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Verbindlichkeit: Inhaltsverzeichnis

Verbindlichkeit bezeichnet im Schuldrecht die Verpflichtung eines Schuldners, eine Leistung gegenüber einem Gläubiger zu erbringen, und ist im betriebswirtschaftlichen Kontext die noch offene finanzielle Verpflichtung eines Unternehmens. Im Zivilrecht wird sie durch das BGB geregelt, während im Handelsrecht spezifische Typen von Verbindlichkeiten definiert sind. Die Bewertung und Passivierung von Verbindlichkeiten erfolgt nach bestimmten Kriterien und Vorschriften, die sowohl im Handels- als auch im Steuerrecht Anwendung finden.

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Verbindlichkeit: Inhaltsverzeichnis

Verbindlichkeit bezeichnet im Schuldrecht die Verpflichtung eines Schuldners, eine Leistung gegenüber einem Gläubiger zu erbringen, und ist im betriebswirtschaftlichen Kontext die noch offene finanzielle Verpflichtung eines Unternehmens. Im Zivilrecht wird sie durch das BGB geregelt, während im Handelsrecht spezifische Typen von Verbindlichkeiten definiert sind. Die Bewertung und Passivierung von Verbindlichkeiten erfolgt nach bestimmten Kriterien und Vorschriften, die sowohl im Handels- als auch im Steuerrecht Anwendung finden.

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Verbindlichkeit – Wikipedia [Link]

org/wiki/Verbindlichkeit

Verbindlichkeit
Unter einer Verbindlichkeit versteht das Schuldrecht die Verpflichtung des Schuldners, dem
Gläubiger gegenüber eine Leistung zu erbringen. Der Verbindlichkeit des Schuldners steht die
Forderung des Gläubigers gegenüber.

Im betriebswirtschaftlichen Sinne steht Verbindlichkeit für die noch offene finanzielle


Verpflichtung eines Unternehmens gegenüber einem Lieferanten oder sonstigen Gläubiger.

Inhaltsverzeichnis
Zivilrecht
Handelsrecht
Prüfkriterien
Passivierungszeitpunkt
Steuerrecht
Betriebswirtschaftslehre
Siehe auch
Einzelnachweise

Zivilrecht
Verbindlichkeit ist ein im BGB häufig genannter Begriff. Gleichwohl wird er nicht definiert. Das
Gesetz hilft mit § 241 BGB insoweit weiter, als dass bei einer Verbindlichkeit stets Leistungen
geschuldet werden. Andere Inhalte sind bei Schuldverhältnissen nicht vorgesehen. Eine
Verbindlichkeit hat Bestand, wenn bei ihrer Entstehung sowohl Gläubiger als auch Schuldner
bestimmt sind, zumindest aber bestimmbar. Für die Bestimmbarkeit eines Gläubigers genügt
gemäß § 657 BGB für Belohnungen ein „bindendes Versprechen“. Der Gläubiger nennt sein
Recht „Forderung“, „Leistungsanspruch“ oder auch „Schuldverhältnis im engeren Sinne“. Der
Schuldner nennt seine Pflicht „Schuld“, „Obligation“, „Verbindlichkeit“.

Bei einem Kauf oder bei einem Auftrag ist jede Partei Schuldner und gleichzeitig Gläubiger der
anderen Partei. Die Leistungspflichten bestehen insoweit im Austausch von Ware und Geld
beziehungsweise Aufwendungsersatz, sodass eine Leistungsverschiedenheit vorliegt. Bei der
Gesellschaft ist jeder Gläubiger und Schuldner der anderen Partei, regelmäßig allerdings hier
gleicher Art. Bei einem Schenkungsversprechen hingegen gibt es nur einen Gläubiger und nur
einen Schuldner.

Naturalobligationen (auch unvollkommene Verbindlichkeiten) liegen vor, wenn der Forderung


ein Leistungshindernis entgegensteht. Zwar besteht die Forderung rechtlich, kann prozssual
aber nicht durchgesetzt werden, da kein gerichtlicher Rechtsschutz besteht. Andererseits gibt

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Verbindlichkeit – Wikipedia [Link]

das Gesetz dem Gläubiger einen „Rechtsgrund fürs Behaltendürfen“, wenn der Schuldner
freiwillig gleichwohl leistet, denn Leistungen auf Naturalobligationen haben Erfüllungwirkung.
[1] Eine klassische Fallgruppe sind die „unklagbaren Verbindlichkeiten“, etwa
Vergütungsansprüche aus Heiratsvermittlung, § 656 BGB. Das indebitum kann nicht kondiziert
werden. Eine weitere Fallgruppe sind „verjährte Forderungen“. § 214 BGB räumt dem
Schuldner in diesen Fällen ein Leistungsverweigerungsrecht ein. Auch auf „Forderungen ohne
materiellrechtliche Verbindlichkeit“ kann nicht geklagt werden. Die freiwillige Erfüllung ist
auch hier Rechtsgrund im Sinne von § 812 Abs. 1 S. 1 BGB und kondiktionssicher. Hierzu
gehören Spiel- und Wettschulden im Sinne des § 762 Abs. 1 BGB oder auch nicht getilgte
Verbindlichkeiten nach einer Restschuldbefreiung gemäß § 301 Abs. 3 InsO.[2]

Handelsrecht
Auch das Handelsrecht setzt den Begriff der Verbindlichkeit voraus, definiert ihn aber ebenfalls
nicht. § 266 Abs. 3 C. Nr. 1 bis 8 HGB, bestimmt, welche einzelnen Typen der Verbindlichkeiten
handelsrechtlich unter diesen Begriff subsumiert werden. Das sind Anleihen, etwa
(Wandel-)Schuldverschreibungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene
Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel, Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht und sonstige Verbindlichkeiten, etwa nicht von Kreditinstituten
gewährte Darlehen oder Steuerschulden. Ansonsten wird lediglich von Schulden des Kaufmanns
gesprochen, so etwa in § 240 Abs. 1 HGB, § 242 Abs. 1 HGB und § 246 Abs. 1 Satz 1, 3 HGB –
oberbegrifflich für die Zusammenfassung von Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

In der Bilanz werden Verbindlichkeiten und die (ungewissen zukünftigen) Rückstellungen als
Verbindlichkeiten unterschieden. Zentrale Vorschriften sind § 266 Abs. 3 lit. C HGB
(Verbindlichkeiten), § 253 Abs. 2 HGB (Rückstellungen) und § 268 HGB.
Eventualverbindlichkeiten sind gemäß § 251 HGB unter der Bilanz auf der Passivseite
auszuweisen. Sondervorschriften für die Passivierung von Verbindlichkeiten gibt es für
Kreditinstitute (§ 21 RechKredV) und Versicherer (§ 74 VAG und § 175 VAG).

Der Bundesfinanzhof (BFH) zieht den zivilrechtlichen Begriff des Anspruchs zur Definition
einer Verbindlichkeit heran, mithin das Verlangen nach einem bestimmten Tun oder
Unterlassen im Sinne von § 194 Abs. 1 BGB. Damit lassen sich Leistungspflichten nach Inhalt
und Höhe bestimmen und sind erzwingbar. Im Vergleich zwischen § 249 Abs. 1 Satz 1 1. Alt.
HGB – hier sind Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden –, ist eine
Verbindlichkeit im Sinne des § 266 Abs. 3 C. HGB eine auszuweisende Schuld, die gewiss ist.
Das hat Auswirkungen auf die Vereinbarung aufschiebender oder auflösende Bedingungen bei
Rückzahlungsverpflichtungen, die als Verbindlichkeit nicht auszuweisen sind.

Prüfkriterien
Prüfkriterien für eine bilanzrechtliche Schuld:
Es muss eine wirtschaftliche Vermögensbelastung bestehen. Danach ist eine zivil- oder
öffentlich-rechtliche Verpflichtung weder notwendige noch hinreichende Voraussetzung
einer bilanzrechtlichen Schuld; auch rein wirtschaftliche Leistungsverpflichtungen sind

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Verbindlichkeit – Wikipedia [Link]

zu passivieren. Eine bilanzrechtliche Schuld ist somit nur dann passivierungsfähig, wenn
die zukünftigen Aufwendungen zur Erfüllung der Verpflichtung sogleich abziehbare
Ausgaben darstellen.
Die wirtschaftliche Vermögensbelastung muss ferner greifbar sein. Eine bilanzrechtliche
Schuld muss hinreichend konkretisiert sein, andernfalls bezeichnet man sie als
allgemeines Unternehmerrisiko. Greifbarkeit der Belastung wird konkretisiert zum einen
durch das Außenverpflichtungsprinzip, nach dem die Verpflichtung aus
Objektivierungsgründen gegenüber einem Dritten bestehen muss. Ein Leistungszwang
gegenüber einem Dritten kann rechtlich begründet sein oder in einem faktischen
Leistungszwang bestehen. Zudem muss die Inanspruchnahme aus der Verpflichtung
„wahrscheinlich“ sein, was dann der Fall ist, wenn mehr Gründe für als gegen das Be-
oder Entstehen einer Verbindlichkeit und eine künftige Inanspruchnahme sprechen. Man
fasst dies unter dem Begriff der objektivierten Mindestwahrscheinlichkeit zusammen.
Die Schuld muss dem Kriterium der Quantifizierbarkeit genügen. Diese wird in der Regel
mit selbständiger Bewertbarkeit gleichgesetzt, die bei ungewissen Verbindlichkeiten
einen Schätzvorgang erfordert.

Passivierungszeitpunkt
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sind als Passivierungszeitpunkte die
rechtliche Vollentstehung und die wirtschaftliche Verursachung relevant. Der Zeitpunkt einer
möglichen rechtlichen Entstehung ist im Regelfall relativ leicht und eindeutig bestimmbar,
wohingegen der Zeitpunkt der wirtschaftlichen Verursachung unbestimmter und deshalb
wesentlich schwieriger zu bestimmen ist. Im Regelfall konkretisiert er sich über das sogenannte
Realisationsprinzip in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB. Gemäß diesem Prinzip sollen den realisierten
Erträgen gerade die Aufwendungen zugeordnet werden, die zur Erzielung der Umsätze
erforderlich waren (sachliche Komponente; englisch Matching Principle) (daneben:
Argumentation über wirtschaftlich wesentliche Tatbestandsvoraussetzungen möglich). Der BFH
will die Schuld zum früheren der beiden Zeitpunkte passiviert wissen.[3][4][5][6]

Steuerrecht
Ebenfalls nicht definiert ist die Verbindlichkeit im Steuerrecht. § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG nimmt
darauf Bezug und bestimmt die Bewertung der Verbindlichkeiten. Für die Steuerbilanz gilt über
§ 5 Abs. 1 Satz 1 EStG das Maßgeblichkeitsprinzip der Handelsbilanz, woraus sich herleiten
lässt, dass beide Begriffe in handels- und steuerrechtlicher Hinsicht koinzidieren.

Betriebswirtschaftslehre
Verbindlichkeiten im bilanztechnischen Sinne sind Verpflichtungen eines Unternehmens zu
einer Lieferung oder sonstigen Leistung, wobei diese Leistung erzwingbar sein muss, ihre
Erfüllung zu einer Vermögensminderung führen muss und die zu erbringende Leistung in ihrer
Höhe und Fälligkeit quantifizierbar sein muss.[7] Als wesentliche Gläubiger gibt es bei
Nichtbanken die drei großen Gruppen der Kreditoren (Lieferanten), Kreditinstitute und
Finanzamt. Genau diese Gruppen finden sich in § 266 Abs. 3 lit. C HGB und IAS 1.68/IAS 32
unter dem Oberbegriff finanzielle Verbindlichkeiten (englisch financial liabilities) als
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (englisch

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Verbindlichkeit – Wikipedia [Link]

trade and other payables) und Ertragsteuerverbindlichkeiten (englisch current taxes) wieder.[8]
Die International Accounting Standards bzw. die International Financial Reporting Standards
(IFRS) definieren im Framework (F.49b IFRS) eine Verbindlichkeit als eine gegenwärtige
Verpflichtung, die auf einem Ereignis der Vergangenheit beruht, aus dem ein wahrscheinlicher
zukünftiger Ressourcenabfluss resultiert.

Ihre Bewertung erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 HGB zu ihrem Erfüllungsbetrag oder gemäß IAS
39.43 mit dem Fair Value, faktisch gemäß IAS [Link].64 mit den Anschaffungskosten. Bei
Fremdwährungsschulden ist die Währungsumrechnung nach § 256a HGB zu beachten, wonach
Verbindlichkeiten am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umzurechnen sind. Im
Umkehrschluss aus Satz 2 dieser Bestimmung ist dabei sowohl das Anschaffungskostenprinzip
als auch das Imparitätsprinzip zu beachten.

Siehe auch
Masseverbindlichkeit

Einzelnachweise
1. Heinz-Peter Mansel, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): Bürgerliches Gesetzbuch, 12. Auflage
2007, § 241 Rn. 20.
2. Heinz-Peter Mansel, in: Othmar Jauernig (Hrsg.): Bürgerliches Gesetzbuch, 12. Auflage
2007, § 241 Rn. 22.
3. BFH, Urteil vom 24. April 1968, Az.: I R 50/67 = BFHE 92, 224 ([Link]
rnetzung/rechtsprechung?Text=BFHE+92%2C+224)
4. BFH, Urteil vom 23. September 1969, Az.: I R 22/66 = BFHE 97, 164 ([Link]
ste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE+97%2C+164)
5. BFH, Urteil vom 28. April 1971, Az.: I R 39, 40/70 = BFHE 102, 207 ([Link]
te/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE+102%2C+207)
6. BFH, Urteil vom 10. April 1991, Az.: II R 118/86 = BFHE 164, 448 ([Link]
vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE+164%2C+448)
7. Wolfgang Lück: Verbindlichkeiten. In: ders. (Hrsg.): Lexikon der Betriebswirtschaft, 1983, S.
1183
8. Gerald Preißler/German Figlin: IFRS-Lexikon. ([Link]
AQBAJ&pg=PA45&dq=verbindlichkeiten+ifrs&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjd6oH64pjgAhU
DfFAKHTVJAvY4ChDoAQhOMAc#v=onepage&q=%22trade%20and%20other%22&f=false)
2009, S. 17

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Normdaten (Sachbegriff): GND: 4127073-3

Abgerufen von „[Link]

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Common questions

Auf Basis von KI

Der Begriff der Verbindlichkeit wird im BGB nicht definiert, da das Gesetz durch § 241 BGB einen Rahmen für Verbindlichkeiten schafft, indem es festlegt, dass es bei einer Verbindlichkeit stets um geschuldete Leistungen geht. Dieser Fokus liegt auf der Leistungspflicht des Schuldners gegenüber dem Gläubiger, wobei unterschiedliche Inhalte in Schuldverhältnissen nicht vorgesehen sind .

Unklagbare Verbindlichkeiten sind solche, bei denen trotz bestehender Forderungen kein gerichtlicher Rechtsschutz möglich ist, beispielsweise bei Naturalobligationen. Dies bedeutet, dass der Gläubiger die Forderung rechtlich nicht einklagen kann. Trotzdem können solche Forderungen freiwillig vom Schuldner erfüllt werden, wobei diese Leistung dann eine Erfüllungswirkung im Sinne des § 812 Abs. 1 S. 1 BGB hat .

Die objektivierte Mindestwahrscheinlichkeit beeinflusst die Passivierung von Verbindlichkeiten, indem sie bestimmt, dass eine Verpflichtung in der Bilanz passiviert werden kann, wenn die Inanspruchnahme aus dieser Verpflichtung als wahrscheinlich angesehen wird. Es müssen mehr Argumente für das Entstehen einer Verbindlichkeit sprechen als dagegen. Diese Wahrscheinlichkeit ist ein kritischer Faktor, der über die Anerkennung einer Verbindlichkeit als bilanzierungsfähig entscheidet .

Eine Verpflichtung kann als Verbindlichkeit in der Bilanz passiviert werden, wenn eine wirtschaftliche Vermögensbelastung besteht, die hinreichend konkretisiert ist. Dies bedeutet, dass die Schuld greifbar und gegenüber einem Dritten objektivierbar sein muss (Außenverpflichtungsprinzip) und die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist, wenn die objektivierte Mindestwahrscheinlichkeit erfüllt ist. Eine bilanzrechtliche Schuld muss zudem quantifizierbar sein, da die selbständige Bewertbarkeit, insbesondere bei ungewissen Verbindlichkeiten, einen Schätzvorgang erfordert .

Die IFRS definieren eine Verbindlichkeit als eine gegenwärtige Verpflichtung, die auf einem vergangenen Ereignis beruht und einen wahrscheinlichen zukünftigen Ressourcenabfluss bewirkt. Die Bewertung erfolgt oft mit dem Fair Value gemäß IAS 39, während das Handelsgesetzbuch Verbindlichkeiten zu ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB bewertet. Zudem berücksichtigen die IFRS den internationalen Kontext und verwenden andere Bewertungsmaßstäbe wie den Devisenkassamittelkurs bei Fremdwährungsschulden .

Das Matching Principle besagt, dass realisierten Erträgen diejenigen Aufwendungen zugeordnet werden, die erforderlich waren, um diese Umsätze zu erzielen. Im Rahmen des Realisationsprinzips konkretisiert sich der Zeitpunkt der wirtschaftlichen Verursachung der Verbindlichkeit, indem Aufwendungen den Erträgen zugeordnet werden, um eine sachliche Verbindung herzustellen. Diese Vorgehensweise wird im deutschen Handelsgesetzbuch in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB geregelt .

Das Außenverpflichtungsprinzip ist entscheidend für die Bewertung von Verbindlichkeiten, da es verlangt, dass die Verpflichtung aus Gründen der Objektivierung gegenüber einem Dritten bestehen muss. Dieser Leistungszwang kann rechtlich oder faktisch begründet sein. Durch diese Vorschrift wird die Verpflichtung greifbar und hilf dabei, die wirtschaftliche Belastung des Unternehmens zu bestimmen, die passiviert werden kann .

Naturalobligationen sind im rechtlichen Sinne nicht einklagbar, da ihnen ein Leistungshindernis entgegensteht, das gerichtlichen Rechtsschutz ausschließt. Beispielsweise besteht eine Forderung rechtlich, sie kann jedoch nicht prozessual durchgesetzt werden. Ein klassisches Beispiel dafür sind Vergütungsansprüche aus Heiratsvermittlung gemäß § 656 BGB, bei denen der Schuldner im Falle freiwilliger Erfüllung die Forderung nicht zurückfordern kann .

Im HGB werden Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 gebildet, um zukünftige ungewisse Verbindlichkeiten oder drohende Verluste abzufedern. Verbindlichkeiten hingegen sind gewiss und müssen gemäß § 266 Abs. 3 C HGB als Schuld in der Bilanz ausgewiesen werden. Die entscheidende Unterscheidung liegt in der Gewissheit der Verpflichtung .

Das Handelsgesetzbuch (HGB) betrachtet Verbindlichkeiten als auszuweisende Schulden, die gewiss sind, während im Steuerrecht Verbindlichkeiten gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG bewertet werden und das Maßgeblichkeitsprinzip der Handelsbilanz gilt. Dieser Grundsatz führt dazu, dass Begriffe in handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Hinsicht koinzidieren .

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