Kap 4
Kap 4
Bei der aktiven Messung wird der Quarz in einem Oszillator als
frequenzbestimmendes Glied eingesetzt. Diese Meßgeräte sind unter dem Namen
„Testset“ bekannt geworden und für die verschiedenen Frequenzbereiche entwickelt
worden. In diesen Geräten schwingt der Quarz weitgehend unabhängig von seinem
Resonanzwiderstand und seinen anderen Parametern C1, L1 und C0. Der
Resonanzwiderstand wird z.B. über die Aktivitätsanzeige des Oszillators durch
Substitution mit Widerständen ermittelt. In diesen Testsets liegt die absolute
Meßgenauigkeit für die Frequenzmessung etwa 10 bis 15 .10-6 und kann durch
Vergleichsmessungen zwischen einzelnen Geräten auf 3 bis 5 .10-6 verbessert
werden. Diese Meßgeräte genügen aber in der Regel nicht mehr den heutigen
Anforderungen.
Die Passiv - Meßmethode, wie sie in (DIN) IEC 444 beschrieben ist, stellt heute den
allgemeine anerkannten internationalen Standard zur Messung von Schwingquarzen
dar. In dieser Norm ist in den Teilen 444-1 (Lit. [1]) und 444-2 (Lit. [2]) das
Meßverfahren zur Bestimmung von Resonanzfrequenz fr und den Quarz-Ersatzdaten
(Rr, C1, L1, C0, Q) bis 125 MHz definiert. In dem IEC-Report 444-3 (Lit. [3]) ist eine
(inzwischen veraltete) Methode zur Erweiterung bis 200 MHz durch C0-
Kompensation beschrieben. Die Messung der Lastresonanz mit Lastkapazitäten wird
in Teil 444-4 (Lit. [4]) definiert, eine modernere Methode ist bei IEC in Vorbereitung
und wird hier beschrieben. Der Teil 444-5 (Lit. [5]) beschreibt Verfahren zur
Fehlerkorrektur, mit denen der Frequenzbereich auf über 500 MHz erweitert und die
Meßgenauigkeit erhöht werden kann.
4.1 Passivmessung bis 125 MHz nach (DIN) IEC 444-1 und 444-2
Der Schwingquarz wird in einem in (DIN) IEC 444-1 [1]genormten Doppel-
π− Netzwerk entsprechend Bild 4.1 eingesetzt, wodurch das Meßobjekt von den
angeschlossenen Meßgeräten entkoppelt wird.
Die Konstruktion ist in beiden Fällen für bedrahtete Schwingquarze optimiert, bei
denen die Referenzebene für die Messung nach Norm 2 mm unterhalb der
Bodenplatte des Schwingquarzgehäuses liegt. Bei Schwingquarzen in SMD-
Gehäusen mit Anschlüssen in Gullwing-Form (L-leads), als J-leads oder leadless
sind bis jetzt noch keine Meßadapter genormt. Iin diesen Fällen muß eine geeignete
Zwischendadaption geschaffen werden, die eine Messung und Kalibrierung in der
Ebene gewährleistet, in der der Quarz in der Schaltung kontaktiert wird, d.h. auf der
Ebene der Landefläche.
2
Die charakteristische Impedanz des π-Netzwerks RT = 25 Ω entspricht etwa dem
geometrischen Mittel des typischen Resonanzwiderstandes von AT-Schnitt-
Schwingquarzen im Frequenzbereich 1 MHz bis 200 MHz. Die Messung von
Schwingquarzen mit wesentlich hochohmigerem Resonanzwiderstand - z.B. von
niederfrequenten Biegeschwingern wie 32 kHz-Uhrenquarzen usw. - erfordert einen
höheren Wert von RT, um die Grunddämpfung des π-Netzwerks zu begrenzen. Ein
geeignetes π-Glied für solche Anwendungen kann wie folgt dimensioniert werden:
Vorraussetzung: RT/2 > RG = 50 Ω (Impedanz des Meßsystems)
Die minimale Grunddämpfung amin pro Sektion R1, R2 liefert ein Halbglied bestehend
nur aus R1 und R2
RG
R1 = (1)
2 RG
1-
RT
RT RG
R2 = - (2)
2 2 RG
1+ 1-
RT
mit
amin = 10 lg Kmin (3)
wobei
RT RT RT
2 RG
Kmin = -1+2 - 1 (4)
RG G
2 R
Für ein komplettes π-Glied mit R1, R2 und R3 muß die Grunddämpfung aG (pro
Sektion) größer als amin sein. Für ausreichende Isolation vom 50 Ω -System wird eine
zusätzliche Dämpfung von ca. 2 bis 3 dB pro Sektion empfohlen.
Die Werte der drei π-Glied-Widerstände ergeben sich dann zu:
(K - 1) RG
R1 = (5)
RG
K+1 - 2 2K
RT
K-1 RG RT
R2 = (6)
2 2K
(K - 1) RT
R3 = (7)
RT
2 (K+1) - 4 K
2 RG
mit
K = 10 aG/10 (8)
aG > amin (9)
Beispiel:
Ein Meßkopf mit einer charakteristischen Impedanz RT = 1 kΩ für ein Meßsystem mit
RG = 50 Ω kann in Minimaldämpfung aus zwei Sektionen mit jeweils
R1 = 52,7 Ω
R2 = 474,3 Ω
und einer Dämpfung von amin = 15,8 dB pro Sektion, d.h. 31,6 dB insgesamt bei
eingesetztem Kurzschluß realisiert werden.
Erhöht man die Kurzschlußdämpfung pro Sektion auf 18 dB, dann erhält man ein π-
Netzwerk mit zwei Sektionen bestehend aus den drei Widerständen
R1 = 52,6 Ω
3
R2 = 618 Ω
R3 = 2240 Ω
Bei höheren RT-Werten steigt die Grunddämpfung wegen der Dämpfung des
empfängerseitigen π-Glieds stark an. Dies kann vermieden werden, indem an dieser
Stelle ein Breitband-Übertrager eingesetzt wird (Lit. [22]), der die hochohmige
Impedanz auf 50 Ω transformiert. In Bild 4.3 ist dieses Verfahren dargestellt.
Bild 4.3: Einfügen eine Übertragers zur Messung von hochohmigen (NF-) Schwingquarzen (aus [22])
Der gesamte Meßaufbau mit dem π-Netzwerk und einem Vektorvoltmeter bzw. einem
Netzwerkanalysataor wird in Bild 4.4 gezeigt. Das Generatorsignalℑ wird mit dem
(internen) Frequenzzähler ℵ gemessen und mit dem Leistungsteiler ℜ in dern
Meßkanal mit π-Netzwerk und den Referenzkanal mit 30 dB-Dämpfungsglied
aufgeteilt. Beide Kanäle werden mit 50 Ω Widerständen ⊕ abgeschlossen. Die
Phase zwischen beiden Kanälen wird mit dem Phasenmesser℘ , die Amplituden UA
am Punkt A und UB am Punkt B mit dem HF - Spannungsmesser ⊗ gemessen. Ein
Netzwerkanalysator enthält alle Komponten außer dem π-Netzwerk und dem
Dämpfungsglied sowie evtl. dem Leistungsteiler ℜ .
Bild 4.4: Meßanordnung für die Quarzmessung nach (DIN) IEC 444
Die Resonanzfrequenz fr ermittelt man, indem der Generator ℑ auf die Frequenz
eingestellt wird, die zwischen den Punkten „A“und „B“Phase „Null“ergibt.
Aus dem Verhältnis der Spannungen in Punkt „A“und „B“ergibt sich der
Resonanzwiderstand Rr des Quarzes.
Durch Einstellen der Ausgangsspannung des Generatorsℑ kann die gewünschte
Quarzbelastung Pc bzw. Ic eingestellt werden.
4
Verwendung eines Netzwerkanalysators kann durch Auslesen der Spannungs- und
Phasenwerte eines ganzen Sweeps das Ansteuern von Einzelfrequenzen entfallen.
Für höhere Frequenzen und Obertöne ist eine genaue Messung nur durch
Berücksichtigung der statischen Kapazität C0 möglich. Hier wird dann statt der
Resonanzfrequenz fr (Phase 0) die Serienresonanzfrequenz fs gemessen. Im
Grenzbereich muß daher zwischen Hersteller und Anwender vereinbart werden ob rf
(„unkompensiert“) oder fs („kompensiert“) gemessen werden soll. Die
Frequenzabweichungen können je nach Oberton und Quarzgüte bis zu 20. 10-6
zwischen beiden Meßmethoden betragen.
Bei Phase Null zwischen Ein- und Ausgang des Quarzmeßkopfes (Punkt A und B)
gilt dann
UBK
Rr = RT k - 1 (13)
UB
wobei die Netzwerkimpedanz RT, die der Quarz „sieht“, ideal zu RT = 25 Ω gesetzt
wird. Der Faktor k stellt das Verhältnis der Spannung am Punkt A bei den beiden
Messungen dar und kann in der Praxis meist vernachlässigt werden.
UA
k= ≈1 (14)
UAK
Für einen typischen Resonanzwiderstand von 25Ω kann man die Quarzbelastung
Pc bzw. den Quarzstrom lc durch Einstellen des UBK-Wertes nach den folgenden
Beziehungen berechnen:
UBK (mV) = 57,8 Pc (mW) (15)
UBK (mV) = 9,14 I c (mA) (16)
Für andere Werte von Rr ergibt sich:
5
Pc (mW)
UBK (mV) = 5,18 (Rr (Ω ) + RT (Ω )) (17)
Rr (Ω )
UBK (mV) = 0,183 I c (mA) (R r (Ω ) + RT (Ω )) (18)
Bei der Resonanzfrequenz fr können die tatsächlichen Werte von Quarzbelastung Pc
und Quarzstrom lc direkt aus dem UB-Wert errechnet werden:
Pc (µW) = 0,048 Rr (Ω ) UB2 (mV 2) (19)
UB (mV)
Ic (mA) = (20)
4,57
Der Resonanzwiderstand Rr wird, wie oben beschrieben, bei Phase Null gemessen.
Die Generatorfrequenz wird nun so verstellt, daß sich eine Phasendifferenz von +ϕ
bzw. -ϕ einstellt.
Aus der Frequenzdifferenz ∆f±ϕ ergibt sich dann
∆f±ϕ
C1 = (21)
2π fr Reff tan ϕ
2
Diese Formeln gelten nur bei Vernachlässigung der statischen Kapazität C0. Den
dadurch entstehenden Meßfehler zeigt Bild 4.5 in Abhängigkeit vom gewählten
Phasenoffset mit der sogenannten Parallelgüte M als Parameter:
1
M= = (25)
ωC0 R1
Bei höheren Frequenzen fällt der Wert von M, da der Leitwert von ωC0 sowie R1
ansteigen. Ab ca. 70 MHz sollte daher ein kleinerer Phasenoffset als± 45°
verwendet werden (typisch ± 20°). Trotzdem bleibt ein systematischer Meßfehler, da
das Amplitudenmaximum immer stärker von der Frequenz bei Phase Null abweicht.
Bei Frequenzen ab ca. 100 ... 130 MHz kann die Parallelgüte den Grenzwert M = 2
unterschreiten, womit keine Resonanzfrequenz mit Phase Null mehr existiert, d.h.
6
der Ortskreis die reelle Achse nicht mehr schneidet! Dann versagt das hier
beschriebene Meßverfahren.
Bild 4.5: Meßfehler von C1 in Abhängigkeit vom Phasenoffset und der Parallelgüte M (aus [2])
Oberhalb von 100 MHz sollte daher die in Kap. 4.2 beschriebene Ortskreismethode
verwendet werden.
7
Zur Sicherheit gegen Fehler infolge von Störresonanzen empfiehlt es sich die
Messung bei mehreren Frequenzen unterhalb (und evtl. auch oberhalb) von Nf zu
wiederholen.
Zur Erhöhung des Rauschabstands ist es sinnvoll, bei dieser Messung eine höhere
Kurzschlußsspannung UBK als bei der Messung der übrigen Quarzparameter zu
verwenden.
4.2 Messung nach der Ortskreismethode (DIN) IEC 444-5 bis 500 MHz und
darüber
Das Verfahren nach Kap. 4.1 erlaubt die relativ einfache Bestimmung der
Schwingquarz-Parameter. Nachteilig ist aber die eingeschränkte Genauigkeit bei
höheren Frequenzen und die Begrenzung auf maximal 125 MHz. Der verwendeteπ-
Meßkopf wird dabei als ideal vorausgesetzt. In dem IEC-Report 444-3 (Lit. [3])
wurde eine Behelfslösung vorgeschlagen, bei der imπ-Glied parallel zum Quarz
eine Parallelspule oder ein äquivalenter Kreis geschaltet wird, mit dem der Einfluß
des C0 kompensiert wird. Dadurch ist zwar eine Erweiterung bis 200 MHz möglich,
es ist aber hierfür ein speziell konstruierter Meßkopf erforderlich und es werden
hierduch zusätzliche Fehlerquellen eingeführt.
8
RT = RG’+ RL’
Bild 4.6: Komplexes Ersatzschaltbild des Quarz-Meßadapters
[Link] Einzelkalibrierung
Vor jeder Messung erfolgt eine Kalibrierung mit Kurzschluß, Leerlauf und
Kalibrierwiderstand in der Umgebung der Nennfrequenz des Meßobjekts.
Kalibrierung mit Kurzschluß: Messung der Ausgangsspannung des B-Kanals:
UBK = |UBK| ∠ ϕ BK (30)
Kalibrierung mit Leerlauf: Ausgangsspannung des B-Kanals:
UBL= |UBL ∠ ϕ BL (31)
Kalibrierung mit Kalibrierwiderstand RN = Re (RN ) + jlm (RN ) ergibt die B-Kanal-
Spannung:
UBN= |UBN ∠ ϕ BN (32)
Eine unbekannte Impedanz Rx = Re (Rx) + j Im ( Rx) führt zu einer B-Kanal-Spannung:
UBx= |UBx ∠ ϕ Bx (33)
Daraus kann die Admittanz Yxtot bestimmt werden durch:
UBK
-1
1 UBN
Yxtot = (34)
RN UBK
-1
UBx
In dieser Admittanz Yxtot ist noch die parallel geschaltete Übersprechkapazität Cc des
π-Netzwerks enthalten. Die Übersprechadmittanz YCc kann aber mit derselben
Formel aus der Kalibrierung bei Leerlauf berechnet werden, wobeiUBX durch UBL
ersetzt wird. Der Imaginärteil des so ermittelten YCc wird dann von Yxtot subtrahiert
und die unbekannte Impedanz Rx ist schließlich
9
1
Rx = (35)
Yxtot - j Im(YCc)
Die Übersprechkapazität Cc folgt aus dem Imaginärteil von YCc zu
Im (Ycc)
Cc = , (36)
ω
der sehr kleine Realteil kann vernachlässigt werden.
[Link] Grundkalibrierung
Die drei Kalibrierungen brauchen nicht bei jeder Messung komplett wiederholt
werden, sondern können als Grundkalibrierung einmalig im gesamten
Frequenzbereich in geeignet feinen Schritten (z.B. 1 MHz) durchgeführt werden. Aus
der Leerlaufkalibrierung erhält man dann die Übersprechkapazität Cc (in
Abhängigkeit der Frequenz), das Ergebnis der Kalibrierung mit einem Präzissions-
Kalibrierwiderstand Rcal kann im (komplexen, frequenzabhängigen) π-Netzwerk-
Widerstand der Quarz-Meßtore RT ausgedrückt werden( RT ideal = 25 Ω reell). Er
ergibt sich aus Kalibrierung mit Kurzschluß (UBK) und mit Rcal (Ucal) zu
Rcal
RT = (37)
UBK
-1
UBcal
wobei von diesem Wert die parallel liegende Übersprechkapazität Cc nach obigem
Verfahren abzuziehen ist.
Die RT - und Cc -Werte können tabellarisch gespeichert werden und Zwischenwerte
bei Bedarf interpoliert werden.
Vor jeder Mesung wird dann nur eine Kalibrierung mit einem KalibrierwiderstandRN
durchgeführt. Die unbekannte Impedanz Rx ergibt sich dann aus der B-Kanal-
Spannung URN (mit RN) und der Spannung UBx (mit Rx) nach
URN URN
Rx = RT - 1 + RN (38)
UBx UBx
Wird für RN ein Kurzschluß (RN = 0) verwendet (B-Kanalspannung UBK) , vereinfacht
sich dies zu
UBK
Rx = RT - 1 (39)
UBx
wobei auch hier stets der Parallelleitwert von Cc zu subtrahieren ist.
10
UBK
-1
1 UBN
Cp = - Cc (40)
j ω RN UBK
-1
UBC
Für fc werden mehrere Meßpunkte im Abstand von circa. ± 1%....± 5% unterhalb und
oberhalb der Resonanz ausgewählt und der Mittelwert der nahe
beieinanderliegenden Ergebnisse verwendet. Ausreißer sind Meßfehler und/oder
durch den Einfluß von Nebenresonanzen verfälschte Werte. Zur Erhöhung des
Signal-Rauschabstands sollte - insbesondere bei tieferen Frequenzen - der
Generatorpegel erhöht werden (getrennte Leerlauf-Kalibrierung!).
Bei der Auswertung des Realteils der gemessenen Impedanz ergibt sich rechnerisch
ein zusätzlicher Parallelleitwert Gp parallell zu Cp. Dieser ist bei Frequenzen
unterhalb 100 MHz durch Meßunsicherheiten (Phase nahe bei 90° !) so stark
verfälscht, daß er nicht verwendet werden kann und in der Praxis auch
bedeutungslos ist. Erst bei sehr hohen Frequenzen wird Gp signifikant und kann bei
Bedarf mit berücksichtigt werden. Dieser virtuelle Wert repräsentiert die Verluste,
die durch den Einfluß der endlichen Güte der Zuleitungsinduktivitäten hervorgerufen
werden.
Auch bei ungünstiger Lage der Meßfrequenzenω1 und ω2 wird die aus L1 und C1
berechnete Serienresonanzfrequenz
11
1
fs = (49)
2π L1 C1
bereits sehr genau, so daß daraus gegebenenfalls günstiger liegende weitere
Meßfrequenzen bestimmt werden können. Die optimalen Meßfrequenzen für C1 und
L1 liegen bei +45° bezogen auf den Punkt fs, d.h. beim „oberen“und „unteren“
Scheitelpunkt des Ortskreises (Maximum und Minimum des Imaginärteils des
Leitwertes Y). R1 wird am genauesten beim Punkt fs, d.h. am „rechten“Extrempunkt
des Ortskreises (Maximum des Realteils von Y) bestimmt.
13
[Link] Allgemeine Meßfehler bei der Bestimmung von fL und RL
Aus der Formel für die Ziehempfindlichkeit S ergibt sich der relative Frequenzfehler
infolge der Toleranzen der Lastkapazität zu
df L
= S ⋅dC L (53)
fs
In Bild 4.8 ist der typische Verlauf der Ziehempfindlichkeit |S| für Grundwellen- und
Obertonquarze in Abhängigkeit von der Lastkapazität grafisch dargestellt. Dabei
wurde von folgenden typischen Quarzen ausgegangen:
C1 [fF] C0 [pF]
Grundwellenquarze (planparallel) 25 6
Grundwellenquarze (konvex) 10 5
Schwingquarze 3. Oberton 2,2 6
Mit den oben angegebenen Toleranzen für die Lastkapazität kann mit Hilfe von
Gleichung (53) die Unsicherheit bei der Messung der Lastresonanzfrequenz in
Abhängigkeit von der Lastkapazität bestimmt werden. Bild 4.9 zeigt diese möglichen
Frequenzfehler dfL für Grundwellenquarze sowie Quarze im 3. Oberton.
14
Bild 4.9: Typischer Fehler der Lastresonanzfrequenz infolge der CL-Toleranz
Wie aus den Kurven ersichtlich ist, treten für Grundwellenquarze erhebliche
Meßunsicherheiten insbesondere bei kleinen Lastkapazitäten auf, während dieser
Fehler bei Obertonquarzen im allgemeinen vernachlässigbar ist.
Wie oben angeführt, wird die Lastkapazität bei 1 MHz kalibriert. Durch den
praktischen Aufbau ergeben sich jedoch Zuleitungsinduktivitäten in der
15
Größenordnung von mehreren 10 nH, die in Reihe zur Lastkapazität liegen. Die
effektive Kapazität einer derartigen Anordnung beträgt
CL
C L eff = 2
(56)
f
1−
f 0
wobei f die Meßfrequenz und f0 die Eigenresonanzfrequenz von
Zuleitungsinduktivität und Lastkapazität ist. Durch diesen Einfluß können sich
insbesondere bei höherfrequenten Grundwellenquarzen (oberhalb 20 MHz)
erhebliche Verfälschungen der Lastresonanzfrequenz ergeben.
Nach der Thomsonschen Formel (58) erhält man schließlich die gesuchte
Zuleitungsinduktivität LS zu
1
LS = (60)
(2πf 0 )2 ⋅C L
In der Regel ist das hier zugrundegelegte Modell für den Lastkapazitätsadapter
genau genug, so daß man bei allen Frequenzen etwa den gleichen Wert für LS
findet, von dem man den Mittelwert in der weiteren Rechnung verwendet.
16
B. Korrektur der Lastkapazität
Der Fehler kann nun wie folgt korrigiert werden:
Die mit dem realen Last-C-Adapter (effektive Lastkapazität CL eff ) an einem Quarz
gemessene Lastresonanz fL eff liegt um den Relativbetrag
D C L C L eff =
(
C 1 C L eff − C L) (62)
( )
2 C 0 + C L eff ( C 0 + C L )
neben der korrekten Lastresonanzfrequenz Lf , die sich mit einer idealen
Lastkapazität CL ergeben würde. Die korrigierte Lastresonanfrequenz Lf ist daher
f L = f L eff 1 +
(
C 1 C L eff − C L )
(63)
(
2C + C
0 )
L eff ( C 0 + C L )
17
Bild 4.11b: Effektive Lastkapazität durch eine Serieninduktivität von 20 nH
Der dadurch hervorgerufene relative Frequenzfehler dFL bei der Messung der
Lastresonanzfrequenz ist in Bild 4.12a,b für den Grundwellenquarz (planparallel)
und den 3. Obertonquarz in Abhängigkeit von der Frequenz für LS-Werte von 10 nH
und 20 nH dargestellt. Parameter ist dabei die Lastkapazität.
18
Bild 4.12b: Fehler der Lastresonanzfrequenz durch eine Serieninduktivität von 20 nH
[Link] Meßprinzip
Diesem Verfahren, das in Lit. [27] veröffentlicht wurde, liegt die Ortskreismethode,
wie sie in Abschnitt 4.2 ausführlich dargestellt ist, zugrunde. Zur Vereinfachung der
Formeln wird die in [Link] beschriebene Grundkalibrierung vorausgesetzt, bei der
die π-Netzwerk - Impedanz RT (an den Quarztoren) und die Übersprechkapazität Cc
bekannt sind und die Einzelmessung sich nur auf eine Kuzschluß-Kalibrierung U ( BK)
bezieht.
Die Ausgangsspannung UBx am π-Meßkopf bei einem Meßobjekt mit der Admittanz
Yx ist dann
UBK
UBx = (64)
1
+1
Yxtot RT
wobei in Yxtot die Übersprechkapazität enthalten ist, d.h.
Yxtot = Yx + j ω Cc. (65)
Bei der Serienresonanzfrequenz fs hat der Schwingquarz einen Leitwert von
1
Ys = + j ω C0, (66)
R1
bei der Resonanzfrequenz fr ist er
1
Yr = , (67)
Rr
Bei der Lastresonanzfrequenz fL ist der Blindwiderstand XL des Schwingquarzes
entgegengesetzt gleich dem Blindwiderstand XCL der Lastkapazität CL, d.h. die
Quarzimpedanz ZL beträgt
ZL = RL + j X L (68)
mit
C0 2
RL = R1 1 +
CL
(69)
19
1
XL = (70)
ω CL
und der Leitwert ist entsprechend
1
YL = (71)
ZL
Die Lastresonanzfrequenz fL ist die Frequenz, bei der am B-Kanal die Spannung
UBK
UBL = (72)
1
+1
(YL + j ω Cc) RT
anliegt.
[Link] Meßschritte
Zunächst wird nach der Ortskreismethode der (/Serien-) Resonanzwiderstand Rr
bzw. R1 sowie C0 bestimmt. Daraus kann die Quarzimpedanz ZL bei der
Lastresonanzfrequenz fL nach Gl. (68) und die zugehörige B-KanalspannungUBL bei
fL nach Gl. (72) errechnet werden.
Bei Grundtonquarzen ist es ausreichend, hierbei nur den Imaginäranteil der
Spannung zu betrachten, da dieser überwiegt. Wird als Meßgerät ein
Netzwerkanalysator eingesetzt, kann die SpannungUBL mit Hilfe von "Marker -
Suchfunktionen" sehr schnell ermittelt werden. Bei Einsatz eines Vektorvoltmeters
und separatem Generator muß die Frequenz entweder durch schrittweises Erhöhen
der Frequenz oder durch iteratives Suchen in der Nähe der erwarteten Frequenz
ermittelt werden, wobei die Newton-Iteration wegen des monotonen Verlaufs von
UBL(f) sehr schnell zum Ergebnis führt.
Bei der Lastresonanzfrequenz ist die Impedanz des Schwingquarzes sehr hoch und
überwiegend induktiv, für die spezifizierte Quarzbelastung Pc muß daher die
Ausgangsspannung des Generators gegenüber der sf-Messung etwa um den Faktor
XL2
1+ 2 (73)
RL
erhöht werden (Einfluß von Cc vernachlässigt).
Analog zu Abschnitt 4.1.1 Gln. (17) und (18) beträgt die UBK-Spannung für die
gewünschte Quarzbelastung
Pc (mW)
UBK (mV) = 5,18 (R L (Ω ) + RT (Ω )) (74)
RL (Ω )
UBK (mV) = 0,183 I c (mA) (R L (Ω ) + RT (Ω )) (75)
Kann der Generator nicht die notwendig hohe Ausgangsleistung liefern, werden die
Messungen bei einer niedrigeren Quarzbelastung ausgeführt. Die Messung der
Serienresonanz erfolgt dann bei dieser niedrigeren Belastung Pc2 und bei
Nennbelastung. Die Frequenzdifferenz fs (Pcnenn) - fs (Pc2) wird dann zur gemessenen
Lastresonanzfrequenz addiert, um die Änderung der Frequenz in Abhängigkeit von
der Quarzbelastung (DLD) zu berücksichtigen.
20
Aufgrund des Eigenrauschens des Meßgeräts entsteht ein gewisser Restfehler bei
der Bestimmung der Lastresonanzfrequenz fL. Eine Erhöhung der Meßgenauigkeit
kann erreicht werden durch
• Verringern des Amplitudenrauschens durch Mittelwertbildung aus mehreren
Meßwerten
• Erhöhung der Empfindlichkeit z.B. bei Netzwerkanalysatoren durch Reduzierung
der ZF-und Video-Bandbreite
• Erhöhen der Generatorspannung. Hierbei muß allerdings die
Frequenzverschiebung des Quarzes bei unterschiedlichen Quarzbelastungen
berücksichtigt werden.
(b) Amplituden-Meßfehler
Wegen des hohen Impedanzunterschieds zwischen Kurzschlußkalibrierung und der
Lastresonanzimpedanz muß die Amplitudenmessung über einen relativen großen
Dynamikbereich (bis zu 45dB) sehr genau und mit hoher Auflösung (< 0,025dB)
erfolgen. Am kritischsten sind die Abweichungen bei den Pegelbereichs-
Umschaltungpunkten des Geräts. Dies ist bei der Meßgeräteauswahl und bei
Vergleichsmessungen mit anderen Meßplätzen zu beachten.
(c) Genauigkeit der Kalibrierung
Die Genauigkeit der bei der Kalibrierung bestimmten π-Meßkopf-Parameter RT und
Cc hat einen großen Einfluß auf die Meßgenauigkeit. Die Kalibrierung ist daher mit
großer Sorgfalt durchzuführen (Kontaktübergangswiderstand usw.).
(d) Einfluß von Streukapazitäten gegen Masse
Da der Quarz ohne Gehäuseerdung gemessen wird, haben Streukapazitäten des
Gehäuses nach Masse insbesondere bei kleinen Lastkapazitätswerten einen
merkbaren Einfluß und können zu einem systematischen Meßfehler führen.
21
Bis zu aNW-Dämpfungen von 20 ... 30 dB können Nebenresonanzen, die nicht auf
der Flanke der Hauptresonanzkurve liegen, mit dem π-Netzwerk nach (DIN) IEC
444-1 gemessen werden. Bei höheren Dämpfungen muß die Messung mit einer
physikalischen C0-Kompensation erfolgen. Dies ist für Frequenzen unter 100 MHz
mit einer Differential-Meßbrücke nach IEC 283 möglich, günstiger und
reproduzierbarer ist die Verwendung eines 180°-Hybridleistungsteilers.
Bessere Ergebnisse bringt die Anwendung der Ortskreismethode nach (DIN) IEC
444-5 (Abschnitt 4.2) in Verbindung mit dem in Lit. [29] zuerst beschriebenen und in
und [30] verbesserten Abspaltverfahren. Es ist auch auf schwächere
Nebenresonanzen bis ca. 1 kΩ anwendbar und funktioniert auch noch bei
Nebenresonanzen, die in der Nähe von stärkeren Resonanzen liegen.
Das Prinzip beruht darauf, daß das gemessene Nebenwellenspektrum zunächst
umgerechnet wird in einen Datensatz des komplexen Leitwerts (Admittanz). Danach
werden die Parameter (Ersatzdaten) der „herausgezoomten“Hauptresonanz
einschließlich C0 ermittelt werden, und dann rechnerisch deren Admittanzanteil im
Frequenzbereich von dem Meßdatensatz subtrahiert (abgespalten). Das Prinzip soll
an einem Rechenbeispiel veranschaulicht werden.
Hauptres. Nebenresonanzen
i= 1 2 3 4 5
Ci (fF) = 25 0,25 2 0,25 4
Ri (Ω ) = 10 1000 100 1000 50
fi (kHz)= 10000 10008 10015 10100 10200
C0(pF)= 6,0
Tabelle: Spektrum von Haupt- und Nebenresonanzen
22
fre q ue ncy [kHz]
9990 10040 10090 10140 10190
0,1
0,01
0,001
0,0001
0,00001
0,000001
Bild 4.13 zeigt den Betrag des Leitwerts in logarithmischer Darstellung, wie er sich
auf einem Impedanzanalysator darstellt. Die durchgezogene Kurve ist der
Gesamtleitwert aller Resonanzen.
Wird von diesem Gesamtspektrum die Admittanz der Hauptresonanz und des C0
subtrahiert (abgespalten), verbleibt die gestrichelt gezeichnete Kurve. Sehr gut ist zu
erkennen, wie sich die auf der Flanke der Hauptresonanz ursprünglich nur schwach
herausgebildete 1. Nebenresonanz (i = 2) und die durch den Leitwert des C 0
teilweise zugedeckte Resonanz Nr.4 nun deutlich herausheben. Alle verbleibenden
Resonanzen zeigen eine wesentlich symmetrischere Form.
2. Übersichtssweep im Frequenzbereich
Schneller Sweep in ca. 0,5 ... 5 sec mit Messung von Spannung und Phase |UB(f)|
and Phase ϕ B(f) bei mind. 501 Punkten
Umrechung der Meßdaten UB(f) = |U B(f)| ∠ϕ B(f) in Admittanzwerte Yx (f) =|Yx (f)|
∠ϕ x(f) und Subtrahieren des Leitwerts der Übersprechkapazität Cc und der
statischen Parallelkapazität Cp
UBK
U - 1
BN
Yx(f) = - j ω(Cc + Cp) (79)
UBK
RN* - 1
UB(f)
23
Dieser Sweep dient nur zur Identifizierung der Resonanzen, nicht zur genauen
Bestimmung der Ersatzdaten.
24
Der Peak mit der niedersten Frequenz ist normalerweise die Hauptresonanz. Die
Ersatzdaten werden nach der Ortskreismethode (siehe oben) aus dem
Meßwertesatz für den gezoomten Sweep ermittelt, von dem je ein Flankenpunkt
unterhalb und oberhalb des Maximums und ein Punkt in der Nähe der daraus
ermittelten Serienresonanzfrequenz verwendet werden. Gegebenenfalls können
weitere Punkte des Datensatzes, die optimaler liegen, zusätzlich verwendet werden.
Damit sind fs1, R1, C1 (sowie L1, Q1) bestimmt.
25
Yfehler = Ymess - Yges (92)
Dies ist identisch mit dem letztverbleibenden Residuum.
Die normierte Fehlerquadratsumme davon kann als Maß für die Qualität der
Messung herangezogen werden.
Bild 4.14: Nebenwellenmessung mit Meßbrücke nach IEC 283 /DIN 45105 T.4 (aus [13])
Am Eingang der Meßbrücke ist ein Widerstand R zum Abschluß der Eichleitung
(Dämpfungsglied) vorgesehen, z.B. 50 bzw. 75 Ω . Die Meßbrücke wird am Ausgang
mit einem Abschlußwiderstand RT abgeschlossen, der in der Norm wie folgt definiert
ist:
1
RT = oder RT = 220 kΩ (93)
2π fr (2 CB + CBD)
(der kleinere der beiden Werte ist zu verwenden)
mit CBD = (8 ±1) pF
26
eine symmetrische „Glockenform“um die Hauptresonanz ergibt. Diese Einstellung
entspricht der C0-Kompensation. Zur Messung einzelner - insbesondere schwacher -
Resonanzen ist eine Einstellung empfehlenswert, bei der bei der Resonanz ein
Dämpfungspol (Notch) entsteht. Die zu messende Resonanz hat dann eine
symmetrische Form und der Pegel ist abgesenkt, womit die Widerstandsmessung
genauer wird.
Diese Meßmethode ist relativ einfach und wird sehr häufig eingesetzt, hat aber eine
Reihe von Nachteilen, weshalb die Norm künftig durch ein neues Verfahren ersetzt
werden soll.
Nachteile:
• Der Differentialübertrager muß selbst hergestellt werden, da der in der Norm
definierte nicht mehr kommerziell erhältlich ist. Dies erfordert ein hohes Maß an
speziellem know-how und Erfahrung.
• Nichtideale elektrische Symmetrie, unzureichende Kopplung der beiden
Wicklungshälften, Streuinduktivitäten und Wicklungskapazitäten beeinträchtigen
die erzielbare Genauigkeit und Reproduzierbarkeit.
• Je nach Konstruktion ist der Differentialübertrager nur für einen begrenzten
Frequenzbereich (maximal zwei Dekaden) einsetzbar.
• Der Wert des Abschlußwiderstands ist je nach Quarzfrequenz und C0
unterschiedlich und kann recht hochohmig werden, was in einem 50Ω -
Meßsystem zu einer hohen Grunddämpfung führt, wodurch die Meßdynamik
eingeschränkt ist. Die Frequenzmesssung ist ungenau, da die Lage des
Amplitudenmaximums vom Wert des Abschlußwiderstands abhängt.
• Die Frequenzmesssung ist ungenau, da die Lage des Amplitudenmaximums vom
Wert des Abschlußwiderstands abhängt.
• Eine genaue Kalibrierung ist wegen des Einflusses der Stellung des
Kompensationskondensators prinzipiell nicht möglich, was insbesondere bei
höheren Frequenzen zu größeren Meßfehlern bei der Widerstandsmessung führt.
• Die Kompensationseinstellung ist nicht genau definiert und ist bedienerabhängig.
Es wird daher empfohlen, diese Methode nur zur Abschätzung zu verwenden. Für
stärkere Nebenresonanzen mit einem Resonanzwiderstand kleiner 1 kΩ wird die
Messung direkt im π-Glied mit der Abspaltmethode nach 4.4.1 empfohlen. Für die
Bewertung schwächerer Nebenresonanzen liefert die Hybridmeßbrücke nach 4.4.3
die am besten reproduzierbaren Ergebnisse.
4.4.3 Hybridmeßbrücke
Dieses Verfahren ist eine Verbesserung der Differentialbrückentechnik nach 4.4.2..
Anstelle des kritischen Übertragers wird ein kommerzieller 180°-Hybridkoppler in 50
Ω - Technik verwendet, wie er von vielen Hersteller angeboten wird. Dieses auch als
180°-Powersplitter oder 180°-Leistungsteiler bezeichnete Bauelement ist für eine
Impedanz von 50 Ω optimiert und in einem sehr breiten Frequenzbereich einsetzbar.
Um die Breitbandigkeit auszunützen, werden seine Ausgangstore mit 50Ω -
Dämpfungsgliedern abgeschlossen. Die beiden Signalzweige werden am Ausgang
elektrisch aufsummiert, womit der Strom durch den 180°-Zweig vom Strom im
Quarzzweig subtrahiert und damit eine C0-Kompensation erreicht wird. In Bild 4.15
ist eine Version mit einem Kapazitätsdiodenpaar in Antiserie anstelle des
Trimmkondesators gezeigt. An den Mittenanschluß der beiden Dioden wird über
einen hochohmigen Widerstand (ca. 100 kΩ ) die Abstimmspannung angelegt. Die
27
übrigen Widerstände summieren die Ströme durch die beiden Brückenzweige. Zur
Vereinfachung können die Summierwiderstände auch entfallen, d.h. die beiden
Zweige werden dann am Ausgang zusammengeschaltet. Zur Vermeidung von
Kabelrückwirkungen der Zuleitungen empfiehlt es sich in diesem Fall, zwischen
Summierpunkt und Ausgang des Adapters ein weiteres Dämpfungsglied (3 dB ... 10
dB) zu schalten.
28
Die Messung des DLD-Effekts erfordert einige Sorgfalt, da dieser Effekt von der
„Vorgeschichte“des Quarzes abhängt. Da ein DLD-behafteter Quarz unmittelbar
nach dem Betrieb bei höherer Quarzbelastung (>100µW) oft für eine gewisse Zeit
„ausheilt“, d.h. die Belastungsabhängigkeit des Widerstandes vorrübergehend
verschwindet, muß sichergestellt werden, daß der Quarz mehrere Stunden nicht
betrieben wurde. Zur Rekonditionierung in den „Grundzustand“wird eine längere
Vorlagerung - möglichst bei erhöhter Temperatur - dringend empfohlen. In der (DIN)
IEC 444-6 (siehe Lit [6]) ist eine Vorlagerung von einer Woche bei Raumtemperatur
oder einem Tag bei +105°C mit anschließend 2 Stunden Angleichung an die
Raumtemperatur vorgesehen. Die Messung muß danach grundsätzlich zuerst bei
der niedrigsten Quarzbelastung (Quarzstrom) erfolgen.
Die (DIN) IEC 444-6 unterscheidet zwischen dem passiven und dem aktiven
Meßverfahren. Das passive Verfahren erlaubt eine Quantifizierung des DLD-Effekts,
nachteilig ist aber, daß die Untergrenze der Quarzbelastung wegen des
Eigenrauschens der Meßgeräte begrenzt ist und daß der Quarzstrom nur in
diskreten Schritten eingestellt werden kann. Beim aktiven Verfahren mit
Testoszillator wird der Quarzstrom beim Anschwingvorgang praktisch von „Null“
erhöht und steigt kontinuierlich bis zur eingestellten Obergrenze an. Allerdings ist
nur eine GO / NO GO - Aussage möglich.
4.5.1 Passivmessung
Es wird das Passiv-Meßverfahren nach (DIN) IEC 444-1 mit π-Netzwerk verwendet.
Die niedrigste Quarzbelastung beträgt bei Verwendung eines Vektorvoltmeters
50 nW, mit einem selektiven Netzwerkanalysator kann bereits ab 0,1 nW gemessen
werden. Die Norm sieht eine Messung von Resonanzfrequenz und -widerstand bei
der minimalen Quarzbelastung (Pmin bzw. Imin), danach bei der maximalen
Quarzbelastung Pmax (Imax ) (üblicherweise der Nennbelastung) und abschließend
wieder bei der minimalen Belastung vor. Wesentliches Prüfkriterium ist die zulässige
maximale relative Änderung γdes Resonanzwiderstandes. Hierzu ist in (DIN) IEC
444-6 eine Grenzwertkurve in Abhängigkeit vom Wert des Resonanzwiderstandes
angegeben (siehe Bild 4.16)
29
Bild 4.16: Maximal zulässige Widerstandsänderung γin Abhängigkeit vom
Resonanzwiderstand nach DIN IEC 444-6 (aus [6])
30
Bild 4.17: Passive DLD-Messung nach der Mehrpunktmethode
31
Abb. 4.18: Testschaltung für aktive DLD-Prüfung (aus [6])
Die Schaltung eignet sich insbesondere für die Serienprüfung größerer Stückzahlen.
Für Obertonquarze etc. ist eine andere Schaltung erforderlich. Die Prüfung erfolgt
lediglich gegen einen Grenzwert. Quarze für Anwendungen, bei denen auch die
Größe der Änderung des Resonanzwiderstands (bzw. der Resonanzfrequenz)
wesentlich ist, können damit nicht selektiert werden.
Eine aktive DLD-Messung im Oszillator mit einstellbarem Quarzstrom ist durch eine
Steuerung des Arbeitspunkts des Oszillatortransistors möglich. Beispiele dafür
werden in Lit. [31] bis [33] beschrieben. Die Prinzipschaltung zur Messung der
Frequenzänderung in Abhängigkeit von der Belastungsänderung ist in Bild 4.19
wiedergegeben.
Bild 4.19: Blockschaltbild zur DLD-Messung mit kontinuierlicher Variation des Quarzstroms (aus [32])
Die Stromänderung ist hiermit nur in gewissen Grenzen (im Verhältnis von ca. 10:1)
einstellbar, womit nur schmalbandige DLD-Effekte meßbar sind. Derartige
Schaltungen erlauben daher nicht den Test des Anschwingverhaltens bei extrem
niedriger Quarzbelastung selbst, können aber Dips identifizieren, die mit
Frequenzdiskontinuitäten über Zeit oder über Temperatur korrelieren.
32
4.6 Messung des Temperaturgangs von Frequenz und Widerstand
4.6.1 TK-Meßtechnik
Die Messung des Temperaturgangs von Frequenz und Widerstand („TK-Messung“)
ist bei der Nennbelastung des Quarzes durchzuführen. Die Quarzmeßtechnik basiert
üblicherweise auf der Passiv-Meßtechnik nach (DIN) IEC 444-1, -2 oder -5. Für
geringere Genauigkeit werden gelegentlich Meßsysteme mit Testoszillatoren
verwendet. Geeignete komplette Meßsystem für die TK-Mesung von
Schwingquarzen sind kommerziell erhältlich.
Wegen des Einflusses der Lastkapazität sind Grundwellenquarze unbedingt und
Obertonquarze möglichst bei der spezifizierten Lastresonanz zu messen. Dies kann
mit physikalischen Lastkapazitäten in Serie zum Quarz (siehe Abschnitt 4.3.1) oder
durch die in Abschnitt 4.3.2 beschriebene sofwarebasierte Methode erfolgen. Die
(physikalischen) Lastkondensatoren sollten außerhalb der Temperaturkammer
angebracht sein und einen ausreichend kleinen Temperaturkoeffizienten besitzen.
In den meisten Fällen, d.h zur Bestimmung des regulären TK-Verlaufs, ist eine
Messung bei drei bis fünf Temperaturen ausreichend. Da Schwingquarze auch
dynamische thermische Effekte aufweisen, sollte die Temperatur vor der Messung
ausreichend lange stabilisiert sein (mindestens 3...5 min.) und die
Änderungsgeschwindigkeit beim Wechsel zur nächsten Meßtemperatur sollte nicht
mehr als 10 K/min [Link] schmalbandige TK-Einbrüche (sog. Frequenzdips
durch gekoppelte Moden) messen zu können, ist eine quasi kontinuierliche Messung
im Abstand von 1°C bis 5°C oder eine kontinuierliche Messung mit einer
Temperaturrampe von ca. 1 K/min erforderlich. Derartige Messungen ergeben eine
Verschiebung der TK-Kurve in Richtung des zeitlichen Temperaturgradienten.
Die Meßdaten der Frequenz werden auf eine Referenztemperatur bezogen,
üblicherweise 25°C, und als Frequenzabweichung in ppm angegeben. Zur Prüfung
der Einhaltung der TK-Forderung im gesamten Arbeitstemperaturbereich werden die
ppm-Werte mathematisch an ein Polynom 3. oder 4. Ordnung angepaßt („gefittet“).
Die Meßgenauigkeit und sogenannte TK-Einbrüche (Frequenzdips durch gekoppelte
Moden) werden durch die Abweichung der Meßdaten von der gefitteten Kurve
charakterisiert. (siehe 4.6.2, Bild 4.20). Die TK-Hysterese wird üblicherweise
bestimmt durch die Frequenzdifferenz bei einer zweiten Ansteuerung der
Referenztemperatur.
Die Meßdaten des Widerstands werden auf Überschreiten des maximal zulässigen
Wertes geprüft. In Sonderfällen wird der Widerstandsverlauf über Temperatur durch
Geraden bzw. Geradenstücke approximiert.
33
Wenn die Bezugstemperatur Tref, bei der ∆f=0 gesetzt ist, weit von 25°C entfernt ist,
kann ein Glied 4. Ordnung der Form A4 (T - Tref)4 hinzugefügt werden. Dies wird im
folgenden vernachlässigt.
Die Bechmannformel vereinfacht sich, wenn das Polynom statt auf ein beliebiges Tref
auf die Wendepunktstemperatur Tinv bezogen wird:
∆f
[ppm] = a 1 (T - Tinv) + a3 (T - Tinv)3 (97)
f
wobei
a3 = 1,05 10-4 (±10%)
a1 = - 0,085 ∆ϕ
∆ϕ =ϕ zz’ - ϕ 0 (Winkeloffset in Minuten zum „Nullwinkel“ϕ 0)
Die Formel ist mit geänderten Werten von a1, a3 und Tinv auch auf SC-Quarze
anwendbar.
Bei der grafischen Auswertung wird üblicherweise die mathematisch an die
Meßwerte angepaßte TK-Kurve dargestellt, in der die Meßwerte als Punkte markiert
sind. Ein besseres Bild über die Qualität der Kurvenanpassung und über eventuelle
TK-Diskontinuitäten (TK-Dips) gibt eine grafische Darstellung der Differenz zwischen
der gefitteten TK-Kurve und den Meßwerten. Bild 4.20 gibt ein Beispiel wider.
34
f2 - f1
∆f = [ppm] zwischen den beiden Meßtemperaturen erhält man
f1
∆f
a1 = - a3 (T2 -T1) (T2 - Tinv) (98)
T2 - T1
Damit kann dann der gesamte TK-Verlauf nach der obigen Formel berechnet
werden.
35
4.7 Messung der zeitlichen Stabilität
Es ist aber auch eine passive Messung des dem Schwingquarz inhärenten
Phasenrauschens (englisch: „residual noise“) ohne Testoszillator möglich (siehe Lit.
[34]). Der Meßaufbau ist in Bild 4.21 gezeigt. Das Signal einer möglichst
rauscharmen Quelle (Synthesizer) wird nach der Verstärkung auf einen ausreichend
hohen Pegel (ca. +27dBm) über einen Leistungsteiler in den Meßkanal und den
Referenzkanal aufgeteilt. Das Meßobjekt (DUT - device under test) kann - wie hier
besprochen - ein Quarz sein, aber auch andere aktive und passive Bauelemente wie
Verstärker usw. können mit dem gleichen Aufbau getestet werden. Im Referenzkanal
befindet sich ein Phasenschieber, mit dem 90° Phasendifferenz der beiden Signale
(Phasenquadratur) eingestellt wird.
Bild 4.21: Passive Messung des Phasenrauschens („residual phase noise“) (aus [34])
Der Phasenschieber ist bei niederen Frequenzen als L-C-Glied wie z.B. gemäß Abb.
Bild 4.22 ausgeführt, bei höheren Frequenzen (> 100 MHz) kann es als variable
Leitung realisiert werden.
36
Bild 4.22: L-C-Phasenschieberschaltung
Beide Kanäle werden auf einen rauscharmen Phasendetektor geleitet und das
Ausgangssignal im Frequenz- oder Zeitbereich analysiert, z.B. mit einem
handelsüblichen Phasenrausch-Meßplatz wie z.B. dem faktischen
„Industriestandard“HP 3048A.
37
Messung in speziellen Testoszillatoren bei konstanter Umgebungstemperatur oder
besser in temperaturstabilisierten Oszillatoren (OCXOs) ausgeführt. Wesentlich ist,
daß die Oszillatorschaltung und die Umgebungsbedingungen einen deutlich
kleineren Einfluß auf die Frequenz haben als die zu messende Frequenzalterung
beträgt.
Durch eine Verfeinerung der Passivmeßtechnik zu sehr hoher Präzission läßt sich
auch eine passive Alterungsmessung realisieren, bei der Quarz nur zum Zeitpunkt
der Messung elektrisch angeregt wird.
38
[Link] Auswertung von Alterungsdaten
Prinzipiell ist bei Alterungsmessungen zwischen der Einlaufperiode in den ersten ein
bis zwei Tagen und der darauf folgenden Alterungsperiode zu unterscheiden.
Quarze mit vergleichbarer Langzeitalterung können unterschiedlich starkes
Einlaufverhalten zeigen. Zur Bewertung der Alterung werden deshalb z.B. in MIL-C-
49468 (Lit. [16]) nur die Alterungsdaten nach einem Einlauf von 48 Stunden
herangezogen.
Die Zuverlässigkeit von Alterungsprognosen hängt sehr stark von der Zahl der
Meßpunkte und der Länge der Alterungsmessung ab. Für genauere Aussagen bei
Präzissionsquarzen ist eine Alterungsdauer von ca. 2 - 4 Wochen mit mindestens
einmal täglichen Messungen sinnvoll.
Für die Alterungsprognose werden die Meßdaten der Frequenzalterung an eine
mathematische Funktion gefittet. In der Literatur werden hierfür verschiedene
Funktionen verwendet, die für unterschiedlichen Alterungsprozesse stehen oder rein
mathematisch ohne physikalischen Hintergrund sind (Lit. [39] und [41]). Die
gebräuchlichste Alterungsformel ist eine logarithmische Funktion der Form
∆f/f 0 = A0 + A1 log (1+ A2 t) (108)
die auch in den MIL-Standards für „normale“Quarze (MIL-C-3098, Lit. [15]) und für
Präzissionsquarze (MIL-C-49468, Lit. [16]) verwendet werden. Der Koeffizient A2 hat
die Dimension s-1, das heißt A2-1 = τ2 entspricht einer Zeitkonstante für den
Alterungsprozeß.
Die Anpassung der Meßdaten an diese Funktion erfolgt nach der Methode der
kleinsten Fehlerquadrate (least-square-fitting), wofür bei Filler in Literaturreferenz
[40] ein geeignetes Auswerteprogramm beschrieben wird. Ebenso können
einschlägige Programmmodule oder z.B: der EXCEL-SOLVER verwendet werden.
4.8 Literaturliste
39
MHz nach der Phasenmethode in einem π-Netzwerk mit Kompensation der
Parallelkapazität C0
[4] DIN IEC 444 Messung von Schwingquarz-Kennwerten
Teil 4: Verfahren zur Messung der Lastresonanzfrequenz Lf, des
Lastresonanzwiderstandes RL und Berechnung anderer hergeleiteter Werte von
Schwingquarzen bis 30 MHz
[5] DIN IEC 444 Messung von Schwingquarz-Kennwerten
Teil 5: Meßverfahren zur Bestimmung der elektrischen Ersatzschaltungsparameter
von Schwingquarzen mit automatischer Netzwerkanalysatortechnik und
Fehlerkorrektur.
[6] DIN IEC 444 Messung von Schwingquarz-Kennwerten
Teil 6: Messung der Belastungsabhängigkeit (DLD)
[7] DIN EN 168000 (CECC 68000): Fachgrundspezifikation: Schwingquarze
[8] DIN EN 168100 (CECC 68100): Rahmenspezifikation. Schwingquarze
[9] DIN EN 169101 (CECC 68101): Vordruck für Bauartspezifikation: Schwingquarze
[10] DIN EN 168200 (CECC 68200): Rahmenspezifikation. Schwingquarze
(Bauartzulassung)
[11] DIN EN 169201 (CECC 68201): Vordruck für Bauartspezifikation: Schwingquarze
(Bauartzulassung)
[12] DIN 45105 Teil 4: Meßverfahren für Schwingquarze: Messung der Frequenz und
des Resonanzwiderstandes der Nebenresonanzen von Filterquarzen
[13] IEC 283: Methods for the Measurement of Frequency and Equivalent Resistance of
Unwanted Resonances of Filter Crystal Units
[14] IEC 302: Standard Definitions and Methods of Measurement for Piezoelectric
Vibrators operatinng over the Frequency Range up to 30 MHz
[15] MIL-C-3098, Military Specification, General Specification for Quartz Crystal Units
[16] MIL-C-49468, Military Specification, General Specification for Precision Quartz
Crystal Units
[17] Neuscheler,F.: Schwingquarz-Daten - mit Netzwerk-Analysataoren gemessen;
Elektronik, H.19 (18.9.1987), S.155-162
[18] Neubig,B.:Measurement of Quartz Crystal Units up to 500 MHz and Above by the
Use of a Pi-Network with Error Correction; Proc.11th Quartz Devices Conference
(1989), Vol.1, S.60-68
[19] Neubig,B.: Fortschritte auf dem Gebiet der Schwingquarz-Meßtechnik bis 500 MHz;
Tagunagsdokumentation ZVEI-Symposium Schwingquarze ’89; Fachverband
Bauelemente der Elektronik im ZVEI (1989), S.107-126
[20] Neubig,B, Zimmermann,R.: Recent Advances on the Measurement of Quartz
Crystal Units up to 500 MHz and Above by the Use of a Pi-Networtk with Error
Correction; Proc 2nd International Conf. on Frequency Control and Synthesis,
Leicester/UK (1989), IEE Conference Publ. No. 303, S. 11-17
[21] Neubig,B., Schulzke,L.: Improved PI-Network Measurement of All Quartz Crystal
Parameters by Appropriate Modelling of the Test Fixture; Proc. 6th European
Frequency and Time Forum (1992), S 111-117
[22] Rademaker,S.: Determination of Crystal Electrical Parameters With the Direct
Transmission Method (IEC 444-5) Using the SNA-120A Crystal Test Setup; Rapid
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Measurement of LF Quartz Resonators; Proc. 15 Piezoelectric Devices
Conference (1993); S.41-53
[23] Smith,W.L.: An Overview of a Proposed Standard Method for the Measurement of
the Equivalent Electrical Circuit Parameters of Quartz Crystal Units up to 1 Ghz;
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[24] Peach,R.C., Morris,S.E.: A System for Precision Measurement on Quartz Crystal
Resonators, And Bipoles; Proc. 39th Annual Symposium on Frequency Control
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[25] Smith,W.L.: Summary Report of Working Group 6 [Measurements] Activities During
the TC/49 Meeting in Brighton, England 7/3 - 7/7,1989; Proc. 11th Quartz Devices
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Conference (1989), S.82-85
[26] Smith,W.L.: EIA Standard 512: Some Further Discussion and Comments; Proc. 7th
Quartz Devices Conference (1985); S.13-51
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Load Capacitor; Proc. 4th European Frequency and Time Forum (1990), S.481-486
Neubig,B.: Error Analysis for Load Resonance Measurements Without a Load
Capacitor; Proc. 12th Piezoelectric Devices Conference (1990), S.75-83
[28] Saunders,J.L.: Drive Level Effects on Transmission Measurement of „AT“Overtone
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[30] Neubig,B.: Recent Advances In The Measurement of Spurious Resonances Of
Crystal Units; Proc. 9th European Frequency and Time Forum (1995), S.469-472
[31] Koyama,M., Watanabe,Y. ,Sekimoto,H., Oomura,Y.: A Novel Technique for
Measuring Drive Level Dependence of Quartz Unis; Proc. 9th European Frequency
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[32] Koyama,M., Watanabe,Y. ,Sekimoto,H., Oomura,Y.: An experimental Study of Long
Term Aging of Quartz Oscillators; Proc1995 IEEE International Frequency Control
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Aging Contributions between Quartz Resonators and Oscillator Circuits; Proc. 1996
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