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AB Textanalyse

Das Dokument enthält eine Analyse und Interpretation des Romans "Das Parfum" von Patrick Süskind, die sich auf die sprachlichen Mittel und die psychosoziale Entwicklung des Protagonisten Grenouille konzentriert. Es werden Aufgaben zur Textanalyse und zur Diskussion über die Auswirkungen negativer Erfahrungen auf das Schicksal eines Menschen gestellt. Zudem werden verschiedene rhetorische Figuren erläutert, die zur lebendigen Darstellung des Textes beitragen.

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Das Dokument enthält eine Analyse und Interpretation des Romans "Das Parfum" von Patrick Süskind, die sich auf die sprachlichen Mittel und die psychosoziale Entwicklung des Protagonisten Grenouille konzentriert. Es werden Aufgaben zur Textanalyse und zur Diskussion über die Auswirkungen negativer Erfahrungen auf das Schicksal eines Menschen gestellt. Zudem werden verschiedene rhetorische Figuren erläutert, die zur lebendigen Darstellung des Textes beitragen.

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Deutsch – E-Phase Seite

Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders


Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

Textanalyse
Arbeitsauftrag:

1. Lies den Text auf den S. 27f.


2. Unterstreiche und bestimmte u.a. mithilfe der Tabelle alle sprachstilistischen Mittel, die den Text lebendig
machen und die besondere Atmosphäre der Situation, in der sich der Grenouille befindet, wiedergeben.
3. Wähle mindestens drei sprachliche Elemente, die du in ihrer Wirkung besonders passend/eindrucksvoll etc.
findest. Präsentiere dein Ergebnis der Klasse.

4. Aufgabe im Klausur-Format:
1) Untersuche den vorliegenden Textauszug unter Berücksichtigung der Grundlagen der psychosozialen
Entwicklung nach Erikson. Achte dabei besonders auf die sprachlich-stilistische Gestaltung und die
Intention des Autors. Inwiefern spiegeln sich psychosoziale Entwicklungsaspekte in der Charakterisie-
rung Grenouilles wider?
2) Diskutiere* ausgehend von Grenouilles Entwicklung, ob negative frühe Erfahrungen das Schicksal eines
Menschen vorherbestimmen.

* Operator „diskutieren“ = zu einer Problemstellung oder These eine Argumentation entwickeln, die zu einer be-
gründeten Bewertung führt

Romanauszug: S. 27f.

„Für den kleinen Grenouille war das Etablissement der Madame Gaillard ein Segen. Wahrscheinlich hätte er nirgendwo
anders überleben können. Hier aber, bei dieser seelenarmen Frau gedieh er. Er besaß eine zähe Konstitution. Wer wie
er die eigene Geburt im Abfall überlebt hatte, ließ sich nicht mehr so leicht aus der Welt bugsieren. Er konnte tagelang
wäßrige Suppen essen, er kam mit der dünnsten Milch aus, vertrug das faulste Gemüse und verdorbenes Fleisch. Im
Verlauf seiner Kindheit überlebte er die Masern, die Ruhr, die Windpocken, die Cholera, einen Sechsmetersturz in einen
Brunnen und die Verbrühung der Brust mit kochendem Wasser. Zwar trug er Narben davon und Schrunde und Grind
und einen leicht verkrüppelten Fuß, der ihn hatschen machte, aber er lebte. Er war zäh wie ein resistentes Bakterium
und genügsam wie ein Zeck, der still auf einem Baum sitzt und von einem winzigen Blutströpfchen lebt, das er vor Jahren
erbeutet hat. Ein minimales Quantum an Nahrung und Kleidung brauchte er für seinen Körper. Für seine Seele brauchte
er nichts. Geborgenheit, Zuwendung, Zärtlichkeit, Liebe – oder wie die ganzen Dinge hießen, deren ein Kind angeblich
bedurfte – waren dem Kinde Grenouille völlig entbehrlich. Vielmehr, so scheint uns, hatte er sie sich selbst entbehrlich
gemacht, um überhaupt leben zu können, von Anfang an. Der Schrei nach seiner Geburt, der Schrei unter dem Schlacht-
tisch hervor, mit dem er sich in Erinnerung und seine Mutter aufs Schafott gebracht hatte, war kein instinktiver Schrei
nach Mitleid und Liebe gewesen. Es war ein wohlerwogener, fast möchte man sagen ein reiflich erwogener Schrei ge-
wesen, mit dem sich das Neugeborene gegen die Liebe und dennoch für das Leben entschieden hatte. Unter den ob-
waltenden Umständen war dieses ja auch nur ohne jene möglich, und hätte das Kind beides gefordert, so wäre es
zweifellos alsbald elend zugrunde gegangen. Es hätte damals allerdings auch die zweite ihm offenstehende Möglichkeit
ergreifen und schweigen und den Weg von der Geburt zum Tode ohne den Umweg über das Leben wählen können,
und es hätte damit der Welt und sich selbst eine Menge Unheil erspart. Um aber so bescheiden abzutreten, hätte es
eines Mindestmaßes an eingeborener Freundlichkeit bedurft, und die besaß Grenouille nicht. Er war von Beginn an ein
Scheusal. Er entschied sich für das Leben aus reinem Trotz und aus reiner Boshaftigkeit.“

Süskind, Patrick. Das Parfum (S.27f.)


Deutsch – E-Phase Seite
Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

Textanalyse: Rhetorische Figuren


Rhetorische Figuren gibt es in der Sprache jede Menge. Sie begegnen uns in Texten aller Art und machen Wörter und
Sätze erst wirklich lebendig.

Rhetorische
Beispiel Erklärung
Figur

Akkumula- „Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Aneinanderreihung von Wörtern zu einem Oberbegriff,
tion Gott!“ der genannt oder nicht genannt wird.

Sehr konkrete Darstellung von abstrakten Begriffen


Gott Amor für Liebe oder Gedanken, oft durch Personifikation. Das Ge-
Allegorie
Justitia für Gerechtigkeit dachte wird in ein Bild übertragen, das erst wieder er-
schlossen werden muss.

Grammatische Bauform von Ende und Anfang eines Sat-


„Es geschieht oft, dass, je freundli- zes stimmt nicht überein. Kann Zeichen einer nachlässi-
Anakoluth cher man ist, nur Undank wird ei- gen Ausdrucksweise sein oder gezieltes Stilmittel zur
nem zuteil.“ Darstellung einer emotional oder sozial geprägten Re-
deweise.

Eine rhetorische Figur, bei der ein Verhältnis zwischen


„Im Fußballspiel deines Lebens Dingen und Eigenschaften bzw. untereinander oder de-
Analogie
solltest du ein Stürmer sein.“ ren Bewertung durch bekannte, ähnliche oder teilweise
identische Verhältnisse erläutert wird.

„Ich schreibe jetzt, ich schreibe, Wiederholung von Wörtern oder Wortgruppen
Anapher was ich will, ich schreibe für mein an Vers-oder Satzanfängen, was einen verstärkenden Ef-
Leben gern.“ fekt auf das Gesagte hat.

Scheinbare Abwendung des Sprechers vom Publikum


(Leser) und Anrede einer imaginären Person (Zweit-
„Besinge mir, Gottheit, den Zorn
Apostrophe publikum). Meist in empathischer oder pathetischer
des Peliden Achilleus!“
Rede. Im Beispiel wendet sich Antigone ab und richtet
sich an die Götter.

Wiederholung der Anfangslaute in benachbarten Wör-


„Milch macht müde Männer mun-
Alliteration tern. Im Deutschunterricht meist als Wiederholung von
ter.“, „mit Kind und Kegel“
Anfangsbuchstaben verstanden

„Wenn dich jemand auf die Gegenüberstellung von Gedanken und Begriffen. The-
rechte Backe schlägt, dann halte sen können gegenübergestellt werden, aber auch eine
Antithese
auch die linke hin.“ oder „Der stilistische Gegenüberstellung ist möglich, um etwas zu
Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.“ kontrastieren.

Das Asyndeton ist eine Aufzählung (vgl. Enumeratio)


von mindestens drei Wörtern oder Satzgliedern, die
Stehlen, morden, huren, bal- gleichgestellt und nicht durch eine Konjunktion (Binde-
gen – wort) verbunden sind. Prinzipiell sind aber auch grö-
Heißt bei uns nur die Zeit zer- ßere Satzteile denkbar. Das Gegenstück ist das Polysyn-
Asyndeton streuen. – deton.
Morgen hangen wir am Galgen, – WIRKUNG: die Abschnitte sind gerafft, ein wenig hek-
drum laßt uns heute lustig sein tisch und ungeordnet. Demnach kommen asyndetische
(Schiller: Die Räuber) Wendungen häufig dann zum Einsatz, wenn innere Zer-
rissenheit oder Spannung und eine Dynamik des Ge-
schehens impliziert werden sollen.
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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

Bezeichnung kommt vom griech. Chi (X). Kreuzstellung


„Die Kunst ist lang, und kurz ist
Chiasmus von syntaktisch oder semantisch einander entsprechen-
unser Leben“
den Satzgliedern.

Sonderform des Oxymorons. Hierbei besteht ein Wi-


Contradictio „Kleinere Hälfte“, „Ein rundes
derspruch zwischen adjektivischem Beiwort und Sub-
in adjecto Quadrat“, „Bittere Süße“
stantiv.

„Wir müssen schnell, ja unverzüg-


Correctio Korrektur eines zu schwachen Ausdrucks.
lich handeln.“

Die Ellipse beschreibt einen Satz, der grammatikalisch


unvollständig ist. Jeder Bestandteil kann dabei fehlen,
um als elliptisch zu gelten. Fehlt die wesentliche Aus-
sage des Satzes, haben wir es mit der Sonderform der
Aposiopese (Aposiopese = das Abbrechen eines Satzes,
bevor das Wesentliche gesagt wurde. Dieses muss
durch den Empfänger selbst erschlossen werden) zu
tun. Die Ellipse ist aber stets verständlich.
Zum Einsatz kommt die Stilfigur immer dann, wenn et-
was verknappt, also verkürzt werden soll. So kann das
Unwesentliche in den Hintergrund treten, wohingegen
„Je früher (du wieder kommst), das Wichtigste im Fokus steht. Jedoch finden sich Ellip-
Ellipse
desto besser (ist es für mich).“ sen auch oftmals in der Presse, da Schlagzeilen sehr
häufig verkürzt erscheinen (Bsp.: „Wir sind Papst!“,
„Ich kann Kanzler!“).
Das Stilmittel ist charakteristisch in dramatischen sowie
eifrigen Wortgefechten, die Erregtheit und Leidenschaft
ausdrücken sollen. Weiterhin finden sich Ellipsen in der
Umgangssprache, wobei sie hierbei in der Regel als ver-
knappte Vereinfachung der Sprache vorkommen.
Der Einsatz kann hektisch sowie bewegt wirken,
wodurch die Aussagekraft erhöht wird, da das Wesent-
liche im Mittelpunkt steht. Die Ellipse ist die Konzen-
tration von Gefühlen und Sprache.

Die Aufzählung verschiedener Wörter und kann synde-


tisch, asyndetisch und polysyndetisch sein. Somit ist sie
mit der Akkumulation verwandt, wohingegen diese im-
mer Begriffe aus einem ähnlichen Umfeld aufzählt.
Die Verwendung von Aufzählungen kann einen sehr ab-
soluten Charakter haben. Das heißt, dass der Eindruck
entsteht, dass alles gesagt wurde. Die Enumeratio wirkt
somit komplettierend, vollständig oder auch umfassend
und vermittelt den Eindruck, als wäre alles gesagt.
Außerdem kann eine Aufzählung durchaus entschleuni-
gend wirken und somit die Zeit eines Textes oder ei-
Laterne, Laterne, Sonne, Mond
Enumeratio ner Rede dehnen und dabei länger erscheinen lassen.
und Sterne
Weiterhin kann das Stilmittel verstärkend wirken. Vor
allem dann, wenn es im Zusammenhang mit der Akku-
mulation gebraucht wird. Dann wird das Gemeinte
nämlich auf unterschiedlichste Art und Weisen gesagt,
wodurch es für den Empfänger (Zuschauer, Leser) ein-
gängiger erscheint.
Oftmals wird die Enumeratio im Zusammenhang mit
der Klimax oder Antiklimax gebraucht, was die wieder-
holende Äußerung zusätzlich verstärkt, da somit eine
dreigliedrige Steigerung und dadurch eine steigernde In-
tensität des Gesagten vollzogen wird.
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Wichtige Wörter oder Wortgruppen werden am Satz-


„Doch alle Lust will Ewigkeit, /
Epipher oder Versende wiederholt. Das Gegenstück ist
will tiefe, tiefe Ewigkeit!“
die Anapher.

Heimgang für Tod, Freuden- Beschönigende Umschreibung einer unangenehmen, an-


Euphemismus haus für Bordell, bildungsfernfür stößigen oder gar unheilbringenden Sache. Wird auch
ungebildet. als Verschleierung unschöner Tatsachen genutzt.

Verbindung zweier Wörter, die gemeinsam einen


„Feuer und Flamme“ (Leiden-
Hendiadyoin neuen, oft abstrakten Begriff bilden. Wird häufig mit
schaft), „ab und zu“ (manchmal)
der Tautologieverwechselt.

„Es ist der Liebe milde Satzstellung, die von der üblichen abweicht. Geschieht
Hyperbaton Zeit“ oder „Der Worte sind ge- meist durch die Umstellung einzelner Satzbestandteile,
nug gewechselt.“ um diese zu verdeutlichen.

Schneckentempo, blitzschnell, Starke Übertreibung. Entweder wird der Begriff dabei


Hyperbel
„Ein Meer von Tränen“ vergrößert oder verkleinert.

„Derjenige, der denjenigen, der


den Pfahl, der an der Brücke, die
Bildet den Gegensatz zur Parataxe. Verschachtelte Syn-
an der Straße, die nach Mainz
Hypotaxe tax. Zahlreiche Nebensätze sind in den Hauptsatzver-
führt, liegt, stand, umgeworfen
woben.
hat, anzeigt, erhält eine Beloh-
nung.“

„Du wirst mit Sicherheit ein gro-


Unwahre Aussage, die offenkundig zeigt, dass das Ge-
Ironie ßer Künstler.“, „Du bist mir ja ein
genteil gemeint ist.
schöner Freund!“

„Das habe ich mit eigenem Fleisch


und Blut erlebt.“, „Das ist aber Metaphorische Bilder werden genannt, die nicht zusam-
Katachrese nicht das Wahre vom Ei, wenn menpassen. Kann als Bild- oder Stilbruch verstanden
auch ein blindes Huhn mal ein Ei werden.
legt.“

„Veni, vidi, vici (Ich kam, sah und Stufenartige (dreigliedrige) Steigerung eines Begriffs.
siegte)“, „Erst die Stadt, dann das Meist vom wenig Bedeutsamen zum Bedeutsamen oder
Klimax
Land und in einem Jahr herrsche vom Kleinsten zum Größten. Das Gegenstück ist
ich über die Welt.“ die Antiklimax.

„Nicht unschön“ für schön, „Er


Bejahung durch doppelte Verneinung oder untertrie-
Litotes war nicht gerade ein Held“ für
bene Ausdrucksweise.
feige.

„Das Feuer der Liebe“, „Jeman-


Übertragung der Bedeutung. Sprachliche Verbindung
dem das Herz brechen“, „Eine
zweier (mehrerer) semantischer Bereiche, die ansons-
Metapher Mauer des Schweigens errichten“,
ten unverbunden sind. Das sprachliche Bild muss
„Ausgesetzt auf den Bergen des
gedeutet werden.
Herzens“

„Wir haben den ganzen Goethe


gelesen“ statt Werk, „Washing-
ton hat noch nicht geantwor- Ein Wort wird durch ein anderes ersetzt, das zu die-
Metonymie
tet“ statt Person, „Ganz Afrika sem in unmittelbarer Beziehung steht.
hungert“ statt Bewohner oder
Personen.
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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

„Der Wasserhahn tropft.“, „Das Lautmalerisches Wort, das so ähnlich klingt, wobei
Onomato-
Feuer knistert im Ofen.“, „Das akustische Eindrücke durch Sprache rekonstruiert wer-
poesie
Haus ächzt und seufzt.“ den.

„Eile mit Weile“, „Diese Fülle hat Verbindungen zweier Worte, die sich gegenseitig aus-
Oxymoron mich arm gemacht“, „Es lebe der schließen. Kann dadurch eine pointierte Wirkung erhal-
Tod!“ ten. Siehe auch Contradictio in adiecto

„Das Leben ist der Tod, der Tod


Scheinwiderspruch. Die Behauptung scheint auf den
ist das Leben!“, „Wer sein Leben
Paradoxon ersten Blick unsinnig. Bei näherer Betrachtung birgt sie
gewinnen will, der wird es verlie-
jedoch eine höhere Wahrheit.
ren.“

„Heiß ist die Liebe, kalt ist der Wiederholung einer gleichartigen Syntax in aufeinan-
Parallelismus Schnee.“, „Schnell lief er hin, lang- derfolgenden Sätzen. Wiederkehr derselben Wortrei-
sam kam er zurück.“ henfolge.

„Am Anfang schuf Gott Himmel


Im Gegensatz zur Hypotaxedas Nebeneinanderstellen
und Erde. Und die Erde war wüst
gleichrangiger Hauptsätze. Aussagen wirken so sehr ab-
Parataxe und leer, und es war finster auf
solut. Häufige Stilfigur in der Bibel und anderen religiö-
der Tiefe; und der Geist Gottes
sen Schriften.
schwebte auf dem Wasser.“

„So bitt ich – ein Versehen war’s, Einschub in einen Satz, der grammatisch selbständig ist.
Parenthese weiter nichts – für diese rasche Dieser Einschub verändert die syntaktische Ordnung
Tat dich um Verzeihung.“ nicht.

„Der Allmächtige“ für Gott, „Ein


Umschreibung eines Begriffs (Person, Sache etc.) durch
Periphrase Land, darinnen Milch und Honig
andere kennzeichnende Wörter.
fließen“ für Heiliges Land

„Fabriken drohten mit ihren keu- Vermenschlichung abstrakter Begriffe oder lebloser
Personifika-
chenden Schloten„, „Frau Welt“, Gegenstände, indem man diesen menschliche Eigen-
tion
„Mutter Natur“ schaften zuschreibt. Ist mit der Allegorie verwandt.

„weißer Schimmel“, „grünes


Ein Wort für mithilfe eines charakteristischen Begriffs
Pleonasmus Gras“, „bunte Farben“, „dunkle
beschrieben. Begriffspaar ist „doppeltgemoppelt“
Nacht“

Scheinfrage, um einer Aussage Nachdruck zu verleihen.


Rhetorische „Machen wir nicht alle Fehler?“, Die Frage verlangt nicht nach einer Antwort. Sie ver-
Frage „Wer glaubt denn das noch?“ stärkt die Eindringlichkeit der Aussage und kann mani-
pulativ wirken.

Herz für Liebe, Kronefür Sinnbild, das auf etwas Allgemeines hinweist. Häufig ein
Symbol Macht, Kreuz für das Christen- Gegenstand, der für einen allgemeinen Sinnzusammen-
tum. hang steht.

„Das Blau schmeckt gut.“,


„schreiendes Rot“, „Durch die Unterschiedliche Sinneseindrücke werden miteinander
Synästhesie
Nacht, die mich umfangen, / Blickt verbunden. Stilfigur kann eine Aussage verstärken.
zu mir der Töne Licht.“

Klinge für Schwert, „Dach über Ein Teil steht für das Ganze (pars pro toto) oder das
Synekdoche
dem Kopf haben.“ Ganze für ein Teil (totum pro parte).
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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

Wiederholung eines Begriff oder Verbindung zweier


„Persil bleibt Persil“, „nie und
Tautologie Begriffe, die gleichbedeutend sind. Wird häufig mit
nimmer“, „immer und ewig“
dem Hendiadyoin verwechselt.

Zwei semantische Bereiche werden miteinander ver-


„Ich bin so stark wie ein Löwe.“,
Vergleich bunden, wodurch eine Gemeinsamkeit offenbart wird.
„Du bist schön wie Helena.“
Ist eine Unterform der Metapher.

Es gibt verschiedene Stilfiguren der Wiederholung.


Wiederho- „Der Mohr hat seine Schuldigkeit
Wörter oder Wortpaare werden wiederholt, um die
lung getan, der Mohr kann gehen.“
Eindringlichkeit zu steigern.

„Der See kann sich, der Landvogt


Früher: Verb wird für verschiedene Substantive nur ein-
nicht erbarmen.„, „Ich heiße Pe-
mal genutzt.
ter und sie herzlich willkom-
Zeugma Modern: Sprachwidrige Verbindung zweier (mehrerer)
men!“, „Ich fror vor mich hin,
Ausdrücke durch Einsparung eines notwendigen Satz-
denn nicht nur meine Mutter,
glieds.
auch der Ofen war ausgegangen.“,
Quelle: [Link]
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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Analyse und Interpretation des Romans von Patrick Süskind Datum:

Methode: Texte analysieren und interpretieren


Das Wort Text geht auf das lateinische Verb „texere“ zurück, welches so viel wie „weben“ oder „flechten“ bedeutet.
Ein Text ist also ein Geflecht aus Wörtern und Sätzen, die einen bewusst sprachlich gestalteten Inhalt an den Leser und
die Leserin vermitteln. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Texten: literarische Texte und Sachtexte.

Sachtexte haben einen unmittelba- Literarische Texte, die auch fiktive oderfiktionale
ren Bezug zur Wirklichkeit und set- Texte genannt werden, handeln von erfundenen Wel-
zen sich mit Gegebenheiten daraus ten. Eine Fiktion ist etwas Erdachtes. Die Personen,
auseinander. Zu ihnen gehören z. B. Orte und Ereignisse, von denen sie handeln, sind nicht
die bekannten Textsorten der Zei- unmittelbar der Wirklichkeit entnommen, sondern von
tung wie Bericht, Reportage, Kom- einem Autor oder einer Autorin erfunden. Deshalb
mentar, Rezension etc. Zu ihnen zäh- ergibt es auch keinen Sinn zu fragen, ob das, was in ei-
len auch Lexikoneinträge, Argumen- nem literarischen Text steht, richtig oder falsch ist. Bei
tationen, Werbetexte oder Statisti- literarischen Texten unterscheidet man epische Texte
ken. Sachtexte können im Hinblick (erzählende Texte wie Märchen, Fabeln, Kurzgeschich-
darauf befragt werden, ob das, was in ten, Novellen, Romane), dramatische Texte (Schau-
ihnen steht, richtig oder falsch ist. spiele, Komödien, Tragödien, Dramen, Opern ...) und
lyrische Texte (Gedichte, Lieder). Man spricht in diesem
Zusammenhang auch von Großgattungen der Literatur.

Wenn Sie zu einem literarischen Text ein erstes, individuelles Textverständnis formulieren, gelangen Sie zu
einer sogenannten Deutungs- oder Interpretationshypothese. Diese gilt es zu überprüfen, indem Sie
den Text sorgfältig bearbeiten. Dabei kann sich heraussteilen, dass Ihr erstes Textverstehen, also Ihre Deu-
tungshypothese, sich bestätigt oder aber korrigiert werden muss.

Das Verstehen eines Textes ist oft das Ergebnis eines intensiven Bearbeitungsprozesses, unabhängig davon,
ob es sich um einen literarischen Text oder einen Sachtext handelt. Wenn Sie z. B. in einer Klausur oder schrift-
lichen Hausaufgabe aufgefordert sind, Ihr Textverständnis wiederzugeben, stehen Ihnen grundsätzlich zwei un-
terschiedliche Methoden zur Verfügung, die Ihnen helfen, Ihren Ausführungen eine klare Struktur zu verlei-
hen:

1. Die lineare Bearbeitung eines Textes

Bei dieser Methode bearbeiten sie den Text gewissermaßen von oben nach unten. Dabei arbeiten Sie den Text
jedoch nicht Satz für Satz durch, sondern gehen von einer Gliederung aus. Die einzelnen Abschnitte des Aufga-
bentextes werden nun systematisch, das heißt ihrer Reihenfolge nach, bearbeitet. Dies führt in der Regel zu
genauen und detaillierten Ergebnissen, birgt allerdings auch die Gefahr, dass zu kleinschrittig gearbeitet wird und
übergeordnete Aspekte aus dem Blick geraten, wenn die Textvorlage z. B. sehr lang ist.

2. Die aspektorientierte Bearbeitung eines Textes

Bei einer aspektorientierten Bearbeitung eines Textes werden vorab Schwerpunkte der Bearbeitung festgelegt,
z. B. bei einem literarischen Text die Bedeutung eines Handlungsortes, die Charaktereigenschaften einer
literarischen Figur, ihre Beziehung zu anderen Figuren, die Sprechweise einer Figur in einer Dramenszene -
oder bei einem Sachtext die Hauptthese, die ein Autor dort formuliert, und die zentralen Argumente, die
diese These stützen sollen, oder besondere Wertungen, die vorgenommen werden etc.
Aspekte, die nicht im Fokus des Interesses stehen, werden dabei bewusst vernachlässigt.

Oft ist es so, dass in der Aufgabenstellung bereits eine Bearbeitungsmethode nahegelegt wird,
wenn z. B. dort Aspekte genannt werden.
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Einen Erzähltext schriftlich interpretieren


Bei der Interpretation eines Erzähltextes geht es darum, einen kürzeren oder längeren Erzähltext, ggf. einen
Textauszug, genau zu untersuchen und die darin enthaltene Aussage zu erschließen.

Einleitung Ihre Einleitung enthält die wichtigsten Textdaten:


- Titel, Verfasser, Erscheinungsjahr und -ort sowie Textsorte bzw. Textart (z. B. Roman,
Kurzgeschichte).
- Eventuell geben Sie weiterhin Hinweise zum historischen Kontext.
- Anschließend nennen Sie das Thema, d. h. die zentrale Problematik oder Fragestellung
des Textes. Das Thema hat daher schon Deutungscharakter.

Analyse und Interpretation unter Einbeziehung ausgewählter Zitate aus dem Text und unter
Hauptteil Berücksichtigung der Aufgabenstellung!

Der Hauptteil beginnt mit einer kurzen Inhaltsangabe des zu untersuchenden Textes. Wenn es
sich um einen Textauszug (z. B. aus einem Roman) handelt, sollten Sie den Auszug außerdem in den
Zusammenhang des Gesamttextes einordnen, damit der Leser Ihren weiteren Ausführungen
folgen kann (z. B. Handlungsverlauf, Entwicklung der Figuren, Thematik: Was hat vorher stattgefun-
den? Was findet nach der Szene statt?).

Anschließend stellen Sie die Ergebnisse Ihrer Untersuchung dar; dabei können Sie wahlweise linear
oder aspektorientiert Vorgehen, sofern in der Aufgabenstellung nicht bereits eine Methode vor-
gegeben wird. Wenn die Aufgabenstellung keine Untersuchungsaspekte vorgibt, kommen folgende
Aspekte für die Interpretation infrage:
- Thema: Ausgestaltung des zentralen Themas/Motivs/Problems
- Aufbau der Handlung: Abschnitte/Verlauf der Handlung, Bedeutung von Anfang und
Ende, Spannungsbogen, Haupt- und Nebenhandlung
- Figuren: Unterscheidung von Haupt- und Nebenfiguren sowie deren Charakterisierung
und Entwicklung, Beziehungen zwischen den Figuren, Bedeutung des kommunikativen Ver-
haltens der Figuren
- Ort und Zeit der Handlung: Beschreibung des Handlungsortes, Gestaltung der Atmo-
sphäre, evtl. symbolische Bedeutung des Handlungsortes, (historische) Zeit der Handlung,
Zeitstruktur
- Sprache:
§ Syntaktische Struktur (z.B. Parataxe/Hypotaxe, Satzlänge, Satzarten,
§ Verhältnis von Satz- und Verklänge, Enjambements, Ausrufe, rhetorische Fragen, Pa-
rallelismen, Chiasmen, Anaphern, Inversionen, Ellipsen)
§ Wortwahl (Schlüsselwörter, Wortfelder, Sprachniveau, Umgangssprache, Fachspra-
che, veraltete Ausdrücke, Neologismen, Periphrasen, Wortspiele, Hyperbeln, Eu-
phemismen, Sprachhaltung der Figuren (z.B. sachlich, emotional, ironisch), Sprach-
ebene der Figuren (z.B.: umgangssprachlich, bildungssprachlich, vulgär, etc.)
§ sprachliche Bilder (Gibt es ein Gesamtbild, in das sich alle Einzelbilder einfügen las-
sen? Zu welchen Themenbereichen gehören die Bilder? Lassen sich Metaphern (z.B.
Raummetaphorik), Vergleiche, Symbole, Personifikationen nachweisen?)
§ sonstige rhetorische Mittel
- Erzähltechnik: z. B. Erzählform, Erzählerstandort, Erzählverhalten
- Textsorte/Gattung: Benennung und Bestimmung der Textsorte/Gattung anhand der
Textsortenmerkmale
- Titel: Deutung des Titels, Zusammenhang zwischen Titel und Erzähltem

Wichtig ist, dass inhaltliche und formale Merkmale in der Interpretation miteinander verbun-
den werden!
Schluss Im Schlussteil werden die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und es wird daraus
eine Gesamtdeutung des Textes bzw. Textauszuges abgeleitet. Dabei greift man das in der Einleitung
formulierte Kernproblem (s. o.) auf. Außerdem sollte man erläutern, welche Wirkungs- und Aussa-
geabsichten der Text für den Leser hat.
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Formulierungshilfen:

a) Einleitung/ allgemeine Aussagen zum Text


- Der Textauszug aus dem Roman.../ Die Kurzgeschichte...von...aus dem Jahre...thematisiert.../ stellt...dar.
- In der Kurzgeschichte...von...aus dem Jahr... wird...thematisiert.
- ...[Autor] Parabel...[Titel] von...[Erscheinungsjahr] stellt thematisch... in den Mittelpunkt.
- Thema des zu analysierenden Textauszuges aus der Novelle von..., veröffentlicht..., ist... .
b) Text strukturieren:
- Der Text(-auszug) lässt sich in... Sinnabschnitte/Erzählabschnitte unterteilen/gliedern.
- Ein weiterer Aspekt wird in Zeile... deutlich. Der auktoriale/personale Erzähler schildert
- hier.../Hier wird von.... erzählt/dargestellt (bei neutralem Erzählverhalten).
- Im ersten/nächsten/letzten Erzählabschnitt/Sinnabschnitt wird deutlich, dass.../
- wird...deutlich.
- Ein entscheidender Erzählschritt/ gedanklicher Schritt wird in dem nächsten Erzählabschnitt
- vollzogen.
- Ein wichtiger Untersuchungsaspekt ist die Frage... . - Dies führt zu dem Gedanken / zu der Frage,... .
c) Logische Strukturierung von Aussagen:
- Daran lässt sich erkennen, dass...
- Dies bringt die zum Ausdruck, dass...
- Die zitierten Textstellen belegen...
- Die Formulierung „...“ (Z. ...) untermauert eine solche Deutung, denn... . Auch die
- Wortwahl/der Hinweis/das Detail in „...“ (Z. ...) stützt diese Deutung. Denn es verdeutlicht,
- dass...
- In diesem Zusammenhang überlegt [Name der Figur], ob er/sie... . Daraus lässt sich
- schließen, dass
- Diese Textstelle lässt erkennen, dass.../ Damit wird hervorgehoben, dass...
d) Charakterisierung
Beschreiben Sie das Verhalten, an dem Sie den Charakter der Figur erkennen und verknüpfen Sie z.B. mithilfe
von Konjunktionen (z.B. indem, denn, weil, da, dass...) Ihre Beobachtungen erläuternd mit der Benennung von
Charaktereigenschaften anhand von Substantiven oder Adjektiven (z.B. Machtgier/ machtgierig, Mut/ mutig, ...)
- Indem [Name der Figur und Beschreibung des Verhaltens, z.B. ...der Präsident die Millers verhaften lässt],
offenbart [Personalpronomen und Charaktereigenschaft, z.B. ...er seine Machtgier]. Denn...[es folgt die Erläu-
terung, z.B. durch die Verhaftung ihrer Eltern festigt er....]
- Leitfaden zur Analyse epischer Texte
- [Name der Figur] zeigt sich hier sehr tolerant/ verdeutlicht hier seine Toleranz, weil/da...
- Andererseits/Zudem zeigt das Verhalten der Figur, dass... .
- Dies bringt den/die/das...[Eigenschaft der Figur] zum Ausdruck, da...[Beschreibung und
- Erläuterung des Verhaltens].
- Durch dieses Verhalten verdeutlicht er/sie...seine/ihre...[Eigenschaft], denn... [Erläuterung...] .
- ...[Name der Figur] ist...[Eigenschaft], denn...[Beschreibung und Erläuterung des Verhaltens].
e) Inhalt-Form-Bezug: Analyse eines thematischen Aspekts unter besonderer Berücksichtigung der
Sprache
- In der Erzählung/ im Textauszug wird durch...dargestellt, wie...
- Formal wird diese Aussage unterstrichen durch...
- Bei der Darstellung der...liegt die/das...Erzählform/Erzählverhalten vor. Dadurch entsteht
- ein/e..., der/die plausibel erscheint, denn...
- Eine formale Besonderheit der Erzählung ist...
- Diese formale Eigenheit des Textes korrespondiert auf der inhaltlichen Ebene mit... - Die Komposition von
Form und Inhalt zeigt sich hier durch...
f) Schlussteil formulieren
- Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass...
- Insgesamt lässt sich im Hinblick auf... [Aufgabenschwerpunkte] ein/eine... [Ergebnis] feststellen;
- Die erarbeiteten Ergebnisse zu/zur/zum...[Aufgabenschwerpunkte] lassen darauf schließen, dass... [Ergebnis]
- Schlussfolgernd... .

Quelle: u.a. [Link]

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