Garnison
Garnison
Jan/2006
Militärische Vorgeschichte und Festungsbau
Nachdem Köln von 1794 –1814 durch Napoleonische Truppen besetzt war, kommt am
15. Januar 1814 der erste preußische Stadtkommandant. Damit beginnt die Geschichte der
Garnison und Festung Köln, die bis zum Ende des [Link] dauern soll.
Am 11.3.1815 ergeht Kabinettsorder des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III.
Köln zur „Festung ersten Ranges“ auszubauen. Der daraufhin 1816 von Oberstleutnant Keibel
vorgelegte Plan beruht auf der von den Militärfachleuten von Brese, von Prittwitz und von
Aster entworfenen „neupreußischen“ Befestigungsmanier. Er soll 2 Befestigungslinien
umfassen. Zum einen soll die mittelalterliche Befestigung wieder hergestellt und ausgebaut
werden. Zum anderen soll in einigem Abstand zu diesem Befestigungsring ein Kranz aus
vorgeschobenen („detachierten“ Forts) entstehen.
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der Forts die durch eine Hainbuchenhecke gegen Sicht geschützte Militärringstraße gebaut.
Diese dient zum Munitionstransport und wird für Truppenbewegungen genutzt.
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Das Verhältnis der Kölner zu „Ihrer“ Garnison
Obwohl das strenge, sparsame Preußentum eigentlich im strengen Kontrast zu der
zwanglosen, lebensfrohen Art der Rheinländer und besonders der Kölner stand, wurden diese
Gegensätze bald durch die Jugend überwunden. Ehen zwischen preußischen Soldaten und
kölschen Mädchen waren nicht ungewöhnlich, wie die Kirchenbücher dieser Zeit belegen.
Die jungen männlichen Kölner konnten bald aus eigener Erfahrung feststellen, dass der
preußische Kommiss wohl doch nicht so streng und schrecklich war, wie er immer dargestellt
wurde. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass das rheinische Kürassierregiment Nr. 8 in Deutz
und das bergische Feld-Artillerieregiment Nr. 59 später fast ausschließlich aus Freiwilligen
bestanden und sich ihre Soldaten aussuchen konnten.
Die Kölner Bürger betrachteten die Kürassiere, die sie wegen ihrer weißen Uniformen
freundschaftlich spöttich „Mehlsäcke“ nannten, als ihr „Hausregiment“. Das Infanterie-
Regiment Nr. 65 erhielt den Namen „Regiment Schmitz“ wegen den vielen Soldaten, die
diesen rheinischen Namen trugen. „Kronensöhne“ waren dagegen die Musketiere des
Infanterie-Regiments Nr. 53, da sie auf den Schulteklappen statt der Regimentsnummer nur
eine Krone trugen. Sie trugen diese als besondere Auszeichnung und als Hinweis auf ihren
Regiments-Chef, den Kronprinzen Friedrich (den späteren Kaiser Friedrich III.). Die Fuß-
Artillerie trug, wie wohl überall, die Bezeichnung „die Bumsköppe“. Das Infanterie-Regiment
Nr.16 trug den Namen „Die Hacketäuer“ nach ihrem noch aus den Freiheitskriegen
stammenden Schlachtruf „Hacke tau! (Hau drauf !).
Auch die sonntäglichen Stadt- und Militärkonzerte in Bier- und Kaffeegärten wie
Stadtgarten, Volksgarten, am Stapelhaus oder im Zoo wurden gerne besucht. Die Musikkorps
der verschiedenen Regimenter spielten auch bei den Sitzungen der Karnevalsvereine. So war es
kein Wunder, dass die Stabstrompeter und Musikmeister der Regimenter bei der Bevölkerung
bekannter waren als die Kommandeure.
Die Soldaten der Garnison sorgten für Umsatz in den beliebten Kölner Tanzlokalen wie
dem „Karl dem Großen“ in der Aachener Straße, dem „Edengarten“ am Friesenplatz, dem
„Riehler Ballhaus“, dem „Ahle Kohberg“ vor den Siebenburgen, der „Decksteiner Mühle“ und
wie sie alle hießen. Dabei bevorzugte jeder Truppenteil sein eigenes Lokal und jeder Besuch
eines Soldaten von einer anderen Einheit kam fast einer Herausforderung gleich.
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Die Garnison Köln im August 1914
Zwischen 1815 und 1914 veränderte sich durch Verlegungen und Umgruppierungen der
Armee die Zusammensetzung der Garnison Köln mehrfach. So waren im Laufe der Jahre
verschiedene Einheiten wie z.B. die Festungsartillerie, die im Deutsch-Französischen Krieg
1870/71 als Belagerungsartillerie verwendet wurde, hier stationiert.
Zum Zeitpunkt der Mobilisierung im August 1914 stellte sich schließlich die Garnison
Köln wie folgt dar:
FuAR7 Fußartillerie-Regiment Nr.7 16.6.1864 I/7 Zugweg; II/7 Bonner Straße 500
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Außer den genannten Einheiten gab es noch andere Einrichtungen und militärische
Befehlsstellen, die zur Garnison und Festung Köln gehörten:
3. Fußartillerieinspektion Weidenbachkaserne
Festungsgeschirrhof,
Artilleriedepot und
Festungsinspektion zwischen Weidenbach und Waisenhausgasse
Linienkommandantur und
Proviantamt Heutige Bundesbahndirektion / Rheinufer
Militär-Arrestanstalt Schnurgasse
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Infanterieregiment Freiherr v. Sparr (3. westf.) Nr. 16
Aus einem aktiven und zwei Reservebataillonen des 3. ostpreußischen Infanterie-
regiments wurde in Berlin 1813 das 4. Reserve-Infanterieregiment zusammengestellt. Es erhielt
1815 die Bezeichnung „Infanterieregiment Nr. 16“, ab 1816 die Bezeichnung
„3. westf. Infanterieregiment Nr. 16“. 1889 wurde dem
Regiment der Name „Freiherr v. Sparr“ verliehen. Sparr
(1605—68) war kaiserlicher u. brandenburgischer
Feldmarschall, hatte zwei eigene Regimenter und hat als
Generalfeldzeugmeister unter dem Großen Kurfürsten die
Reorganisation des brandenburgischen Geschützwesens
durchgeführt.
Das Regiment lag 1820-33, 1836-48, 1856-60,
1870-1918 wenigstens mit Teilen in Köln, Deutz oder
Mülheim. Vor 1820 in Luxemburg, Trier, Saarlouis, Mainz,
1833-36 Düsseldorf, Soest, Wesel, 1849-51 im Einsatz,
1851-56 Minden, Bielefeld, 1860-66 Düsseldorf, Hamm,
Soest, 1866-70 Hannover, Osnabrück.
Als Unterkünfte sind erwähnt: 1829 die
Richmodkaserne, 1836-48 die Neumarktkaserne,
die Kasematten in Deutz und die
Machabäerkaserne, 1870-97 die Neumarkt- u.
Richmodkaserne, 1894-97 die Machabäerkaserne,
1896 die Ulrichkaserne (I./-), 1897-1902 lag II./- in
der Weidenbachkaserne, 1902-18 IR 16 in der
Hacketäuerkaserne.
1837-38 In den revolutionären Wirren erhielten die Angehörigen des Regiments wegen ihres
schon in den Freiheitskriegen gebrauchten westfälischen Schlachtrufs „Hacke tau“
(Hau zu!) den Schimpfnamen „Hacketäuer“, der später zum Ehrennamen wurde.
Deutscher Krieg 1866. Im Verband der Elbarmee Schlacht bei Königgrätz (3. 7. 66).
Verluste an Toten: 5 Offz., 141 Uffz. u. Mannsch., davon 51 durch Krankheit.
Krieg mit Frankreich 1870/71. Bei 2. Armee, [Link]. 18 Schlachten und Ge-
fechte, insbesondere Mars la Tour (16. 8.) und Beaune la Rolande (28. 11.).
Gefallen: 32 Offz., 653 Uffz. u. Mannsch., gestorben infolge Krankheit: 2. Offz., 42
Uffz. u. Mannsch.,
Verwundet: 32 Offz., 922 Uffz. u. Mannsch.
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Beteiligt: 5 Offz., 15 Uffz., 50 Mannsch.
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Dänischer Krieg 1864. Im Verband des VII. AK, 13. Inf. Div. 25. Inf. Brig. Sturm auf
die Düppeler Schanzen (18. 4.). Der Regimentskommandeur, 1 Bataillonskommandeur,
und 2 Leutnants wurden mit dem Pour le Merite ausgezeichnet. - Kämpfe auf Alsen.
Verluste: 3 Offz., 42 Uffz. u. Mannsch.
Deutscher Krieg 1866. Vormarsch gegen Hannover, Gefechte bei Zella, Kissingen,
Aschaffenburg, Tauberbischofsheim, Würzburg.
Verluste: 2 Offz., 31 Uffz.u. Mannsch.
Krieg gegen Frankreich 1870/71. Im Verband des VII. AK, 14. Division, 28. Infanteriebrig.
Schlachten bei Spichern (6. 8.), Colombay-Nouilly (14. 8.), Gravelotte u.
St. Privat (18. 8.), Belagerungen von Metz, Diedenhofen und Meziéres. -
Verluste: 13 Offz., 73 Uffz. u. Mannsch.
Erster Weltkrieg 1914-18. Aktives Regiment im Verband der 14. Division:
1914 Eroberung von Lüttich (7. 8.), Schlacht b. Mons und Gharleroi (Lobbes,
22. u. 23. 8.), St. Quentin (30. 8.), Marneschlacht (6-11. 9.), Kämpfe bei
Reims und bei la Bassée,
1915 im Verband der 50. Div.: Bewaffnung mit russ. Beutegewehren, Stellungskämpfe
i. d. Champagne, Minenkrieg b. Somme-Py, Umbewaffnung auf
Gew. 88 mit Patronen S. 98, behelfsmäß. Gasmasken, Herbstschlacht i. d.
Champagne (Perthes, Tahure 20. 9.-10. 10.), Stellungskämpfe vor Reims,
wieder Gew. 98, Ledergasmasken,
1916 Kämpfe vor Verdun, Erstürmung des Fort Vaux (2. 6.),
1917 Kämpfe i. d. Argonnen, Doppelschlacht Aisne-Champagne (Juvincourt
16.-20. 4.), Kämpfe an der Laffaux-Ecke und am Chemin des Dames,
1918 Große Schlacht in Frankreich (21. 3.-3. 4., Einnahme von Nesle) Schlacht
bei Soissons und Reims, Vorstoß zur Marne (27. 5.-13. 6.), Abwehrschlacht
zwischen Marne und Vesle (15.-25. 7.) Kämpfe um die Hundingstellung (25.-31.10.).
Erwähnung des Regiments im Heeresbericht.
Verluste: 146 Offz., 3649 Uffz. u. Mannsch.
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5. rheinisches Infanterieregiment Nr. 65
Das Regiment wurde 1859 aus den Landwehrbataillonen Aachen, Jülich und Malmedy
als Landwehr-Infanterieregiment Nr. 25 gebildet und erhielt 1860 seinen endgültigen Namen
und seine Fahnen.
Das Regiment lag ab 1860 in Köln, nur vorübergehend lag 1 Btl. in Jülich. Als
Unterkünfte in Köln sind bekannt: 1860-1909 Richmodkaserne, 1866-85 Machabäerkaserne,
1880-85 Ulrichkaserne. Von 1895-1902 lagen 2 Btl. in der Kaserne Mülheim (spätere
Hacketäuerkaserne), 1 Btl. 1895-1910 in der Machabäerkaserne. Von 1902-12 war das
Regiment in der Weidenbachkaserne und in den Forts 10 u. 11 untergebracht. 1912 bezog es
die neue Kaserne in der Mülheimer Heide.
In Köln wurde das IR65 als „Regiment Schmitz“ bezeichnet, weil in ihm zahlreiche Träger
dieses rheinischen Namens dienten.
Deutscher Krieg 1866. Im Verband der Elbarmee, des VIII. AK u. d. 15. Div.
Schlacht b. Königgrätz (3. 7.), Verfolgung bis vor Wien.
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Verluste: 13 Offz., 15 Uffz. u. 209 Mannsch., davon 63 durch die Cholera.
Krieg gegen Frankreich 1870/71. Belagerungen von Diedenhofen und Verdun.
Im Verband des VIII. AK, 15. Div. Schlachten b. Amiens (27. 11.), Bapaume
(2.-3. 1. 71) u. St. Quentin (18.-19. 1. 71)
Verluste 29. Offz., 622 Uffz. u. Mannsch.
1900 u. 1904 Teilnahme an den Expeditionskorps gegen den Boxeraufstand in
China und den Hottentottenaufstand in Deutsch-Südwest-Afrika.
1912 erhielt die 12. Komp. den Kaiserpreis für hervorragende Schießleistungen.
Erster Weltkrieg 1914-18. Im Verband der 4. Armee, des VIII. AK. u. der 15. Division:
1914 Gefecht bei Montgon, Marneschlacht, Winterschlacht in der Champagne,
1915 Angriff im Ailly-Wald, Schlacht bei la Bassée u. Arras (Lorettohöhe),
Stellungskämpfe an der Aisne.
1916 im Verband der 185. Division: Sommeschlacht
1917 Kämpfe um Ypern, Frühjahrsschlacht bei Arras.
Erwähnung des Regiments im Heeresbericht, Kämpfe im Artois, Herbstschlacht in
Flandern, Tankschlacht bei Cambrai.
1918 Große Schlacht in Frankreich, Stellungskämpfe vor Arras, Schlachten zwischen
Albert und Peronne und zwischen Cambrai und St. Quentin, Schlacht bei Solesmes.
Verluste: 92 Offz., 368 Uffz. u. 2617 Mannsch.
Im ersten Weltkrieg erhielten aus den Reihen des Regiments den Pour le Merite:
Hauptmann Kleine als Kommandeur eines Kampfgeschwaders,
General der Infanterie Riemann als Kommandeur der 15. Division,
Major Sander als Kommandeur des Reserve-Regiments.
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10. rheinisches Infanterieregiment Nr. 161
Das Regiment wurde am 31. 3. 1897 aus Stämmen der Infanterieregimenter 29, 30, 60
und 70 in Köln gegründet. Es wechselte mehrfach seinen Standort und lag bei Beginn des
1. Weltkrieges mit Stab u. I./- in Trier, mit II./- in Eschweiler, mit III./- in Köln. Die in Köln
liegenden Teile des Regiments waren von 1897-99 in der Neumarktkaserne, von 1912-18
(III./-) in der Weidenbachkaserne untergebracht.
Im ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment zunächst im Verband der 15. Division, ab
August 1916 im Verband der 185. Division.
Aus den Reihen des Regiments erhielten im ersten Weltkrieg den Pour le Merite:
Oberstleutnant u. Regiments-Kommandeur Schütz und
Hauptmann Seiler
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Das Regiment lag ohne Unterbrechung in Köln, nur das II. Btl. lag von 1860-81 in
Wesel. - Als Unterkünfte in Köln dienten dem 1. Bataillon von 1881—1904 das Fort 2 (am
Toten Juden) und das Fort VIII (Rodenkirchen), von 1904-1919 die Zugwegkaserne. Das II.
Bataillon lag 1881-89 in der Dominikanerkaserne, 1889 bis 1904 in der Zugwegkaserne,
1904-11 in den Forts VII u. VIII (Komar und Rodenkirchen), 1911-18 in der Kaserne Bonner
Straße und in Fort VIII.
Krieg gegen Dänemark 1864. Nur Stb. II. Btl., 4. u. 8. Kompanie mobilisiert. Einsatz
vor den Düppeler Schanzen und beim Übergang nach Alsen mit 57 Gesch.,
meist 24-pfündige Mörser, -15000 Schuss.
Verluste: 4 Gefallene, 3 Verstorbene, 1 Offz. u. 3 Mann verw.
Deutscher Krieg 1866. 1. Komp. mit l2pfünd. Mörsern mobilisiert, aber nicht
mehr zum Einsatz gekommen.
Krieg mit Frankreich 1870/71. Zersplitterter Einsatz der Kompanien mit 12- u.
15-cm-Kanonen, 15- u. 28-cm-Mörsern bei den Belagerungen von Straßburg,
Schlettstadt, Neubreisach, Belfort und Paris.
Verluste: 1 Offz. u. 32 Mannsch. gefallen, 14 Mann verstorben, 6 Offz. u.
35 Mannsch. verw.
Erster Weltkrieg 1914-18. Bei der Mobilmachung waren 1. Btl. mit 4 Batt. sFH, II.
u. III. Btl. mit je 2 Batt. 21-cm-Mörsern ausgerüstet. Im Verlauf des Krieges hat
das Regiment 9 höhere Artilleriestäbe, 4 Reg.-Stäbe, 30 Btls.-Stäbe und 115
Batt. aufgestellt. Da die Fußartillerie Heeresartillerie war, erfolgte der
Einsatz bataillonsweise, wobei oft auch dieser Verband auseinandergerissen
werden mußte. Im folgenden sind nur die größeren Kampfhandlungen er-
wähnt:
1. Btl. 1914 Lüttich, Arras, Lilie; 1915 la Bassée; 1916 Somme, Ancre;
(1.), 2.-[Link]. 1917 Siegfr.-Stellung., Arras, Wytschaetebogen; 1918 Große Schlacht in
Frankreich, Kämpfe westlich Metz,
II. Btl. 1914 Fort Ayelles, Champagne, Arras, la Bassée; 1915 Loretto-
5.-6. Batt. höhe, Serbien, Donauübergang bei Semendria; 1916 Angriff auf
Verdun (Toter Mann), Somme; 1917 Siegfried-Stellung., Frühlings-
schlacht bei Arras, Flandern, Wytschaetebogen, Herbstschlacht. in
Flandern; 1918 Große Schlacht in Frankreich., Durchbruch bei St. Quentin,
III. Btl. 1914 Fort Ayelles, Champagne; 1915 Champagne; 1916 Verdun,
7-8. Batt. Fort Vaux, Douaumont, Rumänien; 1917 Sereth-Übergang,
Italien, vom Isonzo zum Piave; 1918 Große Schlacht in Frankreich,
Mondidier, Champagne, Lothringen,
1. Res. Btl. 1914 Maubeuge, Antwerpen, Dixmuiden; 1915 Ypern; 1916
2., 4. u. Verdun, Somme, Champagne; 1917 Verdun, Woevre-Ebene,
19. Batt. Italien vom Isonzo zum Piave; 1918 Durchbruch bei St. Quentin,
Mihielbogen,
II. Res. Btl. 1914 Lüttich, Namur, Maubeuge, Antwerpen, Verdun; 1915
5., 6., 10. Arras, Champagne; 1916 Verdun, Somme; 1917 Reims, Verdun;
u. 11. Batt. 1918 Große Schlacht in Frankreich zwischen Somme und Maas,
[Link]. Batt. 1914 Antwerpen, Langemarck; 1915-17 Ypern; Italien vom
7., 8. u. Isonzo zum Piave; 1918 Große Schlacht in Frankreich, St. Quentin,
15. Batt. Champagne, Mihielbogen,
V. Res. Btl. 1914 Langemarck, Ostpreußen; 1915 Narew, Champagne; 1916
Somme; 1917 Arras, Dixmuiden; 1918 Große Schlacht in Frankreich,
Angriff bei Armentières, Somme.
Andere Batterien kämpften in den Dolomiten und auf Gaillipoli. Das Regiment und
seine Kriegsformationen wurden im Sennelager aufgelöst.
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Verluste des Regiments. und seiner Kriegsformationen: 124 Offz., über 2000 Uffz.
u. Mannsch.
Ehrenstätten. Gefallenen-Ehrenmal für Fußart.-Rgt. 7 u. 9 in Minden, Bronzetafel am
Kreis-Kriegerverbands-Denkmal in Fort 1, Hindenburgpark.
Verschiedenes: Der rhein. Schriftsteller und Dichter Jos. Lauff diente von 1872
ab im Regiment. Er ist als Major ausgeschieden und wurde später geadelt. -
Als hervorragender Flugzeugbeobachter hat sich 1914 Leutnant. Freiherr. v. Pechmann
erwiesen; er wurde deshalb zur Feldfliegerabt. 6 versetzt, hatte insgesamt 700
Feindflüge und erhielt die höchste Auszeichnung, den Pour le merite.
Traditionsnachfolge: Im Reichsheer übernahm die 6./6. AR, Minden, die
Tradition des westf. Fußartillerieregiments Nr. 7‚ in der Wehrmacht wurde sie
fortgeführt durch II./AR 62 in Düsseldorf.
Dänischer Krieg 1864. Die 1. Komp. war an der Beschießung der Düppeler
Schanzen beteiligt.
Französischer Krieg 1870/71. Schwerpunktaufgabe: Küstenverteidigung in
Schleswig. Die mobil gemachten 6.-8. Komp. hatten an der Belagerung von
Straßburg, Schlettstadt, Diedenhofen, Belfort, Verdun, Montmedy und
Mezières teil.
Erster Weltkrieg 1914-18. Aus dem Kölner 1. Btl. wurde das Mörser-Regiment Nr. 9
mit 2 Batl. je 2 Batt. je 2 Mrs. gebildet. Das II. Btl., Ehrenbreitstein, wurde
III. Btl. mit 4 Batterien je 4 sFH. 1916 wurden die Mörserbataillone auf 3 Batt.
je 3 Gesch. verstärkt. 1918 wurde je 1 Batt. der Mörserbattaillone mit der neuen
15-cm-Kanone 16 (mot.), Schußweite 26 km, ausgerüstet. Das Friedensregiment hat
zusätzlich aufgestellt: Das Res.-Fußart.-Rgt. Nr. 9, 3 Rgts.-Stäbe, 12 selbstst.
Bataillone., 32 schwere und schwerste Batt. sowie Landw.-, Landsturm-,
Schallmeß- u. a. Formationen. Im Ersatzbataillon Ehrenbreitstein wurden insgesamt
70000 Mann eingestellt.
1914 Belagerungen von Lüttich, Maubeuge und Antwerpen,
1915 Galizien, Vormarsch über Lemberg bis Rawa-Ruska, I./- im Herbst vor
Dünaburg.
1916 Schlacht vor Verdun. Dort wurden 3 Geschütz-Garnituren verbraucht,
60.000 Schuss abgegeben,
1917 bei Armee Mackensen zum Schwarzen Meer,
1918 Große Schlacht in Frankreich, Kämpfe am Chemin des Dames.
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Gesamt-Munitionsverbrauch 280.000 Schuß.
Verluste des Regiments einschl. der Kriegsformationen: 78 Offz., 184 Uffz., 1184 Mannsch.
Das Regt. erhielt 1917 eine III. Abt., die im Felde aufgestellt wurde. Der erste Abschuß eines
französischen Fliegers, der überhaupt durch Artillerie-Beschuß erzielt wurde, gelang 6./AR 59
1915 bei Somme-Py.
Res. Feldart.-Rgt. Nr. 15, 1914 mit 6 Kan.-Batt. aufgestellt, 1915 durch
die III. Abteilung verstärkt, kämpfte im Verband der 15. Res.-Div.
1914 Schlacht b. Sedan, Stellungskämpfe in der Champagne,
1915 Kämpfe bei Somme_Py, Winterschlacht in der Champagne (16. 2.) vor
15
Perthes, Herbstschlacht vor Perthes.
1916-18 Stellungskämpfe an der Aisne, Somme-Schlacht, Arras, Galizien,
Verdun, Flandern.
Auflösung. Nach dem Rückmarsch wurden das Regiment und seine Kriegsformationen in
Wildeshausen/Oldenburg aufgelöst.
Traditionsnachfolge. In der Reichswehr übernahm 1./6. AR., Münster, die Tradition, die in der
Wehrmacht auf 11./AR 26, Aachen, überging.
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Erster Weltkrieg 1914-18. Die Pioniereinheiten traten kriegsgliederungsmäßig in den Verband
der Infanterie-Divisionen, und zwar:
Stab., 1, u. 2/- zur 13. Division
3. u. 5./- zur 14. Division
4./- zur 13. Res.-Division
1. u. 2./Res. Pi. B. 7 zur 14. Res.-Division,
1. u. 2. Landw. Pi. Komp. VII. AK als Pionierbataillon 410
zur Armeeabteilung C,
[Link].-Pion.-Komp. VII. AK zur 23. Ldw.-Div.,
2. u. 4. Ldst.-Pion.-Komp. zur 44. Ldw.-Div.,
3. Ldst.-Pion.-Komp. zur 2. Armee,
5. Ldst.-Komp. zur 10. Armee.
Neben diesen Verbänden stellte das Bataillon zahlreiche neue Kriegsformationen auf.
Auch nur einen Abriss der Kriegsgeschichten zu geben, ist aus Raummangel unmöglich. Für
die bei der 14. ID kämpfenden 3. und 5. Komp. kann auf die Angaben bei Inf.-Rgt. 16
verwiesen werden. Für die 2. Komp. sind im „Ehrenbuch der Pioniere‘ die Schlachten von
Neufchapelle (26. 10. 14) und der Ancre-Übergang in der Großen Schlacht in Frankreich, März
18, besonders hervorgehoben.
Die Verluste an Toten des Pionierbataillons einschließlich seiner Kriegsformationen und des
aus ihm hervorgegangenen Sturm-Bataillons 5 betrugen:
90 Offz., 311 Uffz. und 2314 Mannsch.
Die Tradition der Pionierbataillone 7 und 24 übernahm in der Reichswehr die 1./6. (preuß.)
Pionierbataillon in Minden. In der Wehrmacht wurde die Tradition des Pionier-
Bataillons Nr. 7 im Pionierbataillon 26, Köln, fortgeführt.
Ein Abriß der Kriegsgeschichte kann hier nicht gegeben werden. Es sei nur auf folgende
Waffentaten verwiesen:
Teile der 1. Kompanie marschierten an der Spitze der Sturmkolonne, die zum Handstreich auf
Lüttich (6. 8. 14) angesetzt, durch die Fortlinie in die Stadt eindrang.
Die 4. Komp. brachte am 13. 8. 14 eine bis dahin geheime Waffe, den schweren Minenwerfer,
bei der Bekämpfung des Forts Fléuron der Festung Lüttich zum Einsatz. Diese erste im Kriege
abgeschossene schwere Mine durchschlug die Fortdecke und zwang die Besatzung zur
Übergabe.
Einer Beschießung mit schweren Minen fiel auch das Fort Boussois bei Maubeuge
am 4. 9. 14 zum Opfer.
Die 3. Komp. bahnte beim Sturm auf die Redoute Dorpvelde der Festung Antwerpen
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am 1. 10. 14 den Weg, indem sie mit geballten Ladungen die Betonwände des Forts
durchschlug.
Die 1., 3.u. 4. Komp. sind mehrfach bei Marne-Übergängen in den Angriffskämpfen
1918 hervorgetreten.
Im Okt. 1918 unterstanden: Stab, 1.-4./- der 18. Armee, 1. Res.-Komp. der 3. Mar.-Div.,
2. Res.-Komp. der 205. ID, 3. Res.-Komp. der 207. ID,
1. Ers.-Komp. der 79. Res.-Div., 2. Ers.-Komp. dem Pionier-Bataillon 40.
Kriegsverluste an Toten: 39 Offz., 112 Uffz. und. 947 Pioniere.
Gen. Unverzagt, als Oberst Kommandeur des Bataillons, ist als General der
Pioniere einer Armee im Sommer 1918 bei einem Brückenschlag über die Marne
gefallen.
Die Tradition der Pionier-Bataillone Nr. 7 und 24 übernahm in der Reichswehr die
1./6 .(preuß.) Pionier-Bataillone in Minden.
In der Wehrmacht wurde sie von Pionier-Bataillon 46, Köln, fortgeführt.
Luftschifferbataillon Nr.3
Das Luftschifferbataillon Nr. 3 — unter Major von Schulz — wurde am 1. 10. 1911 in
Köln aufgestellt und blieb mit Stab und 1. Komp. unter Hptm. Horn dort in Garnison. Die
Übungen dienten bis zum Kriege der Erprobung der Luftschiffsysteme Zeppelin, Groß-
Basenach und Parseval.
Mit der Mobilmachung bildete der Stab die Ersatzabteilung, die in Köln blieb, und
stellte die Feldluftschifferabteilungen 2, 6 und 7 auf. Aus der [Link] ging der Lenkluft-
schifftruppe 4 hervor. Major von Schulz stellte bald darauf das Luftschifferbataillon Brüssel
auf mit 3 Lenkluftschifftrupps in Brüssel und je 1 in Gontrode und Maubeuge. Das Bataillon
Brüssel wurde als Luftschifferbataillon Stollwerck Ende 1914 als Fußtruppe an der Westfront
eingesetzt.
Die Feldluftschifferabteilungen bedienten Fesselballone, die in den Materialschlachten
der Westfront für Beobachtung und Feuerleitung von Bedeutung waren. Die Beobachter haben
Großes geleistet, sie hielten meist im Korbe aus, bis der Ballon in Brand geschossen war. Es
kam häufig vor, daß ein Beobachter mehrmals am Tage mit dem Fallschirm „aussteigen“
mußte.
Die Lenkluftschifftrupps stellten die Besatzungen für die Schiffe. Sie flogen zahlreiche
Angriffe gegen London und Paris, die um so verlustreicher wurden, je mehr die Abwehr
entwickelt wurde.
Der erste Luftangriff auf England wurde am 19.1.1915 geflogen. Im Verlaufe des
Krieges waren folgende Luftschiffe in Köln untergebracht:
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Der bedeutendste Kölner Luftschifferoffizier war Hptm. Horn der Angriffe auf Paris
und London geflogen ist. Er fiel an Bord des L.Z.77 bei Revigny am 21.2.1916.
Die Tradition der preußischen Luftschiffertruppe wurde in der Reichswehr von der
2./3. Kf.-Abteilung Döberitz fortgeführt. In der Wehrmacht übernahm die Ballonabteilung 16
die Tradition des Luftschifferbataillons Nr.3
Fliegerbataillon Nr.3
Gegründet 1911
Am 15. September 1912 wird der Grundstein zur militärischen Fliegerstation „Butzweiler Hof“
gelegt. Das militärische Vorkommando, welches am 1. Dezember 1912 bezeichnenderweise
ohne Flugzeuge in Köln eintrifft, beginnt mit den ersten Arbeiten für die Anlage und
Errichtung einer militärischen Fliegerstation.
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Literatur
- Deutsche Garnisonen: Köln Harri Bernhardt Verl. Bernhard & Graefe 1959
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