14: Pflegeplanung und
Dokumentation
A Pflegeplanung erstellen
1. Was bedeutet der Begriff Pflegeplanung?
Sammeln Sie Ihre Vorstellungen im Kurs.
Lesen Sie den Pflegeregelkreis nach Fiechter/Meier.
Wo können Sie Ihre Vorstellungen zuordnen?
2. Informationen sammeln
Welche Möglichkeit haben Sie als Pflegefachkraft,
Informationen über einen Pflegebedürftigen zu
bekommen? Sammeln Sie im Kurs und notieren Sie.
3. Direkte und indirekte Informationsquellen
Lesen Sie folgende Aussagen und ordnen Sie die
passende Informationsquelle zu.
• Aufnahmegespräch, Pflegeanamnese (z. B. nach ABEDL),
Biografie
• Gespräche mit Angehörigen/Bezugspersonen
• Befunde, Krankengeschichte, Pflegeüberleitungsbogen •
Krankenbeobachtung vom Pflegeteam und anderen
Berufsgruppen, die an der Pflege beteiligt sind
a. Ich habe heute mit c. Herr Graf hatte heute so starke
Jonas‘ Mutter Schmerzen in der Schulter, dass er
gesprochen. Sie sagt, sich nicht waschen konnte. Laut
dass er jetzt schon PT konnte er die
wahnsinnige Angst vor Dehnungsübungen für die Schulter
der Chemotherapie schlechter als vor zwei Tagen
habe. durchführen.
b. Ich habe heute
Herrn Schreiner
d. Frau Baier befindet sich seit
aufgenommen. Er ist
August 2022 bei uns in der
von Beruf Fliesenleger,
Einrichtung. Ihr
verheiratet und hat
Ernährungszustand (EZ) hat sich
zwei Kinder. Allerdings
in den letzten zwei Wochen
lebt er seit Kurzem
kontinuierlich verschlechtert. Sie
getrennt von seiner
ist kraftlos und benötigt deshalb
Frau.
teilweise Unterstützung bei der
Er ist es gewohnt, zum Körperpflege.
Abendbrot einen
Kaffee zu trinken.
4. Bereiche des Pflegeprozesses
Lesen Sie die Abschnitte und ordnen Sie die Begriffe
zu.
-e Ressource -s Pflegeproblem -s Pflegeziel
Fähigkeit und Fertigkeit eines
Menschen im Alltag
Kenntnisse über Einschränkung in
den Lebensaktivitäten
Unterstützung durch
Hilfsmittel/finanzielle Mittel
Unterstützung durch
Angehörige/Bezugspersonen
Einschränkung in einer
Lebensaktivität
Beeinträchtigung im alltäglichen
Handeln
Minderung der
Selbstständigkeit/des
Wohlbefindens
Selbstständigkeit und Wohlbefinden
steigern
Förderung oder Weiterentwicklung
in einer Lebensaktivität
Erleichterung bei Beeinträchtigung
in einer Lebensaktivität
5. Pflegeproblem? Ohne oder mit Ressource?
a. Lesen Sie und markieren Sie wichtige Informationen aus
folgenden Aussagen.
1. Ich habe Zucker und brauche Insulin. Weil ich immer so
zittre, kann ich aber mit dem Blutzuckergerät und dem
Pen einfach nicht umgehen. Deshalb kommt auch morgens
und abends der Pflegedienst zu mir.
2. Ich habe bei einem Motorradunfall mein rechtes Bein
verloren und trage seitdem eine Oberschenkelprothese.
Mit dem Anlegen der Prothese komme ich aber gut allein
zurecht.
3. Meine Mutter ist sehr schwach und seit zwei Wochen
bettlägerig. Sie kann zwar ihre Arme und Beine noch
bewegen, aber sie schafft es einfach nicht mehr, sich allein
im Bett umzudrehen. Sie wäscht sich nur noch das Gesicht
allein.
4. Ich bin sehr kurzsichtig und ohne meine Brille sehe ich
nicht so gut. Deshalb bin ich ja auch hingefallen.
Manchmal muss es eben schnell gehen! Zu Hause weiß
ich, wo alles steht, und ich habe alles in Griffnähe, aber
wenn ich mich nicht auskenne, fühle ich mich einfach
unsicher.
5. Patientin trinkt zu wenig (800 ml am Tag), weil sie das
Trinken vergisst. Kann auch nur in kleinen Schlucken
trinken, da ihr sonst übel wird. Mag keine Früchtetees,
trinkt am liebsten Wasser ohne Kohlensäure.
b. Lesen Sie die Inhalte aus der Pflegeplanung zu den
Aussagen 1–5. Ordnen Sie zu und kennzeichnen Sie mit P
für Problem/R für Ressource.
• Kann aufgrund ihres Zitterns mit dem BZ-Messgerät und
dem Pen nicht umgehen. 1/P
• Pat. ist immobil, kann die Position im Bett nicht
selbstständig verändern. Kann die Körperpflege nicht
allein durchführen.
• Vergisst das Trinken. Trinkmenge zu gering (800 ml am
Tag).
• Ist wegen starker Kurzsichtigkeit sturzgefährdet. Fühlt
sich in ungewohnter Umgebung unsicher.
• Weiß, dass sie ohne Sehhilfe sturzgefährdet ist.
• Benötigt keine Hilfe beim Anlegen der Prothese.
• Pat. unterstützt den Positionswechsel mit Armen und
Beinen.
Wäscht sich das Gesicht selbstständig.
• Kann in kleinen Schlucken trinken, mag Mineralwasser
ohne
Kohlensäure.
6. Pflegeprobleme, Defizite und Ressourcen
formulieren
Suchen Sie in den Sätzen das Verb/die Verb-
Verbindung und schreiben Sie den Infinitiv.
1. Patient benötigt beim Transfer vom Bett zum Rollstuhl
keine Hilfe mehr.
2. Patientin ist auf Hilfe beim Anziehen ihrer
Stützstrümpfe angewiesen.
3. Patient braucht keine Anleitung mehr bei der
Insulininjektion.
4. Patient ist aufgrund der Chemotherapie soor- und
parotitisgefährdet.
gefährdet sein
5. Patient lehnt es wegen Ekel ab, sein Enterostoma selbst
zu versorgen.
6. Patient besitzt keinen Rollator.
7. Patient verwendet den Rollator nicht.
8. Patient hat heute nicht den Rollator(, sondern den
Gehstock) benutzt.
9. Patient kann sich sein Insulin nicht selbstständig
spritzen.
10. Patient war heute nicht in der Lage, sich an- und
auszukleiden.
11. Patient hat sich noch nicht an das Gehen mit dem
Rollator gewöhnt.
12. Patientin akzeptiert die Reduktionskost nicht. 13.
Patient kommt mit dem Pen nicht zurecht.
7. Nicht statt kein . Die Position von nicht im
Satz
Lern-Tipp
Nicht steht tendenziell weit rechts im Satz.
Mit dem Negativartikel kein negiert man un bestimmte
Nomen oder Nomen ohne Artikel.
Mit nicht negiert man einen kompletten Satz oder einen
Satzteil.
a. Lesen Sie noch einmal die Sätze 7–13 in 6 und achten
Sie dabei auf die Position von nicht . Ergänzen Sie
anschließend die Regeln zur Negation und nennen Sie
dazu jeweils einen Beispielsatz.
Grammatik
Nicht negiert ein Nomen mit bestimmtem Artikel. Nicht
negiert einen Satz: Es steht am
des Satzes (7, 12), aber
• dem zweiten Verbteil der Satzklammer (z. B. Präfix, P II,
Adjektiv/Nomen)
• Präpositionalergänzungen (z. B. erinnern an )
• Modalangaben (Ich mag die Diätmarmelade nicht so
gern .)
Nicht negiert Satzteile. Es steht direkt diesem Satzteil.
Der negierte Satzteil wird so betont.
b. Kein oder nicht . Ergänzen Sie wie im Beispiel die
passende Negation an der richtigen Stelle.
Obwohl ich schon seit Jahren Zucker habe, benötige ich
kein Insulin.
1. Ich komme mit dem neuen Stomasystem gut zurecht. 2.
Nach der Operation war er sofort in der Lage, allein
aufzustehen.
3. Der Patient hat einen Rollator zu Hause, weil ihn die
Krankenkasse zahlt.
4. Ich habe das Sturzprotokoll von Frau Prust geschrieben.
5. Frau Metz kann wegen körperlicher Schwäche
ausreichend abhusten.
6. Meine Mutter benötigt Hilfe bei der täglichen
Körperpflege.
8. Ressourcen beschreiben
AB 14; Ü 1–4
Unterstreichen Sie die Wörter, die Ressourcen
ausdrücken.
1. Pat. kann sich Brot mit der linken Hand schmieren.
2. Herr U. wäscht sich sein Gesicht selbstständig.
3. Pat. hat beim Stomawechsel Unterstützung von ihrer
Tochter. 4. Akzeptiert Reduktionskost.
5. Frau Arnold bekommt regelmäßig Besuch.
6. Sie kennt die Gefahren bei der Einnahme von
Marcumar®.
7. Pat. meldet sich bei Schmerzen.
8. Tochter übernimmt die Zahnpflege am Abend.
9. Pflegeprobleme
a. Negieren Sie die Sätze aus 8 mit nicht oder kein .
1. Pat. kann sich Brot mit der linken Hand nicht
schmieren.
2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
b. Bilden Sie Sätze. Achten Sie dabei auf die richtige
Wortform und -position.
1. Patient – nicht – durchführen – seine Atemübungen //
atmen – oberflächlich – und
2. die Urinflasche – können – anlegen – nicht – richtig – er
3. Patient – keine Handhabung – sicher – mit
Sauerstoffgerät – haben
4. wenn – sie – tragen – nicht – ihre Brille // sturzgefährdet
sein – sie
5. er – durchführen – Mundpflege – selbstständig // und –
kennen – die Gefahr von Soor und Parotitis
6. er – denken daran – immer – nicht // er – mitnehmen –
sein Katheterbeutel – dass
10. Pflegeziele formulieren
AB 14; Ü 5
a. Lesen Sie die Informationen. Unterstreichen Sie
wichtige Inhalte.
Pflegeziele beschreiben, was ein Pflegebedürftiger in
Bezug auf sein Pflegeproblem bis zu einem gewissen
Zeitpunkt weiß, kann oder fühlt. Man kann sie in kurzer
Zeit (Nahziel e) oder erst nach längerem Zeitraum
(Fernziel ) erreichen. Pflegeziele müssen erreichbar, also
realistisch sein.
Sind mehrere Probleme vorhanden, steht das wichtigste
Ziel an erster Stelle.
Es gibt Pflegebedürftige, bei denen aufgrund bestimmter
Faktoren eine Verbesserung in den Aktivitäten des Lebens
nicht möglich ist. Dann formuliert man Erhaltungsziel e.
Sie beschreiben den Ist- Zustand des Pflegebedürftigen,
der möglichst lange erhalten bleiben soll.
b. Lesen Sie nun die Beispiele.
1. Problem: Patient lehnt aufgrund von Ekel die
Stomapflege ab.
Ziel: Patient akzeptiert sein Stoma und lernt bis zur
Entlassung, es selbst zu versorgen.
2. Problem: Pat. vergisst das Trinken, Trinkmenge nur 800
ml am Tag.
Ziel: Pat. erinnert sich daran zu trinken. Trinkt bis zum 1
200 ml am Tag.
c. Formulieren Sie für folgende Pflegeprobleme ein
Pflegeziel. Beachten Sie die Ressourcen. Überprüfen Sie
bei der Formulierung immer, ob Sie mit dem Ziel das
Problem lösen können.
1. Problem: Atmet oberflächlich und führt Atemgymnastik
nicht immer durch.
Ressource: Kann Triflo® anwenden, kennt Techniken zu
tiefem Ein- und Ausatmen.
Ziel:
2. Problem: Vergisst, die Mundpflege durchzuführen.
Ressource: Kann Mundpflege selbstständig durchführen,
kennt die Gefahr von Soor und Parotitis.
Ziel:
3. Problem: Kann Urinflasche nicht richtig anlegen.
Ressource: Spürt Harndrang.
Ziel:
4. Problem: Pat. kann Medikamente aus der Verpackung
allein nicht korrekt einnehmen.
Ressource: Kann schlucken. Tablettendispenser
vorhanden. Ziel:
11. Pflegemaßnahmen formulieren
Was hat wer, wann, wie oft und womit gemacht, um ein
Pflegeziel zu erreichen? Pflegepläne sollen darüber schnell
und genau informieren. Pflegestandards werden mit der
entsprechenden Abkürzung als
Maßnahme eingetragen, Abweichungen davon vermerkt
und begründet.
Lesen Sie folgende Formulierungen für
Pflegemaßnahmen. Welche Beispiele aus 10 passen?
Notieren Sie die Ziffer.
a. Pflegefachkraft leitet Pat. bei der tägl. Medikation aus
dem Dispenser an.
b. Pat. an 2-stdl. Mundpflege lt. Standard M1 mit Salbeitee
erinnern.
c. Anlegen und Entleeren der Urinflasche b. Bed., Bett
mehrmals täglich auf Trockenheit überprüfen.
d. Alle 2 Std. zu Atemgymnastik mit Triflo® und
Atemübungen anhalten, atemstimulierende Einreibung
morgens und abends mit Lotion im Sitzen.
12. Formen des Hilfebedarfs
Die Hilfe durch eine Pflegeperson unterscheidet man
anhand von fünf Begriffen:
Anleitung (A), Beaufsichtigung (B), Unterstützung (U),
teilweise Übernahme (tÜ) und volle Übernahme (vÜ)
Lesen Sie die Definitionen. Welcher Hilfebedarf (A),
(B), (U), (tÜ) oder (vÜ) wird definiert?
1. Der Pflegebedürftige macht alles selbst, wird aber bei
der Vorbereitung, Durchführung oder Nachbereitung
minimal/ergänzend unterstützt.
2. Die Pflegeperson muss einzelne Handlungsschritte oder
den ganzen Handlungsablauf lenken oder demonstrieren.
3. Die Pflegeperson muss darauf achten, dass der
Pflegebedürftige die Handlung korrekt ausführt, damit er
weder sich noch andere Personen in Gefahr bringt.
4. Die Pflegeperson übernimmt die Pflegehandlung
komplett, da der Pflegebedürftige dazu nicht in der Lage
ist.
5. Die Pflegeperson übernimmt nur den Teil der Handlung,
den der Pflegebedürftige nicht durchführen kann.
13. Pflegeplanung nach den ABEDL erstellen
a. Lesen Sie folgende Informationen über einen Patienten.
Herr König hat aufgrund eines Schlaganfalls eine
Schluckstörung und verschluckt sich leicht. Seine
Hemiparese rechts erschwert es ihm, sich sein Trinkglas
zu füllen und daraus zu trinken. Zudem hat er kein
Durstgefühl und trinkt nur 700 ml/Tag. Als
Lieblingsgetränk nennt er Apfelschorle und am Abend
trinkt er ab und zu mal ein kleines Bier.
b. Schreiben Sie mit den Informationen und Stichpunkten
einen Pflegeplan.
trinkt bis zum _____ 1200 ml / Tag – weiß, dass er zu wenig
trinkt – kennt die Gefahr einer Exsikkose – kann in kleinen
Schlucken selbstständig trinken, ohne sich zu
verschlucken – Trinkprotokoll anlegen – Bilanzierung –
Getränk während und zwischen den Mahlzeiten anbieten –
vollen Trinkbecher mit Deckel in Reichweite stellen – zum
langsamen Trinken anleiten – Aspirationsgefahr – ans
Trinken erinnern
ABEDL: Problem: Ressource: Ziel:
Pflegemaßnahme: Problem: Ressource:
Ziel: Pflegemaßnahme: Problem: Ressource:
Ziel: Pflegemaßnahme:
B Die Pflegeprozesse in der Pflege
nach
zwei Modellen
14. Monika Krohwinkel (ABEDL) und
Fiechter/Meier SIS® (Strukturierte
Informationssammlung) – ein neues Modell zur
Entbürokratisierung der Pflege
Elisabeth Beikirch wurde 2013 von der Bundesregierung
beauftragt, mithilfe von Experten ein Strukturmodell zu
entwickeln, das überflüssigen Dokumentationsaufwand
vermeidet und Pflegekräfte entlastet.
Internet-Tipp
Genaue Angaben zum Strukturmodell sowie
Schulungsunterlagen, z.B. den Leitfaden 2021 finden Sie
unter: [Link]
Das Strukturmodell wird seit Anfang 2015 sukzessive
bundesweit eingeführt bzw. angeboten und nicht nur in
der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege
angewandt, sondern modifiziert auch in der Tages- und
Kurzzeitpflege.
Vergleichen Sie die Pflegeprozesse. Welche
Unterschiede gibt es?
Zentraler Punkt des Strukturmodells ist die sogenannte
personenzentrierte Planung in der Pflege. Deshalb bilden
für alle pflegerischen Überlegungen die individuellen
Wünsche und die Lebenssituation des Pflegebedürftigen
die Basis.
Die folgenden Beschreibungen und Übungen beziehen sich
auf das Originaldokument des EinSTEP-Büros.
Das erste Feld in der SIS®: drei Fragen an den
Pflegebedürftigen
AB 14
Was bewegt Sie im Augenblick? Was brauchen Sie?
Was können wir für Sie tun?
Hinweis
Um folgende Aufgaben zu bearbeiten, sollten Sie das
Formblatt SIS stationär/ambulant zur Hand haben. Sie
finden es im Internet als Vordruck unter den Stichpunkten
SIS , stationär, ambulant.
Der Pflegebedürftige erzählt in einem Erstgespräch von
seinen Gewohnheiten, seinen Fähigkeiten, seinen
Erfahrungen und seinem Pflege- und Hilfebedarf aus
seiner Sicht.
Die Pflegefachperson trägt die Antworten des
Pflegebedürftigen in direkter Rede (wortwörtlich) ein.
15. ABEDL und SIS® – Ein Vergleich
Folgende Begriffe aus dem Pflegemodell ABEDL nach
Monika Krohwinkel kennen Sie bereits:
Kommunizieren; Sich bewegen; Vitale Funktionen
aufrechterhalten; Sich pflegen; Essen und trinken;
Ausscheiden; Sich kleiden; Ruhen, schlafen, sich
entspannen; Sich beschäftigen, lernen, sich entwickeln;
Die eigene Sexualität leben; Für eine sichernde und
fördernde Umgebung sorgen; Soziale Kontakte und
Beziehungen aufrechterhalten können; Mit existenziellen
Erfahrungen des Lebens umgehen und sich dabei
entwickeln können (Kap. 3, Modul D)
a. Lesen Sie nun die Begriffe aus den SIS®-
Themenfeldern. Suchen Sie dann in den ABEDL Wörter mit
synonymer/ ähnlicher Bedeutung und ordnen Sie diese den
Themenfeldern zu.
Es bleiben zehn (von 13) Kategorien nach ABEDL übrig
und drei Themenfelder der SIS®.
b. Recherchieren Sie im Internet die Leitfragen zu den
Themenfeldern. Diskutieren Sie anschließend, was Sie
unter den Begriffen der drei offenen Themenfelder
verstehen und welche Kategorien der ABEDL Sie diesen
zuordnen würden.
16. Risikoeinschätzung im Strukturmodell
Auf dem Formblatt der SIS®, unterhalb der
Pflegeanamnese nach Themenfeldern, muss die
Pflegefachperson (PFP) einschätzen, ob Risiken, wie z. B.
Dekubitusrisiko oder Sturzgefahr, für den Patienten
vorhanden sind.
Hier muss die PFP allein mit ihrem Fachwissen beurteilen,
ob aus der Anamnese für jedes Themenfeld (1 bis 5) ein
Risiko resultiert. Wenn ein Risiko für die PFP klar
erkennbar ist, kreuzt sie ja an und im Feld „weitere
Einschätzung notwendig“ nein.
Wenn sie ein Risiko sieht, aber der Meinung ist, dass man
das Risiko noch genauer abklären muss, kreuzt sie sowohl
in der ersten Spalte als auch in der zweiten Spalte bei
„weitere Einschätzung“ ja an.
Liegt also für die PFP z. B. eine Sturzgefährdung in einem
der Themenbereiche vor, aber sie ist sich nicht ganz sicher
in Bezug auf die Ursache, muss sie zweimal „ja“ ankreuzen
und zur genauen Abklärung z. B. Assessmentinstrumente
verwenden, die oft im Expertenstandard genannt sind.
17. Unterschiede des vier- und des
sechsstufigen Pflegeprozesses
Lesen und diskutieren Sie die Zusammenfassung der
Unterschiede.
In der SIS® werden die ersten drei Schritte des
sechsstufigen Pflegeprozesses (Informationssammlung,
Probleme/Ressourcen, Ziele) zusammengefasst und nicht
separat in einem Formular dokumentiert.
• Aufgrund fachlicher Einschätzung der PFP können
Probleme und Ressourcen in den Themenfeldern
festgehalten werden.
• Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen des
Pflegebedürftigen muss man in der SIS® wörtlich
dokumentieren.
• Es werden nur noch pflegerelevante biografische
Angaben in den Themenfeldern notiert. Der
Biografiebericht auf einem Extra-Bogen ist keine Pflicht.
• Ziele: Aus der Einschätzung der PFP im Strukturmodell
und der Maßnahmenplanung wird deutlich, welches Ziel
sie mit der jeweiligen Maßnahme verfolgt. Eine schriftliche
Formulierung ist deshalb nicht notwendig.
• In der Pflegedokumentation braucht die PFP die „immer
wiederkehrenden Maßnahmen der Grundpflege“ nicht
täglich abzuzeichnen, gemäß dem sogenannten Immer-so-
Prinzip. Allerdings muss es eine Maßnahmenplanung
geben, in der die individuellen Leistungen der Grundpflege
einmal beschrieben sind. Sie müssen sich aus der
Strukturierten Informationssammlung (SIS®) ableiten
lassen („Immer-so- Beweis“).
• Ausnahme: der Einzelleistungsnachweis der
Dekubitusprophylaxe.
• Die Abzeichnung der PFP bei der Behandlungspflege
bleibt bestehen.
• Im Pflegebericht sind nur noch Abweichungen von den
Maßnahmen zur Grundpflege* und Betreuung zu
dokumentieren.
*
Pflegemaßnahmen, pflegebezogene
Betreuungsmaßnahmen und Hauswirtschaft definiert.
Grundpflege im SGB XI wird seit 01/2017 körperbezogene
Im Krankenhaus
„Das Strukturmodell zur Entbürokratisierung der
Pflegedokumentation wurde originär für die ambulante
und stationäre Langzeitpflege gemäß SGB XI entwickelt.
Eine Anwendung im Bereich der Krankenhausversorgung
ist bisher nicht ohne Weiteres möglich.“
Quelle: [Link]/haeufige-fragen
18. Maßnahmenplanung nach Themenfeldern
oder
Tagesstruktur
Lesen Sie, welche Möglichkeiten es in der
Maßnahmenplanung des Strukturmodells gibt.
Variante 1 – nach Tagesstruktur kompakt: Die
individuellen Wünsche werden zuerst formuliert. Die
alltäglichen pflegerischen Handlungen und
Betreuungsangebote strukturieren sich an den
Themenfeldern, hierzu zählen auch Prophylaxen.
Variante 2 – nach Tagesstruktur ausführlich: Der
gesamte Tagesablauf wird über 24 Stunden in der
zeitlichen Reihenfolge inklusive aller pflegerischen
Tätigkeiten und Betreuungsangebote beschrieben.
Variante 3 – Mix aus 1 und 2: Voranstellung der
individuellen Wünsche mit anschließender ausführlicher
Beschreibung des Tagesablaufs. Immer wiederkehrende
Handlungen werden mittels Kürzel, z. B. TG
(Toilettengang), in der Planung vermerkt.
Die Dokumentation der Behandlungspflege bleibt
unverändert.
AB 14; Ü 6
C Pflege evaluieren
19. Gibt es zu viel Dokumentation?
Pflegemaßnahmen werden immer evaluiert, also überprüft
und bewertet.
Im Strukturmodell werden Ziele nicht schriftlich
formuliert, sondern von der PFP gedacht. Die Evaluierung
wird daher individuell durchgeführt, z. B. wenn im
Pflegebericht zu lesen ist, dass es Veränderungen bei
Problemen und Ressourcen gibt und sich dadurch die
Maßnahmen verändern.
Im sechsstufigen Modell muss man Pflegeziele formulieren
und bei Veränderungen oder routinemäßig überprüfen.
Der Pflegebericht ist dafür eine wichtige Quelle, denn
Abweichungen von den Pflegemaßnahmen und
Veränderungen bei Problemen und Ressourcen werden im
Pflegebericht dokumentiert.
• Sind die Ziele erreicht? Wirkung der Pflegemaßnahmen?
Positiv, negativ, wie erwartet?
• Konnten die Maßnahmen wie geplant durchgeführt
werden? • Zeigen sich Veränderungen bei
Problemen/Ressourcen?
• Gibt es neue Informationen, die die Pflege beeinflussen?
• Können Maßnahmen abgesetzt werden bzw. sind neue
Maßnahmen nötig?
Lesen Sie den folgenden Pflegeplan nach ABEDL und
den Pflegebericht. Evaluieren Sie den Pflegeplan und
formulieren Sie ihn anhand des Pflegeberichts ggf.
neu.
Pflegezielkontrolle: Pflegeziel erreicht am:
Pflegebericht
02.06.2023
FD: Pat. trinkt zu schnell und macht zu große Schlucke.
03.06.2023
SD: Pat. hat heute unter Anleitung langsam und in kleinen
Schlucken getrunken, ohne sich zu verschlucken.
05.06.2023
SD: Pat. trinkt sicher. Ohne Anleitung.
07.06.2023
ND: Pat. vergisst noch zu trinken, hat keinen Durst. Bittet
darum, dass wir die leeren Flaschen 24 h im Zimmer
stehen lassen, damit sie sieht, wie viel sie schon getrunken
hat. Trinkmenge 900 ml.
Pflegezielkontrolle: Pflegeziel erreicht am:
D Fallbeispiel der Pflegeplanung
20. Pflegeplanung erstellen
a. Lesen Sie die Informationen über Herrn König.
Unterstreichen Sie unbekannte Wörter und klären Sie
diese im Kurs. Erstellen Sie anschließend eine
Pflegeplanung nach den ABEDL.
Herr König erlitt vor einem halben Jahr einen Schlaganfall
mit linksseitiger Hemiparese. Seitdem fällt es ihm schwer,
zu kommunizieren. Seine Sprache ist
verwaschen/undeutlich, aber er versteht Mitteilungen und
kann Wünsche und Bedürfnisse äußern. Einmal
wöchentlich kam eine Logopädin zu ihm nach Hause.
Zudem hat er eine Gleichgewichtsstörung, die ihn in seiner
Beweglichkeit einschränkt. Er fühlt sich ohne Gehhilfe
nicht sicher und möchte immer einen Gehstock oder einen
Rollator griffbereit haben.
Er vernachlässigt seine Körperpflege, weil es ihm zu
anstrengend ist, sich jeden Tag zu waschen oder zu
duschen. Er isst wenig, weil ihm die Zubereitung von
Essen/Mahlzeiten schwerfällt. Auch trinkt er sehr wenig,
damit er nicht so oft auf die Toilette gehen muss.
Er ist zeitweise harninkontinent und trägt deshalb eine
Vorlage, die er aber nicht immer wechselt. Eine
Stuhlinkontinenz besteht nicht.
Weil sich Herr König nur mit Mühe selbstständig an- und
auskleiden kann, wechselt er selten seine Kleidung. Er hat
keine Schlafstörungen und hält regelmäßig einen
Mittagsschlaf. In ungewohnter Umgebung fühlt er sich
nicht sicher und verliert schnell die Orientierung.
Seine Vitalzeichen sind unauffällig. Er nimmt seine
Medikamente gegen Bluthochdruck selbstständig ein.
Die ABEDL 1 bis 13 finden Sie in Kapitel 3, Modul D.
b. Ordnen Sie nun die Informationen den Themenfeldern
der SIS® zu.
Die Themenfelder der SIS® mit Leitfragen finden Sie
unter:
[Link]-
[Link]/schulungsunterlagen/schulungsunterlagen
Phonetik – die Konsonanten ng
Sprechen Sie ein k und schließen Sie dabei mit der
hinteren Zungenhälfte den hinteren Gaumen. Lassen Sie
die vordere Zungenhälfte locker hängen. Sie hören den
nasalen ng-Laut. Wenn Sie jetzt Ihre Nase zuhalten, hören
Sie den Laut nicht mehr!
PH 14.1
21. ng-Laut vs. nk-Laut
a. Durch die Nase! Hören Sie und sprechen Sie nach.
Die Verbindung ng wird nicht wie ein n oder ein n + g
gesprochen. Sie darf auch nicht mit einem zusätzlichen g
betont werden, also nicht: gegang gen, sondern gegang
en!
Zunge Anleitung
Bewegung Begleitung
PH 14.2
Bewegungen Mangel Kleidung singen bringen
Nahrung Finger Harndrang Menge Spaziergänge
b. Hören Sie und achten Sie auf den nk-Laut.
singen – sinken trinken – dringen Frau Linke – Frau Linge
Engel – Enkel
Herr Mankel – Herr Mangel sank – sang
Die Buchstaben nk spricht man als ng-Laut + k.
c. Hören Sie noch einmal und sprechen Sie nach. Achten
Sie
darauf, dass Sie nach dem ng -Laut das k deutlich
sprechen.