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Hajji

Der Standard zur Ganzwaschung am Waschbecken in der stationären Pflege fördert die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl von Senioren, birgt jedoch ein erhöhtes Unfallrisiko, insbesondere durch Stürze. Die Maßnahme erfordert eine individuelle Anpassung und ärztliche Beteiligung, um den Gesundheitszustand der Bewohner zu berücksichtigen. Ziel ist es, die Körperpflege so weit wie möglich eigenständig durchzuführen und gleichzeitig die Hygiene und das Wohlbefinden der Bewohner zu gewährleisten.

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Hajji

Der Standard zur Ganzwaschung am Waschbecken in der stationären Pflege fördert die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl von Senioren, birgt jedoch ein erhöhtes Unfallrisiko, insbesondere durch Stürze. Die Maßnahme erfordert eine individuelle Anpassung und ärztliche Beteiligung, um den Gesundheitszustand der Bewohner zu berücksichtigen. Ziel ist es, die Körperpflege so weit wie möglich eigenständig durchzuführen und gleichzeitig die Hygiene und das Wohlbefinden der Bewohner zu gewährleisten.

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Standard "Ganzwaschung am Waschbecken" (stationäre Pflege)

Die Ganzwaschung am Waschbecken hat für viele Senioren eine Bedeutung,


die weit über die bloße Körperpflege hinausgeht. Sie steht für den Anspruch,
zumindest ansatzweise noch selbst versorgen zu können. Im Vergleich zur
Ganzwaschung im Bett ist diese Maßnahme jedoch sehr unfallträchtig. Vor
allem Stürze drohen.

Wichtige Hinweise:

• Zweck unseres Musters ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert


zu werden. Dieser Pflegestandard muss in einem Qualitätszirkel diskutiert und
an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
• Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus-
und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden
müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten
Krankheitsbildern kontraindiziert.
• Dieser Standard eignet sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne
Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen
"Patient".

Standard "Ganzwaschung am Waschbecken" (stationäre Pflege)


Definition: • Die Ganzwaschung am Waschbecken ist eine Maßnahme zur
Körperpflege für mobile und für eingeschränkt mobile
Bewohner. Dieses Vorgehen erfordert vom Bewohner
wesentlich mehr körperliche Ressourcen als die
Ganzwaschung im Bett, vermittelt vielen Betroffenen aber ein
höheres Selbstwertgefühl, da sie weniger auf fremde Hilfe
angewiesen sind.
• Jüngere Menschen sind es gewöhnt, jeden Tag zu duschen.
Bei Senioren ist es häufig üblich, sich vornehmlich am
Waschbecken mittels eines Waschlappens zu reinigen. Dazu
kommt dann zumeist ein regelmäßiges Vollbad, etwa immer
am Sonntag.
• Die Ganzwaschung am Waschbecken ist Teil einer aktiven
Prophylaxe gegen Kontrakturen, gegen Thrombosen und
gegen Pneumonien. Das Aufstehen regt den Kreislauf und die
Atmung an. Zudem werden zahlreiche Gelenke bewegt. Die in
den entsprechenden Prophylaxestandards definierten
Vorgaben werden beachtet und mit diesem Standard
verknüpft.
• Wir unterscheiden drei Varianten der Ganzkörperwäsche:
o belebende Wäsche: Die Pflegekraft wäscht den
Bewohner gegen die Haarwuchsrichtung. Diese
Spürinformation wird von den Haarfolikeln an das Hirn
weitergeleitet und stimuliert den Bewohner.
o beruhigende Wäsche: Die Waschrichtung verläuft mit
der Haarwuchsrichtung. Diese Variante führt zumeist zu
einer Beruhigung des Bewohners.
o Waschung nach Bobath: Diese Variante wird genutzt,
um die Körperwahrnehmung von Schlaganfallpatienten
zu fördern. Sie ist im Standard "Körperpflege bei
Hemiplegie" definiert.
• Die Wäsche am Waschbecken ist für Bewohner, die zuvor
bettlägerig waren, der spürbare Hinweis, dass es nun
"bergauf" geht. Gleichzeitig jedoch ist der umgekehrte Weg
von der Waschung vor dem Waschbecken hin zur Waschung
im Bett ein deutliches Signal an Bewohner, dass sich ihre
Verfassung verschlechtert. Daher wird die Ganzwaschung vor
dem Waschbecken erst dann durch eine Ganzwaschung im
Bett ersetzt, wenn der Gesundheitszustand des Bewohners
keine andere Wahl lässt.

Grundsätze: • Wir sind uns stets bewusst, dass wir mit der Ganzwaschung in
den körperlichen wie seelischen Intimbereich des Bewohners
vordringen. Jede unsensible Berührung und jedes unbedachte
Wort können sein Selbstvertrauen und seine Würde verletzen.
• Es ist uns bewusst, dass die Waschung ein zentrales Element
in der Pflege des Bewohners ist, das über die bloße
Körperreinigung hinausgeht. Insbesondere ist die intensive
Beschäftigung mit dem Bewohner eine gute Gelegenheit zur
Krankenbeobachtung.
• Es ist uns bewusst, dass der Transfer des Bewohners zum
Waschbecken und das Waschen selbst ein erhöhtes
Unfallrisiko beinhalten. Wir sind daher besonders
aufmerksam.
• Der Bewohner sollte einen möglichst großen Anteil der
Waschung eigenständig erbringen. Selbst wenn ein
Pflegebedürftiger nur wenige Körperregionen selbst waschen
kann, erhält er dafür alle notwendige Unterstützung.
• Es ist bereits ein Erfolg, wenn nur Teile der Waschung vor
dem Waschbecken durchgeführt werden. Die ausgelassenen
Körperregionen können dann im Bett gereinigt werden, wie
etwa die Intimregion.
• Der Zeitpunkt und der Ablauf der Ganzwaschung vor dem
Waschbecken richten sich nach den Bedürfnissen und den
Wünschen des Bewohners.
• Der Bewohner entscheidet selbst, in welchem Umfang und mit
welcher Häufigkeit er gewaschen werden will. Letztlich hat der
Bewohner auch das Recht, die Waschung komplett
abzulehnen. Wir stellen allerdings sicher, dass durch die
mangelnde Körperhygiene weder die Gesundheit des
Bewohners noch die seiner Mitbewohner bedroht wird; dieses
etwa durch Parasitenbefall.
• Wir beachten - soweit möglich - den Wunsch des Bewohners
nach Waschung durch eine gleichgeschlechtliche Pflegekraft.

Ziele: • Wir stärken das Selbstvertrauen des Bewohners durch eine


(weitgehend) eigenständige Körperpflege. Die
Selbstständigkeit des Bewohners wird gefördert.
• Wir ermitteln die Ressourcen des Bewohners. Die
Ganzwaschung und das Maß der von uns geleisteten Hilfe
werden daran angepasst.
• Der Bewohner kann vertraute Verhaltensweisen weiterführen.
• Der Körper des Bewohners wird gereinigt. Insbesondere
beseitigen wir Schmutz und Hautabsonderungen. Krankheiten
werden zeitnah erkannt und angemessen therapiert.
• Die Haut wird vor vermeidbaren Belastungen geschützt.
• Das Wohlbefinden wird gesteigert.
• Die Durchblutung wird gefördert.
• Durch rückenschonendes Arbeiten wird die Gesundheit der
Pflegekraft geschützt.
• Ein Sturz beim Transfer zum Waschbecken und zurück sowie
beim Waschen selbst wird vermieden.

Vorbereitung Voraussetzung Wir prüfen, ob der Bewohner über die notwendigen


: en Ressourcen verfügt:

• Der Bewohner muss ohne Hilfe sitzen oder


kurzzeitig stehen können.
• Der Kreislauf des Bewohners muss stabil
genug sein.
• Der Bewohner muss motiviert sein, die
teilweise anstrengende Maßnahme
durchzuführen.

Materialien Wir stellen das notwendige Material bereit:

• Einwegschürze
• Händedesinfektionsmittel
• 1 bis 2 Paar Einmalhandschuhe
• 2 Waschlappen
• 2 Handtücher
• 1 großes Badetuch
• ggf. 2 Tupfer
• ggf. 1 Ölkompresse
• ggf. Salben
• Hautpflegemittel
• bei Männern: Elektro- oder Nassrasierer,
Rasierwasser
• bei Frauen: Lippenstift, Parfüm
• Kosmetikprodukte
• Kleidungsstücke
• Kamm, Bürste und Handspiegel
• Inkontinenzmaterial
• ggf. frische Bettwäsche
• Abwurfbehälter
• rutschfester Stuhl oder Rollstuhl

Planung • Wir ermitteln in den regelmäßigen


Fallbesprechungen die Ressourcen des
Bewohners und prüfen, welche
Körperbereiche er selbst reinigen könnte.
• Der Bewohner wird befragt, wann er
gewaschen werden möchte. Diesem
Wunsch kommen wir - wenn es möglich ist -
nach.
• Wir ermitteln die weiteren biografischen
Vorlieben des Bewohners hinsichtlich des
Waschens. Ggf. sprechen wir die
Angehörigen an. Die Wünsche können etwa
umfassen:
o Deo, Parfüm, eigene Seife,
Rasierwasser, Gesichtscreme und
Make-up
o Ggf. zusätzliche kleinere
Waschungen, etwa weil der
Bewohner stark schwitzt
o Temperatur des Waschwassers
o Musik oder Radio beim Waschen
• Die korrekte Waschung von Bewohnern wird
regelmäßig per Pflegevisite überprüft.

Durchführun Organisation • Der Bewohner wird sanft geweckt, sofern er


g: nicht bereits wach ist. Danach werden ihm
einige Minuten Zeit gegeben, um sich zu
orientieren und um Wünsche zu äußern. Die
Pflegekraft setzt derweil ihre Runde durch
den Wohnbereich fort und weckt zunächst
weitere Bewohner.
• Dem erwachten Bewohner werden ggf. das
aktuelle Datum und der Wochentag
mitgeteilt. Dieses fördert die Orientierung.
Dabei wird der Standard "Realitäts-
Orientierungs-Training (ROT)" beachtet.
• Dem Bewohner wird etwas zu Trinken
angeboten.
• Der Bewohner wird über die anstehende
Ganzwaschung vor dem Waschbecken
informiert und um Zustimmung gebeten.
• Die Fenster werden geschlossen und die
Raumluft ggf. auf eine angenehme
Temperatur geheizt. Es sollten mindestens
22°C erreicht werden.
• Dem Bewohner wird ein Toilettengang
angeboten. Wenn eine Inkontinenz vorliegt,
wird noch vor dem Waschen eine
Inkontinenzpflege durchgeführt.
• Ggf. wird die Zahnprothesenpflege (gemäß
Standard) durchgeführt.
• Ggf. werden die Hörgeräte eingesetzt
(gemäß Standard).
• Die Anzahl der anwesenden Pflegekräfte ist
i.d.R. auf maximal zwei Personen begrenzt.
Wenn der Bewohner Schamgefühle zeigt,
werden Praktikanten und ehrenamtliche
Mitarbeiter vor die Tür gebeten. Das
Betreten des Bewohnerzimmers durch
Angehörige oder durch Mitbewohner wird
unterbunden.
• Sofern gewünscht und sinnvoll werden
Angehörige in die Maßnahme eingebunden.
Diese werden von der Pflegekraft angeleitet,
um ihnen eine Gelegenheit zur Mithilfe zu
geben.
• Bei adipösen, unruhigen oder aggressiven
Bewohnern wird eine Pflegehilfskraft als
Unterstützung hinzugezogen. Dieses ist
auch notwendig, wenn der Bewohner nicht
sicher allein stehen kann.
• Alle notwendigen Pflegemittel werden so im
Bereich des Waschbeckens angeordnet,
dass der Bewohner und die Pflegekraft leicht
darauf zugreifen können.
• Die für den Tag vorgesehene Kleidung wird
bereitgelegt. Die zuerst benötigten Stücke (z.
B. Unterwäsche) liegen ganz oben auf dem
Stapel. Die Auswahl, welche Kleidung er
tragen möchte, trifft der Bewohner selbst.
Die Pflegekraft prüft die Kleidung jedoch auf
Vollständigkeit, auf Sauberkeit und auf
Beschädigungen.
• Die Vitalwerte werden gemessen,
insbesondere der Blutdruck.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch. Der Zeitpunkt,
wann Einmalhandschuhe anzulegen sind,
richtet sich nach den individuellen
Gegebenheiten (etwaige Hautkrankheiten,
Hautläsionen usw.). Spätestens bei der
Reinigung der Intimregion sind die
Einmalhandschuhe anzulegen.
• Die Lagerungshilfsmittel werden entfernt.
• Die Pflegekraft überzeugt sich davon, dass
der Weg zum Waschbecken und der Boden
direkt davor frei von Pfützen oder von
sonstigen Hindernissen sind. Die Pflegekraft
schaltet zudem die Beleuchtung vor dem
Waschbecken an.
• Der Bewohner wird auf die Bettkante
gesetzt. Er zieht rutschfeste Freizeitschuhe
an (keine Slipper!).
• Der Bewohner wird aus dem Bett in den
festen Stand transferiert. Die Pflegekraft
geht dabei sehr behutsam vor. In den ersten
Minuten nach dem Positionswechsel ist die
Gefahr eines Schwindelgefühls deutlich
erhöht. Es ist also stets damit zu rechnen,
dass der Bewohner unvermittelt wegsackt.
• Falls notwendig kann der Bewohner auch im
Rollstuhl zum Waschbecken transferiert
werden.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass der
Bewohner alle Utensilien erreichen kann, die
er für eine selbstständige bzw. teilweise
selbstständige Durchführung benötigt.
• Die Pflegekraft stellt sicher, dass alle
Sonden, Drainagen und das Infusionssystem
sicher fixiert sind und korrekt liegen.
Insbesondere muss ein Katheterbeutel stets
unter dem Blasenniveau aufgehängt sein.
Zudem ist sicherzustellen, dass sich ein
unruhiger Bewohner die Schläuche nicht
ungewollt mit einer ruckartigen Bewegung
zieht.
• Das Bett des Bewohners kann nun frisch
bezogen werden. Dieses geschieht
idealerweise zeitgleich zum Waschen, etwa
durch eine zweite Pflegekraft.
• Der Bewohner wird zum Waschbecken
begleitet. Dort steht für ihn ein Stuhl bereit.
Das Schlafanzugoberteil oder ein Handtuch
kann über die Lehne gelegt werden, damit
diese bei Hautkontakt nicht zu kalt ist.
• Der Bewohner wird entkleidet. Ggf. wird ihm
ein großes Handtuch oder das Nachthemd
über die Schultern gelegt, damit der
Bewohner nicht friert.
• Wenn es der Bewohner wünscht und sofern
dieses verantwortbar ist, wird er vor dem
Waschbecken allein gelassen. Er kann sich
nun selbstständig waschen. Die Pflegekraft
legt den Klingelknopf in Reichweite.

Die nun folgenden Punkte sind ausgerichtet auf Bewohner, die sich
nicht oder nur sehr eingeschränkt selbst waschen können. Es ist
unser Ziel, dass sich Bewohner möglichst selbstständig waschen,
dieses insbesondere bei orientierten Bewohnern mit stabilem
Kreislauf. Wir greifen nur dann unterstützend ein, wenn es absolut
notwendig ist.
Gesicht • Das Gesicht wird stets mit klarem Wasser
ohne Seifenzusatz gereinigt. Wir verwenden
auch keine ätherischen Öle.
• Die Pflegekraft streift dem Bewohner einen
Waschhandschuh über eine Hand. Der
Pflegebedürftige soll möglichst weite
Bereiche des Gesichts selbstständig
waschen.
• Die Augen werden von Ablagerungen befreit.
Die Wischbewegung erfolgt stets von außen
nach innen in Richtung des Tränenflusses.
Wenn die Absonderungen zu intensiv sind,
verwendet die Pflegekraft zwei mit warmem
Wasser angefeuchtete Tupfer. Bei
Infektionen der Augen muss eine
Keimverschleppung von einem Auge zum
anderen vermieden werden.
• Das Gesicht wird gewaschen, beginnend mit
der Stirn über die Wangen bis zum Kinn.
• Der Mund und die Nase werden gereinigt.
Die Mundwinkel und Nasenflügel dürfen
nicht vergessen werden.
• Die Ohrmuscheln und die Hautbereiche
hinter den Ohren werden gereinigt.
• Alle Hautbereiche werden sorgfältig
abgetrocknet.
• Das Gesicht wird vorsichtig eingecremt.

Oberkörper • Dem Wasser wird eine Waschlotion


beigemengt.
• Der Hals, die Achselhöhlen, die Arme und
die Hände werden gewaschen. Um einen
Intertrigo zu verhindern, achtet die
Pflegekraft auf Hautfalten (Achselhöhlen und
weibliche Brüste) sowie auf die
Fingerzwischenräume. I. d. R. kann ein
Bewohner weite Bereiche des Oberkörpers
selbst waschen (siehe Bild oben).
• Die Fingernägel werden kontrolliert. Bei
Verschmutzung der Fingernägel kann die
Pflegekraft diese sofort reinigen. Ansonsten
kann die Nagelpflege zu einem späteren
Zeitpunkt durchgeführt werden.
• Die Ellenbogen und die Schulterblätter
werden auf eventuelle Anzeichen eines
Dekubitus überprüft.
• Der Brustkorb und der Bauch werden in
Richtung Füße gewaschen.
• Die Pflegekraft überprüft, ob der Bauchnabel
mit Nabeltalk oder mit Nabelstein
verschmutzt ist. In diesem Fall wird der
Nabel mit einer Ölkompresse gereinigt.
• Der vordere Oberkörper wird abgetrocknet.

• Der Rücken wird in Richtung Füße


gewaschen. Da die meisten Bewohner den
Rücken nicht selbst erreichen können, ist
dieses Aufgabe der Pflegekraft (siehe Bild
oben).
• Der Rücken wird abgetrocknet. Dieses kann
der Bewohner zumeist selbst durchführen,
wenn ihm ein zusammengerolltes Handtuch
über den Rücken und in beide Hände gelegt
wird (siehe Bild oben).
• Der gesamte Oberkörper wird mit
Körperlotion eingecremt und bekleidet.

untere • Die Reinigung des Intimbereichs ist am


Extremitäten / einfachsten, wenn der Bewohner zu diesem
Intimbereich Zweck in den Stand vor dem Waschbecken
mobilisiert wird. Entscheidend dafür ist die
Fähigkeit des Pflegebedürftigen, einige
Minuten sicher stehen zu können.
• Die Intimreinigung im Sitzen ist möglich,
aber ggf. nicht gründlich genug.
• Häufig ist es daher nicht möglich, den
Intimbereich vor dem Waschbecken zu
reinigen. In diesem Fall wird die
Intimwaschung im Bett durchgeführt und der
entsprechende Standard beachtet. Die
Reinigung des Intimbereiches im Bett ist
auch erforderlich, wenn das Areal im Stehen
von der Pflegekraft nicht eingesehen werden
kann.
• Der Waschlappen wird gewechselt.
• Der Bauch ab dem Nabel wird abwärts
gewaschen
• bei der Frau:
o Die Bewohnerin soll die Beine etwas
spreizen.
o Die großen Schamlippen werden
gespreizt und von der
Scham(bein)fuge zum Anus hin
gereinigt und abgetupft.
Waschrichtung ist stets von vorne
nach hinten.
o Der äußere Genitalbereich wird
gewaschen und getrocknet.
o Wenn die Bewohnerin eine Waschung
ablehnt oder wenn diese aus anderen
Gründen nicht möglich ist, prüfen wir
eine Genitalspülung.
o Die Pflegekraft führt eine
Intertrigoprophylaxe in der Leiste
durch.
• beim Mann:
o Der Penis wird gewaschen.
o Die Vorhaut wird zurückgezogen und
die Eichel gewaschen. Insbesondere
der Belag (Smegma) hinter der Eichel
muss gründlich entfernt werden. Die
Pflegekraft prüft überdies eine
eventuelle (Pilz-)Infektion der Eichel.
Danach wird die Vorhaut wieder
zurückgeschoben.
o Der Bewohner soll die Beine etwas
spreizen.
o Die Pflegekraft reinigt den Hodensack
von vorne in Richtung Anus. Dazu
wird der Hodensack vorsichtig
angehoben.
o Der Bereich wird gründlich getrocknet.
o Die Pflegekraft führt eine
Intertrigoprophylaxe zwischen Penis
und Hodensack sowie zwischen
Hodensack und Oberschenkel durch.
• Die Pflegekraft wäscht den Anus in Richtung
Steißbein.
• Der Anus wird sorgfältig getrocknet.
• Der Bewohner wird ggf. mit
Inkontinenzmaterial versorgt.
• Die Pflegekraft entsorgt die
Einmalhandschuhe (bzw. wechselt diese).
• Die Beine und Füße werden gewaschen und
getrocknet. Ggf. führen wir ein Fußbad
durch.

Richtlinien für • Es ist wichtig, dass die Wassertemperatur


das Waschen nicht zu heiß eingestellt ist. Viele Senioren
mit neuronalen Schäden können sich sonst
verbrennen, ohne es selbst zu bemerken.
• Die Anwendung von Seife erfolgt sparsam.
• Wir nutzen milde Seifen, wenn die Haut des
Bewohners zu Trockenheit neigt oder
zumindest nicht übermäßig fettig ist.
• Empfindliche Haut wird mit milder Kinder-
oder Babyseife gereinigt. Bei sehr fettiger
Haut nutzen wir Syndets, da diese die
Talgdrüsen nicht unnötig reizen. (Hinweis:
Syndets schonen zwar den
Säureschutzmantel der Haut, führen aber
dennoch zu einer Entfettung. Daher sollte
die Haut nach dem Waschen nachgefettet
werden.)
• Der Einsatz von Deoseifen wird vermieden,
da die geruchsstillenden Zusätze die Haut
belasten und allergische Reaktionen
hervorrufen können.
• Wir achten stets darauf, dass

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