15: Gespräche mit
Kollegen:
Patientenübergabe,
Organisatorisches,
Konflikte
Die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen ist sehr
wichtig. In erster Linie geht es natürlich um das Wohl der
Patienten und Bewohner. Es ist die Aufgabe der
Pflegenden, dafür zu sorgen, dass ihre Klienten gesund
werden bzw. einen angenehmen und ruhigen Lebensabend
haben.
Die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen ist aber auch
für das Arbeitsklima wichtig. Ohne ein gutes Arbeitsklima
macht die Arbeit keinen Spaß. Wenn es mal Konflikte gibt,
kann man sie lösen.
A Patientenübergabe
1. Viele „Ws“ müssen geklärt werden
Bei einer Patientenübergabe müssen Sie von Ihren
Kollegen alle aktuellen Informationen über die betreuten
Menschen erhalten, damit Sie in Ihrer Schicht alle
Pflegemaßnahmen richtig durchführen können.
In der ambulanten Pflege sprechen Sie vielleicht gar nicht
direkt mit den Kollegen. Sie müssen sich auf die
telefonische Auskunft vom Pflegestützpunkt und die
schriftliche Dokumentation verlassen können.
Überlegen Sie, wie es bei Ihnen läuft.
Wo wird die Patientenübergabe bei Ihnen in der Klinik, in
der Senioreneinrichtung oder im Pflegestützpunkt
gemacht? Gibt es einen speziellen Raum oder findet sie am
Bett des Patienten statt?
An wen geben Sie die Informationen weiter? Welches
Vorwissen hat die Person über den Patienten?
Wann findet die Übergabe statt?
Welche Dokumente brauchen Sie für die Übergabe?
Während der Übergabe müssen Sie inhaltlich die
fünf „Ws“ abklären.
Wer?
• Wer ist der Patient/Bewohner/Klient? ... Name, Alter,
Erkrankung?
Warum?
• Warum ist er/sie im Krankenhaus? ... Einweisungsgrund,
Erkrankung, Unfall, OP?
Was und Wie?
• Was wurde gemacht? ... therapeutisch, diagnostisch,
pflegerisch?
• Was muss pflegerisch gemacht werden/ist besonders zu
beachten?
• Was ist therapeutisch/diagnostisch geplant/noch zu
organisieren?
• Wie ist der momentane Zustand?
Wann?
• Wann kann der Patient evtl. verlegt/entlassen werden?
Operation, weitere Diagnostik, Therapien ...
2. Patientenübernahme im Krankenhaus
Herr Bayer ist von seinem Hausarzt in die Klinik
Willersberg eingewiesen worden. PFF Karin Fischer
übergibt den Patienten an die Nachtschicht. Herr Bayer
soll schon am nächsten Tag operiert werden.
Lesen Sie das Gespräch:
Karin: Hallo Emil. Wie geht’s?
Emil: Na ja. Das ist jetzt meine dritte Nachtschicht, aber
ab morgen
habe ich zwei Tage frei. Also, lass mal hören, was es zu tun
gibt! Karin: Heute haben wir einen Neuzugang, Herrn
Bayer auf
Zimmer 14. Er kam mit unklaren Bauchbeschwerden. Die
Ärzte haben ihn untersucht und nicht nur Gallensteine,
sondern auch einen Leistenbruch festgestellt. Er wird
gleich morgen operiert.
Emil: Ist er für die OP schon vorbereitet?
Karin: Ja, das haben wir natürlich heute schon erledigt. Er
ist allerdings schon sehr aufgeregt und wir haben ihm zur
Beruhigung ein Milligramm Lorazepam® gegeben.
Normalerweise, so sagte er uns, sei er auch nachts recht
sicher, wenn er zu Hause auf die Toilette muss. Esther hat
ihm gesagt, er solle besser klingeln, wenn er nachts
rausmuss.
Emil: In Ordnung. Ich erinnere ihn beim Durchgehen noch
einmal daran, welche Wirkung das Beruhigungsmittel auf
ihn haben kann.
Karin: Morgen früh muss er natürlich nüchtern bleiben.
Und könntest du ihn bitte schon um 6 Uhr wecken? Er
möchte sich nämlich duschen, weil er meint, dass er sich
dann besser fühle.
Emil: Okay, mache ich. Was habt Ihr noch? ... 3.
Indirekte Rede
AB 15; Ü 1, 2
Beispiel: Direkte Rede – Herr Bayer sagt: „Ich habe große
Schmerzen!“
Indirekte Rede – Herr Bayer sagt, dass er große
Schmerzen habe. Oder: Herr Bayer sagt, er habe große
Schmerzen.
Grammatik
Indirekte Rede bedeutet: Man macht mündlich oder
schriftlich deutlich, dass etwas eine andere Person gesagt
oder geschrieben hat. Die indirekte Rede steht in einem
Nebensatz mit dass oder ohne dass als Hauptsatz.
In der gesprochenen und informellen Sprache bleiben
die Verbformen der indirekten Rede oft wie in der direkten
Rede im Indikativ bestehen. Beispiel: Karin sagt, Herr
Bayer hat große Schmerzen.
In der formellen Sprache benutzt man meist den
Konjunktiv
.
Der Konjunktiv I wird aus dem Infinitiv abgeleitet. Die
Endungen fügt man an den Stamm des Infinitivs.
Endungen im Singular: -e, -(e)st*, -e; Endungen im Plural:
-en,
-(e)t*, -en
*Die Formen der 2. Person Sg./Pl. sind veraltet und
werden selten benutzt.
Man verwendet oft nur die KI-Formen, die sich vom
Präsens Indikativ unterscheiden:
• Alle Formen des Verbs sein: ich sei, du sei(e)st, er
sei, wir seien, ihr seiet, sie seien
• Modalverben im Singular und alle Formen in der 3.
Person Sg.
Der Imperativ wird in der indirekten Rede immer durch
ein Modalverb ersetzt. Bei einer Bitte mit mögen , bei
einer Aufforderung mit sollen und bei einem Befehl mit
müssen .
Beispiel: Chefarzt: Frau Pawlak, kommen Sie sofort in das
Untersuchungszimmer!
Karin: Der Chefarzt hat gesagt, Esther solle sofort in das
Untersuchungszimmer kommen.
Für alle anderen Formen verwendet man meist eine
Ersatzform: Konjunktiv II oder würden + Infinitiv.
Suchen Sie in 2 die drei Stellen der indirekten Rede.
Ergänzen Sie dann die Sätze.
Herr Bayer sagt, er
.
Esther hat Herrn Bayer geraten, er
.
Herr Bayer meint, dass er
4. Berichten, was Pflegekräfte und Patienten
äußern
Was passt zusammen? Mehrfachnennungen sind
möglich.
1 Viele Pflegekräfte a er müsse besser auf seinen
berichten, Blutdruck achten.
2 Manche Klienten b wer denn die nächsten
klagen, 3 Besonders Angehörigen seien.
junges
c ob es einen
Pflegepersonal betont, 4 muttersprachlichen Gottesdienst
Ältere Patienten äußern gebe.
manchmal, d die Fernseher der
5 Bewohner beschweren Zimmernachbarn seien zu laut.
sich häufig, e wo denn der Patient liege.
6 Der Besucher f ob die Operation gut verlaufen
erkundigt sei. g sie seien bei der Arbeit
sehr
sich,
7 Der Arzt sagt dem gestresst.
h sie bekämen zu wenig Besuch.
Patienten,
i sie hätten keine Probleme mit
8 Die Heimleiterin fragt
dem
die Bewohnerin, 9 Die
Schichtdienst.
rumänischen
j das Essen schmecke ihnen
Kollegen wollen wissen, nicht
10 Angehörige wollen
besonders.
immer wissen,
indirekte Rede = Äußerung
Redeeinleitung eines anderen Sprechers
5. Fragen und Satzzeichen in der indirekten
Rede
a. Lesen Sie zuerst die Grammatik. Markieren Sie dann in
4 die Verben, die die indirekte Rede einleiten, und alle
Fragen der indirekten Rede.
Grammatik
Fragen in der indirekten Rede haben als Konnektor ein W-
Fragewort oder ob.
Der Doppelpunkt (:), die Anführungszeichen („...“) sowie
Fragezeichen (?) oder Ausrufezeichen (!) fallen weg.
b. Sprechen. Formulieren Sie die Sätze der indirekten
Rede aus 4 als eingeleitete Sätze mit dem Konnektor dass
um.
c. Welche Äußerungen von Kollegen/Patienten haben Sie
oft gehört? Geben Sie Ihre Beispiele in der indirekten Rede
wider.
Unsere Patienten beschweren sich häufig, (dass) ...
B Übernahme und Verlegung eines
Patienten
HV 15.1
6. Emil berichtet seiner Kollegin Esther über
die
Nachtschicht
Lesen Sie zunächst die Checkliste. Hören Sie dann
das Übergabegespräch aus der Nachtschicht und
markieren Sie dabei, was bereits erledigt ist und was
noch zu tun ist.
bereits noch zu
Maßnahme
erledigt tun
Aufnahmegespräch führen ✓
Platzwunde versorgen
Eltern verständigen ✓
Beruhigungsmittel i. v. verabreichen
beim Aufwachen der Patientin sofort
den Arzt informieren
nach ärztlicher Zustimmung Polizei
zur Vernehmung anrufen
an den Überwachungsmonitor
anschließen
Blut abnehmen und ins Labor schicken
7. Patientenaussage
Nachdem der Zustand der Patientin stabilisiert ist und sie
sich beruhigt hat, wird von der Stationsleitung die Polizei
verständigt, dass die Patientin jetzt vernehmungsfähig sei.
Eine Polizistin befragt die Patientin, wie es zu der
Kopfverletzung gekommen sei.
Die Patientin berichtet ihr, am Abend habe sie sich wie
immer mit ihren Freunden am Bahnhof getroffen. Sie
hätten ganz in Ruhe ein Bier getrunken und geraucht.
Dann seien zwei junge Männer gekommen, die aber
niemand aus der Gruppe gekannt habe. Sie hätten sich der
Gruppe anschließen wollen. Die Gruppe habe das aber
nicht gewollt, weil sie kein Geld für Bier oder Zigaretten
gehabt hätten. Im Laufe der Diskussion, die immer lauter
wurde, seien dann ihr Freund Carlo und die zwei Männer
aufeinander losgegangen und hätten sich geschubst.
Sie habe den Streit schlichten wollen und sei
dazwischengegangen. Dabei sei sie aber rückwärts über
eine Bank gestoßen worden und hingefallen. Weiter könne
sie sich nicht erinnern. Sie sei erst wieder in der
Notaufnahme des Krankenhauses aufgewacht.
Die Polizistin befragt die Patientin weiter, wie ihr Freund
heiße, wo er wohne, wie die anderen Freunde hießen und
ob es andere Zeugen gebe.
Dann bittet die Polizistin sie, die zwei Männer zu
beschreiben, wie sie gekleidet waren ...
Grammatik
AB 15; Ü 3
In der Vergangenheit gibt es in der indirekten Rede nur
eine vom Perfekt abgeleitete Form:
sein im KI/KII + Partizip II und haben im KI/KII + Partizip
II.
Beispiel: Es wird behauptet, er habe einen Unfall gehabt
und sei verletzt /wir hätten einen Unfall gehabt und
seien verletzt .
Achtung! Nicht das Verb in der Redeeinleitung bestimmt
das Tempus, sondern das Tempus aus der direkten Rede.
Beispiel: Sie sagt/sagte/hat gesagt, sie habe ein Bier
getrunken.
Lesen Sie noch einmal die Patientenaussage und
markieren Sie die Verben/Verbteile der
Vergangenheit in der indirekten Rede.
8. Personenbeschreibungen
Spielen Sie den Dialog zwischen der Polizistin und
der Patientin – jetzt in direkter Rede – nach und
erfinden Sie eine Beschreibung der beiden fremden
Männer.
Beispiel: Der Mann war ca. einen Meter achtzig groß.
Beschreibung erster Beschreibung zweiter
Mann Mann
Größe ca. 1, 80 Meter groß
Alter
Figur
Haare
Kleidung
9. Rauschmittelgebrauch in Deutschland und
in
Ihrem Heimatland
Welche Erfahrungen haben Sie? Tauschen Sie sich
aus. Machen Sie sich vor der Diskussion einige
Notizen.
Welche Drogen gibt es bei Ihnen relativ häufig?
Welche Drogen sind bei Ihnen erlaubt (legal)/verboten
(illegal)? Was wissen Sie über den Drogenkonsum in
Deutschland? Welche Hilfe(n) gibt es bei
Drogenmissbrauch/Drogensucht?
Wie werden Kinder und Jugendliche bei Ihnen vor Alkohol
und Drogen geschützt?
Internet-Tipp
Auf der Seite [Link] finden Sie viele Informationen
zu Suchtfragen in Deutschland.
C Organisatorisches
10. Klärung organisatorischer Fragen bei der
Teambesprechung
HV 15.2
Hören Sie die Informationen von Emil Witt und
tragen Sie diese stichwortartig in die folgende
Tabelle ein.
11. Übergabegespräche üben
AB 15; Ü 4–6
a. Ein Teilnehmer nimmt dazu Infoblatt A (S. 189), ein
Teilnehmer Infoblatt B (S. 190). Übergeben Sie in ganzen
Sätzen die Informationen, die Sie auf Ihrem Infoblatt
haben, an Ihren Partner. Ihr Partner notiert die Infos in
Stichpunkten. Vergleichen Sie dann Ihre Infoblätter.
• Denken Sie beim Übergabegespräch an die vielen W-
Fragen (S.183).
• Haben Sie keine Angst, während der Übergabe
nachzufragen, wenn Sie etwas nicht genau verstanden
haben oder noch wissen möchten. Diese Redemittel
können Ihnen dabei helfen:
Redemittel
Entschuldigung, das habe ich nicht (genau) verstanden!
Also, was müssen wir bei Herrn ... noch tun/beachten?
Wen soll ich bitte informieren?
Sind bei Frau ... schon alle Untersuchungen gemacht
worden? Sind die ... für Herrn ... schon bestellt?
Wie ist die Diagnose/der Befund bei Frau ...? Wie fühlt sich
Frau ... heute?
Wobei braucht er/sie Hilfe?
Infoblatt A
Infoblatt B
b. Zwei Teilnehmer des Kurses denken sich nun einen
Patienten aus und übergeben ihn an die Gruppe. Die
Gruppe macht Notizen und fragt nach, falls Informationen
fehlen oder unklar sind.
AB 15; Ü 7
c. Gibt es größere Unterschiede bei den
Übergabegesprächen in Ihrem Heimatland? Was ist für Sie
besonders schwierig zu verstehen?
12. Nachtdienstbericht in einer
Senioreneinrichtung
Ergänzen Sie die fehlenden Begriffe im Text. Was
passt am besten?
Die Pflegekraft erzählt:
Frau Schübel auf Zimmer 18 konnte fast die ganze Nacht
nicht (1)
. Ich habe ihr zwei Schlaftabletten gegeben.
Herr Friedrich hat seinen Fernseher so laut aufgedreht,
dass sich
sein Nachbar Herr Fenzel mehrfach bei mir (2)
hat. Obwohl er protestiert hat, musste ich bei ihm um
22:00 Uhr den Stecker vom Fernsehapparat (3)
.
Um 22:40 Uhr wollte Frau Hermann auf die Toilette (4)
. Ich habe ihr geholfen.
Herr Weiler war sehr desorientiert, er wollte um 23:00
Uhr zum
Supermarkt gehen, um (5)
. Zum Glück konnte ich ihn (6)
, dass die Geschäfte um diese Zeit geschlossen sind.
Frau Umbach hat um Mitternacht erneut ihre kleine Katze
(7)
. Ich habe ihr dann das kleine Stofftier gegeben, das ihr
ihre Tochter einmal (8)
hat.
Frau Müller war sehr verwirrt, weil sie ihre Brille nicht
mehr (9)
hat, aber sie war nur beim Schlafen unter das Kopfkissen
gerutscht. Herr Möbius wollte wieder die ganze Nacht
Boxkämpfe im
Fernsehen (10)
. Gestern schimpfte er laut, weil im Sportfernsehen nur
Fußball kam. Herr Sibelius hat eine neue Oper
komponiert. Er wollte sie mir
gleich (11)
. Ich konnte ihn aber überzeugen, dass das Klavier im
Speisesaal jetzt abgeschlossen ist.
Kollegen, noch so eine Nachtschicht, dann könnt ihr mich
gleich in die Psychiatrie (12)
„Das Leben ist kein Ponyhof“, sagen manche Leute, wenn
sie ausdrücken wollen, dass es nicht nur angenehme Dinge
gibt, sondern auch Pflichten oder Aufgaben, die wenig
Freude bereiten.
13. Katastrophe in der Frühschicht. Ivanka
und Pedro treffen sich in der Kaffeepause.
a. Ergänzen Sie die Sätze mit den folgenden Präpositionen
mit Genitiv.
trotz wegen (2 x) (an)statt
Ivanka: Hast du gehört?
eines Unfalls bei der S-Bahn ist heute das halbe Team auf
Station 3.1. zu spät gekommen. Die Stationsleitung musste
alle aus der Nachschicht bitten, etwas länger zu bleiben.
Und Svetlana ist
ihrer Erkältung auch geblieben. Pedro: Hat denn
der Verspätung keiner angerufen? PIvanka: Nein,
die Verspätung sofort telefonisch zu melden, hat sich jeder
wohl gedacht, dass es nicht so tragisch wäre, wenn einer
zu spät kommt.
Lern-Tipp
Artikel im Genitiv
der des Antrags
das die die
des Problems der Diagnose der Diagnosen
b. Ergänzen Sie die folgenden Satzanfänge. Trotz der
Feiertage
Anstatt der freien Tage
Wegen des Personalmangels Statt der geplanten
Fortbildung
14. Pflegekongress in Stuttgart diskutiert
Verbesserungen zugunsten der Pflegekräfte
a. Lesen Sie den Text und finden Sie darin sieben
Präpositionen mit Genitiv.
Stuttgart. Anlässlich des Pflegekongresses in Stuttgart
wurde am Wochenende von Pflegekräften und Politikern
diskutiert, welche Verbesserungen zugunsten des
Pflegepersonals in der nahen Zukunft wichtiger wären.
Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft
sollten von politischer Seite schnell Lösungen gefunden
werden. Anstelle des dauernden Redens sei es jetzt Zeit,
zu handeln. Infolge des akuten Personalmangels in den
Kliniken und Einrichtungen sollte zwecks zusätzlicher
Personalgewinnung sowohl der Pflegeberuf im Land
attraktiver gemacht werden als auch mehr ausländisches
Personal gewonnen werden. Die Bearbeitung der Anträge
auf Berufsanerkennung und Visa dürfen keinesfalls
mangels qualifizierten Personals in den deutschen
Behörden verzögert werden.
b. Ordnen Sie die Präposition der passenden Bedeutung
zu. final; Ziel/Zweck:
Grund; kausal:
als Folge eines Ereignisses; aufgrund von: aus Mangel an:
nicht das Genannte, sondern etwas anderes: zum
Vorteil/Nutzen; pro/für:
D Konflikte und Arbeiten in
internationalen Teams
15. Ein Missverständnis
Pflegeassistentin Ana aus Portugal soll an einem Vormittag
helfen, einer Patientin eine neue Infusion anzulegen. Ihre
deutsche Kollegin Erika, eine ältere, erfahrene
Krankenschwester, wechselt das Infusionssystem, ohne
sich vorher die Hände desinfiziert zu haben. Ana ist sehr
überrascht, weil sie das während des Studiums in ihrem
Heimatland anders gelernt hat. Sie traut sich aber nicht,
etwas zu
sagen oder ihre Kollegin darauf anzusprechen. Vor der
Patientin möchte sie das auch nicht diskutieren. Ana hat
kein gutes Gefühl bei der Sache. Einerseits weil sie dieses
Vorgehen für unhygienisch hält, und andererseits weil sie
nicht weiß, ob ihre deutsche Kollegin das nur einmalig im
Stress so gemacht hat oder ob es ein immer
wiederkehrender Fehler ist. Ana weiß jetzt nicht, was sie
tun oder sagen soll.
a. Was ist hier der Konflikt für Ana?
b. Was haben Sie in Ihrer Ausbildung gelernt, wie Sie in
einer solchen Situation reagieren müssen?
c. Kennen Sie Situationen, in denen Sie fachlich eine
andere Meinung als Ihre Kollegen haben? Erzählen Sie.
d. Spielen Sie in der Gruppe eine solche Situation. Die
folgenden Redemittel helfen Ihnen.
Redemittel
• Mir ist aufgefallen, dass ...
• Ich habe bemerkt/beobachtet, dass ...
• Ich habe den Eindruck, dass man hier ...
• Ich habe die Erfahrung/Beobachtung gemacht, dass man
in Deutschland/Österreich/der Schweiz ...
• Entschuldigung, ich bin nicht so genau informiert, wie
das in Deutschland/Österreich/der Schweiz ist. Aber in
meiner Ausbildung/in meinem Heimatland habe ich ...
• Entschuldigung, dass ich das anspreche, aber ich kenne
das so ...
• Was verstehen Sie/verstehst du unter ...? Was meinen
Sie/meinst du mit ...?
• Tut mir leid, wenn ich das ansprechen muss, aber
vielleicht war das nicht ganz korrekt/nach unseren
Vorschriften.
• Können Sie/Kannst du mir erklären, wie man das hier
(richtig) macht?
16. Mentoren
In den meisten Kliniken und Senioreneinrichtungen gibt es
ein Mentorensystem. Das bedeutet, dass neue
Pflegepersonen einen erfahrenen Kollegen als Mentor
zugeordnet bekommen. Die Mentoren sollen den neuen
Kollegen helfen, sich am Arbeitsplatz und auch generell
besser zu integrieren. Dabei ist es natürlich sehr wichtig,
dass beide Seiten, also Mentor und neue bzw. ausländische
Kollegen, offen miteinander reden und gegenseitiges
Vertrauen haben.
a. Gibt es ein Problem oder Thema, das Sie mit Ihrer
Mentorin oder Ihrem Mentor besprechen wollen oder
bereits besprochen haben?
b. Spielen Sie eine solche Situation zuerst in
Zweiergruppen, dann vor der Klasse.
Kultur-Tipp
Bleiben Sie bei Konfliktthemen mit Kollegen/im Team
immer sachlich und höflich im Ton! Ein Sprichwort sagt:
So wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus.
Die folgenden Redemittel helfen Ihnen dabei, ein Thema
mit dem Mentor oder im Team anzusprechen.
Redemittel
Verständigungsprobleme
• Entschuldigung, aber ich habe das nicht verstanden/ich
habe da ein Problem. Nämlich ...
• Hast/Hättest du mal einen Moment Zeit für mich, ich
würde gern über ... reden.
• Ich habe den Eindruck/das Gefühl, dass wir einmal
über ... reden sollten.
• Mir kommt es manchmal/oft/öfter so vor, als ob ...
• Wenn wir miteinander arbeiten/sprechen, bin ich
manchmal überrascht/verunsichert/verärgert, weil ...
• Ich weiß, dass ich noch nicht so gut Deutsch spreche, du
kannst mich gern korrigieren, wenn ich etwas Falsches
sage.
• Ist es richtig, dass man in Deutschland/Österreich/in der
Schweiz/bei Ihnen/euch ...?
Kritik anmelden
• Die Deutschen/... haben wohl manchmal die Gewohnheit,
ihre Position/... sehr direkt zu formulieren. Das klingt für
uns ... manchmal etwas arrogant/störend/unfreundlich.
• Entschuldigung, vielleicht ist es nicht so gemeint, aber
das hat mich sehr getroffen/verletzt/gestört.
• Ich weiß nicht genau, wie es hier abläuft, aber wenn man
Probleme im Team hat, soll man das besser offen/sofort
ansprechen.
• Wenn man etwas kritisieren möchte, würde man das in
meinem Heimatland sofort/nicht sofort/direkt/nicht so
direkt/offen ansprechen.
• Maria, was meinst du, soll ich das direkt mit ... klären
oder erst die Stationsleitung fragen?
• Ich verstehe deine/die Meinung/die Kritik gut, aber ...
• Ich bin ein bisschen enttäuscht davon, dass ...
• Ich kenne das zwar auch, aber da bin ich anderer
Meinung. • Du hast/Sie haben da völlig recht, aber ...
AB 15; Ü 8
17. Geschriebene und ungeschriebene Gesetze.
Was
ist Recht? Was ist richtig?
Wie in jeder Gemeinschaft und Gruppe, in jeder Firma
oder Schule gibt es auch in jeder Klinik oder
Senioreneinrichtung „geschriebene“ und
„ungeschriebene“ Gesetze. Das heißt, es handelt sich um
Regeln und Gewohnheiten, die alle kennen sollten, wenn
sie im Team und der Gruppe anerkannt werden wollen.
Das können Themen sein wie:
• Wie lange ist die Kaffee- oder Zigarettenpause?
• Wie gerecht sind die angenehmen oder unangenehmen
Aufgaben im Team verteilt?
• Sind die Kollegen gern oder weniger gern bereit, Dienste
zu tauschen?
• Geht man einem Kollegen zur Hand, wenn er mehr zu
tun hat, als man selbst?
18. Kaffeekasse im Stationszimmer
Dürfen Pflegekräfte von den Patienten Geld und
Geschenke annehmen?
Internet-Tipp
Regelung von Geldgeschenken im Heimgesetz:
[Link]- [Link]/heimg/_14.html
Manche Patienten oder Angehörige wollen sich bei den
Pflegekräften für die gute Betreuung bedanken und ihnen
etwas schenken. Sie sind aber unsicher, ob bzw. was
erlaubt oder üblich ist.
Außerdem entsteht die Frage: Wie viel Geld/welches
Geschenk ist angemessen?
a. Lesen Sie die Aussagen verschiedener Personen zum
Thema „Geschenke“. Welche Person ist eher pro, welche
contra Geschenke? Ordnen Sie zu.
Fr. Endlich: Im Grunde ist es doch Quatsch, Geld
dazulassen. Aber okay, ich habe es auch schon gemacht.
Allerdings machen sie ihren Job. Fährt mich ein
städtischer Busfahrer gut ans Ziel, gebe ich ihm beim
Aussteigen auch kein Trinkgeld... Man sollte sich also auf
sein Gefühl verlassen, dann macht man nichts falsch.
Hr. Fischl: Es reicht doch, dass man sich bedankt,
vielleicht noch ein paar Blumen dalässt. Die kann man
sowieso nicht alle mit nach Hause nehmen.
Fr. und Hr. Dwortschak: Soweit uns bekannt ist, dürfen
Pflegekräfte eigentlich gar kein Geld annehmen. Wenn
man schon die Absicht hat, etwas zu geben, dann doch
eine Packung Kaffee oder eine große Pralinenschachtel.
Fr. Immelmann: Als meine Freundin im Krankenhaus lag,
haben wir den Schwestern nichts zum Abschied geschenkt.
Allerdings haben sie immer wieder zwischendurch
Aufmerksamkeiten bekommen, z. B. etwas zum Naschen.
Hr. Natter: Leider darf man in Krankenhäusern und
Pflegeeinrichtungen niemanden persönlich beschenken.
Erlaubt ist höchstens eine Spende für die „Kaffeekasse“.
Deshalb kann ich beim besten Willen nur etwas Hartgeld
spenden. Wer will, kann natürlich auch einen Schein in die
Kasse stecken.
b. Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Heimat zu
diesem Thema gemacht?
c. Welche Meinung haben Sie zum Thema „Trinkgeld für
Pflegepersonal“? Diskutieren Sie.
d. Lesen Sie den Text. Kennen Sie die offizielle gesetzliche
Regelung in Ihrer Einrichtung/Klinik?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird für
verschiedene Dienstleistungen Trinkgeld gezahlt. In
Restaurants, in Taxis oder bei Lieferservices gibt man in
der Regel ca. 5 % bis 10 % Trinkgeld, wenn man mit dem
Service zufrieden war.
In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist es für die
Mitarbeiter eigentlich verboten, Trinkgelder anzunehmen,
jedenfalls wenn es sich um Beträge über 10 Euro handelt.
Keinesfalls darf das Geld persönlich und während der
Behandlung angenommen werden. Bei der Entlassung
oder bei großen Feiertagen wird es geduldet, dass
Patienten, Bewohner oder Angehörige dem Personal etwas
geben, sei es Geld oder Süßigkeiten. Diese Geschenke
sollten unter allen Mitarbeitern gerecht geteilt werden.
e. Haben Sie eine Kaffeekasse? Wenn ja, was wird mit dem
gesammelten Geld gemacht? Berichten Sie.
19. Rollenspiel. Angehörige/r einer
Bewohnerin und eine Pflegeperson.
Spielen Sie folgende Situation: Ein/e Angehörige/r
möchte sich wegen der guten Betreuung seiner/ihrer
Mutter mit 30 Euro bei Ihnen erkenntlich zeigen.
Wie reagieren Sie?
Redemittel
• Leider kann/darf ich das Geld nicht annehmen, weil ...
• Das ist sehr nett/freundlich/aufmerksam von Ihnen, aber
ich muss das Geld leider ablehnen, denn ...
• Aus rechtlichen Gründen ist es uns leider nicht erlaubt,
dass ...
• Sie könnten anstatt der 30 Euro gerne ... für die
Kaffeekasse dalassen/einen Kaffee/einen Kuchen/etwas
Süßes für das Personal mitbringen.
• Wir freuen uns aber sehr, wenn Sie uns beispielsweise ...
20. Tipps für neue Kollegen
a. Eine Freundin von Ihnen wird in Kürze in Ihrer Klinik
mit der Arbeit beginnen. Was können Sie ihr raten, damit
sie von den „ungeschriebenen Gesetzen“ nicht überrascht
wird?
Liebe Maria,
es freut mich, dass du bald mit der Arbeit in meiner Klinik
beginnen wirst. Aber es gibt hier ein paar ungeschriebene
Regeln, für die ich dir vorab ein paar Tipps geben möchte.
b. Vergleichen Sie in der Gruppe, welche Tipps die neue
Kollegin bekommen hat.
Phonetik – r-Laute
PH 15.1
21. Verschiedene r-Laute
Wo hören Sie den r -Laut deutlich? Markieren Sie.
Konsonantisches r : Das r ist ein deutlicher Laut am
Anfang von Wörtern und Silben.
Beispiele: Rat, beraten (be-raten), Ohren (Oh-ren)
Vokalisches r: Das r klingt wie ein kurzer a-Laut nach
langen Vokalen und in unbetonten Silben (Vorsilben und
Endungen) mit - er.
Beispiele: Gehör, verlegen (ver-legen), Schwes-ter
22. Konsonantisch oder vokalisch?
Hören Sie noch einmal die Wörter in 21 und tragen
Sie neben den Wörtern ein, ob das r vokalisch (V)
oder konsonantisch (K) gesprochen wird.