Sfera
Sfera
MOTORROLLER
50er und 80er Modelle 1990 -1995
SFERA MOTORROLLER - TECHNIK, WARTUNG, REPARATUR behandelt ausführlich alle Montage-, Reparatur-
und Pflegearbeiten an Automatik-Rollern der Sfera-Baureihe 1990 bis 1995. Die gezeigten Arbeiten wurden vom
Autor selbst ausgeführt.
Alle Angaben in diesem Buch erfolgen nach bestem Wissen und dem Stand der Technik bei Redaktionsschluss.
Das Nachvollziehen der beschriebenen Arbeiten am Fahrzeug geschieht dennoch auf eigene Gefahr;
Haftungsansprüche gegen Autor oder Verlag sind ausgeschlossen.
Copyright 1996 by Verlag Schneider Textsystem Eisiger Str. 66, D-53881 Euskirchen Tel.: 0 22 51/5 2064; Fax:
516 75 Büro Frankreich: La Cour Roquette F-14140 Les Autels St. Bazile Fax [Link].67.07 Alle Rechte
der Vervielfältigung und Verbreitung einschließlich Wiedergabe durch elektronische Medien, Erfassung auf elektro-
nischen Datenträgern und Netzwerken sowie Fotokopie vorbehalten.
ISBN 3-927710-08-3
STX WARTUNGSPRAXIS
SFERA
MOTORROLLER
50er und 80er Modelle 1990 -1995
Hans-Jürgen Schneider
Juni 1996
2 3
4 5
Abb. 6
Nach Entfernen
Schloß Sitzbank: Mit Spitzzange
der vorderen die Klemmhülse entfernen und
Lenkerverkleidung Schloß komplett herausnehmen.
läßt sich das
rückwärtige Teil
abschrauben. Rückspiegel: Gummidichtung so
weit wie möglich hochschieben
Abb. 7, 8 Die (Kraft erforderlich!); mit Gabel-
Schalter werden schlüssel SW 17 die Verschrau-
mit einem bungen lösen, Spiegel nach Bedarf
Schraubendreher einstellen oder komplett ausdrehen.
aus der Verklei-
dung gehebelt. Beim Wiedereinsetzen Gummi-
Danach Kabel- dichtung kräftig hochdrücken und
stecker abziehen. mit starkem Klebeband fixieren; an-
6 derenfalls macht das Einschrauben
Schwierigkeiten (Abb. 3). Bei man-
chen Modellen läßt sich das
Rückspiegelglas separat einstellen;
dazu die Kreuzschlitzschraube an
der Spiegelfassung lösen und
Spiegel einstellen; Schraube wieder
festziehen.
Vordere Lenkerverkleidung:
Das in Fahrzeugfarbe lackierte Teil
wird von drei Kreuzschlitzschrauben
7 gehalten, die von der rückwärtigen
Lenkerverkleidung aus gelöst wer-
den (links, Mitte, rechts); dann mit
einem schmalen Schraubendreher
vorsichtig die Klipse aushebeln, die
das Vorderteil mit dem grauen
Rückteil verbinden (Abb. 4, 5). Jetzt
zugänglich: Bowdenzüge,
Instrumente, Lenkerelektrik.
Rückwärtige Lenkerverkleidung
und Schalter: rechts und links je
8 eine Kreuzschlitzschraube vom
Lenker abschrauben, dann eine in
der Mitte, ebenfalls von vorn er-
reichbar (Abb. 6); Nun die Schalter
für Abblend-/Fernlicht, Licht, Hupe
(links) sowie Blinker und Starter
(rechts) mit einem kleinen Schrau-
bendreher vorsichtig aus der Ver-
kleidung hebeln und so weit heraus-
ziehen, daß sich die Verkabelungen
samt Steckern abziehen lassen
(Abb. 7, 8). Die Kabelfarben: violett,
rot, braun für Abblend-/Fernlicht;
rot, gelb/ schwarz, grau für Licht;
9
10 11
Abb. 9
Nach Lösen der
gelb, weiß/grau/schwarz für Hupe; Tachowelle die
rosa, blau/ grau, weiß/ blau für Lenkerverkleidung
Blinker; grauer Doppelstecker für mit der In-
strumenteneinheit
Starter. Einbau: Stecker fest auf- abnehmen (S 14).
drücken, Schalter in der Verkleidung
einrasten lassen. Jetzt demontier- Abb. 10
bar: Tachowelle, Kabelstrang, Klemmhalter der
Instrumente. Erst danach läßt sich Tachowelle am
Vorderrad lösen.
die rückwärtige Lenkerverkleidung
abnehmen (Abb. 9). Abb. 11
Die Plastikzungen
am Tacho zu-
Tachometerwelle: zuerst Wellen- 12 sammendrücken.
halterung links unten am Vorderrad
lösen; dazu mit Stecknuß und Ver- bei Bedarf ganz herausziehen (Abb. Abb. 12 Zum
längerung Schraube SW 8 ausdre- 11). Tachowellenantrieb alle 4000 Abziehen der
Kabelstecker die
hen, Halteplättchen lösen und Wel- km nachfetten. Clipse nach innen
lenende ganz abziehen (Abb. 10); drücken.
jetzt Lenkerabdeckung mit Instru- Instrumente, Kontrollampen,
Abb. 13, 14 Vier
menteneinheit etwas nach oben zie- Uhr, Uhrbatterie: Die Kontrol Schrauben halten
hen; dann mit Hilfe eines Schrau- lampen lassen sich ohne Ausbau die Instrumenten-
bendrehers die beiden Plastikfedern der Einheit auswechseln - um 90 einheit. Öffnen:
zusammendrücken, die das obere Grad nach links drehen und ab- Hochdrücken der
Wellenende festhalten; Wellenende nehmen. Nun die beiden Kabel- beiden Clipse.
aus dem Tachometer ziehen, Welle stränge mit den Sammelsteckern
13 14
abnehmen; dazu mit einem
Schraubendreher die Halteklipse
nach innen drücken (Abb. 12).
Achtung beim Einbau: Flachkabel-
strang so einlegen, daß Kontakt zu
den stromführenden Zungen
besteht.
Die Instrumenteneinheit ist mit vier
Kreuzschlitzschrauben an der
Lenkerverkleidung befestigt (Abb.
13). Nach Ausbau kann sie zerlegt
werden: Scheibe nach Hoch-
15
Abb. 15
Für den Ausbau
der Batterie für
die Uhr ist viel
Vorarbeit nötig.
Ein Plastikstöpsel
verhindert das
Eindringen von
Wasser.
Abb. 16
Schaltbild der In-
strumenteneinheit.
Stecker A besitzt
fünf Kontakte: 1
Stromzufuhr (+),
2 Massean
schluß. (-),
3 Lampe für
Benzinstandsan 17 16
zeiger, 4 Blinker
anzeige links.,
5 Blinkeranzeige drücken der beiden Klipse abneh-
rechts.; Stecker B men (Abb. 14), Gummidichtung falls
hat vier Kontakte: nötig erneuern; Digitaluhr mit
1 Instrumenten- Schalter abnehmen; die Knopf-
beleuchtung,
2 Kontrolle für zellen-Batterie auf der Rückseite
Ölstand, kann nach Abnahme des Plastik-
3 Kontrolle für stöpsels ausgetauscht werden (Abb.
Fernlicht, 15). Die Benzinuhr wird von drei
4 Lampe für
Benzinreser Schrauben SW 5,5 gehalten, der
veanzeige Tacho von zwei Kreuzschlitz-
schrauben (Abb. 16).
Abb. 17 Zum
Abnehmen der
Mittelabdeckung Mittelabdeckung: Sitzbank hoch-
zunächst die zwei klappen und die beiden Blech-
Schrauben rechts schrauben oben rechts und links
und links ausdrehen (Abb. 17), mit Stecknuß
ausdrehen. SW 10 vom Helmfach aus die
Mittelschraube lösen (Abb. 18);
dann die Abdeckung vorn vom
Trittbrett wegziehen, etwas anheben
und die beiden Zapfen rechts und
Abb. 18, 19 Nach
Ausdrehen der
Zentral-Halte-
schraube und
Loshebeln der
Ankerstifte die
Mittelabdeckung
abnehmen.
18 19
20 21
links aus der Verankerung ziehen; links ausgehängt werden. Jetzt sind Abb. 20, 21 Vor
Abdeckung abnehmen (Abb. 19). alle Verschraubungen der Seiten- dem Ausbau der
Seitenverklei-
Jetzt frei zugänglich: Zündkerze mit verkleidungen zugänglich. dungen Gepäck-
Kabel, Auspuffkrümmer mit Ver- träger abmontie-
schraubung. Beim Wiedereinbau Seitenverkleidungen: ren zwei Schrau-
alle Zapfen an Trittbrett und Seiten- Sie sind jeweils mit drei Kreuz- ben oben, Bolzen.
verkleidungen sorgfältig ausrichten schlitzschrauben SW 10 und einer Abb. 22 So
und in die Führungen drücken; sie Blechschraube befestigt: vorne werden die
müssen hundertprozentig einrasten; unteren Befesti-
oben und unten, Mitte unten, hinten
gungen der Seiten
erst danach die Schrauben anzie- oben (Abb. 22, 23, 24, 25). Nach Verkleidungen
hen. Lösen der Schrauben die gelöst.
Heckgepäckträger und
Heckblende: Ausbau nötig, bevor
Seitenverkleidungen abgenommen
werden können. Gepäckträger und
Heckblende werden gemeinsam von
zwei Kreuzschlitzschrauben und
einer zentralen Innensechskant-
schraube SW 6 mit Distanzhülse
gehalten; Schrauben lösen und
Hülse abnehmen (Abb. 20, 21).
Dann die Heckblende abnehmen,
indem die beiden Zapfen rechts und
?2
Abb. 23, 24 Nach
Abbau von
Mittelabdeckung,
Gepäckträger und
Heckblende liegen
die oberen Be-
festigungen der
Seitenteile frei,
Abb. 25 Hinten
fixieren einfache
Blechschrauben
die Seitenteile.
23 24
?ii 26
27
Abb. 26, 27 Zum Soziusfußrasten herunterklappen Batterie auf die Seite legen, die
Batterieausbau und Seitenverkleidungen abnehmen. Säure könnte auslaufen und
zuerst Kabel vom Beim Zusammenbau zuerst Plastik-
Minus-, dann vom
schwere Schäden hervorrufen;
Pluspol zungen oberhalb der Rückleuchte Batterie immer zuerst ausbauen!
abschrauben, einhängen. Frei zugänglich nach Pflegehinweise im Kapitel Elektrik.
Entlüftungs- Ausbau: Motor, Luftfilter, Antrieb, Zum Ausbau zunächst
schlauch abzie-
hen, im Fahrzeug
Nebenaggregate. Kreuzschlitzschraube lösen, mit
lassen und dem die Plastikabdeckung befestigt
Batterie heraus- Batterie: muß vor Helmfachdemon- ist. Um unbeabsichtigtes Kurz-
heben. tage ausgebaut werden; Achtung: schließen zu vermeiden, zuerst den
Fahrzeug nie mit eingebauter Minuspol, dann den Pluspol ab-
klemmen (Muttern SW 8). Entlüf- Abb. 28 Lösen der
tungsschlauch abziehen; er ist zwi- Schrauben, die
das Helm fach mit
schen dem Benzintank und dem dem Rahmen ver-
Rahmenheck durchgeführt und muß binden (S. 18).
später auch wieder genau dorthin
(Abb. 26, 27); das Ende unbedingt Abb. 29, 30
Hintere Ver-
ins Freie ragen lassen, sonst schraubung lösen,
Korrosionsgefahr. beide Tankdeckel
abziehen und
Helmfach mit Grundplatte: Helm fach mit
Grundplatte vom
Für Einstellarbeiten am Vergaser Fahrzeug
lediglich nach Lösen einer Kreuz- abheben.
schlitzschraube die kleine Ab-
deckung am Boden des Helmfachs Abb. 31 Zwei vom
Gepäckfach
abnehmen. Befestigung des Helm- zugängliche
fachs: zwei Schrauben SW 10 vorn Schrauben halten
am Boden sowie eine große Kreuz- die Scheinwerfer-
schlitzschraube hinten neben der einheit fest.
Sitzbankverankerung (Abb. 28, 29).
Schrauben lösen, Deckel von
Benzin- und Öltank sowie den 20
Dichtring des Öltanks abnehmen,
Sicherungsträger abziehen und
Helmfacheinheit komplett abheben
(Abb. 30). Frei zugänglich:
Benzintank, Öltank, Vergaser,
Radaufhängung.
Scheinwerfer-/Blinkereinheit:
Die Scheinwerfereinheit muß in zwei
Fällen komplett ausgebaut werden:
wenn eine Lampe defekt ist oder
wenn das vordere Verkleidungs-
detail demontiert werden soll. Die
Arbeit ist einfach: Gepäckfach öff-
nen und mit einem Kreuzschlitz-
schraubendreher oder einer Steck-
nuß SW 10 die beiden Halteschrau-
ben unten an der Stirnwand des
Fachs ausdrehen (Abb. 31).
Scheinwerfereinheit vorziehen und
Hauptkabel Stecker abziehen (Abb.
32). Zum Austausch der Schein-
werferlampe den Dichtgummi zu-
rückziehen, den Federbügel lösen
(falls vorhanden), erst Lampen-
fassung, dann Lampe nach links
drehen und herausnehmen. Neue
Lampe nicht mit bloßen Händen
anfassen; der sich bildende Film
schädigt den Reflektor (Abb. 33).
::o
31
32 33
34 35
36
37
Abb. 37 So wird
die
Bohrungen neben den Schrauben Scheinwerferein-
die Klips aufdrücken und Blinker stellung korrigiert.
herausnehmen. Beim Zusam-
Abb. 38
menbau die Plastikführungen Vier Schrauben
zuerst vorsichtig positionieren, halten die Blende
dann erst zusammendrücken - unterhalb des
Bruchgefahr. Scheinwerfers.
Vor dem Wiedereinbau der Abb. 39 Zur
Scheinwerfereinheit alle Kabel- Demontage des
stecker auf festen Sitz und Frontschilds
Korrosion überprüfen. Farben der zunächst Emblem
abhebein, dann
Kabelverbindungen zu den Blinkern: darunterliegende
Fahrtrichtung rechts rosa, schwarz; Schraube lösen.
links blau/weiß, schwarz. Jetzt rechten Winkel vor eine möglichst im
demontierbar: Scheinwerferab- Halbschatten liegende Wand stellen; Abb. 40, 41 Lösen
deckung, Frontschild. der Frontschild-
der Reifenluftdruck muß korrekt sein Ver-schraubung:
(s. techn. Daten). Auf der Wand in zwei Schrauben
Scheinwerfer einstellen: Wo wir einer Höhe von 58 bis 60 cm eine im Scheinwerfer-
gerade dabei sind - die Schein- horizontale Linie zeichnen. Dann schacht, zwei im
Handschuhfach
werfereinstellung sollte von Zeit zu den Motor anlassen, im Leerlauf (nicht abgebildet),
Zeit, mindestens aber einmal im halten und das Abblendlicht zwei unterhalb
Jahr überprüft werden. Dazu das einschalten. Die Hell-Dunkelgrenze des Lenkers.
unbelastete Fahrzeug auf eine des Lichtkegels darf nicht über der
ebene Fläche zehn Meter und im Linie auf der Wand liegen (Abb. 36).
40 41
Zur Korrektur einfach mit einem
Kreuzschlitzschraubendreher die
unterhalb des Scheinwerfers in die
Verkleidung eingelassene Schraube
drehen (Abb. 37).
59 50
hier ist für beschädigungsfreien Abb. 61 So und
Aus- und Einbau Werkstatthilfe er- nicht anders muß
forderlich; nur die Piaggio-Werkstatt der Splint für die
Radsicherung
verfügt über die entsprechenden umgebogen wer-
Spezialabzieher bzw. Ein- den; die Siche-
schlagdorne - Eigenherstellung der rungskappe darf
kein Spiel haben,
Werkzeuge ist zu aufwendig und Möglichst neuen
lohnt daher nicht. Die Zeichnungen Splint verwenden.
aber sollen zumindest verdeutlichen,
wie Ein- und Ausbau fachgerecht
durchgeführt werden (Abb. 62, 63).
Vor dem Wiedereinbau den Raum
61 zwischen den Kugellagern mit Fett
füllen (z.B. Esso Beacon 3).
Grund: Sie haben kein Tiefbett. Beschreibung der Überholung von
Achtung: Wer versucht, mit han- Vorderradaufhängung und Radnabe
delsüblichen Montierhebeln den am Ende dieses Kapitels.
Reifen abzuziehen, beschädigt
unweigerlich die Felgenhörner. Radlager - Spiel prüfen: Roller
Es erlischt dann auch die aufbocken, das Vorderrad frei dre-
Garantie von Fahrzeug- und hen lassen. Von der rechten Fahr-
Reifenhersteller. Erforderlich ist zeugseite aus Rad ergreifen, eine
eine 1000 Mark teure Hand oben, eine unten; dann versu-
Spezialmaschine, wie sie nur gut chen, das Rad quer zur Vertikalen
ausgerüstete Werkstätten besitzen hin- und herzukippen. Dabei darf
(Preis pro Wechsel ca. 30 Mark). sich kein Spiel zeigen (Abb. 64).
Ärgerlich auch, daß sich die
Rollerreifen nicht reparieren lassen, Bremsen - allgemeine Hinweise:
die übliche Vulkanisation ist nicht Im Gegensatz zur traditionellen
möglich. Vespa-Bremse ist die Sfera-Brems-
anlage äußerst wartungsarm.
Radlager: Die beiden Kugellager Trotzdem muß ein Minimum an
sind in das Rad eingepreßt. Auch Kontrolle und Pflege sein. Wie bei
Abb. 62, 63 So
werden die
Radlager fachge-
recht herausgezo-
gen (links) und
wieder eingebaut
(rechts); dazu sind
spezielle
Auszieher (Abb.
62) und Ein-
schlagdorne (Abb.
63) erforderlich,
die nur die Werk-
statt hat.
62 63
gen, müssen die Trommeln in einem
Fachbetrieb nachgedreht oder kom-
plett ersetzt werden. Das gilt auch
für Trommeln, die sich verzogen
haben und daher unrund sind; An-
zeichen dafür ist ein schlagendes,
ungleichmäßiges Ansprechen oder
ein starkes Rubbeln. Das höchst-
zulässige Übermaß der Trommeln
beträgt 0,4 mm (Abb. 65).
66 68
ten, die Teile gleiten aufgrund der Einstellung ist dann korrekt, wenn Abb. 66 Mit zwei
Materialbeschaffenheit ohne sich - bei aufgebocktem Fahrzeug - starken
Reibungsverlust. die Räder bei nicht betätigten Brem- Schrauben-
drehern lassen
sen vollkommen frei drehen, beim sich die Brems-
Bremsen einstellen: Im Rahmen Ziehen der Bremshebel aber sofort backen abhebein;
der regelmäßigen Wartung und abgebremst werden. Vorsicht: Beläge
Erfahrungsgemäß ist ein Spiel von 4 dabei nicht
immer dann, wenn neue Brems- beschädigen!
backen aufgelegt wurden, müssen bis 5 mm zwischen Bremshebel-
Vorderrad- bzw. Hinterradbremse wurzel und Bremshebelaufnahme Abb. 67
neu eingestellt werden. Auch dies ist optimal (gut kontrollierbar nur bei Nach Aushängen
bei der Sfera denkbar einfach: Es abgenommener Lenkerverkleidung). der Federn las-
sen sich die
genügt, die Einstellmuttern an den Weitere Hinweise in den folgenden Backen komplett
jeweiligen Bremshebeln im Abschnitten. mit den aufge-
Uhrzeigersinn zu drehen, falls das klebten Belägen
auswechseln.
Spiel verringert werden soll (gegen Vorderradbremszug ausbauen:
den Uhrzeigersinn zur Vergrößerung erforderliche Vorarbeiten: Ausbau Abb. 68
des Spiels). Am Vorderrad kann mit von Lenkerverkleidung und Front- Vorderradbrems-
einem Gabelschlüssel SW 10 gear- schild (s. weiter vorn). Zuerst den zug einstellen:
Seilzughülle mit
beitet werden, notfalls den Seilzug Einsteller am Vorderrad mit einem einem Schlüssel
mit einem Schlüssel SW 8 gegen- Gabelschlüssel SW 10 ausdrehen, SW 8 festhalten
halten (Abb. 68). Am Hinterrad notfalls Sechskant SW 8 am Seilzug und Einsteller mit
befindet sich ebenfalls eine Mutter gegenhalten, Paßstück und unteres einem Schlüssel
SW 10 drehen.
SW 10, die sich meist aber auch Seilzugende abziehen (Abb. 70).
von Hand drehen läßt (Abb. 69). Die Dann die Gummitülle am rechten
Abb. 69 Bremshebel zurückschieben, Bremshebel am Hinterrad aus-
Hinterradbrems- Seilzugnippel um 90 Grad drehen bauen: Zuvor müssen Schall-
zug einstellen: und nach unten drücken (Abb. 71); dämpfer, Hinterrad und Brems-
am Einsteller dre-
hen oder Gabel- Seilzug aus der Durchführung am backen ausgebaut werden wie
schlüssel SW 10 Vorderradkotflügel ziehen und beschrieben. Dann die Schraube
benutzen. abnehmen. SW 8 lösen, die den Hebel auf der
Abb. 70, 71
Bremsnockenwelle fixiert. Hebel-
Vorderradbrems- Hinterradbremszug ausbauen: stellung markieren und Hebel ab-
zug ausbauen: erforderliche Vorarbeiten: Ausbau nehmen. Jetzt läßt sich auch der
Einsteller ganz von Lenkerverkleidung, Frontschild, Bremsnocken abziehen und über-
herausdrehen,
Seilzug vom
Innenschild, Trittbrett und Mittelab- prüfen; er darf keine groben Riefen
unteren Brems- deckung (s. weiter vorn). Dann den oder Kerben zeigen und kein über-
hebel abziehen. Einsteller am Hinterrad ausdrehen mäßiges Verschleißbild haben.
Dann - bei abge- und samt Paßstück abnehmen. Den
nommener
Lenkerverklei-
Seilzughalter an der Triebsatz- Bremsseilzüge warten und pfle-
dung - Seilzug schwinge mit einem Steckschlüssel gen: Sämtliche Motor- und Fahr-
vom oberen SW 8 abschrauben (Abb. 72). Linke werkselemente werden bei der
Bremshebel Gummitülle am Lenker zurückschie- Sfera über Bowdenzüge bedient
abhängen.
ben, Seilzugnippel um 90 Grad dre- und gesteuert. Von der einwandfrei-
Abb. 72 Der hen und nach unten drücken; Seil- en Funktion hängen Betriebs- und
Hinterrad- zug vom Fahrzeug abnehmen (Abb. Fahrsicherheit ab. Achtung: bei
bremszug wird 73). Beim Wiedereinbau den Seilzug beschädigten Bremsseilzügen
von einem Halte-
blech am An- von vorn in das Widerlager am An- Unfallgefahr! Zu den häufigsten
triebsgehäuse triebsgehäuse stecken, nicht die Mängeln gehören mangelhafte
entlanggeführt. dort angebrachte Schraube lösen. Schmierung und daraus resultier-
69 70
71 72
ende Schwergängigkeit, Knick- und Abb. 73
Bruchstellen an den Seilzughüllen, Hinterradbrems-
zug vom Lenker
durchgescheuerte Einzeldrähte. abnehmen; dazu
Bowdenzüge mit geknickten Hüllen Seilzugende um
oder beschädigten Drahtzügen 90 Grad nach
müssen sofort ausgewechselt wer- vorn drehen.
den. Da Vorbeugen besser ist als Abb. 74 Mit
Heilen, empfiehlt es sich, die handelsüblichen
Bowdenzüge bei jeder Inspektion zu Seilzugölern (hier
ölen. Dazu Lenkerverkleidung von HG) lassen
sich die
abbauen, Einsteller an den Rad- Bowdenzüge
bremshebeln lösen und Seilzüge bequem warten.
zuerst an den Rädern, dann am 73
Lenker aushängen wie beschrieben.
Obere Seilzugenden senkrecht hal-
ten und mit Ölkännchen oder
Sprühdose einige Tropfen Motoröl
15 W 30 oder 40 zwischen Seil und
Hülle träufeln. Zweckmäßig sind
auch professionelle Seilzugöler, wie
sie für relativ wenig Geld vom Zube-
hörhandel angeboten werden (Hein
Gericke z.B.) - eine lohnende
Anschaffung vor allem für Vielfahrer
W
(Abb. 74).
74
Bremshebel: Schon bei einem
leichten Umfaller können die
Bremshebel beschädigt werden.
Zum Austausch Lenkerverkleidung
abnehmen und betreffenden Seilzug
aushängen wie beschrieben.
Haltebolzen von oben mit einem
Schraubendreher festhalten (Abb.
75), von unten mit einem Ring-
schlüssel SW 10 die Mutter lösen;
beim Abziehen des Bolzens auf die
Feder achten - sie darf nicht verlo-
rengehen. Bremshebelgelenke alle 75
4000 km nachfetten. Abb. 75
Demontage eines
Bremslichtschalter: Jeder der bei- Bremshebels:
Schraube festhal-
den Bremshebelsockel ist mit einem ten, Mutter lösen;
Bremslichtschalter mit Messing- auf Feder achten.
gehäuse und Kontaktstift ausgerü-
stet. Die jeweils zwei Kabel werden Abb. 76 Ausbau
eines
einfach abgezogen und können Bremslichtschal-
später beliebig wieder aufgesteckt ters: die beiden
werden. Die Schalter lassen sich Kabel abziehen
leicht von Hand ausdrehen und aus- und Schalter mit
der Hand
wechseln (Abb. 76). ausdrehen.
76
Bremsankerplatte: Arbeiten an der
Bremsankerplatte sind in erster Linie
Werkstattsache; der Freizeitschrau-
ber kann sich hier nur selbst helfen,
wenn er über das nötige Spezial-
werkzeug verfügt. Die Ankerplatte
läßt sich mit einem handelsüblichen
Dreiklauenabzieher (60 bis 70 Mark)
vom Achszapfen abziehen (Abb. 77).
Für Aus- und Einbau der ein-
gepreßten Nadelkäfige jedoch
braucht man unterschiedliche
Dorne, wie sie von Piaggio nur an
den Fachhandel geliefert werden.
Wer eine Drehbank hat, kann sich
77 die Dorne auch selbst herstellen. Ob
Abb. 77 Mit Arbeitsaufwand, Zeit und Kosten
einem normalen dabei im richtigen Verhältnis
Dreiklauen- zueinander stehen, muß jeder für
Abzieher läßt sich
die Bremsanker- sich entscheiden. Die Zeichnungen
platte leicht von zeigen auf jeden Fall, wie's richtig
der Radachse gemacht wird: Die beiden Nadel-
abziehen. käfige werden von oben mit einem
Abb. 78, 79 Zum
passenden Schlagdorn ausgetrie-
Ausbau (Abb. 78) ben (Abb. 78). Eingebaut werden die
und Einbau (Abb. beiden Lager von oben und unten
79) der in die mit unterschiedlichen Schlagbolzen
Bremsankerplatte (Abb. 79).
eingesetzten
Nadelkäfige sind
paßgenaue Griffgummis und Bremshebel-
Schlagdorne sockel: Es hat keinen Sinn, die
erforderlich, die Griffgummis mit Gewalt abziehen zu
man sich in der
Piaggio-Werkstatt wollen; auch das Aufschneiden
ausleihen muß. 78 kann man sich sparen. Einfach und
Besser noch: die gut geht's nur mit einer Druckluft-
Werkstatt mit die- pistole: Mit der Spitze zwischen
ser Arbeit beauf-
tragen. Gummi-Innenrand und Lenker zielen
und den Gummi mit der Druckluft
praktisch aufblasen. In Sekunden-
schnelle trennt er sich vom Lenker
(Abb. 80). Zum leichten Wiederein-
bau - falls nötig - ein wenig Seife auf
die Lenkerenden auftragen. Die
Bremshebelsockel sind mit
Inbusschrauben SW 5 befestigt
(Abb. 81).
Abb. 81
Die Bremshebel-
sockel sind mit
imbusschrauben
befestigt.
Abb. 82 Eine
Maden-schraube
fixiert den Gaszug
n im Gleitstein des
81
Gasgriffs.
Abb. 83
Schwierigkeiten. Auch die Vorar- Vergaser und zur Ölpumpe. Der Gaszugausbau:
beiten sind lästig - Demontage von Innenzug ist am Gleitstein des Gas- Einsteller hinein-
Lenkerverkleidung, Griffgummi, griffs mit einer Madenschraube drehen, dazu Mut-
Frontschild, Innenschild, Trittbrett, fixiert; sie wird von unten mit einem ter SW 7 lösen.
Mittelabdeckung. Zunächst zum feinen Schraubendreher gelockert, Abb. 84
Ausbau: Nach Abschluß der bis sich der Innenzug abziehen läßt Trennen des Gas-
Vorarbeiten liegt der Gaszug frei. (Abb. 82). Jetzt den Bremslicht- zugs vom Ver-
schalter wie beschrieben ausbauen - gaser: zuerst Ver-
Er ist mehrteilig. Der vordere Zug schraubung des
führt zu einer Verteilerdose unter er stört. Dann die Feststellmutter Gasschieber-
dem Trittbrett. Von da laufen zwei SW 7 am Einsteller lösen und Ein- Deckels lösen.
weitere Züge zum steller so weit wie möglich hinein-
82
84 83
üb 86
Abb. 85 drehen (Abb. 83); dies ist nötig für Pumpensteuerung nach vorn
Gasschieber mit den Wiedereinbau. drücken und Zugende aushängen
Düsennadel her-
ausziehen, Feder
(Abb. 86).
zusammen- Gaszug - Trennen von Vergaser
drücken, Gaszug und Ölpumpe: Nach dem Ab- Gaszug - Demontage Verteiler-
aushängen. nehmen vom Gasgriff am besten dose: Jetzt die Verteilerdose von
zuerst den Gaszug vom Vergaser der unteren Fahrzeugverkleidung
Abb. 86
Ein Teilsegment abnehmen; dazu die Schlitz- abschrauben und öffnen: alle drei
des Gaszugs führt schraube ausdrehen, mit denen Gummitüllen abstülpen, Verschluß-
zur Ölpumpe; Gasschieber, Düsennadel, Rück- stopfen in der Mitte abdrücken,
Gummikappe holfeder und Seilzug zusammen am Deckel abnehmen (Abb. 87).
vorn am Antrieb
abnehmen, Vergasergehäuse befestigt sind Vorsicht: Merken Sie sich jetzt ge-
Pumpensteuerung (Abb. 84). Teile abnehmen und nau die Position der drei Gaszug-
nach vorn durch Zusammendrücken der Feder enden, sonst wird der Zusammen-
drücken, Zug
trennen, Seilzug aushängen (Abb. bau knifflig. Der nach vorn führende
aushängen. Zug greift nach rechts weit um den
85). Beim Zusammenbau darauf
Abb. 87 achten, daß die Gasschiebernut Drehschieber herum und ist mittig
Verteilerdose für richtig ins Gehäuse geführt wird. eingehakt; die beiden nach hinten
die Gaszug-Seg- Feder zusammendrücken und laufenden Züge rasten mit den
mente offen: links
Deckel befestigen. Zum Abnehmen Nippeln oberhalb und unterhalb ein:
Hauptzug vom
Gasgriff, rechts die des Zugs von der Ölpumpe den oben der für die Ölpumpe, unten
Züge zum Ver- Gummistopfen vorn an der der für den Vergaser. Fettfüllung
gaser u. Ölpumpe. Triebsatzschwinge entfernen, kontrollieren und nötigenfalls erneu-
ern. Die beiden rückwärtigen Züge
sind zusätzlich mit einer Klemme
am Fahrzeugrahmen befestigt.
90
9?
94
Abb. 95-97
Kabel und Züge
im Detail: So
müssen die ein-
zelnen Elemente
beim
Wiedereinbau
geführt werden.
Abb. 98 Der
Lenker wird mit
Bolzen SW 13 (in
Fahrtrichtung
links) und Mutter
SW17am
Steuerrohr festge-
klemmt; schlecht:
es gibt keine
Kerbverzahnung. 96
95
zeigt sich dabei ein Festhaken oder
gar Klemmen, sind die Lager zu
stramm angezogen oder be-
schädigt. Zunächst versuchen, den
Schaden durch korrektes Einstellen
zu beheben, notfalls beide Lenk-
kopflager austauschen.
Abb. 100
Lenkkopflager mit
allen Details in
montiertem Zu-
stand und bei
abgenommenem
Lenker.
Abb. 103
Kugellager mit
einem
Schraubendreher
abheben.
Abb. 107
Schraube zur
Befestigung des
Gaszugverteilers
von der
Bodenverkleidung
lösen.
107
Abb. 108
Steuerrohr kom-
plett mit Kotflügel
und unterem
Lager aus dem
auf die Seite
gelegten Roller
ziehen (vorher
706 Tanks entleeren
oder abdichten,
Batterie ausbau-
dig und nur mit passendem Spezial- en!).
werkzeug durchführbar. Sinn macht
der Aufwand nur dann, wenn Lenk-
rohr und Schwingnabe noch in
gutem Zustand sind, also nicht etwa
bei einem Unfall beschädigt wurden
(Abb. 112). Zum Ausbau der
Schwingenlagerung zunächst das Abb. 109
Sicherungsblech mit einem Schlag- Sperriegel des
dorn zerdrücken und einem spitzen Lenkschlosses
aus dem Rah-
Stift entfernen. Dann das zweite
menkopfziehen.
Sicherungsblech auf der anderen 108
Seite ausbauen (Abb. 113). Der Abb. 110 Kommt
Bolzen und die beiden Nadellager beim Ausbau des
Bolzen und Lager vollständig Steuerrohrs frei:
werden mit einer speziellen Preßvor- ausgestoßen sind. Ausdrückvorrich- das untere
richtung ausgedrückt. Es muß so tung auf der gegenüberliegenden Lenkkopflager.
lange am Griff gedreht werden, bis Seite ansetzen und zweites Nadel-
109 110
Abb. 111
Fachgerechter
Einbau neuer
Laufringe in das
Steuerrohr mittels
Einpreßvor-
richtung.
Abb. 112
Vorderradaufhän-
gung mit Steuer-
rohr in ausgebau-
tem Zustand; das
Rohr darf keinerlei
(evtl. unfallbeding-
te) Verformungen
aufweisen.
777
Abb. 117
Ausrichtung der
Nadellager auf
dem Bolzen mit
Piaggio- Spezial-
werkzeug; zuletzt
Sicherungskränze
117
verkeilen.
115 118
Kotflügel: kann leider erst nach
Steuerrohrausbau abgenommen
werden. Dazu die untere Befesti-
gung mit einem Steckschlüssel SW
10 lösen (Abb. 118). Oben wird der
Kotflügel von drei Schrauben mit
Muttern SW 10 gehalten (Abb. 119).
Kotflügel nach oben vom Steuerrohr
abziehen und dabei darauf achten,
daß der Lack nicht beschädigt wird.
120
121
124
125 126
128
Abb. 125 Der
Auspuffkrümmer
ist mit zwei
Muttern SW 10 am
Zylinder befestigt;
eine Dichtung ist
nicht vorhanden.
Abb. 134-136
Schwingenlagerung prüfen: Die
Ausbau des Triebsatzschwinge der Sfera ist
hinteren Kot- drehbar an einem Rahmenausleger
flügels: drei gelagert, der seinerseits mit einem
Schrauben sind zu
lösen - rechts
starken Bolzen starr am Rahmen
vorne, links vorne befestigt ist (Hinweise zum Ausbau
und hinten. im Motorkapitel). Für die zum Ein-
und Ausfedern nötige Elastizität sor-
gen kräftige Silentgummis, die
einem natürlichen Alterungsprozeß
132
133 134
135 136
ausgesetzt sind. Ein seitliches oder
radiales Spiel führt zu einer fort-
schreitenden Verschlechterung der
Fahreigenschaften. Das Fahrzeug
fängt an zu pendeln, kann vor allem
in Kurven aus der Spur geraten.
Entsprechende Erscheinungen sind
Warnzeichen, die Reparatur sollte
nicht aufgeschoben werden. Beste
Vorbeugemaßnahme ist die
regelmäßige Kontrolle: Roller auf-
bocken und Heck so abstützen, daß
sich das Hinterrad frei drehen kann.
Nun mit der rechten Hand das
Fahrzeug festhalten und mit der
linken das Ende der Triebsatz- 137
schwinge ergreifen. Dann versu-
chen, die Schwinge quer zur Fahrt- festhalten und mit einem Schlüssel Abb. 137 Der
richtung hin- und herzubewegen. SW 17 die am Bolzenende aufge- Kippständer ist an
Dabei dürfen die Gummilager in setzte Mutter lösen; sie ist selbstsi- drei Punkten mit
jeder Richtung um einige Millimeter chernd und sollte erneuert werden
dem
Motorgehäuse
nachgeben; es darf jedoch kein frei- (Abb. 132). Oben stützt sich das verbunden. Zum
es Spiel vorhanden sein, feststellbar Federbein über ein Gummilager am Ausbau werden
am ruckartigen Anschlagen (Abb. Rahmenheck ab. Mit einem Ring- Stecknuß SW 13
131). Defekte Gummilager müssen schlüssel die Mutter SW 13 von der
und Ringschlüssel
SW13zum
in der Werkstatt ausgetauscht wer- Dämpferstange abschrauben, Gegenhalten
den, nur sie hat die erforderlichen gleichzeitig mit einem kräftigen benötigt.
Spezialwerkzeuge. Schraubendreher verhindern, daß
sich die Stange mitdreht (Abb. 133).
Federbein Aus- und Einbau:
Wie bereits im Kapitel Vorderrad- Kotflügel hinten: An ihn kommt
führung ausgeführt, beeinflußt auch man nur heran, wenn zuvor entwe-
der Zustand der Federbeine Fahr- der Schalldämpfer und Hinterrad
verhalten und Fahrkomfort entschei- oder das Federbein demontiert wur-
dend. Typische Defekte sind man- den - s. oben. Befestigt ist er mit
gelhafte Dämpfung und durchschla- drei Schrauben: eine kurze mit
gende Federung. Auch dann, wenn Kreuzschlitz vorne rechts über dem
der Dämpfer undicht geworden ist, Schalldämpfer (Abb. 134), zwei
muß das Bein ausgetauscht wer- lange Kreuzschlitzschrauben auf der
den; es läßt sich in Eigenregie nicht linken Seite (Abb. 135, 136). Die
reparieren. Verbogene Federn sind vordere davon hält auch den Luft-
ebenfalls Schrott. Vor dem Ausbau filterkasten; beim Zusammenbau
müssen zunächst Helmfach und müssen Kasten und Kotflügel
Seitenverkleidungen abgenommen zusammen befestigt werden.
werden (s. Karosserie-Kapitel). Dann
das Fahrzeugheck abstützen, damit Kippständer: Er ist an drei Punkten
es nicht herunterfallen kann. Das des Motorgehäuses befestigt. Tip:
untere Federbeinauge ist mit einem Wenn an Motor und Antrieb in aus-
Bolzen SW 13 an der Schwinge gebautem Zustand gearbeitet wer-
befestigt. Bolzen mit einem Steck- den soll, ist der ausgeklappte
oder Ringschlüssel Ständer eine ideale Abstützung -
rechts hinten lösen. Dann den
Bolzen SW 13 vorn gegenhalten
und Mutter SW 13 abschrauben.
Beim Einbau Drehmoment von Nm
15-20 beachten (Abb. 137).
109
740 141
142 143
Abb. 142 Der
Benzinhahn ist bei
bau auch den Tankdeckel wieder ausgebautem
aufsetzen. Dann den Entlüftungs- Tank leicht
schlauch aus dem Rahmen ziehen. zugä[Link]
Benzin ablassen,
Die Gummischutzkappe vom dann Schläuche
Vergaser abnehmen und die beiden abnehmen und
Benzinschläuche abziehen (transpa- Klemmring lösen.
rent für Zulauf, schwarz für
Abb. 143, 144
Unterdruck); dabei darauf achten, Ausbau des
daß kein Treibstoff austritt. Gebers für die
Achtung: Bleifreies Benzin ent- Benzinuhr: Kabel
hält krebserregendes Benzol - abnehmen und
Hautkontakt ungedingt vermei- Sicherungsring
lösen; dann
den, Dämpfe nicht einatmen! Schwimmerge-
Benzinfeste Handschuhe und stänge heraus-
Atemschutz anlegen. Um ein drücken und beide
Auslaufen des Sprits bei vollem oder Elemente getrennt
herausnehmen.
halbvollem Tank zu verhindern,
Fahrzeug nach links auf die Abb. 145 Zwei
Soziusraste legen; Schläuche nach- Schrauben halten
einander vom Vergaser abziehen, den Öltank.
dabei zum Lösen der Klammern
eine Spitzzange verwenden (Abb. 144
138); Schläuche zur Unterbrechung
des Benzinflusses abknicken und so
schnell wie möglich verschließen;
praktikabel: mit der Hand eine
Blechschraube M5 in den schwarz-
en, eine Schraube M6 in den trans-
parenten Schlauch drehen. Schrau-
ben und Schläuche anschließend
durch Klebeband miteinander ver-
binden; das dichtet zusätzlich ab.
Benzin wegen der entstehenden
Dämpfe nur dann ablassen, wenn
der Tank defekt ist und ausge-
tauscht werden muß; dazu
145
Abb. 146 Schläuche vom Vergaser abziehen, mit einem mittleren Schrauben-
Elektrische Ver- Tankdeckel zur Verhinderung eines
bindung trennen,
dreher gegen den Uhrzeigersinn
Ölschlauch abzie- Unterdrucks abnehmen und Benzin drehen und den Geber zunächst nur
hen und dicht ver- vollständig abfließen lassen. Unter halb aus dem Tank ziehen (Abb.
schließen. Wanne Umständen ausreichend weiten 143). Dann das Gestänge, das zum
unterstellen, um Zusatzschlauch und Trichter zu Hilfe Schwimmer führt, seitlich heraus-
eventuell austre-
tendes Öl aufzu- [Link] Tank selbst ist mit drei drücken. Beide Teile (Schwimmer
fangen. Schrauben am Rahmen befestigt: je und Gebergehäuse) getrennt her-
eine Kreuzschlitzschraube mit ausnehmen (Abb. 144).
Druckscheibe rechts und links vorn
(in Fahrtrichtung), eine dritte an der Öltank: Wie der Benzintank ist
Hecktraverse (Abb. 139-141). auch der Öltank für die Getrennt-
Achtung: Beim Wiedereinbau auf schmierung ein Wunder der Raum-
festen Sitz aller Schlauchver- ausnutzung. Er besteht aus Kunst-
bindungen an Tank und Vergaser stoff und sitzt hinter dem rechten
achten; abrutschende Schläuche Seitendeckel. Um eventuell auslau-
lassen nicht nur den Motor ab- fendes Öl aufzufangen, legen wir
sterben, sondern erzeugen auch eine kleine Wanne und einen
akute Brandgefahr! Putzlappen bereit. Zuerst wird der
Stecker für den Geber abgezogen,
Benzinhahn: Die Benzinzufuhr wird der drohenden Ölmangel an die
über Unterdruck gesteuert, der via Reserveanzeige im Cockpit meldet.
Ansaugtrakt, Vergaser und Dann die beiden Kreuzschlitz-
schwarze Zuleitung im Benzinhahn schrauben ausdrehen, die den Tank
erzeugt wird und dort den Zulauf am Rahmen fixieren (Abb. 145).
freigibt, sobald der Motor dreht. Das Tank vorziehen und mit einer
Teil kann nicht repariert, sondern Kombizange die Schlauchklemme
nur komplett ausgetauscht werden. auseinanderdrücken (Abb. 146).
Dazu die beiden Schläuche abzie- Schlauch abziehen und mit Blech-
hen und die Schlauchklemme lösen, schraube und/oder Textilklebeband
die den Hahn fixiert (Abb. 142). verschließen. Achtung: Beim
Wiedereinbau auf feste Verbindung
Geber Benzinuhr: Zum Ausbau des Schlauches zum Tank achten!
den Stecker der elektrischen Ver- Ein Abrutschen führt über Ölmangel
bindung abziehen. Dann den Geber unweigerlich zum Motorschaden!
146
MOTOR, MOTORELEKTRIK, VERGASER,
ANTRIEB MIT VARIATOR, KUPPLUNG UND GETRIEBE
Motor und Antrieb sind bei der triebsinnereien gleich mit (Entfer-
Sfera miteinander verblockt und nung von Verkrustungen im Zylinder
werden dementsprechend zusam- z.B.); andere Arbeiten werden im
men aus- und eingebaut. In diesem Wartungskapitel zusammengefaßt
Kapitel werden die einzelnen (Zündungs- oder Vergaser-
Demontage- und Montageschritte einstellung z.B.).
beschrieben, angefangen beim
Ausbau der kompletten Antriebs- Ausgangssituation: abgebaut
einheit bis hin zur Zerlegung von sind alle Karosserieteile, Ver-
Getriebe und Motorgehäuse. kleidungen, kompletter Auspuff
Wartungs- und Einstellarbeiten an sowie Hinterrad mit Kotflügel
Elektrik, Vergaser oder Ölpumpe, wie in den vorangegangenen
die regelmäßig wiederkehren und Kapiteln beschrieben. Die
ohne Totaldemontage der Antriebs- Abnahme von Benzin- und Öltank
einheit vorgenommen werden kön- ist nicht unbedingt erforderlich,
nen, erläutern wir in nachfolgenden erleichtert jedoch die Arbeit am
Kapiteln; beachten Sie auch bitte Antrieb (Abb. 147, 148).
die zugehörigen Querverweise in
diesem Kapitel. Luftfilterkasten: Er ist am unteren
Ansonsten folgen wir der Logik des Rand mit zwei großen Kreuzschlitz-
technischen Aufbaus: Die einzelnen schrauben befestigt. Die hintere hält
Komponenten werden von außen gleichzeitig den rückwärtigen
nach innen abmontiert, wir wandern Kotflügel. Kabelbinder, mit denen
von Nebenaggregaten und An- Kabelstränge am Luftfilterkasten
triebselementen bis zur Kurbelwelle. befestigt sind, mit einem Seiten-
In manchen Fällen beschreiben wir schneider durchtrennen, später
die erforderlichen Wartungs- oder komplett erneuern. Schrauben aus-
Einstellarbeiten an Motor- oder An- drehen und Kasten vom Ansaug-
Abb. 147
Antriebseinheit
fertig zum Aus-
bau: Elemente
wie Schall-
dämpfer, Hinter-
rad, Luftfilter-
kasten und Tanks
sind bereits
abgenommen.
147
stutzen des Vergasers abziehen. 1. vom Anlasser-Relais (sitzt oben
Wartung Luftfilter: s. Wartungs- links am Rahmenheck; isolierter
Kapitel. Flachstecker), 2. vom Regler (sitzt
links daneben, auffällig durch
Elektrische Verbindungen: Alle Leichtmetall-Verrippung; Kreuz-
Kabelverbindungen zwischen Motor schlitzschraube lösen, mit der die
und Rahmen müssen getrennt wer- Öse des Massekabels befestigt ist -
den. Zuerst den Kerzenstecker von Abb. 153). Am Rahmen wird das
der Zündkerze abziehen, Zündkabel Anlasserkabel durch einen Kabel-
an der Zündbox lassen (Abb. 149). binder und eine Klemme geführt;
Dann die drei Kabel von der Zünd- beides lösen. Achtung: Bevor Sie
box trennen: Gummitüllen zurück- die Kabel aus ihrer Position zie-
streifen und Flachstecker abziehen; hen, merken Sie sich genau, wie
Kabelfarben von links: rot, weiß/hell- sie verlegt sind; das erspart
gelb, grün (Abb. 150). Jetzt kann mühsames Suchen und falsches
auch die Zündbox abgenommen Einfädeln beim Zusammenbau
werden; sie ist mit zwei Muttern SW (Abb. 154); beachten Sie zur
8 befestigt. Prüfung Zündbox: s. Kabelverlegung auch die Ab-
Wartungs-Kapitel. Jetzt Tülle vorn bildungen sowie die Elektrik-
am Kabelbaum zurückziehen und Schaltpläne.
Steckverbindung des Regler-Kabels
trennen (Abb. 151). Doppelkabel Bowdenzug- und Schlauch-Ver-
grau/schwarz, das zum bindungen: Selbstverständlich
automatischen Choke am Vergaser müssen auch alle Bowdenzüge, die
führt, etwas aus der Hülle ziehen zu Motor und Antrieb führen, an den
und Steckverbindung trennen (Abb. jeweiligen Eingängen abgenommen
152). Zuletzt die beiden werden: Gaszug 1 vom Vergaser,
Anlasserkabel abnehmen, und zwar Gaszug 2 von der Ölpumpe,
Abb. 148
Rahmen und
Antrieb „solo" von
der linken Fahr-
zeugseite her be-
trachtet. Gut zu
erkennen ist, wie
sich der Antrieb
allein über das
Federbein am
Rahmen abstützt.
148
Bremsseil von der Hinterradbremse.
Ausführliche Hinweise dazu im
Kapitel Vorderradführung.
Außerdem abziehen: Benzin- und
Unterdruckleitung vom Vergaser,
Ölleitung vom Öltank - s.a. Abb.
138 und Kapitel Hinterradführung.
s50 151
752 153
Abb. 152 Trennen
der
Kabelverbindung,
die zum elektri-
schen Choke
führt.
Abb. 153
Anlasserkabel
vom Relais abzie-
hen, Massekabel
zusammen mit
der Regler-
befestigung ab-
schrauben.
Abb. 154
Montagehilfe: So
sind die elektri-
schen Kabel kor-
rekt verlegt.
767
Automatischer Choke - Ausbau: Abb. 162
Der elektrisch gesteuerte Choke ist Abnehmen der
Schwimmerkam-
mit zwei Schlitzschrauben und mer nach Lösen
einem Klemmprofil am Vergaserge- von zwei
häuse befestigt (Abb. 164). Bei Schrauben.
schlechtem Startverhalten Abb. 163
Choke auf elektrischen Durch- Vergasergehäuse
gang prüfen und notfalls kom- von unten mit
plett austauschen (Abb. 165). Schwimmer und
Einbau, auch Motor-Komplettierung: Düsen.
Die elektrische Zuleitung wird zu-
nächst durch eine große Tülle ge-
führt, am Ende in ein schmales
Stück Tülle gesteckt.
IG4 165
166 167
168 IG9
170 171
Abb. 166 Die engte Einlaß beim Abb. 170 Ansaugstutzens einfach entnommen
Abreißschraube 50er Motor. Eine einzige werden. Nun prüfen wir, ob die
am Schraube hält den
Ansaugstutzen Abb. 169 Prüfen
Membran hundertprozentig dicht ist;
Kickstarterhebel.
läßt sich mit einer der Einlaß- erstens muß sie über eine Gummi-
Zange lösen. membran: Die Abb. 171 Für die dichtung sauber mit dem Gehäuse
Abb. 167, 168
Plättchen müssen Ausführung abdichten (Abb. 167, 168); zweitens
dicht anliegen. zahlreicher müssen die beiden doppelzüngigen
Abheben der Wartungsarbeiten
Einlaßmembran muß der Ge- Membranplättchen so dicht an den
mit Gummidich- häusedeckel ab- Auflagen anliegen, daß kein Licht
tung; deutlich zu gebaut werden. hindurchtritt (Abb. 169).
sehen: der ver-
Anderenfalls sind entweder die
Abb. 172 Antrieb
der Sfera: Vom
Variator mit
Anlasserritzel
links führt der
Antriebsriemen
nach hinten zu
Fliehkraftkupp-
lung und
Getriebe.
172
Kickstarter, Antriebsgehäuse-
deckel - Ausbau: Der Ausbau ist
Voraussetzung für zahlreiche Kon-
troll- und Wartungsarbeiten.
Zunächst muß der Kickstarter abge-
nommen werden; er ist mit einer
Schraube SW 8 auf der Welle befe-
stigt (Abb. 170). Der Gehäusedeckel
ist mit 13 gleich langen Schrauben 173
SW 8 am Triebwerksblock befestigt
(Abb. 171). Sie werden mit Steck-
schlüssel und Umschaltknarre aus-
gedreht. Zusammenbau: Alle
Schrauben SW 8 mit Drehmoment
Nm 12-13 anziehen.
, .') IUI
Variator befindet sich eine zweite,
kurze Distanzhülse; sie wird eben-
falls abgenommen (Abb. 181, 182).
Einen einmal ausgebauten Variator
sollte man stets zerlegen und
überprüfen. Der Abdeckring ist mit
drei Kreuzschlitzschrauben befe-
stigt. Darunter kommt ein großer O-
Dicht-Ring zum Vorschein, der
absolut in Ordnung sein und genau
in der Nut liegen muß; notfalls er-
neuern. Herzstück sind die drei
182 Führungsschuhe und die in Fett ge-
lagerten Rollen (Abb. 183);
Führungsschuhe ersetzen, falls stark
beansprucht (als Ersatzteil erhältlich,
keinen kompletten Variator kaufen!).
Verbrauchtes oder fehlendes Fett
ersetzen, dabei die Rollen vollstän-
dig bedecken (Esso Beacon 3, Shell
Retinax A z.B.). Piaggio schreibt vor,
die Rollen alle 4000 km nachzufet-
ten (s.a. Wartungsplan S. 85). Auch
alle anderen Teile auf Schäden
überprüfen; Halbschalen ersetzen,
183 falls abgenutzt. Variator wieder
zusammenbauen, Deckelschrauben
Abb. 182 Beim Abnehmen der Komponenten handfest anziehen.
Unzeriegter und späteren Zusammenbau auf
Variator und richtige Reihenfolge und Position Variator, Anlasser-Vorgelege,
Anbauteile: kurze treibende Riemenscheibe,
Distanzhülse, achten (von außen nach innen):
Laufhülse, Mutter SW 15, Haltekranz, Kunst- Antriebsriemen - Einbau: Bevor
Distanzscheibe. stoffteil, Zahnkranz (Abb. 177). Jetzt die einzelnen Antriebsdetails auf die
kann der Antriebsriemen Kurbelwelle gesteckt werden, muß
Abb. 183 Variator das Anlasser-Vorgelege einge-
in zerlegtem abgenommen werden - zusammen
Zustand; mit der Kupplung (Abb. 178, 179). setzt werden; es sitzt zwischen
besonderes Achtung: Nach Ausbau des Zahn- Motorgehäuse und Variator, das
Augenmerk ver- kranzes sofort das Vorgelege des Zahnrad greift von der Gehäuseseite
dienen Führungs- in den Zahnkranz der Riemen-
schuhe und Rollen elektrischen Anlassers abziehen,
- sie müssen damit es nicht herausfällt und be- scheibe ein. Wird dieser Handgriff
regelmäßig geprüft schädigt wird; es ist ohne weitere vergessen, funktioniert später der
und nachgefettet Sicherung im Motorgehäuse gela- Anlasser nicht. Jetzt werden die
werden.
gert und läßt sich ganz einfach aus- Antriebselemente aufgesteckt,
und einbauen (Abb. 180). und zwar nur in folgender Reihen-
folge: kurze innere Hülse, Variator,
Variator - Ausbau, Wartung: lange äußere Hülse, Drosselring,
Zuerst die Distanzscheibe abziehen, Antriebsriemen; der Antriebsriemen
die auf der Kurbelwelle sitzt; sie muß locker über die äußere Hülse
dient zur Drosselung. Dann die gelegt werden, bevor die Riemen-
lange Distanzhülse und die Varia- scheibe mit Zahnkranz aufgesetzt
toreinheit abnehmen. Hinter dem wird. Jetzt folgen: Kunststofführung,
Haltekranz, Mutter SW 15 (s.a. wei- Abb. 184 Zerlegen
der
ter oben). Die Zungen des Kupplungseinheit:
Haltekranzes müssen genau in die Zuerst müssen die
Aussparungen greifen. Hinten wird Sicherungsbleche
der Antriebsriemen zwischen die an den
Sicherungsmuttern
getriebenen Halbscheiben gelegt aufgebogen
und zusammen mit diesen sowie werden;
der Kupplung aufgesetzt (Voraus- beschädigte
setzung: die komplette Einheit ist Bleche später
ersetzen.
korrekt zusammengebaut, s. unten).
Dabei beachten: Vorne paßt der Abb. 185
Antriebsriemen nur dann zwi- Kupplungseinheit
schen Variator und Riemen- 184 in einen Schraub-
stock spannen und
scheibe, wenn hinten genügend Muttern mit einem
Luft ist. Das bedeutet, daß hinten Gabeloder Ring-
die bewegliche Halbscheibe zu- schlüssel SW 46
nächst von Hand so weit von der lösen.
festen Scheibenhälfte abgedrückt Abb. 186 Zerlegte
werden muß, daß der Zahnriemen Kupplungseinheit:
tief genug zwischen die konischen links Kupplung
Flächen rutschen kann. Erst dann und Druckfeder,
rechts getriebene
kann vorne fertigmontiert und die Riemenscheiben
Mutter SW 15 aufgesetzt werden. mit Büchse und
Achtung: Immer neue Mutter Kugellagern.
verwenden; einen Tropfen flüssige
Schraubensicherung auf das Ge- 185
winde des Kurbelwellenstumpfes
geben und Mutter mit Drehmoment
40 - 44 Nm anziehen. Zahnkranz mit
Spezialwerkzeug blockieren (s. oben
und Abb. 177 bis 181).
189 190
192 193
Ölpumpe - Einstellung:
Voraussetzung: korrekter Anschluß
aller Gaszüge, Gasgriff in Leerlauf-
stellung, Motor startbereit. Bei teil-
montiertem Antrieb ist keine
Einstellung möglich. Zwei Arbeits-
schritte sind nötig: Betätigungshebel
in Grundstellung bringen, Ölpumpe
entlüften. Da dies nur bei vollständig
montiertem Fahrzeug möglich ist,
beschreiben wir diese Arbeiten im
Wartungskapitel; dort finden sich
auch die entsprechenden
Abbildungen. 19!
Abb. 202, 203 alte Dichtungsmasse sorgfältig von aufsetzen, gleichmäßig anpressen
Elektrostarter den Dichtungsflächen an Gehäuse und mit den fünf Schrauben M8
ausbauen: zwei
Schrauben unten
und Deckel entfernen. Dazu keines- sichern; Schrauben mit Dreh-
am Antriebs- wegs ein scharfkantiges Werkzeug moment Nm 12-13 anziehen. Jetzt
gehäuse lösen; (Schraubendreher etwa) verwenden; Ölablaßschraube einsetzen; zum
beim Abnehmen die Dichtflächen dürfen nicht Abdichten möglichst keinen
des Anlassers auf beschädigt werden. Geeignet sind Fiberring, sondern einen Alu- oder
den O-Fting ach-
ten, gegebenen- Hartholz- oder Kunststoff-Schaber. Kupferring verwenden. Schraube mit
falls erneuern. Reste mit Verdünnung abwaschen; Gefühl anziehen, Vorsicht -Gefahr
darauf achten, daß die Ver- des Überdrehens. Dann neues
dünnung nicht in die Lager fließt Getriebeöl einfüllen (Abb. 201),
(Abb. 200). z.B. IP Pontiax FZG 80W-90 oder
Wellen und Zahnräder in folgender Esso Gear Oil CZ 85W-90 (Hinweis
Reihenfolge einsetzen: Antriebs- zum Ölwechsel auch im
welle, Zwischenwelle, Radachse mit Wartungskapitel). Achtung: Menge
großem Zahnrad. Achtung: genau abmessen, es dürfen
3
Anschließend flache Anlaufscheibe nicht mehr als 65 cm sein; in
Abb. 204 auf die Zwischenwelle schieben! älteren Unterlagen ist von 80 bzw.
Elektrostarter in 3
zerlegtem Nun die Kontaktflächen an Deckel 85 cm die Rede, dies ist falsch; ein
Zustand: links und Gehäuse gleichmäßig mit Zuviel an Öl schäumt auf und drückt
Träger mit den dauerelastischem Spezial-Dicht- sich aus den Lagern. Öleinfüll-
auswechselbaren mittel bestreichen; Piaggio empfiehlt schraube mit Alu- oder Kupferring
Schleifkohlen,
Mitte Anker, Loctite 510 (im Fachhandel für einsetzen und mit Gefühl festziehen.
rechts Gehäuse. Industriebedarf erhältlich). Deckel
Startermotor - Ausbau: Der
Sfera-Starter hat bei einer Span-
nung von 12 Volt eine Nennleistung
3
von 0,15 bzw. 0,25 kW (50/80cm ).
Er dreht links und wirkt über das
bereits weiter oben erwähnte Vor-
gelege auf den Zahnkranz der trei-
benden Riemenscheibe (Ausbau
Vorgelege nur nach Demontage des
Antriebs möglich - s. oben). Die
Batterie darf nicht stärker als 4 Ah
sein (80er: 5 Ah). Störungen am
elektrischen Anlasser
204
205 206
Abb. 205, 206 Die
Gebläsehaube ist
lassen sich meist einfach beheben. mit zwei Kreuz-
Springt der Motor nicht an, kann Schlitzschrauben
zum Beispiel eine mangelhafte am Zylinderkopf
befestigt. Vor Ab-
Masseverbindung am Anlasser nahme des Luft-
die Ursache sein. Das Massekabel schachts die bei-
ist mit der vorderen der beiden den Ölschlauch-
Schrauben SW 8 befestigt, die den halter abziehen.
Anlasser unten am Motorgehäuse Abb. 207 Vier
fixieren. Die Schraube darf nicht Schrauben fixieren
locker, Kabel und Kabelschuh dür- die Gebläseab-
fen nicht beschädigt oder korrodiert deckung am
Motorgehäuse.
sein. Vor Ausbau des Starters 207
immer zuerst auch prüfen, ob der
Starterknopf und seine Kabel- der rechten Seite aus leicht mit
verbindungen in Ordnung sind (s. Stecknuß oder Ringschlüssel zu
Karosserie-Kapitel). Die Anlasser- erreichen (Abb. 202). Wenn sie
Befestigungsschrauben sind von gelöst sind, kann der Anlasser kom-
Abb. 208 Motor
mit vollständig
abgenommener
Kühlluftführung.
Lichtmaschine und
Gebläserad sitzen
auf dem rechten
Kurbelwellen-
stumpf.
208
Zur Fehlersuche läßt sich der An-
lasser in seine Einzelteile zerlegen.
Dazu die beiden Kreuzschlitz-
schrauben am Gehäuse lösen, den
Anker und den Tragring mit den bei-
den Schleifkohlen herausnehmen.
Die Kohlen lassen sich auswech-
seln, sie sind mit je einer Kreuz-
schlitzschraube gesichert (Abb.
204). Achtung: Ein defekter
Anlasser läßt sich meist durch
Abdrehen des Kollektors und
Austausch der Kohlen reparie-
ren; der Kauf eines Komplett-
209 Starters ist nur in Ausnahme-
fällen nötig. Beim Zusammenbau
beachten: Schleif kohlen mit einem
schmalen Schraubendreher in die
Führungen drücken, dann Tragring
über den Kollektor schieben.
Defekte der Wicklung können nur in
der Fachwerkstatt mit Spezial-Meß-
instrumenten geortet werden.
Einzelheiten dazu helfen dem
Hobbyschrauber in der Regel nicht
weiter, weshalb wir in diesem Punkt
ausnahmsweise einmal auf Details
verzichten.
210 Gebläsehaube, Gebläseab-
Abb. 209, 210 deckung, Gebläse - Aus-/
Das Gebläserad
ist auf dem Einbau: Für Arbeiten an Kolben und
Schwungrad mit Zylinder muß die Gebläsehaube
drei Kreuz- abgenommen werden. Sie ist mit
schlitzschrauben zwei kräftigen Kreuzschlitzschrauben
befestigt.
am Zylinder befestigt und über einen
Abb. 211 Clip mit der hinteren Abdeckung
Zum Lösen der verbunden (Abb. 205). Vor Abnahme
Haltemutter SW die beiden Halter herausziehen, die
15 muß das
Schwungrad den Ölschlauch vom Tank zur
blockiert werden; Pumpe leiten (Abb. 206). Die
im Bild: ein selbst Gebläseabdeckung ist mit vier
hergestelltes Kreuzschlitzschrauben am Motor-
Werkzeug aus 211
Leichtmetallprofil gehäuse befestigt (Abb. 207, 208).
mit zwei Jetzt liegen Gebläse und Schwung-
eingepaßten plett abgenommen werden. Dabei radmagnetzünder frei. Auf dem
Schrauben M6. auf den O-Ring achten, der den Schwungrad ist das Gebläse-
Anlasser zum Motorgehäuse hin Element mit drei Kreuzschlitz-
abdichtet; defekten O-Ring ersetzen schrauben befestigt (Abb. 209, 210).
(Abb. 203). Achtung beim Zusammenbau:
Führungen und Schrauben
212 213
liegen asymmetrisch. Tips zur einer Spezialklammer oder einer Abb. 212, 213
Pflege der Zündkerze finden Sie selbstgebauten Vorrichtung. Wir Ausbau des
im Wartungs-Kapitel. haben ein 30 mm breites Leicht- Schwungrads:
Abzieher bis zum
metallprofil mit zwei Schrauben SW Anschlag ein-
Schwungrad/Rotor - Aus-/ Ein- 8 und den zugehörigen Hammer- schrauben und mit
bau: Das Schwungrad, gleichzeitig muttern ausgerüstet (Abb. 211). Schlüssel festhal-
Rotor der Lichtmaschine, ist mit Vorsicht beim Anlegen der ten; Zentral-
einer Dehnmutter SW 15 auf der schraube eindre-
Gegenhalte-Vorrichtung: Spulen hen, bis der Rotor
Kurbelwelle befestigt. Zum Lösen der Lichtmaschine nicht beschä- freikommt und den
der Mutter muß das Schwungrad digen! Nach Lösen der Mutter muß Blick aufs Innere
fixiert werden. Dies macht man mit das Schwungrad abgezogen wer- der Lichtmaschine
den. Wir kommen nicht freigibt.
umhin, den passenden Abb. 214, 215 Der
Abzieher in der Fachwerk- Stator der
statt auszuleihen. Er muß Lichtmaschine ist
linksläufiges Feingewinde mit drei Schrauben
fixiert; das
haben. Der Abzieher wird „Pickup" unterhalb
bis zum Anschlag ins wird von zwei
Schwungrad geschraubt und Schrauben gehal-
mit einem Gabelschlüssel ten. Stator und
Pickup zusammen
SW 27 festgehalten. Mit mit dem Kabel-
einem Schlüssel SW 14 wird baum abnehmen.
der Dorn nach
214 215
rungskeil auf der Kurbelwelle
achten! Keil mit Klebstreifen auf der
Kurbelwelle oder am Gehäuse befe-
stigen, damit er nicht verlorengeht.
Zusammenbau: Keil einsetzen, und
Schwungrad aufschieben. Stets
eine neue Mutter SW 15 verwen-
den; es handelt sich um Dehn-
muttern für den einmaligen Ge-
brauch. Gegenhalte-Vorrichtung
anlegen und Mutter mit Drehmo-
ment Nm 44 anziehen.
221 222
123 224
Abb. 219, 220 Ausbau oder Kunststoffspan ab-
des Zylinders: Kolben kratzen, kein Metall dazu
festhalten und Zylinder verwenden. Öl und Staub
so abziehen, daß mit Kaltreiniger oder
Kolben und anderem Speziaireiniger
Zylinderwand nicht ver- abwaschen, kein Benzin
kratzt werden. Zylinder- verwenden.
fußdichtung später so
einsetzen, wie gezeigt. Abb. 225 Kolben-Ausbau:
Sicherungen am
Abb. 221 - 224 Reinigen Kolbenbolzen mit
von Zylinderdeckel, Seegering- oder
Kolben und Zylinder: Spezialzange herausneh-
feste Rückstände mit men, dabei Kolben nicht
Hartholz- verkratzen.
225
Zylinderkopf, Zylinder - Ausbau: Stehbolzen gezogen werden.
Es mutet im Zeitalter von Mehrventil- Achtung: Kolben und Kolbenringe
Viertaktmotor und G-Kat an wie ein so schützen, daß sie nicht verkratzt
Relikt aus grauer Vorzeit -doch es oder beschädigt werden können
ist die Realität: Auch der relativ (Abb. 219, 220). Sind Reinigungs-
moderne Sfera-Zweitaktmotor muß arbeiten geplant, muß das Kurbel-
in Abständen von nur 4000 km gehäuse sorgfältig mit einem flusen-
teildemontiert und von Rückständen freien, sauberen Lappen abgedeckt
gereinigt werden. Das Entstehen der werden. Zylinder und Zylinderfuß-
zweitaktüblichen Verkrustungen läßt dichtung abnehmen, notfalls mit
auch eindeutige Rückschlüsse auf leichten Gummihammerschlägen
die Abgasqualität zu: Zweitakter - nachhelfen.
auch die kleinen - sind im Vergleich
zu zeitgemäßen Viertaktern immer Zylinderkopf, Zylinder, Kolben -
noch wahre Dreckschleudern. Reinigung: Zuerst ist eine Sicht-
Voraussetzung für die Zylinderde- kontrolle fällig. Zylinderwand und
montage: Abbau von Auspuff, Ver- Kolben dürfen keine Riefen haben.
gaser, Ansaugstutzen, Einlaßmem- Leichte Verfärbungen oberhalb der
bran, Gebläsehaube und -ab- Kolbenringe sind bedeutungslos.
deckung. Die Zündkerze sollte Abgenutzte oder gar gebrochene
ebenfalls ausgeschraubt werden Kolbenringe ersetzen. Nun
Abb. 226 Kolben (Hinweise zur Zündkerzenpflege im
immer so befreien wir zuerst die Brenn-
einbauen, daß der
Wartungs-Kapitel). Der Zylinderkopf raummulde des Zylinderkopfs von
Pfeil auf dem oder besser: Zylinderdeckel ist mit Rückständen (Abb. 221). Achtung:
Kolbenboden vier Muttern SW 11 befestigt (Abb. Dazu auf keinen Fall scharfkantige
Richtung Auslaß 217). Bei zweien davon handelt es
zeigt. Kolbenringe
Gegenstände aus Metall wie
und Bolzen-
sich um verlängerte Doppelmuttern; Schraubendreher oder Messer
sicherungen so sie tragen die Gebläsehaube und verwenden. Auch Schmirgelpapier
einsetzen wie befinden sich - von vorn gesehen - ist tabu. Schonend und doch
gezeigt. links oben und rechts unten. Dies gründlich läßt sich die Reinigung
beim Zusammenbau unbedingt mit einem Hartholz- oder
Abb. 227
Spezialwerkzeuge beachten! Sollte sich der Zylinder- Kunststoff-Spachtel erledigen.
zum Ausbau von deckel nicht lösen, mit leichten Ebenso beim Kolbenboden verfah-
Kolben und Schlägen eines Kunststoff- oder ren; dazu den Kolben in den oberen
Kolbenbolzen, Holzhammers nachhelfen. Kein
wie sie nur die Totpunkt bringen und mit einem
Piaggio-Werkstatt
Metall zum Schlagen verwenden, Lappen das Kurbelgehäuse abdich-
besitzt. die Kühlrippen brechen leicht. ten (Abb. 222). Anschließend den
1 = Träger für Eine Zylinderkopfdichtung ist nicht Auslaßkanal des Zylinders ebenfalls
Sicherungsring, vorhanden (Abb. 218). Jetzt kann mit einem Holzspan so weit wie
2 = Zentrierstift,
3 = Montagestift
der Zylinder von den möglich auskratzen (Abb. 223).
226 227
228 220
Dann säubern wir alle Teile mit Kalt- ihren Händler. Schließlich ist es Ihr Abb. 228
reiniger; dazu Auffangwanne unter- Geld... Zylindermontage:
stellen (Abb. 224). Auch die Kühl- neue Fußdichtung
einsetzen und
rippen von Zylinderkopf und Zylinder Kolben - Aus-/Einbau: Der Kolben Zylinder vorsichtig
bedürfen einer gründlichen Säube- ist mit dem Kolbenbolzen drehbar über den Kolben
rung, sonst können sie ihre wichtige im Auge der Pleuelstange gelagert. schieben, dabei
Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen. Auch hier darf kein Spiel vorhanden Kolbenringe
zusammen-
Achtung: Zum Reinigen kein Benzin sein. Zum Ausbau von Kolben und drücken; die
verwenden; es enthält krebserre- Kolbenbolzen müssen die beiden Ringenden müs-
gende Stoffe wie Toluol und Benzol. Sicherungsringe mit einer Seege- sen neben den
Zum Abschluß genau kontrollieren, ring- oder passenden Spitzzange Nuten am Kolben
stehen.
ob sich keine Schmutzpartikel mehr zusammengedrückt werden (Abb.
auf Zylinderwand und Kolben sowie 225). Beim Einbau stets neue Abb. 229
im Brennraum befinden. Schon ein Sicherungsringe verwenden. Den Zylinderkopf-
einziges Sandkorn kann zerstöre- Kolben stets so wieder einbauen, schrauben von
Hand vorziehen
risch wirken. daß der Pfeil auf dem Kolben- und dann un-
boden Richtung Auslaß zeigt bedingt mit
Zylinder, Kolben - Spielkontrolle, (Abb. 226). Die Sicherungsringe Drehmoment
Ausschleifen, Austausch: sollten nach Möglichkeit mit Nm10- 11 fest-
ziehen, und zwar
Zwischen Zylinder und Kolben darf Spezialwerkzeugen eingesetzt wer- über Kreuz.
kein unzulässiges Spiel vorhanden den, die leider mal wieder nur die
sein. Wenn bestimmte Grenzwerte Fachwerkstatt besitzt (Abb. 227). Mit
überschritten sind, muß der Zylinder Fingerspitzengefühl geht es jedoch
ausgeschliffen werden. Entsprech- auch anders - Zange verwenden
ende Kolben mit Übermaß hält der und peinlich darauf achten, daß
Handel bereit. Beachten Sie dazu der Kolben bei der Fummelei
bitte auch die Tabelle im An- nicht verkratzt wird! Die
hang. Das Ausmessen und Aus- Sicherungsringe müssen genau in
schleifen des Zylinders wird zu gün- den vorgesehenen Vertiefungen
stigen Konditionen von Motoren- einrasten, sonst macht sich der
instandsetzungs-Betrieben erledigt. Kolbenbolzen selbständig und ver-
Auch die Piaggio-Werkstatt ist ursacht einen kapitalen Motor-
natürlich in der Lage, Zylinder und schaden.
Kolben korrekt zu vermessen. Oft
genügt es auch, nur die Kolbenringe Zylinder, Zylinderkopf - Einbau:
zu wechseln; fragen Sie danach Stets eine neue Zylinderfußdichtung
gehäuse und Zylinder müssen pein-
lich sauber und fett- bzw. ölfrei sein.
Zum Einführen des Kolbens die
Kolbenringe so zusammendrücken,
daß sich die Zylinderwand leicht-
gängig überstreifen läßt (Abb. 228).
Achtung: Die Enden der
Kolbenringe müssen exakt
rechts und links der Stege in
den Nuten stehen! Zylinder ab-
senken und den gereinigten Zylin-
derkopf aufsetzen. Muttern zuerst
von Hand, dann kreuzweise mit
Drehmoment Nm 10-11 anziehen
230 (Abb. 229). Montage der Anbauteile
Abb. 230 wie oben beschrieben.
Trennen des
Motorgehäuses:
zunächst acht Motorgehäuse - Trennen der
Schrauben Hälften, Ausbau Kurbelwellen-
SW 8 lösen. lager, Wellendichtringe: Diese
Abb. 231 Keil der
Arbeit ist erforderlich, wenn Kurbel-
Rotorsicherung welle oder Kurbelwellenlager ausge-
von der wechselt werden sollen. Voraus-
Kurbelwelle setzung: Demontage von Antrieb,
abnehmen und Lichtmaschine und Zylinder.
sorgfältig ver-
wahren. Zunächst müssen die acht Schrau-
ben SW 8 ausgedreht werden, mit
denen die rechte an der linken Ge-
häusehälfte befestigt ist (Abb. 230);
dazu am besten eine Stecknuß mit
Abb. 232 Rechte Knarre verwenden. Vier Schrauben
Gehäusehälfte im liegen innerhalb des Licht-
Bereich des maschinenbereichs, vier weitere
Kurbel- befinden sich oberhalb und unter-
wellenlagers mit
einer Heizpistole
halb der Kurbelgehäuseöffnung.
erwärmen. Nicht vergessen: Keil für die
Rotorsicherung rechts auf der
Kurbelwelle abnehmen (falls
nicht schon geschehen - Abb.
231). Unbedingt beachten: Vor
dem eigentlichen Abziehen muß
die rechte Gehäusehälfte im Be-
reich rund um das Kurbelwellen-
lager mit einer Heizpistole auf
etwa 80° Celsius erwärmt wer-
den, sonst geht gar nichts (Abb.
232)! Getrennt werden können die
Gehäusehälften nur mit einer Ab-
ziehvorrichtung. So etwas hat
meist aber nur die Fach Werkstatt,
am Ausleihen
231
232
233 234
kommt man also nicht vorbei. Alter- Löcher gebohrt. Die Schraube M 12 Abb. 233 - 235
native für fortgeschrittene in der Mitte drückt gegen die Rechte Gehäuse-
Kurbelwelle, durch die Löcher M 6 hälfte mit einem
Schrauber: Selbst eine Abziehplatte (augeliehenen)
bauen. Man braucht dazu ein recht- werden Schrauben SW 8 in die Original- oder
eckiges, etwa 20 x 8 cm großes Gehäusebohrungen geschraubt. einem selbstge-
und mindestens 8 mm dickes Stück Achtung: Gewinde der Kurbel- bauten Abzieher
welle unbedingt durch Aufsetzen von der Kurbel-
Flachstahl, in das mittig ein 12 mm welle ziehen; die
großes Loch gebohrt wird. einer Mutter M 15 vor Beschädi- Wellendichtringe
Anschließend wird ein Gewinde für gungen schützen (s.a. Abb. 232)! bleiben im Ge-
eine normale Schraube M 12 in das Durch anschließendes Anziehen der häuse, das
Hauptlager bleibt
Loch geschnitten. Passend zu den Mittelschraube läßt sich die rechte auf der Kurbel-
Bohrungen M 6 im Gehäuse werden Gehäusehälfte vom rechten Kurbel- welle, wie in Abb.
mindestens zwei gegenüberliegende wellenlager abziehen; das Lager 235 gut zu sehen.
235
236 237
238 239
Abb. 236 bleibt (meist) auf der Welle (Abb. wellenlager - Aus- und Einbau:
So sitzt ein 233 - 235). Besser funktioniert's Auf ähnliche Weise wird die
Wellendichtring natürlich mit dem Originalabzieher: Kurbelwelle von der linken Ge-
im Gehäuse; er
läßt sich leicht Er hat vier passende Außenboh- häusehälfte getrennt: Abziehvor-
herausdrücken. rungen und eine spitz zugeschliffene richtung mit möglichst vier Schrau-
Mittelschraube. Der Wellendicht- ben SW 8 am Gehäuse befestigen;
ring läßt sich einfach aus der Ge- Bohrungen für den Antriebsdeckel
Zu den Abb. 237
häusehälfte drücken und durch benutzen. Mit der Zentralschraube
bis 240 siehe einen neuen ersetzen (Abb. 236). die Welle aus dem Gehäuse
Seite 83. Kurbelwelle - Ausbau; Kurbel- drücken (Abb. 237). Bleibt das
Kurbelwellenlager im Gehäuse
zurück, muß es mit einem speziellen
Spreizabzieher ausgezogen werden;
Herausschlagen ist nicht der ele-
ganteste Weg, weil Beschädi-
gungen dabei kaum zu vermeiden
sind. Wellendichtring aus der Ge-
häusehälfte drücken und erneuern.
Knifflig wird's, wenn die Kurbel-
wellenlager nicht im Gehäuse, son-
dern auf der Kurbelwelle sitzen blei-
ben; sie lassen sich nur mit einem
Spezialabzieher abnehmen, auf den
wieder mal die Werkstatt das
240
Monopol hat (Abb. 238). Neue
Kurbelwellenlager werden direkt
auf die Welle und nicht ins Gehäuse
gesetzt. Dazu müssen sie zunächst
im Ölbad auf 100° Celsius erhitzt
werden. Notfalls mit einem
Schlagrohr auf den inneren Lager-
ring einwirken, bis das Lager korrekt
sitzt. Die Wangen der Kurbelwelle
sollten dabei auf einer Spezialplatte
ruhen, damit das Pleuellager nicht
beschädigt wird.
242
80W-90 oder ESSO Gear Oil CZ Bremshebelgelenke fetten
85W-90 Vorderradaufhängung: Tacho-
Zündkerze: Verkrustungen entfer- wellengehäuse fetten (ESSO BEAC-
nen, Elektrodenabstand kontrollieren ON 3, SHELL RETINAX A)
(korrekt: 0,5 bis 0,6 mm) Muttern und Schrauben Fahr-
Batterie: prüfen, evtl. destilliertes gesteil, Motorbefestigung, Rad-
Wasser auffüllen befestigung, Radaufhängung:
Lenkung: Freigängigkeit und Spiel Kontrolle des Anzugsdrehmoments
prüfen, evtl. einstellen Beleuchtung, Blinker, Hupe:
Bremsanlage vorn/hinten: Funktion prüfen
Funktion prüfen, Seilzüge einstellen; Reifenluftdruck: prüfen
Bremshebelgelenke fetten (Werte s.o.)
Muttern und Schrauben Fahr- Probefahrt
gesteil, Motorbefestigung, Rad
befestigung, Radaufhängung: Inspektion alle 8000 km
Kontrolle des Anzugsdrehmoments oder 24 Monate
Beleuchtung, Blinker, Hupe: Motor: bei Leistungsabfall Zylinder,
Funktion prüfen Zylinderkopf, Kolben und
Reifenluftdruck: prüfen; vorn 1,2 Kolbenringe auf Verschleiß und
bar, hinten solo 1,7 bar, mit Sozius Beschädigungen prüfen
2,5 bar Ölpumpe: Ölzufuhrleitungen auf
Probefahrt Luftblasen prüfen; Pumpenfunktion
prüfen, evtl. entlüften
Inspektion alle 4000 km Vergaser: Leerlauf und Gaszug
oder 12 Monate prüfen, evtl. einstellen
Motor: Brennraum/Zylinderkopf, Luftfilter: wechseln
Kanäle/Zylinder, Kolben von Ver- Antrieb: Rollen im Variatorgehäuse
brennungsrückständen befreien; nur fetten
bei Leistungsabfall: Zylinder, Kolben, Getriebe: Öl wechseln (Menge und
Kolbenringe auf Verschleiß prüfen; Spezifikation siehe Grundinspektion)
Gaszug einstellen Zündkerze: ersetzen (Einzelheiten
Ölpumpe: Ölzufuhrleitungen auf siehe Wartungs-Kapitel)
Luftblasen prüfen, Pumpenfunktion Batterie: prüfen, evtl. destilliertes
prüfen, evtl. entlüften Wasser nachfüllen
Antrieb: Rollen im Variatorgehäuse Lenkung: Freigängigkeit und Spiel
fetten prüfen, evtl. einstellen
Getriebe: Kontrolle und Auffüllen Bremsanlage vorn/hinten:
des Ölstands ([Link]) Funktion prüfen, Seilzüge einstellen,
Luftfilter: ausbauen, Schaumstoff- Bremshebelgelenke fetten
Element mit Wasser und Seife aus- Seilzüge: ölen bzw. fetten
waschen, mit Preßluft oder an der Vorderradaufhängung:
Sonne trocknen; anschließend leicht Tachowellenantrieb fetten
einölen Muttern und Schrauben Fahr-
Zündkerze: Verkrustungen entfer- gesteil, Motorbefestigung, Rad-
nen, Elektrodenabstand kontrollieren befestigung, Radaufhängung:
Batterie: prüfen, evtl. destilliertes Kontrolle des Anzugsdrehmoments
Wasser auffüllen Beleuchtung, Blinker, Hupe:
Lenkung: Freigängigkeit und Spiel Funktion prüfen
prüfen, evtl. einstellen Reifenluftdruck: prüfen (Werte
Bremsanlage vorn/hinten: Funk- s.o.)
tion prüfen, Seilzüge einstellen; Probefahrt
Arbeit alle 20000 km Stillegung des Fahrzeugs über
oder 3 Jahre mehrere Monate
Ölpumpe: Antriebsriemen austau- Fahrzeug reinigen, anschließend
schen Motor warm fahren, damit sich
keine Säurerückstände im Auspuff
Arbeiten bei Überholung Motor: bilden. Lackierte und verchromte
Reinigen und Entkrusten aller noch Teile polieren, nicht lackierte
verwendbaren Teile Getriebe: Öl Metallteile dünn mit Korrosions-
wechseln (s. oben) Luftfilter: schutzfett bestreichen. Benzin aus
Abb. 243 Zwei
Roller-Gene-
reinigen, trocken, einölen (s. oben) dem Kunststoff-Tank ablassen; dazu
rationen im Ver- Zündkerze: Elektrodenabstand rechte Seitenverkleidung ausbauen,
gleich: Sfera 50 kontrollieren (s. oben) Benzinschlauch vom Benzinhahn
und Vespa PK 50 Kupplungseinheit: gleitende abziehen und Kraftstoff über einen
XL 2. Während die
Vespa technisch
Metallteile einfetten (Grasso Trichter in einen Kanister füllen;
im wesentlichen Montblanc, Molybdenum Grease) Vorsicht: bleifreies Benzin ent-
noch dem Variator: Rollen einfetten (ESSO hält giftiges Benzol, Hautkontakt
Urmodell von 1946 BEACON 3, SHELL RETINAX A) und Einatmen vermeiden!
entspricht, handelt Vorderradführung: Kugellager,
es sich bei der Zündkerze ausbauen, in die Öffnung
Tachowellenantrieb, Tachowellen- 3
Sfera um ein 10 bis 15cm CastrolTTS-Synthetik-
zeitgemäßes gehäuse fetten (ESSO BEACON 3, Öl spritzen, Kickstarter zwei- bis
Konzept mit mehr SHELL RETINAX A); Bremse dreimal durchtreten, Kerze wieder
Bedienungskom- einstellen Seilzüge: fetten bzw.
fort und deutlich einbauen. Batterie ausbauen und
besseren Fahr- ölen trocken sowie kühl lagern, alle vier
eigenschaften. Wochen nachladen.
243
Reifenluftdruck um 0,3 bar erhöhen Gemisch zu fett, Ölpumpe fördert zu
und Fahrzeug so aufbocken, daß viel Öl; Motor lange mit zu niedriger
beide Räder entlastet sind. Ein altes Drehzahl gefahren. Isolierkörper
Laken tut gute Dienste als verrußt: zu geringer Luftanteil im
Staubschutz. Gemisch; Kerze hat zu hohen
Wärmewert und bleibt im Betrieb zu
KONTROLL-, PFLEGE- kalt; unter Umständen Leerlaufdüse
mit kleinerem Querschnitt in den
UND WARTUNGS- Vergaser einsetzen, Kerze mit
ARBEITEN niedrigerem Wärmewert
verwenden.
Zündkerze, Kerzenstecker - Isolierkörper extrem hell, weiß
Ausbau, Prüfung Elektrodenab- oder mit Schmelzperlen behaf-
stand: Um an Kerze und Zuleitung tet, Elektroden teilweise abge-
herankommen zu können, muß die brannt: Motor wird zu heiß, Motor-
Mittelabdeckung abgebaut werden schaden droht durch Zündkerzen-
(s. Karosserie-Kapitel). Dann den teile, die in den Zylinder gelangen.
Kerzenstecker abziehen, dabei nicht Ursachen: Oktanzahl des Benzins
am Kabel reißen. Innen muß der zu niedrig, Vorzündung zu groß,
Stecker frei von Feuchtigkeit oder Vergasereinstellung zu mager, Kerze
Korrosion sein; er muß stramm auf mit zu niedrigem Wärmewert.
der Kerze sitzen. Eventuell vorhan- Abhilfe: höheroktanigen Sprit (Super
dene Korrosion läßt sich bis zu bleifrei) tanken, Zündzeitpunkt
einem gewissen Grad durch Kratzen zurücknehmen, Vergaser korrekt
oder Schmirgeln beseitigen; doch einstellen, richtige Zündkerze ver-
dies kann nur eine Übergangslö- wenden.
sung sein. Auch ein Kontaktspray Jetzt die Kerze reinigen (falls sie
sorgt vorübergehend wieder für noch nicht verschlissen ist): Ölkohle-
gute Leitfähigkeit. Einen angegriffe- ablagerungen an Elektroden und
nen oder beschädigten Stecker so
schnell wie möglich samt Zündkabel Abb. 244 Die
erneuern. Nur funkentstörte Stecker Zündkerze muß
regelmäßig
verwenden, andere sind unzulässig. überprüft wer-
Zündkerze mit Kerzenschlüssel aus den. Beim
dem Bordwerkzeug oder Spezial- Ausbau den
Schlüssel unter
Steckschlüssel SW 20,5 ausbauen keinen Umstän-
(Abb. 244). Achtung: Der Motor den verkanten,
muß unbedingt kalt sein! sonst bricht der
Vorsicht: Schlüssel nicht verkan- aus Porzellan
bestehende
ten, der aus Porzellan bestehende Isolierkörper.
Isolierkörper ist zerbrechlich (gilt
auch für den Einbau). Nun die
Zündkerze prüfen. Kerze mit
beschädigtem Isolator oder ver-
brannter Außenelektrode sofort
ersetzen. Das „Kerzengesicht" gibt
Auskunft darüber, ob der Motor ein-
wandfrei arbeitet: Isolierkörper
rund um die Mittelelektrode
glänzend schwarz-braun, feuch-
ter Ölkohle- und Rußbelag:
244
Isolierkörper mit einer Draht- oder testens aber alle 8000 km muß die
Messingbürste entfernen (Abb. Kerze ausgewechselt werden.
Abb. 245 245). Kerze möglichst mit Druckluft Achtung: Die Verwendung einer
Gereinigt wird die sauber blasen. Den Elektroden- falschen Zündkerze kann zu
Kerze mit einer
Stahldraht- oder abstand mit einer handelsüblichen schweren Schäden führen;
Messingbürste. Lehre messen und gegebenenfalls Einbau nur bei kaltem Motor!
neu einstellen. Piaggio empfiehlt Piaggio empfiehlt für Sfera 50 und
Abb. 246 Der einen Abstand von 0,5 bis 0,6 mm. 80 nur folgende Kerze: Champion
Elektrodenabstand
sollte 0,5 bis 0,6 Zum Korrigieren des Abstands N2C.
mm betragen. Meßblatt zwischen die Elektroden Vor dem Einschrauben der gereinig-
Gemessen wird schieben (Abb. 246) und die äußere ten Kerze die Dichtfläche am
mit einer Elektrode vorsichtig nachbiegen, Zylinderkopf säubern. Dabei darauf
Fühlerlehre.
indem man z.B. mit einem leichten achten, daß kein Schmutz in die
Abb. 247 Kerze Hammer auf sie klopft. Der Abstand Bohrung fällt. Kerze stets zu-
zuerst immer mit ist korrekt, wenn sich das Meßblatt nächst mit der Hand einschrau-
der Hand nur noch schwer hin- und herbewe- ben, sonst besteht die Gefahr, daß
einsetzen, damit
das Gewinde im
gen läßt. Unbedingt den Zustand sie verkantet und dabei das Ge-
Leichtmetall- des Dichtrings prüfen; er darf kein- winde im Zylinderkopf beschädigt
Zylinderkopf nicht erlei Schäden aufweisen und muß (Abb. 247). Erst zum Schluß
beschädigt wird; vollkommen sauber sein. Schlüssel ansetzen (ebenfalls ohne
erst zum Fest-
Verkanten) und Kerze mit Gefühl
ziehen Schlüssel
benutzen. Zündkerze - Austausch, Einbau: anziehen. Zu starkes Anziehen kann
Bei abgebrannten Elektroden, spä- zu Beschädigungen des Zylinder-
kopfs führen. Übliches Anzugs-
Drehmoment: 24 Nrn.
Schwergängige Kerzengewinde mit
etwas Graphit bestreichen, auf kei-
nen Fall Fett verwenden, die Kerze
würde festbrennen. Niemals den
Dichtring entfernen; die Kerze ragt
dann zu weit in den Brennraum, es
kommt zu Glühzündungen, die
Elektroden schmelzen ab. Folge:
Motorschaden.
246 247
gerüstet, die im Prinzip wartungsfrei kopherstellers beachten). Den In-
sind. Bei Zündstörungen jedoch ist duktivclip des Stroboskops legen
es sinnvoll, zunächst einmal zu prü- wir ans Zündkabel (Kerzenstecker
fen, ob die Grundeinstellung stimmt. nicht abnehmen). Nun den Motor
Erst danach ist es angebracht, nach starten und den Lichtblitz auf die
anderen Ursachen zu suchen. Am Markierung am Gebläsedeckel rich-
Gebläsedeckel ist ein Kontrollsteg ten und Drehzahl auf mindestens
angebracht. Er muß bei der 4000 U/min-1 erhöhen. Die Zünd-
Stroboskop-Kontrolle mit der einstellung ist korrekt, wenn die
Markierung auf dem Gebläserad, Markierung auf dem Gebläserad mit
das sich mit der Kurbelwelle dreht, der Marke auf dem Deckel fluchtet
exakt fluchten. Wir markieren ihn mit (Abb. 248).
Tipp-Ex, damit er besser zu erken- Wird eine Abweichung von mehr als
nen ist. Zuerst müssen der rechte 1 ° 30 festgestellt, muß die Zündung
Seitendeckel und die Batterie- durch Verdrehen des Licht-
abdeckung abgenommen werden. maschinen-Stators neu eingestellt
Elektronische Prüfgeräte gibt es für werden. Dazu muß der Rotor abge-
wenig Geld im Fachhandel; wir zogen werden wie im Motor-Kapitel
benötigen ein Stroboskop, das min- beschrieben. Die nötige Vorzündung
destens 11.000 Blitze pro Minute beträgt beim 50er Motor (80er in
erzeugt. Achtung: Alle Anschluß- Klammern) 16 (20)° +/- 1 ° vor OT,
arbeiten unbedingt bei abgestelltem und zwar bei 4000 U/min-1.
Motor und ausgeschalteter Zündung
vornehmen! Anderenfalls drohen Elektronische Zündanlage und
schwere Elektrikschäden. Das rote Lichtmaschine - Kontrolle:
Kabel des Stroboskops wird an den Wichtige Vorbemerkung: Alle
Pluspol, das schwarze Kabel an den Arbeiten, bei denen elektrische
Minuspol angeschlossen. (Das Verbindungen gelöst werden
grüne Kabel bleibt unberücksichtigt; müssen, dürfen nur bei abge-
grundsätzlich aber die stelltem Motor erfolgen; anderen-
Anschlußhinweise des Strobos- falls wird die Anlage zerstört. Beim
Abb. 248 Mit
einem han-
delsüblichen,
auch auf Ein-
zylindermotoren
einstellbaren
Stroboskop kann
die Zündein-
stellung bei lau-
fendem Motor
kontrolliert wer-
den; dabei keine
stromführenden
Teile anfassen -
Hochspannung!
Mit Tipp-Ex den
Kontrollsteg am
Gebläsedeckel
markieren.
248
Wiederanschließen der Kabel An-
schlüsse und Farben nicht vertau-
schen (s.a. Motor-Kapitel und
zugehörige Abb.).
Treten Zündaussetzer auf, kann ein
Defekt der elektronischen Zünd-
anlage vorliegen. Sie ist mit zwei
Muttern SW 8 am Rahmen befe-
stigt, besitzt einen Masseanschluß
und eine dreiadrige Kabelver-
bindung mit den Farben rot, weiß,
grün (Abb. 249). Zunächst Masse-
anschluß und Kabelverbindung prü-
fen; die Anschlüsse dürfen nicht
locker oder korrodiert sein. Die
249 Elektronikzentrale kann nicht repa-
Abb. 249 So wird riert, sondern nur komplett gewech-
das Hauptkabel selt werden; eine herkömmliche
an die Zündbox
angeschlossen. Zündspule gibt es nicht. Läuft der
Motor dann immer noch nicht, muß
Abb. 250a und b die Lichtmaschine überprüft
Einsatz eines werden. Dies überläßt man am
Ohmmeters zur
Kontrolle von besten einer Fachwerkstatt, die über
Zündanker (sechs das erforderliche Ohmmeter verfügt
Spulen, oberes (Einzelheiten auch im Motor-
Bild) und Pickup Kapitel). Nachdem der Rotor
(unteres Bild).
abgezogen worden ist, erfolgt
zuerst wieder die Sichtkontrolle; alle
Verbindungen müssen in Ordnung
sein. Schwungmagnet (Rotor),
Zündanker (Stator) und Pickup
werden getrennt mit dem Ohmmeter
durchgemessen. Bei Abweichungen
250 a müssen die defekten Teile komplett
ersetzt werden (Abb. 250).
256
Kompression prüfen: Mangelhafte Kompression angezeigt als beim
Kompression im Zylinder ist eine ersten Mal, dichten die Ringe nicht
Folge übermäßiger Abnutzung und mehr richtig ab; (das eingespritzte
führt zu starkem Leistungsverlust. Öl erzeugt vorübergehend eine bes-
Bei einem Zweitaktmotor wie dem sere Abdichtung, der Druck steigt).
Sfera-Triebwerk können verschlisse- Bei einer Kompression von weniger
2
ne oder beschädigte Kolbenringe, als 8,0 kg/cm müssen Kolben und
eine riefige und ausgeriebene Zylinder überholt werden.
Zylinderwand oder Undichtigkeiten
zwischen Zylinderkopf und Zylinder Getriebeöl - Ölstandskontrolle:
die näheren Ursachen sein. Geprüft Das Getriebeöl der Sfera muß in
werden kann die Kompression mit regelmäßigen Abständen kontrolliert
Geräten, die preisgünstig im bzw. gewechselt werden -
Fachhandel zu haben sind. Und so Ölstandskontrolle alle 4000 km (oder
wird's gemacht: Motor einige einmal im Jahr), Wechsel nach den
Minuten lang warmlaufen lassen, ersten 1000 km (oder nach zwei
dann abstellen. Fahrzeug aufbocken Monaten) sowie alle 8000 km (oder
und Mittelabdeckung abbauen. alle zwei Jahre) bzw. nach einer
Kerzenstecker abziehen und Getriebe-Demontage (s.a. Hinweise
Zündkerze herausdrehen. An- im Motor-Kapitel). Achtung: Das
schließend Hohlwelle des Kompres- Fahren mit zu wenig,
sionsprüfers in die Zündkerzen- verschmutztem oder falschem
bohrung einführen und mit der Öl führt zu einer frühzeitigen
Hand festschrauben (Abb. 257). Abnutzung der bewegten
Achtung: Hinterrad muß frei dre- Getriebe-Teile und kann zu
hen können! Zündung einschalten, schweren Schäden führen. Auch
Vollgas geben und Motor mit dem zuviel Öl ist schädlich. Piaggio
elektrischen Anlasser so lange empfiehlt folgende Getriebeölsorten:
durchdrehen, bis der vom IP PONTIAX FZG 80W-90, ESSO
Manometer oder Schreiber ange- GEAR OIL CZ 85W-90. Der
zeigte Druck nicht mehr weiter Fachhändler weiß, welche Sorten
ansteigt. und Spezifikationen darüber hinaus
Wenn Kolben, Zylinderkopf und zulässig sind. Abgesehen von IP
Zylinder in Ordnung sind, muß die PONTIAX sollte generell SAE
Kompression zwischen 8,5 und
2
12,0 kg/cm liegen. Liegt der Druck Abb. 257 Der
unter 8,5 kg, müssen die Ursachen Kom-
pressionsprüfer
ermittelt werden (Demontage- wird in die
Erläuterungen siehe Motor-Kapitel). Zündkerzenboh-
Zuerst Gebläsehaube abnehmen rung geschraubt.
und prüfen, ob die Zylinder- Vorher muß die
Mittelabdeckung
kopfschrauben mit dem vorge- entfernt werden.
schriebenen Drehmoment angezo-
gen sind.
Defekten Kolbenringen kommt man
auf die Spur, ohne den Zylinder
abnehmen zu müssen: Etwas
Motoröl (Castrol TTS Synthetic z.B.)
in die Zündkerzenbohrung spritzen
und dann zweite Messung durch-
führen. Wird eine höhere
257
Abb. 258 85W-90 API GL-3 verwendet wer- pumpe versorgt den Sfera-Motor
Zur Ölstandskon- den. Achtung bei Neubefüllung: drehzahlabhängig mit Schmierstoff.
trolle die obere 3
der beiden nicht mehr als 65 cm Öl einfül- Störungen oder Defekte führen
3
Schrauben an der len, nicht 80 oder 85 cm wie unweigerlich zu Motorschäden.
Schwinge lösen; manchmal empfohlen. Zuviel Öl Regelmäßige Kontrolle ist daher
bei leichtem drückt auf die Lager und tritt am unerläßlich. So muß bei der Über-
Drehen des
Hinterrades muß Wellendichtring vorbei in die gabe, nach 1000 km und dann alle
Getriebeöl aus Bremstrommel ein! Details zur 4000 km der einwandfreie Öl-
der Öffnung Neubefüllung im Motor-Kapitel (s.a. durchfluß vom Tank zur Pumpe
treten. Abb.. 192, 193). und von der Pumpe zum Vergaser
Die Ölstandskontrolle erschwert geprüft werden. Dazu die beiden
sich dadurch, daß zuvor Schall- Seitendeckel und das „Schau-
dämpfer und Hinterrad ausgebaut fenster" im Helmfachboden abneh-
werden müssen; anders ist die Kon- men. Bei laufendem Motor dürfen
trollschraube nicht zu erreichen (s. sich keine Luftblasen in den trans-
Kapitel Hinterradführung). Nach parenten Schläuchen zeigen.
Abschluß der Vorarbeiten sicherstel-
len, daß das Fahrzeug gerade steht. Ölpumpe - Grundeinstellung:
Die obere der beiden Schrauben Gleichzeitig muß die Grundein-
rechts hinten an der Schwinge mit stellung des Seilzugs gecheckt
einem Ringschlüssel SW 11 lösen werden, der von der Verteilerdose
und abnehmen (Abb. 258). Dann unter dem Trittbrett zur Ölpumpe
Hinterrad um eine halbe führt und über ein Drosselventil die
Umdrehung vordrehen; dabei Durchflußmenge steuert. Dazu den
muß Öl aus der Einfüllöffnung großen Gummistopfen vorn links am
treten. Sollte Öl fehlen, muß auch Antriebsblock abnehmen. Die
nach der Ursache geforscht werden Markierung am Betätigungshebel
(defekter Wellendichtring, defekte der Pumpe muß exakt mit der
Getriebedeckel-Abdichtung - siehe Markierung am Pumpengehäuse
Motor-Kapitel). Beim Wieder- fluchten (Abb. 259 links, 260). Zur
einsetzen der Kontrollschraube kei- Korrektur mit einem Schlüssel SW 8
nen Fiber-, sondern einen Alu- oder die Sicherungsmutter am Seilzug-
Kupferdichtring verwenden. einsteller lösen und Einsteller so weit
heraus- oder hineindrehen, bis die
Ölpumpe - Durchfluß prüfen: Die Markierungen übereinstimmen. Tip:
zahnriemengetriebene Frischöl- Sollte die Justierung schwierig sein,
Trittbrett abbauen und alle An-
schlüsse an der Verteilerdose prüfen
(s. Kapitel Karosserie und
Vorderradführung). Die Enden der
drei Seilzughüllen müssen fest in
den entsprechenden Führungen an
der Dose sitzen. Sollte sich das
Seilzugspiel ständig verändern, muß
die Dose mit einem Kabelbinder an
der Rahmentraverse so festgezurrt
werden, daß sie sich nicht mehr
bewegen kann (Abb. 261). Die
Seilzüge hingegen dürfen nicht fest-
geklemmt oder geknickt werden!
Zur Kontrolle des Spiels am Gasgriff
258
drehen; zuletzt Mutter SW 8 unten
am Einsteller festziehen. Ölpumpe
- Entlüftung: In verschiedenen
Fällen muß die Ölpumpe entlüftet
werden: nach Ausbau, Leerlaufen
oder Leerfahren des Öltanks
(möglichst vermeiden -
Motorschaden droht!) und immer
dann, wenn Ölleitungen im Rahmen
bestimmter Wartungs- oder
Reparaturarbeiten an Vergaser oder
Pumpe durchgeführt wurden. Dazu
muß das Fahrzeug vollkommen
fahrbereit sein, außerdem sind
bestimmte Vorarbeiten nötig.
Zuerst den Öltank mit dem vorge-
schriebenen Synthetik-Zweitakt-
motoröl füllen (z. B. Castrol TTS, 259
Castrol Biolube XTS, Castrol
Greentec XTS oder Agip 2T Racing 263) und warten, bis Öl austritt. Abb. 259
plus). Dann rechten Seitendeckel Schraube wieder festziehen, Motor Grundeinstellung
abnehmen und Kraftstoff aus dem starten und mit leicht erhöhter der Ölpumpe: Die
Markierungs-
Tank ablassen. Drehzahl laufen lassen (Fahrzeug striche links
Vorsicht: Das Benzol im Benzin aufgebockt, Hinterrad freidrehend). unten müssen in
ist giftig, Hautkontakt und Ein- Warten, bis alle Luftblasen aus der Leerlaufstellung
atmen vermeiden, undurchlässige Vergaserzuleitung verschwunden exakt fluchten.
Die Entlüftungs-
Handschuhe überstreifen! Kanister sind. Dann Motor abstellen und schraube oben
mit Trichter unter den Benzinhahn Benzintank ganz mit bleifreiem nur bei abgestell-
halten und Befestigung mit einem Superbenzin füllen, damit der vorge- tem Motor
Kreuzschlitzschraubendreher lösen; mischte Treibstoff verdünnt wird. öffnen.
Hahn mit Filter abziehen und Sollte der Motor wegen der kurzfri-
Kraftstoff ablaufen lassen (Abb. stigen Überfettung absterben, Abb. 260
262). Hahn wieder einsetzen und Zündkerze herausdrehen, trocknen, Grundeinstellung
der Ölpumpe im
Schraube befestigen. Dann einen reinigen und wieder einsetzen. Dann Foto: Die Markie-
halben Liter Zweitakt-Gemisch 260 rungsstriche
herstellen: in eine leere Öldose mit neuen Startversuch unternehmen. fluchten genau.
3
Markierungsstrichen zuerst 20 cm Motor sofort warm fahren.
Synthetik-Motoröl Castrol TTS (z.B.)
3
geben, dann 500 cm bleifreies
Superbenzin auffüllen (Mischungs-
verhältnis 1 : 25); kurz schütteln und
Gemisch in den Benzintank füllen.
Diese Maßnahme ist nötig, damit
der Motor nicht ohne Öl läuft, solan-
ge sich Luftblasen im System befin-
den. Ölschlauch vom Vergaser
abziehen und mittels Spritzkanne
mit Öl füllen; Lappen unterlegen.
Jetzt bei abgestelltem Motor die
Entlüftungsschraube an der
Ölpumpe lösen (Abb. 259 oben,
erhöhten Unterdruck wird das zer-
stäubte Benzin mit Macht in den
Brennraum befördert.
266
WERKZEUGEINSATZ:
WAS MAN BRAUCHT, WIE MAN'S MACHT
Das serienmäßige Bordwerkzeug Schraubendreher mit Schneiden-
der Sfera ist - wie bei den meisten breiten 2, 3/4, 5/7, 9/0, drei Kreuz-
Rollern - nur ein Notbehelf. Es taugt schlitz-Schraubendreher klein, mittel
kaum zum Zündkerzen Wechsel, ver- und groß, Kombizange, Wasser-
sagt erst recht, wenn beispielsweise pumpenzange, Spitzzange, Seege-
die Räder abgenommen werden ringzange, Dorn 8 mm, Schlosser-
müssen. Gleichwohl muß man nicht hammer klein und mittel, Kunst-
viel Geld ausgeben, um für den stoffhammer, Draht- und Messing-
Umgang mit der überwiegend recht bürste, Hand-Fettpresse, Bowden-
zierlichen Sfera-Technik gerüstet zu zugöler, Batteriesäure-Prüfer,
sein. Ein handelsüblicher Werkzeug- Batterie-Ladegerät, Fühlerlehre,
kasten mit Umschaltknarre und Hakenschlüssel für Lenkkopfmutter,
Stecknüssen SW 8 bis SW 24 Fußluftpumpe mit Manometer.
sowie ein Sortiment diverser Schlitz- Unentbehrlich für Arbeiten an Motor,
und Kreuzschlitz-Schraubendreher Antrieb und Fahrwerk sind außer-
tut's für den Hausgebrauch allemal. dem zwei Drehmomentschlüssel
Wer indes öfter privat oder gar pro- (ca. 10 bis 60 und 30 bis 140 Nm) -
fessionell schraubt, kommt nicht keine billige Anschaffung, falls es
umhin, in eine gehobenere Werk- sich um automatische Schlüssel
statt-Ausrüstung zu investieren. Wir handeln soll, die bei Erreichen des
empfehlen folgende Grundaus- eingestellten Wertes überspringen.
stattung: Werkbank mit Schraub- Wer bis zur Kurbelwelle vordringen
stock, Stecknuß-Satz SW 6 bis 24 will, braucht außerdem eine Heiß-
mit kleiner und großer Umschalt- luftpistole; mit ihr werden bestimmte
knarre sowie den zugehörigen Elemente vor der Montage erwärmt.
Adaptern 1/4- und 1/2-Zoll, Ring- Auf weitere Spezialwerkzeuge und
und Gabelschlüssel-Satz SW 6 bis Hilfsgeräte wird im Text an entspre-
24 (auch in kombinierter chender Stelle hingewiesen. Gute
Schlüsselausführung zu haben), Dienste bei Reparaturarbeiten an der
Innensechskantschlüssel SW 3-10, Elektrik leistet ein Quetschver-
Zündkerzenschlüssel, vier Schlitz- binderset mit Kabelschuh- und
Abisolierzange. In einer Top-Werk-
statt dürfen darüber hinaus Abb. 267 Auch für
Stroboskop-Prüfgerät und elektroni- einfache Arbeiten
sche Bohrmaschine nicht fehlen. empfiehlt sich
paßgenaues
Natürlich will auch der Umgang mit Werkzeug.
dem Werkzeug gelernt sein.
Unerfahrene Hobbyschrauber grei-
fen gern zum falschen Schlüssel:
Ein Gabelschlüssel eignet sich nur
zum Beidrehen von Muttern oder
Schrauben, keinesfalls zum endgül-
tigen Festziehen; dazu sollten aus-
schließlich Ring- oder Steck-
schlüssel bzw. Stecknüsse verwen-
det werden. Sie rutschen nicht so
leicht ab, verletzten nicht die
Schraubenkanten. Bei
Schraubendrehern gilt: nur
Werkzeuge mit unbeschädigten,
sauber gekanteten Klingen ver-
267
wenden. Abgenutzte und rund Fahrradöl tut Wunder. Es kann auch
gedrehte Klingen rutschen aus den helfen, einen Schraubendreher
Schraubenschlitzen heraus, zer- anzusetzen und dem Griffende
stören letztlich die Führung - die einen kräftigen Hammerschlag zu
Schraube läßt sich nur noch durch verpassen - oft löst sich die Schrau-
zeitaufwendiges Ausbohren entfer- be dann. Wichtig: verschmutzte
nen. Das geht dann im Prinzip so: Fahrwerks- und Motorteile reini-
Zuerst Schaftende glatt feilen, in der gen, bevor die Schraubarbeit
Mitte körnen und mit einem kleinen beginnt. Gut sind Speziaireiniger, die
Bohrer vorbohren. Dann mit exakt keine Giftstoffe oder gefährlichen
passendem Bohrer nacharbeiten. Lösemittel enthalten. Keinesfalls
Anschließend muß ein neues Ge- Benzin verwenden - es enthält
winde geschnitten werden, in der krebserregendes Benzol und giftiges
Regel in drei Stufen. Immer auch Toluol!
einen Schraubendreher verwenden, Während der Arbeit unbedingt auf
der möglichst bündig paßt. Ist die Sicherheit achten: Armbanduhren,
Klinge zu klein, besteht Abrutsch- Armbänder, Ringe und Halsketten
und Verletzungsgefahr! Wer den sollten stets abgelegt werden. Auch
Schraubendreher als Meißel be- flatternde Kleidungsstücke wie weite
nutzt, beschädigt Werkzeug und Jacken oder Schals können beim
Werkstück. Bei Arbeiten am Fahr- Schrauben gefährlich werden. Die
werk oder beim Montieren von Sfera bietet so viel Stauraum, daß
Motorteilen wie Zylinder, Zylinder- die Mitnahme eines selbst
Abb. 268 Eine kopf oder Lichtmaschine möglichst zusammengestellten Werkzeugsets
Umschaltknarre einen Drehmomentschlüssel ver- keine Probleme bereitet. Wir emp-
mit passenden wenden. Generell sollten alle fehlen für unterwegs: je zwei ver-
Stecknüssen ist
für viele Arbeiten
Schrauben, die in Leichtmetallteile schieden starke Schraubendreher
am Roller gedreht werden (Motorgehäuse Schlitz und Kreuzschlitz, Kombi-
unentbehrlich. z.B.) drehmomentkontroHiert festge- schlüssel Ring/Gabel SW 8 bis SW
dreht werden. 19, Steckschlüssel SW 24 für Rad-
Abb. 269
Komplettes
Niemals versuchen, festsitzende ausbau, Zündkerzenschlüssel,
Werkzeug- und Muttern mit Gewalt zu lösen: Die Hakenschlüssel, Mehrzweckzange,
Montage-Set von Schraube reißt ab, die Ecken von multifunkionales (Taschen-)Messer.
Helicoil zum Muttern werden rund gedreht. Nützlich sind auch ein Stück Draht,
Ausbohren und
Reparieren von
Korrodierte Schraubverbindungen Elektrokabel, einige Kabelklemmen,
beschädigten lösen sich meist, wenn ein guter ein kleines Sortiment Maschinen-
Gewinden. Rostlöser einige Zeit eingewirkt hat; schrauben M 6 und Blechschrauben
billiges Nähmaschinen- oder 4,0 x 20 bis 25.
268 269
REIFEN: FAHRTIPS, KAUF, PFLEGE, KONTROLLE
272 273
ZUBEHÖR:
WIE MAN DIE SFERA VEREDELN KANN
Die Ausstattung der Sfera-Modelle renommierte Krüger GmbH (In der
ab Werk ist gut, aber nicht üppig. Schwarzerde 5-7, 65549
Abb. 274 Touren- Kein Wunder also, daß der Limburg/Lahn; Tel. 06431/91950,
Sfera von Krüger Zubehör-Markt blüht. Besonders Fax 91 9550). Der Grossist
mit allen
Schikanen: Wind-
gefragt sind Custom-Teile für Reise beliefert rund 3000 Rollerhändler in
schutzscheibe, und Alltag: Gepäckträger, Koffer, der Bundesrepublik und in anderen
Sturzbügel vorn Windschutzscheiben, Stoßstangen, Ländern der EU mit Teilen aller Art
und hinten, Rammschutzbügel. Ein entspre- (Auslieferung nur an den
Seitenständer,
langstrecken- chend abgestimmtes Grundpro- Fachhandel, nicht an Privat-
tauglicher gramm vertreibt die Vespa GmbH kunden).
Custom-Sitzbank, als offizieller Piaggio-Importeur über Zum umfangreichen Programm der
Top Case mit ihr gut ausgebautes Händlernetz. Firma zählen auch die von zahlrei-
Träger. Zubehör-
Gesamt preis Um Ausrüstungsdetails, die ein chen Sfera-Besitzem begehrten
1995: rund 1000 besonders anspruchsvolles Tuning- und Elektronikteile. In die-
Mark. Publikum zufriedenstellen, kümmern sem Zusammenhang muß darauf
sich Zubehörspezialisten wie die hingewiesen werden, daß Teile, mit
274
275 276
277 278
denen sich Bauart und Fahrlei- den Dichtungen (Abb. 275). Die Abb. 275 Mit
stungen verändern lassen, entweder Höchstgeschwindigkeit steigt auf 80 diesem Kit kann
km/h, was dem Fahrwerk nichts der Hub-raum von
vom TÜV abgenommen und einge- 50 auf 75 crrf
tragen werden müssen oder nur zu anhaben kann, da es ohnehin auf erhöht werden;
Wettbewerbszwecken verwendet diese Geschwindigkeit ausgelegt ist kein TÜV-
werden dürfen. Roller-Rennen sind (Original-Sfera 80). Preis im Mai Gutachten.
sehr in Mode gekommen, sodaß 1996 komplett: 214 Mark. Ein TÜV-
Abb. 276 Variator,
sich allein von daher ein Bedarf an Gutachten für diesen Bausatz gibt Riemenscheibe
Tuning-Material ergibt. Technisch es allerdings nicht; der Käufer muß sowie diverse
betrachtet läßt sich mit sich entweder selbst um die Distanzhülsen zur
verhältnismäßig wenig Aufwand aus Abnahme kümmern oder darf das Änderung der
Primär-
einer 50er Mokick-Sfera ein 80er umgerüstete Fahrzeug offiziell nicht übersetzung beim
Leichtroller-Modell machen, passen- im Straßenverkehr bewegen. Sporteinsatz.
de Zylinder-Bausätze machen's Konstruktiv einfach, fahrtechnisch
Abb. 277 Beliebt
möglich. Daß anschließend TÜV-Ab- aber äußerst effizient und ausdrück- und sinnvoll vor
nahme und Abgas-Gutachten erfor- lich nur für Wettbewerbszwecke be- allem in
derlich sind, steht auf einem ande- stimmt ist ein Zusatz-Kit, mit dem Großstädten: eine
ren Blatt. Krüger bietet einen sich die Primärübersetzung verän- elektronische
Alarmanlage mit
Tuningsatz an, der auf alle 50er dern läßt. Er besteht aus Variator Fernbedienung.
Automatik-Roller von Piaggio paßt und Riemenscheibe mit geänderter
3 Abb. 278 Erspart
und den Hubraum auf 75 cm Steigung und drei verschiedenen
das lästige
erhöht. Zum Set gehören Zylinder, Fliehgewicht-Sets (Abb.276). Aufbocken:
Zylinderkopf, Kolben mit Bolzen und Ergebnis ist eine um weitere zehn Seitenständer mit
speziellen Ringen sowie die passen- km/h gesteigerte Höchst- Doppelfeder.
Abb. 279 Sfera als
sportlich
aufgemachter
Cityflitzer mit klei-
ner Scheibe,
Gepäckträger,
Rammschutz und
Chromblenden für
Auspuff und
Seitendeckel.
280 281
wie es Markenfabrikate bieten, 2.
Einbau einer Alarmanlage. Für 322
Mark offeriert Krüger ein System,
das sich im Do-it-yourself-Verfahren
installieren läßt und sogar eine
Fernbedienung für den Fernstart -
etwa vom Eiscafe aus -umfaßt
(Abb. 277). Praktisch im Alltag, vor
allem bei Kurzstreckenfahrten mit
häufigen Stopps oder
Besorgungsfahrten sind zwei Dinge:
ein Seitenständer und ein
Gepäckträger mit Topcase. Den
Seitenständer gibt es mit TÜV-
konformer zweiter Rückholfeder für
48 Mark, wahlweise verchromt oder
schwarz lackiert (Abb. 278). Träger
und Top-Cases bieten fast alle
Ausrüster an. Während verchromte
anbietet (Abb. 282). Sie bietet mehr Abb. 282
Träger zwischen 60 und 130 Mark
Komfort als das Serienteil und sorgt Verdoppelt das
zu haben sind, kosten Heckkoffer je Ladevolumen:
mit ihrer körpergerechten
nach Volumen und Ausführung zwi- Stabiles Top Case
Ausformung für besonders ermü- mit Halteplatte, die
schen 100 und 190 Mark (Abb.
auf den Träger
282). Sie werden mit einem geschraubt wird.
Schraubset auf den vorhanden
Träger montiert. Vielseitiger als der
serienmäßige Sfera-Gepäckträger
ist ein Klappgepäckträger (ca. 125
Mark); er erlaubt das Mitführen von
sperrigen Taschen und Körben,
aber auch Gegenständen aller Art,
wie sie beim Einkaufen nun mal so
anfallen (Abb. 283). Sturzbügel und
Stoßstangen aus hochglanzver-
chromtem Stahlrohr werten den
Scooter nicht nur optisch auf, son- 283
dern schützen den Lack auch vor dungsfreies Fahren für beide
Beschädigungen. Ein Bügel ist billi- Passagiere. Wer dann zusätzlich
ger und läßt sich schneller austau- noch eine Windschutzscheibe mon-
schen als ein lackiertes Kunst- tiert (149 Mark), kann selbst an Abb. 283
stoffelement wie Kotflügel oder kühlen Tagen gelassen bleiben. Der verchromte
Seitenverkleidung. Der Show dienen Klapp-Gepäck-
Hochwertiges und funktionales träger ist bei
Chromteile wie Schwingen- und Zubehör macht also Sinn, hat Motorrollern seit
Auspuffabdeckung, Radnaben- außerdem besondere Tradition bei Jahrzehnten ein
deckel und Scheinwerfereinfassung Piaggio-Rollern: Warum soll die Klassiker.
(Abb 280). moderne Sfera nicht ebenso fein
Durchaus empfehlenswert für Lang- daherkommen wie eine klassische
streckenfahrer und Leute, die mit Vespa, bei der kaum jemand an der
der Sfera auch in Urlaub fahren, ist Ausrüstung spart? Wie gut die Sfera
eine Custom-Sitzbank, wie sie aussieht, wenn sie veredelt wurde,
Krüger beispielsweise für 169 Mark zeigen die Beispiele auf diesen
Seiten.
SCHALTPLAN SFERA 50
p
■fei CD «j
S-Qw II
«SS- 8
«Uli i
Pili
Mit!
o S to (j S . *
'- - o ^ CD " co « £
H 1
2
5 " §, |
glpf §1
t» o i .c t 2 II
SL II V.-0J II || CO
S CD-JS " ^ -2
"^ co tj CO CD 3 05
o S c c co " S
.CO ^3 ^ 03 CO JA
ig II O -c cg g "55 "c
co ^ y CD ö)
5 j2 ÖJ II n -Q'3
rffi O $ CO CM CO ||
SCHALTPLAN SFERA 80
ll
TD
3
J; .CD p
«8 II|
II ^R CD O O
E K. II Ö>?
-2^> § "
1P!1
-g.y ii es«
S n- -1
lllll
cN^ ii5 £. ^i. ii
co g oco *-
*" £
•ST . *— >-" TD
H J CD .. 0) SO
lllll
±. -5> TO </> 3
II CD O T~T CD~
OD ^ ifeCD-g
2 S P II -ö
■52 CD "§
CO ^
-Q Ü CD ^~
O .ü ^r c Qi
COOQ^t^1 CD
II O CD II
c E TD io ö -S
CD CD C T- TD Fn o
-C ^ CD c^ ir
IS CD ll ^'-RÄ %
Q5 .c co 0> % "§ °3
■Ä "T £ 2 o
J -c
•S v. TD -O cp cp -.
E SS II II II p
-92 t5 -Q ^ ^ co cc
üj w^ r- c\j CM U_
HAUPTSCHALTBILDER SFERA 50/80
Schaltbild
Zündanlage
Schaltbild
Beleuchtung und
automatischer
Choke
Schaltbild
Batterielade-
system und elek-
trisches Anlassen
Schaltbild
Instrumente und
Kontrolleuchten
Schaltbild
Blinkanlage und
Hupe
FEHLERSUCHE SFERA: Wie man die Ursachen von
Störungen findet und Mängel schnell behebt
MOTOR: STARTPROBLEME Austausch des Schalldämpfers. Luftfilter
häufigste Ursache: Benzinmangel, daher verschmutzt oder defekt; reinigen bzw.
zuerst Tankkontrolle; ersetzen.
bei ausreichender Treibstoffmenge Durch- Choke bleibt hängen; Leichtgängigkeit prüfen
lauf prüfen; dazu Wartungsklappe im bzw. herstellen. Starke Verkrustung von
Helmfach öffnen, Anlasser bei geschlosse- Brennraum und Zylinderkanälen; Zylinderkopf
nem Gasgriff betätigen und kontrollieren, ob und Zylinder ausbauen und entkrusten;
Benzin durch die Zulaufleitung strömt. Kolbenboden ebenfalls reinigen. Kupplung
Unterdruckventil am Vergaser prüfen; rutscht durch; Backen der
Unterdruckleitung darf nicht defekt oder Fliehkraftkupplung prüfen und notfalls aus-
abgerutscht sein; notfalls Ventil ersetzen. tauschen
Düsen oder Benzinhahn verstopft; aus- Riemenscheiben gleiten schlecht; Teile
bauen, mit Lösungsmittel reinigen und mit ausbauen, prüfen, beschädigte Elemente
Druckluft trocknen. ersetzen.
Luftfilter verschmutzt; reinigen oder aus- Keilriemen abgenutzt; ausbauen und
tauschen. ersetzen.
Automatischer Choke defekt: elektrische
Zuleitungen, Durchfluß und mechanische MOTOR:
Leichtgängigkeit prüfen. ABSTERBEN IM LEERLAUF
Leerlaufdüse verschmutzt; ausbauen, mit
MOTOR ABGESOFFEN: Lösungsmittel reinigen und mit Druckluft
Vollgas geben und den Anlasser betätigen; durchblasen.
notfalls Zündkerze ausbauen, reinigen, Choke schließt sich nicht; Freigängigkeit
Elektrodenabstand prüfen und korrigieren; prüfen und wiederherstellen.
notfalls Kerze ersetzen; vor dem Membranventil schließt nicht; überprüfen,
Wiedereinbau den Motor mit dem Anlasser notfalls ersetzen.
einige Male durchdrehen, um das Gemisch
aus dem Zylinder zu drücken; Achtung: war MOTOR:
der Tank ganz leer, den Gasgriff nach dem ABSTERBEN BEI VOLLGAS Hauptdüse
Auffüllen in Leerlaufstellung lassen, um beim verschmutzt, Gemisch zu mager; Düse
Anlassen hohen Unterdruck am Kraftstoff- ausbauen, mit Lösungsmittel reinigen und
ventil zu erzeugen. Druckluft durchblasen. Vergaser
Anlasser dreht nicht, oder dreht nur verschmutzt; ausbauen, zerlegen, mit
schwach: Batterie entladen; ersetzen oder Lösungsmittel reinigen und Druckluft
nachladen; Batteriekabel und durchblasen.
Anlasseranschlüsse auf festen Sitz und Wasser im Vergaser; Ursache suchen, not-
Korrosion überprüfen. Zündanlage defekt: falls gesamtes Kraftstoffsystem entleeren und
Zuleitungen zum Zündschloß und trocknen; hat der Motor bereits Wasser
Zündanlage bis hin zu Kerzenstecker und angesaugt, muß das Triebwerk komplett zer-
Zündkabel kontrollieren; bei schwacher legt, gereinigt und überprüft werden
Batterie Kickstarter benutzen; Batterie lädt (Kontrolle durch Herausschrauben der
sich beim Fahren wieder auf. Kickstarter Zündkerze); Achtung: Motorschaden
springt nicht zurück: Deckel ausbauen droht!
und Feder fetten. Zündkerze defekt; prüfen, reinigen, einstel-
len oder ersetzen.
MOTOR: SCHLECHTE LEISTUNG Düsen Ölzufuhr und Gemischzusammensetzung
oder Benzinhahn verstopft oder nicht in Ordnung; prüfen und einstellen;
verschmutzt; ausbauen, mit Lösungsmittel sofort Ölstand im Vorratstank prüfen -
reinigen und mit Druckluft trocknen. Auspuff Achtung: Motorschaden droht bei
undicht oder verstopft; prüfen, ob Ölmangel!
Anschlüsse dicht sind; bei Verkrustung
MOTOR: AUSSETZER BEIM BE- zen, Undichtigkeit im Antriebsbereich
SCHLEUNIGEN ODER AM BERG beseitigen.
Luftfilter verschmutzt; reinigen oder erset- Bremstrommeln abgenutzt; bei unzulässi-
zen. gern Verschleiß oder starker Riefenbildung
Zündkerze defekt; prüfen, reinigen, einstel- Trommeln austauschen. Ausdrehen nur
len oder ersetzen; Wärmewert und bedingt möglich.
Elektrodenabstand müssen unbedingt stim
men (s.a. technische Daten). LENKUNG: SCHWERGÄNGIG
Ölzufuhr und Gemischzusammensetzung Lager zu stramm eingestellt;
prüfen - siehe oben. Anzugsmoment der oberen Nutmutter prüfen
Starke Verkrustung von Kanälen, und korrigieren.
Brennraum und Kolben; ausbauen und rei- Kugellager verschlissen oder mangels
nigen. Schmierung korrodiert; Rillen und Rollspuren
schränken die Freigängigkeit ein, angegriffe-
MOTOR: VERBRAUCH ZU HOCH ne Lager daher komplett ersetzen.
Luftfilter verstopft oder verschmutzt; rei
nigen oder ersetzen VORDERRADAUFHÄNGUNG:
automatischer Choke defekt; prüfen und POLTERGERÄUSCHE
notfalls austauschen - siehe oben. Steuerrohr-Lager haben zu großes Spiel;
hoher Verschleiß an Kolben und durch Anziehen der oberen Nutmutter korri-
Zylinder; Motor überholen gieren.
Stoßdämpfer defekt; Federbein komplett
ANTRIEB: KUPPLUNG RUPFT ODER austauschen.
RUTSCHT DURCH Vorderaufhängung nicht korrekt befe-
Schwungmassen klemmen; auf stigt: Federbein an Radnabe bzw.
Freigängigkeit prüfen Steuerrohr, Radnabe an Kurzschwinge, Rad
Keilriemen rutscht durch; Schwung- an Bremstrommel - Achtung: Unfallgefahr!
massen von Fett oder Öl verschmutzt; not- Alle Verbindungen mit den vorgeschriebenen
falls Getriebe- Drehmomenten prüfen und festziehen,
gehäuse neu abdichten, Wellendichtringe Radlager oder Schwingenlager defekt: prü-
erneuern; Keilriemen gelängt oder abgenutzt; fen, gegebenenfalls austauschen.
Kupplungsbeläge beschädigt; Kupplung Leichte Klappergeräusche: etwas Fett zwi-
ausbauen, zerlegen, Beläge prüfen und not- sehen Stoßdämpfer und oberer
falls ersetzen. Dämpferabdeckung auftragen.
Kupplungsglocke innen beschädigt; es
dürfen keine Riefen vorhanden sein.
Kontrolldrehzahlen: Eingriffsdrehzahl 3500
bis 4000 U/min-1; Vollgasdrehzahl bei
gebremstem Hinterrad (3 bis 6 Sek.) 5000
bis 6000 U/min-1; Achtung: Motor nie ohne
Kupplungsglocke drehen lassen!
Sfera 50 Sfera 80
Motor
Bauart .......................................................... gebläsegekühiter Einzylinder-Zweitaktmotor
3
Hubraum cm ................................................. 49,4 74,7
Bohrung x Hub mm .................................... 40,0 x 39,3 46,5 x 44,0
Leistung PS (kw) ............................................ 3,3 (2,4) 7,5 (5,5)
1
bei Drehzahl min- .......................................... 6250 7250
Verdichtungsverhältnis................................... 1 : 10,9 1 : 10,4
Schmierung ................................................ getrennt aus Öltank, zahnriemengetriebene Pumpe
Einlaßsystem ............................................... Membransteuerung ins Kurbelgehäuse
Vergaser ....................................................... Dell' Orto PHVA 12 Dell' Orto PHVA 17,5
Zündanlage ................................................. elektronisch elektronisch
Vorzündung ................................................ 50er: 16° +/- 1; 80er: 20° +/- 1 vor OT bei 4000 UPM
Lichtmaschine ............................................ Schwungrad-Magnetzünder
Batterie V/Ah .............................................. 12 V - 4 Ah 12 V - 5 Ah
Starter ........................................................... Kick- und Elektrostarter 0,15 kw, 0,25 kw
Kraftübertragung
Bauart ........................................................ stufenloses Automatikgetriebe
Primärantrieb ............................................. Variator, Keilriehmen
Sekundärantrieb ........................................... Untersetzungsgetriebe
Übersetzung Motor/Hinterrad .................... 1/34,85 bis 1/14,22 1/23,1 bis 1/7,67
Kupplung ...................................................... automatische Fliehkraftkupplung
Rahmen, Fahrwerk
Fahrgestell ................................................... Zentralrohrrahmen mit Preßstahlträgern
Karosserie ................................................... Kunststoff, elementweise abnehmbar
Vorderradführung ........................................ Steuerrohr, gezogene Kurzschwinge, hydr. ged. Federbein
Hinterradführung ............................................ Triebsatzschwinge, hydr. gedämpftes Federbein
Radstand mm ..................................... • ......... 1200 1200
Gesamtlänge mm .......................................... 1705 1705
Gesamtbreite mm .......................................... 700 700
Gesamthöhe (ohne Spiegel) .......................... 1070 1070
Sitzhöhe mm .............................................. 770 770
Bremse vorn .................................................. Handhebel und seilzugbetätigte Trommelbremse
Bremse hinten ............................................ Handhebel und seilzugbetätigte Trommelbremse
Leergewicht (vollgetankt) kg ......................... 82 85
zuläss. Gesamtgewicht kg ............................. 270 270
Räder ............................................................. Leichtmetall 2,50 x 10, einteilig
Bereifung vorn/hinten ................................. 90/90-10 schlauchlos 90/90-10 schlauchlos
Verbrauch (inkl. Öl) 1/100 km........................ 4,0 4,4
Höchstgeschwindigkeit km/h ......................... 50 80
Füllmenge/Reifendruck
Benzintankinhalt Liter (Reserve) ................... 5,2 (1,4) 5,2 (1,4)
Benzinqualität ................................................ Super bleifrei ROZ 95
Öltankinhalt Liter ........................................... 1,42 1,42
Ölqualität Motor ........................................... Castrol TTS-IS o. Biolube XTS, Agip 2T Rac. -vollsynthetisch
3 3
Getriebeöl, Qualität, Menge cm .................... 65 cm Esso Gear Oil CZ 85W-90, IP Pontiax FZG 80W-90
Reifendruck vorn ........................................... 1,2 1,2
- hinten solo /mit Sozius .............................. 1,7/2,5 1,7/2,5
Beleuchtung, Lampen (12 Volt)
AbblendVFernlicht ......................................... 35/35 W 35/35 W
Standlicht ....................................................... 4W 4W
Schluß-/Bremslicht ...................................... 5/21 W 5/21 W
Blinklicht ........................................................ 10 W 10 W
Tachometer- und Kontrollampen ................ 1,2 W 1,2 W
Sicherung ...................................................... 7,5 A 7,5 A
Einstelldaten
1
Leerlaufdrehzahl U/min- ............................... 1800 - 2000 1800 - 2000
Zündprüfung Stroboskop bei Drehzahl .... 4000 4000
Zündkerze .................................................. Champion N2C Champion N2C
Zündkerzen-Elektroden-Abstand mm 0,5 - 0,6 0,5 - 0,6
Spiel Gaszug mm .......................................... 1,0 1,0
Spiel an den Bremshebeln mm .................. 4,0-5,0 4,0 - 5,0
Verschleißgrenze Reifen mm ...................... 2,0 2,0
Verschleißgrenze Bremsbeläge mm ............ 1,5 1,5
DREHMOMENT-RICHTWERTE
Wie stark Schrauben und Muttern angezogen werden dürfen
Motor
ZylinderkopfVZylinder-Befestigung .................................................... 10-11
Auspuffkrümmer am Zylinder .......................................................... 12-13
Auspufftopf am Krümmer ................................................................. 12-13
Auspufftopf am Gehäuse ................................................................... 22-24
Kurbelgehäuse-Hälften, Schrauben .................................................. 12-13
Gebläserad auf Schwungrad ............................................................ 3,5-5
Schwungrad auf Kurbelwelle ............................................................. 40-44
Kickstarter-Befestigung ...................................................................... 12-13
Antrieb
Kupplungsglocke, Mutter ................................................................ 40-44
Variator, Mutter................................................................................... 40-44
Kupplungseinheit mit Riemenscheibe, Muttern ................................. 45-50
Hinterradantrieb: Rad-Zentralmutter ................................................ 100
Vorderradaufhängung
Federbein-Befestigung oben ............................................................. 20-30
Federbein-Befestigung unten ............................................................ 20-27
Radachse: Rad-Zentralmutter ........................................................... 35-45
Bremshebel auf Nockenzapfen ......................................................... 8-10
Hinterradaufhängung
Federbein am Motor .......................................................................... 38-52
Federbein am Rahmen ..................................................................... 20-25
Motorgehäuse an Schwinge ............................................................ 38-52
Schwinge an Rahmen ........................................................................ 38-52
Hauptständer an Rahmen.................................................................. 15-20
Lenkung
Lenkerbefestigung .......................................................................... 45-50
Nutmutter oberes Steuerkopflager .................................................... 50-60
Konter-Nutmutter Steuerkopflager ..................................................... 30-40
Nach Erreichen des Drehmoments Nutmutter wieder um 80 bis 90° zurückdrehen.
A Hinterrad-Spiel 47
Anlasser 72f Einlaßmembran 60f Hupe 24
Anlasserknopf 14f Elektrik Instrumente 16 Hupen-Schalter 14f
Anlasservorgelege 63, 64 Elektrik Karosserie 12ff
Ansaugstutzen 59f Elektrik Motor 53ff ■
Antrieb allg. 53ff Elektrik Schalter 14f
Antrieb-Ausbau 54f Elektrik Schaltbilder 16, Innenschild 24
Antriebsriemen 62ff, 65 90, 112f Inspektionsschema 84ff
Antriebswelle 71 Elektrik Schaltpläne 11 Of Instrumente allg. 12ff, 15f
Auspuffanlage 45 f Elektrik Scheinwerfer 21
Elektrische Verbindungen 54
12 Elektrodenabstand 85,87 IV
D Elektronische Zündanlage Kabel, elektrische 54
Batterie allg. 91 89f Karosserie allg. 7, 12ff
Batterie-Ausbau 18f, 93 Katalysator 9
Batterie-Laden 92, 94 •_ Kennzeichenleuchte 25
Batterie-Polpflege 93 Kerzenstecker 87
Batterie-Säurestand 93 Fahrwerksprobleme 115 Kickstarter 61
Benzinhahn 52 Federbein hinten 49 Kippständer 49
Benzintank 50f Federbein vorn 35 Kolben-Ausbau 79
Benzinuhr 16 Fehlersuche 114f Kolbenmaße 117
Benzinuhr-Geber 52 Felgen 104f Kolbenringe 79,80
Bleifreies Benzin 52, 86, 97 Frontschild 22 Kolben-Spiel 79
Blinkerschalter 14f Fußrasten 52 Kompression 95
Blinker hinten 24f Kontrollampen 15f
Blinker vorn 19f Kotflügel hinten 49
Bowdenzüge 26ff, 30f, 54f VJI Kotflügel vorn 44
Bremsankerplatte 32 Gasgriff 32,35 Kühlrippen 78
Bremsbeläge 28, 47 Gasschieber 99 Kupplungseinheit 63f, 66
Bremsen allg. 26, 27ff Gaszug 32 ff, 100 Kupplungsglocke 62f
Bremsen einstellen 29 Gaszugverteiler 34f Kupplungsprobleme 114f
Bremshebel 31, 32 Gebläse 74 Kurbelwelle 80f, 82
Bremse hinten 47 Gebläseabdeckung 74 Kurbelwellenlager 80f, 82
Bremslichtschalter 31 Gehäusedeckel 61
Bremsenprobleme 115 Gepäckträger 17 ■
Bremstrommeln 26, 28 Getriebe-Abdichtung 71 L.
Bremsen-Verschleiß 28 Getriebe-Ausbau 69f Lagerdefekte 39
Bremse vorn 26f Getriebe-Lager 71 Leerlauf 100
Bremszug vorn 29f Getriebe-Öl 70, 72, 84, 95 Lenker 36
Bremszug hinten 30Getriebe-Zusammenbau 71 f Lenkerarmaturen 12ff
Griffgummis 32 Lenkerverkleidung 14
Lenkkopflager 35f, 37f
W II Lenkschloß 23f, 40
Choke 59 Lenkung allg. 26ff, 35f
Heckblende 17 Lenkung prüfen 85f
D 115
Heckleuchte 24f Lenkungsprobleme
Der technologische Fortschritt hat zur Implementierung komfortablerer, wartungsfreundlicherer und sicherheitsrelevanterer Funktionen in der Sfera geführt. Diese umfassen ein verbessertes Design, mehr Stauraum und eine wirtschaftlichere Produktion als bei der ursprünglichen Vespa-Version .
Die Zündeinstellung ist entscheidend, um Zündstörungen ohne unnötigen Austausch der gesamten Zündanlage zu beheben. Dies spart Kosten und vermeidet potentielle Fehldiagnosen .
Die Herausforderung besteht darin, den Kippständer korrekt zu befestigen, um optimale Stabilität zu gewährleisten. Der Ständer sollte mit einem Drehmoment von 15-20 Nm angebracht werden, indem Schrauben und ein Bolzen gemäß vorgegebener Positionierung gelöst und befestigt werden .
Ein unsachgemäßer Austausch der Zündkerze könnte das Gewinde im Zylinderkopf beschädigen, zur Verwendung einer falschen Zündkerze führen, die zu schweren Motorschäden führen könnte, und es besteht die Gefahr, dass die Kerze verkantet .
Die Platzierung des Benzintanks im Rahmenheck der Sfera zeigt eine effektive Raumausnutzung, da der Tank aus schlagfestem Kunststoff besteht und von unten in den Rahmen eingeführt wird. Eine regelmäßige Überprüfung und korrekter Anschluss des Entlüftungsschlauches sind zur Vermeidung von Auslaufen essenziell .
Die Vespa war bekannt für ihre selbstragende Stahlblech-Karosserie, Komfort und Wetterschutz nach dem Vorbild des Automobilbaus. Das Konzept der Sfera beruht auf denselben Grundprinzipien, wurde jedoch in Bezug auf Bedienungskomfort, Stauraum und Sicherheit sowie Design, Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit deutlich weiterentwickelt .
Das Fahrwerk der Sfera ist auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, sodass durch Tuning-Optionen wie den Einbau eines Zylinder-Bausatzes, der den Hubraum erhöht und die Geschwindigkeit auf 80 km/h steigert, keine strukturellen Veränderungen erforderlich sind .
Ein Austausch des Zylinder-Bausatzes kann eine Erhöhung der Leistung und Geschwindigkeitsfähigkeit des Fahrzeugs bewirken. Laut den deutschen Verkehrsvorschriften erfordert dies jedoch eine TÜV-Abnahme und ein Abgas-Gutachten, um die Modifikationen legal betreiben zu dürfen .
Zur Erweiterung des Stauraums der Sfera, ohne das Design zu beeinträchtigen, könnten gezielt angepasste Custom-Teile wie Gepäckträger und Koffer eingesetzt werden. Diese sollten aus Materialien bestehen, die optisch zum restlichen Design passen und keinen zusätzlichen Luftwiderstand erzeugen .
Zum sicheren Ausbau des Öltanks müssen Stecker und Schrauben entfernt werden, und eventuell auslaufendes Öl sollte aufgefangen werden. Ein fester Anschluss des Schlauchs ist entscheidend, da ein Abrutschen zu Motorschäden führen kann .