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Indirekte Rede

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Was ist die indirekte Rede?

Die indirekte Rede verwendest du, wenn du die Aussage einer fremden
Person nicht wörtlich (direkte Rede), sondern nur sinngemäß wiedergibst.
Das heißt, du verwendest deine eigenen Worte. Du findest die indirekte Rede
oft in Berichterstattungen, wie zum Beispiel in der Zeitung oder im
Fernsehen. Für ihre Bildung brauchst du den Konjunktiv I und II .

 direkte Rede – Beispiel: Herr Schmidt sagt: „Ich habe mir ein
Fahrrad zugelegt.“
 indirekte Rede – Beispiel: Herr Schmidt sagt, er habe sich ein
Fahrrad gekauft.

Indirekte Rede – Bildung


Wenn du einen Satz von der direkten Rede in die indirekte Rede umwandeln
willst, musst du mehrere Satzglieder anpassen. Du hast nämlich eine
andere Perspektive auf das Gesagte. Den Vorgang kannst du
auch Verschiebung nennen:

Verschiebung direkte Rede → indirekte Rede direkte und indirekte Rede


Beispiele
Pronomen 1. Person → 3. Person Sie sagt: „Ich muss heute noch
lernen.“
→ Sie sagt, sie müsse heute noch
etwas für die Schule machen.
Verbform Indikativ → Er behauptet: „Ich gehe gerne zu
Konjunktiv I oder II Basketballspielen.“
→ Er behauptet, er gehe oft zum
Basketball.
Ortsangaben hier → dort, an jenem Ort, etc. Emma sagt: „Ich wohne schon mein
ganzes Leben hier.“
→ Emma meint, sie lebe schon
immer dort.
Zeitangaben heute → an diesem Tag, damals, etc. Chris unterstellt mir: „Du
gestern → am Tag zuvor, damals, etc. hast heute von mir abgeschrieben.“
→ Chris unterstellt mir, ich hätte an
diesem Tag gespickt.

Indirekte Rede Konjunktiv – Bildung

Um die indirekte Rede zu bilden, brauchst du ein Verb (Tunwort)


im Konjunktiv I oder II. Im Normalfall verwendest du den Konjunktiv I .
Stimmen der Indikativ (normale Form der Verben in den Zeitformen) und
der Konjunktiv I überein oder ähneln sich sehr, verwendest du stattdessen
den Konjunktiv II .

Für die Bildung des Konjunktivs brauchst du folgende Endungen: –e, –est, –e,
–en, –et und –en. Beim Konjunktiv I hängst du diese an den Verbstamm
des Infinitivs (Grundform) an.

 Max: „Ich bin ein Fan von Rap.“


→ Max behauptet, er höre gerne Rapmusik.

Für den Konjunktiv II brauchst du den Verbstamm im Indikativ


Präteritum mit den Endungen des Konjunktivs. Das gilt, wenn du über die
Gegenwart (Präsens ) sprichst. Redest du aber über die Vergangenheit
(Präteritum ), bildest du ihn mit dem Konjunktiv
II von sein oder haben zusammen mit dem Partizip II des Verbs.

 Meine Freunde erzählen: „Wir haben Karten für das Kino gekauft.“
→ Meine Freunde behaupteten, sie hätten einen Kinobesuch geplant.

Im Alltag verwendest du häufig würde + Infinitiv anstatt des Konjunktivs.


Das ist auch der Fall, wenn der Konjunktiv II mit dem Indikativ Präteritum
übereinstimmt.

 Sarah sagt: „Meine Cousinen wohnen in Hamburg.“


→ Sarah meint, ein Teil ihrer Familie würde in
Hamburg wohnen. (anstatt Konjunktiv II: wohnten)
Direkte und indirekte Rede Deutsch –
Aussagesätze

Wenn du einen Aussagesatz indirekt wiedergeben willst, kannst du den


Satz mit der Konjunktion dass einleiten. Dabei steht das Verb in
einer finiten (gebeugten) Form am Satzende.

 Unser Lehrer sagt: „Wir fahren nach Berlin auf Klassenfahrt.“


→ Unser Lehrer sagt, dass unsere Klassenfahrt nach Berlin gehe.

Außerdem kannst du den Satz ohne eine Konjunktion einleiten. Das heißt,
der Satz ist ein normaler Hauptsatz, bei dem das Verb im Konjunktiv steht.

 Felix: „Meine Lieblingstiere sind Pinguine.“


→ Felix meint, er möge Pinguine am meisten.

Direkte und indirekte Rede Deutsch –


Fragesätze
Fragesätze in der indirekten Rede leitest du mit einem Fragewort ein.

 Er fragte: „Wie bereitet ihr euch auf den Test vor?“


→ Er fragte, wie wir für den Test gelernt hätten.

Wenn es sich um eine Entscheidungsfrage handelt, die kein Fragewort


enthält, beginnst du den Satz mit einem ob.

 Sie fragt: „Willst du Salami auf deiner Pizza?“


→ Sie fragt, ob ich eine Salamipizza essen wolle.

Direkte und indirekte Rede Deutsch –


Aufforderungen/Bitten

Aufforderungen leitest du mit dem Modalverb sollen ein.

 Er sagt: „Vergiss nicht, deine Großeltern zu besuchen!“


→ Er meinte zu mir, ich solle noch meine Großeltern besuchen.
In der gehobenen Sprache kannst du auch das Verb mögen nehmen.

 Kellner zum Gast: „Nehmen Sie den Tisch hier.“


→ Er sagte, der Gast möge sich an den Tisch dort setzen.

Aufforderungen und Bitten kannst du aber auch


als Infinitivsatz formulieren. Infinitivsätze sind Nebensätze, die mit zu und
dem Infinitiv eines Verbs gebildet werden.

Achtung
Benutzt du den Konjunktiv II, obwohl du eigentlich den Konjunktiv
I bräuchtest, kannst du damit ausdrücken, dass du an der
Aussage zweifelst.

 Sie sagt, sie sei gut in Englisch. (neutrale Haltung)


 Sie sagt, sie wäre gut in Englisch. (du zweifelst daran)

Die indirekte Rede wird durch Wendungen eingeleitet.


Beispiele:
Er sagt(e), …
Sie meint(e), …
Er behauptet(e), …
Sie gibt/gab an, …
Er erklärt(e), …
Sie erzählt(e), …
Er stellt(e) fest, …
Sie fragt(e), …
Er berichtet(e), …

Beispiel:

Er sagte: „Ich habe eine Fernsehmoderatorin gesehen.“


→ Er sagte, dass er eine Fernsehmoderatorin gesehen habe.

Beispiel:
Er sagte: „Sie hat ein Eis gegessen.“
→ Er sagte, dass sie ein Eis gegessen habe.

Beispiel:

Er sagte: „Sie war gestern hier.“


→ Er sagte, dass sie am Tag zuvor dort gewesen sei.

Schreibe die folgenden Sätze in der indirekten Rede. Verwende den Konjunktiv.

1. Er sagte: „Ich wohne in Frankfurt.“


→ Er sagte,
2. Sie behauptet: „Ich bin die Beste für den Job.“
→ Sie behauptet,
3. Der Minister meint: „Die Krise wird bald überwunden sein.“
→ Der Minister meint,
4. Die Reitlehrerin erzählt: „Bei mir ist noch niemand vom Pferd gefallen.“
→ Die Reitlehrerin erzählt,
5. Der Firmenchef erklärte: „Meine Mitarbeiter haben noch nie Überstunden
machen müssen.“
→ Der Firmenchef erklärte,

Gib die Fragesätze in der indirekten Rede wieder. Du kannst Konjunktiv oder Indikativ
verwenden.

1. Sie fragte: „Was hat er gesagt?"


→ Sie fragte,
2. Er fragte sie: „Willst du tanzen?“
→ Er fragte sie,
3. Ich fragte ihn: „Wie alt bist du?“
→ Ich fragte ihn,
4. Die Touristen fragten mich: „Können Sie uns den Weg zeigen?“
→ Die Touristen fragten mich,
5. Die Verkäuferin fragt den Kunden: „Welche Jacke gefällt Ihnen besser?“
→ Die Verkäuferin fragte den Kunden,

Schreibe die Aufforderungen/Bitten in der indirekten Rede.

1. Die Mutter sagte ihrem Sohn: „Sei nicht so laut!“


→ Sie sagte ihrem Sohn,
2. Der Polizist sagte uns: „Gehen Sie bitte weiter!“
→ Der Polizist sagte uns,
3. Sie sagte mir: „Mach dir keine Sorgen!“
→ Sie sagte mir,
4. Der Tierpfleger im Zoo sagte den Kindern: „Füttert die Tiere nicht!“
→ Der Tierpfleger sagte den Kindern,
5. Der Fahrgast sagte dem Taxifahrer: „Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof.“
→ Der Fahrgast sagte dem Taxifahrer,

Übungen
Schreibe die folgenden Sätze in der indirekten Rede. Verwende den Konjunktiv.

1. Er sagte: „Ich wohne in Frankfurt.“


→ Er sagte, er wohne in Frankfurt.
2. Sie behauptet: „Ich bin die Beste für den Job.“
→ Sie behauptet, sie sei die Beste für den Job.
3. Der Minister meint: „Die Krise wird bald überwunden sein.“
→ Der Minister meint, die Krise werde bald überwunden sein.
4. Die Reitlehrerin erzählt: „Bei mir ist noch niemand vom Pferd gefallen.“
→ Die Reitlehrerin erzählt, bei ihr sei noch niemand vom Pferd gefallen.
5. Der Firmenchef erklärte: „Meine Mitarbeiter haben noch nie Überstunden machen müssen.“
→ Der Firmenchef erklärte, seine Mitarbeiter hätten noch nie Überstunden machen müssen.

Gib die Fragesätze in der indirekten Rede wieder. Du kannst Konjunktiv oder Indikativ
verwenden.

1. Sie fragte: „Was hat er gesagt?"


→ Sie fragte, was er gesagt habe.
2. Er fragte sie: „Willst du tanzen?“
→ Er fragte sie, ob sie tanzen wolle.
3. Ich fragte ihn: „Wie alt bist du?“
→ Ich fragte ihn, wie alt er sei.
4. Die Touristen fragten mich: „Können Sie uns den Weg zeigen?“
→ Die Touristen fragten mich, ob ich ihnen den Weg zeigen könne.
5. Die Verkäuferin fragt den Kunden: „Welche Jacke gefällt Ihnen besser?“
→ Die Verkäuferin fragte den Kunden, welche Jacke ihm besser gefalle.

Schreibe die Aufforderungen/Bitten in der indirekten Rede.

1. Die Mutter sagte ihrem Sohn: „Sei nicht so laut!“


→ Sie sagte ihrem Sohn, er solle nicht so laut sein.
2. Der Polizist sagte uns: „Gehen Sie bitte weiter!“
→ Der Polizist sagte uns, wir sollten weitergehen.
3. Sie sagte mir: „Mach dir keine Sorgen!“
→ Sie sagte mir, ich solle mir keine Sorgen machen.
4. Der Tierpfleger im Zoo sagte den Kindern: „Füttert die Tiere nicht!“
→ Der Tierpfleger sagte den Kindern, sie sollten die Tiere nicht füttern.
5. Der Fahrgast sagte dem Taxifahrer: „Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof.“
→ Der Fahrgast sagte dem Taxifahrer, er solle ihn zum Bahnhof fahren.

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