B2 Vorlesung 3 / Stabilität Teil 3
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7.6 Berücksichtigung von Kriechen
• Kriechen: Verformung unter einer Dauerlast. Kriechen hängt hauptsächlich von
der Umgebungsfeuchte, den Bauteilabmessungen und der Betonzusammen-
setzung ab. Außerdem wird Kriechen vom Grad der Erhärtung des Betons beim
erstmaligen Aufbringen der Last sowie von der Dauer und Größe der
Beanspruchung beeinflusst
• Die Kriechverformung (∞, t0) im Alter t= ∞ bei konstanter Druckspannung c
(∞, t0) = (∞, t0) ·c / Ec
• Folgende Formelzeichen werden verwendet
(∞, t0) Endkriechzahl
t0 Alter des Betons bei der 1. Lastbeanspruchung in Tagen
h0 wirksame Querschnittsdicke h0 = 2AC/ u mit AC Querschnittsfläche,
und u Umfangslänge der dem Trocknen ausgesetzten
Querschnittsflächen
Zement Klasse S: CEM 32,5 N, Klasse N: CEM 32,5 R, CEM 42,5 N,
Klasse R: CEM 42,5 R, CEM 52,5 N, CEM 52,5 R [EC 2 Abs. 3.1.2 (6)]
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7.6 Berücksichtigung von Kriechen
Bestimmung der Kriechzahl (∞, t0) nach EC 2, Bild 3.1a
[DIN EN 1992-1-1 (EC 2) Bild 3.1a]
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7.6 Berücksichtigung von Kriechen
Bestimmung der Kriechzahl (∞, t0) nach EC 2, Bild 3.1b
[DIN EN 1992-1-1 (EC 2) Bild 3.1b]
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7.6 Berücksichtigung von Kriechen
Auswirkungen der Kriechzahl bei Theorie II. Ordnung gem. EC 2, 5.8.4
Beachte: Unterschiedliche Belastungsdauern in den Einwirkungskombinationen
Vereinfacht:
Belastungsdauer mittels effektiver Kriechzahl ef
ef = (∞, t0) ·M0Eqp / M0Ed
(∞, t0) Endkriechzahl
M0Eqp Biegemoment nach Theorie I Ordnung unter quasi-ständiger Einwirkung
M0Ed Biegemoment nach Theorie I Ordnung unter der Bemessungs-
Einwirkungskombination (GZT)
Die Biegmomente M0Eqp und M0Ed beinhalten die Imperfektionen, die bei den
Nachweisen n. Th. II Ordnung zu berücksichtigen sind
Wenn das Verhältnis M0Eqp / M0Ed variiert, darf das Verhältnis für den Querschnitt mit
dem max. Moment berechnet werden oder ein repräsentativer Mittelwert verwendet
werden.
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7.6 Berücksichtigung von Kriechen
Vernachlässigen von Kriechen gem. EC 2, 5.8.4 (4)
Kriechauswirkungen dürfen vernachlässigt werden (ef = 0), wenn folgende
drei Bedingungen gleichzeitig eingehalten werden
- (∞, t0) ≤ 2
- ≤ 75
- M0Ed / NEd ≥ h
Dabei ist das Moment M0Ed das Moment nach Theorie 1. Ordnung (MI0Ed)
und h die Querschnittshöhe in der betrachteten Richtung.
NCI zu 5.8.4 (4): Kriechauswirkungen können i. d. R. vernachlässigt werden,
wenn Stützen an beiden Enden monolithisch mit lastabtragenden Bauteilen
verbunden sind oder wenn bei verschieblichen Tragwerken die Schlankheit
des Druckgliedes < 50 und gleichzeitig e0 / h >2 (M0Ed / NEd > 2 h) ist.
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7.7 Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte
7.7 Druckglieder mit 2-achsiger Lastausmitte
Eine Stütze kann nach beiden Querschnittsrichtungen N
ausweichen. Es gelten die allgemeinen Verfahren wie
beim einachsigen Knicken.
H2
Besonders wichtig ist die Feststellung des Bauteilquer- H1
schnitts mit der maßgebenden Momentenkombination.
Es ist zu prüfen, ob eine getrennte Bemessung in
beiden Hauptachsenrichtungen ohne Beachtung der
zweiachsigen Lastausmitte erfolgen kann.
Bei getrennter Berechnung müssen Imperfektionen nur
in der Richtung berücksichtigt werden, in der sie zu den
ungünstigeren Auswirkungen führen
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7.7 Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte
Für Druckglieder mit rechteckigem Querschnitt dürfen getrennte Nachweise
in den Richtungen der beiden Hauptachsen y und z geführt werden, wenn
für das Verhältnis der bezogenen Lastausmitten folgende Bedingung erfüllt
ist:
ey / heq
0,2
ez / beq
oder
ez / beq
0,2
ey / heq
[DIN EN 1992-1-1 (EC 2) Bild 5.8]
mit: ey Lastausmitte in Richtung der y-Achse
ez Lastausmitte in Richtung der z-Achse
heq = iz 12
beq = iy 12 N greift im schraffierten [DIN 1045-1, Bild 14]
Bereich an
NCI zu 5.8.9 (2) Die getrennte Nachweise dürfen dabei in den Richtungen der beide Hauptachsen
jeweils mit der gesamten im Querschnitt angeordneten Bewehrung durchgeführt werden
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7.7 Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte
Getrennte Nachweise für die Hauptachsrichtungen sind im Falle e0z > 0,2 h
nur dann zulässig, wenn der Nachweis in y-Richtung um die Hauptachse z
mit einer reduzierten Querschnittsdicke hred geführt wird.
h h
hred = 1 + h
6 ( e 0 z + e iz )
[Gl. NA.5.38.1]
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mit:
h größere der beiden Querschnittsseiten
e0z Lastausmitte nach Th. I. Ordnung
in Richtung der Querschnittsseite h
eiz Zusatzausmitte aus Imperfektionen in
z – Richtung
[NA zu DIN EN 1992-1-1, Bild NA.5.8.1
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7.7 Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte
Interaktionsdiagramm –
zweiachsige Biegung
[Schneider Bautabellen, 20. Auflage]
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7.8 Konstruktionsregeln / bauliche Durchbildung
7.8 Konstruktionsregeln / bauliche Durchbildung
- Mindestabmessungen: b 20 cm für senkrecht betonierte Ortbetonstützen
b 12 cm für waagrecht betonierte FT-Stützen
- Mindeststabdurchmesser Längsbewehrung: min = 12 mm
- Abstand der Stäbe darf 30 cm nicht überschreiten
Ausnahme: bei Querschnitten mit b 40 cm und h b genügt ein
Stab je Ecke
- mind. 1 Stab in jeder Ecke
- bei Rundstützen mind. 6 Stäbe
Durch Bügel können max. 5 Stäbe in oder in der Nähe der Ecke gegen Ausknicken
gesichert werden. Das gilt für Längsstäbe im Abstand vom Eckstab ≤ 15 w. Für
weitere Längsstäbe sind Zusatzbügel mit höchstens doppeltem Abstand
anzuordnen.
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7.8 Konstruktionsregeln / bauliche Durchbildung
Mindest- und Höchstbewehrung:
As,min = 0,15 ·NEd/ fyd
As,max = 0,09 Ac (auch im Bereich von Stößen) scl,tmax
Bügelbewehrung:
6 mm (Stabstahl)
w 5 mm (Matte)
/4
Bügelabstand: Bügelabstände sind mit dem red scl,tmax
Faktor 0,6 zu verringern
min h
- unmittelbar über und unter
scl,tmax 30 cm
Balken oder Platten
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- bei Übergreifungsstößen
mit > 14 mm
[Bildnachweis Institut für Massivbau]
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