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Ling 09

Das Dokument bietet eine Einführung in die Wortbildung der deutschen Sprache, einschließlich der Methoden zur Erweiterung des Wortschatzes wie Entlehnung, Wortschöpfung und Wortbildung. Es unterscheidet zwischen okkasionellen und usuellen Wortbildungen sowie verschiedenen Typen wie Komposition, Derivation, Konversion, Kürzung und Kontamination. Zudem werden produktive und unproduktive Wortbildungsmuster sowie verschiedene Klassifikationen von Komposita und Derivata vorgestellt.

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Einführung in die Linguistik des Deutschen [Link]/linguistik.

html

Wortbildung
Möglichkeiten zur Erweiterung des Wortschatzes:

Entlehnung: Übernahme eines Wortes aus einer anderen Sprache


Wortschöpfung: Neuprägung eines Wortes ohne Anlehnung an vorhandenes Morphemmaterial
Wortbildung: Bildung eines komplexen Wortes aus vorhandenem Morphemmaterial

Okkasionelle vs. usuelle Wortbildungen:

okkasionell: spontan entstandene, kontextabhängige Gelegenheitsbildungen; Bedeutung aus


den Bestandteilen erschließbar (z.B. Mauermord, Kernvorstellung)
usuell: in den festen Wortschatz (Lexikon) eingegangene Bildungen; oft demotiviert/idio-
matisiert (z.B. Augenblick, Faustregel)

Wortbildungstypen im Deutschen:

Komposition: Zusammensetzung von mindestens zwei Kernmorphemen (z.B. Haustür, himmel-


blau)
Derivation: Ableitung eines Wortes aus einem anderen Wort durch Hinzufügung eines
Affixes (z.B. Lenkung, unschön)
Konversion: Überführung eines Wortes in eine andere Wortart ohne Verwendung von Affi-
xen (z.B. das Essen, das Grün)
Kürzung: ausdrucksseitige Verkürzung eines Wortes ohne Wortartwechsel oder Bedeu-
tungsveränderung (z.B. Uni, Bus)
Kontamination: Vermischung zweier Wörter zu einem neuen Wort (Wortmischung, Wortkreu-
zung, z.B. tragikomisch, Kurlaub)

Produktive vs. unproduktive Wortbildungsmuster:

produktiv: in der Gegenwartssprache noch zur Bildung neuer Wörter verwendbar (z.B. -ung,
-er, -bar)
unproduktiv: in der Gegenwartssprache nicht mehr zur Bildung neuer Wörter verwendbar (z.B.
-t wie in Fahrt, -de wie in Freude)
Typen von Komposita:
Klassifiziert nach der Wortart des rechten Gliedes:

Nominalkomposita: z.B. Bücherregal, Hochhaus, Schreibpapier


Verbalkomposita: z.B. schlafwandeln, krankfeiern, schwingschleifen
Adjektivkomposita: z.B. grasgrün, hellblau, denkfaul

Klassifiziert nach der Beziehung zwischen linkem und rechtem Glied:

Determinativkomposita: rechtes Glied (Grundwort) wird vom linken Glied (Bestimmungswort)


semantisch näher bestimmt (z.B. Schreibtisch, hellgrün)
Kopulativkomposita: rechtes und linkes Glied sind gleichgeordnet und theoretisch ver-
tauschbar (z.B. Strichpunkt, nasskalt)
Possessivkomposita: wie Determinativkomposita, jedoch wird das rechte Glied im über-
tragenen Sinn gebraucht (oft als pars pro toto, z.B. Hasenfuß, Kahl-
kopf)

Klassifiziert nach der Bildungsstruktur (nur bei drei- und mehrgliedrigen Komposita):

linksverzweigend: z.B. Eislaufhalle (aus Eislauf + Halle)


rechtsverzweigend: z.B. Eiskunstlauf (aus Eis + Kunstlauf)
gleichrangig-additiv: z.B. Herz-Lungen-Maschine (aus Herz + Lunge + Maschine)

Typen von Derivata:


Klassifiziert nach der Wortart des Kernmorphems:

Desubstantiva: z.B. Unglück, freundlich, hämmern


Deadjektiva: z.B. Klugheit, unklar, glätten
Deverbativa: z.B. Senkung, lesbar, verstehen

Typen von Kürzungen:

Kopfwörter: z.B. Auto (aus Automobil), Uni (aus Universität)


Schwanzwörter: z.B. Bus (aus Omnibus), Cello (aus Violoncello)
Silbenwörter: z.B. Kripo (aus Kriminalpolizei), Stasi (aus Staatssicherheitsdienst)
Buchstabenwörter: z.B. EKG, RAF (mit Buchstabenaussprache); TÜV, UFO (mit silbischer Aus-
sprache)

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