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Edge-Computing – Erneuerung der Cloud?
Grundsätzlich ist die Cloud überall einsetzbar und auch für die moderne Industrie, die sog. Industrie 4.0 mit
dem Internet of Things nutzbar. Jedoch führen die enormen Datenmassen (Big Data) durch diese neue Tech-
nologie in Produktion, Verwaltung und Privatbereichen zu neuen Herausforderungen: Überlastung der Clouds
und hohe Latenzzeiten. Dies liegt daran, dass heute fast alles mit Sensoren versehen wird, um Daten zu erhal-
ten, welche dann Aufschlüsse über Probleme, Fehler oder mangelndes Material etc. geben. Um mit solchen
Datenmengen umgehen zu können, wurde speziell dafür Edge-Computing entwickelt:
Edge-Computing beschreibt die Verarbeitung und Strukturierung der Daten vor Ort, also am Rand des Inter-
nets. Dies führt dazu, dass die Daten geringere Latenzzeiten, also Verzögerungszeiten durch das Hin- und Her-
schicken, aufweisen. Geräte, besonders mit Nahezu-Echtzeit-Anwendungen können so schneller reagieren,
Bandbreite kann eingespart und Kosten für Cloud-Speicher und Datenvolumen reduziert werden. Die Auswer-
tung von Sensordaten eines KFZ beim autonomen Fahren sind ein optimales Beispiel, wie Edge-Computing im
Alltag die Sicherheit erhöhen kann. Die Latenzzeit wird durch das Edge-Computing reduziert und so die Sicher-
heit gesteigert. Denn die Server und Geräte am Rand des Internets verarbeiten Daten, schicken die Antworten,
um auf das Ergebnis der Analyse reagieren zu können und übertragen nur noch notwendige Daten über das
Internet auf die Cloud.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel hierfür ist das Spielen mit Augmented Reality oder VR-Brillen. Hier müssen
die wahrgenommenen Aspekte der Umgebung mit der virtuellen Welt verschmelzen. Dazu benötigt man
extrem schnelle Reaktionen seitens der Server, um ein ruckelfreies Erlebnis zu generieren. Selbst bei einer
Übertragung mittels Glasfaserkabel ist lt. Telekom hierfür ein Rechenzentrum nötig, das maximal 100Km vom
Standort des Nutzers entfernt ist. Denn nur so lassen sich Verzögerungen von wenigen Millisekunden
realisieren. Deshalb kommt es verstärkt dazu, dass nichtmehr zentrale Clouds die Berechnungen und
Speicherungen übernehmen, da es sonst, nicht zuletzt auch wegen des stockenden Breitbandausbaus, zu
höheren Wartezeiten kommt.
Hierfür werden einfach dezentrale Rechenleistungen als Service für Kunden mit z. B. IoT-Produktionen
bereitgestellt, welche aufgrund der Nähe schnellere Auswertungen erreichen. Zu den sogenannten Edge-
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Devices, also Datenquellen gehören Maschinen, Smart-Homes, Autos, VR-Brillen etc. Diese sind oft
angewiesen, mittels schneller Berechnungen möglichst frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
Dafür ist das Edge-Computing sinnvoll.
Man muss jedoch auch bedenken, dass derartige Entwicklungen auch Nachteile mit sich bringen. Z. B. muss
eine gute Absicherung der Daten durch eine verschlüsselte Übertragung und Verarbeitung, eine nachhaltige
Zugangskontrolle zu den verarbeitenden Servern oder die Nutzung von VPNs beachtet werden, um eine
möglichst sichere Datenverarbeitung gewährleisten zu können. Das ist zwar bei den bisherigen Rechenzentren
nicht anders, jedoch steigt beim Edge-Computing die Anzahl zu sichernder Verbindungen und Geräte.
Zusätzlich sind manche Geräte und Anwendungen kaum fehlertolerant, was z. B. Redundanzen und damit
hohe Kosten verursacht.
In diesem Zusammenhang taucht oft der Begriff „Fog“ auf. Fog bedeutet übersetzt Nebel und beschreibt dabei
die Vielzahl kleinster Geräte, wie Sensoren und Aktoren, in einer großen Dichte, wie es bei dem Internet of
Things der Fall ist. Häufig wird Edge und Fog Computing synonym verwendet. Dabei beschreibt der Urheber
des Begriffs „Fog-Computing“, Cisco, dass beim Fog-Computing die Geräte selbst kurzfristige Analysen durch-
führen, um Entscheidungen zu treffen, während beim Edge-Computing diese in nahen, aber schon zentraleren
Instanzen vorgenommen werden. Bei beiden ist gleich, dass nur langfristige Analysen oder Speicherungen in
der Cloud stattfinden.
Video: Was ist edge computing? Kontrollfragen: edge computing