Midterm ProLog II
Kapitel 1- Einführung LP Modellierung
Bei Video 14:30 - Doppelt "x" verwendet. Sollte beim zweiten Mal "y" statt
"x" heißen.
24:25 - Aussage intendiert als: Der Gewinn 442 entsteht nicht bei (34,
19.2), sondern bei (34, 0) und (0, 19.2).
Definition Optimierungsproblem:
Aus vielen Handlungsalternativen (Entscheidungen)
Unter Berücksichtigung knapper Ressourcen (Beschränkungen)
Eine realisierbare Kombination (zulässige Lösung) finden,
Um ein Zielkriterium (Zielfunktion)
Möglichst gut zu erreichen
Mathematische Modellierung (LP-Modell)
Graphische Interpretation des LP-Modells:
1. Einzeichnen der Geraden für die Malz-Nebenbedingung:
35x + 20y <= 1190
2. X = 0 => y = 59.5 (einzeichnen), danach dasselbe mit x machen x = 34
3. Bei allen Ressourcen oder Produkte eine Gerade einzeichnen
4. Zulässigen Bereich markieren (alles was hinter oder unter der Gerade liegt).
5. Einzeichnen der Zielfunktions-Geraden:
13x + 23y (Gewinnfunktion)
6. Schnittpunkt mit x-Achse und ZF-Wert: x = 34, y = 0, Werte einsetzen = 442.
7. Schnittpunkt mit y-Achse: x = 0, y = ? ersetzen und y = 19,21739, danach einzeichnen
Optimale Lösungen:
Liegen meist an einem Eckpunkt des zulässigen Bereichs
Erfüllen daher mindestens eine Nebenbedingung mit Gleichheit, und
Können nicht verbessert werden durch Hinzufügen von zusätzlichen Nebenbedingungen
(WARUM)
Ein Modell/Problem kann mehrere optimale Lösungen haben (WANN)
Lineares Optimierungsmodell- Erweitert: neue Sorte oder Produkt wird hinzugefügt, folglich
gilt es als neue EV, bei der ZF und bei den Nebenbedingungen.
Notizen HÜ 1:
1-1
Ein Sportartikelhersteller verkauft im Winter zwei Produkte: Snowboards und Skis. Beide Produkte durchlaufen bei der Produktion zwei
verschiedene Arbeitsschritte: Das Lackieren und das Montieren der Einzelteile.
Um ein Snowboard herzustellen, werden 16 Minuten zum Lackieren und 51 Minuten zum Montieren benötigt; für ein Paar Ski hingegen 32
Minuten zum Lackieren und 39 Minuten zum Montieren. Pro Woche stehen dem Unternehmen 3500 Minuten zum Lackieren und 4500
Minuten für die Montage zur Verfügung.
Jedes produzierte Snowboard kann sofort um 160 EUR verkauft werden und jedes Paar Ski um 220 EUR.
Nun will der Hersteller einen optimalen Produktionsplan pro Woche finden, der seinen Umsatz maximiert. Erstellen Sie ein LP-Modell für
das beschriebene Problem unter der Berücksichtigung aller Nebenbedingungen.
Untere Grenze bei EV- kann niemals negativ produziert werden, folglich 0. Obere Grenze via
Betrachtung für einzelne Stationen (Pro Woche 3500 Min.).
Nebenbedingungen:
Zielfunktion: max(160x + 220y), da der Umsatz maximiert werden soll.
Kapazitäten Lackieren und Montage (Minuten usw.)
Nichtnegativität
Ganzzahligkeit
Alternativ wäre- natürliche Zahlen im Allgemeinen
Mögliche Theoriefrage: Warum kann es für das Unternehmen Sinn ergeben, Snowboards herzustellen,
obwohl ein Paar Ski mehr Geld einbringt als ein Snowboard?
Es könnte für das Unternehmen sinnvoll sein, Snowboards herzustellen, da die Ski mehr
Minuten beim Lackieren benötigen, was bedeutet, dass eventuell weniger von ihnen
produziert werden können. Dies kann zu einem niedrigeren Gesamtgewinn führen. Um das zu
überprüfen, müsste das Problem gelöst und die optimale Lösung gefunden werden.
1-2
Ein Unternehmen verwendet 3 Maschinen, M1, M2 und M3, zur Herstellung zweier Produkte mit den jeweiligen Produktionsmengen x und
y. Die Zielfunktion und die Nebenbedingungen sind wie folgt gegeben:
max Z=5 x+ 8 y
unter den Nebenbedingungen:
Kapazitätsrestriktion M1: 2 x+5 y ≤ 120
Kapazitätsrestriktion M2: 2 x+5 y ≤ 90
Kapazitätsrestriktion M3: 4 x+ 2 y ≤100
Nichtnegativitätsbedingungen: x , y ≥0
Graphische Darstellung:
60
50
40 KR M1
KR M2
30 KR M3
20 NN x_1
NN x_2
10
0
0 10 20 30 40 50 60 70
Um die optimale Lösung zu finden bzw. Optimum zu bestimmen, zeichnen wir eine ZF ein. Zum
Beispiel mit dem Funktionswert 100 (ZF 1) und verschieben diese dann parallel, bis wir an den Rand
des zulässigen Bereiches kommen (ZF 2), dort liegt das Optimum.
ZF im Optimum: 180 = 5*20 + 8*10
Die Lösung liegt im Punkt 20/10. 60
50
KR M1
40
KR M2
30 KR M3
NN x_1
20
NN x_2
Angenommen, die Kapazität bei M3 kann von 100 auf 110 ZF 2
Einheiten erhöht werden. Was beobachten Sie? Wie verändert 10
sich der zulässige Bereich? Ist der Zielfunktionswert aus B ZF 1
immer noch optimal? Falls nicht, berechnen Sie den neuen
optimalen Zielfunktionswert! 0 Optimum
0 10 20 30 40 50 60 70
60
50
KR M1
40 KR M2
KR M3
NN x_1
30 NN x_2
ZF 2 Neu
ZF 1
20
Optimum Neu
KR M3 Neu
10
0
0 10 20 30 40 50 60 70
Kapitel 2 – Produktionsprogrammplanung
Hauptproduktionsprogrammplanung
• Anpassung der Vorgaben aus der Beschäftigungsglättung an
• konkrete, vorhandene Kundenaufträge
• aktuellere, kurzfristige Nachfrageprognosen
• Lagerbestandsentwicklung der einzelnen Produkte
• Termingerechte Erreichung der Produktionsziele
• Liefertermine für Kundenaufträge
• rechtzeitige Fertigung von Zwischenprodukten
• Minimierung der Produktions-, Lager-, und ressourcenabhängigen Kosten
Kapazitätsbelastungen im Zeitablauf
Produkte durchlaufen mehrere Produktionssegmente/anlagen.
Jede Anlage/Maschine hat i.d.R. eine andere Kapazität.
Engpässe sollten auf jeder Maschine vermieden werden.
Zwischenerzeugnisse sollten dabei auch berücksichtigt werden.
Periodische Produktion und Überproduktion
Periodenübergreifende Lagerbestände: Lagerkosten
Möglichkeit zur Überproduktion: Zusatzkosten, z.B. Überstunden; Limitiert, z.B.
Arbeitszeitgesetze
LP-Implementierung- Zielfunktion:
LP-Implementierung- Gesamtkapazitätsbelastung
LP-Implementierung- Lagerbilanzen
Zusammenfassung:
• Mit der Produktionsprogrammplanung werden taktische Pläne und Vorgaben an operative
Gegebenheiten (tatsächliche Aufträge, etc.) angepasst.
• Der Planungshorizont ist dabei wesentlich kürzer (Tage/Wochen vs. Monate)
• Die Genauigkeit der Planung ist wesentlich detaillierter.
• Optimale Produktionspläne:
• Minimieren die Kosten für Lagerung bzw. Zusatzkapazität,
• unter Berücksichtigung der Liefertermine und der Erzeugnisstrukturen.
Kontrollfragen:
• Wo liegen die Unterschiede zwischen Beschäftigungsglättung und Produktionsprogrammplanung?
• Was ist ein Gozinto Graph?
• Was versteht man unter dem Begriff „interne Nachfrage“?
• Kann Lagerhaltung sinnvoll sein, wenn sie teurer ist als Zusatzkapazität?
• Kann Zusatzkapazität sinnvoll sein, wenn sie teurer ist als Lagerhaltung?
HÜ 2
Wie viele Entscheidungsvariablen hat das Problem insgesamt? In welche Arten/Typen lassen sie sich
unterteilen?
Das Problem enthält insgesamt 44 Entscheidungsvariablen.
Die drei zu unterscheidenden Arten an Entscheidungsvariablen sind (1) die Produktionsmengen bzw.
Zukaufsmengen, (2) die Lagermengen und (3) die Einheiten an benötigter Zusatzkapazität.
Produktionsmenge: 3 Produkte, welche in 4 Perioden hergestellt werden können → 3 * 4 = 12
Entscheidungsvariablen
Zukaufsmenge: 1 Produkt, welches in 4 Perioden zugekauft werden kann → 4 Entscheidungsvariablen
Lagermenge: 4 Produkte, welche über 4 Perioden gelagert werden können → 4 * 4 = 16
Entscheidungsvariablen
Zusatzkapazität: Auf 3 Stationen können über 4 Perioden zusätzliche Kapazitäten genutzt werden → 3
* 4 = 12 Entscheidungsvariablen
12 + 4 + 16 + 12 = 44 Entscheidungsvariablen insgesamt
Zeichnen Sie einen Gozinto-Graphen, um die Verhältnisse zwischen den verschiedenen Produkten
abzubilden. Erklären Sie in diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen interner und externer
Nachfrage.
Externe Nachfrage ist die
Nachfrage, die von außerhalb des
Unternehmens stammt. Man
spricht z.B von externer
Nachfrage, wenn ein Kunde ein
Produkt des Unternehmens kaufen
möchte.
Bei der internen Nachfrage
handelt es sich hingegen um
Nachfrage, die von innerhalb des
Unternehmens stammt. So spricht
man z.B. von interner Nachfrage,
wenn das Unternehmen sein
eigenes Produkt für die Produktion eines anderen Produkts benötigt, wie dies z.B. bei den
Reißverschlüssen oder beim Kunstleder der Fall ist.
(Achtung: Erweiterung Pkt i haben die Reißverschlüsse sowohl interne als auch ext. Nachfrage)
Unter welchen Umständen kann es passieren, dass man bei der Hauptproduktionsprogrammplanung
keine zulässige Lösung erhält?
Entweder, weil die Normal- und Zusatzkapazitäten auf mindestens einer Maschine zu gering sind, um
die Nachfrage zu befriedigen, oder weil der Lagerplatz zu knapp ist, um genügend vorproduzierte
Produkte zu lagern; oder eine Kombination aus den beiden Problemen.
Warum würde es grundsätzlich keinen Sinn machen, die zugekauften Mengen an Kunstleder zu
lagern?
Es ist in jeder Periode möglich, Kunstleder unbegrenzt bzw. je nach Bedarf zuzukaufen. Es ist daher
nicht notwendig, Kunstleder zu lagern. Dies würde nur zusätzliche Kosten verursachen.