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Delir

Delir ist eine akute Organfunktionsstörung des Gehirns, die nach chirurgischen Eingriffen auftreten kann und eine Inzidenz von 5-60% aufweist. Es zeigt sich durch Symptome wie Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen sowie unangemessenes Verhalten und erfordert eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen. Präventions- und Managementstrategien sind entscheidend, um das Risiko und die Auswirkungen von Delir bei Patienten zu minimieren.

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Delir

Delir ist eine akute Organfunktionsstörung des Gehirns, die nach chirurgischen Eingriffen auftreten kann und eine Inzidenz von 5-60% aufweist. Es zeigt sich durch Symptome wie Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen sowie unangemessenes Verhalten und erfordert eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen. Präventions- und Managementstrategien sind entscheidend, um das Risiko und die Auswirkungen von Delir bei Patienten zu minimieren.

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Delir

• ist eine akute Organfunktionsstörung des Gehirns dem eine medizinische Ursache zugrunde liegt
• kann unmittelbar nach der Operation und/oder im Verlauf bis zu fünf Tagen nach der Operation auftreten
• Die Inzidenz variiert je nach betrachteter chirurgischer Kohorte zwischen 5-60%
• Patient*innen jeder Altersgruppe können vom POD betroffen sein
• es gilt: Delir muss frühzeitig diagnostiziert und die Ursache so schnell wie möglich behandelt werden.
• Therapie der Ursache für das Delir ist die Therapie des Delirs!
• ist entscheidend für das Outcome des Patienten/der Patientin.

Symptome des postoperativen Delirs sind:


• der akute Beginn und fluktuierende Verlauf
• Aufmerksamkeitsstörungen
• Bewusstseinsstörungen
• Störungen des formalen Denkens,
• Desorientierung
• unangemessenes Verhalten
• unangemessene Kommunikation
• Wahrnehmungsstörungen (Illusionen/Halluzinationen)
• psychomotorische Retardierung
• gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
• Affektstörung (Angst, Wahnvorstellungen, extreme Unruhe, Agitiertheit, extreme Müdigkeit, Apathie),

Risikofaktoren
• prädisponierenden Risikofaktoren – Risikofaktoren, welche durch die gesundheitliche und soziale Ausgangssituation des
Patienten bedingt sind,
• präzipitierenden Risikofaktoren, welche durch das perioperative und stationäre Management (Operation, diagnostische
Untersuchungen, medizinische Interventionen, etc.) bedingt sind,
Prädisponierende Risikofaktoren
• fortgeschrittenes Alter
• Komorbitäten
• Erkrankungen der Hirn-, Herz- und peripheren Gefäßen (inkl. Schlaganfall)
• Diabetes mellitus
• Anämie
• Morbus Parkinson
• Depression
• chronischer Schmerz
• Angststörungen
• Alkoholabhängigkeit
• kognitive Einschränkungen, Demenz
• Gebrechlichkeit (Frailty)
• sensorische Defizite: Schwerhörigkeit, Fehlsichtigkeit
• Mangelernährung
• Polypharmazie
• soziale Isolation

Präzipitierende Risikofaktoren
• Schmerz
• Nüchternheit, Dehydrierung
• Elektrolytstörungen: Hypo-, Hypernatriämie; Hypo-Hyperkaliämie
• Medikation mit anticholinergen Nebenwirkungen
• abdominale- bzw. herzchirurgische Eingriffe
• Dauer der Operation
• Intraoperativer Blutverlust
• perioperativer Blutverlust
• perioperative Komplikationen
• Notfalleingriffe
• postoperative Immobilisierung
• postoperativer Aufenthalt auf einer Intensivstation
• häufigste postoperative Enzephalopathie im operativen Kontext,
• tritt bei älteren Patient*innen aufgrund von Risikofaktoren mit fortgeschrittenem Alter häufiger auf,
• potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild, wenn es nicht behandelt wird,
• betroffene Patienten welche eine längere Krankenhausverweildauer haben, ein erhöhtes Sturz- und
Infektionsrisiko und leiden häufig unter einer dauerhaften Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten,

Management auf der Intensivstation


• Die Versorgung erfordert eine spezielles Delir Management,
• Die nationale S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delir Management in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie
2021) ist eine Zusammenfassung von Expertenmeinungen und evidenzbasierter Empfehlungen für
patientenorientierte Behandlungskonzepte.
• Versorgung von Patient*innen auf der Normalstation erfordert, im OP-Saal und im Aufwachraum ein
interdisziplinäres und interprofessionelles Delir Management,

Screening
• regelmäßiges strukturiertes Screening mit validierten Screeninginstrumenten für das Delir:
- CAM-ICU und die ICDSC für die Intensivstation
- Nu-DESC für den Aufwachraum und die Normalstation
• Delirsreening immer im Kontext mit einem zeitgleich gemessenen Richmond Agitation and Sedation
Score (RASS: Einschätzung der Vigilanz) bewerten,
• Ergebnis des screenings mindestens einmal pro Schicht (in der Regel 8-stündlich) durchführen
und dokumentieren,
• Wenn das Screening positiv ausfällt, muss die zugrundeliegende Ursache schnell identifiziert und behandelt
werden: z.B. Infektionen, Hypoxie, Perfusionsstörung, Intoxikation,

Präventionsmaßnahmen – „Jeder Moment ist Prävention“ (Fatima Yürek)


• darauf achten, dass die Patient*innen sich ohne übermäßig lange Nüchternheit, Exsikkose, Auskühlung oder
Anämie dem Eingriff unterziehen,
• Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät sollten erst kurz vor der Narkoseeinleitung entfernt werden und den
Patienten wieder unmittelbar nach der Op wieder zurückgeben,
• Bei der Narkoseführung empfiehlt die Leitlinie den Zustand “burst suppression” im EEG-Monitoring zu
vermeiden, also zu achten, dass Patient nicht zu tief narkotisiert wird,
Prävention
• kognitive Stimulation, zum Beispiel durch Lesen, Fernsehen oder Unterhaltung,
• Gesellschaft haben, zum Beispiel von ihm / ihr vertrauten Personen.
• alle Hilfsmittel haben, um sensorische Defizite zu kompensieren (Hörgerät und Brille, Zahnprothese),
• Hilfsmittel zur Reorientierung (eine gut sichtbare Wanduhr, Kalender oder Wandtafeln, auf denen Ort und
Datum angezeigt werden),
• Tag-Nacht-Rhythmus stabilisieren, durch Licht und Aktivitäten tagsüber sowie Lärm- und Lichtreduktion zur
Nacht.
• ausgewogene, ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr,
• frühzeitige Bewegung
• Zugänge in den Venen, Blasenkatheter und andere Fremdmaterialien auf Indikation täglich prüfen
und nach Möglichkeit so früh wie möglich entfernt werden,

Diagnostik
• Screening mit validierten Scores,
• das hypoaktive Delir und die Mischform aus hyper- und hypoaktivem Delir stellen eine diagnostische
Herausforderung für das medizinische Personal dar, weil die Symptome bei den Patient*innen ohne ein
gezieltes Screening unentdeckt bleiben,
• auf Normalstation dient die Nursing Delirium Screening Scale (Nu-DESC) als primäres tool,
• pflegerischen Gespräch mit Patient:innen wird ermittelt, ob Auffälligkeiten bezüglich folgender Domänen
bestehen und diese mit einem Punktesystem (0= Symptom nicht, ausgeprägt, 1= Symptom mild ausgeprägt,
2= Symptom stark ausgeprägt) durch den/die Untersucher*in bewertet,

Delir-Therapie
• ist nichtpharmakologische Maßnahmen geprägt und bleibt eine multiprofessionelle und interdisziplinäre
Herausforderung,
• Ziele in der Therapie des Delirs sind:
- fie frühe und sichere Diagnosestellung eines Delirs
- die schnelle Identifikation der Ursache des Delirs,
- die sofortige Therapie der Ursache.
• Merke: die Therapie des Delirs ist die Therapie der Ursache des Delirs.
• Vitalzeichenkontrolle,
• Schmerzen erfragen,
• Anamnese,
• körperliche Untersuchung,
• neurologische Untersuchung,
• Labor,

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