SPS Ub
SPS Ub
Lörrach Übungsaufgaben
1 Kniehebelpresse
Um Wälzlager für die Wellenlagerung in das Gehäuse des Seiltrommelgetriebes einzupressen,
setzt der Betrieb eine pneumatische Kniehebelpresse ein.
Der Arbeitsdruck der Pneumatikanlage beträgt
9 bar. Der doppeltwirkende Zylinder hat einen doppeltwirkender
Wirkungsgrad von 83 %. Das Stellglied wird von Zylinder
einer Feder zurückgestellt. Die Druckkraft des
Presszylinders soll 3000 N nicht übersteigen, um
Beschädigungen am Lager zu vermeiden. Es muss
aber mindestens eine Presskraft von 2000 N -BG2 -BG1
Schutztür
erzeugt werden. Die Aus- und Einfahrgeschwindig-
keiten des Zylinderkolbens sollen einstellbar sein.
Die Presse ist betriebsbereit, wenn der Resettaster -SF1
-SF1 betätigt wurde. Nach zehn Pressvorgängen -SF0
muss der Resettaster -SF1 erneut betätigt werden. -SF2
Dadurch soll der Maschinenbediener an eine
Zwischenkontrolle erinnert werden.
Der Zylinderkolben darf erst ausfahren, wenn der
-BG4
Starttaster -SF2 gedrückt wird, der Zylinderkolben -BG3
eingefahren ist (-BG1), ein Werkstück vorhanden
(-BG3) und die Schutztür (-BG4) geschlossen ist. Die Presszeit beträgt 5 s.
Ist die Presszeit abgelaufen, soll der Zylinder selbsttätig zurückfahren.
Wird Not-Aus -SF0 betätigt, soll der Zylinder sofort wieder einfahren.
1.1 Berechnen Sie den erforderlichen Zylinderdurchmesser
1.2 Bestimmen Sie den geeigneten Normzylinder.
1.3 Weisen Sie nach, ob die Presskraft im geforderten Bereich liegt.
Für den in 1.2 gewählten Normzylinder liegen weitere Daten vor.
Hub: s = 200 mm
Kosten: k = 2 Cent/m3
Hubzahl: n = 20 min-1
Zeitraum: Arbeitstag mit 8 Stunden
1.4 Dokumentieren Sie den Luftverbrauch und die Kosten für den gewählten Zylinder pro
Arbeitstag.
1.5 Zeichnen Sie den Pneumatikschaltplan in die Vorlage auf dem Arbeitsblatt 1.
Benennen Sie die Schaltzeichen mit Namen und Nummerierung.
1.6 Die Zuordnungsliste und der Anschlussplan sind nicht vollständig. Stellen Sie die
Zuordnungsliste und den Anschlussplan auf dem Arbeitsblatt vollständig dar.
1.7 Entwickeln Sie das Programm in der Funktionsbausteinsprache (FBS).
+
24 V STOP RUN
-
-BG3 -BG4
-BG1
-SF1
-SF3 -SF4
-SF2
Not-Aus
Parkposition
In die Fernbedienung eines Turmdrehkranes mit zwei Joysticks und einigen Tastern sind die
Bezeichnungen der Sensoren -SF0 bis -SF5 eingetragen.
Die Kranbewegungen sollen mit SPS gesteuert werden. Funktionen ohne Sensorbezeichnung
sind nicht Teil der Aufgabe.
Beim Drücken der Taster -SF1 bis -SF4 fährt der Kranhaken in die entsprechenden Richtungen.
Nach Loslassen der Taster bleibt der Kranhaken an seiner aktuellen Position stehen.
Motor -MA1 bewegt die Last vertikal, und zwar mit den Relais -KF1 nach oben und mit -KF2
nach unten. Motor -MA2 bewegt die Laufkatze (Relais -KF3 nach innen, -KF4 nach außen).
Die induktiven Sensoren -BG1 bis -BG4 überwachen die Endlagen von Kranhaken und
Laufkatze. Ihre Positionen sind im Bild symbolisch dargestellt.
Das gleichzeitige Bewegen in unabhängige Richtungen ist möglich. Es muss aber verhindert
werden, dass ein Motor gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen angesteuert wird.
Die Parkposition ist oben innen. Sie wird angefahren, …
… während der Taster -SF5 betätigt wird. (Variante I)
… wenn der Taster -SF5 betätigt wurde. (Variante II)
Bei Betätigung des NOT-AUS -SF0 müssen sofort alle Bewegungen abbrechen und der Kran in
der aktuellen Position stehen bleiben.
2.1 Entwerfen Sie die Zuordnungsliste auf dem Arbeitsblatt.
+
24 V STOP RUN
-
-BG1 -BG2
-BG5
a b
-MB1 -MB2
Aufgaben
3.1 Pneumatikschaltplan
3.2 Zuordnungsliste
3.3 Anschlussplan für die SPS
3.4 Funktionsblockschema für die SPS-Steuerung, zunächst ohne -SF0 und -SF1
Erweiterungen:
3.5 Die Anlage soll mit dem Taster -SF1 eingeschaltet werden (Betriebsbereitschaft).
Ergänzen Sie das Funktionsblockschema.
3.6 Nach Betätigen des Tasters -SF0 soll der Pressvorgang abgebrochen werden und alle
Zylinder sollen in Grundstellung fahren.
3.7 Zweihandsicherheitsschaltung
3.8 Zeitschaltung, Presszeit t = 4s
3.9 Stellglieder mit Federrückstellung
4 Kistenkennzeichnung
Eine Holzkiste wird von Hand eingelegt und mit dem Taster -SF1 der Stempelvorgang
eingeleitet. Zuerst wird das Schutzgitter langsam geschlossen (Zylinder 3). Danach wird
die Kiste gespannt (Zylinder 1) und die Kennzeichnung mit einem heißen Stempel
eingebrannt (Zylinder 2). Dabei ist eine Einbrenndauer von 10 Sekunden erforderlich.
Nach der Wartezeit fährt der Stempel nach oben, die Kiste wird entspannt und die
Schutztür geöffnet.
Wird beim Schließen des Schutzgitters der Ultraschallsensor -BG7 von einem Hindernis
betätigt, soll sich das Schutzgitter wieder öffnen und der Start muss wieder mit S1
eingeleitet werden.
Wird der Schalter -SF0 für den Programmabbruch betätigt, sollen alle Zylinder sofort in die
Grundstellung zurückkehren.
-SF1 Start
Zylinder 1
Holzkiste
-BG7
Schutzgitter
Aufgaben
4.1 Pneumatikschaltplan für den Energieteil mit Nummerierung der Sensoren und
Ansteuerungen der Stellglieder und mit Benennung der Ventile
4.2 Zuordnungsliste
4.3 Anschlussplan für die SPS
4.4 FBS für die SPS
Lösungsvorschläge
1 Kniehebelpresse 1
Durch Hebelpresse oder Biegepresse ersetzen.
1.1 Auswahl des Normzylinders
F F 2000 N 2000 N 2
η⋅p= ⇒ Aerf = = = =26,8 cm
A p⋅η 9 bar⋅83 % 9⋅10 N /cm 2⋅0,83
A= π⋅d 2 ⇒
4
d=
4⋅Aerf
π = √
4⋅26,8 cm 2
π √
=5,84 cm=58,4 mm
1.2 Gewählt wird der nächstgrößere Normzylinder mit KolbenØ d1 = 63 mm und Kolbenstan-
genØ d2 = 20 mm (→ [EuroTabM] „Pneumatikzylinder, Abmessungen“)
Hinweis: Man kann auch den erforderlichen Durchmesser für die höchstzulässige Kraft
berechnen, muss dann aber einen kleineren Durchmesser wählen, weil sonst die höchst-
zulässige Kraft überschritten wird.
1.3 Erzeugte Kraft
2
π⋅(63 mm)
A= π⋅d 1=
2 2
=3117 mm
4 4
F 2 N 2
η⋅p= ⇒ F = p⋅A⋅η=9 bar⋅3117 mm ⋅83%=9⋅10 2⋅31,17 cm ⋅0,83=2328 N
A cm
Die erzeugte Kraft liegt im geforderten Bereich zwischen 2000 N und 3000 N.
1.4 I. Lösung zu Fuß unter Berücksichtigung der Kolbenstange 2
Kolbenflächen
2
π⋅d 1 π⋅(63 mm) 2
A Aus = = =3117 mm2
4 4
2 2
π⋅(d 1 −d 2 ) π⋅(632−202 )mm2 2
ARück = = =2803 mm
4 4
(Doppel-)Hubraum eines Zylinders
V 2 Hub=A Aus⋅s + A Ein⋅s=3117 mm2⋅200 mm+ 2803 mm2⋅200 mm=0,624 dm 3+ 0,551 dm 3=1,184 dm 3
Luftverbrauch (ist bezogen auf Umgebungsdruck)
pe + pamb 3 1 9 bar +1 bar dm 3 m3 m3
Q=V 2 Hub⋅n⋅ =1,184 dm ⋅20 ⋅ =236,8 =14,2 =113,7
p amb min 1 bar min h A−Tag
Kosten
3
dm Cent €
Kosten=Q⋅k=113,7 ⋅2 3 =2,27
Arbeitstag m Arbeitstag
-G1 -A1
Druckluftanschluss
+Wartungseinheit
[EuroTabM47] S.448
[EuroTabM48] S.456
E0.0 E0.1 E0.2 E0.3 E0.4 E0.5 E0.6 E0.7 Statt:
E0.0, E0.1 .. für Eingänge und
A0.0, A0.1 .. für Ausgänge
verwenden einige Steuerungen die
Bezeichnungen:
+ I1, I2 .. (In) und
24 V SPS Q1, Q2 .. (Quit).
-
SR
-SF1 S M0.1
Q =
Z1.Q R1
Netzwerk 2:Pressen
AND
M0.1
-SF2
-BG1
pressen
-BG3
SR
-BG4 S
M1.0
Q =
OR
T1.Q R1
-SF0
Befehlsausgabe
M1.0 -MB1
2.2 Anschlussplan
[EuroTabM47] → S.438 Schaltzeichen Elektropneumatik; → S.448 Beispiel Anschlussplan
[EuroTabM48] → S.446 Schaltzeichen Elektropneumatik; → S.456 Beispiel Anschlussplan
-SF0 -SF1 -SF2 -SF3 -SF4 -SF5 -BG1 -BG2 -BG3 -BG4
E 0.0 E 0.1 E 0.2 E 0.3 E 0.4 E 0.5 E 0.6 E 0.7 E 1.0 E 1.1
+
24 V STOP RUN
-
A 0.0 A 0.1 A 0.2 A 0.3 A 0.4 A 0.5 A 0.6 A 0.7 A 1.0 A 1.1
-KF1 -KF2 -KF3 -KF4
2.5 Parkposition anfahren (Variante I): In den obigen Schaltungen werden OR-Glieder und
„-SF5“ an der Stelle von „parken.Q“ eingesetzt.
2.6 Parkposition anfahren (Variante II) erfordert einen Speicherbaustein:
parken
SR
-SF5 S Q
-BG1 AND
-BG3 OR R1
-SF0
Hinweise:
Schritt „nach unten“: -KF1 statt -SF1 am Eingang verhindert, dass -KF2 geschaltet wird,
wenn parken.Q aktiv ist.
-MM1 -MM2
-RZ4
-QM1 4 2 -QM2 4 2
1 3
-S1
-A1
-G1
3 Die Bezeichnungen -RZ1 bis -RZ3 wurden hier aus systematischen Gründen übersprungen, damit der Drosselrückschlagventil an der
vierten Stellen die Nummer -RZ4 erhält. Das muss aber nicht so sein.
+
24 V STOP RUN
-
4 Die Endlagenschalter -BG1 bis -BG4 sind hier mit Rollenbetätigung dargestellt. Das ist nicht die neueste Technik, aber leichter zu zeichnen
als ein Reed-Kontakt ;)
-SF2 AND
-BG1
spannen
-BG3
SR
-BG5 S
M1.0
Q = M1.0 -MB1
M2.0 R1
Hinweise:
M4.0 muss Schritt 1 nur dann aktivieren, wenn das Programm mehrmals hintereinander
ablaufen soll.
-SF2 AND
-BG1
-BG3
spannen
-BG5
SR
M0.1 S
M1.0
Q = M1.0 -MB1
M2.0 R1
Schritte 2 - 4: unverändert
-SF1 AND
-BG1
-BG3 spannen
-BG5 SR
M0.1
S M1.0
Q = M1.0 -MB1
-SF0 OR R1
M2.0
Schritt 0: Betriebsbereitschaft6
bereit
-SF1 OR
SR
-SF0 AND S M0.1
-BG1 Q =
-BG3 nicht definiert R1
5 Hinweis: SF0 ˅ (BG3 ˄ M3.0) → entspannen.S / M1.0 → entspannen.R1 ( kein SF0 → MB2 würde erst dann mit M4.0 'entspannen', wenn
'pressen beenden' beendet ist
6 Anschließend heißt: SF0 ist nicht nur betätigt, sondern auch die Grundstellungen erreicht: SF0˄BG1˄BG2. Das setzt voraus, dass SF0
solange betätigt bleibt oder erfordert einen zusätzlichen RS-Speicher.
T1
"entpressen"
-BG4 AND TON 4s
SR
M2.0 S
M3.0
Q = M3.0 OR
-SF0 OR R1 -MB1
-SF0
M4.0
-MB1: -MB3
M1.0 OR -MB1
M2.0 M2.0 OR -MB3
M3.0 -SF0
-SF0
-MB2 und -MB4 gibt es nicht mehr. Zylinder -MM2 fährt ein, sobald M2.0 entfällt, und
Zylinder -MM1 fährt danach ein, sobald M3.0 (nach M1.0 und M2.0) entfällt.
4 Lösungsvorschläge Kistenstempelung
4.1 Pneumatikschaltplan7
[EuroTabM47] → S.426 und S.448
[EuroTabM48] → S.434 und S.456
-RZ6
-S1
-A1
-G1
7 Die Bezeichnung -BG4 wurde hier aus systematischen Gründen übersprungen. Das muss nicht so sein.
+
24 V STOP RUN
-
-SF0 OR R1
M2.0
-BG7
-SF0 OR R1
M3.0
-SF0 OR R1
M4.0
8 -BG7 am Set-Eingang würde nur den Start des Schließens verhindern. Wenn das Schließen bereits begonnen hat, würde es nicht mehr
abgebrochen werden.
-SF0 OR R1
M6.0
-SF0 OR R1
-MB5
Befehlsausgabe
M1.0 -MB5
M2.0 -MB1
M3.0 -MB3
M4.0
M5.0 OR -MB2
-SF0
M6.0 OR -MB6
-SF0
-BG1