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ZF 2

Eine Zahlenfolge ist eine reelle Funktion, deren Glieder durch aufeinanderfolgende natürliche Zahlen bestimmt werden. Es gibt zwei Hauptarten von Bildungsvorschriften: explizite, die direkt von n abhängen, und rekursive, die auf vorherigen Gliedern basieren. Zudem werden Eigenschaften wie Monotonie und Konvergenz behandelt, wobei konvergente Folgen einen Grenzwert besitzen, während divergente Folgen keinen haben.

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ZF 2

Eine Zahlenfolge ist eine reelle Funktion, deren Glieder durch aufeinanderfolgende natürliche Zahlen bestimmt werden. Es gibt zwei Hauptarten von Bildungsvorschriften: explizite, die direkt von n abhängen, und rekursive, die auf vorherigen Gliedern basieren. Zudem werden Eigenschaften wie Monotonie und Konvergenz behandelt, wobei konvergente Folgen einen Grenzwert besitzen, während divergente Folgen keinen haben.

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4.

3 Zahlenfolgen
4.3.1 Definition und Darstellung

Def.: Eine Zahlenfolge ist eine reelle Funktion f, deren Definitionsbereich D(f) aus
aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen besteht. Die Funktionswerte 𝑓𝑓(𝑛𝑛) heißen
Glieder der Zahlenfolge und werden mit dem Symbol 𝑎𝑎𝑛𝑛 bezeichnet.
Eine Zahlenfolge bezeichnet man mit dem Symbol (𝑎𝑎𝑛𝑛 ). Dabei bedeutet
𝒏𝒏 ein Argument der Zahlenfolge und
𝒂𝒂𝒏𝒏 das Glied der Zahlenflge.
n −1
Bsp.: Durch das allgemeine Glied an= und den Definitionsbereich 𝑁𝑁\{0} ist die
n
 n −1
Zahlenfolge (a n ) = 
1 2 3 4
 = 0; ; ; ; ;... festgelegt.
 n  2 3 4 5
Dabei werden nur die Elemente des Wertebereiches aufgeführt - die dazugehörigen
Elemente des Definitionsbereiches ergeben sich aus dem Index.

Zur graphischen Darstellung m. H. eines Koordinatensystems verwendet man die


Wertetabelle

𝑛𝑛 1 2 3 4 5 6 ...
𝑎𝑎𝑛𝑛 0 1 2 3 4 5
2 3 4 5 6

Das ergibt diskrete Punkte im Koordinatensystem.

𝑎𝑎𝑛𝑛

Oft stellt man die Glieder an auf einer Zahlengeraden dar.

Bei der Angabe von Bildungsvorschriften durch einen Term unterscheiden wir im Wesentlichen
zwei Möglichkeiten, nämlich die explizite und die rekursive Bildungsvorschrift.
Die explizite Bildungsvorschrift ist dadurch gekennzeichnet, dass das allgemeine Glied 𝑎𝑎𝑛𝑛
allein von n abhängig, dagegen unabhängig von der Angabe anderer Glieder der Zahlenfolge ist.
Jedes Glied 𝑎𝑎𝑛𝑛 lässt sich also bei Kenntnis der Platznummer aus dieser bestimmen.
Die rekursive Bildungsvorschrift gibt an, wie man ein beliebiges Glied ak+1 aus seinem Vorgänger
ak ( k ≥ 1) erhält und wie das Anfangsglied a1 lautet. Rekursive Bildungsvorschriften können sich
auch auf zwei oder mehrere Vorgänger beziehen.
[Beispiele mit 𝐷𝐷(𝑓𝑓) = 𝑁𝑁\{0}]
Beispiel Explizit Rekursiv
1 an = n an = an − 1 + 1; a1 = 1
2 1 9
an = 1 − n an = an −1 + ; a1 = 0,9
10 10n
3 n 1 7
an = 2 + an = an − 1 + ; a1 =
3 3 3
4 n 1 1
1 an = an − 1 ⋅ ; a1 =
an =   2 2
2
4.3.2 Eigenschaften von Zahlenfolgen - Arten von Folgen
4.3.2.1Die Monotonie - monotone Folgen

Def.: Eine Zahlenfolge (an) heißt genau dann


monoton wachsend, monoton fallend,

wenn für alle Argumente 𝑛𝑛 gilt:

an +1 ≥ an an +1 ≤ an

(Für strenge Monotonie gilt das „=” nicht!)

Streng monoton wachsende Folgen mit 𝐷𝐷(𝑓𝑓) = 𝑁𝑁\{0} sind z.B.

(1) (a n ) = (n ) = (1; 2; 3; 4; ...)


(2) (a n ) = 1 − 1 
n 
= (0,9; 0,99; 0,999; 0,9999; ...)
 10 

(3) (a n ) =  2 + n  =  7 ; 8 ; 9 ; 10 ; ...
 3 3 3 3 3 

Streng monoton fallende Folgen sind z.B.

(4) (a n ) = (− n 2 ) = (− 1; − 4; − 9; − 16; ...)

(5) (a n ) =  1 
n 
1 1 1 1 1
=  ; ; ; ; ; ... 

2   2 4 8 16 32 

(6) (a n ) =  n + 1  =  2; 3 ; 4 ; 5 ; ...
 n   2 3 4 

 n 2 − 1   3 15 3 35 
Die Zahlenfolge (a n ) =   =  0; ; 1; ; ; ; ...  mit 𝐷𝐷(𝑓𝑓) = 𝑁𝑁 \{0}
 2   4 16 4 64 
n

ist nicht monoton, weil sie bis zum dritten Glied wächst, dann aber fällt.
Wie kann man nun zeigen, ob eine Folge monoton ist?
- durch einen Beweis!
4𝑛𝑛+5
Bsp.: Gegeben sein soll die Folge (𝑎𝑎𝑛𝑛 ) = mit 𝐷𝐷(𝑓𝑓) = 𝑁𝑁\{0}
3𝑛𝑛−1
Wir untersuchen die ersten Glieder:

4∙1+5 9 4∙2+5 13 4∙3+5 17 4∙4+5 21


𝑎𝑎1 = = , 𝑎𝑎2 = = , 𝑎𝑎3 = = , 𝑎𝑎4 = =
3∙1−1 2 3∙2−1 5 3∙3−1 8 3∙4−1 11

Wir erkennen 𝑎𝑎1 > 𝑎𝑎2 > 𝑎𝑎3 > 𝑎𝑎4 > ? ? und vermuten: Die Folge ist streng monoton fallend.
Wir formulieren einen
 4n + 5 
Satz: Die Folge (an ) =   mit 𝑛𝑛𝑛𝑛𝑛𝑛\{0} ist streng monoton fallend.
 3n − 1 
Vor.:D = N\ {0}
4n + 5 4(n + 1) + 5 4n + 9
an = ; an +1 = =
3n − 1 3(n + 1) − 1 3n + 2

Beh.: ∀ n ∈ D : an > an +1
Analyse:
an > an +1
4n + 5 4n + 9
> ∀ n ∈ D : (3n − 1 > 0 ∧ 3n + 2 > 0 )
3n − 1 3n + 2
d.h. bei Multiplikation mit diesen
Termen bleibt das Relationszeichen erhalten.
(4n + 5)(3n + 2) > (4n + 9)(3n − 1)
12n 2 + 23n + 10 > 12n 2 + 23n − 9
10 > −9 Das ist eine wahre Aussage
Beweis : 10 > −9
12n + 23n + 10 > 12n 2 + 23n − 9
2

(4n + 5)(3n + 2) > (4n + 9)(3n - 1) ∀ n ∈ D : (3n − 1 > 0 ∧ 3n + 2 > 0)


4n + 5 4n + 9
→ >
3n − 1 3n + 2
→ an > an +1
→ Behauptung w.z.b.w.
oder kürzer geschrieben:
Weil jeder Schritt der Analyse eindeutig umkehrbar ist, folgt die Behauptung:
∀n ∈ D : an > an +1 w.z.b.w.

AUFGABEN
 n 
1. Vollziehen Sie diese Schrittfolge für die Zahlenfolge (bn ) =  !
 n +1
n +1
2. Machen Sie eine Aussage über die Zahlenfolge mit an = 2 und beweisen Sie diese!
n

[Link] Die Konvergenz - konvergente Zahlenfolgen

Unendliche Zahlenfolgen unterscheiden sich auch dadurch, dass sie einen oder keinen
Grenzwert haben.

Die Folge (a n ) =  n − 1  =  0; 1 ; 2 ; 3 ; 4 ; ... hat den Grenzwert 1, denn für immer


 n   2 3 4 5 
größer werdende n nähern sich die Glieder der Folge immer mehr der Zahl 1.

Def.: Unter einer ε – Umgebung einer Zahl g ∈ R versteht man das offene Intervall (g - ε; g+ε),
wobei ε eine beliebig kleine positive reelle Zahl ist.

Def.: Eine Zahl g heißt genau dann Grenzwert einer unendlichen Zahlenfolge (an), wenn in
jeder noch so kleinen ε – Umgebung von g fast alle Glieder der Folge liegen, d.h., wenn für
unendlich viele an die Ungleichung an − g < ε gilt und für höchstens endlich viele an nicht.
Mit anderen Worten: Hat eine unendliche Zahlenfolge (an ) den Grenzwert g, so ist von einem
bestimmten Glied an der Folge an der Abstand aller Folgenglieder von g kleiner als ε.
Man schreibt lim an = g und liest: limes für n gegen unendlich von an gleich g.
n →∞

Def.: Eine unendliche Zahlenfolge, die einen Grenzwert besitzt heißt konvergent. Unendliche
Zahlenfolgen ohne Grenzwert nennt man divergent. Eine Zahlenfolge, die den Grenzwert g = 0
besitzt, heißt Nullfolge.
Bsp.:
n −1
lim n = 1
n →∞
konvergente Folgen
1
lim n = 0
n →∞
lim n = ∞
n →∞
divergente Folgen
lim (− 1) n ≠ g
n 2
n →∞

Berechnung der Grenzwerte unendlicher Zahlenfolgen

(1) Wenn (an ) = (c ) eine konstante Zahlenfolge ist, so ist lim c = c


n →∞
(2) Nullfolgen (g = 0) sind z.B.
1 7
lim = 0 lim 4 = 0
n →∞ n n →∞ n
4 10
lim = 0 lim =0
n →∞ n n →∞ n

(3) Die Grenzwertsätze:


Falls lim an = a und lim bn = b , so gilt:
n →∞ n →∞
lim (an ± bn ) = a ± b
n →∞

lim (an ⋅ bn ) = a ⋅ b
n →∞

lim
an a
= (bn ≠ 0; b ≠ 0)
n → ∞ bn b

(4) Ein spezieller Grenzwert


n
 1
lim 1 +  = e = 2,718281828455...
n →∞  n
Die Zahl e ist irrational und hat in den Wissenschaften eine große Bedeutung.
Sie heißt Eulersche Zahl.

Beispiele zur Berechnung von Grenzwerten:


 3 
n 2 1 − 2 
n −3
2
= lim 
n  1
lim 2 =
n → ∞ 4n + n n →∞ 2  1 4
n 4 + 
 n
 1 1 
n3  2 + 3 
n +1  n n 
lim 3 = lim =0
n → ∞ 2n − 2 n →∞  2
n3  2 − 
 n
 1
n n − 1 + 
n2 − n + 1
= lim 
n
lim = +∞
n → ∞ 3n − 1 n →∞  1
n 3 − 
 n

! + ∞ und - ∞ werden als uneigentliche Grenzwerte bezeichnet.


AUFGABEN

1. Bestimmen Sie die Grenzwerte der Zahlenfolgen


 3n + 5 
1.1   (
1.5. (− n )
−1
)  n3 + 1 
1. 9  3 
2 
 4n + 3   2n + n 
 n4 −1 
 2n 
1.2  2  ( )
1.6 n -1 1.10  
4 
 n +1 2−n 
 5n 2 + 4 n 
1.3  2 
 n 
1.7   1.11 n 2( )
 n +2   n + 3
 2n + 1   n2 +1  7n 2 
1 .4  2  1.8   1.12  
 n +1  2 n + 1   1 − n 

2. Beweisen Sie, dass die Folgen den angegebenen Grenzwert haben!


n +1 100
2.1 lim =1 2.3 lim n = 0
n →∞ n n →∞ 2
100 n
2.2 lim 2 = 0 2.4 lim =1
n →∞ n n →∞ n + 3

3. Ab welchen Glied liegen alle Glieder der Folge in der ε – Umgebung von g?
 n −1
3.1 (an ) = 
1
 g= ε=
 n  10

( )
3.2 (an ) = 2− n g= ε=
1
1000
 n−3 
3.3 (an ) = 
1
 g= ε=
 2n + 1  5

4. Untersuchen Sie die Folgen auf Eigenschaften!


Machen Sie eine Aussage über die Monotonie der Folge und beweisen Sie diese!
Berechnen Sie den Grenzwert der Folge, wenn sie einen hat und beweisen Sie seine
Richtigkeit! Bestimmen Sie das k, von dem ab alle Glieder der Folge innerhalb einer
ε – Umgebung von g liegen!
 5k + 4 
4.1   ε = 0,1
 k +1 
 3k + 2  1
4.2  2
 ε=
 (k + 1)  3

5. Zeigen Sie, dass an − g < ε und g − ε < an < g + ε einander äquivalent sind!

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