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Sfera

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SFERA

MOTORROLLER
50er und 80er Modelle 1990 -1995

TECHNIK, WARTUNG, REPARATUR

HANS-JÜRGEN SCHNEIDER VERLAG SCHNEIDER


TEXTSYSTEM
SFERA MOTORROLLER
50er und 80er Modelle 1990 -1995
TECHNIK, WARTUNG, REPARATUR
IMPRESSUM

SFERA MOTORROLLER - TECHNIK, WARTUNG, REPARATUR behandelt ausführlich alle Montage-, Reparatur-
und Pflegearbeiten an Automatik-Rollern der Sfera-Baureihe 1990 bis 1995. Die gezeigten Arbeiten wurden vom
Autor selbst ausgeführt.

Alle Angaben in diesem Buch erfolgen nach bestem Wissen und dem Stand der Technik bei Redaktionsschluss.
Das Nachvollziehen der beschriebenen Arbeiten am Fahrzeug geschieht dennoch auf eigene Gefahr;
Haftungsansprüche gegen Autor oder Verlag sind ausgeschlossen.

Bildnachweis: Hans J. Schneider (267, auch


Titel), Piaggio (31), Krüger Motorrollerzubehör
(10), Frank Ratering (1), Winni Scheibe (1),
Schneider Mobilsystem (1)
Dank für besondere Unterstützung an Lothar
Behr und Herrn Stiehler/Vespa AG Diedorf
sowie Günther und Rainer Schulz,
Zweirad Schulz Kommern
1. Auflage August 1996 (1. - [Link])

Copyright 1996 by Verlag Schneider Textsystem Eisiger Str. 66, D-53881 Euskirchen Tel.: 0 22 51/5 2064; Fax:
516 75 Büro Frankreich: La Cour Roquette F-14140 Les Autels St. Bazile Fax [Link].67.07 Alle Rechte
der Vervielfältigung und Verbreitung einschließlich Wiedergabe durch elektronische Medien, Erfassung auf elektro-
nischen Datenträgern und Netzwerken sowie Fotokopie vorbehalten.

Layout: Iris Wendel, Euskirchen


Mitarbeit: Philipp, Simon, Valentin Schneider
Schlussredaktion: Gabriele Schneider
Lithographie: Findl & Partners
Druck und Verarbeitung:
Westermann Druck Zwickau GmbH

ISBN 3-927710-08-3
STX WARTUNGSPRAXIS

SFERA
MOTORROLLER
50er und 80er Modelle 1990 -1995

TECHNIK, WARTUNG, REPARATUR

HANS-JÜRGEN SCHNEIDER VERLAG


SCHNEIDER TEXTSYSTEM
INHALT

Einführung und Fahrzeugcharakterisierung 6

I. TEIL: DEMONTAGE, PRÜFUNG, REPARATUR, II. TEIL: INSPEKTIONEN, REGELMÄSSIGE


ZUSAMMENBAU WARTUNG, ELEKTRIK SFERA

1. Karosserie, Karosserieelektrik, 1. das Sfera-Wartungssystem 84


Lenkerarmaturen, Instrumente
- Sitzbank, Schloss Sitzbank 13 2. Kontroll-, Pflege und Wartungsarbeiten 87
- Lenkerverkleidung, Tachowelle, Instrumente 14
- Mittelabdeckung, Heckträger, Seitenverkleidungen 16 3. Zündkerze, Kerzenstecker prüfen, warten 87
- Helmfach mit Grundplatte -
19 Zündeinstellung prüfen 88
- Scheinwerfer, Blinker -
19 elektronische Zündanlage,
- Scheinwerfer einstellen 21 Lichtmaschine: Kontrolle 89
- Frontschild, Trittbrett 22 - Regler: Kontrolle 90
- Zündschloss, Hupe 23 - Sicherung: Kontrolle, Austausch
- Innenschild 24 - Batterie: Trockenladung 92
- Heckleuchteneinheit 24 - Batterie: Aus- und Einbau,
- Sitzbankverriegelung 25 Polpflege, Säurestand 93
- Batterie: Ladezustand prüfen 94
2. Vorderradführung, Bremsen, Lenkung, - Kompression prüfen 95
Bowdenzüge - Getriebe: Ölstandskontrolle 95
- Ölpumpe: Durchfluß prüfen 96
- Vorderrad, Radlager 26 - Ölpumpe: Entlüftung 97
- Bremsen, Bremsbeläge, Bremsseilzüge, - Luftfilter: Reinigung 98
Bremshebel 27 - Vergaser: Prüfung, Einstellung 98
- Gaszug, Gasgriff 32
- Federbein vorn 35 Werkzeugeinsatz:
- Lenker, Lenkkopflager, Steuerrohr 35 Was man braucht, wie man's macht 101
- vordere Radaufhängung 40
- Kotflügel, Bodenverkleidung 44 Reifen: Fahrtips, Kauf, Pflege,
Kontrolle 103
3. Hinterradführung, Auspuff, Benzin- und Öltank Zubehör: Wie man die Sfera
- Auspuff 45 aufwerten und verbessern kann 106
- Hinterrad 47 Elektrik-Schaltpläne
- Schwingenlager, Federbein 48
- Kotflügel, Kippständer 49 Sfera 50 und 80 bis 1995 110
- Benzintank, Benzinhahn 50 Hauptschaltbilder Elektrik 112
- Öltank, Geber Benzinuhr, Fußrasten 52
Fehlersuche auf einen Blick 114
4. Motor, Motorelektrik, Vergaser, Antrieb mit Technische Daten 116
Variator, Kupplung und Getriebe
Zylinder- und Kolbenmaße 117
- Luftfilterkasten abnehmen 53
- Motorausbau: Verbindungen trennen 53 Drehmoment-Werte 117
- Motor und Antrieb ausbauen 55 Stichwortverzeichnis 118
- Vergaser ausbauen, zerlegen 56
- Choke, Ansaugstutzen 59 Vespa-Wartung, Roller Trailer 120
- Einlaßmembran abnehmen, prüfen 60
- Kickstarter ausbauen, prüfen 61
- Antrieb zerlegen, prüfen: angetriebene
Riemenscheiben, Kupplungsglocke 62
- treibende Riemenscheibe, Antriebsriemen,
Kupplungseinheit, Anlassergetriebe 63
- Variator: Ausbau, Wartung 64
- Variator, Antriebsriemen etc: Einbau 64
- Antriebsriemen: Kontrolle 65
- getriebene Riemenscheiben, Kupplung: Zerlegung,
Wartung 66
- Ölpumpe: Ausbau, Riemenwechsel 67
- Getriebe: Ausbau, Zerlegung, Lager 69
- Getriebe: Zusammenbau, Befüllung 71
- Startermotor: Ausbau, Kontrolle 72
- Gebläse-Elemente 74
- Lichtmaschinen-Rotor 75
- Lichtmaschinen-Stator, Pickup 76
- Zylinderkopf, Zylinder, Kolben:
- Ausbau, Reinigung 77
- Zylinder, Kolben: Austausch 79
- Motorgehäuse trennen, Kurbelwelle und Lager
aus-/einbauen 80
GROSSER WURF: SFERA AUTOMATIK
ODER: WARUM DIE „SFERA" AUCH
„CIPOLLA" HEIßEN KÖNNTE
Sie war ein Geniestreich: die Erfin- verlangt bei Montage und Kom-
dung derVespa. 1946, genau 50 plettierung am Band entsprechend
Jahre vor dem Start dieses Buches, viel Handarbeit. Auch unter fahr-
stellte Piaggio den ersten Prototyp technischen und ergonomischen
vor und sorgte damit für eine Gesichtspunkten ist das sympathi-
Sensation. Denn anders als her- sche Spaßmobil längst in die Jahre
kömmliche Motor-Zweiräder orien- gekommen.
tierte sich die neuartige Roller-
Konstruktion mit ihrer selbstragen- Die Nachteile der Vespa sind
den Stahlblech-Karosserie, ihrem bekannt: Hecklastigkeit, Seiten-
Komfort und dem praktischen windempfindlichkeit, komplizierte
Wetterschutz am Automobilbau. Der Bedienung durch Drehgriffschaltung,
gebläsegekühlte Einzylinder- mäßige Bremsen. Schon in den
3
Zweitaktmotor, damals 98 cm groß 80er Jahren war klar, daß ein völlig
und gut für 60 km/h, hat bis in neues Konzept hermußte. Es sollte
unsere Zeit überlebt und wurde auf den bewährten Prinzipien auf-
weltweit von zahllosen Herstellern bauen, aber deutlich mehr Bedie-
kopiert. Die Vespa wurde zur nungskomfort, Stauraum und
Legende und genießt auch heute Sicherheit bieten, außerdem neue
noch, ein halbes Jahrhundert nach Maßstäbe setzen in puncto Design,
der Premiere, Kultstatus. Wartungsfreundlichkeit und
Wirtschaftlichkeit.
Piaggio erkannte allerdings rechtzei-
tig, daß auf Dauer mit Klassikern Die Antwort hieß Sfera. Die
allein nicht mehr genügend Geld Premiere fand im Dezember 1990 in
verdient werden konnte. Unter Monte Carlo statt, das Publikum
modernen Produktionsaspekten ist sparte nicht mit Beifall für die
die bekannte Vespa total verbaut, „Kugel". Mit der Vespa hatte die
Spaßmobil für
junge und jung-
gebliebene Leute:
Die Sfera ist nicht
zuletzt wegen
ihrer Vielseitigkeit
so beliebt. Das
wartungs-
freundliche
Gesamtkonzept
trägt dazu bei, die
Betriebskosten
niedrig zu halten.
Sfera nur noch das Grundprinzip
gemein: freier Durchstieg hinter dem
Frontschild, einseitig an einer gezo-
genen Schwinge aufgehängtes
Vorderrad, kompakter Antriebsblock
mit gebläsegekühltem Einzylinder-
Zweitaktmotor. Alles andere hatten
die Konstrukteure neu ersonnen.
Dabei waren sie so gründlich vorge-
gangen, daß auch die Sfera wie
seinerzeit die Vespa Produzenten
aus aller Welt zur Nachahmung ani-
mierte. Heute funktionieren fast alle
Scooter nach dem fortschrittlichen
Sfera-Prinzip.

Und das stellt sich im wesentlichen


folgendermaßen dar: Rückgrat der
Konstruktion ist ein verwindungsfe-
ster Zentralrohrrahmen mit ange-
schweißten Profilblechen und stabi-
lem Steuerrohr. Die Karosserie
besteht aus Kunststoff-Elementen,
die wie die Schichten einer Zwiebel
um den Rahmen gruppiert sind und
sich einzeln abnehmen lassen, ohne
daß einem die Tränen kommen.
Eigentlich könnte die Sfera auch
„Cipolla" heißen. Während neue
Bowdenzüge bei der aus Stahlblech
gebauten Vespa nur mühsam einge-
fädelt werden können, sind die
Innereien der Sfera nach Demon-
tage der entsprechenden Verklei-
dungsteile problemlos zugänglich -
ein Riesenfortschritt. Wie's geht, zei-
gen wir genau in diesem Buch. Der
zweite große Vorteil gegenüber dem
alten Konzept ist die günstigere
Schwerpunktlage: Der Motor liegt
fast wie ein Mittelmotor weit vorn
und zudem sehr tief. Ergebnis: Die
Die Fahreigenschaften der Sfera sind trotz
der kleinen 10-Zoli-Räder gut. Selbst bei
voller Besetzung mit zwei Personen läßt der
Geradeauslauf nichts zu wünschen übrig. Am
meisten Spaß macht der Italo-Scooter auf
schmalen Landstraßen und im Stadtverkehr.
Ausgezeichnet: Sitzkomfort, Wetterschutz,
Staumöglichkeiten. Allein von der ersten
Sfera-Serie (1990 bis 1995) wurden über
250.000 Einheiten gebaut.
Sfera steigt beim Anfahren nicht nervenschonender als die Vespa -
vorn hoch wie die Vespa, fährt bes- sie flüstert nur noch.
ser geradeaus und ist deutlich kur-
venwilliger. Die von der Vespa her Es hat also seine Gründe, daß sich
bekannte Tendenz, in rutschigen das kugelige Mobil sofort durchset-
Kurven über das Vorderrad wegzu- zen und in wenigen Jahren zu
schieben, fehlt bei der Sfera fast einem der weltweit erfolgreichsten
völlig. Roller entwickeln konnte. Von den
Modellen der ersten Serie mit 50
3
Überhaupt das Fahren: Es ist ein- und 80 cm Hubraum wurden bis
fach kinderleicht. Die Vollautomatik 1995 über 250.000 Exemplare
mit Variator und Fliehkraftkupplung gebaut. Vor allem in den überfüllten
macht das handgelenkmordende Cities ist man mit einem Scooter
Schalten am Drehgriff vollkommen dieses Zuschnitts unschlagbar: Man
überflüssig, Fahrerin oder Fahrer kommt immer durch, kennt keine
können sich voll auf den Straßen- Parkprobleme und fährt zudem
verkehr konzentrieren. Gebremst kostengünstig - auch wenn sich
wird mit zwei leichtgängigen Hand- Wirtschaftlichkeit und Umweltver-
hebeln, was selbst Anfängern die träglichkeit bei der Sfera gewiß
Koordinierung erleichtert und den noch weiter verbessern lassen. Die
rechten Fuß ebenso bequem ruhen Italiener haben inzwischen reagiert
läßt wie den linken. Daß die Trom- und im Sommer 1995 verbesserte
melbremsen der Sfera zudem feiner Nachfolgemodelle präsentiert. So
ansprechen und besser ziehen (trotz wird das neue Topmodell 125 von
extrem simpler Ausführung), ist einem vorbildlich leisen und
ebenfalls erfreulich. Ganz nebenbei sparsamen, zudem recht abgasar-
ist die Sfera bedeutend leiser und men Viertaktmotor angetrieben, der
Zwölfjährige kön-
nen nur träumen
von der ersten
Ausfahrt mit einem
Mokick-Roller. Erst
Fünfzehnjährige
dürfen in
Deutschland die
entsprechende
Fahrerlaubnis der
Klasse 5 erwerben.
In anderen EU-
Ländern wie
Frankreich sind
50er Roller und
Mokicks führer-
schein- und zulas-
sungsfrei, dürfen
ab 14 im Straßen-
verkehr bewegt
werden.
mit seinen 12 PS (8,8 kW) Fahr-
leistungen jenseits von 100 km/h
ermöglicht. Das Fahrwerk wurde
den neuen Möglichkeiten angepaßt:
Alle Sfera-Modelle verfügen jetzt
über Scheibenbremsen an den
Vorderrädern. Ein noch gefälligeres
Design sowie eine verbeserte
Ergonomie werten die neuen
Modelle zusätzlich auf.

Verbessert wurden 1995 beim 50er


Zweitakt-Motor des Basismodells
Luftfilter und Endschalldämpfer. Neu
abgestimmt wurden Ölpumpe und
Elektronik-Zündung. Ziel: weniger Das zeitlose, an
Verbrauch, höhere Drehfreudigkeit. der Kugelform ori-
Gegen Aufpreis ist die Sfera 50 wei- entierte Design
macht die Sfera
terhin mit einem ungeregelten unabhängig von
Katalysator zu haben; der Ausstoß der jeweiligen
vor allem an unverbrannten Kohlen- Rollermode.
wasserstoffen wird dadurch um 30 Praktisch: Das
abschließbare
bis 40 Prozent reduziert. In Ländern Staufach. Über-
wie der Schweiz bekommt der sichtlich angeord-
Zweitakter nur seine Zulassung, net sind Schalter
und Instrumente
wenn er den Kat besitzt. Die wie Tachometer
Bundesrepublik Deutschland hinkt und Benzinuhr.
bei der Abgasgesetzgebung für
Motorräder und Roller ziemlich weit
hinterher.

Gelobt werden muß generell bei der


Sfera die praxisgerechte Aus-
stattung mit Staufächern. Die ver-
schließbare Klappe am Frontschild
nimmt kleinere Utensilien auf, das
große Fach unter der Sitzbank bie-
tet Platz für einen Integralhelm oder
viele Dinge, die nach einem Einkauf
transportiert werden müssen. Heck-
gepäckträger und der obligatorische Die Ergonomie
Haken vorn unter der Sitzbank feh- wurde allerdings
len ebenfalls nicht. Lästig ist nur, beim neuen
Modell merklich
daß zum Öffnen des Sitzbank- verbessert. Das
schlosses jedesmal der Lenker ver- große Fach unter
riegelt werden muß. der Sitzbank kann
sogar einen
Integralhelm auf-
Seine Entstehung hat dieses Buch nehmen.
vor allem zwei Umständen zu ver-
danken. Erstens ist unser Wartungs-
und Reparaturbuch für die klassi-
Man sieht es der
Sfera-Karosserie
sehe Vespa so erfolgreich, daß zur
an, daß sie im Zeit schon die siebte Auflage (44. -
Windkanal opti- 50. Tausend) vorbereitet werden
miert wurde. kann. Zweitens zeichnete sich in
Antrieb und Aus-
puffanlage sind den vergangenen Jahren eine stän-
gut zugänglich, dig wachsende Nachfrage nach
die Verkleidungs- einem Buch ab, das sich mit den
elemente lassen Details der neuen Automatikroller-
sich in wenigen
Minuten mit einfa- Generation befaßt. Es liegt nun vor
chem Werkzeug und behandelt in aller Ausführlich-
demontieren. keit sämtliche Bereiche von
Serienmäßig: die Karosserie bis Bremsen, von Rad-
beiden Außen-
spiegel. aufhängung bis Motor und Antrieb.
Selbst die vollständige Zerlegung
des Triebwerksblocks wird gezeigt.
Jeden Schritt haben wir in der
Verlags-Werkstatt selbst ausgeführt
und fotografiert. Mit fachkundigem
Rat unterstützte ein Mann der
Praxis die Arbeiten: Rainer Schulz,
Zweirad-Mechaniker und Sfera-
Kenner durch und durch. Resultat
ist unter anderem, daß dieses Buch
wieder zahlreiche Tips und Kniffe
enthält, die so nirgendwo anders zu
haben sind und selbst weit über das
hinausgehen, was die Werkstatt-
bücher des Herstellers bieten.

Bei der ersten Auflage wäre es zu


weit gegangen, auf alle Besonder-
heiten verwandter Automatik-Roller
wie TPH, Zip oder SKR 125 einzu-
gehen. Auch die neue Sfera-
Generation wurde zunächst zurück-
gestellt. Bei entsprechendem
Interesse jedoch wird in den näch-
sten, erweiterten Auflagen nachge-
legt. Gleichwohl sei soviel gesagt:
Im Prinzip lassen sich die meisten
Tips auf alle Automatik-Roller von
Piaggio anwenden, vor allem im
Antriebs- und Fahrwerksbereich
(ausgenommen Einstelldaten,
Anzugsdrehmomente etc.). Versierte
Bastler werden anhand dieses
Buches sogar Konkurrenzfabrikate
zerlegen und zusammenbauen
können.

Viel Spaß und gutes Gelingen beim


Schrauben wünscht Ihnen Autor
und Herausgeber

Hans-Jürgen Schneider
Juni 1996

Erst auf den zweiten Blick sieht man den


Sfera-Modellen der zweiten Serie ab
Sommer 1995 an, daß sie in vielen Details
überarbeitet wurden. Das Design hat etwas
mehr Schwung, das Vorderrad wird jetzt von
einer Scheibenbremse verzögert. Oben das
neue 50er Modell, unten der Autor mit der
besonders sparsamen und leisen 125er
Viertakt-Version.
SFERA TOTAL ZERLEGEN: ALLES ÜBER
DEMONTAGE, REPARATUR UND ZUSAMMENBAU
Bewußt stellen wir den Komplex, der nimmt das Kapitel ein, das detailliert
die Zerlegung, die Reparatur und alle Arbeiten an Motor und Antrieb
den Zusammenbau der einzelnen zeigt (Seiten 53 bis 83). Auf den
Baugruppen beschreibt, an den Seiten 84 bis 100 werden dann alle
Anfang dieses Buches. Denn nicht regelmßäigen Inspektions- und
nur für die Instandsetzung, sondern Wartungsarbeiten beschrieben.
auch für die Ausführung zahlreicher
wiederkehrender Wartungsarbeiten KAROSSERIE,
ist eine Teildemontage des Fahr- KAROSSERIEELEKTRIK,
zeugs erforderlich - vor allem im
Nach Abnahme Karosseriebereich. Wir beginnen LENKERARMATUREN,
der aus Kunststoff
bestehenden
also mit dem Abbau der INSTRUMENTE
Karosserie- Verkleidungen und Abdeckungen,
Elemente ist die zeigen außerdem im Karosserie- Während die klassischen Vespa-PK-
Sfera-Technik frei kapitel alle Arbeiten an Armaturen, und PX-Modelle eine selbsttragende
zugänglich. Anders Instrumenten, Elektrikelementen Stahlblechkarosserie besitzen, die
als bei der
klassischen Vespa
(Seiten 12 bis 25). Harmonisch den Zugang zu den Innereien teil-
mit ihrer schließt sich das Kapitel Vorderrad- weise erheblich erschwert, sind die
selbsttragenden aufhängung, Lenkung, Bremsen und Sfera-Typen wesentlich wartungs-
Stahlblech- Bowdenzugpflege an (Seiten 26 bis freundlicher konstruiert: Sie
Karosserie lassen
sich selbst Öl-und
44). Es folgt das Kapitel Hinter- verfügen über einen Zentralrohr-
Benzintank leicht radführung und Anbauteile im Heck- rahmen aus Stahl mit ange-
ausbauen. bereich wie Tank oder Auspuff schweißten Seitenträgern und eine
(Seiten 45 bis 52). Breiten Raum Kunststoffkarosserie, die aus meh-
reren leicht abnehmbaren Einzel- einer Zwiebel von der Schale zum Abb. 2
elementen besteht. Im einzelnen Kern vordringen und mit den Das Sitzbank-
scharnier ist mit
sind das: zweiteilige Elementen beginnen, die am leichte- zwei Kreuzschlitz-
Lenkerverkleidung, Frontverkleidung, sten zugänglich sind. Wartungsar- schrauben befe-
Mittelabdeckung, zwei Seitenver- beiten, die erst nach Demontage stigt.
kleidungen, Innenabdeckung mit des einen oder anderen Verklei-
Abb. 3
Staufach, Trittbrett, Heckabdeckung dungselements möglich sind, wer- Zum Lösen der
und Bodenverkleidung. Ange- den - wenn es sich thematisch pro- Spiegelverschrau-
schraubt sind ferner Sitzbank und blemlos abtrennen läßt - gesondert bung muß die
Helmfach. Für die meisten Repa- in den entsprechenden Motor-, Gummiabdeckung
/lochgeschoben
ratur- oder Austauscharbeiten müs- Elektrik- oder Fahrwerkskapiteln werden.
sen Teile der Verkleidung demontiert beschrieben (Abb. 1).
werden. Die normale Betriebsan- Abb. 4, 5 Die
leitung gibt nur unzureichende Sitzbank: Schloß öffnen, dann die vordere
Lenkerverkleidung
Hinweise. Wir zeigen, wie's wirklich beiden Kreuzschlitzschrauben vorn wird von drei
geht. Dabei sind zahlreiche Tricks am Scharnier ausdrehen und Sitz- Kreuzschlitz-
und Kniffe zu beachten, denn der bank komplett abnehmen. Der schrauben gehal-
Teufel steckt hier wirklich im Detail. Kunstlederbezug läßt sich nach Ent- ten. Anschließend
die Plastik-Klipse
fernen der Klammern abziehen und mit einem schma-
Zur Systematik: Wir zerlegen die erneuern (Klebetechnik, Sattler- len Schrauben-
Sfera-Karosserie, indem wir wie bei arbeit; Abb. 2). dreher aushebeln.

2 3

4 5
Abb. 6
Nach Entfernen
Schloß Sitzbank: Mit Spitzzange
der vorderen die Klemmhülse entfernen und
Lenkerverkleidung Schloß komplett herausnehmen.
läßt sich das
rückwärtige Teil
abschrauben. Rückspiegel: Gummidichtung so
weit wie möglich hochschieben
Abb. 7, 8 Die (Kraft erforderlich!); mit Gabel-
Schalter werden schlüssel SW 17 die Verschrau-
mit einem bungen lösen, Spiegel nach Bedarf
Schraubendreher einstellen oder komplett ausdrehen.
aus der Verklei-
dung gehebelt. Beim Wiedereinsetzen Gummi-
Danach Kabel- dichtung kräftig hochdrücken und
stecker abziehen. mit starkem Klebeband fixieren; an-
6 derenfalls macht das Einschrauben
Schwierigkeiten (Abb. 3). Bei man-
chen Modellen läßt sich das
Rückspiegelglas separat einstellen;
dazu die Kreuzschlitzschraube an
der Spiegelfassung lösen und
Spiegel einstellen; Schraube wieder
festziehen.

Vordere Lenkerverkleidung:
Das in Fahrzeugfarbe lackierte Teil
wird von drei Kreuzschlitzschrauben
7 gehalten, die von der rückwärtigen
Lenkerverkleidung aus gelöst wer-
den (links, Mitte, rechts); dann mit
einem schmalen Schraubendreher
vorsichtig die Klipse aushebeln, die
das Vorderteil mit dem grauen
Rückteil verbinden (Abb. 4, 5). Jetzt
zugänglich: Bowdenzüge,
Instrumente, Lenkerelektrik.

Rückwärtige Lenkerverkleidung
und Schalter: rechts und links je
8 eine Kreuzschlitzschraube vom
Lenker abschrauben, dann eine in
der Mitte, ebenfalls von vorn er-
reichbar (Abb. 6); Nun die Schalter
für Abblend-/Fernlicht, Licht, Hupe
(links) sowie Blinker und Starter
(rechts) mit einem kleinen Schrau-
bendreher vorsichtig aus der Ver-
kleidung hebeln und so weit heraus-
ziehen, daß sich die Verkabelungen
samt Steckern abziehen lassen
(Abb. 7, 8). Die Kabelfarben: violett,
rot, braun für Abblend-/Fernlicht;
rot, gelb/ schwarz, grau für Licht;
9
10 11
Abb. 9
Nach Lösen der
gelb, weiß/grau/schwarz für Hupe; Tachowelle die
rosa, blau/ grau, weiß/ blau für Lenkerverkleidung
Blinker; grauer Doppelstecker für mit der In-
strumenteneinheit
Starter. Einbau: Stecker fest auf- abnehmen (S 14).
drücken, Schalter in der Verkleidung
einrasten lassen. Jetzt demontier- Abb. 10
bar: Tachowelle, Kabelstrang, Klemmhalter der
Instrumente. Erst danach läßt sich Tachowelle am
Vorderrad lösen.
die rückwärtige Lenkerverkleidung
abnehmen (Abb. 9). Abb. 11
Die Plastikzungen
am Tacho zu-
Tachometerwelle: zuerst Wellen- 12 sammendrücken.
halterung links unten am Vorderrad
lösen; dazu mit Stecknuß und Ver- bei Bedarf ganz herausziehen (Abb. Abb. 12 Zum
längerung Schraube SW 8 ausdre- 11). Tachowellenantrieb alle 4000 Abziehen der
Kabelstecker die
hen, Halteplättchen lösen und Wel- km nachfetten. Clipse nach innen
lenende ganz abziehen (Abb. 10); drücken.
jetzt Lenkerabdeckung mit Instru- Instrumente, Kontrollampen,
Abb. 13, 14 Vier
menteneinheit etwas nach oben zie- Uhr, Uhrbatterie: Die Kontrol Schrauben halten
hen; dann mit Hilfe eines Schrau- lampen lassen sich ohne Ausbau die Instrumenten-
bendrehers die beiden Plastikfedern der Einheit auswechseln - um 90 einheit. Öffnen:
zusammendrücken, die das obere Grad nach links drehen und ab- Hochdrücken der
Wellenende festhalten; Wellenende nehmen. Nun die beiden Kabel- beiden Clipse.
aus dem Tachometer ziehen, Welle stränge mit den Sammelsteckern

13 14
abnehmen; dazu mit einem
Schraubendreher die Halteklipse
nach innen drücken (Abb. 12).
Achtung beim Einbau: Flachkabel-
strang so einlegen, daß Kontakt zu
den stromführenden Zungen
besteht.
Die Instrumenteneinheit ist mit vier
Kreuzschlitzschrauben an der
Lenkerverkleidung befestigt (Abb.
13). Nach Ausbau kann sie zerlegt
werden: Scheibe nach Hoch-
15
Abb. 15
Für den Ausbau
der Batterie für
die Uhr ist viel
Vorarbeit nötig.
Ein Plastikstöpsel
verhindert das
Eindringen von
Wasser.
Abb. 16
Schaltbild der In-
strumenteneinheit.
Stecker A besitzt
fünf Kontakte: 1
Stromzufuhr (+),
2 Massean
schluß. (-),
3 Lampe für
Benzinstandsan 17 16
zeiger, 4 Blinker
anzeige links.,
5 Blinkeranzeige drücken der beiden Klipse abneh-
rechts.; Stecker B men (Abb. 14), Gummidichtung falls
hat vier Kontakte: nötig erneuern; Digitaluhr mit
1 Instrumenten- Schalter abnehmen; die Knopf-
beleuchtung,
2 Kontrolle für zellen-Batterie auf der Rückseite
Ölstand, kann nach Abnahme des Plastik-
3 Kontrolle für stöpsels ausgetauscht werden (Abb.
Fernlicht, 15). Die Benzinuhr wird von drei
4 Lampe für
Benzinreser Schrauben SW 5,5 gehalten, der
veanzeige Tacho von zwei Kreuzschlitz-
schrauben (Abb. 16).
Abb. 17 Zum
Abnehmen der
Mittelabdeckung Mittelabdeckung: Sitzbank hoch-
zunächst die zwei klappen und die beiden Blech-
Schrauben rechts schrauben oben rechts und links
und links ausdrehen (Abb. 17), mit Stecknuß
ausdrehen. SW 10 vom Helmfach aus die
Mittelschraube lösen (Abb. 18);
dann die Abdeckung vorn vom
Trittbrett wegziehen, etwas anheben
und die beiden Zapfen rechts und
Abb. 18, 19 Nach
Ausdrehen der
Zentral-Halte-
schraube und
Loshebeln der
Ankerstifte die
Mittelabdeckung
abnehmen.

18 19

20 21

links aus der Verankerung ziehen; links ausgehängt werden. Jetzt sind Abb. 20, 21 Vor
Abdeckung abnehmen (Abb. 19). alle Verschraubungen der Seiten- dem Ausbau der
Seitenverklei-
Jetzt frei zugänglich: Zündkerze mit verkleidungen zugänglich. dungen Gepäck-
Kabel, Auspuffkrümmer mit Ver- träger abmontie-
schraubung. Beim Wiedereinbau Seitenverkleidungen: ren zwei Schrau-
alle Zapfen an Trittbrett und Seiten- Sie sind jeweils mit drei Kreuz- ben oben, Bolzen.
verkleidungen sorgfältig ausrichten schlitzschrauben SW 10 und einer Abb. 22 So
und in die Führungen drücken; sie Blechschraube befestigt: vorne werden die
müssen hundertprozentig einrasten; unteren Befesti-
oben und unten, Mitte unten, hinten
gungen der Seiten
erst danach die Schrauben anzie- oben (Abb. 22, 23, 24, 25). Nach Verkleidungen
hen. Lösen der Schrauben die gelöst.

Heckgepäckträger und
Heckblende: Ausbau nötig, bevor
Seitenverkleidungen abgenommen
werden können. Gepäckträger und
Heckblende werden gemeinsam von
zwei Kreuzschlitzschrauben und
einer zentralen Innensechskant-
schraube SW 6 mit Distanzhülse
gehalten; Schrauben lösen und
Hülse abnehmen (Abb. 20, 21).
Dann die Heckblende abnehmen,
indem die beiden Zapfen rechts und
?2
Abb. 23, 24 Nach
Abbau von
Mittelabdeckung,
Gepäckträger und
Heckblende liegen
die oberen Be-
festigungen der
Seitenteile frei,

Abb. 25 Hinten
fixieren einfache
Blechschrauben
die Seitenteile.

23 24
?ii 26

27

Abb. 26, 27 Zum Soziusfußrasten herunterklappen Batterie auf die Seite legen, die
Batterieausbau und Seitenverkleidungen abnehmen. Säure könnte auslaufen und
zuerst Kabel vom Beim Zusammenbau zuerst Plastik-
Minus-, dann vom
schwere Schäden hervorrufen;
Pluspol zungen oberhalb der Rückleuchte Batterie immer zuerst ausbauen!
abschrauben, einhängen. Frei zugänglich nach Pflegehinweise im Kapitel Elektrik.
Entlüftungs- Ausbau: Motor, Luftfilter, Antrieb, Zum Ausbau zunächst
schlauch abzie-
hen, im Fahrzeug
Nebenaggregate. Kreuzschlitzschraube lösen, mit
lassen und dem die Plastikabdeckung befestigt
Batterie heraus- Batterie: muß vor Helmfachdemon- ist. Um unbeabsichtigtes Kurz-
heben. tage ausgebaut werden; Achtung: schließen zu vermeiden, zuerst den
Fahrzeug nie mit eingebauter Minuspol, dann den Pluspol ab-
klemmen (Muttern SW 8). Entlüf- Abb. 28 Lösen der
tungsschlauch abziehen; er ist zwi- Schrauben, die
das Helm fach mit
schen dem Benzintank und dem dem Rahmen ver-
Rahmenheck durchgeführt und muß binden (S. 18).
später auch wieder genau dorthin
(Abb. 26, 27); das Ende unbedingt Abb. 29, 30
Hintere Ver-
ins Freie ragen lassen, sonst schraubung lösen,
Korrosionsgefahr. beide Tankdeckel
abziehen und
Helmfach mit Grundplatte: Helm fach mit
Grundplatte vom
Für Einstellarbeiten am Vergaser Fahrzeug
lediglich nach Lösen einer Kreuz- abheben.
schlitzschraube die kleine Ab-
deckung am Boden des Helmfachs Abb. 31 Zwei vom
Gepäckfach
abnehmen. Befestigung des Helm- zugängliche
fachs: zwei Schrauben SW 10 vorn Schrauben halten
am Boden sowie eine große Kreuz- die Scheinwerfer-
schlitzschraube hinten neben der einheit fest.
Sitzbankverankerung (Abb. 28, 29).
Schrauben lösen, Deckel von
Benzin- und Öltank sowie den 20
Dichtring des Öltanks abnehmen,
Sicherungsträger abziehen und
Helmfacheinheit komplett abheben
(Abb. 30). Frei zugänglich:
Benzintank, Öltank, Vergaser,
Radaufhängung.

Scheinwerfer-/Blinkereinheit:
Die Scheinwerfereinheit muß in zwei
Fällen komplett ausgebaut werden:
wenn eine Lampe defekt ist oder
wenn das vordere Verkleidungs-
detail demontiert werden soll. Die
Arbeit ist einfach: Gepäckfach öff-
nen und mit einem Kreuzschlitz-
schraubendreher oder einer Steck-
nuß SW 10 die beiden Halteschrau-
ben unten an der Stirnwand des
Fachs ausdrehen (Abb. 31).
Scheinwerfereinheit vorziehen und
Hauptkabel Stecker abziehen (Abb.
32). Zum Austausch der Schein-
werferlampe den Dichtgummi zu-
rückziehen, den Federbügel lösen
(falls vorhanden), erst Lampen-
fassung, dann Lampe nach links
drehen und herausnehmen. Neue
Lampe nicht mit bloßen Händen
anfassen; der sich bildende Film
schädigt den Reflektor (Abb. 33).
::o
31
32 33

34 35

Abb. 32, 33 Die Blinkerlampen lassen sich zungen am Scheinwerfergehäuse


Scheinwerfer vor- ähnlich einfach auswechseln: erst fixiert; Klips zur Seite drücken und
ziehen und Kabel- komplette Fassung, dann Lampe Blinker abziehen (Abb. 35). Dies ist
stecker abneh-
men; Lampen- nach links drehen, Lampe heraus- auch ohne Scheinwerferausbau
verglasung nicht ziehen (Abb. 34). Die Blinker selbst vom Gepäckfach aus möglich: Mit
mit bloßen werden von federnden Plastik- einem Schraubendreher durch die
Händen anfassen.
Abb 34, 35
Auswechseln der
Blinkerlampen,
Trennen des
Blinkers vom
Scheinwerfer.
Abb. 36
Scheinwerferein-
stellung: Die
Obergrenze des
Abblendlicht-
Kegels darf nicht
höher liegen als
60 cm, wenn das
Fahrzeug 10
Meter vor der
Wand steht.

36
37
Abb. 37 So wird
die
Bohrungen neben den Schrauben Scheinwerferein-
die Klips aufdrücken und Blinker stellung korrigiert.
herausnehmen. Beim Zusam-
Abb. 38
menbau die Plastikführungen Vier Schrauben
zuerst vorsichtig positionieren, halten die Blende
dann erst zusammendrücken - unterhalb des
Bruchgefahr. Scheinwerfers.
Vor dem Wiedereinbau der Abb. 39 Zur
Scheinwerfereinheit alle Kabel- Demontage des
stecker auf festen Sitz und Frontschilds
Korrosion überprüfen. Farben der zunächst Emblem
abhebein, dann
Kabelverbindungen zu den Blinkern: darunterliegende
Fahrtrichtung rechts rosa, schwarz; Schraube lösen.
links blau/weiß, schwarz. Jetzt rechten Winkel vor eine möglichst im
demontierbar: Scheinwerferab- Halbschatten liegende Wand stellen; Abb. 40, 41 Lösen
deckung, Frontschild. der Frontschild-
der Reifenluftdruck muß korrekt sein Ver-schraubung:
(s. techn. Daten). Auf der Wand in zwei Schrauben
Scheinwerfer einstellen: Wo wir einer Höhe von 58 bis 60 cm eine im Scheinwerfer-
gerade dabei sind - die Schein- horizontale Linie zeichnen. Dann schacht, zwei im
Handschuhfach
werfereinstellung sollte von Zeit zu den Motor anlassen, im Leerlauf (nicht abgebildet),
Zeit, mindestens aber einmal im halten und das Abblendlicht zwei unterhalb
Jahr überprüft werden. Dazu das einschalten. Die Hell-Dunkelgrenze des Lenkers.
unbelastete Fahrzeug auf eine des Lichtkegels darf nicht über der
ebene Fläche zehn Meter und im Linie auf der Wand liegen (Abb. 36).

40 41
Zur Korrektur einfach mit einem
Kreuzschlitzschraubendreher die
unterhalb des Scheinwerfers in die
Verkleidung eingelassene Schraube
drehen (Abb. 37).

Blende unterhalb Scheinwerfer:


nach Scheinwerferausbau leicht
erreichbar, wird von vier Kreuz-
schlitzschrauben gehalten (Abb. 38).
Achtung: Diese vier Schrauben
dienen gleichzeitig der Verklei-
W dungsbefestigung. Schrauben
Abb. 42 Das ausdrehen und die seitlich sowie
Trittbrett ist mit
vier Schrauben
unten angebrachten Zungen aus
befestigt; an- den Halteschlitzen ziehen, Blende
schließend mit abnehmen.
Schraubendreher
von der Seite her Frontschild: Wird im wesentlichen
unter den vorde-
ren Rand fahren vorne von drei Schrauben SW 10
und die verdeck- mit Kreuzschlitz gehalten, ist aber
ten Laschen von mit dem Innenschild verschraubt,
der Bodenverklei-
dung abhebein.
sodaß auch diese Schrauben gelöst
werden müssen. Zuerst das
Abb. 43 Abziehen Piaggio-Emblem vorsichtig mit
des Federbügels, 43 einem feinen Schraubendreher ab-
der das Zünd-
schloß am
hebein. Dann die darunterliegende
Steuerrohr fixiert. Schraube ausdrehen (Abb. 39).
Anschließend die beiden Schrauben
Abb. 44 So wird in der Vertiefung für den Schein-
der Sperrstift des
Lenkschlosses
werfer lösen (Abb. 40). Jetzt die vier
nach oben ge- kleinen Blechschrauben ausdrehen,
drückt - hier ge- mit denen das Innenschild am
zeigt in bereits Frontschild befestigt ist: zwei an der
ausgebautem
Zustand.
Oberkante hinter dem Lenker (Abb.
41), zwei oben rechts und links im
Abb. 45 Bei Handschuhfach. Frontschild abneh-
gesperrtem men. Jetzt zugänglich: LenkVZünd-
Schloß und verlo-
renem Schlüssel
44 schloß, Hupe, Kabelbaum,
hilft nur Aus- Steuerrohr.
bohren des
Schlosses mit Trittbrett: Ausbau erst nach De-
einem 8-mm-
Qualitätsbohrer. montage der Mittelabdeckung mög-
lich; nötig vor Ausbau des Innen-
schildes. Vier Schrauben SW 10 mit
Kreuzschlitz ausdrehen, Trittbrett
hinten hochklappen und die die
beiden verdeckten Laschen von der
Bodenverkleidung mit einem kräfti-
gem Schraubendreher abhebein
(Abb. 42).
45
46

Zündschloß: Demontage vor Aus-


47
bau des Innenschildes nötig. Bei in-
Abb. 46 Lösen
taktem Schloß zunächst Dichtung der
zurückschieben und den Feder- Hupenhalterung
bügel abziehen, mit dem das Zünd- mit einer Steck-
schloß im Stahlrohr fixiert wird (Abb. nuß SW 8.
43). Wichtig: Den Schlüssel auf OFF Abb. 47-49
stellen. Jetzt wird's knifflig: Von Ausbau des
unten muß mit einem Innensechs- Innenschildes
kantschlüssel SW 2,3 oder 3,0 eine nach erfolgtem
Abbau des Front-
winzige Sperrklinke hochgedrückt schildes: Lösen
werden; das schafft man aber nur, von zwei Blech -
wenn man sie auch sehen kann. schrauben unten,
Dazu wiederum braucht man einen zwei weiteren in
halber Höhe
kleinen Spiegel und eine Taschen-
rechts und links
lampe. Inbusschlüssel in Position sowie einer zen-
bringen und Klinke hochdrücken tralen Schraube
(Abb. 44). Schlüssel gedrückt las- am Steuerrohr.
sen und Lenkschloß nach hinten
herausziehen. Die Lenkerverriege-
lung läßt sich nur zusammen mit
dem Steuerrohr herausnehmen, s.
entspr. Abschnitt. Zweite 48
Möglichkeit: Schloß befindet sich
in LOCK-Stellung und muß
ausgebaut werden, weil der
Schlüssel verloren wurde oder ab-
gebrochen ist. Das Schloß muß
dann mit einem HSS-Spiralbohrer
Größe 8 mm ausgebohrt werden;
der Bohrer muß 30 mm aus dem
Futter ragen. Ausgebohrtes Schloß
entfernen (Abb. 45). Einbau
generell: Schloßzylinder in der
ersten Stufe komplett mit Schlüssel
bis zur Hälfte in das Gehäuse
einführen; dabei muß die
49
50 51

Zündschloß aufsetzen, mit Feder-


bügel sichern, Gummidichtung
überstülpen.

Hupe: Nach Abbau des Frontschil-


des gut zugänglich. Hupenhalter ist
mit einer Schraube SW 8 am
Steuerrohr befestigt. Die Hupe
selbst wird von einer Mutter SW 8
gehalten. Kabelfarben: oben zwei-
mal schwarz, unten schwarz/grau
(Abb. 46).

52 Innenschild: Wird zusammen mit


dem Gepäckfach ausgebaut, vorher
Demontage des Zündschlosses
erforderlich. Die vier Blechschrau-
ben, mit denen das Innenschild am
Frontschild befestigt ist, wurden
bereits erwähnt. Zwei weitere
Schrauben an den unteren Ecken
werden nach Abnahme des Tritt-
brettes sichtbar (Abb. 47).
Außerdem ist das Schild mit je einer
Schraube rechts und links am
lackierten Bodenschild befestigt
(Abb. 48). Nach Lösen der acht
Blechschrauben muß noch die
53 Schraube SW 10 ausgedreht wer-
den, die sich am Steuerrohrschacht
Abb. 50 - 52 Klinke nach unten zeigen, der unter der Gepäckklappe befindet
Nach Lösen von Schlüssel muß unbedingt auf ON (Abb. 49). Die Klappe selbst ist an
zwei Schrauben stehen; sonst läßt sich der Zylinder jedem Scharnier mit je zwei
Gläser der Heck- Schrauben befestigt.
leuchte abneh- nicht ins Gehäuse einführen. Zweite
men. Dabei auf Stufe: Schlüssel nach links auf OFF
die Kabelfarben drehen und den Zylinder bis zum Heckleuchte mit Blinkern: Gläser
achten. Anschlag durchschieben. und Reflektoren sind zusammen mit
zwei Kunststoffschrauben befestigt;
Schrauben mit einem genau pas-
senden Kreuzschlitzschrauben-
dreher lösen (sonst Bruchgefahr!)
und die drei farbigen Streuscheiben
abnehmen - Rücklicht, zwei Blinker-
gläser. Defekte Lampen durch
Drehen nach links abnehmen und
auswechseln (Abb. 50, 51). Die
Reflektoreinheit läßt sich jetzt
komplett nach hinten klappen und
gegebenenfalls auswechseln (Abb.
52). Auf defekte Dichtungen und 54
Korrosion achten! Wasser und
Schmutz beeinträchtigen die
Leuchtwirkung stark. Beim Zusam-
menbau das rote Heckleuchtenglas
zusammen mit den Blinkergläsern
einsetzen, Plastikschrauben mit
Gefühl festziehen.
Beim Abziehen und Aufstecken der
Kabel die Farben nicht verwechseln:
Blinker links (in Fahrtrichtung)
schwarz/schwarz und rosa; Blinker
rechts schwarz/schwarz und
blau/weiß; Rückleuchte gelb, weiß 55
und schwarz (alle Angaben jeweils
von links nach rechts). Nach Ab- Sitzbankverriegelung: Sie ist mit Abb. 53 Ausbau
ziehen der Stecker kann der Kabel- zwei Schrauben SW 13 befestigt der Kennzeichen-
baum komplett herausgezogen wer- und läßt sich leicht auswechseln. leuchte (Deckel
den; beim Wiedereinbau den Strang Bei Schwergängigkeit des
und Lampen-
von innen durch das große runde träger S. 24).
Schnappmechanismus wirken eini-
Loch des Hilfsrahmens fädeln. Abb. 54 Der
ge Tropfen Öl Wunder (Abb. 55).
Heck-
Kennzeichenleuchte: Deckel und leuchtenträger ist
mit zwei Schrau-
Lampenträger sind mit je einer ben am Rahmen
Kreuzschlitzschraube befestigt. befestigt.
Federhalter der Lampe zur Seite
drücken und Lampe auswechseln. Abb. 55 Die
Sitzbankver-
Kabelfarben: gelb und schwarz riegelung ist
(Abb. 53). dankbar für eine
gelegentliche
Heckleuchtenträger: Schmierung mit
etwas Öl.
Das graue Plastikteil wird von zwei
Kreuzschlitzschrauben gehalten und
läßt sich nach Demontage aller
Heckleuchtenelemente abnehmen.
Beim Wiedereinbau zuerst alle
Kabelstränge einfädeln;
gelb/schwarz für die Kennzeichen-
leuchte unten (Abb. 54).
VORDERRADFÜHRUNG,
BREMSEN, LENKUNG, BOWDENZÜGE
Abb. 56 - 60
Vorderradausbau Vorderrad mit Bremstrommel:
in einzelnen Die Sfera-Modelle haben einteilige
Schritten: Ab- Räder aus Leichtmetallguß, die je-
hebein der weils mit einer Zentralmutter am
Schutzkappe,
Aufbiegen und Achszapfen gesichert sind. Zuerst
Entfernen des Staubschutzkappe abhebein. Dann
Splints, Ab- Splint aufbiegen und mit Seiten-
nehmen der schneider oder Kombizange abzie-
Sicherungskappe,
Lösen der hen; Sicherungskappe abnehmen
Zentralmutter mit (Abb. 56, 57, 58). Jetzt muß ein
einer Stecknuß Helfer die Bremse betätigen, um das
SW22. Dann Vorderrad zu blockieren. Mit einer
noch die Druck- 56
scheibe abhebein Stecknuß SW 22 die Zentralmutter
und Vorderrad lösen (Abb. 59), die darun-
komplett mit terliegende Druckscheibe abhebein -
Bremstrommel am besten mit zwei Schrauben-
abnehmen (s.a.
Seite 28). drehern. Jetzt läßt sich das Rad
Wiedereinbau in komplett mit integrierter Brems-
umgekehrter trommel und Radlagern abnehmen -
Reihenfolge,
Anziehen der und zwar recht mühelos im Ver-
Mutter mit Dreh- gleich zur Vespa (Abb. 60). Wieder-
moment 45 Nm. einbau in umgekehrter Reihenfolge;
Mutter mit Drehmoment 45 Nm
anziehen, möglichst neuen Splint
verwenden und sorgfältig umbiegen.
57 Achtung: Die Splintenden müs-
sen so gebogen werden, daß
kein Spiel zwischen Sicherungs-
kappe und Radachse bleibt (Abb.
61).

Reifenwechsel: Alle Sfera-Typen


sind mit schlauchlosen Niederquer-
schnittsreifen ausgerüstet, die zwar
für optimale Fahrsicherheit sorgen,
sich aber - anders als bei der klassi-
schen Vespa - in Eigenregie nicht
abziehen und austauschen lassen.
65

59 50
hier ist für beschädigungsfreien Abb. 61 So und
Aus- und Einbau Werkstatthilfe er- nicht anders muß
forderlich; nur die Piaggio-Werkstatt der Splint für die
Radsicherung
verfügt über die entsprechenden umgebogen wer-
Spezialabzieher bzw. Ein- den; die Siche-
schlagdorne - Eigenherstellung der rungskappe darf
kein Spiel haben,
Werkzeuge ist zu aufwendig und Möglichst neuen
lohnt daher nicht. Die Zeichnungen Splint verwenden.
aber sollen zumindest verdeutlichen,
wie Ein- und Ausbau fachgerecht
durchgeführt werden (Abb. 62, 63).
Vor dem Wiedereinbau den Raum
61 zwischen den Kugellagern mit Fett
füllen (z.B. Esso Beacon 3).
Grund: Sie haben kein Tiefbett. Beschreibung der Überholung von
Achtung: Wer versucht, mit han- Vorderradaufhängung und Radnabe
delsüblichen Montierhebeln den am Ende dieses Kapitels.
Reifen abzuziehen, beschädigt
unweigerlich die Felgenhörner. Radlager - Spiel prüfen: Roller
Es erlischt dann auch die aufbocken, das Vorderrad frei dre-
Garantie von Fahrzeug- und hen lassen. Von der rechten Fahr-
Reifenhersteller. Erforderlich ist zeugseite aus Rad ergreifen, eine
eine 1000 Mark teure Hand oben, eine unten; dann versu-
Spezialmaschine, wie sie nur gut chen, das Rad quer zur Vertikalen
ausgerüstete Werkstätten besitzen hin- und herzukippen. Dabei darf
(Preis pro Wechsel ca. 30 Mark). sich kein Spiel zeigen (Abb. 64).
Ärgerlich auch, daß sich die
Rollerreifen nicht reparieren lassen, Bremsen - allgemeine Hinweise:
die übliche Vulkanisation ist nicht Im Gegensatz zur traditionellen
möglich. Vespa-Bremse ist die Sfera-Brems-
anlage äußerst wartungsarm.
Radlager: Die beiden Kugellager Trotzdem muß ein Minimum an
sind in das Rad eingepreßt. Auch Kontrolle und Pflege sein. Wie bei
Abb. 62, 63 So
werden die
Radlager fachge-
recht herausgezo-
gen (links) und
wieder eingebaut
(rechts); dazu sind
spezielle
Auszieher (Abb.
62) und Ein-
schlagdorne (Abb.
63) erforderlich,
die nur die Werk-
statt hat.

62 63
gen, müssen die Trommeln in einem
Fachbetrieb nachgedreht oder kom-
plett ersetzt werden. Das gilt auch
für Trommeln, die sich verzogen
haben und daher unrund sind; An-
zeichen dafür ist ein schlagendes,
ungleichmäßiges Ansprechen oder
ein starkes Rubbeln. Das höchst-
zulässige Übermaß der Trommeln
beträgt 0,4 mm (Abb. 65).

Bremsbeläge prüfen, ausbauen:


64 Die Beläge sind auf die
Bremsbacken aufgeklebt. Die
Backen sind komplett auszutau-
schen, wenn die Mindestbelag-
stärke von 1,5 mm erreicht ist oder
falls sich starke Riefen oder Be-
schädigungen zeigen. Die Rückhol-
federn dürfen keine Verformungen
aufweisen.
Ausgebaut werden die Brems-
backen, indem man sie einfach
zusammen mit den Federn über
Nocken und Widerlager nach außen
Gr> klappt. Notfalls einen Schrau-
bendreher zu Hilfe nehmen, der zur
Abb. 64 Prüfen allen Motorzweirädern werden auch Schonung der Belagkanten mit
des Rad- bei der Sfera bis zu 70 Prozent der einem Lappen umwickelt wird (Abb.
lagerspiels: Rad Bremskräfte vom Vorderrad aufge- 66, 67).
von oben und Verölte Beläge sind in der Regel nur
unten ergreifen nommen, entsprechend groß ist der
und versuchen, es Verschleiß. Schon nach 10.000 km am Hinterrad anzutreffen; vorn
auf der Achse hin- können die vorderen Bremsbeläge könnte nur Radlagerfett in die
und herzube- verschlissen sein, während sie hin- Trommel gelangen, was aber so gut
wegen; dabei darf wie nie der Fall ist. Hinten kann
sich kein Spiel ten bis zum Dreifachen halten.
zeigen. Beläge, die bis auf eine Stärke von Getriebeöl über undichte
1,5 mm abgenützt sind (gemessen Wellendichtringe in die Bremstrom-
Abb. 65 Nach ohne Backen), müssen sofort aus- mel sickern. In solchen Fällen unbe-
Ausbaudes dingt der Ursache des Übels auf
Vorderrades liegt
getauscht werden. Kontroll-Sicht-
die Trommel- fenster oder Verschleißanzeiger feh- den Grund gehen und Schaden an
bremse frei. Die len leider. Wegen der nahezu der Quelle beseitigen, sonst macht
Trommel darf identischen Bauart werden der Belagwechsel keinen Sinn.
keine Riefen Verölte Beläge auf jeden Fall erset-
haben - Finger-
Vorder- und Hinterradbremse in
probe; Rückstände den folgenden Abschnitten ge- zen, Reinigen mit Lösungsmittel hilft
und Staub mit meinsam behandelt. nicht, weil Öl tief in die Belagstruktur
Spiritus entfernen. eindringt. Vor dem Auflegen neuer
Bremstrommeln prüfen: Zunächst Bremsbacken alle Elemente reini-
kontrollieren wir den Zustand der ins gen: Ankerplatte, Nocken,
Rad integrierten Bremstrommeln. Widerlager. Korrosionsspuren mit
Falls sich starke Riefen, Rillen oder feinem Schmirgelleinen entfernen.
andersartige Beschädigungen zei- Nocken und Widerlager nicht einfet-
67

66 68

ten, die Teile gleiten aufgrund der Einstellung ist dann korrekt, wenn Abb. 66 Mit zwei
Materialbeschaffenheit ohne sich - bei aufgebocktem Fahrzeug - starken
Reibungsverlust. die Räder bei nicht betätigten Brem- Schrauben-
drehern lassen
sen vollkommen frei drehen, beim sich die Brems-
Bremsen einstellen: Im Rahmen Ziehen der Bremshebel aber sofort backen abhebein;
der regelmäßigen Wartung und abgebremst werden. Vorsicht: Beläge
Erfahrungsgemäß ist ein Spiel von 4 dabei nicht
immer dann, wenn neue Brems- beschädigen!
backen aufgelegt wurden, müssen bis 5 mm zwischen Bremshebel-
Vorderrad- bzw. Hinterradbremse wurzel und Bremshebelaufnahme Abb. 67
neu eingestellt werden. Auch dies ist optimal (gut kontrollierbar nur bei Nach Aushängen
bei der Sfera denkbar einfach: Es abgenommener Lenkerverkleidung). der Federn las-
sen sich die
genügt, die Einstellmuttern an den Weitere Hinweise in den folgenden Backen komplett
jeweiligen Bremshebeln im Abschnitten. mit den aufge-
Uhrzeigersinn zu drehen, falls das klebten Belägen
auswechseln.
Spiel verringert werden soll (gegen Vorderradbremszug ausbauen:
den Uhrzeigersinn zur Vergrößerung erforderliche Vorarbeiten: Ausbau Abb. 68
des Spiels). Am Vorderrad kann mit von Lenkerverkleidung und Front- Vorderradbrems-
einem Gabelschlüssel SW 10 gear- schild (s. weiter vorn). Zuerst den zug einstellen:
Seilzughülle mit
beitet werden, notfalls den Seilzug Einsteller am Vorderrad mit einem einem Schlüssel
mit einem Schlüssel SW 8 gegen- Gabelschlüssel SW 10 ausdrehen, SW 8 festhalten
halten (Abb. 68). Am Hinterrad notfalls Sechskant SW 8 am Seilzug und Einsteller mit
befindet sich ebenfalls eine Mutter gegenhalten, Paßstück und unteres einem Schlüssel
SW 10 drehen.
SW 10, die sich meist aber auch Seilzugende abziehen (Abb. 70).
von Hand drehen läßt (Abb. 69). Die Dann die Gummitülle am rechten
Abb. 69 Bremshebel zurückschieben, Bremshebel am Hinterrad aus-
Hinterradbrems- Seilzugnippel um 90 Grad drehen bauen: Zuvor müssen Schall-
zug einstellen: und nach unten drücken (Abb. 71); dämpfer, Hinterrad und Brems-
am Einsteller dre-
hen oder Gabel- Seilzug aus der Durchführung am backen ausgebaut werden wie
schlüssel SW 10 Vorderradkotflügel ziehen und beschrieben. Dann die Schraube
benutzen. abnehmen. SW 8 lösen, die den Hebel auf der
Abb. 70, 71
Bremsnockenwelle fixiert. Hebel-
Vorderradbrems- Hinterradbremszug ausbauen: stellung markieren und Hebel ab-
zug ausbauen: erforderliche Vorarbeiten: Ausbau nehmen. Jetzt läßt sich auch der
Einsteller ganz von Lenkerverkleidung, Frontschild, Bremsnocken abziehen und über-
herausdrehen,
Seilzug vom
Innenschild, Trittbrett und Mittelab- prüfen; er darf keine groben Riefen
unteren Brems- deckung (s. weiter vorn). Dann den oder Kerben zeigen und kein über-
hebel abziehen. Einsteller am Hinterrad ausdrehen mäßiges Verschleißbild haben.
Dann - bei abge- und samt Paßstück abnehmen. Den
nommener
Lenkerverklei-
Seilzughalter an der Triebsatz- Bremsseilzüge warten und pfle-
dung - Seilzug schwinge mit einem Steckschlüssel gen: Sämtliche Motor- und Fahr-
vom oberen SW 8 abschrauben (Abb. 72). Linke werkselemente werden bei der
Bremshebel Gummitülle am Lenker zurückschie- Sfera über Bowdenzüge bedient
abhängen.
ben, Seilzugnippel um 90 Grad dre- und gesteuert. Von der einwandfrei-
Abb. 72 Der hen und nach unten drücken; Seil- en Funktion hängen Betriebs- und
Hinterrad- zug vom Fahrzeug abnehmen (Abb. Fahrsicherheit ab. Achtung: bei
bremszug wird 73). Beim Wiedereinbau den Seilzug beschädigten Bremsseilzügen
von einem Halte-
blech am An- von vorn in das Widerlager am An- Unfallgefahr! Zu den häufigsten
triebsgehäuse triebsgehäuse stecken, nicht die Mängeln gehören mangelhafte
entlanggeführt. dort angebrachte Schraube lösen. Schmierung und daraus resultier-

69 70

71 72
ende Schwergängigkeit, Knick- und Abb. 73
Bruchstellen an den Seilzughüllen, Hinterradbrems-
zug vom Lenker
durchgescheuerte Einzeldrähte. abnehmen; dazu
Bowdenzüge mit geknickten Hüllen Seilzugende um
oder beschädigten Drahtzügen 90 Grad nach
müssen sofort ausgewechselt wer- vorn drehen.
den. Da Vorbeugen besser ist als Abb. 74 Mit
Heilen, empfiehlt es sich, die handelsüblichen
Bowdenzüge bei jeder Inspektion zu Seilzugölern (hier
ölen. Dazu Lenkerverkleidung von HG) lassen
sich die
abbauen, Einsteller an den Rad- Bowdenzüge
bremshebeln lösen und Seilzüge bequem warten.
zuerst an den Rädern, dann am 73
Lenker aushängen wie beschrieben.
Obere Seilzugenden senkrecht hal-
ten und mit Ölkännchen oder
Sprühdose einige Tropfen Motoröl
15 W 30 oder 40 zwischen Seil und
Hülle träufeln. Zweckmäßig sind
auch professionelle Seilzugöler, wie
sie für relativ wenig Geld vom Zube-
hörhandel angeboten werden (Hein
Gericke z.B.) - eine lohnende
Anschaffung vor allem für Vielfahrer
W
(Abb. 74).
74
Bremshebel: Schon bei einem
leichten Umfaller können die
Bremshebel beschädigt werden.
Zum Austausch Lenkerverkleidung
abnehmen und betreffenden Seilzug
aushängen wie beschrieben.
Haltebolzen von oben mit einem
Schraubendreher festhalten (Abb.
75), von unten mit einem Ring-
schlüssel SW 10 die Mutter lösen;
beim Abziehen des Bolzens auf die
Feder achten - sie darf nicht verlo-
rengehen. Bremshebelgelenke alle 75
4000 km nachfetten. Abb. 75
Demontage eines
Bremslichtschalter: Jeder der bei- Bremshebels:
Schraube festhal-
den Bremshebelsockel ist mit einem ten, Mutter lösen;
Bremslichtschalter mit Messing- auf Feder achten.
gehäuse und Kontaktstift ausgerü-
stet. Die jeweils zwei Kabel werden Abb. 76 Ausbau
eines
einfach abgezogen und können Bremslichtschal-
später beliebig wieder aufgesteckt ters: die beiden
werden. Die Schalter lassen sich Kabel abziehen
leicht von Hand ausdrehen und aus- und Schalter mit
der Hand
wechseln (Abb. 76). ausdrehen.
76
Bremsankerplatte: Arbeiten an der
Bremsankerplatte sind in erster Linie
Werkstattsache; der Freizeitschrau-
ber kann sich hier nur selbst helfen,
wenn er über das nötige Spezial-
werkzeug verfügt. Die Ankerplatte
läßt sich mit einem handelsüblichen
Dreiklauenabzieher (60 bis 70 Mark)
vom Achszapfen abziehen (Abb. 77).
Für Aus- und Einbau der ein-
gepreßten Nadelkäfige jedoch
braucht man unterschiedliche
Dorne, wie sie von Piaggio nur an
den Fachhandel geliefert werden.
Wer eine Drehbank hat, kann sich
77 die Dorne auch selbst herstellen. Ob
Abb. 77 Mit Arbeitsaufwand, Zeit und Kosten
einem normalen dabei im richtigen Verhältnis
Dreiklauen- zueinander stehen, muß jeder für
Abzieher läßt sich
die Bremsanker- sich entscheiden. Die Zeichnungen
platte leicht von zeigen auf jeden Fall, wie's richtig
der Radachse gemacht wird: Die beiden Nadel-
abziehen. käfige werden von oben mit einem
Abb. 78, 79 Zum
passenden Schlagdorn ausgetrie-
Ausbau (Abb. 78) ben (Abb. 78). Eingebaut werden die
und Einbau (Abb. beiden Lager von oben und unten
79) der in die mit unterschiedlichen Schlagbolzen
Bremsankerplatte (Abb. 79).
eingesetzten
Nadelkäfige sind
paßgenaue Griffgummis und Bremshebel-
Schlagdorne sockel: Es hat keinen Sinn, die
erforderlich, die Griffgummis mit Gewalt abziehen zu
man sich in der
Piaggio-Werkstatt wollen; auch das Aufschneiden
ausleihen muß. 78 kann man sich sparen. Einfach und
Besser noch: die gut geht's nur mit einer Druckluft-
Werkstatt mit die- pistole: Mit der Spitze zwischen
ser Arbeit beauf-
tragen. Gummi-Innenrand und Lenker zielen
und den Gummi mit der Druckluft
praktisch aufblasen. In Sekunden-
schnelle trennt er sich vom Lenker
(Abb. 80). Zum leichten Wiederein-
bau - falls nötig - ein wenig Seife auf
die Lenkerenden auftragen. Die
Bremshebelsockel sind mit
Inbusschrauben SW 5 befestigt
(Abb. 81).

Gaszug - Trennen vom Gasgriff:


Während der Ausbau noch relativ
problemlos zu machen ist, gibt's
beim Einbau konstruktionsbedingte
79
Abb. 80
Nur mit Druckluft
lassen sich die
Griffgummis
abnehmen.

Abb. 81
Die Bremshebel-
sockel sind mit
imbusschrauben
befestigt.

Abb. 82 Eine
Maden-schraube
fixiert den Gaszug
n im Gleitstein des
81
Gasgriffs.

Abb. 83
Schwierigkeiten. Auch die Vorar- Vergaser und zur Ölpumpe. Der Gaszugausbau:
beiten sind lästig - Demontage von Innenzug ist am Gleitstein des Gas- Einsteller hinein-
Lenkerverkleidung, Griffgummi, griffs mit einer Madenschraube drehen, dazu Mut-
Frontschild, Innenschild, Trittbrett, fixiert; sie wird von unten mit einem ter SW 7 lösen.
Mittelabdeckung. Zunächst zum feinen Schraubendreher gelockert, Abb. 84
Ausbau: Nach Abschluß der bis sich der Innenzug abziehen läßt Trennen des Gas-
Vorarbeiten liegt der Gaszug frei. (Abb. 82). Jetzt den Bremslicht- zugs vom Ver-
schalter wie beschrieben ausbauen - gaser: zuerst Ver-
Er ist mehrteilig. Der vordere Zug schraubung des
führt zu einer Verteilerdose unter er stört. Dann die Feststellmutter Gasschieber-
dem Trittbrett. Von da laufen zwei SW 7 am Einsteller lösen und Ein- Deckels lösen.
weitere Züge zum steller so weit wie möglich hinein-

82

84 83
üb 86

Abb. 85 drehen (Abb. 83); dies ist nötig für Pumpensteuerung nach vorn
Gasschieber mit den Wiedereinbau. drücken und Zugende aushängen
Düsennadel her-
ausziehen, Feder
(Abb. 86).
zusammen- Gaszug - Trennen von Vergaser
drücken, Gaszug und Ölpumpe: Nach dem Ab- Gaszug - Demontage Verteiler-
aushängen. nehmen vom Gasgriff am besten dose: Jetzt die Verteilerdose von
zuerst den Gaszug vom Vergaser der unteren Fahrzeugverkleidung
Abb. 86
Ein Teilsegment abnehmen; dazu die Schlitz- abschrauben und öffnen: alle drei
des Gaszugs führt schraube ausdrehen, mit denen Gummitüllen abstülpen, Verschluß-
zur Ölpumpe; Gasschieber, Düsennadel, Rück- stopfen in der Mitte abdrücken,
Gummikappe holfeder und Seilzug zusammen am Deckel abnehmen (Abb. 87).
vorn am Antrieb
abnehmen, Vergasergehäuse befestigt sind Vorsicht: Merken Sie sich jetzt ge-
Pumpensteuerung (Abb. 84). Teile abnehmen und nau die Position der drei Gaszug-
nach vorn durch Zusammendrücken der Feder enden, sonst wird der Zusammen-
drücken, Zug
trennen, Seilzug aushängen (Abb. bau knifflig. Der nach vorn führende
aushängen. Zug greift nach rechts weit um den
85). Beim Zusammenbau darauf
Abb. 87 achten, daß die Gasschiebernut Drehschieber herum und ist mittig
Verteilerdose für richtig ins Gehäuse geführt wird. eingehakt; die beiden nach hinten
die Gaszug-Seg- Feder zusammendrücken und laufenden Züge rasten mit den
mente offen: links
Deckel befestigen. Zum Abnehmen Nippeln oberhalb und unterhalb ein:
Hauptzug vom
Gasgriff, rechts die des Zugs von der Ölpumpe den oben der für die Ölpumpe, unten
Züge zum Ver- Gummistopfen vorn an der der für den Vergaser. Fettfüllung
gaser u. Ölpumpe. Triebsatzschwinge entfernen, kontrollieren und nötigenfalls erneu-
ern. Die beiden rückwärtigen Züge
sind zusätzlich mit einer Klemme
am Fahrzeugrahmen befestigt.

Gaszug - Montage Verteilerdose:


Bei den beiden rückwärtigen Zügen
gibt es keine Probleme, wenn die
richtige Führung in die Verteilerdose
beachtet wird; Tüllen zunächst weit
zurückschieben und Zugenden mit
Umhüllung in die Dose schieben;
Nippel auf dem Drehschieber oben
und unten so einhängen, daß sich
die Zugkraft vom vorderen Zug aus
87
reibungslos übertragen kann. Nach droht ein Motorschaden! Details
Montage auch des dritten, nach dazu im Wartungs-Kapitel.
vorn führenden Seilzugendes Deckel
und Stopfen aufsetzen; Gummitüllen Gasgriff: Gaszug wie beschrieben
so vorschieben, daß sich eine vom Gleitstein abnehmen und
perfekte Abdichtung ergibt; Dose an Schlitzschraube lösen, die den Griff
der Verkleidung festschrauben. am Lenker hält. Griff zusammen mit
Achtung: Züge dürfen nicht geknickt Feder und Gleitstein abnehmen. Vor
werden, dürfen nicht scheuern. Wiedereinbau bewegliche Teile leicht
Rückwärtige Enden müssen sauber einfetten; Feder korrekt einhängen
in den Einstellschrauben an (Abb. 88,89).
Vergaser bzw. Schwinge sitzen.
Nähere Angaben zum Einstellen Federbein vorn: Federbeine mit
später. undichten oder ausgeschlagenen
Stoßdämpfern sollten komplett aus-
Gaszug - Montage am Gasgriff: getauscht werden, denn die
Das Einsetzen des vorderen Seil- Reparatur ist für den Laien nicht
zugendes am Gasgriff erfordert möglich und lohnt sich auch an-
Fingerspitzengefühl und Geduld. sonsten nicht. Wie die Vespa ver-
Grundvoraussetzung ist, daß der fügt die Sfera über eine gezogene
Innenzug erstens lang genug aus Kurzschwinge, die sich über ein
der Hülle vorschaut, zweitens völlig links angeschlagenes Federbein am
glatt ist; er darf nicht geknickt sein, Steuerrohr abstützt. Vorarbeit:
einzelne Drähte dürfen nicht abste- Vorderrad abnehmen. Dann die
hen. Notfalls den ganzen Zug um graue Kunststoffverkleidung ab-
fünf bis zehn Millimeter kürzen: nehmen: eine Kreuzschlitzschraube
1. Hülle vorziehen, Schutzkappe und - von hinten mit einem Steck-
abnehmen, Hülle mit Seiten- schlüssel nur bei abgenommenem
schneider oder scharfer Zange kür- Rad erreichbar - eine Schraube SW
zen, Kappe wieder aufstecken. 10 (Abb. 90). Oben ist das Feder-
2. Innenzug so weit möglich vorzie- bein mit zwei Muttern SW 13 (Abb.
hen und mit Seitenschneider o.a. 91), unten mit zwei Bolzen und
um das gleiche Maß kürzen. Muttern SW 13 befestigt (Abb. 92).
Jetzt muß man sich mit Spiegel und Bolzen gegenhalten und Muttern
Taschenlampe einen freien Blick von lösen, Federbein nach unten weg- Zu den
unten auf den Gleitstein verschaffen ziehen (Abb. 93). Achtung: Abbildungen auf
- anders geht's nicht! Läßt sich der Wiederbefestigung der Ab- Seite 36:
Zug nicht in die beiden hintereinan- deckung nur möglich bei abge- Abb. 88, 89
der liegenden (!) Bohrungen des nommenem Vorderrad. Nach Abnahme
Gleitsteins fädeln, muß die Ver- des Gaszugs
teilerdose geöffnet werden; Zug Lenker, Lenkkopflager, kann der Gasgriff
ausgebaut wer-
unten aushängen und so weit vor- Steuerrohr - Allgemeines: erfor- den; dazu Schitz-
drücken, bis das Einfädeln klappt derliche Vorarbeiten: Demontage schraube lösen.
(s.a. Abb. 82). Zuletzt Maden- Lenkerverkleidung, Instrumente,
schraube anziehen und Gaszug ein- Griffe, Hebel, Bowdenzüge (obere Abb. 90 Vordere
Radfüh-
stellen; drei Möglichkeiten: Rändel- Enden nur bei Komplettaustausch rungsabdeckung
schraube am Griff, Einsteller mit Lenker); bei Arbeiten am oberen abbauen: Vorder-
Kontermutter SW 6 an Vergaser Lenkkopflager genügt es, den Len- rad abnehmen,
und Einsteller an der Ölpumpe; ker mit den Bowdenzügen nach von hinten
Schraube SW 10,
Achtung: Bei falsch eingestellter vorn zu klappen, dabei Züge nicht von vorn Kreuz-
oder nicht entlüfteter Ölpumpe beschädigen!); ferner demontieren: schlitzschraube
lösen.
nn :;:»

90

9?

auf keinen Fall knicken; am besten


mit Schnur locker an den Rahmen
binden. Die Abb. 94 bis 97 zeigen,
wie Seilzüge und Kabel korrekt ver-
laufen müssen.
91 Lenker: Vor dem Lockern der
Lenkerbefestigung die Position des
Abb. 91,92 Frontschild, Innenschild, am besten Lenkers auf dem Steuerrohr mit
Ausbau vorderes auch Vorderrad. Zuerst die Kabel- einer Reißnadel, einem anderen
Federbein; es ist binder durchtrennen, mit denen scharfen Metallgegenstand oder
oben mit zwei
Muttern SW 13, Kabelbaum und Seilzüge am einem wischfesten Stift markieren.
unten mit zwei Rahmen befestigt sind, später durch Dann Lenkerverschraubung lösen:
Bolzen u. Muttern neue ersetzen. Dann alle Kabel und Mutter SW 17 sitzt auf Bolzen SW
SW 13 befestigt. Züge vorsichtig zur Seite biegen, 13; am besten Ringschlüssel oder
Stecknüsse verwenden (Abb. 98).
Achtung beim Wiedereinbau: Lenker
genau mittig ausrichten (erfordert
Augenmaß, weil keine Verzahnung
existiert; Markierung als Orientie-
rungshilfe). Der Bolzen muß - in
Fahrtrichtung gesehen - von links
eingeführt werden; von rechts wer-
den aufgesetzt: Messing-Druck-
scheibe, Zahnscheibe, Mutter SW
17; vorgeschriebenes Anzugs-
Drehmoment: 45 - 50 Nrn.

Lenkkopflager - Prüfung: Wie bei


allen Zweirädern hat auch bei der
Sfera das Lenkkopflager entschei-
denden Einfluß auf Sicherheit und 03
Fahrverhalten. Unzulässiges Spiel,
Verschleiß oder Korrosion im oberen Bodenkontakt haben. Nun mit der Abb. 93
und/oder unteren Lager können zu linken Hand das Rad, mit der rech- Vorderradauf-
gefährlichen Pendelerscheinungen ten Hand die Kurzschwinge ergrei- hängung mit aus-
führen, Geradeauslauf und Spur- fen und versuchen, das Steuerrohr
gebautem
Federbein.
treue werden negativ beeinflußt. durch ruckartiges Ziehen und
Deshalb müssen die Lenkkopflager Drücken längs zur Fahrtrichtung hin- Abb. 94
in regelmäßigen Abständen, minde- und herzubewegen; dabei darf sich Montagehilfe: So
stens aber einmal im Jahr überprüft sind Bowdenzüge
keinerlei Spiel zeigen (Abb. 99). und Kabel im
und nötigenfalls neu eingestellt wer- Dann die Lenkung prüfen: Der Lenkunsgbereich
den. Zur Überprüfung Fahrzeug auf- Lenker muß widerstandsfrei vom korrekt verlegt.
bocken, das Vorderrad darf keinen rechten zum linken Anschlag fallen;

94
Abb. 95-97
Kabel und Züge
im Detail: So
müssen die ein-
zelnen Elemente
beim
Wiedereinbau
geführt werden.

Abb. 98 Der
Lenker wird mit
Bolzen SW 13 (in
Fahrtrichtung
links) und Mutter
SW17am
Steuerrohr festge-
klemmt; schlecht:
es gibt keine
Kerbverzahnung. 96
95
zeigt sich dabei ein Festhaken oder
gar Klemmen, sind die Lager zu
stramm angezogen oder be-
schädigt. Zunächst versuchen, den
Schaden durch korrektes Einstellen
zu beheben, notfalls beide Lenk-
kopflager austauschen.

Lenkkopflager - Aus- und Ein-


bau, Einstellung: Beides ist erst
nach Abnahme des Lenkers mög-
lich (Abb. 100). Zuerst den oberen
Nutenring abschrauben; die Werk-
statt besitzt einen Speziaischlüssel
97 dafür. Es geht auch mit einem
Hakenschlüssel (Abb. 101); nur im
Notfall Schraubendreher und Ham-
mer verwenden und dann mit viel
Gefühl, um den Ring nicht zu be-
schädigen. Der darunterliegende
Druckring läßt sich problemlos ab-
nehmen. Es folgt die obere Lager-
schale; sie läßt sich meist von Hand
drehen, ansonsten so verfahren wie
beim Nutenring (Abb. 102). Den
Kugelkäfig mit einem feinen
Schraubendreher aushebeln (Abb.
103, 104). Die untere Lagerschale
sitzt fest auf dem Rahmenrohr und
93
Abb. 99 Prüfung
des
Lenkkopflagers:
Versuchen, das
Steuerrohr durch
ruckartiges Ziehen
und Drücken längs
zur Fahrtrichtung
hin- und
herzubewegen.
Dabei darf sich
kein Spiel zeigen.

Abb. 100
Lenkkopflager mit
allen Details in
montiertem Zu-
stand und bei
abgenommenem
Lenker.

Abb. 101 Mit


einem Spezial-
99 100 oder

läßt sich nur bei komplett ausge-


bautem Rohr abnehmen: Sie wird
von unten mit einem ausreichend
langen Dorn ausgetrieben (Abb.
105).

Typische Lagerdefekte: Riefen in


den Lagerschalen, defekte Kugel-
käfige, herausgefallene Kugeln,
Korrosion (Rost) durch eingetrete-
nes Wasser, allgemeiner Verschleiß
durch Staub, eingedrungenen Sand,
verbrauchtes Fett. Der Einbau
erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. 101 Hakenschlüssel
Kugelkäfig und Lagerschalen mit wird zuerst der
obere Nutring
Spezialfett (Esso Beacon 3 oder Steuerrohr und unteres Lager - abgeschraubt
Shell Retinax A) einfetten. Beim Ausbau: Falls keine Montagebühne
Anziehen des Lagers austretendes vorhanden ist, Fahrzeug vorsichtig
Fett sorgfältig abwischen. Die auf die rechte Seite legen, Decke
Nutmutter des oberen Lenklagers o.a. unterlegen, um Lackbeschädi-
mit 50 - 60 Nm, die gungen zu vermeiden (Achtung:
Gegennutmutter mit 30 - 40 Nm vorher Tank leeren und Batterie
anziehen. Das untere Steuerrohr- ausbauen). Jetzt Bowdenzughalter
lager wird dabei automatisch vom Kotfügel abschrauben (SW 10;
mitangezogen. Lenkung auf Frei- Abb. 106), Kreuzschlitzschraube zur
gängigkeit und Spiel prüfen; bei Befestigung des Seilzugverteüers
Schwergängigkeit oder zuviel Spiel von der Bodenverkleidung lösen
nochmals eine Korrektur (Abb. 107). Tachowelle unten am
durchführen. Rad lösen (s.a. Abb. 10 weiter vorn)
und nach oben rausziehen;
w? 103
Abb. 102 Ausbau
Lenkkopflager:
oberer Nutring und
Druckring abge-
nommen, Lösen
der oberen
Lagerschale mit
Hakenschlüssel.

Abb. 103
Kugellager mit
einem
Schraubendreher
abheben.

Abb. 104 104


Einzelteile des
oberen Lenkkopf-
lagers von links: Bremsseilzug nach unten aus der
Kugelkäfig, obere Verkleidung ziehen. Jetzt Steuerrohr
Lagerschale,
Druckring, Nutring.
komplett mit Radaufhängung, Kot-
Die untere flügel und unterem Lager aus dem
Lagerschale be- Rahmenkopf ziehen (Abb. 108).
findet sich noch im Achtung: Jetzt kann der Sper-
Steuerrohr. 105
riegel des Lenkschlosses samt
Abb. 105 Sfera- der Scheibe aus dem Rahmen-
Steuerrohr mit den kopf genommen werden (Abb. tauschen, auf richtiges Einfetten
im Rohr 109). Der untere Laufring des unte- achten. Achtung: Steuerrohraus-
verbliebenen ren Lagers wird samt Kugelkäfig mit
Laufringen des
bau zwingend erforderlich, falls
oberen und unte- einem Schraubendreher abgeho- der vordere Kotflügel, der Sperr-
ren Lagers; diese ben. Die oben und unten im riegel des Lenkschlosses oder
Laufringe werden Rahmenkopf verbliebenen Laufringe die Bodenverkleidung abgenom-
vom jeweils der beiden Lager werden von der men werden sollen. Wie neue
gegenüberliegen-
den Rohrende mit jeweils passenden Seite mit einem Lagerschalen in den Steuerkopf am
langen Schlagdor- Dorn ausgetrieben; Dorn dabei am Rahmen eingebaut werden, zeigt
nen ausgetrieben Laufring ansetzen und mit leichten Abb. 111. Die Lagerschalen können
und mit einem Hammerschlägen arbeiten (Abb. auch von Hand eingesetzt und mit
Kunststoffhammer
(besser mit Spe- 110). Abb. 105 zeigt den schema- einem Kunststoff- oder Holzhammer
zialwerkzeugen s. tischen Aufbau von Steuerrohr und fest in ihre Sitze getrieben werden.
Abb. 111) wieder Lagern. Lagerkontrolle wie oben be-
eingesetzt. schrieben (s. typische Defekte); Vordere Radaufhängung - Über-
beschädigtes Lager komplett aus- holung: Die Arbeiten sind aufwen-
Abb. 106
Steuerrohr- und
Kotflügelausbau:
zuerst den
Bowdenzughalter
vom Kotflügel
abschrauben.

Abb. 107
Schraube zur
Befestigung des
Gaszugverteilers
von der
Bodenverkleidung
lösen.
107
Abb. 108
Steuerrohr kom-
plett mit Kotflügel
und unterem
Lager aus dem
auf die Seite
gelegten Roller
ziehen (vorher
706 Tanks entleeren
oder abdichten,
Batterie ausbau-
dig und nur mit passendem Spezial- en!).
werkzeug durchführbar. Sinn macht
der Aufwand nur dann, wenn Lenk-
rohr und Schwingnabe noch in
gutem Zustand sind, also nicht etwa
bei einem Unfall beschädigt wurden
(Abb. 112). Zum Ausbau der
Schwingenlagerung zunächst das Abb. 109
Sicherungsblech mit einem Schlag- Sperriegel des
dorn zerdrücken und einem spitzen Lenkschlosses
aus dem Rah-
Stift entfernen. Dann das zweite
menkopfziehen.
Sicherungsblech auf der anderen 108
Seite ausbauen (Abb. 113). Der Abb. 110 Kommt
Bolzen und die beiden Nadellager beim Ausbau des
Bolzen und Lager vollständig Steuerrohrs frei:
werden mit einer speziellen Preßvor- ausgestoßen sind. Ausdrückvorrich- das untere
richtung ausgedrückt. Es muß so tung auf der gegenüberliegenden Lenkkopflager.
lange am Griff gedreht werden, bis Seite ansetzen und zweites Nadel-

109 110
Abb. 111
Fachgerechter
Einbau neuer
Laufringe in das
Steuerrohr mittels
Einpreßvor-
richtung.

Abb. 112
Vorderradaufhän-
gung mit Steuer-
rohr in ausgebau-
tem Zustand; das
Rohr darf keinerlei
(evtl. unfallbeding-
te) Verformungen
aufweisen.

777

lager auspressen (Abb. 114). Der


Zusammenbau hat's besonders in
sich (Abb. 115). Dabei beachten:
nur neue Nadellager, Bolzen,
Dichtringe und Staubschutzringe 772
verwenden. Zuerst die beiden
Staubschutzringe „C" einsetzen. Griffs die Einheit Sicherungs-
Dann Schwingnabe mit einem blech/Nadellager/Dichtring so weit
Führungsstift (Teil 5 in der Abb.) am einpressen, bis Teil 16 auf der
Steuerrohr fixieren. Spe- Schwingnabe aufsitzt (Abb. 116).
zialwerkzeug mit Teil 3 am Druckstift Zum Eintreiben der zweiten Einheit
und Teil 4 am Boden der Vorrich- aus Nadellager, Sicherungsblech
tung anbringen. Den Bolzen mit und Dichtring das Ganze auf der
Molykote-Pulver bestreichen, in die anderen Seite wiederholen, dabei
Schwingnabe einsetzen und durch das Spezialwerkzeug mit Teil 16
Drehen des Spezialwerkzeug-Griffes verwenden und Teil 4 durch Teil 22
so tief einpressen, bis Teil 3 auf dem ersetzen.
Steuerrohr aufsitzt. Danach die bei- Nun müssen die Nadellager noch
den Distanzstücke 17 (s. Abb. 116) exakt auf dem Bolzen positio-
mit dem Hammer eintreiben. Jetzt niert werden. Dazu das Spezial-
die Dichtringe mit Mineralöl werkzeug mit Teil 20 am Druckstift
benetzen und die Nadellager halb und Teil 21 von unten verwenden
mit Fett (ESSO Beacon 3) füllen.
(Abb. 117). So lange am Griff dre-
Dichtring zusammen mit Nadel-
hen, bis die Enden der Nadellager
lager und Sicherungsblech auf
auf den Bolzenenden aufliegen.
Bolzen aufschieben. Führungsteil
Abschließend die Sicherungs-
(Teil 5) des Spezialwerkzeugs
abnehmen, Teil 4 an Ort und Stelle kränze verkeilen; dazu das Werk-
lassen. Am Druckstift Teil 3 durch zeug mit den Teilen 3 und 4 wie bei
Teil 16 ersetzen. Durch Drehen des der Bolzenmontage verwenden und
durch Drehen des Griffs die
Abb. 113
Zerlegung der
vorderen
Schwingen-
lagerung: zuerst
Sicherungsbleche
mit einem
Schlagstempel
zerdrücken und
entfernen.

Abb. 114 Der


Bolzen und die
beiden
113 Nadelkäfige wer-
den mit einer
speziellen Aus-
drückvorrichtung
ausgepreßt, die
nur die Piaggio-
Werkstatt besitzt.

Abb. 115 Einbau


116 eines neuen
Bolzens in die
Schwinge; nähere
Erläuterungen im
Text.

Abb. 116 Einbau


neuer Nadellager,
Dichtringe und
Sicherungsbleche
in die Schwinge;
Montage des
zweiten Lagers
von der gegenü-
berliegenden
114 Seite.

Abb. 117
Ausrichtung der
Nadellager auf
dem Bolzen mit
Piaggio- Spezial-
werkzeug; zuletzt
Sicherungskränze
117
verkeilen.

Abb. 118 Zum


Ausbau des
vorderen Kot-
flügels zunächst
die untere Be-
festigung lösen.

115 118
Kotflügel: kann leider erst nach
Steuerrohrausbau abgenommen
werden. Dazu die untere Befesti-
gung mit einem Steckschlüssel SW
10 lösen (Abb. 118). Oben wird der
Kotflügel von drei Schrauben mit
Muttern SW 10 gehalten (Abb. 119).
Kotflügel nach oben vom Steuerrohr
abziehen und dabei darauf achten,
daß der Lack nicht beschädigt wird.

Bodenverkleidung: läßt sich erst


abnehmen, wenn vorher alle ande-
ren Verkleidungsteile (s. Karosserie-
119 Kapitel), Steuerrohr und Verteiler-
Abb. 119 dose für den Gaszug demontiert
Oben ist der
Kotflügel mit drei
wurden; die Schrauben zur Tritt-
Schrauben und brettbefestigung fixieren auch die
Muttern befestigt. Bodenverkleidung. Zuletzt muß nur
eine zentrale Schraube SW 10 mit
Kreuzschlitz gelöst werden, mit der
Abb. 120, 121 Die
Bodenverkleidung die Verkleidung vorn am Rahmen-
kann erst nach rohr befestigt ist (Abb. 120). Beim
Demontage von Abnehmen Lack nicht beschädigen
Karosserie, (Abb. 121). Achtung: Vor dem
Lenkung und
Steuerrohr abge-
Einbau der Bodenverkleidung
nommen werden. alle Kabel und Züge unter der
Rahmen-Quertraverse durch-
führen (s.a. Abb. 97) und zunächst
sanft nach hinten biegen. Erst dann
mit dem weiteren Zusammenbau
der Karosserie fortfahren;
Einzelheiten dazu im Karosserie-
Kapitel.

120
121

Zentralmutter Sicherungskränze auf der Schwung-


vorn lösen und nabe verkeilen. Distanzstücke 17
Teil komplett entfernen, den Raum zwischen
abnehmen.
Lenkrohr und Schwingnabe mit Fett
ESSO Beacon 3 füllen und die
Staubschutzringe einsetzen.
HINTERRADFÜHRUNG,
KOTFLÜGEL, AUSPUFF, BENZINTANK, ÖLTANK
Hinterrad - allgemeine Bemer- Abb. 122 - 124
Ausbau des
kungen: Der Ausbau ist in zahlrei- Schalldämpfers:
chen Fällen nötig - zum Reifen- Zuerst mit Imbus-
wechsel, für Arbeiten an der Brems- schlüssel SW 6 die
anlage (Details s. Kapitel Vorderrad- beiden
Zylinderkopf-
führung), zum Wechsel des Ge- schrauben, dann
triebeöls, für die Demontage des mit Gabelschlüssel
hinteren Kotflügels. Ein wenig ärger- SW 10 die beiden
lich: Das Rad läßt sich nur dann Schrauben am
Flansch lösen.
abnehmen, wenn vorher der Aus- Dämpfer abneh-
puff demontiert wurde. men; bei Wieder-
einbau neue
Auspuff - Aus- und Einbau: Die Flanschdichtung
122
verwenden.
Sfera-Auspuffanlage besteht aus
zwei Hauptelementen - Krümmer
und Schalldämpfer. Zuerst muß der
Dämpfer abgenommen werden. Er
ist an seinem vorderen Rand mit
zwei langen Zylinderkopfschrauben
befestigt, die mit einem Innen-
sechskantschlüssel SW 6 ausge-
dreht werden (Abb. 122).
Anschließend werden die beiden
Schrauben SW 10 mit den beiden
Sprengringen vom Flansch abge-
723

124
125 126

schraubt (Abb. 123). Dann nehmen


wir den Schalldämpfer und die
Flanschdichtung ab (Abb. 124).
Durchgerostete Dämpfer ersetzen -
das dient dem Lärmschutz und
erhält die Motorleistung. Verbren-
nungsrückstände in Eingangs- und
Auslaßöffnung abkratzen. Vom Aus-
brennen des Dämpfers, wie es auch
von vielen Werkstätten praktiziert
wird, raten wir aus Umweltgründen
ab; es entstehen giftige Dämpfe und
127

128
Abb. 125 Der
Auspuffkrümmer
ist mit zwei
Muttern SW 10 am
Zylinder befestigt;
eine Dichtung ist
nicht vorhanden.

Abb. 126 - 128


Ausbau Hinterrad:
Splint aufbiegen,
Sicherungskrone
abnehmen und mit
einer Stecknuß
SW 24 die Mutter
129 130 abschrauben;
dabei Hinterrad
blockieren.
Rauchschwaden. Achtung: Bei Druckscheibe und
Montage eines neuen Schall- Rad samt Brems-
dämpfers nur Originalteile oder trommel abneh-
Zubehörteile mit ABE (Allge- men. Bei Wieder-
einbau Mutter mit
meiner Betriebserlaubnis) ver- Drehmoment Nm
wenden. Beim Einbau von Aus- 100 anziehen
puffanlagen ohne TüV-Siegel und (Abb. 128).
ABE erlischt die Betriebs-
Abb. 129 Spiel
erlaubnis für das Fahrzeug! Der des Achsantriebs
Auspuffkrümmer ist mit zwei prüfen; dabei
Muttern SW 10 am Zylinder befe- versuchen, das
stigt und läßt sich bei eingebautem 131 Hinterrad quer zur
Achse hin- und
Motor leicht abnehmen (Abb. 125). herzubewegen.
Rückstände mechanisch entfernen. (Abb. 126); Sicherungskrone abneh-
Beim Einbau erst sämtliche Teile der men; Mutter mit einem Steck- Abb. 130 Nach
Auspuffanlage lose vormontieren, schlüssel SW 24 und einer aus-
Ausbau des
immer neue Flanschdichtung Hinterrades sind
reichenden Verlängerung ab- alle Elemente der
zwischen Dämpfer und Krümmer schrauben (normales Rechtsge- Trommelbremse
verwenden. Schrauben bzw. Muttern winde, also zum Lösen nach links zugänglich; die
nur in folgender Reihenfolge drehen). Dabei muß ein Helfer das Backen werden
anziehen und dabei die erforderli- zum Wechsel ein-
Hinterrad durch Ziehen des Brems- fach nach vorn
chen Drehmomente nicht über- hebels blockieren (Abb. 127, 128). geklappt. Die Be-
schreiten (Werte in Klammern): Druckscheibe abziehen. Einbau: läge sind aufge-
1. Schrauben SW 10 Dämpfer an Teilemontage in umgekehrter klebt, niemals ver-
Krümmer (Nm 12 -13); Reihenfolge, neuen Splint verwen-
suchen, sie abzu-
lösen; nur zusam-
2. Muttern SW 10 an Zylinder (Nm den und Mutter mit einem Dreh- men mit den
12 - 13); 3. Zylinderkopfschrauben moment von Nm 100 anziehen; Backen tauschen.
Inbus SW 6 an Triebsatzschwinge dabei Hinterrad mit Bremse oder
(Nm 22 - 24). geeignetem Hebel blockieren. Abb. 131
Schwingenlage-
rung prüfen: beim
Hinterrad - Aus- und Einbau: Im Hinterrad - Spiel des Achsan- Versuch,Schwinge
Prinzip wird das Hinterrad genauso triebs prüfen: Das Sfera-Hinterrad quer zur Lagerung
ausgebaut wie das Vorderrad. Also hat keine eigenen Lager, sondern
hin- und her-
erst die Schutzkappe abhebein (falls zubewegen, darf
sitzt auf der im Getriebe gelagerten kein Spiel fest-
vorhanden). Dann mit einem Seiten- Antriebsachse. Zur Prüfung des stellbar sein.
schneider oder einer Zange den radialen Spiels Fahrzeug aufbocken
Splint aufbiegen und herausziehen und Heck so abstützen, daß sich
Abb. 132, 133 das Hinterrad frei drehen kann.
Ausbau des hinte-
ren Federbeins: Dann von der linken Fahrzeugseite
Den Bolzen an der her Rad rechts und links mit beiden
Schwinge mit Händen ergreifen und versuchen, es
einem Schlüssel quer zur Achse hin und her sowie
SW 13 festhalten
und die Mutter SW rauf und runter zu bewegen (Abb.
17 lösen; dann die 129). Es darf kein Spiel vorhanden
obere Aufnahme sein. Das Laufspiel vor und zurück
mit einem Schrau- ist konstruktionsbedingt.
bendreher fixieren
und die Mutter SW
Hinterradbremse - Aus- und
13 von der Einbau, Wartung: siehe Kapitel
Dämpferstange Vorderradführung (Abb. 130).
abschrauben.

Abb. 134-136
Schwingenlagerung prüfen: Die
Ausbau des Triebsatzschwinge der Sfera ist
hinteren Kot- drehbar an einem Rahmenausleger
flügels: drei gelagert, der seinerseits mit einem
Schrauben sind zu
lösen - rechts
starken Bolzen starr am Rahmen
vorne, links vorne befestigt ist (Hinweise zum Ausbau
und hinten. im Motorkapitel). Für die zum Ein-
und Ausfedern nötige Elastizität sor-
gen kräftige Silentgummis, die
einem natürlichen Alterungsprozeß
132

133 134

135 136
ausgesetzt sind. Ein seitliches oder
radiales Spiel führt zu einer fort-
schreitenden Verschlechterung der
Fahreigenschaften. Das Fahrzeug
fängt an zu pendeln, kann vor allem
in Kurven aus der Spur geraten.
Entsprechende Erscheinungen sind
Warnzeichen, die Reparatur sollte
nicht aufgeschoben werden. Beste
Vorbeugemaßnahme ist die
regelmäßige Kontrolle: Roller auf-
bocken und Heck so abstützen, daß
sich das Hinterrad frei drehen kann.
Nun mit der rechten Hand das
Fahrzeug festhalten und mit der
linken das Ende der Triebsatz- 137
schwinge ergreifen. Dann versu-
chen, die Schwinge quer zur Fahrt- festhalten und mit einem Schlüssel Abb. 137 Der
richtung hin- und herzubewegen. SW 17 die am Bolzenende aufge- Kippständer ist an
Dabei dürfen die Gummilager in setzte Mutter lösen; sie ist selbstsi- drei Punkten mit
jeder Richtung um einige Millimeter chernd und sollte erneuert werden
dem
Motorgehäuse
nachgeben; es darf jedoch kein frei- (Abb. 132). Oben stützt sich das verbunden. Zum
es Spiel vorhanden sein, feststellbar Federbein über ein Gummilager am Ausbau werden
am ruckartigen Anschlagen (Abb. Rahmenheck ab. Mit einem Ring- Stecknuß SW 13
131). Defekte Gummilager müssen schlüssel die Mutter SW 13 von der
und Ringschlüssel
SW13zum
in der Werkstatt ausgetauscht wer- Dämpferstange abschrauben, Gegenhalten
den, nur sie hat die erforderlichen gleichzeitig mit einem kräftigen benötigt.
Spezialwerkzeuge. Schraubendreher verhindern, daß
sich die Stange mitdreht (Abb. 133).
Federbein Aus- und Einbau:
Wie bereits im Kapitel Vorderrad- Kotflügel hinten: An ihn kommt
führung ausgeführt, beeinflußt auch man nur heran, wenn zuvor entwe-
der Zustand der Federbeine Fahr- der Schalldämpfer und Hinterrad
verhalten und Fahrkomfort entschei- oder das Federbein demontiert wur-
dend. Typische Defekte sind man- den - s. oben. Befestigt ist er mit
gelhafte Dämpfung und durchschla- drei Schrauben: eine kurze mit
gende Federung. Auch dann, wenn Kreuzschlitz vorne rechts über dem
der Dämpfer undicht geworden ist, Schalldämpfer (Abb. 134), zwei
muß das Bein ausgetauscht wer- lange Kreuzschlitzschrauben auf der
den; es läßt sich in Eigenregie nicht linken Seite (Abb. 135, 136). Die
reparieren. Verbogene Federn sind vordere davon hält auch den Luft-
ebenfalls Schrott. Vor dem Ausbau filterkasten; beim Zusammenbau
müssen zunächst Helmfach und müssen Kasten und Kotflügel
Seitenverkleidungen abgenommen zusammen befestigt werden.
werden (s. Karosserie-Kapitel). Dann
das Fahrzeugheck abstützen, damit Kippständer: Er ist an drei Punkten
es nicht herunterfallen kann. Das des Motorgehäuses befestigt. Tip:
untere Federbeinauge ist mit einem Wenn an Motor und Antrieb in aus-
Bolzen SW 13 an der Schwinge gebautem Zustand gearbeitet wer-
befestigt. Bolzen mit einem Steck- den soll, ist der ausgeklappte
oder Ringschlüssel Ständer eine ideale Abstützung -
rechts hinten lösen. Dann den
Bolzen SW 13 vorn gegenhalten
und Mutter SW 13 abschrauben.
Beim Einbau Drehmoment von Nm
15-20 beachten (Abb. 137).

Benzintank: Der Sfera-Tank be-


steht aus schlagfestem Kunststoff
und ist ausbaufreundlich ins
Rahmenheck integriert. Vorher müs-
sen die Seitenverkleidungen, die
Mittelabdeckung und das Gepäck-
fach demontiert werden wie im
138 Karosserie-Kapitel beschrieben.
Abb. 138 Vor dem also in solchen Fällen nicht abmon- Dabei wird bereits der Tankdeckel
Ausbau des tieren. Zum Ausbau zunächst die abgenommen. Außerdem uner-
Benzintanks beiden Schrauben SW 13 links und läßlich: Ausbau von Hinterrad und
müssen die Kotflügel; der Tank wird nämlich von
Schläuche vom
Vergaser abge- unten in den Rahmen eingeführt.
nommen und so- Einbau in umgekehrter Reihenfolge:
fort dicht ver- Zuerst den Tank montieren, dann
schlossen werden. erst Kotflügel und Hinterrad.
Alternative: Benzin
ablassen, dabei Defekte und Störungen können vor
Hautkontakt und allem im Bereich des Gebers für die
Einatmen der Benzinuhr auftreten. Er kann ent-
Dämpfe nommen werden, ohne daß der
vermeiden!
Tank ausgebaut werden muß (siehe
Abb. 139- 141 Der unten). Wenn der Tank ausgebaut
Benzintank ist mit werden soll, muß er zunächst an
drei Schrauben am seinem Platz bleiben, damit kein
Rahmen befestigt: Benzin auslaufen kann. Zum Aus-
rechts und links
oben am Rahmen
sowie - von oben
erreichbar - hinten
an der Quer-
traverse.

109

740 141
142 143
Abb. 142 Der
Benzinhahn ist bei
bau auch den Tankdeckel wieder ausgebautem
aufsetzen. Dann den Entlüftungs- Tank leicht
schlauch aus dem Rahmen ziehen. zugä[Link]
Benzin ablassen,
Die Gummischutzkappe vom dann Schläuche
Vergaser abnehmen und die beiden abnehmen und
Benzinschläuche abziehen (transpa- Klemmring lösen.
rent für Zulauf, schwarz für
Abb. 143, 144
Unterdruck); dabei darauf achten, Ausbau des
daß kein Treibstoff austritt. Gebers für die
Achtung: Bleifreies Benzin ent- Benzinuhr: Kabel
hält krebserregendes Benzol - abnehmen und
Hautkontakt ungedingt vermei- Sicherungsring
lösen; dann
den, Dämpfe nicht einatmen! Schwimmerge-
Benzinfeste Handschuhe und stänge heraus-
Atemschutz anlegen. Um ein drücken und beide
Auslaufen des Sprits bei vollem oder Elemente getrennt
herausnehmen.
halbvollem Tank zu verhindern,
Fahrzeug nach links auf die Abb. 145 Zwei
Soziusraste legen; Schläuche nach- Schrauben halten
einander vom Vergaser abziehen, den Öltank.
dabei zum Lösen der Klammern
eine Spitzzange verwenden (Abb. 144
138); Schläuche zur Unterbrechung
des Benzinflusses abknicken und so
schnell wie möglich verschließen;
praktikabel: mit der Hand eine
Blechschraube M5 in den schwarz-
en, eine Schraube M6 in den trans-
parenten Schlauch drehen. Schrau-
ben und Schläuche anschließend
durch Klebeband miteinander ver-
binden; das dichtet zusätzlich ab.
Benzin wegen der entstehenden
Dämpfe nur dann ablassen, wenn
der Tank defekt ist und ausge-
tauscht werden muß; dazu
145
Abb. 146 Schläuche vom Vergaser abziehen, mit einem mittleren Schrauben-
Elektrische Ver- Tankdeckel zur Verhinderung eines
bindung trennen,
dreher gegen den Uhrzeigersinn
Ölschlauch abzie- Unterdrucks abnehmen und Benzin drehen und den Geber zunächst nur
hen und dicht ver- vollständig abfließen lassen. Unter halb aus dem Tank ziehen (Abb.
schließen. Wanne Umständen ausreichend weiten 143). Dann das Gestänge, das zum
unterstellen, um Zusatzschlauch und Trichter zu Hilfe Schwimmer führt, seitlich heraus-
eventuell austre-
tendes Öl aufzu- [Link] Tank selbst ist mit drei drücken. Beide Teile (Schwimmer
fangen. Schrauben am Rahmen befestigt: je und Gebergehäuse) getrennt her-
eine Kreuzschlitzschraube mit ausnehmen (Abb. 144).
Druckscheibe rechts und links vorn
(in Fahrtrichtung), eine dritte an der Öltank: Wie der Benzintank ist
Hecktraverse (Abb. 139-141). auch der Öltank für die Getrennt-
Achtung: Beim Wiedereinbau auf schmierung ein Wunder der Raum-
festen Sitz aller Schlauchver- ausnutzung. Er besteht aus Kunst-
bindungen an Tank und Vergaser stoff und sitzt hinter dem rechten
achten; abrutschende Schläuche Seitendeckel. Um eventuell auslau-
lassen nicht nur den Motor ab- fendes Öl aufzufangen, legen wir
sterben, sondern erzeugen auch eine kleine Wanne und einen
akute Brandgefahr! Putzlappen bereit. Zuerst wird der
Stecker für den Geber abgezogen,
Benzinhahn: Die Benzinzufuhr wird der drohenden Ölmangel an die
über Unterdruck gesteuert, der via Reserveanzeige im Cockpit meldet.
Ansaugtrakt, Vergaser und Dann die beiden Kreuzschlitz-
schwarze Zuleitung im Benzinhahn schrauben ausdrehen, die den Tank
erzeugt wird und dort den Zulauf am Rahmen fixieren (Abb. 145).
freigibt, sobald der Motor dreht. Das Tank vorziehen und mit einer
Teil kann nicht repariert, sondern Kombizange die Schlauchklemme
nur komplett ausgetauscht werden. auseinanderdrücken (Abb. 146).
Dazu die beiden Schläuche abzie- Schlauch abziehen und mit Blech-
hen und die Schlauchklemme lösen, schraube und/oder Textilklebeband
die den Hahn fixiert (Abb. 142). verschließen. Achtung: Beim
Wiedereinbau auf feste Verbindung
Geber Benzinuhr: Zum Ausbau des Schlauches zum Tank achten!
den Stecker der elektrischen Ver- Ein Abrutschen führt über Ölmangel
bindung abziehen. Dann den Geber unweigerlich zum Motorschaden!

Fußrastenanlage: Der Austausch


der Fußrastenanlage für den Sozius
ist nur möglich, wenn vorher der
Antriebsblock ausgebaut wurde (s.
Motor-Kapitel). Am Rahmen ist der
Rastenträger so befestigt: rechts
und links zwei Schrauben SW 13
mit entsprechenden Muttern, in der
Mitte mit einer Schraube SW 13.
Die einzelnen Fußrasten sind samt
Rückhaltefeder klappbar jeweils an
einem Bolzen gelagert, der mit
einem Splint gesichert ist.

146
MOTOR, MOTORELEKTRIK, VERGASER,
ANTRIEB MIT VARIATOR, KUPPLUNG UND GETRIEBE
Motor und Antrieb sind bei der triebsinnereien gleich mit (Entfer-
Sfera miteinander verblockt und nung von Verkrustungen im Zylinder
werden dementsprechend zusam- z.B.); andere Arbeiten werden im
men aus- und eingebaut. In diesem Wartungskapitel zusammengefaßt
Kapitel werden die einzelnen (Zündungs- oder Vergaser-
Demontage- und Montageschritte einstellung z.B.).
beschrieben, angefangen beim
Ausbau der kompletten Antriebs- Ausgangssituation: abgebaut
einheit bis hin zur Zerlegung von sind alle Karosserieteile, Ver-
Getriebe und Motorgehäuse. kleidungen, kompletter Auspuff
Wartungs- und Einstellarbeiten an sowie Hinterrad mit Kotflügel
Elektrik, Vergaser oder Ölpumpe, wie in den vorangegangenen
die regelmäßig wiederkehren und Kapiteln beschrieben. Die
ohne Totaldemontage der Antriebs- Abnahme von Benzin- und Öltank
einheit vorgenommen werden kön- ist nicht unbedingt erforderlich,
nen, erläutern wir in nachfolgenden erleichtert jedoch die Arbeit am
Kapiteln; beachten Sie auch bitte Antrieb (Abb. 147, 148).
die zugehörigen Querverweise in
diesem Kapitel. Luftfilterkasten: Er ist am unteren
Ansonsten folgen wir der Logik des Rand mit zwei großen Kreuzschlitz-
technischen Aufbaus: Die einzelnen schrauben befestigt. Die hintere hält
Komponenten werden von außen gleichzeitig den rückwärtigen
nach innen abmontiert, wir wandern Kotflügel. Kabelbinder, mit denen
von Nebenaggregaten und An- Kabelstränge am Luftfilterkasten
triebselementen bis zur Kurbelwelle. befestigt sind, mit einem Seiten-
In manchen Fällen beschreiben wir schneider durchtrennen, später
die erforderlichen Wartungs- oder komplett erneuern. Schrauben aus-
Einstellarbeiten an Motor- oder An- drehen und Kasten vom Ansaug-
Abb. 147
Antriebseinheit
fertig zum Aus-
bau: Elemente
wie Schall-
dämpfer, Hinter-
rad, Luftfilter-
kasten und Tanks
sind bereits
abgenommen.

147
stutzen des Vergasers abziehen. 1. vom Anlasser-Relais (sitzt oben
Wartung Luftfilter: s. Wartungs- links am Rahmenheck; isolierter
Kapitel. Flachstecker), 2. vom Regler (sitzt
links daneben, auffällig durch
Elektrische Verbindungen: Alle Leichtmetall-Verrippung; Kreuz-
Kabelverbindungen zwischen Motor schlitzschraube lösen, mit der die
und Rahmen müssen getrennt wer- Öse des Massekabels befestigt ist -
den. Zuerst den Kerzenstecker von Abb. 153). Am Rahmen wird das
der Zündkerze abziehen, Zündkabel Anlasserkabel durch einen Kabel-
an der Zündbox lassen (Abb. 149). binder und eine Klemme geführt;
Dann die drei Kabel von der Zünd- beides lösen. Achtung: Bevor Sie
box trennen: Gummitüllen zurück- die Kabel aus ihrer Position zie-
streifen und Flachstecker abziehen; hen, merken Sie sich genau, wie
Kabelfarben von links: rot, weiß/hell- sie verlegt sind; das erspart
gelb, grün (Abb. 150). Jetzt kann mühsames Suchen und falsches
auch die Zündbox abgenommen Einfädeln beim Zusammenbau
werden; sie ist mit zwei Muttern SW (Abb. 154); beachten Sie zur
8 befestigt. Prüfung Zündbox: s. Kabelverlegung auch die Ab-
Wartungs-Kapitel. Jetzt Tülle vorn bildungen sowie die Elektrik-
am Kabelbaum zurückziehen und Schaltpläne.
Steckverbindung des Regler-Kabels
trennen (Abb. 151). Doppelkabel Bowdenzug- und Schlauch-Ver-
grau/schwarz, das zum bindungen: Selbstverständlich
automatischen Choke am Vergaser müssen auch alle Bowdenzüge, die
führt, etwas aus der Hülle ziehen zu Motor und Antrieb führen, an den
und Steckverbindung trennen (Abb. jeweiligen Eingängen abgenommen
152). Zuletzt die beiden werden: Gaszug 1 vom Vergaser,
Anlasserkabel abnehmen, und zwar Gaszug 2 von der Ölpumpe,

Abb. 148
Rahmen und
Antrieb „solo" von
der linken Fahr-
zeugseite her be-
trachtet. Gut zu
erkennen ist, wie
sich der Antrieb
allein über das
Federbein am
Rahmen abstützt.

148
Bremsseil von der Hinterradbremse.
Ausführliche Hinweise dazu im
Kapitel Vorderradführung.
Außerdem abziehen: Benzin- und
Unterdruckleitung vom Vergaser,
Ölleitung vom Öltank - s.a. Abb.
138 und Kapitel Hinterradführung.

Motor und Antrieb vom Rahmen


trennen: falls noch nicht gesche-
hen, das untere Federbeinauge vom
Antriebsblock trennen: Bolzen SW
13 und Mutter SW 17 - s.a. Abb.
132 und Kapitel Hinterradführung.
Antrieb hinten absenken. Dann die 749
Schwingenachse ausbauen, mit der
Motor und Antrieb am Achsende schlagen - das Ge- Abb. 149 Erster
Rahmenausleger gelagert sind: Die winde würde dabei beschädigt. Schritt beim
Achse mit einem Ring- oder Steck- Antrieb auf dem ausgeklappten Trennen der
schlüssel SW 17 festhalten und Mittelständer ruhen lassen und fest-
elektrischen Ver-
Mutter SW 17 auf der gegenüber- bindungen:
halten. Zweiter Mann hebt den Abziehen des
liegenden Seite ausdrehen (Abb. kompletten Rahmen hoch und Zündkerzen-
155); Achtung: Beim Wiedereinbau trennt so Chassis und Antrieb. Die steckers.
selbstsichernde Muttern stets er- Zerlegungsarbeiten können begin-
neuern! Die Achse läßt sich nicht nen (Abb. 156, 157). Achtung
einfach herausziehen, sondern muß beim Wiedereinbau der
mit Schlüssel und Knarre ausge- Schwingenachse: Der Bolzen-
dreht werden; nicht mit metalli- kopf muß rechts, die Mutter
schen Gegenständen auf das links in Fahrtrichtung angesetzt
Abb. 150, 151
Über drei Flach-
stecker ist der
Hauptkabelbaum
mit der Zündbox
verbunden. Bild
rechts: So wird
die Steckver-
bindung zum
Regler getrennt.

s50 151
752 153
Abb. 152 Trennen
der
Kabelverbindung,
die zum elektri-
schen Choke
führt.

Abb. 153
Anlasserkabel
vom Relais abzie-
hen, Massekabel
zusammen mit
der Regler-
befestigung ab-
schrauben.

Abb. 154
Montagehilfe: So
sind die elektri-
schen Kabel kor-
rekt verlegt.

Abb. 155 Trennen


der An-
triebseinheit vom
Rahmen: Mutter 155 154
SW 17 von der
Schwingenachse
schrauben, werden. Anzugsdrehmoment: 38 -
Bolzen mit Steck- 52 Nrn. Der Rahmenausleger, der
nuß SW 17 aus- die Verbindung zwischen
drehen - nicht
herausschlagen! Schwingenachse und Chassis her-
stellt, ist genau andersherum befe-
stigt: Bolzen von links, Mutter von
rechts - beides SW 17.

Vergaser - Ausbau: Gaszug mit


Gasschieber, Feder und Düsennadel
ausbauen wie bereits im Kapitel
Vorderradführung beschrieben; dazu
Schlitzschraube ausdrehen und
Teile durch Zusammendrücken der
Feder voneinander trennen. Schelle
Abb. 156, 157: Rahmen und Motor in getrenntem Zustand. Die Zerlegungs- und Reparaturarbeiten am Motor -
hier abgebildet mit abgenommener Gebläsehaube - können beginnen.
758 160 159

lockern, die den Vergaser am An-


saugstutzen fixiert (Kreuzschlitz-
schraube). Schlauch der Frisch-
ölzufuhr abziehen und mit Klebe-
band verschließen. Vergaser einfach
vom Ansaugstutzen abziehen (Abb.
158- 160).

Vergaser - Zerlegen: Wie die


Zeichnung zeigt (Abb. 161), ist der
Sfera-Vergaser recht unkompliziert
aufgebaut. Um die Düsen erreichen
zu können, muß von unten die
Abb. 158-160 Schwimmerkammer abgenommen
Vergaserausbau:
Schlauch vom
werden; sie ist mit zwei Schlitz-
Luftfilterkasten schrauben befestigt (Abb. 162). Der
trennen, Schelle Schwimmer kann nun entnommen
am Stutzen und geprüft werden. Die Düsen
lockern, Leitungen
abnehmen.
werden mit einem Schraubendreher
gelöst (Abb. 163). Achtung beim
Abb. 161 Zusammenbau: neuen O-Dicht-
Vergaser-Spreng- ring verwenden, Ring sorgfältig
zeichnung: 1 = einlegen, beim Festschrauben der
automatischer
Choke, 2 = Dü- Schwimmerkammer nicht ein-
sennadel, 3 = klemmen! Das Ansaugrohr besteht
Gasschieber, aus Kunststoff und ist mit einem
4 = Leerlauf Schlauchbinder am Vergaser fixiert.
gemisch-Regulier
schraube,
Binder aufschneiden und durch
5 = Leerlauf- neuen ersetzen. Einige Modelle sind
Einstellschraube, mit einer Ablaßschraube und einem
6 = Hauptdüse, Überlaufschlauch ausgerüstet.
7 = Leerlaufdüse,
8 - Schwimmer,
Genaue Tips zur Wartung und
9 = Schwimmer- Einstellung des Vergasers siehe
nadel, Wartungs-Kapitel.
10 = Starterdüse,
11 = Zerstäuber

767
Automatischer Choke - Ausbau: Abb. 162
Der elektrisch gesteuerte Choke ist Abnehmen der
Schwimmerkam-
mit zwei Schlitzschrauben und mer nach Lösen
einem Klemmprofil am Vergaserge- von zwei
häuse befestigt (Abb. 164). Bei Schrauben.
schlechtem Startverhalten Abb. 163
Choke auf elektrischen Durch- Vergasergehäuse
gang prüfen und notfalls kom- von unten mit
plett austauschen (Abb. 165). Schwimmer und
Einbau, auch Motor-Komplettierung: Düsen.
Die elektrische Zuleitung wird zu-
nächst durch eine große Tülle ge-
führt, am Ende in ein schmales
Stück Tülle gesteckt.

Ansaugstutzen: Der Ansaugstut-


zen gehört zu den begehrtesten 162
Austauschteilen - aber nicht, weil er
besonders verschleißanfällig wäre; er
beeinflußt vielmehr mit seinem
Querschnitt die Leistung. Dem Aus-
bau haben die Konstrukteure daher
- gesetzlich gezwungen - einen
Riegel vorgeschoben: Nur an einer
Seite ist der Stutzen mit einer nor-
malen Schraube SW 8 befestigt. Auf
der anderen Seite sitzt eine so-
genannte Abreißschraube, bei der
man den Kopf vorsätzlich abgedreht
hat. Leider aber kommen wir bei der 763
Motorzerlegung nicht daran vorbei, Abb. 164, 165
Ausbau des
diese Hürde zu nehmen: Wir setzen und neue Abreißschraube verwen- automatischen
eine Wasserpumpenzange an, den (Fachhandel). Chokes: zwei
drücken mit Kraft zu, drehen vor- Schrauben und
Klemmplättchen
sichtig nach links und lockern so Einlaßmembran: Die Membran lösen, Choke
den Schraubenstummel (Abb. 166). steuert die Gemischzufuhr zum herausziehen und
Beim Zusammenbau Ansaugstutzen gegebenenfalls
Kurbelgehäuse des Sfera-Zweitakt- auf Durchgang
mit Öffnung nach hinten montieren motors. Sie kann nach Abbau des prüfen.

IG4 165
166 167

168 IG9

170 171

Abb. 166 Die engte Einlaß beim Abb. 170 Ansaugstutzens einfach entnommen
Abreißschraube 50er Motor. Eine einzige werden. Nun prüfen wir, ob die
am Schraube hält den
Ansaugstutzen Abb. 169 Prüfen
Membran hundertprozentig dicht ist;
Kickstarterhebel.
läßt sich mit einer der Einlaß- erstens muß sie über eine Gummi-
Zange lösen. membran: Die Abb. 171 Für die dichtung sauber mit dem Gehäuse
Abb. 167, 168
Plättchen müssen Ausführung abdichten (Abb. 167, 168); zweitens
dicht anliegen. zahlreicher müssen die beiden doppelzüngigen
Abheben der Wartungsarbeiten
Einlaßmembran muß der Ge- Membranplättchen so dicht an den
mit Gummidich- häusedeckel ab- Auflagen anliegen, daß kein Licht
tung; deutlich zu gebaut werden. hindurchtritt (Abb. 169).
sehen: der ver-
Anderenfalls sind entweder die
Abb. 172 Antrieb
der Sfera: Vom
Variator mit
Anlasserritzel
links führt der
Antriebsriemen
nach hinten zu
Fliehkraftkupp-
lung und
Getriebe.

Abb. 173, 174


Zum Lösen der
Mutter auf der
Getriebewelle
muß die Kupp-
lungsglocke arre-
tiert werden; im
Bild ein Aluprofil
mit exakt einge-
paßten Schrau-
ben M6.

172

Membranplättchen oder die ganze


Membrangruppe zu erneuern.
Plättchen und Anschläge sind mit je
zwei Schrauben befestigt.

Kickstarter, Antriebsgehäuse-
deckel - Ausbau: Der Ausbau ist
Voraussetzung für zahlreiche Kon-
troll- und Wartungsarbeiten.
Zunächst muß der Kickstarter abge-
nommen werden; er ist mit einer
Schraube SW 8 auf der Welle befe-
stigt (Abb. 170). Der Gehäusedeckel
ist mit 13 gleich langen Schrauben 173
SW 8 am Triebwerksblock befestigt
(Abb. 171). Sie werden mit Steck-
schlüssel und Umschaltknarre aus-
gedreht. Zusammenbau: Alle
Schrauben SW 8 mit Drehmoment
Nm 12-13 anziehen.

Kickstarter - Kontrolle: Der Kick-


starter-Mechanismus wird zusam-
men mit dem Gehäusedeckel abge-
nommen. Er besteht aus Welle mit
Halb-Zahnkranz und der Klaue, die
in die Antriebs-Riemenscheibe ein-
greift. Alle Teile auf spielfreien Sitz
und ausreichende Schmierung
174
Abb 175
Nach Lösen der
Zentralmutter läßt
sich die Kupp-
lungsglocke ab-
nehmen; die
Kupplungseinheit
bleibt noch auf der
Welle.

Abb. 176 Zum


Lösen der
treibenden
Riemenscheibe
muß der
Zahnkranz, in den
der Anlasser ein-
176
greift, mit einem
Spezialwerkzeug
blockiert werden. Riemenscheiben, Antriebs-
Abb. 177 riemen - Allgemeines: Um die
Treibende Antriebsriemen zur automatischen
Riemenscheibe Kupplung oder zur Ölpumpe zu prü-
(oben), Kom- 175
ponenten: Halte-
fen oder zu ersetzen, müssen beide
kranz, Zentral- Riemenscheiben mit zugehörigen
mutter, Kunst- überprüfen (Universalfett). Zur weite- Komponenten abgenommen wer-
stoffteller ren Zerlegung Feder aushängen - den. Achtung: Merken Sie sich
Abb. 178, 179 Vorsicht: starke Vorspannung genau die Position der diversen
Nach Abziehen (Abb. 172). Scheiben und Kleinteile, sonst
der vord. Riemen- treten beim Zusammenbau
scheibe können Schwierigkeiten auf. Hinweise
Antriebsriemen u.
Kupplungseinheit zum korrekten Einbau des An-
abgenommen triebsriemens im Abschnitt
werden. Kupplung - Einbau.
Abb. 180
Vorgelege des Angetriebene Riemenscheiben,
Elektrostarters Kupplungsglocke - Ausbau:
einfach heraus- Zunächst lösen wir die Einheit aus
ziehen. angetriebenen Riemenscheiben,
Fliehkraftkupplung und Kupplungs-
Abb. 181 Variator glocke. Zum Gegenhalten brauchen
mit Distanzscheibe
von der Kurbel- wir eine Spreizklammer oder ein
welle ziehen; Werkzeug, das wir uns selbst anfer-
lange und kurze tigen. Wir haben uns mit einer
Hülse befinden Leichtmetall-Profilstange geholfen, in
sich noch auf der
Welle. die wir zwei 15 mm lange
Schrauben M6 und zwei Hammer-
muttern eingesetzt haben (Abb. 173,
174). Stange und Schrauben
werden so an die Kupplungsglocke
gesetzt, daß ein Wegdrehen un-
möglich ist. Nun mit einem Steck-
schlüssel SW 15 die Zentralmutter
lösen und zunächst die Kupplungs-
glocke abnehmen (Abb. 175). Die
177
Kupplungseinheit bleibt noch auf
der Welle, bis vordere Riemen-
scheibe und Antriebsriemen abge-
nommen worden sind. Achtung:
Bei der Befestigung der
Kupplungsglocke handelt es
sich um eine Dehnmutter, die
beim Zusammenbau stets durch
eine neue ersetzt werden muß;
vorgeschriebenes Drehmoment: 40-
44 Nrn. Tip: Mutter beim
aZusammenbau mit flüssiger
Schraubensicherung (etwa von 178
Loctite) einsetzen. Zerlegung und
Wartung der angetriebenen Einheit
weiter unten.

Treibende Riemenscheibe, An-


triebsriemen, Kupplungseinheit,
Anlasservorgelege - Ausbau:
Antriebsriemen und Kupplung kom-
men erst frei, wenn auch die vorde-
re Riemenscheibe abgenommen ist.
Sie ist ebenfalls mit einer Mutter SW
15 fixiert, die ersetzt werden und
mit Nm 40-44 angezogen werden
muß; beim Zusammenbau flüssige
Schraubensicherung verwenden. 179
Das zum Lösen der Mutter erforder-
liche Gegenhalten ist leider ohne Möglichkeit: Sie gehen mit dem
Spezialwerkzeug nicht möglich. Da Triebwerk in die Werkstatt und las-
Eigenfertigung zu aufwendig ist, sen sich dort weiterhelfen. Wie die
muß die Fachwerkstatt helfen; lei- Gegenhalteplatte korrekt am Zahn-
hen Sie das Teil bei Ihrem Piaggio- kranz befestigt wird, zeigt Abb. 176;
Händler aus und entrichten Sie frei- zum Fixieren am Gehäuse dienen
willig dafür einen Obulus. Andere zwei Schrauben M6x16. Beim
Zusammenbau genauso verfahren.

, .') IUI
Variator befindet sich eine zweite,
kurze Distanzhülse; sie wird eben-
falls abgenommen (Abb. 181, 182).
Einen einmal ausgebauten Variator
sollte man stets zerlegen und
überprüfen. Der Abdeckring ist mit
drei Kreuzschlitzschrauben befe-
stigt. Darunter kommt ein großer O-
Dicht-Ring zum Vorschein, der
absolut in Ordnung sein und genau
in der Nut liegen muß; notfalls er-
neuern. Herzstück sind die drei
182 Führungsschuhe und die in Fett ge-
lagerten Rollen (Abb. 183);
Führungsschuhe ersetzen, falls stark
beansprucht (als Ersatzteil erhältlich,
keinen kompletten Variator kaufen!).
Verbrauchtes oder fehlendes Fett
ersetzen, dabei die Rollen vollstän-
dig bedecken (Esso Beacon 3, Shell
Retinax A z.B.). Piaggio schreibt vor,
die Rollen alle 4000 km nachzufet-
ten (s.a. Wartungsplan S. 85). Auch
alle anderen Teile auf Schäden
überprüfen; Halbschalen ersetzen,
183 falls abgenutzt. Variator wieder
zusammenbauen, Deckelschrauben
Abb. 182 Beim Abnehmen der Komponenten handfest anziehen.
Unzeriegter und späteren Zusammenbau auf
Variator und richtige Reihenfolge und Position Variator, Anlasser-Vorgelege,
Anbauteile: kurze treibende Riemenscheibe,
Distanzhülse, achten (von außen nach innen):
Laufhülse, Mutter SW 15, Haltekranz, Kunst- Antriebsriemen - Einbau: Bevor
Distanzscheibe. stoffteil, Zahnkranz (Abb. 177). Jetzt die einzelnen Antriebsdetails auf die
kann der Antriebsriemen Kurbelwelle gesteckt werden, muß
Abb. 183 Variator das Anlasser-Vorgelege einge-
in zerlegtem abgenommen werden - zusammen
Zustand; mit der Kupplung (Abb. 178, 179). setzt werden; es sitzt zwischen
besonderes Achtung: Nach Ausbau des Zahn- Motorgehäuse und Variator, das
Augenmerk ver- kranzes sofort das Vorgelege des Zahnrad greift von der Gehäuseseite
dienen Führungs- in den Zahnkranz der Riemen-
schuhe und Rollen elektrischen Anlassers abziehen,
- sie müssen damit es nicht herausfällt und be- scheibe ein. Wird dieser Handgriff
regelmäßig geprüft schädigt wird; es ist ohne weitere vergessen, funktioniert später der
und nachgefettet Sicherung im Motorgehäuse gela- Anlasser nicht. Jetzt werden die
werden.
gert und läßt sich ganz einfach aus- Antriebselemente aufgesteckt,
und einbauen (Abb. 180). und zwar nur in folgender Reihen-
folge: kurze innere Hülse, Variator,
Variator - Ausbau, Wartung: lange äußere Hülse, Drosselring,
Zuerst die Distanzscheibe abziehen, Antriebsriemen; der Antriebsriemen
die auf der Kurbelwelle sitzt; sie muß locker über die äußere Hülse
dient zur Drosselung. Dann die gelegt werden, bevor die Riemen-
lange Distanzhülse und die Varia- scheibe mit Zahnkranz aufgesetzt
toreinheit abnehmen. Hinter dem wird. Jetzt folgen: Kunststofführung,
Haltekranz, Mutter SW 15 (s.a. wei- Abb. 184 Zerlegen
der
ter oben). Die Zungen des Kupplungseinheit:
Haltekranzes müssen genau in die Zuerst müssen die
Aussparungen greifen. Hinten wird Sicherungsbleche
der Antriebsriemen zwischen die an den
Sicherungsmuttern
getriebenen Halbscheiben gelegt aufgebogen
und zusammen mit diesen sowie werden;
der Kupplung aufgesetzt (Voraus- beschädigte
setzung: die komplette Einheit ist Bleche später
ersetzen.
korrekt zusammengebaut, s. unten).
Dabei beachten: Vorne paßt der Abb. 185
Antriebsriemen nur dann zwi- Kupplungseinheit
schen Variator und Riemen- 184 in einen Schraub-
stock spannen und
scheibe, wenn hinten genügend Muttern mit einem
Luft ist. Das bedeutet, daß hinten Gabeloder Ring-
die bewegliche Halbscheibe zu- schlüssel SW 46
nächst von Hand so weit von der lösen.
festen Scheibenhälfte abgedrückt Abb. 186 Zerlegte
werden muß, daß der Zahnriemen Kupplungseinheit:
tief genug zwischen die konischen links Kupplung
Flächen rutschen kann. Erst dann und Druckfeder,
rechts getriebene
kann vorne fertigmontiert und die Riemenscheiben
Mutter SW 15 aufgesetzt werden. mit Büchse und
Achtung: Immer neue Mutter Kugellagern.
verwenden; einen Tropfen flüssige
Schraubensicherung auf das Ge- 185
winde des Kurbelwellenstumpfes
geben und Mutter mit Drehmoment
40 - 44 Nm anziehen. Zahnkranz mit
Spezialwerkzeug blockieren (s. oben
und Abb. 177 bis 181).

Antriebsriemen - Kontrolle: Die


Kraft wird durch einen nylonver-
stärkten Keil-Zahnriemen übertra-
gen, der unter normalen Bedin-
gungen eine sehr hohe Lebenser-
wartung hat. Trotzdem kann es in
Einzelfällen vorkommen, daß der
Riemen reißt. Ursachen sind entwe- 186
der (äußerst selten auftretende)
Materialfehler oder übermäßiger Ver-
schleiß. Abnutzung erkennt man an schlecht oder wird die normale
brüchigem Gummi oder heraushän- Höchstgeschwindigkeit nicht mehr
genden Fadenteilen der Nylonarmie- erreicht, kann ein überdehnter An-
rung. Riemen dann sofort austau- triebsriemen die Ursache sein. Ur-
schen. Das gilt auch dann, wenn sache: Materialermüdung, Überbe-
der Riemen ölverschmiert ist, etwa anspruchung z.B. durch ständiges
durch ausgetretenes Getriebeöl. Tritt Fahren mit maximaler Zuladung.
beim Fahren ein spürbares Rucken Abhilfe: sofortiger Austausch.
auf, ist die Beschleunigung
Getriebene Riemenscheiben, Zum Abschrauben benötigen wir
Kupplung - Funktion: Der An- einen Gabel- oder Ringschlüssel
triebsriemen überträgt die Kraft auf SW 46 (am besten ausleihen - Abb.
eine Einheit, die aus einer starren 185). Dabei Kupplung nach unten
Halbscheibe, einer beweglichen drücken, Mutter ganz abschrauben,
Halbscheibe, der Fliehkraftkupplung, Federdruck verringern, Haltering und
der Kupplungsglocke sowie den Kupplung von der Riemen-
zugehörigen Einzelteilen besteht. scheibenwelle abnehmen. Die drei
Die äußere Halbscheibe ist über Beläge sind auf Schwungmassen
eine Hohlwelle starr mit der Kupp- aufgeklebt. Diese sind auf mit
lung verbunden. Die innere Halb- Seegeringen gesicherten Bolzen
scheibe ist beweglich; mit wach- beweglich am Gehäuse gelagert.
sender Drehzahl vergrößert sie den Federn drücken Schwungmassen
Abstand zur starren Hälfte. Damit und Beläge mit wachsender Dreh-
kann der Antriebsriemen tiefer zwi- zahl nach außen (Abb. 186). Doch
schen die_ konischen Flächen drin- Achtung: die eigentliche
gen, die Übersetzung ändert sich Kupplungsgruppe nicht zerle-
wie bei einem Fahrrad, bei dem vom gen, keine Einzelteile auswech-
großen auf das nächst kleinere seln! Die gesamte Einheit ist
Hinterradritzel geschaltet wird. elektronisch ausgewuchtet und
Folge: Umdrehungsgeschwindigkeit muß daher komplett ersetzt
des Hinterrades und Endgeschwin- werden. Der Austausch der einzel-
digkeit wachsen. Bei abnehmender nen Schwungmassen kann nur ein
Drehzahl funktioniert das Ganze Notbehelf für kurze Zeit sein. Darauf
natürlich umgekehrt. Die Kupplung achten, daß beim Arbeiten an der
funktioniert so: Ab einer bestimmten Kupplung weder Fett, noch Öl auf
Drehzahl werden die drei die Beläge gelangen; die Kupplung
Kupplungsbeläge per Fliehkraft an rutscht sonst später durch.
die innen liegende Reibfläche der
Kupplungsglocke gepreßt, die fest Getriebene Riemenscheiben mit
auf der verzahnten Getriebewelle Kugellager - Zerlegung, War-
sitzt. Ist der Kraftschluß hergestellt, tung: Nach Abbau der Kupplung
wird die Kraft über das Getriebe ans lassen sich die Riemenscheiben-
Hinterrad weitergegeben. Beim Hälften trennen. Zunächst Druck-
Gaswegnehmen wird der Kraftfluß feder und Führungsring abnehmen.
automatisch unterbrochen. Dann den Bolzen herausziehen, der
in die gebogene Aussparung der
Kupplungseinheit - Zerlegung, beweglichen Halbscheibe eingreift,
Wartung: Während die Kupplungs- Hälften trennen.
Abb. 187 glocke schon beim Abbau der kom- Die bewegliche Hälfte gleitet über
Ausbau von pletten Einheit frei zugänglich wird, Dichtringe auf den Arbeitsflächen
Ölpumpe und müssen die anderen Grundelemente einer Büchse, die auf der Welle sitzt.
Ölpumpenan-
trieb: Lösen der zur Überprüfung in ihre Einzelteile Dichtringe kontrollieren und nötigen-
beiden Halte- zerlegt werden. Dazu spannen wir falls ersetzen. Prüfen, ob die Ar-
schrauben rechts zunächst die komplette Einheit mit beitsflächen der Büchse frei von
und links. der Kupplung nach oben in einen Abnutzungsspuren sind; falls erfor-
Abb. 188 Schraubstock. Dann biegen wir mit derlich, Büchse ersetzen. Raum
Lösen der Hammer und Meißel (oder Schrau- zwischen Büchse und Innenfläche
Schraube, mit
der die bendreher) das Sicherungsblech an der Führung der beweglichen Halb-
Trägerplatte der Haltemutter auf (Abb. 184). scheibe mit Spezialfett füllen (Mont-
befestigt ist. blanc Molybdenum Grease).
187 188

189 190

Abschließend das Kugellager am wandfrei funktioniert, falsch ein- Abb. 189


Ende der Welle mit der festen Halb- gestellt ist, Antrieb oder Ölpumpe und
Trägerplatte sind
scheibe kontrollieren. Es darf kein Schlauchverbindungen defekt abgenommen,
Spiel haben und muß störungsfrei sind, ist ein Motorschaden die dahinter liegt der
rundlaufen. Bei Verschleiß läßt es zwangsläufige Folge! Piaggio Ölpumpenantrieb.
sich leicht auspressen und ersetzen schreibt vor, den Ölpumpen-An-
Abb. 190
(s.a. Abb. 185). Die feste Halb- triebsriemen alle 20.000 km oder Ölpumpenantrieb
scheibe ist auf der Welle mit einer in Abständen von spätestens drei im Detail:
zweiten Mutter SW 46 fixiert; zum Jahren zu ersetzen. Kontrolliert Führungsplatte,
Ausbau Sicherungsblech aufbiegen werden sollte er darüber hinaus Antriebszahn-
immer dann, wenn sowieso am riemen (muß alle
und Mutter abschrauben. Zusam-
20.000 km erneu-
menbau aller Elemente in umge- Antrieb gearbeitet wird. Ebenso wie ert werden),
kehrter Reihenfolge. Achtung: der Hauptantriebsriemen darf auch angetriebenes
Muttern handfest anziehen; neue der Ölpumpen-Antriebsriemen nicht Ritzel mit Mit-
Sicherungsbleche verwenden, brüchig, angerissen oder nehmer, dahinter-
liegende Gleit-
falls sie beim Aufbiegen beschä- ölverschmiert sein. Er ist dann scheibe, treiben-
digt wurden! sofort zu ersetzen - unabhängig von des Ritzel von der
Laufleistung und Alter. Ebenfalls Kurbelwelle.
Ölpumpe - allgemeine Tips: Der kontrollieren: festen Sitz der bei-
Zweitaktmotor der Sfera wird von den Ölschläuche an der Pumpe
einer zahnriemengetriebenen Öl- (Zulauf vom Tank, Ableitung zum
pumpe mit Frischöl aus dem sepa- Vergaser) sowie Zustand und
raten Tank versorgt. Achtung: Einstellung des Bowdenzugs für
Wenn die Ölpumpe nicht ein- die Dosierung.
Abb. 191 Achtung: Hinter dem unteren,
Zahnriemen -
Montage: stets großen Ritzel befindet sich eine
zusammen mit Distanzscheibe; sie muß beim
beiden Ritzeln Zusammenbau korrekt eingesetzt
aufsetzen, sonst werden (Abb. 190).
Beschädi-
gungsgefahr.
Führungsplatte Ölpumpe - Zahnriemenwechsel,
so aufsetzen wie Einbau: Der Zahnriemen ist em-
im Bild gezeigt. pfindlich und darf beim Einbau nicht
Abb. 192, 193
geknickt werden. Vor Auflegen des
Ablassen bzw. Antriebsritzels beachten: Lagersitz
Wechseln des auf der Kurbelwelle und Innenboh-
Getriebeöls: Nach rung des Ritzels sorgfältig und aus-
Ausbau des
Hinterrads
schließlich mit CONSTANT GLY
Auffangwanne 2100 einölen; dabei darauf achten,
unterstellen, dann daß kein überschüssiges Öl auf den
zuerst die obere Zahnriemen tropfen kann. Jetzt den
Einfüllschraube, Zahnriemen gleichzeitig auf
dann die untere
Ablaßschraube beide Ritzel legen, dabei nicht
ausdrehen; Öl knicken. Distanzscheibe auf die
vollständig Lagerbüchse des großen, ange-
abtropfen lassen. 191 triebenen Ritzels setzen. Beide
Ritzel zusammen mit dem Zahn-
Ölpumpe - Ausbau: Zunächst riemen auf die Wellen stecken; alle
Riemenscheiben, Variator, Kupp- anderen Montageversuche würden
lung, Haupt-Antriebsriemen und den Riemen beschädigen (Abb.
Getriebe-Vorgelege ausbauen wie 191). Trapezförmige Distanzplatte
oben beschrieben. Dann Bowden- und gelbverzinkte Trägerplatte auf-
zug von der Ölpumpensteuerung setzen, Platte mit langer Schraube
abhängen. Die Ölpumpe ist mit zwei unten rechts teilfixieren. Ölpumpe so
Kreuzschlitzschrauben befestigt; die ansetzen, daß zunächst der Form-
längere sitzt links und fixiert gleich- gummi mit den Ölschläuchen in die
zeitig die hinter der Pumpe liegende Aussparung am Motorgehäuse grei-
Trägerplatte (Abb. 187). Nach Lösen fen kann; nochmals auf festen Sitz
der Schrauben die Pumpe zusam- der Schläuche achten. Ölpumpe
men mit dem Formgummi abziehen, anpassen und die beiden Halte-
der die beiden Ölschläuche am schrauben einsetzen. Achtung: die
Motorgehäuse festklemmt. Jetzt kurze Schraube muß rechts, die
eine dritte Schraube unten rechts lange links plaziert werden; bei
ausdrehen und die gelbverzinkte Verwechslung wird der Zahn-
Trägerplatte abnehmen (Abb. 188). riemen zerstört! Dann am Ge-
Die Ölpumpe läßt sich nach Ab- bläserad drehen, das auf der rech-
ziehen der Schläuche zwar weiter ten Kurbelwellenseite sitzt, bis der
zerlegen; doch das lohnt meist Mitnehmer an der Ölpumpe ins an-
nicht; sie ist nur komplett als getriebene Ritzel greift. Jetzt erst
Ersatzteil erhältlich. Nun liegt der Halteschrauben handfest anziehen.
Ölpumpen-Antrieb frei (Abb. 189). Zuletzt den Bowdenzug einhängen
Zuerst nehmen wir die und Ölleitung zum Vergaser mit drei
trapezförmige Distanzplatte ab, Kunststoffklemmen an Gehäuse und
dann zusammen mit den beiden Zylinderummantelung fixieren.
Ritzeln den Antriebs-Zahnriemen. Ölpumpe einstellen.
Abb. 194, 195
Getriebeausbau:
zuerst die fünf
Schrauben des
Deckels lösen.
Dann mit Kunst-
stoffhammer
leicht auf die
Achse schlagen,
der Deckel löst
sich dann von der
fest klebenden
Dichtungsmasse.

192 193

Ölpumpe - Einstellung:
Voraussetzung: korrekter Anschluß
aller Gaszüge, Gasgriff in Leerlauf-
stellung, Motor startbereit. Bei teil-
montiertem Antrieb ist keine
Einstellung möglich. Zwei Arbeits-
schritte sind nötig: Betätigungshebel
in Grundstellung bringen, Ölpumpe
entlüften. Da dies nur bei vollständig
montiertem Fahrzeug möglich ist,
beschreiben wir diese Arbeiten im
Wartungskapitel; dort finden sich
auch die entsprechenden
Abbildungen. 19!

Getriebe - Ausbau, Zerlegung:


Wie bereits erwähnt wird die Kraft
über Antriebsriemen, Riemen-
scheiben und Kupplung auf ein
Untersetzungsgetriebe übertragen.
Es hat die Aufgabe, die hohen
Drehzahlen im Antrieb auf die je-
weils benötigte Hinterrad-Drehzahl
zu reduzieren. Zur Kupplung hin
dichten ein Getriebedeckel und
Dichtringe auf den Wellen das Sfera-
Getriebe ab. Zum Hinterrad ist die
Radachse mit einem Wellen-
195
beiden Öffnungen für
Einfüllen/Kontrolle und Ablassen
befinden sich hinten rechts unten
am Antriebsgehäuse. Sie sind nur
bei abgenommenem Hinterrad
erreichbar. (Hinweise zur Ölkon-
trolle auch im Wartungskapitel.)
Zum Öl-Ablassen Auffangwanne
unterstellen und beide Verschluß-
schrauben mit einem Ringschlüssel
SW 11 ausdrehen (Abb. 192); Öl
vollständig abtropfen lassen und
später richtig entsorgen (Abb. 193).
Annehmen muß das Altöl jeder, der
I9Ü neues Öl verkauft (Werkstatt,
Supermarkt, Tankstelle etc.)
Hinweise zum Befüllen s. unten.
Der Getriebedeckel ist mit fünf
Sechskantschrauben SW 8 befe-
stigt; diese lösen (Abb. 194). Um ihn
abnehmen zu können, muß man
von der Hinterradseite her mit einem
Kunststoffhammer leicht auf die
Radachse schlagen (Abb. 195) - nur
so löst sich der Deckel aus der
zähen Dichtungsmasse, die auf die
Dichtflächen gestrichen wurde (s.a.
weiter unten Zusammenbau). In den
Deckel eingelassen: Nadellager und
197 Wellendichtring für die Antriebs-
Abb. 196, 197 welle; Aus- und Einbau s. unten
Getriebe in geöff-
netem und zer- (Abb. 196).
legtem Zustand: Ist der Deckel abgenommen, lassen
links Antriebs- sich alle Getriebeelemente ohne
welle und
Zwischenrad, weiteres Werkzeug entnehmen
rechts Abtriebs- (Abb. 197). Links befindet sich die
rad mit Rad- Antriebswelle; in der Mitte läuft das
achse. Gut Zwischenrad (auf die flache
erkennbar: Lager
und Wellen-dicht Anlaufscheibe achten, die vor
ring im der Welle und damit direkt hinter
Getriebedeckel. dem Deckel sitzt); rechts sehen
wir das Abtriebs-Zahnrad mit der
Abb. 198 Nach
Entfernen des Radachse. Zahnrad und Radachse
198 lassen sich trennen, was die
Seegehngs läßt
sich das Ab- Reparaturkosten senkt, wenn nur
triebs-Zahnrad dichtring abgedichtet. Vorausset- eines von beiden Teilen Schäden
von der Rad-
achse abneh- zung für Arbeiten am Getriebe: zeigt. Zum Trennen den großen
men. vollständiger Ausbau von getriebe- Seegering vor dem Zahnrad abneh-
ner Riemenscheibe und Kupplungs- men; dazu Spezialzange verwenden
einheit. Zunächst muß das Ge- (Abb. 198).
triebeöl abgelassen werden. Die
Getriebe - Aus- und Einbau
Kugellager, Dichtringe: Nachdem
wir die Getriebezahnräder mit ihren
Wellen herausgenommen haben,
sehen wir zwei Kugellager: links
oben befindet sich das Innenlager
der Antriebswelle, rechts das
Hauptlager für Radachse und
Hinterrad mit dem zugehörigen
Wellendichtring (Abb. 199). Zum
Ausbau des Kugellagers für die
Antriebswelle ist eine spezielle
Ausziehvorrichtung erforderlich, die
nur die Piaggio-Werkstatt hat; ums
Werkzeug-Ausleihen oder ums IOD
Delegieren dieser Arbeit kommt man
also leider nicht herum. Einfacher
gehfs beim Kugellager der
Radachse. Zunächst den
Wellendichtring abziehen; er muß
auf jeden Fall erneuert werden, weil
sich beim Ausbau eine Beschädi-
gung kaum vermeiden läßt. Ein
schadhafter Dichtring läßt Öl in die
Trommelbremse gelangen, die
Bremswirkung läßt dramatisch nach.
Nach Ausbau des Dichtrings
Seegering entfernen und Kugellager
mit einer passenden Hülse von der
Radseite her aus dem Gehäuse trei- 200
ben. Bei unrundem oder mahlen-
dem Lauf Lager ersetzen.

Einbau neue Lager, Dichtringe:


Getriebegehäuse mit einer Heiz-
pistole auf ca. 80° Celsius erwärmen
und beide Kugellager einsetzen.
Lager der Radachse mit Seegering
sichern, neuen Wellendichtring mit
der offenen Seite zum Getriebe hin
einsetzen. Nadellager und Dichtring
im Getriebedeckel lassen sich ein-
fach abziehen bzw. austreiben; zum
Einbau eines neuen Nadellagers den
Deckel nicht mit einer Heizpistole 201
erwärmen. Stets neuen Dichtring Abb. 199 Abb. 200 Vor dem Abb. 201 Neues
einsetzen, die Größe ist auf dem Getriebelager im Zusammenbau Getriebeöl einfüllen;
Antriebsgehäuse: Dichtflächen an dabei die Menge
Originalteil eingeprägt. links Innenlager der Gehäuse und 3
von 65 cm nicht
Antriebswelle, rechts Deckel reinigen; überschreiten,
Getriebe - Zusammenbau, Be- Dichtring der dann Dichtmittel sonst schäumt das
füllung: Vor dem Zusammenbau Radachse mit Loctite 510 Öl auf und drückt
Kugellager. auftragen. sich heraus.
202 203

Abb. 202, 203 alte Dichtungsmasse sorgfältig von aufsetzen, gleichmäßig anpressen
Elektrostarter den Dichtungsflächen an Gehäuse und mit den fünf Schrauben M8
ausbauen: zwei
Schrauben unten
und Deckel entfernen. Dazu keines- sichern; Schrauben mit Dreh-
am Antriebs- wegs ein scharfkantiges Werkzeug moment Nm 12-13 anziehen. Jetzt
gehäuse lösen; (Schraubendreher etwa) verwenden; Ölablaßschraube einsetzen; zum
beim Abnehmen die Dichtflächen dürfen nicht Abdichten möglichst keinen
des Anlassers auf beschädigt werden. Geeignet sind Fiberring, sondern einen Alu- oder
den O-Fting ach-
ten, gegebenen- Hartholz- oder Kunststoff-Schaber. Kupferring verwenden. Schraube mit
falls erneuern. Reste mit Verdünnung abwaschen; Gefühl anziehen, Vorsicht -Gefahr
darauf achten, daß die Ver- des Überdrehens. Dann neues
dünnung nicht in die Lager fließt Getriebeöl einfüllen (Abb. 201),
(Abb. 200). z.B. IP Pontiax FZG 80W-90 oder
Wellen und Zahnräder in folgender Esso Gear Oil CZ 85W-90 (Hinweis
Reihenfolge einsetzen: Antriebs- zum Ölwechsel auch im
welle, Zwischenwelle, Radachse mit Wartungskapitel). Achtung: Menge
großem Zahnrad. Achtung: genau abmessen, es dürfen
3
Anschließend flache Anlaufscheibe nicht mehr als 65 cm sein; in
Abb. 204 auf die Zwischenwelle schieben! älteren Unterlagen ist von 80 bzw.
Elektrostarter in 3
zerlegtem Nun die Kontaktflächen an Deckel 85 cm die Rede, dies ist falsch; ein
Zustand: links und Gehäuse gleichmäßig mit Zuviel an Öl schäumt auf und drückt
Träger mit den dauerelastischem Spezial-Dicht- sich aus den Lagern. Öleinfüll-
auswechselbaren mittel bestreichen; Piaggio empfiehlt schraube mit Alu- oder Kupferring
Schleifkohlen,
Mitte Anker, Loctite 510 (im Fachhandel für einsetzen und mit Gefühl festziehen.
rechts Gehäuse. Industriebedarf erhältlich). Deckel
Startermotor - Ausbau: Der
Sfera-Starter hat bei einer Span-
nung von 12 Volt eine Nennleistung
3
von 0,15 bzw. 0,25 kW (50/80cm ).
Er dreht links und wirkt über das
bereits weiter oben erwähnte Vor-
gelege auf den Zahnkranz der trei-
benden Riemenscheibe (Ausbau
Vorgelege nur nach Demontage des
Antriebs möglich - s. oben). Die
Batterie darf nicht stärker als 4 Ah
sein (80er: 5 Ah). Störungen am
elektrischen Anlasser
204
205 206
Abb. 205, 206 Die
Gebläsehaube ist
lassen sich meist einfach beheben. mit zwei Kreuz-
Springt der Motor nicht an, kann Schlitzschrauben
zum Beispiel eine mangelhafte am Zylinderkopf
befestigt. Vor Ab-
Masseverbindung am Anlasser nahme des Luft-
die Ursache sein. Das Massekabel schachts die bei-
ist mit der vorderen der beiden den Ölschlauch-
Schrauben SW 8 befestigt, die den halter abziehen.
Anlasser unten am Motorgehäuse Abb. 207 Vier
fixieren. Die Schraube darf nicht Schrauben fixieren
locker, Kabel und Kabelschuh dür- die Gebläseab-
fen nicht beschädigt oder korrodiert deckung am
Motorgehäuse.
sein. Vor Ausbau des Starters 207
immer zuerst auch prüfen, ob der
Starterknopf und seine Kabel- der rechten Seite aus leicht mit
verbindungen in Ordnung sind (s. Stecknuß oder Ringschlüssel zu
Karosserie-Kapitel). Die Anlasser- erreichen (Abb. 202). Wenn sie
Befestigungsschrauben sind von gelöst sind, kann der Anlasser kom-
Abb. 208 Motor
mit vollständig
abgenommener
Kühlluftführung.
Lichtmaschine und
Gebläserad sitzen
auf dem rechten
Kurbelwellen-
stumpf.

208
Zur Fehlersuche läßt sich der An-
lasser in seine Einzelteile zerlegen.
Dazu die beiden Kreuzschlitz-
schrauben am Gehäuse lösen, den
Anker und den Tragring mit den bei-
den Schleifkohlen herausnehmen.
Die Kohlen lassen sich auswech-
seln, sie sind mit je einer Kreuz-
schlitzschraube gesichert (Abb.
204). Achtung: Ein defekter
Anlasser läßt sich meist durch
Abdrehen des Kollektors und
Austausch der Kohlen reparie-
ren; der Kauf eines Komplett-
209 Starters ist nur in Ausnahme-
fällen nötig. Beim Zusammenbau
beachten: Schleif kohlen mit einem
schmalen Schraubendreher in die
Führungen drücken, dann Tragring
über den Kollektor schieben.
Defekte der Wicklung können nur in
der Fachwerkstatt mit Spezial-Meß-
instrumenten geortet werden.
Einzelheiten dazu helfen dem
Hobbyschrauber in der Regel nicht
weiter, weshalb wir in diesem Punkt
ausnahmsweise einmal auf Details
verzichten.
210 Gebläsehaube, Gebläseab-
Abb. 209, 210 deckung, Gebläse - Aus-/
Das Gebläserad
ist auf dem Einbau: Für Arbeiten an Kolben und
Schwungrad mit Zylinder muß die Gebläsehaube
drei Kreuz- abgenommen werden. Sie ist mit
schlitzschrauben zwei kräftigen Kreuzschlitzschrauben
befestigt.
am Zylinder befestigt und über einen
Abb. 211 Clip mit der hinteren Abdeckung
Zum Lösen der verbunden (Abb. 205). Vor Abnahme
Haltemutter SW die beiden Halter herausziehen, die
15 muß das
Schwungrad den Ölschlauch vom Tank zur
blockiert werden; Pumpe leiten (Abb. 206). Die
im Bild: ein selbst Gebläseabdeckung ist mit vier
hergestelltes Kreuzschlitzschrauben am Motor-
Werkzeug aus 211
Leichtmetallprofil gehäuse befestigt (Abb. 207, 208).
mit zwei Jetzt liegen Gebläse und Schwung-
eingepaßten plett abgenommen werden. Dabei radmagnetzünder frei. Auf dem
Schrauben M6. auf den O-Ring achten, der den Schwungrad ist das Gebläse-
Anlasser zum Motorgehäuse hin Element mit drei Kreuzschlitz-
abdichtet; defekten O-Ring ersetzen schrauben befestigt (Abb. 209, 210).
(Abb. 203). Achtung beim Zusammenbau:
Führungen und Schrauben
212 213

liegen asymmetrisch. Tips zur einer Spezialklammer oder einer Abb. 212, 213
Pflege der Zündkerze finden Sie selbstgebauten Vorrichtung. Wir Ausbau des
im Wartungs-Kapitel. haben ein 30 mm breites Leicht- Schwungrads:
Abzieher bis zum
metallprofil mit zwei Schrauben SW Anschlag ein-
Schwungrad/Rotor - Aus-/ Ein- 8 und den zugehörigen Hammer- schrauben und mit
bau: Das Schwungrad, gleichzeitig muttern ausgerüstet (Abb. 211). Schlüssel festhal-
Rotor der Lichtmaschine, ist mit Vorsicht beim Anlegen der ten; Zentral-
einer Dehnmutter SW 15 auf der schraube eindre-
Gegenhalte-Vorrichtung: Spulen hen, bis der Rotor
Kurbelwelle befestigt. Zum Lösen der Lichtmaschine nicht beschä- freikommt und den
der Mutter muß das Schwungrad digen! Nach Lösen der Mutter muß Blick aufs Innere
fixiert werden. Dies macht man mit das Schwungrad abgezogen wer- der Lichtmaschine
den. Wir kommen nicht freigibt.
umhin, den passenden Abb. 214, 215 Der
Abzieher in der Fachwerk- Stator der
statt auszuleihen. Er muß Lichtmaschine ist
linksläufiges Feingewinde mit drei Schrauben
fixiert; das
haben. Der Abzieher wird „Pickup" unterhalb
bis zum Anschlag ins wird von zwei
Schwungrad geschraubt und Schrauben gehal-
mit einem Gabelschlüssel ten. Stator und
Pickup zusammen
SW 27 festgehalten. Mit mit dem Kabel-
einem Schlüssel SW 14 wird baum abnehmen.
der Dorn nach

214 215
rungskeil auf der Kurbelwelle
achten! Keil mit Klebstreifen auf der
Kurbelwelle oder am Gehäuse befe-
stigen, damit er nicht verlorengeht.
Zusammenbau: Keil einsetzen, und
Schwungrad aufschieben. Stets
eine neue Mutter SW 15 verwen-
den; es handelt sich um Dehn-
muttern für den einmaligen Ge-
brauch. Gegenhalte-Vorrichtung
anlegen und Mutter mit Drehmo-
ment Nm 44 anziehen.

276 Lichtmaschinen-Stator und


Abb 216 Wichtig Pickup - Aus-/Einbau:
beim
Zusammenbau:
Austauschfreundlich sind auch die
korrekte Führung inneren Elemente der Sfera-Licht-
von Kabel- maschine befestigt. Drei längere
strängen und Kreuzschlitzschrauben halten den
Schutzhüllen. sogenannten Stator oder Zünd-
Abb. 217, 218 anker, zwei kurze befestigen das
Ausbau des elektronische Pickup (sitzt unterhalb
Zylinderdeckels: des Stators am äußeren Gehäuse-
vier Schrauben rand - Abb. 214). Die beiden
lösen und Deckel
abnehmen; eine Elemente werden zusammen mit
Dichtung ist nicht dem Kabelbaum abgenommen
vorhanden. (Abb. 215); Tülle vom Kombistecker
217 ziehen, Schlauchbinder entfernen
und Kabelbaum mit der Gummi-
dichtung aus dem Gehäuse ziehen.
Vorsicht: Spulen des Stators
nicht beschädigen! Per Sicht-
kontrolle nach Defekten oder
Fehlern suchen. Von außen un-
sichtbare Schäden lassen sich nur
mit einem Ohmmeter feststellen,
das einen Meßbereich von 1 bis
1000 Ohm hat (Piaggio- oder
Elektrik-Fachwerkstatt). Hinweise:
Wenn das Meßgerät zwischen dem
roten und weißen Kabel geschaltet
ist, muß der Ohmwert 88 +/- 5
betragen. Zwischen grünem und
weißem Kabel muß der Wert zwi-
218 schen 980 und 50 Ohm betragen.
Beim Zusammenbau zuerst den
rechts gegen den Kurbelwellen- Kabelbaum durchs Gehäuse führen
stumpf gedreht, bis sich das und die Gummitülle korrekt plazie-
Schwungrad löst (Abb. 212, 213). ren. Dann Stator und Pickup fest-
Achtung: Beim Abnehmen des schrauben (Abb. 216).
Schwungrades auf den Siche-
219 220

221 222

123 224
Abb. 219, 220 Ausbau oder Kunststoffspan ab-
des Zylinders: Kolben kratzen, kein Metall dazu
festhalten und Zylinder verwenden. Öl und Staub
so abziehen, daß mit Kaltreiniger oder
Kolben und anderem Speziaireiniger
Zylinderwand nicht ver- abwaschen, kein Benzin
kratzt werden. Zylinder- verwenden.
fußdichtung später so
einsetzen, wie gezeigt. Abb. 225 Kolben-Ausbau:
Sicherungen am
Abb. 221 - 224 Reinigen Kolbenbolzen mit
von Zylinderdeckel, Seegering- oder
Kolben und Zylinder: Spezialzange herausneh-
feste Rückstände mit men, dabei Kolben nicht
Hartholz- verkratzen.
225
Zylinderkopf, Zylinder - Ausbau: Stehbolzen gezogen werden.
Es mutet im Zeitalter von Mehrventil- Achtung: Kolben und Kolbenringe
Viertaktmotor und G-Kat an wie ein so schützen, daß sie nicht verkratzt
Relikt aus grauer Vorzeit -doch es oder beschädigt werden können
ist die Realität: Auch der relativ (Abb. 219, 220). Sind Reinigungs-
moderne Sfera-Zweitaktmotor muß arbeiten geplant, muß das Kurbel-
in Abständen von nur 4000 km gehäuse sorgfältig mit einem flusen-
teildemontiert und von Rückständen freien, sauberen Lappen abgedeckt
gereinigt werden. Das Entstehen der werden. Zylinder und Zylinderfuß-
zweitaktüblichen Verkrustungen läßt dichtung abnehmen, notfalls mit
auch eindeutige Rückschlüsse auf leichten Gummihammerschlägen
die Abgasqualität zu: Zweitakter - nachhelfen.
auch die kleinen - sind im Vergleich
zu zeitgemäßen Viertaktern immer Zylinderkopf, Zylinder, Kolben -
noch wahre Dreckschleudern. Reinigung: Zuerst ist eine Sicht-
Voraussetzung für die Zylinderde- kontrolle fällig. Zylinderwand und
montage: Abbau von Auspuff, Ver- Kolben dürfen keine Riefen haben.
gaser, Ansaugstutzen, Einlaßmem- Leichte Verfärbungen oberhalb der
bran, Gebläsehaube und -ab- Kolbenringe sind bedeutungslos.
deckung. Die Zündkerze sollte Abgenutzte oder gar gebrochene
ebenfalls ausgeschraubt werden Kolbenringe ersetzen. Nun
Abb. 226 Kolben (Hinweise zur Zündkerzenpflege im
immer so befreien wir zuerst die Brenn-
einbauen, daß der
Wartungs-Kapitel). Der Zylinderkopf raummulde des Zylinderkopfs von
Pfeil auf dem oder besser: Zylinderdeckel ist mit Rückständen (Abb. 221). Achtung:
Kolbenboden vier Muttern SW 11 befestigt (Abb. Dazu auf keinen Fall scharfkantige
Richtung Auslaß 217). Bei zweien davon handelt es
zeigt. Kolbenringe
Gegenstände aus Metall wie
und Bolzen-
sich um verlängerte Doppelmuttern; Schraubendreher oder Messer
sicherungen so sie tragen die Gebläsehaube und verwenden. Auch Schmirgelpapier
einsetzen wie befinden sich - von vorn gesehen - ist tabu. Schonend und doch
gezeigt. links oben und rechts unten. Dies gründlich läßt sich die Reinigung
beim Zusammenbau unbedingt mit einem Hartholz- oder
Abb. 227
Spezialwerkzeuge beachten! Sollte sich der Zylinder- Kunststoff-Spachtel erledigen.
zum Ausbau von deckel nicht lösen, mit leichten Ebenso beim Kolbenboden verfah-
Kolben und Schlägen eines Kunststoff- oder ren; dazu den Kolben in den oberen
Kolbenbolzen, Holzhammers nachhelfen. Kein
wie sie nur die Totpunkt bringen und mit einem
Piaggio-Werkstatt
Metall zum Schlagen verwenden, Lappen das Kurbelgehäuse abdich-
besitzt. die Kühlrippen brechen leicht. ten (Abb. 222). Anschließend den
1 = Träger für Eine Zylinderkopfdichtung ist nicht Auslaßkanal des Zylinders ebenfalls
Sicherungsring, vorhanden (Abb. 218). Jetzt kann mit einem Holzspan so weit wie
2 = Zentrierstift,
3 = Montagestift
der Zylinder von den möglich auskratzen (Abb. 223).

226 227
228 220

Dann säubern wir alle Teile mit Kalt- ihren Händler. Schließlich ist es Ihr Abb. 228
reiniger; dazu Auffangwanne unter- Geld... Zylindermontage:
stellen (Abb. 224). Auch die Kühl- neue Fußdichtung
einsetzen und
rippen von Zylinderkopf und Zylinder Kolben - Aus-/Einbau: Der Kolben Zylinder vorsichtig
bedürfen einer gründlichen Säube- ist mit dem Kolbenbolzen drehbar über den Kolben
rung, sonst können sie ihre wichtige im Auge der Pleuelstange gelagert. schieben, dabei
Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen. Auch hier darf kein Spiel vorhanden Kolbenringe
zusammen-
Achtung: Zum Reinigen kein Benzin sein. Zum Ausbau von Kolben und drücken; die
verwenden; es enthält krebserre- Kolbenbolzen müssen die beiden Ringenden müs-
gende Stoffe wie Toluol und Benzol. Sicherungsringe mit einer Seege- sen neben den
Zum Abschluß genau kontrollieren, ring- oder passenden Spitzzange Nuten am Kolben
stehen.
ob sich keine Schmutzpartikel mehr zusammengedrückt werden (Abb.
auf Zylinderwand und Kolben sowie 225). Beim Einbau stets neue Abb. 229
im Brennraum befinden. Schon ein Sicherungsringe verwenden. Den Zylinderkopf-
einziges Sandkorn kann zerstöre- Kolben stets so wieder einbauen, schrauben von
Hand vorziehen
risch wirken. daß der Pfeil auf dem Kolben- und dann un-
boden Richtung Auslaß zeigt bedingt mit
Zylinder, Kolben - Spielkontrolle, (Abb. 226). Die Sicherungsringe Drehmoment
Ausschleifen, Austausch: sollten nach Möglichkeit mit Nm10- 11 fest-
ziehen, und zwar
Zwischen Zylinder und Kolben darf Spezialwerkzeugen eingesetzt wer- über Kreuz.
kein unzulässiges Spiel vorhanden den, die leider mal wieder nur die
sein. Wenn bestimmte Grenzwerte Fachwerkstatt besitzt (Abb. 227). Mit
überschritten sind, muß der Zylinder Fingerspitzengefühl geht es jedoch
ausgeschliffen werden. Entsprech- auch anders - Zange verwenden
ende Kolben mit Übermaß hält der und peinlich darauf achten, daß
Handel bereit. Beachten Sie dazu der Kolben bei der Fummelei
bitte auch die Tabelle im An- nicht verkratzt wird! Die
hang. Das Ausmessen und Aus- Sicherungsringe müssen genau in
schleifen des Zylinders wird zu gün- den vorgesehenen Vertiefungen
stigen Konditionen von Motoren- einrasten, sonst macht sich der
instandsetzungs-Betrieben erledigt. Kolbenbolzen selbständig und ver-
Auch die Piaggio-Werkstatt ist ursacht einen kapitalen Motor-
natürlich in der Lage, Zylinder und schaden.
Kolben korrekt zu vermessen. Oft
genügt es auch, nur die Kolbenringe Zylinder, Zylinderkopf - Einbau:
zu wechseln; fragen Sie danach Stets eine neue Zylinderfußdichtung
gehäuse und Zylinder müssen pein-
lich sauber und fett- bzw. ölfrei sein.
Zum Einführen des Kolbens die
Kolbenringe so zusammendrücken,
daß sich die Zylinderwand leicht-
gängig überstreifen läßt (Abb. 228).
Achtung: Die Enden der
Kolbenringe müssen exakt
rechts und links der Stege in
den Nuten stehen! Zylinder ab-
senken und den gereinigten Zylin-
derkopf aufsetzen. Muttern zuerst
von Hand, dann kreuzweise mit
Drehmoment Nm 10-11 anziehen
230 (Abb. 229). Montage der Anbauteile
Abb. 230 wie oben beschrieben.
Trennen des
Motorgehäuses:
zunächst acht Motorgehäuse - Trennen der
Schrauben Hälften, Ausbau Kurbelwellen-
SW 8 lösen. lager, Wellendichtringe: Diese
Abb. 231 Keil der
Arbeit ist erforderlich, wenn Kurbel-
Rotorsicherung welle oder Kurbelwellenlager ausge-
von der wechselt werden sollen. Voraus-
Kurbelwelle setzung: Demontage von Antrieb,
abnehmen und Lichtmaschine und Zylinder.
sorgfältig ver-
wahren. Zunächst müssen die acht Schrau-
ben SW 8 ausgedreht werden, mit
denen die rechte an der linken Ge-
häusehälfte befestigt ist (Abb. 230);
dazu am besten eine Stecknuß mit
Abb. 232 Rechte Knarre verwenden. Vier Schrauben
Gehäusehälfte im liegen innerhalb des Licht-
Bereich des maschinenbereichs, vier weitere
Kurbel- befinden sich oberhalb und unter-
wellenlagers mit
einer Heizpistole
halb der Kurbelgehäuseöffnung.
erwärmen. Nicht vergessen: Keil für die
Rotorsicherung rechts auf der
Kurbelwelle abnehmen (falls
nicht schon geschehen - Abb.
231). Unbedingt beachten: Vor
dem eigentlichen Abziehen muß
die rechte Gehäusehälfte im Be-
reich rund um das Kurbelwellen-
lager mit einer Heizpistole auf
etwa 80° Celsius erwärmt wer-
den, sonst geht gar nichts (Abb.
232)! Getrennt werden können die
Gehäusehälften nur mit einer Ab-
ziehvorrichtung. So etwas hat
meist aber nur die Fach Werkstatt,
am Ausleihen
231

verwenden; sie besteht aus Metall


und muß wie auf Abb. 220 einge-
setzt werden. Dabei haben die
Ausformungen nach oben zu wei-
sen. Alle Dichtflächen an Motor-

232
233 234

kommt man also nicht vorbei. Alter- Löcher gebohrt. Die Schraube M 12 Abb. 233 - 235
native für fortgeschrittene in der Mitte drückt gegen die Rechte Gehäuse-
Kurbelwelle, durch die Löcher M 6 hälfte mit einem
Schrauber: Selbst eine Abziehplatte (augeliehenen)
bauen. Man braucht dazu ein recht- werden Schrauben SW 8 in die Original- oder
eckiges, etwa 20 x 8 cm großes Gehäusebohrungen geschraubt. einem selbstge-
und mindestens 8 mm dickes Stück Achtung: Gewinde der Kurbel- bauten Abzieher
welle unbedingt durch Aufsetzen von der Kurbel-
Flachstahl, in das mittig ein 12 mm welle ziehen; die
großes Loch gebohrt wird. einer Mutter M 15 vor Beschädi- Wellendichtringe
Anschließend wird ein Gewinde für gungen schützen (s.a. Abb. 232)! bleiben im Ge-
eine normale Schraube M 12 in das Durch anschließendes Anziehen der häuse, das
Hauptlager bleibt
Loch geschnitten. Passend zu den Mittelschraube läßt sich die rechte auf der Kurbel-
Bohrungen M 6 im Gehäuse werden Gehäusehälfte vom rechten Kurbel- welle, wie in Abb.
mindestens zwei gegenüberliegende wellenlager abziehen; das Lager 235 gut zu sehen.

235
236 237

238 239

Abb. 236 bleibt (meist) auf der Welle (Abb. wellenlager - Aus- und Einbau:
So sitzt ein 233 - 235). Besser funktioniert's Auf ähnliche Weise wird die
Wellendichtring natürlich mit dem Originalabzieher: Kurbelwelle von der linken Ge-
im Gehäuse; er
läßt sich leicht Er hat vier passende Außenboh- häusehälfte getrennt: Abziehvor-
herausdrücken. rungen und eine spitz zugeschliffene richtung mit möglichst vier Schrau-
Mittelschraube. Der Wellendicht- ben SW 8 am Gehäuse befestigen;
ring läßt sich einfach aus der Ge- Bohrungen für den Antriebsdeckel
Zu den Abb. 237
häusehälfte drücken und durch benutzen. Mit der Zentralschraube
bis 240 siehe einen neuen ersetzen (Abb. 236). die Welle aus dem Gehäuse
Seite 83. Kurbelwelle - Ausbau; Kurbel- drücken (Abb. 237). Bleibt das
Kurbelwellenlager im Gehäuse
zurück, muß es mit einem speziellen
Spreizabzieher ausgezogen werden;
Herausschlagen ist nicht der ele-
ganteste Weg, weil Beschädi-
gungen dabei kaum zu vermeiden
sind. Wellendichtring aus der Ge-
häusehälfte drücken und erneuern.
Knifflig wird's, wenn die Kurbel-
wellenlager nicht im Gehäuse, son-
dern auf der Kurbelwelle sitzen blei-
ben; sie lassen sich nur mit einem
Spezialabzieher abnehmen, auf den
wieder mal die Werkstatt das
240
Monopol hat (Abb. 238). Neue
Kurbelwellenlager werden direkt
auf die Welle und nicht ins Gehäuse
gesetzt. Dazu müssen sie zunächst
im Ölbad auf 100° Celsius erhitzt
werden. Notfalls mit einem
Schlagrohr auf den inneren Lager-
ring einwirken, bis das Lager korrekt
sitzt. Die Wangen der Kurbelwelle
sollten dabei auf einer Spezialplatte
ruhen, damit das Pleuellager nicht
beschädigt wird.

Motorgehäuse - Zusammenbau 247


der Hälften, Einbau Kurbelwelle:
Vor dem Zusammenbau muß altes anwenden, die Gehäuseteile aus Abb. 237 Linke
Dichtungsmaterial vollständig Leichtmetall nehmen leicht Gehäusehälfte
entfernt werden. Dazu möglichst Schaden! Zuletzt die acht Befesti- erwärmen und
einen Hartholz- oder Kunststoff- Kurbelwelle mit
gungsschrauben SW 8 einsetzen Spezialplatte
spachtel verwenden. Mit einem fei- und kreuzweise mit Drehmoment herausdrücken.
nen Messer läßt sich ebenfalls ar- Nm 12 -13 anziehen. Wenn das
beiten, doch dabei darauf achten, Gehäuse abgekühlt ist, darf das Abb. 238 Von der
daß keine Riefen in die Dichtflächen Kurbelwelle
Axialspiel der Kurbelwelle nur 0,03 lassen sich die
gekratzt werden (Abb. 239)! bis 0,07 mm betragen. Hauptlager nur mit
Rückstände sorgfältig entfernen, sie Piaggio-
dürfen nicht im Kurbelgehäuse kle- Spezialwerkzeug
ben bleiben. abziehen.
Zum Zusammenbau zuerst die
Abb. 239 Vor dem
linke Gehäusehälfte (Antriebs- Zusammenbau
seite) mit der Heizpistole auf 80° des Motorge-
erwärmen (Abb. 240) und häuses alle Dicht-
Kurbelwelle mit Lager einsetzen; flächen von alten
Dichtmittelrück-
Gehäuse abkühlen lassen. Dann die ständen befreien.
bereits erwähnte Abziehvorrichtung
im umgekehrten Sinn verwenden: Abb. 240 Mit der
Sie wird von der Lichtmaschinen- Heizpistole die
Lagersitze
seite aufgesetzt und dient dazu, die erwärmen; nur so
Kurbelwelle samt Lager so weit ein- lassen sich die
zupressen, bis das Axialspiel ver- Gehäusehälften
schwunden ist. Dichtring einset- auf die mit den
Hauptlagern
zen. Jetzt die Dichtflächen der Ge- bestückte Kurbel-
häusehälften sorgfältig mit Loctite welle schieben.
510 bestreichen (Abb. 241), rechte
Gehäusehälfte auf 80° erwärmen Abb. 241
Die gereinigten
und über das Kurbelwellenlager auf Dichtflächen
der Lichtmaschinenseite schieben. gleichmäßig und
Den Dichtring auf dieser Seite mög- nicht zu dick mit
lichst mit einem Rohr einschlagen, Dichtmittel Loctite
510 bestreichen.
das außen einen Durchmesser von
30,5 mm hat. Achtung: Beim
Zusammenfügen keine Gewalt
INSPEKTIONEN:
WIE DIE SFERA RICHTIG GEWARTET WIRD
Damit die Sfera stets störungsfrei DAS SFERA-
und zuverlässig läuft, müssen in WARTUNGSSYSTEM
bestimmten Abständen verschiede-
ne Wartungsarbeiten ausgeführt Achtung: Motor niemals in ge-
werden. Die folgende Aufstellung schlossenen Räumen oder
gibt einen genauen Überblick. Laut Garagen laufen lassen - Vergif-
Empfehlung von Piaggio sollten tungsgefahr!
Fahrzeuge, die überwiegend in
Meeresnähe bewegt werden, häufi- Grundinspektion nach 1000 km
ger als in der Übersicht angegeben oder 2 Monaten Motor:
Abb. 242 In der inspiziert und geschmiert werden, Befestigung Vergaser prüfen;
gut eingerichteten damit sich an blanken Teilen keine Leerlaufkontrolle, evtl. Vergaser
Verlagswerkstatt
wurde die Sfera
Korrosion bilden kann. Wir meinen, einstellen; Gaszug einstellen, falls
komplett zerlegt. daß dies auch sinnvoll ist bei nötig; wird volle Leistung nicht
Sorgfältig haben Rollern, die häufig im Winter auf erreicht: Zylinderkopf, Zylinder,
wir jeden Schritt salzgestreuten Straßen fahren. Bei Kolben, Kolbenringe prüfen
dokumentiert,
damit der Leser
allen Arbeiten die vorge- Ölpumpe: Ölzufuhrleitungen auf
dieses Buches schriebenen Anzugs-Dreh- Luftblasen prüfen, Pumpenfunktion
sich beim momente beachten - siehe An- prüfen, evtl. entlüften Getriebe: Öl
3
Nachvollziehen hang. Handgriffe und Details siehe wechseln; nur 65 cm auffüllen statt
optimal zurecht-
Wartungs- oder Instandsetzungs- wie früher vorgeschrieben 80 oder
findet. 3
Kapitel 85 cm ; Öl-Spezifikation: IP
PONTIAX FZG

242
80W-90 oder ESSO Gear Oil CZ Bremshebelgelenke fetten
85W-90 Vorderradaufhängung: Tacho-
Zündkerze: Verkrustungen entfer- wellengehäuse fetten (ESSO BEAC-
nen, Elektrodenabstand kontrollieren ON 3, SHELL RETINAX A)
(korrekt: 0,5 bis 0,6 mm) Muttern und Schrauben Fahr-
Batterie: prüfen, evtl. destilliertes gesteil, Motorbefestigung, Rad-
Wasser auffüllen befestigung, Radaufhängung:
Lenkung: Freigängigkeit und Spiel Kontrolle des Anzugsdrehmoments
prüfen, evtl. einstellen Beleuchtung, Blinker, Hupe:
Bremsanlage vorn/hinten: Funktion prüfen
Funktion prüfen, Seilzüge einstellen; Reifenluftdruck: prüfen
Bremshebelgelenke fetten (Werte s.o.)
Muttern und Schrauben Fahr- Probefahrt
gesteil, Motorbefestigung, Rad
befestigung, Radaufhängung: Inspektion alle 8000 km
Kontrolle des Anzugsdrehmoments oder 24 Monate
Beleuchtung, Blinker, Hupe: Motor: bei Leistungsabfall Zylinder,
Funktion prüfen Zylinderkopf, Kolben und
Reifenluftdruck: prüfen; vorn 1,2 Kolbenringe auf Verschleiß und
bar, hinten solo 1,7 bar, mit Sozius Beschädigungen prüfen
2,5 bar Ölpumpe: Ölzufuhrleitungen auf
Probefahrt Luftblasen prüfen; Pumpenfunktion
prüfen, evtl. entlüften
Inspektion alle 4000 km Vergaser: Leerlauf und Gaszug
oder 12 Monate prüfen, evtl. einstellen
Motor: Brennraum/Zylinderkopf, Luftfilter: wechseln
Kanäle/Zylinder, Kolben von Ver- Antrieb: Rollen im Variatorgehäuse
brennungsrückständen befreien; nur fetten
bei Leistungsabfall: Zylinder, Kolben, Getriebe: Öl wechseln (Menge und
Kolbenringe auf Verschleiß prüfen; Spezifikation siehe Grundinspektion)
Gaszug einstellen Zündkerze: ersetzen (Einzelheiten
Ölpumpe: Ölzufuhrleitungen auf siehe Wartungs-Kapitel)
Luftblasen prüfen, Pumpenfunktion Batterie: prüfen, evtl. destilliertes
prüfen, evtl. entlüften Wasser nachfüllen
Antrieb: Rollen im Variatorgehäuse Lenkung: Freigängigkeit und Spiel
fetten prüfen, evtl. einstellen
Getriebe: Kontrolle und Auffüllen Bremsanlage vorn/hinten:
des Ölstands ([Link]) Funktion prüfen, Seilzüge einstellen,
Luftfilter: ausbauen, Schaumstoff- Bremshebelgelenke fetten
Element mit Wasser und Seife aus- Seilzüge: ölen bzw. fetten
waschen, mit Preßluft oder an der Vorderradaufhängung:
Sonne trocknen; anschließend leicht Tachowellenantrieb fetten
einölen Muttern und Schrauben Fahr-
Zündkerze: Verkrustungen entfer- gesteil, Motorbefestigung, Rad-
nen, Elektrodenabstand kontrollieren befestigung, Radaufhängung:
Batterie: prüfen, evtl. destilliertes Kontrolle des Anzugsdrehmoments
Wasser auffüllen Beleuchtung, Blinker, Hupe:
Lenkung: Freigängigkeit und Spiel Funktion prüfen
prüfen, evtl. einstellen Reifenluftdruck: prüfen (Werte
Bremsanlage vorn/hinten: Funk- s.o.)
tion prüfen, Seilzüge einstellen; Probefahrt
Arbeit alle 20000 km Stillegung des Fahrzeugs über
oder 3 Jahre mehrere Monate
Ölpumpe: Antriebsriemen austau- Fahrzeug reinigen, anschließend
schen Motor warm fahren, damit sich
keine Säurerückstände im Auspuff
Arbeiten bei Überholung Motor: bilden. Lackierte und verchromte
Reinigen und Entkrusten aller noch Teile polieren, nicht lackierte
verwendbaren Teile Getriebe: Öl Metallteile dünn mit Korrosions-
wechseln (s. oben) Luftfilter: schutzfett bestreichen. Benzin aus
Abb. 243 Zwei
Roller-Gene-
reinigen, trocken, einölen (s. oben) dem Kunststoff-Tank ablassen; dazu
rationen im Ver- Zündkerze: Elektrodenabstand rechte Seitenverkleidung ausbauen,
gleich: Sfera 50 kontrollieren (s. oben) Benzinschlauch vom Benzinhahn
und Vespa PK 50 Kupplungseinheit: gleitende abziehen und Kraftstoff über einen
XL 2. Während die
Vespa technisch
Metallteile einfetten (Grasso Trichter in einen Kanister füllen;
im wesentlichen Montblanc, Molybdenum Grease) Vorsicht: bleifreies Benzin ent-
noch dem Variator: Rollen einfetten (ESSO hält giftiges Benzol, Hautkontakt
Urmodell von 1946 BEACON 3, SHELL RETINAX A) und Einatmen vermeiden!
entspricht, handelt Vorderradführung: Kugellager,
es sich bei der Zündkerze ausbauen, in die Öffnung
Tachowellenantrieb, Tachowellen- 3
Sfera um ein 10 bis 15cm CastrolTTS-Synthetik-
zeitgemäßes gehäuse fetten (ESSO BEACON 3, Öl spritzen, Kickstarter zwei- bis
Konzept mit mehr SHELL RETINAX A); Bremse dreimal durchtreten, Kerze wieder
Bedienungskom- einstellen Seilzüge: fetten bzw.
fort und deutlich einbauen. Batterie ausbauen und
besseren Fahr- ölen trocken sowie kühl lagern, alle vier
eigenschaften. Wochen nachladen.

243
Reifenluftdruck um 0,3 bar erhöhen Gemisch zu fett, Ölpumpe fördert zu
und Fahrzeug so aufbocken, daß viel Öl; Motor lange mit zu niedriger
beide Räder entlastet sind. Ein altes Drehzahl gefahren. Isolierkörper
Laken tut gute Dienste als verrußt: zu geringer Luftanteil im
Staubschutz. Gemisch; Kerze hat zu hohen
Wärmewert und bleibt im Betrieb zu
KONTROLL-, PFLEGE- kalt; unter Umständen Leerlaufdüse
mit kleinerem Querschnitt in den
UND WARTUNGS- Vergaser einsetzen, Kerze mit
ARBEITEN niedrigerem Wärmewert
verwenden.
Zündkerze, Kerzenstecker - Isolierkörper extrem hell, weiß
Ausbau, Prüfung Elektrodenab- oder mit Schmelzperlen behaf-
stand: Um an Kerze und Zuleitung tet, Elektroden teilweise abge-
herankommen zu können, muß die brannt: Motor wird zu heiß, Motor-
Mittelabdeckung abgebaut werden schaden droht durch Zündkerzen-
(s. Karosserie-Kapitel). Dann den teile, die in den Zylinder gelangen.
Kerzenstecker abziehen, dabei nicht Ursachen: Oktanzahl des Benzins
am Kabel reißen. Innen muß der zu niedrig, Vorzündung zu groß,
Stecker frei von Feuchtigkeit oder Vergasereinstellung zu mager, Kerze
Korrosion sein; er muß stramm auf mit zu niedrigem Wärmewert.
der Kerze sitzen. Eventuell vorhan- Abhilfe: höheroktanigen Sprit (Super
dene Korrosion läßt sich bis zu bleifrei) tanken, Zündzeitpunkt
einem gewissen Grad durch Kratzen zurücknehmen, Vergaser korrekt
oder Schmirgeln beseitigen; doch einstellen, richtige Zündkerze ver-
dies kann nur eine Übergangslö- wenden.
sung sein. Auch ein Kontaktspray Jetzt die Kerze reinigen (falls sie
sorgt vorübergehend wieder für noch nicht verschlissen ist): Ölkohle-
gute Leitfähigkeit. Einen angegriffe- ablagerungen an Elektroden und
nen oder beschädigten Stecker so
schnell wie möglich samt Zündkabel Abb. 244 Die
erneuern. Nur funkentstörte Stecker Zündkerze muß
regelmäßig
verwenden, andere sind unzulässig. überprüft wer-
Zündkerze mit Kerzenschlüssel aus den. Beim
dem Bordwerkzeug oder Spezial- Ausbau den
Schlüssel unter
Steckschlüssel SW 20,5 ausbauen keinen Umstän-
(Abb. 244). Achtung: Der Motor den verkanten,
muß unbedingt kalt sein! sonst bricht der
Vorsicht: Schlüssel nicht verkan- aus Porzellan
bestehende
ten, der aus Porzellan bestehende Isolierkörper.
Isolierkörper ist zerbrechlich (gilt
auch für den Einbau). Nun die
Zündkerze prüfen. Kerze mit
beschädigtem Isolator oder ver-
brannter Außenelektrode sofort
ersetzen. Das „Kerzengesicht" gibt
Auskunft darüber, ob der Motor ein-
wandfrei arbeitet: Isolierkörper
rund um die Mittelelektrode
glänzend schwarz-braun, feuch-
ter Ölkohle- und Rußbelag:
244
Isolierkörper mit einer Draht- oder testens aber alle 8000 km muß die
Messingbürste entfernen (Abb. Kerze ausgewechselt werden.
Abb. 245 245). Kerze möglichst mit Druckluft Achtung: Die Verwendung einer
Gereinigt wird die sauber blasen. Den Elektroden- falschen Zündkerze kann zu
Kerze mit einer
Stahldraht- oder abstand mit einer handelsüblichen schweren Schäden führen;
Messingbürste. Lehre messen und gegebenenfalls Einbau nur bei kaltem Motor!
neu einstellen. Piaggio empfiehlt Piaggio empfiehlt für Sfera 50 und
Abb. 246 Der einen Abstand von 0,5 bis 0,6 mm. 80 nur folgende Kerze: Champion
Elektrodenabstand
sollte 0,5 bis 0,6 Zum Korrigieren des Abstands N2C.
mm betragen. Meßblatt zwischen die Elektroden Vor dem Einschrauben der gereinig-
Gemessen wird schieben (Abb. 246) und die äußere ten Kerze die Dichtfläche am
mit einer Elektrode vorsichtig nachbiegen, Zylinderkopf säubern. Dabei darauf
Fühlerlehre.
indem man z.B. mit einem leichten achten, daß kein Schmutz in die
Abb. 247 Kerze Hammer auf sie klopft. Der Abstand Bohrung fällt. Kerze stets zu-
zuerst immer mit ist korrekt, wenn sich das Meßblatt nächst mit der Hand einschrau-
der Hand nur noch schwer hin- und herbewe- ben, sonst besteht die Gefahr, daß
einsetzen, damit
das Gewinde im
gen läßt. Unbedingt den Zustand sie verkantet und dabei das Ge-
Leichtmetall- des Dichtrings prüfen; er darf kein- winde im Zylinderkopf beschädigt
Zylinderkopf nicht erlei Schäden aufweisen und muß (Abb. 247). Erst zum Schluß
beschädigt wird; vollkommen sauber sein. Schlüssel ansetzen (ebenfalls ohne
erst zum Fest-
Verkanten) und Kerze mit Gefühl
ziehen Schlüssel
benutzen. Zündkerze - Austausch, Einbau: anziehen. Zu starkes Anziehen kann
Bei abgebrannten Elektroden, spä- zu Beschädigungen des Zylinder-
kopfs führen. Übliches Anzugs-
Drehmoment: 24 Nrn.
Schwergängige Kerzengewinde mit
etwas Graphit bestreichen, auf kei-
nen Fall Fett verwenden, die Kerze
würde festbrennen. Niemals den
Dichtring entfernen; die Kerze ragt
dann zu weit in den Brennraum, es
kommt zu Glühzündungen, die
Elektroden schmelzen ab. Folge:
Motorschaden.

Zündeinstellung prüfen: Die


Sfera-Motoren sind mit elektronisch
gesteuerten Zündanlagen aus-
245

246 247
gerüstet, die im Prinzip wartungsfrei kopherstellers beachten). Den In-
sind. Bei Zündstörungen jedoch ist duktivclip des Stroboskops legen
es sinnvoll, zunächst einmal zu prü- wir ans Zündkabel (Kerzenstecker
fen, ob die Grundeinstellung stimmt. nicht abnehmen). Nun den Motor
Erst danach ist es angebracht, nach starten und den Lichtblitz auf die
anderen Ursachen zu suchen. Am Markierung am Gebläsedeckel rich-
Gebläsedeckel ist ein Kontrollsteg ten und Drehzahl auf mindestens
angebracht. Er muß bei der 4000 U/min-1 erhöhen. Die Zünd-
Stroboskop-Kontrolle mit der einstellung ist korrekt, wenn die
Markierung auf dem Gebläserad, Markierung auf dem Gebläserad mit
das sich mit der Kurbelwelle dreht, der Marke auf dem Deckel fluchtet
exakt fluchten. Wir markieren ihn mit (Abb. 248).
Tipp-Ex, damit er besser zu erken- Wird eine Abweichung von mehr als
nen ist. Zuerst müssen der rechte 1 ° 30 festgestellt, muß die Zündung
Seitendeckel und die Batterie- durch Verdrehen des Licht-
abdeckung abgenommen werden. maschinen-Stators neu eingestellt
Elektronische Prüfgeräte gibt es für werden. Dazu muß der Rotor abge-
wenig Geld im Fachhandel; wir zogen werden wie im Motor-Kapitel
benötigen ein Stroboskop, das min- beschrieben. Die nötige Vorzündung
destens 11.000 Blitze pro Minute beträgt beim 50er Motor (80er in
erzeugt. Achtung: Alle Anschluß- Klammern) 16 (20)° +/- 1 ° vor OT,
arbeiten unbedingt bei abgestelltem und zwar bei 4000 U/min-1.
Motor und ausgeschalteter Zündung
vornehmen! Anderenfalls drohen Elektronische Zündanlage und
schwere Elektrikschäden. Das rote Lichtmaschine - Kontrolle:
Kabel des Stroboskops wird an den Wichtige Vorbemerkung: Alle
Pluspol, das schwarze Kabel an den Arbeiten, bei denen elektrische
Minuspol angeschlossen. (Das Verbindungen gelöst werden
grüne Kabel bleibt unberücksichtigt; müssen, dürfen nur bei abge-
grundsätzlich aber die stelltem Motor erfolgen; anderen-
Anschlußhinweise des Strobos- falls wird die Anlage zerstört. Beim
Abb. 248 Mit
einem han-
delsüblichen,
auch auf Ein-
zylindermotoren
einstellbaren
Stroboskop kann
die Zündein-
stellung bei lau-
fendem Motor
kontrolliert wer-
den; dabei keine
stromführenden
Teile anfassen -
Hochspannung!
Mit Tipp-Ex den
Kontrollsteg am
Gebläsedeckel
markieren.

248
Wiederanschließen der Kabel An-
schlüsse und Farben nicht vertau-
schen (s.a. Motor-Kapitel und
zugehörige Abb.).
Treten Zündaussetzer auf, kann ein
Defekt der elektronischen Zünd-
anlage vorliegen. Sie ist mit zwei
Muttern SW 8 am Rahmen befe-
stigt, besitzt einen Masseanschluß
und eine dreiadrige Kabelver-
bindung mit den Farben rot, weiß,
grün (Abb. 249). Zunächst Masse-
anschluß und Kabelverbindung prü-
fen; die Anschlüsse dürfen nicht
locker oder korrodiert sein. Die
249 Elektronikzentrale kann nicht repa-
Abb. 249 So wird riert, sondern nur komplett gewech-
das Hauptkabel selt werden; eine herkömmliche
an die Zündbox
angeschlossen. Zündspule gibt es nicht. Läuft der
Motor dann immer noch nicht, muß
Abb. 250a und b die Lichtmaschine überprüft
Einsatz eines werden. Dies überläßt man am
Ohmmeters zur
Kontrolle von besten einer Fachwerkstatt, die über
Zündanker (sechs das erforderliche Ohmmeter verfügt
Spulen, oberes (Einzelheiten auch im Motor-
Bild) und Pickup Kapitel). Nachdem der Rotor
(unteres Bild).
abgezogen worden ist, erfolgt
zuerst wieder die Sichtkontrolle; alle
Verbindungen müssen in Ordnung
sein. Schwungmagnet (Rotor),
Zündanker (Stator) und Pickup
werden getrennt mit dem Ohmmeter
durchgemessen. Bei Abweichungen
250 a müssen die defekten Teile komplett
ersetzt werden (Abb. 250).

Regler - Kontrolle: Der Regler be-


findet sich links oben am Rahmen-
heck und ist nach Demontage der
Seite 91:
linken Seitenverkleidung bequem
erreichbar (Abb. 251). Ein deutlicher
Abb. 251 Hinweis auf einen Reglerdefekt ist
Blick auf den das Durchbrennen der Lampen;
Spannungsregler,
seine Befestigung
der Regler ist dann unterbrochen:
und Verkabelung. Bei Totalausfall der Lichtanlage
und des elektrischen Chokes
Abb. 252 liegt ein Kurzschluß im Regler vor.
Kabelführung im
rückwärtigen Zuerst aber überprüfen wir, ob alle
Bereich des Steckverbindungen sowie der
Rahmens. Masseanschluß in Ordnung sind.
250 b
Die Gummikappen, die vor Schmutz
und Feuchtigkeit schützen, dürfen
weder beschädigt sein, noch
schlecht sitzen. Wenn die Lampen
durchbrennen, muß der Regler in
jedem Fall ausgetauscht werden.
Bei Ausfall der Lichtmaschine muß
zunächst geprüft werden, ob der
Schwungmagnet richtig mit Strom
versorgt wird - in der Regel Werk-
stattsache. Man hängt das Kabel
mit der violetten Markierung vom
Regler ab und schaltet zwischen
Kabel und Masse ein Voltmeter für
Wechselstrom; die Spannung muß 251
bei 3000 U/min-1 zwischen 25 und
30 Volt liegen. Ist dies nicht der Fall,
ist der Regler defekt und muß aus-
getauscht werden. Führt dies nicht
zum Erfolg, kann der Fehler nur in
einer schlechten Kabelverbin-
dung liegen (Abb. 252). Liegt ein
Defekt im Gleichspannungsteil
des Reglers vor, zeigt sich das auf
zweierlei Weise: Die Sicherungen
brennen durch (Regler-Kurzschluß)
und/oder die Batterie wird nicht
mehr aufgeladen (Regler-
Unterbrechung). Bei Fall eins hilft
nur der Austausch von Regler und 252
Sicherungen. Bei Fall zwei muß
wieder die Werkstatt einspringen.
Sie schaltet ein Am-päremeter
zwischen Regler und Batterie, das
bei 3000 U/min-1 und einer
Batteriespannung von 13 Volt eine
Stromstärke von 1,5 bis 2,0 Ampäre
anzeigen muß; bei niedrigeren
Werten muß der Regler ersetzt
werden. Ist der Fehler danach nicht
behoben, kann's nur am Schwung-
magneten liegen: Er muß bei 3000
Umdrehungen 25 bis 30 Volt Span-
nung abgeben.
253
Sicherung - Kontrolle, Aus-
tausch: Die elektrische Anlage der
7,5-Ampere-Sicherung. Wenn sie Abb. 253 Die
Sfera ist durch eine Zentralsiche- Zentralsicherung
ausgewechselt werden soll, muß die
rung geschützt, die sich unter der befindet sich im
Batterie ausgebaut werden (s.
Sitzbank im Batteriefach befindet Batteriefach
unten). Bei einer defekten Sicherung unter der
(Abb. 253). Es handelt sich um eine
stets auch den Verursacher des Sitzbank.
Abb. 254 Zum Schadens ermitteln und den Fehler Haut und Augen unbedingt ver-
Laden der meiden. Vorsicht, die Säure greift
Batterie
beheben; sonst brennt die neue
Verschlußstopfen Sicherung gleich wieder durch. auch Kleidung sowie den Lack
abnehmen; beim Achtung: Niemals die Sicherung des Fahrzeugs an. Bei
Anschließen Pole mit Draht überbrücken oder Haut- oder Augenkontakt betroffene
nicht ver- Sicherungen mit höherer Stellen mindestens 15 Minuten lang
wechseln.
Kapazität verwenden. Dies kann mit reichlich Wasser spülen, danach
Abb. 255 Die zu schweren Elektrikschäden sofort Arzt aufsuchen. Wird Säure -
Pole müssen und sogar zu Bränden führen! etwa von Kindern - verschluckt, zur
regelmäßig gerei- Verdünnung sofort Wasser oder
nigt und mit Spe-
zialfett gegen Batterie - Inbetriebnahme, Milch trinken. Anschließend
Korrosion ge- Trockenladung: Bei Neufahr- geschlagenes Ei oder Pflanzenöl
schützt werden. zeugen ist die Batterie originalver- einnehmen; Arzt rufen. Achtung:
packt beigelegt. Sfera 50: 12V-4Ah, Batterien erzeugen explosive
Sfera 80: 12V-5Ah. Neue, auch Gase; offenes Feuer, Funken
Ersatz-Batterien, sind in der Regel oder Zigaretten fernhalten.
trocken und müssen vor dem Batterie nur in gut belüfteten
Einbau mit Säure gefüllt und gela- Räumen aufladen. Augen bei Ar-
den werden. beiten an der Batterie stets schüt-
Dazu zunächst einige Sicher- zen.
heitshinweise: Der Elektrolyth Die Batterie besitzt unterhalb des
besteht aus giftiger und stark ätzen- Pluspols ein kurzes Entlüftungsrohr;
der Schwefelsäure. Kontakt mit Verschlußkappe abnehmen. Dann
die Verschlußstopfen (sechs einzel-
ne Kappen oder elastischer
Reihenverschluß) abnehmen. Nun
möglichst mit einer Pipette oder aus
Original-Kunststofflasche heraus die
sechs Zellen mit Schwefelsäure
für Akkumulatoren füllen (im
Fachhandel erhältlich), bis das
Niveau 5 mm über den oberen Rand
der Platten reicht (dazu auch
Strichmarkierung an Batterien mit
transparentem Gehäuse beachten).
Bei Temperaturen ab 15° Celsius
muß das spezifische Gewicht 1,26
254 betragen (s.a. Säurestand prüfen).
Anschließend Batterie zwei
Stunden lang stehen lassen.
Danach die Batterie laden. Zuächst
Plus-, dann Minuspol mit dem
Ladegerät verbinden (Abb. 254). Am
besten ein Ladegerät mit
Ladekontrolle und automatischer
Abschaltung verwenden; es been-
det den Ladevorgang, wenn die
Zellenspannung etwa 2,7 Volt
erreicht hat und das spezifische
Gewicht bei 1,27 liegt. In der Regel
ist die Batterie nach vier bis fünf
255
Stunden geladen. Zuleitungen ab- Dann zuerst Minuspol, dann Pluspol
nehmen und Säurestand kontrollie- abklemmen; Batterie herausheben.
ren; liegt das Niveau über der obe-
ren Strichmarkierung (5 mm über Batterie - Säurestand prüfen,
Platte), überschüssige Säure vor- regulieren: Wichtig für eine lange
sichtig absaugen. Zu niedrigen Lebensdauer der Batterie und ein
Säurestand mit destilliertem Wasser allzeit zuverlässiges Anspringen des
ausgleichen (s.a. Säurestand prü- Motors ist die regelmäßige Kontrolle
fen). Verschlußkappen aufsetzen des Säurestands (im Sommer alle
und Batterie mit einem Tuch trocken sechs bis acht, im Winter alle vier
reiben, vor allem um die Pole Wochen). Dazu muß die Batterie
herum. ausgebaut werden wie oben
beschrieben. Das Gehäuse besteht
Batterie - Ein- und Ausbau, aus durchsichtigem Kunststoff und
Polpflege: Die Sfera-Batterie ist weist zwei Strichmarkierungen auf -
wartungsfreundlich in einem Fach eine untere für die Minimalgrenze,
unter der Sitzbank untergebracht. eine obere für den Maximalstand.
Ein Deckel schützt sie vor Schmutz Liegt der Säurepegel in einer oder
und Beschädigung. mehreren der sechs Zellen dicht
Kreuzschlitzschraube lösen und über oder sogar unter der Minimal-
Deckel abnehmen. Einbau: Die grenze, muß er reguliert werden.
Batterie muß sauber, trocken und Dazu die Verschlußkappen abneh-
geladen sein. Säurestand prüfen men und mit einer Pipette oder
und notfalls korrigieren (s. unten). einer anderen gut dosierbaren
Polpflege: Vor dem Einbau einer Vorrichtung destilliertes Wasser bis
gebrauchten Batterie Pole sorgfältig zum oberen Markierungsstrich
reinigen und mit Drahtbürste oder nachfüllen. Nützlich auch: ein kleiner
Schmirgelpapier von korrodiertem Trichter. Achtung: Niemals nor-
Material befreien (stumpf-grauer males Leitungs- oder Regen-
Belag). Pole und Anschlußklemmen wasser verwenden; es enthält
der Kabel müssen immer blank und Mineralien und Salze, die für die
sauber sein (Abb. 255). Batterie Batterie schädlich sind. Keinesfalls
einsetzen und anschließen; die Maximalmarke überschrei-
dabei unbedingt auf die richtige ten. Sonst tritt bei laufendem Motor
Kabelverbindung achten. Zuerst an den Verschlußstopfen oder aus
das schwarze Massekabel am dem Entlüftungsschlauch Säure aus;
Minuspol („-") anschließen, Korrosion an Fahrwerks-, Motor
Schraube fest anziehen. Dann das oder Elektrikelementen ist die Folge.
rote Kabel am Pluspol („+") an- Beim Einfüllen übergelaufene Säure
schließen, Schraube fest anziehen. vorsichtig mit Lappen aufnehmen;
Beide Pole dünn mit Vaseline oder dabei Hände und Augen schützen!
Spezial-Polfett bestreichen, das ver- Hinweis: Muß häufig (etwa alle vier
hindert Korrosion. Nicht vergessen: Wochen) Wasser nachgefüllt wer-
Entlüftungsschlauch auf den den, liegt meist ein Defekt der elek-
Entlüftungsstutzen unterhalb des trischen Anlage vor - es wird zu viel
Pluspols stecken; unteres Ende ins Strom verbraucht; dies führt zu
Freie führen. Durch den Schlauch einer raschen Zerstörung der
können die entstehenden Gase ent- Batterie. Elektrik systematisch prü-
weichen. fen (siehe weiter oben).
Ausbau: Entlüftungsschlauch ab-
ziehen und am Fahrzeug lassen.
Batterie - Ladezustand prüfen, Dazu nochmals Säurestand kontrol-
nachladen: Zeigt die Batterie lieren, Verschlußstopfen abgenom-
Ermüdungserscheinungen (Anlasser men lassen und Pole mit dem
dreht schwach etc.), muß der Ladegerät verbinden (Minus mit
Ladezustand kontrolliert werden. schwarzem, Plus mit rotem Kabel).
Dazu zunächst Batterie ausbauen Darauf achten, daß die richtige
und Säurestand regulieren wie oben Spannung (12 Volt) am Lade-
beschrieben. Mit einem handelsübli- gerät eingestellt ist. In der Regel
chen Säureheber läßt sich in weni- ist der Ladevorgang nach vier bis
gen Minuten prüfen, in welchem Zu- fünf Stunden abgeschlossen, d.h.
stand sich die Batterie befindet. die Spannung je Zelle beträgt 2,6
Dazu alle Verschlußkappen abneh- bis 2,8 Volt. Erreicht die Spannung
men und Zellen nacheinander nach maximal acht Stunden nicht
durchprüfen: Spitze des Prüfgeräts den erforderlichen Wert oder steigen
in die Säure der jeweiligen Zelle beim Laden keine Blasen in den
senken, Gummibalg zusammen- Zellen auf, ist die Batterie kaputt.
drücken und Säure ansaugen (Abb. Sie muß auch ersetzt werden, wenn
256). Dabei wird ein kleiner sich weiße Ablagerungen an den
Schwimmer in Bewegung gesetzt. Platten zeigen (Sulfatierung) und
Je größer das spezifische Gewicht wenn sich korrodiertes Material von
der Säure, desto höher steigt der den Platten gelöst und am Boden
Schwimmer im Schauglas nach abgesetzt hat. Nach dem Aufladen
oben. Markierungsstriche gestatten Säurestand mit dem Säureheber
das Ablesen des spezifischen Ge- kontrollieren (s.o.). Batterie reinigen,
wichts. Bei einer Temperatur von verschließen und einbauen wie oben
mindestens 15° und voll geladener beschrieben; Entlüftungsleitung
Batterie muß es 1,26 bis 1,28 anschließen! Achtung: Während
betragen. Bei niedrigeren Werten (im des Ladens entwickeln sich
Extremfall 1,12) muß sofort giftige Dämpfe; deshalb Batterie
nachgeladen werden. nur in gut belüftetem Raum laden.
Die aufsteigenden Gase reißen
Abb. 256 Mit winzige Säuretropfen mit. Batterie
einem Säure- deshalb so aufstellen, daß
heber läßt sich Gegenstände nicht bespritzt werden
schnell prüfen, in
welchem Zustand können; notfalls Batterie seitlich mit
sich die Batterie Pappe abdecken. Batterie niemals
befindet. laden, ohne Verschlußstopfen
abzunehmen -Explosionsgefahr!
Wird das Fahrzeug - etwa im Winter
- für längere Zeit nicht bewegt, muß
die Batterie regelmäßig nachgela-
den werden; sie entlädt sich voll-
ständig in zwei bis drei Monaten;
eine Tiefentladung kann zur
Zerstörung führen. Zwischen den
Ladevorgängen Batterie ausgebaut
in einem trockenen und frostfreien
Raum aufbewahren; nicht im
Fahrzeug lassen.

256
Kompression prüfen: Mangelhafte Kompression angezeigt als beim
Kompression im Zylinder ist eine ersten Mal, dichten die Ringe nicht
Folge übermäßiger Abnutzung und mehr richtig ab; (das eingespritzte
führt zu starkem Leistungsverlust. Öl erzeugt vorübergehend eine bes-
Bei einem Zweitaktmotor wie dem sere Abdichtung, der Druck steigt).
Sfera-Triebwerk können verschlisse- Bei einer Kompression von weniger
2
ne oder beschädigte Kolbenringe, als 8,0 kg/cm müssen Kolben und
eine riefige und ausgeriebene Zylinder überholt werden.
Zylinderwand oder Undichtigkeiten
zwischen Zylinderkopf und Zylinder Getriebeöl - Ölstandskontrolle:
die näheren Ursachen sein. Geprüft Das Getriebeöl der Sfera muß in
werden kann die Kompression mit regelmäßigen Abständen kontrolliert
Geräten, die preisgünstig im bzw. gewechselt werden -
Fachhandel zu haben sind. Und so Ölstandskontrolle alle 4000 km (oder
wird's gemacht: Motor einige einmal im Jahr), Wechsel nach den
Minuten lang warmlaufen lassen, ersten 1000 km (oder nach zwei
dann abstellen. Fahrzeug aufbocken Monaten) sowie alle 8000 km (oder
und Mittelabdeckung abbauen. alle zwei Jahre) bzw. nach einer
Kerzenstecker abziehen und Getriebe-Demontage (s.a. Hinweise
Zündkerze herausdrehen. An- im Motor-Kapitel). Achtung: Das
schließend Hohlwelle des Kompres- Fahren mit zu wenig,
sionsprüfers in die Zündkerzen- verschmutztem oder falschem
bohrung einführen und mit der Öl führt zu einer frühzeitigen
Hand festschrauben (Abb. 257). Abnutzung der bewegten
Achtung: Hinterrad muß frei dre- Getriebe-Teile und kann zu
hen können! Zündung einschalten, schweren Schäden führen. Auch
Vollgas geben und Motor mit dem zuviel Öl ist schädlich. Piaggio
elektrischen Anlasser so lange empfiehlt folgende Getriebeölsorten:
durchdrehen, bis der vom IP PONTIAX FZG 80W-90, ESSO
Manometer oder Schreiber ange- GEAR OIL CZ 85W-90. Der
zeigte Druck nicht mehr weiter Fachhändler weiß, welche Sorten
ansteigt. und Spezifikationen darüber hinaus
Wenn Kolben, Zylinderkopf und zulässig sind. Abgesehen von IP
Zylinder in Ordnung sind, muß die PONTIAX sollte generell SAE
Kompression zwischen 8,5 und
2
12,0 kg/cm liegen. Liegt der Druck Abb. 257 Der
unter 8,5 kg, müssen die Ursachen Kom-
pressionsprüfer
ermittelt werden (Demontage- wird in die
Erläuterungen siehe Motor-Kapitel). Zündkerzenboh-
Zuerst Gebläsehaube abnehmen rung geschraubt.
und prüfen, ob die Zylinder- Vorher muß die
Mittelabdeckung
kopfschrauben mit dem vorge- entfernt werden.
schriebenen Drehmoment angezo-
gen sind.
Defekten Kolbenringen kommt man
auf die Spur, ohne den Zylinder
abnehmen zu müssen: Etwas
Motoröl (Castrol TTS Synthetic z.B.)
in die Zündkerzenbohrung spritzen
und dann zweite Messung durch-
führen. Wird eine höhere
257
Abb. 258 85W-90 API GL-3 verwendet wer- pumpe versorgt den Sfera-Motor
Zur Ölstandskon- den. Achtung bei Neubefüllung: drehzahlabhängig mit Schmierstoff.
trolle die obere 3
der beiden nicht mehr als 65 cm Öl einfül- Störungen oder Defekte führen
3
Schrauben an der len, nicht 80 oder 85 cm wie unweigerlich zu Motorschäden.
Schwinge lösen; manchmal empfohlen. Zuviel Öl Regelmäßige Kontrolle ist daher
bei leichtem drückt auf die Lager und tritt am unerläßlich. So muß bei der Über-
Drehen des
Hinterrades muß Wellendichtring vorbei in die gabe, nach 1000 km und dann alle
Getriebeöl aus Bremstrommel ein! Details zur 4000 km der einwandfreie Öl-
der Öffnung Neubefüllung im Motor-Kapitel (s.a. durchfluß vom Tank zur Pumpe
treten. Abb.. 192, 193). und von der Pumpe zum Vergaser
Die Ölstandskontrolle erschwert geprüft werden. Dazu die beiden
sich dadurch, daß zuvor Schall- Seitendeckel und das „Schau-
dämpfer und Hinterrad ausgebaut fenster" im Helmfachboden abneh-
werden müssen; anders ist die Kon- men. Bei laufendem Motor dürfen
trollschraube nicht zu erreichen (s. sich keine Luftblasen in den trans-
Kapitel Hinterradführung). Nach parenten Schläuchen zeigen.
Abschluß der Vorarbeiten sicherstel-
len, daß das Fahrzeug gerade steht. Ölpumpe - Grundeinstellung:
Die obere der beiden Schrauben Gleichzeitig muß die Grundein-
rechts hinten an der Schwinge mit stellung des Seilzugs gecheckt
einem Ringschlüssel SW 11 lösen werden, der von der Verteilerdose
und abnehmen (Abb. 258). Dann unter dem Trittbrett zur Ölpumpe
Hinterrad um eine halbe führt und über ein Drosselventil die
Umdrehung vordrehen; dabei Durchflußmenge steuert. Dazu den
muß Öl aus der Einfüllöffnung großen Gummistopfen vorn links am
treten. Sollte Öl fehlen, muß auch Antriebsblock abnehmen. Die
nach der Ursache geforscht werden Markierung am Betätigungshebel
(defekter Wellendichtring, defekte der Pumpe muß exakt mit der
Getriebedeckel-Abdichtung - siehe Markierung am Pumpengehäuse
Motor-Kapitel). Beim Wieder- fluchten (Abb. 259 links, 260). Zur
einsetzen der Kontrollschraube kei- Korrektur mit einem Schlüssel SW 8
nen Fiber-, sondern einen Alu- oder die Sicherungsmutter am Seilzug-
Kupferdichtring verwenden. einsteller lösen und Einsteller so weit
heraus- oder hineindrehen, bis die
Ölpumpe - Durchfluß prüfen: Die Markierungen übereinstimmen. Tip:
zahnriemengetriebene Frischöl- Sollte die Justierung schwierig sein,
Trittbrett abbauen und alle An-
schlüsse an der Verteilerdose prüfen
(s. Kapitel Karosserie und
Vorderradführung). Die Enden der
drei Seilzughüllen müssen fest in
den entsprechenden Führungen an
der Dose sitzen. Sollte sich das
Seilzugspiel ständig verändern, muß
die Dose mit einem Kabelbinder an
der Rahmentraverse so festgezurrt
werden, daß sie sich nicht mehr
bewegen kann (Abb. 261). Die
Seilzüge hingegen dürfen nicht fest-
geklemmt oder geknickt werden!
Zur Kontrolle des Spiels am Gasgriff
258
drehen; zuletzt Mutter SW 8 unten
am Einsteller festziehen. Ölpumpe
- Entlüftung: In verschiedenen
Fällen muß die Ölpumpe entlüftet
werden: nach Ausbau, Leerlaufen
oder Leerfahren des Öltanks
(möglichst vermeiden -
Motorschaden droht!) und immer
dann, wenn Ölleitungen im Rahmen
bestimmter Wartungs- oder
Reparaturarbeiten an Vergaser oder
Pumpe durchgeführt wurden. Dazu
muß das Fahrzeug vollkommen
fahrbereit sein, außerdem sind
bestimmte Vorarbeiten nötig.
Zuerst den Öltank mit dem vorge-
schriebenen Synthetik-Zweitakt-
motoröl füllen (z. B. Castrol TTS, 259
Castrol Biolube XTS, Castrol
Greentec XTS oder Agip 2T Racing 263) und warten, bis Öl austritt. Abb. 259
plus). Dann rechten Seitendeckel Schraube wieder festziehen, Motor Grundeinstellung
abnehmen und Kraftstoff aus dem starten und mit leicht erhöhter der Ölpumpe: Die
Markierungs-
Tank ablassen. Drehzahl laufen lassen (Fahrzeug striche links
Vorsicht: Das Benzol im Benzin aufgebockt, Hinterrad freidrehend). unten müssen in
ist giftig, Hautkontakt und Ein- Warten, bis alle Luftblasen aus der Leerlaufstellung
atmen vermeiden, undurchlässige Vergaserzuleitung verschwunden exakt fluchten.
Die Entlüftungs-
Handschuhe überstreifen! Kanister sind. Dann Motor abstellen und schraube oben
mit Trichter unter den Benzinhahn Benzintank ganz mit bleifreiem nur bei abgestell-
halten und Befestigung mit einem Superbenzin füllen, damit der vorge- tem Motor
Kreuzschlitzschraubendreher lösen; mischte Treibstoff verdünnt wird. öffnen.
Hahn mit Filter abziehen und Sollte der Motor wegen der kurzfri-
Kraftstoff ablaufen lassen (Abb. stigen Überfettung absterben, Abb. 260
262). Hahn wieder einsetzen und Zündkerze herausdrehen, trocknen, Grundeinstellung
der Ölpumpe im
Schraube befestigen. Dann einen reinigen und wieder einsetzen. Dann Foto: Die Markie-
halben Liter Zweitakt-Gemisch 260 rungsstriche
herstellen: in eine leere Öldose mit neuen Startversuch unternehmen. fluchten genau.
3
Markierungsstrichen zuerst 20 cm Motor sofort warm fahren.
Synthetik-Motoröl Castrol TTS (z.B.)
3
geben, dann 500 cm bleifreies
Superbenzin auffüllen (Mischungs-
verhältnis 1 : 25); kurz schütteln und
Gemisch in den Benzintank füllen.
Diese Maßnahme ist nötig, damit
der Motor nicht ohne Öl läuft, solan-
ge sich Luftblasen im System befin-
den. Ölschlauch vom Vergaser
abziehen und mittels Spritzkanne
mit Öl füllen; Lappen unterlegen.
Jetzt bei abgestelltem Motor die
Entlüftungsschraube an der
Ölpumpe lösen (Abb. 259 oben,
erhöhten Unterdruck wird das zer-
stäubte Benzin mit Macht in den
Brennraum befördert.

Luftfilter - Reinigung: Alle 4000


km - beim Fahren auf staubigen
Straßen öfter - muß das Luftfilter-
element ausgebaut und gereinigt
werden. Der Ausbau des komplet-
ten Luftfiltergehäuses wurde bereits
im Motor-Kapitel beschrieben. Zur
Reinigung zuerst die linke
Seitenverkleidung abnehmen. Dann
die fünf Kreuzschlitzschrauben
267 lösen, die den Deckel des Luft-
filtergehäuses fixieren (Abb. 264).
Deckel und Filterelement abnehmen
(Abb. 265). Praktisch ist, daß man
das Schaumstoff element reinigen
und wiederverwenden kann. Es wird
einfach in einer Seifenlösung ausge-
waschen und dann an der Sonne
oder mit Preßluft getrocknet. Dabei
den Luftstrahl so dosieren, daß er
den Schaumstoff nicht durchlöchert.
Den trockenen Filter leicht einölen;
das geht am besten mit Öl aus der
Sprühdose (spezieller Luftfilter-
262 Spray) oder einem Pinsel.
Keineswegs zuviel Öl auftragen,
es darf nichts abtropfen! Piaggio
empfiehlt ein Benzin-Ol-Gemisch im
Verhältnis von 10 : 1; wir raten
wegen der giftigen Benzoldämpfe,
die Benzin freisetzt, davon jedoch
ab. Filter so einsetzen, daß er sau-
ber abdichtet, Deckel aufsetzen und
festschrauben.
Filter nach 8000 km (s. Piaggio-
Empfehlung Wartungsplan) nur
wechseln, wenn er sich nicht mehr
reinigen läßt.
Achtung: Den Motor nie ohne
Luftfilter laufen lassen! Staub
und feiner Schmutz dringen
263 dann ungehindert bis in den
Zylinder vor und wirken dort wie
Tip: Springt der Motor nicht an, weil Schmirgelpapier. Klar, daß Kolben
er Luft ansaugt, Luftfilterkasten und Zylinder sich dann extrem
abnehmen, Ansaugstutzen zuhalten schnell abnutzen.
und Starter betätigen; durch den
Vergaser - allgemeine Tips:
Ausbau und Zerlegung des
Dell'Orto-Vergasers wurden bereits
im Motor-Kapitel beschrieben. Be-
achten Sie auch die dort abgebildete
Spreng-Zeichnung. Grundsätzlich
gilt, daß der Vergaser in allen
Einzelteilen hundertprozentig in
Ordnung sein muß, wenn der Motor
korrekt laufen soll. Zu den häufig-
sten Schäden gehören undichter
Schwimmer, verstopfte Düsen,
klemmender Gasschieber,
defekte Abdichtungen und
falsche Einstellung. Ratsam ist 264
es, den Vergaser von Zeit zu Zeit
Seite 98:
auszubauen, komplett zu zerlegen,
in Lösungsmittel zu reinigen und Abb. 261 Mit
dann mit Preßluft auszublasen; Abb. einem
Schlauchbinder
84 und 85 auf den Seiten 33 und 34 wird die Ver-
zeigen den Ausbau von teilerdose fixiert,
Gasschieber und Düsennadel. Vor damit sich die
allem Düsen und Kanäle müssen Grundeinstellung
nicht verändern
gründlich selbst von kleinsten kann.
Schmutzpartikeln befreit werden
(s.a. Motor-Kapitel). Beim Abb. 262
Zusammenbau darauf achten, daß Ausgebauter
sich der Gasschieber frei bewe- Benzinhahn; gut
zu erkennen der
gen läßt. Wenn er klemmt, obwohl Feinfilter aus
keine Kanten oder Riefen feststell- Kunststoff.
bar sind, ist das Gehäuse schuld.
Dann muß der Vergaser komplett Abb. 263 So wird
die Entlüftungs-
ausgetauscht werden. Auf der an- schraube der
deren Seite kann durch normale Ölpumpe gelöst.
Abnutzung auch ein zu großes Spiel 265
entstanden sein. Dann genügt es
Vergasers; vorn die Angaben für
oft, nur den Gasschieber zu wech-
den 50er Motor, in Klammern die
seln. Achtung: Beim Abb. 264, 265
80er Daten:
Zusammenbau stets neue Der Deckel des
Vergasertyp: Dell'Orto PHVA 12 Luftfiltergehäuses
Dichtungen verwenden; sie ver-
(PHVA 17,5); Durchlaß: 12 (17,5) ist mit fünf
hindern, daß explosives und giftiges
mm; Hauptdüse: 56/100 (65/100); Schrauben befe-
Benzin austreten und Schaden stigt; nach dem
Leerlaufdüse: 34/100 (34/100);
anrichten kann. Abnehmen kann
Diffusor:FA211 (FA211); der Einsatz gerei-
Wichtig: keine anderen Teile ver-
Startdüse: 50/100 (50/100); nigt oder ge-
wenden als vom Hersteller vor-
Gasschieber: Dell'Orto 40 wechselt werden.
geschrieben. In Deutschland
(13840.40.64); Düsennadel und
erlischt die Allgemeine Betriebs-
Position: SA2, 3. Kerbe von oben
erlaubnis bei Einbau größerer Düsen
(A7, 3. Kerbe von oben).
oder gar eines anderen Vergasers.
Die folgende Übersicht enthält die
Vergaser - Leerlauf- und
technischen Daten des Sfera-
Gaszug-Einstellung: Ein unrunder
oder zu schneller Leerlauf gehört zu Minute; dabei darf sich das Hinter-
den häufigsten Störungen bei rad auf keinen Fall drehen. Die
Zweitaktmotoren - vor allem dann, Drehzahl-Obergrenze ist erreicht,
wenn die Laufleistung schon hoch wenn das Hinterrad soeben zu dre-
ist. Beim Sfera-Motor ist die Leer- hen anfängt. Zur Erhöhung der
lauf-Einstellung denkbar einfach. Drehzahl die Rändelschraube im
Doch Achtung: Sie darf nur bei Uhrzeigersinn, zur Absenkung
betriebswarmem Triebwerk gegen den Uhrzeigersinn drehen.
durchgeführt werden. Fahrzeug auf- Falls die Gummiabdeckung ab-
bocken, Motor starten und zwei genommen wurde: die Kappe sorg-
Minuten im Leerlauf arbeiten lassen fältig aufsetzen; dabei darauf ach-
(für gute Belüftung sorgen; ten, daß die Vorwärmleitung paß-
Auspuffgase sind giftig). Dann die genau zur Gebläsehaube führt. Die
Sitzbank hochklappen, die Kreuz- einzelnen Segmente der Kappe
schlitzschraube an der Wartungs- müssen sich genau um den Ver-
klappe lösen und Klappe abneh- gaser legen, weil sonst die Vor-
men. Das „Schaufenster" macht wärmung nicht funktioniert.
den Vergaser gut zugänglich, eine Wartungsklappe einbauen.
Handlampe erleichtert die Arbeit.
Am besten Gummiabdeckung des
Vergasers abnehmen; dies ist aber
nicht unbedingt erforderlich. Dann
zuerst das Spiel des Gaszugs prü-
fen; es sollte an der Bowden-
zugmündung nicht mehr als 1,0 mm
betragen. Reguliert werden kann es
durch die Einstellschraube vorn am
Gehäuse; zunächst die
Kontermutter mit einem Schlüssel
SW 8 lösen, dann Einstellschraube
so verdrehen, bis das Spiel stimmt.
Kontermutter wieder festziehen. Der
Leerlauf wird mit der großen,
Abb. 266 Der schwarzen Rändelschraube hinten
Leerlauf wird mit am Vergasergehäuse eingestellt
der schwarzen (Abb. 266; s.a. Abb. 162-165). Die
Rändelschraube
hinten am Ver-
korrekte Leerlaufdrehzahl beträgt
gaser eingestellt. 1800 bis 2000 Umdrehungen pro

266
WERKZEUGEINSATZ:
WAS MAN BRAUCHT, WIE MAN'S MACHT
Das serienmäßige Bordwerkzeug Schraubendreher mit Schneiden-
der Sfera ist - wie bei den meisten breiten 2, 3/4, 5/7, 9/0, drei Kreuz-
Rollern - nur ein Notbehelf. Es taugt schlitz-Schraubendreher klein, mittel
kaum zum Zündkerzen Wechsel, ver- und groß, Kombizange, Wasser-
sagt erst recht, wenn beispielsweise pumpenzange, Spitzzange, Seege-
die Räder abgenommen werden ringzange, Dorn 8 mm, Schlosser-
müssen. Gleichwohl muß man nicht hammer klein und mittel, Kunst-
viel Geld ausgeben, um für den stoffhammer, Draht- und Messing-
Umgang mit der überwiegend recht bürste, Hand-Fettpresse, Bowden-
zierlichen Sfera-Technik gerüstet zu zugöler, Batteriesäure-Prüfer,
sein. Ein handelsüblicher Werkzeug- Batterie-Ladegerät, Fühlerlehre,
kasten mit Umschaltknarre und Hakenschlüssel für Lenkkopfmutter,
Stecknüssen SW 8 bis SW 24 Fußluftpumpe mit Manometer.
sowie ein Sortiment diverser Schlitz- Unentbehrlich für Arbeiten an Motor,
und Kreuzschlitz-Schraubendreher Antrieb und Fahrwerk sind außer-
tut's für den Hausgebrauch allemal. dem zwei Drehmomentschlüssel
Wer indes öfter privat oder gar pro- (ca. 10 bis 60 und 30 bis 140 Nm) -
fessionell schraubt, kommt nicht keine billige Anschaffung, falls es
umhin, in eine gehobenere Werk- sich um automatische Schlüssel
statt-Ausrüstung zu investieren. Wir handeln soll, die bei Erreichen des
empfehlen folgende Grundaus- eingestellten Wertes überspringen.
stattung: Werkbank mit Schraub- Wer bis zur Kurbelwelle vordringen
stock, Stecknuß-Satz SW 6 bis 24 will, braucht außerdem eine Heiß-
mit kleiner und großer Umschalt- luftpistole; mit ihr werden bestimmte
knarre sowie den zugehörigen Elemente vor der Montage erwärmt.
Adaptern 1/4- und 1/2-Zoll, Ring- Auf weitere Spezialwerkzeuge und
und Gabelschlüssel-Satz SW 6 bis Hilfsgeräte wird im Text an entspre-
24 (auch in kombinierter chender Stelle hingewiesen. Gute
Schlüsselausführung zu haben), Dienste bei Reparaturarbeiten an der
Innensechskantschlüssel SW 3-10, Elektrik leistet ein Quetschver-
Zündkerzenschlüssel, vier Schlitz- binderset mit Kabelschuh- und
Abisolierzange. In einer Top-Werk-
statt dürfen darüber hinaus Abb. 267 Auch für
Stroboskop-Prüfgerät und elektroni- einfache Arbeiten
sche Bohrmaschine nicht fehlen. empfiehlt sich
paßgenaues
Natürlich will auch der Umgang mit Werkzeug.
dem Werkzeug gelernt sein.
Unerfahrene Hobbyschrauber grei-
fen gern zum falschen Schlüssel:
Ein Gabelschlüssel eignet sich nur
zum Beidrehen von Muttern oder
Schrauben, keinesfalls zum endgül-
tigen Festziehen; dazu sollten aus-
schließlich Ring- oder Steck-
schlüssel bzw. Stecknüsse verwen-
det werden. Sie rutschen nicht so
leicht ab, verletzten nicht die
Schraubenkanten. Bei
Schraubendrehern gilt: nur
Werkzeuge mit unbeschädigten,
sauber gekanteten Klingen ver-
267
wenden. Abgenutzte und rund Fahrradöl tut Wunder. Es kann auch
gedrehte Klingen rutschen aus den helfen, einen Schraubendreher
Schraubenschlitzen heraus, zer- anzusetzen und dem Griffende
stören letztlich die Führung - die einen kräftigen Hammerschlag zu
Schraube läßt sich nur noch durch verpassen - oft löst sich die Schrau-
zeitaufwendiges Ausbohren entfer- be dann. Wichtig: verschmutzte
nen. Das geht dann im Prinzip so: Fahrwerks- und Motorteile reini-
Zuerst Schaftende glatt feilen, in der gen, bevor die Schraubarbeit
Mitte körnen und mit einem kleinen beginnt. Gut sind Speziaireiniger, die
Bohrer vorbohren. Dann mit exakt keine Giftstoffe oder gefährlichen
passendem Bohrer nacharbeiten. Lösemittel enthalten. Keinesfalls
Anschließend muß ein neues Ge- Benzin verwenden - es enthält
winde geschnitten werden, in der krebserregendes Benzol und giftiges
Regel in drei Stufen. Immer auch Toluol!
einen Schraubendreher verwenden, Während der Arbeit unbedingt auf
der möglichst bündig paßt. Ist die Sicherheit achten: Armbanduhren,
Klinge zu klein, besteht Abrutsch- Armbänder, Ringe und Halsketten
und Verletzungsgefahr! Wer den sollten stets abgelegt werden. Auch
Schraubendreher als Meißel be- flatternde Kleidungsstücke wie weite
nutzt, beschädigt Werkzeug und Jacken oder Schals können beim
Werkstück. Bei Arbeiten am Fahr- Schrauben gefährlich werden. Die
werk oder beim Montieren von Sfera bietet so viel Stauraum, daß
Motorteilen wie Zylinder, Zylinder- die Mitnahme eines selbst
Abb. 268 Eine kopf oder Lichtmaschine möglichst zusammengestellten Werkzeugsets
Umschaltknarre einen Drehmomentschlüssel ver- keine Probleme bereitet. Wir emp-
mit passenden wenden. Generell sollten alle fehlen für unterwegs: je zwei ver-
Stecknüssen ist
für viele Arbeiten
Schrauben, die in Leichtmetallteile schieden starke Schraubendreher
am Roller gedreht werden (Motorgehäuse Schlitz und Kreuzschlitz, Kombi-
unentbehrlich. z.B.) drehmomentkontroHiert festge- schlüssel Ring/Gabel SW 8 bis SW
dreht werden. 19, Steckschlüssel SW 24 für Rad-
Abb. 269
Komplettes
Niemals versuchen, festsitzende ausbau, Zündkerzenschlüssel,
Werkzeug- und Muttern mit Gewalt zu lösen: Die Hakenschlüssel, Mehrzweckzange,
Montage-Set von Schraube reißt ab, die Ecken von multifunkionales (Taschen-)Messer.
Helicoil zum Muttern werden rund gedreht. Nützlich sind auch ein Stück Draht,
Ausbohren und
Reparieren von
Korrodierte Schraubverbindungen Elektrokabel, einige Kabelklemmen,
beschädigten lösen sich meist, wenn ein guter ein kleines Sortiment Maschinen-
Gewinden. Rostlöser einige Zeit eingewirkt hat; schrauben M 6 und Blechschrauben
billiges Nähmaschinen- oder 4,0 x 20 bis 25.

268 269
REIFEN: FAHRTIPS, KAUF, PFLEGE, KONTROLLE

Fahren: Respekt vor Neukauf: keine Mischbereifung


scharfen Kanten Wer nicht nur bei schönem Wetter
Von den Reifen hängt in entschei- fährt, sollte sich genau die Pro-
dendem Maße die Sicherheit ab. filierung ansehen: Eine Mittelnut
Vernünftige Behandlung und oder Rille am Vorderrad schützt
regelmäßige Kontrolle sind daher besser vor Aquaplaning als ein
unerläßlich. Besonders schädlich für Mittelsteg. Auch verhalten sich bei
den empfindlichen Unterbau Nässe kräftig profilierte Pneus gut-
(„Karkasse") sind das Fahren mit zu mütiger als Konstruktionen mit
geringem Luftdruck sowie das rück- geringem Negativ-Profil-Anteil. Auf
sichtslose Queren von Bordsteinen keinen Fall sollte hinten ein anderes
und scharfen Kanten. Oft entstehen Reifenfabrikat aufgezogen werden
dabei unsichtbare Schäden, die im als vorne. Mischbereifungen wir-
Extremfall zu einem Reifenplatzer ken sich meist negativ auf die
führen können (Abb. 270). Also Fahrsicherheit aus. Wie bereits im
beachten: Reifenluftdruck Reparaturteil erwähnt, ist von einer
Abb. 270 Wer so
regelmäßig prüfen, Reifen scho- Reifenmontage im Do-it-yourself- an scharfe
nend behandeln. Großen Einfluß Verfahren bei der Sfera abzuraten. Bordsteinkanten
auf Lebensdauer und Bodenhaftung Teilbare Felgen wie bei der heranfährt, fügt
hat die Gummimischung. Sie ist von klassischen Vespa sind leider nicht dem Reifen unter
Umständen
Fabrikat zu Fabrikat, von Typ zu Typ vorhanden. Die schlauchlosen irreparable
unterschiedlich. Auskunft erteilen Reifen der Schäden zu.
Reifenfachhändler sowie Piaggio-
Spe-zialisten. Da Reifenmodelle von
der Industrie immer wieder durch
neue Typen ersetzt werden,
verzichten wir hier auf konkrete Tips.
Fest steht, daß harte
Gummimischungen den Reifen
länger leben lassen, dafür aber keine
gute Rutschfestigkeit bei Nässe
garantieren. Tip für Anfänger:
Wenn es länger nicht geregnet hat,
bildet sich bei einsetzendem
Niederschlag ein schmieriger Film
aus Gummiabrieb, Öl und Staub auf
der Straße, der erst allmählich
abgewaschen wird. Also zu Beginn
des Regens besonders vorsichtig
fahren, gefühlvoll Gas geben und
bremsen, großen
Sicherheitsabstand zu anderen
Fahrzeugen halten und hohe
Schräglagen vermeiden.
Besonders tückisch bei Nässe:
Fahrbahnmarkierungen und
Zebrastreifen aus aufgespritztem
Kunststoff, Bitumenausbesserungen
auf der Straße (zu erkennen an der
schwarz-glänzenden Oberfläche),
Kanaldeckel und Brückenfugen.
270
Niederquerschnitts-Dimensionen gestatten. Es handelt sich dabei um
90/90-10 und 100/80-10 lassen 2 mm dicke Erhöhungen im Nega-
sich nur mit einer Spezialmaschine tivprofil (also in der Rille); liegen die
ab- und aufziehen - Werkstattsache. Anzeiger in gleicher Höhe mit dem
Positiv-Profil, müssen die Reifen
Luftdruck: häufige Prüfung gewechselt werden (Abb. 272).
Gefährlich (und teuer) lebt, wer den Regelmäßig kontrolliert werden muß
Luftdruck vernachlässigt. Wir emp- auch, ob die Reifen an den Flanken
fehlen eine Kontrolle alle vier oder im Bereich der Lauffläche
Wochen, vor größeren Fahrten und Beschädigungen aufweisen
beim Wechsel auf das Fahren (Schnitte, Risse, Blasen, Profilab-
mit/ohne Sozius. Wichtig ist, daß lösungen etc.) Beschädigte Reifen
der Reifendruck nur bei kalten sofort austauschen. Das gilt auch
Reifen kontrolliert wird; bei erwärm- dann, wenn sich nach Vollbrem-
tem Pneu - und das ist schon nach sungen sogenannte „Bremsplatten"
wenigen Kilometern der Fall - zeigt gebildet haben. Nutzen sich die
das Meßgerät zu hohe Werte an Reifen ungleichmäßig ab (Säge-
(vor allem im Sommer). Achtung: zahnbildung z.B.), sind Federung
Chronischer Unterdruck führt zu und Dämpfung nicht in Ordnung -
instabilem [Link] vor allem in also prüfen und reparieren.
Kurven, hohem Verschleiß und
in extremen Fällen sogar zu Räder, Felgen: Zustand prüfen
Laufflächenablösungen infolge Nicht nur die Reifen, auch die aus
Überhitzung. einer Leichtmetallegierung gefertig-
Piaggio schreibt für die Sfera 50 und ten Räder bedürfen regelmäßiger
80 folgende Reifenluftdruckwerte Kontolle. Empfindlich ist vor allem
vor: Vorderrad 1,2 bar, Hinterrad der Felgenbereich, auf dem die
solo 1,7 bar, mit Sozius 2,5 bar. Reifen sitzen. Sind die Felgenhörner
Bei längeren Fahrten mit voller deformiert oder eingedellt - z.B.
Zuladung empfiehlt es sich, den durch hartes Bordsteinfahren - ist
Luftdruck vorn um 0,2 und hinten das ganze Rad reif für den Schrott.
um 0,4 bar zu erhöhen (Abb. 271). Beschädigte oder verzogene Räder
Die Reifen werden dann weniger müssen schnellstmöglich ausge-
stark gewalkt, erhitzen sich nicht so tauscht werden - Unfallgefahr! Den
sehr, verschleißen weniger schnell Rundlauf des Rades kann man
und bieten mehr Stabilität. Beim leicht selbst überprüfen. Zunächst
Fahren auf unbefestigten Pisten die Vorderradkontrolle: Maschine
(Strand, Feldwege) hingegen kann aufbocken und Vorderrad von Hand
es nützlich sein, den Luftdruck um in Drehung versetzen. Mit der
einige Zehntel abzusenken. Auf anderen Hand einen Stift oder ein
festem Untergrund dann nicht Stück Kreide so ans Steuerrohr
vergessen, die Werte wieder zu legen, daß die Felge den Stift beim
erhöhen! Drehen in mindestens einem Punkt
berührt (Abb. 273). Anschließend
Profiltiefe, Beschädigungen: Rad so lange weiterdrehen, bis sich
Sichtkontrolle der größtmögliche Abstand zwi-
Niemals sollte eine Mindestprofil- schen Stift und Felge einstellt. Jetzt
tiefe von 2 mm unterschritten wer- diesen Abstand messen, dies ist
den. Die meisten modernen Pneus dann das Maß des Seitenschlags.
sind mit Abnutzungsanzeigern ver- Die Toleranzgrenze liegt bei nur 0,5
sehen, die eine schnelle Kontrolle mm. Ist der Schlag größer, muß
das Rad ausgetauscht werden.
Hinterradkontrolle: Maschine auf-
bocken und Heck so abstützen, daß
sich das Hinterrad frei drehen kann.
Motor starten und mit leicht erhöhter
Drehzahl laufen lassen, damit das
Rad langsam rotieren kann.
Achtung: Motor nicht in
geschlossenen Räumen oder
Garagen laufen lassen - Vergif-
tungsgefahr! Stift oder Kreide wie
beschrieben an Federbein anlegen
und Seitenschlag bestimmen. Ob
die Räder richtig ausgewuchtet
sind, läßt sich mit Hausmitteln nur 271
unzureichend prüfen; die innere
Reibung in Lagern und Antrieb ist zu werden müssen, wurde bereits Abb. 271 Weil der
groß für eine Unwuchtbe Stimmung mehrfach erwähnt. Drehmomente Reifenluftdruck
von Hand. Am besten Räder immer und saubere Versplintung regelmäßig kon-
bei der Montage neuer Reifen beachten!
trolliert werden
muß, ist die
auswuchten lassen. Auch dann, Anschaffung einer
wenn sich beim Fahren eine Fußluftpumpe
Unwucht zeigt (Höhenschlag), sinnvoll.
Reifen-Fachwerkstatt zu Rate
ziehen. Daß die zentralen Radbe- Abb. 272 Mit einer
einfachen Lehre
festigungen regelmäßig geprüft läßt sich die
Profiltiefe jederzeit
genau ermitteln.

Abb. 273 Ein


Stück Kreide ist
nützlich, wenn
Rundlauf und
Seitenschlag von
Rad und Reifen
geprüft werden
sollen.

272 273
ZUBEHÖR:
WIE MAN DIE SFERA VEREDELN KANN
Die Ausstattung der Sfera-Modelle renommierte Krüger GmbH (In der
ab Werk ist gut, aber nicht üppig. Schwarzerde 5-7, 65549
Abb. 274 Touren- Kein Wunder also, daß der Limburg/Lahn; Tel. 06431/91950,
Sfera von Krüger Zubehör-Markt blüht. Besonders Fax 91 9550). Der Grossist
mit allen
Schikanen: Wind-
gefragt sind Custom-Teile für Reise beliefert rund 3000 Rollerhändler in
schutzscheibe, und Alltag: Gepäckträger, Koffer, der Bundesrepublik und in anderen
Sturzbügel vorn Windschutzscheiben, Stoßstangen, Ländern der EU mit Teilen aller Art
und hinten, Rammschutzbügel. Ein entspre- (Auslieferung nur an den
Seitenständer,
langstrecken- chend abgestimmtes Grundpro- Fachhandel, nicht an Privat-
tauglicher gramm vertreibt die Vespa GmbH kunden).
Custom-Sitzbank, als offizieller Piaggio-Importeur über Zum umfangreichen Programm der
Top Case mit ihr gut ausgebautes Händlernetz. Firma zählen auch die von zahlrei-
Träger. Zubehör-
Gesamt preis Um Ausrüstungsdetails, die ein chen Sfera-Besitzem begehrten
1995: rund 1000 besonders anspruchsvolles Tuning- und Elektronikteile. In die-
Mark. Publikum zufriedenstellen, kümmern sem Zusammenhang muß darauf
sich Zubehörspezialisten wie die hingewiesen werden, daß Teile, mit

274
275 276

277 278

denen sich Bauart und Fahrlei- den Dichtungen (Abb. 275). Die Abb. 275 Mit
stungen verändern lassen, entweder Höchstgeschwindigkeit steigt auf 80 diesem Kit kann
km/h, was dem Fahrwerk nichts der Hub-raum von
vom TÜV abgenommen und einge- 50 auf 75 crrf
tragen werden müssen oder nur zu anhaben kann, da es ohnehin auf erhöht werden;
Wettbewerbszwecken verwendet diese Geschwindigkeit ausgelegt ist kein TÜV-
werden dürfen. Roller-Rennen sind (Original-Sfera 80). Preis im Mai Gutachten.
sehr in Mode gekommen, sodaß 1996 komplett: 214 Mark. Ein TÜV-
Abb. 276 Variator,
sich allein von daher ein Bedarf an Gutachten für diesen Bausatz gibt Riemenscheibe
Tuning-Material ergibt. Technisch es allerdings nicht; der Käufer muß sowie diverse
betrachtet läßt sich mit sich entweder selbst um die Distanzhülsen zur
verhältnismäßig wenig Aufwand aus Abnahme kümmern oder darf das Änderung der
Primär-
einer 50er Mokick-Sfera ein 80er umgerüstete Fahrzeug offiziell nicht übersetzung beim
Leichtroller-Modell machen, passen- im Straßenverkehr bewegen. Sporteinsatz.
de Zylinder-Bausätze machen's Konstruktiv einfach, fahrtechnisch
Abb. 277 Beliebt
möglich. Daß anschließend TÜV-Ab- aber äußerst effizient und ausdrück- und sinnvoll vor
nahme und Abgas-Gutachten erfor- lich nur für Wettbewerbszwecke be- allem in
derlich sind, steht auf einem ande- stimmt ist ein Zusatz-Kit, mit dem Großstädten: eine
ren Blatt. Krüger bietet einen sich die Primärübersetzung verän- elektronische
Alarmanlage mit
Tuningsatz an, der auf alle 50er dern läßt. Er besteht aus Variator Fernbedienung.
Automatik-Roller von Piaggio paßt und Riemenscheibe mit geänderter
3 Abb. 278 Erspart
und den Hubraum auf 75 cm Steigung und drei verschiedenen
das lästige
erhöht. Zum Set gehören Zylinder, Fliehgewicht-Sets (Abb.276). Aufbocken:
Zylinderkopf, Kolben mit Bolzen und Ergebnis ist eine um weitere zehn Seitenständer mit
speziellen Ringen sowie die passen- km/h gesteigerte Höchst- Doppelfeder.
Abb. 279 Sfera als
sportlich
aufgemachter
Cityflitzer mit klei-
ner Scheibe,
Gepäckträger,
Rammschutz und
Chromblenden für
Auspuff und
Seitendeckel.

Abb. 280 Etwas


fürs Auge ist das
Chrom-Set für
Schwinge,
Radnabe und
Scheinwerfer- 279
einfassung.
3
Abb. 281 geschwindigkeit beim auf 75 cm besserten Sfera zu verhindern, gibt
Für weniger als aufgerüsteten Modell (Set-Preis 125 es - neben der serienmäßigen
200 Mark ist eine Mark). Diebstahlsicherung per Lenkschloß
besonders
bequeme Was en vogue ist, wird auch gern - im Prinzip zwei wirksame Möglich-
Custom-Sitzbank geklaut. Um das plötzliche Ver- keiten: 1. Anbringen einer Panzer-
zu haben. schwinden der mit viel Aufwand ver- kette mit aufbohrsicherem Schloß,

280 281
wie es Markenfabrikate bieten, 2.
Einbau einer Alarmanlage. Für 322
Mark offeriert Krüger ein System,
das sich im Do-it-yourself-Verfahren
installieren läßt und sogar eine
Fernbedienung für den Fernstart -
etwa vom Eiscafe aus -umfaßt
(Abb. 277). Praktisch im Alltag, vor
allem bei Kurzstreckenfahrten mit
häufigen Stopps oder
Besorgungsfahrten sind zwei Dinge:
ein Seitenständer und ein
Gepäckträger mit Topcase. Den
Seitenständer gibt es mit TÜV-
konformer zweiter Rückholfeder für
48 Mark, wahlweise verchromt oder
schwarz lackiert (Abb. 278). Träger
und Top-Cases bieten fast alle
Ausrüster an. Während verchromte
anbietet (Abb. 282). Sie bietet mehr Abb. 282
Träger zwischen 60 und 130 Mark
Komfort als das Serienteil und sorgt Verdoppelt das
zu haben sind, kosten Heckkoffer je Ladevolumen:
mit ihrer körpergerechten
nach Volumen und Ausführung zwi- Stabiles Top Case
Ausformung für besonders ermü- mit Halteplatte, die
schen 100 und 190 Mark (Abb.
auf den Träger
282). Sie werden mit einem geschraubt wird.
Schraubset auf den vorhanden
Träger montiert. Vielseitiger als der
serienmäßige Sfera-Gepäckträger
ist ein Klappgepäckträger (ca. 125
Mark); er erlaubt das Mitführen von
sperrigen Taschen und Körben,
aber auch Gegenständen aller Art,
wie sie beim Einkaufen nun mal so
anfallen (Abb. 283). Sturzbügel und
Stoßstangen aus hochglanzver-
chromtem Stahlrohr werten den
Scooter nicht nur optisch auf, son- 283
dern schützen den Lack auch vor dungsfreies Fahren für beide
Beschädigungen. Ein Bügel ist billi- Passagiere. Wer dann zusätzlich
ger und läßt sich schneller austau- noch eine Windschutzscheibe mon-
schen als ein lackiertes Kunst- tiert (149 Mark), kann selbst an Abb. 283
stoffelement wie Kotflügel oder kühlen Tagen gelassen bleiben. Der verchromte
Seitenverkleidung. Der Show dienen Klapp-Gepäck-
Hochwertiges und funktionales träger ist bei
Chromteile wie Schwingen- und Zubehör macht also Sinn, hat Motorrollern seit
Auspuffabdeckung, Radnaben- außerdem besondere Tradition bei Jahrzehnten ein
deckel und Scheinwerfereinfassung Piaggio-Rollern: Warum soll die Klassiker.
(Abb 280). moderne Sfera nicht ebenso fein
Durchaus empfehlenswert für Lang- daherkommen wie eine klassische
streckenfahrer und Leute, die mit Vespa, bei der kaum jemand an der
der Sfera auch in Urlaub fahren, ist Ausrüstung spart? Wie gut die Sfera
eine Custom-Sitzbank, wie sie aussieht, wenn sie veredelt wurde,
Krüger beispielsweise für 169 Mark zeigen die Beispiele auf diesen
Seiten.
SCHALTPLAN SFERA 50

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HAUPTSCHALTBILDER SFERA 50/80

Schaltbild
Zündanlage

Schaltbild
Beleuchtung und
automatischer
Choke

Schaltbild
Batterielade-
system und elek-
trisches Anlassen
Schaltbild
Instrumente und
Kontrolleuchten

Schaltbild
Blinkanlage und
Hupe
FEHLERSUCHE SFERA: Wie man die Ursachen von
Störungen findet und Mängel schnell behebt
MOTOR: STARTPROBLEME Austausch des Schalldämpfers. Luftfilter
häufigste Ursache: Benzinmangel, daher verschmutzt oder defekt; reinigen bzw.
zuerst Tankkontrolle; ersetzen.
bei ausreichender Treibstoffmenge Durch- Choke bleibt hängen; Leichtgängigkeit prüfen
lauf prüfen; dazu Wartungsklappe im bzw. herstellen. Starke Verkrustung von
Helmfach öffnen, Anlasser bei geschlosse- Brennraum und Zylinderkanälen; Zylinderkopf
nem Gasgriff betätigen und kontrollieren, ob und Zylinder ausbauen und entkrusten;
Benzin durch die Zulaufleitung strömt. Kolbenboden ebenfalls reinigen. Kupplung
Unterdruckventil am Vergaser prüfen; rutscht durch; Backen der
Unterdruckleitung darf nicht defekt oder Fliehkraftkupplung prüfen und notfalls aus-
abgerutscht sein; notfalls Ventil ersetzen. tauschen
Düsen oder Benzinhahn verstopft; aus- Riemenscheiben gleiten schlecht; Teile
bauen, mit Lösungsmittel reinigen und mit ausbauen, prüfen, beschädigte Elemente
Druckluft trocknen. ersetzen.
Luftfilter verschmutzt; reinigen oder aus- Keilriemen abgenutzt; ausbauen und
tauschen. ersetzen.
Automatischer Choke defekt: elektrische
Zuleitungen, Durchfluß und mechanische MOTOR:
Leichtgängigkeit prüfen. ABSTERBEN IM LEERLAUF
Leerlaufdüse verschmutzt; ausbauen, mit
MOTOR ABGESOFFEN: Lösungsmittel reinigen und mit Druckluft
Vollgas geben und den Anlasser betätigen; durchblasen.
notfalls Zündkerze ausbauen, reinigen, Choke schließt sich nicht; Freigängigkeit
Elektrodenabstand prüfen und korrigieren; prüfen und wiederherstellen.
notfalls Kerze ersetzen; vor dem Membranventil schließt nicht; überprüfen,
Wiedereinbau den Motor mit dem Anlasser notfalls ersetzen.
einige Male durchdrehen, um das Gemisch
aus dem Zylinder zu drücken; Achtung: war MOTOR:
der Tank ganz leer, den Gasgriff nach dem ABSTERBEN BEI VOLLGAS Hauptdüse
Auffüllen in Leerlaufstellung lassen, um beim verschmutzt, Gemisch zu mager; Düse
Anlassen hohen Unterdruck am Kraftstoff- ausbauen, mit Lösungsmittel reinigen und
ventil zu erzeugen. Druckluft durchblasen. Vergaser
Anlasser dreht nicht, oder dreht nur verschmutzt; ausbauen, zerlegen, mit
schwach: Batterie entladen; ersetzen oder Lösungsmittel reinigen und Druckluft
nachladen; Batteriekabel und durchblasen.
Anlasseranschlüsse auf festen Sitz und Wasser im Vergaser; Ursache suchen, not-
Korrosion überprüfen. Zündanlage defekt: falls gesamtes Kraftstoffsystem entleeren und
Zuleitungen zum Zündschloß und trocknen; hat der Motor bereits Wasser
Zündanlage bis hin zu Kerzenstecker und angesaugt, muß das Triebwerk komplett zer-
Zündkabel kontrollieren; bei schwacher legt, gereinigt und überprüft werden
Batterie Kickstarter benutzen; Batterie lädt (Kontrolle durch Herausschrauben der
sich beim Fahren wieder auf. Kickstarter Zündkerze); Achtung: Motorschaden
springt nicht zurück: Deckel ausbauen droht!
und Feder fetten. Zündkerze defekt; prüfen, reinigen, einstel-
len oder ersetzen.
MOTOR: SCHLECHTE LEISTUNG Düsen Ölzufuhr und Gemischzusammensetzung
oder Benzinhahn verstopft oder nicht in Ordnung; prüfen und einstellen;
verschmutzt; ausbauen, mit Lösungsmittel sofort Ölstand im Vorratstank prüfen -
reinigen und mit Druckluft trocknen. Auspuff Achtung: Motorschaden droht bei
undicht oder verstopft; prüfen, ob Ölmangel!
Anschlüsse dicht sind; bei Verkrustung
MOTOR: AUSSETZER BEIM BE- zen, Undichtigkeit im Antriebsbereich
SCHLEUNIGEN ODER AM BERG beseitigen.
Luftfilter verschmutzt; reinigen oder erset- Bremstrommeln abgenutzt; bei unzulässi-
zen. gern Verschleiß oder starker Riefenbildung
Zündkerze defekt; prüfen, reinigen, einstel- Trommeln austauschen. Ausdrehen nur
len oder ersetzen; Wärmewert und bedingt möglich.
Elektrodenabstand müssen unbedingt stim
men (s.a. technische Daten). LENKUNG: SCHWERGÄNGIG
Ölzufuhr und Gemischzusammensetzung Lager zu stramm eingestellt;
prüfen - siehe oben. Anzugsmoment der oberen Nutmutter prüfen
Starke Verkrustung von Kanälen, und korrigieren.
Brennraum und Kolben; ausbauen und rei- Kugellager verschlissen oder mangels
nigen. Schmierung korrodiert; Rillen und Rollspuren
schränken die Freigängigkeit ein, angegriffe-
MOTOR: VERBRAUCH ZU HOCH ne Lager daher komplett ersetzen.
Luftfilter verstopft oder verschmutzt; rei
nigen oder ersetzen VORDERRADAUFHÄNGUNG:
automatischer Choke defekt; prüfen und POLTERGERÄUSCHE
notfalls austauschen - siehe oben. Steuerrohr-Lager haben zu großes Spiel;
hoher Verschleiß an Kolben und durch Anziehen der oberen Nutmutter korri-
Zylinder; Motor überholen gieren.
Stoßdämpfer defekt; Federbein komplett
ANTRIEB: KUPPLUNG RUPFT ODER austauschen.
RUTSCHT DURCH Vorderaufhängung nicht korrekt befe-
Schwungmassen klemmen; auf stigt: Federbein an Radnabe bzw.
Freigängigkeit prüfen Steuerrohr, Radnabe an Kurzschwinge, Rad
Keilriemen rutscht durch; Schwung- an Bremstrommel - Achtung: Unfallgefahr!
massen von Fett oder Öl verschmutzt; not- Alle Verbindungen mit den vorgeschriebenen
falls Getriebe- Drehmomenten prüfen und festziehen,
gehäuse neu abdichten, Wellendichtringe Radlager oder Schwingenlager defekt: prü-
erneuern; Keilriemen gelängt oder abgenutzt; fen, gegebenenfalls austauschen.
Kupplungsbeläge beschädigt; Kupplung Leichte Klappergeräusche: etwas Fett zwi-
ausbauen, zerlegen, Beläge prüfen und not- sehen Stoßdämpfer und oberer
falls ersetzen. Dämpferabdeckung auftragen.
Kupplungsglocke innen beschädigt; es
dürfen keine Riefen vorhanden sein.
Kontrolldrehzahlen: Eingriffsdrehzahl 3500
bis 4000 U/min-1; Vollgasdrehzahl bei
gebremstem Hinterrad (3 bis 6 Sek.) 5000
bis 6000 U/min-1; Achtung: Motor nie ohne
Kupplungsglocke drehen lassen!

BREMSEN: SCHLECHTE WIRKUNG


Bowdenzüge falsch eingestellt oder
schwergängig; Spiel an Bremshebeln sowie
Radbremsen überprüfen und korrigieren;
schwergängige Bowdenzüge ölen oder
ersetzen.
Bremsbeläge abgenutzt; prüfen und gege-
benfalls ersetzen.
Bremsbeläge am Hinterrad verölt; erset-
TECHNISCHE DATEN Modelle Serie 1 von 12/1990 bis 06/1995

Sfera 50 Sfera 80
Motor
Bauart .......................................................... gebläsegekühiter Einzylinder-Zweitaktmotor
3
Hubraum cm ................................................. 49,4 74,7
Bohrung x Hub mm .................................... 40,0 x 39,3 46,5 x 44,0
Leistung PS (kw) ............................................ 3,3 (2,4) 7,5 (5,5)
1
bei Drehzahl min- .......................................... 6250 7250
Verdichtungsverhältnis................................... 1 : 10,9 1 : 10,4
Schmierung ................................................ getrennt aus Öltank, zahnriemengetriebene Pumpe
Einlaßsystem ............................................... Membransteuerung ins Kurbelgehäuse
Vergaser ....................................................... Dell' Orto PHVA 12 Dell' Orto PHVA 17,5
Zündanlage ................................................. elektronisch elektronisch
Vorzündung ................................................ 50er: 16° +/- 1; 80er: 20° +/- 1 vor OT bei 4000 UPM
Lichtmaschine ............................................ Schwungrad-Magnetzünder
Batterie V/Ah .............................................. 12 V - 4 Ah 12 V - 5 Ah
Starter ........................................................... Kick- und Elektrostarter 0,15 kw, 0,25 kw
Kraftübertragung
Bauart ........................................................ stufenloses Automatikgetriebe
Primärantrieb ............................................. Variator, Keilriehmen
Sekundärantrieb ........................................... Untersetzungsgetriebe
Übersetzung Motor/Hinterrad .................... 1/34,85 bis 1/14,22 1/23,1 bis 1/7,67
Kupplung ...................................................... automatische Fliehkraftkupplung
Rahmen, Fahrwerk
Fahrgestell ................................................... Zentralrohrrahmen mit Preßstahlträgern
Karosserie ................................................... Kunststoff, elementweise abnehmbar
Vorderradführung ........................................ Steuerrohr, gezogene Kurzschwinge, hydr. ged. Federbein
Hinterradführung ............................................ Triebsatzschwinge, hydr. gedämpftes Federbein
Radstand mm ..................................... • ......... 1200 1200
Gesamtlänge mm .......................................... 1705 1705
Gesamtbreite mm .......................................... 700 700
Gesamthöhe (ohne Spiegel) .......................... 1070 1070
Sitzhöhe mm .............................................. 770 770
Bremse vorn .................................................. Handhebel und seilzugbetätigte Trommelbremse
Bremse hinten ............................................ Handhebel und seilzugbetätigte Trommelbremse
Leergewicht (vollgetankt) kg ......................... 82 85
zuläss. Gesamtgewicht kg ............................. 270 270
Räder ............................................................. Leichtmetall 2,50 x 10, einteilig
Bereifung vorn/hinten ................................. 90/90-10 schlauchlos 90/90-10 schlauchlos
Verbrauch (inkl. Öl) 1/100 km........................ 4,0 4,4
Höchstgeschwindigkeit km/h ......................... 50 80
Füllmenge/Reifendruck
Benzintankinhalt Liter (Reserve) ................... 5,2 (1,4) 5,2 (1,4)
Benzinqualität ................................................ Super bleifrei ROZ 95
Öltankinhalt Liter ........................................... 1,42 1,42
Ölqualität Motor ........................................... Castrol TTS-IS o. Biolube XTS, Agip 2T Rac. -vollsynthetisch
3 3
Getriebeöl, Qualität, Menge cm .................... 65 cm Esso Gear Oil CZ 85W-90, IP Pontiax FZG 80W-90
Reifendruck vorn ........................................... 1,2 1,2
- hinten solo /mit Sozius .............................. 1,7/2,5 1,7/2,5
Beleuchtung, Lampen (12 Volt)
AbblendVFernlicht ......................................... 35/35 W 35/35 W
Standlicht ....................................................... 4W 4W
Schluß-/Bremslicht ...................................... 5/21 W 5/21 W
Blinklicht ........................................................ 10 W 10 W
Tachometer- und Kontrollampen ................ 1,2 W 1,2 W
Sicherung ...................................................... 7,5 A 7,5 A
Einstelldaten
1
Leerlaufdrehzahl U/min- ............................... 1800 - 2000 1800 - 2000
Zündprüfung Stroboskop bei Drehzahl .... 4000 4000
Zündkerze .................................................. Champion N2C Champion N2C
Zündkerzen-Elektroden-Abstand mm 0,5 - 0,6 0,5 - 0,6
Spiel Gaszug mm .......................................... 1,0 1,0
Spiel an den Bremshebeln mm .................. 4,0-5,0 4,0 - 5,0
Verschleißgrenze Reifen mm ...................... 2,0 2,0
Verschleißgrenze Bremsbeläge mm ............ 1,5 1,5
DREHMOMENT-RICHTWERTE
Wie stark Schrauben und Muttern angezogen werden dürfen

Sfera 50, Sfera 80 Drehmoment Nm

Motor
ZylinderkopfVZylinder-Befestigung .................................................... 10-11
Auspuffkrümmer am Zylinder .......................................................... 12-13
Auspufftopf am Krümmer ................................................................. 12-13
Auspufftopf am Gehäuse ................................................................... 22-24
Kurbelgehäuse-Hälften, Schrauben .................................................. 12-13
Gebläserad auf Schwungrad ............................................................ 3,5-5
Schwungrad auf Kurbelwelle ............................................................. 40-44
Kickstarter-Befestigung ...................................................................... 12-13
Antrieb
Kupplungsglocke, Mutter ................................................................ 40-44
Variator, Mutter................................................................................... 40-44
Kupplungseinheit mit Riemenscheibe, Muttern ................................. 45-50
Hinterradantrieb: Rad-Zentralmutter ................................................ 100
Vorderradaufhängung
Federbein-Befestigung oben ............................................................. 20-30
Federbein-Befestigung unten ............................................................ 20-27
Radachse: Rad-Zentralmutter ........................................................... 35-45
Bremshebel auf Nockenzapfen ......................................................... 8-10
Hinterradaufhängung
Federbein am Motor .......................................................................... 38-52
Federbein am Rahmen ..................................................................... 20-25
Motorgehäuse an Schwinge ............................................................ 38-52
Schwinge an Rahmen ........................................................................ 38-52
Hauptständer an Rahmen.................................................................. 15-20
Lenkung
Lenkerbefestigung .......................................................................... 45-50
Nutmutter oberes Steuerkopflager .................................................... 50-60
Konter-Nutmutter Steuerkopflager ..................................................... 30-40
Nach Erreichen des Drehmoments Nutmutter wieder um 80 bis 90° zurückdrehen.

KOLBEN- UND ZYLINDERMASSE


Was beim Auswechseln und Ausschleifen zu beachten ist
_. . ... Sfera 50 Sfera 80
uu c,t1
Einbauspiel in mm °
Zylinder - Kolben .................................................. 0,045 - 0,055 0,025 - 0,035
Entfernung zwischen den Kolbenringenden:
oberer Kolbenring .................................................... 0,1 - 0,25 0,1 - 0,25
unterer Kolbenring ................................................... 0,1 - 0,25 0,1 - 0,25
Maße und Übermaße Zylinder, Kolben in mm
Zylinder normal ................................................ 40,00 +/- 0,01 46,50 + 0,025/- 0,005
Zylinder 1. Übermaß ....................................... 40,20 +/- 0,01 46,70 + 0,025/- 0,005
Zylinder 2. Übermaß ....................................... 40,40 +/- 0,01 46,90 + 0,025/- 0,005
Kolben normal .................................... ! ............. 39,95 +/- 0,01 46,47 + 0,025/- 0,005
Kolben 1. Übermaß ........................................... 40,15 +/- 0,01 46,67 + 0,025/- 0,005
Kolben 2. Übermaß ........................................... 40,35 +/- 0,01 46,87 + 0,025/- 0,005
Kolbenringe normal ......................................... 40,00 46,50
Kolbenringe 1. Übermaß ................................ 40,20 46,70
Kolbenringe 2. Übermaß ................................ 40,4 46,90
Passung Pleuelkopf - Kolbenbolzen in mm (Sfera 50 und 80)
Durchmesser Kenn- Rollenkäfig Kenn- Durchmesser
Pleuelkopf zeichn. Rolle,Durchm. 2,5 Zeichnung Kolbenbolzen
17+0,011 I -0 -0,001 I kupfer 12+0,005/-0,001
17+0,007 I -0,002-0,003 I kupfer 12+0,005/-0,001
17+0,007 II -0,002-0,003 II blau 12+0,005/-0,001
17+0,003 II -0,004-0,005 II blau 12+0,005/-0,001
17+0,003 III -0,004-0,005 III weiß 12+0,005/-0,001
17+0,001 III -0,006-0,007 III weiß 12 +0,005/-0,001
Die Rollenkäfige sind durch Kerben oder Farbgebung gekennzeichnet________________
STICHWORTVERZEICHNIS

A Hinterrad-Spiel 47
Anlasser 72f Einlaßmembran 60f Hupe 24
Anlasserknopf 14f Elektrik Instrumente 16 Hupen-Schalter 14f
Anlasservorgelege 63, 64 Elektrik Karosserie 12ff
Ansaugstutzen 59f Elektrik Motor 53ff ■
Antrieb allg. 53ff Elektrik Schalter 14f
Antrieb-Ausbau 54f Elektrik Schaltbilder 16, Innenschild 24
Antriebsriemen 62ff, 65 90, 112f Inspektionsschema 84ff
Antriebswelle 71 Elektrik Schaltpläne 11 Of Instrumente allg. 12ff, 15f
Auspuffanlage 45 f Elektrik Scheinwerfer 21
Elektrische Verbindungen 54
12 Elektrodenabstand 85,87 IV
D Elektronische Zündanlage Kabel, elektrische 54
Batterie allg. 91 89f Karosserie allg. 7, 12ff
Batterie-Ausbau 18f, 93 Katalysator 9
Batterie-Laden 92, 94 •_ Kennzeichenleuchte 25
Batterie-Polpflege 93 Kerzenstecker 87
Batterie-Säurestand 93 Fahrwerksprobleme 115 Kickstarter 61
Benzinhahn 52 Federbein hinten 49 Kippständer 49
Benzintank 50f Federbein vorn 35 Kolben-Ausbau 79
Benzinuhr 16 Fehlersuche 114f Kolbenmaße 117
Benzinuhr-Geber 52 Felgen 104f Kolbenringe 79,80
Bleifreies Benzin 52, 86, 97 Frontschild 22 Kolben-Spiel 79
Blinkerschalter 14f Fußrasten 52 Kompression 95
Blinker hinten 24f Kontrollampen 15f
Blinker vorn 19f Kotflügel hinten 49
Bowdenzüge 26ff, 30f, 54f VJI Kotflügel vorn 44
Bremsankerplatte 32 Gasgriff 32,35 Kühlrippen 78
Bremsbeläge 28, 47 Gasschieber 99 Kupplungseinheit 63f, 66
Bremsen allg. 26, 27ff Gaszug 32 ff, 100 Kupplungsglocke 62f
Bremsen einstellen 29 Gaszugverteiler 34f Kupplungsprobleme 114f
Bremshebel 31, 32 Gebläse 74 Kurbelwelle 80f, 82
Bremse hinten 47 Gebläseabdeckung 74 Kurbelwellenlager 80f, 82
Bremslichtschalter 31 Gehäusedeckel 61
Bremsenprobleme 115 Gepäckträger 17 ■
Bremstrommeln 26, 28 Getriebe-Abdichtung 71 L.
Bremsen-Verschleiß 28 Getriebe-Ausbau 69f Lagerdefekte 39
Bremse vorn 26f Getriebe-Lager 71 Leerlauf 100
Bremszug vorn 29f Getriebe-Öl 70, 72, 84, 95 Lenker 36
Bremszug hinten 30Getriebe-Zusammenbau 71 f Lenkerarmaturen 12ff
Griffgummis 32 Lenkerverkleidung 14
Lenkkopflager 35f, 37f
W II Lenkschloß 23f, 40
Choke 59 Lenkung allg. 26ff, 35f
Heckblende 17 Lenkung prüfen 85f
D 115
Heckleuchte 24f Lenkungsprobleme

Heckleuchtenträger 25 Lichtmaschine 75f, 89f


Drehmomentschlüssel 101 f Helmfach 19 Luftdruck 104
Drehmomentwerte 117 Hinterrad-Ausbau 47 Luftfilter 85f, 98
Düsen 58, 99, 100 Hinterradführung 45ff Luftfilterkasten 53f
IVl Riemenscheiben angetrie-
Membran60f bene 62f, 66 Uhr 15
Mittelabdeckung 16f Riemenscheiben treibende
Modellkonzept 6ff 63ff, 66
Modellpflege 9ff Rotor Lichtmaschine 75f V
Motor allg. 53ff Rotorsicherung 80 Variator 64f
Motor-Ausbau 55f Rückspiegel 14 Vergaser allg. 53ff, 98
Motorprobleme 114 Vergaser-Ausbau 56f
Motorgehäuse 80f, 83 ^ Vergaserdüsen 58,99, 100
Muttern prüfen 84ff Vergaser einstellen 100
Schalldämpfer 45ff Vergaser: Gaszug 34
N Schalter 14f
Schaltbilder 16, 90, 112f
Vergaserprobleme 98ff, 114f
Vergaser zerlegen 58f
Nadellager Kurzschwinge 42f Schaltpläne 110f Vorderrad-Ausbau 26
Scheinwerfer 19 Vorderradführung 26ff
O Scheinwerferblende 22
Scheinwerfer einstellen » •*
Öl Getriebe 70, 72,95 20,21 W
Ölpumpe allg. 34, 67f Schlauchverbindungen 54f Wellendichtringe 71, 80,
Ölpumpe Antrieb 68 Schlußleuchte 24f 81, 82
Ölpumpe Ausbau 68 Schrauben prüfen 84ff Werkzeug 101f
Ölpumpe Durchfluß 96 Schwimmer 58
Ölpumpe Entlüftung 97 Schwimmerkammer 58 -j
Ölpumpe Einstellung 69, 96 Schwingenachse 55 iL
Ölpumpe Zahnriemen 68 Schwingenlager vorn 41 ff Zubehör 106ff
Ölschläuche 67 Schwingenlager hinten 48f Zündanlage 89f
Öltank 52 Schwungrad 75f Zündeinstellung 88f
Seilzüge 30f Zündkerze 87ff
Q Seitenverkleidungen 17f Zündkerzenbild 87f
Sicherungen 91 Zündprobleme 114f
Pickup Lichtmaschine 76 Sitzbank 13 Zündschloß 23f, 40
Pleuelstange 79 Sitzbankschloß 14 Zweitaktgemisch 97
Produktionszahlen 8 Sitzbankverriegelung 25 Zylinder 78ff
Profiltiefe 104f Spulen Lichtmaschine 76 Zylinder-Ausbau 78f
Startermotor 72f Zylinderfußdichtung 79
Q Startprobleme 97, 114f Zylinderkopf 78ff
Stator Lichtmaschine 76 Zylindermaße 117
Radaufhängung vorn Steuerrohr 35f Zylinder-Reinigung 78f
Radlager 27f Steuerrohrlager 39f Zylinder-Spiel 79
Radlager-Spiel 27 Stillegung 86
Räder 104f
Rahmen 7 •■»
Regler 90f I
Reifen-Kauf 103f Tachometer 16
Reifen-Luftdruck 85, 103, Tachometerwelle 15
104 Tank50f
Reifen-Profil 104 Tankdeckel 19
Reifen-Schäden 104 Technische Daten 116
Reifen-Wechsel 26f Trittbrett 2
Riemen 62f

Common questions

Auf Basis von KI

Der technologische Fortschritt hat zur Implementierung komfortablerer, wartungsfreundlicherer und sicherheitsrelevanterer Funktionen in der Sfera geführt. Diese umfassen ein verbessertes Design, mehr Stauraum und eine wirtschaftlichere Produktion als bei der ursprünglichen Vespa-Version .

Die Zündeinstellung ist entscheidend, um Zündstörungen ohne unnötigen Austausch der gesamten Zündanlage zu beheben. Dies spart Kosten und vermeidet potentielle Fehldiagnosen .

Die Herausforderung besteht darin, den Kippständer korrekt zu befestigen, um optimale Stabilität zu gewährleisten. Der Ständer sollte mit einem Drehmoment von 15-20 Nm angebracht werden, indem Schrauben und ein Bolzen gemäß vorgegebener Positionierung gelöst und befestigt werden .

Ein unsachgemäßer Austausch der Zündkerze könnte das Gewinde im Zylinderkopf beschädigen, zur Verwendung einer falschen Zündkerze führen, die zu schweren Motorschäden führen könnte, und es besteht die Gefahr, dass die Kerze verkantet .

Die Platzierung des Benzintanks im Rahmenheck der Sfera zeigt eine effektive Raumausnutzung, da der Tank aus schlagfestem Kunststoff besteht und von unten in den Rahmen eingeführt wird. Eine regelmäßige Überprüfung und korrekter Anschluss des Entlüftungsschlauches sind zur Vermeidung von Auslaufen essenziell .

Die Vespa war bekannt für ihre selbstragende Stahlblech-Karosserie, Komfort und Wetterschutz nach dem Vorbild des Automobilbaus. Das Konzept der Sfera beruht auf denselben Grundprinzipien, wurde jedoch in Bezug auf Bedienungskomfort, Stauraum und Sicherheit sowie Design, Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit deutlich weiterentwickelt .

Das Fahrwerk der Sfera ist auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, sodass durch Tuning-Optionen wie den Einbau eines Zylinder-Bausatzes, der den Hubraum erhöht und die Geschwindigkeit auf 80 km/h steigert, keine strukturellen Veränderungen erforderlich sind .

Ein Austausch des Zylinder-Bausatzes kann eine Erhöhung der Leistung und Geschwindigkeitsfähigkeit des Fahrzeugs bewirken. Laut den deutschen Verkehrsvorschriften erfordert dies jedoch eine TÜV-Abnahme und ein Abgas-Gutachten, um die Modifikationen legal betreiben zu dürfen .

Zur Erweiterung des Stauraums der Sfera, ohne das Design zu beeinträchtigen, könnten gezielt angepasste Custom-Teile wie Gepäckträger und Koffer eingesetzt werden. Diese sollten aus Materialien bestehen, die optisch zum restlichen Design passen und keinen zusätzlichen Luftwiderstand erzeugen .

Zum sicheren Ausbau des Öltanks müssen Stecker und Schrauben entfernt werden, und eventuell auslaufendes Öl sollte aufgefangen werden. Ein fester Anschluss des Schlauchs ist entscheidend, da ein Abrutschen zu Motorschäden führen kann .

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