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LV1

Das Dokument behandelt verschiedene Themen, darunter die künstlerische Schaffensweise von Grass und seine Auseinandersetzung mit den Brüdern Grimm, die Diskussion über alternative Heilmethoden und deren umstrittene Wirksamkeit, sowie die Geschichte des Goldabbaus im Waldecker Land und die Entwicklung der deutschen Rechtschreibung. Es werden auch technologische Fortschritte wie die Entwicklung von Aufzügen und die Nutzung von Mausbewegungen zur Erkennung von Emotionen thematisiert. Schließlich wird die Entdeckung des Schlüssels zur altägyptischen Zivilisation durch Champollion und die Rosetta-Steintafel erwähnt.

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Muhammed Nagaş
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Das Dokument behandelt verschiedene Themen, darunter die künstlerische Schaffensweise von Grass und seine Auseinandersetzung mit den Brüdern Grimm, die Diskussion über alternative Heilmethoden und deren umstrittene Wirksamkeit, sowie die Geschichte des Goldabbaus im Waldecker Land und die Entwicklung der deutschen Rechtschreibung. Es werden auch technologische Fortschritte wie die Entwicklung von Aufzügen und die Nutzung von Mausbewegungen zur Erkennung von Emotionen thematisiert. Schließlich wird die Entdeckung des Schlüssels zur altägyptischen Zivilisation durch Champollion und die Rosetta-Steintafel erwähnt.

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Die Brüder Grimm

1. Als wir an diesen warmen Junitag zum ersten Mal sein Haus in Lübeck betreten, sind
wir gespannt, was uns erwartet. Einige Minuten sitzen wir in einem großräumigen
Dachatelier, an einem Holztisch. Grass bietet Tee an, vor ihm liegen seine
obligatorische Pfeife, ein Aschenbecher und Streichhölzer.
2. Der Raum legt nicht nur Zeugnis von unterschiedlichen Schaffensperioden, er offenbart
auch die unterschiedlichen Kunstformen, in denen er tätig ist: An den Wänden
hängen Aquarelle und Radierungen, auf Regalen stehen Skulpturen. Der gelernte
Steinmetz studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Grafik und Bildhauerei und
schreib nebenbei Gedichte.
3. Im gesamten Haus ist diese künstlerische Begegnung greifbar. Im Hof steht eine große
Bronzeplastik mit dem Titel, Butt im Griff". Etwas weiter hinten stehen violette
Lavendelstauden und duftende Rosenbüsche.
4. Wir sprechen eine Weile miteinander, Bedächtig klopft Grass seine Pfeife aus,
stopft sie nach, greift nach den Streichholzern, hält die Flamme an den Pfeifenkopf und
pafft.
Immer wieder wiederholt sich diese Szene im Laufe unseres Gesprächs. Er raucht,
scheint er seine Gedanken zu ordnen und über eine Antwort nachzudenken.
5. Wieder greift Grass bedächtig nach seiner Pfeife und lässt sich mit der Antwort Zeit.
Schließlich entgegnet er, dass das mit Ästhetik zu tun habe. Wie schön klingt.
6. Bei Grass steht das sprachwissenschaftliche Schaffen der Brüder im Fokus seines
Buches. Es sei aber kein Lexion, sondern ein kritisches Wörterbuch. Mit „Grimms
Wörter“ verfolge er, Grass, die Absicht älter deutscher Sprache sichtbar zu machen,
verbunden mit ihrer Geschichte.

Alternative Heilmethode

1. Zu diagnostizieren oder zu heilen. Allen Verfahren gemeinsam ist, dass ihre Vertreter
sich abgrenzen wollen von der klassischen „Schulmedizin". Doch auch hier sind die
Grenzen fließend. Was bei einigen als Alternativmedizin gilt, wie etwa einige
Zweige der Pflanzenheilkunde, fällt bei anderen unter die Schulmedizin. Zu den
alternativen Heilmethoden zählt man zum Beispiel: Akupunktur, Homöopathie oder
die traditionelle chinesische Medizin.
2. Dabei ist die Wirksamkeit vieler dieser Heilverfahren mindestens umstritten, wenn nicht
sogar widerlegt und nicht wenige Mediziner sehen den Trend zu immer mehr
alternativen Behandlungsmethoden mit Sorge. Diese Entwicklung, die man mit dem
Spruch „Wer heilt, hat recht“ umschreiben (outline) könnte, weise geradezu
(literally) den Weg zurück ins Mittelalter. Warum aber setzen dennoch so viele
modern denkende Menschen Hoffnungen auf alternative Therapien?
3. Eine einfache Antwort auf diese Fragen gibt es wohl nicht. Denn die Entscheidung der
Patienten wird in der Regel (generally) von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst.
So handeln mit eher harmlosen Erkrankungen anders als solche mit ernsten
Krankheiten.
4. Der dritte Grund: Menschen suchen nach Behandlungsformen mit möglichst wenigen
Nebenwirkungen. Allerdings können einzelne (significant) Methoden der
alternativen Medizin auch massiv in den Organismus eingreifen (intervene). Aber
dies ist offenbar den wenigsten Patienten bekannt.
5. Schmerzen und andere Symptome hätten abgenommen und die Behandlung wirke bei
ihnen besser als Methoden der klassischen Medizin. Nicht selten sind diese
vermeintlichen Erfolge aber nicht auf die tatsächliche Wirksamkeit der
alternativen Therapien zurückzuführen. sondern auf die innere Erstellung der
Patienten. Psychologen erklären dies so: Wenn man sich für eine Therapie entscheidet,
die zu einem passt, wird diese Therapieform positiv bewertet, was schließlich zu einem
positiven Effekt für die Heilung führt.
6. An dieser Stelle zeigt sich der Unterschied zwischen der wissenschaftlichen
Herangehensweise und der Erfahrung der Patienten: Wenn er z.B. ein Schmerzmittel
(painkiller) einnimmt, ist ihm die Funktionsweise des Wirkstoffes (active agent)
nicht so wichtig. Hauptsache, es geht ihm besser.

Goldvorkommen

1. Gänge, Schichten und Mineralien erzählen von Jahrmillionen Erdgeschichte, der


kräftezehrenden Arbeit mittelalterlicher Bergleute und wiederkehrenden Versuchen
moderner Glücksritter aus aller Welt, um das edle Erz (precious ore) des Waldecker
Landes zu bergen. Sehen Sie selbst: Das Besucherbergwerk bietet Ihnen, liebe
Gäste, in der früheren Bergbausiedlung ein spannendes und lehrreiches Abenteuer.
Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus erwähnt angeblich einen
goldführenden Fluss, den die hier wohnenden Menschen ,Aedra‘ genannt haben sollen
— die heutige Eder. Die Bewohner der Gegend machten sich im Laufe der Jahrhunderte
auf die Suche, woher das Gold in der Eder kommt.
2. Sie entdeckten den Eisenberg als Lagerstätte.
Anfangs wurde dort nur oberirdisch (aboveground) gegraben, sodass die Spuren
dieses Tagebaus (surface mining) noch heute in der Landschaft zu sehen sind.
Später, um 1200, stießen die Goldgräber in die Tiefe vor und durchlöcherten den
Eisenberg in den folgenden 400 Jahren wie einen Schweizer Käse.
3. Später, um 1200, stießen die Goldgräber in die Tiefe vor und durchlöcherten den
Eisenberg in den folgenden 400 Jahren wie einen Schweizer Käse. Nicht weniger als
rund 20 Kilometer Höhlen und Gänge aus dieser Zeit sind auf engem Raum
nachgewiesen. Schließlich rühmte auch der große deutsche Philosoph und
Naturforscher Albertus Magnus das Gold vom Eisenberg, zugleich die älteste
schriftliche Erwähnung.
4. Im 20. Jahrhundert entfachte Carl Theodor Rauschenbusch aus dem Siegerland einen
neuen Goldrausch am Eisenberg. Dadurch sorgte der Goldsucher in ganz
Deutschland für Schlagzeilen. Seit 1917 ging Rauschenbusch ans Werk, entdeckte alte
Stollen, erschloss bis in die 30er Jahre neue Gruben, doch wurden auch seine
Hoffnungen enttäuscht. Von 1974 bis in die 90er Jahre war es dann der Geologe Dr. Jens
Kulick, der auf Rauschenbuschs Spuren die Zeugnisse des Goldbergbaus dokumentierte.
5. Kurz vor seinem Tode ließ Kulick den Eisenberg als herausragendes mittelalterliches
Industriedenkmal durch das Land Hessen schützen. Schnell reiften danach die Pläne,
einen Teil des Goldbergbaus auch für Besucher zu erschließen. Mit Hilfe erfahrener
Bergleute und Wissenschaftler hat der 2002 gegründete Verein „Historischer
Goldbergbau Eisenberg' diese Pläne schon kurze Zeit später, in den Jahren 2003/2004,
verwirklichen können.
6. Mit Stollen und Schächten durchlöcherten die Bergmänner den 562 Meter hohen Berg
und rangen entlang Gold führender Gesteinsschichten dem Berg das begehrte
Edelmetall in mühevoller Kleinarbeit ab. Insgesamt rund 1,2 Tonnen reines Gold
entlockten ihm die Bergleute in harter Arbeit über die Jahrhunderte. Und auch
heute noch steckt über eine Tonne Gold im Eisenberg.

Die Maus als Stimmungsbarometer

1. Inzwischen gibt es bereits eine Weiterentwicklung dieser Technologie: Jetzt wird


nämlich nicht nur die Tastatur, sondern auch die Maus zum Verräter unserer
Befindlichkeiten. Jeffery Jenkins von der Brigham Young University in Provo und
seine Kollegen haben ein Programm entwickelt, das anhand unserer Mausbewegung
erkennt, ob wir wütend oder gefrustet sind oder aber entspannt und gut gestimmt.
2. In diesem Experiment absolvierten die Probanden einen mehrteiligen Test, der angeblich
ihre Eignung und Intelligenz testen sollte. Was sie jedoch nicht wussten: Die im
Browser gezeigten Seiten waren so manipuliert, dass sie absichtlich Frustration
und Ärger hervorriefen. Sie luden extrem langsam und ließen den Testteilnehmern
daher nur wenig Zeit, die Fragen korrekt zu beantworten.
3. Sie luden extrem langsam und ließen Den Testteilnehmern daher nur wenig Zeit, die
Fragen korrekt zu beantworten. Zudem erhielten die Probanden für jede falsche
Antwort einen Abzug und damit schlechtere Ergebnisse.. Dies steigerte Frustration
noch zusätzlich.
Der Ärger über diesen Test wirkte sich messbar auf die Mausbewegungen der
Teilnehmer aus.
4. Statt wie normalerweise in gerade oder leicht gekrümmten Kurven bewegten sie den
Cursor nun in eckigen, abrupten Bewegungen über den Bildschirm. Gleichzeitig
bewegten sie die Maus langsamer.. Das erscheint zunächst kontraintuitiv'', sagt
Jenkins, man würde eher annehmen, dass ich die Maus schneller bewege, wenn ich
ärgerlich bin, aber das ist nicht der Fall''.
5. Sie registrieren nicht nur. was wir explizit eingeben, sondern auch, was wir fühlen''.
Während wir dann vielleicht eher ein unliebsames Spionieren sehen, hat diese
Technologie auch Vorteile: Die Software konnte beispielsweise dazu beitragen,
nutzerunfreundliche Webseiten und Formulare aufzuspüren.
6. ,,Bisher war es sehr schwer, genau festzustellen, wann ein Nutzer so frustriert ist, dass
er die Seite verlässt'', erklärt Jenkins. Indem wir die negative Stimmung registrieren,
können wir diesen Punkt nun genau [Link] können dann die
Webseite gezielt optimieren.

Der Lift einer Würdigung

1. Die Idee des Aufzugs an sich ist mit einiger Sicherheit schon ziemlich alt. So fanden
Archäologen in altrömischen Ruinen Überreste von Schächten, in denen
Plattformen auf und abfahren konnten. Im großen Stil kam der Aufzug allerdings erst
im 19. Jahrhundert in Mode, als Dampfmaschinen das Hochhieven der Plattformen
übernehmen könnten.
2. Erst Elisha Graves Otis, Gründer der Otis Elevator Company, bereitete dem Fahrstuhl
als
Verkehrssystem in der vertikalen den weg. 1853 stellte er eine Fangvorrichtung vor,
die bei einem Riss des Seils verhinderte, dass die Kabine ungebremst in die Tiefe
stürzte. Die Entwicklung besserer Seite und Dampfmaschinen sowie der Zustrom von
Arbeitskräften in die Städte machten schließlich den Fahrstuhl zum unverzichtbaren
Requisit urbanen Lebens.
3. Bald lösten Elektromotoren die Dampfmaschinen ab, so dass schon im 1900
Liftkabinen bis in eine Höhe von 30 Stockwerken fuhren. Einfach Glocken oder
Summer besorgten in diesen führen Kabinen die Kommunikation über die
Fahrtrichtung und demnächst anzusteuernde Haltestellen.
Mit dem Bauboom des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts tauchte indes ein neues
Problem auf:
4. Mit dem Bauboom des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts tauchte indes ein neues
Problem auf: Die bequeme Fahrt im Aufzug muss mit langen Wartezeiten erkauft
werden und je mehr Fahrgäste, desto komplizierter die Berechnung der günstigen
Fahrwege. Zugleich wünschten Bauherren einen niedrigen Energieverbrauch bei
möglichst hoher Transportkapazität.
5. Dann ermittelt der Steuercomputer, welche Kabine idealerweise wo anhält.
All diesen Neuerungen zum Trotz ist der Fahrstuhl im Grunde selbst heutzutage
noch eine ziemlich ineffiziente Sache. Eine Kabine pro Schacht-das ist so, als würden
Eisenbahnen entlang jeder Gleisstrecke jeweils nur einen Zug fahren lassen.
6. Doch könnte eine neue Technologie die Vorherrschaft der seilbetriebenen Aufzüge
beenden.
Magnete sollen die Seile ersetzen, die Kabine wie eine Magnetschwebebahn in der
Vertikalen auf und abgleiten. So können mehrere Kabinen im gleichen Schacht fahren.
Eine Modellanlage gibt es bereits, bald soll der neue Fahrstuhl in einem eigens dafür
errichteten Turm getestet werden.

Kleine Geschichte der deutschen Rechtschreibung

1. Würde die Schreibung beständig (consistently) wechseln, müssten wir jedes Wort nur
„lernen'' und ein schnelles Lesen wäre nur noch sehr eingeschränkt möglich. Auch beim
Schreiben müssten wir uns ständig überlegen, wie wir in Wort darstellen. / Der
Weg zu einer reformierten Rechtschreibung sollte indes lang und steinig werden..
Mit der Herrschaft Karls des Großen (800 n. Chr.) begannen die Versuche, das
Lateinische als Schriftsprache durch die Landessprache abzulösen.
2. Dazu übernahm man das System der Lautzuordnung aus dem Lateinischen und bemühte
sich, Entsprechungen (equivalent) für die deutschen Laute zu finden. Dieses fremde
Alphabet bot jedoch nicht für alte deutschen Sprachlaute eine Möglichkeit der
schriftlichen Wiedergabe. lm Laufe der Schriftentwicklung fanden sich verschiedene
Lösungen.
3. Problematisch an einer solchen Rechtschreibung waren die unterschiedlichen
deutschen
Dialekte. Der größte Streitpunkt war deshalb auch die Frage nach der ,,richtigen‘‘
Schriftsprache. Sollte eine künstliche „Literatursprache“ oder ein bestimmter Dialekt
Vorbild für die richtige Schreibung sein?
4. Den konsequentesten Versuch hierzu unternahmen Jacob und Wilhelm Grimm ab 1838
in ihrem Deutschen Wörterbuch. Die Bedeutung dieses Werks lag nicht nur in der
Erstellung einer dialektunabhängigen Schrift, sondern auch in der Entwicklung
einer deutschen Hochsprache. Das Streben nach einer Einheit Deutschlands im
sprachlichen Bereien deckte sich mit den seit Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkten
Forderungen nach einer politischen Einheit.
5. Im Januar 1876 tagte erstmals in Berlin die I. Orthographische Konferenz, bei der
Repräsentanten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sich bemühten, eine
einheitlichere Regelung der deutschen Rechtschreibung zu erreichen. Die Vorschläge
dieser Vertreter wurden in den verschiedenen Staaten unterschiedlich umgesetzt.
Einheitlich geregelt wurde die deutsche Schriftsprache für diese drei Länder auf der II.
Orthographischen Konferenz von 1901.
6. Regeln und Schreibungen wurden nun von einem halbstaatlichen Gremium, der
Zwischenstaatlichen Kommissen für deutsche Rechtschreibung, mit Sitz am Institut für
deutsche Sprache in Mannheim, geregelt.
Die Umsetzung dieser Reform erwies sich allerdings als schwieriger, als man sich
das wünschte. Immer wieder wurde der Startverschoben, Änderungen eingefordert
und Beschmissenes wieder umgeworfen.

Ein Meilenstein in der Forschung des alten Ägypten

1. Aber Champollion wollte nicht klein beigeben. Ein paar Tage später bündelte er seine
Erkenntnisse in einem Brief an den ständigen Sekretär der Akademie. Heute gilt dieses
Schreiben als entscheidender Wendepunkt der Ägyptologie, wurde doch damit der
Schlüssel zur Altägyptischen Zivilisation gefunden. Die Suche nach begann damit,
dass am 15. Juli 1799 der französische Pionieroffzier Bouchard, der zum Gefolge
Napoleons gehörte, bei Schanzarbeiten nahe Rosette im Nildelta das Fragment eine
Steintafel fand.
2. Die Suche nach begann damit, dass am 15. Juli 1799 der französische Pionieroffzier
Bouchard, der zum Gefolge Napoleons gehörte, bei Schanzarbeiten nahe Rosette im
Nildelta das Fragment eine Steintafel fand. Dieses trug eine Inschrift in drei
Sprachen. Die Wissenschaftler, die Napoleons Expedition begleiten, konnten weder die
Hieroglyphen noch die zweite Schrift, die demotische Schreibschrift lesen.
3. 1801 nach dem Scheitern des militärischen Unternehmens, geriet er in die Beute (loot),
die die Briten nach London schafften.
Dort wurde das gute Stück ausgestellt. Doch Abschriften, ermöglichten es
ausgerechnet einem Franzosen, den Ruhm der Entschlüsselung einzustreichen.
4. Mit 17 lernte er Koptisch und Persisch und war mit 19 stellvertretender Professor für die
Geschichte des Altertums an der Akademie von Grenoble. Im Alter von 31 Jahren
gelangen ihm der Durchbruch zur Entschlüsselung. „Je tiens l´affaire!“ „Ich hab’s
raus!“ soll er gefunden haben.
5. Er erkannte, dass manche Zeichen ideografisch Bedeutung hatten, das heißt einen
ganzen Begriff ersetzen. Andere dagegen hatten phonetische Bedeutung, bildeten
also Dinge ab, meinten aber nur den Lautwert. Daneben gibt es Deutzeichen, die
anzeigen, ob ein Wort aus dem Bereich des Hauses, der Tiere oder der Menschen
stammt.
6. Die Zeichen konnten von rechts nach links, von links nach rechts und von oben nach
unten geschrieben werden, gleich könnte Champollion die Namen von Ptolemaios und
seiner Schwester Kleopatra lesen. Weitere Namen aus der Altägyptischen Spätzeit
wie Alexander, Tiperius und Trajan folgten. Allmählich vermochte Champollion ein
System zu erkennen.

Höhlenforschung

1. Einmal ist es natürlich die Schönheit der Welt unter Tage“, sagt Stefan Zänker vom
Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e. V., der in Fulda ansässig ist:
„Man raubt eine neue ewig lange Zeit durch ein dunkles Loch und kommt dann
plötzlich in einen Raum, wo herrliche Tropfsteine hängen, die noch ganz weiß, weil
unberührt sind."Daneben sei es natürlich auch wichtig, Unbekanntes zu entdecken,
wie zum Beispiel spezielle Lebewesen.. Denn Höhlen sind nicht nur eine Welt aus
Gestein und Wasser: Knapp 750 Arten umfasst die Liste der Höhlentiere in
Deutschland.
2. Viele dieser Tiere sind sehr hell oder sogar weiß: Denn Farbpigmente werden
Mangels UV-Strahlung nicht gebildet, auch ihr Sehsinn ist meist unterentwickelt.
Dafür haben die Höhlenbewohner meist einen guten Geruchs- und Tastsinn.
3. Zum einen liege dies an der Finanzierung. Es gebe niemanden, der so etwas bezahlen
würde, und wahrscheinlich auch nicht könnte, weil viel Zeit in dieser Profession stecke.
Zum anderen sei Höhlenforschung eine interdisziplinäre Wissenschaft, die viele
Fächer zusammenführe. Dazu gehören unter anderem Archäologie, Biologie,
Geographie, Geologie, Hydrologie, Klimatologie oder Paläontologie.
4. Man definiert eine Höhle als mindestens fünf Meter langen, von Menschen begehbaren
Hohlraum, der natürlichen entstanden und von festem Gestein umgeben ist. Diese
Begriffsbestimmung lässt nur erahnen, welche ausgedehnten Systeme von Gängen,
Schluchten, ja sogar Wasserläufen und Seen sich dahinter verbergen.
Wer Höhle erforschen wolle, müsse nicht nur körperliche fit sein, auch alpinistische
Qualifikationen seien von Vorteil, betont Zänker. außerdem brauche man unbedingt eine
spezielle Ausbildung.
5. Wer Höhle erforschen wolle, müsse nicht nur körperliche fit sein, auch alpinistische
Qualifikationen seien von Vorteil, betont Zänker. Außerdem brauche man unbedingt
eine spezielle Ausbildung. Dabei lerne man zum Beispiel die Verwendung der
notwendigen Ausrüstung. . Zu dieser gehören ein Helm gegen Steinschlag, an dem die
Stirnlampe befestigt ist, verschiedene Kletter- und Steighilfen ebenso wie reißfeste,
wasserdichte und wärmende Spezialkleidung in Form eines Overalls.
6. Zu dieser gehören ein Helm gegen Steinschlag, an dem die Stirnlampe befestigt ist,
verschiedene Kletter- und Steighilfen ebenso wie reißfeste, wasserdichte und wärmende
Spezialkleidung in Form eines Overalls. Für Höhlen, in denen sich Seen und
überflutete Gänge befinden, ist außerdem eine Taucherausrüstung notwendig..
Nicht zuletzt sind zahlreiche Sicherheitsmaßnamen das A und O.

Die besondere Begabung der Gesichtserkennung


1. Der Polizist, der den Dieb auf mehr als 40 Überwachungsvideos erkannte, wird als
Super-Recogniser bezeichnet.
So nennt man Menschen, die sich außerordentlich gut Gesichter merken können.
Dass es Leute gibt, die ein Gesicht nicht vergessen oder auf noch so verschwommenen
Fotos Personen wiedererkennen, weiß die Wissenschaft erst seit wenigen Jahren.
2. Die Forschung steckt zwar noch in den Kinderschuhen. Doch schon jetzt eröffnet sie
viele Perspektiven – in der Psychologie und in der kriminalistischen Praxis.
Die Wissenschaftler stolperten eher zufällig über diese besondere Fähigkeit von
Menschen.
3. Eigentlich untersuchten die sogenannte Prosopagnosie, Gesichtsblindheit. Betroffene
sind nicht dazu in der Lage, Menschen anhand ihres Gesichts zu identifizieren. Im
Extremfall erkennen sie sogar Familienmitglied nicht.
4. „Sie merken z. B. dass sie besonders gut Schauspieler in kleinen Nebenrollen
wiedererkennen können, oder berichten von peinlichen Schlüsselerlebnissen, etwa, dass
sie auf der Straße jemanden wiedererkannten, der sich überhaupt nicht an sie erinnerte.“
Wie viele Menschen man wirklich als Super-Recogniser bezeichnen könne, sei
unklar. Davis schätzt den Anteil auf unter ein Prozent der Bevölkerung.
5. So können sich einige sehr gut an Gesichter erinnern, selbst nach flüchtigen
Begegnungen. Andere hingegen sind besonders gut darin, Gesichter zuordnen,
wenn sie mehrere Fotos vor sich haben.
Und manche können an den besten Personen in einer großen Menschenmenge
ausfindig machen.
6. Die besonderen Begabungen der Super-Recogniser sind weitgehend unerforscht. Man
vermutet, dass sie genetisch weitergegeben werden. Auch haben sie nach dem
derzeitigen Wissenstand weder etwas mit einem guten Gedächtnis noch mit einem
hohen Intelligenzquotienten zu tun, sondern mit jenem Hirnareal, das Gesichter
verarbeitet.

Eine Box verändert die Welt

1. Jedes Stück war in Brooklyn per Hand von einem LKW oder einem Zugwaggon in ein
Warenhaus am Hafen und von dort an Bord geschleppt worden, um es in den Tiefen des
Lagerraums zu verstauen. Für die Hafenarbeiter war das nicht nur Schwerstarbeit,
sondern lebensgefährlich. Immer wieder passierten nämlich in den großen
Häfen der Welt schwere Unfälle.
2. Zwar hatte bereits seit Jahrzehnten Bemühungen gegeben, den Transport von Gütern
effizienter zu gestallten.
Doch sie waren am Streit über die Abmessungen der Container und an streikenden
Hafenarbeitern gescheitert. Erst einem US-amerikanischen Unternehmer gelang es,
gemeinsam mit der Marine die Idee einer universellen Transportbox durchzusetzen.
3. An Bord waren 56 Container. Dieses erhoffte sich von den Containern logistische
Verbesserungen in der Sicherung des Nachschubs. Diese 40-Fuß-Container sind
noch heute täglich in Gebrauch.
4. Dass McLean erfolgreich war, wo andere vor ihm versagt hatten, lag auch en dem
mächtigen Kunden an seiner Seite, dem amerikanischen Militär. Es sollte genau
dieser Umstand sein, dem sie in der Folge ihre Beschäftigung verdanken würden.
McLean überzeugte schließlich die Betreiber des Hafens von New York, einen eigenen
Containerterminal einzurichten.
5. Heute reisen rund 90 Prozent der Güter, die über die Meere verschifft werden, in
Containern. Gesteuert und auf ihrer Reise verfolgt werden diese dabei von
Computern und globalen Logistiksystemen. Der Container reduzierte die
Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und brachte die weltweiten
Warenströme zwischen Europa, Asien und Amerika zum Fließen.
6. Der Container reduzierte die Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und
brachte die weltweiten Warenströme zwischen Europa, Asien und Amerika zum Fließen.
In den 1960er Jahren betrug der Warenhandel weniger als 20 Prozent der globalen
Wirtschaftsleistung. Heute macht er ungefähr die Hälfte aus. Ohne Container wäre es
globalisierte Warenfluss undenkbar. Singapur, einen der größten Häfen der Welt, war
dem Container so dankbar, dass dieser sogar eine Banknote zieren durfte.

Satzzeichen, mächtige Werkzeuge

1. Als Ursatzzeichen gelten die Markierungen in einem Text auf der sogenannten
MeschaStele aus dem 9. Jahrhundert vor Christus. Rund 2500 Jahre nach den ersten
Schriftzeichen trennen darin Striche Sinneinheiten und Punkte die Worte.
Dass es damals schon Satzzeichen gab, heißt aber nicht, dass sie auch allgemein
Verwendung fanden.
2. Werke der griechischen und lateinischen Dichter und Redner sind aufgezeichnet in der
sogenannten scriptio continua, das heißt in einer Schreibweise ohne Worttrennung. In
ihr reiht sich Buchstabe an Buchstabe, Wort an Wort. Experten erklären das so: In
jener ersten Phase war Schrift primär eine Erinnerungsstütze für den professionellen
Vortrag.
3. Die Notwendigkeit, sie für andere möglichst einfach lesbar zu machen, bestand nicht.
Erst im Mittelalter kommen irische Mönche auf die Idee, diese Textschlangen, mit
Zeichen zu versehen, um anderen Lesern das Leben einfacher zu machen.
Spätestens die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg läutete dann die zweite
große Phase ein.
4. Es regte sich aber auch Kritik daran, dass die Schriftsprache an Genauigkeit gewonnen
hatte: Um 1750 befand Jean-Jacques Rousseau in seiner Abhandlung über den Ursprung
der Sprachen, dass es einer niedergeschriebenen und festen Regeln unterworfenen
Sprache an Lebendigkeit mangele. Dabei kann damals von festen Regeln gar keine
Rede sein. So verwendete etwa Goethe Punkt und Komma noch nach Gutdünken.
5. Dabei scheint schon lange vorher Bedarf an größeren Ausdrucksmöglichkeiten
bestanden zu haben. Bereits 1762 bemängelte der Gelehrte Johann Christoph
Gottsched, dass es im Deutschen keine Zeichen für Staunen oder Mitleid gebe. In
der Philosophie, glaubte er, könnten solche durchaus nützlich sein.
6. In der Philosophie, glaubte er, könnten solche durchaus nützlich sein.
Erst viel später - mit den neuen Medien - ging dieser langgehegte Wunsch in
Erfüllung. Die extreme Verknappung der schriftlichen Kommunikation mittels
Kurznachrichten verlangt anscheinend wieder nach einer Simulation von
Mündlichkeit.

Die Sprache der Tiere


1. Die tierische Kommunikation dient dabei han unterschiedlichen Zwecken. Mal
(sometimes) soll ein Partner angelockt, mal (sometimes) das Revier verteidigt oder
Artgenossen vor Feinden gewarnt werden. Ihre Laute nutzen Tiere aber auch, um ihre
aktuelle Stimmung kundzutun. Je sozialer Tiere leben, desto häufiger und vielfältiger
äußern sie sich.
2. Einige Tierarten erweisen sich in Sachen Klangsprache sogar als außergewöhnlich
talentiert: Vögel, vor allem die Männchen, sind wahre Gesangsvirtuosen. Doch auch
andere Arten verfügen über erstaunliche Fähigkeiten. So geben sich Defline
Namen, Fledermäuse haben einen ausgeklügten Sprachcode, die Kapuzineräffchen
sogar eine Syntax.
3. Die Wissenschaft ergründet die sprachliche Welt der Tiere Schritt für Schritt. Ob diese
Art der tierischen Kommunikation jedoch eine wirkliche Sprache ist, darüber
streiten Forscher noch sicher ist. Eine so ausgefeilte Lautsprache wie beim
Menschen wurde bisher bei keiner anderen Art gefunden.
4. Was die meisten Tiere jedoch mit dem Menschen gemeinsam haben, ist Folgendes:
Auch sie können nicht von Geburt an sprechen. Der Großteil kommt mit einer
Grundausstattung an Lautäußerungen zur Welt, die genetisch weitergegeben wird.
Diese richtig einzusetzen, müssen sie erst noch lernen.
5. Doch nicht alle Tierarten verwenden akustische Signale für die Kommunikation.
Daneben verwenden Tiere auch Düfte, Körperhaltung und sogar elektrische
Signale zum Austausch von Informationen. Wölfe stellen beispielsweise das Fell auf,
um eindrucksvoller auszusehen und Artgenossen zu imponieren.
6. Als Infraschall (subsonic sound) bezeichnet man Töne, de unterhalb des Hörbereichs
des menschlichen Ohres liegen. Diese Töne sind also so tief, dass unser Ohr sie gar
nicht wahrnehmen kann. Um sich über mehrere Kilometer hinweg miteinander zu
unterhalten.

Piraten früher und heute

1. Ziel der Seeräuber waren vor allem Handelsschiffe, während sie Kriegsschiffe aller Art
mieden. Diese waren zum einen größer und besser bewaffnet. Außerdem gab es dort
im Allgemeinen keine Reichtümer und wertvolle Waren zu holen wie auf
Handelsschiffen.
Das Symbol der Piraten ist bis heute der Totenkopf mit den gekreuzten Knochen oder
Entermessern.
2. Nicht immer dienten die Fahnen aber zur sofortigen Abschreckung der Gegner, Ihre
Totenkopf-Flagge zeigten viele Piraten erst, wenn sie ein Schiff erfolgreich
übernommen hatten. Zuvor zogen sie nicht selten die "falsche Flagge" auf, um
andere Schiffe zu täuschen. . So setzten sie beispielsweise den Union Jack, also die
britische Flagge, um britische Schiffe in Sicherheit zu wiegen.
3. Seeräuber-Legenden wurden weitererzählt und über die Jahrhunderte immer mehr
ausgeschmückt. Viele Piraten wurden zu wahren Helden gemacht und ihr Leben
romantisch überhöht. . Oder sie wurden als besonders grausam dargestellt und man
schuf gruselige Schauergeschichten.
4. Auch unzählige Piraten-Filme, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen,
handeln von heldenhaften Seeleuten und dem abenteuerlichen Leben der "Herren der
sieben Meere". Allerdings waren die "heldenhaften Motive" der meisten Seeräuber
nichts anderes als Habgier. Auch Matrosen, die sonst keine Arbeit fanden, heuerten auf
Piratenschiffen an.
5. Vor den Küsten einiger afrikanischer und asiatischer Länder überfallen Kriminelle
immer wieder fremde Schiffe und verdienen mit dem Verkauf der Beute ihr
Geld. Manchmal entführen sie auch Mitglieder der Schiffsbesatzung, um Lösegeld
für sie zu erpressen. Seit der Jahrtausendwende hat Piraterie wieder zugenommen und
sich zunehmend zu einem kritischen Faktor in Bezug auf den Welthandel entwickelt.
6. Seit der Jahrtausendwende hat Piraterie wieder zugenommen und sich zunehmend
zu einem kritischen Faktor in Bezug auf den Welthandel entwickelt.
Aber gefährliche Seewege zu umfahren, ist mit immensen Kosten verbunden, was
sich unmittelbar auf den Verkaufspreis der Waren auswirken würde. . Daher
nehmen auch heute noch - in Zeiten der modernen Piraterie - Reeder das Risiko
überwiegend in Kauf, wenn auch unter dem Druck des Markts.

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Werbung in der sozialen Marktwirtschaft

1. Sie müssen die Werbung attraktiv gestalten. so dass Sie unterhält neugierig macht
vielleicht auch erschreckt. Das oberste Ziel der Werbung ist es nämlich,
Aufmerksamkeit zu wecken. Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit - das ist der
maximale Preis, den Zuschauer bereit ist, für gute Werbung zu zahlen.
2. Genau hier, liegt das Problem oder vielmehr die Herausforderung für sie gesamte
Werbeindustrie. Denn diesen Moment Aufmerksamkeit beanspruch jedes
beworbene Produkt für sich und wo viele schreien, werden nur wenige gehört. Ob
der Ruf der Werbung vom Konsumenten gehört wird und ob er dessen Kaufverhalten
Tatsächlich ändert damit, beschäftigen sich seit den 1930er Jahren Generationen von
Wissenschaftlern.
3. Durch eigene Studien, Befragungen sowie theoretische Anleihen bei Psychologie und
Verhaltensforschung versuchen sie, die optimale Werbeformal zu finden. Dies
geschieht natürlich nicht allein aus wissenschaftlichem Forschungsdrang.
Besonders die Wirtschaft will wissen, ob das Vermögen gut investiert ist das Jahr für
Jahr in die Werbung fließt. Werbung ist jedoch - und das ist das Einzige.
4. Jeder, der eine Wertung sieht reagiert aufgrund seiner persönlichen Einstellungen und
Erfahrungen anders. Ganz zu schwiegen davon, dass Werbebotschaften nicht nur
von Land zu Land, sondern sogar schon von Region zu Region anders
wahrgenommen werden können. Werbungen überschreiten nicht nur regionale und
soziale Grenzen, sondern häufig auch die des guten Geschmacks und des Gesetzes.
5. Jeder Bürger, der sich durch eine Werbung beleidigt fühlt. hat in Deutschland das Recht
sich zu beschweren. Vor diesen Beschwerden fürchten sich die Werbetreibenden,
denn sie rufen den Gesetzgeber auf den Plan. Der könnte die Werbegesetze
verschärfen und damit die Möglichkeiten der Werbebranche einschränken.
6. Er kann jedoch die Empfehlung aussprechen, die Wertung nicht mehr zu senden,
beziehungsweise zu drucken. Häufig hören die Zeitungsverleger und
Fernsehanstalten auf diese Empfehlung. Im letzten Jahr kamen aus der Bevölkerung
606 Beschwerden aber Werbungen. Allerdings wurde nur in sieben Fällen eine Rüge
ausgesprochen, in immerhin 45 Fällen wurde die Werbung jedoch geändert oder
abgesetzt.

Was Werbung so treibt

1. So kommt es, dass es Joghurts gibt, die man nicht nur essen kann, sondern die ihre
eigene Verdauung gleich mit erledigen und währenddessen auch noch vor
ansteckenden Krankheiten schützen sollen. Fast scheint es, regiere im Supermarkt
das Spaßprinzip. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es herrscht pure Verzweiflung.
2. Laut einer Studie bleiben aber trotzdem mehr als zwei Drittel aller neuen Spülmittel,
Biere, Pürees und Joghurts in den Regalen liegen. Damit sind 70 Prozent der
Konsumgüter ein Flop, und dass bedeutet eine Fehlinvestition der Unternehmen
von zehn Milliarden Euro. Noch schlimmer: Nicht etwa eine falsche Vermarktung ist
schuld an diesem Desaster, sondern bei über der Hälfte dieser Produkte ist bereits das
grundlegende Konzept fehlerhaft: Qualität, Leistung, Preis, Zielgruppen wurden falsch
eingeschätzt.
3. Noch schlimmer: Nicht etwa eine falsche Vermarktung ist schuld an diesem Desaster,
sondern bei über der Hälfte dieser Produkte ist bereits das grundlegende Konzept
fehlerhaft: Qualität, Leistung, Preis, Zielgruppen wurden falsch eingeschätzt.
Eine typische Entwicklung eines neuen Produkts beginnt zum Beispiel so. Ein
Hersteller entwickelt einen Reiniger, nennt ihn „Cillit Bang" und kommt auf
hervorragende Verkaufszahlen.
4. Aber spätestens für einen dritten Reiniger wird es eng: Die Nische im Markt ist bereits
geschlossen. Und wenn dann der Handel noch seine günstigen Eigenmarken
dazustellt, beginnt dies vorn. Eine neue Nische muss her.
5. Die schönste Zielgruppe nutzt eben nichts, wenn man sie mit den zur Verfügung
stehenden Mitteln nicht erreichen kann. Also denkt sich die Marketingleitung eine
Zielgruppe aus, die irgendwie zum Produkt passen könnte. Wenn zum Beispiel eine
neue Gesichtscreme auf den Markt kommen soll, wird die Zielgruppe so vorgegeben:
alle berufstätigen Frauen in Großstädten zwischen 20 und 39 Jahren mit
überdurchschnittlichem Einkommen.
6. Aber auch wenn die Definition der Zielgruppe stimmt und das Produkt im Regal steht,
kann noch der letzte, alles entscheidende Fehler unterlaufen: wenn nämlich Produkt,
Marke und Preis nicht zusammenkommen. Viele Marken sind sich zu fein, ihre
Waren zu einem marktüblichen Preis anzubieten. So geschehen bei der durch
Kartoffelknödel bekannt gewordenen Marke „Pfanni".

Wie sich das Postwesen entwickelte?

1. Zusätzlich sandten die ägyptischen Könige Boten, die zunächst zu Fuß unterwegs
waren, in die entlegenen Provinzen. Später setzten sie auch reitende Briefboten ein..
Aus der Zeit um 255 v. Chr. ist das Kontrollbuch eines Briefboten erhalten, in dem jede
Auslieferung vom Empfänger bestätigt wurde.
2. Für private Sendungen mussten andere Wege gefunden werden,
zum Beispiel reisende Freunde für Nachrichten, die über längere Distanzen übermittelt
werden sollten. Für kürzere Entfernungen hingegen schickten wohlhabende
römische Bürger ihre Sklaven zu Fuß auf den Weg.. Nach dem Zerfall des
Weströmischen Reiches funktionierte die Nachrichtenübermittlung in Europa nur mehr
eingeschränkt, vor allem über missionierende Mönche und das Botennetz der
Karolinger.
3. Die moderne Geschichte des Postwesens beginnt in der Frühen Neuzeit mit der
Einführung des Stafettensystems mit Reiter- und Pferdewechsel. Die erste zeitlich und
räumlich zentral organisierte Postverbindung war der sogenannte Niederländische
Postkurs.. Er wurde im Jahr 1490 von Janetto von Taxis zwischen dem Hof
Maximilians I. in Innsbruck und jenem seines minderjährigen Sohnes Philipp in den
Burgundischen Niederlanden eingerichtet.
4. Nach 1520 nahm dann die Beförderung der Privatpost auf dem Niederländischen
Postkurs unaufhaltsam zu. Zunächst stillschweigend geduldet, wurde die
Beförderung privater Korrespondenz schließlich genehmigt. Neben Briefen und
ähnlichen Sendungen beförderte die Post nun auch Personen, die mit Begleitung von
Poststation zu Poststation reisten und dabei die Reitpferde wechselten.
5. Der zunehmende Postverkehr führte schon früh zu Versuchen administrativer
Verbesserungen und Vereinfachungen. Diese galten vorwiegend der Abschaffung von
Unzulänglichkeiten bei der Zustellung und der Verminderung hoher Verlustquoten
der Sendungen. Außerdem ging es um eine größere Sicherheit für die der Post
anvertrauten Briefe und Güter und um die Einstellung zuverlässiger Boten, die
ausreichenden Lohn erhalten sollten.
6. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges schließlich begann der Einsatz von
Postkutschen, zunächst im Personenverkehr. Entlang der Postkurse entstanden an
den Poststationen Wirtshäuser, die mit den Postgesellschaften kooperierten. Die
noch heute bestehenden Bezeichnungen wie Gasthof zur Post" erinnern daran.

Die Hamburger-Hypothese

1. Eine ähnliche Geschichte tischt die Gemeinde Hamburg (Bundesstaat New York) der
Öffentlichkeit auf: Die Gebrüder Frank und Charles Menches sollen angeblich den
Beef-Bratling Ende des 19. Jahrhunderts ersonnen und nach ihrer Heimatstadt
benannt haben. Dokumente, die das beweisen, haben Hamburg und Seymour bislang
allerdings ebenso wenig vorlegen können wie zahlreiche weitere Städte, die sich
ebenfalls rühmen, den ersten Bürger gebraten zu haben.
2. Dokumente, die das beweisen, haben Hamburg und Seymour bislang allerdings ebenso
wenig vorlegen können wie zahlreiche weitere Städte, die sich ebenfalls rühmen, den
ersten Bürger gebraten zu haben.
Fast unbestritten ist: Keine dieser Städte erhebt ihren Anspruch zu Recht. Dafür
spricht vor allem, dass es bereits 50 Jahre zuvor ein Gericht namens Hamburg Steak
gab, das der Vorläufer des Hamburgers gewesen sein dürfte.
3. In New Yorks einstmals feinstem Restaurant Delmonico's soll bereits 1834 ein solches
auf der Karte gestanden haben - wofür es viele Sekundärquellen, aber leider keinen
direkten Beleg gibt. Als gesichert gilt hingegen, dass das Hamburg Steak anfang des 20.
Jahrhunderts in den USA ein gängiges Gericht war. In etlichen Kochbüchern dieser
Ära taucht es auf. Man gebe es zweimal durch die Schneidemaschine und salze es
leicht. Mitunter füge man etwas gezuckerten Speck hinzu, um den Geschmack zu
verbessern.
4. In einer Rezeptsammlung von 1911 ist das Hamburg Steak hingegen eine zu Kugeln
geformte Hackmasse, die in Semmelbröseln gewendet wird. Der Schluss liegt nahe,
dass gehacktes oder geschnetzeltes Fleisch generelle als Hamburg bezeichnet
wurde - und dass der Name Hamburger definitiv nicht auf das Wort ham (Englisch
für Schinken) zurückzuführen ist, sondern tatsächlich etwas mit der Stadt
Hamburg zu tun hat.
Das Oxford English Dictionary von 1802 definierte Hamburg Steak seinerzeit schlicht
als gepökeltes Rindfleisch.
5. Die Verpflegung an Bord war miserabel, zumindest für die weniger betuchten
Zwischendeck-Passagiere.
Kochen war dort vermutlich schwierig - das zähe Pökelfleisch pur zu verspeisen,
muss eine eher unerfreuliche Erfahrung gewesen sein. Was lag da näher, als es in
Streifen oder Stücke zu schneiden und diese - mangels Teller und Besteck - zwischen
zwei Scheiben Brot zu klemmen?
6. Wurde der Hamburger so vielleicht aus der Not geboren, als Reiseproviant armer
Leute?
Beweisen lässt sich das bislang nicht, aber es ist die vielleicht plausibelste
Hamburger Hypothese. Die Immigranten-Notverpflegung wäre dann zwischenzeitlich
bei Delmonico's zum Gourmet-Schmankerl der US-Oberschicht aufgestiegen, um
hundert Jahre später bei McDonald's und Bürgerking wieder das zu werden, was sie
vielleicht einst war: unkomplizierter Proviant für zwischendurch.

Keramik für Millionen

1. Sie gehören zur frühesten Keramik überhaupt. Was für eine Neuerung! Jahrmillionen
lang hatte der Mensch aus der hohlen Hand getrunken und Wasser in Tierhäuten
erhitzt. Nun kamen plötzlich die Mesopotamier, formten den feinen kalkreichen und
eisenhaltigen Mergel ihrer Heimat zu Schüsseln und aßen daraus Suppe und
Getreidebrei.
2. Erstaunlicher noch: Schon die Leute aus Jarmo erhitzten die Öfen auf 850 bis 1050
Grad. Experimente ergaben, dass sie die Brennkammern über drei Stunden lang
mit Palmblättern oder Strauchwerk befeuern mussten, um solche Temperaturen zu
erzeugen. Widerstandsfähig sollte die Tonware sein, aber auch schön.
3. Etwa zur selben Zeit ersann ein genialer Keramikpionier die "Tournette".
Der Name steht für eine Arbeitsplatte, auf der man das Werkstück hin und her
wenden kann..
Der Durchbruch zur Massenware folgte dann um 3500. Erstmals wurde ein Rad auf eine
senkrechte Achse gesteckt und in Schwung versetzt: Fertig war die schnell rotierende
Töpferscheibe.
4. Erstmals wurde ein Rad auf eine senkrechte Achse gesteckt und in Schwung versetzt:
Fertig war die schnell rotierende Töpferscheibe. Oft gingen die Keramikmacher zu
zweit ans Werk. Einer gab Anschwung und drehte die Scheibe, der andere gestaltete
den frischen glitschigen Ton.
5. Der Wunsch nach Gebrauchskeramik in den prosperierenden Stadtstaaten Sumers war
riesig. Ob Bier, Getreide, saure Gurken oder kandierte Früchte: Alles kam in
Tonbehälter. Sogar Erntesicheln und Siebe wurden aus Lehm gebrannt – und auch die
glasierten Ziegel fürs Baugewerbe.
6. Sogar Erntesicheln und Siebe wurden aus Lehm gebrannt – und auch die glasierten
Ziegel fürs Baugewerbe. Und auch die glasierten Ziegel fürs Baugewerbe. selbst das
Wegwerfgeschirr gab es schon. Im Schutt der Stadt Uruk fanden die Archäologen
unzählige zerbrochene, grobe Schüsseln, die schnell und flüchtig hergestellt wurden, die
"Glockentöpfe".

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