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Al-Wajāzah Fī Sharh Al-Usūl Ath-Thalāthah

Das Dokument ist eine umfassende Erklärung des Werkes 'Al-Usūl ath-Thalāthah' von Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb, verfasst von Shaykh ʿAlī al-Khudayr. Es behandelt die fundamentalen Grundlagen des Tauhīds und der ʿAqīdah und bietet eine detaillierte Analyse des Textes, einschließlich seiner Bedeutung und relevanten Themen. Das Dokument enthält auch Biographien der beiden Gelehrten, die die Grundlagen des Islams prägten.

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Al-Wajāzah Fī Sharh Al-Usūl Ath-Thalāthah

Das Dokument ist eine umfassende Erklärung des Werkes 'Al-Usūl ath-Thalāthah' von Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb, verfasst von Shaykh ʿAlī al-Khudayr. Es behandelt die fundamentalen Grundlagen des Tauhīds und der ʿAqīdah und bietet eine detaillierte Analyse des Textes, einschließlich seiner Bedeutung und relevanten Themen. Das Dokument enthält auch Biographien der beiden Gelehrten, die die Grundlagen des Islams prägten.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬

‫——————————————————————————‬

‫‪1‬‬
——————————————————————————

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Übersetzers ......................................................................... 5


Biographie von Shaykh ʿAlī al-Khudayr .............................................. 7
Biographie von Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb ............ 10
Die Basmalah ............................................................................................16
Das Verpflichtende und auf wen es fällt ..............................................18
Das Wissen (‫ )اﻟﻌﻠم‬und die Kenntnis (‫ )اﻟﻣﻌرﻓﺔ‬......................................... 22
Das Handeln (‫ )اﻟﻌﻣل‬.................................................................................. 30
Das Aufrufen (‫ )اﻟدﻋوة‬.................................................................................31
Die Geduld (‫ )اﻟﺼﺒﺮ‬.................................................................................... 32
1. Die große Muwālāh (‫ )اﻟﻤﻮاﻻة اﻟﻜﺒﺮى‬...................................................... 53
2. Die kleine Muwālāh (‫)اﻟﻤﻮاﻻة اﻟﺼﻐﺮى‬: ................................................. 56
Die Millah Ibrāhīms – die Hanīfiyyah ................................................ 62
Augendienerei (‫ )اﻟرﯾﺎء‬.............................................................................. 65
Der gewaltigste Befehl ........................................................................... 78
Die erste Grundlage ................................................................................ 86
Allgemeines über die ʿIbādah und ihre Arten ................................. 100
Die erste ʿIbādah: der Duʿāʾ (‫ )اﻟﺪﻋﺎء‬...................................................... 107
Das Bitten der Jinn ................................................................................. 108
Die zweite ʿIbādah: die Angst (‫ )اﻟﺧوف‬................................................. 123
Die dritte ʿIbādah: die Hoffnung (‫ )اﻟﺮﺟﺎء‬............................................ 129
Die vierte Anbetung: Das Vertrauen (‫)اﻟﺘﻮﻛﻞ‬....................................... 131
Die fünfte ʿIbādah: das Begehren (‫ )اﻟﺮﻏﺒﺔ‬............................................137
Die sechste ʿIbādah: Die Ehrfurcht (‫)اﻟﺮھﺒﺔ‬......................................... 139
Die siebte ʿIbādah: die Demut (‫ )اﻟﺨﺸﻮع‬............................................... 140
Die achte ʿIbādah: die Furcht (‫ )اﻟﺨﺸﯿﺔ‬.................................................. 142

2
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Die neunte ʿIbādah: die Umkehr (‫ )اﻹﻧﺎﺑﺔ‬............................................. 143
Die Hilfesuche (‫)اﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬......................................................................... 145
Die Zufluchtsuche (‫ )اﻻﺳﺘﻌﺎذة‬.................................................................. 145
Der Hilferuf (‫ )اﻻﺳﺘﻐﺎﺛﺔ‬............................................................................. 146
Die dreizehnte ʿIbādah: Das Schlachten (‫ )اﻟﺬﺑﺢ‬................................. 152
Die vierzehnte ʿIbādah: Das Gelübde (‫)اﻟﻨﺬر‬........................................158
Die zweite Grundlage............................................................................ 161
Allgemeines über den Dīn ................................................................... 166
Die erste Stufe: Der Islām (‫ )اﻹﺳﻼم‬....................................................... 172
Die erste Säule ......................................................................................... 175
Die zweite Säule ..................................................................................... 180
Die dritte Säule ........................................................................................182
Die vierte Säule ...................................................................................... 184
Die fünfte Säule ...................................................................................... 184
Die zweite Stufe: Der Īmān (‫ )اﻹﯾﻣﺎن‬..................................................... 188
Die dritte Stufe: Der Ihsān (‫ )اﻹﺣﺳﺎن‬..................................................... 196
Die dritte Grundlage ........................................................................... 206
Die Kenntnis des Propheten Muhammad ‫ ﷺ‬................................... 206
Die Auswanderung (‫ )اﻟﮭﺠﺮة‬.................................................................. 220
Länder des Islām, Land des Shirk ......................................................222
Masāʾil, die mit dem dritten Asl zusammenhängen ...................... 236
Die Auferstehung. ................................................................................ 242
Die Angelegenheit der Wichtigkeit der Gesandten. ....................... 259
Bedeutung des Tāghūts. ....................................................................... 267
Die Köpfe der Tawāghīt. ...................................................................... 272
1. Iblis. .................................................................................................. 272
2. Wer angebetet wird und damit zufrieden ist. .......................... 273
3. Wer eine Sache vom Wissen des Verborgenen behauptet. .... 273
4. Wer die Menschen zu seiner Anbetung aufruft. ......................281

3
——————————————————————————

5. Derjenige, welcher nicht mit dem, was Allāh herabsandte


richtet. ................................................................................................. 282
6. Der ungerechte Herrscher, welcher die Urteile Allāhs
verändert. ............................................................................................ 287

4
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Vorwort des Übersetzers

Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn der Welten. Und Salāh und
Salām auf dem edelsten aller Propheten und Gesandten, unserem
Propheten Muhammad, auf seiner edlen und gereinigten Familie
und seinen vorzüglichen Gefährten. Sodann:
Dies ist die Erklärung des Matns von Shaykh Muhammad ibn ʿAbd
al-Wahhāb, möge Allāh Sich seiner erbarmen, welches den Titel
„Al-Usūl ath-Thalāthah – Die drei fundamentalen Grundlagen“
trägt. Der Erklärer (Shārih) ist kein Geringerer als der Shaykh al-
ʿAllāmah ʿAlī ibn al-Khudayr al-Khudayr, möge Allāh ihn standhaft
machen und seine Freilassung beschleunigen.
Er nannte seine Erklärung „Al-Wajāzah fī Sharh al-Usūl ath-
Thalāthah – Die Kurzfassung in der Erklärung der drei
fundamentalen Grundlagen“.
Wenn man hier eine Erklärung erwartet, welche nur das Nötigste
vom Matn erläutert, damit man ihn versteht, so hat man sich
getäuscht; vielmehr ist dies eine ausführliche Erklärung des Matns,
welche die wichtigsten Angelegenheiten erwähnt, die man im
Bereich des Tauhīds und der ʿAqīdah benötigt, und auch andere
Wissenschaften werden teils angeschnitten. Wenn man diese
Erklärung richtig gelernt und verstanden hat, so hat man ein
stabiles Fundament in der Wissenschaft des Tauhīds und der
ʿAqīdah.
Der Shaykh ging in der Erklärung so vor, dass er erst den Matn (Text
des zu erklärenden Buches) zitiert, und dann den Matn Satz für Satz
durchgeht und seinen Wortlaut verdeutlicht, seine Bedeutung
erklärt und dann weitere Angelegenheiten erwähnt und
verdeutlicht, welche mit diesem Teil des Matns zusammenhängen;

5
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Letzteres tut er, indem er sagt: „Masʾalah (Angelegenheit)“ und


dann die Angelegenheit und ihr Urteil nennt.
Bei einigen Stellen fügte ich Fußnoten zum leichterem Verständnis
dazu, oder damit es nicht zu Missverständnissen kommt; der
Shaykh fügte dem Werk keine Fußnote außer eine einzige zu und
zwar im Kapitel des Ihsān.
Wir fanden zudem kein Inhaltsverzeichnis vor, sodass wir uns dazu
entschieden, selber eins zu erstellen, sodass man einen
verbesserten Überblick hat und man die gesuchte Angelegenheit
schneller finden kann; jedoch fügten wir keine Titelüberschrift in
die Erklärung selbst ein, sodass darauf Acht gegeben werden sollte.
Der Shaykh schrieb außerdem eine kurze Einleitung zu der
Erklärung, in welcher er u.a. die Bezeichnung seiner Erklärung
erläuterte und eine kurze Einführung bzgl. des Buches „Al-Usūl
ath-Thalāthah“ schrieb, in welchem er seine Quelle, dessen
richtiger Titel und einige weitere Angelegenheiten erwähnte,
welche wir wegließen, da sie für das Verständnis des Werkes nicht
notwendig sind.
Wir bitten Allāh mit Seinen schönsten Namen und
vollkommensten Eigenschaften, dass Er dieses Werk von uns
akzeptiert und die Muslime davon profitieren lässt.

Abū Muhammad al-Albānī,


15. Jumādāʾ al-Awwal 1439

6
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Biographie von Shaykh ʿAlī al-Khudayr

Sein Name ist Shaykh ʿAlī ibn Khudayr ibn Fahd ibn al-Khudayr. Er
wurde im Jahr 1374 nach der Hijrah in Riyādh auf der Arabischen
Halbinsel geboren. Er absolvierte sein Studium in der Usūl Ad-Dīn
Fakultät an der Universität des Imām im Jahre 1403 n.H.

Seine Lehrer in seinem Streben nach Wissen:


Er fing mit dem Streben nach Wissen an, als er noch in der
Oberschule (High-School) war. Er begann den Qurʾān zu studieren
und ihn zu rezitieren und tat dies mit dem ehrenwerten Shaykh
ʿAbd Ar-Raʾūf Al Hannāwī ‫رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬.

Einer der Ersten, von denen er Wissen nahm, bevor er sein Studium
an der Usūl Ad-Dīn Fakultät begann, war der ehrenwerte Shaykh
ʿAlī Ibn ʿAbd-Allāh Al-Jardān und der ehrenwerte Shaykh und
Richter Muhammad Al-Muhīzī (und er war einer der führenden
Richter in der Zeit von Muhammad Ibn Ibrāhīm) ‫رﺣﻤﮭﻢ اﻟﻠﮫ‬.

Er studierte ebenso bei:


Al-ʿAllāmah Shaykh Hamūd Ibn ʿUqlāʾ Ash-Shuʿaybī ‫رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬. Er
lernte Tauhīd, ʿAqīdah und andere Islāmische Wissenschaften bei
ihm, bis der Shaykh starb.

Er nahm sein Wissen auch von Shaykh Muhammad Ibn Sālih Al-
Mansūr ‫رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬. Er blieb 4 Jahre mit ihm, von 1409 bis 1413 n.H., in
denen er Tauhīd, Fiqh, Al-Farāʾid, Hadīth und Nahw studierte.

7
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Er studierte auch bei Shaykh Muhammad Ibn Sālih Al-ʿUthaymīn


‫رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬. Er studierte Fiqh bei ihm in einem Zeitraum von 4 Jahren
(von 1400 bis 1403).

Er nahm sein Wissen auch von Shaykh ʿAbd-Allāh bin Muhammad


bin ʿAbd-Allāh Āl Husayn. Er studierte hauptsächlich Fiqh bei ihm.

Er studierte auch mit dem Zāhid, Shaykh Muhammad Sulaymān


Al-ʿAlīt. Er studierte bei ihm verschiedene Bücher bezüglich Az-
Zuhd, wie ‚Kitāb Az-Zuhd‘ von Imām Wakīʿ und ‚Al-Wara‘ von
Imām Ahmad ibn Hanbal ‫رﺣﻤﮭﻢ اﻟﻠﮫ‬.

Er studierte auch bei anderen ehrenwerten Gelehrten an der Usūl


Ad-Dīn-Fakultät.

Seine Lehren:
Shaykh ʿAlī al-Khudayr gab Durūs in Tauhīd, ʿAqīdah und Fiqh in
Buraydah (Al-Qasīm). Seine ersten Durūs wurden in verschiedenen
Moscheen gehalten und behandelten Fiqh und Hadīth. In den
frühen Tagen hatte er nicht mehr als 5 Studenten. Jedoch stieg ihre
Anzahl rasch, bis der Shaykh sehr bekannt wurde für sein Wissen
im Al-Qasīm-Gebiet.

Die meisten seiner Unterrichte begannen nach Salāh Al-Fajr und


nach Salāh Al-ʿIshāʾ. Viele Tullāb al-ʿIlm besuchten seine Durūs,
und unter ihnen waren viele Richter, Doktoren, Lehrer und
Prediger, die ihr Studium bereits abgeschlossen hatten.

8
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Seine Werke:
Der Shaykh verfasste viele Werke, die meisten im Bereich der
ʿAqīdah und des Tauhīds. Zu ihnen gehören:

 Az-Zinād fī Sharh Lumʿat al-Iʿtiqād


 Al-Wajāzah fī Sharh al-Usūl ath-Thalāthah
 Sharh al-Qawāʿid al-Arbaʿ
 Al-Muʿtasar
 Juzʾ Jahl wa Iltibās al-Hāl
 Al-Masāʾil al-Mardiyyah ʿalā al-ʿAqīdah al-Wāsitiyyah
 Bayān fī Hasan al-Mālikī
 Fatwā fī Takfīr al-Mulhid
 Difāʿan ʿan ash-Shaykh Hamūd ibn ʿUqlāʾ ash-Shuʿaybī
 At-Tawdīh wa at-Tatimmāt ʿalā Kashf ash-Shubuhāt
 und viele andere Bücher und Schriften.

Seine Festnahme:
Der Shaykh wurde 1420 n.H. von der saudischen Tāghūt-Regierung
festgenommen und wurde gezwungen, ein Geständnis zu machen,
in welchem er behauptete, angeblich seine Meinungen und
Standpunkte geändert zu haben.

Nach all diesen Jahren ist der Shaykh noch immer ohne
Verhandlung im Gefängnis. Möge Allāh ihn standhaft machen und
ihn befreien.1

1Die Grundlage dieser Biographie ist von dem Sohn des Shaykhs, und wir ergänzten sie
um einige Details.

9
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Biographie von Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb

Shaykh al-Islām Muhammad ibn ʿAbd Al-Wahhāb ibn Sulaymān


al-Tamīnī wurde 1115 n.H. (1703) in der Stadt al-ʿUyaynah im Gebiet
von Najd auf der Arabischen Halbinsel geboren.

Gelehrsamkeit
Sein erster Lehrer war sein hoch angesehener Vater und im Alter
von zehn Jahren lernte er den Qurʾān auswendig. Er las die Bücher
des Tafsīr, des Hadīth und des Fiqh. Von Anfang an war er sehr
interessiert daran, die Werke der frühen Gelehrten zu erlernen und
zu studieren, im Besonderen jene von Shaykh al-Islām Ahmad Ibn
Taymiyyah und dessen ehrenwertem Schüler Muhammad Ibn al-
Qayyim al-Jawziyyah.

In seiner Jugend nahm er in al-Madīnah an den Unterrichten von


Shaykh ʿAbdullāh ibn Ibrāhīm ibn Saʿīd an-Najdī und Shaykh
Muhammad Hayāt as-Sindī teil und zog dann weiter nach Basrah.

Der Shaykh fing an, die Menschen zum Tauhīd zu rufen, als er sah,
dass Gräberanbetung und viele weitere Shirkiyyāt sich weit
verbreitet hatten. Nach Reisen durch Zabir, al-Ahsāʾ und
Huraymala erreichte er ʿUyaynah, wo er sich der Aufgabe hingab,
die Menschen zum Tauhīd zu rufen und den Shirk zu bekämpfen.
Seine Daʿwah trug Früchte und die Leute strömten in Massen zu
ihm. Jedoch bat Amīr ʿUthmān ihn auf Drohungen des Herrschers
von al-Ahsāʾ hin, an einen anderen Ort auszuwandern. So wanderte
der Shaykh nach Darʿiyah aus. Der Herrscher von Darʿiyah
Muhammad ibn Saʿūd gehörte einer rechtschaffenen Sippe an und
freute sich sehr über die Ankunft des Shaykhs.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Darʿiyah, das Kerngebiet der Daʿwah
Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb fing an, zu lehren und zu
predigen und so wurde Darʿiyah zum Zentrum des Wissens und der
Daʿwah. Parallel zu seinem Einsatz in der Daʿwah war der Shaykh
auch mit dem Kampf beschäftigt. Delegationen aller Gebiete der
Arabischen Halbinsel besuchten Darʿiyah, um ihm ihre
Unterstützung zuzusagen, ihre Eide abzulegen und an Unterrichten
über den wahren Tauhīd teilzunehmen. Daraufhin gingen diese
zurück in ihre Gebiete, um dasselbe an ihre Leute weiterzuleiten
und sie darin zu unterrichten.

Der Herrscher von ʿUyaynah und seine Eliten gingen auf die Reise,
um dem Shaykh einen Besuch abzustatten. Sie baten ihn dabei,
doch zurück nach ʿUyaynah zurückzukehren, aber der Shaykh
lehnte dies ab; sie baten ihn auch, im Namen Allāhs bis zu ihrem
letzten Mann kämpfen zu dürfen.

Briefwechsel mit den Herrschern


Der Shaykh lenkte die Aufmerksamkeit der Herrscher und der
Gelehrten jeder Region auf den Shirk und die Häresie, in welche die
Menschen involviert waren und er lud sie dazu ein, diese Dinge zu
vernichten. Zu diesem Zweck begann er den Briefwechsel mit den
führenden Persönlichkeiten und Gelehrten inner- und außerhalb
der Arabischen Halbinsel.

Die Mission des Shaykh breitete sich weit aus und eine große
Anzahl von Gelehrten und Führern aus Indien, Indonesien,
Afghanistan, ganz Afrika, Marokko, Ägypten, Syrien, dem Irak und
weiteren Ländern wurden davon beeinflusst und waren von seiner
Daʿwah angesprochen.

11
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Abberufung
Der Shaykh widmete sein ganzes Leben der Daʿwah und den Kampf,
mit Muhammad ibn Saʿūd und dessen Sohn ʿAbd al-ʿAzīz an seiner
Seite. Allāh gewährte dem Shaykh seinen letzten Atemzug am
letzten Tag des Monats Dhū al-Qiʿdah im Jahre 1206 n.H. (1792).

Nach dem Fortleben des Shaykhs führten seine Söhne, seine Enkel,
seine Anhänger und Unterstützer die Arbeit der Daʿwah und des
Kampfes auf dem Wege Allāhs fort.

Unter seinen Söhnen waren die Aktivsten die folgenden: Shaykh


Imām ʿAbdullāh ibn Muhammad, Shaykh Husayn ibn Muhammad,
Shaykh ʿAlī ibn Muhammad und Shaykh Ibrāhīm ibn Muhammad;

und unter seinen Enkeln waren es: Shaykh ʿAbd-Ar-Rahmān ibn


Hasan, Shaykh ʿAlī ibn Husayn sowie Shaykh Sulaymān ibn
ʿAbdillāh.

Einige Werke des Shaykh al-Islām:


 Kitāb Al-Kabāʾir
 Kashf ash-Shubuhāt
 Mukhtasar Sīrat ar‐Rasūl
 Masāʾil al-Jāhiliyyah
 Usūl al-Īmān
 Fadāʾil al-Qurʾān
 Fadāʾil al-Islām
 Majmūʿ al-Hadīth
 Mukhtasar al-Insāf wa ash-Sharh al-Kabīr
 Al-Usūl ath-Thalāthah

12
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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 Und viele weitere …2

2
Die Biographie wurde der deutschen Übersetzung von „Kitab at-Tawhīd“ entnommen.

13
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
„Wisse – möge Allāh Sich deiner erbarmen – dass es für uns
verpflichtend ist, folgende Angelegenheiten zu erlernen:

1.) Das Wissen; und zwar ist damit die Kenntnis Allāhs, die
Kenntnis Seines Propheten und die Kenntnis der Religion des Islām
mit den Beweisen gemeint.
2.) Das Handeln danach,
3.) Das Aufrufen dazu,
4.) Die Geduld angesichts des Leids darin.

Und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

‫ِْﺴ ِﻢ اﻠ ِﻪ اﻟﺮ ْﺣ َﻤـ ِﻦ اﻟﺮ ِﺣ ِﻢ‬


Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

﴾‫﴿واﻟْ َﻌ ْﺼ ِﺮ‬
َ
Beim Zeitalter!

14
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾‫﴿ان ْاﻻ ْ َﺴ َﺎن ﻟ َ ِﻔﻲ ﺧ ُْﺴ ٍﺮ‬
Der Mensch befindet sich wahrlich in Verlust,

﴾‫ﺎت َوﺗ ََﻮ َاﺻ ْﻮا ِ ﻟْ َﺤ ّ ِﻖ َوﺗ ََﻮ َاﺻ ْﻮا ِ ﻟﺼ ْ ِﺮ‬
ِ َ ‫﴿اﻻ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َو َﻋ ِﻤﻠُﻮا اﻟﺼﺎ ِﻟ‬
außer denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun und
einander die Wahrheit eindringlich empfehlen und einander die
Standhaftigkeit eindringlich empfehlen
(Al-ʿAsr: 1-3).

Ash-Shāfiʿī ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte: „Wenn Allāh auf Seine Schöpfung


keine andere Hujjah herabgesandt hätte außer diese Sūrah, so hätte
sie ihnen gereicht.“

Und al-Bukhārī ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte: „Kapitel: Das Wissen vor der
Aussage und der Tat; und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ﻓَﺎ ْﻠَ ْﻢ ﻧ ُﻪ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ اﻠ ُﻪ َو ْاﺳ َﺘ ْﻐ ِﻔ ْﺮ ِﻟ َﺬﻧﺒ َِﻚ‬


Wisse also, daß es keinen Gott außer Allāh gibt. Und bitte um
Vergebung für deine Sünde …
(Muhammad: 19).

So fing Er mit dem Wissen vor der Aussage und der Tat an.“

15
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬

Die Basmalah
Der Autor begann mit der Basmalah, und es ist empfohlen, am
Anfang von Ansprachen, Reden und Schriften mit der Erwähnung
Allāhs zu beginnen, und dies ist von drei Arten:

a.) Die Basmalah, wie es der Autor tat, und der Beweis ist das
Nehmen des Qur’āns hierin als Vorbild, und bei al-Bukhārī wird
überliefert, dass der Prophet ‫ ﷺ‬zu Hiraql einen Brief schrieb, den er
mit „Bismillāh ar-Rahmān ar-Rahīm“ begann. Was den Hadīth
„Jede wichtige Angelegenheit..“3 betrifft, so ist er daʿīf (schwach).4

b.) Mit der Lobpreisung (Hamd) Allāhs beginnen, wie es im Hadīth


von Jābir bei Muslim überliefert wurde, dass der Prophet ‫ﷺ‬, wenn
er eine Rede hielt, Allāh dankte und ihn lobte.

c.) Mit Āyāt beginnen, wie es in der Geschichte der Gruppe, welche
von Mudar kamen überliefert wurde, welche Arme waren; dann
hielt er ‫ ﷺ‬eine Rede und rezitierte sodann die Āyāt:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ُﺎس ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا َر ُﻜ ُﻢ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻘ ُﻜ ْﻢ‬


O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, Der euch erschaffen hat.. (Al-
Baqarah: 21)

3
Hiermit meint er den Hadīth: „Jede wichtige Angelegenheit, welche nicht mit dem
Namen Allāhs begonnen wird ist abgetrennt (vom Segen).“
4 Die Ahādīth werden in zwei Kategorien aufgeteilt: (1) Maqbūl (akzeptabel), und

hierunter fällt das, was als sahīh und als hasan bezeichnet wird, und (2) mardūd
(abgelehnt), und hierunter fällt das, was als daʿīf bezeichnet wird, mit all seinen
Unterkategorien, und ebenfalls die erfundenen Ahādīth (mawdūʿ).

16
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Und die Āyah in Sūrah al-Hashr:

﴾‫﴿ َوﻟْ َﺘ ُﻨﻈ ْﺮ ﻧ َ ْﻔ ٌﺲ ﻣﺎ ﻗَﺪ َﻣ ْﺖ ِﻟﻐَ ٍﺪ‬


Und eine jede Seele schaue, was sie für morgen vorausschickt. (Al-
Hashr: 18)

Dann sagte er: „Ein Mann spendete von seinem Dīnar und von
seinem Dirham..“, dies wird im Hadīth von Jarīr bei Muslim
überliefert. Der Beweispunkt ist, dass er einige Āyāt rezitierte, als
er begann zu predigen.

In einigen Ausgaben, welche nicht in Durar (as-Saniyyah)


enthalten sind, begann er die Schrift mit dem Ausdruck: „Wisse,
möge Allāh Sich deiner erbarmen.“

Was diese Aussage von ihm betrifft, so wird bald das Wissen
definiert, jedoch (will ich eines bereits hier erwähnen;) gibt dieser
Ausdruck die Fürsorge (des Autors) wieder und den Ansporn für
das, was danach kommt, wie al-Hakamī, möge Allāh Sich seiner
erbarmen, sagte, und dies ist vom Erbarmen des Autors und seiner
Liebe, sodass er für den Zuhörenden auf diese Art und Weise
Bittgebete spricht. Die Bedeutung des Bittgebets für
Barmherzigkeit ist: „Möge Allāh dir deine Vergangenheit
verzeihen, und möge Er dir Erfolg geben und dich in der Zukunft
bewahren“. Darauf basierend umfasst die Barmherzigkeit hier die
Bedeutung der Vergebung.

17
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„Allāh“ – Der Angebetete, der Schöpfer. Es wird noch zusätzliche


Verdeutlichung aus der Rede des Autors folgen, wenn er bei der
ersten Grundlage über den Ausdruck der Herrlichkeit (Lafdh al-
Jalālah, d.h. Allāh) spricht. Dies ist eine Regel in der Erklärung des
Namens ‚Allāh‘; wenn jedoch der Name ‚Allāh‘ zusammen mit dem
Namen ‚ar-Rabb‘ erscheint, so bedeutet ar-Rabb ‚Al-Khāliq/Der
Schöpfer“ und ‚Allāh‘ bedeutet ‚Der Angebetete.“

Das Verpflichtende und auf wen es fällt


Mit der Aussage „es ist verpflichtend“ (‫ )ﯾﺠﺐ‬deutete der Autor5 auf
das Urteil des Erlernens dieser vier Angelegenheiten hin – nämlich,
dass es verpflichtend ist. Mit verpflichtend (wājib) ist in seiner
eigentlichen Definition das gemeint, was als Pflicht anbefohlen
wurde.

Der Erhabene sagte:

﴾‫اب ِﻟﯿ ٌﻢ‬ َ ‫﴿ﻓَﻠْ َﯿ ْ َﺬ ِر اﻟ ِﺬ َﻦ ﯾُ َﺎ ِﻟ ُﻔ‬


ٌ ‫ﻮن َﻋ ْﻦ ْﻣ ِﺮ ِﻩ ْن ﺗ ُِﺼﯿ َﺒﻬ ُْﻢ ِﻓ ْﻨَ ٌﺔ ْو ﯾُ ِﺼﯿ َﺒﻬُ ْﻢ َ َﺬ‬
So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen,
daß nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft
(An-Nūr: 63).

Und manchmal definiert man die Pflicht durch das Urteil, und zwar:
„Das, wofür der Täter belohnt wird, wenn er es mit Gehorsam tut,
und wofür er die Bestrafung verdient, wenn er es unterlässt.“ Die
Regel in der Definition ist, dass man (die Sache) durch ihre Realität

5
Mit „der Autor“ ist immer Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb, der Verfasser von
Al-Usūl ath-Thalāthah, gemeint und mit diesem Ausdruck bezieht sich Shaykh
ʿAlī al-Khudayr auf den Originaltext, den er erklärt.

18
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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definiert, doch es gibt keinen Einwand, wenn man sie bei Bedarf
durch das Urteil definiert, um das Wissen und das Verständnis zu
vereinfachen. Unsere Worte „mit Gehorsam“ –dies ist bei der
Pflicht notwendig, denn wenn er es ohne Gehorsam getan hätte, so
hätte er sich nicht von der Bringschuld befreit und die Forderung
(zur Handlung) wäre nicht entfallen, aufgrund des Hadīths von
ʿUmar:

‫إﻧﻤﺎ ا ٔﻋﻤﺎل ﻟﻨﯿﺎت‬


„Wahrlich die Taten sind nur entsprechend der Absichten.“

Unsere Aussage „verdient die Bestrafung“ ist besser als zu sagen: „er
wird bestraft“, denn das Unterlassen der Pflichten, wie es bei Ahl as-
Sunnah wa al-Jamāʿah bekannt ist, liegt unter dem göttlichen
Willen (Mashīʾah), wenn Allāh möchte, bestraft Er, und wenn Er
möchte, verzeiht Er demjenigen. Die Khawārij und Muʿtazilah
sagen im Gegensatz dazu, dass er (auf jeden Fall) bestraft wird. Die
Salaf jedoch sagten: „Er verdient die Strafe, so stehen das Verdienen
und die Androhung fest. Was jedoch die wirkliche Bestrafung
angeht, so liegt sie unter dem Willen Allāhs (wenn Er möchte,
vergibt Er und wenn Er möchte, bestraft Er).“

Dies betrifft jedoch lediglich Taten, welche unter diese Mashīʾah


fallen, andere Taten, wie der große und kleine Shirk, benötigen
unbedingt eine Reue (Tawbah). So liegen alle Sünden unter der
Mashīʾah Allāhs, außer der Shirk, welcher nicht verziehen wird
außer durch die Reue.

Der Erhabene sagte:

19
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﴾‫﴿ان اﻠ َﻪ َﻻ ﯾ َ ْﻐ ِﻔ ُﺮ ْن ُْﺸ َﺮكَ ِﺑ ِﻪ‬


Allāh vergibt gewiß nicht, daß man Ihm (etwas) beigesellt
(An-Nisāʾ: 48).

Der Autor meint bei diesen vier Angelegenheiten jedoch nicht die
fachliche Bedeutung der Pflicht; vielmehr sind diese
(Angelegenheiten) Säulen und Fundamente, denn das Wissen über
den Herrn, die Religion und den Gesandten ist das größte
Fundament und die gewaltigste aller Pflichten.

Seine Worte „für uns“ (‫)ﻋﻠﯿﻨﺎ‬: Damit meint er hier alle Geschöpfe,
selbst die Ungläubigen, da auch sie angesprochen sind und ihnen
die Zweige und Fundamente der Sharīʿah anbefohlen wurden. So
sind die Muslime bezüglich der Zweige der Sharīʿah durch den
Qurʾān und die Sunnah angesprochen. Was die Ungläubigen
betrifft, ja, auch an sie ist es gerichtet. Deshalb verdienen sie die
Strafe aufgrund des Unterlassens der Befehle und der Beweis
hierfür ist:

﴾‫﴿ َﻣﺎ َﺳﻠَ َﻜ ُﻜ ْﻢ ِﻓﻲ َﺳ َﻘ َﺮ ۝ ﻗَﺎﻟُﻮا ﻟ َ ْﻢ ﻧ َُﻚ ِﻣ َﻦ اﻟْ ُﻤ َﺼ ِﻠ ّ َﻦ‬


„Was hat euch in Saqar geführt?“
Sie werden sagen: „Wir gehörten nicht zu denjenigen, die beteten.“
(Muddaththir: 42-43)

und:

20
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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َ ‫ُﻮن اﻟﺰ َﻛﺎ َة َوﻫ ُْﻢ ِ ْ ٓ ِﺧ َﺮ ِة ﻫ ُْﻢ َﻛﺎ ِﻓ ُﺮ‬


﴾‫ون‬ َ ‫﴿ َو َوﯾْ ٌﻞ ِﻠْ ُﻤ ْﺸ ِﺮ ِﻛ َﻦ ۝ اﻟ ِﺬ َﻦ َﻻ ﯾُ ْﺆﺗ‬
Und wehe den Götzendienern,
die die Abgabe nicht entrichten, und sie, die sie das Jenseits
verleugnen!
(Fussilat: 6-7)

und:

﴾‫﴿ َوﻟ َ ْﻢ ﻧ َُﻚ ﻧ ُْﻄ ِﻌ ُﻢ اﻟْ ِﻤ ْﺴ ِﻜ َﻦ‬


„… und wir pflegten nicht den Armen zu speisen, …“
(Muddaththir:44).

Sie werden auch für die Unzucht bestraft, und so ist jede Ansprache,
welche den Muslimen gilt, auch an die Ungläubigen gerichtet. Doch
wenn jemand den Islām annimmt und Reue zeigt, wird ihm das
Vorherige vergeben und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﻗُ ْﻞ ِﻠ ِﺬ َﻦ َﻛ َﻔ ُﺮوا ا ْن ﯾ َ ْ َﻬُﻮا ﯾُ ْﻐ َﻔ ْﺮ ﻟَﻬ ُْﻢ َﻣﺎ ﻗَﺪْ َﺳﻠَ َﻒ‬


Sag zu denen, die ungläubig sind: Wenn sie aufhören, wird ihnen
vergeben, was bereits vergangen ist
(Al-Anfāl: 38)

und die Worte des Gesandten ‫ﷺ‬: „Der Islām löscht alles, was vor ihm
war“ (Muslim, Nr.121).

und die Taten der Gefährten. Der Abtrünnige (Murtadd) ist in dieser
Angelegenheit wie der Ungläubige; es wird nicht von ihm verlangt,
das nachzuholen, was er während seiner Abtrünnigkeit unterlassen

21
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hat. Sogar die Jinn sind bezüglich dieser Angelegenheiten


angesprochen, so wie Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

ِ ُ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ﻠَ ْﻘ ُﺖ اﻟْﺠِ ﻦ َو ْاﻻ ْ َﺲ اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit
sie Mir dienen
(Adh-Dhāriyāt: 56)

und seine Aussage ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬:

﴾‫﴿ﻓَﻠَﻤﺎ ﻗُ ِﻀ َﻲ َوﻟ ْﻮا اﻟ َ ٰﻰ ﻗَ ْﻮ ِﻣﻬ ِْﻢ ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ‬


Als er dann zum Ende kam, kehrten sie zu ihrem Volk zurück, um sie
zu warnen
(Al-Ahqāf: 29),

und das Pronomen (sie) bezieht sich auf die Jinn.

Die vier Angelegenheiten, welche für uns verpflichtend sind zu


erlernen:
Das Wissen (‫ )اﻟﻌﻠم‬und die Kenntnis (‫)اﻟﻣﻌرﻓﺔ‬
„Erstens: Das Wissen (‫“)اﻟﻌﻠﻢ‬

Die Definition des Wissens erwähnte Abū al-Khattāb in seinem


Buch at-Tamhīd fī Usūl al-Fiqh (1/36): „Das Wissen ist die Kenntnis
(Maʿrifah), d.h., dass du das Gewusste so erkennst, wie es wirklich
ist, und dies ist die richtige Kenntnis.“

Er argumentierte mit der Aussage Allāhs ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬:

22
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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َ ‫ﻮن ﺑْﻨَ َﺎءﻫ ُْﻢ َوان ﻓَ ِﺮﯾﻘًﺎ ِﻣ ْﻬ ُْﻢ ﻟ َ َﯿ ْﻜ ُ ُﻤ‬


‫ﻮن‬ َ َ ‫﴿اﻟ ِﺬ َﻦ ٓﺗَ ْ َﺎﻫ ُُﻢ ْاﻟ ِﻜ‬
َ ُ‫ﺎب ﯾ َ ْﻌ ِﺮﻓُﻮﻧ َ ُﻪ َﻛ َﻤﺎ ﯾ َ ْﻌ ِﺮﻓ‬
﴾‫ﻮن‬ َ ‫اﻟْ َﺤﻖ َوﻫ ُْﻢ ﯾ َ ْﻌﻠَ ُﻤ‬
Diejenigen, denen Wir die Schrift gegeben haben, kennen es, wie sie
ihre Söhne kennen. Aber ein Teil von ihnen verheimlicht wahrlich die
Wahrheit, obwohl sie (sie) wissen
(Al-Baqarah: 146)

So setzte er das Wissen gleich mit der Bedeutung von Kenntnis“ und
dies wählte auch der Verfasser aus – (nämlich), dass das Wissen
Kenntnis bedeutet; so sagte der Autor: „Erstens: Das Wissen; und
zwar ist damit die Kenntnis Allāhs, die Kenntnis Seines Propheten
und die Kenntnis der Religion des Islām mit den Beweisen
gemeint.“

Abū al-Khattāb antwortete auf jene, welche Wissen mit der


Auffassung (‫ )إدراك‬einer Sache definieren, so soll man auf dieselbe
Quelle zurückkehren (in seinem Buch, wenn man dies im Detail
lesen will).

Genau genommen gibt es einen Unterschied zwischen dem Wissen


und der Kenntnis und der Auffassung. Ibn al-Qayyim sagte in
Madārij al-Sālikīn (472/2): „Der Unterschied zwischen Wissen und
Kenntnis zeigt sich an drei Gesichtspunkten:

Erstens: Die Kenntnis ist der Kern des Wissens. Das Wissen steht im
Vergleich zu ihr wie der Īmān zu al-Ihsān. Sie ist ein spezielles
Wissen; was mit ihr zusammenhängt, ist tiefgründiger und
versteckter als das (einfache) Wissen.

23
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Zweitens: Die Kenntnis ist das Wissen, welches seinen Besitzer das
Verpflichtende davon (vom Wissen) und seine Konsequenzen
bewahren lässt, also ist es Wissen, welches mit Bewahrung
verbunden ist.

Drittens: Die Kenntnis ist ein Beweis für sich selbst, und sie ist auf
der Stufe der seelischen Angelegenheiten, deren Besitzer keinen
Zweifel darin haben kann, und sich nicht von ihr entfernen kann,
und der Inhalt der Kenntnis ist vollständiger als der Inhalt des
Wissens, und Allāh ‫ ﺳﺒﺤﺎﻧﮫ وﺗﻌﺎﻟﻰ‬weiß es am besten.“

Al-ʿAskarī sagte in seinem Buch al-Furūq (S. 72), dass „die Kenntnis
spezifischer ist als das Wissen, da sie das Wissen über die Sache
selber ist, abgetrennt von allem, was nicht dazugehört; und das
Wissen kann zusammengefasst oder detailliert dargelegt sein“, bis
er sagte: „Jede Kenntnis ist Wissen, aber nicht jedes Wissen (ist
Kenntnis), und dies, da der Ausdruck ‚Kenntnis‘ (Maʿrifah) dazu
dient, das Bekannte von dem Rest abzusondern, und der Ausdruck
Wissen (ʿIlm) dient nicht dazu, außer auf eine andere Art der
Spezifizierung bei der Erwähnung des Bekannten.“

Und er sagte auf Seite 81 über den Unterschied zwischen dem


Wissen und der Auffassung (‫)اﻹدراك‬: „Die Auffassung ist abhängig
von speziellen Dingen, das Wissen aber ist nicht so; und die
Auffassung thematisiert die Sache nach ihren spezifischsten
Merkmalen und ihrer Gesamtheit; und das Wissen erstreckt sich
über das Nichtvorhandene, (während man) nichts auffassen (kann)

24
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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außer dem Vorhandenen; und die Auffassung ist ein Weg von den
Wegen des Wissens.“

Der Autor sagte weiter: „das Wissen“. Der Artikel dient zur
Bestimmung. Er meinte nicht jede Art von Wissen, denn er machte
es bestimmt, indem er sagte, dass es das Wissen über Allāh usw. ist,
also meinte der Autor damit das Wissen über die Sharīʿah (al-ʿIlm
ash-Sharʿī).

Masʾalah6: Das Urteil des Wissens.


Dies beeinhaltet Fallunterscheidung und es ändert sich
entsprechend dem Wissen, denn vom Wissen gibt es jenes, welches
verpflichtend ist, wie das Wissen über den Tauhīd und die ʿAqīdah
sowie die Kenntnis über die Bedingungen, Säulen, Pflichten,
verpflichtende Anbetungen, verpflichtende diesseitige
Angelegenheiten (wie Handel etc., worin man Wissen haben muss,
wenn man es tut) und die Kenntnis über die Verbote usw. So ist all
dies verpflichtend. Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

﴾‫﴿ﻓَﺎ ْﻠَ ْﻢ ﻧ ُﻪ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ اﻠ ُﻪ َو ْاﺳ َﺘ ْﻐ ِﻔ ْﺮ ِﻟ َﺬﻧْﺒ َِﻚ‬


Wisse also, daß es keinen Gott außer Allāh gibt. Und bitte um
Vergebung für deine Sünde …
(Muhammad: 19).

6Dieses Wort bedeutet „Angelegenheit“; der Autor wird es öfters in der Erklärung
verwenden, wenn er eine bestimmte Thematik untersuchen will oder einen zusätzlichen
Nutzen erwähnen will.

25
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Und im Hadīth von Muʿādh im Sahīhwerk7 heißt es: „So unterrichte


sie, dass Allāh ihnen fünf Gebete auferlegt hat … dann das Wissen
über die Pflicht der Zakāh“ (bis zum Ende des Hadīths).

Zweite Kategorie: das erwünschte Wissen, wie das Erlernen der


erwünschten Angelegenheiten. Dies ist in Bezug auf die einzelnen
Personen, wenn es jedoch die ganze Ummah betrifft, so muss das
erwünschte Wissen als Kifāyah angesehen werden (es ist für einen
Teil dieser Ummah verpflichtend, dieses Wissen zu besitzen), da es
zum Schutz dieser Religion gehört.

Dritte Kategorie: das, was Fard Kifāyah ist, wie das Studieren der
Medizin und anderer Fähigkeiten. Das ist Fard Kifāyah und so
verhält es sich auch mit den Sprachwissenschaften und weiteren
erlaubten Wissenschaften, die den Muslimen nützen.

Vierte Kategorie: das verbotene Wissen, wie das Erlernen von


Zauberei:

﴾‫﴿ َو َﻣﺎ ﯾُ َﻌ ِﻠ ّ َﻤ ِﺎن ِﻣ ْﻦ َ ٍﺪ َﺣ ٰﻰ ﯾ َ ُﻘ َﻮﻻ اﻧ َﻤﺎ ﻧ َ ْﺤ ُﻦ ِﻓ ْﻨَ ٌﺔ ﻓَ َﻼ َ ْﻜ ُﻔ ْﺮ‬


Und sie (beide) unterwiesen niemanden (in der Zauberei), ohne zu
sagen: „Wir sind nur eine Versuchung; so werde (darum) nicht
ungläubig“
(Al-Baqarah: 102),

7Immer, wenn der Autor „im Sahīh“ sagt, so meint er damit entweder al-Bukhārī,
Muslim oder beide.

26
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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oder das Wissen über ʿIlm al-Kalām, oder das Wissen über die
Musik, das Wissen über Zinsen oder Kunst etc. Dazu gehört auch
der säkularistische Weg von heute im Schulwesen, welcher dem im
Westen ähnelt, wo die Menschen verpflichtet werden, verbotene
Dinge zu erlernen und Dinge, welche sie nicht benötigen, und dies
ist allgemein so in allen Stufen, und diese Angelegenheit habe ich
bereits erwähnt und erklärt im Buch Al-Muʿtasar Sharh Kitāb at-
Tauhīd, im Kapitel: Der Zauber und Wahrsagerei.

Der Autor sagte: „Und es ist die Kenntnis Allāhs, die Kenntnis
Seines Propheten und die Kenntnis der Religion mit den Beweisen.“

Masʾalah: Er erwähnte die Kenntnis des Propheten nach der


Kenntnis Allāhs. Und er erwähnte die Kenntnis des Propheten vor
der Kenntnis über die Religion. In ad-Durar 1/147 sagte er, dass es
für jeden Muslim und Muslimah verpflichtend ist, Kenntnis über
drei Fundamente zu haben und sie zu praktizieren. Sodann
erwähnte er sie: Das erste Fundament: Die Kenntnis des Dieners
über seinen Herren, dann erwähnte er dies. Das zweite Fundament:
Die Kenntnis über die Religion des Islām. Das dritte Fundament:
Die Kenntnis unseres Propheten Muhammad.

Er zog (hier) die Kenntnis der Religion der Kenntnis des Gesandten
vor. Dies macht nichts, da beide miteinander zusammenhängen.
Das „und“ deutet hier nicht auf die Reihenfolge, auch wenn die
Kenntnis des Gesandten üblicherweise der Kenntnis der Religion
zuvorkommt, da es notwendig ist, diesen Propheten zu kennen und
dann von ihm die Religion zu nehmen.

27
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Masʾalah: Seine Aussage „mit den Beweisen“ bedeutet, dass diese


drei von Beweisen begleitet werden, denn das „Bāʾ“ (‫ )ب‬steht hier für
Begleitung.

Wichtige Masʾalah: Wir kennen das Urteil über die Kenntnis dieser
drei Fundamente – wird das blinde Folgen in diesen drei
Fundamenten und der restlichen Glaubenslehre akzeptiert? Diese
Angelegenheit nennt man: „die Gültigkeit des Īmāns des blinden
Befolgers in der Glaubenslehre“. Und die Antwort lautet: Das blinde
Befolgen in der Glaubenslehre ist erlaubt, jedoch mit der
Bedingung, dass man sich absolut sicher ist in dem, was man blind
befolgt, und es ist nicht notwendig, den Beweis (Dalīl) zu kennen. Es
wird nämlich von Anas bin Mālik überliefert, dass er sagte: „Als wir
mit dem Gesandten ‫ ﷺ‬in der Masjid saßen, kam ein Mann herein (er
war Dimām bin Thaʿlabah). Er sagte zum Gesandten ‫ﷺ‬: „Ich werde
dich fragen und (ich werde) hart sein beim Fragen, also hab nichts
gegen mich.“ Dieser sagte: „Frag über das, was du hast.“ So sagte er:
„Ich frage dich bei deinem Herrn, und dem Herrn jener vor dir, hat
dich wirklich Allāh zu allen Menschen entsandt?“ So sagte er:
„Allāhumma, ja.“ Danach fragte er ihn nach den Säulen..“ (Musnad
Ahmad 12719, Bukhārī 63).

Shaykh ʿAbdullāh Abā Butayn sagte: „Es ist für jeden verpflichtend,
die Kenntnis des Tauhīd und die Kenntnis der Säulen des Islāms mit
Beweisen zu haben, und das blinde Folgen hierin ist nicht erlaubt.
Wenn jedoch der normale Muslim, welcher die Beweise nicht kennt
an die Einheit Allāhs und an die Botschaft Muhammads ‫ ﷺ‬glaubt,
sowie an die Auferstehung nach dem Tode, das Paradies und die
Hölle und daran, dass diese Angelegenheiten des Shirk, welche bei
diesen Grabstätten verrichtet werden, falsch und Irrglauben sind;

28
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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wenn er dies mit einer fester Überzeugung und ohne Zweifel daran
glaubt, so ist er ein Muslim, selbst wenn er es nicht mit Beweisen
untermauern kann, da die Allgemeinheit der Muslime, selbst wenn
ihnen der Beweis diktiert wird, meistens die Bedeutung nicht
verstehen.“ „Er sagte: „Imām an-Nawawī erwähnte im Sharh
Muslim bei dem Hadīth von Dimām bin Thaʿlabah: „Abū ʿAmr bin
as-Salāh sagte: „Hierin liegt ein Beweis dafür, was die Aʾimmah der
Gelehrten sagten, nämlich, dass die blinden Befolger der ʿĀmmah
(das gewöhnliche Volk) Gläubige sind, und dass es ausreicht, wenn
sie mit fester Überzeugung ohne jeden Zweifel glauben, im
Gegensatz zu den Muʿtazilah, welche dies leugnen.

Und dies (reicht) deshalb (aus), da er (der Gesandte) Dimām


bestätigte, worauf er sich verlassen hatte in Bezug auf die Kenntnis
seiner Botschaft und seiner Wahrhaftigkeit, und (aufgrund) seiner
einfachen Mitteilung dessen, und er stritt ihm (Dimām) dies nicht
ab. Er sagte ihm nicht: „Du musst mein Wunder (Muʿjizah)
studieren und mit stichfesten Argumenten Beweise heranführen“
(Ad-Durar 10/409).

Ibn Hazm ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬sagte: „Und alle Anhänger des Islāms sagten:
Jeder, der in seinem Herzen von zweifelsfreier Überzeugung ist,
und mit seiner Zunge ausspricht, dass ‚Lā ilāha illā Allāh,
Muhammadun Rasūlullāh‘ und dass alles, womit er kam, Wahrheit
ist, und sich von jedem Dīn außer dem Dīn von Muhammad ‫ﷺ‬
lossagt, so ist er ein Muslim Muʾmin, und ihm obliegt nichts
anderes“ (Al-Fisal 4/35).

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Der Autor sagte: „die Kenntnis Seines Propheten“, und er sagte


nicht „seines Gesandten“, denn diese sind austauschbar. Dann sagte
er: „die Kenntnis der Religion des Islām mit den Beweisen.“

Das Handeln (‫)اﻟﻌﻣل‬


Der Autor sagte: „Zweitens: das Handeln danach“ D.h., von dem,
was nach dem Wissen verpflichtend ist, ist das Handeln danach.

„danach“ (wörtlich. „mit ihm“): Das Pronomen bezieht sich auf das
zuletzt Erwähnte, und es ist das Wissen, d.h., man muss nach dem
handeln, was man lernte.

Masʾalah: Das Handeln teilt sich ebenso, wie das Wissen aufgeteilt
wird:

1. Von ihm gibt es Verpflichtendes (Wājib), wie das Verrichten der


Wājib-Taten, der Bedingungen, dem Tauhīd und dergleichen.

2. Das empfohlene Handeln, wie das Verrichten von empfohlenen


Taten (Mustahabbāt), und dies ist meistens so, doch nicht immer.

3. Das verbotene Handeln, wie das Verrichten von Shirk-Taten


(Shirkiyyāt) oder großen Sünden.

4. Das Verrichten von verhassten Taten (Makrūhāt), und dies ist


makrūh.

Masʾalah: Nennt man das Unterlassen auch Handeln? Wie jemand,


welcher Zinā unterlässt – sagt man, er hat rechtschaffen gehandelt?

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Die Antwort ist, dass es hierin Fallunterscheidung (Tafsīl) gibt:
Wenn er es in Gehorsam unterlässt, wie wenn er sich von den
Wegen, die zum Zinā führen, fernhält, so ist dies eine
rechtschaffene Tat. Und wenn er es aus Unfähigkeit unterlässt, so
fällt dies nicht darunter. Darauf basierend ist die Unterlassung nur
mit einer rechtschaffenen Absicht eine (gute) Tat. Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

﴾ َ ‫﴿ َو َذ ُروا َﻣﺎ ﺑ َ ِﻘ َﻲ ِﻣ َﻦ ّ ِاﻟﺮ‬


… und laßt das sein, was an Zins(geschäften) noch übrig ist …
(Al-Baqarah: 278).

Das Aufrufen (‫)اﻟدﻋوة‬


Der Autor sagte: „Drittens: Das Aufrufen (die Daʿwah) dazu.“
Bezieht sich das Pronomen hier auf das Wissen, d.h. die Daʿwah
zum Wissen, oder auf das zuletzt Erwähnte, nämlich das Handeln,
sodass die Bedeutung ist: Das Aufrufen zum Handeln entsprechend
dem, was man weiß?

Masʾalah: Das Pronomen bezieht sich auf das Wissen der Sharīʿah,
und die Bedeutung der Daʿwah ist das Verbreiten des Wissens, das
du weißt. Darauf basierend wird die Daʿwah zum Wissen genauso
aufgeteilt wie die Aufteilung des Wissens. Also ist der Aufruf zum
verpflichtenden Wissen selbst verpflichtend und der Aufruf zum
empfohlenen Wissen empfohlen und der Aufruf zur Unterlassung
dessen, was verboten ist, (auch wiederum) verpflichtend.

Masʾalah: Wem obliegt die Daʿwah? Antwort: Demjenigen, der das


Wissen erlernt hat und es beherrscht. Für den Unwissenden ist die

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Daʿwah nicht P icht, jedoch ist es ür ihn verp ichtend, als erstes
zu lernen und danach Daʿwah zu machen.

Der Beweis für die Pflicht der Daʿwah ist der Hadīth von Mu‘ādh
(welcher nach Jemen entsandt wurde): „Du gehst zu (…) So soll das
Erste (…).“ Was uns hier wichtig ist: „So soll das erste, wozu du sie
rufst, (…)“. Das Lām (‫ )اﻟﻼم‬dient als Befehl und der Befehl hat die
Pflicht als Folge. Und der zweite Beweis ist der Hadīth von ʿAlī:
„Schreite langsam voran“, dann sagte er: „Sodann rufe sie zum
Islām auf!“ Dies ist der springende Punkt, und seine Aussage „rufe
sie auf“ ist ein Befehl und der Befehl hat die Pflicht als Folge. Und
beide Hadīthe befinden sich in den Sahīhayn.

Masʾalah: An wen wird die Daʿwah gerichtet? Antwort: Es wird der


Kāfir, unwissende Muslim, derjenige, der einen Fehler begangen
hat, derjenige, der etwas falsch interpretiert hat (Mutaʾawwil) und
der Sture aufgerufen.

Masʾalah: Hier gibt es einen Unterschied zwischen seinen Worten


„das Aufrufen dazu“ und der Pflicht der Daʿwah, denn das Aufrufen
dazu bedeutet, zum Wissen (aufzurufen) und es zwischen den
Menschen zu verbreiten. Die Pflicht der Daʿwah im Allgemeinen
jedoch beinhaltet auch das Gute zu gebieten und das Schlechte zu
verbieten, das Predigen und das Ermahnen.

Die Geduld (‫)اﻟﺼﺒﺮ‬


Der Autor sagte: „die Geduld angesichts des Leids darin.“ Dies ist die
vierte Pflicht, die Geduld gegenüber dem Schaden, welcher durch
das Aufrufen zum Wissen entsteht. Geduld bedeutet sprachlich:
Das Zurückhalten und Unterbinden. Fachlich bedeutet es: Der Seele

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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das Grollen, der Zunge das Klagen, und den Gliedmaßen das
Schlagen der Wangen zu untersagen, und was diesem ähnelt.

„darin“ (‫)ﻓﯿﮫ‬: bezieht sich auf das Wissen. Dies bedeutet, geduldig zu
sein in dem, was einen durch das Erlernen des Wissens trifft und
was einem an Leid widerfährt, wenn man es verbreitet und
praktiziert.

„Das Leid“ (‫)اﻷذى‬: Das Alif und das Lām (der Artikel) deuten auf die
Allgemeingültigkeit hin und das Leid hat verschiedene Arten:

1. Körperliches Leid
2. Finanzielles Leid
3. Verbales, seelisches Leid;

so ist man geduldig in dem, was einem widerfährt. Und die beste Art
der Geduld ist am Anfang des Schlags, dann die Beständigkeit in der
Geduld bis der Vorfall endet.

Der Autor sagte:

„Und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

‫ِْﺴ ِﻢ اﻠ ِﻪ اﻟﺮ ْﺣ َﻤـ ِﻦ اﻟﺮ ِﺣ ِﻢ‬


Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

﴾‫﴿واﻟْ َﻌ ْﺼ ِﺮ‬
َ
Beim Zeitalter!

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﴾‫﴿ان ْاﻻ ْ َﺴ َﺎن ﻟ َ ِﻔﻲ ﺧ ُْﺴ ٍﺮ‬


Der Mensch befindet sich wahrlich in Verlust,

﴾‫ﺎت َوﺗَ َﻮ َاﺻ ْﻮا ِ ﻟْ َﺤ ّ ِﻖ َوﺗ ََﻮ َاﺻ ْﻮا ِ ﻟﺼ ْ ِﺮ‬


ِ َ ‫﴿اﻻ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َو َﻋ ِﻤﻠُﻮا اﻟﺼﺎ ِﻟ‬
außer denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun und
einander die Wahrheit eindringlich empfehlen und einander die
Standhaftigkeit eindringlich empfehlen
(Al-ʿAsr: 1-3).“

Dies ist der Beweis für diese vier Angelegenheiten. Er erwähnte die
Basmalah, da er die ganze Sūrah wiedergab. Und das Urteil
bezüglich der Basmalah zu Beginn der Suren ist, dass es Sunnah ist,
ausgenommen von Barāʾah (at-Tawbah). Jedoch ist sie (die
Basmalah) kein Vers der Sūrah, sondern von ihr getrennt, außer bei
Sūrah an-Naml (30. Āyah).

Und der springende Punkt in der Sūrah ist: „außer denjenigen, die
glauben“. Dies ist der Beweis für das Wissen, denn das, woran sie
geglaubt haben, kannten sie vorher, sodass diese Beweisführung
gemäß der Konsequenz ist (denn ohne Wissen kann man nicht
glauben).

„und gute Werke tun“ ist der Beweis für „das Handeln danach“, „und
sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen“ deutet auf die Daʿwah
hin, „und sich gegenseitig zur Geduld anhalten“ ist ein Beweis für
das Ertragen des Leids, was einem widerfährt. So deutet Sūrah al-
ʿAsr auf die vier Pflichten.

Gibt es nun Zusammenhänge zwischen diesen vier


Angelegenheiten? Und zwar (in der Form), dass der Mensch nicht

34
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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aufruft, ohne Wissen zu haben, oder nicht aufruft, ohne es vorher
praktiziert zu haben? Der Zusammenhang zwischen Wissen und
Tat ist zwingend notwendig. So gibt es keine Tat ohne Wissen und
kein Wissen ohne Tat.

Darauf deutet:

﴾‫ﻮب َﻠَ ْﯿﻬِﻢ‬


ِ ُ‫﴿ َ ْ ِﺮ اﻟْ َﻤﻐْﻀ‬
nicht (den Weg) derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben
(Al-Fātihah: 7);

sie wussten, doch handeln sie nicht, und dies sind die Juden.

﴾‫﴿اﻟﻀﺎ ِﻟ ّ َﻦ‬
der Irregehenden
(Al-Fātihah: 7);

sie handelten, jedoch ohne Wissen. Und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َو َﺟ َ ﺪُ وا ِﺑﻬَﺎ َوا ْﺳ َ ْ َﻘ َ ْﺘﻬَﺎ ﻧْ ُﻔ ُﺴﻬ ُْﻢ ُﻇﻠْ ًﻤﺎ َو ُﻠُﻮا‬


Und sie verleugneten sie, obwohl sie selbst davon überzeugt waren,
aus Ungerechtigkeit und Überheblichkeit
(An-Naml: 14)

Was den Zusammenhang des Handelns und der Daʿ wah betrifft, so
gibt es den Zusammenhang hier nicht in dem Sinne, dass man nur
zu dem aufruft, was man auch selbst praktiziert hat, oder man nur
das lernt, wozu man auch aufruft; dies ist keine Voraussetzung.
Vielmehr ruft man zu dem auf, was man praktiziert hat und was
man noch nicht praktiziert hat. Wenn man also weiß, dass eine

35
——————————————————————————

Sache verboten ist, so ist man verpflichtet dazu, zum Verlassen


dieser Sache aufzurufen, selbst wenn man diese verbotene Sache
tut.

(Dies ist) aus dem Grund so, da derjenige, der zu einer Sache ruft,
ohne es selbst auszuführen, in einen Fehler gefallen ist --- nämlich
das Unterlassen der Tat ---, jedoch eine Tat begangen hat --- und zwar
das Aufrufen dazu ---, während derjenige, welcher nicht dazu aufrief,
zwei Fehler begangen hat: 1. Er rief nicht dazu auf und 2. er führte
die Tat nicht aus.

Die Aussage von ash-Shafiʿ ī8

Sodann (nach der Erwähnung des Namens von ash-Shāfiʿ ī) sagte er:
„‫“رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬. Wenn die Gelehrten erwähnt werden, sagt man: „Möge
Allāh Sich ihrer erbarmen‘‘, bei den Gefährten: „Möge Allāh mit
ihnen zufrieden sein‘‘ und bei den Propheten spricht man den Salāh
aus. Dies ist das Übliche bei dem Bittgebet für die Gelehrten, (und
zwar,) dass man um Barmherzigkeit bittet. Für die bereits
Verstorbenen wird ebenfalls gebetet, was jedoch nicht bedeutet,
dass sich die Barmherzigkeit für sie bewahrheitet hat, auch wenn
man ihnen dies wünscht; so sagt man dies nicht mit Sicherheit. Und
man sagt nicht „dem sich erbarmt wurde‘‘ (‫ )اﻟﻤﺮﺣﻮم‬denn dies stellt
eine Information dar, und „Barmherzigkeit‘‘ ist ein Bittgebet; und
es gibt zwischen den beiden einen Unterschied.

Ash-Shāfiʿ ī sagte: „Wenn Allāh auf die Schöpfung keine andere


Hujjah herabgesandt hätte außer diese Sūrah (…)‘‘ Das Alif und das

8
Nutzen (Fāʾidah): Der richtige Wortlaut ist jener, welchen al-Bayhaqī
überliefert, und zwar, dass er sagte: „Wenn die Menschen über diese Sūrah
nachdenken würden, so würde sie ihnen genügen.“

36
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Lām in „die Schöpfung‘‘ (‫ )اﻟﺨﻠﻖ‬hält es allgemein, sodass es Menschen
und Jinn umfasst.

„(…) außer diese Sūrah, so hätte sie ihnen gereicht‘‘, da sich in dieser
Sūrah die vier Angelegenheiten befinden.

Sodann erwähnte der Autor die Worte von al-Bukhārī: „Kapitel: Das
Wissen vor der Aussage und der Tat; und der Beweis ist die Aussage
des Erhabenen:

﴾‫﴿ﻓﺎ ﻠﻢ ٔﻧﻪ ﻻ إﻟﻪ إﻻ اﻠﻪ واﺳﺘﻐﻔﺮ ﻟﺬﻧﺒﻚ‬


Wisse also, daß es keinen Gott außer Allāh gibt. Und bitte um
Vergebung für deine Sünde …
(Muhammad: 19).‘‘

Die Aussage von Al-Bukhārī deutet auf die Reihenfolge zwischen


diesen vier Angelegenheiten hin. Zuerst das Wissen, dann das
Handeln, dann der Aufruf und dann die Geduld.

37
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬

„So wisse --- möge Allāh Sich deiner erbarmen --- dass es für jeden
Muslim und jede Muslimah verpflichtend ist, diese
Angelegenheiten zu lernen und danach zu handeln:

Erstens: Allāh schuf uns, gab uns Lebensunterhalt und ließ uns
nicht ohne Führung. Er schickte uns vielmehr einen Gesandten; wer
ihm gehorcht, wird ins Paradies eingelassen. Wer ihm jedoch nicht
gehorcht, wird das Feuer betreten. Der Beweis ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

‫﴿ا ْر َﺳﻠْﻨَﺎ اﻟ َ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َر ُﺳ ًﻮﻻ َﺷﺎ ِﻫﺪً ا َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َﻛ َﻤﺎ ْر َﺳﻠْﻨَﺎ اﻟ َ ٰﻰ ِﻓ ْﺮ َﻋ ْﻮ َن َر ُﺳ ًﻮﻻ ۝‬


﴾‫ﻓَ َﻌ َﺼ ٰﻰ ِﻓ ْﺮ َﻋ ْﻮ ُن اﻟﺮ ُﺳﻮ َل ﻓَ َْﺬ َ ُﻩ ْ ًﺬا َوﺑ ًِﯿﻼ‬
Wahrlich, Wir haben euch einen Gesandten geschickt, der euer Zeuge
ist, wie Wir zu Pharao einen Gesandten geschickt hatten.
Doch Pharao widersetzte sich dem Gesandten; darum erfassten Wir
ihn mit einem schrecklichen Strafgericht
(Al-Muzzammil: 15-16).

38
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Die Worte des Autors: „möge Allāh Sich deiner erbarmen“ haben
wir bereits erklärt.

Seine Worte „es ist für uns verpflichtend“ (‫)ﯾﺠﺐ ﻋﻠﯿﻨﺎ‬: Hier erwähnte
er das Urteil über die drei Angelegenheiten. Die Definition der
Pflicht wurde vorher schon erläutert, wie wir jedoch bereits sagten,
trägt die Pflicht hier nicht ihre fachliche Bedeutung, vielmehr sind
diese Fundamente gewaltig und gewaltiger als die als solche
definierten fachspezifischen Pflichten.

a.) Das Wissen darüber, dass Allāh uns erschaffen hat, um Ihm zu
gehorchen.
b.) Das Wissen darüber, dass Allāh mit dem Shirk nicht zufrieden
ist.
c.) Das Wissen darüber, dass es keine Zuneigung zum Ungläubigen
gibt.

Der Autor führte diese drei in Form von Wissen und Handeln an. So
sagte er „[es ist] verpflichtend (…), diese Angelegenheiten zu lernen
und danach zu handeln“ und diese drei Angelegenheiten sind
verpflichtend für jeden Muslim und jede Muslimah.

Definition des Muslims: Wer mit den Shahadatayn und ihren


Konsequenzen kommt und danach handelt, und keinen Vernichter
(des Īmāns) begeht, welcher Aussage, Tat und Glauben beinhaltet.

Versteht man durch die Worte des Autors, dass diese drei
Fundamente für den Kāfir nicht verpflichtend sind?

39
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Dies ist nicht so, vielmehr sind sie auch für den Kāfir verpflichtend,
jedoch wurde der Muslim hier hervorgehoben, da die Ansprache an
ihn gerichtet ist.

Masʾalah: Bei diesen drei Fundamenten sagte er: „für jeden Muslim
und jede Muslimah“, er fügte Muslimah hinzu, während er vorher
bei den vier Angelegenheiten das Wort „Muslimah“ nicht erwähnte.
Die Antwort liegt in seinen Worten „für uns“, denn dies beinhaltet
Männer und Frauen.

„diese Angelegenheiten zu lernen“: Das Erlernen bedeutet hier


Kenntnis.

„und danach zu handeln“: Das Verpflichtende bei den drei


Angelegenheiten sind zwei Pflichten; das Wissen und das Handeln.

1. Die erste Angelegenheit: Hierzu gehört, dass Allāh uns aufgrund


einer Weisheit erschuf, welche Sein Gehorsam und Seine Anbetung
ist. Er setzte mit dieser Gehorsamkeit eine Entlohnung fest, welche
entweder das Paradies oder die Hölle ist. Wer ihm also gehorcht,
betritt das Paradies. Der Gehorsam ist die Übereinstimmung und
Ausführung des Befehls aus freien Stücken (freiwillig), sowie die
freiwillige Ausführung der Taten, welche Allāh liebt.

„wird ins Paradies eingelassen“: Bedeutet dies nun den


vollständigen Einlass, oder geht diesem Einlass eine Strafe voraus?
Dies ist abhängig von der Gehorsamkeit – wenn diese vollständig
war, so ist der Einlass auch vollständig; man betritt das Paradies,
ohne bestraft zu werden. Wenn sie jedoch mangelhaft war, so ist der
Einlass auch mangelhaft und (der Mensch) ist unter der Mashīʾah –
wenn Allāh möchte, bestraft Er ihn und lässt ihn die Hölle betreten
und danach lässt er ihn ins Paradies.

40
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„Wer ihm jedoch nicht gehorcht“: Sündigen bedeutet, sich dem
Befehl mit Absicht zu widersetzen. Ibn Taymiyyah sagte in al-
Fatāwā 674/11: „Die Sünde ist die Zuwiderhandlung des Befehls,
und derjenige, der dem Verbot entgegengesetzt gehandelt hat, ist
ein Sündiger.“

Was jedoch die Widersetzung eines Befehls in den versteckten


Angelegenheiten angeht aufgrund von falscher Interpretation, so
wird dies zu den Fehlern (Khataʾ) gezählt und als eine Widersetzung
durch Unwissenheit (gewertet). Wenn wirklich gesagt werden
kann, dass er unwissend war (und die Unwissenheit nicht von sich
aufheben konnte), dann ist es ein Fehler, ansonsten ist es
Fahrlässigkeit (er ist selbst schuld).

Die Säkularisten haben auch Gehorsam, jedoch ist es lediglich die


Übereinstimmung in bestimmten Bereichen in der Masjid und
privaten Angelegenheiten, und nicht im Urteil, in der Politik, der
Wirtschaft und dem restlichen Leben.

„wird das Feuer betreten“: Ist das im Sinne von Ewigkeit (gemeint)
oder im Sinne der Bestrafung, aus der man dann rauskommt?

Dies ist gemäß der Sünde – wenn die Sünde also großen Shirk und
Kufr beinhaltet, so wird (der Täter) für immer im Feuer bleiben und
es nicht verlassen. Wenn die Sünde aber zu den Kabāʾir (großen
Sünden) gehört, so betritt er das Feuer, wenn Allāh ihm nicht
verzeiht, und verlässt es danach, außer wenn kleiner Shirk (dabei)
war, denn darin gibt es Khilāf und das Richtige ist, dass ihm nicht
verziehen wird. Danach erwähnte der Autor den Beweis dafür, und
zwar die Aussage des Erhabenen:

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‫﴿ا ْر َﺳﻠْﻨَﺎ اﻟ َ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َر ُﺳ ًﻮﻻ َﺷﺎ ِﻫﺪً ا َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َﻛ َﻤﺎ ْر َﺳﻠْﻨَﺎ اﻟ َ ٰﻰ ِﻓ ْﺮ َﻋ ْﻮ َن َر ُﺳ ًﻮﻻ ۝‬


﴾‫ﻓَ َﻌ َﺼ ٰﻰ ِﻓ ْﺮ َﻋ ْﻮ ُن اﻟﺮ ُﺳﻮ َل ﻓَ َْﺬ َ ُﻩ ْ ًﺬا َوﺑ ًِﯿﻼ‬
Wahrlich, Wir haben euch einen Gesandten geschickt, der euer Zeuge
ist, wie Wir zu Pharao einen Gesandten geschickt hatten.
Doch Pharao widersetzte sich dem Gesandten; darum erfassten Wir
ihn mit einem schrecklichen Strafgericht
(Al-Muzzammil: 15-16).

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Zweitens: Dass Allāh wahrlich nicht damit zufrieden ist, dass Ihm
in Seiner ʿIbādah irgendjemand beigesellt wird; kein nahestehender
Engel und kein entsandter Prophet, ganz zu schweigen von anderen
außer ihnen; und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ َو ن اﻟْ َﻤ َﺴﺎ ِ ﺪَ ِﻠ ِﻪ ﻓَ َﻼ ﺗَﺪْ ُﻋﻮا َﻣ َﻊ اﻠ ِﻪ َ ﺪً ا‬


Und die Gebetsstätten gehören doch Allāh; so ruft neben Allāh
niemanden an
(Al-Jinn: 18).

Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Was ist die Thematik dieser Angelegenheit? Allāh ‫ ﺳﺒﺤﺎﻧﮫ‬ist nicht mit
dem Shirk zufrieden und liebt ihn nicht. Der Autor sagte:
„wahrlich“ (‫)إن‬. Dies ist ein Ausdruck der Bekräftigung und des Nasb
(d.h., er versetzt das zugehörige Wort in einen bestimmten
grammatikalischen Fall im Arabischen) und das Nomen, zu
welchem es gehört, ist Lafdh al-Jalālah (Allāh), und Er ist der
angebetete Schöpfer.

In seinen Worten „ist nicht zufrieden“ (‫ )ﻻ ﯾﺮﺿﻰ‬ist die Bestätigung


der (Eigenschaft der) Zufriedenheit für Allāh und dass Er mit
einigen Dingen wohlzufrieden ist und über einige Dinge zornig
wird. Die Bedeutung der Zufriedenheit: eine Beschreibung
bestehend im Wesens Allāhs ‫ﺳﺒﺤﺎﻧﮫ وﺗﻌﺎﻟﻰ‬, aus der Gunsterweisungen

43
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und Wohltaten folgen, und sie ist eine Eigenschaft Allāhs, die mit
dem Willen verbunden ist.

Was die Ashāʿirah und die Muʿtazilah betrifft, so sagen sie: „Die
Zufriedenheit ist das Wollen der Wohltat und der Belohnung“ und
sie sagen nicht, (dass sie) eine bestehende Beschreibung im Wesen
Allāhs ist, und die Muʿtazilah sagen, sie sei die Wohltat. Der Grund
dafür ist der, dass die Ashāʿirah die Eigenschaft der Irādah (des
Wollens) für Allāh bestätigen, also sagen sie: „das Wollen der
Güteerweisung/Wohltat“.

Seine Aussage „ist nicht zufrieden“ bedeutet, dass Allāh mit dem
Shirk nicht zufrieden ist und dass er (der Shirk) Ihn nur erzürnt und
Er ‫ ﺳﺒﺤﺎﻧﮫ وﺗﻌﺎﻟﻲ‬will ihn nicht mit dem sharʿī Willen (d.h., Er verbietet
ihn durch Seine Gesetzgebung). Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َو َﻻ َ ْﺮﺿَ ٰﻰ ِﻟ ِﻌ َﺒﺎ ِد ِﻩ ْاﻟ ُﻜ ْﻔ َﺮ‬


Er ist mit dem Kufr für seine Diener nicht zufrieden
(Az-Zumar: 7).

Was die Irādah Kawniyyah (das Wollen in der Schöpfung) betrifft,


so hat Allāh ihn in Bezug auf die Existenz gewollt und er ist für eine
Weisheit, die Er (durchsetzen) wollte, geschehen, jedoch wollte Er
ihn nicht durch seine Sharīʿah (d.h. Er lässt den Shirk geschehen,
aber Er hasst ihn, verbietet ihn und bestraft wegen ihm).

„dass Ihm irgendjemand beigesellt wird“: „dass“ und das, was zu


(diesem Wort) hinzugekommen ist, ist die Auslegung des
Verbalsubstantivs, d.h. Shirk (Beigesellung). Der Shirk bedeutet im
allgemeinen Sinne, dass man Allāh in den Namen und
Eigenschaften, der Rubūbiyyah oder der Ulūhuyyah einen

44
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Ebenbürtigen zuweist, und diese Definition umfasst den Shirk in
den Namen und Eigenschaften, den Shirk in der Rubūbiyyah und
den Shirk in der Ulūhiyyah.

Basierend darauf teilt sich der Shirk in (mehrere) Teile:

 Shirk in den Namen und Eigenschaften: dass man Allāh in dem,


womit Er ausgezeichnet wird von den Namen und Eigenschaften,
jemanden gleichstellt.
 Shirk in der Rubūbiyyah: Dieser bedeutet, dass man in der
Schöpfung, der Herrschaft oder der Lenkung Allāh jemanden
gleichstellt.
 Shirk in der Ulūhiyyah: Dieser bedeutet, dass man im Duʿāʾ und
in der ʿIbādah Allāh etwas gleichstellt; und in einer weiteren
Bedeutung ist es der Ruf zu jemand anderem als Ihn neben Ihm. Der
Autor ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬sagte: „Allāh ist nicht damit zufrieden, dass man Ihm
etwas beigesellt“.

„in Seiner ʿIbādah“ und dies (ʿIbādah) ist die Demut und
Unterwürfigkeit. Das ist ihre Definition in der Sprache und
deswegen sagt man auch: „ein muʿabbad Weg“, wenn die Füße ihn
(den Weg) austreten (und ihn somit „niedrig“ machen) und auf ihm
herumgehen. Fachspezifisch (betrachtet) ist die ʿIbādah: Demut und
Unterwürfigkeit vor Allāh mit dem Gehorsam.

Und Ibn Taymiyyah beschrieb sie als den Oberbegriff für alles, was
Allāh liebt und womit Er zufrieden ist von den Aussagen und Taten,
welche offenkundig sind und welche versteckt sind.

Und das beste, was gesagt wurde, ist, dass beide Bedeutungen
richtig sind, sodass gesagt werden kann, dass die Definition der
ʿIbādah sich unterscheidet. Aus der Sicht eines Anbeters trifft die

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Definition von Ibn Taymiyyah zu, und aus der Sicht der Anbetung
ist sie (die ʿIbādah) Demut und Unterwürfigkeit, und Allāh weiß es
am besten.

„Kein nahestehender Engel und kein entsandter Prophet“: Der


Autor führte zwei Beispiele an, um zu verdeutlichen, dass Allāh mit
niemandem neben Ihm zufrieden ist, keinem nahestehenden Engel
und auch keinem entsandten Propheten, und der Autor
beabsichtigte mit den zwei Beispielen nicht, sich nur auf sie zu
beschränken, denn Allāh ist weder mit einem Rechtschaffenen
noch mit einem Unhold oder einem Jinn oder irgendetwas anderem
(neben Sich) zufrieden. Die Bedeutung der Aussage ist: Wenn Er mit
diesen zwei Nahestehenden nicht zufrieden ist, so ist Er mit
anderen noch eher nicht zufrieden.

„Engel“ (‫)ﻣﻠﻚ‬: ist abgeleitet vom (Wort) Entsendung (Ulūkah), was


Botschaft bedeutet, sodass die Definition des Engels ist, dass er ein
Entsandter ist und die Definition der Malāʾikah (Pl. von Malak) ist:
„eine Spezies, die Allāh aus Licht erschuf und der Er ihre Taten
auferlegte“.

„nahestehend“: ist eine Eigenschaft des Engels, denn die Engel sind
von den Nahestehenden in Bezug auf den Rang. Wenn Allāh also
nicht damit zufrieden ist, dass Ihm ein nahestehender Engel
beigesellt wird, dann trifft das auf andere noch viel eher zu (dass er
nicht damit zufrieden ist).

„und kein entsandter Prophet“: Hier bezeichnet er den Propheten


als „entsandt“ und dies ist die richtigere Aussage der Leute des
Wissens in der Definition des Propheten, (nämlich,) dass er
entsandt ist.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻓَ َ َﻌ َﺚ اﻠ ُﻪ اﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ‬


Dann schickte Allāh die Propheten als Verkünder froher Botschaft und
als Überbringer von Warnungen
(Al-Baqarah: 213).

Einige von den Leuten des Wissens sagten, dass die Definition eines
Propheten lautet: „Jemand, dem eingegeben wurde, der aber nicht
mit der Verkündung beauftragt wurde“ und dies steht im
Widerspruch zur Grundlage des Buches und der Sunnah, und wir
haben diese Angelegenheit bereits an einer anderen Stelle
ausgeführt. Seine Aussage, dass er entsandt ist, bedeutet, dass Allāh
ihn zu einem gläubigen Volk entsandt hat und darauf weist aus dem
Qurʾān folgendes hin:

﴾‫﴿ َو َﻣﺎ ْر َﺳﻠْﻨَﺎ ِﻣ ْﻦ ﻗَ ْ ِﻠ َﻚ ِﻣ ْﻦ َر ُﺳﻮلٍ َو َﻻ ﻧ َ ِﺒ ﻲ‬


Und Wir sandten vor dir keinen Gesandten oder Propheten
(Al-Hajj: 52).

Der Beweispunkt hier ist „oder Propheten“, denn Er bezeichnete


den Propheten als Entsandten (mursal) und Seine Aussage:

﴾‫﴿ﻓَ َ َﻌ َﺚ اﻠ ُﻪ اﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ‬


Dann schickte Allāh die Propheten als Verkünder froher Botschaft und
als Überbringer von Warnungen
(Al-Baqarah: 213)

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zeigt, dass der Prophet nunmehr zum Erweckten (mabʿūth), also


Entsandten (mursal) wurde und der Hadīth von Jābir, der
muttafaqun ʿalayhi9 ist (, besagt):

„Mir wurden fünf Dinge gegeben, die niemandem vor mir gegeben
wurden. (...) Jeder Prophet wurde speziell zu seinem Volk entsandt
und ich wurde zu den Menschen allesamt entsandt“.

Das Unterscheidungsmerkmal zwischen einem Propheten und


einem Gesandten ist, dass der Prophet zu den Gläubigen geschickt
wurde, um die Botschaft des Gesandten vor ihm zu erneuern. Und
der Gesandte wurde zu den Kuffār mit einer neuen Sharīʿah
entsandt. Der Beweispunkt ist seine Aussage: „Jeder Prophet wurde
zu seinem Volk geschickt“, was darauf hinweist, dass der Prophet
erweckt (mabʿūth) und entsandt (mursal) wurde, jedoch
ausschließlich zu seinem Volk.

Der Beweis dafür, dass Allāh mit dem Shirk nicht zufrieden ist, ist
Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َو ن اﻟْ َﻤ َﺴﺎ ِ ﺪَ ِﻠ ِﻪ ﻓَ َﻼ ﺗَﺪْ ُﻋﻮا َﻣ َﻊ اﻠ ِﻪ َ ﺪً ا‬


Und die Gebetsstätten gehören doch Allāh; so ruft neben Allāh
niemanden an
(Al-Jinn: 18).

Masājid (Gebetsstätten) ist die Mehrzahl von Masjid und gemeint


ist der Sujūd (die Niederwerfung), d.h., der Sujūd ist für Allāh ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
oder die Körperteile des Sujūd.

9
d.h. in Sahīh al-Bukhārī und Muslim verzeichnet.

48
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„gehören Allāh“ (‫)ﻟِﻠﱠ ِﮫ‬: das Lām drückt das Anrecht aus und die
Bedeutung von Allāh hier ist der Angebetete, der Schöpfer.

Das „lā“ (‫)ﻻ‬


َ untersagt (etwas) und die Untersagung bedingt das
Verbot und das ist die Stelle des Beweises (dass man keinen außer
Allāh anrufen darf).

„ruft an“ (‫)ﺗ َ ْﺪﻋُﻮا‬: Allāh hat den Shirk untersagt und die verbotene
Sache liebt Allāh nicht und Er ist damit auch nicht zufrieden.
„Tadʿū“ (du rufst an) ist allgemeiner als unsere Aussage „taʿbudu“
(du betest an), daher hat Er den Duʿāʾ verhindert, da der Duʿāʾ sich
in zwei Kategorien teilt:

1. Der Duʿāʾ der ʿIbādah,


2. Der Duʿāʾ des Bittens.

Der Duʿāʾ der ʿIbādah: (bedeutet,) dass man betet und fastet etc. Was
das Gebet betrifft – wenn du gefragt wirst, warum du betest, so sagst
du: „damit Allāh mir vergibt“. So ist es der Duʿāʾ an Allāh um
Vergebung, als hättest du gesagt: „Allāhumma, vergib mir“, also ist
es ein Duʿāʾ der Handlung.

Der Duʿāʾ des Bittens: wird mit dem für eine Bitte notwendigen
Rufwort „yā“ eingleitet, wie zum Beispiel: „Yā Allāh, lass mich
erfolgreich sein!“

Bei beiden ist es verboten, sie an irgendjemand anderen als Allāh zu


richten, und es ist Shirk akbar (großer Shirk) mit der Bedeutung,
dass man jemand anderen als Allāh um Fürsprache für sich ruft;
und der Rufende ist ein Murtadd.

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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Drittens: Dass es demjenigen, der dem Gesandten gehorcht und
Allāh eins macht, nicht erlaubt ist, Muwālāh (Loyalität) zu
demjenigen zu haben, der sich Allāh und Seinem Gesandten
widersetzt, sei er auch von den nächsten Verwandten; und der
Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫ﻮن ِ ﻠ ِﻪ َواﻟْ َﯿ ْﻮ ِم ا ْ ٓ ِﺧ ِﺮ ﯾُ َﻮ‬


‫ادون َﻣ ْﻦ َ ﺎد اﻠ َﻪ َو َر ُﺳﻮﻟ َ ُﻪ َوﻟ َ ْﻮ‬ َ ُ ‫﴿ َﻻ ﺗَ ِ ﺪُ ﻗَ ْﻮ ًﻣﺎ ﯾُ ْﺆ ِﻣ‬
‫َﻛﺎﻧُﻮا ٓ َ َءﻫ ُْﻢ ْو ﺑْﻨَ َﺎءﻫ ُْﻢ ْو اﺧ َْﻮاﻧَﻬ ُْﻢ ْو ﻋ َِﺸ َﺮﺗَﻬ ُْﻢ وﻟَـ ِﺌ َﻚ َﻛ َﺘ َﺐ ِﻓﻲ ﻗُﻠُﻮ ِﺑﻬ ُِﻢ‬
‫ْاﻻﯾ َﻤ َﺎن َو ﯾﺪَ ﻫ ُْﻢ ِ ُﺮوحٍ ِﻣ ْ ُﻪ َوﯾُﺪْ ِ ﻠُﻬ ُْﻢ َﺟ ﺎ ٍت ﺗَ ْﺠ ِﺮي ِﻣ ْﻦ ﺗَ ْﺤ ِﺘﻬَﺎ ا ْ ﻧْﻬ َُﺎر َﺎ ِﻟ ِﺪ َﻦ‬
‫ِﻓ ﻬَﺎ َر ِﺿ َﻲ اﻠ ُﻪ َﻋ ْﻨﻬ ُْﻢ َو َرﺿُ ﻮا َﻋ ْﻨ ُﻪ وﻟَـ ِﺌ َﻚ ِﺣ ْﺰ ُب اﻠ ِﻪ َﻻ ان ِﺣ ْﺰ َب اﻠ ِﻪ ُﻫ ُﻢ‬
﴾‫ﻮن‬ َ ‫اﻟْ ُﻤ ْﻔ ِﻠ ُﺤ‬
Du findest keine Leute, die an Allāh und den Jüngsten Tag glauben und
denjenigen Zuneigung bezeigen, die Allāh und Seinem Gesandten
zuwiderhandeln, auch wenn diese ihre Väter wären oder ihre Söhne
oder ihre Brüder oder ihre Sippenmitglieder. Jene - in ihre Herzen hat
Er den Glauben geschrieben und sie mit Geist von Sich gestärkt. Er
wird sie in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen, ewig darin
zu bleiben. Allāh hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben
Wohlgefallen an Ihm. Jene sind Allāhs Gruppierung. Sicherlich, Allāhs
Gruppierung, dies sind diejenigen, denen es wohl ergeht
(Al-Mujādalah: 22).

50
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Die dritte Angelegenheit

„Dass es demjenigen, der dem Gesandten gehorcht und Allāh eins


macht, nicht erlaubt ist, Muwālāh zu haben“ Und die Überschrift
dieser Angelegenheit ist, dass der Muwahhid10 die Feinde Allāhs
nicht zu Verbündeten nimmt.

„Wahrlich, es ist demjenigen, der dem Gesandten gehorcht und


Allāh eins macht“:

„Wahrlich“ (‫ )إن‬ist ein Ausdruck der Bekräftigung und Nasb (ein Fall
im Arabischen).

„demjenigen“ (‫ )ﻣﻦ‬dient zur Bedingungsaufstellung in Bezug auf die


Bedeutung, und davon gewinnt man, dass es allgemeingültig ist
(d.h., jedem einzelnen Muslim ist es verboten, die Feinde Allāhs als
Verbündete zu nehmen).

„gehorcht“ (‫)أطﺎع‬: Der Gehorsam ist die Übereinstimmung (mit dem


Befehl), während man die Wahl hat. Das Gegenteil davon ist der
Ungehorsam (Maʿsiyah), und dieser ist das vorsätzliche
Zuwiderhandeln der Gebote.

Und seine Aussage „und Allāh eins macht“ (‫ )ووﺣﺪ اﻟﻠﮫ‬bedeutet, er


macht Ihn in der ʿIbādah eins, und seine Aussage „es ist nicht
erlaubt“ (‫ )ﻻ ﯾﺠﻮز‬bedeutet, es ist ihm nicht gestattet, Muwālāh zu
demjenigen zu haben, der sich Allāh widersetzt.

10
Muwahhid: Jemand, der Allāh vereinheitlicht und somit den Tauhīd realisiert.

51
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Und „Muwālāh“ trägt die Bedeutung von Liebe, Unterstützung,


Befolgung und Zustimmung. Dies erwähnte auch Ibn al-Athīr in
seinem Buch „an-Nihāyah“ unter Gharīb al-Hadīth im 5. Teil bei
dem Wort „Waliyy“ und Ibn Mandhūr wies darauf in „Lisān al-
ʿArab“ hin.

Das Urteil der „Muwālāh zu demjenigen, der sich Allāh und Seinem
Gesandten widersetzt“

„zu demjenigen“ (‫)ﻣﻦ‬: eine Verbindung mit der Bedeutung von


„welcher“ (‫ )اﻟﺬي‬und die Bedeutung von „sich widersetzt“ (‫ )ﺣﺎد‬ist,
(dass er) meidet und trotzt; so ist der „Muhādd“ der Widersetzer
Allāhs und Seines Gesandten, so sind Allāh und Sein Gesandter auf
einer Seite und er ist auf einer anderen Seite; und die Kategorien der
Widersetzer sind:

1. der Kāfir,
2. der Munāfiq mit Nifāq in der ʿAqīdah,
3. der Murtadd.

Was den ungehorsamen Muslim angeht, so ist er nicht jemand, der


sich Allāh entgegensetzt, und er hat die Grundlage der Liebe Allāhs
und er ist auf der Seite Allāhs und Seines Gesandten und er hat sich
(Allāh und Seinem Gesandten) nicht vollkommen widersetzt,
jedoch ist bei ihm etwas von der Widersetzung.

Masʾalah: Was ist das Urteil desjenigen, der Muwālāh mit


demjenigen hat, der sich Allāh widersetzt hat?

52
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Darin ist eine Fallunterscheidung gemäß den Arten der Muwālāh,
(sodass) es fallweise Kufr ist, der einen aus dem Dīn
hinausbefördert, und fallweise von den großen Sünden.

Von Ibn Bāz ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ‬wurde in seinen Fatāwā der Ijmāʿ überliefert:
„Die Gelehrten sind sich einig, dass derjenige, der den Kuffār auf
irgendeine Art der Hilfe zur Seite steht, Kufr begeht.“

Davon ist auch, wenn man ihnen erlaubt, sein Land zu nutzen, um
die Muslime anzugreifen – so hat so jemand Kufr begangen.

1. Die große Muwālāh (‫)اﻟﻤﻮاﻻة اﻟﻜﺒﺮى‬


Sie wird auch die uneingeschränkte Muwālāh und die gewaltige
Muwālāh genannt und sie wird auch Tawallī und Mudhāharah
genannt. Diese schließt aus dem Dīn aus; wenn sie bei einem
Muʾmin vorhanden ist, verlässt dieser den Dīn und sie ist von vier
Arten:

1. Die Liebe zu den Kuffār für ihren Dīn. Das Lām (‫ )ﻟﺪﯾﻨﮭﻢ‬deutet auf
den Grund hin, also liebt er sie aufgrund ihres Dīns, wie
beispielsweise die Liebe zu den Hindus, den Rāfidah und
ihresgleichen — so liebt er ihren Dīn und der Beweis hierfür ist der
Hadīth von Abī Mālik al-Ashjaʿī, den Muslim überlieferte:

„Wer 'Lā ilāha illā Allāh' sagt und Kufr an das begeht, was außer
Allāh angebetet wird, dessen Besitz und Geld sind geschützt und
seine Abrechnung ist mit Allāh ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬.“

Der Beweispunkt ist: „und Kufr an das begeht, was angebetet wird“.
Also ist es eine Bedingung, dass er Kufr an das begeht, was außer
Allāh angebetet wird, damit sein Besitz und sein Blut geschützt
wird.

53
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Dies ist der erste Teil im Kufr und es ist die Liebe zu den Kuffār
aufgrund ihres Dīns und das Fazit ist, dass er ihren Dīn liebt, und
wer den Dīn des Kufr liebt, der ist ein Kāfir, wie z.B. derjenige, der
die Säkularisten liebt, weil sie auf dem Säkularismus sind und der
die Demokraten liebt aufgrund der Demokratie und der die
Parlamentarier liebt aufgrund dessen, dass sie Parlamentarier sind
und der die Nationalisten aufgrund des Nationalismus liebt; (all)
dies ist Walāʾ (Loyalität) zu den Kuffār und (wer das begeht,) der gilt
wie sie selbst als Kafir. Und darauf weist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Rede hin:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َﻻ ﺗَﺘ ِ ُﺬوا اﻟْ َﯿﻬُﻮ َد َواﻟﻨ َﺼ َﺎر ٰى ْو ِﻟ َﯿ َﺎء‬
O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu
Schutzherren!
(Al-Māʾidah: 51).

2. Dass er die Kuffār gegen die Muslime unterstützt und ihnen


hilft, wie derjenige, der in Palästina den Juden gegen die Muslime
hilft oder derjenige, der in Afghanistan den Amerikanern gegen die
Muslime hilft etc. Darauf weist die vorangegangene Āyah hin und
diese unterstützten sie mit Geld, Subventionen und Rückhalt. Und
die Unterstützung (Musāʿadah) ist ein umfassender, umfangreicher
Begriff für die Beihilfe im Ansehen und im Besitz und sein Dasein
als Soldat unter ihnen und weiteres.

3. & 4. Die Muwālāh der Zustimmung und der Befolgung: Ihre


Bedeutung ist, dass man ihnen auf ihrem Kufr folgt und dass man
ihnen bei ihrem Kufr zustimmt, und davon ist auch, dass man ihre
Lehren anpreist und für richtig erklärt. Beispielsweise benötigt
jemand Hilfe von den Kuffār, also lobt er sie, wenn sie z.B.
Kommunisten sind oder wenn er dem Westen schmeicheln will, so
lobt er die Demokratie, dann wird das als Muwālāh gezählt, die

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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einen zum Kāfir macht. Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb
sagte in seinem Brief, den er einem der Gelehrten der Stadt
Tharmadā schickte: „Wenn in den Ländern des Maghrib (gemeint
sind die Muslime) der Sultān (und hiermit ist das Osmanische Reich
gemeint) irgendjemandem Unrecht zufügt und das Volk von
Maghrib sich erhebt und die Europäer (die Franken) um Hilfe ruft
und die Europäer sagen: ‚Wir werden euch nicht helfen, bis ihr
unseren Dīn lobt‘ und man ihn daraufhin lobt, so hat man Kufr
begangen (obwohl sie vom Volk des Maghrib nicht verlangt haben,
dass sie den Islām verlassen und obwohl das Volk des Maghrib
unterdrückt war – nichtsdestotrotz hätten sie mit dieser
Vorgehensweise Kufr begangen).“

Und der Kufr wird hier Kufr at-Tawallī genannt. Shaykh Sulaymān
ibn ʿAbdillāh ibn Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb verfasste ein
Buch mit dem Titel „Ad-Dalāʾil“, welches sich mit der Muwālāh
befasst und es ist in Majmūʿah at-Tauhīd zu finden, welches der
Shaykh verfasste, als einige der Beduinen von den Einwohnern von
Najd anfingen, den ägyptischen Heerzug (geführt von den
Osmanen) zu unterstützen, als dieser kam, um die Daʿwah des
Shaykh Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb und ihre Anhänger zu
bekämpfen; da haben einige Dörfer (den Angriff) unterstützt, so
machte der Shaykh Takfīr auf diejenigen, die ihnen Beihilfe
leisteten, und ihr Kufr war ein Kufr des Tawallī und der
Unterstützung und Zustimmung.

Und einige Zeit später verfasste Shaykh Hamad ibn ʿAtīq eine
Botschaft mit dem Titel „Al-Fakkāk“, welches in Majmūʿah at-
Tauhīd zu finden ist, die von der Muwālāh und Mudhāharah der
Mushrikīn handelt und die verfasst wurde, als die Türken kamen
und Al-Ahsā‘ erobern wollten, woraufhin sie einige Leute

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unterstützten. Und was das Osmanische Reich betrifft, so betitelten


sie es in der Zeit der Schüler von Shaykh Muhammad ibn ‘Abdil-
Wahhāb mit dem Kufr aufgrund seiner Förderung und Errichtung
der Gräberanbetung und aufgrund des Vorhandenseins von
Gesetzessystemen (menschlicher Gesetze) darin; so machte Shaykh
Hamad Takfīr11 auf diejenigen, die den Türken beistanden, sie
unterstützten, ihnen halfen oder ihnen zustimmten (in ihrem Kufr).

2. Die kleine Muwālāh (‫)اﻟﻤﻮاﻻة اﻟﺼﻐﺮى‬:


Sie heißt nicht deswegen so, weil sie von den kleinen Sünden ist,
sondern um zwischen ihr und der großen zu unterscheiden und sie
(diese Benennung) ist zur Verdeutlichung da, denn alles, was eine
größere Form hat, hat auch eine kleinere und es ist daraus nicht zu
entnehmen, dass sie keine Sünde wäre.

Der Maßstab der kleinen Muwālāh: Alles, was zur Ehrerbietung,


Hochachtung und Verehrung der Kuffār führt, mit der Bedingung,
dass man sie hasst, anfeindet, Takfīr auf sie macht und keinen
Tawallī zu ihnen hat.

Masʾalah: Beispiele für die kleine Muwālāh. Dazu gehört:

1. Sie bei Sitzungen vorne sitzen zu lassen,


2. Ehrerbietung ihnen gegenüber zu zeigen,
3. Sie über die Muslime einzusetzen und sie zu Führern zu machen
und sie über die Muslime zu erheben,
4. Ihnen freundschaftliche Besuche abzustatten,

11
Takfīr: jem. zum Kāfir (Ungläubigen) erklären.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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5. Sie zu Arbeitern, Fahrern und Bediensteten in den Häusern zu
nehmen, insbesondere auf der Arabischen Halbinsel,
6. für sie auf dem Weg Platz zu schaffen,
7. Ihnen als Erster den Salām zu geben und sie zu grüßen,
8. Sie zu ihren Freudeanlässen zu beglückwünschen, und mit
„Freudeanlässe“ sind hier die weltlichen gemeint; was ihre
religiösen Freudeanlässe betrifft, so ist dies (das Beglückwünschen
dazu) vom Kufr, denn es zeugt von deiner Zufriedenheit mit ihrem
Dīn.
Und dies sind einige Arten der kleinen Muwālāh; ihr Urteil ist, dass
ihr Täter eine von den großen Sünden begangen hat und der Beweis
hierfür ist der Tadel seitens ʿUmar ibn al-Khattāb ‫ رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬an Abū
Mūsā al-Ashʿarī, als er für sich einen christlichen Schreiber
einstellte. So rezitierte ʿUmar für Abū Mūsā:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َﻻ ﺗَﺘ ِ ُﺬوا اﻟْ َﯿﻬُﻮ َد َواﻟﻨ َﺼ َﺎر ٰى ْو ِﻟ َﯿ َﺎء‬
O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu
Schutzherren!
(Al-Māʾidah: 51).

Von den vorangegangenen Angelegenheiten ist ausgenommen:


Wenn man sie besucht oder sie beschenkt, um mit ihnen Daʿwah zu
machen und der Beweis ist das, was im Sahīh im Hadīth von Saʿīd
ibn Musayyib kam, welcher von seinem Vater überlieferte, dass der
Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬seinen Onkel Abū Tālib besuchte. Dieser Besuch
war Daʿwah zum Tauhīd und daran gibt es kein Hindernis und er ‫ﷺ‬
besuchte den Sohn eines Juden „… und er wurde Muslim“
(überliefert bei Ahmad).

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Und es ist in der Notsituation erlaubt; wenn die Muslime also


genötigt sind, Dienstleute einzustellen, die Kuffār sind und es dort
keinen Muslim gibt, der diese Arbeit ausführen kann, dann ist es
erlaubt. Was den Salām betrifft, so darf man nicht zum Zweck der
Daʿwah damit beginnen und der Beweis ist die Aussage des
Gesandten Allāhs ‫ﷺ‬:

„Beginnt bei den Juden und den Christen nicht mit dem Salām.“

Das Zurückgrüßen ist erlaubt und ebenso das Händeschütteln. Es


ist erlaubt zu sagen: „Friede sei auf demjenigen, der der
Rechtleitung folgt“. Diese Erlaubnis, dass man damit beginnen darf,
kam in der Geschichte von Mūsā ‫ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬, als er zu Firʿawn sagte:

﴾‫﴿ َواﻟﺴ َﻼ ُم َﻠَ ٰﻰ َﻣ ِﻦ اﺗ َﺒ َﻊ اﻟْﻬُﺪَ ى‬


Und Friede sei auf demjenigen, der der Rechtleitung folgt
(Tā Hā: 47)

– und so (ist es erlaubt).

Wenn aber der Säkularist oder Christ den Salām gibt, so kannst du
mit „Wa ʿalaykum“ antworten. Was aber das Beginnen damit
betrifft, so ist es untersagt und das Händeschütteln ist wie das
Beginnen mit dem Salām und das Händeschütteln ist der Salām der
Tat, also beginne nicht damit. Wenn aber (der Kāfir) deine Hand
schüttelt, dann kannst du (den Handschlag) erwidern. Wenn ein
Kāfir mit den Muslimen vermischt ist, so kannst du (mit dem Gruß)
beginnen und damit die Muslime beabsichtigen.

Der Autor sagte: „sei er auch von den nächsten Verwandten“ und
erwähnte den Beweis, der sich für die zwei (Arten der) Muwālāh
passt und dieser ist die Aussage des Erhabenen:

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾… ‫﴿ َﻻ ﺗَ ِ ﺪُ ﻗَ ْﻮ ًﻣﺎ‬
Du findest keine Leute …
(Al-Mujādalah: 22).

Masʾalah: Das Urteil des Aufenthalts von Kuffār auf der Arabischen
Halbinsel:

Das ist nicht erlaubt und es ist verboten aufgrund der Aussage (des
Propheten) ‫ ﷺ‬in dem, was Mālik in al-Muwattaʾ im Kapitel über das,
was über die Verbannung der Juden aus Madīnah kam, überlieferte.
Er überlieferte von Ismāʿīl ibn Abī Hakīm, dass er ʿUmar ibn ʿAbd al-
ʿAzīz sagen hörte: „Von den letzten Dingen, die der Gesandte Allāhs
‫ ﷺ‬sagte war:

„Möge Allāh die Juden und die Christen bekämpfen, sie haben die
Gräber ihrer Propheten zu Masājid (Gebetsstätten) genommen. Es
sollen keine zwei Adyān (Pl. von Dīn) im Land der Araber bestehen
bleiben.“

Und von Ibn Shihāb (ist überliefert), dass der Gesandte Allāhs ‫ﷺ‬
sagte:

„Es sollen keine zwei Adyān (Religionen) auf der Arabischen


Halbinsel zusammen existieren.“

Mālik sagte, dass Ibn Shihāb sagte: „Umar ibn al-Khattāb


untersuchte dies, bis ihn Erleichterung und Gewissheit erreichte,
dass der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬gesagt hatte:

‚Es sollen keine zwei Adyān auf der Arabischen Halbinsel


zusammen existieren.‘

59
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Und bei al-Bukhārī und Muslim ist von Ibn ʿAbbās ‫رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮭﻤﺎ‬
überliefert, dass er sagte: „Der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬hinterließ als
Testament bei seinem Ableben drei Dinge (und eine davon ist):

‚Vertreibt die Mushrikīn von der arabischen Halbinsel.‘“

Und von Jābir ibn 'Abdillāh ist überliefert, dass er sagte: „ʿUmar ibn
al-Khattāb berichtete mir, dass er den Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬sagen
hörte: ‚Ich werde ganz gewiss die Juden und die Christen von der
Arabischen Halbinsel vertreiben, bis ich niemanden zurücklasse
außer einen Muslim‘“, (überliefert bei Muslim).

Daher ist ihre Vertreibung verpflichtend und das gilt allgemein für
alle Kuffār.

Was ist das Urteil des Vermietens von Häusern an sie? Dies ist nicht
erlaubt, denn es ist eine Beihilfe für sie, dass sie sich aufhalten (auf
der Arabischen Halbinsel).

﴾‫﴿ َو َﻻ ﺗَ َﻌ َﺎوﻧُﻮا َﻠَﻰ ْاﻻﺛْ ِﻢ َواﻟْ ُﻌﺪْ َو ِان‬


Helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen
(Al-Māʾidah: 2).

Bleibt noch die Angelegenheit der Rāfidah12. Sie ist genauso, da der
Rafd (Religion der Rāfidah) ein Dīn und eine andere Millah ist, nicht

12Die Rāfidah sind jene, welche auch als ‘Shīʿah‘ bekannt sind; sie schreiben sich
äußerlich dem Islām zu, die Realität ist jedoch, dass sie aus dem Islām ausgetreten sind,
da sie eine gewaltige Anzahl an Auslöschern des Islāms begehen, u.a. die Beigesellung
(Shirk), indem sie ʿAlī, al-Hasan, al-Husayn und weitere in der Not anrufen und ihnen
ihre Bittgebete widmen, das Verleumden der Mutter der Gläubigen ʿĀʾishah, das
Beleidigen der Sahābah und dessen Legimitierung und ihre Exkommunizierung (Takfīr),
sodass sie sagen, dass alle Gefährten des Propheten aus dem Islām ausgetreten sind

60
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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der Dīn des Islām, so fällt er unter die Allgemeinheit der
vorangegangen Ahādīth (..).

Genauso verhält es sich mit den anderen Adyān auf der Arabischen
Halbinsel wie (dem der) Säkularisten, Modernisten, „Zeitgemäßen“,
Kommunisten und Nationalisten.

außer eine kleine Anzahl, welche an Fingern abzuzählen ist. Das Beweismittel (Hujjah)
hat sie allesamt erreicht, sodass keiner von ihnen für diese Auslöscher aufgrund von
Unwissenheit enschuldigt sein könnte, und keiner der Gelehrten hat jemals erwähnt,
dass jemand entschuldigt ist, wenn er Zugriff auf das Wissen hat und sich sodann von
der Rechtleitung abwendet. Vielmehr erwähnte ibn al-Qayyim, möge Allāh Sich seiner
erbarmen, in Tarīq al-Hijratayn, dass die Gesetzgebung Allāhs nicht gleichstellt
zwischen zwei Personen, welche beide die Botschaft nicht erhielten, doch der eine
kümmerte sich nicht darum und lebte weiter sein diesseitliches Leben, wohingegen der
andere sich mit diesem Zustand nicht zufrieden gab und sich auf die Suche nach der
Rechtleitung begab; wie kann somit derjenige entschuldigt sein, den das Wissen von
jeder Seite in Form von Büchern, Gelehrten, Predigern und Websites umgibt?

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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Wisse – möge Allāh dich zu Seinem Gehorsam leiten – dass die
Hanīfiyyah, die Millah Ibrāhīms, bedeutet, dass du Allāh anbetest,
den Dīn für Ihn reinigend.

Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Die Millah Ibrāhīms – die Hanīfiyyah
Masʾalah: Warum sagte er „Millah Ibrāhīms“, wenn alle Propheten
Allāh auf einer einzigen Millah dienten?

Der Grund für die Erwählung Ibrāhīms ‫ ﷺ‬ist der, dass der Gesandte
‫ ﷺ‬zu Gruppen kam, von denen jede behauptete, auf der Millah
Ibrāhīms zu sein. Jede von ihnen schrieb sich Ibrāhīm zu; die
Quraysh sagten: „Wir sind auf der Millah Ibrāhīms“ und sie
behaupteten, sie hätten mehr Anrecht auf ihn. Und die Juden kamen
zu ihnen, sie und die Christen, und verkündeten, sie seien auf der
Millah Ibrāhīms und er sei ihr Vater. So kam die Klarstellung, um
zu definieren, was die Millah Ibrāhīms ist und wer von den Leuten
am ehesten Anrecht auf ihn hat; und zwar sind es diejenigen, die
sich auf dem Tauhīd befinden und nicht auf dem Shirk.

Der Autor sagte: „Wisse – möge Allāh dich zu Seinem Gehorsam


leiten“. Das führte er an, um die Aufmerksamkeit auf das zu lenken,
was danach kommt und die Definition des Wissens ist zuvor schon
vorgekommen und sein Gegenteil ist die Unwissenheit (Jahl) und
diese teilt sich in zwei Arten: 1. Bloßer (reiner) Jahl. 2. Komplexer
Jahl (d.h., man weiß das Falsche und man bildet sich ein, es wäre das
Richtige).

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„Der Gehorsam“: Seine Definition ist schon vorgekommen.

„Al-Hanīfiyyah“: Ibn al-Athīr sagte in „An-Nihāyah“: „Der Hanīf ist


der Geneigte (‫ )اﻟﻤﺎﺋﻞ‬und seine Wurzel ist abgeleitet von der Neigung
(‫ )اﻟﺤﻨﻒ‬und sie ist die Schiefe/Schräge/Neigung (‫ )اﻟﻤﯿﻞ‬und davon
kommt der `ahnaf Mann‘, also der Krummbeinige.“
Dementsprechend ist der Hanīf also der Geneigte zum Tauhīd mit
der Standhaftigkeit darauf, so ist es die reine Neigung mit der
Standhaftigkeit.

Der Autor sagte: „Millatu Ibrāhīm“. Die Definition der Millah ist
abgeleitet von „al-Malal“ und dies ist die Häufigkeit und die
Wiederholung, sodass gesagt wird: „Ein malīl Weg“, wenn er oft
begangen wird, und davon kommt „al-Malal“ (Langeweile), und es
ist das Wiederholen einer Sache über den Nafs; dies ist, was das
Sprachliche betrifft.

Fachspezifisch gesehen ist es etwas, dessen Handlung oft verrichtet


wird von dem, was Allāh auf der Zunge Seines Gesandten gesetzlich
erlassen hat, von den ʿAqāʾid (Glaubenssätzen) und Ahkām
(Urteilen). Und was hier von Ibrāhīm wiederholt getan wurde, ist
die Manifestation des Tauhīds und des Kufrs an den Tāghūt und an
seine Leute. Seine Aussage „Millatu Ibrāhīm“ ist eine Idāfah
(Genitivverbindung) mit der Implikation des Lām – „Millatun li-
Ibrāhīm“ (‫ )ﻣﻠﺔ ﻹﺑﺮاھﯿﻢ‬und das Lām dient hier (zum Aufzeigen) der
Zuständigkeit (d.h. die Millah, welche Ibrāhīm zugeschrieben
wird);

„Ibrāhīm“: und dieser ist ein Gesandter von den Ulū al-ʿAzmi min
ar-Rusul (die mit der festen Entschlossenheit von den Gesandten)
und er ist der Khalīl (enger Freund) Allāhs, mögen Segen und
Frieden auf ihm sein. Und der Autor sprach nicht den Segens- und

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Friedenswunsch über ihn aus, denn dies ist mustahabb (erwünscht)


und nicht wājib (verpflichtend).

Danach sagte er: „dass du Allāh anbetest, den Dīn für Ihn
reinigend“. So ist die Millah Ibrāhīms ‫ ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬die ʿIbādah an Allāh
mit Ikhlās und die Bedeutung von „dass du Allāh anbetest“ ist, dass
du dich vor Allāh mit dem Gehorsam niedrig und demütig machst.

„dass du Allāh anbetest, den Dīn für Ihn reinigend“: d.h.; ohne
Shirk. Wer also Allāh nicht anbetet, der ist nicht auf der Millah
Ibrāhīms und wer Ihn anbetet und Shirk begeht, der ist ebenfalls
nicht auf der Millah Ibrāhīms.

„reinigend“ (ً ‫)ﻣﺨﻠﺼﺎ‬: d.h., beim Verrichten deiner ʿIbādah betest du


Allāh an, während dein (gesamtes) Wesen im Zustand der
Aufrichtigkeit ist.

Über die Bedeutung von Ikhlās sagte er (der Autor) in „Gharīb al-
Qurʾān“: „Das Reine (‫ )اﻟﺨﺎﻟﺺ‬ist das Pure/Ungetrübte (‫ )اﻟﺼﺎﻓﻲ‬und es
ist das, wovon die Verunreinigungen verschwunden sind.“

„für Ihn“ (‫)ﻟﮫ‬: der (Buchstabe) Lām („für“) steht für den Anspruch
(d.h., Allāh gebührt der Ikhlas). Und der (Buchstabe) Hāʾ („Ihn“)
bezieht sich auf Allāh.

Der (Begriff) Dīn wird verwendet für den Iʿtiqād (Glauben), die
Taten und Aussagen und das Gegenteil zur Millah Ibrāhīms ist die
Millah des Shaytān und sie wird durch zwei Dinge deutlich
gemacht:

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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1. Die Abwesenheit der Anbetung Allāhs – dies ist das, was Kufr und
Shirk genannt wird. Und dem ist in der Millah die Anbetung Allāhs
entgegengesetzt.

2. Die Anbetung von jemand/etwas anderem neben Ihm –dies ist


die Abwesenheit des Ikhlās. Und dem ist in der Millah Ibrāhīms
entgegengesetzt: „den Dīn für Ihn reinigend“.

„jemand anderen als Ihn neben Ihm anzubeten“: wie das Schlachten
für jemand anderen als Allāh, das Gelübde, die Hilfesuche und die
Zufluchtssuche bei den Geschöpfen bei etwas, worüber nur Allāh
die Kraft hat.

Augendienerei (‫)اﻟرﯾﺎء‬
Masʾalah: Von dem, was dem Ikhlās widerspricht, ist: Der Riyāʾ
(Augendienerei), Taten zum Zwecke der Dunyā und der Rest der
ʿIbādāt, welche in einem separaten Kapitel kommen.

Masʾalah: Untersuchung des Riyāʾ. Es ist ein Verbalsubstantiv von


raʾā/yurāʾī (zur Schau stellen) und es ist abgeleitet von ar-Ruʾyah
(die Sichtung). Fachspezifisch betrachtet sind es die
rechtschaffenen Werke, bei denen man das Lob und das Ansehen
der Menschen erlangen will. Davon ist auch das, was as-Sumʿah
genannt wird, jedoch ist die Sumʿah spezifisch für das Hörbare, wie
die Verschönerung der Qirāʾah, wenn man betet, damit die Leute
einen loben.

Masʾalah: Der Hukm (Urteil) des Riyāʾ. Der Hukm unterscheidet sich
gemäß den Unterschieden in seinen Arten und so unterteilt (der
Riyāʾ) sich in folgenden Arten:

65
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1. Das, was Shirk Akbar ist, und (darunter fallen die folgenden)
Formen:

a) Man tritt in den Dīn aus Riyāʾ ein und dieser ist die Grundlage
des Eintritts in diesen Dīn. Dies ist der große Riyāʾ und er befördert
aus der Millah hinaus. Der Erhabene sagte:

‫﴿ َوﻗَﺎﻟ َ ْﺖ َﻃﺎ ِﺋ َﻔ ٌﺔ ِﻣ ْﻦ ﻫْﻞِ ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب ٓ ِﻣ ُﻮا ِ ﻟ ِﺬي ْ ِﺰ َل َﻠَﻰ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َو ْ َﻪ‬
﴾‫ﻮن‬ َ ‫اﻟﻨﻬ َِﺎر َوا ْﻛ ُﻔ ُﺮوا ٓ ِﺧ َﺮ ُﻩ ﻟَ َﻌﻠﻬ ُْﻢ َ ْﺮ ِﺟ ُﻌ‬
Und ein Teil von den Leuten der Schrift sagt: „Glaubt an das, was auf
diejenigen, die glauben, (als Offenbarung) herabgesandt worden ist,
am Anfang des Tages und verleugnet es (wieder) an seinem Ende, auf
daß sie umkehren mögen!“
(Āl ʿImrān: 72).

b) Dass man bei Taten Riyāʾ macht, deren Unterlassung Kufr ist,
wie derjenige, der beim Pflichtgebet Riyāʾ macht, wie z.B. derjenige,
der das Dhuhr-Gebet (komplett) aus Riyāʾ verrichtet. Der Erhabene
sagte:

َ ‫﴿ﻓَ َﻮﯾْ ٌﻞ ِﻠْ ُﻤ َﺼ ِﻠ ّ َﻦ ۝ اﻟ ِﺬ َﻦ ﻫ ُْﻢ َﻋ ْﻦ َﺻ َﻼ ِﺗﻬ ِْﻢ َﺳﺎﻫ‬


َ ‫ُﻮن ۝ اﻟ ِﺬ َﻦ ﻫ ُْﻢ ُ َﺮا ُء‬
﴾‫ون‬
Wehe nun den Betenden,
denjenigen, die auf ihre Gebete nicht achten,
denjenigen, die dabei (nur) gesehen werden wollen
(Al-Māʿūn: 4-6).

Ibn Rajab al-Hanbalī sagte in „Jāmiʿ al-ʿUlūm wal-Hikam“13 beim


ersten Hadīth: „Und es ist so gut wie unmöglich, dass dieser pure

Dieses Werk ist die mit Abstand beste Erklärung zu den vierzig Ahādīth von an-
13

Nawawī.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Riyāʾ beim Muʾmin beim verpflichtenden Gebet und Fasten
erscheinen kann.“ Und diese Masʾalah haben wir im Kitāb al-Wasīt
in der Erklärung der ersten Risālah in Majmūʿah at-Tauhīd
ausführlich untersucht.

c) Dass das mengenmäßig Dominierende bei seinen Taten der


Riyāʾ ist, so wird dies dadurch zum Kufr, der aus dem Dīn
hinausbefördert, und Shirk akbar. Und dies kommt meist nur bei
einem Munāfiq (Heuchler) oder Säkularisten vor. Der Erhabene
sagte:

‫ﻮن اﻠ َﻪ َوﻫ َُﻮ َﺎ ِد ُﻋﻬ ُْﻢ َوا َذا ﻗَﺎ ُﻣﻮا اﻟَﻰ اﻟﺼ َﻼ ِة ﻗَﺎ ُﻣﻮا‬ َ ‫﴿ان اﻟْ ُﻤﻨَﺎ ِﻓ ِﻘ َﻦ ﯾُ َﺎ ِد ُﻋ‬
﴾‫ون اﻟﻨ َﺎس‬ َ ‫ُﻛ َﺴﺎﻟ َ ٰﻰ ُ َﺮا ُء‬
Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, stellen sie sich schwerfällig
hin, wobei sie von den Menschen gesehen werden wollen
(An-Nisāʾ:142)

Und Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

﴾‫﴿ َو َﻻ َ ُﻜﻮﻧُﻮا َﻛﺎﻟ ِﺬ َﻦ ﺧ ََﺮ ُﺟﻮا ِﻣ ْﻦ ِد َ ِر ِﻫ ْﻢ ﺑ َ َﻄ ًﺮا َو ِرﺋ َ َﺎء اﻟﻨ ِﺎس‬
Und seid nicht wie diejenigen, die aus ihren Wohnstätten hinauszogen,
in Übermut und aus Augendienerei vor den Menschen
(Al-Anfāl: 47).

Und von den zeitgenössischen Angelegenheiten ist das, was die


Herrscher, welche die Sharīʿah ersetzten aus politischen Zwecken
von der Zurschaustellung der Kulthandlungen des Dīns tun oder
was sie und die Säkularisten aus Taktik heraus oder als ein Manöver
zugunsten ihrer Wahlinteressen von der Ausübung des Dīns tun.

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Und genauso ist es mit jedem, der einen verfälschten Islām, einen
amerikanischen Islām oder einen „modifizierten“ Islām zeigt.

2. Der Hukm des Riyāʾ der zweiten Art: Das, was kleiner Shirk ist,
und dieser hat mehrere Formen:

a) Dass die bestimmte Tat aus Riyāʾ getan wird, mit der Bedingung,
dass diese Tat nicht von dem ist, dessen Unterlassung Kufr ist, wie
jemand, der bei den bestimmten Nawāfil Riyāʾ macht.
b) Das, was eintretender Riyāʾ genannt wird. Das ist, wenn man die
festgelegte Tat für Allāh beginnt, dann einen aber der Riyāʾ
überkommt und dies umfasst zwei Zustände: dass die Person es
zurückdrängt und sich dem nicht hinneigt. Dies schadet einem
nicht, wie er ‫ ﷺ‬sagte:

„Wahrlich, Allāh hat meiner Ummah das verziehen, was ihr ihre
Seele einredet, solange sie nicht danach handelt oder es
ausspricht.“

Ibn Rajab überlieferte in Jāmiʿ al-ʿUlūm wal-Hikam beim ersten


Hadīth den Ijmāʿ, dass (das Eingeredete), wenn man es nicht zulässt,
einem nicht schadet. Dass man es zulässt; darüber erwähnte Ibn
Rajab eine Meinungsverschiedenheit. Er sagte: „Wenn die
Grundlage der Tat für Allāh war und die Niyyah des Riyāʾ plötzlich
auftaucht, so schadet sie einem nicht. Wenn man einen Gedanken
hat und ihn zurückdrängt, so schadet dieser einem nicht ohne
Meinungsverschiedenheit. Wenn man (die Tat) zulässt, geht die Tat
dann verloren oder schadet dies einem nicht und man wird gemäß
dem Ursprung der Niyyah belohnt?

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Hierin gibt es Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten der
Salaf und dies berichteten Imām Ahmad und Ibn Jarīr at-Tabarī und
ich hoffe, dass die Tat eines solchen nicht dadurch verloren geht
und dass sie gemäß seiner anfänglichen Niyyah belohnt wird. Dies
ist auch von al-Hasan al-Basrī und weiteren überliefert und als
Beweis für diese Aussage wird das verwendet, was von Abū Dāwūd
in seinen Marāsīl14 angeführt ist von ʿAtāʾ al-Khurāsānī, dass ein
Mann sagte: „O Gesandter Allāhs, wahrlich, jeder von Banī Salamah
kämpft; von ihnen gibt es solche, die für die Dunyā kämpfen und
solche, die aus Tapferkeit kämpfen und solche, die aus Trachten
nach dem Antlitz (Zufriedenheit) Allāhs kämpfen. Wer von ihnen
ist also der Shahīd?“ Er sagte:

„Sie alle, sofern die Grundlage ihrer Angelegenheit die war, dass
das Wort Allāhs das höchste ist.“

Ibn Jarīr erwähnte, dass diese Meinungsverschiedenheit nur bei


Taten besteht, bei denen das Ende mit dem Anfang verknüpft ist,
wie das Gebet, das Fasten und der Hajj. Was aber das betrifft, wo es
keine Verbindung gibt, wie die Rezitation, der Dhikr, das Ausgeben
des Besitzes und das Verbreiten des Wissens, so enden diese mit
(dem Erscheinen) der eintretenden Niyyah des Riyāʾ und es bedarf
einer Erneuerung der Niyyah. So wurde es auch von Sulaymān ibn

14
Marāsil: Pl. von mursal, welche eine Überlieferung ist, dessen Überlieferungskette
nicht ununterbrochen ist. Diese Überlieferung bspw. wird von ʿAtāʾ überliefert, der einer
der kleinen Tābīʿīn (Generation nach den Sahābah) war, welcher sie direkt vom
Propheten überlieferte. Die Gelehrten waren sich uneinig, ob solch eine Überlieferung
als Beweis herangezogen werden kann: Viele Gelehrten des Fiqh (Fuqahāʿ) akzeptierten
sie, die Leute des Hadīth (Ahl al-Hadīth) lehnten sie ab, und andere Gelehrten
akzeptierten sie nur unter Bedingungen, wie dass es weitere Mursal-Überlieferungen
gibt, welche diese stützen oder die Handlung der Sahābah auf ihre Richtigkeit hinweist,
und Allāh weiß es am besten. Wer sich hierin vertiefen will, der soll sich an ‘ar-Risalāh‘
von Al-Imām ash-Shāfiʿī, möge Allāh Sich seiner erbarmen, wenden.

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Dāwūd al-Hāshimī überliefert, dass er sagte: „Oft kam es vor, dass


ich einen Hadīth erzählte, wobei ich eine Niyyah hatte und
nachdem ich einen Teil davon erzählt hatte, änderte sich meine
Niyyah.“

Ein einziger Hadīth bedarf also (mehrerer) Niyyāt und dies gilt beim
Jihād nicht, wie im Mursal von ʿAtāʾ al-Khurāsānī (kam), denn beim
Jihād muss man in der Reihe anwesend sein und es ist nicht erlaubt,
sie mittendrin zu verlassen, sonst wird er (der Jihād) wie der Hajj.“

Die richtige Ansicht ist das Verlorengehen (der Tat) mit dem
eintretenden Riyāʾ, wenn man es zulässt, wie im Sahīh (Hadīth
Qudsī) im Hadīth von Abī Hurayrah kam: „Wer eine Tat tut, bei der
er Mir jemanden beigesellt, den lasse Ich und seinen Shirk“
(überliefert bei Muslim).

Masʾalah: Wenn bei jemandem der Riyāʾ nach der Tat erscheint,
dann schadet dieser ihm nicht, denn er kam (erst) nach dem
Abschluss der Tat.

Der Riyāʾ ist, was während oder vor der Tat passiert und darauf
deutet hin, was aus dem Hadīth von Abū Hurayrah zu verstehen ist:

„Wer eine Tat tut, bei der er Mir jemanden beigesellt, den lasse Ich
und seinen Shirk“
(überliefert bei Muslim).

Was nach der Tat ist, ist ausgeschlossen (von der Bedeutung des
Hadīths), solange man es nicht rumerzählt, damit man gelobt wird,
denn das wäre Sumʿah (das Streben danach, dass seine
„Rechtschaffenheit“ gehört wird).

70
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Masʾalah: Das Lob und die Anerkennung der Leute für jemanden ist
nicht vom Riyāʾ wegen dem, was im Sahīh über den Mann
überliefert worden ist, der eine Tat tut, woraufhin die Leute ihn
loben. Er (der Prophet) ‫ ﷺ‬sagte: „Das ist die verfrühte frohe
Botschaft für den Gläubigen“.

Ibn Rajab sagte in Jāmiʿ al-ʿUlūm: „Wenn jemand eine Tat aufrichtig
für Allāh vollbringt und Allāh dann aus Gunst und Barmherzigkeit
in die Herzen der Muʾminīn das schöne Lob (für ihn) setzt und er
sich darüber freut, so schadet ihm das nicht. Und mit dieser
Bedeutung kam auch der Hadīth von Abū Dharr vom Propheten ‫ﷺ‬,
als er über einen Mann gefragt wurde, der eine gute Tat für Allāh
tut, woraufhin die Menschen ihn preisen. Er sagte: „Das ist die
verfrühte frohe Botschaft für den Gläubigen“.

Dies überlieferten Muslim und Ibn Mājah und bei ihm (heißt es):
„Der Mann tut eine Tat, so lieben ihn die Menschen dafür.“ Gemäß
dieser Bedeutung kommentierten ihn (den Hadīth) Imām Ahmad,
Ishāq ibn Rāhawayh, Ibn Jarīr at-Tabarī und weitere. So verhält es
sich auch mit dem Hadīth, den at-Tirmidhī und Ibn Mājah von Abū
Hurayrah ‫ رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬überlieferten, dass ein Mann sagte: „O
Gesandter Allāhs, ein Mann tut etwas, dann freut ihn (seine Tat)
und wenn es (vor den Menschen) offengelegt wird, so gefällt ihm
das.“ Er sagte:

„Er bekommt zwei Belohnungen: Die Belohnung des Geheimen


und die Belohnung des Offenkundigen.“

Masʾalah: Wenn jemand eine Tat tut, die nicht zu seiner Gewohnheit
gehört, sondern er tut sie, um anderen damit ein Beispiel zu sein,
wie wenn der ʿĀlim einige Sunan einhält, um die Leute dazu
anzuspornen, so ist dies nicht vom Riyāʾ, wegen dem, was im

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Hadīth von Sahl, der muttafaqun ʿalayh ist, kam, dass der Prophet
‫ ﷺ‬den Minbar bestieg und sagte:

„Ich tat dies, damit ihr mir hierin folgt.“

Ibn Rajab sagte in al-Jāmiʿ: „Wenn man die Niyyah zum Wudūʾ mit
der Absicht der Abkühlung oder der Entfernung von Unreinheiten
und Schmutz zusammenführte, dann ist dies gültig und
ausreichend und dies sagte ash-Shāfiʿī ausdrücklich und dies ist die
Aussage der meisten Gefährten Ahmads, da diese Absicht nichts
Verbotenes oder Verpöntes darstellt. Von daher, wenn man mit der
Entfernung der rituellen Unreinheit zusätzlich beabsichtigte, den
Wudūʾ beizubringen, so schadet das einem nicht. Der Prophet ‫ﷺ‬
beabsichtigte mit dem Gebet manchmal, es den Menschen
beizubringen, und genauso mit dem Hajj, so wie er sagte:

„Nehmt von mir eure Riten.“

Masʾalah: Wenn man eine Tat aufgrund der Menschen unterlässt, ist
dies dann vom Riyāʾ? Was mit „Tat“ gemeint ist, ist die Tat, die man
gewöhnlich verrichtet, wie das Fasten montags und donnerstags
oder das Verschönern der Rezitation im Gebet, und die man dann
aufgrund der Menschen lässt. Von den Leuten des Wissens gibt es
zwei Aussagen:

1. Die erste Aussage: Hierin wird unterschieden; wenn die


unterlassene Tat verpflichtend war, so ist dies vom Riyāʾ, denn die
Unterlassung einer Pflicht ist Ungehorsam; und wenn sie von den
Sunan und freiwilligen guten Taten war, dann nicht. Sie sagten:
Genauso verhält es sich, wenn man aus Angst vor den Menschen
den Ungehorsam unterlässt. Ibn Rajab sagte in al-Jāmiʿ: „Wenn er
(eine Tat des) Ungehorsams vorhatte und es unterließ, sie

72
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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durchzuführen aus Angst vor den Geschöpfen oder aus
Scheinheiligkeit vor ihnen, dann wird gesagt, dass er für ihre
Unterlassung mit dieser Niyyah bestraft wird, da es verboten ist, die
Furcht vor den Geschöpfen vor der Furcht vor Allāh zu stellen, und
genauso ist auch die Absicht zum Riyāʾ vor den Geschöpfen
verboten. Wenn damit zu diesem Zweck die Unterlassung des
Ungehorsams verbunden ist, dann wird man für diese Unterlassung
bestraft. Abū Nuʿaym überlieferte mit einer schwachen
Überlieferungskette von Ibn ʿAbbās, dass er sagte: „O Begeher der
Sünde, wähne dich niemals sicher vor ihrem schlechten Ausgang;
und das, was auf eine Sünde folgt, ist sicherlich eine gewaltigere
Sünde als sie (selber), wenn du sie begehst.“ Er erwähnte einige
Worte und sagte: „Deine Angst vor dem Wind, wenn die
Abschirmung deiner Tür sich bewegt, während du dich auf der
Sünde befindest und dein Herz sich nicht vom Blick Allāhs auf dich
regt, ist gewaltiger als die Sünde (an sich), wenn du sie begehst.“

Al-Fudayl ibn ʿIyād sagte: „Sie pflegten zu sagen, dass die


Unterlassung der Tat wegen der Menschen Riyāʾ ist und dass die
(Ausführung der) Tat für sie Shirk ist.“

2. Die zweite Aussage: Es ist Riyāʾ, wie al-Fudayl ibn ʿIyād sagte:
„Sie pflegten zu sagen, dass die Unterlassung der Tat wegen der
Menschen Riyāʾ ist und dass die (Ausführung der) Tat für sie Shirk
ist.“ Der Beweispunkt hier ist „die Tat“, denn sie umfasst im
Allgemeinen die verpflichtende oder die erwünschte Tat und das,
wozu sich die Seele neigt, ist die zweite Meinung, und da es vom
Shirk ist. Vielmehr ist der Mensch verpflichtet, natürlich zu sein,
sodass er seine Taten für sich selber verrichtet und nichts tut oder
lässt aufgrund der Menschen, denn diese zwei sind schlechte Taten.

73
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Masʾalah: Wenn ein Mensch nicht an eine (bestimmte) gute Tat


gewöhnt ist, aber die Menschen um ihn herum regelmäßig fasten
und er mit ihnen fastet, dann ist dies nicht vom Riyāʾ, und zwar
aufgrund des Hadīths von Handhalah al-Usaydī, der sagte: „Ich traf
Abū Bakr, so sagte er: ‚Wie geht es dir, Handhalah?‘ Ich sagte:
‚Handhalah hat Nifāq begangen.‘ Er sagte: ‚Subhānallāh, was sagst
du da?‘ Ich sagte: ‚Wenn wir mit dem Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬sind,
erinnert er uns an das Feuer und an Jannah, bis es so scheint, als
würden wir sie mit unseren eigenen Augen sehen, und wenn wir
vom Gesandten Allāhs weggehen, kümmern wir uns um unsere
Frauen, Kinder und unsere Geschäfte und wir vergessen vieles.‘ Abū
Bakr sagte: ‚Bei Allāh, wir haben dieselbe Erfahrung gemacht.‘ So
gingen Abū Bakr und ich zum Gesandten Allāhs ‫ﷺ‬. Ich sagte:
‚Handhalah hat Nifāq begangen, o Gesandter Allāhs.‘ Der Gesandte
Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: ‚Und wie kommst du darauf?‘ Ich sagte: ‚O Gesandter
Allāhs, wenn wir bei dir sind, erinnerst du uns an das Feuer und an
Jannah, bis es so scheint, als würden wir diese beiden mit unseren
eigenen Augen sehen. Und wenn wir von dir weggehen, kümmern
wir uns um unsere Frauen, Kinder und Geschäfte und vergessen
dabei vieles.‘ Der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte daraufhin: ‚Bei Dem, in
Dessen Hand meine Seele ist, wenn ihr fortwährend in dem
Zustand wärt, wie (ihr seid,) wenn ihr mit mir seid, und
fortwährend mit dem Gedenken Allāhs beschäftigt wärt, dann
würden die Engel euch in euren Betten und auf euren Straßen die
Hände schütteln. Jedoch, o Handhalah, ist eine Stunde für dies und
eine Stunde für jenes.‘ Das sagte er ‫ ﷺ‬dreimal“ (Überliefert bei
Muslim); und dies wird als Anspornung betrachtet.

Die Angelegenheiten der Tat zum Zwecke der Dunyā.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Die Definition einer solchen Tat: Dass man eine gute Tat vollbringt,
wobei man (einen Vorteil in der) Dunyā, Wohlstand, eine Stellung
und dergleichen will (und der Augendiener will, dass man ihn lobt)
und beide tun Gutes und das Urteil darüber unterteilt sich gemäß
den Arten (der Tat):

a) das, was Shirk Akbar ist, und das ist, wenn man in den Dīn zum
Zwecke der Dunyā eintritt.

b) dass man eine Tat zum Zwecke der Dunyā tut, deren
Unterlassung Kufr ist, wie jemand, der zum Zwecke der Dunyā
betet, so ist der Hukm (dieser Tat), dass sie Shirk Akbar ist, z.B.:
jemand betet, weil der Vorgesetzte ihm befiehlt, zu beten, und wenn
er nicht beten würde, er ihn entlassen würde; dann ist so jemand
Kāfir.

c) dass das Überwiegende bei seinen Taten das Wollen der


diesseitige Nutzen ist – so ist dies großer Shirk. Was aber das
betrifft, was den kleinen Shirk darstellt, so ist es das Verrichten der
speziellen Taten oder einiger kleiner Taten, durch die man die
Dunyā anstrebt.

Alle Arten, die wir hier erwähnt haben, sind die gleichen wie die
zuvorgegangenen Arten des Riyāʾ.

Masʾalah: Beispiele für Taten zum Zwecke der Dunyā: derjenige, der
nur zum Zwecke der Dunyā Jihād führt (dies ist kleiner Shirk);
derjenige, der nur zum Zwecke der Dunyā auswandert, der Adhān
nur der Bezahlung wegen, das Rezitieren des Qurʾān nur um des
Geldes willen, das Aufrechterhalten der Verwandtschaftsbande,
durch die man nur die Vermehrung des Geldes erreichen will, das
Studieren an einer Sharīʿah-Universität oder dergleichen, wodurch

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man nur Geld erlangen will. Das Wort „nur“ ist sehr wichtig und wir
haben es bei jedem Beispiel angeführt und darin gibt es eine
Trennung, zum Beispiel:

1. derjenige, der Jihād führt und dabei nur die Ākhirah will;
2. derjenige, der Jihād führt und dabei nur die Dunyā will; dieser ist
das Gegenteil des ersten und dieser hat keine Bestrebungen in
Bezug auf den Dīn und will lediglich die Dunyā und die Beute.
3. derjenige, der zwischen den beiden ist, und zwar ist es derjenige,
der die Dunyā und die Ākhirah will: das Urteil ist gemäß dem, was
davon überwiegt. Wenn er zu 70% die Ākhirah will, aber zu 30%
z.B. Ghanīmah (Kriegsbeute) will, dann ist sein Hukm, dass es nicht
vom kleinen Shirk ist und dass es zulässig ist und man sagt nicht,
dass es verboten ist, jedoch verringert sich sein Lohn im Vergleich
zu demjenigen, der dies nicht will, und der Beweis ist:

﴾‫﴿ﻟ َ ْ َﺲ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ُﺟ َ ٌﺎح ْن ﺗَ ْ َ ُﻐﻮا ﻓَﻀْ ًﻼ ِﻣ ْﻦ َ ِر ّ ُﻜ ْﻢ‬


Es ist keine Sünde für euch, daß ihr nach Huld von eurem Herrn
trachtet
(Al-Baqarah: 198).

So verneinte Er die Sünde von ihnen, wenn sie auf dem Hajj (Geld)
verdienen. Und wenn es umgekehrt ist und das Überwiegende bei
ihm die Dunyā ist, so ist dies vom kleinen Shirk.

4. Wenn beides gleich ist: Dies ist vom kleinen Shirk wegen der
allgemeinen Bedeutung des Hadīths: „Machtest du mich etwa als
Partner neben Allāh?“ Und dieser stellte die Dunyā mit Allāh (im
Bestreben) gleich.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Das befahl Allāh allen Menschen an und zu diesem Zweck erschuf
Er sie, wie Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

ِ ُ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ﻠَ ْﻘ ُﺖ اﻟْﺠِ ﻦ َو ْاﻻ ْ َﺲ اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit
sie Mir dienen
(Adh-Dhāriyāt: 56).

Und die Bedeutung von „Mir dienen“ (‫ُون‬


ِ ‫ )ﯾَ ْﻌﺒُﺪ‬ist: „Mich eins machen“.
Und das Gewaltigste, was Allāh anbefohlen hat, ist der Tauhīd und
dieser ist die Vereinheitlichung Allāhs in der ʿIbādah.

Und das Gewaltigste, was Er verboten hat, ist der Shirk, und dieser
ist das Rufen anderer neben Ihm, und der Beweis ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫﴿ َوا ْﻋ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ َو َﻻ ُ ْﺸ ِﺮ ُﻛﻮا ِﺑ ِﻪ َﺷ ْ ًﺎ‬


Und dient Allāh und gesellt Ihm nichts bei
(An-Nisāʾ: 36).

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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬

Der gewaltigste Befehl


Der Autor sagt: „Das befahl Allāh allen Menschen an“. Das heißt:
den Muslimen und den Kuffār. Und wenn er „Geschöpfen“
geschrieben hätte, so wäre dies besser gewesen, denn darin wären
auch die Jinn und die Engel inbegriffen.

„Und zu diesem Zweck erschuf Er sie“ Das Lām (‫ )ل‬ist für die
Begründung (al-Lām lit-Taʿlīl); so ist der Grund der Schöpfung die
ʿIbādah an Allāh mit Ikhlās. Hierauf erwähnte er den Beweis dafür:

ِ ُ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ﻠَ ْﻘ ُﺖ اﻟْﺠِ ﻦ َو ْاﻻ ْ َﺲ اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit
sie Mir dienen
(Adh-Dhāriyāt: 56).

Er sagte: „Und die Bedeutung von ‚Mir dienen‘ (‫ُون‬ِ ‫ )ﯾَ ْﻌﺒُﺪ‬ist: ‚Mich eins
machen‘“ Und dies ist von Ibn ʿAbbās überliefert und dies ist die
Erläuterung einer Sache durch einige ihrer Elemente, denn die
ʿIbādah ist eigentlich allgemeiner, und zwar (umfasst sie) die
Ergebung und Unterwerfung Allāh gegenüber, sowohl mit dem
Tauhīd als auch ohne den Tauhīd, wie das Gebet und dergleichen.
Der Autor sagte: „Und das Gewaltigste, was Allāh anbefohlen hat,
ist der Tauhīd“, so stellt dieser den gewaltigsten Befehl dar.

„At-Tauhīd“ (‫)اﻟﺘﻮﺣﯿﺪ‬: Das Alif und das Lām stehen für das, was
bekannt ist (ohne es explizit zu nennen), d.h. Tauhīd al-Ulūhiyyah,
denn er erklärte ihn als „die Vereinheitlichung Allāhs bei der
ʿIbādah.“ Hierauf erklärte der Autor Tauhīd al-ʿIbādah (Tauhīd in
den Gottesdiensten) und sagte: „dieser ist die Vereinheitlichung

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Allāhs bei der ʿIbādah.“ Und das Wort „Vereinheitlichung“ (‫ )إﻓﺮاد‬ist
ein sehr wichtiges Wort, denn es umfasst „die Bestätigung der
ʿIbādah für Allāh und die Ablehnung (Negierung) davon für andere
außer Ihn“.

Dann sagte er, dass dies das Gewaltigste ist, was Allāh verboten hat.
Es beweist, wie gewaltig diese Sache ist. Deshalb ist die
Unwissenheit darüber nicht erlaubt, und niemand ist wegen seiner
Unwissenheit entschuldigt, wenn er den untersagten Shirk begeht.
Vielmehr trifft auf ihn die Bezeichnung des Shirk, auch wenn er
unwissend ist. Ibn Taymiyyah sagte in al-Fatāwā 20/38: „Der Name
‚al-Mushrik‘ ist bereits bestätigt vor der Entsendung, denn (dies
bedeutet,) er begeht Shirk mit seinem Herrn und macht Ihm
(jemanden) ebenbürtig.“8

Wer über diese gewaltigen Angelegenheiten unwissend ist und


unter den Muslimen lebt, (von dem) wird die Behauptung der
Unwissenheit nicht angenommen und er ist nichts als ein Mushrik
Kāfir, der aus der Millah ausgetreten ist. Und wer sich in dieser
Sache vertiefen will, der soll sich mit dem Buch „die
Vervollständigung der Aussagen der Imāme der Daʿwah bezüglich
der Unwissenheit im großen Shirk“ befassen und dem Buch „das
Buch der Realitäten“ und dem Kapitel „die Furcht vor dem Shirk“
aus dem Buch „die Sammlung und die Aufdeckung in der
Erläuterung von Kitāb at-Tauhīd“, im ersten Teil. Und Allāh ist der
Erleichterer.

Hierauf definierte der Autor den Shirk: Das Lām und das Alif sind
nicht zur Verallgemeinerung da – vielmehr meinte er damit den
großen Shirk in der Ulūhiyyah, denn er definierte den großen Shirk
und schloss damit den kleinen aus, denn der kleine Shirk ist zwar
gewaltig, aber der große Shirk ist gewaltiger.

79
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Er sagte: „dieser ist das Rufen anderer neben Ihm“. Das Rufen (‫)دﻋﻮة‬
umfasst das Duʿāʾ der ʿIbādah und das Duʿāʾ des Bittens. Und wenn
wir beide Definitionen vergleichen, so sagte er, dass der Tauhīd die
Vereinheitlichung Allāhs bei der ʿIbādah ist und der Shirk das
Rufen anderer neben Ihm. Das weist darauf hin, dass er mit dem
Rufen die Anbetung (ʿIbādah) anderer neben Ihm meinte. Die
textlichen Belege bezüglich der Definition von Shirk in der
Ulūhiyyah sind (folgende):

Allāh ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

﴾‫﴿ َو ن اﻟْ َﻤ َﺴﺎ ِ ﺪَ ِﻠ ِﻪ ﻓَ َﻼ ﺗَﺪْ ُﻋﻮا َﻣ َﻊ اﻠ ِﻪ َ ﺪً ا‬


Und die Gebetsstätten gehören doch Allāh; so ruft neben Allāh
niemanden an
(Al-Jinn: 18)

und Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

ِ ‫﴿ َوﻗَﺎ َل اﻠ ُﻪ َﻻ ﺗَﺘ ِ ُﺬوا اﻟَـ َﻬ ْ ِﻦ اﺛْ َﻨ ْ ِﻦ اﻧ َﻤﺎ ﻫ َُﻮ اﻟَـ ٌﻪ َوا ِ ٌﺪ ﻓَﺎ َي ﻓَ ْﺎر َﻫ ُﺒ‬
﴾‫ﻮن‬
Allāh hat gesagt: Nehmt euch nicht zwei Götter. Er ist nur ein Einziger
Gott. Vor Mir (allein) sollt ihr Ehrfurcht haben
(An-Nahl: 51)

und Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

َ ‫﴿ﯾ َ ْﻌ ُﺒﺪُ وﻧ َ ِﻨﻲ َﻻ ُْﺸ ِﺮ ُﻛ‬


﴾‫ﻮن ِﺑ ﻲ َﺷ ْ ًﺎ‬
Sie dienen Mir und gesellen Mir nichts bei
(An-Nūr: 55)

und Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾‫﴿ ْم ﻟَﻬ ُْﻢ ُﺷ َﺮ َﻛﺎ ُء َﺷ َﺮ ُﻋﻮا ﻟَﻬ ُْﻢ ِﻣ َﻦ ِّاﻟﺪ ِﻦ َﻣﺎ ﻟ َ ْﻢ ﯾ َ َذ ْن ِﺑ ِﻪ اﻠ ُﻪ‬
Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt
haben, was Allāh nicht erlaubt hat?
(Ash-Shūrā: 21)

und Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

‫ﻮن ﻧﻬ ُْﻢ ٓ َﻣ ُﻮا ِﺑ َﻤﺎ ْ ِﺰ َل اﻟ َ ْﯿ َﻚ َو َﻣﺎ ْ ِﺰ َل ِﻣ ْﻦ ﻗَ ْ ِﻠ َﻚ‬


َ ‫﴿ ﻟ َ ْﻢ َ َﺮ اﻟَﻰ اﻟ ِﺬ َﻦ َ ْﺰ ُﻋ ُﻤ‬
﴾‫ﻮت َوﻗَﺪْ ِﻣ ُﺮوا ْن َ ْﻜ ُﻔ ُﺮوا ِﺑ ِﻪ‬ ِ ‫ون ْن ﯾ َ َﺘ َ ﺎ َﻛ ُﻤﻮا اﻟَﻰ اﻟﻄﺎ ُﻏ‬َ ُ‫ُ ِﺮﯾﺪ‬
Siehst du nicht jene, die behaupten, an das zu glauben, was zu dir (als
Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt
wurde, während sie sich in Entscheidungsfragen an falsche Götter
wenden wollen, wo ihnen doch befohlen worden ist, es zu verleugnen?
(An-Nisāʾ: 60).

Und es wird marfūʿan15 von ʿAbdullāh ibn Masʿūd ‫رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬
überliefert: „Welche Sünde ist die gewaltigste?“ Er sagte: „Dass du
Allāh Ebenbürtige machst, während Er dich erschaffen hat“
(muttafaqun ʿalayhi).

Und von Abū Bakr ‫( رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬wird überliefert): „Wir sagten: ‚O
Gesandter Allāhs! Shirk ist doch, dass man andere anstatt Allāhs
anbetet und neben Allāh ruft“ (Überliefert von Abū Yaʿlā, und in
ihm ist Schwäche).

Al-Bukhārī überlieferte muʿallaqan (d.h., mit keiner


kontinuierlichen Überlieferungskette): Ibn ʿAbbās sagte (über die
Āyah) „..er ist nur wie einer, der seine Hände ausstreckt“ (Ar-Raʿd: 14):
„Das Gleichnis des Mushriks, der neben Allāh einer anderen

15
d.h., die Aussage wird auf den Propheten ‫ ﷺ‬zurückgeführt.

81
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Gottheit dient, ist wie das Gleichnis des Durstigen, der aus der
Ferne im Wasser sein Spiegelbild sieht und danach trachtet, es zu
fassen, dies jedoch nicht vermag.“

Dann erwähnte der Autor den Beweis für die beiden


Angelegenheiten, und zwar, dass das Gewaltigste, was Allāh
anbefohlen hat, der Tauhīd ist und, dass das Gewaltigste, was Allāh
verboten hat, der Shirk ist.

﴾‫﴿ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ‬


Dient Allāh

(Hiermit) befahl Allāh den Tauhīd und das war der erste und der
gewaltigste Befehl.

﴾‫﴿ َو َﻻ ُ ْﺸ ِﺮ ُﻛﻮا ِﺑ ِﻪ َﺷ ْ ًﺎ‬


… und gesellt ihm nichts bei!
(An-Nisāʾ:36).

„nichts“: ist negierend. Somit ist das Gewaltigste, was Allāh


verboten hat, der Shirk.

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Wenn also zu dir gesagt wird: „Was sind die drei Fundamente
(Usūl), deren Kenntnis für den Menschen verpflichtend ist?“, dann
sag: „die Kenntnis des Dieners über seinen Herrn, seinen Dīn und
seinen Propheten Muhammad ‫ﷺ‬.

Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Der Autor sagte: „Wenn also zu dir gesagt wird: ‚Was sind die drei
Fundamente..‘“

Der Autor beendete die Einführung und begann mit dem Rückgrat
des eigentlichen Themas, und zwar mit der Rede über die drei
Fundamente, zu deren Verdeutlichung der Autor das Buch
verfasste.

„Wenn also zu dir gesagt wird“: Der Autor verbarg, wer der
Sprecher ist, aus zwei Gründen:

1. Weil der eigentliche Zweck (der Frage) die Antwort war.

2. Weil die Antwort sich nicht ändern würde, wenn der Fragende
bekannt wäre, also hat das Kennen des Fragenden keinerlei
Bedeutung.

Der Autor sagte: „Wenn also zu dir gesagt wird“, d.h., wenn dich ein
Fragender fragt, und diese drei Fundamente sind das, worüber im
Grab gefragt wird.

83
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„Was sind die drei Fundamente (Usūl)“: „Usūl“ ist die Mehrzahl von
„Asl“ (Wurzel, Grundlage, Fundament) und es ist das, worauf etwas
anderes aufgebaut wird, und das Buch wurde so benannt, weil diese
Fundamente das sind, worauf der Dīn aufgebaut ist.

Der Autor sagte: „deren Kenntnis für den Menschen verpflichtend


ist“. Er verdeutlichte das Urteil ihrer Kenntnis, nämlich, dass es
verpflichtend ist und das Verpflichtende (wājib) definierten wir
schon zuvor, und zwar ist es sprachlich gesehen eine fallende Sache:

﴾‫﴿ﻓَﺎ َذا َو َﺟ َ ْﺖ ُﺟ ُﻮﺑُﻬَﺎ ﻓَ ُﻜﻠُﻮا ِﻣ ْﻬَﺎ‬


Wenn sie nun auf die Seite umgefallen (wajabat) sind, dann eßt davon
(Al-Hajj: 36).

Jedoch ist das, was hier mit Wujūb gemeint ist, nicht das
fachspezifische Wājib, sondern der ultimative Befehl, der für jeden
einzelnen eine unabänderliche Pflicht ist.

Der Autor sagte: „für den Menschen“. Er erwähnte hier, für wen es
verpflichtend ist und das Alif und das Lām (d.h. der bestimmte
Artikel) in „den Menschen“ (‫ )اﻹﻧﺴﺎن‬ist zur Verallgemeinerung da,
sodass es sowohl den Muslim als auch den Kāfir umfasst, da auch
dieser mit der Sharīʿah angesprochen ist und für ihn dasselbe
verpflichtend ist wie für den Muslim und dasselbe verboten ist, was
für den Muslim verboten ist. Und niemand kann Muslim genannt
werden außer mit diesen Fundamenten und wenn eines dieser drei
Fundamente fehlt, so ist derjenige kein Muslim, sondern er ist
außerhalb der Millah.

84
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Schließt seine Aussage „(für) den Menschen“ die Jinn aus? Nein, das
ist nicht beabsichtigt, vielmehr ist es sogar für die Jinn
verpflichtend; (dies) aufgrund der Aussage des Erhabenen:

ِ ُ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ﻠَ ْﻘ ُﺖ اﻟْﺠِ ﻦ َو ْاﻻ ْ َﺲ اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit
sie Mir dienen
(Adh-Dhāriyāt: 56).

Der Autor sagte: „deren Kenntnis“ in Bezug auf zwei


Angelegenheiten, nämlich das Wissen, und unverzichtbar ist die
Tat, und der Autor schwieg über die Mittel und Wege (der
Erlangung) der Kenntnis; diese sind das Fragen, das Lesen, das
Zuhören oder das Sitzen (in Wissenssitzungen), und einiges davon
weiß man durch die Fitrah (natürliche Veranlagung) und einiges
durch den Verstand.

Der Autor sagte: „Dann sag: ‚die Kenntnis des Dieners über seinen
Herrn, seinen Dīn und seinen Propheten Muhammad.“ Der Autor
bediente sich der Methode der Kurzfassung und der detaillierten
Ausführung. Und er sagte: „dann sag“, d.h. entschlossen, denn das
Verpflichtende bei den ʿAqāʾid (Glaubenslehren) ist die
Entschlossenheit. Ist es aber erlaubt, in den ʿAqāʾid Taqlīd zu
machen? Die Untersuchung dieser Masʾalah kam bereits am Anfang
des Buches vor.

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Die erste Grundlage

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Wenn zu dir gesagt wird: „Wer ist dein Herr?“, so sag: „Mein Herr
ist Allāh, Der mich aufzog und Der alle Weltenbewohner durch
Seine Gaben aufzog. Und Er ist mein Angebeteter, ich habe keinen
Angebeteten außer Ihn. Und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿اﻟْ َﺤ ْﻤﺪُ ِﻠ ِﻪ َر ِ ّب اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ‬


(Alles) Lob gehört Allāh, dem Herrn der Welten (ʿĀlamīn)
(Al-Fātihah: 2).

Und alles außer Allāh fällt unter ʿĀlam. Und ich bin einer von
diesem ʿĀlam.“

Und wenn zu dir gesagt wird: „Woran erkennst du Deinen Herrn?“,


so sag: „Ich erkenne Ihn durch Seine Zeichen (Āyāt) und Seine
Schöpfungen; und zu Seinen Zeichen gehören die Nacht, der Tag,
die Sonne und der Mond. Und zu Seinen Zeichen gehören die sieben
Himmel und wer in ihnen ist, und die sieben Erden und wer in ihnen
ist und das, was zwischen diesen beiden ist. Und der Beweis ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َو ِﻣ ْﻦ ٓ َ ِﺗ ِﻪ اﻠ ْﯿ ُﻞ َواﻟﻨﻬ َُﺎر َواﻟﺸ ْﻤ ُﺲ َواﻟْ َﻘ َﻤ ُﺮ ۚ◌ َﻻ َ ْﺴ ُ ﺪُ وا ِﻠﺸ ْﻤ ِﺲ َو َﻻ ِﻠْ َﻘ َﻤ ِﺮ‬


﴾‫ون‬ َ ُ‫َو ْاﺳ ُ ﺪُ وا ِﻠ ِﻪ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻘﻬُﻦ ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ا ُﻩ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
Und zu Seinen Zeichen gehören die Nacht und der Tag, die Sonne und
der Mond. Werft euch weder vor der Sonne noch vor dem Mond
nieder, sondern werft euch vor Allāh nieder, Der sie erschaffen hat,

86
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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wenn ihr (tatsächlich) Ihm allein dient
(Fussilat: 37)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ان َر ُﻜ ُﻢ ا ﻠ ُﻪ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻖ اﻟﺴ َﻤ َﺎو ِات َوا ْ ْر َض ِﻓﻲ ِﺳ ﺘ ِﺔ ٍم ﺛُﻢ ْاﺳ َﺘ َﻮ ٰى َﻠَﻰ‬
َ ‫اﻟْ َﻌ ْﺮ ِش ﯾُ ْﻐ ِﺸﻲ اﻠ ْﯿ َﻞ اﻟﻨﻬ ََﺎر ﯾ َ ْﻄﻠُ ُﺒ ُﻪ َﺣ ِﯿﺜ ًﺎ َواﻟﺸ ْﻤ َﺲ َواﻟْ َﻘ َﻤ َﺮ َواﻟﻨ ُﺠﻮ َم ُﻣ َﺴ‬
‫ﺨﺮ ٍات‬
﴾‫ِﺑ ْﻣ ِﺮ ِﻩ ۗ◌ َﻻ ﻟ َ ُﻪ اﻟْ َ ﻠْ ُﻖ َوا ْ ْﻣ ُﺮ ۗ◌ ﺗَ َﺒ َﺎركَ اﻠ ُﻪ َرب اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ‬
Gewiß, euer Herr ist Allāh, Der die Himmel und die Erde in sechs
Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er läßt die
Nacht den Tag überdecken, wobei sie ihn eilig einzuholen sucht. Und
(Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen
Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der
Befehl. Segensreich ist Allāh, der Herr der Weltenbewohner
(Al-Aʿrāf: 54).

Und ar-Rabb (der Herr) ist der Angebetete, und der Beweis ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ُﺎس ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا َر ُﻜ ُﻢ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻘ ُﻜ ْﻢ َواﻟ ِﺬ َﻦ ِﻣ ْﻦ ﻗَ ْ ِﻠ ُﻜ ْﻢ ﻟ َ َﻌﻠ ُﻜ ْﻢ ﺗَﺘ ُﻘ‬


﴾‫ﻮن‬
O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch
erschaffen hat, auf daß ihr gottesfürchtig werden möget!
(Al-Baqarah: 21)

… bis zu Seiner ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ِﻠ ِﻪ ﻧْﺪَ ادًا َو ﻧْ ُﺘ ْﻢ ﺗَ ْﻌﻠَ ُﻤ‬


﴾‫ﻮن‬
So stellt Allāh nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es)
doch (besser) wißt
(Al-Baqarah: 22).

87
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Ibn Kathīr ‫ رﺣﻤﮫ اﻟﻠﮫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte: „Der Schöpfer dieser Dinge ist der
Einzige, Der die Anbetung verdient.“

88
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Der Autor sagte: „Wenn zu dir gesagt wird: ‚Wer ist dein Herr?‘, so
sag: ‚Mein Herr ist Allāh, Der mich aufzog, und Der alle
Weltenbewohner durch Seine Gaben aufzog. Und Er ist mein
Angebeteter, ich habe keinen Angebeteten außer Ihn.“

Ibn al-Athīr sagte in Gharīb al-Hadīth (2/179): „‚Ar-Rabb‘ wird


sprachlich für Schutz und Fürsorge verwendet und für den
Schöpfer, den Erzieher. Und ‚ar-Rabb‘ wird auch für den König, den
Gebieter, den Verwalter, den Instandhaltenden (Qayyim) und den
Wohltäter verwende.“

Und der Autor erklärte „ar-Rabb“ hier mit zwei Wörtern: „der
Schöpfer“ und „der Angebetete“ – und das ist eine vollständige
Definition von „ar-Rabb“, denn hier ist auch die Bedeutung der
Ulūhiyyah enthalten, und dies ist entsprechend dem Konsens der
Salaf. Sowie die Bedeutung des Wortes „Allāh“ „der Schöpfer, der
Angebetete“ ist, allgemeingesprochen. Wenn sie jedoch zusammen
genannt werden (d.h. die beiden Wörter ‚Allāh‘ und ‚Rabb‘ in einem
Kontext), so trifft die Regel zu: „Wenn zwei sich vereinen, dann
trennen sie sich (in der Bedeutung) und wenn sie sich trennen,
vereinen sie sich (d.h., sie sind Synonyme/bedeuten dasselbe)“.

Das heißt, wenn zu dir gesagt wird: „Wer ist dein Herr?“, dann ist
damit der angebetete Schöpfer gemeint. Und ebenso verhält es sich
mit (dem Wort) „Allāh“, wenn es allein erwähnt wird. Wenn jedoch
„Allāh“ und „ar-Rabb“ in einem Zug vereint (erwähnt) werden,
dann gibt es einen Unterschied und du definierst „ar-Rabb“ als den
Schöpfer und „Allāh“ als den Angebeteten. Bei der Trennung weitet

89
——————————————————————————

es sich also aus (d.h. die Bedeutung jedes einzelnen Wortes), und bei
der Vereinigung wird es eng.

Was die Leute der Erneuerung (Ahl al-Bidaʿ) angeht, so hat bei
ihnen „ar-Rabb“ die gleiche Bedeutung wie „Allāh“, ohne dass
zwischen ihnen unterschieden wird, weder in der Vereinigung noch
in der Trennung. Somit ist (für sie) die Bedeutung ein und dieselbe,
jedoch die Aussprache unterschiedlich. Und wir widerlegten sie in
Kitāb al-Wasīt in der Erklärung der ersten Risālah in Majmūʿah at-
Tauhīd.

Der Autor sagte weiter: „und Er ist mein Angebeteter“. Das heißt,
(Er ist Der), Dem ich durch den Gehorsam demütig und ergeben bin.

Die Aussage des Autors: „Ich habe keinen Angebeteten außer Ihn“.
„habe keinen“ ist eine Verneinung und „außer“ eine Festlegung. So
brachte er die Verneinung und die Festlegung zusammen und der
Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿اﻟْ َﺤ ْﻤﺪُ ِﻠ ِﻪ َر ِ ّب اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ‬


(Alles) Lob gehört Allāh, dem Herrn der Welten (ʿĀlamīn)
(Al-Fātihah: 2).

„Und alles außer Allāh fällt unter ʿĀlam. Und ich bin einer von
diesem ʿĀlam.“ So hat die Existenz zwei Klassifikationen: Rabb
(Herr) und Marbūb (Aufgezogener, d.h. Geschöpf). Ar-Rabb ist der
Schöpfer, der Angebetete und al-Marbūb ist al-ʿĀlam – alles außer
Allāh. Und man beachte, dass der Autor die Frage-Antwort-
Methodik verwendet und dieser Vorgehensweise bedient er sich
ausschließlich im ersten Fundament (Asl).

90
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Der Autor sagte: „Und wenn zu dir gesagt wird: ‚Woran erkennst du
Deinen Herrn?‘“ Er stellt hier eine Frage und (gibt) eine Antwort
darauf, damit du deinen Herrn mit Beweisen kennst, und dein
Glaube auf einer Beweisführung fundiert, denn das ist die stärkste
und beste (Handhabe). Und die Bedeutung (dieser Frage) ist: „Was
sind die Mittel, durch die du Allāh erkannt hast?“

„So sag: ‚Ich erkenne Ihn durch Seine Zeichen (Āyāt) und Seine
Schöpfungen.‘“ Und die Beweise für die Kenntnis des Herrn und
dass Er der Schöpfer und der Angebetete ist, sind drei:

1. ein auf natürlicher Veranlagung basierender Beweis (Dalīl


Fitriyy)
2. ein auf Verstand basierender Beweis (Dalīl Aqliyy)
3. ein auf Übermittlung basierender Beweis (Dalīl Naqliyy).

Der Autor wählte den auf den Verstand basierenden Beweis,


welcher auf die Kenntnis des Herrn hindeutet. Er sagte: „durch
Seine Zeichen (Āyāt) und Seine Schöpfungen“. Es ist (jedoch) kein
ausschließlich auf Verstand basierender Beweis, sondern er stützte
ihn durch Āyāt aus dem Qurʾān. Seine Kenntnis resultiert also aus
dem Verstand durch Seine Zeichen und Schöpfungen, und das ist
das, was „Beweis aus der Spur“ (Dalīl al-Athar) genannt wird oder
auch „Beweis aus der Entstehung der Welt“ (Dalīl Hudūth al-ʿĀlam).

Und die Zusammenfassung dieses Beweises ist, dass alles Bewirkte


(unbedingt) einen Bewirker haben muss, und dass diese Existenz
einer Existenz bedarf, welche ihr vorausging. Diese Āyāt und diese
Schöpfungen sind physikalische Erscheinungen und es ist
auszuschließen, dass sie aus sich selbst oder aus einem Zufall

91
——————————————————————————

entstanden sind. Vielmehr bedingen sie sogar (die Existenz) eines


Schöpfers, und dieser ist Allāh der Erhabene.

Und damit ist nicht nur die Bestätigung der Existenz Allāhs
gemeint, und dass Er der Schöpfer ist – denn das ist die Rubūbiyyah,
welche sogar die Kuffār bestätigen – sondern damit ist sowohl die
Rubūbiyyah als auch die Ulūhiyyah gemeint. Hierauf bekräftigt er
diese Zeichen, indem er auf die Macht ihres Schöpfers hinweist.
Und die Schönheit und die Perfektion dieser Zeichen deuten auf das
Wissen und die Weisheit Desjenigen hin, Der sie erschaffen hat. Das
ist der Beweis, welcher auf Verstand gründet; und der Autor
vereinfachte ihn mittels dieser Einfachheit und es ist ein
eindeutiger Beweis (Dalīl Muhkam). Deshalb sagte der Beduine:
„Die Spur deutet auf den Weg und der Mist deutet auf das Kamel“,
..deutet dieses Universum etwa nicht auf den Schöpfer hin?

Der zweite Beweis ist ein auf der Fitrah basierender Beweis, und es
ist das, was alle Geschöpfe in sich tragen an Eingeständnis
gegenüber Allāh, und dass Er der angebetete Schöpfer ist. Und
(dieser Glaube) ist in jeder natürlichen Veranlagerung verankert.
Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻓَ ِﻗ ْﻢ َو ْﺟﻬ ََﻚ ِﻠ ِّﺪ ِﻦ َﺣ ِﯿ ًﻔﺎ ِﻓ ْﻄ َﺮ َت اﻠ ِﻪ اﻟ ِﺘﻲ ﻓَ َﻄ َﺮ اﻟﻨ َﺎس َﻠَ ْﯿﻬَﺎ‬
So richte dein Gesicht aufrichtig zur Religion hin als Anhänger des
rechten Glaubens, - (gemäß) der natürlichen Anlage Allāhs, in der Er
die Menschen er schaffen hat
(Ar-Rūm: 30).

Und in einem Hadīth (heißt es):

„Jeder Neugeborene wird auf der natürlichen Veranlagung (Fitrah)


geboren“ (muttafaqun ʿalayh).

92
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Das heißt, dass er weiß, dass es einen einzigen angebeteten
Schöpfer gibt, jedoch haben die Leute der Neuerung (Ahl al-Bidaʿ)
andere philosophische Beweise, die die Existenz Allāhs allein
beweisen sollen und nicht, dass Er der Angebetete ist. Darunter
gehört das, was „Beweis der Zufallseigenschaften und der Körper“
genannt wird.

Beweise für die Kenntnis Allāhs

Der dritte Beweis, der auf Übermittlung basiert: davon gibt es viele
im Qurʾān und in der Sunnah, die darauf hinweisen, dass Allāh der
angebetete Schöpfer ist. Der Autor sagte: „durch Seine Zeichen
(Āyāt) und Schöpfungen“. Der Autor trennte die Zeichen von den
Schöpfungen und verband dann die Schöpfungen mit den Zeichen.

Die Regel lautet, dass die Verbindung den Unterschied bedingt,


somit sind die Zeichen anders als die Schöpfungen und der Autor
folgte den Texten in der Benennung. So wurden in der zweiten Āyah
(Al-Aʿrāf: 54) die Himmel und das, was damit verbunden wird,
Schöpfung genannt, über die der Autor erwähnte, dass sie Zeichen
sind. Daher verband Allāh sie in Seiner Aussage:

‫﴿ان ِﻓﻲ َ ﻠْ ِﻖ اﻟﺴ َﻤ َﺎو ِات َوا ْ ْر ِض َوا ْﺧ ِ َﻼ ِف اﻠ ْﯿﻞِ َواﻟﻨﻬ َِﺎر َ ٓ َ ٍت ِ و ِﻟﻲ‬
﴾‫ا ْ ﻟْ َﺒ ِﺎب‬
In der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Unterschied
von Nacht und Tag liegen wahrlich Zeichen für diejenigen, die
Verstand besitzen
(Āl ʿImrān: 190).

Und die Āyāt, die der Autor erwähnte, sind vier: die Nacht, der Tag,
die Sonne und der Mond; und die Schöpfungen, die der Autor

93
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erwähnte, sind die sieben Himmeln und die sieben Erden und was
in ihnen und was zwischen ihnen ist. Danach erwähnte er zwei
Beweise:

‫﴿ َو ِﻣ ْﻦ ٓ َ ِﺗ ِﻪ اﻠ ْﯿ ُﻞ َواﻟﻨﻬ َُﺎر …﴾ ا ٓﯾﺔ‬


Und zu Seinen Zeichen gehören die Nacht und der Tag …
(Fussilat: 37).

Und der Gesichtspunkt der Beweisführung16 lautet: Er


schlussfolgerte aus diesen Āyāt, dass Er der ʿIbādah würdig ist
aufgrund Seiner Aussage:

‫﴿ َﻻ َ ْﺴ ُ ﺪُ وا ِﻠﺸ ْﻤ ِﺲ َو َﻻ ِﻠْ َﻘ َﻤ ِﺮ َو ْاﺳ ُ ﺪُ وا ِﻠ ِﻪ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻘﻬُﻦ ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ا ُﻩ‬


﴾‫ون‬ َ ُ‫ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
Werft euch weder vor der Sonne noch vor dem Mond nieder, sondern
werft euch vor Allāh nieder, Der sie erschaffen hat, wenn ihr
(tatsächlich) Ihm allein dient
(Fussilat: 37)

.. und weiteres wird Allāh dadurch (durch die Zeichen) gekannt. Der
zweite Beweis ist die zweite Āyah:

﴾‫﴿ان َر ُﻜ ُﻢ اﻠ ُﻪ اﻟ ِﺬي َ ﻠَ َﻖ‬


Gewiß, euer Herr ist Allāh, Der erschuf …
(Al-Aʿrāf: 54).

auf Arabisch „‫ – “وﺟﮫ اﻟﺪﻻﻟﺔ‬bedeutet, dass nun die Art und Weise beschrieben
16

wird, wie der Shaykh von einem Beweis zu seiner Aussage kam.

94
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Und der Gesichtspunkt der Beweisführung lautet: Er
schlussfolgerte aus diesen Āyāt, dass Er der ʿIbādah würdig ist
aufgrund Seiner Aussage:

﴾‫﴿ َﻻ ﻟ َ ُﻪ اﻟْ َ ﻠْ ُﻖ َوا ْ ْﻣ ُﺮ‬


Sein ist die Schöpfung und der Befehl
(Al-Aʿrāf: 54).

„Der Befehl“ (al-Amr) bedeutet die Gesetzgebung (at-Tashrīʿ), das


zu erlaubt Erklären (at-Tahlīl), das zu verboten Erklären (at-
Tahrīm) und die ʿIbādah; (all dies ist) gemäß Seinem ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Befehl, Der
keinen Teilhaber hat. Der Autor sagte, dass der Rabb der
„Angebetete“ ist von den Bedeutungen von „ar-Rabb“, (von denen
eine lautet,) dass er der Angebetete ist, und der Beweis ist:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ُﺎس ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا َر ُﻜﻢ‬


O ihr Menschen! Dient eurem Herrn
(Al-Baqarah: 21)

Somit ist unser Herr ein Angebeteter (und die Aussage geht weiter),
bis Er sagte:

َ ‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ِﻠ ِﻪ ﻧْﺪَ ادًا َو ﻧْ ُﺘ ْﻢ ﺗَ ْﻌﻠَ ُﻤ‬


﴾‫ﻮن‬
So stellt Allāh nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es)
doch (besser) wißt
(Al-Baqarah: 22),

d.h., betet Ihn alleine an, ohne Beigesellte. Der Autor sagte: „‚Ibn
Kathīr sagte: ‚Der Schöpfer dieser Dinge ist der Einzige, Der die
Anbetung verdient.‘“ Und dies ist ein Zusatz in der Beweisführung.

95
——————————————————————————

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Und die Arten der ʿIbādah, die Allāh anbefohlen hat, sind
beispielsweise: der Islām (‫ )اﻹﺳﻼم‬und der Īmān (‫)اﻹﯾﻤﺎن‬, der Ihsān
(‫ )اﻹﺣﺴﺎن‬und davon sind der Duʿāʾ (‫)اﻟﺪﻋﺎء‬, die Angst (‫)اﻟﺨﻮف‬, die
Hoffnung (‫)اﻟﺮﺟﺎء‬, das Vertrauen (‫)اﻟﺘﻮﻛﻞ‬, das Begehren (‫)اﻟﺮﻏﺒﺔ‬, die
Ehrfurcht (‫)اﻟﺮھﺒﺔ‬, die Demut (‫)اﻟﺨﺸﻮع‬, die Furcht (‫)اﻟﺨﺸﯿﺔ‬, die Umkehr
(‫)اﻹﻧﺎﺑﺔ‬, die Hilfesuche (‫)اﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬, die Zufluchtsuche (‫)اﻻﺳﺘﻌﺎذة‬, der
Hilferuf (‫)اﻻﺳﺘﻐﺎﺛﺔ‬, die Schlachtung (‫)اﻟﺬﺑﺢ‬, das Gelübde (‫ )اﻟﻨﺬر‬und
weitere Arten der ʿIbādah, die Allāh anbefahl. Und der Beweis ist
Seine ‫ ﺗﻌﻠﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َو ن اﻟْ َﻤ َﺴﺎ ِ ﺪَ ِﻠ ِﻪ ﻓَ َﻼ ﺗَﺪْ ُﻋﻮا َﻣ َﻊ ا ﻠ ِﻪ َ ﺪً ا‬


Und die Gebetsstätten gehören doch Allāh; so ruft neben Allāh
niemanden an
(Al-Jinn: 18).

Wer irgendetwas davon jemandem oder etwas anderem als Allāh


widmet, der ist ein Mushrik Kāfir und der Beweis ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﯾَﺪْ ُع َﻣ َﻊ اﻠ ِﻪ اﻟَـﻬًﺎ ٓﺧ ََﺮ َﻻ ُ ْﺮﻫ ََﺎن ﻟ َ ُﻪ ِﺑ ِﻪ ﻓَﺎﻧ َﻤﺎ ِﺣ َﺴﺎﺑُ ُﻪ ِﻋ ْﻨﺪَ َ ِرﺑ ّ ِﻪ اﻧ ُﻪ َﻻ ﯾُ ْﻔ ِﻠ ُﺢ‬
﴾‫ون‬ َ ‫ْاﻟ َﻜﺎ ِﻓ ُﺮ‬
Und wer neben Allāh einen anderen Gott anruft, für den er keinen
Beweis hat, dessen Abrechnung liegt nur bei seinem Herrn. Gewiß, den
Ungläubigen wird es nicht wohl ergehen
(Al-Muʾminūn: 117).

Und im Hadīth (heißt es): „Der Duʿāʾ ist das Gehirn der ʿIbādah“ und
der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

96
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————

َ ‫﴿ َوﻗَﺎ َل َر ُﻜ ُﻢ ا ْد ُﻋﻮ ِﻧﻲ ْﺳ َﺘﺠِ ْﺐ ﻟَ ُﻜ ْﻢ ان اﻟ ِﺬ َﻦ َْﺴ َﺘ ْﻜ ُِﺮ‬


‫ون َﻋ ْﻦ ِﻋ َﺒﺎ َد ِﺗﻲ‬
َ ُ‫َﺳ َﯿﺪْ ُ ﻠ‬
﴾‫ﻮن َﺟﻬَﻨ َﻢ دَا ِﺧ ِﺮ َﻦ‬
Euer Herr sagt: „Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Gewiß, diejenigen,
die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden in die Hölle
gedemütigt eingehen“
(Ghāfir: 60).

Der Beweis für die Angst ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ُﻣ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬
ِ ُ‫﴿اﻧ َﻤﺎ َذ ِﻟ ُﻜ ُﻢ اﻟﺸ ْﯿ َﻄ ُﺎن ﯾُﺨ َِّﻮ ُف ْو ِﻟ َﯿ َﺎء ُﻩ ﻓَ َﻼ ﺗَ َﺎﻓُﻮﻫ ُْﻢ َو َﺎﻓ‬
Dies ist nur der Shaytān, der (euch) mit seinen Gefolgsleuten Furcht
einzuflößen sucht. Fürchtet sie aber nicht, sondern fürchtet Mich,
wenn ihr gläubig seid!
(Āl ʿImrān: 175).

Und der Beweis für die Hoffnung ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﻓَ َﻤ ْﻦ َﻛ َﺎن َ ْﺮ ُﺟﻮ ِﻟ َﻘ َﺎء َ ِرﺑ ّ ِﻪ ﻓَﻠْ َﯿ ْﻌ َﻤ ْﻞ َﻋ َﻤ ًﻼ َﺻﺎ ِﻟ ً ﺎ َو َﻻ ُْﺸ ِﺮكْ ِﺑ ِﻌ َﺒﺎ َد ِة َرِﺑ ّ ِﻪ َ ﺪ ًا‬
Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll
rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm)
niemanden beigesellen
(Al-Kahf: 110).

Und der Beweis für das Vertrauen ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َو َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَ َ َﻮﻛﻠُﻮا ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ُﻣ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬


Und verlaßt euch auf Allāh, wenn ihr gläubig seid
(Al-Māʾidah: 23)

und Seine Aussage:

97
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﴾‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﯾ َ َﺘ َﻮﻛ ْﻞ َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَﻬ َُﻮ َﺣ ْﺴ ُﺒ ُﻪ‬


Und wer sich auf Allāh verläßt, dem ist Er seine Genüge
(At-Talāq: 3).

Der Beweis für das Begehren, die Ehrfurcht und die Demut ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن ِﻓﻲ اﻟْ َ ْ َﺮ ِات َوﯾَﺪْ ُﻋﻮﻧَﻨَﺎ َرﻏَ ًﺒﺎ َو َر َﻫ ًﺒﺎ َو َﻛﺎﻧُﻮا ﻟَﻨَﺎ َ ِﺎﺷ ِﻌ َﻦ‬
َ ‫﴿اﻧﻬ ُْﻢ َﻛﺎﻧُﻮا َُﺴ ِﺎر ُﻋ‬
Sie pflegten sich ja mit den guten Dingen zu beeilen und Uns in
Begehren und Ehrfurcht anzurufen, und sie pflegten vor Uns demütig
zu sein
(Al-Anbiyāʾ: 90).

Der Beweis für die Hilfesuche ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ا كَ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪُ َوا كَ َ ْﺴ َﺘ ِﻌ ُﻦ‬


Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe
(Al-Fātihah: 5).

Der Beweis für den Hilferuf ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﺎب ﻟَ ُﻜ ْﻢ‬ َ ‫﴿ا ْذ َ ْﺴ َﺘ ِﻐﯿﺜ‬


َ َ ‫ُﻮن َر ُﻜ ْﻢ ﻓَ ْﺎﺳ َﺘ‬
(Gedenke) als ihr euren Herrn um Hilfe anrieft. Da erhörte Er euch
(Al-Anfāl: 9).51

Der Beweis für die Schlachtung ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

98
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
َ ‫﴿ﻗُ ْﻞ ان َﺻ َﻼ ِﺗﻲ َو ُ ُﺴ ِﻜﻲ َو َﻣ ْﺤ َﯿ َﺎي َو َﻣ َﻤﺎ ِﺗﻲ ِﻠ ِﻪ َر ِ ّب اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ ۝ َﻻ َﺷ ِﺮ‬
‫ﯾﻚ‬
﴾‫ﻟ َ ُﻪ‬
Sag: Gewiß, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und
mein Sterben gehören Allāh, dem Herrn der Weltenbewohner.
Er hat keinen Teilhaber
(Al-Anʿām: 162-163)

und von der Sunnah seine ‫ ﷺ‬Aussage:

„Allāh hat denjenigen verflucht, der für etwas anderes als Allāh
schlachtet.“

Der Beweis für das Gelübde ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن ﯾ َ ْﻮ ًﻣﺎ َﻛ َﺎن َﺷﺮ ُﻩ ُﻣ ْﺴ َﺘ ِﻄ ًﺮا‬


َ ُ‫ﻮن ِ ﻟﻨ ْﺬ ِر َوﯾ َ َﺎﻓ‬
َ ُ‫﴿ﯾُﻮﻓ‬
Sie erfüllen das Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Übel sich wie
im Flug ausbreitet
(Al-Insān: 7).

99
——————————————————————————

Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬

Allgemeines über die ʿIbādah und ihre Arten


Warum hat der Autor die Arten der ʿIbādāt hier im ersten
Fundament (die Kenntnis Allāhs ‫ )ﺗﻌﺎﻟﻰ‬erwähnt? Und wo ist hier die
Verbindung? Hierfür gibt es einige Möglichkeiten:

a) aufgrund dessen, dass er erwähnte, dass Er ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬der Angebetete


ist, erwähnte er auch die ʿIbādāt, mit denen Ihm gedient wird; und
er erwähnte die Arten der ʿIbādāt, die man für diesen angebeteten
Rabb tut.
b) Vielleicht (war es so, dass er,) als er die Äußerung von Ibn Kathīr
erwähnte („Der Schöpfer dieser Dinge ist der Einzige, Der die
Anbetung verdient“), er auch die Arten der ʿIbādāt erwähnte, die
Ihm zustehen.
c) Vielleicht (war es so, dass er,) als er erwähnte, dass der Tauhīd
die Vereinheitlichung Allāhs bei der ʿIbādah ist, auch die Arten der
ʿIbādāt erwähnte, bei denen man Ihn isoliert (d.h., die man nur für
Ihn verrichtet).

Der Autor sagte: „Und die Arten der ʿIbādah, die Allāh anbefahl,
sind beispielsweise: der Islām (‫“)اﻹﺳﻼم‬

Hierin gibt es eine Unklarheit, warum er Islām, Īmān und Ihsān


unter den Arten der ʿIbādāt erwähnte und dann nochmal unter den
Stufen des Dīn erwähnen wird.

Nach meinem schwachen Verständnis ist es so, dass der Islām, der
Īmān und der Ihsān von den Leuten des Wissens gewöhnlich unter
den Stufen des Dīns erwähnt werden, im Lichte des Hadīths mit
Jibrīl. Wenn aber die ʿIbādah erwähnt wird, so wird gesagt: das

100
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Gebet, die Zakāh, die Angst, die Hilfesuche und dergleichen, und es
wird hierbei nicht der Islām erwähnt. Daher kann gesagt werden,
dass der Autor hierin angefochten werden kann (d.h., dass er sich
unglücklich ausdrückte) und Allāh weiß es am besten.

Dann wird gesagt, dass der Islām, Īmān und Ihsān die Stufen des
Dīn sind – dabei ist die eine (Stufe) vorzüglicher als die andere – und
sie sind keine Arten oder Teile der Hilfesuche, der Schlachtung usw.
Die Angst zusammen mit der Liebe ist also ein Teil und es sind
mehrere Arten, und sie zusammen sind keine Stufen.

Der Autor sagte: „Arten der ʿIbādah“. Die Idāfah


(Genitivverbindung) ist hier mit der Implikation des Lām (für), d.h.
„Arten für die ʿIbādah“. Der Autor erwähnte hier 14 Arten von den
Arten der ʿIbādah und er beabsichtigte nicht, damit alles zu
erfassen, es sind (in Wirklichkeit) mehr als diese und Ibn
Taymiyyah fügte in Kitāb al-ʿUbūdiyyah weitere Arten von den
Arten der ʿIbādah hinzu. Daher ist die ʿIbādah ein Oberbegriff, der
Unterarten besitzt.

Der Autor sagte: „die Arten der ʿIbādah“. Diese Arten sind es, mit
denen man sich vor Allāh demütigt und Ihm unterwirft.

„die Allāh anbefahl“: Die ʿIbādāt wurden anbefohlen, jedoch ist es


manchmal ein Befehl der Verpflichtung und manchmal ein Befehl
des Erwünschten, wie es in Usūl al-Fiqh bekannt ist, (nämlich,) dass
das Erwünschte und das Erlaubte anbefohlen sind, jedoch nicht im
Sinne der Verpflichtung. Von dem, was darauf hinweist, dass das
Empfohlene (auch) anbefohlen ist, ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

101
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﴾‫﴿ َواﻓْ َﻌﻠُﻮا اﻟْ َ ْ َﺮ‬


und tut das Gute
(Al-Hajj: 77).

Der Autor sagte: „die Allāh anbefahl“ nicht nur im Sinne der Pflicht,
sondern es sind auch die erwünschten ʿIbādāt (darin) enthalten.
Dann brachte der Autor Beispiele für die Arten auf, indem er sagte:
„beispielsweise: der Islām, der Īmān und der Ihsān“ und diese drei
kommen, so Allāh will, im Kapitel über die Kenntnis des Dīns des
Islām vor.

Der Autor sagte: „Und davon (wörtl.: von ihm) ist der Duʿāʾ“. Das
Pronomen (ihm) bezieht sich auf die Sorten, d.h.: „und von den
Sorten“; deswegen steht das Pronomen auch in männlicher Form.

Und danach heißt es: „Wer etwas davon jemandem oder etwas
anderem als Allāh widmet ..“. Hier liegt ein Problem, denn er
machte den Duʿāʾ zu einem Teil der ʿIbādah, sodass die ʿIbādah
allgemeiner ist als Duʿāʾ; das Bekannte bei einigen Gelehrten jedoch
ist, dass Duʿāʾ allgemeiner ist als ʿIbādah, da sie sagten, dass der
Duʿāʾ zwei Kategorien hat: Duʿāʾ der Anbetung und Duʿāʾ des Bittens.
Wie vereinen wir die beiden Meinungen? Und von diesem
Standpunkt fragen wir auch: Was ist allgemeiner, die ʿIbādah oder
der Duʿāʾ?

Es scheint so, dass die Masʾalah von den Ausdrücken (einer jeden
einzelnen Person) abhängt, und die Antwort ist gemäß den
Ausdrücken. Wenn mit ʿIbādah die Erniedrigung und die
Unterwerfung gemeint ist und mit Duʿāʾ das Erfragen und die Bitte

102
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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gemeint sind, so ist die ʿIbādah hier allgemeiner als der Duʿāʾ; und
wenn mit Duʿāʾ die Erniedrigung und die Unterwerfung gemeint ist,
d.h. die Anbetung, und mit ʿIbādah Gebet und Zakāh gemeint sind,
d.h. das, wodurch man die Anbetung verrichtet, so ist Duʿāʾ (hier)
ein weiterer Begriff, d.h., Duʿāʾ ist allgemeiner als ʿIbādah.

Und der Autor setzte hier die ʿIbādah mit der Erniedrigung und
Unterwerfung gleich, und Duʿāʾ mit dem Erfragen und Bitten;
deswegen machte er die ʿIbādah allgemeiner als den Duʿāʾ.

Danach führte der Autor die Arten der ʿIbādah an, welche vierzehn
Arten sind, und wir zählen den Islām, Īmān und Ihsān nicht dazu,
da sie von den Formen des Dīns sind und nicht der ʿIbādah. So sagte
er: „der Duʿāʾ (‫)اﻟﺪﻋﺎء‬, die Angst (‫)اﻟﺨﻮف‬, die Hoffnung (‫ “)اﻟﺮﺟﺎء‬etc., und
dann sagte er:

„und weitere Arten der ʿIbādah“, denn es wurden nicht alle genannt
und es gibt auch andere, wie Sabr, das Pflegen der
Verwandschaftsbande, etc.

Und es wird das Urteil desjenigen genannt, welcher etwas (von den
ʿIbādāt) jemand anderem als Allāh widmet. Dann erwähnte der
Autor den Beweis dafür, dass es Pflicht ist, sie Allāh dem Erhabenen
zu widmen:

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﴾‫﴿ َو ن اﻟْ َﻤ َﺴﺎ ِ ﺪَ ِﻠ ِﻪ ﻓَ َﻼ ﺗَﺪْ ُﻋﻮا َﻣ َﻊ اﻠ ِﻪ َ ﺪً ا‬


Und die Gebetsstätten gehören doch Allāh; so ruft neben Allāh
niemanden an
(Al-Jinn: 18).

Und mit Masājid ist gemeint: Der Sujūd gebührt Allāh allein, und
darauf basierend wird ein Analogieschluss (Qiyās) auf die restlichen
Anbetungen angewendet mit dem Qiyās ash-Shabah, und der
Faktor, der alle eint, ist die Tatsache, dass alle Anbetungen sind.

„So ruft nicht“: das „nicht“ (‫)ﻻ‬


َ ist verbietend, so verbat Er, es
irgendjemand anderem als Ihm zu widmen. Und es ist zu beachten,
dass Er nicht sagte: „So betet nicht (jemand anderen) an“. Der Duʿāʾ
kam (hier) allgemeiner als die ʿIbādah, wie bereits ausgeführt
wurde.

Danach nannte der Autor die ʿIbādāt, und dann erwähnte er das
Urteil desjenigen, der etwas davon jemand anderem außer Allāh
widmet; sein Urteil ist nämlich, dass er ein Mushrik Kāfir ist,
welcher nicht durch Unwissenheit entschuldigt ist: „Wer
irgendetwas davon jemandem oder etwas anderem als Allāh
widmet, der ist ein Mushrik Kāfir“.

Masʾalah: Das Urteil desjenigen, der etwas von den Arten der
ʿIbādah jemand anderem außer Allāh widmet.

„Wer“ (‫)ﻣﻦ‬: Dies fungiert als Bedingung und ist umfassend. Wenn
man die Bedeutung betrachtet, so deutet es auf das Allgemeine hin,
da es (alle) Personen umfasst. So umfasst es den Mann und auch die

104
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Frau, ganz gleich, ob es ein Muslim, Kāfir, Mensch oder Jinn ist – (so
jemand) begeht Kufr.

Umfasst es den Kleinen und den Großen? Was den Großen angeht,
so umfasst es ihn, den Kleinen jedoch nicht, da er durch einen
Beweis ausgenommen wurde, der das Urteil von ihm abwendet.
Und dieser abwendende Beweis ist seine ‫ ﷺ‬Aussage:

„Der Stift wurde von dreien gehoben: vom Kind, bis es die Pubertät
erreicht, …“

Darauf basierend sagen wir: Wenn ein Kind für jemand anderen als
Allāh schlachtet, so ist es kein Kāfir, da ihm die Hujjah nicht
aufgestellt wurde, jedoch ist es kein Muslim17, sondern ein Mushrik,
und wer diese Angelegenheit tiefer untersuchen will, der soll dies
tun im Buch „Al-Mutammimah li-Kalam Aʾimmah ad-Daʿwah“ und
„Kitāb al-Haqāʾiq“, Kapitel „die Bezeichnungen, die nicht mit der
Hujjah verbunden sind“. Der Zweite, der aus der Allgemeinheit des
„wer“ ausgeschlossen ist, ist der Verrückte aufgrund desselben
Hadīths.

17Diese Aussage des Shaykhs stellt ein Problem dar, denn an einer anderen Stelle (in
seiner Fatwā bzgl. den Hinderungsgründen im Takfīr) bevorzugt er die Meinung, dass
Kinder nicht zurechnungsfähig sind, was Angelegenheiten des Kufrs betrifft, und dies ist
das Richtige, denn die Taten des Kufrs und Shirks von einem Kind werden in der
Sharīʿiah nicht als gültig betrachtet in Bezug auf die Bezeichnung und das Urteil, womit
das Jugendalter (unter der Pubertät) ein Hinderungsgund des Takfīrs ist. Wenn somit ein
Kind der Muslime eine Tat des Shirks begeht, so ist es dennoch ein Muslim und man sagt
nicht: „Es ist ein Mushrik, aber kein Kāfir.“ Somit erbt es von den Eltern, wenn sie
sterben, und falls es sterben sollte, betet man über ihm das Janāzah-Gebet etc.

105
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Seine Aussage „davon“ (‫ )ﻣﻨﮭﺎ‬bedeutet „(von) der ʿIbādah“.

Seine Aussage „der ist ein Mushrik Kāfir“: Der Buchstabe „Fāʾ“ (in
der Übers.: „der ist“) leitet die Antwort auf die Bedingung (d.h. die
Konsequenz) ein und hier beginnen wir mit dem Hukm.

„ein Mushrik Kāfir“: Der Autor meint hier denjenigen, dem die
Hujjah aufgestellt wurde, so ist dieser ein Mushrik Kāfir. Was aber
denjenigen betrifft, der Shirk begangen hat und erst neulich den
Islām annahm oder in einer fernen Wüste lebte und aufwuchs oder
in einem Land des Kufr lebte und aufwuchs, so ist so jemand ein
Mushrik, der aus der Millah ausgetreten ist, jedoch begeht er nicht
den Kufr der Folter und der Bestrafung, bis ihm die Hujjah erbracht
wurde, und das ist auch die Aussage des Autors in vielen seiner
Bücher und es ist die Aussage seiner Schüler und seiner Nachfahren
und es ist die Aussage von Ibn Taymiyyah und Ibn al-Qayyim, ja
sogar von jedem, den wir von den Leuten des Wissens kennen; die
Aʾimmah der Daʿwah überbrachten den Ijmāʿ darüber. Wer mehr
darüber nachforschen will, der soll sich an die Bücher der Aʾimmah
der Daʿwah und ad-Durar as-Saniyyah wenden.

Allāh erleichterte es, dass wir diese Angelegenheit in der


alleinstehenden Abhandlung mit dem Titel „die Ergänzung zu den
Reden der Aʾimmah der Daʿwah über die Entschuldigung durch die
Unwissenheit im großen Shirk“ behandelten.

Masʾalah: bzgl. der Aussage des Autors „der ist ein Mushrik Kāfir“;
siehe al-Wasīt in der Erklärung der ersten Risālah in Majmūʿah at-

106
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Tauhīd unter dem Thema des Shirk und des Kufrs und des
Unterschieds zwischen ihnen und die Anhänge dazu.

Danach führte der Autor die detaillierte Beschreibung der Arten der
ʿIbādah an:

Die erste ʿIbādah: der Duʿāʾ (‫)اﻟﺪﻋﺎء‬


Ist damit die allgemeine Bedeutung gemeint oder die spezifische?
Es ist die spezifische Bedeutung gemeint, und zwar die Frage und
die Bitte, und wenn wir sagen, dass es hier die Frage und die Bitte
ist, so kommt ein anderes Problem auf, da der Autor unter den
Arten der ʿIbādah noch die Hilfesuche, den Hilferuf und die
Zufluchtsuche erwähnen wird und das hier ist der Duʿāʾ der Bitte
und der Frage; wie kann man dies also zusammenbringen?

Damit die Antwort richtig wird, ist es notwendig, dass wir den Duʿāʾ
hier auf etwas übertragen, was nicht Duʿāʾ der Hilfesuche, des
Hilferufs oder der Zufluchtsuche ist; so bleibt nichts anderes übrig
als das Erbitten der Fürsprache im Jenseits oder des Einstehens in
der Dunyā und die Bedeutung des Duʿāʾ in diesem Fall ist das, was
mit der Hilfesuche (‫ )اﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬zusammengebracht wird und was damit
(durch ein Bindewort) verbunden wird und er trägt die Bedeutung
des Erbittens der Fürsprache.

Wer also den Duʿāʾ Allāh widmet, der ist ein Muwahhid; begeht
derjenige, der ihn jemand anderem als Allāh widmet, Shirk oder ist
er kein Mushrik?

107
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Das wird detailliert dargelegt: Wenn er das Geschöpf um etwas


anruft, wozu nur Allāh imstande ist, so ist er ein Mushrik Kāfir.

Beispiel: Wenn er einen Toten anruft, damit dieser für ihn einsteht,
auf dass Allāh ihm ein Kind schenke, oder (er ihn anruft,) damit er
ihn von einer Krankheit heilt oder das Unheil von ihm entfernt oder
wenn er ihn darum bittet, sich für ihn beim Streben nach (oder
Erbitten von) Jannah einzusetzen oder ihn um Vergebung bittet, so
ist dies großer Shirk.

Das Bitten der Jinn


Und wir sagen als einen Exkurs: Das Fragen der Jinn ist wie das
Fragen der Menschen; wenn sie deine Rede hören, wenn du sie
basierend auf Hören oder Sehen ansprichst, oder es eine Ansprache
wie z.B. in der Geschichte von Ubayy ibn Kaʿb ist, in der es heißt,
dass sie eine Scheune besaßen, in der getrocknete Datteln waren,
und es war von dem, worum er sich kümmerte. Er bemerkte, dass
sie weniger wurden, so bewachte er sie des Nachts. Da erschien ein
Biest, dessen Gesichtszüge wie die eines herangewachsenen Jungen
waren. Er (Ubayy ibn Kaʿb) sagte: „Ich gab ihm Salām und er
erwiderte ihn mir. Ich sagte: ‚Was bist du, ein Jinn oder ein
Mensch?‘ Er sagte: ‚Ein Jinn.‘ Ich sagte: ‚Reich mir deine Hand.‘ Da
(sah ich) eine Hundepfote und Hundefell. Ich sagte: ‚So wurden die
Jinn erschaffen.‘ Er sagte: ‚Ich kenne die Jinn, unter ihnen gibt es
niemanden, der stärker ist als ich.‘ Ich sagte: ‚Was hat dich zu dem
bewegt, was du getan hast?‘ Er sagte: ‚Es erreichte mich, dass du ein
Mann bist, der die Spende liebt, da wollte ich etwas von deinem

108
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Essen ergattern.‘ Ich sagte: ‚Was wird uns vor euch beschützen?‘ Er
sagte: ‚Diese Āyah; Āyat al-Kursiyy.‘“

Er (der Überlieferer) sagte: „Ich verließ ihn und ging am nächsten


Tag zum Gesandten Allāhs ‫ﷺ‬.“ Er berichtete ihm (was geschehen
war) und der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: „Der Boshafte hat die
Wahrheit gesprochen.“ Abū Hātim sagte: „Der Name von Ibn Ubayy
ibn Kaʿb ist at-Tufayl ibn Ubayy ibn Kaʿb. Ibn Hibbān erklärte ihn
für Sahīh.“

..und ebenso wie beim Besessenen (von einem Jinn), so fragst du sie
um etwas, wozu sie imstande sind, wie wenn du sie nach dem
verlorenen Objekt fragst – hierin gibt es Meinungsverschiedenheit,
(es gilt aber zu beachten,) dass die Jinn lügen, so werden keine
Neuigkeiten von ihnen angenommen. Das Naheliegendste ist das
Abhalten davon, da von den Jinn nichts erbeten wird, selbst bei
ihrer Anwesenheit. Der Erhabene sagte:

﴾… ‫﴿ا ْن َ َﺎء ُﻛ ْﻢ ﻓَ ِﺎﺳ ٌﻖ ِﺑ َ َﺎ ﻓَ َ َﺒ ُﻮا‬


wenn ein Frevler zu euch mit einer Kunde kommt, dann schafft
Klarheit
(Al-Hujurāt: 6).

Was das betrifft, wozu sie nicht imstande sind, wie das Erbitten der
Gesundheit und der Heilung, oder das, wozu sie imstande sind,
worum du sie aber nicht basierend auf Hören oder Sehen fragtest,
so ist dies Shirk. Der Erhabene sagte:

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َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

und aufgrund dessen, was al-Bukhārī von Ibn Masʿūd überlieferte,


(dass er sagte): „Leute von den Menschen haben Leute von den Jinn
angebetet, dann haben die Jinn den Islām angenommen und jene
(Menschen) hielten an ihrem Dīn fest.“

Ibn Kathīr sagte im Tafsīr zur folgenden Āyah:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

etwas, was das Gemeinte klarstellt: „Das (die Āyah) bedeutet: ‚Wir
waren der Meinung, dass wir einen Vorzug vor den Menschen
haben, da sie bei uns Zuflucht zu suchen pflegten, wenn sie sich in
ein Tal oder an einen einsamen Ort wie Wüsten und weiteres
begaben, wie es die Gewohnheit der Araber in ihrer Jāhiliyyah war,
dass sie bei dem Mächtigen dieses Ortes von den Jinn Zuflucht vor
dem suchten, was für sie ein Übel ist, genauso wie einer von ihnen
in der Nähe eines großen Mannes und unter seinem Schutz und
seiner Wache ins Land seiner Feinde einzutreten pflegte, aber als

110
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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die Jinn sahen, dass die Menschen aus Angst vor ihnen Zuflucht bei
ihnen suchten, mehrten sie bei ihnen die Drangsal, d.h. Angst,
Schrecken und Entsetzen.“

Ath-Thawrī sagte: „Von Mansūr von Ibrāhīm: ‚doch mehrten sie so


(bei) ihnen die Drangsal‘, d.h., die Jinn erhöhten sich über sie, was
den Mut (oder die Dreistigkeit) betrifft.

As-Suddī sagte: ‚Ein Mann pflegte seine Familie hinauszuführen; so


kam er zu einem Landstück, ließ sich darauf nieder und sagte: ‚Ich
suche Zuflucht bei dem Anführer dieses Tals vor den Jinn, dass mir
geschadet wird oder meinem Vermögen oder meinem Kind oder
meinem Vieh.‘‘ Qatādah sagte: ‚Als sie bei ihnen anstelle von Allāh
Zuflucht suchten, fügten die Jinn ihnen dabei Leid zu.‘“

Ibn Abī Hātim sagte von ʿIkrimah, dass er sagte: „Die Jinn pflegten
vor den Menschen genauso Angst zu haben, wie die Menschen vor
ihnen Angst haben oder noch stärker. Wenn die Menschen sich
aber in ein Tal begaben, fürchteten sie die Jinn, so sagte der
Anführer des Volkes: ‚Wir suchen Zuflucht bei dem Anführer der
Leute dieses Tals.‘ Da sagten die Jinn: ‚Wir sehen, dass sie vor uns
Angst haben, wie wir vor ihnen Angst haben.‘ Sie näherten sich den
Menschen und trafen sie mit Verrücktheit und Wahn und das ist die
Aussage von Allāh ‫ﻋﺰ وﺟﻞ‬:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)

111
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ihnen die Drangsal


(Al-Jinn: 6)

d.h. Sündhaftigkeit.“

Abū al-ʿĀliyah, ar-Rabīʿ und Zayd ibn Aslam sagten: „‚Drangsal‘


bedeutet ‚Angst‘“. Al-ʿAwfī überlieferte von Ibn ʿAbbās: „‚doch
mehrten sie so (bei) ihnen die Drangsal‘, also die Sündhaftigkeit.“
Das sagte auch Qatādah und Mujāhid sagte: „Die Kuffār steigerten
sich in der Übertretung.“ Ibn Abī Hātim sagte von Kardam ibn abī
as-Sāib al-Ansārī, dass er sagte: „Ich verließ mit meinem Vater
Madīnah aufgrund eines Geschäfts und das war das erste Mal, dass
der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬in Makkah erwähnt wurde. Er gewährte uns
einen Übernachtungsplatz bei einem Schafshirten. Zu Mitternacht
kam ein Wolf und schnappte ein Lamm von den Schafen. Der Hirte
sprang auf und sagte: ‚O Bewohner des Tals, dein Nachbar.‘ Dann
rief ein Rufer, den wir nicht sahen: ‚O Wolf, schicke es (zurück)!‘ Da
wurde das Lamm schnell herbeigebracht, bis es bei den Schafen
ankam. Es hatte nicht eine Prellung erhalten und Allāh ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sandte
auf Seinen Gesandten in Makkah herab:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6).“

112
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Was das betrifft, wozu sie nicht imstande sind, wie das Erbitten der
Gesundheit und der Heilung, oder das, wozu sie imstande sind,
worum du sie aber nicht basierend auf Hören oder Sehen fragtest,
so ist dies Shirk. Allāh ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

und aufgrund dessen, was al-Bukhārī von Ibn Masʿūd überlieferte,


(dass er sagte): „Leute von den Menschen haben Leute von den Jinn
angebetet, dann haben die Jinn den Islām angenommen und jene
(Menschen) hielten an ihrem Dīn fest.“

Wenn du das Geschöpf nach etwas fragst, wozu es imstande ist, wie
das Bitten um ein Darlehen, so ist dies erlaubt, denn er ist dazu in
der Lage. Und (es ist auch erlaubt,) weil der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬von
einem Mann ein Kamelkalb auslieh; da wurde ihm ein Kamel von
den Spendekamelen gebracht. Da befahl er Abū Rāfiʿ, dass er dem
Mann sein Kalb zurückbringen soll. Abū Rāfiʿ kehrte (zum
Gesandten) zurück und sagte: „Ich finde nur ein gutes Vierjähriges.“
Da sagte (der Gesandte Allāhs ‫)ﷺ‬: „Gib es ihm. Die besten der
Menschen sind jene, die die Besten im Tilgen (Rückzahlen) sind.“
(Überliefert bei Muslim, vom Hadīth von Abū Rāfiʿ).

113
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Masāʾil18

Das Ansprechen der Toten, wie z.B.: „O Muʿtasim!“ oder: „O


Gesandter Allāhs, wenn du zu deiner Ummah herauskommen und
sehen würdest, was in ihr an Zerstreuung ist..“ oder: „Steh auf, o
Salāhuddīn..“ und andere – wenn man daran glaubt, dass sie nutzen
oder schaden, so ist es großer Shirk, und er gehört zur zweiten
Klassifizierung.

Und wenn sie lediglich Kriegsparolen sind, so ist nichts daran


auszusetzen, so wie es Abā Butayn in seinem Buch At-Taqdīs über
einige Sahābah überlieferte. Wenn sie aber nur Ausdruck und
Stärkung der Entschlossenheit sind, so sollte man sich davon besser
fernhalten, wegen dem, was sich darin an Imitation der Ausdrücke
der Mushrikīn befindet, und wegen der Unklarheit darin.

Masʾalah: Und genauso ist es mit der Ansprache der Toten. Zur
Ermahnung und zum Ausdruck ist es erlaubt. Und auch die Salaf
taten es, um sich selbst zu ermahnen. Und wenn man die Jinn mit
dem Yā-Ausruf anspricht, um sie zu warnen oder ihnen zu drohen,
da sie einem in seinem Haus schaden, so ist diese Anrede erlaubt,
denn Abū Saʿīd al-Khudrī überliefert, dass der Gesandte Allāhs ‫ﷺ‬
sagte: „In Madīnah gibt es Jinn, welche den Islām angenommen
haben. Wenn ihr von ihnen etwas seht, so warnt sie drei Tage. Wenn

18
Pl. von Masʾalah.

114
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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sich dann noch etwas zeigt, dann tötet es, denn es ist ein Shaytān“
(Überliefert von Muslim).

An-Nawawī erwähnt diesen (Hadīth) in Sharh Muslim (Erklärung


von Muslim) im Kapitel „Das Töten der Lebenden und anderer“ und
in einer anderen Überlieferung: „In diesen Häusern gibt es
Bewohner (der Jinn). Wenn ihr etwas von ihnen seht, dann drängt
ihn dreimal. Entweder er geht, oder ihr tötet ihn, denn er ist ein
Kāfir“ (Überliefert bei Muslim).

Wenn es jedoch lediglich Wahnvorstellungen sind, dann ist es nicht


erlaubt. Und wenn man (einen Jinn) anspricht, wenn ein Indiz (für
seine Anwesenheit) vorliegt, dann ist es erlaubt. Denn Abū
Hurayrah überliefert, dass der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬ein Gebet
verrichtete und sagte: „Der Shaytān wurde mir vorgeführt. Er
bedrängte mich sehr, um mich am Gebet zu hindern. Da verlieh
Allāh mir Kraft gegen ihn. Ich fesselte ihn und beabsichtigte ihn an
einer Säule festzubinden, bis ihr aufwacht und ihn sehen könnt. Da
erinnerte ich mich an die Aussage von Sulaymān (ʿalayhi as-salām):

﴾‫﴿ﻗَﺎ َل َر ِ ّب ا ْﻏ ِﻔ ْﺮ ِﻟﻲ َوﻫ َْﺐ ِﻟﻲ ُﻣ ْﻠ ًﻜﺎ َﻻ ﯾ َ ْ َ ِﻐﻲ ِ َ ٍﺪ ِﻣ ْﻦ ﺑ َ ْﻌ ِﺪي‬


Er sagte: ‚Mein Herr, vergib mir und schenke mir eine
Königsherrschaft, die niemandem nach mir geziemt‘
(Sād: 35).

Da kehrte Allāh ihn erniedrigt um.“

115
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Hierauf sagt An-Nadr ibn Shamīl: „‚Fadhaʿtuhu‘ (‫ )ﻓﺬﻋﺘﮫ‬mit dem


(Buchstaben) Dhāl bedeutet: ‚Ich würgte ihn‘. Und ‚fadaʿtuhu‘ (‫)ﻓﺪﻋﺘﮫ‬
kommt in der Aussage Allāhs:

َ ‫﴿ﯾ َ ْﻮ َم ﯾُﺪَ ﻋ‬
﴾‫ﻮن‬
‚An dem Tag, da sie gestoßen werden‘
(At-Tūr: 13),

das heißt: ‚abgewehrt werden‘. Und das Richtige ist ‚fadaʿtuhu‘


(‫)ﻓﺪﻋﺘﮫ‬, nur dass das ʿAyn und das Tāʾ mit Shaddah (Doppellaut)
ausgesprochen werden.

Überliefert bei al-Bukhārī und Muslim. Und An-Nawawī erwähnte


ihn in Sharh Muslim (Erklärung von Muslim) im Kapitel ‚Erlaubnis
zum Verfluchen des Shaytāns im Gebet‘“.

Und Abū Hurayrah überliefert, dass der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:


„Der Shaytān kommt zu einem von euch und sagt: ‚Wer hat das
erschaffen?‘, ‚Wer hat das erschaffen?‘, bis dass er sagt: ‚Wer hat
deinen Herrn erschaffen?‘ Wenn einen das erreicht, soll er Zuflucht
bei Allāh suchen und damit aufhören“ (Überliefert bei al-Bukhārī).

Und Sulaymān Ibn Sard sagte: „Ich saß mit dem Propheten ‫ ﷺ‬und
zwei Männer beschimpften sich. Einer von ihnen bekam ein rotes
Gesicht und seine Halsschlagader dehnte sich. Da sagte der Prophet
‫ﷺ‬:

116
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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‚Ich kenne ein Wort. Wenn er es gesagt hätte, so wäre es (der Zorn)
von ihm gewichen. Wenn er gesagt hätte: ‚Ich suche Zuflucht bei
Allāh vor dem gesteinigten Shaytān‘, wäre es (der Zorn) von ihm
gewichen‘“
(Überliefert bei al-Bukhārī).

Und von Abū Hurayrah wird überliefert, dass der Prophet ‫ ﷺ‬sagte:

„Wenn ihr das Krähen der Hähne hört, bittet Allāh um Seine Huld,
denn sie sahen einen Engel. Und wenn ihr das Wiehern eines Esels
hört, dann sucht Zuflucht bei Allāh vor dem gesteinigten Shaytān,
denn er sah einen Shaytān“
(Überliefert bei al-Bukhārī).

Und es kommt Muttafaq ʿalayh überliefert, dass das Gähnen und


Träumen vom Shaytān ist und es wurde auf die Zufluchtsuche
(Istiʿādhah) hingewiesen, usw.19

Masʾalah: Es kommt vor, dass einige Leute sagen: „O Jinn, nehmt ihn
zu euch!“ Was ist das Urteil diesbezüglich? Wenn jemand davon
überzeugt ist, dann ist es Shirk, und wenn es zur Einschüchterung
gesagt wird, dann ist es aufgrund von zwei Dingen nicht erlaubt:

Beim Traum wurde im Hadīth auf die Zufluchtssuche hingewiesen, wie der
19

Shaykh nannte; beim Gähnen wird überliefert, dass der Prophet ‫ ﷺ‬sagte: „Das
Gähnen ist vom Shaytān; wenn also einer von euch gähnt, so soll er es
abwehren, soweit er vermag, denn wahrlich, wenn einer von euch ‚Hā‘
(aufgrund des Gähnens) sagt, lacht der Shaytān.“

117
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1. Nachahmung der Aussagen der Mushrikīn.

2. Einschüchterung eines Muslims.

Der Autor erwähnt etwas früher zwei Beweise. Der erste war, dass
das Bittgebet im eigentlichen Sinn eine ʿIbādah (Gottesdienst) ist,
und der zweite Beweis deutet darauf hin, dass wer auch immer
andere außer Allāh ruft, ein Mushrik Kāfir ist. Und deshalb ist der
Beweis für alle Arten, welche wir erwähnten, dass sie Shirk sind, die
Āyah.

Dann erwähnte der Autor die verschiedenen Formen der ʿIbādāt


mit ihren Beweisen in der folgenden Reihenfolge:

1. Der Duʿāʾ. Und im Hadīth (kam): ‚Der Duʿāʾ ist das Gehirn der
ʿIbādah‘ und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ َوﻗَﺎ َل َر ُﻜ ُﻢ ا ْد ُﻋﻮ ِﻧﻲ ْﺳ َﺘﺠِ ْﺐ ﻟَ ُﻜ ْﻢ ان اﻟ ِﺬ َﻦ َْﺴ َﺘ ْﻜ ُِﺮ‬


‫ون َﻋ ْﻦ ِﻋ َﺒﺎ َد ِﺗﻲ‬
َ ُ‫َﺳ َﯿﺪْ ُ ﻠ‬
﴾‫ﻮن َﺟﻬَﻨ َﻢ دَا ِﺧ ِﺮ َﻦ‬
Euer Herr sagt: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Gewiß, diejenigen,
die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden in die Hölle
gedemütigt eingehen‘
(Ghāfir: 60).

2. Die Angst. Und der Beweis für die Angst ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ُﻣ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬
ِ ُ‫﴿اﻧ َﻤﺎ َذ ِﻟ ُﻜ ُﻢ اﻟﺸ ْﯿ َﻄ ُﺎن ﯾُﺨ َِّﻮ ُف ْو ِﻟ َﯿ َﺎء ُﻩ ﻓَ َﻼ ﺗَ َﺎﻓُﻮﻫ ُْﻢ َو َﺎﻓ‬
Dies ist nur der Satan, der (euch) mit seinen Gefolgsleuten Furcht
einzuflößen sucht. Fürchtet sie aber nicht, sondern fürchtet Mich,

118
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
wenn ihr gläubig seid!
(Āl ʿImrān: 175).

3. Die Hoffnung. Und der Beweis für die Hoffnung ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫﴿ﻓَ َﻤ ْﻦ َﻛ َﺎن َ ْﺮ ُﺟﻮ ِﻟ َﻘ َﺎء َ ِرﺑ ّ ِﻪ ﻓَﻠْ َﯿ ْﻌ َﻤ ْﻞ َﻋ َﻤ ًﻼ َﺻﺎ ِﻟ ً ﺎ َو َﻻ ُْﺸ ِﺮكْ ِﺑ ِﻌ َﺒﺎ َد ِة َرِﺑ ّ ِﻪ َ ﺪً ا‬
Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll
rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm)
niemanden beigesellen
(Al-Kahf: 110).

4. Das Vertrauen. Und der Beweis für das Vertrauen ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫﴿ َو َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَ َ َﻮﻛﻠُﻮا ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ُﻣ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬


Und verlaßt euch auf Allāh, wenn ihr gläubig seid
(Al-Māʾidah: 23)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﯾ َ َﺘ َﻮﻛ ْﻞ َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَﻬ َُﻮ َﺣ ْﺴ ُﺒ ُﻪ‬


Und wer sich auf Allāh verläßt, dem ist Er seine Genüge
(At-Talāq: 3).

5. Das Begehren.

6. Die Ehrfurcht.

7. Die Demut.

119
——————————————————————————

Und der Beweis für das Begehren, die Ehrfurcht und die Demut ist
Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫ﻮن ِﻓﻲ اﻟْ َ ْ َﺮ ِات َوﯾَﺪْ ُﻋﻮﻧَﻨَﺎ َرﻏَ ًﺒﺎ َو َر َﻫ ًﺒﺎ ۖ◌ َو َﻛﺎﻧُﻮا ﻟَﻨَﺎ‬
َ ‫﴿اﻧﻬ ُْﻢ َﻛﺎﻧُﻮا َُﺴ ِﺎر ُﻋ‬
﴾‫َِﺎﺷ ِﻌ َﻦ‬
Sie pflegten sich ja mit den guten Dingen zu beeilen und Uns in
Begehren und Ehrfurcht anzurufen, und sie pflegten vor Uns demütig
zu sein
(Al-Anbiyāʾ: 90).

8. Die Furcht. Und der Beweis für die Furcht ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَﺨْﺸَ ْﻮﻫ ُْﻢ َواﺧْﺸَ ْﻮ ِﻧﻲ‬


So fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich!
(Al-Baqarah: 150).

9. Die Umkehr. Und der Beweis für die Umkehr ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫﴿ َو ِﻧ ُﻮا اﻟ َ ٰﻰ َ ِر ّ ُﻜ ْﻢ َو ْﺳ ِﻠ ُﻤﻮا ﻟ َ ُﻪ‬


Und wendet euch eurem Herrn reuig zu und seid Ihm ergeben
(Az-Zumar: 54).

10. Die Hilfesuche. Und der Beweis für die Hilfesuche ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

120
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
﴾‫﴿ا كَ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪُ َوا كَ َ ْﺴ َﺘ ِﻌ ُﻦ‬
Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe
(Al-Fātihah: 5).

und im Hadīth: „Wenn du Hilfe suchst, dann such Hilfe bei Allāh.“

11. Die Zufluchtsuche. Und der Beweis für die Zufluchtsuche ist
Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﻗُ ْﻞ ُﻋﻮ ُذ ِ َﺮ ِ ّب اﻟْ َﻔﻠَ ِﻖ‬


Sag: Ich nehme Zuflucht beim Herrn des Tagesanbruchs
(Al-Falaq: 1).

﴾‫﴿ﻗُ ْﻞ ُﻋﻮ ُذ ِ َﺮ ِ ّب اﻟﻨ ِﺎس‬


Sag: Ich nehme Zuflucht beim Herrn der Menschen
(An-Nās: 1).

12. Der Hilferuf. Und der Beweis für den Hilferuf ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫ِﻧ ّﻲ ُﻣ ِﻤﺪ ُﻛ ْﻢ ِﺑ ﻟْ ٍﻒ ِﻣ َﻦ اﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ِﺔ ُﻣ ْﺮ ِد ِﻓ َﻦ‬ ‫ﺎب ﻟَ ُﻜ ْﻢ‬ َ ‫﴿ا ْذ َ ْﺴ َﺘ ِﻐﯿﺜ‬


َ َ ‫ُﻮن َر ُﻜ ْﻢ ﻓَ ْﺎﺳ َﺘ‬
(Gedenke) als ihr euren Herrn um Hilfe anrieft. Da erhörte Er euch
(Al-Anfāl: 9).

13. Die Schlachtung. Und der Beweis für die Schlachtung ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

121
——————————————————————————

َ ‫﴿ﻗُ ْﻞ ان َﺻ َﻼ ِﺗﻲ َو ُ ُﺴ ِﻜﻲ َو َﻣ ْﺤ َﯿ َﺎي َو َﻣ َﻤﺎ ِﺗﻲ ِﻠ ِﻪ َر ِ ّب اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ ۝ َﻻ َﺷ ِﺮ‬


‫ﯾﻚ‬
﴾‫ﻟ َ ُﻪ‬
Sag: Gewiß, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und
mein Sterben gehören Allāh, dem Herrn der Weltenbewohner.
Er hat keinen Teilhaber
(Al-Anʿām: 162-163).

und von der Sunnah ist seine ‫ ﷺ‬Aussage: „Allāh verfluchte


denjenigen, der für jemand anderen als Allāh schlachtet.“

14. Das Gelübde. Und der Beweis für das Gelübde ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

﴾‫ﻮن ﯾ َ ْﻮ ًﻣﺎ َﻛ َﺎن َﺷﺮ ُﻩ ُﻣ ْﺴ َﺘ ِﻄ ًﺮا‬


َ ُ‫ﻮن ِ ﻟﻨ ْﺬ ِر َوﯾ َ َﺎﻓ‬
َ ُ‫﴿ﯾُﻮﻓ‬
Sie erfüllen das Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Übel sich wie
im Flug ausbreitet
(Al-Insān: 7).

Und wer eine detaillierte Auslegung dieser Arten will, der soll sich
an Kitāb al-Wasīt in der Erklärung der ersten Risālah von Kitāb at-
Tauhīd wenden, denn Allāh erleichterte darin ihre Auslegung, die
Nennung der Beweise, der Unterteilungen und die Verdeutlichung
von dem, worauf Acht gegeben werden muss; und wir nennen hier
nur einige geringfügige Zusätze zur Vervollständigung des
Nutzens.

122
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Von den Zusätzen20:
Die zweite ʿIbādah: die Angst (‫)اﻟﺧوف‬
Wann ist die Angst Shirk?
Vom Geschöpf das zu befürchten, wozu das Geschöpf nicht in der
Lage ist, ist Shirk Akbar. Sein Beispiel war: „Du fürchtest von den
Menschen oder den Jinn, dass sie dir den Nachwuchs abschneiden,“
und das ist etwas, wozu nur Allāh imstande ist.

„Du fürchtest, dass es (das Geschöpf) dich mit Krankheiten treffen


wird“, „Du fürchtest, dass es dich mit Armut oder körperlicher
Entstellung (bzw. Missbildung) treffen wird.“ All das ist Shirk
Akbar, da es Sachen sind, zu denen niemand fähig ist außer Allāh.

Die Angst vor den leblosen Dingen und den Toten, dass sie einem
Übel zufügen können, zur Gänze, selbst wenn der Tote, wenn er
lebendig wäre, zu diesem Übel imstande wäre, zum Beispiel: „dass
er dich schlägt“ — das ist Shirk Akbar, da du von ihm etwas
fürchtetest, wozu er nicht fähig ist.

Wenn du dich vor einem Geschöpf fürchtest und deine Angst vor
ihm dich dazu bringt, dass du für es ʿIbādah machst, wie wenn du
für es schlachtest; wie die Angst vor dem Übel der Jinn, aufgrund
derer man für sie schlachtet – wenn man sich im Haus aufhält und
fürchtet, dass sie einem Leid zufügen werden, so schlachtet man für
sie, sodass sie einem kein Leid mehr zufügen – das Urteil darüber ist

20Nun erwähnt der Autor weiterführende Angelegenheiten, welche von großer


Wichtigkeit sind.

123
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Shirk Akbar. Der Ikrāh (Zwang) ist nicht (d.h., fällt nicht unter die)
Angst; wenn jemand gezwungen wird, den Qurʾān zu zerreißen,
und er getötet wird, wenn er es nicht tut, so begeht dieser keinen
Kufr.

Der kleine Shirk (in der Angst). Dies ist, wenn dich die Angst vor
einer Person zum Unterlassen von Pflichten oder zum Ausführen
der verbotenen Dinge führt, wie wenn jemand aus Angst vor der
Kritik der Leute oder dem Spott der Menschen seinen Bart abrasiert
oder das Gebieten des Guten und das Verbieten des Verwerflichen
unterlässt oder der das Gebet in der Jamāʿah aus Angst um seinen
Posten (lässt), oder mit Leuten sitzt, die Musik hören und das
Verbieten unterlässt, um seine Anerkennung zu schützen, damit
die Frevler nicht über ihn reden, oder sagt: „Ich habe mich
geschämt“ — (all das) ist kleiner Shirk; und (ebenso wenn) er sein
Gewand verlängert und herabhängen lässt, bis sich über ihn nicht
mehr lustig gemacht wird usw.

Und über diese Art gibt es eine Meinungsverschiedenheit unter den


Leuten des Wissens und sein Urteil ist: Von ihnen gibt es solche, die
sagen, dass es verboten ist (nur verboten und nicht von den Arten
des Shirk) aufgrund dessen, was darüber an Androhung kam, und
weil er die verbotenen Dinge beging.

Die zweite Aussage (besagt), dass es kleiner Shirk ist aufgrund


dessen, was Imām Ahmad marfūʿan (auf den Gesandten ‫ﷺ‬
zurückführend) überlieferte: „Wahrlich, Allāh wird zum Diener an
Yawm al-Qiyāmah sagen: ‚Was hinderte dich daran, das

124
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Verwerfliche zu ändern, als du es sahst?‘ Er wird antworten: ‚Mein
Rabb, die Furcht vor den Menschen.‘ Dann wird Allāh sagen: ‚Es
stand dir eher zu, Mich zu fürchten.‘“

Der Gesichtspunkt der Beweisführung ist seine Aussage: „aus Angst


vor den Menschen“.

Was aber das betrifft, was die natürliche Angst genannt wird, so ist
dies erlaubt und darin gibt es nichts (zu kritisieren), wie wenn du
dich zum Beispiel vor dem Dieb oder dem Raubtier fürchtest. Der
Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻓَﺨ ََﺮ َج ِﻣ ْﻬَﺎ َﺎ ِﺋ ًﻔﺎ ﯾ َ َ َﺮﻗ ُﺐ‬


So ging er furchtsam aus ihr fort und hielt (immer wieder) Ausschau
(Al-Qasas: 21).

So ist dies erlaubt mit der Bedingung, dass es nicht zum Ausführen
des Verbotenen oder zum Unterlassen des Verpflichtenden führt.

Was sind die Stufen des Schadens?

Ist jeder Schaden (gemeint), vor dem man sich fürchtet und für den
man das Verbotene tut und das Verpflichtende unterlässt? Die
Antwort lautet, dass er Stufen hat:

Die erste Stufe: schwerer unerträglicher Schaden. Für diesen ist es


erlaubt, das Verpflichtende zu unterlassen und das Verbotene zu
tun; und dies ist das, was „al-Ikrāh“ (Zwang) genannt wird, wie
wenn man auf eine Weise geschlagen wird, die unerträglich ist, mit

125
——————————————————————————

der Bedingung, dass es nicht (auf jemand anderen) übertragen wird,


wie wenn jemand sagt: „Begehe Zinā mit dieser Frau." Dies ist dir
nicht erlaubt, selbst wenn du getötet wirst, da diese Tat sich auf
jemand anderen überträgt (jemand anderem Gewalt zufügt). Der
Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َو َﻻ َ ِﺰ ُر َو ِاز َر ٌة ِو ْز َر ﺧ َْﺮ ٰى‬


Keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich
(Fātir: 18)

und es ist authentisch vom Propheten (überliefert): „Kein


Selbstschaden und kein Schädigen anderer“ (überliefert von Ibn
Mājah).

(Dies bezieht sich vielmehr auf die Situation, wenn es Schaden) am


eigenen Recht ist, wie das Rasieren des Bartes oder wenn einem ein
langer Gefängnisaufenthalt (droht), den man nicht ertragen kann,
oder von einem eine Geldsumme (verlangt wird), die man nicht
tragen kann.

Die zweite Stufe: ein Schaden, der Härte enthält, der aber erträglich
ist, wie der Schlag, den man aushalten kann, oder
Gefängnisaufenthalt für einige wenige Tage. Es ist nicht erlaubt,
diesen zu fürchten und dafür das Verbotene zu tun oder das
Verpflichtende zu unterlassen.

Die dritte Stufe: ein kleiner erträglicher Schaden, wie die


Beleidigung, Beschimpfung, Schmähung, Verspottung. Es ist nicht

126
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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erlaubt, diesen zu fürchten und dafür das Verbotene zu tun oder das
Verpflichtende zu unterlassen.

Die vierte Stufe: Das, was Schwäche und Feigheit genannt wird, wie
wenn wir uns vor jeder Sache fürchten würden; und einige dieser
Dinge haben keine Wirklichkeit. Diese (zu fürchten) ist nicht
erlaubt, da dies abstrakte Dinge aus den Vorstellungen der
Gedanken sind.

Masʾalah: Ist die Angst vor Kündigung der Arbeitsstelle eine


Entschuldigung dafür, die Pflichten zu unterlassen oder das
Verbotene zu verrichten?

Wenn eine andere Versorgungsquelle verfügbar ist, wie z.B. ein


Handel oder ein Handwerk, so ist es keine Entschuldigung, wenn
diese Pflicht eine tatsächliche Pflicht ist. Wenn man jedoch keine
(andere Beschäftigung) findet, dann ist man entschuldigt, denn das
fällt unter Darūrah (Notwendigkeit) und ihre Beweise sind
bekannt.21

Masʾalah: Die Angst vor dem Shaytān und den Jinn ist so wie die
Angst vor Menschen — wenn man sie bei etwas fürchtet, wozu sie
nicht imstande wären, so ist es großer Shirk. Wenn man sie aber in
dem fürchtet, was sie tun könnten, so ist es ähnlich der Angst vor

21Die Worte des Shaykhs dürfen nicht uneingeschränkt aufgefasst werden, sodass
jemand daraus versteht, er könne die Gebete unterlassen, weil er nicht auf der Arbeit
beten darf, obwohl das Unterlassen des Gebets Kufr ist! Vielmehr sind Dinge darunter
gemeint, wie das Kürzen des Bartes etc., und das Wissen liegt bei Allāh.

127
——————————————————————————

Menschen. Und es kam bereits vor, dass wir Ibn Kathīr zitiert haben
in dem, was er an Aussagen der Leute des Wissens über die Āyah

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

erwähnte.

Masʾalah: Die sogenannte situationsabhängige Angst. Das bedeutet,


dass sie z.B. jemanden betrifft, der zittert und aufgeregt ist, wenn er
vor Menschen spricht. Diese (Angst) gehört zu den natürlichen
Ängsten, und daran ist nichts auszusetzen, es sei denn, es bedeutet,
dass man eine Pflicht unterlässt oder eine Sünde begeht. Wie z.B. in
einer Situation, in welcher (Leute) Sünden begehen — Wenn du
dich (ihnen) näherst, um (gegen sie) zu sprechen, fürchtest du die
Situation. In diesem Fall ist es nicht erlaubt (Furcht zu haben). Und
hierin ist auch die zuvor erwähnte Einteilung, dass es verboten ist
oder kleiner Shirk ist. Und das, wozu die Nafs sich hingezogen fühlt
(d.h., wovon ich meine, dass es richtig ist), ist, dass es kleiner Shirk
ist. Hierauf erwähnt er den Beweis:

﴾‫ﻮن ا ْن ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ُﻣ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬
ِ ُ‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ َﺎﻓُﻮﻫ ُْﻢ َو َﺎﻓ‬
Fürchtet sie aber nicht, sondern fürchtet Mich, wenn ihr Gläubige seid
(Āl ʿImrān: 175).

128
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Die dritte ʿIbādah: die Hoffnung (‫)اﻟﺮﺟﺎء‬


Sie beschreibt einen Zustand im Herzen, welcher zu Erwartungen,
Wünschen und Bestrebungen führt.

Masʾalah: Wann ist die Hoffnung Tauhīd?

Wenn die Hoffnung an Allāh geknüpft ist, gehört sie zum Tauhīd.

Masʾalah: Wann ist die Hoffnung vom Shirk?

Hierin gibt es (verschiedene) Fälle:

Wenn man von einem Geschöpf etwas erwartet und begehrt, wozu
nur Allāh fähig ist, wie z.B., dass man erwartet, dass ein Geschöpf
zum Sieg verhilft oder dass es einen mit einem Kind versorgt oder
dass es heilt und errettet.

Ebenso wenn man von Toten, Gegenständen oder Abwesenden


ohne einen mit der Wahrnehmung verbundenen Weg dazu Gutes
erwartet; dies ist großer Shirk, selbst wenn sie dazu imstande
wären, wenn sie lebendig wären.

Und dass man Hoffnung hat und von einem Geschöpf etwas
erwartet, wozu es imstande ist, während man sich darauf stützt, wie
z.B., wenn man sich darauf verlässt, dass (der Angesprochene)

129
——————————————————————————

einem Geld gibt – und man ist zuversichtlich, dass er es einem


geben wird; oder dass man sich auf die fachliche Kompetenz des
Arztes verlässt, sodass man auf eine Genesung hofft – das ist kleiner
Shirk.

Und dass man die Heilung und das Gute zwar von Allāh anstrebt,
erwartet und sich erhofft, sich jedoch als Mittel zur Genesung eines
verbotenen Weges bedient, wie z.B. des Tragens einer Kette oder
eines Fadens, oder das Legen einer sogenannten Shabakah,
während man sich von Allāh erhofft, dass sie Mittel zur Harmonie
und Verbindung zwischen Ehemann und Ehefrau wird. Das ist
kleiner Shirk, wie in dem Hadīth von ʿUqbah ibn ʿĀmir, der marfūʿ
ist, vorkommt:

„Wer einen Talisman (Tamīmah) aufhängt, der hat Shirk


begangen.“22

..und ähnliche Beispiele, wie das Opfern für Allāh an Gräbern in der
Hoffnung auf das Gute von Allāh, wobei man jedoch diesen
(bestimmten) Ort wählte, weil er gesegneter sein soll.

Hierauf erwähnt der Autor den Beweis:

﴾‫﴿ﻓَ َﻤ ْﻦ َﻛ َﺎن َ ْﺮ ُﺟﻮ ِﻟ َﻘ َﺎء َ ِرﺑ ّ ِﻪ ﻓَﻠْ َﯿ ْﻌ َﻤ ْﻞ َﻋ َﻤ ًﻼ َﺻﺎ ِﻟ ً ﺎ َو َﻻ ُْﺸ ِﺮكْ ِﺑ ِﻌ َﺒﺎ َد ِة َرِﺑ ّ ِﻪ َ ﺪ ًا‬
Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll
rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm)

22
Überliefert bei Ahmad (17422).

130
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
niemanden beigesellen
(Al-Kahf: 110).

Die vierte Anbetung: Das Vertrauen (‫)اﻟﺘﻮﻛﻞ‬


Sprachlich: Die Übergabe, die Ermächtigung

gemäß der Sharīʿah: Das Verlassen auf Allāh, um das Gute zu


erlangen und das Schlechte abzuwenden.

Wann ist der Tawakkul eine ʿIbādah?

Wenn jemand seine Angelegenheit Allāh anvertraut und Ihm


überlässt, so ist es Tauhīd.

﴾‫﴿و َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَ َ َﻮﻛﻠُﻮا‬


َ
Und verlaßt euch auf Allāh …
(Al-Māʾidah: 23)

Wann ist der Tawakkul Shirk?

In den folgenden Fällen (ist der Tawakkul Shirk):

Wenn jemand sich in Sachen auf ein Geschöpf verlässt, wozu nur
Allāh die Macht hat, wie jemand, der sich im Herabsenden des
Regens auf ein Geschöpf verlässt, im Erwerben von Rizq oder
Nachkommen. Oder jemand verlässt sich auf jemanden in Bezug
auf die Heilung oder die Abwendung von Krankheiten. Niemand ist

131
——————————————————————————

zu diesen Angelegenheiten in der Lage außer Allāh und (deshalb) ist


es großer Shirk.

Das Verlassen auf Tote und Gegenstände (ist), wenn man sich
darauf verlässt, dass der Tote einem gibt oder einen verteidigt,
großer Shirk. Das Verlassen auf die Mittel ist jedoch kleiner Shirk,
wie z.B. das Verlassen auf die fachliche Kompetenz des Arztes23 in
Bezug auf den Erfolg einer Operation, die Zuversicht wegen der
hohen Anzahl der Soldaten in Bezug auf den Sieg, das Verlassen auf
das Geschick des Fahrers bezüglich der Sicherheit vor Unfällen, und
das Verlassen auf das Lernen in Bezug auf den (schulischen) Erfolg,
und das ist eine weitverbreitete Erscheinung unter den Muslimen,
(nämlich) dass sie sich auf die Mittel verlassen.

Masʾalah: Wann genau hat sich jemand auf die Mittel verlassen?

Durch die folgenden Indizien: Darunter ist das, was mit dem
Herzen zusammenhängt. So empfindet jemand Ruhe, Gelassenheit
und Vertrautheit aufgrund des Vorhandenseins der Mittel. Wenn er
sie (die Mittel) vorfindet, ist er zuversichtlich in Bezug auf das
Ergebnis, dass er es erzielen wird. Das ist der wichtigste Grund.

23
Oft kommt die Frage auf, ob es denn kleiner Shirk wäre, wenn man sich von zwei
Ärzten für den Kompetenteren entscheidet; die Antwort lautet, dass dies dann kleiner
Shirk ist, wenn man sich mit dem Herzen auf die Kompetenz des Arztes verlässt, dabei
vergessend, dass im Endeffekt Allāh der Heiler ist und die Kompetenz des Arztes nur ein
Mittel. Wenn man sich jedoch bewusst ist, dass der Arzt nur ein Mittel ist und Allāh der
eigentliche Heiler ist, so ist dies erlaubt, und Allāh weiß es am besten.

132
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
(Dazu gehört auch,) dass man Sorge und Unruhe empfindet, dass
das Ergebnis nicht erzielt wird, wenn die Mittel sich ändern.

Als Beispiel: Wenn jemand einen Kranken zum Arzt bringt und
dieser zuversichtlich ist, dass die Operation erfolgreich sein wird,
und er Ruhe darüber empfindet und (davon ausgeht,) wenn die
Operation von einem anderen Arzt vollzogen wird, dass sie
misslingen wird, das ist kleiner Shirk. Denn Allāh sagt:

﴾‫﴿و َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَ َ َﻮﻛﻠُﻮا‬


َ
Und verlaßt euch auf Allāh …
(Al-Māʾidah: 23),

d.h., vertraut auf Ihn.

Und die Bedeutung der Āyah ist die Abwesenheit des Vertrauens auf
die Mittel. Vielmehr verwenden wir die Mittel, verlassen uns jedoch
auf Allāh.

Masʾalah: Es gibt einen Unterschied zwischen der Ruheempfindung


aufgrund der Mittel und dem Verlass auf die Mittel. Wenn z.B.
jemand sein Auto repariert und ihn für eine Reise gut vorbereitet
hat und hiernach Ruhe empfindet, so ist daran nichts auszusetzen.
Wenn er jedoch darauf vertraut, dass ihn nichts Übles treffen wird,
da sein Fahrzeug in einem einwandfreien und sehr guten Zustand
ist, so ist das Verlassen auf die Mittel.

133
——————————————————————————

Masʾalah: Was ist das Urteil der folgenden Aussage: „Ich verlasse
mich auf Allāh und auf dich“?

Diese Aussage ist nicht erlaubt und sie gehört zum kleinen Shirk
aufgrund Seiner ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ِﻠ ِﻪ ﻧْﺪَ ادًا َو ﻧْ ُﺘ ْﻢ ﺗَ ْﻌﻠَ ُﻤ‬


﴾‫ﻮن‬
So stellt Allāh nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es)
doch (besser) wißt
(Al-Baqarah: 22).

Und es wird authentisch von Ibn ʿAbbās überliefert, dass die


Aussage: „Wenn nicht Allāh und derjenige (Fulān) wären“ zum
Shirk gehört und diese Aussage ist ihr ähnlich. Und es wird
authentisch von den Salaf überliefert, dass die Aussage: „Ich suche
Zuflucht bei Allāh und bei dir“ Shirk ist und diese ist ihr ähnlich.

Masʾalah: Was ist das Urteil der folgenden Ausdrücke: Ich verlasse
mich (mache Tawakkul) auf dich, mein Verlass ist auf dich? Hierin
gibt es Meinungsverschiedenheiten unter den Späteren von den
Leuten des Wissens von dem, was ich weiß. So gibt es von ihnen
solche, die diese Aussage erlaubten und sie als Bevollmächtigung
und Übertragung der Verantwortung deuteten und sagten: „Der
Grundsatz ist die Erlaubnis.“ Die zweite Aussage: Es ist nicht
erlaubt aufgrund der Aussage des Erhabenen:

134
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
﴾‫﴿و َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ﻓَ َ َﻮﻛﻠُﻮا‬
َ
Und verlaßt euch auf Allāh
(Al-Māʾidah: 23)

von dem Ausgesprochenen (Mantūq) und vom Verständnis her


(Mafhūm), und aufgrund des Hadīthes bei Ahmad: „Wenn du dich
mir selbst überlässt, überlässt du mich der Verfehlung, Blöße und
Sünde“ und des Hadīthes von Abū Bakrah; er sagte: „Und der
Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: ‚Die Rufe des Heimgesuchten sind: ‚O
Allāh, ich hoffe auf Deine Barmherzigkeit, so überlasse mich nicht
einen Augenblick mir selbst und verbessere alle meine
Angelegenheiten. Es gibt keinen Ilāh außer Dir‘‘“ (Überliefert bei
Abū Dāwud und Ibn Hibbān erklärte ihn für sahīh).

Und es sind Ausdrücke des Shirk und man sagt nur: „Ich verlasse
mich auf Allāh, danach vertraue ich (es) dir an“ oder man sagt: „Ich
vertraue (es) dir an“, dafür gibt es kein Hindernis.

Es bleibt der Hadīth von Sahl ibn Saʿd as-Sāʿidī: „Der Gesandte
Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: ‚Wer mir das garantiert (tawakkala lī), was zwischen
seinen Beinen und was zwischen seinen zwei Kiefern ist, dem
garantiere ich (tawakkaltu lahū) Jannah‘“ (Überliefert bei al-
Bukhārī).

Könnte man sagen, dass der Ausdruck „Ich verlasse mich auf dich“
wegen diesem Hadīth erlaubt ist? Die Antwort lautet, dass
„tawakkala" (verlassen) hier nicht in der Bedeutung von „iʿtamada“
(verlassen) ist, sondern in der Bedeutung von „garantieren“ und

135
——————————————————————————

„verpflichten“ (kommt), sodass damit nicht argumentiert werden


kann.

Und ähnlich ist der Hadīth von Abū Hurayrah, dass der Gesandte
Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: „Die beste Sadaqah (Spende) ist die, die vom
Überschuss gegeben wird, und die obere (die gebende) Hand ist
besser als die untere (die nehmende) Hand und ein jeder soll mit
denen anfangen, für welche er aufkommen muss. Seine Frau sagt:
‚Gib für mich aus‘ und die Mutter seiner Kinder (Sklavin, mit der
man Kinder hat) sagt: ‚Wem vertraust du mich an?‘“ Und
„anvertrauen“ bedeutet in diesem Hadīth: „Wen verpflichtest du
über mich?“ oder: „Wem überlässt du mich?“ und es ist nicht in der
Bedeutung des Verlassens (auf jemanden).

Masʾalah: Was ist das Urteil darüber, wenn man es hinzufügt (ein
Verlassender auf Allāh und dann auf euch)? Das Offenkundige ist,
dass es nicht erlaubt ist, da das, wovon abgehalten wird, im
Wortlaut selber ist, egal ob man es alleinstehend sagt oder
zusammenfügt.

Masʾalah: Was ist das Urteil von Selbstvertrauen? Dies gilt es


detailliert zu betrachten: Wenn mit „Du musst auf dich vertrauen“
gemeint ist, dass du dich (gänzlich) auf dich verlässt, so ist dies nicht
erlaubt, denn das gehört zu dem (vollkommenen) Verlassen auf die
Mittel. Wenn damit aber gemeint ist, dass du in dieser Sache
erfahren bist und und es dir leichtfällt, dann ist dies erlaubt.

136
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Masʾalah: Was ist das Urteil darüber, wenn wir sagen: „Dieser Mann
ist zuverlässig, du musst dich auf ihn verlassen“? Dies gilt es
detailliert zu betrachten. Wenn damit gemeint ist, dass er
vertrauenswürdig (amīn) ist, nicht hintergeht und die Arbeit so
verrichtet, wie es sich gehört, dann gibt es nichts (daran zu
kritisieren) und es ist erlaubt. Wenn es aber bedeutet, dass man sich
gänzlich auf ihn verlässt und dass das Resultat dann auftreten wird,
so ist dies vom kleinen Shirk.

Die fünfte ʿIbādah: das Begehren (‫)اﻟﺮﻏﺒﺔ‬


In al-Misbāh al-Munīr heißt es: „Es ist die Weite. Es wird gesagt:
‚eine Sache raghiba‘, d.h. sie weitet sich aus.“

Darauf basierend ist es das weite und starke Bestreben, und es


kommt auch mal mit der Bedeutung von „Eifer“, welcher das starke
Wollen ist, und es kommt auch mal mit der Bedeutung von „Die
zahlreiche Gabe“.

Wenn es (das Begehren) im Duʿāʾ vorkommt, dann ist das Begehren


(die Raghbah) hierin seine Verlängerung und Häufigkeit und die
Weite darin, und es wird als Duʿāʾ der Raghbah bezeichnet, und die
Verlängerung in der ʿIbādah wird ʿIbādah des Begehrens genannt.

Masʾalah: Wann ist das Begehren Tauhīd?

Sich oft zu Allāh zu wenden, und die Weite im Wenden zu Allāh,


durch Duʿāʾ, durch Taten und ʿIbādah – dann ist es Tauhīd.

137
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Masʾalah: Wann ist das Begehren Shirk?

Es wird (zum Shirk), wenn das sich Wenden an eine bestimmte


Person bei der Erfüllung der Wünsche (das Wenden an Allāh)
übersteigt. Das wird als großer Shirk gezählt. Zum Beispiel (fällt
dies auf denjenigen), der die Gräber aufsucht und sie küsst, wenn
etwas von seinen Wünschen in Erfüllung geht; dies ist ʿIbādah an
jemand anderen als Allāh; wie derjenige, der das Erbitten (der
Erfüllung) seiner Bedürfnisse bei den Jinn und den leblosen Dingen
häufiger macht (als das Erbitten bei Allāh), egal ob es von dem ist,
wozu nur Allāh imstande ist, oder etwas anderes.

Wenn sich das Wenden an die Geschöpfe bei dem Streben nach
Erfüllung der Wünsche zunimmt und diese dazu imstande sind,
dann ist es kleiner Shirk, wenn man sich (gänzlich) auf diese
verlässt.

Wenn man sich nicht (gänzlich) auf sie verlässt, dann ist es von den
Dingen, die den Tauhīd verringern, aufgrund des Hadīthes: „Sie
bitten nicht um Ruqyā, und sie heilen ihre Wunden nicht durch
Brennen, und sie vertrauen auf ihren Herrn.“

Was den Beweis betrifft, so hat dieser drei ʿIbādāt (in sich) vereint:

﴾‫ﻮن ِﻓﻲ اﻟْ َ ْ َﺮ ِات َوﯾَﺪْ ُﻋﻮﻧَﻨَﺎ َرﻏَ ًﺒﺎ َو َر َﻫ ًﺒﺎ‬


َ ‫﴿اﻧﻬ ُْﻢ َﻛﺎﻧُﻮا َُﺴ ِﺎر ُﻋ‬
Sie pflegten sich ja mit den guten Dingen zu beeilen und Uns in
Begehren und Ehrfurcht anzurufen
(Al-Anbiyāʾ: 90).

138
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Es ist ersichtlich von der Beweisführung des Autors, dass das
Begehren ein Zustand von den Zuständen des Duʿāʾ ist und es ist
eine Eigenschaft zur Erläuterung der Art des Duʿāʾ, nämlich dass es
ein Duʿāʾ des Begehrens ist. Dies ist gemäß der Erklärung des Duʿāʾ
in der allgemeinen Bedeutung, d.h., Duʿāʾ der ʿIbādah und Duʿāʾ des
Bittens; und hier sind einige Āyāt des (qurʾānischen) Textes über die
ʿIbādah des Begehrens, wie Seine Aussage:

﴾‫﴿واﻟ َ ٰﻰ َرﺑ ّ َِﻚ ﻓَ ْﺎرﻏَ ْﺐ‬


َ
und nach deinem Herrn richte dein Begehren aus
(Al-Inshirāh: 8),

َ ‫﴿ا اﻟ َ ٰﻰ َ ِرﺑ ّﻨَﺎ َرا ِﻏ ُﺒ‬


﴾‫ﻮن‬
Gewiß, nach unserem Herrn steht unser Begehren
(Al-Qalam: 32).

Die sechste ʿIbādah: Die Ehrfurcht (‫)اﻟﺮھﺒﺔ‬


Sprachlich: Es ist abgeleitet von ar-Ruhābah, welches der Knochen
zu Beginn des Bauchs ist (unterster Teil des Brustknochens). Es wird
gesagt: „Das Kamel rahaba“, wenn es lange Knochen hat und zu dem
Mönch von den Christen wird Rāhib gesagt, weil er die Angst
verlängert und langzieht, und dies ist, was al-ʿAskarī in al-Furūq al-
lughawiyyah auf Seite 200 erwähnte. Von daher ist die Ehrfurcht
also: die lang andauernde Angst und die starke Angst.

Was ist der Unterschied zwischen der Angst und der Ehrfurcht?

139
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Der Unterschied ist zeitlich. Wenn dein Herz für eine kurze
Zeitspanne erzittert und voller Besorgnis ist, wird das Angst
genannt. Wenn das Zittern und die Besorgnis sich aber in die Länge
ziehen und andauern, so wird das Ehrfurcht genannt.

Hier ist noch ein Unterschied: die Angst ist die Erwartung des
möglichen Schadens, der eintreten kann oder auch nicht, sodass es
(das Herz), wenn es daran denkt, dass er (der Schaden) eintreten
wird, besorgt ist, und wenn es sich erinnert, dass er nicht eintritt,
sich beruhigt.

Die Ehrfurcht aber ist die Erwartung des Schadens, über den man
sich sicher ist. Deswegen verlängert sich die Angst. Jemand, über
den mit dem Tod geurteilt wurde, wird Rāhib genannt, da der
Schaden mit Gewissheit feststeht und man findet ihn in ständiger
Angst, bis er getötet wird. Was aber den betrifft, der die tatsächliche
Tötung nicht erwartet, so wird dies nur Angst genannt.

Die siebte ʿIbādah: die Demut (‫)اﻟﺨﺸﻮع‬


Der Autor von „Al-Misbāh Al-Munīr“ sagte: „Abgeleitet von
‚Khashaʿat al-Ard (die Erde)‘, wenn sie ruhig ist.“

So bedeutet die Demut hier die Gelassenheit und Ruhe im Herzen,


in den Gliedmaßen, der Stimme, dem Blick und dem Gang, also die
Ruhe der Gliedmaßen.

Wann ist die Demut ʿIbādah?

140
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Wenn man vor Allāh ruhig und still steht mit den Gliedmaßen, so
wird dies Khushūʿ genannt. Deshalb ist das äußerliche
Erscheinungsbild des Betenden Ergebenheit, da er mit gesenkten
Kopf im Gebet steht und auf den Platz der Niederwerfung blickt.
Wenn er zum Gebet geht, so geht er mit Ruhe und mit gesenkter
Stimme und gesenktem Blick. So ist dies Khushūʿ beim Gang zum
Gebet.

Wann ist die Demut Shirk?

Wenn man vor einem Grab oder einer Person stillsteht, ohne sich
zu bewegen, so ist dies Khushūʿ, auch wenn man nichts von ihm
verlangt, und dies zählt zum großen Shirk. Dasselbe ist es, wenn
man mit ruhigen Gliedmaßen und mit ruhigem Herzen zum Grab
eines Walī geht — so ist dies die ʿIbādah des Khushūʿ.

Aus diesem Grunde sehen wir die Grabesanbeter an ihren Gräbern


in Ruhe und Andacht stehen. Genauso verhält es sich mit dem
Murīd (Sūfī-Schüler) und dem Sūfī vor seinem Shaykh; so findest
du ihn in Andacht und mit gesenktem Kopf, bewegungslos und mit
Khushuʿ in seinem Herzen. Dies ist die ʿIbādah der Demut, und dies
zählt zum großen Shirk.

Der Beweis hierfür ist:

﴾‫﴿ َو َﻛﺎﻧُﻮا ﻟَﻨَﺎ َِﺎﺷ ِﻌ َﻦ‬


und sie pflegten vor Uns demütig zu sein
(Al-Anbiyāʾ: 90).

141
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So ist der Ursprung beim Khushūʿ die Tat des Herzens, und die
Körperteile deuten darauf hin.

Die achte ʿIbādah: die Furcht (‫)اﻟﺨﺸﯿﺔ‬


Sie ist die Angst vor einer Person; wenn du also vor einer
bestimmten Person Angst hast, ohne die Strafe in Betracht zu
ziehen, welche er bald auf dich anwenden wird, so wird dies Furcht
genannt.

Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen der Angst (Khawf) und


der Furcht (Khashyah). Al-Khawf ist nämlich Beunruhigung und
Aufregung vor der Strafe und dem Verhassten. Al-Khashyah ist die
Angst vor der Person an sich.

Wenn Zayd dich töten möchte und du beunruhigt und aufgeregt


bist aufgrund der Tötung, so nennt man dies Angst (Khawf). Wenn
du jedoch vor Zayd als Person Angst hast, ohne die Strafe zu
betrachten, so nennt man dies Furcht (Khashyah). Und darauf
deutet die Aussage Allāhs im Qurʾān:

﴾‫ﻮن ُﺳ َﻮء اﻟْ ِﺤ َﺴ ِﺎب‬


َ ُ‫﴿ﯾَﺨْﺸَ ْﻮ َن َرﺑﻬ ُْﻢ َوﯾ َ َﺎﻓ‬
… sie fürchten ihren Herrn und haben Angst vor einer bösen
Abrechnung.
(Ar-Raʿd:21).

So bezog er die Khashyah auf Allāh und Khawf auf die Abrechnung.

Und Seine Aussage:

142
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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َ ‫﴿ان اﻟ ِﺬ َﻦ ُﻫ ْﻢ ِﻣ ْﻦ ﺧ َْﺸ َﯿ ِﺔ َرِﺑ ّﻬِ ْﻢ ُﻣ ْﺸ ِﻔ ُﻘ‬


﴾‫ﻮن‬
Gewiß, diejenigen, die aus Furcht vor ihrem Herrn besorgt sind
(Al-Muʾminūn: 57)

Wann ist die Furcht Tauhīd?

Wenn sich deine Furcht auf Allāh bezieht.

Wann ist die Furcht Shirk?

Wenn dein Herz wegen dem Toten im Grab oder den Statuen bebt,
ohne das zu betrachten, was er mit dir machen wird.

Die neunte ʿIbādah: die Umkehr (‫)اﻹﻧﺎﺑﺔ‬


In al-Mufradāt heißt es: „Es ist die ständige Rückkehr zu einer
Sache; daher kommt: ‚yantābuhu‘, d.h., er beabsichtigt es wieder
und immer wieder.“

Wann ist die Inābah Tauhīd?

Wenn jemand bei Heimsuchungen immer wieder zu Allāh


zurückkehrt, so sagt man: „Er machte Inābah zu Allāh.“

Wann ist die Inābah Shirk?

143
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Wenn jemand bei Heimsuchungen immer wieder das Grab


aufsucht, so sagt man: „Er machte Inābah zum Toten im Grab.“
Wenn er nur einmal zu ihm geht, so ist es großer Shirk. Das ständige
Zurückkehren jedoch ist noch stärkerer Shirk.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Begehren (ar-Raghbah)


und der Umkehr (al-Inābah)?

Ar-Raghbah ist das häufige und regelmäßige Zurückkehren. So


auch die Inābah, die Raghbah jedoch bezieht sich auf die geliebten
Dinge und al-Inābah ist das ständige Zurückkehren bei
Heimsuchungen und verhassten Dingen.

Trägt die Inābah die Bedeutung von Reue (at-Tawbah)?

Die Reue ist spezieller als die Inābah, so ist sie das spezielle
Zurückkehren auf eine bestimmte Weise. Sie ist das Zurückkehren
mit dem Stoppen der Tat und dem Bedauern. Der Beweis für den
Unterschied zwischen Tawbah und Inābah ist die Aussage Allāhs:

﴾۩ ‫﴿ﻓَ ْﺎﺳ َﺘ ْﻐ َﻔ َﺮ َرﺑ ُﻪ َوﺧَﺮ َرا ِﻛ ًﻌﺎ َو َ َب‬


Da bat er seinen Herrn um Vergebung und fiel in Verbeugung nieder
und wandte sich (Ihm) reuig zu
(Sād: 24).

Und der Beweis für die Inābah ist:

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾‫﴿ َو ِﻧ ُﻮا اﻟ َ ٰﻰ َ ِر ّ ُﻜ ْﻢ َو ْﺳ ِﻠ ُﻤﻮا ﻟ َ ُﻪ‬
Und wendet euch eurem Herrn reuig zu und seid Ihm ergeben …
(Az-Zumar: 54).

Die zehnte, elfte und zwölfte Art der Anbetung; diese Anbetungen
sind sich ähnlich weshalb wir sie zusammen erwähnen.

Die Hilfesuche (‫)اﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬


Sprachlich gesehen entspringt es von Beihilfe, Beistand und
Unterstützung. Man sagt z.B: Fulān half mir, d.h., er ist mein Helfer.
Und der Helfer ist der Unterstützer, sodass al-Istiʿānah die Beihilfe
ist.

Fachspezifisch bedeutet es, die Hilfe von Allāh zu erbitten.

Die Zufluchtsuche (‫)اﻻﺳﺘﻌﺎذة‬


Sprachlich kommt es von al-ʿAwdh, welches die Zufluchtsuche bei
etwas24 ist und das Festhalten daran und die Bitte um Sieg;
deswegen wurden so die Muʿawwidhatayn (Sūrah al-Falaq und an-

24
Der Shaykh nannte ein Grab (welches ein Beispiel ist) in der sprachlichen
Definition, sodass davon auszugehen ist, dass es aus Versehen war und er es
eigentlich als Beispiel anführen wollte; deswegen ersetzte ich das Wort „Grab“
mit „etwas“, da dies allgemein ist und in die sprachliche Definition passt.

145
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Nās) genannt, da sie vor dem Übel bewahren; so sind sie die Bitte um
Zuflucht.

Gemäß der Sharīʿah ist es die Zufluchtsuche bei Allāh.

Der Hilferuf (‫)اﻻﺳﺘﻐﺎﺛﺔ‬


Sprachlich kommt es von al-Ghawth. So sagt man: „Aghāthahu“,
und dies bedeutet: „Er half ihm, brachte ihm den Sieg und entfernte
die Schwierigkeit von ihm.“ Deswegen wurde der Regen Ghawth
genannt, da er die Schwierigkeit der Dürre hinwegnimmt. Und es ist
zu vermerken, dass ein gemeinsamer Nenner bei den Definitionen
besteht.

Die Hilfesuche, die Zufluchtsuche und der Hilferuf sind alle Beihilfe
und Unterstützung, sie unterscheiden sich jedoch entsprechend der
Lage und der Zeit. Wenn einem z.B. etwas Schlechtes widerfährt
und man Unterstützung erbittet, um dies abzuwehren, so nennt
man dies Hilferuf (Istighāthah). Den Ruf des Ertrinkenden
bezeichnet man somit als Istighāthah. Wenn einem bis jetzt noch
nichts Schlechtes widerfahren ist, es aber auf dem Weg ist, einen zu
befallen, und man (in dieser Situation) bittet, damit es nicht
eintrifft, so nennt man dies die Zufluchtsuche (Istiʿādhah). Bei
normalen Angelegenheiten, wenn dich nichts Schlechtes befallen
hat und du es auch nicht erwartest, so nennt man das Erbitten von
Hilfe (Istiʿānah).

Wann sind sie (diese Taten) Tauhīd?

146
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Wenn die Hilfesuche, die Zufluchtsuche und der Hilferuf einzig an
Allāh (gerichtet) sind.

Wann sind sie Shirk?

In den folgenden Fällen: Wenn die Hilfesuche, die Zufluchtsuche


und der Hilferuf an die Geschöpfe gerichtet werden in Dingen, zu
denen niemand imstande ist außer Allāh, wie das Bitten um Hilfe
beim Abwenden der Dürre und ähnlichem – dazu ist niemand
imstande außer Allāh.

Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ا كَ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪُ َوا كَ َ ْﺴ َﺘ ِﻌ ُﻦ‬


Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe
(Al-Fātihah: 5).

Was jedoch die Hilfesuche, die Zufluchtsuche und den Hilferuf zu


den Geschöpfen angeht in Dingen, zu denen sie imstande sind,
während sie sich gleichzeitig noch auf sie verlassen, wie wenn man
bspw. in einer Schwierigkeit steckt und den Herrscher um Hilfe
bittet, oder man im Meer ertrinkt und Leute um Hilfe ruft und man
sich jedoch auf sie verlässt25, so ist dies kleiner Shirk.

Das Anzeichen für das Verlassen auf sie ist, dass man voller Ruhe
glaubt, dass sie einen retten werden und sich darauf verlässt, dass

25Diese Bedingung, die der Shaykh nannte, ist sehr wichtig, denn von ihr ist abhängig,
ob eine Tat in solchen Fällen kleiner Shirk ist oder nicht.

147
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die Rettung durch den Herrscher oder die Menschen eintreten wird.
Dies ist wie derjenige, der die Armee um Hilfe bittet und dann
ruhigen Herzens glaubt, dass der Sieg eintreffen wird; dies ist vom
kleinen Shirk.

Wenn das Ansprechen an jemanden gerichtet ist, der abwesend ist


oder nicht hört, so ist dies ein Weg der vorislāmischen Zeit.

Der Erhabene sagte:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

Sie pflegten sie beim Abstieg in ein Tal anzusprechen, obwohl sie
(die Jinn) nicht anwesend waren. Und dies fällt unter den großen
Shirk, selbst wenn man sie um etwas bittet, wozu sie imstande
wären, wie wenn dein Auto z.B. ausfällt und du sprichst: „O Jinn,
helft mir!“

Wenn jedoch niemand dazu imstande ist außer Allāh, so ist es


(stets) großer Shirk. Und wir haben vorher schon erwähnt, was Ibn
Kathīr zu diesem Vers erwähnte, und auch das, was al-Bukhārī von
Ibn Masʿūd überlieferten: „Einige Menschen pflegten einige Jinn
anzubeten, sodann nahmen die Jinn den Islām an, die Menschen
jedoch beharrten auf ihrem Dīn.“

148
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Das Urteil über die die Hilfesuche, den Hilferuf und die Zufluchtsuche
bei den Jinn:

Wenn du sie um Hilfe bittest und sie um Hilfe rufst in Dingen, zu


denen niemand imstande ist außer Allāh, so ist es großer Shirk. Jede
Sache, zu der niemand imstande ist außer Allāh, ist großer Shirk,
wenn man sie jemand anderem widmet. Und aufgrund des Hadīths:

„Wenn du um Hilfe bittest, so bitte Allāh um Hilfe“.

Dies überlieferte at-Tirmidhī vom Hadīth von Ibn ʿAbbās und er


sagte: „Hasan Sahīh“.

Und wenn du sie um Hilfe bittest und um Hilfe rufst während ihrer
Abwesenheit, so ist es auch großer Shirk. Der Erhabene sagte:

َ ‫﴿و ﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِر َ ﺎ ٌل ِﻣ َﻦ ْاﻻ ْ ِﺲ ﯾ َ ُﻌﻮ ُذ‬


﴾‫ون ِ ِﺮ َ ﺎلٍ ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ ﻓَ َﺰادُوﻫ ُْﻢ َر َﻫﻘًﺎ‬ َ
Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu
nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei)
ihnen die Drangsal
(Al-Jinn: 6)

Der Grund für die Offenbarung dieses Verses war, dass die Quraysh,
wenn sie in ein Tal hinabgingen, sagten: „Wir suchen Zuflucht beim
Führer dieses Tales vor den Törichten seines Volkes.“

Wenn du sie um Hilfe bittest und sie dich hören, anwesend sind und
in der Lage dazu, so waren sich die Leute des Wissens darüber
uneinig.

149
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1. Die erste Meinung: Es ist erlaubt in erlaubten Dingen, wenn man


sie z.B. nach einem bestimmten verlorenen Gegenstand fragt, oder
dass sie etwas für dich transportieren, während sie anwesend sind
und die Worte hören.

So ist es in Ordnung aufgrund des Handelns von Sulaymān ‫ – ﷺ‬er


ließ die Jinn für sich arbeiten, wie es bekannt ist.

Der Erhabene sagte:

‫﴿ َو ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ َﻣﻦ ﯾ َ ْﻌ َﻤ ُﻞ ﺑ َ ْ َﻦ ﯾَﺪَ ﯾْ ِﻪ ِ ْذ ِن َ ِرﺑ ّ ِﻪ َو َﻣﻦ َ ِﺰ ْغ ِﻣ ْﻬ ُْﻢ َﻋ ْﻦ ْﻣ ِﺮ َ ﻧ ُ ِﺬ ْﻗ ُﻪ ِﻣ ْﻦ‬


‫ﯾﺐ َوﺗَ َﻤﺎ ِﺛﯿ َﻞ َو ِﺟ َﻔ ٍﺎن‬
َ ‫ﻮن ﻟ َ ُﻪ َﻣﺎ َﺸَ ﺎ ُء ِﻣ ْﻦ َﻣ َ ِﺎر‬ َ ُ‫َ َﺬ ِاب اﻟﺴ ِﻌ ِﺮ ۝ ﯾ َ ْﻌ َﻤﻠ‬
‫ﺎت ا ْﻋ َﻤﻠُﻮا َل د َُاوو َد ُﺷ ْﻜ ًﺮا َوﻗَ ِﻠﯿ ٌﻞ ِﻣ ْﻦ ِﻋ َﺒﺎ ِد َي‬ ٍ ‫َﻛﺎﻟْ َﺠ َﻮ ِاب َوﻗُﺪُ ٍور َر ِاﺳ َﯿ‬
﴾‫اﻟﺸ ُﻜ ُﻮر‬
Und unter den Jinn gab es manche, die mit der Erlaubnis seines Herrn
vor ihm tätig waren. Wer von ihnen von Unserem Befehl abweicht, den
lassen Wir von der Strafe der Feuerglut kosten.
Sie machten ihm, was er wollte, an Gebetsräumen, Bildwerken,
Schüsseln wie Wasserbecken und feststehenden Kesseln. – „Verrichtet,
ihr Sippe Dāwūds, eure Arbeit in Dankbarkeit“, denn (nur) wenige von
Meinen Dienern sind wirklich dankbar
(Sabaʾ: 12-13).

Wie bei der Geschichte von Ubayy Ibn Kaʿb, in der es heißt, dass sie
eine Scheune besaßen, in der getrocknete Datteln waren, und es war
von dem, worum er sich kümmerte. Er bemerkte, dass sie weniger
wurden, so bewachte er sie des Nachts. Da erschien ein Biest, dessen

150
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Gesichtszüge wie die eines herangewachsenen Jungen waren. Er
(Ubayy ibn Kaʿb) sagte: „Ich gab ihm Salām und er erwiderte ihn mir.
Ich sagte: ‚Was bist du, ein Jinn oder ein Mensch?‘ Er sagte: ‚Ein
Jinn.‘ Ich sagte: ‚Reich mir deine Hand.‘ Da (sah ich) eine
Hundepfote und Hundefell. Ich sagte: ‚So wurden die Jinn
erschaffen.‘ Er sagte: ‚Ich kenne die Jinn, unter ihnen gibt es
niemanden, der stärker ist als ich.‘ Ich sagte: ‚Was hat dich zu dem
bewegt, was du getan hast?‘ Er sagte: ‚Es erreichte mich, dass du ein
Mann bist, der die Spende liebt, da wollte ich etwas von deinem
Essen ergattern.‘ Ich sagte: ‚Was wird uns vor euch beschützen?‘ Er
sagte: ‚Diese Āyah, Āyat al-Kursiyy.‘“

Er (der Überlieferer) sagte: „Ich verließ ihn und ging am nächsten


Tag zum Gesandten Allāhs ‫ﷺ‬.“ Er berichtete ihm (was geschehen
war) und der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: „Der Boshafte hat die
Wahrheit gesprochen.“ Abū Hātim sagte: „Der Name von Ibn Ubayy
ibn Kaʿb ist at-Tufayl ibn Ubayy ibn Kaʿb. Ibn Hibbān erklärte ihn
für Sahīh.“

Und dies ist, was ibn Taymiyyah erlaubte, so wie es von ihm
erwähnt wird.

2. Zweite Meinung: Es ist in den erlaubten Dingen nicht genehmigt,


um die Tür zum Verbotenen zu schließen, und diese Meinung ist es,
zu der die Seele neigt (dass sie richtiger ist).

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Und was die verbotenen Dinge betrifft, wie das Schaden oder Töten
einer Person, so ist dies (erst recht) harām und nicht erlaubt; der
Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َوﺗَ َﻌ َﺎوﻧُﻮا َﻠَﻰ اﻟْ ّ ِِﺮ َواﻟﺘ ْﻘ َﻮ ٰى َو َﻻ ﺗَ َﻌ َﺎوﻧُﻮا َﻠَﻰ ْاﻻﺛْ ِﻢ َواﻟْ ُﻌﺪْ َو ِان‬
… helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen
(Al-Māʾidah: 2).

Die dreizehnte ʿIbādah: Das Schlachten (‫)اﻟﺬﺑﺢ‬


„Das Schlachten“ (‫ )اﻟﺬﺑﺢ‬bedeutet sprachlich: das Durchtrennen. Es
heißt im Buch „Mufradāt lil-Qurʾān“: Die Grundlage des
Schlachtens ist das Durchtrennen der Kehle der Tiere. Und „Ich
habe die Maus geschlachtet“ bedeutet: „Ich habe sie durchtrennt.“

Fachspezifisch bedeutet das Schlachten: das Schlachten der


Opfergaben, um sich Allāh zu nähern, Ihn zu ehren, sich vor Ihm zu
demütigen, und dies auf eine spezielle Art.

Das Schlachten als ʿIbādah ist das Vergießen des Blutes als eine Art
der Annäherung und der Ehrung. Was jedoch nur das Wort
„Schlachten“ betrifft, so bedeutet es Blutvergießen.

Wann ist das Schlachten Tauhīd?

Wenn man zur Verherrlichung Allāhs und um Ihm näher zu


kommen, schlachtet.

Wann ist das Schlachten für andere außer Allāh Shirk?

152
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Wenn man als Annäherung und Verherrlichung für andere außer
Allāh schlachtet. Und die Bedeutung von „als Annäherung“ ist, dass
es ihm im Erlangen von Gutem und im Abwenden von Schlechtem
nützen soll; wenn das Ziel deiner Schlachtung ist, dass es dir in
Angelegenheiten des diesseitigen oder des jenseitigen Lebens
Nutzen bringen soll, oder dass es das Schlechte oder ein Unglück
von dir abwenden soll; so beabsichtigte man die Nähe im
übertragenen Sinne. Was (den Ausdruck) „als Verherrlichung“
angeht, so ist seine Bedeutung, dass sich im Herzen (des
Schlachtenden) die Erhabenheit und die Stellung (dessen, dem es
gewidmet wird,) festsetzt, und diese Verherrlichung und
Verehrung einen dazu bringt, dass man für ihn schlachtet; und dies
enthält mehrere Arten:

1. Das Schlachten für die Jinn, um sich ihrer Boshaftigkeit zu


entledigen oder damit sie einem in einer Angelegenheit helfen. Und
hierzu gehört auch das Schlachten, um den Zauber oder den bösen
Blick (al-ʿAyn) zu lösen. In diesem Fall ist man ein Mushrik des
großen Shirks aufgrund des Hadīths:

„Allāh hat denjenigen verflucht, der für etwas anderes als Allāh
schlachtet.“

2. Das Schlachten an Hauseingängen, wenn diese fertig gestellt


werden, oder bei der Errichtung des Hauses, um vor dem Übel der
Jinn, dem Neid, dem bösen Blick und ähnlichem sicher zu sein.
(Hierzu gehört auch) das Schlachten bei der Errichtung jeder
(anderen) Sache, wie beim Graben eines Brunnens und ähnlichem.

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3. Das Schlachten für die Toten und die Awliyāʾ an ihren


Grabmälern, entweder, um sie zu verherrlichen oder um sie zu
ehren, oder aber, damit sie einem in diesem Leben oder im nächsten
nutzen. Was jedoch das Schlachten für die Toten als Spende oder
Opfergabe angeht, so ist mit diesem Schlachten gemeint, dass man
ihnen den Lohn schenkt – nicht, dass das Schlachten selbst ihnen
gewidmet ist. (Dies ist so) aufgrund des Hadīths:

„Ein Mann wird das Höllenfeuer wegen einer Fliege betreten …“26

4. Das Schlachten für den Sultān oder den Amīr, um ihn zu


verherrlichen, und für die Mächtigen und Großen, um sie zu
verherrlichen, weil sie groß sind, oder um ihnen nahezukommen,
damit sie einem in Bezug auf Geld, eine Position und dergleichen

26Er meint folgenden Hadīth, welchen Ahmad u.a. von Salmān al-Fārisī überlieferten,
(nämlich,) dass der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte: „Ein Mann trat in das Paradies ein wegen
einer Fliege und ein Mann trat in das Höllenfeuer ein wegen einer Fliege“, sie (die
Gefährten) fragten: „Wie ist dies möglich, oh Gesandter Allāhs?“ Er sagte: „Zwei Männer
kamen an einem Volk vorbei, das einen Götzen hatte, an dem sie niemanden passieren
ließen, der ihm nicht ein Opfer darbrachte. Sie befahlen dem ersten, ein Opfer
darzubringen. Er sagte: „Ich habe nichts, um es zu opfern“, so sagten ihm die Leute dieses
Volkes: „Opfere irgendetwas, selbst wenn es eine Fliege ist.“ So opferte er (ihrer Götze)
eine Fliege. Sie machten ihm den Weg frei und er trat in das Höllenfeuer ein. Sie (die
Leute des Volkes) sagten zu dem anderen Mann: „Bringe (unserem Götzen) ein Opfer
dar“. Er sagte: „Ich werde niemals etwas jemand anderem opfern, als Allāh.“ So schlugen
sie ihn auf den Nacken (töteten ihn) und er trat in das Paradies ein.“ Das Richtige
ist, dass der Hadīth mawqūf sahīh ist, d.h. die Überlieferungskette geht nur bis zum
Sahābī, jedoch kann er sowas unmöglich aus eigener Meinung gesagt haben, und selbst
wenn gesagt werden sollte, dass er es von den Leuten der Schrift (Ahl al-Kitāb) hörte, so
beeinhaltet der Hadīth keine falsche Bedeutung, wie manche behaupten, denn die
Entschuldigung durch Zwang (Ikrāh) ist eine Besonderheit dieser Ummah, sodass dieses
Privileg jenem, der die Fliege opferte, nicht zustand und er somit die Strafe verdiente.

154
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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nutzen. Und diese (Art) gehört zum großen Shirk wegen dem, was
man von Seiner ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage versteht:

﴾‫﴿ﻓَ َﺼ ِ ّﻞ ِﻟ َﺮﺑ ّ َِﻚ َواﻧْ َﺤ ْﺮ‬


So bete zu deinem Herrn und opfere
(Al-Kawthar: 2).

durch das Verständnis des Entgegengesetzten. Und Shaykh


Sulaymān al-Hafīd (der Enkel) zitiert in „Taysīr al-ʿAzīz al-Hamīd“
die Gelehrten von Bukhārā, dass das Schlachten beim Erscheinen
des Sultāns zu dem gehört, „worüber ein anderer (Name) als Allāh(s)
gerufen wurde“.

Und (diese Handlung) ist damit vergleichbar, dass man auf den
Sultān bis zu seinem Eintritt oder seine Erscheinung wartet, und
sich vor ihm verneigt. Und sie zeigt sich dadurch, dass das Opfertier
genommen und geschlachtet wird, wenn (der Sultān) aus dem
Flugzeug steigt oder wenn er durch die Tür oder in einen Saal
hineinkommt, oder wenn er kommt oder erscheint.

Und die Zeichen dafür sind, dass man in ihrer Anwesenheit


schlachtet, jedoch ist man hiernach bezüglich des Fleisches dieses
Opfers unbekümmert. Die einzige Sorge, die man trägt, ist, dass sie
wissen, dass das Schlachten ihnen galt. Wenn du jedoch an einem
anderen Ort schlachtest, z.B. im Schlachthof, und hierauf aus
Gastfreundschaft mit dem Fleisch kommst, damit es gegessen wird,
so ist das im Ursprung erlaubt. Unerlaubt wäre es, wenn darin
Verschwendung ist, und erwünscht wäre (diese Handlung), wenn es

155
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aus Ehrung des Gastes gemacht wird, aufgrund der Ahādīth, welche
dazu anspornen, wie seine ‫ ﷺ‬Aussage:

„Und wer an Allāh und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen
Gast ehren“
in den Sahīhayn von Abū Hurayrah.

Das Schlachten an Geburtstagen, wie seinem ‫ ﷺ‬Geburtstag oder am


Geburtstag der Awliyāʾ zu ihrer Ehrung27, ist großer Shirk. Und zum
großen Shirk gehört das Schlachten und das Erwähnen anderer
Namen als den Namen Allāhs, wie die Aussage: „Im Namen des
Volkes“ oder: „im Namen des Königs“ oder: „im Namen der Ummah“
oder: „im Namen des Messias“, oder dass der Name Allāhs erwähnt
wird und mit ihm ein anderer — dies ist großer Shirk. Allāh der
Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻓَ َﺼ ِ ّﻞ ِﻟ َﺮﺑ ّ َِﻚ َواﻧْ َﺤ ْﺮ‬


So bete zu deinem Herrn und opfere
(Al-Kawthar: 2).

und Er sagte:

27Damit ist die Verehrung gemeint, welche eine Anbetung darstellt; wenn jemand also
bspw. am Geburtstag des Propheten ‫ ﷺ‬für Allāh schlachtet, weil er denkt, es wäre ein
besonderer Tag, der gefeiert werden müsse, der begeht selbstverständlich keinen Shirk.

156
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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َ ‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ِﻠ ِﻪ ﻧْﺪَ ادًا َو ﻧْ ُﺘ ْﻢ ﺗَ ْﻌﻠَ ُﻤ‬


﴾‫ﻮن‬
So stellt Allāh nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es)
doch (besser) wißt
(Al-Baqarah: 22).

Und alle diese sechs erwähnten Arten sind großer Shirk.

Masʾalah: Wird das Schlachten in einen großen und einen kleinen


Shirk unterteilt?

Der Shirk wird im Schlachten nicht unterteilt, da dies eine ʿIbādah


ist — und wenn man eine ʿIbādah für jemand anderen als Allāh
verrichtet, so ist das großer Shirk. Was den kleinen Shirk angeht, so
ist dies das, was sich unter der Widmung einer ʿIbādah (jemand
anderem außer Allāh) befindet.

Masʾalah: Die folgenden Fälle des Schlachtens werden als erlaubt


betrachtet, da es eine Schlachtung für Allāh ist und damit sharīʿah-
konforme, erlaubte Bedeutungen beabsichtigt werden:

1. das Schlachten für die Gäste aus Ehrung und Gastfreundschaft,

2. das Schlachten für die Familie, um für sie aufzukommen,

3. das Schlachten für die Eltern und die Verwandtschaft, damit


ihnen der Lohn zugeschrieben wird,

4. das Schlachten anlässlich von Festen, ʿAqīqah und dergleichen,

157
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5. das Schlachten des Hady (Opfertiers) — und das ist für den
Mutamattiʿ und den Qārin28 verpflichtend.

6. das Schlachten als Sühne für das Begehen von verbotenen Taten
(im Weihezustand).

Die vierzehnte ʿIbādah: Das Gelübde (‫)اﻟﻨﺬر‬


Sprachlich: Dass man für sich etwas verpflichtend macht, was keine
Pflicht ist.

Fachspezifisch: Der Mukallaf29 verpflichtet sich selbst zu etwas,


was an sich keine Pflicht ist, um denjenigen zu verherrlichen, für
welchen man ein Gelübde ablegte, und um sich ihm zu nähern.

Wann ist das Gelübde Tauhīd?

Was die Annäherung zu Allāh mit dem Gelübde mit dieser


Bedeutung angeht, so sind sich die Leute des Wissens uneinig.
Einige sehen es von Beginn an30 als verpönt (makrūh) an, und dies

28 Hiermit sind jene gemeint, welche zwei der drei Formen der Hajj vollziehen: Tamattuʿ
oder Qirān.
29 Mukallaf ist jemand, der zu den islamischen Pflichten verpflichtet ist.

30
Damit ist gemeint, dass es makrūh ist, ein Gelübde zu vollziehen; wenn man es jedoch
bereits getan hat, so ist man verpflichtet, es zu erfüllen, wenn es keine Sünde ist, da der
Gesandte Allāhs ‫ﷺ‬, wie es im Sahīh überliefert wird, sagte:
„Wer immer das Gelübde abgibt, Allāh gegenüber gehorsam zu sein, der soll Ihm
auch gehorsam sein. Und wer immer das Gelübde abgibt, Allāh gegenüber
ungehorsam zu sein, der soll Ihm nicht ungehorsam sein.“

158
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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ist die Madhhab (der Hanābilah). Die zweite Meinung, und dies ist
die Auswahl von Ibn Taymiyyah: dass es von Anfang an verboten
ist. Wenn der Mensch es jedoch bereits getan hat, so ist es
verpflichtend, das Gelübde zu erfüllen, wenn es sich bei dem
Gelübde nicht um eine Sünde handelt. Der Beweis für das Verbot,
das Gelübde zu beginnen, ist der Hadīth von Ibn ʿUmar: „Es kommt
mit nichts Gutem, damit wird lediglich etwas vom Besitz des
Geizigen hervorgebracht“ (Muttafaqun ʿalayh).

Masʾalah: Wann ist das Gelübde Shirk?

Wenn man sich selbst etwas/eine Sache für jemand anderen als
Allāh auferlegt, und dies im Sinne der Verherrlichung desjenigen,
während man für ihn im Herzen Hochachtung und Respekt
empfindet, sodass dies einen dazu bringt, ein Gelübde für ihn
abzulegen, oder als Annäherung zu ihm (jemand anderen als Allāh),
und dies beinhaltet, dass man Gutes von ihm erlangen will durch
dieses Gelübde, und dies kann mehrere Formen haben:

Wie wenn man sagt: „Wenn Allāh mich heilt, so sind für das Grab
des Heiligen X soundsoviele Schafe oder Besitz bestimmt.“ Oder
man sagt: „Für das Grab von X oder den Shaykh X ist soundsoviel
Besitz bestimmt, wenn die Operation gelingt“ oder man von der
Krankheit geheilt wird. Wenn man etwas verliert, so gibt man dem
Grab von Person X etwas Gutes oder Gold, bis man es wiederfindet.
Und all diese erwähnten Formen sind großer Shirk. Ihr Manāt
(Grund des Kufrs) ist das Wort oder die Tat und nicht die
Überzeugung.

159
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Dann erwähnte der Verfasser die Beweise dafür: „Und der Beweis
für das Gelübde ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن ﯾ َ ْﻮ ًﻣﺎ َﻛ َﺎن َﺷﺮ ُﻩ ُﻣ ْﺴ َﺘ ِﻄ ًﺮا‬


َ ُ‫ﻮن ِ ﻟﻨ ْﺬ ِر َوﯾ َ َﺎﻓ‬
َ ُ‫﴿ﯾُﻮﻓ‬
Sie erfüllen das Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Übel sich wie
im Flug ausbreitet
(Al-Insān:7).

160
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Die zweite Grundlage

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Der zweite Asl: Die Kenntnis des Dīns des Islām mit den Beweisen.
Und dieser ist die Ergebenheit zu Allāh mit dem Tauhīd, die Fügung
Ihm gegenüber mit dem Gehorsam und die Lossagung vom Shirk
und seinen Anhängern.

Und er (der Dīn) hat drei Stufen: al-Islām, al-Īmān und al-Ihsān.
Und jede Stufe hat ihre Säulen.

Die Säulen des Islām sind fünf. Und der Beweis aus der Sunnah ist
der Hadīth von Ibn ʿUmar ‫رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮭﻤﺎ‬, (in welchem) er sagte: „Der
Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:

‚Der Islām ist auf fünf aufgebaut:

 der Bezeugung (Shahādah), dass niemand das Recht hat,


angebetet zu werden außer Allāh, und dass Muhammad der
Gesandte Allāhs ist,
 dem Verrichten des Gebets,
 dem Entrichten der Zakāh,
 dem Fasten des Ramadān,
 und dem Pilgern zum heiligen Haus Allāhs für den, der dazu in
der Lage ist.‘“

Der Beweis für den Islām ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

161
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﴾‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﯾ َ ْ َﻎ ِ َ ْ َﺮ ْاﻻ ْﺳ َﻼ ِم ِدﯾﻨًﺎ ﻓَﻠَ ْﻦ ﯾُ ْﻘ َ َﻞ ِﻣ ْ ُﻪ َوﻫ َُﻮ ِﻓﻲ ا ْ ٓ ِﺧ َﺮ ِة ِﻣ َﻦ اﻟْ َِﺎﺳ ِﺮ َﻦ‬
Wer aber als Religion etwas anderes als den Islām begehrt, so wird es
von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den
Verlierern gehören
(Āl ʿImrān: 85).

Und der Beweis für die Shahādah ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َﺷﻬِﺪَ اﻠ ُﻪ ﻧ ُﻪ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ ﻫ َُﻮ َواﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َو وﻟُﻮ اﻟْ ِﻌﻠْ ِﻢ ﻗَﺎﺋِ ًﻤﺎ ِ ﻟْ ِﻘ ْﺴﻂِ ۚ◌ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ‬
﴾‫ﻫ َُﻮ اﻟْ َﻌ ِﺰ ُﺰ اﻟْ َﺤ ِﻜ ُﻢ‬
Allāh bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer Ihm; und (ebenso
bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer
der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen
und Allweisen
(Āl ʿImrān: 18).

Und ihre (der Shahādah) Bedeutung ist: Es gibt keinen mit Recht
Angebeteten außer Allāh. Das, was die Verneinung von der
Bestätigung abgrenzt: „Lā ilāha“ lehnt alles ab, was außer Allāh
angebetet wird, „illā Allāh“ bestätigt die ʿIbādah für Allāh alleine.
Er hat keinen Teilhaber in Seiner ʿIbādah, ebenso wie Er keinen
Partner in Seiner Herrschaft hat. Und ihre (der Shahādah)
Erklärung, welche sie verständlicher macht, ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

162
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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‫ون ۝ اﻻ اﻟ ِﺬي ﻓَ َﻄ َ ِﻧﺮﻲ‬ َ ُ‫﴿ َوا ْذ ﻗَﺎ َل ا ْ َﺮا ِﻫ ُﯿﻢ ِ ﺑِﯿ ِﻪ َوﻗَ ْﻮ ِﻣ ِﻪ اﻧ ِﻨﻲ َ َﺮا ٌء ِﻣﻤﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ﻮن‬َ ‫ﻓَﺎﻧ ُﻪ َﺳ َﯿﻬْ ِﺪ ِﻦ ۝ َو َﺟ َﻌﻠَﻬَﺎ َﻛ ِﻠ َﻤ ًﺔ َ ِﻗ َ ًﺔ ِﻓﻲ َﻋ ِﻘ ِ ِﻪ ﻟ َ َﻌﻠﻬ ُْﻢ َ ْﺮ ِﺟ ُﻌ‬
Und als Ibrāhīm zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiß, ich
sage mich los von dem, dem ihr dient
außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat; denn Er wird mich gewiß
rechtleiten.“
Und er machte es zu einem bleibenden Wort unter seinen
Nachkommen, auf daß sie umkehren mögen.
(az-Zukhruf: 26-28).

Und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ ﻗُ ْﻞ َ ْﻫ َﻞ ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب ﺗَ َﻌﺎﻟ َ ْﻮا اﻟَ ٰﻰ َﻛ ِﻠ َﻤ ٍﺔ َﺳ َﻮا ٍء ﺑ َ ْﯿ َ َﺎ َوﺑ َ ْ َ ُﻜ ْﻢ ﻻ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪَ اﻻ اﻠ َﻪ َو َﻻ‬


‫ُون اﻠ ِﻪ ﻓَﺎن ﺗَ َﻮﻟ ْﻮا ﻓَ ُﻘﻮﻟُﻮا‬
ِ ‫ُ ْﺸ ِﺮكَ ِﺑ ِﻪ َﺷ ْ ًﺎ َو َﻻ ﯾَﺘ ِ َﺬ ﺑ َ ْﻌﻀُ ﻨَﺎ ﺑ َ ْﻌﻀً ﺎ ْر َ ً ِ ّﻣﻦ د‬
﴾‫ﻮن‬ َ ‫ْاﺷﻬَﺪُ وا ِﺑ ُﻣ ْﺴ ِﻠ ُﻤ‬
Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch
gleichen Wort: daß wir niemandem dienen außer Allāh und Ihm
nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu
Herren, außer Allāh nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt:
Bezeugt, daß wir (Allāh) ergeben sind.
(Āl ʿImrān:64).

Und der Beweis für die Bezeugung, dass Muhammad der Gesandte
Allāhs ist, ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

163
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‫﴿ﻟ َ َﻘﺪْ َ َﺎء ُﻛ ْﻢ َر ُﺳﻮ ٌل ِﻣ ْﻦ ﻧْ ُﻔ ِﺴ ُﻜ ْﻢ َﻋ ِﺰ ٌﺰ َﻠَ ْﯿ ِﻪ َﻣﺎ َﻋ ِﻨﺘ ْﻢ َﺣ ِﺮ ٌﯾﺺ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ِ ﻟْ ُﻤ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬
﴾‫َر ُء ٌوف َر ِﺣ ٌﻢ‬
Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen
gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (Er
ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und
barmherzig
(at-Taubah: 128).

Und die Bezeugung, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist,


bedeutet, ihm in dem zu gehorchen, was er befahl, ihn in dem zu
bestätigen, was er verkündete, und das abzulehnen, was er verbot
und wovon er abhielt, und dass man Allāh nur durch das dient, was
er (durch die Sharīʿah) festlegte.

Und der Beweis für das Gebet, die Zakāh und die Erklärung des
Tauhīds ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َو َﻣﺎ ِﻣ ُﺮوا اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ ُﻣ ْ ِﻠ ِﺼ َﻦ ﻟ َ ُﻪ ِّاﻟﺪ َﻦ ُﺣ َ َﻔ َﺎء َوﯾُ ِﻘ ُﻤﻮا اﻟﺼ َﻼ َة َوﯾُ ْﺆﺗُﻮا‬
﴾‫اﻟﺰ َﻛﺎ َة َو َذ ِ َﻚ ِد ُﻦ اﻟْ َﻘ ِ ّ َﻤ ِﺔ‬
Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allāh zu dienen und
(dabei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (zu sein), als
Anhänger des rechten Glaubens, und das Gebet zu verrichten und die
Abgabe zu entrichten; das ist die Religion des rechten Verhaltens
(al-Bayyinah: 5).

Und der Beweis für das Fasten ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

164
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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‫اﻟﺼ َﯿﺎ ُم َﻛ َﻤﺎ ُﻛ ِﺘ َﺐ َﻠَﻰ اﻟ ِﺬ َﻦ ِﻣ ْﻦ ﻗَ ْ ِﻠ ُﻜ ْﻢ‬
ِ ّ ‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا ُﻛ ِﺘ َﺐ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ُﻢ‬
﴾‫ﻮن‬ َ ‫ﻟ َ َﻌﻠ ُﻜ ْﻢ ﺗَﺘ ُﻘ‬
O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es
denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr gottesfürchtig
werden möget
(al-Baqarah: 183).

Und der Beweis für die Hajj ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َو ِﻠ ِﻪ َﻠَﻰ اﻟﻨ ِﺎس ِﺣﺞ اﻟْ َﺒ ْ ِﺖ َﻣ ِﻦ ْاﺳ َﺘ َﻄﺎ َع اﻟ َ ْﯿ ِﻪ َﺳ ِ ًﻼ َو َﻣ ْﻦ َﻛ َﻔ َﺮ ﻓَﺎن اﻠ َﻪ ﻏَ ِﻨﻲ‬


﴾‫َﻋ ِﻦ اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ‬
Und Allāh steht es den Menschen gegenüber zu, daß sie die Pilgerfahrt
zum Hause unternehmen - (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit
haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allāh der Weltenbewohner
Unbedürftig
(Āl ʿImrān: 97).

165
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬

Allgemeines über den Dīn


Der zweite Asl: Es ist die Kenntnis der Religion des Islām mit den
Beweisen. Das ist die zweite Grundlage von den drei Grundlagen,
und zwar ist es die Kenntnis der Religion. Zu Beginn kam die
Kenntnis des Gesandten ‫ ﷺ‬vor dieser Grundlage, da es notwendig
ist, (zuerst) Allāh zu kennen, danach denjenigen, der über Ihn
verkündet, und das ist der Gesandte ‫ﷺ‬, und danach das, womit der
Gesandte von Allāh kam.

„Dīn“ (‫ )دﯾﻦ‬bezeichnet sprachlich gesehen den Besitz, die Tat, die


Belohnung und die Abrechnung. Fachspezifisch gesehen ist es das,
was Allāh durch die Zunge Seines Gesandten festgelegt hat an
Gesetzen, Grundlagen und Säulen.

„Die Religion (der Dīn) des Islām“: Mit dem Islām ist diese
allgemeine Bedeutung gemeint, so umfasst er den Īmān, den Ihsān
und den Islām in der spezifischen Bedeutung.

„mit den Beweisen“: Das „Bāʾ“ (‫ )ب‬zeigt die Begleitung an, d.h., dass
deine Kenntnis des Islām vom Beweis begleitet wird; und die
Masʾalah des Taqlīd (blindes Folgen) im Īmān und (die Frage,) ob die
Beweise verpflichtend sind, haben wir schon behandelt.

Danach definierte der Autor den Dīn und sagte: „Und dieser ist die
Ergebenheit zu Allāh mit dem Tauhīd, die Fügung Ihm gegenüber
mit dem Gehorsam und die Lossagung vom Shirk und seinen
Anhängern.“ Die Erklärung der Definition ist seine Aussage: „die
Ergebenheit zu Allāh“, d.h. die Fügung und die Unterwerfung.

166
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„mit dem Tauhīd“: mit Seiner (Allāhs) Vereinheitlichung in der
Ulūhiyyah, Rubūbiyyah und den Namen und Eigenschaften; und
die Bedeutung davon ist, dass du dich für Allāh erniedrigst und dich
Ihm unterwirfst mit dem, was Ihm an Namen und Eigenschaften
und von der Rubūbiyyah und der ʿIbādah zusteht.

„und die Fügung Ihm gegenüber mit dem Gehorsam“: Die Fügung
(‫ )اﻻﻧﻘﯿﺎد‬ist die Sanftmütigkeit/Milde. Man sagt „inqāda“, wenn
jemand sanft/milde gewesen ist.

„mit dem Gehorsam“: Dies ist ein Sammelbegriff für alles, was Allāh
liebt und womit Er zufrieden ist und hier ist es in der Bedeutung von
ʿIbādah. Darin gibt es aber ein Problem, denn der Autor hat den
Iʿtiqād (die Überzeugung), d.h. den Īmān, nicht ausdrücklich in die
Definition eingefügt, denn wir haben definiert, dass der Dīn den
Islām umfasst, und dieser ist die offensichtliche Tat, und den
verborgenen Iʿtiqād, und dieser ist der Īmān. (Hinzu kommt) die
Perfektion des offen Sichtbaren und des Verborgenen, und das ist
der Ihsān. (Was ist nun die Antwort auf dieses Problem)? Die
Antwort ist, dass der Autor hier lediglich den Islām erwähnte, da er
bald den Īmān erwähnen wird, denn wenn zwei
zusammenkommen, trennen sie sich (in der Bedeutung).

„und die Lossagung vom Shirk und seinen Anhängern“: (Dies sagte
er) als Hinzufügung von etwas Speziellem zum Allgemeinen. Wenn
er es nicht getan hätte, so wäre die Lossagung vom Shirk in der
Ergebung an Allāh mit dem Tauhīd enthalten gewesen, jedoch
sonderte der Autor sie aufgrund ihrer Wichtigkeit aus.

Was die Bedeutung der Lossagung (‫ )اﻟﺒﺮاءة‬betrifft, so trägt „bariʾa“


(sich lossagen/freisprechen) die Bedeutung „rein sein (von)“ und
„unterlassen“.

167
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So sagt man auch: „Du hast dich von der Krankheit befreit (bariʾta)“,
wenn jemand davon genest, und man sagt: „Die Frau hat sich befreit
(istabraʾat)“, wenn in ihrer Gebärmutter nichts ist, und man sagt:
„Er hat sich vom Dīn freigesprochen (bariʾa)“, wenn jemand vom
Dīn abfällt und sich von ihm freimacht.

Fachspezifisch gesehen ist es der Hass und die Feindschaft für und
die Distanzierung von dem Shirk und den Mushrikīn mit dem
Iʿtiqād, den Taten und dem Aufenthalt (indem man sich örtlich von
ihnen entfernt).

Dеr Autor unterteilte die Barāʾah in zwei Teile:

1. Die Barāʾah von den Taten; dies ist die Barāʾah vom Shirk und vom
Kufr und diese ist unbedingt verpflichtend, wie die Barāʾah von der
Demokratie, den Parlamenten, dem Modernismus, dem
Säkularismus etc.
2. Die Barāʾah von dem Täter, und das ist derjenige, auf den der
Autor mit der Aussage „und seinen Anhängern“ hindeutete. (Also
ist gemeint) die Barāʾah von den Mushrikīn und Kuffār, wie dass
man die Säkularisten, Nationalisten, Modernisten und die Rāfidah
verabscheut, hasst, anfeindet und zu Kuffār erklärt und dass man
sich von ihren Taten lossagt, sie (diese Leute) hasst, anfeindet und
aus der Millah ausschließt.

Was die Art und Weise der Barāʾah von diesen zwei Teilen angeht,
so sieht sie wie folgt aus:

1. Die Barāʾah des Herzens; dies bedeutet, dass man die Mushrikīn
und den Shirk mit dem Herzen hasst, verabscheut und ihren
Untergang herbeisehnt, wie der Hass gegenüber den Christen,

168
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Juden, Hindus, Kommunisten, Säkularisten, Liberalen,
Modernisten und Rāfidah.

Das Urteil dieses Teils (der Barāʾah) ist, dass er unbedingt


verpflichtend ist und es ist nicht möglich, dass er von dem Muslim
abfällt, da er mit dem Herzen verbunden ist. Der Beweis dafür ist
der Hadīth von Abī Mālik al-Ashjaʿī: „Wer Lā ilāha illā Allāh sagt
und Kufr an das begeht, was neben Allāh angebetet wird, dessen
Besitz und Blut sind geschützt und seine Abrechnung ist bei Allāh
‫( “ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Überliefert bei Muslim).31 So verhält es sich auch mit den Āyāt
über Ibrāhīm über die Barāʾah von seinem Volk.

2. Die Barāʾah der Zunge von der (gesamten) Sorte des Shirk und
seiner Leute, indem man die Kuffār und ihren falschen Dīn hasst
und (verdeutlicht,) dass sie Kuffār sind; und der Beweis ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬
Aussage:

َ ‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ﯾﻬَﺎ ْاﻟ َﻜﺎ ِﻓ ُﺮ‬


َ ُ‫ون َﻻ ْﻋ ُﺒﺪُ َﻣﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون‬
Sag: O ihr Ungläubigen, ich diene nicht dem, dem ihr dient
(Al-Kāfirūn: 1-2).

„Sprich“: also mit deiner Zunge.

َ ُ‫﴿وا ْذ ﻗَﺎ َل ا ْ َﺮا ِﻫ ُﯿﻢ ِ ﺑِﯿ ِﻪ َوﻗَ ْﻮ ِﻣ ِﻪ اﻧ ِﻨﻲ َ َﺮا ٌء ِﻣﻤﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون‬ َ
Und als Ibrāhīm zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiß, ich
sage mich los von dem, dem ihr dient.“
(Az-Zukhruf: 26).

31Dieser Hadīth handelt von der Lossagung vom Shirk und nicht von den Mushrikīn,
sodass andere Beweise an dieser Stelle angebrachter und konkreter in der Thematik sind,
wie die Āyāt von der Lossagung Ibrāhīms von seinem Volk, siehe Āyah 60:4.

169
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Das ist (die Aussage) mit der Zunge, dass er frei (barīʾ) von ihrem Dīn
ist. Jedoch ist das Mindeste des Verpflichtenden von dem, was mit
der Sorte und der Art zusammenhängt, dass man das an Aussagen
tätigt, was aufzeigt, dass man sie nicht will, sich nicht für sie freut
und dergleichen und dass sie sich im Widerspruch oder auf einem
Irrweg befinden etc.

3. Die Barāʾah der Gliedmaßen; dies (macht man) durch die


Entfernung von ihnen, die Anstrengung gegen sie mit den
Gliedmaßen, die Zerstörung ihrer Götzen und ihrer
schadenbringenden Shirk-Gebetsplätze (…). Der Beweis ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ِﺒ ﻲ َ ﺎ ِﻫ ِﺪ ْاﻟ ُﻜﻔ َﺎر َواﻟْ ُﻤﻨَﺎ ِﻓ ِﻘ َﻦ َوا ْﻠُﻆْ َﻠَ ْﯿﻬ ِْﻢ‬
O Prophet, mühe dich gegen die Ungläubigen und Heuchler ab und sei
hart gegen sie!
(At-Taubah: 73)

Und seine ‫ ﷺ‬Aussage:

„Wer von euch ein Übel sieht, der soll es mit seiner Hand ändern
…“
(Überliefert bei Muslim).

(…)

Masʾalah: Was ist das Urteil des Zusammenlebens mit den


Mushrikīn?

Davon gibt es (mehrere) Teile: Das Zusammenleben mit ihnen,


welches Liebe zu ihnen und ihrem Dīn darstellt; dies ist Kufr und ist
ein Widerspruch und Auslöscher der Barāʾah von den Mushrikīn

170
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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aufgrund dessen, was im Hadīth von Jarīr bin ʿAbdillāh kam, dass er
(der Prophet ‫ )ﷺ‬sagte:

„Ich bin frei (barīʾ) von jedem Muslim, der unter den Mushrikīn
lebt.“ Man sagte: „O Gesandter Allāhs, warum?“ Er sagte: „Die
beiden sollen nicht das Feuer (des jeweils anderen) sehen.“

Abū Dāwūd sagte, dass ihn Hushaym, Maʿmar und Khālid al-Wāsitī
überlieferten, die alle Jarīr nicht erwähnten. Abū Dāwūd
überlieferte ihn am Anfang von Kitāb al-Jihād im Kapitel über das
Verbot der Tötung von jemandem, der sich mit dem Sujūd schützt.

Und dann gibt es noch das Zusammenleben der Unterstützung und


das Zusammenleben der Befolgung und der Billigung und alle fünf
schließen aus dem Dīn aus, da sie Tawallī sind — so ist sein Urteil
auch ihr Urteil. Der Erhabene sagte:

ۚ ‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َﻻ ﺗَﺘ ِ ُﺬوا اﻟْ َﯿﻬُﻮ َد َواﻟﻨ َﺼ َﺎر ٰى ْو ِﻟ َﯿ َﺎء ۘ ﺑ َ ْﻌﻀُ ﻬ ُْﻢ ْو ِﻟ َﯿﺎ ُء ﺑ َ ْﻌ ٍﺾ‬
﴾‫َو َﻣ ْﻦ ﯾ َ َﺘ َﻮﻟﻬ ُْﻢ ِﻣ ْ ُﻜ ْﻢ ﻓَﺎﻧ ُﻪ ِﻣ ْﻬ ُْﻢ‬
O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu
Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von
euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen
(Al-Māʾidah: 51)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا َﻻ ﺗَ َﺘ َﻮﻟ ْﻮا ﻗَ ْﻮ ًﻣﺎ ﻏَ ِﻀ َﺐ اﻠ ُﻪ َﻠَ ْﯿﻬ ِْﻢ‬


O die ihr glaubt, nehmt nicht Leute zu Schutzherren, denen Allāh
zürnt
(Al-Mumtahanah: 13).

171
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Masʾalah: Wenn er mit ihnen lebt, während er sie und ihren Dīn
hasst und sie nicht zu Verbündeten nimmt, jedoch aufgrund einer
Notwendigkeit dort ist, während er sich offenkundig von ihnen
lossagt, und er seinen Dīn offen zeigen kann, dann ist es erlaubt, mit
ihnen zu leben aufgrund von Unterwerfung und Notwendigkeit,
denn man ist gezwungen, wie wenn man in seinem eigenen Land
ist, welches ein Land des Kufrs ist, (in welchem) man jedoch den
Islām angenommen hat.

Wenn er sich aber nicht offenkundig von ihnen und ihrem Dīn
lossagen kann, so ist es verboten, unter ihnen zu leben, und man
muss, wenn man dazu fähig ist, auswandern. Wenn man nicht dazu
fähig ist, so muss man sich fernhalten und das Mischen unter sie
gering halten und geduldig sein, bis der Ausweg von Allāh kommt.

Seine Aussage: „Und er (der Dīn) hat drei Stufen“: Dies heißt, dass es
Stufen sind, von denen manch eine höher als die andere ist, sodass
sie weder Teile noch Stücke sind, denn der Islām ist im Verhältnis
zum Īmān kein Teil und kein Stück davon, sondern es sind Stufen
und Etappen und Kreise, von denen manche weiter sind als andere.

Der Autor sagt: „Und jede Stufe hat ihre Säulen.“ Und zu der
näheren Erklärung davon kommen wir, so Allāh will. Die höchste
Anzahl der Säulen ist sechs und die niedrigste ist zwei.

Die erste Stufe: Der Islām (‫)اﻹﺳﻼم‬


Sprachlich leitet sich (der Begriff) „Islām“ von der Ergebung (‫)اﻟﺘﺴﻠﯿﻢ‬
ab. Man sagt: „Jemand ergibt sich“, wenn er gehorcht und sich fügt.

172
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Und „Islām“ leitet sich auch ab vom Versöhnen. Man sagt: „Jene
Stämme ergeben sich“, d.h., sie versöhnen sich.

Die Definition des Islām: „Islām“ hat zwei Bedeutungen. Eine


spezielle und eine allgemeine Bedeutung. Wenn der Īmān in
Verbindung mit dem Islām erwähnt wird, dann wird der Islām in
diesem Fall durch seine spezielle Definition definiert, und zwar: Die
Ergebung und die Fügung zu Allāh durch die offensichtlichen
Taten, wie den Tauhīd, das Gebet usw. Und wenn der Īmān nicht in
Verbindung mit dem Islām erwähnt wird, so hat der Islām eine
breitgefächerte Bedeutung.

Und al-Islām bedeutet die uneingeschränkte Ergebung zur


Gesetzgebung Allāhs durch die Taten und die Überzeugung. Und
das ist die Bedeutung (der Begriffe) „Islām“ und „Īmān“: Wenn sie
getrennt vorkommen, dann kommen sie (in der Bedeutung)
zusammen — und andersherum.

Und hier muss (der Islām) durch seine spezielle Definition erklärt
werden, denn die Überzeugung ist nicht Teil der Definition; und
wenig später wird der Īmān erwähnt, wo (die beiden) dann
zusammenkommen.

Seine Aussage: „Jede seiner Stufen hat Säulen (‫)أرﻛﺎن‬, und die Säulen
des Islām sind fünf“

Die Säule (‫ )اﻟﺮﻛﻦ‬bedeutet sprachlich: der stärkste Teil einer Sache


und fachspezifisch: was in einer Sache enthalten ist und wovon ihre
Richtigkeit abhängt. Das bedeutet, dass der Islām auf diesen Säulen
gründet. Und diese sind:

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1. Der Tauhīd, und dieser ist: die Bezeugung, dass es keinen Ilāh
außer Allāh gibt und dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist
2. Das Verrichten der Gebete
3. Das Entrichten der Zakāh (Armensteuer)
4. Das Fasten im Ramadān
5. Die Pilgerfahrt zum Heiligen Haus Allāhs

Der Autor sagte: „(Die Säulen des Islām) sind fünf. Und der Beweis
aus der Sunnah ist der Hadīth von Ibn ʿUmar ‫رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮭﻤﺎ‬, (in
welchem) er sagte: Der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:

‚Der Islām ist auf fünf aufgebaut:

 der Bezeugung (Shahādah), dass niemand das Recht hat,


angebetet zu werden außer Allāh, und dass Muhammad der
Gesandte Allāhs ist,
 dem Verrichten des Gebets,
 dem Entrichten der Zakāh,
 dem Fasten des Ramadān,
 und dem Pilgern zum heiligen Haus Allāhs für den, der dazu in
der Lage ist.‘

Und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿و َﻣ ْﻦ ﯾ َ ْ َﻎ ِ َ ْ َﺮ ْاﻻ ْﺳ َﻼ ِم ِدﯾﻨًﺎ ﻓَﻠَ ْﻦ ﯾُ ْﻘ َ َﻞ ِﻣ ْ ُﻪ َوﻫ َُﻮ ِﻓﻲ ا ْ ٓ ِﺧ َﺮ ِة ِﻣ َﻦ اﻟْ َِﺎﺳ ِﺮ َﻦ‬
َ
Und wer eine andere Religion als den Islām begehrt, so wird sie
niemals von ihm angenommen, und am jüngsten Tag gehört er zu den

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Verlierern
(Āl ʿImrān: 85).“

Hierauf beginnt der Autor mit der Erwähnung der Beweise für jede
einzelne Säule:

Die erste Säule


Und der Beweis für die Bezeugung ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ﺷﻬِﺪَ اﻠ ُﻪ ﻧ ُﻪ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ ﻫ َُﻮ َواﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َو وﻟُﻮ اﻟْ ِﻌﻠْ ِﻢ ﻗَﺎﺋِ ًﻤﺎ ِ ﻟْ ِﻘ ْﺴﻂِ ۚ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ‬
َ
﴾‫ﻫ َُﻮ اﻟْ َﻌ ِﺰ ُﺰ اﻟْ َﺤ ِﻜ ُﻢ‬
Allāh bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; und (ebenso
bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer
der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen
und Allweisen
(Āl ʿImrān: 18).

Und ihre (der Shahādah) Bedeutung ist: Es gibt keinen mit Recht
Angebeteten außer Allāh. Das, was die Verneinung von der
Bestätigung abgrenzt: „Lā ilāha“ lehnt alles ab, was außer Allāh
angebetet wird, „illā Allāh“ bestätigt die ʿIbādah für Allāh alleine.
Er hat keinen Teilhaber in Seiner ʿIbādah, ebenso wie Er keinen
Partner in Seiner Herrschaft hat. Und ihre (der Shahādah)
Erklärung, welche sie verständlicher macht, ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ُ‫﴿ َوا ْذ ﻗَﺎ َل ا ْ َﺮا ِﻫ ُﯿﻢ ِ ﺑِﯿ ِﻪ َوﻗَ ْﻮ ِﻣ ِﻪ اﻧ ِﻨﻲ َ َﺮا ٌء ِﻣﻤﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون ۝ اﻻ اﻟ ِﺬي ﻓَ َﻄ َ ِﻧﺮﻲ‬
Und als Ibrāhīm zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiß, ich
sage mich los von dem, dem ihr dient
außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat (…)
(az-Zukhruf: 26-27).

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Und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ْﻫ َﻞ ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب ﺗَ َﻌﺎﻟ َ ْﻮا اﻟ َ ٰﻰ َﻛ ِﻠ َﻤ ٍﺔ َﺳ َﻮا ٍء ﺑ َ ْﯿ َ َﺎ َوﺑ َ ْ َ ُﻜ ْﻢ ﻻ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪَ اﻻ اﻠ َﻪ َو َﻻ‬


﴾‫ُ ْﺸ ِﺮكَ ِﺑ ِﻪ َﺷ ْ ًﺎ‬
Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch
gleichen Wort: daß wir niemandem dienen außer Allāh und Ihm
nichts beigesellen.
(Āl ʿImrān:64)

2. Und der Beweis für die Bezeugung, dass Muhammad der


Gesandter Allāhs ist, ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ﻟ َ َﻘﺪْ َ َﺎء ُﻛ ْﻢ َر ُﺳﻮ ٌل ِﻣ ْﻦ ﻧْ ُﻔ ِﺴ ُﻜ ْﻢ َﻋ ِﺰ ٌﺰ َﻠَ ْﯿ ِﻪ َﻣﺎ َﻋ ِﻨﺘ ْﻢ َﺣ ِﺮ ٌﯾﺺ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ِ ﻟْ ُﻤ ْﺆ ِﻣ ِ َﻦ‬
﴾‫َر ُء ٌوف َر ِﺣ ٌﻢ‬
Zu euch ist ein Gesandter gekommen aus euren eigenen Reihen
gekommen. Es ist schwer für für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid. Er
ist eifrig um euch bekümmert, und mit den Gläubigen ist Er mild und
barmherzig
(at-Taubah: 128).

Und die Bezeugung, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist,


bedeutet, ihm in dem zu gehorchen, was er befahl, ihn in dem zu
bestätigen, was er verkündete, und das abzulehnen, was er verbot
und wovon er abhielt, und dass man Allāh nur durch das dient, was
er (durch die Sharīʿah) festlegte.

Und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾… ‫﴿ﺷﻬِﺪَ اﻠ ُﻪ ﻧ ُﻪ َﻻ اﻟَـ َﻪ اﻻ ﻫ َُﻮ َواﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َو وﻟُﻮ اﻟْ ِﻌﻠْ ِﻢ‬
َ
Allāh bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; und (ebenso
bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen …
(Āl ʿImrān: 18).

Und ihre Bedeutung ist: Es gibt niemand mit Recht Angebeteten


außer Allāh. Und das ist die Erklärung der Ahl as-Sunnah wal-
Jamāʿah ür die Bedeutung von Lā ilāha illā Allāh.

Was die Ashāʿirah, Jahmiyyah, Rawāfid, Bātiniyyah, Sūfiyyah und


Qubūriyyah anbelangt, so deuten sie sie (die Shahādah) als: „Es gibt
keinen Rabb außer Allāh“, d.h., es gibt keinen Schöpfer und keinen
Verwalter außer Allāh. Und das ist eine sehr gefährliche
Abweichung, denn sie erklären die Ulūhiyyah (Anbetung) mit ar-
Rubūbiyyah (Herrschaft). Deshalb soll ihnen gesagt werden, dass
die Ungläubigen die Rubūbiyyah gegenüber Allāh auch bestätigen.
Und nach dem, was sie sagen, kommen die Ungläubigen mit Lā ilāha
illā Allāh, was der Ijmāʿ aber ablehnt.

Und was die Philosophen betrifft, so sagen sie: „Es gibt keine
Existenz außer Allāh. Wer also die Existenz Allāhs bestätigt, der ist
ein Muwahhid.“ Gemäß dieser Aussage gehört Iblīs zu den
Muwahhidīn, da er die Existenz Allāhs bestätigt.

Was jedoch die Säkularisten angeht, so bestätigen sie die


Rubūbiyyah Allāhs und einige persönliche Angelegenheiten,
jedoch gehören das Urteil, das Gesetz, die Gebote und Verbote (bei
ihnen) nicht Allāh.

Ihre Säulen, d.h. die Säulen von Lā ilāha illā Allāh, sind zwei: 1.
Ablehnung und 2. Bestätigung

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Die Ablehnung (‫)اﻟﻨﻔﻲ‬: Der Autor sagte: „‚Lā Ilāha‘ lehnt alles ab, was
außer Allāh angebetet wird.“

Die Bestätigung (‫)اﻹﺛﺒﺎت‬: Der Autor sagt: „‚iIlā Allāh‘ bestätigt die
ʿIbādah für Allāh alleine.“

Hierauf erwähnt der Autor den Beweis für die Ablehnung und die
Bestätigung. Und das ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ُ‫﴿وا ْذ ﻗَﺎ َل ا ْ َﺮا ِﻫ ُﯿﻢ ِ ﺑِﯿ ِﻪ َوﻗَ ْﻮ ِﻣ ِﻪ اﻧ ِﻨﻲ َ َﺮا ٌء ِﻣﻤﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون‬ َ
Und als Ibrāhīm zu seinem Vater und seinem Volk sagte: Ich sage mich
von denen los, denen ihr dient
(Az-Zukhruf: 26)

— und an dieser Stelle ist die Ablehnung.

﴾‫﴿اﻻ اﻟ ِﺬي ﻓَ َﻄ َ ِﻧﺮﻲ‬


außer dem, der mich erschaffen hat
(Az-Zukhruf: 27)

— das ist die Stelle der Bestätigung.

Der zweite Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ْﻫ َﻞ ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب ﺗَ َﻌﺎﻟ َ ْﻮا اﻟ َ ٰﻰ َﻛ ِﻠ َﻤ ٍﺔ َﺳ َﻮا ٍء ﺑ َ ْﯿ َ َﺎ َوﺑ َ ْ َ ُﻜ ْﻢ ﻻ ﻧ َ ْﻌ ُﺒﺪَ اﻻ اﻠ َﻪ َو َﻻ‬


﴾‫ُ ْﺸ ِﺮكَ ِﺑ ِﻪ َﺷ ْ ًﺎ‬
Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch
gleichen Wort: daß wir niemandem dienen außer Allāh und Ihm
nichts beigesellen
(Āl ʿImrān: 64).

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‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Die Stelle der Verneinung ist: „daß wir niemandem dienen …“ und
die Stelle der Bestätigung: „außer Allāh“.

Die Bezeugung, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist. Der


Beweis dafür ist:

﴾… ‫﴿ﻟ َ َﻘﺪْ َ َﺎء ُﻛ ْﻢ َر ُﺳﻮ ٌل ِﻣ ْﻦ ﻧْ ُﻔ ِﺴ ُﻜ ْﻢ‬


Zu euch ist ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen …
(At-Taubah: 128)

Was ihre Bedeutung betrifft, so sagt der Autor: „ihm in dem zu


gehorchen, was er befahl, ihn in dem zu bestätigen, was er
verkündete, und das abzulehnen, was er verbot und wovon er
abhielt, und dass man Allāh nur durch das dient, was er (durch die
Sharīʿah) festlegte.“

Die Definition: „ihm in dem zu gehorchen, was er befahl“. Die


Bedeutung von „Gehorsam“ ist die freiwillige Übereinstimmung „in
dem, was er befahl“. Es gibt zwei Arten davon, d.h. seine Befehle
haben zwei Klassifizierungen: dass er etwas als Pflicht befiehlt —
und das ist Wājib (Pflicht) und dass er etwas nicht als Pflicht befiehlt
— und das ist Mustahabb (erwünscht).

„Ihn zu bestätigen“ in allem, was er verkündete, (bedeutet,) dass


man ihm in allen gegenwärtigen und zukünftigen und den
speziellen Angelegenheiten und in allem (sonst) die Wahrhaftigkeit
zuschreibt.

„das abzulehnen, was er verbot und wovon er abhielt“: eventuell


sind hiermit die großen Sünden gemeint, und was es hierüber an
Androhungen und Abhaltungen gibt; denn die Zusammenführung

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bedingt die Ungleichheit. Der Tauhīd in der Folgsamkeit ist, dass


man Allāh auf die Weise dient, mit welcher der Gesandter Allāhs ‫ﷺ‬
kam.

Die zweite Säule

ist die Verrichtung des Gebetes, und der Beweis ist die Aussage
Allāhs des Erhabenen:

﴾‫﴿ َو َﻣﺎ ِﻣ ُﺮوا اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ ُﻣ ْ ِﻠ ِﺼ َﻦ ﻟ َ ُﻪ ِّاﻟﺪ َﻦ ُﺣ َ َﻔ َﺎء َوﯾُ ِﻘ ُﻤﻮا اﻟﺼ َﻼ َة‬
Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allāh zu dienen und
(dabei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (zu sein), als
Anhänger des rechten Glaubens, und das Gebet zu verrichten
(Al-Bayyinah: 5).

Dies gehört zu den Grundsäulen, denn der Verlasser des Gebetes


wird ungläubig, ganz gleich, ob er es unterlässt, weil er es leugnet
oder sich dagegen auflehnt oder aufgrund von Faulheit. Der Beweis
hierfür ist:

﴾‫﴿ﻓَﺎن َ ﺑُﻮا َو ﻗَﺎ ُﻣﻮا اﻟﺼ َﻼ َة َو ٓﺗ َُﻮا اﻟﺰ َﻛﺎ َة ﻓَﺎﺧ َْﻮا ُ ُﻜ ْﻢ ِﻓﻲ ِّاﻟﺪ ِﻦ‬
Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe
entrichten, dann sind sie eure Brüder in der Religion
(At-Taubah: 11)

Aus dieser Āyah versteht man, dass sie, wenn sie das Gebet nicht
verrichten, auch nicht unsere Brüder sind, sondern Ungläubige.
Und der Hadith von Jābir bei Muslim:

„Gewiss, zwischen dem Mann und dem Shirk ist das Unterlassen
des Gebets.“

180
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Und dieser Wortlaut „Unterlassen des Gebets“ ist allgemein und
umfasst denjenigen, der es unterlässt aufgrund von Leugnung, aus
Faulheit oder aus Verweigerung. Und darüber gibt es einen Konsens
der Sahābah und Tābiʿīn, und die Meinungsverschiedenheit
derjenigen, welche nach ihnen kamen, wird nicht beachtet,
nachdem der Konsens authentisch überliefert wurde.

Den Konsens überlieferte Shaqīq bin ʿAbdillāh und Ishāq bin


Rāhawayh, der sagte: „Genauso war die Meinung der Gelehrten von
der Zeit des Propheten bis zu unserem heutigen Tag, dass derjenige,
der das Gebet absichtlich ohne Entschuldigung unterlässt, bis die
Zeit vergangen ist, ein Ungläubiger ist“ (At-Tamhīd 225/4) und Ibn
Hazm in Al-Muhallā. Er sagte in Al-Fisal in Al-Milal 3/128: „Wir
überlieferten von ʿUmar bin al-Khattāb, Muʿādh bin Jabal, ibn
Masʿūd und einer Gruppe der Sahābah, möge Allāh mit ihnen
zufrieden sein, sowie von Ibn al-Mubārak, Ahmad bin Hanbal,
Ishāq bin Rāhawayh und von genau siebzehn Männern der
Sahābah und Tābiʿīn, dass derjenige, der ein Pflichtgebet
absichtlich und bewusst unterlässt, bis die Zeit vergangen ist, ein
Ungläubiger und Abtrünniger (Murtadd) ist.“ Den Konsens der
Sahābah über den Unglauben des Unterlassers des Gebets aus
Faulheit überlieferte al-Imām Muhammad bin Nasr al-Marwazī in
seinem Buch „Taʿdhīm Qadr as-Salāh“ im zweiten Band.

Wer ein Gebet absichtlich und bewusst unterlässt, bis seine Zeit
vergangen ist, begeht Kufr. Und wenn er es heimlich unterlässt,
oder manchmal betet und manchmal nicht und dies nicht öffentlich
zeigt, so begeht er den Kufr der Heuchelei, der ihn aus den Islām
ausschließt.

181
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Die dritte Säule

ist die Zahlung der Zakāh und der Beweis ist:

﴾َ‫﴿وﯾُ ْﺆﺗُﻮا اﻟﺰ َﻛﺎة‬


َ
(Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als) … und die Abgabe zu
entrichten
(Al-Bayyinah: 5).

Wenn man diese mit Verleugnung unterlässt, hat man gemäß dem
Ijmāʿ Kufr begangen, genauso (wenn man es mit) Weigerung
(unterlässt) und dies ist der Ijmāʿ der Sahābah in der
(Regierungs)zeit des Siddīq (Abū Bakr) und es ist authentisch von
der Aussage von Ibn Masʿūd (überliefert) und Ibn Hazm überlieferte
dies in al-Fisal (3/128) von Ibn ʿAbbās. Wenn man es aus Faulheit
und Geiz unterlässt, begeht man den Kufr des Nifāq. Der Erhabene
sagte:

‫﴿و ِﻣ ْﻬ ُْﻢ َﻣ ْﻦ َﺎﻫَﺪَ اﻠ َﻪ ﻟ َ ِ ْﻦ ٓ َ َ ِﻣ ْﻦ ﻓَﻀْ ِﻠ ِﻪ ﻟَﻨَﺼﺪﻗَﻦ َوﻟَﻨَ ُﻜﻮ َﻦ ِﻣ َﻦ اﻟﺼﺎ ِﻟ ِ َﻦ‬ َ


َ ُ‫ﻓَﻠَﻤﺎ ٓ َ ﻫ ُْﻢ ِﻣ ْﻦ ﻓَﻀْ ِﻠ ِﻪ ﺑ َ ِ ﻠُﻮا ِﺑ ِﻪ َوﺗ ََﻮﻟ ْﻮا َوﻫ ُْﻢ ُﻣ ْﻌ ِﺮﺿ‬
‫ﻮن ﻓَ ْﻋ َﻘ َﻬ ُْﻢ ِﻧ َﻔﺎﻗًﺎ ِﻓﻲ ﻗُﻠُﻮ ِﺑﻬ ِْﻢ اﻟ َ ٰﻰ‬
﴾‫ﻮن‬َ ُ‫ﯾ َ ْﻮ ِم ﯾَﻠْ َﻘ ْﻮﻧ َ ُﻪ ِﺑ َﻤﺎ ْ ﻠَ ُﻔﻮا اﻠ َﻪ َﻣﺎ َو َﺪُ و ُﻩ َو ِﺑ َﻤﺎ َﻛﺎﻧُﻮا َ ْﻜ ِﺬﺑ‬
Unter ihnen gibt es manche, die gegenüber Allāh eine Verpflichtung
eingegangen sind: Wenn Er uns etwas von Seiner Huld gewährt, werden
wir ganz gewiß Almosen geben und ganz gewiß zu den Rechtschaffenen
gehören. Als Er ihnen aber von Seiner Huld gewährt hatte, geizten sie
damit, und sie kehrten sich widerstrebend ab. So setzte Er als Folge davon
in ihre Herzen Heuchelei bis zum Tag, an dem sie Ihm begegnen werden,
dafür, daß sie gegenüber Allāh brachen, was sie Ihm versprochen hatten,
und daß sie zu lügen pflegten
(At-Taubah: 75-77).

182
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Ibn Kathīr sagte: „Der Erhabene sagt, dass es unter den Munāfiqīn
welche gibt, die Allāh ihr Versprechen und ihren Eid geben, dass sie,
wenn Allāh sie durch Seine Huld reich macht, von ihrem Besitz
spenden werden und von den Rechtschaffenen sein werden, aber
dann nicht einhielten, was sie sagten, und nicht wahrhaftig waren
in dem, was sie behaupteten. So folgte auf diese Tat Nifāq
(Heuchelei), die sich in ihren Herzen niederließ bis zu dem Tag, an
dem sie Allāh ‫ ﻋﺰ وﺟﻞ‬begegnen, dem Tag der Auferstehung, wir
suchen Zuflucht bei Allāh davor.“

Es wird von Abū Hurayrah ‫( رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬überliefert, dass er) sagte:
„Der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬befahl, zu spenden. Dann wurde gesagt, Ibn
Jamīl hätte (die Spende) verweigert, so sagte der Prophet ‫ﷺ‬:

‚Ibn Jamīl verabscheut es (das Zahlen) nur deswegen, weil er arm


war und Allāh ihn reich machte‘“
(überliefert bei al-Bukhārī und Muslim).

Und der Erhabene sagte:

َ ‫ﻮن اﻟْ َﻤﺎ ُﻋ‬


﴾‫ﻮن‬ َ ‫﴿اﻟ ِﺬ َﻦ ﻫ ُْﻢ ُ َﺮا ُء‬
َ ‫ون َوﯾ َ ْﻤﻨَ ُﻌ‬
… denjenigen, die dabei (nur) gesehen werden wollen; und die
Hilfeleistung verweigern!
(Al-Māʿūn: 6-7).

Was den Hadīth von Abū Hurayrah angeht, so sagte er: „Der
Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:

‚Es gibt keinen Besitzer von Vermögen, der nicht Zakāh dafür
zahlt, außer dass es im Höllenfeuer erhitzt und zu Platten geformt
wird, womit dann seine Seiten und seine Stirn gebrandmarkt
werden, bis Allāh zwischen Seinen Dienern richtet an einem Tag,

183
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dessen Ausmaß 50000 Jahre sind. Danach wird er seinen Weg


sehen, entweder ins Paradies oder ins Feuer.

Und es gibt keinen Besitzer von Kamelen, der nicht ihre Zakāh
zahlt, außer dass für sie (die Kamele) eine gerade Ebene
ausgebreitet wird wie das Umfangreichste, worauf sie
herumzulaufen pflegten. (Sie werden über ihn trampeln, und)
jedes Mal, wenn das letzte Kamel über ihn passiert ist, kehrt das
erste über ihn zurück, bis Allāh zwischen Seinen Dienern richtet
an einem Tag, dessen Ausmaß 50000 Jahre sind. Danach wird er
seinen Weg sehen, entweder ins Paradies oder ins Feuer.32

Die vierte Säule

ist das Fasten und der Beweis ist:

ِ ّ ‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا ُﻛ ِﺘ َﺐ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ُﻢ‬


﴾‫اﻟﺼ َﯿﺎ ُم‬
O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten
(Al-Baqarah: 183).

Und von Ibn ʿAbbās und anderen wurde ähnliches über den
Unterlasser der Zakāh und des Fastens überliefert.

Die fünfte Säule

ist die Pilgerfahrt (Hajj) und der Beweis ist:

32Der Shaykh, möge Allāh seine Angelegenheiten erleichtern, erwähnte noch weitere
Ahādīth, welche sich alle stark in der Bedeutung ähneln und teils dieselben Ahādīth sind,
sodass wir sie wegließen, da die Beweisführung auch ohne die Wiederholungen
verstanden wird.

184
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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‫﴿و ِﻠ ِﻪ َﻠَﻰ اﻟﻨ ِﺎس ِﺣﺞ اﻟْ َﺒ ْ ِﺖ َﻣ ِﻦ ْاﺳ َﺘ َﻄﺎ َع اﻟ َ ْﯿ ِﻪ َﺳ ِ ًﻼ َو َﻣﻦ َﻛ َﻔ َﺮ ﻓَﺎن ا ﻠ َﻪ ﻏَ ِﻨﻲ‬
َ
﴾‫َﻋ ِﻦ اﻟْ َﻌﺎﻟ َ ِﻤ َﻦ‬
Und Allāh steht es den Menschen gegenüber zu, daß sie die Pilgerfahrt
zum Hause unternehmen – (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit
haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allāh der Weltenbewohner
Unbedürftig
(Āl ʿImrān: 97).

Ibn Hazm sagte in al-Fisal 128/3: „Wir überlieferten ähnliches von


ʿUmar ‫ رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬über den Unterlasser der Pilgerfahrt – sprich über
den Kufr des Unterlassers der Pilgerfahrt.“

Der allgemeine Beweis für den Kufr desjenigen, der die Pflichten
und die fünf vorher erwähnten Säulen unterlässt, ist: ʿAbdullāh bin
Ahmad sagte: Es berichtete uns Suwayd bin Saʿīd Al-Harawī: Wir
fragten Sufyān bin ʿUyaynah über den Irjāʾ, so sagte er: „Sie (die Ahl
as-Sunnah) sagen, der Īmān ist Wort und Tat. Und die Murjiʾah
machen das Paradies verpflichtend für jenen, der Lā ilāha illā Allāh
bezeugt, jedoch mit dem Herzen darauf beharrt, die Pflichten zu
unterlassen. Sie nennen das Unterlassen der Pflichten eine Sünde
und stellen es auf eine Stufe mit dem Begehen von verbotenen
Dingen. Jedoch sind sie nicht gleich, da das Begehen von verbotenen
Dingen, ohne sie für erlaubt zu erklären, eine Sünde ist, das
absichtliche Unterlassen der Pflichten ohne Unwissenheit oder
gültige Entschuldigung hingegen ist Kufr“ (As-Sunnah von
ʿAbdullāh bin Ahmad).

Al-Humaydī sagte in Usūl as-Sunnah: „Wahrlich, der Kufr ist


ausschließlich im Verlassen der Fünf, welche der Gesandte Allāhs
‫ ﷺ‬nannte:

185
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‚Der Islām ist auf fünf aufgebaut: der Bezeugung (Shahādah), dass
niemand das Recht hat, angebetet zu werden außer Allāh, und dass
Muhammad der Gesandte Allāhs ist, dem Verrichten des Gebets,
dem Entrichten der Zakāh, dem Fasten des Ramadān, und dem
Pilgern zum heiligen Haus.‘“

Und wenn sich eine mit Macht verweigernde Gruppe weigert, die
Zakāh zu entrichten oder das Fasten oder die Hajj zu vollziehen, so
wird diese aufgrund von Kufr bekämpft, so wie Ibn Taymiyyah ‫رﺣﻤﮫ‬
‫ اﻟﻠﮫ‬darin eine Fatwā erteilte, und dies ist ein Kampf aufgrund von
Abtrünnigkeit, und er bewies dies mit dem Kämpfen der Sahābah
gegen die Verweigerer der Zakāh.

Masʾalah: Der Autor erwähnte die fünf bekannten Säulen und schloss
damit ab; gibt es noch weitere Säulen?

Manche Gelehrten fügten noch hinzu, was im Hadīth von al-Hārith


al-Ashʿarī vom Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬überliefert wurde:

„Ich befehle euch fünf Dinge an, die Allāh mir anbefohlen hat: Das
Hören und Gehorchen, den Jihād, die Hijrah und die
Gemeinschaft, denn wer die Gemeinschaft auch nur um eine
Handspanne verlässt, der hat den Bund des Islāms von seinem
Hals abgelegt, es sei denn, er kehrt zurück.“

At-Tirmidhī sagte: „Dieser Hadīth ist Hasan Sahīh Gharīb.


Muhammad bin Ismāʿīl (al-Bukhārī) sagte, dass al-Hārith al-
Ashʿarī ein Gefährte war und diesen Hadīth überlieferte.“

Dies überlieferte auch Ibn Hibbān, der ihn als Sahīh einstufte und
dann sagte: „Der Befehl für die Gemeinschaft kommt in
allgemeinem Wortlaut, jedoch ist damit das Spezifische gemeint, da

186
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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die Gemeinschaft der Konsens der Gefährten des Gesandten ist.
Wer also dem folgt, worauf sie sich befanden und sich (in den
Ansichten) von denen isoliert, die nach ihnen kamen, der hat die
Gemeinschaft nicht gespalten und sich nicht von ihr getrennt. Wer
aber die Gefährten verlässt und denen nach ihnen folgt, der hat der
Gemeinschaft entgegengehandelt. Und die Gemeinschaft nach den
Gefährten sind jene Leute, welche den Dīn, den Verstand und das
Wissen vereinen und auf der Unterlassung der Befolgung der
Gelüste (Hawā) beharren, auch wenn sie von geringer Anzahl sind,
nicht der Pöbel und das Gesindel der Menschen, auch wenn diese
viele sind.“

Abū Dharr überlieferte, dass der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:

„Wer die Gemeinschaft auch nur um eine Handspanne verlässt,


der hat das Band des Islām von seinem Hals abgelegt.“
(Überliefert von Abū Dāwud)

Manche Gelehrten fügten noch als Säule das Gebieten des Guten
und das Verbieten des Schlechten hinzu. Andere wiederum fügten
als Säule den Ratschlag (Nush) hinzu, da der Gesandte Allāhs dafür
den Treueschwur entgegennahm.

Abū Qāsim al-Asbahānī sagte in seinem Buch al-Mahajjah 2/507:


„Kapitel - das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten
sind zwei solide Säulen von den Säulen des Dīn, welche man nicht
vernachlässigen darf.“

Das, was mir scheint, ist, dass dies Säulen für die Entstehung der
islamischen Gemeinschaft sind und unter der Erwägung der
Etablierung eines Gebildes und eines Staates für die Muslime sind
diese fünf unerlässlich.

187
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Die zweite Stufe: Der Īmān (‫)اﻹﯾﻣﺎن‬

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Die zweite Stufe: Al-Īmān (‫)اﻹﯾﻤﺎن‬.

Er hat siebzig Zweige und einige (mehr). Sein höchster ist die
Aussage „Lā ilāha illā Allāh“ und sein niedrigster ist das Entfernen
des Schädlichen vom Weg. Und die Schamhaftigkeit ist ein Zweig
des Glaubens.

Und seine Säulen sind sechs: dass man an Allāh glaubt, an Seine
Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten, an den jüngsten Tag
und an das Schicksal — das Gute davon und das Schlechte, und dass
alles von Allāh ist.

Und der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ﻟ ْ َﺲ اﻟْ ِﺮ ن ﺗ َُﻮﻟﻮا ُو ُﺟﻮ َﻫ ُﻜ ْﻢ ِﻗ َ َﻞ اﻟْ َﻤ ْﺸ ِﺮ ِق َواﻟْ َﻤ ْﻐ ِﺮ ِب َوﻟَـ ِﻜﻦ اﻟْ ِﺮ َﻣ ْﻦ ٓ َﻣ َﻦ‬
﴾‫ِ ﻠ ِﻪ َواﻟْ َﯿ ْﻮ ِم ا ْ ٓ ِﺧ ِﺮ َواﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ِﺔ َو ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب َواﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ‬
Nicht darin besteht die Güte, daß ihr eure Gesichter gegen Osten oder
Westen wendet. Güte ist vielmehr, daß man an Allāh, den Jüngsten
Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt
(Al-Baqarah: 177).

Und der Beweis für das Schicksal ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ا ُﻛﻞ َﺷ ْﻲ ٍء َ ﻠَ ْﻘ َﺎ ُﻩ ِﺑ َﻘﺪَ ٍر‬


Gewiß, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß erschaffen
(Al-Qamar: 49).

188
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Der Autor sagt: „Die zweite Stufe: der Īmān“. „Īmān“ bedeutet
sprachlich: die Bestätigung/Bewahrheitung.

﴾‫﴿و َﻣﺎ ﻧ َْﺖ ِﺑ ُﻤ ْﺆ ِﻣ ٍﻦ ﻟَﻨَﺎ‬


َ
Aber du glaubst uns wohl nicht
(Yūsuf: 17).

Fachspezifisch betrachtet hat der Īmān zwei Bedeutungen, eine


allgemeine und eine spezifische. Wenn er (der Īmān) unabhängig
vom Islām erwähnt wird, so wird er mit der allgemeinen Bedeutung
ausgelegt. Und der Īmān ist Aussage mit der Zunge und Taten
(sowohl die körperlichen als auch die Taten des Herzens) und die
Überzeugung (Iʿtiqād) im Inneren; es ist also die Unterwürfigkeit
und das Kommen mit dem vollständigen Dīn, was Taten und
Überzeugung betrifft. Die Salaf erklären den Īmān mit mindestens
zwei Wörtern: Aussage und Tat; und mit höchstens sechs Wörtern:
Aussage, Handlung, Überzeugung, Absicht, Folgsamkeit und
Aufrichtigkeit.

Wenn er jedoch mit dem Islām in Verbindung gebracht wird, dann


wird er (der Īmān) auf eine spezielle Weise erklärt: Es ist die
Bestätigung dessen und die Überzeugung von dem, was von der
Gesetzgebung Allāhs kam. Und somit werden mit dem Īmān die
inneren Taten bezeichnet und mit dem Islām die äußeren Taten.

Masʾalah: Die Säulen des Īmān – Erläuterung der Säule, ohne die der
Īmān nicht richtig ist; und dies sind sechs Säulen.

189
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Der Autor sagt: „Und seine Säulen sind sechs: dass man an Allāh
glaubt, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten, an den
Jüngsten Tag und an das Schicksal — das Gute davon und das
Schlechte, und dass alles von Allāh ist.“

Der Autor sagt: „Und er hat siebzig Zweige und einige (mehr).“

Das „einige (mehr)“ (‫ )ﺑﻀﻊ‬ist eine Anzahl zwischen drei und neun
und „Zweig“ (‫ )ﺷﻌﺒﺔ‬bedeutet „Gruppe“ oder „Teil/Eigenschaft (von
etwas)“.

„Sein höchster (Zweig)“, d.h. der höchste Zweig gemäß der


allgemeinen Definition des Īmān. Denn ansonsten ist die Aussage
Lā ilāha illā Allāh vom Islām, denn Islām bedeutet die
offensichtlichen Taten und dazu gehört die Aussage, es sei denn mit
der Aussage ist hier die Aussage des Herzens gemeint. „Seiner
höchster (Zweig)“ jedoch ist gemäß der speziellen Bedeutung des
Īmān gemeint. So ist es die Überzeugung, die in der Shahādah Lā
ilāha illā Allāh enthalten ist, denn der Īmān in der speziellen
Bedeutung ist die Überzeugung.

„Sein niedrigster“ gemäß der allgemeinen Bedeutung.

„Das Entfernen des Schädlichen vom Weg“ und „die


Schamhaftigkeit ist ein Teil des Īmān.“: Das ist in der speziellen
Bedeutung, denn die Schamhaftigkeit ist eine Tat des Herzens und
der Überzeugung.

Und der Autor erwähnte drei Aspekte und die Taten zum jeweiligen
Aspekt. So ist der Aspekt der Zunge z.B. (die Aussage) Lā ilāha illā
Allāh, als Beispiel für den körperlichen Aspekt führte er das

190
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Entfernen des Schädlichen an und als Beispiel für den Aspekt des
Herzens führte er die Schamhaftigkeit an.

Was jedoch die Säulen angeht, so sind sie die folgenden sechs:

1. „dass man an Allāh glaubt“ — und dies bedeutet die Bestätigung


Seiner Namen, Eigenschaften, Seiner Rubūbiyyah und
Ulūhiyyah.

2. „Der Glaube an die Engel“ — und dies bedeutet die Bestätigung


ihrer Existenz und dessen, was ihnen an Taten auferlegt wurde.

3. „Der Glaube an die Bücher“, welche Allāh auf Seine Gesandten


herabsandte.

4. „Der Glaube an die Gesandten“, und dies bedeutet die


Bestätigung derer, die Allāh von den Gesandten entsandte, und
der Glaube an sie.

„und an Seine Gesandten“: Und hier sind auch die Propheten


inbegriffen, so muss man auch an sie glauben; hier ist mit
„Gesandten“ die sprachliche Bedeutung gemeint. Und es gibt einen
Unterschied zwischen dem Gesandten (‫ )اﻟﺮﺳﻮل‬und dem Propheten
(‫)اﻟﻨﺒﻲ‬.

„Der Gesandte“ (‫ )اﻟﺮﺳﻮل‬bedeutet sprachlich „der Entsandte“, „der


Ausgeschickte“. Fachspezifisch betrachtet ist es jemand, den Allāh
zu einem Volk der Kuffār geschickt hat und der zu ihnen mit einer
neuen Gesetzgebung kam. Und die Tatsache, dass er ein Gesandter
ist, erfordert nicht unbedingt, dass ihm ein Buch offenbart wird,
sondern es ist möglich, dass er sich auf dem Buch desjenigen
befindet, der vor ihm kam. So ist Ismāʿīl ein Gesandter, welcher sich

191
——————————————————————————

auf der Sharīʿah seines Vaters Ibrāhīm befand. Unsere Aussage: „Er
kam mit einer neuen Gesetzgebung“ bedeutet: Sie ist neu für die
Kuffār, auch wenn dieses Gesetz bereits bei anderen vorlag.

„Der Prophet“ (‫ )اﻟﻨﺒﻲ‬ist sprachlich abgeleitet von der „Kunde“ (‫)اﻟﻨﺒﺄ‬.


Und lässt sich ableiten aus der „Erhebung“ (‫)اﻻرﺗﻔﺎع‬. Und was die
fachspezifische Terminologie angeht, so ist das Bekannteste, dass
es jemand ist, der eine Offenbarung bekommt, dem jedoch nicht die
Verkündung anbefohlen wurde. Und diese Definition ist falsch und
kritikwürdig, denn das Richtige ist, dass dem Propheten offenbart
und die Verkündung anbefohlen wurde. Und dies geht aus Seiner
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage hervor:

﴾‫﴿و َﻣﺎ ْر َﺳﻠْﻨَﺎ ِﻣﻦ ﻗَ ْ ِﻠ َﻚ ِﻣﻦ ر ُﺳﻮلٍ َو َﻻ ﻧ َ ِﺒ ٍّﻲ‬


َ
Und Wir sandten vor dir keinen Gesandten oder Propheten.. (ohne
dass ihm, wenn er etwas rezitierte, der Satan in seine Rezitation etwas
dazwischen geworfen hätte. Aber Allāh hebt auf, was der Satan
dazwischenwirft.)
(Al-Hajj: 52),

d.h.: „Und wir haben keinen Propheten gesandt,..“33

und Seiner ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﻓَ َ َﻌ َﺚ اﻠ ُﻪ اﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ِﺬ ِر َﻦ‬


Dann schickte Allāh die Propheten als Verkünder froher Botschaft und
als Überbringer von Warnungen
(Al-Baqarah: 213).

33
Die Āyah beweist, dass auch Propheten entsandt wurden.

192
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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So wird der Prophet entsandt und ihm wird die Verkündung
anbefohlen.

Und aus der Sunnah ist der Hadīth von Jābir:

„Mir wurden fünf Dinge gegeben, welche keinem Propheten vor


mir gegeben wurden.“

Dann sagte er:

„..und ich wurde zu allen Menschen entsandt und jeder (andere)


Prophet wurde zu seinem eigenen Volk entsandt.“
Und dieser (Hadīth) ist im Sahīh.

Was den Unterschied zwischen dem Gesandten und dem Propheten


angeht, so ist der Unterschied aus zwei Gesichtspunkten (zu
betrachten):

Aus dem Blickwinkel derer, zu denen er geschickt wurde; so wurde


der Gesandte zu den Kuffār geschickt und der Prophet zu den
Gläubigen.

Und aus dem Blickwinkel der Gesetzgebung; so ist der Gesandte mit
neuen Gesetzen gekommen, während der Prophet sich auf der
Sharīʿah seines Vorgängers befindet. Und die besten Gesandten
sind die fünf Besitzer der Entschlossenheit (‫( )أوﻟوا اﻟﻌزم‬Muhammad,
Ibrāhīm, Mūsā, ʿĪsā und Nūh ‫)ﻋﻠﯾﮭم اﻟﺻﻼة واﻟﺳﻼم‬.

Und der Beste unter den fünf ist Muhammad und danach Ibrāhīm.
Und was die drei Restlichen angeht, so wird, soviel ich weiß, über
ihren Vorzug untereinander geschwiegen. Und es ist möglich, dass
man ihren Vorzug (untereinander) entsprechend dem Hadīth des

193
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Isrāʾ gemäß ihrer Stufen im Himmel anordnet und es ist auch


möglich entsprechend dem langen Hadīth der Fürsprache.

5. „Der Glaube an den Jüngsten Tag“, d.h. die Bestätigung des


Jüngsten Tages, der Abrechnung und der Vergeltung, des
Paradieses, der Hölle und der Strafe im Grab.

6. „dass man an das Schicksal glaubt – das Gute und das Schlechte
davon“, d.h., dass man das bestätigt, was Allāh beschlossen und
festgelegt hat.

Und die Art und Weise, wie man an das Schicksal glaubt, ist: dass
man daran glaubt, dass Allāh von der Sache wusste, bevor sie
existierte und entstand und bevor sie in der wohlbewahrten Tafel
aufgeschrieben wurde, und dass Allāh (die Sache) ins Dasein rief.

Das Offenkundige seiner Aussage „das Schlechte davon“ ist, dass es


im Schicksal durchaus auch Schlechtes geben kann, jedoch muss
man hier unterscheiden. Was die Taten Allāhs, Seine Bestimmung
und Seine Festlegung anbelangt, so ist alles davon gut und nichts
darin ist schlecht, aufgrund des Hadīths: „Und das Schlechte ist Dir
nicht zuzuschreiben“. Jedoch gibt es darin aus Sicht der Menschen
Schlechtes. So sind der Kufr, die Sünden und Iblīs schlecht. Das
heißt also, dass es angesichts der Taten Allāhs gut ist und angesichts
der Taten der Menschen schlecht.

Und der Beweis für die Säulen des Īmān ist die Aussage des
Erhabenen:

194
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
﴾‫﴿ﻟ ْ َﺲ اﻟْ ِﺮ ن ﺗ َُﻮﻟﻮا ُو ُﺟﻮ َﻫ ُﻜ ْﻢ ِﻗ َ َﻞ اﻟْ َﻤ ْﺸ ِﺮ ِق َواﻟْ َﻤ ْﻐ ِﺮ ِب‬
Nicht darin besteht die Güte, daß ihr eure Gesichter gegen Osten oder
Westen wendet
(Al-Baqarah: 177)

Und der Beweis für das Schicksal ist:

﴾‫﴿ا ُﻛﻞ َﺷ ْﻲ ٍء َ ﻠَ ْﻘ َﺎ ُﻩ ِﺑ َﻘﺪَ ٍر‬


Gewiß, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß (biqadar) erschaffen
(Al-Qamar: 49).

195
——————————————————————————

Die dritte Stufe: Der Ihsān (‫)اﻹﺣﺳﺎن‬

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Die dritte Stufe: al-Ihsān (‫)اﻹﺣﺴﺎن‬

Und der Ihsān hat eine einzige Säule; nämlich: dass du Allāh (in
solch einer Art und Weise) dienst, als würdest du Ihn sehen, denn
wenn du Ihn (auch) nicht siehst, so sieht Er doch dich!

Und der Beweis dafür ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ان اﻠ َﻪ َﻣ َﻊ اﻟ ِﺬ َﻦ اﺗ َﻘﻮا واﻟ ِﺬ َﻦ ﻫُﻢ ﻣ ْﺤ ِﺴ ُﻨ‬


﴾‫ﻮن‬
Gewiß, Allāh ist mit denjenigen, die gottesfürchtig sind und Gutes tun
(An-Nahl: 128)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َو َﻣﻦ ُْﺴ ِﻠ ْﻢ َو ْﺟﻬَ ُﻪ اﻟَﻰ اﻠ ِﻪ َوﻫ َُﻮ ُﻣ ْﺤ ِﺴ ٌﻦ ﻓَ َﻘ ِﺪ ا ْﺳ َﺘ ْﻤ َﺴ َﻚ ِ ﻟْ ُﻌ ْﺮ َو ِة اﻟْ ُﻮﺛْ َﻘ ٰﻰ َواﻟَﻰ‬


﴾‫اﻠ ِﻪ َﺎ ِﻗ َ ُﺔ ا ْ ُﻣ ِﻮر‬
Wer sich Allāh völlig hingibt und dabei Gutes tut, der hält an die
festeste Handhabe fest
(Luqmān: 22)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

196
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
‫﴿ َوﺗ ََﻮﻛ ْﻞ َﻠَﻰ اﻟْ َﻌ ِﺰ ِﺰ اﻟﺮ ِﺣ ِﻢ ۝ اﻟ ِﺬي َ َﺮاكَ ِ َﻦ ﺗَ ُﻘﻮ ُم ۝ َوﺗَ َﻘﻠ َﺒ َﻚ ِﻓﻲ‬
﴾‫اﻟﺴﺎ ِ ِﺪ َﻦ ۝ اﻧ ُﻪ ﻫ َُﻮ اﻟﺴ ِﻤﯿ ُﻊ اﻟْ َﻌ ِﻠ ُﯿﻢ‬
Und verlasse dich auf den Allmächtigen und Barmherzigen,
Der dich sieht, wenn du aufrecht stehst –
und dein Stellungswechsel unter denjenigen, die sich niederwerfen
Er ist ja der Allhörende und Allwissende.
(Ash-Shuʿarāʾ: 217-220)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫ﻮن ِﻣ ْﻦ َﻋ َﻤ ٍﻞ اﻻ ُﻛﻨﺎ‬
َ ُ‫ﻮن ِﻓﻲ َﺷ ٍن َو َﻣﺎ ﺗَ ْﺘﻠُﻮ ِﻣ ْ ُﻪ ِﻣﻦ ﻗُ ْﺮ ٓ ٍن َو َﻻ ﺗَ ْﻌ َﻤﻠ‬
ُ ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ُﻜ‬
﴾‫ﻮن ِﻓ ِﻪ‬ َ ُ‫َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ُﺷﻬُﻮدًا ا ْذ ﺗُ ِﻔ ﻀ‬
Und mit keiner Angelegenheit befaßt Du dich, und nichts verliest du
davon an Qurʾn, und keine Tat vollbringt ihr, ohne daß Wir über euch
Zeugen sind, wenn ihr euch (ausgiebig) darüber auslaßt
(Yūnus: 61).

Und der Beweis aus der Sunnah ist der bekannte Hadīth von Jibrīl
‫( ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬überliefert von) ʿUmar ‫رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮫ‬. Er (ʿUmar) sagte:

„Während wir beim Gesandten ‫ ﷺ‬saßen, kam zu uns ein Mann mit
strahlend weißer Kleidung und nachtschwarzem Haar. Weder
waren an ihm Spuren der Reise zu erkennen noch war er einem
von uns bekannt. Schließlich setzte er sich zum Propheten ‫ﷺ‬,
wobei er mit seinen Knien dessen (des Propheten ‫ )ﷺ‬Knie berührte
und die Handflächen auf seine Oberschenkel legte, und sprach:

‚O Muhammad, berichte mir vom Islām!‘

197
——————————————————————————

Der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬antwortete daraufhin: ‚(Es bedeutet), dass


du bezeugst, dass es niemand Anbetungswürdigen außer Allāh
gibt und dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist, dass du das
Gebet verrichtest, die Zakāh entrichtest, den Ramadān fastest und
zum Heiligen Haus (Kaʿbah) pilgerst, sofern dir dies möglich ist.‘

Er (der Mann) sagte: ‚Du hast recht gesprochen.‘Wir wunderten


uns über ihn, dass er ihn (zuerst) fragt und seine Worte dann für
wahr erklärt. Er sagte (weiter): ‚So berichte mir Īmān!‘

Er antwortete: ‚Dass du an Allāh, Seine Engel, Seine Bücher, Seine


Gesandten und den Jüngsten Tag glaubst und dass du an die
göttliche Vorherbestimmung (al-Qadar) glaubst, an das Gute
davon und das Schlechte.‘

Er (der Mann) sagte: ‚Du hast recht gesprochen.‘ Er sagte (weiter):


‚So berichte mir vom Ihsān!‘

Er (der Prophet) antwortete: ‚Dass du Allāh (in solch einer Art und
Weise) dienst, als würdest du Ihn sehen, denn wenn du Ihn (auch)
nicht siehst, so sieht Er doch dich.‘

Er (der Mann) sagte: ‚Berichte mir von der Stunde!‘

Er (der Prophet) antwortete: ‚Der Befragte weiß nicht mehr


darüber als der Fragende.‘

Er (der Mann) sagte: ‚Berichte mir von ihren Anzeichen.‘

198
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Er (der Prophet) erwiderte: ‚(Zu ihren Anzeichen gehört), dass die
Sklavin ihren eigenen Herrn gebärt und dass du siehst, wie
barfüßige, nackte und bedürftige Schafhirten sich (mit einem Mal)
gegenseitig im Bauen von Hochhäusern zu übertreffen versuchen.‘

Anschließend ging er fort und wir verblieben eine Weile. Dann


sagte der Prophet ‫ﷺ‬: ‚O ʿUmar, weißt du, wer der Fragende war?‘

Wir sagten: ‚Allāh und Sein Gesandter wissen es am besten.‘

Er sagte: ‚Das war Jibrīl, der zu euch gekommen war, um euch die
Angelegenheit eures Dīns zu lehren.‘“

199
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Masʾalah: Die Säulen des Ihsān.

Der Autor sagte: „Er hat eine einzige Säule“, und der Autor erklärt
diese Säule mit: „dass du Allāh dienst, als würdest du Ihn sehen“,
d.h., dass du Allāh dienst durch eine perfektionierte und reine
ʿIbādah.

Und „dass du Allāh dienst“ bedeutet, dass du dich vor Allāh


demütigst und dich Ihm unterwirfst in deinen offensichtlichen
Taten und in deinen inneren Glaubensinhalten. Und diese Säule hat
zwei Ebenen:

1. Die Ebene der Vergegenwärtigung, und seine Bedeutung ist, dass


du Allāh dienst, als ob du Ihn siehst34 – so vergegenwärtigst du dir
in deiner Anbetung, dass du dich vor Allāh befindest.

2. Die Ebene des Ittilāʿ, und der Autor deutet darauf hin anhand
seiner Aussage: „denn wenn du Ihn (auch) nicht siehst, so sieht Er
doch dich!“ Das heißt, dass du Allāh dienst und dabei spürst, dass
Er den Einblick über dich hat und dich beobachtet. Und dies hat zur
Folge, dass du die Anbetung schön verrichtest.

Masʾalah: Welche der beiden Ebenen ist besser?

Die bessere Ebene ist das Erstere (Die Vergegenwärtigung), und


deshalb begann er seine Rede damit. Hierauf erwähnt der Autor den

34Fußnote des Shaykhs, möge Allāh ihn befreien: Und dies ist die Ebene der Liebe, der
Bestrebung und der Sehnsucht, und sie ist vollkommener (als die zweite Ebene).

200
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Beweis dazu. So begann er mit dem Beweis für die erste Ebene, und
es ist Seine Aussage, Erhaben ist Er:

َ ‫﴿ان اﻠ َﻪ َﻣ َﻊ اﻟ ِﺬ َﻦ اﺗ َﻘﻮا واﻟ ِﺬ َﻦ ُﻫﻢ ﻣ ْﺤ ِﺴ ُﻨ‬


﴾‫ﻮن‬
Gewiß, Allāh ist mit denjenigen, die gottesfürchtig sind und Gutes tun
(An-Nahl: 128),

d.h., sie sind perfektioniert in den Taten und in ihren


Glaubensinhalten.

Was den Beweis der zweiten Ebene betrifft, so erwähnt der Autor
zwei Beweise dazu:

﴾‫﴿ َوﺗ ََﻮﻛ ْﻞ َﻠَﻰ اﻟْ َﻌ ِﺰ ِﺰ اﻟﺮ ِﺣ ِﻢ ۝ اﻟ ِﺬي َ َﺮاكَ ِ َﻦ ﺗَ ُﻘﻮ ُم‬
Und verlasse dich auf den Allmächtigen und Barmherzigen,
Der dich sieht, wenn du aufrecht stehst
(Ash-Shuʿarāʾ: 217-218),

d.h.: Der, Der über dich wacht und dich beobachtet, und das führt
zum Ihsān im Islām und Īmān.

Und der zweite Beweis ist Seine Aussage:

﴾‫ﻮن ِﻓ ِﻪ‬
َ ُ‫ﻮن ِﻣ ْﻦ َﻋ َﻤ ٍﻞ اﻻ ُﻛﻨﺎ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ُﺷﻬُﻮدًا ا ْذ ﺗُ ِﻔ ﻀ‬
َ ُ‫﴿ َو َﻻ ﺗَ ْﻌ َﻤﻠ‬
Und keine Tat vollbringt ihr, ohne daß Wir über euch Zeugen sind,
wenn ihr euch (ausgiebig) darüber auslaßt
(Yūnus: 61),

d.h, du spürst, dass Allāh dich sieht, und das führt zum Ihsān in den
Taten und in den Glaubensinhalten.

201
——————————————————————————

Der Autor sagt: „Und der Beweis aus der Sunnah (bezüglich der drei
Stufen des Dīns) ist der bekannte Hadīth von Jibrīl: ‚(…) kam zu uns
ein Mann‘“. In (diesem Hadīth wird deutlich), dass Engel durch die
Erlaubnis Allāhs Menschengestalt annehmen können. Und Jibrīl
erschien ebenfalls in der Gestalt von Dihyah al-Kalbī. Und in einem
authentischen Hadīth ist ein Engel zu einem Mann in der Gestalt
eines Blinden, in der Gestalt eines Leprakranken und in der Gestalt
eines Kahlköpfigen gekommen.

„Mit strahlend weißer Kleidung“: Es ist für einen Reisenden eher


ungewöhnlich, dass seine Kleidung weiß ist.

„Und nachtschwarzem Haar“: Das bedeutet, dass sein Körper und


sein äußeres Erscheinungsbild sauber und gepflegt waren und das
ist das Erste, was die Gefährten stutzig machte, da er ein Reisender
und (gleichzeitig) sauber war im Gegensatz zum Gewohnten bei
einem Reisenden.

Er ging an den dort sitzenden Männern vorbei und setzte sich zum
Gesandten ‫ﷺ‬. Und das Überspringen von Menschen ist eine
verpönte (Handlung), außer in einem dringenden Fall.

„Schließlich setzte er sich zum Propheten ‫ﷺ‬, wobei er mit seinen


Knien dessen (des Propheten ‫ )ﷺ‬Knie berührte und die Handflächen
auf seine Oberschenkel legte“: Er setzte sich auf die Art, wie ein
Betender zwischen den zwei Niederwerfungen sitzt. Und das
Possessivpronomen bei „seine Hände“ und „seine Knie“ bezieht sich
auf Jibrīl.

Seine Aussage: „Er sagte: ‚O Muhammad‘“: Er rief ihn mit seinem


Namen, obwohl Allāh sagte:

202
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
﴾‫﴿ﻻ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ُد َ َﺎء اﻟﺮ ُﺳﻮلِ ﺑ َ ْ َ ُﻜ ْﻢ َﻛﺪُ َﺎ ِء ﺑ َ ْﻌ ِﻀ ُﻜﻢ ﺑ َ ْﻌﻀً ﺎ‬
Erachtet den Aufruf des Gesandten unter euch nicht, wie den Aufruf
eines von euch an die anderen
(An-Nūr: 63).

Und er erwähnte auch nicht den Segen und den Frieden auf den
Gesandten und das stärkt die zweite Aussage, dass der
Segenswunsch auf den Gesandten bei der Erwähnung seines
Namens eine bekräftigte Sunnah (Sunnah Muʾakkadah) ist.35 Und
das wendet (das Urteil der Verpflichtung in) der Aussage des
Erhabenen ab:

﴾‫﴿ َﺻﻠﻮا َﻠَ ْﯿ ِﻪ َو َﺳ ِﻠ ّ ُﻤﻮا َ ْﺴ ِﻠﯿ ًﻤﺎ‬


Sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß
(Al-Ahzāb: 56).

Hierauf stellte er dem Gesandten einige Fragen.

1. Er fragte ihn nach dem Islām, da antwortete der Gesandte Allāhs


‫ﷺ‬, dass der Islām die Erniedrigung und die Unterwerfung
gegenüber Allāh mittels der fünf Säulen ist. Diese sind: die

35Shaykh al-Muhaddith Sulaymān ibn Nāsir al-ʿAlwān, möge Allāh ihn bewahren,
erwähnte in seinem Sharh (Erklärung) zu al-Bayqūniyyah, dass die eher richtigere
Meinung der Gelehrten ist, dass es Pflicht ist, jedes Mal bei der Erwähnung des
Propheten ‫ ﷺ‬Salāh auf ihn zu sprechen, und at-Tirmidhī und andere überlieferten von
Abū Hurayrah, möge Allāh mit ihm zufrieden sein, der sagte: "Der Gesandte Allāhs ‫ﷺ‬
sagte:
‘Möge die Nase der Person im Staub gerieben werden, bei welcher ich erwähnt werde und
kein Salāh auf mich ausspricht.‘" Dies ist ein Du'ā des Propheten ‫ ﷺ‬gegen denjenigen, der
kein Salāh auf ihn ausspricht, wenn er bei ihm erwähnt wird.

203
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Shahādatayn (die zwei Bezeugungen), das Gebet, das Fasten, die


Zakāh und die Pilgerfahrt.

Er sagte: „Du hast recht gesprochen“. Und hier erfolgte die zweite
Verwunderung der Sahābah, denn der Fragende erklärt die
Antwort gewöhnlich nicht für richtig.

2. Dann stellte er ihm die zweite Frage: Er fragte nach dem Īmān.
Da erklärte er ihm, dass der Īmān Erniedrigung und
Unterwerfung gegenüber Allāh bedeutet mittels dem, woran
man im Inneren glaubt.

Er sagte: „Du hast recht gesprochen“. Und das war die dritte
Verwunderung. Und hier ist eine Art der Verwunderung von
Dingen, die der Norm widersprechen.

3. Da stellte er die dritte Frage; er sagte: „Berichte mir vom Ihsān“.


Er sagte, (dass Ihsān bedeutet,) dass du dich erniedrigst und
unterwirfst durch die Perfektionierung des Islām und des Īmān
für Allāh.

4. Hierauf stellte er ihm die vierte Frage; er fragte ihn nach der
Stunde und der Gesandte ‫ ﷺ‬beantwortete ihm diese Frage nicht,
denn er fragte nach ihrem Zeitpunkt, und die genaue Zeit der
Stunde kennt niemand außer Allāh.

5. Die fünfte Frage: Er fragte ihn nach den Zeichen der Stunde, so
berichtete er ihm von zwei Zeichen. Und die Verbindung
zwischen den beiden Zeichen ist die, dass alle Angelegenheiten
sich zum Gegenteil wenden werden, sodass die niedrigsten
Dinge die höchsten werden.

204
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Das erste (Zeichen) ist, dass die Sklavin ihre Herrin gebärt, sodass
die Erzieherin, und in diesem Fall ist es die Mutter, zur Untertanin
wird, wenn die Sklaverei zunimmt.

Das zweite Zeichen ist, dass die armen Menschen die Höchsten sein
werden. Hierauf ließ er die Sahābah wissen, dass der Fragende Jibrīl
war, welcher gekommen war, „um euch euren Dīn zu lehren“.

Seine Aussage im Hadīth: „Allāh und Sein Gesandter wissen es am


besten“ wurde lediglich zu Lebzeiten des Gesandten ‫ ﷺ‬verwendet.
Nach dem Tod des Gesandten ‫ ﷺ‬sagt man: „Allāh weiß es am
besten“, wenn man über etwas gefragt wird, worüber man kein
Wissen hat.

205
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Die dritte Grundlage

Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Die Kenntnis des Propheten Muhammad ‫ﷺ‬

Der dritte Asl: Kenntnis des Propheten Muhammad ‫ ﷺ‬und dieser


ist: Muhammad bin ʿAbdillāh bin ʿAbd al-Muttalib bin Hāshim, und
Hāshim war von den Quraysh und Quraysh waren von Arabern und
die Araber waren von den Nachfahren von Ismāʿīl bin Ibrāhīm al-
Khalīl, der vorzüglichste Salāh und Salām auf unserem Propheten
und auf ihm. Er lebte 63 Jahre, 40 davon vor der Prophetie und 23
als Prophet und Gesandter. Mit „Iqraʾ“ wurde er zum Propheten
gemacht und mit „al-Muddaththir“ zum Gesandten. Seine
Heimatstadt ist Makkah und er machte Hijrah nach al-Madīnah.
Allāh schickte ihn mit der Warnung vor dem Shirk und um zum
Tauhīd zu rufen aus. Der Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟْ ُﻤﺪ ِ ّ ُﺮ ۝ ﻗُ ْﻢ ﻓَ ﻧْ ِﺬ ْر ۝ َو َرﺑ َﻚ ﻓَ َﻜ ّ ِْﺮ ۝ َو ِﺛ َﯿﺎﺑ َ َﻚ ﻓَ َﻄﻬّ ِْﺮ ۝‬


﴾‫َواﻟﺮ ْﺟ َﺰ ﻓَﺎ ْﻫ ُﺠ ْﺮ ۝ َو َﻻ ﺗَ ْﻤ ُ ْﻦ َ ْﺴ َﺘ ْﻜ ِ ُﺮ ۝ َو ِﻟ َﺮﺑ ّ َِﻚ ﻓَ ْﺎﺻ ِْﺮ‬
O du Zugedeckter, stehe auf und warne; und deinen Herrn, Den preise
als den Größten, und deine Gewänder, die reinige, und die (Unreinheit
des) Götzen(dienstes), die meide, und halte nicht (deinen Verdienst)
vor, und halte ihn nicht für zu groß, und ertrage standhaft (alles) für
deinen Herrn.
(Al-Muddaththir: 1-7).

Und die Bedeutung davon ist:

„Stehe auf und warne“ warnt vor dem Shirk und ruft zum Tauhīd auf;

206
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„und deinen Herrn, Den preise als den Größten“ bedeutet: Verherrliche
Ihn mit dem Tauhīd;

„und deine Gewänder, die reinige“ bedeutet: Reinige deine Taten vom
Shirk;

„und die Unreinheiten, die meide“ — die Unreinheiten sind die


Götzen und sie zu meiden bedeutet, sie zu verlassen und Barāʾah
von ihnen und ihren Leuten zu haben.

Er verbrachte zehn Jahre damit, zum Tauhīd aufzurufen, und nach


zehn Jahren wurde er in den Himmel erhoben und zu den fünf
Gebeten verpflichtet. Er betete in Makkah drei Jahre lang und
befahl danach die Hijrah nach al-Madīnah an.

Und die Hijrah ist: Der Umzug vom Land des Shirk zum Land des
Islām; und sie bleibt bestehen, bis dass die Stunde eintrifft. Und der
Beweis ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

‫﴿ان اﻟ ِﺬ َﻦ ﺗ ََﻮﻓﺎﻫ ُُﻢ اﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َﻇﺎ ِﻟ ِﻤﻲ ﻧْ ُﻔ ِﺴﻬ ِْﻢ ﻗَﺎﻟُﻮا ِﻓ َﻢ ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ۖ ﻗَﺎﻟُﻮا ُﻛﻨﺎ‬
ۚ ‫ُﻣ ْﺴ َﺘﻀْ َﻌ ِﻔ َﻦ ِﻓﻲ ا ْ ْر ِض ۚ ﻗَﺎﻟُﻮا ﻟ َ ْﻢ َ ُﻜ ْﻦ ْر ُض اﻠ ِﻪ َو ِاﺳ َﻌ ًﺔ ﻓَ ُﻬ َِﺎﺟ ُﺮوا ِﻓ ﻬَﺎ‬
‫ﻓَ وﻟَـ ِﺌ َﻚ َﻣ َواﻫ ُْﻢ َﺟﻬَﻨ ُﻢ ۖ َو َﺳ َﺎء ْت َﻣ ِﺼ ًﺮا اﻻ اﻟْ ُﻤ ْﺴ َﺘﻀْ َﻌ ِﻔ َﻦ ِﻣ َﻦ ّ ِاﻟﺮ َ ﺎلِ َواﻟ ِ ّ َﺴﺎ ِء‬
‫ون َﺳ ِ ًﻼ ۝ ﻓَ وﻟَـ ِﺌ َﻚ ﻋ ََﺴﻰ اﻠ ُﻪ ْن‬ َ ‫َواﻟْ ِﻮﻟْﺪَ ِان َﻻ َْﺴ َﺘ ِﻄﯿ ُﻌ‬
َ ُ‫ﻮن ِﺣ ﻠَ ًﺔ َو َﻻ ﯾ َ ْﻬ َﺘﺪ‬
﴾‫ﯾ َ ْﻌ ُﻔ َﻮ َﻋ ْﻨﻬ ُْﻢ ۚ َو َﻛ َﺎن اﻠ ُﻪ َﻋ ُﻔﻮا ﻏَ ُﻔ ًﻮرا‬
Diejenigen, die die Engel abberufen, während sie sich selbst Unrecht
tun, (zu jenen) sagen sie: „Worin habt ihr euch befunden?“ Sie sagen:
‚Wir waren Unterdrückte im Lande.“ Sie (die Engel) sagen: „War
Allāhs Erde nicht weit, so daß ihr darauf hättet auswandern können?“
Jene aber, - ihr Zufluchtsort wird die Hölle sein, und (wie) böse ist der

207
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Ausgang! Ausgenommen die Unterdrückten unter den Männern,


Frauen und Kindern, die keine Möglichkeit haben auszuwandern und
auf dem Weg nicht rechtgeleitet sind. Jenen wird Allāh vielleicht
verzeihen. Allāh ist Allverzeihend und Allvergebend.
(An-Nisāʾ: 97-99)

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

ِ ُ‫﴿ َ ِﻋ َﺒﺎ ِد َي اﻟ ِﺬ َﻦ ٓ َﻣ ُﻮا ان ْر ِﺿﻲ َو ِاﺳ َﻌ ٌﺔ ﻓَﺎ َي ﻓَﺎ ْﻋ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
O Meine Diener, die ihr glaubt, gewiß, Meine Erde ist weit. So dient
Mir, ja, allein Mir.
(Al-ʿAnkabūt: 56).

Al-Baghawī ‫ رﺣﻤﺔ اﻟﻠﮫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬sagte: „Der Herabsendungsgrund dieser


Āyah waren die Muslime, die in Makkah waren und nicht die Hijrah
vollzogen – Allāh rief sie mit der Bezeichnung des Īmān.“

Der Beweis für die Hijrah aus der Sunnah ist seine ‫ ﷺ‬Aussage: „Die
Hijrah wird nicht aufhören, bis die Taubah aufgehört hat, und die
Taubah wird nicht aufhören, bis die Sonne im Westen aufgeht.“

Als er sich in al-Madīnah ansiedelte, befahl er die restlichen


Gesetzgebungen des Islām an, wie die Zakāh, das Fasten, die Hajj,
den Adhān, den Jihād, das Gebieten des Guten und das Verbieten
des Verwerflichen und weitere von den Gesetzgebungen des Islām.
Er verbrachte damit zehn Jahre, dann wurde er ‫ ﷺ‬abberufen und
sein Dīn blieb bestehen. Und das ist sein Dīn; es gibt nichts Gutes,
außer dass er die Ummah darauf hingewiesen hätte, und nichts
Schlechtes, außer dass er sie davor gewarnt hätte.

208
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Das Gute, worauf er hinwies, ist: der Tauhīd und alles, was Allāh
liebt und womit Er zufrieden ist und das Schlechte, wovor er
gewarnt hat, ist: der Shirk und alles, was Allāh hasst und verbietet.

209
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Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬
Die Kenntnis dieser Grundlage beinhaltet:

1. Das Kennen des Namens des Gesandten ‫ ﷺ‬und seiner


Abstammung,

2. (das Wissen darüber,) dass er ein Prophet und Gesandter ist,

3. Die Kenntnis seiner Hijrah,

4. Die Kenntnis dessen, womit er entsandt wurde,

5. Die Kenntnis eines Teils seiner persönlichen Sīrah, wie seine


Lebenszeit, wann er abberufen wurde und sein Heimatland. Der
Autor lieferte eine kurzgefasste Einführung in seine Sīrah.

Masʾalah: Was ist der Unterschied zwischen diesem Asl und der Säule
der Shahādah, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist?

Der Unterschied besteht darin, dass dieser Asl sich auf den Glauben
und das Wissen bezieht und von der Kenntnis abhängt. Was aber
die Säule angeht, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist, so ist
dies ein Asl, der sich auf die Tat bezieht; d.h., dass du ihm gehorchst
und seine Befehle befolgst. So führst du hierbei Taten aus und (bei
dem anderen) glaubst und kennst du und der Nutzen dieses Asls ist
ein auf Wissen und Kenntnis bezogener.

Masʾalah: Was ist das verpflichtende Ausmaß der Kenntnis der Sīrah
des Gesandten Allāhs ‫?ﷺ‬

210
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Bevor wir antworten, müssen wir wissen, dass es von der Sīrah des
Gesandten ‫ ﷺ‬eine kollektive Pflicht (Fard Kifāyah) gibt, die der
Autor hier nicht meinte. Er meinte hier lediglich das, was für jeden
Muslim und jede Muslimah verpflichtend ist, wie er in der
Einleitung erwähnte.

Was die kollektive Pflicht angeht, so ist sie verpflichtend für die
Gesamtheit der Ummah; es ist verpflichtend für einige Gelehrte,
sich im Umfassen der Angelegenheiten der Sīrah und in der
Kenntnis ihrer Details zu spezialisieren.

Nun kehren wir zur Antwort zurück:

Ibn Hazm sagte in „Marātib al-Ijmāʿ“ auf Seite 167 im Kapitel „vom
Ijmāʿ in den Glaubenssätzen, deren Widersetzer mit Ijmāʿ Kufr
begeht“, bis er sagte: „Davon ist auch, dass Muhammad bin
ʿAbdillāh al-Qurashī al-Hāshimī, der in Makkah Ausgeschickte und
der nach al-Madīnah Ausgewanderte, der Gesandte Allāhs zu allen
Jinn und Menschen bis zum Tage der Auferstehung ist ‫ﷺ‬.“

Und er sagte in „al-Marātib“ auf Seite 174: „(Die Gelehrten) sind sich
einig darüber, dass er zehn Jahre in al-Madīnah als Prophet und
Gesandter verblieb und in Makkah ebenfalls als Gesandter und
Prophet und sie waren sich uneinig darin, ob er in Makkah länger
verblieb oder nicht.“

Und er sagte: „Und sie waren sich einig, dass der Auswanderungsort
des Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬von Makkah nach al-Madīnah (Yathrib)
war, dass sein Grab in Yathrib ist, dass er dort verstarb ‫ ﷺ‬und dass
er Frauen heiratete und Kinder zeugte.“

211
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Al-Qurtubī sagte, als er die Vorzüge erwähnte: „Siehst du denn


nicht, dass er ‫ ﷺ‬ein ʿAbd (Diener) war, bevor er ein Prophet wurde
und dann ein Prophet war, bevor er ein Gesandter wurde“ (Al-Jāmiʿ
li Fiqh al-Qurtubī 1/116).

„(Dieser ist) die Kenntnis des Propheten Muhammad ‫ﷺ‬.“

Al-Qādī ʿIyād sagte in seinem Buch „ash-Shifāʾ“ im Kapitel „das,


womit man von der Rede Kufr begeht“ bei der Erläuterung der
Angelegenheiten der Prophetie: „Wer die Prophetie von Grund auf
allgemein verleugnet oder die Prophetie unseres Propheten
Muhammad ‫ ﷺ‬speziell oder irgendeinen von den Propheten, die
Allāh (als solche) bestimmte, nachdem er davon weiß, der ist ohne
Zweifel ein Kafir, wie die Brāhimiyyah, die Mehrheit der Juden, die
Al-Arūsiyyah von den Christen, die Ghurābiyyah von den Rawāfid,
die behaupten, dass Jibrīl zu ʿAlī ausgeschickt worden wäre,
genauso wie die Muʿattilah, die Qarāmitah, die Ismāʿīliyyah und die
ʿAnbariyyah von den Rāfidah, auch wenn einige von diesen,
gemeinsam mit denen vor ihnen, auch noch in einen anderen Kufr
gefallen sind.“

Er (al-Qādī ʿIyād) sagte (dann über eine andere Form des Kufrs): „…
jedoch hält er es für möglich, dass die Propheten lügen könnten in
dem, womit sie kamen; so jemand ist mit Ijmāʿ Kāfir, behaupte er
darin den Nutzen oder nicht, wie die Philosophen und manche der
Bātiniyyah und der Rawāfid und die Übertreiber der Mutasawwifah
und der Leute der Zügellosigkeit. (…)

Genauso verhält es sich mit demjenigen, der unserem Propheten ‫ﷺ‬


die vorsätzliche Lüge zuschreibt in dem, was er verkündete und
wovon er berichtete, oder an seiner Wahrhaftigkeit zweifelt oder
ihn beleidigt oder sagt, er hätte nicht verkündet, oder ihn oder

212
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
irgendeinen der Propheten schmäht oder über sie spottet oder
ihnen Leid zufügt oder einen Propheten tötet oder bekämpft — so
jemand ist gemäß dem Ijmāʿ Kāfir.

Genauso machen wir Takfīr auf jeden, der der Madhhab einiger der
früheren Völker folgt (in der Behauptung), dass es in jeder Tierart
einen Warner und Propheten gäbe, von den Affen, den Schweinen,
den Termiten, den Würmern etc, und er argumentiert mit der
Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿وا ْن ِﻣ ْﻦ ﻣ ٍﺔ اﻻ ََﻼ ِﻓ ﻬَﺎ ﻧ َ ِﺬ ٌﺮ‬


َ
Und es gibt keine Gemeinschaft, in der nicht ein Warner
vorangegangen wäre
(Fātir: 24).

(…)

(Er sagte:) Genauso erklären wir denjenigen zum Kāfir, der von den
authentischen Grundlagen das, was vorausging, und die Prophetie
unseres Propheten ‫ ﷺ‬anerkennt, aber behauptet, er (der Prophet ‫)ﷺ‬
wäre schwarz gewesen oder vor dem Bartwuchs verstorben oder es
wäre nicht der aus Makkah oder vom Hijāz gewesen oder er wäre
nicht Qurashī gewesen, denn ihn mit etwas anderem zu
beschreiben als den bekannten Eigenschaften bedeutet, ihn
abzulehnen und zu leugnen.

Genauso verhält es sich mit demjenigen, der irgendjemandem


zusammen mit unserem Propheten ‫ ﷺ‬oder selbst nach ihm die
Prophetie zuschreibt, wie die ʿĪsawiyyah von den Juden, die
behaupten, dass seine Botschaft speziell für die Araber war, und wie
die Khurramiyyah, die behaupten, es gäbe eine ununterbrochene

213
——————————————————————————

Aufeinanderfolge der Gesandten, und wie die Mehrheit der


Rāfidah, die behaupten, dass ʿAlī an der Botschaft für den
Propheten ‫ ﷺ‬nach ihm teilgehabt hätte; so nimmt jeder Imām bei
ihnen seine Stellung in der Prophetie und der Hujjah (Beweismittel)
auf.

Genauso verhält es sich mit demjenigen, der sich selber die


Prophetie zuschreibt36 oder es für möglich hält, dass man sie (die
Prophetie) erlangen kann und dass man durch die Reinheit des
Herzens auf ihre Stufe gelangen kann, wie die Philosophen und die
Übertreiber der Mutasawwifah, und genauso ist es mit demjenigen,
der vorgibt, Eingebung zu bekommen, selbst wenn er sich nicht die
Prophetie zuschreibt, oder angibt, dass er zum Himmel aufsteigt
und Jannah betritt.“ Dies wurde gekürzt und der Beweispunkt ist
offensichtlich.

Und das Offenkundige von der Tat des Autors ist, dass das, was er
hier von der Sīrah des Gesandten ‫ ﷺ‬als verpflichtend erwähnte,
(bedeutet,) dass es verpflichtend ist, dass man seinen Namen kennt
und den Namen seines Vaters, seines Großvaters und seines
Stammes, (dass man weiß), wie lange er lebte, wann er zum
Propheten gemacht wurde und wann zum Gesandten, dass man
seinen Heimatort und seinen Auswanderungsort kennt und (weiß),
womit er entsandt wurde, wie viele Jahre er in Makkah und wie viele
in al-Madīnah verbrachte und dass man Kenntnis über al-Isrāʾ (die
Nachtreise) und al-Miʿrāj (der Aufstieg) hat.

36Somit sind jene, welche in unserer Zeit als „Ahmadiyyah“ oder auch Qadianis bekannt
sind gemäß dem Konsens der Muslime Ungläubige, da sie an einen Propheten nach dem
Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬glauben.

214
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Was mir als richtig erscheint, ist, dass nicht alles davon
verpflichtend ist, sondern dass lediglich ein Teil davon
verpflichtend ist und der Rest erwünscht.

Das Ausmaß des Verpflichtenden, worüber man im Grab von den


zwei Engeln befragt wird — es kamen viele Ahādīth über die Fragen
der zwei Engel über den Gesandten ‫ —ﷺ‬und das verpflichtende
Maß bei der Kenntnis des Propheten ‫ ﷺ‬ist wie folgt:

1. Es ist verpflichtend, seinen Namen zu kennen; was aber die


Namen seines Vaters und seines Großvaters angeht, so ist dies
erwünscht. Es ist lediglich verpflichtend zu wissen, dass sein Name
Muhammad ist. Wie im Hadīth von Anas, der muttafaqun ʿalayhi
ist, kam:

„Wahrlich, die zwei Engel werden Fragen stellen und sagen: ‚Was
sagst du über diesen Mann?‘, so wird (der Befragte) sagen:
‚Muhammad.‘ …“

Es kam auch im Hadīth von Anas, der muttafaqun ʿalayhi ist:

„Wahrlich, die zwei Engel werden Fragen stellen und sagen: ‚Was
sagst du über diesen Mann?‘, so wird (der Befragte) sagen:
‚Muhammad, der Gesandte Allāhs‘ …“ (muttafaqun ʿalayh).

Darauf, dass er nur nach seinem Namen gefragt wird, deutet das
hin, was von Abū Dāwūd und an-Nasāʾī vom Hadīth von Anas kam:
„‚Was pflegtest du über diesen Mann zu sagen?‘ So wird er sagen:
‚Er ist ein Diener Allāhs und Sein Gesandter.‘ Dann wird er über
nichts anderes mehr befragt.“

215
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2. (Es ist verpflichtend,) dass du weißt, dass er der Gesandte Allāhs


ist, dass er ein Prophet ist und dass er ein Diener Allāhs ist, kein
Engel, kein Ilāh, er wird nicht angebetet, er wird nicht um Hilfe
gerufen, es wird für ihn nicht geschlachtet und es wird ihm nichts
von der ʿIbādah gewidmet. Wer ihm irgendetwas von der ʿIbādah
widmet, der ist ein Mushrik Kāfir und darauf deutet der Hadīth von
Asmāʾ hin:

„so wird (der Befragte) sagen: ‚Muhammad, der Gesandte Allāhs‘“

und der Hadīth von Anas bei Abū Dāwūd und an-Nasāʾī:

„So wird er sagen: ‚Er ist ein Diener Allāhs und Sein Gesandter.‘“

Und es kam bei al-Bukhārī im Buch der Janāʾiz:

„Wenn der Muʾmin (ins Grab) hineingelegt wird, dann kommen zu


ihm (Engel) und er bezeugt, dass es keinen Ilāh außer Allāh gibt
und dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist.“

Und im Musnad ist der bekannte lange Hadīth von al-Barāʾ bin
ʿĀzib. Da sagte er: „Er ist der Gesandte Allāhs.“ Und im Hadīth mit
der Sklavin, der bei Muslim überliefert ist, kam, dass er sie fragte,
wo Allāh ist; so sagte sie: „Im Himmel.“ Er sagte: „Wer bin ich?“ Sie
sagte: Allāhs Gesandter.“ Und in einer anderen Überlieferung sagte
er: „Bezeugst du, dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist?“ Sie
sagte: „Ja.“ Er sagte: „Lass sie frei, denn sie ist eine Muʾminah.“

3. Es ist verpflichtend, das zu kennen, womit der Gesandte kam;


und dies ist das Gewaltigste von diesen, wie im Hadīth von Asmāʾ,
der muttafaqun ʿalayhi ist, kam:

216
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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„So werden die zwei Engel fragen: ‚Was ist dein Wissen über
diesen Mann?‘ So wird (der Befragte) sagen: ‚Muhammad, der
Gesandte Allāhs, der zu uns mit den deutlichen Beweisen und der
Rechtleitung kam – so antworteten wir (ihm) und glaubten.‘“ Und
bei at-Tirmidhī kam vom Hadīth von ʿAlī marfūʿan: „Der Diener
glaubt nicht eher, bis er an vier glaubt: (davon ist,) dass ich der
Gesandte Allāhs bin, den Er mit der Wahrheit ausschickte (…)“

Darauf, dass man nach dem Beweis gefragt wird, wie man wusste,
dass Muhammad der Gesandte Allāhs ist und dass er mit der
Wahrheit kam, weist der lange Hadīth von Barāʾ bin ʿĀzib hin:

„In der Befragung durch die zwei Engel werden sie sagen: ‚Was ließ
dich über diesen Mann Bescheid wissen?‘ So wird er sagen: ‚Ich las
das Buch Allāhs, so glaubte und bestätigte ich.‘“

4. Es ist verpflichtend, zu wissen, dass er Araber war und dass er


starb, wie der Erhabene sagte:

َ ‫﴿ا َﻧﻚ َﻣ ّ ٌِﺖ َواﻧﻬُﻢ ﻣ ِ ّ ُﺘ‬


﴾‫ﻮن‬
Du wirst gewiß sterben, und auch sie werden sterben
(Az-Zumar: 30).

und Seine Aussage:

‫ﺎت ْو ﻗُ ِ َﻞ اﻧ َﻘﻠَ ْﺒ ُﺘ ْﻢ‬


َ ‫﴿و َﻣﺎ ُﻣ َﺤﻤ ٌﺪ اﻻ َر ُﺳﻮ ٌل ﻗَﺪْ َ ﻠ َ ْﺖ ِﻣﻦ ﻗَ ْ ِﻠ ِﻪ اﻟﺮ ُﺳ ُﻞ ﻓَﺎن ﻣ‬ َ
‫َﻠَ ٰﻰ ْﻋ َﻘﺎ ِ ُﻜ ْﻢ َو َﻣﻦ ﯾَﻨ َﻘ ِﻠ ْﺐ َﻠَ ٰﻰ َﻋ ِﻘ َ ْﯿ ِﻪ ﻓَﻠَﻦ ﯾ َﻀُ ﺮ اﻠ َﻪ َﺷ ْ ًﺎ َو َﺳ َﯿ ْﺠ ِﺰي اﻠ ُﻪ‬
﴾‫اﻟﺸﺎ ِﻛ ِﺮ َﻦ‬
Und Muhammad ist doch nur ein Gesandter, vor dem schon Gesandte
vorübergegangen sind. Wenn er nun stirbt oder getötet wird, werdet

217
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ihr euch (dann) auf den Fersen umkehren? Und wer sich auf den
Fersen umkehrt, wird Allāh keinerlei Schaden zufügen. Aber Allāh
wird (es) den Dankbaren vergelten
(Āl ʿImrān: 144),

… und dass er in seinem Grab ist, ein Leben des Barzakh37 lebend.

5. Es ist verpflichtend, dass von seiner Sīrah das gewusst wird,


womit man zwischen ihm und zwischen jemandem, der sich als
Prophet ausgibt, unterscheiden kann.

Der Autor sagte: „die Kenntnis eures Propheten Muhammad ‫“ﷺ‬. Es


ist anzumerken, dass er nicht sagte: „die Kenntnis des Propheten
mit den Beweisen“, wie er es bei der Kenntnis Allāhs und der
Kenntnis des Dīn sagte, und es wird ebenso angemerkt, dass er
„eures Propheten“ sagte und nicht „eures Gesandten“, jedoch kam
dies über die Rede von der Risālah (Entsendung).

Seine Aussage: „und dieser ist Muhammad bin ʿAbdillāh“: Das


verpflichtende Ausmaß ist „Muhammad“ und was darüber
hinausgeht, das ist erwünscht. Danach erwähnte er seine
Abstammung bis zu Ibrāhīm ‫ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬. Dann erwähnte er das Alter
des Gesandten ‫ ﷺ‬bei seinem Ableben, welches 63 Jahre betrug – und
die Kenntnis hiervon ist erwünscht. 40 Jahre davon waren vor der
Prophetie und 23 Jahre (lebte er) als Prophet und Gesandter – und
die Kenntnis hiervon ist ebenfalls erwünscht.

Seine Aussage: „Mit ‚Iqraʾ‘ wurde er zum Propheten gemacht und


mit al-Muddaththir zum Gesandten“ – dies ist eine verpflichtende
Definition. Al-Qurtubī sagte, als er die Vorzüge erwähnte: „Siehst

37
Die Welt des Lebens im Grab wird ‘Barzakh‘ genannt.

218
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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du denn nicht, dass er ‫ ﷺ‬ein ʿAbd (Diener) war, bevor er ein Prophet
wurde und dann ein Prophet war, bevor er ein Gesandter wurde“
(Al-Jāmiʿ li Fiqh al-Qurtubī 1/116).

Seine Aussage: „Seine Heimatstadt ist Makkah und er machte


Hijrah nach al-Madīnah“ ist von dem, dessen Kenntnis erwünscht
ist.

Allāh schickte ihn mit der Warnung vor dem Shirk und mit der
Lossagung davon und von seinen Leuten aus – und dies ist die
Kenntnis dessen, womit der Gesandte kam, und diese ist
verpflichtend und sie ist die gewaltigste und höchste davon (d.h.
von dem, was gekannt werden muss), wie der Erklärer (der Shaykh
meint sich selber) sagte. Und das, womit der Gesandte kam, ist:

Die Daʿwah zum Tauhīd und die Daʿwah zur Vereinheitlichung


Allāhs bei dem, was Ihm zusteht von den Namen, Eigenschaften,
der Rubūbiyyah, der Ulūhiyyah und dem Verlassen des Shirks und
seiner Leute. Der Beweis hierfür ist Seine Aussage:

﴾‫﴿ َ ﯾﻬَﺎ اﻟْ ُﻤﺪ ِ ّ ُﺮ … َو َرﺑ َﻚ ﻓَ َﻜ ّ ِْﺮ‬


O du Zugedeckter … und deinen Herrn, Den preise als den Größten
(Al-Muddaththir: 1 und 3),

d.h.: „Verherrliche Ihn mit dem Tauhīd.“

Er kam, um den Shirk zu verdeutlichen und um davor zu warnen,


und der Beweis ist Seine Aussage:

219
——————————————————————————

﴾‫﴿ﻗُ ْﻢ ﻓَ ﻧْ ِﺬ ْر‬
stehe auf und warne
(Al-Muddaththir: 2),

so warnte er vor dem Shirk.

﴾‫﴿و ِﺛ َﯿﺎﺑ َ َﻚ ﻓَ َﻄﻬّ ِْﺮ‬


َ
und deine Gewänder, die reinige
(Al-Muddaththir: 4)

bedeutet: „Reinige deine Taten vom Shirk.“ Die Gewänder sind hier
im übertragenen Sinne gemeint.

- Er kam mit der Lossagung (Barāʾah) von den Mushrikīn,


ihrem Dīn und ihren Taten. Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿واﻟﺮ ْﺟ َﺰ ﻓَﺎ ْﻫ ُﺠ ْﺮ‬


َ
und die (Unreinheit des) Götzen(dienstes), die meide.
(Al-Muddaththir: 5),

so mied er die Götzen und er kam mit der Lossagung von ihnen und
ihren Leuten.

Er fuhr fort, in Makkah mit diesen Sachen zehn Jahre Daʿwah zu


machen, und nach zehn Jahren kam die Angelegenheit des Isrāʾ und
Miʿrāj und die fünf Gebete wurden für ihn verpflichtend. Er betete
in Makkah drei Jahre lang vor der Hijrah und danach wanderte er
nach al-Madīnah aus.

Die Auswanderung (‫)اﻟﮭﺠﺮة‬

220
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Der Autor sagte: „danach befahl er die Auswanderung nach al-
Madīnah an.“ Das Thema handelt von der Auswanderung (al-
Hijrah).

„Danach“ bedeutet drei Jahre nach Al-Isrāʾ wa Al-Miʿrāj.

„befahl an“: Diese Wortbildung gilt dem Unbekannten (d.h. der


Anbefohlene wird nicht genannt) und der Befehlende ist Allāh
‫ﺳﺒﺤﺎﻧﮫ وﺗﻌﺎﻟﻰ‬. Dies ist die mittlere Phase von den Phasen der
Auswanderung.

Es gibt verschiedene Arten der Auswanderung:

1. Die Auswanderung aus dem Land der Angst und Verfolgung in ein
Land der Sicherheit, und es ist die Auswanderung nach Abessinien,
wie die Sahābah auswanderten.

2. Die Auswanderung nach al-Madīnah, und das ist die, von welcher
der Autor spricht. Es ist das Auswandern vom Land des Shirks zum
einzigen Land des Islāms und dies ist die mittlere (oder beste)
Hijrah, welche stets bestehen bleibt und sie ist die am stärksten
verpflichtende, da ihr Grund der ist, dass sich die Muslime alle an
einem Ort versammeln, um den Dīn zu etablieren, und es ist die
Hijrah, welche vom Anfang der Hijrah des Gesandten bis nach der
Schlacht von al-Ahzāb anhielt.

3. Die Auswanderung aus dem Land der Fitnah.

4. Die Auswanderung aus dem Land der derben Erneuerung, welche


Kufr darstellt.

221
——————————————————————————

5. Die Auswanderung aus dem Land der Sünden und Erneuerungen,


welche keinen Kufr darstellen und ähnliches.

Masʾalah: Sobald ein Grund einer Art der Auswanderung


vorhanden ist, wird sie zur Pflicht. Wenn Muslime verfolgt werden
und es jedoch kein islamisches Land gibt, zu welchem sie
auswandern können, so wandern sie in ein anderes sicheres Land
aus, auch wenn es ein Land des Kufrs ist, so wie es mit den
Gefährten geschah, als sie von Makkah nach Abessinien
auswanderten.

Wenn es jedoch nur ein islamisches Land gibt und dieses erst
kürzlich entstanden ist, so ist die Auswanderung dorthin
verpflichtend, damit die Muslime eine einheitliche Macht werden,
so wie die Auswanderung nach al-Madīnah verpflichtend wurde,
als er (der Staat des Propheten) neu entstand. Das Urteil bezüglich
dieser Art der Auswanderung ist wie das Urteil des Jihāds; wenn die
Muslime sodann gestärkt sind und die islamischen Länder sich
verbreiten, dann wird die Auswanderung für den Unfähigen in ein
beliebiges islamisches Land verpflichtend.

Die sprachliche Definition der Auswanderung (Hijrah): Das


Verlassen. Fachspezifisch gesehen: das zu verlassen, was Allāh
verboten hat und sich zu dem zu begeben, was Allāh befohlen hat,
und dies ist die allgemeine Bedeutung der Auswanderung. Was die
spezifische Bedeutung der Auswanderung angeht, so ist sie, wie der
Autor sagte: „Der Umzug vom Land des Shirk zum Land des Islām“.

Länder des Islām, Land des Shirk


Masʾalah: Was ist das Land des Shirk?

222
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Das Land des Shirks oder Land des Kufrs sind Länder, in welchem
die Oberhand und Stärke den Kuffār oder Mushrikīn gehört, und in
welchen die Urteile des Kufrs oder Shirks herrschen, selbst wenn
sich dort Muslime befinden, und selbst wenn dort einige Aspekte
des Islāms vorzufinden sind aufgrund der bloßen Erlaubnis der
Kuffār und nicht aufgrund der Stärke der Muslime.

Was die Länder des Islāms angeht, so sind sie jene Länder, in
welchen die Oberhand und Stärke den Muslimen gehört, und in
welchen die islamischen Gesetze angewendet werden. Was unsere
Worte „Stärke und Oberhand“ angeht: Die Stärke geschieht
entweder durch die Stärke des Führers oder die Stärke des Volkes,
und wenn der Führer oder das Volk wollen würden, dass diese
Aspekte (des Islāms) nicht auftreten, so würden sie auch nicht
auftreten.

Masʾalah: Es gibt eine dritte Art von Land, welches weder


uneingeschränkt Land des Kufrs, noch Land des Islāms genannt
wird.

Es ist jenes, in welchem der Islām, seine Gesetze und seine Aspekte
offenkundig sind, sei es durch die Macht des Führers oder die des
Volkes. Ebenso treten in ihm (dem Land) Gesetze und Aspekte des
Kufrs, aufgrund der Macht der Bevölkerung auf, sodass die einen
die anderen nicht daran hindern können und umgekehrt.

Dieses Land ist vermischt, sodass die Leute des Islāms darin ein
Urteil haben, und die Kuffār ein anderes Urteil. Diese Sorte von
Ländern trat das erste Mal erst rund um die Zeit von Abū al-ʿAbbās
ibn Taymiyyah auf, und deswegen wurde er nach einem
bestimmten Land gefragt, in dem die Urteile des Kufrs genauso mit
Macht herrschen, wie die Urteile und Aspekte des Islāms. So sagte

223
——————————————————————————

er, dass (diesem Land) weder das Urteil des Kufrs, noch das Urteil
des Islāms uneingeschränkt gegeben wird, sondern jeder wird
entsprechend seiner Lage behandelt.

Und dies wird al-Masʾalah al-Mārdiniyyah genannt, und sie bezieht


sich auf die Stadt Mārdīn, welches ein Gebiet im Norden von Syrien
ist. Dies geschah erst zur Zeit der Tataren, sodass ibn Taymiyyah zu
dieser Angelegenheit gefragt wurde und sagte: „Es wird weder
uneingeschränkt muslimisch, noch ungläubig genannt, sondern
jeder wird gemäß seiner Situation behandelt“, und (solche Länder)
werden als gemischte Länder (Bilād Mukhtalitah) bezeichnet.

Und in der Zeit von Abū Bakr erschienen die Urteile der Länder der
Riddah (Abtrünnigkeit), und in der Zeit von ʿAlī ibn Abī Tālib
erschienen die Länder der Bidʿah, und es ist das Land der Khawārij
„Hārūrāʾ“.

Dann sagte der Autor: „vom Land des Shirk“. „Land/Länder“ (‫ )ﺑﻼد‬ist
hier mudāf („Hinzugefügtes“ – erster Teil einer Genitivverbindung),
und „des Shirk“ (‫ )اﻟﺸﺮك‬ist mudāf ilayhi („das, zu welchem
hinzugefügt wird“ – zweiter Teil einer Genitivverbindung), und die
Genitivverbindung kommt mit der Implikation des Lām einher,
d.h. „Länder, welche dem Shirk gehören“ (‫)ﺑﻼد ﻟﻠﺸﺮك‬, und das Lām
steht für Besitz, Macht und Oberhand.

Der Autor sagte: „Land des Islāms“ - die Genitivverbindung


impliziert (auch hier wieder) das Lām: „Länder, welche dem Islām
gehören“ (‫)ﺑﻼد ﻟﻺﺳﻼم‬, sodass das Lām für den Besitz und den
Anspruch steht.

Masʾalah: Die Meinungen über Bilād al-Islām:

224
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
1. Das Urteil wird von der Anwendung der Urteile und der
Regierung abhängig gemacht; Darauf deutet die Tatsache, dass
Khaybar an dem Tag, an welchem der Gesandte es einnahm, als
Land des Islāms betrachtet wurde, in welchem die Urteile des
Islāms angewendet werden, (und das,) obwohl all ihre Einwohner
Juden waren.

2. Es (d.h. das Urteil) wird vom Volk abhängig gemacht.

3. Es wird vom Ort und den benachbarten Ländern abhängig


gemacht; wenn es dort einen islamischen Staat gibt und es von
einem Staat benachbart wird, in dem es den Islām gibt, so ist es
islamisch.

4. Das Land des Islāms ist all das, was die Muslime schon einmal
erobert hatten, sodass es bis Yawm al-Qiyāmah islamisch bleibt.

Die vierte Meinung ist die schwächste, und der Beweis ist, dass Misr
zur Zeit der ʿUbaydiyyīn gemäß dem Konsens der Gelehrten ein
Land des Kufrs war. Danach folgt in Schwäche die dritte Meinung,
und die stärksten Meinungen sind die erste und die zweite, dabei ist
die stärkere von beiden die erste. Was die Geographen betrifft, so
sagen sie, dass es auf das Volk ankommt; wenn es überwiegend
muslimisch ist und die Herrscher Säkularisten (ʿAlmāniyyūn) sind,
so sagen sie, es sei ein Land des Islāms, und dies ist nicht richtig.
Und es kann ein vermischtes Land sein, in welchem die Urteile von
diesen und jenen gleichzeitig angewandt werden.

Masʾalah: Wenn das Land ein Land der Bid'ah ist und kein Land des
Shirks, wäre die Auswanderung dennoch verpflichtend?

Dazu müssen wir hier die Arten der Auswanderung betrachten:

225
——————————————————————————

1. Aus dem Land des Shirks in das Land des Islāms migrieren: Ihr
Urteil ist verpflichtend für denjenigen, der dazu fähig ist und seine
Religion nicht offenkundig im Land des Shirks praktizieren kann.
So ist es für ihn verpflichtend und darauf deutet die Aussage Allāhs:

﴾‫﴿ان اﻟ ِﺬ َﻦ ﺗ ََﻮﻓﺎﻫ ُُﻢ اﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َﻇﺎ ِﻟ ِﻤﻲ ﻧْ ُﻔ ِﺴﻬ ِْﻢ‬


"Diejenigen, die die Engel abberufen, während sie sich selbst Unrecht
tun..." (4:97)

...mit dem Unterlassen der Auswanderung, obwohl sie dazu


imstande wären.

Wenn man jedoch im Land des Shirks dazu imstande ist, seine
Religion öffentlich zu praktizieren und man in Sicherheit lebt, so ist
die Mehrheit der Gelehrten der Ansicht, das die Auswanderung
empfohlen ist, und dies vertrat ibn Qudāmah in Al-Mughnī, ibn
Taymiyyah, sowie viele andere Leute des Wissens.

2. Die Auswanderung aus dem Land der Bidah, in dem die Bidah
sich über ihn erstreckt, in das Land der Sunnah, ist ebenfalls
verpflichtend.

Auf die Pflicht deutet die Aussage Allāhs des Erhabenen hin:

226
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
‫ﻮن ِﻓﻲ ٓ َ ِﺗﻨَﺎ ﻓَ ْﻋ ِﺮ ْض َﻋ ْﻨﻬ ُْﻢ َﺣ ٰﻰ ﯾَﺨُﻮﺿُ ﻮا ِﻓﻲ‬ َ ُ‫﴿ َوا َذا َر ﯾْ َﺖ اﻟ ِﺬ َﻦ ﯾَﺨُﻮﺿ‬
‫ﯾﺚ َ ْ ِﺮ ِﻩ ۚ◌ َواﻣﺎ ﯾُ ْ ِﺴ َ َﻚ اﻟﺸ ْﯿ َﻄ ُﺎن ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﻘ ُﻌﺪْ ﺑ َ ْﻌﺪَ اﻟ ِّﺬ ْﻛ َﺮ ٰى َﻣ َﻊ اﻟْ َﻘ ْﻮ ِم‬
ٍ ‫َ ِﺪ‬
﴾‫اﻟﻈﺎ ِﻟ ِﻤ َﻦ‬
"Und wenn du diejenigen siehst, die auf Unsere Zeichen (spottend)
eingehen, so wende dich von ihnen ab, bis sie auf ein anderes Gespräch
eingehen. Und wenn dich der Satan nun vergessen läßt, dann sitze
nicht, nachdem du dich (daran) erinnert hast, mit dem ungerechten
Volk zusammen." (6:68)

Ibn Al-'Arabī überlieferte in Ahkām al-Quran (484/1) von ibn al-


Qāsim von Malik, der sagte:

"Es ist niemanden erlaubt in einem Land zu verweilen, in welchem


die Gefährten (Sahābah) beschimpft werden."

Und dies ist wie die Länder, in welchen die Mu'tazilah, Rāfidah oder
Khawārij die Oberhand haben und über welchen sich ihre Aussagen
erstrecken; und al-Khiraqī wanderte aus Baghdād aus, als sich dort
das Beleidigen der Sahābah mehrte.

Das Urteil der Auswanderung bezüglich demjenigen, welcher die


Sunnah nicht öffentlich praktizieren kann und nicht sicher ist, und
sich vielmehr die Bid'ah über ihn erstreckt, ist hier die Pflicht.

Wenn er die Sunnah öffentlich praktizieren kann, so ist die


Auswanderung empfohlen, außer wenn in seinem Verbleiben ein
Vorteil für die Muslime liegt, dann steht ihm zu, in diesem Land zu
bleiben, so wie es al-'Abbās tat, als er in Makkah blieb und dabei
Muslim war.

227
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3. Die Auswanderung aus dem Land der Furcht und Unterdrückung.


Wenn er in einem Land lebt, in welchem er aufgrund der Ausübung
seiner Religion und dem Gebieten des Guten und dem Verbieten des
Schlechten unterdrückt wird, so soll er in ein anderes islamisches
Land auswandern, in welchem er diese Dinge praktizieren kann.

Ash-Shawkānī sagte in "as-Sayl al-Jarār Band 4", nachdem er über


die Auswanderung sprach:

"Dies gilt nicht nur für ein Land des Kufrs, da es ein bestehendes
Gesetz und eine feste Sunnah ist, beim Auftreten des Verwerflichen
und der Unfähigkeit, die Pflicht des Gebieten des Guten und das
Verbieten des Schlechten umzusetzen, und es niemanden gibt, der
die Übertreter der verbotenen Dinge an die Hand nimmt (und sie
abhält); so ist es das Recht des Gläubigen, sich selbst zu retten und
mit seiner Religion zu flüchten, wenn er dazu imstande ist und
einen Ort findet, der frei von offenkundigen Sünden ist. Wenn er
nichts findet, so ist nichts besseres als der Ort, worin er sich befand,
möglich."

Dies wählte auch ibn al-'Arabī in Ahkām Al-Qur'ān und er nahm


dafür die Flucht von Ibrāhīm ‫ ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬als Beweis.

Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َوﻗَﺎ َل ا ِﻧ ّﻲ َذا ِﻫ ٌﺐ اﻟ َ ٰﻰ َرِﺑ ّ ﻲ َﺳ َﯿﻬْ ِﺪ ِﻦ‬


"Er sagte: „Gewiß, ich gehe zu meinem Herrn; Er wird mich
rechtleiten." (37:99)

Sowie das Handeln vom Propheten Allāhs Mūsa ‫ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬.

Der Erhabene sagte:

228
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾‫﴿ﻓَﺨ ََﺮ َج ِﻣ ْﻬَﺎ َﺎ ِﺋ ًﻔﺎ ﯾ َ َ َﺮﻗ ُﺐ ﻗَ َﺎل َر ِ ّب ﻧ َ ِ ّﺠ ِﻨﻲ ِﻣ َﻦ اﻟْ َﻘ ْﻮ ِم اﻟﻈﺎ ِﻟ ِﻤ َﻦ‬
"So ging er furchtsam aus ihr fort und hielt (immer wieder) Ausschau.
Er sagte: „Mein Herr, errette mich von dem ungerechten Volk.“ (28:28)

In "Tuhfat al-Ahwadhī (5/214)" wird erwähnt, dass die Weisheit


hinter der Auswanderung nach Abessenien war, vom Schaden
jener, die ihnen schadeten, verschont zu bleiben.

Ebenfalls deutet darauf die Aussage des Gesandten ‫ ﷺ‬hin:

"Eines Tages wird der beste Besitz eines Muslims beinah eine
Schafsherde sein, mit der er - flüchtend vor den Versuchungen
(Fitan) dieser Welt - zwischen den Höhen der Berge und den
Wasserstellen in den Tälern wandert.“, überliefert von al-Bukhārī.

4. Die Auswanderung vom Land der Epidemien und Krankheiten.


Was ist das Urteil dieser Migration und zählt sie als
Auswanderung?

Das Wegziehen ist erlaubt, aufgrund der Aussage des Gesandten ‫ﷺ‬:

"Flieh vor dem Leprakranken, so wie du vor einem Löwen fliehst."

Und aufgrund seines Verbots, den Kranken beim Gesunden


eintreten zu lassen. Und der Prophet ‫ ﷺ‬erlaubte jenen, welche
aufgrund des Klimas in Madīnah krank wurden, sie zu verlassen,
bis sie wieder gesund wurden. Das Urteil dieser Art von
Auswanderung ist das gleiche wie das einer medizinischen
Behandlung, da es zu den Gründen der Heilung gehört, jedoch ist
das Verlassen nicht wünschenswert. Eine Ausnahme machten die
Gelehrten bei der Pest; so sagten sie, dass niemand das Land der

229
——————————————————————————

Pest verlässt und niemand es betritt, so wie es den Gefährten bei der
Pest von 'Amwās (Ort in der Nähe von Jerusalem) widerfuhr.

Das Verbleiben in ihm (dem Land der Krankheiten) ist erlaubt, so


wie es Ahmad vom Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬überlieferte, als er von (und
mit) einem Leprakranken gegessen hatte und sagte: "Vertrauen auf
Allāh."38

Dies zählt nicht zur Auswanderung im Sinne der Sharī'ah, auch


wenn es sprachlich gesehen als Auswanderung angesehen wird.

5. Ein Land der Sünden, in dem der Erwerb vom Verbotenen


überwiegt. Dieses Land wurde von einigen Gelehrten als ein Land
betrachtet, aus dem man auswandert. Diese Ansicht vertrat Siddīq
Khān in seinem Buch "Al-'Ibrah fīmā jā'a fī al-ghazwi wa al-Hijrah",
und Ibn al-'Arabī wählte ebenfalls diese Meinung in Ahkām al-
Qur'ān aus.

Dies waren die Arten der Auswanderung bei Betrachtung


verschiedener Länder.

Und wenn wir sagen, dass die Auswanderung Pflicht ist, so gilt dies
für denjenigen, der unfähig ist (seinen Dīn offenkundig
auszuleben). Was jedoch denjenigen angeht, der dazu in der Lage
ist, so ist die Auswanderung für ihn nicht verpflichtend, solange er
den Islām und die Sunnah öffentlich zeigt und die Gesetze des
Kufrs, Erneuerungen oder Sünden sich nicht über ihn erstrecken.
Jedoch ist für ihn die Auswanderung gemäß der Mehrheit der
Gelehrten empfohlen, es sei denn, es existiert (in seinem Bleiben)

38
Der Hadīth ist schwach.

230
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
ein deutlicher Nutzen für den Islam und er lebt in Sicherheit, dann
bleibt er.

Masʾalah: Was meinen wir mit "dazu imstande sein, den Dīn
öffentlich auszuleben?“ Bedeutet dies der gesamte Dīn?

Das Alif und Lām in dem Wort ad-Dīn deutet auf die Allgemeinheit
hin; wenn man also dazu imstande ist, das Gebet und den Adhān
öffentlich zu praktizieren, jedoch nicht dazu imstande ist, den
Tauhīd öffentlich zu zeigen, so gilt man als nicht imstande (den Dīn
auszuleben). Und wenn man zum Fasten imstande ist, jedoch nicht
zum Hass und der Anfeindung der Kuffār, so gilt man als nicht
imstande (den Dīn auszuleben), sodass die Hijrah dann
verpflichtend wird,- es sei denn, die Hijrah könnte in diesen Zeiten,
aufgrund von Angelegenheiten der Grenzen, der
Aufenthaltserlaubnis und den menschengemachten Gesetzen,
schwer werden.

Der Autor sagte: "Und die Auswanderung ist verpflichtend".

Hierin gibt es Fallunterscheidung:

Wer nicht imstande ist, auszuwandern, so ist es für ihn nicht


verpflichtend. Wenn er jedoch nicht imstande ist, seine Religion
offenkundig auszuleben und die Möglichkeit besitzt
auszuwandern, so ist es für ihn verpflichtend.

Der Autor sagte: "Für diese Ummah".

Gemeint ist die Ummah, welche dem Aufruf (des Islāms) folgte
(arab. Ummah al-Ijābah).

231
——————————————————————————

Der Autor sagte: "Und sie (die Auswanderung) bleibt bestehen bis
zum Eintreffen der Stunde."

Dies ist eine Antwort für all jene, welche behaupten, dass die
Auswanderung mit der Eroberung Makkahs abrogiert wurde. Sie
argumentieren mit dem Hadith des Gesandten ‫ﷺ‬:

"Keine Auswanderung nach der Eroberung."

Das richtige ist, dass hiermit gemeint ist: Keine Auswanderung aus
Makkah nach ihrer Eroberung, da es ein islamisches Land wurde.

Der Autor sagte: „bis dass die Stunde eintritt“.

D.h., bis kurz vor dem Eintritt der Stunde, also solange es Muslime
gibt, denn es ist bekannt, dass die Stunde nur über die Kuffār
eintreten wird.

Er bewies dies mit der Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ﻗَﺎﻟُﻮا ِﻓ َﻢ ُﻛ ْﻨ ُﺘ ْﻢ ﻗَﺎﻟُﻮا ُﻛﻨﺎ ُﻣ ْﺴ َﺘﻀْ َﻌ ِﻔ َﻦ ِﻓﻲ ا ْ ْر ِض‬


"[Sie] sagen: „Worin habt ihr euch befunden?“ Sie sagen: „Wir waren
Unterdrückte im Lande“" (An-Nisā': 97),

d.h. "Unterdrückte" im Sinne von "in der Minderheit". Sie hatten


keine Befehlsgewalt, denn sie waren Unterdrückte, die nicht in der
Lage waren, Hijrah zu machen, und die Anzahl der Kuffār in der
Schlacht von Badr war groß. Wenn es in den Ländern des Kufr also
unterdrückte Muslime gab, die keine Befehls- oder Verbotgewalt
hatten, so sagten zu ihnen die Engel als eine Art der Missbilligung:

232
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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﴾‫﴿ﻗَﺎﻟُﻮا ﻟ َ ْﻢ َ ُﻜ ْﻦ ْر ُض اﻠ ِﻪ َو ِاﺳ َﻌ ًﺔ ﻓَ ُﻬ َِﺎﺟ ُﺮوا ِﻓ ﻬَﺎ ﻓَ وﻟَـ ِﺌ َﻚ َﻣ َواﻫ ُْﻢ َﺟﻬَﻨ ُﻢ‬
"Sie (die Engel) sagen: „War Allāhs Erde nicht weit, so daß ihr darauf
hättet auswandern können?“ Jene aber, - ihr Zufluchtsort wird die
Hölle sein" (An-Nisā': 97).

Dies ist von den Āyāt der Androhung und die Madhhab der Salaf
war es, die Āyāt der Androhung so (unkommentiert)
stehenzulassen, wie sie kamen, da dies stärker in der Abschreckung
ist. Wenn man aber befürchtet, dass davon das ewige Verbleiben
(im Höllenfeuer) oder der Takfīr verstanden wird, dann werden sie
erklärt. Daher kann es sein, dass jemand sagt: „Das Offensichtliche
von 'ihr Zufluchtsort wird die Hölle sein' ist, dass sie ewig darin
verbleiben werden“, so ist die Antwort darauf, dass gesagt wird:

„Nein, denn es ist der Ijmā' der Ahl as-Sunnah wal-Jamā'ah, dass für
denjenigen, der die Hijrah unterlässt, dabei aber Muslim ist, nicht
das ewige Verbleiben im Feuer bestimmt ist und dass es ebenfalls
kein ewiges Verbleiben für denjenigen gibt, der eine von den großen
Sünden begeht, ohne sie dabei für halāl zu erklären.“

Wenn das Unterlassen der Hijrah jedoch aus Ablehnung des Islām
war oder der Täter Kufr beging, so gibt es hierbei das ewige
Verbleiben im Feuer, oder wenn er nicht nur die Zahl der Masse der
Kuffār erhöhte, sondern mit ihnen kämpfte und Waffen trug und
schoss, so ist dies Tawallī, der aus dem Dīn hinausführt.

﴾‫﴿اﻻ اﻟْ ُﻤ ْﺴ َﺘﻀْ َﻌ ِﻔ َﻦ‬


"Ausgenommen die Unterdrückten" (An-Nisā': 97).

Allāh machte eine Ausnahme für die Unterdrückten, die nicht zur
Hijrah fähig sind.

233
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Was die zweite Āyah angeht, so deutet sie auf die Pflicht der Hijrah
hin aufgrund der Aussage des Erhabenen:

ِ ُ‫﴿ان ْر ِﺿﻲ َو ِاﺳ َﻌ ٌﺔ ﻓَﺎ َي ﻓَﺎ ْﻋ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
"Gewiß, Meine Erde ist weit. So dient Mir, ja, allein Mir" (Al-'Ankabūt:
56).

Als Beweis für die Hijrah aus der Sunnah nannte der Autor:

„Die Hijrah wird nicht aufhören, bis dass die Taubah aufhört.“

Fasl (Kapitel)

„Als er sich in al-Madīnah ansiedelte, befahl er die restlichen


Gesetzgebungen des Islām an, wie die Zakāh, das Fasten, die Hajj,
den Adhān, den Jihād, das Gebieten des Guten und das Verbieten
des Verwerflichen und weitere von den Gesetzgebungen des Islām.
Er verbrachte damit zehn Jahre, dann wurde er ‫ ﷺ‬abberufen und
sein Dīn blieb bestehen. Und das ist sein Dīn; es gibt nichts Gutes,
außer dass er die Ummah darauf hingewiesen hätte, und nichts
Schlechtes, außer dass er sie davor gewarnt hätte.

Das Gute, worauf er hinwies, ist: der Tauhīd und alles, was Allāh
liebt und womit Er zufrieden ist und das Schlechte, wovor er
gewarnt hat, ist: der Shirk und alles, was Allāh hasst und verbietet.“

Sharh (‫)اﻟﺷرح‬:

234
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Diese Angelegenheiten sind deutlich.

235
——————————————————————————

Matn (‫)اﻟﻣﺗن‬

Masāʾil, die mit dem dritten Asl zusammenhängen

Allāh schickte ihn zu den Menschen allesamt aus und machte


seinen Gehorsam verpflichtend für die Gesamtheit der beiden
Gattungen, die Jinn und die Menschen, und der Beweis ist die
Aussage des Erhabenen:

﴾‫ﻮل اﻠ ِﻪ اﻟ َ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َﺟ ِﻤﯿ ًﻌﺎ‬


ُ ‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ُﺎس ا ِﻧ ّﻲ َر ُﺳ‬
"Sag: O ihr Menschen, ich bin der Gesandte Allāhs an euch alle" (Al-
Aʿrāf: 158).

Mit ihm vervollständigte Allāh den Dīn und der Beweis ist Seine
‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿اﻟْ َﯿ ْﻮ َم ْﻛ َﻤﻠْ ُﺖ ﻟَ ُﻜ ْﻢ ِدﯾﻨَ ُﻜ ْﻢ َو ﺗْ َﻤ ْﻤ ُﺖ َﻠَ ْﯿ ُﻜ ْﻢ ِﻧ ْﻌ َﻤ ِﺘﻲ َو َر ِﺿ ُﺖ ﻟَ ُﻜ ُﻢ ْاﻻ ْﺳ َﻼ َم ِدﯾﻨًﺎ‬


"Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst
an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islām als Religion für euch
zufrieden" (Al-Māʾidah: 3).

Der Beweis für seinen ‫ ﷺ‬Tod ist Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

َ ‫﴿ا َﻧﻚ َﻣ ّ ٌِﺖ َواﻧﻬ ُْﻢ َﻣ ِ ّ ُﺘ‬


﴾‫ﻮن‬
"Du wirst gewiß sterben, und auch sie werden sterben" (Az-Zumar:
30).

236
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————

Sharh (‫)اﻟﺷرح‬
Hier ist das Ende vom dritten Asl und der Autor beendete diesen mit
der Verdeutlichung dessen, womit der Gesandte ‫ ﷺ‬kam, und zwar,
dass er mit dem Tauhīd und dem Verbot des Shirks kam, und dies
ist eine weitere Wiederholung aufgrund des Ausmaßes seiner
Wichtigkeit.

Die erste Masʾalah: Die Allgemeingültigkeit seiner Entsendung als


Gesandter ‫ ﷺ‬und dass er zur Schöpfung allgemein geschickt wurde.

Der Autor sagte: „Allāh schickte ihn zu den Menschen allesamt aus“

Und die Tatsache, dass der Autor sich hier auf die Erwähnung der
Menschen beschränkte, deutet nicht darauf hin, dass er speziell für
die Menschen (ein Gesandter) ist. Daher sagte der Autor danach:
„Und Allāh machte seinen Gehorsam verpflichtend für die
Gesamtheit der beiden Gattungen“, was darauf hinweist, dass er zu
den Menschen und den Jinn ausgeschickt wurde. Und der Beweis
dafür, dass er zur Schöpfung allgemein ausgeschickt wurde, ist die
Aussage des Erhabenen:

ِ ُ‫﴿ َو َﻣﺎ َ ﻠَ ْﻘ ُﺖ اﻟْﺠِ ﻦ َو ْاﻻ ْ َﺲ اﻻ ِﻟ َﯿ ْﻌ ُﺒﺪ‬


﴾‫ون‬
"Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit
sie Mir dienen" (Adh-Dhāriyāt: 56)

und Seine Aussage:

﴾‫ﻮل اﻠ ِﻪ اﻟ َ ْﯿ ُﻜ ْﻢ َﺟ ِﻤﯿ ًﻌﺎ‬


ُ ‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ﯾﻬَﺎ اﻟﻨ ُﺎس ا ِﻧ ّﻲ َر ُﺳ‬
"Sag: O ihr Menschen, ich bin der Gesandte Allahs an euch alle" (Al-
Aʿrāf: 158)

237
——————————————————————————

und Seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫ﻮن اﻟْ ُﻘ ْﺮ ٓ َن‬


َ ‫﴿ َوا ْذ َﺻ َﺮﻓْ َﺎ اﻟ َ ْﯿ َﻚ ﻧ َ َﻔ ًﺮا ِﻣ َﻦ اﻟْﺠِ ِّﻦ َ ْﺴ َﺘ ِﻤ ُﻌ‬
"Und (gedenke,) als Wir eine kleinere Schar Jinn veranlaßten, sich zu
dir zu begeben und dem Qurʾān zuzuhören" (Al-Ahqāf: 29).

Die zweite Masʾalah: Die Vollständigkeit des Dīn, mit welchem der
Gesandte ‫ ﷺ‬kam.

Der Autor sagte: „und Allāh vervollständigte mit ihm den Dīn und
der Beweis ist Seine ‫ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿اﻟْ َﯿ ْﻮ َم ْﻛ َﻤﻠْ ُﺖ ﻟَ ُﻜ ْﻢ ِدﯾﻨَ ُﻜ ْﻢ‬


"Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet" (Al-Māʾidah: 3).“

Die dritte Masʾalah: Hängt mit dem Tod des Gesandten zusammen
und damit, dass er ‫ ﷺ‬mit Gewissheit gestorben ist.

َ ‫﴿ا َﻧﻚ َﻣ ّ ٌِﺖ َواﻧﻬ ُْﻢ َﻣ ِ ّ ُﺘ‬


﴾‫ﻮن‬
"Du wirst gewiß sterben, und auch sie werden sterben" (A-Zumar: 30).

Und die Bedeutung seines ‫ ﷺ‬Todes ist wie der Tod der restlichen
Leute. Und die Bedeutung des Todes ist die Trennung des Geistes
vom Körper, d.h., sein (des Geistes) Fortgehen im diesseitigen
Leben, und die Bedeutung des Todes ist nicht das Vergehen des
Geistes, denn der Geist vergeht nicht, sondern geht, sofern er
gläubig war, zur höchsten führenden Schar (d.h. Engel), oder wenn
er etwas anderes als das (gläubig) war, zu dem, was Allāh an
Bestrafung will, über.

238
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Und hierin ist eine Widerlegung der Mubtadiʿah und Grabanbeter
und derjenigen, die den Gesandten um Hilfe rufen und sagen, er
wäre nicht gestorben; und der Gesandte ‫ ﷺ‬ist (tatsächlich) lebendig
in seinem Grab, jedoch ist es das Leben des Barzakh und sein Geist
hat eine Verbindung mit seinem Körper, und deswegen kam im
Hadīth, dass der Gesandte demjenigen (den Salām) erwidert, der
ihm den Salām gibt. Al-Bayhaqī verfasste eine Risālah als
Erläuterung der Leben der Propheten und (verdeutlichte,) dass sie
lebendig sind, jedoch ist es das Leben des Barzakh.

Wir sagten, dass der Tod die Trennung des Geistes vom Körper ist;
was ist aber die Ursache des Todes?

Die einzige Ursache für den Tod ist das Ablaufen der Frist gemäß
dem, was Allāh bestimmt hat. Der Getötete stirbt, weil seine Frist
abgelaufen ist, und der Kranke stirbt, weil seine Frist abgelaufen ist,
was den Muʿtazilah entgegengesetzt ist, die sagen, dass der Getötete
vor seiner Frist starb und dass er, wäre er nicht getötet worden, am
Leben geblieben wäre.

Ist der Duʿāʾ um Verlängerung der Lebenszeit vorgeschrieben?

Imām Ahmad mochte es nicht, dass zu jemandem gesagt wird:


„Möge Allāh dein Leben verlängern“ und er sagte: „Bitte Allāh nicht
um etwas, was Er (bereits) beendet hat“. Und dem ähnelt auch das,
was am Ende von Predigten zu finden ist: „Möget ihr verbleiben“
(dumtum), so bittet man Allāh um das Verbleiben, und das ist
verabscheut, jedoch ist das Offenkundige die Zulässigkeit, denn es
wird authentisch im Hadīth von Anas überliefert, dass er sagte: „O
Allāh, verlängere sein Leben und mehre seine Kinder“ (muttafaqun
ʿalayh).

239
——————————————————————————

Das Gemeinte ist also: „Möge Allāh dein Leben mit dem Gehorsam
zu Ihm verlängern“, so ist (seine Aussage) mit der Implikation des
Ausgelassenen (und zwar "mit dem Gehorsam zu ihm").

Ist die Trennung des Geistes vom Körper durch den Tod eine
Trennung, nach der es kein Zusammentreffen mehr gibt?

Die Antwort ist: Nein. Vielmehr wird der Geist nach dem Tod mit
dem Körper zusammentreffen. Wenn also der Tote stirbt und seine
Seele übergeht und er dann ins Grab gelegt wird, kehrt der Geist
zurück, wenn Munkar und Nakīr für die Fragen kommen. Hiernach
geht der Geist dann entweder zur Wonne oder zur Bestrafung über
oder zu dem, was Allāh will.

240
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————

Matn (‫)اﻟﻣﺗن‬
Nachdem die Menschen sterben, werden sie auferweckt und der
Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ ِﻣ ْﻬَﺎ َ ﻠَ ْﻘ َﺎ ُﻛ ْﻢ َو ِﻓ ﻬَﺎ ﻧ ُ ِﻌﯿﺪُ ُﻛ ْﻢ َو ِﻣ ْﻬَﺎ ﻧ ُ ْﺨ ِﺮ ُﺟ ُﻜ ْﻢ َ َر ًة ﺧ َْﺮ ٰى‬


Aus ihr haben Wir euch erschaffen, und in sie bringen Wir euch
zurück, und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor. (Ta-Ha :
55)

Sowie seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﺛُﻢ ﯾُ ِﻌﯿﺪُ ُﻛ ْﻢ ِﻓ ﻬَﺎ َوﯾُ ْﺨ ِﺮ ُﺟ ُﻜ ْﻢ اﺧ َْﺮا ً ﺎ‬


Hierauf wird Er euch in sie zurückbringen und gewiß (wieder aus ihr)
hervorbringen. (Nūh: 18)

Und nach der Auferstehung wird mit ihnen abgerechnet und sie
werden entsprechend ihrer Taten entlohnt. Wenn es gut war, so
wird es gut sein. Und wenn es schlecht war, so wird es schlecht sein,
und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ ِﻟ َﯿ ْﺠ ِﺰ َي اﻟ ِﺬ َﻦ َﺳﺎ ُءوا ِﺑ َﻤﺎ َﻋ ِﻤﻠُﻮا َوﯾ َ ْﺠ ِﺰ َي اﻟ ِﺬ َﻦ ْﺣ َﺴ ُﻨﻮا ِ ﻟْ ُﺤ ْﺴ ﻨَﻰ‬


"...auf daß Er denjenigen, die Böses tun, das vergelte, was sie tun, und
daß Er denjenigen, die Gutes tun, mit dem (Aller)besten vergelte." An-
Najm: 31)

241
——————————————————————————

Sharh (‫)اﻟﺷرح‬
Danach erwähnte der Autor allgemeine Angelegenheiten und dies
ist das letzte Kapitel des Buches, in welchem er mehrere
Angelegenheiten erwähnte:

Die erste Masʾalah: Die Auferstehung.


Die Auferstehung.
So sagte der Autor: "Nachdem die Menschen sterben, werden sie
auferweckt."

Die Auferstehung ist die Rückkehr der Seelen in ihre Körper nach
dem dritten Stoß ins Horn, und dies ist die Definition von Abū al-
'Abbās ibn Taymiyyah in seinem Werk "al-Wāsitiyyah".

Sprachlich bedeutet ‫اﻟﺒﻌﺚ‬/ Die Auferstehung: Die Sendung.

Die Worte des Autors "Die Menschen werden auferweckt", damit


beabsichtigt er nicht die Einschränkung, da die Auferstehung die
Menschen, Jinn und selbst die Tiere umfasst, damit einige an den
anderen Vergeltung üben können.

Er, der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َوا َذا اﻟْ ُﻮ ُﺣ ُﻮش ُﺣ ِﺸ َﺮ ْت‬


"..und wenn die wilden Tiere versammelt werden" (at-Takwīr: 5)

Und die Auferstehung wird nach dem letzten Stoß ins Horn sein.

Und es wird authentisch überliefert, dass Ahmad sagte:

242
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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"Es wird wahrlich zwischen den Schafen untereinander Vergeltung
geben", also das gehörnte Schaf und das hornlose Schaf.39

Zweite Masʾalah: Die Gelehrte haben eine Meinungsverschiedenheit


bezüglich der Anzahl der Stöße ins Horn.

Manche sagten, es seien zwei; andere wiederum sagten, es würden


drei sein.

Diejenigen, welche sagen, dass es zwei seien, haben zwei Stöße ins
Horn als ein einziges betrachtet, welche folgende sind:

1. Der Stoß des Schreckens; Der Erhabene sagte:

‫﴿ َوﯾ َ ْﻮ َم ﯾُﻨ َﻔﺦُ ِﻓﻲ اﻟﺼ ِﻮر ﻓَ َﻔ ِﺰ َع َﻣﻦ ِﻓﻲ اﻟﺴ َﻤ َﺎو ِات َو َﻣﻦ ِﻓﻲ ا ْ ْر ِض اﻻ َﻣﻦ َﺷ َﺎء‬
﴾‫اﻠ ُﻪ ۚ َو ُﻛﻞ ﺗ َْﻮ ُﻩ دَا ِﺧ ِﺮ َﻦ‬
"Und (denke an) den Tag, da ins Horn geblasen wird und da (all)
diejenigen erschrecken, die in den Himmeln und die auf der Erde sind,
außer wer Allāh will. Und alle kommen in Demut zu Ihm." (An-Naml:
87)

2. Der Stoß des Zusammenbrechens und der Vernichtung von


allem, für was und wen Allāh die Vernichtung möchte; Er, der
Erhabene, sagte:

39
Ein Hadīth mit dieser Bedeutung wird von ibn Jarīr in seinem Tafsīr
überliefert.

243
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‫﴿ َوﻧ ُ ِﻔﺦَ ِﻓﻲ اﻟﺼ ِﻮر ﻓَ َﺼ ِﻌ َﻖ َﻣ ْﻦ ِﻓﻲ اﻟﺴ َﻤ َﺎو ِات َو َﻣ ْﻦ ِﻓﻲ ا ْ ْر ِض اﻻ َﻣ ْﻦ َﺷ َﺎء‬
َ ‫اﻠ ُﻪ ۖ◌ ﺛُﻢ ﻧ ُ ِﻔﺦَ ِﻓ ِﻪ ﺧ َْﺮ ٰى ﻓَﺎ َذا ﻫ ُْﻢ ِﻗ َﺎ ٌم ﯾ َ ْﻨ ُﻈ ُﺮ‬
﴾‫ون‬
"Und es wird ins Horn geblasen, und da bricht zusammen, wie vom
Donnerschlag getroffen, wer in den Himmeln und wer auf der Erde ist,
außer wem Allah will, ..." (Az-Zumar: 68)

Und diese beiden Stöße werden manchmal als ein einziger Stoß
betrachtet, jedoch ist die Teilung dieser beiden Stöße vollständiger.

3. Der Stoß der Auferweckung, Der Erhabene sagte:

َ ُ‫﴿ َوﻧ ُ ِﻔﺦَ ِﻓﻲ اﻟﺼ ِﻮر ﻓَﺎ َذا ﻫ ُْﻢ ِﻣ َﻦ ا ْ ْ ﺪَ ِاث اﻟ َ ٰﻰ َ ِرﺑ ّﻬ ِْﻢ ﯾ َ ْ ِﺴﻠ‬
﴾‫ﻮن‬
"Es wird ins Horn geblasen werden, und da laufen sie sogleich schnell
aus den Gräbern zu ihrem Herrn herbei." (Yāsīn: 51)

Und der erste von den Menschen, welcher auferweckt wird, ist der
Gesandte ‫ﷺ‬, und es kam im Hadīth von Abū Sa'īd, welchen Ahmad
mit einer Überlieferungskette, die hasan ist, überliefert, dass der
Gesandte ‫ ﷺ‬sagte:

"Ich bin der Erste, für den sich die Erde am Tag des Stehens (Yawm
al-Qiyāmah) aufspalten wird, und dies sage ich nicht aus Stolz."

Die Menschen werden aus ihren Gräbern erweckt, und dies gilt für
die Begrabenen. Falls sie nicht begraben wurden, werden sie von
dort aus auferweckt, wo sie sich befunden haben.

Was die Etappen des jüngsten Tages angeht, so sind sie wie folgt:

1. Die Auferstehung.

244
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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2. Die Versammlung.

3. Das Stehen, und es wird ein langes Stehen sein nach der
Versammlung. So wird ihr erstes Stehen sein, indem sie nackt und
unbeschnitten sind, und dann werden sie bekleidet.

So wird als erstes Ibrāhīm bekleidet, dann der Gesandte und nach
ihnen dann die restlichen Menschen. Sodann wird die Sonne
nähergebracht und sie schwitzen entsprechend ihren Taten.

4. Dann wird das Feuer nähergebracht und herangezogen, und


dann wird das Paradies herangebracht.

5. Die große Fürsprache; die Länge seines Sujūd wird, wie im


Musnad Ahmad erwähnt, ein Jumu'ah sein, d.h. eine Woche.

6. Das Kommen Allāhs, um zwischen der Schöpfung zu richten.

7. Die zwei Vorführungen; sie sind das Streitgespräch und die


öffentliche Ausfragung.

8. Die dritte Vorführung, und dazu gehört die leichte Abrechnung,


und dies ist das Bringen zum Geständnis, welche nur für die
Gläubigen ist, denen vergeben wird, und dazu gehört der Gläubige,
welcher sündigte, jedoch von Allāh verdeckt wurde und dem Er im
Jenseits vergeben will.

9. Die schwere Abrechnung, und dies ist die Abrechnung der


Diskussion, welche die Kuffār40, Heuchler und ungehorsamen

40Die Gelehrten waren sich darin uneinig, ob Allāh mit den Kuffār abrechnen wird.
Shaykh al-Islām ibn Taymiyyah fasste dies zusammen, indem er sagte: „Das endgültige
Wort ist, dass mit der Abrechnung das Vorlegen ihrer Taten vor ihnen gemeint ist und

245
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Gläubigen umfasst, welche Allāh nicht verdecken wollte und ihnen


nicht die Sünden vergibt; dies wird vor allen Geschöpfen
stattfinden.

10. Die Zerstreuung der Schriften.

11. Die Waage; dies geschieht, nachdem die Menschen ihre Taten
gesehen haben und ihre Schriften, und die Diskussionen mit ihnen
beendet wurden. Danach werden sie gewogen.

12. Die Brücke (as-Sirāt).

13. Die (zweite) Brücke (al-Qantarah).

14. Die Leute von al-A'rāf (Die Höhen).

15/16. Das Paradies oder das Feuer, und das Schlachten des Todes
zwischen dem Paradies und dem Feuer.

ihre Tadelung wegen dieser, und gleichzeitig kann mit der Abrechnung das Abwiegen der
guten und schlechten Taten gemeint sein. Wenn man mit der Abrechnung die erste
Bedeutung meint, so wird zweifelsfrei mit ihnen von dieser Betrachtungsweise gesehen
abgerechnet. Wenn man aber die zweite Bedeutung meinte, sodass man damit sagen will,
dass den Kuffār gute Taten übrig bleiben, womit sie Jannah verdienen würden, so ist dies
ein offenkundiger Fehler. Und wenn man meint, dass sie unterschiedliche Strafen
erhalten würden, sodass die Strafe von dem, welcher viele Sünden hat größer ist als von
jenem, mit weniger Sünden, und wer gute Taten hat seine Strafe erleichtert werde,
genauso wie Abū Tālib eine leichtere Strafe erhält als Abū Lahab (so ist dies richtig). Er,
der Erhabene sagte (sinngemäße Übersetzung): „Denjenigen, die ungläubig sind und von
Allahs Weg abhalten, fügen Wir noch Strafe zu über ihre Strafe hinaus.“ (An-Nahl: 88),
und Er sagte: „Das Verschieben eines Monats ist nur eine Mehrung des Unglaubens.“ (At-
Tawbah: 37). Und das Feuer hat verschiedene Stufen; wenn also einige Kuffār eine
schwerere Strafe als manch andere bekommen, und dies aufgrund ihrer vielen Sünden
und wenigen guten Taten, so ist die Abrechnung dazu da, um die Stufen der Strafe zu
verdeutlichen, (und) nicht für ihren Eintritt ins Paradies.“ (Majmū‘ al-Fatāwā 305/4)

246
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————

Jede Phase von diesen Phasen enthält eigene Etappen und Details,
und der Autor fasste diese Etappen zusammen, und wir werden, so
Allāh will, die Details mit ihren Beweisen durch die Erleichterung
Allāhs erklären in unserer Erklärung von Al-Wāsitiyyah.

Die Länge dieser Phasen von der Auferstehung und Versammlung


bis hin zum Betreten des Paradieses von den Paradiesbewohnern,
und dem Betreten der Hölle von den Höllenbewohnern, beträgt
fünzigtausend Jahre, wie Er, der Erhabene sagte:

‫﴿ َﺳ َل َﺳﺎﺋِ ٌﻞ ِﺑ َﻌ َﺬ ٍاب َوا ِﻗﻊ ٍ ۝ ِ ْﻠ َﻜﺎ ِﻓ ِﺮ َﻦ ﻟ َ ْ َﺲ ﻟ َ ُﻪ دَا ِﻓ ٌﻊ ۝ ِﻣ َﻦ اﻠ ِﻪ ِذي‬


‫وح اﻟ َ ْﯿ ِﻪ ِﻓﻲ ﯾ َ ْﻮ ٍم َﻛ َﺎن ِﻣ ْﻘﺪَ ُار ُﻩ َﺧ ْﻤ ِﺴ َﻦ ﻟْ َﻒ‬
ُ ‫اﻟْ َﻤ َﻌ ِﺎرجِ ۝ ﺗَ ْﻌ ُﺮ ُج اﻟْ َﻤ َﻼ ِ َﻜ ُﺔ َواﻟﺮ‬
﴾‫َﺳ ﻨَ ٍﺔ‬
"Es fragt ein Fragesteller nach einer Strafe, die hereinbrechen wird
für die Ungläubigen, (einer Strafe,) die niemand abwehren kann; von
Allah, dem Besitzer der Aufstiegswege. Es steigen die Engel und der
Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre
ist." (Al-Ma'ārij: 1-4)

So berichtete ibn Abī Hātim von Ahmad bin Sinān Al-Wāsitī, von
'Abdurrahmān bin Mahdī von Isrā'īl von Sammāk von 'Ikrimah von
ibn 'Abbās bezüglich "...an einem Tag, dessen (Aus)maß
fünfzigtausend Jahre ist)":

"Am Tag des Stehens (Yawm al-Qiyāmah)."

Ibn Kathīr sagte: "Seine Überlieferungskette ist authentisch


(sahīh)."

247
——————————————————————————

Und Ath-Thawrī berichtete es von Sammāk bin Harb von 'Ikrimah


bezüglich "..,an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre
ist": "Dies ist Yawm al-Qiyāmah."

Dies sagte ebenfalls Ad-Dahhāk und ibn Zayd.

'Alī bin abī Talhah berichtete von ibn 'Abbās: "Es steigen die Engel
und der Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß
fünfzigtausend Jahre ist":

"Dies ist der Tag des Stehens; Allāh machte dessen (Aus)maß für die
Ungläubigen fünfzigtausend Jahre."

Ibn Kathīr sagte: "Es wurden zahlreiche Ahādīth mit dieser


Bedeutung überliefert. So überlieferte Imām Ahmad von Abū Sa'īd,
der sagte:

"Es wurde zum Gesandten Allāhs ‫ ﷺ‬gesagt:

"...an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist.", wie


lange doch dieser Tag ist."

So sagte der Gesandte Allāhs :‫ﷺ‬

"Bei dem, in dessen Hand meine Seele liegt, es wird dem Gläubigen
wahrlich erleichtert, sodass es für ihn leichter sein wird als ein
Pflichtgebet, welches er in dem Diesseits verichtet."

Ibn Kathīr sagte: "Ibn Jarīr überlieferte ihn von Yūnūs von ibn Wahb
von 'Amr bin Al-Hārith von Darrāj, jedoch sind Darrāj und sein
Shaykh Abū Al-Haytham beide schwach, und Allah weiß es am
besten."

248
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Sodann überlieferte Ibn Kathīr viele weitere Ahādīth in diesem
Kapitel, und der Argumentationspunkt liegt in der Erwähnung der
Bestrafung vom Besitzer des Kamels und anderen (Tieren), denen
ihr Recht nicht gegeben wurde. Dann sagte er:

"Muslim alleine überlieferte ihn in seinem Sahīh-Werk komplett


und al-Bukhārī überlieferte ihn nicht, vom Hadith von Suhayl von
seinem Vater von Abū Hurayrah. Die verschiedenen
Überlieferungswege und Wortlaute wurden im Buche "Az-Zakāh"
des Buches "Al-Ahkām" aufgeführt, und der Zweck seiner
Aufführung hier ist seine Aussage:

"...bis Allāh zwischen seinen Dienern richtet an einem Tage, dessen


(Aus)maß fünfzigtausend Jahre beträgt."

Ibn Kathīr sagte: "Ibn Jarīr überlieferte von Ya'qūb von ibn
'Uyaynah und 'Abd al-Wahhāb von Ayyūb von ibn Abī Mulaykah,
der sagte:

"Ein Mann fragte ibn 'Abbās über die Aussage: "an einem Tag,
dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist."

Dann sagte er: "Was ist der Tag, dessen Ausmaß 50.000 Jahre sind?"

So verdächtigte er diesen Mann. Dann sagte er:

"Ich habe dich nur gefragt, damit du mir berichtest."

So sagte ibn 'Abbās: "Es sind zwei Tage, welche Allāh erwähnte,
Allah weiß am besten Bescheid über sie und ich mag es nicht, über
das Buch Allāhs etwas zu sagen, von dem ich kein Wissen besitze."

249
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Der Autor sagte: "Und der Beweis für die Auferstehung ist die
Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ ِﻣ ْﻬَﺎ َ ﻠَ ْﻘ َﺎ ُﻛ ْﻢ َو ِﻓ ﻬَﺎ ﻧ ُ ِﻌﯿﺪُ ُﻛ ْﻢ َو ِﻣ ْﻬَﺎ ﻧ ُ ْﺨ ِﺮ ُﺟ ُﻜ ْﻢ َ َر ًة ﺧ َْﺮ ٰى‬


Aus ihr haben Wir euch erschaffen, und in sie bringen Wir euch
zurück, und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor. (Ta-Ha :
55)

Sowie seine ‫ ﺗﻌﺎﻟﻰ‬Aussage:

﴾‫﴿ﺛُﻢ ﯾُ ِﻌﯿﺪُ ُﻛ ْﻢ ِﻓ ﻬَﺎ َوﯾُ ْﺨ ِﺮ ُﺟ ُﻜ ْﻢ اﺧ َْﺮا ً ﺎ‬


Hierauf wird Er euch in sie zurückbringen und gewiß (wieder aus ihr)
hervorbringen. (Nūh: 18)

Die dritte Masʿalah: Die Angelegenheit der Abrechnung.

Der Autor sagte: "Nach der Auferstehung wird mit ihnen


abgerechnet."

Sprachliche Definition der Abrechnung (Hisāb): Das Zählen.

Fachspezifisch gesehen: Das Informieren Allāhs Seiner Diener über


ihre Taten, seien sie gut oder schlecht, auf einer detaillierten Art
und Weise, bevor sie sich vom Ort der Versammlung entfernen.

Ist die Abrechnung allgemein für die gesamte Schöpfung?

Ja, außer diejenigen, die ausgenommen wurden und sie sind die
Propheten, die Engel und die 70.000, welche das Paradies ohne
Abrechnung und ohne Strafe betreten, und die Wahrhaftigen (As-
Siddiqūn), da sie besser als die 70.000 sind.

250
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Und der Beweis, dass mit allen abgerechnet wird ist die Aussage des
Erhabenen:

﴾‫﴿ﻓَ َﻮ َرﺑ ّ َِﻚ ﻟ َ َ ْﺴ ﻟَﻨﻬ ُْﻢ ْﺟ َﻤ ِﻌ َﻦ‬


Ja, bei deinem Herrn! Wir werden sie allesamt ganz gewiß befragen.
(Al-Ḥijr: 92)

Und was At-Tirmidhī überlieferte und als hasan eingestuft hat, dass
der Gesandte Allāhs ‫ ﷺ‬sagte:

"Die Füße eines Dieners werden sich am Tag der Auferstehung nicht
bewegen, bis er über sein Leben gefragt wird (..), nach seinem
Vermögen (..) und seinen Taten (..)." (gekürzt)

Wer ist der Erste, mit dem abgerechnet wird?

Es besteht eine Meinungsverschiedenheit bei den Leuten des


Wissens bzgl. dem Ersten, mit dem abgerechnet wird, und sie
beruhen sich alle auf Ahādīth, dass der Erste, mit dem abgerechnet
wird, dieser und jener sei.

Und die richtigere Definition ist die Vereinigung ihrer Aussagen,


sodass man sagt: Alles, was gesagt wurde ist richtig, und der Erste,
mit dem abgerechnet wird, wird in verschiedene Betrachtungen
aufgeteilt:

So wird gesagt, dass der Erste, mit dem abgerechnet wird in


Anbetracht der Nationen (Umam) die Ummah Muhammads ‫ ﷺ‬ist,
und der Beweis ist, was Ibn Mājah überliefert hat, dem Propheten
‫ ﷺ‬zuschreibend:

251
——————————————————————————

"Wir sind die Letzten (im Diesseits) und die Vorausgeeilten (im
Jenseits), über die vor dem Rest der Geschöpfe entschieden wird."

Und bei Imām Ahmad wird überliefert, dass nach der großen
Fürsprache und der Ankunft Allāhs für die Entscheidung gefragt
wird:

"Wo ist die Ummah Muhammads?"

So kommen sie und sie werden mit einem Mal auf der Stirn und
einem Reifen am Fußgelenk (als Spuren der Gebetswaschung)
erscheinen, und es wird mit Ihnen die Abrechnung begonnen."

Und das Erste, mit dem abgerechnet wird, in Anbetracht der Taten
des muslimischen Dieners, die verbunden sind mit den Rechten
Allāhs, ist der Shirk; dann wird mit ihm bezüglich des Gebets
abgerechnet, danach bezüglich der Zakāh, und den verbliebenen
Taten.

Und das Erste, worüber gerichtet wird, in Anbetracht der Rechte der
Diener, ist das Blut:

"Das Erste, worüber gerichtet wird am Tag der Auferstehung ist das
Blut." (überliefert im Sahīh)

Und in Anbetracht der Menschen, ist der Erste, mit dem


abgerechnet wird, der Gelehrte. Dann der Mujāhid, dann der
fromme Diener, dann der Händler, dann die Anführer der
Menschen und danach die restlichen Menschen, gemäß dem Hadith
von Mu'āwiyah im Sahīh.

252
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Die Abrechnung teilt sich in Teile auf:

Der erste Teil: Das, was das Vorführen und das Bringen zum
Geständnis genannt wird, und dies ist nicht für alle Menschen,
sondern nur für die Gläubigen, und nicht für alle Gläubigen,
sondern nur für den Gläubigen, dem Allāh seine Sünden verdecken
möchte und über sie hinwegsehen will, mit dem rechnet Er eine
geheime Abrechnung zwischen Sich und ihm ab.

Was ihre Beschreibung angeht, so werden ihm seine schlechten


Taten vorgeführt und es wird sodann gesagt:

"Hast du dies und jenes getan, an diesem und jenem Tag?"

Und er gesteht es und sagt: "Ja."

So sagt Allāh: "Ich habe dich im Diesseits verdeckt, und Ich schaue
drüber hinweg am Tag der Auferstehung."

Der zweite Teil: Die schwierige Abrechnung, und sie ist die
öffentliche Ausfragung, wie es im Hadīth überliefert wurde:

"Wer bei der Abrechnung (nach jeder einzelnen Tat) ausgefragt


wird, der wird bestraft."

Und darin ereignet sich die Bloßstellung vor der Schöpfung und die
Anprangerung für einige Menschen und das Bedauern. Und die
Abrechnung ist was anderes als das Vorführen (der Taten) und das
Diskutieren.

Und der Autor erwähnte den Beweis dafür in der Aussage Allāhs:

253
——————————————————————————

﴾‫﴿ ِﻟ َﯿ ْﺠ ِﺰ َي اﻟ ِﺬ َﻦ َﺳﺎ ُءوا ِﺑ َﻤﺎ َﻋ ِﻤﻠُﻮا َوﯾ َ ْﺠ ِﺰ َي اﻟ ِﺬ َﻦ ْﺣ َﺴ ُﻨﻮا ِ ﻟْ ُﺤ ْﺴ ﻨَﻰ‬


"..auf daß Er denjenigen, die Böses tun, das vergelte, was sie tun, und
daß Er denjenigen, die Gutes tun, mit dem (Allerbesten) vergelte." (An-
Naǧm: 31)

Mit den Kindern der Muslime wird, wenn sie sterben, nicht
abgerechnet, denn sie sind gemäß dem Konsens im Paradies. Jedoch
wird gesagt, dass die Kinder der Ungläubigen geprüft werden, und
dies ist das Richtige, und es wurden andere Meinungen vertreten.

Sodann wird der Tod zwischen dem Paradies und dem Feuer
geschlachtet, und es wird zu ihren Bewohnern gesagt:

"Ewigkeit ohne Tod."

Masʾalah: Auf Al-A'rāf41 sind Leute, dessen gute und schlechte Taten
gleich sind. Sie werden an einem erhobenen Ort zwischen dem
Paradies und dem Feuer aufgestellt, sitzen dort für eine Weile, und
betrachten die Leute des Paradieses und die Leute des Feuers,
jedoch werden sie durch die Barmherzigkeit und Güte Allāhs im
Paradies enden.

Nach dem Sirāt und vor dem Paradies gibt es eine Brücke
(Qantarah), und dieser Ort ist der Ort der Vergeltung. So werden die
Gläubigen dort von sich gegenseitig ihre Rechte zurücknehmen.
Jener, bei welchem keine Ungerechtigkeit gegenüber jemanden
vorliegt, betritt das Paradies, und jener, bei welchem eine
Ungerechtigkeit gegenüber jemanden vorliegt, der wartet und er

41
Siehe Sūrah 7:44-51.

254
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
tritt nicht ein, bis seine Gegner von den Gläubigen kommen, und
die Vergeltung sich zwischen ihnen ereignet.

Masʾalah: Die Vergeltung am Tag der Auferstehung.

Das Erste, was sich in diesem Bereich am Tag der Auferstehung


ereignen wird, ist die Vergeltung der Tiere voneinander, und
daraufhin werden sie zu Asche. Danach findet die Vergeltung
zwischen den Ungläubigen und den Muslimen statt; wenn eine
Ungerechtigkeit vorliegt, wird voneinander vergolten. Danach
findet die Vergeltung zwischen den Gläubigen untereinander statt,
und dies ist nach dem Sirāt.

Masʿalah: Die Schichten der ungehorsamen Leute des Tauhids,


welche das Feuer betreten und ohne Auslöscher (des Islāms)
starben:

a) Die Schicht, in dessen Herzen im Gewicht eines Dīnārs


(Goldstück) an Īmān ist (und sie sind die beste vorhandene Schicht
der Ungehorsamen), und es sind jene, welche den Tauhid „Lā ilāha
illā Allāh“ haben und beten, und dies ist eine grundlegende
Bedingung, und sie haben keinen Auslöscher des Dīns begangen.

b) Die Leute des halben Dīnārs, sodass Allāh sagen wird:

"Holt (aus der Hölle) heraus, der in seinem Herzen im Gewicht eines
halben Dīnārs Īmān hat."

Und sie sind weniger als jene vor ihnen.

255
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c) Die Leute mit dem Gewicht (an Īmān) einer winzigen Ameise und
eines Senfkorns, und sie sind weniger, denn sie haben nicht die
Hälfte (des Dīnārs an Īmān) erreicht.

d) Der, in dessen Herzen weniger als das Zuvorgenannte ist.42

Die vierte Mas'alah: Das Urteil über den, welcher die Auferstehung
verleugnet.

Der Autor sagte: "Und wer die Auferstehung verleugnet, hat


Unglaube begangen, und der Beweis ist:

﴾◌ۚ ‫﴿ َز َﻋ َﻢ اﻟ ِﺬ َﻦ َﻛ َﻔ ُﺮوا ْن ﻟ َ ْﻦ ﯾُ ْﺒ َﻌﺜُﻮا‬


Diejenigen, die ungläubig sind, behaupten, daß sie nicht auferweckt
werden. (At-Taġābun: 7)

42 In der mir vorliegenden Version der Erklärung gab es teils Unterschiede zwischen der
Beschreibung der Leute und ihrer Beschreibung im Hadīth (was mir auch bei Lumʿah al-
Iʿtiqād auffiel bei diesem Hadīth), sodass ich die Beschreibung jener des Hadīths
anpasste, und womöglich unterlief dem, der die Erklärung des Shaykhs digitalisierte, ein
Fehler.

256
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Matn (‫)اﻟﻣﺗن‬
Und Allāh entsandte alle Gesandten als Bringer froher Botschaft
und als Warner, und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

﴾ ِ‫ﻮن ِﻠﻨ ِﺎس َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ُﺣ ٌﺔ ﺑ َ ْﻌﺪَ اﻟﺮ ُﺳﻞ‬


َ ‫﴿ ُر ُﺳ ًﻼ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ ِﻟﺌَﻼ َ ُﻜ‬
Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von
Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein
Beweismittel gegen Allah haben. (An-Nisāʾ: 165)

Und der Erste von ihnen ist Nūh ‫ ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬und der Letzte von ihnen
ist Muhammad ‫ﷺ‬, und er ist das Siegel der Propheten; somit gibt es
keinen Propheten nach ihm, und der Beweis ist die Aussage des
Erhabenen:

‫﴿ َﻣﺎ َﻛ َﺎن ُﻣ َﺤﻤ ٌﺪ َ َ ٍﺪ ِﻣ ْﻦ ِر َ ﺎ ِﻟ ُﻜ ْﻢ َوﻟَـ ِﻜ ْﻦ َر ُﺳﻮ َل اﻠ ِﻪ َو َﺎﺗ ََﻢ اﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ َو َﻛ َﺎن‬


﴾‫اﻠ ُﻪ ِ ُﻜ ِ ّﻞ َﺷ ْﻲ ٍء َ ِﻠﯿ ًﻤﺎ‬
Muhammad ist nicht der Vater irgend jemandes von euren Männern,
sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten. (Al-Aḥzāb:
40)

Und der Beweis dafür, dass Nūh ‫ﻋﻠﯿﮫ اﻟﺴﻼم‬der Erste von ihnen ist, ist
die Aussage des Erhabenen:

﴾‫﴿ا ْو َﺣ ْ َﻨﺎ اﻟ َ ْﯿ َﻚ َﻛ َﻤﺎ ْو َﺣ ْ َﻨﺎ اﻟ َ ٰﻰ ﻧ ُﻮحٍ َواﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ ِﻣ ْﻦ ﺑ َ ْﻌ ِﺪ ِﻩ‬


Gewiß, Wir haben dir (Offenbarung) eingegeben, wie Wir Nuh und den
Propheten nach ihm (Offenbarung) eingegeben haben. (An-Nisāʾ: 163)

257
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Und zu jeder Ummah entsandte Allāh einen Gesandten, von Nūh bis
zu Muhammad, ihnen allen die Anbetung Allāhs anbefehlend und
die Anbetung des Tāghūts verbietend.

Der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

َ ُ‫﴿ َوﻟ َ َﻘﺪْ ﺑ َ َﻌﺜْ َﻨﺎ ِﻓﻲ ُﻛ ِ ّﻞ ﻣ ٍﺔ َر ُﺳ ًﻮﻻ ِن ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ َوا ْﺟ َ ِﻨ ُﺒﻮا اﻟﻄﺎﻏ‬
﴾‫ﻮت‬
Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten
erweckt: "Dient Allah und meidet die falschen Götter." (An-Naḥl: 36)

258
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sharh (‫)اﻟﺷرح‬
Die Angelegenheit der Wichtigkeit der Gesandten.

"Und Allāh entsandte alle Gesandten als Bringer froher Botschaft


und als Warner."

Und dies ist die Wichtigkeit der Gesandten.

Die Bedeutung von "Bringer froher Botschaft (Bashīr)“: entnommen


von "Bashartu ar-Rajula wa bashartuhu"; wenn du ihm (dem Mann)
eine Angelegenheit berichtest, die ihn erfreut. Meistens wird dies
bei guten Dingen verwendet, sodass die Gesandten also den
Menschen das berichten, was sie erfreut43; so berichten sie ihnen
bspw. von der Belohnung für den, der Allāh gehorcht.

"Warner": Die Warnung (Al-Indhār) ist die Verkündung (einer


Nachricht) mit der Furchteinflößung.

Somit bedeutet dies, dass die Gesandten Warner sind: Sie flößen
dem, der Allāh ungehorsam ist, mit dem Feuer und der Strafe
Furcht ein. Der Beweis ist:

43
Das Wort ‘Bushrā‘ im Arabischen kann jedoch auch für etwas Unerfreuliches
verwendet werden, wie es öfters im Qurʿān vorkommt, wie z.B. in Seiner Aussage
(sinngemäße Übersetzung): „Verkünde (bashir/verkünde die Bushrā) den Heuchlern, daß
es für sie schmerzhafte Strafe geben wird, (sie) die die Ungläubigen anstatt der Gläubigen
als Schutzherrn (Awliyāʾ) nehmen. Begehren sie (etwa) Macht bei ihnen (zu nden)?
Gewiß, ale Macht gehört Allāh.“ (4:138-139)

259
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﴾ ِ‫ﻮن ِﻠﻨ ِﺎس َﻠَﻰ اﻠ ِﻪ ُﺣ ٌﺔ ﺑ َ ْﻌﺪَ اﻟﺮ ُﺳﻞ‬


َ ‫﴿ ُر ُﺳ ًﻼ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ ِﻟﺌَﻼ َ ُﻜ‬
Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von
Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein
Beweismittel gegen Allah haben. (An-Nisāʾ: 165)

Und der Autor begann hier mit dem Verkünden froher Botschaft
vor der Warnung, und es ist offensichtlich, dass die Reihenfolge
beabsichtigt ist, denn gewöhnlich kommt die Warnung erst nach
dem Verkünden froher Botschaft.

Mit seiner Aussage: "Die Gesandten" meint der Autor die


Propheten, und aus dem Qur'ān und der Sunnah ist es bekannt, dass
alle Propheten ebenso alle Verkünder froher Botschaft sind.

Er, der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻓَ َ َﻌ َﺚ اﻠ ُﻪ اﻟﻨ ِﺒ ِ ّ َﻦ ُﻣ َ ِ ّﺸ ِﺮ َﻦ َو ُﻣ ْ ِﺬ ِر َﻦ‬


"Dann schickte Allāh die Propheten als Verkünder froher Botschaft
und als Überbringer von Warnungen.." (Al-Baqarah: 213)

Somit ist hier mit "Gesandte" die sprachliche Bedeutung gemeint,


d.h. jene, welche Allāh entsandte, ganz gleich, ob es Gesandte mit
der spezifischen Bedeutung sind, oder Propheten.

"Der Erste von ihnen ist Nūh".

D.h: Der Erste der Gesandten, und hier ist die spezifische Bedeutung
gemeint: Die Gesandten, welche Allāh zu einem ungläubigen Volk
entsandte und welcher sie zu einer neuen Gesetzgebung aufruft.

"Der Erste von ihnen ist Nūh"

260
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Ist damit gemeint, dass er uneingeschränkt der Erste ist oder nur
unter einem bestimmten Gesichtspunkt?

Hierin gibt es eine Fallunterscheidung:

Wenn mit "Der Erste von ihnen“ gemeint ist, dass er der Erste von
ihnen ist, die Allāh entsandte, von den Propheten und den
Gesandten mit der spezifischen Bedeutung, so ist mit "Der Erste von
ihnen" gemeint: Nach der Spaltung (der Menschheit).

Und wenn man mit Gesandten die spezifische Bedeutung meint,


sprich der, den Allāh zu einem ungläubigen Volk entsandte, um sie
zu einer neuen Gesetzgebung zu rufen, so ist er aus diesem
Gesichtspunkt der Allererste, denn vor ihm war Ādam, danach
seine Söhne, (von ihnen) Šīt, dann Idrīs, welcher von den
Großvätern Nūhs ist; Ibn Kathīr erwähnte sie in "Al-Bidāyah wa an-
Nihāyah".

Dann begingen die Menschen nach zehn Generationen nach den


Gesandten44 Kufr, sodass Er dann Nūh entsandte.

Masʾalah: Gab es vor Nūh Gesandte mit der spezifischen


Bedeutung?

Antwort: Nein.

Masʾalah: Gab es Propheten vor Nūh?

Antwort: Ja und zwar Ādam gemäß dem Richtigen, denn Ādam ist
ein Prophet und kein Gesandter, und darauf deutet hin, was at-

44 So sagte
es der Shaykh, und womöglich meinte er „Propheten“ anstatt „Gesandten“, da
Nūh der erste Gesandte mit der spezifischen Bedeutung war.

261
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Tabarānī und al-Hākim überlieferten mit einer authentischen


Überlieferungskette, dass der Gesandte gefragt wurde: "War Ādam
ein Prophet?"

Er antwortete: "Ja, und es wurde mit ihm gesprochen."

Und der Hadīth der Shafā'ah: „Ādam sprach: ‚Geht zu Nūh, denn er
ist der erste Gesandte.‘“

Dies ist das Ausgesprochene, und davon wird verstanden, dass es


davor keinen Gesandten gab. Dann kam der Prophet Šīt, der einer
der Söhne Ādams ist, und die Aussage, dass er ein Prophet war,
tätigten ibn Taymiyyah und ibn Kathīr.

Und vor ihm - also vor Nūh - war Idrīs, denn er ist ein Sohn Šīt's.

Der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ َو ْاذ ُﻛ ْﺮ ِﻓﻲ ْاﻟ ِﻜ َ ِﺎب اد ِْر َﺲ اﻧ ُﻪ َﻛ َﺎن ِﺻ ِّﺪﯾﻘًﺎ ﻧ َ ِ ﺎ‬


Und gedenke im Buch Idris'. Er war ein Wahrhaftiger und Prophet.
(Maryam: 56)

Und ibn Jarīr sagte in seinem Werk "At-Tārīkh", dass er von den
Söhnen Šīt's ist, vor Nūh lebte und dass er ein Prophet ist, und ibn
Kathīr stimmte ihm in "Al-Bidāyah wa an-Nihāyah" zu.

Es trat eine Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten auf: Ist


Idrīs derselbe wie Ilyās, oder sind es zwei unterschiedliche
Personen?

Das Richtige ist, dass es zwei unterschiedliche Personen sind.

262
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Sowohl ibn Jarīr in seinem "At-Tārīkh", als auch ibn Kathīr in "Al-
Bidāyah wa an-Nihāyah", sagten, dass Idrīs vor Nūh war und Ilyās
von den Söhnen Hārūns, welcher zu Banī Isrā'īl entsandt wurde.

Was die Überlieferung betrifft, welche al-Bukhārī in seinem Sahīh


mu'allaqan45 von ibn Mas'ūd und ibn 'Abbās überliefert, dass Idrīs
derselbe wie Ilyās sei, so erwähnte er sie auf eine Art und Weise,
welche auf Schwäche hinweist (Sīghat at-Tamrīd); so sagte er:

"Und es wurde erwähnt von ibn Mas'ūd und ibn 'Abbās, dass Idrīs
derselbe wie Ilyās ist", und hieran lässt sich die Schwäche erkennen,
was von ihnen beiden überliefert wurde.

Was die besten Propheten angeht, so sind es die Gesandten, und


was die besten Gesandten angeht, so sind es die Fünf, die Ulū al-
'Azm, und der Beste der Fünf ist Muhammad ,‫ﷺ‬dann Ibrāhīm.
Dann trat eine Meinungsverschiedenheit auf über die restlichen
drei; so sagte al-Hāfidh ibn Hajar: "Der Beste von ihnen nach
Ibrāhīm ist Mūsā, dann 'Īsā und dann Nūh."

Dies zitierte As-Saffārīnī von ihm in "As-Saffāriniyyah".

Was die Anzahl der Propheten betrifft, so wurde im Hadīth von Abū
Dharr, den Ahmad mit einer authentischen Überlieferungskette
überliefert, erwähnt, dass ihre Anzahl 124.000 ist, und die
Gesandten 310 und einige mehr.

45
mu'allaqan bedeutet hier, dass al-Bukhārī keine Kette bis zu den beiden Sahābah
erwähnte.

263
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Masʾalah: Von den Besonderheiten der Gesandten ist, dass sie zu


ungläubigen Völkern entsandt werden; die Propheten jedoch
werden zu Gläubigen entsandt.

Der Autor sagte: "Zu jeder Ummah entsandte Allāh einen


Gesandten, von Nūh bis zu Muhammad, ihnen allen die Anbetung
Allāhs anbefehlend und die Anbetung des Tāghūts verbietend."

Dann erwähnte er den Beweis:

َ ُ‫﴿ َوﻟ َ َﻘﺪْ ﺑ َ َﻌﺜْ َﻨﺎ ِﻓﻲ ُﻛ ِ ّﻞ ﻣ ٍﺔ َر ُﺳ ًﻮﻻ ِن ا ْﻋ ُﺒﺪُ وا اﻠ َﻪ َوا ْﺟ َ ِﻨ ُﺒﻮا اﻟﻄﺎﻏ‬
﴾‫ﻮت‬
Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten
erweckt: "Dient Allah und meidet die falschen Götter." (An-Naḥl:
36)

264
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Matn (‫)اﻟﻤﺘﻦ‬
Fasl (Kapitel)

Der Autor sagte: "Und Allāh erlegte allen Dienern den Kufr an den
Tāghūt und den Īmān an Allāh auf.

Ibn al-Qayyim, möge Allāh der Erhabene Sich seiner erbarmen,


sagte: "Der Tāghūt ist alles, womit der Diener seine Grenze
überschreitet, sei es ein Angebeteter, ein Befolgter oder jemand,
dem gehorcht wird."

Und die Tawāghīt (Pl. von Tāghūt) sind viele, und ihre Köpfe sind
fünf: Iblīs, möge Allāh ihn verfluchen, jemand, der angebetet wird
und damit zufrieden ist, jemand, der etwas vom verborgenen
Wissen behauptet, jemand, der die Menschen zu seiner Anbetung
aufruft und jemand, der mit etwas anderem als dem, was Allāh
herabsandte, richtet.

Und der Beweis ist die Aussage Allāhs:

ِ ُ‫﴿ َﻻ ا ْﻛ َﺮا َﻩ ِﻓﻲ ِّاﻟﺪ ِﻦ ﻗَﺪ ﺗ َﺒ َﻦ اﻟﺮ ْﺷﺪُ ِﻣ َﻦ اﻟْﻐ ّ َِﻲ ﻓَ َﻤﻦ َ ْﻜ ُﻔ ْﺮ ِ ﻟﻄﺎﻏ‬
‫ﻮت َوﯾُ ْﺆ ِﻣﻦ‬
﴾‫ِ ﻠ ِﻪ ﻓَ َﻘ ِﺪ ا ْﺳ َﺘ ْﻤ َﺴ َﻚ ِ ﻟْ ُﻌ ْﺮ َو ِة اﻟْ ُﻮﺛْ َﻘ ٰﻰ‬
"Es gibt keinen Zwang im Glauben. (Der Weg der) Besonnenheit ist
nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung. Wer also
falsche Götter verleugnet, jedoch an Allah glaubt, der hält sich an der
festesten Handhabe.." (Al-Baqarah: 256)

Und dies ist die Bedeutung von "Lā ilāha illā Allāh".

265
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Und im Hadith kommt: Der Haupt der Angelegenheit ist der Islām,
ihr Pfeiler ist das Gebet und ihr höchster Gipfel ist der Jihād auf
dem Wege Allāhs."

Und Allāh weiß es am besten, und der Salāh Allāhs auf Muhammad,
seinen Anhängern und Gefährten.

266
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————

Sharh (‫)اﻟﺸﺮح‬

Bedeutung des Tāghūts.

Daraufhin erwähnt der Autor Angelegenheiten über die Bedeutung


des Tāghūts, seines Urteils, seiner Arten und seiner Köpfe, so sagte
er: "Und Allāh erlegte allen Dienern den Kufr an den Tāghūt auf."

Und hier begann der Autor mit dem Urteil über den Tāghūt, bevor
er ihn definiert. Normalerweise beginnt man mit den Definitionen
vor dem Urteil über eine Sache, jedoch streitet man nicht über
Terminologien.

Die erste Masʾalah: Das Urteil des Tāghūts. Der Autor sagte: "Und
Allāh erlegte allen Dienern den Kufr an den Tāghūt auf."

Der Kufr an ihn ist eine notwendige Pflicht, und es ist eine
individuelle Pflicht für alle Diener.

So deuten das Alif und Lām (in al-'Ibād/die Diener) auf die
Allgemeinheit hin, wie die Menschheit und die Jinn.

Was die Art und Weise des Kufrs auf den Tāghūt angeht, so wird
diese in drei Teile aufgeteilt:

a) Der Kufr auf die Spezies des Tāghūts mit dem Herzen, und es ist,
dass du ihn mit deinem Herzen hasst, seinen Untergang wünscht,
Feindschaft gegen ihn hegst und vor ihm fliehst. All dies geschieht
mit dem Herzen, und das Urteil dieses Teils ist, dass es eine
notwendige Pflicht ist, welche unter keinen Umständen entfällt;
selbst bei Zwang nicht, denn der Zwang ist im Herzen nicht

267
——————————————————————————

vorstellbar, wie der Autor darauf im Ende von "Kashf ash-


Shubuhāt" hinwies.

b) Der Kufr auf die Spezies des Tāghūt mit der Zunge, und dies durch
die Verkündug, dass der Tāghūt ein Kāfir ist46, und dass er falsch ist,
und dass seine Anbeter Kuffār sind.

Allāh der Erhabene sagte:

َ ‫﴿ﻗُ ْﻞ َ ﯾﻬَﺎ ْاﻟ َﻜﺎ ِﻓ ُﺮ‬


َ ُ‫ون ۝ َﻻ ْﻋ ُﺒﺪُ َﻣﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون‬
"Sag: O ihr Ungläubigen, ich diene nicht dem, dem ihr dient." (Al-
Kāfirūn: 1-2)

Sprich: Mit deiner Zunge.

َ ُ‫﴿ َوا ْذ ﻗَﺎ َل ا ْ َﺮا ِﻫ ُﯿﻢ ِ ﺑِﯿ ِﻪ َوﻗَ ْﻮ ِﻣ ِﻪ اﻧ ِﻨﻲ َ َﺮا ٌء ِ ّﻣﻤﺎ ﺗَ ْﻌ ُﺒﺪ‬
﴾‫ون‬
"Und als Ibrāhīm zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiß, ich
sage mich los von dem, dem ihr dient, "(Az-Zukhruf: 26)

Und der Beweis dafür, dass er durch die Unfähigkeit entfällt, ist die
allgemeine Bedeutung der Aussage Allāhs des Erhabenen:

﴾‫﴿ﻓَﺎﺗ ُﻘﻮا اﻠ َﻪ َﻣﺎ ا ْﺳ َﺘ َﻄ ْﻌ ُﺘ ْﻢ‬


"Daher fürchtet Allah, soweit ihr könnt."(At-Taghābun:16)

Dies unter der Bedingung, dass es eine wirkliche Unfähigkeit ist,


welche nötigt (zur Unterlassung dieses Teils).

46Hiermit ist gemeint: Wenn der Tāghūt ein Mensch oder Jinnī ist, denn auf Götzen
aus Stein machen wir keinen Takfīr, da sie nicht mit der Botschaft angesprochen
sind und ein Stein kein Kāfir sein kann.

268
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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c.) Der Kufr auf den Tāghūt mit der Hand, und dies ist seine
Zertrümmerung und Beseitigung. Dies ist verpflichtend, wenn die
Möglichkeit vorliegt und der Beweis dazu ist, dass der Prophet ‫ ﷺ‬bei
der Eroberung Makkahs die Götzen zerschlug und beseitigte, und er
entsendete ebenso Leute, die sie (in anderen Städten) beseitigten.47

Die zweite Masʾalah: Die Definition des Tāghūts.

Dies ist eine übertriebene Form (Mubālaghah), abgeleitet von


"Tughyān", das Überschreitung, Steigerung und Zunahme bedeutet.
Und davonkommt: "Das Wasser 'taghā'", d.h., es nahm zu.

Fachspezifisch gesehen: Die Aussagen der Salaf unterschieden sich


in der Definition, so wurde von 'Umar, möge Allāh mit ihm
zufrieden sein, überliefert, dass der Tāghūt der Shaytān ist, und dies
wird überliefert von ibn abi Hātim.

Und von Jābir kam, dass er der Wahrsager ist.

Und Mālik sagte: "Er ist alles, was außer Allāh angebetet wird."

Und von Muhammad ibn Sīrīn kam, dass der Tāghūt der Zauberer
ist.

47
Vieles von dem Genannten gehört zur Vollständigkeit des Kufr an den Tāghūt,
jedoch ist bspw. der Takfīr auf ihn, seine Zerstörung etc. keine Bedingung, um in
den Tauhīd einzutreten; vielmehr gehören diese Angelegenheiten zu den
Konsequenzen des Kufrs an den Tāghūt. Durch andere Aussagen des Shaykhs wird
ebenfalls deutlich, dass der Shaykh den Takfīr auf die Kuffār nicht als Teil des Asl
ad-Dīn betrachtet, welcher durch die Fitrah (natürliche Veranlagung) allein und
ohne der Beweise gewusst wird.

269
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Und es wurde gesagt: Die Tyrannen (die trotzigen Anführer) der


Leute der Schrift.

Und Ibn al-Jawzī erwähnte in Zād al-Masīr in seinem Tafsīr zu Āyat


al-Kursī: "Und es ist zu vermerken, dass all diese Definitionen
Erklärungen einer Sache anhand einiger seiner Elemente sind."

Was die umfassende Tafsīr des Tāghūts betrifft, so ist es die


Definition Ibn al-Qayyims, möge Allāh Sich seiner erbarmen,
welcher sagte: "Der Tāghūt ist alles, womit der Diener seine Grenze
überschreitet, sei es ein Angebeteter, ein Befolgter oder jemand,
dem gehorcht wird."

"ein Angebeteter": was 'Umar und Mālik erwähnten.

"Ein Befolgter" umfasst die Tyrannen der Leute der Schrift.

"Jemand, dem gehorcht wird" umfasst den Zauberer, den


Wahrsager und jeden Richter, und es umfasst die Gelehrte des
Übels ('Ulamā' as-Sū'), die Befehlshaber des Übels und die
Gottesdiener des Übels.

Und es gibt eine präzisere Definition als die Definition Ibn al-
Qayyims, und sie ist: Jede Überschreitung im Kufr.

So ist zum Beispiel der Unterlasser des Gebets ein Kāfir, und wenn
er zum Unterlassen des Gebets aufruft, oder das Verrichten von ihm
bestraft, so ist dies eine Überschreitung im Kufr und somit ist er ein
Tāghūt; und wer für jemand anderes außer Allāh schlachtet, so ist
dies Shirk, und wenn er zum Schlachten für jemand anderes außer
Allāh aufruft oder es verschönert, so hat er im Kufr überschritten
und ist somit ein Tāghūt.

270
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Und wenn er eine Sache für erlaubt erklärt, so ist dies eine
Überschreitung im Kufr, und dazu gehören die Diener und Wächter
des Shirks48, etc.

Aus der Definition Ibn al-Qayyims lassen sich die Arten der
Tawāghīt entnehmen und dass es drei Arten sind:

Die Tawāghīt der Anbetung, und dies umfasst jeden, der außer
Allah angebetet wird und damit zufrieden ist, und dies umfasst
jeden, welcher die Leute zu seiner Anbetung aufruft, und es umfasst
ebenfalls den Shaytān, und es umfasst die Götzen.

Die Tawāghīt der Befolgung, und dies umfasst die Gelehrten und
Gottesdiener, die Gelehrten des Übels, und die abweichenden
Gottesdiener.

Die Tawāghīt des Gehorsams, und dies umfasst die Herrscher und
Führer der Stämme, welche neben Allāh Dinge für erlaubt und
verboten erklären, und dies umfasst die Wahrsager und Zauberer,
und auch die Richter, welche mit etwas anderem richten als dem,
was Allāh herabgesandt hat, und diejenigen, welche Gesetze
erlassen (al-Musharri'ūn).

Bedingung, um in den Tauhīd einzutreten; vielmehr gehören diese


Angelegenheiten zu den Konsequenzen des Kufrs an den Tāghūt.
Durch andere Aussagen des Shaykhs wird ebenfalls deutlich, dass
der Shaykh den Takfīr auf die Kuffār nicht als Teil des Asl ad-Dīn

48
Hiermit sind Wächter bei den Gräbern gemeint, an welchen Shirk begangen
wird. So lassen sie einen bspw. nicht rein, bis man ein Gelübde für den Toten
ablegte oder ihm eine sonstige Anbetung entgegenbringt.

271
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betrachtet, welcher durch die Fitrah (natürliche Veranlagung)


allein und ohne die Beweise gewusst wird.

Die dritte Masʾalah:

Die Köpfe der Tawāghīt.

Und die Tawāghīt sind viele in Anbetracht der Anzahl, jedoch sind
ihre Köpfe und Führer fünf. Dies brachte man in Erfahrung durch
Untersuchung, und der Autor fügte einen Tāghūt in einer seiner
Schriften zu den fünf hinzu, und dies ist der tyrannische Richter,
der die Gesetze Allāhs verändert, und somit wären sie sechs:

1. Iblis.

Und der Autor drückt damit den Shaytān aus, und er ist allgemeiner
als der Ausdruck Iblīs, da er jeden Rebellischen von den Jinn und
den Menschen umfasst.

Und der Beweis für diese Einteilung ist, was 'Umar, möge Allāh mit
ihm zufrieden sein, sagte, dass der Tāghūt der Shaytān ist, und dies
wird überliefert von ibn abī Hātim. Und der Aspekt aufgrund dessen
Iblīs und der Shaytān ein Tāghūt sind: Da er die Grenze des Kufrs,
in den er fiel, mit der Verzierung des Kufrs, dem Aufrufen dazu und
dem Befehlen von ihm, überschritt.

Und diese Art, also Iblīs und der Shaytān, ist die größte der
Tawāghīt und die gewaltigste, und der Grund ist, dass sie viele von
den Bedeutungen des Tāghūts vereint, denn er ruft zu seiner
Anbetung auf und auch zur Anbetung anderer, und zur Änderung
der Gesetze Allāhs und er hilft dem, der das Wissen über das
Verborgene behauptet.

272
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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2. Wer angebetet wird und damit zufrieden ist.

Er erwähnte ihn in dieser Schrift mit diesem Ausdruck, und


"man/wer" ist eine Verbindung mit der Bedeutung von "al-
ladhī/derjenige, der", welche auf die Allgemeinheit hinweist.

"angebetet wird": demütig und unterwürfig zu ihm mit jeder


beliebigen Art der Arten der Anbetung, wie dass für ihn
geschlachtet wird und bei ihm Hilfe in Not ersucht wird und
ähnliches.

Die Aussage des Autors "und damit zufrieden ist" ist ein Satz des
Zustands (Jumlah Hāliyyah), das "waw/und" steht für den Zustand,
und zwar, dass er in einem Zustand der Zufriedenheit ist (während
er angebetet wird).

So gehört 'Īsā ‫ ﷺ‬nicht dazu, denn er ist nicht zufrieden damit, und
er wird nicht Tāghūt genannt, und bei Allāh ist Zuflucht zu
ersuchen, denn er ist nicht zufrieden damit und wird niemals damit
zufrieden sein. Und der Aspekt des Überschreitens dieser Art ist,
dass er zufrieden damit ist, dass für ihn Kufr und Shirk begangen
werden.

3. Wer eine Sache vom Wissen des Verborgenen behauptet.

"Wer" ist eine Verbindung mit der Bedeutung "al-ladhī", und es gilt
allgemein für jeden, der Wissen des Verborgenen behauptet, sei er
Muslim oder Kafir, Mann oder Frau.

"eine Sache" ist ein unbestimmtes Nomen, das selbst die


Behauptung einer einfachen Sache umfasst, auch wenn derjenige es
nur ein einziges Mal behauptet.

273
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"vom Wissen" - Das Wort "min/von" ist Tab'īdiyyah, d.h. etwas vom
verborgenen Wissen.

"des Verborgenen" Es ist der Infinitiv von "ghāba, yaghību", und es


ist alles, was dir verborgen ist, und damit bezeichnet man auch das,
was nicht von den Sinnen erfasst werden kann, und es teilt sich in
zwei Teile auf:

a.) Das, was "das absolute Verborgene (Al-Ghayb al-Mutlaq)"


genannt wird, und es wird ebenfalls "Das Verborgene der Zukunft"
genannt.

Definition: Alles, was niemand außer Allāh weiss, wie das Wissen
über die Stunde, und wann der Tod eines Menschen ist, und es sind
die fünf, welche in der Aussage Allāhs des Erhabenen vereint sind:

‫﴿ان اﻠ َﻪ ِﻋﻨﺪَ ُﻩ ِﻠْ ُﻢ اﻟﺴﺎ َ ِﺔ َوﯾُ َ ّ ِﺰ ُل اﻟْ َﻐ ْﯿ َﺚ َوﯾ َ ْﻌﻠَ ُﻢ َﻣﺎ ِﻓﻲ ا ْ ْر َ ﺎ ِم َو َﻣﺎ ﺗَﺪْ ِري‬
‫ﻮت ان اﻠ َﻪ َ ِﻠﯿ ٌﻢ‬ ُ ‫ﻧ َ ْﻔ ٌﺲ ﻣﺎ َذا َ ْﻜ ِﺴ ُﺐ َﺪً ا َو َﻣﺎ ﺗَﺪْ ِري ﻧ َ ْﻔ ٌﺲ ِﺑ ِ ّي ْر ٍض ﺗَ ُﻤ‬
﴾‫َﺧ ِ ٌﺮ‬

"Gewiß, Allāh (allein) besitzt das Wissen über die Stunde, läßt den
Regen herabkommen und weiß, was im Mutterleib ist. Niemand weiß,
was er morgen erwerben wird, und niemand weiß, in welchem Land
er sterben wird. Gewiß, Allāh ist Allwissend und Allkundig." (Luqmān:
34)

b.) Das, was "Das relative Verborgene" (Al-Ghayb an-Nisbī) genannt


wird, und es wird auch "Das Verborgene der Vergangenheit und
Gegenwart" genannt, und es ist das, was dir verborgen ist und
andere außer dir wissen. Was also hinter dieser Mauer abläuft, ist

274
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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für uns verborgen, jedoch für den, der dabei ist, wird es als
Bezeugen betrachtet.

Die Arten derjenigen, die das Verborgene behaupten: wie der


Astrologe, der Wahrsager (al-Kāhin wa l-'Arrāf), der Zauberer, der
ar-Ramāl und al-'Ā'if und weitere, die verborgenes Wissen
behaupten, egal mit welchem Mittel, und der Unterschied zwischen
diesen ist, dass sie sich verschiedener Mittel bedienen, mit denen
sie vom Verborgenen berichten, wobei sie alle gleichermaßen
verborgenes Wissen behaupten.

Wer anhand der Sterne berichtet, so ist er ein Astrologe, und wer
anhand der Linien auf der Erde berichtet, so ist er ar-Rammāl und
derjenige, der über die Wege Bescheid weiß.

Wie dies abläuft: Es kommen Leute zum Rammāl, einen Handel


oder Reise wollend, und dann zeichnet der Rammāl schnell einige
Linien auf der Erde, deren Anzahl nicht bekannt ist und beginnt mit
der Auslöschung dieser Linien, Linie für Linie. Und wenn zwei
Linien übrigbleiben, ist es angeblich ein gutes Omen und er spornt
zu dieser Reise und diesem Handel an.

Und manchmal benutzen sie Steine anstelle von Linien; so sammelt


er einige Steine und nimmt dann immer zwei Steine weg, und wenn
ein Stein übrigbleibt, ist es angeblich ein schlechtes Omen, und
wenn zwei Steine übrigbleiben, so soll es ein gutes sein.

Es kann auch sein, dass sie Blätter oder Stäbchen oder ähnliches
benutzen.

Und wenn jemand vom Verborgenen anhand von Vögeln berichtet,


wird er 'Iyyāf oder 'Ā'if genannt. Wenn also jemand von ihnen

275
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reisen oder heiraten möchte, entsendet er einen Vogel; richtet sich


dieser in seiner Flugrichtung nach rechts, so nimmt er es als gutes
Omen auf und er reist, und wenn er (der Vogel) sich nach links
richtet, so ist es ein schlechtes Omen für ihn.

Und wenn er vom Verborgenen durch Jinn berichtet und das


berichtet, was sie ihm überbringen an Nachrichten, so wird er Al-
Kāhin und auch Al-'Arrāf genannt, außer dass Al-'Arrāf über die
gestohlenen Dinge und die Orte, an denen etwas verloren ging,
berichtet, nachdem die Shayātīn ihm davon berichten. Was Al-
Kāhin betrifft, so berichtet er über das, was im Gewissen ist, und
genauso ist der Zauberer (As-Sāhir), er berichtet über das
Verborgene durch die Jinn.

Masʾalah: Hier ist eine Ansammlung von Angelegenheiten. Werden


sie zu der Behauptung gezählt, dass man Wissen vom Verborgenen
hätte?

1. Das Informieren über Sonnen- oder Mondfinsternis wird nicht zu


der Behauptung des Wissens vom Verborgenen gezählt, wenn man
darüber mittels Berechnung und der Verwendung moderner
Hilfsmittel berichtet.

Jedoch soll man nicht mit Bestimmtheit behaupten, dass die


Sonnen- oder Mondfinsternis eintreten werde; und unser
Standpunkt bezüglich desjenigen, der darüber berichtet, ist, dass
wir ihn weder bestätigen noch leugnen, wie die Erzählungen der
Banī Isrā'īl; und die Bereitschaft dazu, das Verrichten des Wudū',
der Gang zur Masjid vor ihrer Sichtung mit dem Auge oder dem
Hören des Rufs (ihrer Bekanntgabe) gehört zu ihrer Bestätigung
(d.h., dass man sie für wahr erklärt), denn die Taten sind von der

276
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Bestätigung (d.h., das Handeln gemäß einer Information bedeutet,
dass man sie für wahr erklärt).

2. Nachrichten von Wetterstationen über Winde, Niederschläge


oder Wetterschwankungen zählen nicht zur Behauptung des
Wissens vom Verborgenen, da dies Sachen sind, die durch
Berechnung und moderne Hilfsmittel herausgefunden werden.
Jedoch soll man dies nicht mit Bestimmtheit annehmen, sondern es
an den Willen Allāhs binden.

3. Informationen über das Grundwasser und die Mineralien, die


sich im Inneren der Erde befinden; diese sind, wenn sie durch
moderne Mittel, die mit der Wahrnehmung verbunden sind,
erlangt werden, keine Behauptung des Wissens vom Verborgenen.

4. Die Kundgabe dessen, der "Al-Qāfī" genannt wird – und er wird


auch als "Al-Marī" bezeichnet, und das ist jemand, der durch
Spurenverfolgung oder mittels Fingerabdrücke über Diebstahl und
verlorene Gegenstände in Kenntnis setzt; und dies wird nicht zur
Behauptung des Wissens vom Verborgenen gezählt, denn dieser
informierte darüber über nachvollziehbare Wege der
Wahrnehmung. Daher kam im Sahīh, dass der Gesandte Allāhs ‫ﷺ‬
gut gelaunt bei 'Ā'ishah ‫ رﺿﻲ اﻟﻠﮫ ﻋﻨﮭﺎ‬eintrat und sagte: „Hast du nicht
gehört, was Mujazziz sagte, als er die Füße von Usāmah bin Zayd
und die seines Vaters Zayd sah? Er sagte: 'Diese Füße gehören
zueinander.'"

Usāmah war von dunkler Hautfarbe und sein Vater von heller und
daher sagten manche, dass er nicht sein Vater wäre, so tat dieser
Qāfī kund, dass die Füße die gleichen sind. Somit weist dies auf die
Erlaubnis des Handelns nach der Kunde des Qāfī hin.

277
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5. Das Informieren durch die Firāsah49; diese wird nicht zur


Behauptung des Wissens vom Verborgenen gezählt.

Er ‫ ﷺ‬sagte: „Hütet euch vor der Firāsah des Mu'mins“50 und 'Umar
war bekannt für seine Firāsah, sodass er einmal sogar, als er einen
Mann zum ersten Mal sah, sagte: „Ich glaube, er ist ein Wahrsager“,
und es war so, wie er sagte.

6. Das, was Handlesen genannt wird; dies beruht auf dem Deuten
der Linien und Windungen, die sich auf der Hand befinden. Er (der
Leser) informiert einen nach ihrer Betrachtung darüber, dass einem
Glück bevorsteht oder Unglück, und das ist von der Behauptung des
Wissens vom Verborgenen.

7. Das, was Lesen aus der Tasse genannt wird. Das funktioniert so,
dass (der Hellseher) einen aus einer Tasse trinken lässt, und
nachdem man ausgetrunken hat, kreist er sie einige Male und
schaut, was an den Wänden der Tasse an Linien von den Überresten
des Kaffees haften geblieben ist. Wenn sich darin etwas formt, was
einer Schlange ähnelt, deutet er es als ein böses Omen, und wenn
sich darin etwas abzeichnet, was einer Rose ähnelt, deutet er es als
ein gutes Vorzeichen. So spornt er einen zur Reise oder Heirat an, je
nach Frage.

8. Das, was Feuerdeutung genannt wird; dies ist die


Benachrichtigung über das Verborgene mittels Bildern der
Flammen. Wenn sie die Form von etwas annehmen, was einer Axt

49
Al-Firāsah bedeutet, dass man anhand äußerer Angelegenheiten innere
Angelegenheiten ableitet.
50
Der Hadīth ist da'īf.

278
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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oder einem Hammer ähnelt, dann sagt (der Hellseher) einem, dass
einen ein Unglück treffen wird, oder er hält einen von der Reise ab,
und wenn sie die Form von etwas annehmen, was einem Baum
ähnelt, spornt er einen zur Heirat an o.ä.

9. Was "das Öffnen des Buches" genannt wird. Wenn also ein
Mensch bspw. heiraten möchte, nimmt er ein Buch oder einen
Qur'ān, öffnet es wahllos und schaut auf das erste Wort. Wenn es
eine Āyah der Barmherzigkeit oder ein schönes Wort ist, heiratet
er. Wenn nicht, deutet er es als ein böses Omen und unterlässt es.
All dies ist von der Hellseherei und das ist von der Behauptung des
Wissens vom Verborgenen, und das ist Kufr.

10. Davon ist auch das, was Geisterbeschwörung genannt wird; das
ist ein Ausdruck, der die Herbeirufung eines Jinns bezeichnet, den
man mit Beschwörungen, Zaubersprüchen und Shirkiyyāt ruft, so
identifiziert er sich mit der Persönlichkeit einer Person oder seiner
Stimme und bringt Berichte über die Vergangenheit oder die
Zukunft; und dieser Jinn behauptet, er sei der Geist von Soundso,
und dies gehört zur Behauptung des Wissens vom Verborgenen.

11. Das, was das Zählen des Jummal genannt wird und dies ist von
der Behauptung des Wissens vom Verborgenen. Dies funktioniert
so, dass man die Buchstaben seines Namens und des Namens seines
Vaters und seiner Mutter zählt und die Summe dann durch die
Monate des Jahres teilt, und das Resultat ist dann die Information
über die Zukunft. Das wird oft von einem Diagramm begleitet und
wenn das Ergebnis der Division bspw. 10 beträgt, sagt er einem:
"Wende dich an das Diagramm und schau bei Nummer 10 nach.

12. Das, was in Zeitschriften und Zeitungen die Ecke "Du und dein
Glück" genannt wird; dies ist von der Astrologie und von der

279
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Behauptung des Wissens vom Verborgenen. Es sagt aus, dass


derjenige, der im Sternbild Soundso geboren wurde, in dieser
Woche bspw. unglücklich sein wird oder so ähnlich.

Masʾalah: Das Urteil desjenigen, der behauptet, das Verborgene zu


kennen ist, dass er ein Kāfir ist.

Was das Urteil desjenigen betrifft, der zu ihnen (d.h. den


Wahrsagern) geht, so gibt es darin Fallunterscheidung:

a.) Wenn er zu ihnen geht und ihnen darin glaubt, dass sie das
Verborgene wissen würden, abgesehen davon, ob es das absoute
oder relative Verborgene ist, so ist dieser ein Kāfir, welcher großen
Kufr begeht, da er glaubte, dass es jemanden außer Allāh gibt, der
das Verborgene kennen würde. Allāh der Erhabene sagte:

﴾‫﴿ﻗُﻞ ﻻ ﯾ َ ْﻌﻠَ ُﻢ َﻣﻦ ِﻓﻲ اﻟﺴ َﻤ َﺎو ِات َوا ْ ْر ِض اﻟْﻐَ ْﯿ َﺐ اﻻ اﻠ ُﻪ‬
„Sag: Über das Verborgene weiß nicht Bescheid, wer in den Himmeln
und auf der Erde ist, außer Allāh.“ (An-Naml:65)

b.) Wenn er zu ihnen geht, während er ihre Tat hasst und ganz
genau weiß, dass sie nicht das Verborgene kennen, jedoch ging er zu
ihnen, um sie wegen einer diesseitigen Notwendigkeit (um Hilfe) zu
fragen, oder um sie um ein "Volksrezept" zu bitten, so begeht er eine
große Sünde und sein Gebet wird vierzig Tage lang nicht
angenommen, wie es im Hadīth von Hafsah kam, welchen Muslim
überlieferte: „Wer zu einem Wahrsager geht und ihn nach etwas fragt,
dessen Gebet wird vierzig Tage lang nicht angenommen.“

280
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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D.h: Er wird vierzig Tage lang nicht für sein Gebet belohnt, sodass
er ohne Belohnung betet. Dies bedeutet nicht, dass er das Gebet
unterlässt, vielmehr muss er weiterhin beten, jedoch wird er nicht
belohnt, da diese Sünde den Lohn der vierzig Tage auslöscht.

c.) Er hasst ihre Tat und er weiß ganz genau, dass sie nicht das
Verborgene wissen, jedoch geht er dort hin zum Schauspiel und als
Ausflug, dies aufgrund von Neugier.

Dies gehört zu den großen Sünden und sein Gebet wird vierzig Tage
lang nicht angenommen. Dasselbe ist es, dies im Fernseher
anzuschauen, denn all dies ist nicht erlaubt. Dasselbe sind Cirkus-
Vorstellungen, und dasselbe ist es, wenn man bei den Zauberern
zugegen ist, um sich entspannen durch das Anschauen ihrer
akrobatischen Spiele und dem, was sie an lustigen und
aufsehenerregenden Dingen tun.

4. Wer die Menschen zu seiner Anbetung aufruft.

Diese Sorte nannte der Autor hier, jedoch nannte er sie nicht in
seiner Schrift "At-Tawāghīt". Dies ist allgemein und umfasst jeden,
der die Menschen dazu aufruft, ihn anzubeten.

Seine Aussage "seiner Anbetung" trägt die allgemeine Bedeutung


der Anbetung ('Ibādah), sodass die 'Ibādah des Fragens, Bittens und
der Istighāthah ebenfalls hierunter fallen, wie wenn man ihn in der
Not um Hilfe bittet in einer Sache, wozu nur Allāh fähig ist. Es
umfasst auch die Anbetung mit der spezifischen Bedeutung, wie das
Schlachten und das Gelübde, und diese Form ist schlimmer als
erstere. Warum?

281
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Weil derjenige im vorigen Fall zufrieden ist mit der 'Ibādah, ohne
jedoch dazu aufzurufen; dieser hier ist jedoch mit seiner Anbetung
zufrieden und ruft zusätzlich die Leute dazu auf, ihn anzubeten.

"Die Menschen", er sagte dies, da dies in der Regel vorkommt;


ansonsten fällt man auch darunter, wenn man die Jinn zu seiner
Anbetung rufen würde, und dies ist in manchen Ländern
vorzufinden, dass jemand zu den Menschen sagt: "Ruft mich in der
Not!", oder "Bittet mich, und ich erledige eure Bedürfnisse", wie es
manche Sūfīs tun.

5. Derjenige, welcher nicht mit dem, was Allāh herabsandte richtet.

Und dies ist der fünfte Tāghūt. Dies hat fünf Kategorien:

a.) Dass er nicht mit dem richtet, was Allāh herabsandte -und dies
ist der fünfte Tāghūt, während er glaubt, dass dies, womit er
richtete, dem Urteil Allāhs gleicht oder sogar besser als Allāhs Urteil
sei, oder dass es erlaubt sei, damit zu richten; dies ist großer Kufr,
und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen:

َ ‫﴿ ﻓَ ُﺤ ْﻜ َﻢ اﻟْ َ ﺎ ِﻫ ِﻠﯿ ِﺔ ﯾ َ ْﺒﻐ‬


﴾‫ُﻮن‬
Begehren sie etwa das Urteil der Unwissenheit? (Al-Māʾidah: 50)

Und Seine Aussage:

َ ‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﻟ َ ْﻢ ﯾ َ ْﺤ ُﻜ ْﻢ ِﺑ َﻤﺎ ْ َﺰ َل اﻠ ُﻪ ﻓَ وﻟَـ ِﺌ َﻚ ﻫ ُُﻢ ا ْﻟ َﻜﺎ ِﻓ ُﺮ‬


﴾‫ون‬
Wer nicht mit dem richtet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt
hat, das sind die Ungläubigen. (Al-Mā'idah:44)

282
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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Und dies wurde in den zehn Auslöschern bereits ausgeführt.

b.) Dass er nicht mit dem richtet, was Allāh herabsandte, jedoch nur
manchmal in bestimmten Angelegenheiten, und nicht aufgrund
einer Verfassung, eines Runderlasses, eines Systems oder eines
Brauches, und er weiß, dass dies, womit er richtete, falsch und nicht
erlaubt ist, jedoch tat er es aufgrund von Gelüsten, Neigungen oder
Bestechung, so ist dies Kufr dūna Kufr (kleiner Kufr).

Beispiel: Er ist ein Richter, der zwischen den Menschen richtet mit
der Gesetzgebung Allāhs, und stets urteilt er über den Dieb, wenn
ihm der Diebstahl nachgewiesen werden kann, mit dem
Abschlagen der Hand, und über den Alkoholiker die Hadd-Strafe
(des Peitschens); dies ist seine beständige Tat, jedoch in einigen
wenigen Fällen, wenn zu ihm ein Dieb kommt, der sein Verwandter
ist, oder der ihm etwas Besitz gab und ihm der Diebstahl
nachgewiesen wurde, urteilt er nicht mit dem Abtrennen der Hand,
sondern er urteilt über ihn mit Knast und einer Disziplinarstrafe
aufgrund seiner Neigungen und dies tat er nicht aufgrund eines
Gesetzbuches, eines Runderlasses, einer Verfassung eines Systems
oder sonstigem.

Und er weiß in sich selber, dass er einen Fehler begeht, jedoch


führte ihn seine Neigung und (falsche) Höflichkeit dazu; dies wird
als kleiner Kufr gewertet, und hierauf wird die Aussage von ibn
'Abbās, dass es Kufr dūna Kufr ist bezogen (wenn es denn
authentisch sein sollte), und hierauf werden die Aussagen, welche
authentisch von den Tābi'īn überliefert worden, bezogen, dass es
Kufr dūna Kufr ist, und es ist die Aussage von Abū Miljaz der Tābi'ī,
als er mit dem Khawārij diskutierte über die Āyah:

283
——————————————————————————

َ ‫﴿ َو َﻣ ْﻦ ﻟ َ ْﻢ ﯾ َ ْﺤ ُﻜ ْﻢ ِﺑ َﻤﺎ ْ َﺰ َل اﻠ ُﻪ ﻓَ وﻟَـ ِﺌ َﻚ ﻫ ُُﻢ ْاﻟ َﻜﺎ ِﻓ ُﺮ‬


﴾‫ون‬
Wer nicht mit dem richtet, was Allāh (als Offenbarung) herabgesandt
hat, das sind die Ungläubigen. (Al-Mā'idah: 44)

c.) Derjenige der weiß, dass er einen Fehler begeht, jedoch richtet er
oft nicht mit dem, was Allāh herabsandte, und es ist dasselbe
Beispiel wie das vorige, außer, dass anstatt der Aussage "in einigen
Angelegenheiten", es in vielen Angelegenheiten ist, in denen er
nicht mit dem richtet, was Allāh herabsandte.

So ist das Urteil des Richters, der über den Dieb nur manchmal mit
dem Abtrennen der Hand urteilt und meistens über die Diebe nicht
mit dem urteilt, was Allāh herabsandte, der große Kufr, und die
Beweise sind die Beweise der ersten Kategorie.

Und schlimmer als er ist jener, der in allen Angelegenheiten nicht


mit dem richtet, was Allāh herabsandte, selbst wenn er weiß, dass
er falsch liegt und das Urteil Allāhs besser ist, und diese
Kategorisierung betrifft den, der mit was anderem richtet als dem,
was Allāh herabsandte.

d.) Der Richter, der mit dem richtet, was Allāh herabsandte, jedoch
urteilt er in einigen Angelegenheiten gemäß eines Gesetzbuches,
einer Verfassung, eines Runderlasses, eines Systems oder eines
Brauches, der wird ungläubig, sei es auch nur ein einziges Mal
während er weiß, dass er falsch liegt, selbst wenn er sein ganzes
Leben lang mit dem richtet, was Allāh herabsandte, jedoch urteilte
er in einer einzigen Angelegenheit basierend auf einem Gesetzbuch
oder Runderlass oder ähnlichem, was der Gesetzgebung Allāhs
widerspricht; dieser wird zum Kāfir.

284
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
Der Unterschied zwischen diesem und dem Richter, welcher gemäß
dem richtet, was Allāh herabsandte aber in einigen
Angelegenheiten gemäß seiner Gelüste urteilt, dass bei demjenigen,
der basierend auf einem Gesetzbuch oder einem Runderlass urteilt,
die Zufriedenheit mit den menschengemachten Gesetzen
vorhanden ist.

Masʾalah: Was den Gesetzgebenden angeht, welcher kein Richter ist


und Gesetze entwirft, jedoch nicht richtet; dieser ist ein Tāghūt,
selbst wenn sie sich "Beratendes Kommitee" oder ähnlich nennen,
denn es kommt auf die Bedeutungen und Realitäten an, nicht auf
Bezeichnungen.

Masʾalah: Die Bedingungen, um eine Sache als Gesetzeserlass


(Tashrī') zu bezeichnen, sei es ein Gesetzbuch oder etwas anderes,
sind:

a. dass es von einer Person mit Macht bestimmt wird, wie der König,
der Präsident, der Befehlshaber, der allgemeine Verwalter und der
Anführer des Rats.

b. Dass die Ausführung der Bestimmung an jene erteilt wird, deren


Aufgabe das Ausführen ist; wie die Polizei, Beamte und die Richter.

c. dass es mit allgemeinen Ausdrücken vollzogen wird, wie: 'Wenn


euch ein Dieb kommt, so wird ihm eine Geldstrafe auferlegt'.

Wenn es jedoch mit einem spezifischen Ausdruck ist wie: 'Wenn zu


euch Muhammad kommt und er geklaut hat, so lasst ihn', dann
zählt dies zur Ungerechtigkeit und nicht zum allgemeinen
Gesetzeserlass.

285
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Wenn all diese drei Bedingungen erfüllt sind, so wird es


Gesetzeserlass (Tashrī') genannt, und es ist keine Bedingung, dass
es verzeichnet wird, vielmehr ist es genauso (ein Gesetzeserlass),
wenn es nur mündlich, eine fortwährende Praxis oder eine befolgte
Gewohnheit ist.

Masʾalah: Wir kennen nun das Urteil desjenigen, der nicht mit dem
richtet, was Allāh herabsandte. Bleibt nun das Urteil desjenigen, der
ein Urteil bei etwas anderem als dem, was Allāh herabsandte,
ersucht, wie derjenige, der ein Urteil bei den Gerichten ersucht, die
nicht gemäß der Sharī'ah urteilen.

Es entspricht der vorherigen Aufteilung, und zwar wie folgt:

a. Wenn er zu den Gerichten der menschengemachten Gesetze geht


und glaubt, dass sie besser seien oder gleich wie das Urteil Allāhs,
oder dass man dort hingehen dürfe, so ist dies großer Kufr:

َ ‫﴿ ﻓَ ُﺤ ْﻜ َﻢ اﻟْ َ ﺎ ِﻫ ِﻠﯿ ِﺔ ﯾ َ ْﺒﻐ‬


﴾‫ُﻮن‬
Begehren sie etwa das Urteil der Unwissenheit? (Al-Māʾidah, Vers 50)

Und Allāh, erhaben ist Er sagte:

َ ُ ‫﴿ﻓَ َﻼ َو َرﺑ ّ َِﻚ َﻻ ﯾُ ْﺆ ِﻣ‬


‫ﻮن َﺣ ٰﻰ ﯾُ َﺤ ِﻜّ ُﻤﻮكَ ِﻓ َﻤﺎ َﺷ َﺠ َﺮ ﺑ َ ْ َﻬ ُْﻢ ﺛُﻢ َﻻ ﯾ َ ِ ﺪُ وا ِﻓﻲ‬
﴾‫ﻧْ ُﻔ ِﺴﻬ ِْﻢ َﺣ َﺮ ً ﺎ ِﻣﻤﺎ ﻗَﻀَ ْ َﺖ َو َُﺴ ِﻠ ّ ُﻤﻮا َ ْﺴ ِﻠﯿ ًﻤﺎ‬
Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über
das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in
sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden
hast, und sich in voller Ergebung fügen. (An-Nisāʾ: 65)

286
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
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b. Dass er zu nicht-islamischen Gerichten geht, und es macht
keinen Unterschied, ob er oft oder selten hingeht; dies bedeutet,
dass jeder, der zu diesen Gerichten freiwillig und von sich selbst aus
begehrend hingeht51, während er weiß, dass dort
menschengemachte Gesetze verwendet werden, so begeht er den
Kufr, welcher aus der Millah herausbefördert. Der Erhabene sagte:

‫ﻮن ﻧﻬ ُْﻢ ٓ َﻣ ُﻮا ِﺑ َﻤﺎ ْ ِﺰ َل اﻟ َ ْﯿ َﻚ َو َﻣﺎ ْ ِﺰ َل ِﻣ ْﻦ ﻗَ ْ ِﻠ َﻚ‬


َ ‫﴿ ﻟ َ ْﻢ َ َﺮ اﻟَﻰ اﻟ ِﺬ َﻦ َ ْﺰ ُﻋ ُﻤ‬
﴾‫ﻮت‬ ِ ‫ون ْن ﯾ َ َﺘ َ ﺎ َﻛ ُﻤﻮا اﻟَﻰ اﻟﻄﺎ ُﻏ‬ َ ُ‫ُ ِﺮﯾﺪ‬
"Siehst du nicht jene, die behaupten, an das zu glauben, was zu dir (als
Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt
wurde, während sie sich in Entscheidungsfragen an den Tāghūt
wenden wollen.." (An-Nisāʾ: 60)

Diese sechste Sorte erwähnte der Autor nicht in diesem Buch,


jedoch erwähnte er sie in seiner Schrift über die Tawāghīt und ihre
Köpfe, und es ist:

6. Der ungerechte Herrscher, welcher die Urteile Allāhs verändert.

51
Shaykh Nāsir al-Fahd, möge Allāh ihn befreien, sagte in seinen Fatāwā al-Hā’iriyyah
(S.15): "Das Einklagen des Rechts bei einem Tāghūtgericht ist nicht erlaubt, es sei denn,
man befindet sich im Zustand des Zwanges und nur dann (ist es erlaubt), denn es stellt
den Kufr dar. Jedoch sehen einige Talabatul-’Ilm (Studenten des Wissens), dass hier die
Darūrah (starke Notwendigkeit) es zulässt, und als Beweis nehmen sie den Hadīth von
Al-Hajjāj Ibn ’Illāt. Und außerdem zählen einige Gelehrte die Darūrah (Notlage) zum
Ikrāh (Zwang) hinzu, so wie es in der vorherigen Antwort bereits erwähnt wurde. Doch
das Richtige ist, dass es nicht erlaubt ist. Wenn es aber jemand so interpretiert wie diese
(zuvor erwähnten) Auslegungen (der Gelehrten) und er dazu genötigt ist, es zu machen,
wird er somit nicht zum Kāfir (und man spricht kein Takfīr auf ihn aus), und Allāh weiß
es am besten.“

287
——————————————————————————

Hierin gibt es keine Fallunterscheidung, auch wenn er nur ein


einziges Gesetz erlässt, womit er dem Urteil Allāhs widerspricht,
selbst wenn er in sich selbst davon überzeugt ist, dass das, was er als
Gesetz erlassen hat, nicht erlaubt ist um damit zu richten, oder dass
das Urteil Allāhs besser ist, denn hier hat der Glaube keine Rolle, da
der Kufr an seiner Tat festgemacht wird, welche der Gesetzerlass
ist, ohne zu betrachten, was in seinem Herzen ist, und darauf deutet
die Aussage des Erhabenen hin:

﴾◌ۚ ‫﴿ ْم ﻟَﻬ ُْﻢ ُﺷ َﺮ َﻛﺎ ُء َﺷ َﺮ ُﻋﻮا ﻟَﻬ ُْﻢ ِﻣ َﻦ ِّاﻟﺪ ِﻦ َﻣﺎ ﻟ َ ْﻢ ﯾ َ َذ ْن ِﺑ ِﻪ ا ﻠ ُﻪ‬
Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt
haben, was Allah nicht erlaubt hat? (42:21)

Und Er, erhaben ist Er sagte:

﴾‫﴿ﻓَ َﻼ ﺗَ ْﺠ َﻌﻠُﻮا ِﻠ ِﻪ ﻧْﺪَ ادًا‬


"So stellt Allāh nicht andere als Seinesgleichen zur Seite.."(Al-
Baqarah: 22)

Danach erwähnte der Autor den Beweis für die Pflicht des Kufrs an
den Tāghūt, welcher die Aussage Allāhs des Erhabenen ist:

ِ ُ‫﴿ َﻻ ا ْﻛ َﺮا َﻩ ِﻓﻲ ِّاﻟﺪ ِﻦ ﻗَﺪ ﺗ َﺒ َﻦ اﻟﺮ ْﺷﺪُ ِﻣ َﻦ اﻟْﻐ ّ َِﻲ ﻓَ َﻤﻦ َ ْﻜ ُﻔ ْﺮ ِ ﻟﻄﺎﻏ‬
‫ﻮت َوﯾُ ْﺆ ِﻣﻦ‬
﴾‫ِ ﻠ ِﻪ ﻓَ َﻘ ِﺪ ا ْﺳ َﺘ ْﻤ َﺴ َﻚ ِ ﻟْ ُﻌ ْﺮ َو ِة اﻟْ ُﻮﺛْ َﻘ ٰﻰ َﻻ اﻧ ِﻔ َﺼﺎ َم ﻟَﻬَﺎ‬

288
‫اﻟﻮ ﺎزة ﻓﻲ ﺷﺮح ا ٔﺻﻮل اﻟﺜﻼﺛﺔ‬
——————————————————————————
"Es gibt keinen Zwang im Glauben. (Der Weg der) Besonnenheit ist
nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung. Wer also
falsche Götter verleugnet, jedoch an Allah glaubt, der hält sich an der
festesten Handhabe, bei der es kein Zerreißen gibt.." (Al-Baqarah:
256)

In ihr ist die Bedeutung von "Lā ilāha illā Allāh", und es ist die
Bedeutung des Kufrs an den Tāghūt.

Dann beendete der Shaykh, möge Allāh der Erhabene Sich seiner
erbarmen, diese Schrift, indem er das Wissen zu Allāh, gewaltig
und herrlich ist Er, zurückbringt, und mit dem Salāh und Salām auf
Seinen Propheten Muhammad ‫ﷺ‬.

Und hiermit ist die Erklärung der drei Grundlagen vollendet.

Wir bitten Allāh, dass er den Autor belohnt, dem Erklärenden


verzeiht und ihn festigt, und dass Er uns einen Anteil von ihrer
Belohnung (d.h. von der Schrift) festsetzt, und alles Lob gebührt
Allāh, dem Herrn der Welten, und der Salāh Allāhs auf unserem
Propheten Muhammad.

Verfasst von: ʿAlī ibn Khudayr al-Khudayr

Buraydah, Qasīm.

289

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