Wiederholung: Binomalverteilung
Ein Bernoulli-Versuch ist ein Zufallsversuch mit genau zwei Ausgängen, die man als Treffer und Niete
bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer bezeichnet man mit p. Die Wahrscheinlichkeit für
eine Niete ist dann 1 - p.
Eine Bernoulli-Kette der Länge n besteht aus n unabhängigen Durchführungen eines Bernoulli-Experiments.
Formelvon Bernoulli:
Bei einer Bernoulli-Kette der Länge n und der Treffenrvahrscheinlichkeit p beträgt die Wahrscheinlichkeit
für r Treffer:
P(x= r) = (?) pr. (1 - p)n-r
Die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zufallsvariablen X nennt man Binomialverteilung.
Für P(X = r) schreibt man auch Bn
o(r).
Beispiel:
Aus einer Urne mit 4 roten und 6 schwazen Kugeln werden nacheinander 10 Kugeln gezogen und sofort
wieder zurückgelegt. Wenn X die Anzahl der gezogenen roten Kugeln beschreib! dann ist X binomial-
verteilt mit den Parametern n ='10 und p = 0,4. Denn wegen des Zurücklegens sind die einzelnen Ziehungen
unabhängig und die Trefferwahrscheinlichkeit beträgt bei jeder Durchführung des Versuchs 0,4.
Die Wahrscheinlichkeit genau 3 rote Kugeln zu ziehen
beträgt dann l'lllTH HUI,I EP|1 l{t{ lE nEr 3
1: ränd 1?E
2: hPF
P(x= 3) = (tf =120'o,ol4'o,o27es3l*0,2j50. Sntlr
'0,43'0,67
) 4r!
,it 4", §:randlnl( (
Dabei kann man (§)
den Binomialkoeffizienten 6: randHorr'r
GTR berechnen. 7: randBin{
1 lst der Zufallsversuch eine Bernoulli-Kette? Wenn ja, geben Sie die Länge und die Treffenruahrscheinlich-
keit an.
a) Ein Würfel wird fünfzigmal geworfen. Es wird gezähl! wie oft eine gerade Augenzahl fällt.
b) Ein Fußballspieler hat beim Elfmeterschießen eine Trefferquote von 7Oo/o. Er schießt zehn Elfmeter und
dabei wird gezählt wie oft er trifft.
c) Ein Mathematik-Kurs besteht aus 11 Schülerinnen und 9 Schülern. Es werden B Personen ausgewählt und
ihr Geschlecht wird notiert.
d) ln Deutschland verfügen ca. 80% der Haushalte über einen lnternetzugang. Es werden 1000 Haushalte
ausgewählt und befragt, ob Sie einen lnternetzugang haben.
2 Das Glücksrad rechts wird zehnmal gedreht. Es wird gezählq wie oft das Euro-Zeichen kommt.
a) P(X=4)=
b) P(x=o)=
c)P(X<2)=P(X= , )+P(X= )+P(X= )
Wahrscheinlichkeiten der Form P(X = r) und P(X s r) kann man auch direkt binor,rpdf (38,8,.,?!
mit dem GTR berechnen. ' 1?), ,,,6L289ä65?
b'in0nedf {3&,&,,ä?
lst beispielsweise n = 30 und p = 0,22 so erhält man .; Sl} ...',. .' r', . .i ''' I
, E8?459818r
P(X = 12) = B3s s,22(12)
" 0,0127
P(Xsa)=0,8025
Mit diesen beiden Funktionen kann man auch andere Wahrscheinlichkeiten berechnen, so ist z.B.
P(X> 5) =1- P(X =5)x0,6740 und P(9 <Xs20) = P(Xs20)- P(X sB)x,Q,1975.
X Schlüsselkonzept: Wahrscheinlichkeit 49
3 Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeiten in den gelben Kästchen mithilfe des GTR?
Verbinden Sie jedes gelbe Kästchen mit dem zugehörigen Kästchen rechts.
P(X > 5)
P(X<9)-p(Xs3)
1-P(X=13)
P(X s 11)
P(X > 14)
1-P(Xs5) Pü =10)-Pü=3)
P(X .12)
P(x<10)-P(Xs2)
1-P(Xs4)
P(3 s { s'16;
1-P(X314)
P(Xs9)-p(Xs2)
P(3.X"10)
4 Die Zufallsvariable X ist binomialverteilt mit den Parametern n = 25 und p = 0,65. Berechnen Sie die
fol genden Wahrschein I ich keiten mithi lfe des GTR.
a) P(X = 10) = b) P(x =20) =
c) P(X s 10) = d) P(x < 20) =
e) P(X<8)= f) P(x > 15) =
g) P(X>9)= h) P(5 < X <'15) =
i) P(8.X<12)= D P(6 < X s'10) =
k) P(X >'10 und X s 20) = l) P(X < 8 oder X ,15) =
5 Herr Müller muss jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit einen Bahnübergang passieren. Die Schranke
ist mit einer Wahrscheinlichkeitvon 25o/o geschlossen. Die Zufallsvariable X zählt wie oft er innerhalb eines
Monats mit22 Arbeitstagen morgens an der Schranke warten muss.
X ist binomialverteilt mit den Parametern und
Die Wahrscheinlichkeit dass er
a) genau fünfmal warten muss, beträgt
b) höchstens fünfmal waften muss, beträgt
c) mindestens achtmal waften muss, beträgt
d) weniger als sechsmal warten muss, beträgt
e) mehr als zehnmal warten muss, beträgt
0 nie warten muss, beträgt
g) mindestens fünf und höchstens zwölfmal warten muss, beträgt
h) weniger als fünfzehnmal und mehr als sechsmal warten muss, beträgt
50 X Schlüsselkonzept:Wahrscheinlichkeit
Mit dem GTR kann man eine Tabelle und den Graphen einer Binomialverteilung erstellen.
Beispiel: n = "15 und p = 0,3
P',lrtl P]0t2 Pt+t3 Id I HEI]LI
rYt Ebinonpdf i 15, Hnin=E
8.3, roundt,H, g)) l\t'tdit.- t;J
\Y l- Hsc l= [
1I J- fr'rin= -. 81
rVt=
. LJ.-
?l'tax=.3
1r 5-
.ITI I -_ Ysc l= 1
ts- Hnes= I
Der Befehl round (X, 0 ) rundet die x-Werte auf null Dezimalstellen, also auf ganze Zahlen. Er ist not-
wendig da als Treffezahl nur ganze Zahlen auftreten können.
6 Erstellen Sie mit dem GTR eine Tabelle und einen Graphen der Binomialverteilung mit den folgenden
Parametern.
a)n=30;p=0,3 b)n=30;p=0,5 c)n=30;p=0,9
Der Erwartungsweft E(X) einer Zufallsvariablen X ist der Wert, der im Durchschnitt auf lange Sicht,
d.h. bei einer großenZahl von Durchführungen der Bernoulli-Kette, zu enrvaften ist.
lst X binomialverteilt mit den Parametern n und p, so ist E(X) = n . p.
Statt E(X) schreibt man auch den griechischen Buchstaben p (,,Mü").
Das Maximum des Graphen der zugehörigen Binomalverteilung befindet sich an der Stelle p. Wenn p
keine ganze Zahl ist, dann befindet sich das Maximum bei der nächstgrößeren oder nächstkleineren
ganzenZahl.
Beispiel: Ein Würfel wird dreißigmal geworfen, X zählt die Anzahl P(X = r)
0,20
der Sechsen. Dies ist eine Bernoulli-Kette mit den Parametern
n = 30 und p = J. [Link] ist der Erwatungswert ,r = 30 .2= 5.
Dies bedeutet, dass man im Durchschnitt auf lange Sicht 5 Sechsen 0,15
erwarten kann. Außerdem befindet sich das Maximum des Graphen
an der Stelle 5. Es ist also am wahrscheinlichsten bei 30 Würfen fünf o,ro
Sechsen zu werfen.
Wird der Würfel hundertmal geworfen, so beträgt der Enauartungs- 0,05
weft Lt = 100 ' 2 = ry = 16,6667. Dies zeigt, dass der Erwartungswert
nicht als Ergebnis des Zufallsversuchs auftreten muss. Hier gilt
P(X = 16) = 0,1065 und P(X = 17) = 01052. 12345678910r
Also ist es am wahrscheinlichsten 16 Sechsen zu werJen.
7 ln einer Urne befinde n sichl2schwarze und 4 weiße Kugeln. Es werden 12 Kugeln mit Zurücklegen gezogen.
Die Zufallsvariable X zählt die Anzahl der schwaaen Kugeln.
a) X ist binomialverteilt mit den Parametern n __- -- und p =
b) Die Wahrscheinlichkeit genau fünf schwaze Kugeln zu ziehen beträgt
c) Der Erurvaftungswert von X ist p =
d) Wie kann man trr interpretieren?
0 Was ändert sich an a) bis d), wenn man 5 schwaae und 4 weiße Kugeln in der Urne hat und'12 Kugeln
gezogen werden?
, P(X=8)=
X Schlüsselkonzept: Wahrscheinlichkeit 51
3 Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeiten in den gelben Kästchen mithilfe des GTR?
Verbinden Sie jedes gelbe Kästchen mit dem zugehörigen Kästchen rechts.
P(X: 5) :
P(Xs9)-p(Xs3)
1-P(Xs13)
P(X s 11)
P(X > 14)
1-P(Xs5) P(x =10)-P(X=3)
P(X " 12)
P(Xs10)-P(Xs2)
1-P(Xs4)
P(3sXs
1-P(X<14)
pG.X<10) P(Xs9)-p(Xs2)
4 Die Zufallsvariable X ist binomialverteilt mit den Parametern n = 25und p = 0,65. Berechnen Sie die
folgenden Wahrscheinlichkeiten mithilfe des GTR.
a) P(X = 10) = b) P(x = 20) =
c) P(X s 10) = d) P(X s 20) =
e) P(X<8)= 0 P(x>15)=
s) P(X>e)= h) P(5<X<15)
D P(g < X. 12) j) p(6 < X s.t0) =
k) P(X>10undX<20)= l) P(X . 8 oder X ,'15) =
5 Herr Müller muss jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit einen Bahnübergang passieren. Die Schranke
ist mit einer Wahrscheinlichkeitvon 25o/o geschlossen. Die Zufallsvariable X zählt wie oft er innerhalb eines
Monats mit22 Arbeitstagen morgens an der Schranke warten muss.
X ist binomialverteilt mit den Parametern und
Die Wahrscheinlichkeit dass er
a) genau fünfmal warten muss, beträgt _,
b) höchstens fünfmal warten muss, beträgt
c) mindestens achtmal waften muss, beträgt
d) weniger als sechsmalwarten muss, beträgt _*-.-__-__-.-.._-.-.-..-"_*_t
e) mehr als zehnmal warten muss, beträgt .-***.*-". __,
f) nie warten muss, beträgt ,
g) mindestens fünf und höchstens zwölfmal waften muss, beträgt
h) weniger als fünfzehnmal und mehr als sechsmal warten muss, beträgt
50 X Schlüsselkonzept:Wahrscheinlichkeit