Handbuch Rinder
Handbuch Rinder
Selbstevaluierung Tierschutz
Veröffentlichung gemäß dem Beschluss des Vollzugsbeirates vom 02.10.2018
Impressum
2) Tritt bei Anlagen, die bisher die Bewegungsmöglichkeiten in ausreichendem Ausmaß bieten, ein
Grund gemäß § 16 Abs. 4 Z 1 – 4 TSchG auf, so ist die Inanspruchnahme der Ausnahme der
Behörde binnen vier Wochen nach Eintritt des Ereignisses zu melden. Gleiches gilt auch für den
Umbau oder Neubau von Anlagen gemäß Z 1, der aufgrund höherer Gewalt erforderlich wird.
Nähere Informationen für derartige Anträge, die von den Landwirtinnen bzw. Landwirten bis
spätestens 31.12.2018 bei der Fachstelle einzureichen sind, sind zu finden unter:
[Link]
Glossar 11
Verzeichnis der Rechtsgrundlagen 15
A Bodenbeschaffenheit 16
A 1 Die Böden im Tierbereich sind rutschfest 16
A 2 Der Boden im Tierbereich ist so gestaltet, dass die Tiere keine Verletzungen oder Schmerzen
erleiden 18
A 3 Kühe, hochträchtige Kalbinnen und Zuchtstiere werden nicht auf Vollspaltenböden gehalten 19
A 4 Planbefestigte Liegeflächen weisen weiche und wärmegedämmte Beläge auf oder sind
ausreichend eingestreut 20
A 5 Die Liegeflächen der Tiere sind trocken 22
A 6 Kälber bis 150 kg haben eine trockene, weiche und verformbare Liegefläche. Für Kälber unter
zwei Wochen steht geeignete Einstreu zur Verfügung 24
A 7 Die Spaltenbreite (Schlitzweite) von Spaltenböden entspricht den Anforderungen 25
A 8 Die Auftrittsfläche von Spaltenböden und Rosten ist eben und gratfrei und die Kanten sind
gebrochen 26
A 9 Betonspaltenböden sind aus Flächenelementen hergestellt und weisen keine durchgehenden
Längsspalten in den Elementen auf 27
A 10 Holzlattenroste werden nicht mehr neu eingebaut 28
A 11 Gülleroste in der Anbindehaltung haben eine maximale Spaltenbreite (Schlitzweite) von 40 mm
und eine Mindeststegbreite von 25 mm 29
E Betreuung 91
E 1 Die Tiere werden von fachkundigen Personen betreut, gepflegt und kontrolliert 91
E 2 Für die Betreuung der Tiere sind genügend Betreuungspersonen vorhanden 92
E 3 Die Anbindevorrichtung wird regelmäßig den Körpermaßen der Tiere angepasst und kann die
Tiere nicht verletzen 93
E 4 Der Zustand der Klauen wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf eine Klauenpflege
durchgeführt 94
E 5 Elektrische Abschrankungen in Laufställen werden nur vorübergehend verwendet 94
E 6a Wird ein elektrischer Kuhtrainer verwendet, erfüllt dieser die genannten Anforderungen 95
E 6b Scharfkantige, spitze oder elektrisierende Vorrichtungen, die das Verhalten der Tiere im Stall
steuern, werden nicht verwendet 95
E 7 Kälbern wird kein Maulkorb angelegt 96
E 8 Kranke oder verletzte Tiere werden unverzüglich angemessen untergebracht, versorgt und (wenn
erforderlich) einer tierärztlichen Behandlung zugeführt 96
E 9 Alle Tiere werden mindestens 1 x am Tag kontrolliert (Kälber in Stallhaltung mind. 2 x täglich) 98
E 10 Alle Gerätschaften, die für das Wohlbefinden der Tiere entscheidend sind, werden mind. 1 x
täglich kontrolliert 99
E 11 Das für die Unterkünfte und Haltungsvorrichtungen verwendete Material ist für die Tiere
ungefährlich und lässt sich angemessen reinigen 100
E 12 Die Haltungsumwelt der Tiere ist so ausgeführt, dass die Tiere keine Verletzungen erleiden
können 100
E 13 Es werden Aufzeichnungen über alle medizinischen Behandlungen und die Anzahl toter Tiere
geführt 101
F Eingriffe 103
F 1 Gummiringe, Ätzstifte und Ätzsalben sind verboten und werden nicht verwendet 103
F 2 Die Enthornung bzw. das Zerstören der Hornanlage wird tierschutzrechtskonform unter Einsatz
von Sedierung, Lokalanästhesie und postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt 103
F 3 Das Kupieren des Schwanzes von Kälbern wird nur beim Vorliegen einer betrieblichen
Notwendigkeit und nur durch eine Tierärztin/ einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung und
postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt 105
F 4 Die Kastration männlicher Rinder wird ausschließlich durch eine Tierärztin / einen Tierarzt oder
einen gewerblichen Viehschneider nach wirksamer Betäubung und postoperativer
Schmerzbehandlung durchgeführt 106
F 5 Das Einziehen von Nasenringen bei Zuchtstieren erfolgt durch eine Tierärztin/ einen Tierarzt oder
eine sonstige sachkundige Person 107
F 6 Es werden keine anderen als die genannten zulässigen Eingriffe (F 2 – 5) durchgeführt 107
Z Zuchtmethoden 114
Z 1 Es werden keine natürlichen oder künstlichen Zuchtmethoden angewendet, die den Tieren Leiden
oder Schäden zufügen oder zufügen können 114
Z 2 Es werden nur Tiere (zu landwirtschaftlichen Nutzzwecken) gehalten, bei denen aufgrund ihres
Genotyps oder Phänotyps davon ausgegangen werden kann, dass die Haltung ihre Gesundheit und
ihr Wohlergehen nicht beeinträchtigt 115
Tabellenverzeichnis 116
Abbildungsverzeichnis 117
Abkürzungsverzeichnis 118
A Bodenbeschaffenheit
A 1 Die Böden im Tierbereich sind rutschfest
Rechtsnormen § 13 Abs. 2 TSchG
Wer ein Tier hält, hat dafür zu sorgen, dass […] die Bodenbeschaffenheit […] unter
Berücksichtigung der Art, des Alters und des Grades der Entwicklung, Anpassung und
Domestikation der Tiere ihren physiologischen und ethologischen Bedürfnissen
angemessen [ist].
Erhebung Durch folgende einfache Methoden wird die Rutschfestigkeit des Bodens
beurteilt:
Tiere beobachten: Es wird beobachtet, wie sich die Tiere fortbewegen
und ob sie ausgleiten. Ausrutschen (besonders beim Aufstehen, Abliegen,
Treiben und Flüchten), vorsichtiges Gehen, kein Laufen, gesenkter Kopf
beim Gehen, kein Stehen auf drei Beinen beim Sich-Selbst-Belecken und
schwache Brunstsignale weisen auf rutschige Böden hin.
„Gummistiefelprobe“: Da die Rutschsicherheit eines Bodens nur mit
erheblichem Aufwand objektiv gemessen werden kann, ist subjektiv
vorzugehen. Es wird subjektiv mittels ‘Gummistiefelprobe‘ die Griffigkeit
des Bodens beurteilt. Dies geschieht durch körpergewichtsbelastetes
Drehen des Absatzes auf der zu prüfenden Fläche. Es sollte ein
erheblicher Widerstand zu spüren sein. Mit entsprechender Erfahrung kann
die Griffigkeit des Bodens einigermaßen abgeschätzt werden.
Es müssen alle Bodenflächen im Tierbereich beurteilt werden: Liegeflächen,
Standflächen, Bewegungsflächen im Stall (Laufgänge, Fressgänge,
Quergänge, Triebwege), Wege zum und im Melkstand, Bewegungsflächen im
Freien (Auslauf, Triebwege), usw. Es wird die Rutschfestigkeit des Bodens
überprüft.
Erfüllt, wenn durch keine der genannten Beurteilungsmethoden darauf geschlossen werden
kann, dass die Tiere auf den Böden im Tierbereich in erhöhtem Ausmaß
ausrutschen können und dadurch Verletzungsgefahr besteht.
Empfehlung Bei der Beurteilung der Rutschfestigkeit sollten auch folgende Gegebenheiten
berücksichtigt werden:
dünne Einstreuschichten im Klauenbereich über feuchten glatten Flächen
(versteckte Gefahrensituation)
Jahreszeitliche Unterschiede (Eisbildung)
Bodenmaterial und Struktur
Management (Schmierschichten beeinträchtigen die Rutschsicherheit)
rutschigen Böden, wie nasse Holzböden, nasser glatt getretener Beton oder
PVC und sehr griffigen Flächen wie weiche Gummibeläge, Gussasphalt oder
dicker Einstreu auf rauem Beton.
Geschlossene (planbefestigte) Böden aus Beton: können durch ständiges
Begehen und/oder regelmäßiges Abschieben mit Metallschiebern mit der
Zeit sehr glatt werden. Dieses Problem kann durch Verwendung von
Reinigungsschiebern mit Kunststofflippen und einer richtigen Profilierung
der Bodenoberfläche (Rautenmuster, Rillenmuster, kräftiger Besenstrich)
gelöst werden
Beschichtungen aus Epoxidharz mit Sandeinschluss auf sauberem Beton
ergeben dauerhafte, rutschsichere und leicht zu reinigende Böden. Eine zu
grobe Körnung führt jedoch zu einem zu großen Klauenabrieb.
Gussasphalt-Beläge mit rauer Oberfläche (Asphalt und Quarzsand) bleiben
– wenn sie feucht sind – dauerhaft rutschfest und eignen sich vorwiegend
im geschlossenen Stall.
Gummiauflagen haben in Untersuchungen und in der praktischen
Anwendung positive Auswirkungen auf das Lauf- und Komfortverhalten
sowie auf die Klauengesundheit von Milchkühen gezeigt, ihre langfristige
Haltbarkeit lässt sich zurzeit jedoch noch nicht abschließend beurteilen.
Sanierungsmöglichkeiten für rutschig gewordenen Beton:
Aufbringen von Hartbetonüberzügen, Gussasphalt oder verformbaren
Gummimatten
Chemisches Aufrauen: meist mit Phosphorsäure (Haltbarkeit: wenige
Monate bis 1 Jahr)
Mechanisches Aufrauen: Aufraugeräte sind von Baufirmen mietbar
(Haltbarkeit: 2 – 3 Jahre), Rillenprofil (längere Haltbarkeit) Rutschfeste Böden
sind am ehesten durch eine ausreichende Einstreu, durch häufiges Entmisten
oder durch eine Strukturierung der Oberfläche zu erreichen. Zu beachten ist,
dass Betonflächen im Laufe der Zeit ihre anfängliche Rutschfestigkeit verlieren
und somit immer wieder diesbezüglich kontrolliert und eventuell entsprechend
bearbeitet werden müssen. Sanierungsmöglichkeiten für rutschig gewordene
Böden (Fachberatung wird empfohlen).
Bedeutung Der Boden muss den Ansprüchen der Tiere auf normales Verhalten und
Unversehrtheit entsprechen.
Durch rutschsichere Böden wird das Verletzungs- und Krankheitsrisiko in der
Herde erheblich gesenkt, Tierverluste werden verringert, die Leistung wird
gesteigert und Brunstsignale sind deutlicher ausgeprägt. Die Beschaffenheit
der Bewegungs- und Liegeflächen der Tiere ist wesentlich für deren
Gesundheit und Wohlbefinden. Nur trittfeste Böden gewährleisten
problemloses Laufen, Gehen, Stehen, Abliegen, Aufstehen und
Komfortverhalten.
Übergangsfrist Keine.
Knie
Carpus
Sprunggelenk
Zitzen
Fessel vorn
Fessel hinten
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Übergangsfrist Keine: für den Austausch von Spaltenelementen, die Sanierung von zu rauen
Liegeflächenauflagen, geringfügige Adaptierungen (hervorstehende
Schrauben, Nägel, scharfe Kanten, usw.) und diverse
Managementmaßnahmen (z.B. mehr Einstreuen, häufiger Entmisten).
Eindeutig verletzungsträchtige Situationen (Tierquälerei) sind unverzüglich zu
beheben.
Übergangsfrist Bis spätestens 1. Jänner 2020: Wenn dieses Verbot nicht in den zuvor gültigen
landesrechtlichen Bestimmungen enthalten war, gilt diese Frist für den Umbau
einer Vollspaltenbodenbucht auf eine entsprechende andere Haltungsform.
„weich“ sollten Beläge nur dann eingestuft werden, wenn der Boden beim
Druck mit dem Daumen deutlich eingedrückt werden kann.
Ausreichend dicke Streuschicht: Es sollte über die gesamte Liegefläche
eine ausreichend dicke Streuschicht vorhanden sein. Als Anhaltspunkt können
die in den Empfehlungen genannten Einstreumengen dienen.
Wenn Technopathien vorhanden sind, die auf zu harte Liegebereiche
hinweisen, sollte jedenfalls mehr eingestreut und/oder weichere
Liegeflächenbeläge verwendet werden. Insbesondere die Karpal- und
Sprunggelenke sind auf haarlose Stellen, Abschürfungen, Rötungen,
Krustenbildung, Blutungen, Eiter, Schwellungen, Liegeschwielen, usw. zu
untersuchen (vgl. Frage A 2).
Begriffe „Liegebereich (Liegefläche)“ und „planbefestigt“ vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn die Liegefläche mit weichen Matten aus Kunststoff und/oder Gummi belegt
ist, oder
die Liegefläche mit Stroh-Mist-Matratzen oder Sandschüttungen ausgeführt
ist, oder
harte Böden, z.B. aus Beton, Holz, Asphalt, hartem Gummi, usw. eine
ausreichend dicke Einstreuschicht aufweisen,
sodass Technopathien weitestgehend vermieden werden. Eingestreute
Liegeflächen vorhanden und zugänglich sind.
– wenn bei Tieren Krusten oder offene Wunden vorhanden sind, sind
eine genaue Abklärung der Ursachen und Einleiten von
Verbesserungen der Böden nötig. Wenn Tiere betroffen sind, sind
sofortige Maßnahmen wie Einstreu, Weichheit der Gummimatte oder
Verhinderung von Nässe nötig.
– an den Sprunggelenken sollten keine gravierenden Veränderungen,
wie Umfangsmehrungen, vorhanden sein.
Ausreichend Einstreu:
Als Einstreu dürfen nur Materialien verwendet werden, die für die Tiere
gesundheitlich unbedenklich sind. Auf harten Böden (z.B. am Anbindestand
oder in der Hochbox) sollten jederzeit mindestens folgende Einstreumengen
(trockenes Stroh oder ähnlich strukturiertes Material) pro Tier vorhanden sein:
Liegeflächengestaltung:
Eingestreute Liegeflächen werden von den Tieren gegenüber nicht
eingestreuten bevorzugt.
Für Tiefboxen hat sich eine feste und ausreichend hohe Stroh-Mist-Matratze in
der Praxis sehr gut bewährt. Auch lose Schüttungen aus Flusssand können
unter bestimmten Voraussetzungen für Tiefboxen Verwendung finden. Für
Flüssigmistsysteme mit Hochboxen haben sich etwa 3 bis 8 cm dicke, weiche
Matten aus Kunststoffen und/oder Gummi, weiche Zweischichtmatten oder
Kuhmatratzen (gummischnitzelgefüllte Beläge) bewährt, doch bestehen
erhebliche Unterschiede in der Qualität von Handelsprodukten. Es wird
empfohlen, nur von unabhängigen Institutionen geprüfte Beläge einzusetzen.
Bedeutung Rinder bevorzugen zum Ruhen weiche und verformbare Böden. Während des
Abliege- und Aufstehvorganges lasten bis zu 87 % des Körpergewichtes auf
den Karpalgelenken. Einstreu führt durch Ausmuldung zu einer höheren
Auflagefläche und damit zu einer geringeren Punktbelastung. Zudem liegen
Rinder selten ganz ruhig. Hautpflege und Änderung in der Liegeposition führen
zu Radierbewegungen am Boden. Raue und harte Bodenoberflächen
verursachen Haut- und Druckschäden (haarlose Stellen, Hautabschürfungen,
Umfangsvermehrungen) an wenig geschützten Partien wie Karpus und
Sprunggelenk. Zu wenig weiche Liegeflächen können auch zu langen
Stehzeiten (Klauenerkrankungen, Minderleistung) und bei
Liegeboxenlaufställen zu vermehrtem Abliegen auf den Gängen führen.
Des Weiteren ist die Temperatur der Liegefläche für das Liegeverhalten von
Bedeutung. Unterschreitet die Temperatur der Liegefläche 10° C, dann werden
die Liegeperioden deutlich kürzer. Dies muss als Reaktion auf unangenehm
hohen Wärmeentzug gewertet werden. Am höchsten ist die Wärmeabgabe am
dünnhäutigen und spärlich behaarten Euter.
Übergangsfrist Keine.
Liegefläche aufweisen.
Erfüllt, wenn die Liegefläche trocken gehalten wird und die Tiere kein nasses oder
verschmutztes Haarkleid aufgrund mangelhaft unterhaltener Liegefläche
aufweisen
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird der Bodenbelag der Liegefläche überprüft und die Tiere selbst
beurteilt.
Zur Beurteilung der Trockenheit vgl. Frage A 5.
Zur Beurteilung der Weichheit vgl. Frage A 4.
Es wird erhoben, ob für Kälber unter 2 Wochen eine geeignete Einstreu
vorgesehen ist.
Für ältere Kälber dürfen als Liegefläche auch Böden verwendet werden, die mit
weichen Matten aus Kunststoff und/oder Gummi (auch perforierte) belegt sind.
Diese sind nur dann als verformbar zu bezeichnen, wenn sie unter Druck
elastisch nachgeben und entstehende Mulden sich von selbst wieder füllen.
Die Forderung nach einer trockenen, weichen und verformbaren Liegefläche
gilt auch für die Haltung von Kälbern in Iglus oder Kälberhütten.
Begriff „Liegebereich (Liegefläche)“ vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn der Liegebereich ausreichend Einstreu oder weiche Gummibeläge aufweist
und die Liegefläche trocken gehalten wird
Kälber unter 2 Wochen jedenfalls geeignete Einstreu erhalten.
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Empfehlung Sog. „Nasen“ sollen insgesamt kleiner als die vorgeschriebene maximale
Spaltenbreite ausgeführt werden, damit beim Einbau keine Überschreitung der
Übergangsfrist Keine: wenn durch den Austausch einzelner Elemente oder die Anpassung von
schlecht verlegten Spaltenelementen die Einhaltung der geforderten
Spaltenbreite möglich ist.
Bis 1. Jänner 2020: wenn der gesamte Spaltenboden bzw. perforierter Boden
ausgetauscht werden muss und die Spaltenbreite den zuvor gültigen
landesrechtlichen Bestimmungen entsprochen hat
Übergangsfrist Keine.
Zulässig
Nicht
zugelassen
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Abbildung 3: Darstellung zulässiger und nicht zugelassener Spaltenbodenelementen
Erfüllt, wenn Spaltenböden aus Beton aus Flächenelementen hergestellt sind, die keine
durchgehenden Längsspalten in den Elementen aufweisen.
Erläuterung:
d.h. Beton-Spaltenböden aus Flächenelementen oder Zwillingsbalken
bestehen und nicht aus Einzelbalken, und
Flächenelemente oder Zwillingsbalken keine durchgehenden Längsspalten
(Schlitze) in den Elementen aufweisen.
Empfehlung Es wird empfohlen, Flächenelemente oder Zwillingsbalken zu verwenden, die
an ihren Rändern sog. „Nasen“ aufweisen. Die zwischen Flächenelementen
entstehenden Schlitze sollen durch diese „Nasen“ unterbrochen werden,
sodass solche Schlitze nicht länger als 80 cm (= ungefähre Schrittlänge einer
Kuh) sind. Dabei ist darauf zu achten, dass beim Einbau keine Überschreitung
der maximalen Spaltenbreite zustande kommt. Bei gegenüberliegenden Nasen
müssen diese kleiner als die halbe vorgeschriebene maximale Spaltenbreite
ausgeführt sein.
Sog. „Kotabwurfschlitze“ sind nicht erlaubt.
Die Bestimmungen nach A 2 gelten jedenfalls.
Bedeutung Bei Einzelbalken besteht die Gefahr, dass diese aufgrund von
Abnutzungserscheinungen und Ungenauigkeit beim Verlegen uneben sind,
sich verziehen und wackelig werden, die Auftrittsfläche schräg und die
geforderte Spaltenweite nicht einhalten wird. Dies hat negative Auswirkungen
auf die Klauengesundheit der Tiere.
Übergangsfrist bis 1. Jänner 2020: für den vollständigen Austausch eines Spaltenbodens mit
Zwillingsbalken (mit durchgehenden Längsspalten), sofern dieser den zuvor
gültigen landesrechtlichen Bestimmungen entsprochen hat.
Übergangsfrist Der Neueinbau von Holzlattenrosten ist seit 1. Jänner 2005 verboten. Bereits
vor diesem Termin bestehende Holzlattenroste dürfen weiter verwendet
werden, wenn sie allen anderen rechtlichen Anforderungen an die
Bodenbeschaffenheit entsprechen.
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Erfüllt, wenn Die maximale Spaltenbreite von 40 mm und die Mindeststegbreite von 25 mm
eingehalten werden.
Empfehlung Als vorteilhaft haben sich Wabenroste erwiesen, die den Tieren eine bessere
Auftrittsfläche bieten, aber gesetzlich nicht geregelt sind.
Empfehlenswert sind folgende Abmessungen für Wabenroste:
Tabelle 2: Empfehlungen für Abmessungen von Wabenrosten (BEVET,
2008)
Maximale Minimale Maximale
Lochgröße Stegbreite Wabenlänge
Tiere bis
30 mm 28 mm 90 mm
400kg
Tiere über
35 mm 22 mm 90 mm
400kg
Bedeutung Das Auftreten auf schmale Stege und breite Spalten verursacht erheblichen
Druck auf die Klauen und kann Klauenerkrankungen zur Folge haben.
Übergangsfrist Keine.
4. Sicherheitsaspekte für Menschen und Tiere, insbesondere beim Ein- und Austreiben
der Tiere.
(4a) Für die Inanspruchnahme der in Abs. 4 genannten Ausnahme gilt Folgendes:
1. Die Haltung von Rindern in zum In-Kraft-Tretens-Zeitpunkt dieses Bundesgesetzes
bestehenden Anlagen unter Gegebenheiten, die als zwingende rechtliche oder
technische Gründe anzusehen sind, die der Gewährung geeigneter
Bewegungsmöglichkeiten oder geeigneten Auslaufes oder Weideganges an mindestens
90 Tagen im Jahr entgegenstehen, ist der Behörde vom Halter bis zum 31. Dezember
2019 zu melden.
2. Tritt bei Anlagen, die bisher die Bewegungsmöglichkeiten in ausreichendem Ausmaß
bieten ein Grund gemäß Abs. 4 Z 1 – 4 auf, so ist die Inanspruchnahme der Ausnahme
der Behörde binnen vier Wochen nach Eintritt des Ereignisses zu melden. Gleiches gilt
auch für den Umbau oder Neubau von Anlagen gemäß Z 1, der aufgrund höherer
Gewalt erforderlich wird
TSchG § 44, Abs. 6: Für zum In-Kraft-Tretens-Zeitpunkt (Abs. 1) bestehende Anlagen
oder Haltungseinrichtungen gelten die Anforderungen des § 16 Abs. 4 zur
Bewegungsmöglichkeit ab dem 1. Jänner 2010 hinsichtlich der Gewährung von
Weidegang und ab dem 1. Jänner 2012 hinsichtlich der Gewährung von geeignetem
Auslauf.
Erhebung Es wird festgestellt, ob die Tiere angebunden gehalten werden. Es wird erfragt,
wie viele Tage im Jahr
den Tieren ein geeigneter Auslauf zur Verfügung steht, oder
ein entsprechender Weidegang durchgeführt wird, oder
eine sonstige geeignete Bewegungsmöglichkeit geboten wird.
Die Angaben müssen anhand des Zustandes des Auslaufes und der
Triebwege (Verschmutzung, Grasnarbe usw.) und des Zustandes der Tiere
(Verschmutzung, Klauen, Fortbewegungsweise, usw.) glaubhaft erscheinen.
Auch freiwillige Eintragungen in ein Auslaufjournal bzw. einen Auslaufkalender
können als Kriterium herangezogen werden.
Die Verpflichtung zur freien Bewegungsmöglichkeit gilt grundsätzlich für alle
Erfüllt, wenn den Rindern an mindestens 90 Tagen im Jahr die Möglichkeit zur freien
Bewegung geboten wird (Weide, Auslauf, Laufstall)
oder zwingende rechtliche oder technische Gründe für das Nichtgewähren
geeigneter Bewegungsmöglichkeit vorliegen, und eine Meldung bei der
Bezirksverwaltungsbehörde unter Anführung der Gründe spätestens bis
zum 31. Dezember 2019 vorliegt.
Empfehlung Regelmäßiger Auslauf oder Weide (über das ganze Jahr verteilt – auch im
Winter)! Die Tiere sollten mind. 2 x wöchentlich mehrere Stunden lang Auslauf
erhalten und nicht mehrere Wochen ohne Unterbrechung angebunden sein.
Großzügiges Flächenangebot: senkt die Häufigkeit von sozialen
Auseinandersetzungen und erhöht bei frei zugänglichen Ausläufen auch die
Nutzungsdauer des Auslaufes – für Jungvieh bis 200 kg mind. 4 m², für Kühe
mind. 10 m² pro Tier.
Ausstattungselemente erhöhen die Attraktivität des Auslaufes: Tränketröge,
© ÖKL
Abbildung 5: Beispiel für ein zeitliches Schema zur Auslaufhaltung für Maststiere
Übergangsfrist Eine fehlende Möglichkeit zur freien Bewegung ist der Behörde bis spätestens
31. Dezember 2019 zu melden. Tritt ein Ereignis im Sinne von § 16 Abs. 4a
Z 2 TSchG ein, ist die Meldung binnen 4 Wochen vorzunehmen.
min. 40cm
min. 60cm
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Abbildung 6: Vorgaben zur Einrichtung der Anbindevorrichtung
– große Bewegungsfreiheit
– Nackenrohr so einstellen, dass die Tiere beim Fressen nicht stark
dagegen stemmen
– Band- oder Kettenlänge muss so gewählt werden, dass das Tier im
Stehen den Kopf aufrecht halten kann, bei der Körperpflege durch
Lecken möglichst wenig eingeschränkt ist und dass ruhende Tiere
auch eine Liegeposition mit zurückgelegtem Kopf einnehmen können
– Nachteile: v. a. bei größeren Kühen Verletzungen im Nackenbereich
möglich, normales Stehen erschwert
Horizontal-Anbindung
– größte Bewegungsfreiheit
– Nacken- und Stirnriegel verhindern weites Nach-Vorne-Steigen
Bedeutung Das Anbinden bedeutet eine wesentliche Einschränkung für die Tiere. Ist das
horizontale Spiel der Anbindevorrichtung zu gering, ist ein artgemäßes
Aufstehen, Abliegen und Liegen sowie Zurücktreten der Kühe für das Koten
und Harnen erheblich eingeschränkt, auch Verletzungen sind möglich. Ist das
Spiel der Anbindevorrichtung parallel zur Futterkrippe zu gering, können das
Komfortverhalten (Sich-Belecken) und der Sozialkontakt zum Nachbartier
beeinträchtigt sein.
Übergangsfrist Keine.
© ÖKL
Erfüllt, wenn der Barnsockel bei Kurzständen ab Standniveau nicht höher als 32 cm ist.
Bedeutung Da im Kurzstand das Fressen und Liegen am selben Ort erfolgen, muss neben
den Anforderungen an eine artgemäße Futteraufnahme auch der nötige
Freiraum für die Kopfbewegung beim Abliegen und Aufstehen berücksichtigt
werden. Zu hohe Krippenmauern führen zu unnatürlichen Bewegungsabläufen
beim Abliegen und Aufstehen der Tiere („pferdeartiges Aufstehen“), was
übermäßige Belastungen des Bewegungsapparates zur Folge haben kann.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird die Höhe der beweglichen Barnabgrenzung ab Standniveau der Tiere
vermessen:
Max. 42 cm
© ÖKL
Erfüllt, wenn die bewegliche Barnabgrenzung ab Standniveau nicht höher als 42 cm ist.
Bedeutung Da im Kurzstand das Fressen und Liegen am selben Ort erfolgen, muss neben
den Anforderungen an eine artgemäße Futteraufnahme auch der nötige
Freiraum für die Kopfbewegung beim Abliegen und Aufstehen berücksichtigt
werden. Zu hohe Abschrankungen führen zu unnatürlichen
Bewegungsabläufen beim Abliegen und Aufstehen der Tiere („pferdeartiges
Aufstehen“), was übermäßigen Belastungen des Bewegungsapparates zur
Folge haben kann.
Flexible Barnabgrenzungen erleichtern den Tieren beim Aufstehen den
Kopfschwung nach vorne und ermöglichen im Liegen auch eine bequeme
Vorderbeinstreckung.
Bedeutung In den Stand reichende seitliche Standabgrenzungen sollen ein Liegen oder
Stehen in diagonaler Richtung verhindern, sodass sich die Tiere nicht
gegenseitig behindern und alle Tiere gleichzeitig liegen können. Bei zu weit in
den Stand hineinreichenden Seitenbegrenzungen besteht die Gefahr, dass
sich die Tiere beim Abliegen oder Aufstehen verletzen können.
Übergangsfrist Keine.
1 1
Standlänge Standlänge
Tiergewicht Standbreite
Kurzstand Mittellangstand
1
Gülleroste gelten nicht als Teil der Standlänge
1. ThVO, Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass
alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können.
Standlänge
Standbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Abbildung 9: Vermessung der Standlänge und der Standbreite
© ÖKL
Abbildung 10: Beurteilung baulicher Elemente bei der Vermessung des Standes
Erfüllt, wenn die Standlänge und die Standbreite mindestens die in der Tabelle 5
angeführten Werte aufweisen, und
eventuell vorhandene einzelne, die Standbreite einschränkende bauliche
Elemente das Tierverhalten nicht beeinträchtigen.
Empfehlung Standlänge:
Die Standlänge muss so lang bemessen werden, dass die Kuh beim Liegen
mit den Hinterbeinen, dem Euter und dem Becken voll auf der Standfläche
aufliegt. Eine einheitliche Standlänge wird meist nicht allen Tieren gerecht, da
die Länge der Kühe innerhalb einer Herde um bis zu 35 cm differieren kann.
Lösungsmöglichkeiten:
Einrichtung von Standplätzen mit unterschiedlicher Länge
Vorkehrungen, um einzelne Standlängen variieren zu können
Empfehlung Die Anzahl der Abkalbeplätze bzw. -boxen hängt von der Herdengröße, der
Abkalbeverteilung übers Jahr und der Verweildauer in der Abkalbebox ab.
Tabelle 6: Zahl der Abkalbeplätze in Prozent gehaltener Kühe (Bartussek
et al. 2002)
0 bis 1 3 6 9 12
bis 3 4,5 9 13 17
bis 7 6 12 18 24
Bedeutung Kalbende Kühe haben das Bedürfnis, sich von der Herde abzusondern und
benötigen zur Geburtsvorbereitung ausreichend Platz. In der Herde zu
verbleiben, stellt für die Tiere eine erhebliche Stressbelastung dar.
Abkalbebuchten bieten folgende Vorteile: Ruhe, stressfreie
Geburtsvorbereitung, geringerer Infektionsdruck durch bessere
Hygienemöglichkeiten in der Box, bessere Überwachung und Kontrolle,
genügend Platz für die Geburt, positive Reizwirkung auf die
Gebärmutterkontraktion und damit auf das Nachgeburtsverhalten.
Ebenso wie kalbende benötigen auch kranke Tiere, um zusätzliche
Belastungen zu vermeiden, möglichst viel Ruhe, so dass auch für sie eine
Möglichkeit zur getrennten Unterbringung vorhanden sein muss.
Übergangsfrist Seit 1. Jänner 2012 müssen für Milchkühe Abkalbebuchten zur Verfügung
stehen.
Bis spätestens 1. Jänner 2020 muss die Mindestanzahl an Abkalbebuchten
(z.B. für Mutterkühe) und Krankenbuchten für alle Tierkategorien vorhanden
sein.
Übergangsfrist Keine.
Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass alle Tiere
gleichzeitig und ungehindert liegen können.
Boxenlänge 2
Boxenlänge 1
Boxenlänge (gegenständig)
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Abbildung 11: Vermessung von Liegeboxen
© ÖKL
© ÖKL
Erfüllt, wenn die Boxenlänge und die Boxenbreite mindestens die in der Tabelle 7
angeführten Werte aufweisen und
eventuell vorhandene die Boxenmaße einschränkende einzelne bauliche
Elemente im vorderen Drittel (z.B. Säulen) das Aufsteh- und
Abliegeverhalten nicht beeinträchtigen.
Empfehlung Bei Neubauten sollte die Liegeboxengröße an den 25 % größten Tieren der
Herde ausgerichtet und die Maße für die Liegeboxenbreite als lichte Weite
Nackenriegel Stirnriegel
BH
HS
Streuschwelle 10 30
40
20
25
2-4%
Liegelänge KR KR
Boxenlänge Bugschwelle
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Bedeutung Ein optimal gestalteter Liegeplatz ermöglicht ein artgemäßes Abliegen und
Aufstehen und bequemes Ruhen und schafft damit die Voraussetzungen für
Gesundheit, Wohlbefinden und leistungsfähige Tiere.
Eine richtig funktionierende Liegebox soll das Tier beim Aufstehen und
Abliegen steuern, das natürliche Ausruhverhalten aber nicht behindern. Das
Verhalten der Tiere sollte stets aufmerksam beobachtet werden.
Verhaltensstörungen (z.B. pferdeartiges Aufstehen) oder Verletzungen an
Rumpf, Gliedmaßen, Klauen oder Euter können auf schlecht gestaltete
Liegeboxen hindeuten.
Die Breite der Fressgänge ist der lichte Abstand zwischen dem Fressgitter und
der Kotkante bzw. Streuschwellenaußenkante der gegenüberliegenden
Liegeboxenreihe bzw. der gegenüberliegenden Fressgangbegrenzung.
Fressgangbreite
Fressgangbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Für übrige Rinder (außer Kühe) sind keine exakten Maße festgelegt. Es wird
beobachtet, ob sich hinter den am Fressgang stehenden und fressenden
Tieren, zwei weitere ungehindert aneinander vorbeibewegen können.
Bei Umbauten und Laufställen, die bereits vor dem 1. Jänner 2005 bestanden
haben (bestehende Stallungen), darf die Fressgangbreite für Kühe und übrige
Rinder um max. 40 cm kleiner sein, wenn
keine Sackgassen entstehen, oder
der Laufstall einen Zugang zu einem Auslauf aufweist, oder
jeweils nach maximal 10 Liegeboxen ein Quergang vorhanden ist, oder
einreihige Liegeboxenlaufställe mit Selbstfangfressgittern ausgestattet
sind.
Anm.: Unter „Kühen“ sind sowohl Milch- als auch Mutterkühe zu verstehen.
Erfüllt, wenn die Fressgangbreite für Kühe mind. 3,20 m beträgt, oder
der Fressgang für übrige Rinder so breit ist, dass sich hinter den am
Fressgang stehenden und fressenden Tieren, zwei weitere ungehindert
aneinander vorbeibewegen können. Dies ist jedenfalls erfüllt, wenn die in den
Empfehlungen angegebenen Mindestmaße für Fressgangbreiten eingehalten
werden, oder
bei Umbauten und bestehenden Stallungen die geforderten Fressgangbreiten
um nicht mehr als 40 cm unterschritten werden.
Empfehlung Für eine stressarme und ungestörte Zirkulation der Kühe sind v. a. in großen
Herden 3,50 – 4 m breite Fressgänge zu empfehlen.
Tabelle 9 zeigt empfohlene Mindestmaße für die Fressgangbreite für Jungvieh.
Bei der Haltung von Jungvieh unterschiedlichen Gewichtes sollen sich die
Maße an den 50% größten Tiere der Herde ausrichten.
Tabelle 9: Empfohlene Mindestmaße für Fressgangbreiten (Bartussek et
al., 2002, ergänzt)
200 2,10
300 2,40
400 2,70
500 2,90
600 3,00
700 3,20
Bedeutung Rinder haben eine strenge interne Rangordnung und halten daher einen
entsprechenden Abstand zueinander ein.
Bei zu geringen Gangbreiten besteht die Gefahr, dass den Tieren nicht
genügend Platz zum gegenseitigen Ausweichen zur Verfügung steht und die
Individualdistanz der Tiere häufig unterschritten wird, so dass es zu häufigen
Rangauseinandersetzungen kommt, wovon insbesondere rangniedrige Tiere
betroffen sind.
Übergangsfrist bis spätestens 1. Jänner 2020: für Milchkühe, wenn die Fressgangbreite den
zuvor gültigen landesrechtlichen Bestimmungen entsprochen hat und generell
für alle anderen Tierkategorien.
Es ist zu berücksichtigen, dass in den Ländernormen bei der Messung von der
„nutzbaren Breite“ ausgegangen wurde. D.h. die Breite der Fressgänge ist der
lichte Abstand zwischen dem Fressgitter und der Boxenabtrennung der
gegenüberliegenden Liegeboxenreihe bzw. der gegenüberliegenden
Fressgangbegrenzung. Dabei sind für den Abstand zwischen Kotkante bzw.
Streuschwellenaußenkante und Liegeboxenabtrennung max. 30 cm
anrechenbar.
Diese Messmethode ist für Neu- und Umbauten nicht mehr heranzuziehen.
max. 30 cm
anrechenbar
Fressgangbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Laufgangbreite
Laufgangbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Abbildung 17: Vermessung der Laufgangbreite
Für übrige Rinder (außer Kühe) sind keine exakten Maße festgelegt. Es wird
beobachtet, ob sich die Tiere ungehindert aneinander vorbeibewegen und im
Stall zirkulieren können.
Bei Umbauten und Laufställen, die bereits vor dem 1. Jänner 2005 bestanden
haben (bestehende Stallungen), darf die Laufgangbreite für Kühe und übrige
Rinder um max. 30 cm kleiner sein, wenn
keine Sackgassen entstehen, oder
der Laufstall einen Zugang zu einem Auslauf aufweist, oder
jeweils nach maximal 10 Liegeboxen ein Quergang vorhanden ist, oder
einreihige Liegeboxenlaufställe mit Selbstfangfressgittern ausgestattet
sind.
Für Quergänge, Treibgänge und Zugänge zum Melkstand oder Auslauf
gelten die Mindestmaße für Laufgänge nicht. Es ist ein ungehinderter
Tierverkehr sicherzustellen. Hinweise dazu befinden sich in den
Empfehlungen.
Bei Fressliegeboxen ist der dahinter liegende Gang als Laufgang (nicht als
Fressgang) einzustufen.
Anm.: Unter „Kühen“ sind sowohl Milch- als auch Mutterkühe zu verstehen.
Erfüllt, wenn die Laufgangbreite für Kühe mind. 2,50 m beträgt, oder
der Laufgang für übrige Rinder so breit ist, dass sie sich ungehindert
aneinander vorbeibewegen und im Stall zirkulieren können. Dies ist
jedenfalls erfüllt, wenn die in den Empfehlungen angegebenen
Mindestmaße für Laufgangbreiten eingehalten werden. (Siehe B 10), oder
bei Umbauten und bestehenden Stallungen die geforderten
Laufgangbreiten um nicht mehr als 30 cm unterschritten werden.
Empfehlung Für eine stressarme und ungestörte Zirkulation der Kühe sind v.a. in großen
200 1,30
300 1,55
400 1,75
500 1,95
600 2,20
700 2,50
Bedeutung Rinder haben eine strenge interne Rangordnung und halten daher einen
entsprechenden Abstand zueinander ein.
Bei zu geringen Gangbreiten besteht die Gefahr, dass den Tieren nicht
genügend Platz zum gegenseitigen Ausweichen zur Verfügung steht und die
Individualdistanz der Tiere häufig unterschritten wird, so dass es zu häufigen
Rangauseinandersetzungen kommt, wovon insbesondere rangniedrige Tiere
betroffen sind. Es kann auch zur Blockade von Gängen durch ranghohe Tiere
kommen, sodass rangniedere keinen Zugang zu wichtigen Ressourcen (Futter,
Wasser, Liegeplatz, Auslauf, usw.) haben.
Übergangsfrist bis spätestens 1. Jänner 2020: für Milchkühe, wenn die Laufgangbreite den
max. 30 cm max. 30 cm
anrechenbar anrechenbar
Laufgangbreite Laufgangbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
1. ThVO, Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass
alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können.
Erhebung Es wird die Anzahl der Liegeboxen mit der Anzahl der Tiere verglichen.
Im Liegeboxenlaufstall müssen mindestens gleich viele Liegeboxen wie Tiere
vorhanden sein. Ausgenommen sind Kälber, die bei der Mutter gehalten
werden (z.B. Mutterkuhhaltung). Für sie ist nicht jeweils eine eigene Liegebox
notwendig, sondern es wird ein entsprechender Liegebereich (z.B.
Kälberschlupf) zur Verfügung gestellt.
Wird den Tieren zusätzlich zu den Liegeboxen eine ständig zugängliche,
geeignete Tiefstreu- oder Tretmistfläche angeboten, kann das
Liegeboxenangebot entsprechend kleiner sein.
Erfüllt, wenn im Liegeboxenlaufstall für jedes Tier (außer für Kälber, die bei der Mutter
gehalten werden und einen eigenen Liegebereich haben) eine Liegebox
vorhanden ist, oder
bei geringerem Liegeboxenangebot für die überzähligen Tiere
entsprechend groß dimensionierte Liegeflächen (z.B. Tiefstreu- oder
Tretmistflächen) vorhanden sind, damit diese Tiere ungehindert liegen
können (vgl. B 14).
Bedeutung Bei einer zu geringen Anzahl an Liegeboxen besteht die Gefahr, dass sich
rangniedere Tiere auf die Laufgänge oder in den Auslauf legen, der aufgrund
der Verschmutzung, Härte und Kälte keinen geeigneten Liegeplatz darstellt.
Soziale Auseinandersetzungen zwischen den Tieren nehmen zu.
Übergangsfrist Keine.
Das Verhältnis zwischen Tierzahl und Liegeboxenanzahl ist durch das
Herausnehmen von Tieren aus der Herde ohne Übergangsfrist (seit 1. Jänner
2005) sicherzustellen.
1 2
Tiergewicht Mindestfläche
2
bis 350 kg 2,00 m /Tier
2
bis 500 kg 2,40 m /Tier
2
bis 650 kg 2,70 m /Tier
2
über 650 kg 3,00 m /Tier
1
im Durchschnitt der Gruppe
2
diese Mindestflächen beziehen sich auf vollperforierte Böden. Buchten ohne
vollperforierte Böden müssen jedenfalls eine trockene und ausreichend groß
dimensionierte Liegefläche aufweisen.
1. ThVO, Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass
alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können.
vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn die Mindestbuchtenfläche für das jeweilige Tiergewicht eingehalten wird.
Empfehlung Rinder bevorzugen zum Liegen weiche, elastische und verformbare Böden.
Demnach kommt die Haltung auf Beton-Vollspaltenböden mit geringem
Platzangebot den natürlichen Verhaltensansprüchen der Tiere nur
unzureichend nach. Folgende Verbesserungsmöglichkeiten dieses
Haltungssystems sind möglich:
Einsatz von gummierten Spalten
Höheres Platzangebot (der Betriebsablauf ist jedenfalls zu berücksichtigen
– Umbuchten, usw.)
Andere Haltungssysteme (z.B. Tretmist- und Tieflaufställe,
Liegeboxenlaufställe) sind als tiergerechtere Alternativen zu sehen.
Übergangsfrist Keine. Es ist die geforderte Besatzdichte durch das Herausnehmen von Tieren
ohne Übergangsfrist (seit 1. Jänner 2005) einzuhalten.
Erhebung Beobachten Sie, ob die Liegefläche groß genug dimensioniert ist, damit alle
Tiere gleichzeitig liegen können. Sie ist jedenfalls zu klein, wenn einzelne Tiere
nicht auf der Liegefläche ruhen können, größere Unruhe am Liegeplatz durch
Verdrängungen entsteht und bei längerem ruhigem Warten sich Tiere nicht
hinlegen. Da diese Erhebung bei Momentaufnahmen nicht immer möglich ist,
ist es sinnvoll die Liegefläche auszumessen und sich an den Werten der
Tabelle 12 (Empfehlungen) zu orientieren.
Die Liegefläche hat die in Kapitel „A – Bodenbeschaffenheit“ beschriebenen
Anforderungen hinsichtlich der Bodengestaltung zu erfüllen. Zur Beurteilung
der Trockenheit ist insbesondere Frage A 5 zu beachten.
Begriffe „Sonstige Gruppenhaltung“, „Einraumbuchten“, „Mehrraumbuchten“,
„Liegefläche“ und „Buchten ohne vollperforierte Böden“ vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn alle Tiere gleichzeitig und ungehindert auf der Liegefläche liegen können.
1
Mast-/Jungvieh bis 200 kg 1,8
1
Mast-/Jungvieh bis 300 kg 2,0
1
Mast-/Jungvieh bis 400 kg 2,5
1
Mast-/Jungvieh über 400 kg 3,0
1
Liegefläche darf um höchstens 10 % verkleinert werden, wenn den Tieren
zusätzlich ein dauernd zugänglicher Bereich zur Verfügung steht, der
mindestens so groß ist wie die Liegefläche.
Die Fressgangbreite in Mehrflächen-Tiefstreu- oder Tretmistställen kann
gegenüber Liegeboxenlaufställen um ca. 15 % verringert werden, wenn die
Tiere beim Zirkulieren auf der ganzen Breite in die Liegefläche ausweichen
können.
Der Gesamtplatzbedarf für Mutterkuhhaltung setzt sich aus dem
Platzbedarf für Rinder über 6 Monate und dem Platzbedarf für Kälber in
Gruppenhaltung (Tabelle 14) zusammen. Bei Einrichtung eines
Kälberschlupfes kann die Fläche des Schlupfes als Teil der Gesamtfläche
eingerechnet werden. Es sollte aber mindestens die Hälfte aller Kälber
außerhalb des Kälberschlupfes ausreichend Platz zum Liegen haben. Die
Fläche des Schlupfes muss nicht zwingend der Mindestfläche für Kälber in
Gruppenhaltung (Frage B 19) betragen, da die Kälber dort nur eine
Liegefläche benötigen und ihnen als Aktivitätsfläche der allgemeine
(restliche) Bereich zur Verfügung steht. Die Kälberliegefläche im
Schlupfbereich darf, wenn sie kleiner als die Mindestfläche für Kälber in
Gruppenhaltung (Frage B 19) ist, nicht in Boxen unterteilt sein, um zu
vermeiden, dass eine nicht mehr nutzbare Fläche entsteht, wenn die
Kälber größer werden.
Übergangsfrist Keine. Die geforderte Mindestbuchtenfläche pro Tier ist durch das
Herausnehmen von Tieren einzuhalten. Ebenso ist durch entsprechendes
Einstreu- und Entmistungsmanagement eine trockene Liegefläche
sicherzustellen.
Empfehlung Kälber können zur Verhinderung des gegenseitigen Besaugens nach der
Tränkung bzw. Fütterung noch für eine Zeit lang im Fressstand eingesperrt
gehalten werden. Die Zeit der Fixierung darf jedoch die Spanne von einer
Stunde nicht überschreiten.
Bedeutung Das Anbinden bedeutet eine wesentliche Einschränkung für das ausgeprägte
Spiel- und Bewegungsbedürfnis der Kälber. Um ein gegenseitiges Belecken
und Besaugen nach der Tränke zu verhindern und um Aufzuchtkälber an die
gegebenenfalls vorhandene Anbindehaltung zu gewöhnen, ist das kurzfristige
Anbinden oder Fixieren zu vertreten.
Übergangsfrist Keine.
Übergangsfrist Keine, auch wenn zur Einrichtung einer Gruppenhaltung bauliche Maßnahmen
notwendig sind.
Erfüllt, wenn die Wände von Einzelbuchten einen direkten Sicht- und Berührungskontakt mit
Artgenossen zulassen
Bedeutung Rinder haben ein intensives Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Isolierte
Einzelhaltung wirkt sich negativ auf das Verhalten und Wohlbefinden von
Kälbern aus.
Übergangsfrist Keine. Diese Bestimmung gilt für alle Betriebe seit dem 1. Jänner 2005 (auch
wenn zur Erfüllung bauliche Maßnahmen notwendig sind).
1
Alter Länge Breite
1
Bei innen angebrachtem Trog ist die jeweilige Buchtenlänge um 20,00 cm zu
verlängern.
2
Einzelhaltung ab einem Lebensalter von acht Wochen ist nur gemäß Punkt 3.2.3.
zulässig. (Ausnahmevoraussetzung!)
1. ThVO, Anlage 2, 5: Die Bestimmungen der Punkte 3.2.1. und 3.2.2. (mit Ausnahme
des letzten Absatzes) gelten auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen
jedenfalls für alle Betriebe ab dem 01. Jänner 2005.
1. ThVO, Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass
alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können.
Erfüllt, wenn Einzelbuchten für Kälber die Mindestmaße in der Tabelle 13 aufweisen.
Empfehlung Tränken, Raufen usw. sollen so angeordnet sein, dass sie die
Bewegungsfreiheit der Tiere nicht einschränken.
Die Buchten sollten leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein (z.B.
zerlegbar, hochgestellter und perforierter Boden unter dicker
Einstreudecke, …).
Falls auf einem Betrieb nur ein einzelnes Kalb vorhanden ist, oder eine
Übergangsfrist Keine.
1
Kälbergewicht Buchtenfläche
2
bis 150 kg 1,60 m /Tier
2
bis 220 kg 1,80 m /Tier
2
über 220 kg 2,00 m /Tier
1
im Durchschnitt der Gruppe
1. ThVO, Anlage 2, 2.1.1: Die Liegeflächen der Tiere müssen [...] so gestaltet sein, dass
alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können.
Erhebung Berechnen Sie die gesamte frei zugängliche Bodenfläche der Bucht (als
Grundfläche mit Länge x Breite) und dividieren Sie diese
Quadratmeteranzahl durch die Anzahl der in dieser Bucht gehaltenen
Tiere. Vergleichen Sie dieses Ergebnis (m²/Tier) mit dem entsprechenden
Wert in Tabelle 14. Dabei ist vom Durchschnittsgewicht der Gruppe zum
Zeitpunkt der Beurteilung auszugehen. Das in der jeweiligen Box zu
erreichende Höchstgewicht ist zu berücksichtigen. Dreiseitig begrenzte
Fressstände, in denen sich die Tiere nicht umdrehen können, werden nicht
zur frei zugänglichen Bodenfläche gerechnet. (siehe Glossar: Fressstände)
Diese Mindest-Buchtenflächen gelten auch für die Haltung von Kälbern in
Gruppen-Iglus oder Kälberhütten.
Ein Kälberschlupf (z.B. in der Mutterkuhhaltung) stellt keine eigenständige
Gruppenbucht dar (bezüglich Flächenbedarf vgl. Frage B 14).
Erfüllt, wenn die Mindestbuchtenfläche für das jeweilige Tiergewicht eingehalten wird.
Empfehlung Für die Gruppenhaltung von Kälbern sind Einraum- und Mehrraumbuchten
mit eingestreuter Liegefläche empfehlenswert.
Ein höheres Platzangebot kommt den Ansprüchen der Tiere entgegen.
In größeren Beständen können auch Kälber im Liegeboxenlaufstall
gehalten werden, wenn sie etwa alle 6 – 8 Wochen in Buchten mit
größeren Liegeboxen umgebuchtet werden. Es sollten folgende
Bedeutung Kälber benötigen ausreichend Platz zum artgemäßen Ruhen, zur Bewegung
und zum Ausleben des Spielverhaltens.
Übergangsfrist Keine, auch wenn zur Einrichtung einer Gruppenhaltung bauliche Maßnahmen
notwendig sind.
B 20 Bei der Haltung von Kälbern im Freien ist die Bucht überdacht,
auf drei Seiten geschlossen und die Tiere sind gegen widrige
Witterungseinflüsse geschützt
2
Rechtsnormen 1. ThVO, Anlage 2, 3.2.2: Bei Einzelhaltung im Freien muss die Einzelbucht überdacht
und auf drei Seiten geschlossen sein (z.B. Kälberhütte, Iglu) und die Tiere gegen
widrige Witterungseinflüsse geschützt sein.
1. ThVO, Anlage 2, 3.2.3: Bei Gruppenhaltung im Freien müssen die Buchten überdacht
und auf drei Seiten geschlossen sein (z.B. Kälberhütte, Iglu) und die Tiere gegen
widrige Witterungseinflüsse geschützt sein.
Erhebung Es wird festgestellt, ob Buchten zur Kälberhaltung im Freien überdacht und auf
drei Seiten geschlossen (z.B. Kälberhütte, Iglu), und ob die Tiere gegen
widrige Witterungseinflüsse geschützt sind.
Dies gilt für Einzel- und für Gruppenbuchten.
Es muss v. a. auf richtige Aufstellung zum Schutz gegen Zugluft, übermäßige
Aufheizung der Kälberiglus oder -hütten (pralle Mittagssonne im Sommer) und
Niederschläge geachtet werden. Für eine optimale Klimagestaltung sind
Schattenspender an warmen Sommertagen und Windschutz für die kühle und
kalte Jahreszeit wichtig
Erfüllt, wenn Kälberhütten oder Iglus verwendet werden und die Tiere gegen widrige
Witterungseinflüsse geschützt sind.
Empfehlung Es ist wichtig darauf zu achten, dass Kälberhütten (Iglus) so hoch sind,
dass die Tiere darin bis zum Umtriebsende aufrecht stehen können.
Kälberhütten und Iglus sollten in Süd-Ost-Richtung ausgerichtet sein
(Öffnung der Hauptwindrichtung abgewandt). Zum Schutz gegen Wind und
übermäßige Hitze können sie im Schutz von anderen Gebäuden,
überdacht oder unter Bäumen aufgestellt werden.
Kranke Kälber vertragen tiefe Außentemperaturen schlechter und sollen
daher ihrem Temperaturbedürfnis entsprechend untergebracht werden.
Übergangsfrist Keine. Diese Bestimmung gilt für alle Betriebe seit dem 1. Jänner 2005.
Gruppenhaltung im Freien:
Berechnen Sie die gesamte frei zugängliche Bodenfläche des Auslaufs (als
Grundfläche mit Länge x Breite) und dividieren Sie diese Quadratmeteranzahl
durch die Anzahl der in diesem Auslauf gehaltenen Tiere. Vergleichen Sie
dieses Ergebnis (m²/Tier) mit dem entsprechenden Wert in nachfolgender
Tabelle 17. Dabei ist vom Durchschnittsgewicht der Gruppe zum Zeitpunkt der
Beurteilung auszugehen. Das bei der Haltung in der Kälberhütte (Iglu) zu
erreichende Höchstgewicht ist zu berücksichtigen.
Tabelle 17: B21b Mindestmaße für Gruppenbuchten von Kälbern im
Freien
1
Kälbergewicht Buchtenfläche
2
bis 150 kg 1,60 m /Tier
2
bis 220 kg 1,80 m /Tier
2
über 220 kg 2,00 m /Tier
1
im Durchschnitt der Gruppe
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird festgestellt, wie im Stall die Lüftung bewerkstelligt wird. Es ist zwischen
natürlicher Lüftung (Schwerkraft-Schachtlüftung, Querdurchlüftung,
Offenfrontstall) und mechanischen Lüftungsanlagen (Luftförderung mit
Ventilatoren) zu unterscheiden.
Es wird hinterfragt, wie das Lüftungsmanagement erfolgt (z.B. Öffnen der
Fenster) und ob die Lüftungseinrichtungen systemkonform betrieben werden
bzw. festgestellt, in welchem technischen Zustand sich die Bestandteile des
Lüftungssystems befinden. Bsp. Fenster müssen sich öffnen lassen,
Ventilatoren müssen funktionieren, Regelung (Solltemperatur, Spreizung),
Verschmutzung von Ventilatoren, Gängigkeit von Schiebern, ...
Bem.: Es wird davon ausgegangen, dass nicht nur geschlossene Ställe ein
entsprechendes Lüftungssystem aufweisen müssen. Bei Offenfrontställen wird
dies durch die Bauweise an sich gewährleistet.
Erfüllt, wenn ein Lüftungssystem (natürlich oder mechanisch) vorhanden ist und erkennbar
ist, dass eine dauernde systemkonforme Nutzung, Wartung und Funktion des
Systems gegeben ist.
Empfehlung Die Herausforderung einer optimalen Lüftung ist es, dem Tier unabhängig von
Jahreszeit und Witterung ein möglichst konstant gutes Stallklima zu bieten. Der
natürlichen Lüftung ist grundsätzlich der Vorzug zu geben. Sie funktioniert
sicherer, billiger und ohne Geräusche. Auf eine richtige Systemauslegung und
–bedienung muss selbstverständlich geachtet werden. Die Zuluft kann in
geschlossenen Warmställen über Porendecken, Einlassschlitze in Traufenhöhe
(mit Leitplatten) oder Fenster eingebracht werden. Die Abluft entweicht über
Abluftschächte oder Öffnungen am First. Ein Ventilatorantrieb erscheint nur
dann sinnvoll, wenn die baulichen Voraussetzungen für eine einwandfreie
natürliche Lüftung nicht oder nur mit hohem Kostenaufwand geschaffen
werden können. Bei großer Hitze im Sommer können zusätzliche Ventilatoren
für eine verstärkte Querdurchlüftung und die Kühlung der Tiere sorgen.
Außenklimaställe bieten eine gute Luftqualität und können kostengünstig
errichtet werden. Außenklimaställe können mit einer Trauf-First-Lüftung oder
über große Zuluftöffnungen in Form von verschiedenen Curtainsystemen,
Windnetzen oder Spaceboardkonstruktionen betrieben werden.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn bei Räumen mit hauptsächlich mechanischer Lüftung folgende Vorrichtungen
vorhanden sind:
funktionierende Alarmanlage und
zu öffnende oder selbstöffnende Fenster oder Tore bzw. spezielle
Öffnungen (z.B. mit Magnetschaltern) oder andere funktionierende
Notlüftung
Empfehlung Alarmanlagen sollten wie folgt überprüft werden:
Täglich: Visuelle Kontrolle der Bereitschaftsanzeige (Kontrollleuchte) am
Alarmgerät
Wöchentlich: Betätigung der Testfunktion am Alarmgerät; Netzabschaltung
(Schutzschalter) – Alarm muss in ausreichender Lautstärke mit ca. 25 sec.
Verzögerung erfolgen; Kontrolle der korrekten Alarmauslösetemperatur
beim Lüftungssteuerungsgerät oder Klimacomputer.
Für Notfälle sollten mindestens 0,2 m² Tür- bzw. Fensterflächen pro GVE an
Zuluft- und Abluftflächen vorhanden sein. Ein ausreichender
Mindestluftwechsel für Notfälle ist dann gegeben, wenn Mindestluftraten von
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Ein dauernder und ausreichender Luftwechsel lässt sich im Wesentlichen über
Mindestluftraten, Schadgasgehalte, Luftfeuchtigkeit und Stalltemperatur
definieren. Zur einfachen Beurteilung des Stallklimas ohne teure Messgeräte
können folgende indirekte Indikatoren herangezogen werden:
Ist eine übermäßige Kondenswasser- oder Schimmelbildung an Decken,
Wänden und Fenstern vorhanden (vor allem in Raumecken, im Bereich
von Jungtieren)?
Ist die Stallluft stickig und brennend in den Augen und Schleimhäuten der
Atemwege (stechender Ammoniakgeruch)?
Riecht es im Stall nach faulen Eiern (Vorsicht! Schwefelwasserstoff)?
Weist die Kleidung nach dem Stallbesuch einen stark üblen Geruch auf?
Ist die Stallluft staubig (Staubschichten auf der Stalleinrichtung,
staubverschmutztes Haarkleid der Tiere)?
Haben die Tiere aufgrund der relativen Luftfeuchtigkeit und Temperatur im
Stall ein feuchtes Haarkleid?
Ist es im Stall v. a. im Sommer drückend heiß und die Atemfrequenz der
Tiere erhöht?
Erscheint die Luft frisch und kühl und ist gutes Durchatmen möglich?
Bemerkung: Es wird davon ausgegangen, dass nicht nur geschlossene Ställe
ein entsprechendes Lüftungssystem aufweisen müssen. Bei Offenfrontställen
wird dies durch die Bauweise an sich gewährleistet.
Erfüllt, wenn die in der Erhebung angeführten indirekten Indikatoren auf eine akzeptable
Stallklimasituation hinweisen.
Empfehlung Ein dauernder und ausreichender Luftwechsel ist die Grundlage für ein
optimales Stallklima. Dieses ist selbstverständlich nicht nur in geschlossenen
(Warm-) Ställen sondern auch in Außenklimaställen bzw. Offenfrontställen von
Bedeutung Durch die Ansammlung der Tiere und durch Umsetzungsvorgänge in den
Exkrementen wird die Stallluft mit Schadgasen, Staubteilchen und
Mikroorganismen angereichert, die durch ständige Verdünnung mit Frischluft
(Luftwechsel) auf einem die Gesundheit nicht gefährdenden Niveau gehalten
werden müssen:
Verminderung der Gefahr von Erkrankungen (v. a. der Atemwege) durch
erhöhten Keimdruck
Schutz vor allgemeinen Gefahren für die Gesundheit der Tiere (z.B. durch
Schwächung des Immunsystems, Reizung der Schleimhäute etc.)
Schutz vor überhöhten Temperaturen, die bis zum Tod der Tiere führen
können
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn keine schädliche Zugluft feststellbar ist und aufgrund der Stallgestaltung davon
ausgegangen werden kann, dass schädliche Zugluft nicht oder nur in sehr
seltenen Fällen zustande kommt.
Empfehlung Zugluft kann sehr einfach mit Markierungsrauch sichtbar gemacht werden.
Bewegt sich der Markierungsrauch im Tierbereich (vor allem im Genital- und
Euterbereich) rascher als normal aufsteigender Rauch, ist eine Zugluftgefahr
gegeben. Es ist jedoch zu beachten, dass es leicht zur Überlagerung des
Messergebnisses kommen kann, wenn sich die Tiere bewegen. Im
Aufenthaltsbereich der Tiere soll die Luftströmung folgende Werte nicht
überschreiten:
0,2 m/s im Winter
0,6 m/s im Sommer
Bedeutung Im Sommer kann es aufgrund sehr hoher Temperaturen erforderlich sein, die
Luftrate im Stall zu erhöhen. Aber in der kalten Jahreszeit reagieren u. a. junge
und kranke Tiere empfindlich auf zu hohe Luftströmungen im Stall. Dies gilt
besonders dann, wenn bei großen Temperaturdifferenzen und hohen
Luftgeschwindigkeiten die Luftfeuchtigkeit im Stall zu hoch ist.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Vermessen Sie alle Fenster und sonstigen offenen oder transparenten
Flächen, durch die Tageslicht einfällt. Als „Fensterfläche“ gilt die die
Architekturlichte. Diese entspricht der verputzten bzw. gedämmten
Maueröffnung (einfach zu messen; in den Einreichplänen bemaßt). Bei
Spaceboard (Lücken- oder Schlitzschalung) gilt die gesamte Schlitzfläche.
Messen Sie die gesamte Bodenfläche des Stalles (oder verwenden Sie
Grundrissangaben). Sollten Nebenräume (Lagerraum, usw.) ohne bauliche
Abtrennung an den Stall angrenzen, wird deren Bodenfläche nicht mit
einbezogen. Fensterflächen dieser Nebenräume werden nur in der Größe
der Öffnung, durch die Licht ungehindert in den Tierbereich einfallen kann,
berücksichtigt.
Rechnen Sie die Gesamtfläche aller Fensterflächen und sonstigen offenen
und transparenten Flächen, durch die Tageslicht einfällt (mit der Formel
Länge x Breite) und ebenso die Größe der Bodenfläche des Stalles aus.
Dann wird die Größe der Fensterflächen (und sonstigen…) durch die
Stallgrundrissfläche dividiert und mit 100 multipliziert. Wenn der Wert über
3 liegt, ist ja anzukreuzen.
Beispiel: 8 m² Gesamtfensterfläche bei 150 m² Fußbodenfläche ergibt:
8 / 150 x 100 = 5,33. => Antwort ja!
Haben alle in einem Raum gehaltenen Tiere über den Lichttag jederzeit
unbeschränkt Zugang zu einem Auslauf im Freien, gilt dies als ausreichende
Erfüllung der Forderung nach Fensterflächen im Stall, auch wenn der Auslauf
überdacht ist.
Erfüllt, wenn Fensterflächen oder andere Flächen, durch die Tageslicht einfällt, von mind.
3 % der Stallbodenfläche vorhanden sind oder, wenn die Tiere ständig Zugang
ins Freie haben
Empfehlung Auch bei ständigem Zugang ins Freie soll Tageslicht im Stall vorhanden sein!
Vitamin D3-Synthese
Hemmung von Bakterien- und Parasitenwachstum
Übergangsfrist Bis 1.1.2020.
Reicht der natürliche Lichteinfall nicht aus, um die Bedürfnisse der Tiere zu decken,
muss eine geeignete künstliche Beleuchtung vorgesehen werden. Dabei ist auf den
natürlichen Ruhe- und Aktivitätsrhythmus der Tiere Rücksicht zu nehmen.
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Erfüllt, wenn im Aktivitätsbereich der Tiere über mindestens 8 Stunden am Tag eine
Lichtstärke von mind. 40 Lux gegeben ist.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird festgestellt, ob sich dauernde Lärmquellen im Stall befinden, die eine
Lärmbelästigung für die Tiere bedeuten. Insbesondere sind Lüftungsanlagen
(Ventilatoren), Fütterungsmaschinen oder andere Maschinen zu kontrollieren.
Bei starker Lärmentwicklung ist zu kontrollieren, ob die Anlagen durch
mangelhafte Konstruktion und Wartung bzw. unsachgemäßen Betrieb mehr
Lärm als üblich verursachen. Diese Ursachen sind zu beseitigen (Schallschutz,
Aufstellungsort, ...).
Es sind nur solche Lärmquellen zu beurteilen, die seitens des Landwirts
beeinflussbar sind, z.B. nicht Straßenlärm oder übliche Tiergeräusche.
Erfüllt, wenn die Tiere nicht dauerndem oder plötzlichem Lärm ausgesetzt sind.
Empfehlung Zur genauen Beurteilung von Lärm kann eine Dezibel-Messung (db(A))
durchgeführt werden. Geräuschpegel von 85 db(A) oder sollten jedenfalls
vermieden werden. Folgender Vergleichswert kann als Anhaltspunkt dienen:
Bei 85 db(A) ist es nicht mehr möglich, ein Gespräch in normaler Lautstärke zu
führen.
Weitere Hinweise zur Einschätzung der Geräuschsituation im Stall:
Mechanische Lüftungen können als Folge der Ventilatorengeräusche sehr
unterschiedlich laut sein. Der Schallpegel im Tierbereich hängt von der
Lüfterbauart, der Lage der Ventilatoren und den Strömungswiderständen im
Lüftungssystem ab. Bei natürlicher (Schwerkraft-) Lüftung treten keine
Lüftungsgeräusche auf.
TSchG, § 17, Abs. 5: Die Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen […] müssen so gestaltet
sein, dass eine artgemäße Futter- und Wasseraufnahme möglich ist. Sie müssen so
angeordnet sein und betrieben werden, dass alle Tiere ihren Bedarf decken können.
Erfüllt, wenn eine Tränkeeinrichtung mit einer freien Wasseroberfläche vorliegt, die ein
artgemäßes Saugtrinken ermöglicht.
Mit funktionierenden, ausreichend großen Schalentränken (Selbsttränkern)
oder Trogtränken kommen Sie dieser Forderung nach. Als unzulässig ist z.B.
das ausschließliche Angebot von Zapfentränken anzusehen.
Bedeutung Das Rind gehört zur Gruppe der Saugtrinker. Beim natürlichen Saugtrinken
wird das Flotzmaul 3 bis 4 cm mit schräg gestelltem Kopf (etwa 60° Neigung)
bis zu den Nasenlöchern in die Wasseroberfläche eingetaucht. Die Trinkmenge
bei den durchschnittlich 30 Sekunden dauernden Trinkvorgängen beträgt etwa
10 l.
Wenn kein artgemäßes Trinken möglich ist, besteht die Gefahr, dass die Tiere
ihren Wasserbedarf nicht decken können und somit Gesundheit und Leistung
der Tiere beeinträchtigt werden und Verhaltensstörungen auftreten.
Bei Wassergabe über Nuckeleimer besteht bei Kälbern die Gefahr, dass das
Wasser unter Schluss der Schlundrinne in den Labmagen (anstatt
schluckweise in den Pansen) gelangt.
Übergangsfrist Keine: für den Austausch von nicht entsprechenden Tränkern, die
Herstellung der Funktionssicherheit oder das Sicherstellen einer anderen
geeigneten Wasserversorgung (Eimer, Tröge).
Bis spätestens 1. Jänner 2020: für den Neueinbau oder den Austausch von
Tränken, wenn dies mit einem Neueinbau oder Austausch von
Rohrleitungen verbunden ist.
TSchG, § 17, Abs. 5: Die Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen […] müssen so gestaltet
sein, dass eine artgemäße Futter- und Wasseraufnahme möglich ist. Sie müssen so
angeordnet sein und betrieben werden, dass alle Tiere ihren Bedarf decken können.
Erfüllt, wenn eine an die Tieranzahl angepasste Anzahl von funktionierenden Tränken an
gut zugänglichen Orten montiert ist. Diese Forderung ist jedenfalls erfüllt, wenn
die in den Empfehlungen angegebenen Werte eingehalten werden.
Empfehlung Laufstall:
Anzahl der Tränken: In Laufställen sind Trogtränken empfehlenswert. Eine
Trogtränke reicht für 15 bis max. 25 Rinder. Es ist jedoch von Vorteil, pro
Tiergruppe jedenfalls zwei Tränkestellen in möglichst großem Abstand
zueinander vorzusehen (Blockade einer Tränke durch ein ranghohes Tier!). Die
Tränken sollen so angeordnet sein, dass mehrere Tiere gleichzeitig trinken
können. Der Fassungsraum sollte mindestens 100 Liter, in Herden über
20 Kühe mind. 200 Liter betragen. Die Tränke sollten so lang sein, dass jedes
Tier 5 – 12 cm frei zugängliche Tränkelänge zur Verfügung hat (mind. 1 m
Tränkelänge für 15 Kühe, mind. 2 m Länge für 25 Kühe).
Wenn eine Wassernachlaufgeschwindigkeit von mind. 20 l/min. sichergestellt
ist, können auch im Laufstall speziell dafür konstruierte Beckentränken
verwendet werden. Es ist jeweils für ca. 7 Tiere eine Beckentränke
vorzusehen.
Freier Zugang zu den Tränken: In Laufställen sind die Tränken im
Laufbereich so anzuordnen, dass neben und hinter den trinkenden Tieren
ausreichend Frei- und Bewegungsräume verbleiben. Die Tränke soll von drei
Seiten frei zugänglich sein. Tränken sollen nicht in Sackgassen angebracht
werden. Der Laufgang in dem die Tränke montiert ist, soll für Kühe mind.
3,20 m Breite aufweisen. Falls in diesem Laufgang noch eine zweite
Zusatzfunktion angeboten wird (z.B. Heuraufe), soll er mind. 4,00 m breit sein.
Die größten Wassermengen werden nach dem Fressen und nach dem Melken
aufgenommen. Daher sollten die Tränken in der Nähe des Fressgitters bzw.
des Melkstandes angeordnet werden. Es sollte jedoch vermieden werden, die
Tränke im unmittelbaren Zu- und Abgangsbereich des Melkstandes,
unmittelbar beim Fressgitter oder in direkter Nachbarschaft zur
Kraftfutterstation anzubringen, da dies Behinderungen, Verdrängungen und
Verschmutzungen zur Folge haben kann.
Unter praktischen Bedingungen wird der Bedarf am besten gedeckt, wenn man
den Tieren stets Gelegenheit gibt, in häufigen Intervallen Wasser
aufzunehmen.
Anbindestall
Im Anbindestall sind für jeweils zwei nebeneinander liegende Stände (Doppel-)
Tränkebecken anzuordnen. Falls die Herde häufig umstrukturiert wird, die
Wassernachlaufgeschwindigkeit gering ist oder ausschließlich Heu gefüttert
Trockensteher 30 - 60
10 30 – 65
20 70 – 100
30 80 – 140
40 100 – 170
50 130 – 170
Tränkkälber (einschl.
5 – 20
Tränke)
Übergangsfrist Keine: für das Sicherstellen einer ausreichenden Wasserversorgung (ggf. mit
Eimern oder Trögen).
Empfehlung Verschmutzungen der Tränken durch Kot, Harn, Futterreste, Algen, Parasiten,
Fäulnis- oder andere Fremdstoffe sollen durch entsprechende
Tränkegestaltung (Kotabweisvorrichtungen: Pendelglocken bei Tränkebecken,
Trittstufen oder Schutzstangen bei Trogtränken) weitgehend vermieden
werden. Außerdem sollen die Tränken mindestens einmal pro Woche entleert
und gereinigt werden. Ablassventile (Ablaufstutzen so angeordnet, dass kein
Restwasser in der Tränke bleibt) und kippbare Tränkebecken ermöglichen eine
optimale Reinigung.
Wasser sollte den Tieren in Trinkwasserqualität angeboten werden. Wird das
Wasser nicht aus dem öffentlichen Wassernetz bezogen, ist eine
Untersuchung hinsichtlich bakteriologischer und chemischer Qualität
empfehlenswert. Die Anzahl an coliformen Keimen sollte unter 1000 Keime pro
Liter liegen.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es ist festzustellen, ob Kälber, die älter als 2 Wochen sind, Zugang zu
geeignetem Frischwasser oder anderen geeigneten Flüssigkeiten in
ausreichender Menge haben. Bei der Haltung von Kälbern in
Außenklimaställen oder im Freien (Iglu, Kälberhütte) ist insbesondere die
Situation in Frostperioden zu beachten.
Frischwasser oder andere geeignete Flüssigkeiten (Tee,
Erfüllt, wenn Kälber über 2 Wochen zusätzlich zur Milch- oder Milchaustauschertränke
Zugang zu nicht verunreinigtem Tränkwasser oder anderen geeigneten
Flüssigkeiten haben, die
in frei zugänglichen, funktionierenden Selbsttränkeeinrichtungen oder
ihrem Bedarf entsprechenden per Hand (Wasservorrat) verabreicht werden
Empfehlung Wasser einwandfreier Qualität sollte den Kälbern bereits ab den ersten
Lebenstagen stets zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen
(Trinkwasserqualität).
Wasser in Vorratsbehältern soll täglich gewechselt werden.
Das Wasser sollte bei kalter Witterung – besonders bei Aufstallung in Iglus
– stets leicht angewärmt werden.
Tabelle 19: Richtwerte für den durchschnittlichen Wasserbedarf von
Kälbern (ÖKL-BMBL 80, 2005)
Erhebung Es ist zu kontrollieren, ob an den Aufenthaltsorten der Tiere bei sehr hohen
Temperaturen oder bei Krankheit Frischwassertränken zur Verfügung stehen.
Von sehr hohen Temperaturen ist bereits zu sprechen, wenn die
Lufttemperatur längere Zeit über 25 °C liegt.
Dies gilt auch für Kälber unter 2 Wochen. Die Versorgung kann entweder
durch entsprechendes Management (Eimer etc., die immer mit Wasser gefüllt
sind) oder durch technische Einrichtungen (Wasserleitung mit Tränke) sicher
gestellt werden.
Begriff „geeignetes Frischwasser“ vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn bei sehr hohen Temperaturen oder bei Krankheit den Kälbern ständig
geeignetes Frischwasser zur Verfügung steht.
Übergangsfrist Keine.
mind. 10
© ÖKL
Erfüllt, wenn die Futterbarnsohle mindestens 10 cm über dem Standniveau liegt. (Bei
Selbstfütterung muss die tiefste Ebene der Futteraufnahme mindestens 10 cm
über dem Standniveau liegen.)
Empfehlung In Laufställen ist zwischen ebenem Futtertisch und Standniveau der Tiere ein
Höhenunterschied von 25 bis 30 cm zu empfehlen. Das Futter muss mehrmals
täglich nachgeschoben werden.
In Anbindeställen sollte die Futterbarnsohle nicht höher als 12 cm sein, um
dem Tier beim Aufstehen den artgemäßen Kopfschwung zu ermöglichen.
Bedeutung Beim Fressvorgang auf der Weide nehmen Rinder mit den Vorderextremitäten
eine Schrittstellung ein. Beim Fressen am Fressgitter ist der Weideschritt nicht
möglich. Durch die hohe Anordnung der Futterbarnsohle und entsprechende
Futtertrog- und Fressgittergestaltung ist eine große Reichweite bei gleichzeitig
entspannter Körperhaltung möglich.
Erhebung Es ist die Anzahl der Tiere durch die Anzahl der zur Verfügung stehenden
Fressplätze zu teilen.
In (Mutterkuh-) Herden mit unterschiedlichen Tierkategorien (Kühe, Kälber,
Mastvieh, Zuchtstier) wird für die Berechnung des Tier : Fressplatz-
Verhältnisses jedes Tier über 6 Monate einbezogen. Für jüngere Tiere ist ein
eigener Fressbereich (Kälberschlupf mit eigenem Fressgitter, Heuraufe)
empfehlenswert. Bei Gruppenhaltung von Kälbern ohne ihre Mütter ist das
geforderte Tier : Fressplatz-Verhältnis jedenfalls einzuhalten.
Erfüllt, wenn bei rationierter Fütterung oder zeitlich begrenzter Futtervorlage für jedes
Tier ein Fressplatz zur Verfügung steht.
bei ad libitum Fütterung bei ganztägiger Futtervorlage mindestens ein
Fressplatz für 2,5 Tiere zur Verfügung steht
Empfehlung Es sollte für jedes Tier ein eigener Fressplatz vorhanden sein, damit
synchrones Fressen möglich ist.
Eine gleichartige Futtervorlage über die ganze Futtertischlänge (Ausnahme:
Übergangsfrist Keine.
Das geforderte Tier : Fressplatz-Verhältnis ist unverzüglich durch Umstellung
des Fütterungsmanagements oder ggf. durch das Herausnehmen von Tieren
aus der Herde sicherzustellen.
1 2
Tiergewicht Fressplatzbreite
Fressplatzbreite
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein
führen.
Übergangsfrist Keine. Seit 1. Jänner 2012 müssen die Fressplatzbreiten den Vorgaben
entsprechen, auch wenn das gesamte Fressgitter auszutauschen war.
1. Jänner 2020: wenn das gesamte Fressgitter ausgetauscht werden muss,
und die Fressplatzbreite den zuvor gültigen landesrechtlichen Bestimmungen
entsprochen hat.
Erhebung Es ist der Nährzustand der Herde zu beurteilen. (Als mögliche Methode zur
Beurteilung der Körperkondition kann der Body Condition Score dienen).
Es ist festzustellen, ob bestandsweise gehäuft ernährungsbedingte
Erkrankungen oder Verhaltensstörungen auftreten (vgl. Empfehlungen).
Eine regelmäßige Dokumentation im Stallbuch erleichtert den Überblick
über die Herde.
Erfüllt, wenn der Nährzustand der Herde als gut eingestuft werden kann und auch sonst
nicht gehäuft auffällige, ernährungsbedingte Gesundheitsstörungen in der
Herde auftreten.
Übergangsfrist Keine.
TSchG, § 5.:
(1) Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden
zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen.
(2) Gegen Abs. 1 verstößt insbesondere, wer
11. einem Tier Nahrung oder Stoffe vorsetzt, mit deren Aufnahme für das Tier
offensichtliche Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst verbunden sind.
Erfüllt, wenn das Futter keine über das normale Ausmaß hinausgehenden
Verunreinigungen aufweist,
nicht verdorben ist und
die Fütterungseinrichtungen sauber sind.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird festgestellt, wie oft die Kälber pro Tag gefüttert werden
(Fütterungseinrichtungen, Management hinterfragen).
Erfüllt, wenn alle Kälber mindestens zweimal täglich gefüttert werden und der Nährzustand
der Tiere gut ist.
Empfehlung Häufiges Tränken junger Kälber mit geringen Mengen ist besser als seltenes
Tränken mit großen Mengen.
Übergangsfrist Keine.
gestellt werden, dass die Mindestmenge für acht Wochen alte Kälber 50 g und für
20 Wochen alte Kälber 250 g beträgt.
Erhebung Es wird festgestellt bzw. erfragt, ob Raufuttermittel (Heu, Stroh) den Kälbern in
entsprechender Menge zur Verfügung gestellt werden. Die Raufuttergabe
muss mit Anfang der zweiten Lebenswoche beginnen und so gesteigert
werden, dass
8 Wochen alte Kälber mindestens 50 g und
20 Wochen alte Kälber mindestens 250 g Raufutter erhalten.
Bei der Erhebung kann z.B. auf das Vorhandensein von Futterraufen oder
Heu- bzw. Strohresten in der Bucht geachtet werden.
Erfüllt, wenn alle Kälber spätestens vom 8. Lebenstag an Heu, Stroh oder anderes Raufutter
(mit ausreichendem Rohfasergehalt) in mit dem Alter steigenden Mengen
erhalten.
Bedeutung Durch frühes Anbieten von Wasser, Heu und Kraftfutter wird die
Vormagenentwicklung der Kälber gefördert, Eisenmangel verhindert und dem
Beschäftigungsbedürfnis der Kälber nachgekommen.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird festgestellt, welche Futterration die Kälber erhalten und anhand der
verwendeten Futtermittel auf die Eisenversorgung der Kälber geschlossen. Bei
Verdacht, dass das Futter zu wenig Eisen enthalten könnte (z.B. Milchmast),
ist die Entnahme von Blutproben angezeigt (Tierärztin/ Tierarzt). Anzeichen auf
Anämie (blasse Schleimhäute, Trägheit, rasche Atem- und Pulsfrequenz,
verminderte Sauflust, Wachstumsverzögerung, Lecksucht, etc.) sind zu
berücksichtigen.
Beim durchschnittlichen Hämoglobinwert handelt es sich um den auf die
Kälbergruppe bezogenen durchschnittlichen Hämoglobinwert.
Erfüllt, wenn aufgrund der Futterration und fehlenden Anzeichen auf Anämie auf eine
ausreichende Eisenversorgung geschlossen werden kann oder wenn im
Verdachtsfall eine Blutprobe einen durchschnittlichen Hämoglobinwert von
Empfehlung Milch weist einen sehr niedrigen Eisengehalt auf (4 mg/kg T). Eine
ausreichende Eisenversorgung ist durch die Verfütterung von Raufutter (Heu,
Stroh) und Kraftfutter zu gewährleisten.
In Milchaustauscher-Alleinfutter für Kälber bis zu einem Gewicht von 70 kg
sollen mindestens 30 mg Eisen je kg, bezogen auf Alleinfuttermittel mit 88 %
Trockensubstanz enthalten sein. Milchaustauschfuttermittel für Aufzuchtkälber
sollen mindestens 60 mg Eisen enthalten. Ergänzungsfuttermittel zu
Magermilch für Aufzuchtkälber sollen mindestens 120 mg Eisen enthalten
(über 200 g pro Tier und Tag). Milchaustauschfuttermittel I für Mastkälber
sollen mindestens 40 mg Eisen enthalten.
Bedeutung Die vor allem in Leber und Milz eingelagerten Eisen-Vorräte neugeborener
Kälber reichen bei ausschließlichem Verfüttern von Milch nur etwa 3 – 4
Wochen lang zur Aufrechterhaltung der Hämoglobinbildung aus, weil Kuhmilch
ausgesprochen eisenarm ist.
Die Folge ist Anämie, welche neben den Symptomen (wie blasse
Schleimhäute, verminderte Sauflust, rascher Ermüdung, Trägheit, …) zu
zurückbleibendem Wachstum, Schwächung der Widerstandskraft und
sekundären Erkrankungen führen kann.
Übergangsfrist Keine.
Empfehlung Die Versorgung mit Biestmilch sollte aus eigenem Interesse, sogar innerhalb
der ersten zwei Lebensstunden, mit mindestens zwei Litern erfolgen.
Nach weiteren ca. 3 Stunden sollte es nochmals etwa 1,5 – 2 l Erstkolostrum
aufnehmen.
Eingefrorenes Erstkolostrum älterer Kühe für „Notfallsituationen“ zur Verfügung
halten („Notfallsituation“: Kuh wurde erst kurze Zeit vor dem Abkalbetermin
zugekauft, Kuh gibt keine/ nicht ausreichend Milch, Tod der Kuh, …)
Bedeutung Auf Grund der besonderen Verhältnisse der Gebärmutter des Rindes bekommt
Übergangsfrist Keine.
Übergangsfrist Keine.
E Betreuung
E 1 Die Tiere werden von fachkundigen Personen betreut, gepflegt
und kontrolliert
Rechtsnormen TSchG, § 14: Für die Betreuung der Tiere müssen genügend Betreuungspersonen
vorhanden sein, die über die erforderliche Eignung sowie die erforderlichen Kenntnisse
und beruflichen Fähigkeiten verfügen.
1. ThVO, § 3: Die erforderliche Eignung sowie die erforderlichen Kenntnisse und
beruflichen Fähigkeiten zur Betreuung von Tieren der Tierarten gemäß § 1 liegen
jedenfalls dann vor, wenn
1. die Betreuungsperson über eine einschlägige akademische oder schulische
Ausbildung verfügt, oder
2. die Betreuungsperson über eine Ausbildung als Tierpfleger verfügt, oder
Empfehlung Jede Betreuungsperson sollte ein Grundwissen über den Umgang, die
Haltung, Ernährung, Pflege und die Krankheiten von landwirtschaftlichen
Nutztieren besitzen. Die Person soll u. a. dazu imstande sein, zu erkennen, ob
Anzeichen einer Krankheit oder Verletzung der Tiere vorliegen sowie ob die
Haltungseinrichtungen in funktionsfähigem Zustand sind.
Es sollte auch bedacht werden, dass bei Erkrankung des Tierbetreuers eine
entsprechende Versorgung der Tiere sichergestellt ist.
Bedeutung Bei Personal mit zu geringer Erfahrung im Umgang und Management von
Nutztieren besteht die Gefahr, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der
Tiere beeinträchtigt werden.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn aufgrund des Zustandes der Tiere und der Stalleinrichtung darauf geschlossen
werden kann, dass genügend entsprechend qualifizierte Personen für die
Tierbetreuung vorhanden sind, die die übliche erforderliche Versorgung der
gehaltenen Tiere sicherstellen können.
Empfehlung Auch die Reaktion der Tiere auf die TierbetreuerInnen (ruhig-aufmerksam-
zutraulich oder ängstlich-schreckhaft-nervös, Ausweichdistanz der Tiere) bzw.
der beobachtbare Umgang der TierbetreuerInnen mit den Tieren (ruhig-
freundlich-bestimmt oder ungeduldig-nervös-grob) kann Auskunft über die
Qualität der Tierbetreuung geben.
Bedeutung Wenn nicht genügend Betreuungspersonen für die Betreuung der Tiere
vorhanden sind, werden die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere
beeinträchtigt.
Übergangsfrist Keine.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird der Zustand der Klauen beurteilt. Insbesondere ist auf „Stallklauen“
(Klauendeformationen, überlange Klauen, Durchtrittigkeit), Lahmheiten und
Entlastungsstellungen zu achten.
Es wird erfragt, wie häufig die Klauen der Tiere überprüft und wie häufig
eine fachgerechte Klauenpflege durchgeführt werden.
Erfüllt, wenn die Klauen gepflegt sind.
Bedeutung Durch regelmäßige Überprüfung und Pflege der Klauen können Schmerzen,
Leiden, Krankheiten und Leistungsminderungen verhindert werden.
Übergangsfrist Keine.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn Kuhtrainer, die bereits mit 1. Jänner 2005 in einem Stall Verwendung fanden,
auf das Einzeltier individuell eingestellt sind,
ein Mindestabstand von 5 cm zwischen Bügel und Widerrist des Tieres (bei
normal stehendem Tier) eingehalten wird und
der Kuhtrainer höchstens einen Tag pro Woche eingeschaltet wird und
nur bei trächtigen Kalbinnen und trächtigen Kühen längstens bis zu einem
Monat vor der zu erwartenden Abkalbung eingesetzt wird.
Empfehlung An alternativen Steuereinrichtungen (ohne elektrisierende Vorrichtung) sind die
„Aktorik“ (sensorgesteuerter mechanisch-pneumatischer Metallbügel) und
aufziehbare Krippenplanen am Markt.
Bedeutung Ein Großteil der Bügelberührungen findet nicht in Zusammenhang mit Koten
und Harnen statt. Der Kuhtrainer löst schmerzhafte Zustände und Angst aus
und beeinträchtigt die Brunst und somit die Fruchtbarkeit der Tiere. Das
arteigene Körperpflegeverhalten wird eingeschränkt.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn Kälbern kein Maulkorb angelegt wird. (Ausnahme: Es liegt eine medizinische
Indikation durch eine Tierärztin/ einen Tierarzt vor.)
Bedeutung Kälber mit einem Maulkorb sind in ihrem natürlichen Verhalten massiv
behindert. Das Fress-, Erkundungs-, Komfort- und Sozialverhalten kann nicht
oder nur erheblich eingeschränkt ausgeübt werden.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird erfragt, wie schnell kranke und verletzte Tiere entsprechend
untergebracht und einer Behandlung zugeführt werden. Befinden sich
erkrankte Tiere oder solche mit Spuren einer Erkrankung im Stall oder können
kürzlich aufgetretene Erkrankungen aus den Stallbuch-Aufzeichnungen
abgeleitet werden, kann die Unterbringung und Versorgung der Tiere überprüft
oder erfragt werden, und es können Informationen zum Krankheitsverlauf
eingeholt werden: z.B. „Seit wann liegt die Erkrankung vor? Welche
Maßnahmen wurden getroffen?“. Es kann auch anhand von häufig
vorkommenden Krankheiten, beispielhaft das Vorgehen bzw. das Erkennen
von Symptomen besprochen werden.
Die Heranziehung einer Tierärztin/ eines Tierarztes ist nicht erst dann
erforderlich, wenn die Erstversorgung durch den Halter wirkungslos geblieben
ist, sondern es ist in vielen Fällen die sofortige Heranziehung einer Tierärztin/
eines Tierarztes geboten, wenn die Tierhalterin bzw. der Tierhalter erkennen,
dass die Erstversorgung seine Möglichkeiten übersteigt oder wenn
seuchenrechtliche Vorschriften dies verlangen.
Erfüllt, wenn Tiere, die Anzeichen einer Krankheit oder Verletzung aufweisen, unverzüglich
ordnungsgemäß (erforderlichenfalls unter Heranziehung einer Tierärztin / eines
Tierarztes) versorgt und angemessen (erforderlichenfalls gesondert)
untergebracht werden.
Empfehlung Für eine angemessene Unterbringung für kranke oder verletzte Tiere sollten
insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
gesonderte Unterbringung und Schutz vor anderen Tieren
Ruhe
ausreichend Platz
weicher, wärmegedämmter Boden (Stroh!)
frische Luft
entsprechende Absonderung bei Ansteckungsgefahr
lahme Tiere in eine ausreichend große Box
Temperaturansprüche (z.B. kranke Kälber vom Iglu in wärmegedämmten
Bereich bringen)
Eine ordnungsgemäße Versorgung bezieht sich insbesondere auf:
Versorgung mit ausreichend Futter und Wasser sicherstellen
Notwendige Krankenpflege
Medikamente
Es ist empfehlenswert, Art der Behandlung, Menge und Rezeptur der
verwendeten Mittel im Stallbuch zu notieren. Dies erleichtert LandwirtInnen und
betreuender Tierärztin / betreuendem Tierarzt eine zielgerichtete Behandlung
der Tiere.
Bedeutung Werden kranke oder verletzte Tiere nicht so rasch als möglich angemessen
untergebracht, gepflegt und behandelt, besteht die Gefahr, dass die Tiere
Übergangsfrist Keine.
(2) In anderen Systemen gezüchtete oder gehaltene Tiere sind in solchen Abständen zu
kontrollieren, dass Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst möglichst
vermieden werden.
(3) Es muss eine geeignete (fest installierte oder bewegliche) Beleuchtung zur
Verfügung stehen, die ausreicht, um die Tiere jederzeit gründlich inspizieren zu können,
soweit dies für die Versorgung und Beobachtung der Tiere unerlässlich ist, jedenfalls
jedoch bei Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren.
1. ThVO, Anlage 2, 3.4: Kälber in Stallhaltung müssen mindestens zweimal täglich,
Kälber in Weidehaltung mindestens einmal täglich kontrolliert werden.
Erhebung Es wird erfragt, ob und wie oft die Tiere täglich gründlich kontrolliert
werden. Unter normalen Umständen reicht eine allgemeine
Augenscheinskontrolle aus. (Plausibilitätskontrolle: Kontrolle des
Tierbestandes nach kranken Tieren und Feststellung des letzten
Behandlungstermins)
Es wird festgestellt, ob zur Kontrolle eine geeignete Beleuchtung
vorhanden ist, die so stark ist, dass jedes Tier deutlich erkannt und
untersucht werden kann.
Erfüllt, wenn Kälber in Stallhaltung mindestens zweimal täglich, Kälber in Weidehaltung
mindestens einmal täglich kontrolliert werden.
Alle übrigen Rinder mindestens einmal am Tag kontrolliert werden.
(Ausgenommen davon sind Rinder, bei denen das Wohlbefinden nicht von
der regelmäßigen Versorgung durch den Menschen abhängt. Dies ist dann
der Fall, wenn die Fütterung und Tränke auch ohne tägliche Betreuung
stattfinden kann (beispielsweise während der Alpung). Bei diesen
Haltungsformen müssen die Tiere zumindest so oft kontrolliert werden,
dass Schmerzen, Leiden, Schäden und schwere Angst möglichst
vermieden werden.) Bei Tieren, die einer über das übliche Maß hinaus
erhöhten Aufmerksamkeit bedürfen (z.B. hochträchtige Tiere vor der
Geburt, neugeborene Tiere, erkrankte Tiere) ist die Kontrolle nach
Maßgabe der konkreten Umstände zu intensivieren.
Empfehlung Der Gesundheitszustand bzw. das Wohlbefinden der Tiere wird üblicherweise
anlässlich der Fütterungen überprüft. Bei einer Augenscheinkontrolle sollte
besonders auf folgende Auffälligkeiten geachtet werden:
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird erfragt, ob und wie oft automatische oder mechanische Anlagen und
Geräte, von deren Funktionsfähigkeit das Wohlbefinden der Tiere abhängt,
kontrolliert werden. Folgende Anlagen und Geräte sind dabei insbesondere
betroffen:
Lüftungsanlagen
Tränkeautomat
Tränkeeinrichtungen
Die Anlagen und Geräte werden auf Defekte überprüft.
Erfüllt, wenn automatische oder mechanische Anlagen und Geräte, von deren
Funktionsfähigkeit das Wohlbefinden der Tiere abhängt, mind. 1 x täglich
kontrolliert und Defekte unverzüglich behoben bzw. bei nicht sofort behebbaren
Mängeln andere Maßnahmen zur Sicherung des Wohlbefindens der Tiere
getroffen werden.
Bedeutung Sicherung der Versorgung der Tiere, Verhinderung von Schmerzen und
Leiden.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird erhoben, ob Materialien, welche für die bauliche Ausstattung der
Unterkünfte und für die Haltungsvorrichtungen in Verwendung sind und mit
denen die Tiere in Berührung kommen können, für die Tiere eine Gefahr
darstellen.
Insbesondere ist auf verschiedene Anstriche (Lacke, Putze, usw.), welche
Vergiftungen bei den Tieren hervorrufen können, und leicht zerstörbare
Materialien (Splitter, Fremdkörper) zu achten. Ein schlechter
Gesundheitszustand kann Hinweis für gesundheitsschädigende
Materialien sein.
Es wird erhoben, ob Materialien mit denen die Tiere in Berührung kommen
können, sich ihrem Verwendungszweck entsprechend angemessen
reinigen lassen. Sauberkeit kann als Anzeichen angesehen werden, dass
das Material angemessen gereinigt werden kann.
Erfüllt, wenn aufgrund der augenscheinlichen Überprüfung im Tierbereich keine gefährlichen
Materialien vorhanden sind und die Haltungseinrichtungen angemessen
sauber gehalten werden können.
Empfehlung Eine wichtige Grundlage für die Ausführung von Unterkünften und
Haltungsvorrichtungen liefern die Regeln der Bauordnung.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird die Haltungsumwelt der Tiere (Stall, Auslauf, usw.) dahingehend
überprüft, ob die Tiere sich in ihr verletzen könnten. Insbesondere ist auf
hervorstehende Nägel, Schrauben, scharfe Kanten, Unebenheiten, Rauheiten,
usw. zu achten.
Des Weiteren werden die Tiere auf Technopathien (= durch die
Haltungsumwelt verursachte Verletzungen am Tier) untersucht.
Erfüllt, wenn keine Teile mit hohem Verletzungsrisiko für die Tiere und keine durch diese
Teile hervorgerufenen Verletzungen vorhanden sind.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn Aufzeichnungen über medizinische Behandlungen vorliegen und tote Tiere
durch Ablieferungsschein an TKV und Meldung an AMA-Datenbank
dokumentiert werden.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird erhoben, ob sich die Weide in einem Gebiet befindet, in dem in
unmittelbarer Nähe (zeitlich und örtlich) landwirtschaftliche Nutztiere von
Erfüllt, wenn in Gebieten, in denen in unmittelbarer Nähe Risse vorgefallen sind, gefährdete
Tiere vor Raubtieren geschützt und Tiere generell vor etwaigen sonstigen
Gefahren entsprechend geschützt sind. Wenn in einem Gebiet bisher keine
relevanten Schäden (z.B. Risse, Verletzungen) durch Raubtiere aufgetreten
sind, gilt diese Anforderung auch wenn keine besonderen Maßnahmen
ergriffen wurden, als erfüllt.
Empfehlung Für gewöhnlich stellen große Beutegreifer wie Bär, Wolf oder Luchs für
ausgewachsene gesunde Rinder kaum eine Bedrohung dar. Neugeborene
Kälber sowie kranke Tiere könnten eventuell durch große Beutegreifer
gefährdet sein. In betroffenen Gebieten sind eine angepasste Einzäunung und
eine konsequente Kontrolle der Zäune von Bedeutung. Eventuell kann eine
kurzfristige Bewachung (allenfalls mit Hütehunden) sinnvoll sein. Ein
allumfassender Schutz vor Raubtieren wird ebenso wie bei anderen
natürlichen Gefährdungen (z.B. Blitzschlag, Wetterumstürze, Steinschlag)
jedoch bei dieser Haltungsform, die als äußerst artgemäß zu bezeichnen ist,
nicht möglich sein.
Übergangsfrist Keine.
F Eingriffe
F 1 Gummiringe, Ätzstifte und Ätzsalben sind verboten und werden
nicht verwendet
Rechtsnormen TSchG., § 7, Abs. 4.: Die Anwendung von Gummiringen, Ätzstiften und Ätzsalben ist
verboten.
Erhebung Es wird erfragt, ob Gummiringe, Ätzstifte und Ätzsalben für Eingriffe am Tier
verwendet werden.
Bedeutung Diese Methoden führen zum langsamen Absterben von Körpergewebe und
verursachen damit erwiesenermaßen besonders lang anhaltende Schmerzen
und Leiden. Bei Ätzstiften und -salben besteht die Gefahr der Verätzung von
Hautteilen außerhalb der Anwendungsstellen.
Übergangsfrist Keine.
(1) Es dürfen nur die in den Anlagen 1 bis 11 festgelegten Eingriffe vorgenommen
werden.
(2) Sonstige sachkundige Personen, die Eingriffe vornehmen dürfen, sind
Betreuungspersonen [Anm. vgl. § 3 1. ThVO] oder Personen, die nachweislich eine
einschlägige Ausbildung insbesondere durch Kurse, Lehrgänge oder Praktika
aufweisen, die die grundsätzlichen Kenntnisse der Anatomie, die Kenntnis der
einschlägigen Rechtsvorschriften und ethologischen Grundsätze und die fachgerechte
praktische Durchführung der Eingriffe beinhaltet.
1. ThVO, Anlage 2, 2.8.: Zulässige Eingriffe sind:
– der Eingriff bei Kälbern unter 6 Wochen durch eine sachkundige Person und
unter Einsatz von Sedierung, Lokalanästhesie und postoperativ wirksamer
Schmerzmittel durchgeführt wird oder
– der Eingriff durch einen Tierarzt unter Einsatz von Sedierung, Lokalanästhesie
und postoperativ wirksamer Schmerzmittel durchgeführt wird.
Erhebung Werden die Rinder nicht enthornt, ist diese Frage zu überspringen.
Wird enthornt, wird erhoben (unter anderem anhand der
tierarzneimittelrechtlichen Aufzeichnungen),
ob eine Sedierung, eine Lokalanästhesie und ein postoperativ wirksames
Schmerzmittel durch die Tierärztin / den Tierarzt eingesetzt werden.
mit welchem Alter die Tiere enthornt werden,
wer den Eingriff durchführt (Tierärztin/Tierarzt, Betreuerin/Betreuer, …),
und
wie der Eingriff durchgeführt wird (Ausbrennen mit Brennstab, andere
Methode)
Erfüllt, wenn der Eingriff von einer Tierärztin /einem Tierarzt unter Einsatz von
Sedierung, Lokalanästhesie und postoperativ wirksamer Schmerzmittel
durchgeführt wird, oder auch wenn
der Eingriff bei Kälbern unter 6 Wochen von einer sonstigen sachkundigen
Person (z.B. Landwirtin / Landwirt, Betreuungsperson) nach Einsatz von
Sedierung, Lokalanästhesie und postoperativ wirksamer Schmerzmittel
durch die Tierärztin / den Tierarzt durchgeführt wird.
Sonstige sachkundige Personen, die Eingriffe vornehmen dürfen, sind
Betreuungspersonen (vgl. Frage E 1) oder
Personen, die nachweislich eine einschlägige Ausbildung insbesondere
durch Kurse, Lehrgänge oder Praktika aufweisen (Grundlagen der
Anatomie, Rechtsvorschriften, Ethologie, fachgerechte praktische
Durchführung).
Empfehlung Jeder Eingriff stellt eine Belastung für das Tier dar und sollte möglichst
vermieden werden.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Werden die Schwänze der Kälber nicht kupiert, ist diese Frage zu
überspringen.
Werde Schwänze kupiert, wird erhoben (unter anderem anhand der
tierarzneimittelrechtlichen Aufzeichnungen),
ob bzw. worin eine betriebliche Notwendigkeit zur Minderung der
Verletzungsgefahr für die Tiere besteht,
wer den Eingriff durchführt,
ob der Eingriff nach wirksamer Betäubung und postoperativ wirksamer
Schmerzbehandlung durchgeführt wird,
ob höchstens 5 cm der Schwanzspitze entfernt werden, und
welche prophylaktischen Maßnahmen getroffen werden.
Erfüllt, wenn das Kupieren des Schwanzes von Kälbern nur bei einer betrieblichen
Notwendigkeit zur Minderung der Verletzungsgefahr für die Tiere durch eine
Tierärztin oder einen Tierarzt im Ausmaß von höchstens 5 cm nach wirksamer
Betäubung und postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt wird.
Eine betriebliche Notwendigkeit ist nur dann gegeben, wenn durch
prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung von
Schwanzspitzenentzündungen kein Erfolg erzielt werden kann.
Empfehlung Jeder Eingriff stellt eine Belastung für das Tier dar und sollte möglichst
vermieden werden.
Dem Problem einer Schwanzspitzenentzündung kann durch intensive
Ursachenbekämpfung vorgebeugt werden. Folgende Ursachen für diese
Faktorenkrankheit sind bekannt:
enge Belegung von Rindermastbuchten auf Vollspaltenboden
Beschaffenheit des Spaltenbodens (scharfe Kanten, Scharten, …)
Fliegenplage (vermehrt Schwanzschlagen)
Stresszustände
Fütterung: zu geringe Strukturierung des Futters (bei Raufuttergaben die
Verhaltensmerkmale Saugen, Beißen am Schwanz anderer Tiere,
Acidose)
Bedeutung Es darf nur der Schwanzspitzenteil um max. 5 cm kupiert werden. Dieser Teil
enthält keine Knochen und gilt als besonders anfällig.
Übergangsfrist Keine.
1. ThVO, § 4.
1. ThVO, Anlage 2, 2.8.: Zulässige Eingriffe sind: [...]
3. Die Kastration männlicher Rinder, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt oder einen
Viehschneider, der dieses Gewerbe nach gewerberechtlichen Vorschriften ausübt, nach
wirksamer Betäubung und postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt
wird.
Erhebung Werden die männlichen Rinder nicht kastriert, ist diese Frage zu überspringen.
Werden die männlichen Rinder kastriert, wird erhoben (unter anderem anhand
der tierarzneimittelrechtlichen Aufzeichnungen),
wer den Eingriff durchführt und
ob der Eingriff nach wirksamer Betäubung und postoperativ wirksamer
Schmerzbehandlung durchgeführt wird.
Sowohl die blutige, als auch die unblutige Kastration (z.B. mittels Burdizzo-
Zange) fallen unter diese Bestimmung.
Begriff „gewerblicher Viehschneider“ siehe Glossar.
Erfüllt, wenn die Kastration männlicher Rinder durch eine Tierärztin / einen Tierarzt oder
einen gewerblichen Viehschneider nach wirksamer Betäubung und
postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt wird.
Empfehlung Jeder Eingriff stellt eine Belastung für das Tier dar und sollte möglichst
vermieden werden.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn die Tierärztin/ der Tierarzt oder eine sonstige sachkundige Person
(= Betreuungsperson oder Person, die nachweislich eine einschlägige
Ausbildung aufweist) den Eingriff durchführt.
Empfehlung Jeder Eingriff stellt eine Belastung für das Tier dar und sollte möglichst
vermieden werden.
Eine Betäubung wird vom Gesetz nicht vorgeschrieben. Der Eingriff sollte
trotzdem mit Betäubung vorgenommen werden. Entsprechende Empfehlungen
hinsichtlich Technik, Hygiene, Fixierung, Alter der Tiere, usw. sollten jedenfalls
berücksichtigt werden. Nach dem Einziehen des Ringes empfiehlt es sich die
Wunde mehrere Male zu jodieren und aufgrund der Schmerzhaftigkeit diesen
14 Tage lang nicht zu berühren.
Bedeutung Nur Personen, mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrung, können den
Eingriff so durchführen, dass unnötige Schmerzen und Leiden vermieden
werden.
Übergangsfrist Keine.
vorgenommen werden.
Erfüllt, wenn Eingriffe, die nicht bereits in Frage F 2 – 5 genannt wurden oder der
fachgerechten Kennzeichnung der Tiere mittels Ohrmarke und Tätowierung
dienen, nur von einer Tierärztin oder einem Tierarzt zu therapeutischen oder
diagnostischen Zwecken durchgeführt werden.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Die überdachte Liegefläche ist dann ausreichend groß dimensioniert, wenn aus
der Beobachtung der Tiere darauf geschlossen werden kann, dass alle Tiere
gleichzeitig und ungestört liegen können
Begriff „Liegefläche“ vgl. Glossar.
Erfüllt, wenn alle Tiere gleichzeitig auf der Liegefläche liegen können.
Übergangsfrist Keine. Die geforderte Liegefläche ist durch das Herausnehmen von Tieren
einzuhalten.
Übergangsfrist Keine! Ist der Nährzustand der Tiere als schlecht einzustufen oder liegen
Mängel im Fütterungsmanagement vor, ist umgehend darauf zu reagieren.
Übergangsfrist Keine. Ist der Nährzustand der Tiere als schlecht einzustufen oder liegen
Mängel im Fütterungsmanagement vor, ist umgehend darauf zu reagieren.
Bedeutung Mit Kot und Harn vermischter Morast schädigt Klauen und Haut.
Übergangsfrist Keine.
Erfüllt, wenn plausibel gemacht werden kann, dass für kranke und verletzte Tiere eine
geeignete Unterbringungsmöglichkeit vorhanden ist.
Bedeutung Kranke und verletzte Tiere sind in ihrer Kälte- u. Wärmetoleranz beeinträchtigt
und benötigen spezielle Betreuung.
Z Zuchtmethoden
Z 1 Es werden keine natürlichen oder künstlichen Zuchtmethoden
angewendet, die den Tieren Leiden oder Schäden zufügen oder
zufügen können
Rechtsnormen §22 TSchG:
(1) Natürliche oder künstliche Zuchtmethoden, die das Wohlbefinden der Tiere länger
oder dauerhaft beeinträchtigen sind verboten.
(2) Diese Bestimmung schließt nicht die Anwendung von Verfahren aus, die nur geringe
oder vorübergehende Beeinträchtigungen des Wohlbefindens verursachen. […]
§ 5 Tierschutzgesetz Abs. 2:
Gegen Abs.1 verstößt insbesondere wer
1. Züchtungen vornimmt, bei denen vorhersehbar ist, dass sie für das Tier oder dessen
Nachkommen mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst verbunden sind
(Qualzüchtungen), sodass in deren Folge im Zusammenhang mit genetischen
Anomalien insbesondere eines oder mehrere der folgenden klinischen Symptome bei
den Nachkommen nicht nur vorübergehend mit wesentlichen Auswirkungen auf ihre
Gesundheit auftreten oder physiologische Lebensläufe wesentlich beeinträchtigen oder
eine erhöhte Verletzungsgefahr bedingen:
a) Atemnot
b) Bewegungsanomalien
c) Lahmheiten
d) Entzündungen der Haut,
e) Haarlosigkeit,
f) Entzündungen der Lidbindehaut und/oder der Hornhaut,
g) Blindheit
h) Exophtalmus,
i) Taubheit,
j) Neurologische Symptome
k) Fehlbildungen des Gebisses,
l) Missbildungen der Schädeldecke
m) Körperformen bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden
muss, dass natürliche Geburten nicht möglich sind, oder Tiere mit
Qualzuchtmerkmalen importiert, erwirbt, vermittelt, weitergibt oder ausstellt.
Erfüllt, wenn die Zuchttiere und die Nachzucht in einem guten körperlichen Zustand sind
und keine Qualzuchtmerkmale und / oder Anzeichen von vererbbaren
Krankheiten aufweisen.
Übergangsfrist Keine.
Erhebung Es wird durch Beobachtung festgestellt, ob Tiere vorhanden sind, die aufgrund
ihres Geno- oder Phänotyps (siehe Glossar) durch die Haltung in ihrer
Gesundheit oder ihrem Wohlergehen beeinträchtigt sind.
Erfüllt, wenn die Tiere (auf Grund ihres Geno- oder Phänotyps) durch die vorliegende
Haltung nicht in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt werden.
Übergangsfrist Keine.
Kommunikationsplattform VerbraucherInnengesundheit
[Link]
Landwirtschaftskammern Österreich
[Link]
Österreichischer Tiergesundheitsdienst
[Link]
Rinderzucht Austria
[Link]
Veterinärmedizinische Universität
[Link]
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
[Link]