Vorlesung 2 Unternehmenskonzepte: Prof. Harald Jaich
Vorlesung 2 Unternehmenskonzepte: Prof. Harald Jaich
VORLESUNG 2
UNTERNEHMENSKONZEPTE
2
Unternehmensziele
Teilziele in:
Entwicklung Produktion Vertrieb
- Entwicklung - Rationalisierung - Erschließung
neuer Produkte des Produktions- neuer Märkte
prozesses
- Verbesserung - Erweiterung - Ausbau von
bestehender der Kapazitäten Organisation,
Produkte Vertriebswegen,
- Entwicklung Verkaufsförderung,
- Verringerung des
neuer Verfahren, Kundendienst
Personalbedarfs
Fertigungsmittel
- Verringerung der - Verringerung der - Verringerung der
Entwicklungskosten Herstellkosten Vertriebskosten
Lean Production Konzept
1992 Vergleichsstudie des MIT über 90 Automobilwerke in 15
Ländern
• Ergebnis der nordamerikanischen und europäischen Hersteller
• Arbeitsteilige (tayloristische) Organisationsformen
• Massenproduktion mit hohen Stückzahlen
Taylorismus
Grundprinzipien
Das erste Prinzip kann nur durch eine hohe Arbeitsteilung realisiert
werden, denn nur sehr kleine Arbeitsvorgänge können im Detail präzise
vorgeschrieben oder überhaupt vom Management analysiert werden.
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Lean Production Konzept
PT-
2005-
CG -
13
Geschichte des Toyota-
Produktionssystems
• Sakichi Toyoda (* 14. Februar 1867; † 30. Oktober 1930) gründete die
Toyoda Spinning and Weaving Company.
• Der älteste Teil seines Produktionssystems war das Konzept des Jidoka.
• Dieses Konzept bezieht sich auf den Gedanken, Qualität in den
Produktionsprozess einzubauen sowie die Trennung von Mensch
und Maschine um die prozessübergreifende Bearbeitung zu
ermöglichen.
• Sakichi Toyoda erfand einen Webstuhl, der automatisch anhielt, wenn er
feststellte, dass ein Faden zerrissen war. Dadurch wurde verhindert, dass
fehlerhafte Waren hergestellt wurden.
• Später, im Jahr 1924, entwickelte er einen automatischen Webstuhl, der
es einer Person ermöglichte, mehrere Maschinen zu bedienen.
Geschichte des Toyota-
Produktionssystems
• Die Rechte zur Herstellung von Webstühlen außerhalb Japans wurden
1929 an die Platt Brothers Ltd. in England verkauft. 1937 wurde mit
diesem Geld eine eigene Abteilung für die Automobilindustrie gegründet,
die von Sakichis Sohn Kiichiro Toyoda als eigenständiges Unternehmen
geführt wurde.
• Das bekannteste Element des TPS ist die Just-in-Time-Säule des
Produktionssystems.
• Der Begriff Just-in-Time (JIT) wurde von Kiichiro Toyoda im Jahr 1937
nach der Gründung der Toyota Motor Corporation geprägt.
• Das neu gegründete Unternehmen Toyota hatte nicht viel Geld und
konnte es sich nicht leisten, Geld für überflüssige Ausrüstung oder
Materialien in der Produktion zu verschwenden.
Geschichte des Toyota-
Produktionssystems
• Es wurde erwartet, dass alles rechtzeitig, nicht zu früh und nicht zu spät,
beschafft wurde. Spätere Elemente, die in den 1950er Jahren entwickelt
wurden, waren Taktzeit, standardisierte Arbeit, Kanban und Prinzip der
Supermärkte.
• Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Ressourcensituation sehr ungünstig:
Im Gegensatz zu Deutschland, das von der US-Regierung finanzielle
Hilfen erhielt (Marshallplan), wurde Japan von den USA kaum unterstützt.
Angst vor der japanischen Konkurrenz in der Autoindustrie.
• Die Situation knapper Ressourcen förderte das Konzept der Beseitigung
von Verschwendung, wo immer sie auftauchten
• Dann wurde Taiichi Ohno von der Toyoda Spinning and Weaving
Corporation in den Automobilbereich geholt.
Geschichte des Toyota-
Produktionssystems
• Taiichi Ohno wurde mit der Aufgabe betraut, die betriebliche
Produktivität zu verbessern und die Konzepte Just-In-Time und Jidoka*
voranzutreiben.
• Seine Arbeit und Bemühungen führten zu dem, was heute als Toyota
Produktionssystem (TPS) bezeichnet wird.
• Es gibt auch viele andere Instrumente und Techniken, die innerhalb von
TPS entwickelt wurden, wie z.B.:
8 Arten von Abfall (7 direkt messbar, 1 nicht direkt messbar)
Standardisierte Arbeit
5S (Disziplin zur Schaffung/Aufrechterhaltung eines organisierten, sauberen
und leistungsstarken Arbeitsplatzes)
SMED (Austausch von Werkzeugen in einer Minute)
Visuelle Kontrolle
Fehlervermeidung
5W (5 x "Warum" zur Problemlösung)
* Jidoka – Build in Quality
Ziele des Toyota-
Produktionssystems
Gesamtziel des Unternehmens:
• Produkte von Weltklassequalität zu liefern
• die Erwartungen unserer Kunden erfüllen
• ein Vorbild für unternehmerische Verantwortung in der Industrie und den
umliegenden Gemeinden zu sein
TPS hat in der Vergangenheit 4 grundlegende Ziele verfolgt, die die oben
genannten Werte und Ziele unterstützen:
1. Dem Kunden Weltklasse Qualität und Service bieten.
2. Entwicklung des Potenzials eines jeden Mitarbeiters basierend auf
gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Zusammenarbeit.
3. Kostenreduzierung durch die Beseitigung von Verschwendung und
Gewinnmaximierung.
4. Entwicklung flexibler Produktionsstandards auf der Grundlage der
Marktnachfrage.
TPS
Ziel: Höchste Qualität, niedrigste Kosten, kürzeste Durchlaufzeit, beste Sicherheit, hohe Moral
Just-in-Time Jidoka
− Automatischer
− Kontinuierlicher
Produktionsstopp
Fluss
− Andon
− Taktzeit
− Trennung von
− Pull-System
Mensch und
− Kurze
Maschine
Umrüstzeiten
− Qualitätskontrolle
(SMED)
in jeder Station
TPS
Toyota Produktionssystem
Flexible Produktion
(1) Just-in-Time
(2) Jidoka
(Herstellung von Produkten von
höchster Qualität)
Die Just-in-Time-Säule (Intro)
Traditionelles Push-System:
• Der Produktionsplan (PPS) definiert die Anzahl der zu produzierenden Teile
• Der Materialbedarf für alle Produktionsschritte wird dabei zeitlich genau
festgelegt
• Teile werden an den nächsten Prozessschritt geliefert, auch wenn sie noch
nicht benötigt werden
• Die nächste Station könnte Probleme haben oder einen Bandstopp erfordern
Teile stapeln sich an dieser Station
Lagerbedarf
Ausschuss
Die Just-in-Time-Säule
• Die Idee, Probleme und Anomalien aufzudecken, ist für TPS von
entscheidender Bedeutung.
Toyota Pull-System:
Ein Pull-System verhindert eine Unter- oder Überproduktion, indem es
die Produktion auf die Teile beschränkt, die vom nachgeschalteten
Prozess benötigt werden.
Uses Products
Die Just-in-Time-Säule
1. Überproduktion
2. Materialbestände
3. Transporte und Laufwege
4. umständliche Bearbeitung
5. umständliche Bewegungen
6. Wartezeiten
7. Nacharbeiten
8. Unterschätzung oder Nichtnutzung der Fähigkeiten von Mitarbeitern
Überproduktion
• Schlechte Qualität
• Ausschussraten über 2% mehr Produktion um genügend i.O. Produkte zur
Verfügung zu stellen
Konventionelles Produktionssystem
• ein zentrales PPS-System ermittelt auf der Basis von Rüstzeiten die
optimale Losgrößen für unabhängig voneinander agierende
Fertigungsbereiche, die nach dem Werkstattprinzip organisiert sind.
Leveling by volume
Leveling by product
(Quelle: wikipedia)
Losgröße
Menge einer Produktart oder einer Baugruppe, die in einer Produktionsstufe als
geschlossener Posten (Los) ohne Unterbrechung durch die Produktion anderer
Produkte oder Baugruppen gefertigt wird.
[Link]
Losgröße 1 → Einzelfertigung
Losgröße ∝ → Serienfertigung
Losgröße und Bestand
Unendliche Produktionsgeschwindigkeit M ꝏ;
Absatzgeschwindigkeit V
y: Losgröße
V
Losgröße und Bestand
Bedarfssynchrone Produktion
(KANBAN) Zwischenlagerhaltung
Bedarfssynchrone Beschaffung
(Just in Time) Lagerhaltung
Hersteller
(OEM)
Modul-System-
Lieferant
(1st-Tier-Supplier)
Baugruppen-Lieferant
(2nd-Tier-Supplier)
Einzelteil-Lieferant
(3rd-Tier-Supplier)
Produktion als Teil in
Unternehmensnetzwerken
Großhändler A
Supplier B
Rohmaterial-
lieferant A
Absatz
Markt
Produzent
Rohmaterial-
Supplier A lieferant B
Einzelhändler A
3rd-Tier
Materialfluss Supplier A
Informationsfluss
Netzwerk Datenanbindung
OEM – Supplier (Beispiel Opel)
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Beziehungen der
Wettbewerbsfaktoren
Kosten
Ist-Zustand
Qualität
Zeit
Beziehungen der
Wettbewerbsfaktoren
Kosten
Ist-Zustand
Qualität
Zeit
Beziehungen der
Wettbewerbsfaktoren
Kosten
Ist-Zustand
Qualität
Zeit
Beziehungen der
Wettbewerbsfaktoren
Kosten
Ist-Zustand
Qualität
Zeit
Erfolgsfaktoren bei der Optimierung
der Herstellungsprozesse
Kapazitätsauslastung
- Belegungsstrategien
- Kapazitätsabgleich
Kosten Kostenkontrolle
- Vorkalkulation
- Mitlaufende Kalkulation
- Nachkalkulation
Ist-Zustand
Ziel
Qualität
Zeit
Termintreue
Prüfauftragssteuerung - Grobplanung
- Prüfaufträge erstellen - Auftragsverfolgung
- Prüfaufträge veranlassen Kurze Durchlaufzeiten
Qualitätskontrolle - Parallelarbeit
- Datenerfassung - Kurze Übergangszeiten
- Datenanalyse - Störungsmanagement
Erfolgsfaktoren bei der Optimierung
der Herstellungsprozesse
Erfolgsfaktoren:
Kosten
• Einfachheit (Komplexität)
• Umsetzungsstärke
• systematische Qualitätsarbeit
Ist-Zustand
• Kundenorientierung
• Restrukturierung
Ziel
(Denken in Prozessketten)
• übergreifender IT-Einsatz
(Workflow)
Zeit • Flexibilität
Durchlaufzeiten ,
Erfüllung logistischer Wirtschaftlichkeit,
Vorgaben Produktivität
Vollständige
Vernetzung durch Komplexität ,
Informations- Beherrschbarkeit
technologie
Beschaffungs-
markt Beziehung Kapital
D -markt
B
Arbeits- A
markt C
F Absatz
I E -markt
Element G
Gesetze H
Systemgrenze Subsystem Wissens
-markt
Aufträge Produkte
Performance Messung
Umsatz Termintreue
Produkt- und
Prozessspezifikation
Einkauf / Beschaffung
Teilefertigung
Montage
Auslieferung an den
Kunden
Supply Chain
Management (SCM)
Produkt- und Unternehmensführung
Prozess- Zeit, Kosten, Qualität, Flexibilität, Innovation
entwicklung Fertigungs-
(CAx, PDM) leitsystem
Kaufmännische Auftragsabwicklung (FLS)
Kalku- Einkauf & Finanz-
lation Beschaffung buchhaltung
Enterprise
Technische Auftragsabwicklung
Resource
Planning Maschinen-
F&E Fertigungssteuerung
(ERP/PPS) steuerung
Konstruk- AV (NC, SPS,
Versand
Vertrieb
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Lieferanten
SCM EDI
Unternehmensübergreifende Liefermengen Bestellaufträge für Kaufteile (Abrufe)
und –termine (Kauf- und Lieferteile)
ERP / PPS
Fertigungs-
Arbeitsplan
tionsauftrag
Konstruk-
Planungs-
Stückliste
Betriebs-
meldung
auftrag
auftrag
Fertig-
daten
Stückliste
CAD CAP Fertigungsleitsystem
Vertriebssystem
Arbeits-
Versandsystem
Produkt-
plan
geometrie
Aufträge Betriebs-
• Liefermenge Technologie/ NC- daten Produkte
• Liefertermin CAE Prozess CAM Programm
Steuerungs-
BDE
befehle
Qualitäts- DMU Prüf-
merkmale merkmale
DNC
PDM SPS
gramme
NC-Pro-
Qualitäts- Qualitäts-
kennzahlen messwerte
CAQ NC
79
Begriffe
80