnahmefällen sind bis zu 5% maximal
erlaubt.

Verfahren 2
Beim Verfahren 2 wird im Wesentlichen der Bedienereinfluss ermittelt. Hier wird der
Kennwert R&R verwendet, um zu beurteilen, ob die Messeinrichtung geeignet ist.
Es werden mindestens 2 Prüfer (k  2) festgelegt. Weiterhin erfolgt die Auswahl von
mindesten 5 (besser 10) Messobjekten (n  5), die möglichst über den Toleranzbereich
verteilt sind. Jeder Prüfer muss jedes Messobjekt mindestens zweimal messen (r  2).
Weiterhin muss folgende Bedingung erfüllt werden: k r  n  30.
Zur Auswertung wird jeweils der Mittelwert jedes Prüfers x und die mittleren Spannwei-
ten R berechnet. Danach wird die Wiederholpräzision mit dem Mittelwert aller mittleren
Spannweiten bestimmt:
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R1 = max Diff ( Messg .1, Messg .2,...)

R2 = max Diff ( Messg .1, Messg .2,...)

1 1
R1 =
n
 R1,i R2 =
n
 R2,i
Hieraus wird die mittlere Gesamtspannweite berechnet. Für zwei Prüfer gilt:

R1 + R2
R =
2
Mit Hilfe eines Korrekturfaktors K1 nach Duncan, der die Stichprobengröße berücksich-
tigt, kann nun die „Variation des Gerätes“ (Equipment Variation EV) berechnet werden.
EV = K1  R Korrekturfaktor K1

Anschließend wird der Einfluss des Prüfers berechnet. Hierzu müssen die größten und
kleinsten Mittelwerte aller Messreihen der Prüfer bestimmt werden. Der jeweils größte
und kleinste Wert wird zur weiteren Bewertung herangezogen.
Mit Hilfe eines weiteren Korrekturfaktors K2 nach Duncan, der die Prüferanzahl berück-
sichtigt, ergibt sich die Variation des Prüfereinflusses (Appraiser Variation AV).
AV = K2  xDiff Korrekturfaktor K2

xDiff = xmax − xmin xmax = Mittelwert von dem Prüfer, aus dessen Messreihe der größte
Mittelwert errechnet wurde.
xm in
= Mittelwert von dem Prüfer, aus dessen Messreihe der kleinste
Mittelwert errechnet wurde.
Hiermit entsteht:

R&R = EV + AV
2 2
bzw.

%R&R = R&R / RF 100% mit RF = Bezugsgröße, meist Toleranz T oder Bereich der Teile
Die Anforderung ist, je nach Technologie und Bedeutung der Anwendung:
%R&R  20% (Empfehlung)
%R&R  30% (Standard)

Verfahren 3
Das Verfahren 3 ist ein Sonderfall des Verfahrens 2 und wird bei Messsystemen ange-
wendet, bei denen kein Bedienereinfluss vorliegt (z.B. mechanisierte Messeinrichtung,
Prüfautomaten usw.). Die Berechnung erfolgt wie bei Verfahren 2, jedoch mit einem Prü-
fer. Es muss gelten: r  n  20.
Die Methode wird im Gegensatz zu Verfahren 1 auch dann angewendet, wenn die Mess-
daten nicht normalverteilt sind.

4 © 2025 CRGRAPH
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MSA Gage R&R


Die Messsystemanalyse der MSA 4th Edition ist dem Berechnungsverfahren, nach Ver-
fahren 2 sehr ähnlich. Die Berechnung der Variation des Gerätes EV ist hier identisch.
Beim Einfluss des Prüfers AV wird jedoch ein Anteil von EV abgezogen,

AV = (K 2  x Diff ) − (EV
2 2
/(n  r ) )
was den Einfluss des Prüfers geringer werden lässt. Anstelle des Bezuges auf die Tole-
ranz, kann hier %AV, %EV und %RR auch auf die Totalvariation der Bauteile bezogen
werden:

TV = RR2 + PV 2
PV = Rp  K3
Rp berechnet sich aus den Mittelwerten aller Teile (zeilenweise) und hiervon die größte
Differenz. K3 ist der Korrekturfaktor nach Duncan, mit Parameter n Messungen (erste
Zeile).
%R&R ergibt sich somit zu:
RR
%R & R =  100 %
TV
Der Bezug ist hier eine berechnete Teilevariation im Gegensatz zu der möglichen ange-
gebenen RF-Bezugsgröße aus größtem und kleinstem Wert der Teile bei Verfahren 2 u.
3. Analog hierzu gilt TV als Bezug für die anderen Kennwerte.
Wird nicht auf die Bauteilvariation, sondern auf eine (Prozess-)Toleranz bezogen, so gilt
hier:
6
% R & R = RR   100 % für Vertrauensbereich 99,73%
Tol

5,152
% R & R = RR   100 % für Vertrauensbereich 99%
Tol
Die Anforderung ist auch hier %R&R (%GRR)  20% .. 30%.

Auch hier sind die anderen Kennwerte auf die gleiche Weise umzurechnen. Die Prozen-
tangaben beinhalten hier also einen Bezug auf die statistische Fähigkeit. Dieser ist vor
allem für Produktionsprozesse anzuwenden, während die Beobachtungsgrenzen einer
DoE-Untersuchung nicht als Toleranzen anzusehen sind, sondern voll erfüllt werden
müssen.

Eine Kennzahl zur Beurteilung, wie sich die Variation der Bauteile zur Messunsicherheit
verhält, ist die sogenannte „number of distinct categories“ (Anzahl unterscheidbarer Ka-
tegorien/Bereiche):
PV
ndc =1,41 ndc ≥ 5.
RR
ndc wird normalerweise auf eine ganze Zahl abgerundet.

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Berechnung über ANOVA (Analysis of Variance)


Die Einflüsse werden bei der ANOVA nicht über den Rang und einem Korrekturfaktor,
sondern über eine Streuungszerlegung bestimmt (siehe hierzu auch
[Link]/[Link]). Dabei setzen sich die Einflüsse aus der Vari-
ation der Teile, der Prüfer, sowie der Wechselwirkung zwischen diesen zusammen. Der
größte Vorteil der ANOVA ist die Berücksichtigung der Wechselwirkung, weshalb dieses
Verfahren zu bevorzugen ist.

Um die Einflüsse getrennt beurteilen zu können, zerlegt man die Summe der quadrati-
schen Abweichungen über alle Messwerte in Teilsummen und betrachtet deren Varian-
zen. Die klassische Darstellung im angelsächsischen Sprachraum ist:
Degrees of Freedom Sum of Squares Mean Square F-Wert
Anzahl Informationen Varianz = SS/DF

DF SS MS F
Teil 9 1,181E-05 1,313E-06 71,7
Prüfer 2 3,640E-07 1,820E-07 9,9
Teil*Prüfer (Wechselw.) 18 3,293E-07 1,830E-08 0,7
Wiederholbarkeit 30 7,700E-07 2,567E-08
Total 59 1,328E-05

Die Darstellung der MSA ist:

Sym. Sym.
Wiederholbarkeit EV 9,080E-04 %EV 18,2
Prüfereinfluss AV 5,351E-04 %AV 10,7
Wechselwirkung IA 0,000E-01 %IA 0,0
Teilevariation PV 2,782E-03 %PV 30,0
Messsystem RR 1,054E-03 %R&R 21,1

Zunächst werden Quadratsummen der Tabellendaten horizontal und vertikal gebildet


(Sum of Squares). Mit Hilfe der Freiheitsgrade DF entsteht hieraus die Varianz (Mean
Square) und die Standardabweichung der Anteile. Ausgegeben wird hiervon der 6-fache
Wert, was 99,73% der Teile beinhaltet. Über dem F-Wert als Verhältnis der Varianzen-
Summen von Prüfer und Wiederholungen werden die Signifikanzen der Anteile bestimmt
(in der Regel über den p-Value).
Bei der Angabe der Beispielzahlen ist zu berücksichtigen, dass zur Verrechnung mit und
ohne Wechselwirkungen andere Anteile entstehen.

Messsystemanalyse analog VDA 5


Im Verfahren nach VDA Band 5 bzw. ISO 22514-7 spricht man von Messunsicherheiten,
deren Anteile analog der ANOVA berechnet werden. Hier betrachtet man nicht die Vari-
anzen, sondern die Standardabweichungen, die über das Symbol u beschrieben wer-
den. Grundsätzlich gilt:
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Messprozess = Messunsicherh. Gerät + Messunsicherh. Vorrichtung&Prüfer

Die wichtigsten Messunsicherheiten zeigt folgende Übersicht:

Anteil Symb. Berechnung


Auflösung der Anzeige u RE = 𝑅𝐸/√12 RE Auflösung

Systematische Abweichung u Bi = |𝑥̅𝑔− 𝑥𝑚 |/√3 𝑥̅𝑔 angez. Mittelw.


Normal
𝑥𝑚 Referenzwert Normal
Wiederholbarkeit am Normal
1 𝑥𝑖 Messw. i-te Wiederh.
2
u EVR =√ ∑(𝑥𝑖 − 𝑥̅𝑔 ) 𝑛𝑛 Anzahl Wiederh.
𝑛𝑛 − 1

Hieraus wird der Geräteeinfluss (MS = MessSystem) als Zwischenergebnis gebildet:


2 2 2 }
𝑢𝑀𝑆 = √𝑢𝐵𝐼 + 𝑚𝑎𝑥{𝑢𝑅𝐸 ; 𝑢𝐸𝑉𝑅

Der Umfang der Vorrichtung und des Prüfers ist:

Anteil Symb. Berechnung


Wiederholbarkeit Prüfobjekt u EVO = √𝑀𝑆𝐸𝑉 MSEV Varianz Wiederholbark.

Vergleichbarkeit Prüfer u AV = √𝑀𝑆𝐴𝑉 MSAV Varianz Prüfer

Wechselwirkung u IA = √𝑀𝑆𝐼𝐴 MSIA Varianz Wechselwirkg.

Es sind mindestens 10 Messobjekte zu verwenden, die möglichst über den Toleranzbe-


reich verteilt sind. Diese werden von den Prüfern mindestens zweimal vermessen. Ana-
log Gage R&R Verfahren 3 ist auch nur ein Prüfer möglich, wenn die MFU/PFU nur von
einem Prüfer durchgeführt wird.

Insgesamt wird der Messprozess bestimmt durch:

2 2 2 2 } 2 2
𝑢𝑀𝑃 = √𝑢𝐵𝐼 + 𝑚𝑎𝑥{𝑢𝑅𝐸 ; 𝑢𝐸𝑉𝑅 ; 𝑢𝐸𝑉𝑂 + 𝑢𝐴𝑉 + 𝑢𝐼𝐴

Analog dem %R&R wird hier auf die Toleranz bezogen und es ergibt sich die Kennzahl
𝑘 ∙ 2 ∙ 𝑢𝑀𝑃
%𝑄𝑀𝑃 = 100% ∙  30% mit k=2 für [Link] 95,45%, bzw. k=3 für 99,73%
𝑇𝑜𝑙

In manchen Bereichen wird auch %QMP ≤ 20% gefordert. Weitere Messunsicherheiten


z.B. Kalibrierung, Linearität, Stabilität, Temperatur, etc. können dem VDA Band 5 ent-
nommen werden.
Beispiel
Die folgende Auswertung zeigt eine starke Bias Abweichung. Die macht sich auch im
der großen Differenz zwischen Cg und Cgk bemerkbar:
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Die Ursache liegt in einer nicht ausreichenden Kalibrierung des Messsystems. D.h. der
Mittelwert der Wiederholungen am Normal weicht stark vom Referenzwert des Normals
ab. Nach Durchführung der Kalibrierung wurde diese Abweichung fast vollständig redu-
ziert und ergibt sich neu:

Die Differenz zwischen Cg und Cgk ist erheblich gesunken.

Der nächste Punkt ist, dass der Prüfereinfluss u AV = 0 ist. Das ist wiederspricht im ersten
Moment mit der Grafik der Prüfer, denn hier sieht man, dass Prüfer A im Mittel tiefer
liegt.

8 © 2025 CRGRAPH
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In der Tabelle der Auswertung sieht man aber auch, dass es eine starke Wechselwirkung
zwischen den Prüfern und den Prüfobjekten gibt. Die folgende Grafik zeigt die Ursache:

Die Abweichung von Prüfer A ist nur bei Teil 3, 5 und 6 gegeben. Die Abweichungen
begründen den im Mittel geringeren Mittelwert für A im Boxplot. Da es aber keine gleich-
mäßige Abweichung über alle Teile von Prüfer A gibt, wird diese durch eine Wechsel-
wirkung erklärt. Es ist zu klären, was Prüfer A aus welchem Grunde bei Teil 3, 5 und 6
anders gemacht hat. Eine detaillierte Beschreibung der durchzuführenden Schritte bei
der Messung kann hier Abhilfe schaffen.

Vergleich klassische Verfahren mit VDA 5


Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der bisherigen Verfahren mit denen
des VDA 5:

Hinweis: Im VDA Band 5 ist als Anforderung Q MP  30% genannt. Je nach Anwendung
und firmenspezifischen Vorgaben ist aber QMP  20% zu empfehlen, denn je höher man
QMP zulässt, desto höher werden die Anforderungen an die Anforderung einer Prozess-
fähigkeit, um die Streuung des Mess-Systems auszugleichen. Der Kostenaufwand für
die Prozessoptimierung ist jedoch meist wesentlich höher, als für ein höherwertigeres
Mess-System.

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Einseitig begrenzte Merkmale und nicht normalverteilte Größen


In einigen Fällen gibt es nur eine einseitige Spezifikationsgrenze, z.B. eine obere für
abgasrelevante Kennwerte oder eine untere für Haltekräfte. Ebenso gibt es Merkmale
die generell nicht normalverteilt sind, z.B. Rundlauf, Rechtwinkligkeit, Parallelität, Un-
wucht.
Bei der Berechnung der Fähigkeitskennzahl wird die Normalverteilung zugrunde gelegt.
Dies gilt auch für nicht normalverteilte Merkmale, da die Messstreuung um einen „kon-
stanten“ Messpunkt im Verhältnis zur asymmetrischen Verteilung vernachlässigt werden
kann.

Fall 1: Natürliche Grenzen vorhanden


Fall 2: Anwendung bekannt oder Sollwert definiert
Fall 3: Keine bekannte Anwendung und keine natürlichen Grenzen
Ausführliche Beschreibungen im Taschenbuch der statistischen Qualitäts- und Zuver-
lässigkeitsmethoden, siehe Anhang.

Betrachtung weiterer Einflüsse


Neben den gezeigten klassischen Einflussgrößen, wie der genannten Teilevariation
und dem Prüfereinfluss gibt es natürlich viele weitere Einflüsse, was das Folgende Ishi-
kawa zeigt.

M e n sch M asch in e M e ssu n g

Unterw eis ung Material Auflös ung

Vers c hiedene Prüfer Verform ung Stabilität

Körperlic hes Befinden O berfläc he Mes s bereic h

Konz entration Form abw eic hung Sys tem . Abw eic hg.

Sorgfalt Zugänglic hkeit Kalibrierung

M e ssu n -
sich e rh e it
W ec hs elw irkung Vers c hm utz ung

Um rec hnung Beleuc htung

Mes s proz edur Vibration

Anordnung Spannung / Strom

Tas ter / Berührungs los Tem peratur

M e th o d e M itw e lt

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Die Berücksichtigung weiterer Einflüsse ist mit den gezeigten Verfahren meist nicht mehr
einfach zu behandeln. Statt einer vollfaktoriellen Kombination bietet sich hier ein soge-
nannter D-Optimaler Versuchsplan an, der trotz viele Parameter wenig Versuche benö-
tigt. Anstelle der ANOVA zur Auswertung ist auch eine Multiple Regression möglich, die
sehr flexibel mit Wechselwirkungen und Nichtlinearitäten umgehen kann. Jedoch sind
diese Auswertungen nicht standardisiert im Zusammenhang mit der MSA. Die Bewer-
tung der Einflüsse erfolgt ausschließlich über statistische Signifikanztests. Sie sollten
möglichst gering und nicht signifikant sein.

Ausführliche weitere Beschreibungen mit math. Grundlagen sind im Taschenbuch der


statistischen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmethoden zu finden, siehe Anhang.

Messmittelfähigkeit für diskrete Merkmale


Ausführliche Beschreibungen im Taschenbuch der statistischen Qualitäts- und Zuver-
lässigkeitsmethoden, siehe Anhang
Unter diskreten oder attributiven Merkmalen versteht man hier Messungen, die als Er-
gebnis nur gut oder schlecht kennen (zwei Ausprägungen). Dies ist in vielen Fällen z.B.
bei subjektiven Beobachtungen gegeben.
Im Verfahren Gage R&R für diskrete Merkmale lässt man mehrere Prüfer jeweils zwei-
mal verschiedene Teile „messen“ durchführen. Das könnten z.B. Messungen an Teilen
sein, die entweder intakt, oder fehlerhaft sind. Gibt es innerhalb eines Prüfers, oder
zwischen verschiedenen Prüfern Abweichungen, so werden diese gezählt. Das Verhält-
nis unterschiedlicher Ergebnisse zu der Anzahl Teile soll nicht größer als 10% sein.
In der sogenannten Cohen's Kappa Methode lässt man die Prüfer 3mal ein Teil messen
(Ergebnis als 0 oder 1). Hier geht es nicht nur um die Abweichungen zwischen den Prü-
fern, sondern um die Abweichungen zu den tatsächlichen Werten (Referenzmessung
als wahrer Zustand der Teile).
Aus dem Verhältnis der Abweichungen zu den Referenzwerten werden Score-Werte ge-
bildet, die gegen die Vertrauensbereiche aus der Binomial-Verteilung zu testen sind.
Aufgrund des Bezugs zu einem Referenzwert ist diese Methode aussagekräftiger, als
die Methode nach Gage R&R diskret. Weitere Informationen sind der MSA 4th Edition
zu entnehmen.
Im sogenannten Bowker-Verfahren können drei Ausprägungen berücksichtigt werden,
z.B. gut, schlecht und zusätzlich das Ergebnis „uneinheitlich“. Mindestens 40 verschie-
dene Prüfobjekte werden von 2 Prüfern je 3mal geprüft. Jedes der 40 Ergebnisse wird
in drei Klassen aufgeteilt:

Klasse 1 : alle 3 Wiederholungen ergaben das Ergebnis gut


Klasse 2 : innerhalb der 3 Wiederholungen abweichende Ergebnisse
Klasse 3 : alle 3 Wiederholungen ergaben das Ergebnis schlecht.

Das Ergebnis in Form einer Kreuztabelle wird mit Hilfe der ²-Verteilung auf Symmetrie
getestet. Weitere Informationen sind dem VDA-Band 5 zu entnehmen.
11 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

Auswahlübersicht

Weitere Literatur
Measurement System Analysis MSA 4
Fourth Edition 7/2010
ISBN# 978-1-60-534211-5

Leitfaden zum “Fähigkeitsnachweis von Messsystemen”


Stand September 2002,
Version 2.1 D/E
Statistische Methoden der Qualitätssicherung
Horst Rinne, Hans-Joachim Mittag
Hanser, München/Wien 2002, ISBN 3-446-15503-1.

Handbuch Qualitätsmanagement
Masing
Hanser, München, ISBN 978-3-446-40752-7

12 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

VDA Band 5 Prüfprozesseignung


Verband der Automobilindustrie e.V. VDA – QMC
2. Auflage, Frankfurt 2010, ISSN 0943-9412

Taschenbuch der statistischen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmethoden

Ausführliche softwareunabhängige Beschreibungen zum Thema DoE und der dazuge-


hörigen Auswertungen gibt es im

Weitere Informationen und


Leseproben:
[Link]/Literatur

Speziell das Buch

Consulting & Schulungen


Bei unseren Inhouse- oder Online-Schulungen wird die pra-
xisnahe Anwendung von statistischen Methoden vermittelt.
Wir haben über 25 Jahre Erfahrung, insbesondere in der
Automobilindustrie und unterstützen Sie bei Ihren Problem-
stellungen, führen Auswertungen für Sie durch, oder erstel-
len firmenspezifische Auswertevorlagen.
Weitere Informationen finden Sie unter:
[Link]/schulungen
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lässig entwickeln? Sie wollen keine Statistik-Software anschaffen, weil diese voraus-
sichtlich zu selten gebraucht wird, oder weil zu wenig Zeit zur Einarbeitung vorhanden
ist? Dann sind unsere Q-Support Pakete genau das Richtige:
[Link]/consulting

13 © 2025 CRGRAPH
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Hotline
Haben Sie noch Fragen, oder Anregungen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Tel. +49 (0)8151-9193638
E-Mail: info@[Link]
Besuchen Sie uns auf unserer Home-Page: [Link]

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Mess-System-Analyse [Link]

Anwendung in Visual-XSel
[Link]

Unsere Software Visual-XSel ist ein leistungsfähiges Tool für alle wichtigen statisti-
schen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmethoden. Verwenden Sie für den Einstieg die
Mess-System-Analyse im Leitfaden (siehe auch [Link]/themen-index), oder die
Ikone Auswertung / Fähigkeit.

Hier finden Sie eine Übersicht und Einstiegsvideos:


[Link]/visual-xsel-software/

Nicht umsonst ist diese Software in vielen namhaften Firmen im Einsatz:


[Link]/Referenzen.

Die folgende Beschreibung ist eine Anleitung und Einführung in die Erstellung von Ver-
suchsplänen in Visual-XSel.

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Mess-System-Analyse [Link]

Alle Verfahren und Analysen werden über Templates bereitgestellt. Es gibt verschie-
dene Wege diese zu öffnen. Der direkte ist über den Startleitfaden, oder über die Ikone
Auswertung.

Es können Messdaten im AQDEF® - Format


eingelesen werden, siehe
[Link]/de/service/data-format-aqdef
Nach dem Laden kann man die gewünschte
Methode auswählen für die Analyse:

Bei den ersten drei Methoden werden direkt Templates geladen. Hierfür gibt es spezielle,
deren Dateinamen einen Unterstrich *_.vxgn haben. Dies ist das Kennzeichen, dass
diese für das AQDEF® Format geeignet sind. Ein manuelles Einfügen der Daten ist aber
nach wie vor auch hier möglich.

16 © 2025 CRGRAPH
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Ein Beispiel für ein Template mit einem Unterstrich *_.vxgn am Ende ist
Messsystemanalyse_ANOVA_VDA5_.vxgn.

Welche Daten konkret geladen werden, hängt von der Datenquelle ab. In diesem Temp-
late werden zuerst die Messungen für verschiedene Teile und Prüfer angefordert (analog
dem „Verfahren 2“ - Spalte B-D). Im zweiten Schritt werden die Daten für die Wiederhol-
messungen am Normal benötigt. Es gibt folgende Möglichkeiten:

• Laden der Daten via *.qdf Datei. Auch alle


anderen Daten in Spalte J werden von hier
übernommen.
• Optionales Einfügen über Zwischenablage
möglich.

• Gibt es hierfür keine Daten, kann eine alterna-


tive Vorgabe für das Normal gemacht werden.

• Direkte Definition über die Messunsicherheit uMS


des Systems.
• Schätzung über dem Maximum Permissible Error
MPE (dokumentiert vom Hersteller des Mess-Syst.).

• Schätzung über die Auflösung RE des Systems.


Einige Felder in Spalte J haben vorbelegte Werte, wie z.B. die Anforderung für QMP und
QMS. Evtl. auch nicht vorhandene Information über u cal and ulin müssen manuell definiert
werden.

17 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

Optional können die RR/Q Anfor-


derungen auf Tabellenseite T2
definiert werden. Der Standard-
wert ist 2 Standardabweichun- Messsystemanalyse
Visual- XSel Seite 1/ 3
gen, was einem Vertrauensbe- ANO VA VDA 5
w w w .[Link]
reich von 95,45% bedeutet.
Beschreibung unter: w w w .versuchsm [Link]/ Mess- System - [Link]
Nur gelb unterlegte Felder sind zu definieren. Die Anzahl der Prüfer, Teile und Wieder-
holungen
Bearbeiter ergeben sich durch die vorhandenen Daten
Abt./Kst./Prod.: Prüfort in Tabelle T1 Spalte
Hersteller B-D.
P rüfmittel Normal Merkmal
Bezeichnung Vorrichtung Bezeichnung ANOVA mit Prüfereinfluss
Auf
Nummerder ersten Seite im Hauptfenster Nummer rechts werden Nummerdie wichtigsten Grafiken
Einheit dargestellt,
mm
Auflösung 0,0001 Referenzwert N1 30,0054 Sollwert 30,0055 OSG 30,0061
woraus
Prüfgrund
sich Abweichungen der Prüfer untereinander und mit den Prüfobjekten
natürl. Grenze USG
beurtei-
30,0041
len lassen.
Bemerkung Fallbeispiel für Verfahren 2 MSA 4 bzw. VDA 5 (ISO 22514-7) Streubereich 95,45%
 W iederhlg.

0,0006
0,0004
0,0002
0,0000
1,0
x10 -3 +10%*
+10%* TT
Abweichungen zum Nennwert

xm
xm
0,5 22
11

0,0 -- 10%*
10%* TT

-0,5

-1,0

-1,5
A

A
_A

B
_B

C
_C
1_

2_

3_

4_

5_

6_

7_

8_

9_

1_

2_

3_

4_

5_

6_

7_

8_

9_

1_

2_

3_

4_

5_

6_

7_

8_

9_
10

10

10
0,5 C
C
M ittelw ertabw .

B
B
x10 -3
A
A
-0,5

-1,0

-1,5

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Alle M essw . aller Prüfer

30,0065

30,0060

30,0055

30,0050

30,0045

30,0040

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1,0
M ittelwertabw.

x10 -3

0,0

-0,5

-1,0

-1,5

A B C

Die ersten Ergebnisse auf Seite 2 im Hauptfenster sind vergleichbar mit der Standard
Beschreibung:
ANOVA, wie in der MSA 4. Auflage definiert.
Unterschrift Abteilung ANOVA- Tabellen
18 ©auf2025
Folgeseiten
CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

Die nächsten Tabellen zeigen die typischen Messunsicherheiten analog dem VDA 5
bzw. der / ISO 22514-7

19 © 2025 CRGRAPH
Mess-System-Analyse [Link]

Man kann zunächst die Übersichtsgrafik öffnen, um dann die benötigte Analyse aus der
Grafik mit Strg+Click auszuwählen. Hierzu muss die Datei erst geöffnet werden, eine
Auswahl über die Vorschau ist nicht möglich. Natürlich kann man das entsprechende
Template auch direkt über die Auswahl links anklicken.

20 © 2025 CRGRAPH

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