Pflegeprozess :
Der Pflegeprozess ist eine Arbeitsmethode, mit welchem professionelle Pflegehandlungen als Kreis dargestellt
werden.
Die pflegerische Problemlösung ist dabei das Ziel.
Der Pflegeprozess endet, wenn die Pflegebeziehung (Auszug, Tod...) beendet ist.
Was bietet der Pflegeprozess ?
Der Pflegeprozess bietet :
- einheitliches Vorgehen.
- alle arbeiten nach einem Plan.
- Zielgerichtetes Arbeiten.
- Aufgabenbereich ist transparent.
- Individuelle Pflege ist möglich.
- Systematisches Vorgehen.
- Beitrag zur Professionalisierung.
- Struktuiertes arbeiten nach Plan.
- Wahr-soll-ist-Zustand vergleichbar.
Das Pflegeprozess - Modell nach Fiechter / Meier findet man am häufigsten. Es wird als Regelkreismodell
dargestellt und besteht aus sechs Schritten:
-Informationen sammeln
-Probleme und Ressourcen erkennen (Informationen auswerten)
-Pflegeziele festlegen
Pflegemaßnahmen planen
Pflegemaßnahmen durchführen
Evaluation (Beurteilung der Wirkung der Pflege)
sechs Schritten
3- Frangen zu den Themen :
a-Informationssamlung :
Was bedeutet Informationssammlung ?
Wie kann ich Informationen über ein Patient sammeln ?
b-Pflegeproblemen und Ressourcen erkennen :
Was bedeutet Probleme / Ressourcen ?
Wie werden Pflegeprobleme eingeteilt?
Wie werden PflegeRessourcen eingeteilt?
c-Pflegeziele festlegen :
was bedeutet Pflegeziel ?
Wie kann ich ein pflegeziel festliegen ?
d-Pflegemaßnahmen planen :
Was bedeutet Pflegemaßnahmen ?
Wie kann ich Pflegemaßnahmen planen ?
e- Pflegemaßnahmen durchfûren :
wie kann ich Pflegemaßnahmen durchfûren ?
f-Wirkung beurteilen :
Welche Rolle spielt der letzte Schritt im Pflegeprozess?
a-Informationssammlung:
Die Informationssammlung, auch Pflegeanamnese genannt, erfolgt bei der Aufnahme. Sie ermöglicht eine
pflegerische Einschätzung des Patienten in Bezug auf Möglichkeiten und Umfang der Selbstversorgung und dem
daraus resultierenden pflegerischen Bedarf.
Die Quellen der Infosammlung:
- Pflegeanamnese
- Biografiearbeit
Gespräche mit dritten
- Dokumente
- Aufnahmegespräch
- Beobachtung und Wahrnehmung
- Krankenbeobachtung
b- Erkennen von Problemen und Ressourcen des Patienten:
Im zweiten Schritt des Pflegeprozesses werden die gewonnenen Informationen analysiert und in Bezug auf den
Pflegebedarf des Patienten ausgewertet. Die Datenanalyse sollte vor dem Hintergrund folgender Fragen erstellt
werden: Welches Problem liegt vor? Wie äußert es sich? Wie ist es entstanden? Welche Ressourcen sind
vorhanden? Ist das Problem aktuell, verdeckt oder potenziell?
-Probleme:
- aktuelle (jetzt, gleich)
- potentielle (kann passieren)
- verdeckte (geheim gehalten)
- generelle (bei Gruppen)
- individuelle (auf eine Person bezogen)
-PflegeRessourcen:
Fertigkeiten und Fähigkeiten des Pflegebedürftigen, die zur Behebung von Beeinträchtigungen beitragen können.
Es sind Hilfsquellen des Menschen und beeinflussen positiv die Lebensqualität des alten [Link] :
• Körperliche
kann selbstständig gehen, essen
• kognitive
kann zusammenhänge erkennen, ist orientiert
• Räumliche
gewohntes angepasstes Umfeld , Einzelzimmer wird wohnlich gestaltet
• Soziale
soziales Umfeld, Familie und Freunde
• Ökonomisch
finanzielle Mittel, Umbau/ Lebenshaltung
• Spirituell Glaube, Werte
c/d-Festlegung der Pflegeziele und Planung der Maßnahmen:
Die aufgrund der Informationssammlung und des Erkennens von Problemen und Ressourcen des Patienten
erstellte Pflegediagnose dient als Grundlage für die Erstellung einzelner Pflegeziele, die je nach zeitlichem Bezug
und Überprüfung des Pflegefortschritts in Nah- und Fernziele unterteilt werden.
Folgende Anforderungen werden an die Formulierung von Pflegezielen gestellt:
Präzise Formulierung: „Herr XY kann sich das Gesicht selbst waschen.“
Messbarkeit: Zeitangabe, Mengenangabe, Ortsangabe: wann, wie viel, wo
Verständlichkeit: das Pflegeziel muss für alle an der Pflege Beteiligten versteh- und nachvollziehbar sein. Die
Ausführung der Maßnahmen muss genau formuliert werden, in Bezug darauf, ob, wann, wo und wie häufig die
entsprechende Maßnahme durchgeführt werden muss.
Erreichbarkeit:Wer von den an der Pflege beteiligten Personen und Angehörigen ist wann wie zu erreichen?
Überprüfbarkeit: Wurde(n) die Maßnahme(n) durchgeführt und von wem?
e-Durchführung der Pflege:
Unser auf Individualpflegeplanung ausgerichtetes Pflegemodell ist an den Aktivitäten des täglichen Lebens des
Patienten orientiert und liegt unseren Pflegeleistungen zugrunde. Wir achten darauf, dass die geplanten
Pflegemaßnahmen wirklich dazu beitragen, das angestrebte Pflegeziel zu erreichen und überprüfen sorgfältig, ob
sie stets mit dem aktuellen Pflegeproblem übereinstimmen.
f-Evaluation:
Die Auswertung der Pflege ist der letzte Schritt im Pflegeprozess. Sie dient der Beurteilung der geleisteten Pflege
und untersucht, ob die angewandten Pflegemaßnahmen zur Zielerreichung geführt haben. Folgende
Bewertungen sind möglich:
Alle Pflegeziele sind erreicht und die Pflege ist abgeschlossen.
Es konnten einige Ziele erreicht werden.
Keines der geplanten Ziele konnte erreicht werden.
Bestehende Probleme sind bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Es sind neue Probleme aufgetreten.
Die Phasen 1 bis 5 beziehen sich aufeinander und bauen aufeinander auf. Nach der Evaluation der Pflege ist es
nicht immer notwendig, erneut mit dem ersten Schritt des Pflegeprozesses zu beginnen, sondern es muss im
Einzelfall entschieden werden, auf welchem Schritt des Pflegeprozesses Bezug genommen werden muss, um eine
erneute Pflegeplanung vornehmen zu können.